Lantus injizierbare Lösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
insulinum glarginum
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC-Code:
A10AE04
INN (Internationale Bezeichnung):
insulinum glarginum
Darreichungsform:
injizierbare Lösung
Zusammensetzung:
insulinum glarginum 3.64 mg Endwerte. insulinum glarginum 100 U., Zink, glycerolum (85 per hundert), conserv.: metacresolum 2,7 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Diabetes mellitus
Zulassungsnummer:
55346
Berechtigungsdatum:
2002-05-16

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Lantus®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Lantus und wann wird es angewendet?

Lantus ist eine klare, farblose Injektionslösung, die Insulin Glargin enthält. Insulin Glargin ist ein

verändertes Insulin, das dem Humaninsulin sehr ähnlich ist. Es wird mittels gentechnisch veränderter

Mikroorganismen hergestellt. Insulin Glargin zeigt eine lang anhaltende und gleichmässige

blutzuckersenkende Wirkung.

Lantus wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Senkung eines zu hohen

Blutzuckerspiegels (= Glykämie) bei Patienten (Erwachsene, Jugendliche oder Kinder ab 2 Jahren)

mit Diabetes mellitus eingesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der der Körper

nicht ausreichend Insulin produziert, um den Blutzucker zu kontrollieren (Zuckerkrankheit).

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte halten Sie sich hinsichtlich der Dosierung, Überwachung (Blut- und Urintests), Diät und

körperlichen Aktivität (körperliche Arbeit und sportliche Betätigung) genau an die mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin besprochenen Anweisungen. Wenn Ihr Arzt Ihnen Lantus als Ersatz für Toujeo®

verschrieben hat (Insulin Glargin 300 Einheiten/ml), müssen Sie seine Anweisungen sorgfältig

befolgen, denn selbst wenn der Wirkstoff identisch ist, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Informieren Sie immer alle Personen, die Sie behandeln und betreuen, darüber, dass Sie Insulin

brauchen.

Klären Sie vor Reisen alle Fragen, die Ihre Behandlung betreffen, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Informieren Sie sich z.B. über die Verfügbarkeit Ihres Insulins im besuchten Land, denken Sie an

einen ausreichenden Vorrat an Insulin, Injektionszubehör usw., die richtige Aufbewahrung des

Insulins während der Reise, Essens- und Insulinzeiten während der Reise, die Umstellung auf andere

Zeitzonen und mögliche neue Gesundheitsrisiken in den besuchten Ländern.

Wann darf Lantus nicht angewendet werden?

Lantus darf nicht angewendet werden, wenn Sie auf Insulin Glargin oder einen der sonstigen

Bestandteile des Arzneimittels allergisch reagieren.

Wann ist bei der Anwendung von Lantus Vorsicht geboten?

Beim mit Insulin behandelten Zuckerkranken besteht grundsätzlich das Risiko der Unterzuckerung

(Hypoglykämie), besonders bei unregelmässigen Injektionen, unregelmässiger Nahrungsaufnahme,

bei stark schwankenden oder bei durchschnittlich tiefen Blutzuckerwerten sowie zu

Behandlungsbeginn. Dies kann ihre Sicherheit z.B. beim Führen eines Autos oder beim Bedienen

von Maschinen beeinträchtigen. Alkoholkonsum erhöht die Gefährdung zusätzlich, indem er in der

Leber den Abbau von Stärke zu Zucker hemmt.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie früher schwere Hypoglykämien durchgemacht haben, oder wenn

Sie, z.B. mit Mehrfachinjektionen nach dem Basis-Bolussystem, eine besonders tiefe

Blutzuckereinstellung zu erreichen versuchen.

Abgeschwächte Warnsymptome der Unterzuckerung (Hypoglykämie)

In gewissen Situationen können die Warnsymptome der Hypoglykämie abgeschwächt sein, so dass

diese überraschend auftreten kann: siehe unter «Nebenwirkungen».

Um der Hypoglykämie vorbeugen zu können, sollten Sie Trauben- oder Würfelzucker o. ä. mit sich

tragen und bei ersten Anzeichen einnehmen. Sie sollten Ihren Diabetikerausweis immer mit sich

führen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie gleichzeitig

andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa).

Dies ist wichtig, weil diese Arzneimittel die Wirkung von Insulin und/oder den Blutzuckerspiegel

beeinflussen können. In diesem Fall kann es notwendig sein, die verabreichte Insulinmenge

entsprechend anzupassen, um zu niedrige oder zu hohe Blutzuckerspiegel zu vermeiden.

Berücksichtigen Sie dies nicht nur dann, wenn Sie ein neues Arzneimittel einnehmen, sondern auch,

wenn Sie es wieder absetzen.

Die nachfolgende Liste erwähnt Beispiele von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln; Ihr

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin ist im Besitz einer ausführlichen Liste!

Zu den Arzneimitteln, die Ihren Blutzucker senken können, zählen andere Antidiabetika und gewisse

andere Arzneimittel z.B. zur Behandlung des Bluthochdrucks, von Infektionskrankheiten, von

Depressionen und von Fieber/Schmerzen (Aspirin). Alkohol kann eine Hypoglykämie

(Unterzuckerung) gefährlich verstärken. β-Blocker können die Anzeichen einer Hypoglykämie

abschwächen oder maskieren.

Zu den Arzneimitteln, die den Blutzucker erhöhen können, zählen u.a. orale Kontrazeptiva,

Kortikosteroide, gewisse AIDS-, Asthma- oder Allergiebehandlungen, sowie gewisse Neuroleptika

und Diuretika.

Marihuana-Konsum kann ebenfalls einen erhöhten Blutzucker verursachen (andere illegale

Substanzen wurden nicht getestet).

Mit einigen Arzneimitteln kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in einer Apotheke ein Heilmittel kaufen. Denken Sie daran, dass

Interaktionen mit anderen Heilmitteln nicht immer voraussagbar sind und dass Blutzuckermessungen

häufig stattfinden sollten.

Nehmen Sie andere Arzneimittel grundsätzlich nur nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

ein. Alkohol wird weniger vertragen. Die erlaubte Menge ist mit dem Arzt oder der Ärztin

abzustimmen.

Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit kann eingeschränkt sein, wenn Sie einen zu niedrigen

(Hypoglykämie) oder einen zu hohen (Hyperglykämie) Blutzucker haben, oder an Sehstörungen

leiden. Dadurch können die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die

Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt werden.

Die Insulinverabreichung darf im Krankheitsfall nicht unterbrochen werden, es kann jedoch sein,

dass Ihr Insulinbedarf in diesem Fall verändert ist. Bei Infektionen, bei Fieber oder einer Operation

kann es sein, dass Sie mehr Insulin als üblich benötigen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die

Insulindosierung möglicherweise reduzieren, wenn Sie an einer Nieren- oder Leberfunktionsstörung

leiden.

Falls Sie an Durchfall oder Erbrechen leiden oder wenn Sie weniger als üblich essen, kann es sein,

dass Sie weniger Insulin als üblich benötigen. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt bzw. eine

Ärztin. Wenn Sie an einem Typ 1-Diabetes leiden (Insulin-abhängiger Diabetes mellitus),

unterbrechen Sie Ihre Insulinbehandlung nicht und stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend

Kohlenhydrate einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden oder Allergien haben.

Da nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, konnten die Wirksamkeit und Sicherheit von Lantus bei

Kindern unter 2 Jahren nicht beurteilt werden.

Darf Lantus während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Man verfügt noch über keine systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen betreffend die

Verwendung von Lantus während der Schwangerschaft. Lantus kann während der Schwangerschaft

und Stillzeit wenn es von Ihrem Arzt oder Ärztin verschrieben worden ist angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger

geworden sind. Der Insulinbedarf ändert sich während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

Für die Gesundheit Ihres Babys ist es wichtig, dass Ihre Blutzuckerwerte besonders sorgfältig

überwacht und Unterzuckerungen (Hypoglykämien) vermieden werden.

Wenn Sie stillen, kann eine Anpassung Ihrer Insulindosierung und Diät erforderlich werden.

Wie verwenden Sie Lantus?

Entsprechend Ihrer Lebensweise und der Ergebnisse der Blutzuckerbestimmungen wird Ihr Arzt oder

Ihre Äerztin:

·bestimmen, wie viel Lantus Sie pro Tag benötigen,

·Ihnen sagen, wann Sie Ihren Blutzucker kontrollieren und ob Sie Urintests durchführen müssen,

·Ihnen mitteilen, wann Sie möglicherweise eine höhere oder niedrigere Dosis Lantus spritzen

müssen,

·Ihnen zeigen, in welchen Hautbereich Sie Lantus spritzen müssen.

Lantus ist ein lang wirkendes Insulin. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verordnet es Ihnen möglicherweise in

Kombination mit einem kurz wirkenden Insulin oder zusammen mit Tabletten gegen hohen

Blutzucker.

Ihr Blutzuckerspiegel (Glykämie) kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Sie sollten diese

Faktoren kennen, um auf Veränderungen Ihres Blutzuckerspiegels richtig reagieren zu können und

um Über- bzw. Unterzuckerungen zu vermeiden (siehe auch unter «Nebenwirkungen»).

Lantus wird einmal täglich, jeden Tag zur gleichen Zeit, verabreicht. Es wird unter die Haut injiziert.

Spritzen Sie Lantus nicht in eine Vene, da dies seine Wirkungsweise verändert und zu einer

Unterzuckerung führen kann.

Wechseln Sie bei jeder Injektion die Einstichstelle innerhalb des gewünschten Hautbereiches.

Bitte kontrollieren Sie vor jeder Anwendung das Etikett, damit Sie verschiedene Insuline auf keinen

Fall verwechseln. Schauen Sie sich die Kartusche vor Gebrauch genau an. Verwenden Sie diese nur,

wenn die Lösung klar, farblos und wässerig ist und keine sichtbaren Teilchen enthält. Lantus ist eine

injektionsfertige Lösung und muss vor der Anwendung nicht geschüttelt oder gemischt werden.

Wenn Sie mit einem anderen wiederverwendbaren Insulinpen zwei verschiedene Insulintypen

spritzen, verwenden Sie unbedingt für jeden Typ einen andersfarbigen Pen.

Achten Sie darauf, dass weder Alkohol noch andere Desinfektionsmittel oder sonstige Substanzen

das Insulin verunreinigen. Mischen Sie Lantus nicht mit anderen Insulinen oder Arzneimitteln. Nicht

verdünnen. Mischen oder Verdünnen kann die Wirkung von Lantus verändern.

Lantus in Kartuschen wurde für den Einsatz im ClikSTAR, AllStar PRO oder im JuniorSTAR

entwickelt. Die dem Pen beigefügte Bedienungsanleitung enthält Angaben zur richtigen Anwendung

(einlegen der Kartusche, befestigen der Nadel und verabreichen der Insulindosis). Bewahren Sie die

Kartusche vor dem Einsetzen in den Pen 1–2 Stunden bei Raumtemperatur auf. Entfernen Sie vor

dem Spritzen alle Luftblasen. Wenn der Insulinpen beschädigt ist oder nicht einwandfrei funktioniert

(infolge mechanischem Defekt), muss er entsorgt und ein neuer Pen verwendet werden. Leere

Kartuschen dürfen nicht wieder aufgefüllt werden. Wenn der Insulinpen ausfällt, können Sie das

Insulin auch aus der Kartusche in eine Spritze aufziehen und injizieren. Halten Sie für diesen Fall

Spritzen und Nadeln vorrätig. Beachten Sie aber, dass Sie nur Spritzen verwenden, die für eine

Insulinstärke von 100 Einheiten. pro Milliliter vorgesehen sind.

Bitte besprechen Sie im voraus mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, was zu tun ist, wenn Sie sich zuviel

Lantus gespritzt haben, eine Dosis ausgelassen oder eine zu niedrige Dosis injiziert haben. Die vom

Arzt bzw. von der Ärztin festgelegte Einstellung (tägliche Insulindosis, Diät und gewohnte

körperliche Betätigung) ist gewissenhaft einzuhalten und darf nicht eigenmächtig geändert werden.

Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Lantus haben?

Bei der Verabreichung wurde über versehentliches Vertauschen des Insulins Glargin mit anderen

Insulinen, insbesondere schnell wirksamen Insulinen, berichtet. Um Medikationsfehler bei den

verschiedenen Insulinformen zu vermeiden, sollten Sie stets vor der Injektion das Etikett des Insulins

überprüfen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Lantus auftreten:

1. Die wichtigste, plötzlich auftretende und gesundheitsgefährdende unerwünschte Wirkung einer

Insulinbehandlung ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie ist im allgemeinen gekennzeichnet

durch einen Blutzuckerabfall unter 2-3 mmol/l.

a) Folgende Anzeichen weisen auf eine Hypoglykämie hin

Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (sogenannte vegetative Warnsymptome, die durch die

Gegenreaktion des Körpers auf die Unterzuckerung entstehen), Herzklopfen, Kopfschmerzen, sowie

Konzentrationsstörungen, auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen (Reizbarkeit,

Aggressivität, Verwirrtheit, Benommenheit) und Koordinations-, Seh- oder Sprachstörungen. Wird

die Behandlung unterlassen, kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Diese Zeichen entstehen, weil

das Gehirn zuwenig Zucker erhält.

b) Abgeschwächte veränderte Warnzeichen der Hypoglykämie

Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, aber auch bei lange bestehender

Zuckerkrankheit, bei Präparatewechsel u.a. können die vegetativen Warnsymptome der

Hypoglykämie abgeschwächt sein (siehe oben). Dies wurde von einigen Patienten nach Umstellung

von tierischem auf humanes Insulin, aber auch sonst gelegentlich bei Präparatewechsel, beobachtet.

Eine Hypoglykämie kann sich dann auch primär und überraschend durch Konzentrationsstörungen,

auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen anzeigen, die dazu führen können, dass Sie u.U.

nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagieren. Achten Sie selbst auf diese veränderten

Symptome und weisen Sie auch ihre Umgebung darauf hin.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und

nach entsprechender Instruktion erfolgen. Auch Dosis und Zeitpunkt der Injektion sollen nur nach

Absprache mit dem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder auf seine/ihre Anweisung geändert werden.

c) Behandlung der Hypoglykämie

Nehmen Sie bei ersten Anzeichen Trauben- oder Würfelzucker (mindestens 2–4 Stück) ein. Bei noch

erhaltenem Bewusstsein kann Würfelzucker auch durch eine Fremdperson zwischen Wange und

Zahnreihe gelegt werden. Bei schweren Fällen eventuell Glucagon 0,5–1 mg durch eine Hilfsperson

oder den Arzt bzw. die Ärztin injizieren lassen, wonach Sie sobald als möglich

Zucker/kohlenhydratreiche Nahrung (Brot, Obst) einnehmen.

d) Ursachen der Hypoglykämie

Insbesondere das Auslassen einer Mahlzeit, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Erbrechen,

allenfalls Durchfall oder eine Insulinüberdosierung kommen in Frage, ebenso Erkrankungen, die den

Insulinbedarf vermindern, oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Nach jeder schweren

Hypoglykämie ist der Arzt oder die Ärztin zu informieren, und die Blutzuckereinstellung ist zu

überprüfen.

2. Ein Ansteigen des Blutzuckers auf überhöhte Werte kann innert Stunden oder einem Tag zum

diabetischen Coma mit Bewusstlosigkeit führen. Als Ursache kommen Diätfehler, Auslassen oder

Verringern der Insulininjektionen oder Missachten eines erhöhten Insulinbedarfs (Infektionen mit

oder ohne Fieber) in Frage. Nehmen Sie bei folgenden Anzeichen sofort mit Ihrem Arzt oder Ihrer

Ärztin Kontakt auf: zunehmender Durst, grosse Urinmengen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, schnelle

und tiefe Atmung, hohe Glukosewerte im Blut, hohe Glukose- und Acetonwerte im Urin.

3. Weitere Nebenwirkungen: Ausgeprägte Schwankungen (Verbesserung oder Verschlechterung)

Ihrer Blutzuckereinstellung können zu einer vorübergehenden Einschränkung des Sehvermögens

führen. Wenn Sie an einer proliferativen Retinopathie leiden (eine durch die Zuckerkrankheit

verursachte Augenerkrankung), können schwere Unterzuckerungen zu einer vorübergehenden

Erblindung führen.

Wenn Sie Insulin zu häufig an dieselbe Hautstelle spritzen, kann das Fettgewebe unter der Haut

schrumpfen oder auch wachsen (sog. Lipodystrophie). Insulin, das an dieser Stelle gespritzt wird,

wirkt möglicherweise schlechter. Ein Wechsel der Einstichstelle bei jeder Injektion kann helfen,

diese Fettgewebsveränderungen zu vermeiden.

Bei 3–4% der Patienten kann es zu Reaktionen an der Einstichstelle kommen (z.B. Rötung,

ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder

Entzündung). Sie können sich auch auf die Umgebung der Einstichstelle ausbreiten. Die meisten

leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen bzw. Wochen zurück.

Wenn diese Erscheinungen wenige Minuten bis eine halbe Stunde nach Injektion auftreten und nicht

auf die Injektionsstelle beschränkt bleiben, ist sofort der Arzt oder die Ärztin zu verständigen.

Schwere allergische Reaktionen auf Insulin sind selten. Derartige Reaktionen auf Insulin oder einen

der Hilfsstoffe können zu grossflächigen Hautreaktionen, starken Haut- und

Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot, Blutdruckabfall sowie in Ausnahmenfällen zu

Kreislaufversagen führen.

Eine Behandlung mit Insulin kann die Bildung von Antikörpern (Abwehrstoffen des Körpers) gegen

das körperfremde Insulin auslösen. In seltenen Fällen kann dies eine Anpassung der Insulindosierung

erfordern.

Selten bis gelegentlich kann die Insulinbehandlung auch zu einer vorübergehenden

Wassereinlagerung führen, die sich als Schwellungen in den Unterschenkeln und Knöcheln äussern

kann.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren. Um ernste Folgen zu vermeiden,

informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn eine Nebenwirkung schwer ist,

plötzlich auftritt oder sich schnell verschlechtert.

Was ist ferner zu beachten?

Vor der ersten Anwendung

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Umkarton mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Lantus muss bei +2 °C bis +8 °C im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nicht einfrieren!

Kontakt des Behälters mit dem Gefrierfach oder Kühlelementen vermeiden. Einmal gefrorene

Lösungen dürfen nicht mehr verwendet werden. In der Originalverpackung und lichtgeschützt

aufbewahren.

Nach der ersten Anwendung

Im Gebrauch befindliche (d.h. im Insulinpen oder als Reserve mitgeführte) Patronen können bei

Raumtemperatur von nicht über 30 °C maximal 4 Wochen aufbewahrt werden und dürfen während

dieser Zeit nicht mehr im Kühlschrank gelagert werden. Nach Ablauf dieser Frist muss das

Medikament entsorgt werden, auch wenn es noch nicht angebrochen wurde. Aus diesem Grund

empfiehlt es sich, das Entnahmedatum auf dem Etikett des Behälters zu notieren.

Vor Licht schützen.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sollte sich das Aussehen des Lantus verändern (siehe unter «Wie verwenden Sie Lantus?»), oder

wenn Sie vermuten, dass das Insulin nicht mehr in Ordnung ist, zeigen Sie es Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Lantus enthalten?

1 ml der Lösung enthält 100 Einheiten des Wirkstoffs Insulin Glargin.

Hilfsstoffe: Zink, Glycerol, Natriumchlorid; Konservierungsmittel: Metacresol; Wasser für

Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

55346 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Lantus? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Lantus ist in folgenden Packungen erhältlich:

5 Kartuschen zu 3 ml (300 Einheiten) für den ClikSTAR, AllStar PRO oder den Junior Star.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Lantus®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Insulinum Glarginum DCI ([Gly (A21), L-Arg (B31, B32)] humanum insulinum

analogum, GT), 100 Einheiten.

Hilfsstoffe: Glycerolum, Zincum, Natrii hydroxidum, Acidum hydrochloridum, Conserv.:

Metacresolum 2.7 mg, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Insulin Glargin ist ein Insulin-Analogon, das mittels gentechnologischer Methoden unter

Verwendung von Escherichia coli (K12-Stämme) gewonnen wird.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: 1 ml enthält 3.64 mg Insulinum Glarginum corresp. 100 Einheiten.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren, sofern die Behandlung

mit Insulin erforderlich ist.

Dosierung/Anwendung

Lantus ist ein Insulin-Analogon mit gleichförmigem Wirkprofil und verlängerter Wirkdauer. Es wird

einmal täglich zu einer beliebigen Zeit, jedoch jeden Tag zur gleichen Zeit, verabreicht. Bei

Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren wird es einmal täglich am Abend verabreicht.

Beginn der Therapie mit Lantus:

Die Dosierung und Anwendungszeitpunkte aller Antidiabetika, einschliesslich des Insulins Lantus,

sowie der anzustrebende Blutglukosespiegel müssen individuell festgelegt und abgestimmt werden.

Da der Blutglukosespiegel nicht immer mit den pharmakokinetischen Daten korreliert, sollte er nach

Beginn der Therapie mit Lantus über mehrere Tage hinweg häufig überprüft werden.

Beim Basal-Bolus-Therapieschema werden gewöhnlich 40-60% der Tagesdosis als Insulin Lantus

verabreicht, um den basalen Insulinbedarf zu decken.

Die Initialdosis von Lantus sollte abhängig von dem gewünschten Blutglukosespiegel individuell

festgelegt werden.

Umstellung auf Lantus als Ersatz für andere Insuline:

Wird von einem Behandlungsschema mit einem Intermediär- oder Langzeitinsulin auf ein Schema

mit Lantus umgestellt, kann eine Dosisänderung des Basalinsulins erforderlich werden sowie eine

Anpassung der antidiabetischen Begleitmedikation (Dosierung und Applikationszeitpunkte

zusätzlich verabreichter Normalinsuline oder schnell wirksamer Insulin-Analoga bzw. Dosierung

anderer Antidiabetika).

In Studien, in denen Patienten von zweimal täglich verabreichtem NPH-Insulin auf Lantus einmal

täglich umgestellt wurden, wurde um das Hypoglykämierisiko zu vermindern die Dosis in der ersten

Behandlungswoche in der Regel um ungefähr 20% reduziert (tägliche Dosis Lantus in Einheiten im

Vergleich zur Gesamttagesdosis NPH-Insulin in Internationalen Einheiten).

Auf Grundlage der Ergebnissen klinischer Studien (siehe «Eigenschaften/Wirkungen») kann bei

einer Umstellung von einem Insulin Glargin mit 300 Einheiten/ml (Toujeo®) auf Lantus (Insulin

Glargin mit 100 Einheiten/ml) eine Dosisreduktion erforderlich sein (Reduktion um ca. 20%), um

das Risiko einer Hypoglykämie zu verringern.

Danach muss die Dosis basierend auf der Antwort des Patienten angepasst werden.

Wie auch bei anderen Insulin-Analoga können Patienten, die aufgrund von Antikörperbildung gegen

Humaninsulin hohe Insulindosen benötigen, auf die Behandlung mit Lantus wesentlich besser

ansprechen.

Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach (mindestens 1 Monat) wird eine

engmaschige Stoffwechselüberwachung empfohlen.

Bei einer verbesserten Stoffwechsellage und der daraus resultierenden Zunahme der

Insulinempfindlichkeit kann eine weitere Dosisanpassung erforderlich werden. Eine Dosisanpassung

kann auch dann notwendig werden, wenn sich zum Beispiel das Gewicht, die Lebensweise des

Patienten oder der Zeitpunkt der Insulinverabreichung ändert oder wenn sich andere Umstände

ergeben, die eine verstärkte Neigung zu Hypo- oder Hyperglykämien bedingen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Anwendung:

Lantus wird subkutan verabreicht; es darf nicht intravenös verabreicht werden.

Die verlängerte Wirkdauer von Insulin Glargin hängt von dessen Injektion in subkutanes Gewebe ab.

Die intravenöse Verabreichung der üblichen subkutanen Dosis kann zu einer schweren

Hypoglykämie führen.

Es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede in der Resorption von Insulin Glargin nach subkutaner

Injektion in die Bauchwand, Oberschenkel oder Deltamuskel. Wie bei allen Insulinen muss die

Injektionsstelle bei jeder Injektion innerhalb des gewählten Injektionsbereichs gewechselt werden.

Mit Lantus SoloStar kann Insulin in Schritten von 1 Einheit bis zu einer maximalen Einzeldosis von

80 Einheiten dosiert werden.

Anwendung bei Kindern:

Bei Kindern wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Lantus nur für die Verabreichung am Abend

nachgewiesen. Aufgrund begrenzter Erfahrung konnten Wirksamkeit und Sicherheit von Lantus bei

Kindern unter 2 Jahren nicht beurteilt werden.

Nieren- und Leberinsuffizienz

Aufgrund begrenzter Erfahrungen konnten Wirksamkeit und Verträglichkeit von Lantus bei

folgenden Patientengruppen nicht beurteilt werden: Patienten mit Leberinsuffizienz oder Patienten

mit mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Um die Rückverfolgbarkeit biotechnologischer Arzneimittel zu gewährleisten, wird empfohlen, für

jede Behandlung den Handelsnamen und die Chargennummer zu notieren.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Lantus-Patronen dürfen nur mit den folgenden wieder verwendbaren Pens verwendet werden:

·JuniorSTAR, der Lantus in Einzeldosisschritten von 0,5 Einheiten abgibt,

·ClikStaroder AllStar PRO die Lantus in Einzeldosisschritten von 1 Einheit abgeben.

Da die Dosiergenauigkeit nur mit den genannten Pens ermittelt wurde, dürfen diese Patronen nicht

mit anderen Pens angewendet werden.

Lantus ist nicht das Insulin der Wahl für die Behandlung der diabetischen Ketoazidose. In diesem

Fall wird die intravenöse Gabe eines Normalinsulins empfohlen.

Lantus darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder

Verdünnen kann das Zeit-/Wirkprofil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf infolge des verminderten

Insulinabbaus verringert sein. Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der

Nierenfunktion zu einer stetigen Abnahme des Insulinbedarfs führen.

Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund der

reduzierten Kapazität zur Glykoneogenese und des verminderten Insulinabbaus vermindert sein.

Die Insulintherapie erfordert grundsätzlich eine entsprechende Fähigkeit des Patienten zum

selbständigen Umgang mit der Diabeteserkrankung, wie Überwachung des Blutglukosespiegels,

Erlernen der richtigen Injektionstechnik und angemessenes Verhalten bei hypo- und

hyperglykämischen Stoffwechselsituationen. Die Patienten müssen für diese selbständig

durchzuführenden Massnahmen geschult werden. Die Patienten müssen ausserdem über das richtige

Verhalten in Ausnahmesituationen aufgeklärt werden, wie sie durch unzureichende oder

ausgelassene Insulingaben oder durch versehentlich zu hohe Insulindosen, unzureichende

Nahrungsaufnahme oder ausgelassene Mahlzeiten entstehen können.

Vor der Anwendung des SoloStars respektive von Insulininjektoren muss die beigepackte

Bedienungsanleitung des Injektors sorgfältig gelesen werden. Die Injektionspräparate müssen wie in

diesen Hinweisen zur Handhabung beschrieben angewendet werden.

Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Injektor nur von einer

einzigen Person benutzt werden.

Die Behandlung mit Insulin erfordert ständige Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Hyper- oder

Hypoglykämien. Patienten und ihre Angehörigen müssen wissen, welche korrigierenden

Massnahmen ergriffen werden müssen, wenn eine Hyper- oder Hypoglykämie auftritt oder vermutet

wird, und wann ein Arzt zu informieren ist.

Bei ungenügender Stoffwechseleinstellung oder Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien müssen die

Einhaltung des Therapieschemas durch den Patienten, die gewählten Injektionsstellen und die

Injektionstechnik, die Handhabung des SoloStars oder des Insulininjektors sowie alle anderen

relevanten Faktoren überprüft werden, bevor eine Dosisanpassung in Erwägung gezogen wird.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat darf nur unter strenger ärztlicher Aufsicht und

Einhaltung genauer Anweisungen erfolgen. Desgleichen darf das Behandlungsschema nur nach

Rücksprache mit dem Arzt bzw. entsprechend dessen Angaben verändert werden.

Hypoglykämie

Beim insulinbehandelten Diabetiker besteht grundsätzlich das Risiko mehr oder weniger schwerer

Hypoglykämien. Dies kann seine Aufmerksamkeit und insbesondere die Sicherheit beim Autofahren

oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Ein erhöhtes Unterzuckerungsrisiko besteht in der

Regel besonders zu Beginn der Behandlung, bei Präparatewechsel, unregelmässigen

Insulininjektionen oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme, sowie allgemein bei nicht optimaler

Einstellung, wo es zu starken Blutzuckerschwankungen v.a. Hypoglykämien kommen kann. Der

Patient muss über dieses erhöhte Unterzuckerungsrisiko informiert werden.

Als Ursachen einer Hypoglykämie kommen in Frage: Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen,

Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Insulinüberdosierung, endokrine

Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose, gleichzeitige Verabreichung

bestimmter anderer Arzneimittel, Wechsel des Injektionsbereichs, Verbesserung der

Insulinempfindlichkeit (zum Beispiel nach Ausschaltung von Stressfaktoren).

Ebenso ist bei früher durchgemachten schweren Hypoglykämien das Risiko grösser, dass sich solche

wiederholen.

Um einer Hypoglykämie frühzeitig begegnen zu können, ist der Patient zu instruieren, immer

Traubenzucker, Würfelzucker o.ä. mit sich zu führen. Er soll auch seinen Diabetikerausweis

mittragen.

Der Zeitpunkt des Auftretens einer Hypoglykämie hängt vom Wirkprofil der verwendeten Insuline

ab und kann sich daher bei Umstellung des Behandlungsschemas ändern.

Besondere Vorsicht sowie eine verstärkte Überwachung des Blutzuckers ist bei Patienten geboten,

bei denen hypoglykämische Episoden von besonderer klinischer Bedeutung sein können, wie z.B. bei

Patienten mit signifikanten Stenosen der Koronararterien oder der hirnversorgenden Blutgefässe

(Risiko kardialer oder zerebraler Komplikationen bei Hypoglykämie) sowie bei Patienten mit

proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist (Gefahr der

vorübergehenden Erblindung infolge Hypoglykämie).

Im Falle normaler oder niedriger Werte des glykosylierten Hämoglobins muss die Möglichkeit (vor

allem nachts) unbemerkt gebliebener rezidivierender hypoglykämischer Episoden in Betracht

gezogen werden.

Die Symptome einer Hypoglykämie sind:

Neurovegetative Zeichen: Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (neurovegetative Warnsymptome),

Blässe, Herzklopfen, Kopfschmerzen.

Neuroglykopenische Zeichen: Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe,

Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit u.a.), Bewusstseinsstörungen, Koordinations-, Seh- und

Sprachstörungen. Diese können über Benommenheit und Somnolenz bis zur Bewusstlosigkeit

fortschreiten. Die Hypoglykämie kann auch zu epileptischen Anfällen führen oder sich wie ein

zerebraler Insult, z.B. mit (meist vorübergehender) Hemiparese, Aphasie, positivem

Babinskizeichen, manifestieren.

Abgeschwächte/veränderte Warnsymptome: Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte

(z.B. bei Mehrfachinjektionen nach dem Basal-Bolus-Prinzip), aber auch bei lang bestehendem

Diabetes (u.U. mit Neuropathie), bei Präparatewechsel u.a. können die Warnsymptome der

Hypoglykämie verändert und die neurovegetativen Symptome abgeschwächt sein oder erst spät

auftreten. Dies wurde von einigen Patienten auch nach Umstellung von tierischem auf humanes

Insulin, aber auch sonst gelegentlich bei Präparatewechsel, beobachtet.

β-Blocker können die üblichen Hypoglykämie-Warnsymptome abschwächen bzw. maskieren.

Der insulinbehandelte Diabetiker und seine Umgebung sind deshalb zu instruieren, dass sich eine

Hypoglykämie auch überraschend und als erstes durch neuroglykopenische Zeichen wie

Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstseinsstörungen anzeigen

kann, was dazu führen kann, dass er eventuell nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagiert.

Alkoholkonsum kann die Hypoglykämie-Gefahr erhöhen (Hemmung der hepatischen

Glukoneogenese). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Kohlenhydratgehalt alkoholischer

Getränke auch einen Anstieg des Blutglukosespiegels verursachen könnte.

Therapie der Hypoglykämie: siehe unter «Überdosierung».

Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Diabeteseinstellung zu überprüfen; der Patient ist

anzuweisen, den Arzt so bald als möglich über jede durchgemachte schwere Hypoglykämie zu

orientieren.

Hyperglykämie:

Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels, Hyperglykämie, Ketoazidose und Hyperosmolarität können

auftreten, wenn z.B. die Insulindosis im Hinblick auf die Kohlenhydratzufuhr zu niedrig ist, die

Wirkung des Insulins nachgelassen hat (z.B. infolge falscher Lagerung), die körperliche Aktivität

reduziert wird, die Insulinempfindlichkeit infolge emotionalen oder körperlichen Stresses (z.B. bei

Verletzungen, Operationen, fieberhaften Infektionen oder anderen Erkrankungen) verringert ist oder

gleichzeitig Arzneimittel mit blutzuckersteigernder Wirkung gegeben werden (siehe

«Interaktionen»).

Zeichen einer hyperglykämischen Stoffwechselentgleisung sind: Durst, Polyurie, Glucosurie,

Ketonurie, Müdigkeit, trockene Haut, Gesichtsrötung, Appetitlosigkeit, Hypotonie und Tachykardie.

Insbesondere bei Symptomen wie Erbrechen, Bauchschmerzen, schnelle tiefe Atmung, Somnolenz

oder Koma muss immer auch an eine begleitende Ketoazidose gedacht werden. Eine schwere

Hyperglykämie und Ketoazidose kann lebensbedrohlich werden. Eine Ketoazidose kann sich in

Abhängigkeit von der Insulinverfügbarkeit innerhalb von Stunden bis Tagen entwickeln. Sobald

mögliche Anzeichen einer Hyperglykämie oder Ketoazidose bemerkt werden, müssen Blutglukose

und Keton im Urin bestimmt und gegebenenfalls unverzüglich Gegenmassnahmen eingeleitet

werden.

Marihuana-Konsum kann möglicherweise eine Verschlechterung der Glukosetoleranz bewirken.

(Andere illegale Substanzen wurden nicht getestet; andere Interaktionen siehe Rubrik

«Interaktionen»).

Interkurrente Erkrankung:

Interkurrente Erkrankungen erfordern eine verstärkte Stoffwechselüberwachung. In vielen Fällen

sind Ketonbestimmungen im Urin angezeigt und häufig ist eine Anpassung der Insulindosis

erforderlich. Oft ist der Insulinbedarf erhöht.

Patienten mit einem Typ-1-Diabetes müssen regelmässig zumindest kleine Mengen Kohlenhydrate

zu sich nehmen, auch wenn sie nicht oder nur wenig essen können, erbrechen o.ä. Sie dürfen das

Insulin nie ganz weglassen.

Insulinantikörper

Durch die Verabreichung von Insulin kommt es unter Umständen zur Bildung von

Insulinantikörpern. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein von Insulinantikörpern die Anpassung

der Insulindosis erforderlich machen, um der Tendenz zur Hyper- bzw. Hypoglykämie

entgegenzuwirken.

Interaktionen

1.Der Insulinbedarf kann vermindert sein in Gegenwart von Substanzen, welche die Insulinwirkung

verbessern (Insulinsensitivität erhöhen), die Insulinsekretion steigern, die hepatische

Glukoneogenese hemmen oder die intestinale Glukoseaufnahme beeinflussen. Bei gleichbleibender

Insulinmenge besteht somit erhöhte Hypoglykämie-Gefahr durch gleichzeitige Einnahme von:

oralen Antidiabetika; Alkohol; ACE-Hemmern (z.B. Captopril und Enalapril); antiarrhythmische

Substanzen wie Disopyramid; α-Blockern und Clonidin; SSRI; Fenfluramine; MAO-Hemmern;

trizyklischen Antidepressiva; Salicylaten und (selten) anderen NSAIDs; Fibraten; Tetracyclinen;

Pentamidin (Hypoglykämie, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie); Anti-Malariamitteln

(Chinin, Chloroquin, Mefloquin); Sulfonamiden (z.B. Cotrimoxazol); Cimetidin und Ranitidin.

2.Der Insulinbedarf kann erhöht sein bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden Substanzen bzw.

Substanzgruppen:

Orale Kontrazeptiva und andere Oestrogen- oder Progestagen-Präparate; Kortikosteroide und ACTH;

GH (Somatotropin); Danazol; Schilddrüsenhormone; Sympathikomimetika (vor allem β2-

Sympathikomimetika wie Ritodrin, Salbutamol, Terbutalin, aber auch α-selektive

Sympathikomimetika, sowie nicht selektive wie Epinephrin); Diazoxid; Nikotinsäure und -Derivate;

Chlorpromazin (vor allem in hohen Dosen) und andere Phenothiazin-Derivate; Diuretika (z.B.

Thiazid-Diuretika, Indapamid und Furosemid); Anti-retrovirale Substanzen; Immunsuppressive

Substanzen (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus), atypische Neuroleptika (wie etwa Clozapin und

Olanzapin).

3.Bei Anwendung der folgenden Substanzen kann die Insulinwirkung je nach Dosis verstärkt bzw.

abgeschwächt werden:

Octreotid-, Salicylsäure-Derivate, Lithium-Salze (selten).

β-Blocker können zu einer Verstärkung der Insulinresistenz aber auch, in gewissen Fällen zu einer

Hypoglykämie führen. Ausserdem können die Hypoglykämie-Warn-Symptome abgeschwächt bzw.

maskiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Insulin Glargin bei

Schwangeren vor. Aus Fallstudien einer leicht erhöhten Anzahl von Schwangerschaften unter Lantus

(mehr als 1000 Schwangerschaften) im Rahmen der Nachmarktkontrolle lassen sich keinerlei

Hinweise auf eine schädliche Wirkung von Insulin Glargin auf die Schwangerschaft oder die

Gesundheit des Fetus bzw. des Neugeborenen ableiten. Andere relevante epidemiologische Daten

stehen bislang nicht zur Verfügung. Lantus kann erforderlichenfalls während der Schwangerschaft

verordnet werden.

Tierstudien haben keine direkten schädigenden Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft,

intrauterine Entwicklung, Geburtsverlauf oder postnatale Entwicklung gezeigt (siehe «Präklinische

Daten»).

Für Patientinnen mit vorbestehender Diabeteserkrankung oder einem Schwangerschaftsdiabetes ist

eine gute Stoffwechselkontrolle während der gesamten Schwangerschaft besonders wichtig, um die

mit einer Hyperglykämie verbundenen gesundheitsschädlichen Wirkungen zu vermeiden.

Der Insulinbedarf kann während des ersten Trimesters abfallen und steigt in der Regel während des

zweiten und dritten Trimesters wieder an. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Insulinbedarf

rasch ab (erhöhtes Hypoglykämierisiko). Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels ist

bei dieser Patientinnengruppe daher besonders wichtig. Diabetespatientinnen sollten ihren Arzt über

eine bestehende oder geplante Schwangerschaft informieren.

Darüber hinaus kann bei stillenden Frauen eine Anpassung von Insulindosis und Diät notwendig

werden. Es ist nicht bekannt, ob Insulin Glargin in die Muttermilch übergeht. Eine Wirkung von

Insulin Glargin auf den Stoffwechsel des Neugeborenen/Säuglings ist nicht zu erwarten, da es – wie

alle Peptide – im Gastrointestinaltrakt in Aminosäuren aufgespalten wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund einer Hypo- oder Hyperglykämie oder z.B. aufgrund von Sehstörungen kann die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten herabgesetzt sein. Dies kann in Situationen, in

denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z.B. beim Fahren eines Autos oder beim

Bedienen von Maschinen) ein Risiko darstellen.

Die Patienten müssen über die Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien während

des Autofahrens informiert werden. Dies ist insbesondere bei Patienten mit verringerter bzw.

fehlender Wahrnehmung der Warnsymptome einer Hypoglykämie oder bei Patienten mit häufigen

Hypoglykämie-Episoden wichtig.

Unter diesen Umständen muss die Fahrtüchtigkeit bzw. die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

abgeklärt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Es wurde über Medikationsfehler oder Verwechslungen mit anderen Insulinen berichtet.

Insbesondere wurden versehentlich schnell wirksame Insuline anstelle des Insulins Glargin

verabreicht.

Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen werden wie folgt angegeben: «sehr häufig» (>10%),

«häufig» (>1%, <10%), «gelegentlich» (>0.1%, <1%), «selten» (>0.01%, <0.1%) und «sehr selten»

(<0.01%).

Störungen des Immunsystems

Selten: allergische Reaktionen.

Sofortige Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insulin sind selten. Allergische Reaktionen auf

Insulinpräparate (einschliesslich Insulin Glargin) bzw. deren Hilfsstoffe können zum Beispiel mit

generalisiertem Hautausschlag, Angioödem, Bronchospasmus, Hypotonie oder Schock einhergehen

und lebensbedrohliche Formen annehmen.

Durch die Verabreichung von Insulin kann es zur Bildung von Insulinantikörpern kommen. In

klinischen Studien traten Antigen-Antikörper-Reaktionen auf Humaninsulin und Insulin Glargin in

den mit NPH-Humaninsulin und mit Insulin Glargin behandelten Patientengruppen gleich häufig auf.

In seltenen Fällen kann das Vorhandensein von Insulinantikörpern die Anpassung der Insulindosis

erforderlich machen, um der Tendenz zur Hyper- bzw. Hypoglykämie entgegenzuwirken.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr häufig: Hypoglykämie.

Zu einer Hypoglykämie, einer häufigen bis sehr häufigen Nebenwirkung der Insulintherapie, kann es

kommen, wenn die Insulindosis den Insulinbedarf überschreitet. Schwere Hypoglykämien,

insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen Schäden führen. Anhaltende

oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Nervensystems

Sehr selten: Geschmacksstörung.

Augenleiden

Selten: Sehstörungen.

Eine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen

verursachen, die durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der

Brechkraft der Augenlinse bedingt sind. Eine über einen längeren Zeitraum verbesserte

Blutzuckereinstellung mindert das Risiko des Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine

Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Normalisierung des Blutzuckerspiegels kann jedoch

zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer Retinopathie führen. Bei Patienten mit

proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist, kann eine schwere

Hypoglykämie zur vorübergehenden Erblindung führen.

Retinopathie

Durch eine intensivierte Insulintherapie bzw. die so herbeigeführte abrupte Verbesserung des

Blutzuckergleichgewichts kann sich Retinopathia diabetica vorübergehend verschlimmern. Schwere

Unterzuckerung führt bei Patienten mit Retinitis proliferans möglicherweise zu transitorischer

Amaurose, insbesondere wenn diese Retinopathie nicht durch Lichtkoagulation behandelt wurde.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Lipohypertrophie.

Gelegentlich: Lipoatrophie.

Wie bei jeder Insulintherapie kann es an der Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie kommen, die

die Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. In klinischen Studien, in denen unter

anderem auch Lantus verabreicht wurde, entwickelten 1-2% der Patienten eine Lipohypertrophie,

jedoch nur wenige eine Lipoatrophie. Ein ständiger Wechsel der Einstichstelle im gegebenen

Injektionsbereich kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Sehr selten: Myalgie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Einstichstelle: In klinischen Studien, in denen unter anderem Lantus

verabreicht wurde, kam es häufig zu Reaktionen an der Einstichstelle. Diese können sich in Form

von Rötung, Schmerz, Juckreiz, Quaddeln, Schwellung oder Entzündung äussern. Die meisten

leichteren Reaktionen auf Insulin bilden sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen oder

Wochen zurück.

Selten: Oedeme.

Insulin kann eine Natriumretention und Ödeme verursachen, insbesondere wenn zuvor eine schlechte

Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie verbessert wird.

Pädiatrische Population

Im Allgemeinen ist das Verträglichkeitsprofil von Kindern und Jugendlichen (≤18 Jahre) und

Erwachsenen identisch.

Die im Rahmen der Nachmarktkontrolle eingegangenen Berichte über unerwünschte Wirkungen

ergaben bei Kindern und Jugendlichen (≤18 Jahre) eine relativ höhere Häufigkeit von Reaktionen an

der Einstichstelle (Schmerzen oder Reaktion an der Einstichstelle) und Hautreaktionen (Ausschlag,

Urtikaria) als bei Erwachsenen.

Es liegen keine Daten zur Verträglichkeit bei Kindern unter 2 Jahren aus klinischen Studien vor. Die

Anzahl der Kinder zwischen 2 und 4 Jahren, die im Rahmen klinischer Studien mit Insulin Glargin

behandelt wurden, ist beschränkt (n = 10).

Überdosierung

Überdosierung von Insulin kann zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden und

lebensbedrohlichen Hypoglykämie führen. Die verlängerte Wirkung von Lantus kann die

Rückbildung einer Hypoglykämie verzögern.

Moderate hypoglykämische Episoden können in der Regel durch die orale Zufuhr von

Kohlenhydraten ausgeglichen werden. Es kann aber auch eine Anpassung der Insulindosis, der Ess-

oder Sportgewohnheiten erforderlich werden.

Schwerere Hypoglykämien mit diabetischem Koma, Krampfanfällen oder neurologischen Ausfällen

können mit intramuskulären/subkutanen Glukagongaben oder intravenösen Gaben von konzentrierter

Glukoselösung behandelt werden. Wiederholte Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung

können erforderlich sein, da die Hypoglykämie nach scheinbarer klinischer Erholung wieder

auftreten kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10AE04

Wirkungsmechanismus:

Insulin Glargin unterscheidet sich von Humaninsulin durch die Aminosäure Glycin anstelle von

Asparagin an der Position A21 und zwei zusätzliche Arginine am C-terminalen Ende der B-Kette.

Insulin Glargin hat eine geringe Löslichkeit im neutralen pH-Bereich. Im sauren pH-Bereich der

Lantus Injektionslösung (pH 4.0) ist es vollständig löslich. Nach der Injektion ins Subkutangewebe

wird die saure Lösung neutralisiert, was zu einer Bildung von Mikropräzipitaten führt, aus denen

konstant geringe Mengen von Insulin Glargin freigesetzt werden. Dies hat ein gleichmässiges,

berechenbares Konzentrations-/Zeitprofil ohne Spitzen und eine verlängerte Wirkdauer zur Folge.

Insulin Glargin wird in zwei aktive Metaboliten M1 und M2 verstoffwechselt.

Bindung an den Insulinrezeptor: In vitro wurde eine mit Humaninsulin vergleichbare

Bindungsaffinität von Insulin Glargin und seinen Metaboliten M1 und M2 an den

Humaninsulinrezeptor nachgewiesen.

Bindung an den IGF-1-Rezeptor (Insulin-like Growth Factor oder insulinartiger Wachstumsfaktor) in

vitro: Die Bindungsaffinität von Insulin Glargin an den humanen IGF-1-Rezeptor ist acht Mal höher

als jene von Humaninsulin, wohingegen die Metaboliten M1 und M2 eine geringfügig niedrigere

Bindungsaffinität an den IGF-1-Rezeptor als Humaninsulin aufweisen.

Die primäre Wirkung von Insulin, einschliesslich Insulin Glargin, ist die Regulation des Blutzuckers.

Insulin und seine Analoga senken den Blutzuckerspiegel durch eine Stimulierung der peripheren

Glukoseaufnahme, insbesondere durch die Skelettmuskulatur und Fettgewebe, sowie durch eine

Hemmung der Glukoneogenese in der Leber. Insulin hemmt die Lipolyse in den Fettzellen, hemmt

die Proteolyse und fördert die Proteinsynthese.

Pharmakodynamik:

In klinischen pharmakologischen Studien konnte gezeigt werden, dass intravenös verabreichtes

Insulin Glargin und Humaninsulin die gleiche Wirkstärke besitzen, wenn sie in identischen Dosen

verabreicht werden. Wie bei allen Insulinen kann die Wirkdauer von Insulin Glargin durch

körperliche Aktivität und andere Parameter beeinflusst werden.

In euglykämischen Clamp-Studien mit Probanden und Typ 1-Diabetikern trat die Wirkung von

subkutan verabreichtem Insulin Glargin langsamer ein als bei humanem NPH-Insulin. Das

Wirkprofil von Insulin Glargin verlief gleichmässig, ohne Spitzen, und seine Wirkdauer war

verlängert.

Die längere Wirkdauer von Insulin Glargin hängt direkt mit dessen verzögerter Resorption

zusammen und spricht für eine einmal tägliche Dosierung. Der Zeit-/ Wirkungsverlauf bei Insulin

und Insulin-Analoga wie Insulin Glargin kann inter- und intraindividuell erheblich verschieden sein,

ist jedoch aufgrund des gleichförmigen Wirkungsverlaufs bei Insulin Glargin weniger grossen

Schwankungen unterworfen als bei NPH-Insulin.

Klinische Wirksamkeit:

In zehn multizentrischen, offenen Langzeitstudien (16 bis 52 Wochen) wurden mehr als 2500

Diabetiker mit Lantus behandelt.

Bei Typ 1 und Typ 2 Diabetikern war die Senkung der glykosylierten Hämoglobinwerte unter Lantus

1× täglich vor dem Zubettgehen stets sehr ähnlich wie unter 1-2× täglich NPH-Insulin. Jedoch waren

am Ende der Studien unter Lantus die Nüchternblutzuckerwerte (in 1 von 3 Studien mit Typ 1

Diabetikern) sowie die Häufigkeit nächtlicher Hypoglykämien (in 1 von 3 Studien mit Typ 1 und in

beiden Studien mit Typ 2 Diabetikern) signifikant tiefer als unter NPH-Insulin. Allerdings war der

Unterschied bezüglich nächtlicher Hypoglykämien bei Typ 1 Diabetikern nur in derjenigen Gruppe

zu verzeichnen, die vorher 1× täglich NPH (statt 2× täglich NPH) erhalten hatten, und dies erst ab

dem 2. Behandlungsmonat. Alle Studien zusammengenommen, unterschied sich die

Gesamthypoglykämierate unter NPH-Insulin und Lantus nicht.

In drei weiteren Studien mit Typ 1 bzw. Typ 2 Diabetikern wurde gezeigt, dass Lantus nicht nur vor

dem Zubettgehen sondern auch vor dem Nachtessen oder vor dem Frühstück 1× täglich verabreicht

werden kann.

Kinder und Jugendliche

In zwei Studien wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Lantus (1× täglich vor dem Zubettgehen)

bei Kindern ab 6 Jahren und bei Jugendlichen gezeigt. Patienten mit Typ 1-Diabetes im Alter von 6

bis 15 Jahren (n = 349) wurden während 28 Wochen mit löslichem Humaninsulin und entweder

Lantus 1× täglich vor dem Zubettgehen oder NPH-Humaninsulin 1× oder 2× täglich behandelt. Die

glykosylierten Hämoglobinwerte und die Häufigkeit von Hypoglykämien waren in beiden Gruppen

ähnlich.

In einer 24-wöchigen Parallelgruppenstudie mit 125 Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren

(Durchschnitt: 4,2 Jahre) mit Typ-1-Diabetes wurde Insulin Glargin, einmal pro Tag morgens

verabreicht, mit NPH-Insulin, ein- oder zweimal pro Tag als Basalinsulin verabreicht, verglichen.

Die beiden Gruppen haben Insulin-Boli vor dem Essen erhalten. In der mit Insulin Glargin

behandelten Gruppe gab es keine Kinder unter 2 Jahren (ein Kind in der NPH-Gruppe). Zehn Kinder

im Alter von 2 bis 4 Jahren wurden mit Insulin Glargin behandelt, während 16 Kinder NPH-Insulin

erhielten.

Das Hauptziel, das darin bestand, die Nichtunterlegenheit von Insulin Glargin im Vergleich zu NPH

hinsichtlich der Gesamtzahl der Hypoglykämien nachzuweisen, wurde nicht erreicht. Insulin Glargin

zeigte eine höhere Tendenz hinsichtlich der Anzahl hypoglykämichen Ereignisse [Verhältnis der

Anzahl von Hypoglykämien unter Insulin Glargin/NPH = 1,18 (95%-KI: 0,97-1,44)]. Die

Variationen des glykosylierten Hämoglobins und des Blutzuckerspiegels waren in den beiden

Behandlungsgruppen vergleichbar. In dieser Studie wurde kein neues Toleranzsignal festgestellt.

Langzeitdaten:

Die ORIGIN*-Studie (Outcome Reduction with Initial Glargine INtervention) wurde bei 12537

Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko (KV) und einem anomalen Nüchternblutzucker,

Glukoseintoleranz oder Typ-2-Diabetes im Frühstadium durchgeführt. Die Studienteilnehmer

erhielten randomisiert Insulin Glargin oder eine Standardtherapie zur Hyperglykämiebehandlung.

Die mediane Beobachtungszeit betrug rund 6,2 Jahre.

* The ORIGIN Trial Investigators - Basal Insulin and Cardiovascular and Other Out-comes in

Dysglycemia – N Engl J Med 2012; 367:319-328 July 26, 2012 DOI: 10.1056/NEJMoa1203858

Das erste wichtige Kokriterium zur Beurteilung der Wirksamkeit war die Zeit bis zum ersten KV-

bedingten Todesfall, nicht tödlichen Myokardinfarkt oder nicht tödlichen Schlaganfall. Das zweite

wichtige Kokriterium war die Zeit bis zum Auftreten eines Ereignisses des wichtigsten Kokriteriums

oder einer Revaskularisation (Herz, Halsschlagader oder peripher) oder einer stationären Behandlung

aufgrund von Herzinsuffizienz.

Bei den beiden wichtigsten Kokriterien zur Wirksamkeit konnte kein Unterschied zwischen Insulin

Glargin und der Standardtherapie festgestellt werden.

Insulin Glargin veränderte das relative Sterberisiko und das KV-bedingte Sterberisiko im Vergleich

zur Standardtherapie nicht. Der mediane HbA1c-Wert unter Therapie lag während der gesamten

Beobachtungszeit zwischen 5,9% und 6,4% in der mit Insulin Glargin behandelten Gruppe sowie

zwischen 6,2% und 6,6% in der Standardtherapie-Gruppe. Die Rate schwerer Hypoglykämie (Zahl

der betroffenen Patienten pro 100 Patienten und Therapiejahr) lag in der mit Insulin Glargin

behandelten Patientengruppe bei 1,05 und in der Standardtherapie-Gruppe bei 0,30.

Im Verlauf der sechsjährigen Studiendauer entwickelten 42% der mit Insulin Glargin behandelten

Patienten keine Hypoglykämie. Die Gesamtinzidenz von Krebs (alle Arten) oder krebsbedingten

Todesfällen war in beiden Studiengruppen vergleichbar.

Retinopathie:

Die Auswirkungen von Lantus (1 Injektion täglich) auf Retinopathia diabetica wurden über 5 Jahre

in einer offenen kontrollierten Vergleichsstudie mit NPH (2 Injektionen täglich) an 1024 Typ-2-

Diabetikern evaluiert, bei denen man das Fortschreiten der Retinopathie um 3 Stufen oder mehr auf

der ETDRS-Skala (Early Treatment Diabetic Retinopathy Study) durch Augenhintergrundfotografie

festhielt. Bezüglich des Fortschreitens der Retinopathia diabetica liess sich zwischen der Lantus- und

der Insulin NPH-Gruppe kein signifikanter Unterschied beobachten.

Pharmakokinetik

Absorption:

Im Vergleich zu humanem NPH-Insulin wiesen bei Probanden und Diabetikern die

Insulinkonzentrationen im Serum nach subkutaner Injektion von Insulin Glargin auf eine langsamere

und wesentlich länger anhaltende Resorption hin und zeigten einen gleichförmigen Wirkungsverlauf.

Die Konzentrationen stimmten demnach mit dem zeitlichen Verlauf der pharmakodynamischen

Wirkung von Insulin Glargin überein. Wie in Abb. 1 dargestellt, setzt die Wirkung von Lantus

langsamer ein als jene von NPH-Insulin. Die volle Wirkung wird nach 3-5 Std. erreicht. Die mediane

Wirkungsdauer ab Injektion beträgt 24 Std. für Lantus gegenüber 14.5 Std. für NPH-Insulin.

Nach Verabreichung von Insulin Glargin in die Bauchwand, den Deltamuskel oder in den

Oberschenkel wurden keine relevanten Unterschiede der Seruminsulinspiegel festgestellt.

Bei intravenöser Verabreichung waren die Konzentrationsprofile und die scheinbaren

Eliminationshalbwertszeiten von Insulin Glargin und Humaninsulin vergleichbar.

Pharmakokinetische Untersuchungen nach sc. Verabreichung von Lantus zeigten am Tag 2, 5 und 12

sehr ähnliche Resultate und deuten darauf hin, dass der Steady-state bereits am Tag 2 erreicht wird.

Parameter

Tag 5/Tag 2

Tag 12/Tag 2

Cmax

(ng/ml)

Erwartungswert

90% Konfidenzintervall

93.9%

(79.2; 111.3%)

115.1%

(97.1; 136.4%)

AUC(0-24 h)

(ng·h/ml)

Erwartungswert

90% Konfidenzintervall

89.0%

(77.8; 102.0%)

107.8%

(94.2; 123.4%)

Metabolismus:

Nach subkutaner Injektion von Lantus bei 34 Patienten mit Typ-1-Diabetes wurde Insulin Glargin

schnell am Carboxy-Terminus der B-Kette verstoffwechselt. Dabei entstanden die aktiven

Metaboliten M1 (21A-Gly-Insulin) und M2 (21A-Gly-des-30B-Thr-Insulin). Im Plasma bildet M1

den wichtigsten im Blutkreislauf zirkulierenden Metaboliten. Die M1-Exposition steigt mit der Dosis

von Lantus. Pharmakokinetische und pharmakodynamische Daten deuten darauf hin, dass die

Wirkung einer subkutanen Injektion mit Lantus hauptsächlich auf der M1-Exposition basiert. Insulin

Glargin und der Metabolit M2 waren bei den meisten Patienten nicht feststellbar. Waren sie

nachzuweisen, waren die Konzentrationen unabhängig von der verabreichten Dosis Lantus.

Kinetik im Vergleich zu Insulin Glargin 300 Einheiten/ml:

Bei 30 Patienten mit Typ 1-Diabetes wurde nach 8 Tagen mit täglicher Anwendung von Lantus

(Insulin Glargin 100 Einheiten/ml) die Pharmakokinetik mit der von Toujeo (Insulin Glargin

300 Einheiten/ml) verglichen. Nach einer einzigen Tagesdosis von 0,4 U/kg war die Exposition im

Steady-State nach 24 Stunden (INS-AUC 0-24) bei Toujeo um 17% niedriger als bei Lantus. Bei

Toujeo war die Zeitspanne bis zum Erreichen von 50% von INS-AUC 0-24 mit der von Lantus

vergleichbar. Die Ergebnisse dieser pharmakokinetischen Studie decken sich mit denen von Phase-3-

Studien, in denen die Dosis bei Toujeo um 10-18% höher war als bei Lantus.

Kinetik spezieller Patientengruppen:

In klinischen Studien gaben Subgruppenanalysen nach Alter und Geschlecht keinen Hinweis auf

einen Unterschied bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit zwischen mit Insulin Glargin behandelten

Patienten und der gesamten Studienpopulation.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes wurde in einer

klinischen Studie untersucht (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»). Die Plasmakonzentrationen von

Insulin Glargin und seinen Hauptmetaboliten M1 und M2 im Steady-State wurden bei Kindern, die

mit Insulin Glargin behandelt wurden, bestimmt. Sie haben ein Profil gezeigt, das mit dem der

Erwachsenen vergleichbar war, und haben keine Hinweise auf eine langfristige Kumulation von

Insulin Glargin oder seinen Metaboliten aufgezeigt.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten aus konventionellen Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie, wie zur

Toxizität nach wiederholter Gabe, zur Reproduktions- und Genotoxizität sowie Kanzerogenität

zeigen keine spezielle Gefährdung des Menschen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Lantus darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder

Verdünnen kann das Zeit-/Wirkprofil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.

Daher ist darauf zu achten, dass die Injektionsspritzen keine Spuren eines anderen Präparates

enthalten.

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Umkarton mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor der ersten Anwendung

SoloStar Pens und Lantus Patronen sind vor der ersten Anwendung im Kühlschrank (2 °C–8 °C) zu

lagern. Nicht einfrieren. Kontakt des Behälters mit dem Gefrierfach oder Kühlelementen vermeiden.

Falls die Injektionslösung gefroren war, darf sie nicht mehr verwendet werden. In der

Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach der ersten Anwendung

In Gebrauch befindliche (angebrochene sowie als Reserve mitgeführte) Lantus Patronen oder

Fertigpens können bei einer Temperatur von nicht über 30 °C maximal 4 Wochen lang aufbewahrt

werden und dürfen während dieser Zeit nicht mehr im Kühlschrank gelagert werden. Danach sind sie

zu verwerfen. Vor Licht geschützt aufbewahren.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Den SoloStar resp. die Patrone vor Gebrauch genau prüfen und diese nur verwenden, wenn sie intakt

sind. Lantus darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar und farblos ist, keine sichtbaren

Partikel enthält und von wässeriger Konsistenz ist. Da Lantus eine Lösung ist, ist ein Resuspendieren

vor Gebrauch nicht erforderlich.

Der SoloStar muss vor dem ersten Gebrauch 1-2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Luftblasen in der Patrone sind vor der Injektion zu entfernen. Vor der Anwendung des SoloStars

muss die jeweilige Gebrauchsanweisung am Ende der Packungsbeilage sorgfältig gelesen werden.

Leere vorgefüllte Injektoren dürfen nicht wieder verwendet werden und müssen vorschriftsgemäss

entsorgt werden.

Die Patronen sind zur Verwendung im ClikSTAR, AllStar PRO oder im JuniorSTAR bestimmt. Vor

der Anwendung muss sichergestellt werden, dass in der beigepackten Bedienungsanleitung des

Injektors Lantus- oder Insulinpatronen von sanofi-aventis erwähnt werden. Vor dem Einsetzen in den

Injektor muss die Patrone 1-2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Luftblasen in der

Patrone sind vor der Injektion zu entfernen (siehe Bedienungsanleitung des Injektors). Die

Bedienungsanleitung des Injektors ist gewissenhaft zu befolgen. Wenn der Insulininjektor beschädigt

ist oder nicht einwandfrei funktioniert (infolge mechanischem Defekt), muss er entsorgt und ein

neuer Injektor verwendet werden. Leere Patronen dürfen nicht wieder aufgefüllt werden. Bei einer

Funktionsstörung des Injektors kann die Lösung aus der Patrone in eine Spritze aufgezogen (nur

Spritzen verwenden, die sich für die Insulinkonzentration 100 Einheiten/ml eignen) und injiziert

werden.

Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Injektor nur von einer

einzigen Person benutzt werden.

Zulassungsnummer

55346, 58044 (Swissmedic).

Packungen

Patronen zu 3 ml für, den ClikStar, AllStar PRO oder den JuniorSTAR: in Packungen zu 5 Stück (B)

SoloStars (vorgefüllte Injektoren mit je einer Patrone zu 3 ml): in Packungen zu 5 Stück (B)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Januar 2018.

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