Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-02-2021

Wirkstoff:
LAMOTRIGIN
Verfügbar ab:
Abacus Medicine ApS
ATC-Code:
N03AX09
INN (Internationale Bezeichnung):
LAMOTRIGIN
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20216-P2
Berechtigungsdatum:
2018-11-07

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Lamictal 2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Wirkstoff: Lamotrigin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1.

Was ist Lamictal und wofür wird es angewendet?

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lamictal beachten?

3.

Wie ist Lamictal einzunehmen?

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.

Wie ist Lamictal aufzubewahren?

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lamictal und wofür wird es angewendet?

Lamictal gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antiepileptika bezeichnet werden. Es wird

bei zwei Krankheitsbildern angewendet —

Epilepsie

bipolare Störung

Bei der Behandlung der Epilepsie

wirkt Lamictal durch Hemmung der Signale im Gehirn, die die

epileptischen Anfälle auslösen.

Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren kann Lamictal allein oder zusammen mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie angewendet werden. Lamictal kann zusammen mit

anderen Arzneimitteln auch zur Behandlung von Anfällen angewendet werden, die bei dem so

genannten Lennox-Gastaut-Syndrom auftreten.

Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren kann Lamictal bei den genannten Krankheitsbildern

zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet werden. Zur Behandlung einer bestimmten

Form der Epilepsie, den so genannten typischen Absencen, kann es allein angewendet werden.

Bei der bipolaren Störung

ist Lamictal ebenfalls wirksam.

Menschen mit einer bipolaren Störung (gelegentlich auch als manisch-depressive Erkrankung

bezeichnet) leiden unter extremen Stimmungsschwankungen, bei denen sich Phasen der Manie

(Erregung oder Euphorie) mit Phasen der Depression (tiefe Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit)

abwechseln.

Bei Erwachsenen ab 18 Jahren kann Lamictal allein oder gemeinsam mit anderen Arzneimitteln

angewendet werden, um die bei der bipolaren Störung auftretenden depressiven Phasen zu

verhindern. Wie Lamictal dabei im Gehirn wirkt, ist noch nicht bekannt.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lamictal beachten?

Lamictal darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch

(überempfindlich) gegen Lamotrigin oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Falls dies auf Sie zutrifft, dann:

Informieren Sie Ihren Arzt

und nehmen Sie Lamictal nicht ein.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Lamictal einnehmen,

wenn Sie Nierenprobleme haben.

wenn Sie jemals nach der Einnahme von Lamotrigin oder anderen Medikamenten gegen

bipolare Störung oder Epilepsie

einen Hautausschlag hatten

oder wenn Sie nach

Sonneneinstrahlung oder künstlichem UV-Licht (z. B. im Sonnenstudio) einen

Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Lamotrigineinnahme entwickeln. Ihr Arzt wird

Ihre Behandlung überprüfen und Ihnen ggf. raten, Sonneneinstrahlung zu meiden oder

sich gegen die Sonne zu schützen (z. B. mit Sonnencreme und/oder Schutzkleidung).

wenn Sie jemals nach der Einnahme von Lamotrigin eine aseptische Meningitis hatten

(zur

Beschreibung der Beschwerden siehe Abschnitt 4: Seltene Nebenwirkungen).

wenn Sie bereits ein Arzneimittel einnehmen, das Lamotrigin enthält.

Brugada-Syndrom

ist eine genetische Erkrankung, welche eine abnormale elektrische

Aktivität im Herzen zur Folge hat. Lamotrigin kann EKG-Anomalien, welche zu Arrhythmien

(unregelmäßiger Herzrhythmus) führen können, auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn

Sie diese Erkrankung haben.

Falls irgendetwas davon auf Sie zutrifft, dann:

Informieren Sie Ihren Arzt

, der möglicherweise entscheidet, Ihre Dosis zu verringern oder

dass Lamictal nicht für Sie geeignet ist.

Wichtige Information über mögliche lebensbedrohende Reaktionen

Eine geringe Anzahl von Personen reagiert auf Lamictal allergisch oder entwickelt möglicherweise

lebensbedrohliche Hautausschläge, die zu einer ernsthaften Erkrankung werden können, wenn sie

nicht behandelt werden. Dazu kann das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse

und Arzneimittelausschlag mit Blutbildveränderung (Eosinophilie) und systemischen Symptomen

(DRESS) gehören. Sie müssen die Symptome kennen auf die Sie achten müssen, während Sie

Lamictal einnehmen.

Lesen Sie die Beschreibung dieser Beschwerden in Abschnitt 4 dieser Packungsbeilage

unter „Möglicherweise lebensbedrohende Reaktionen: gehen Sie sofort zum Arzt“

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

Es gab Berichte über eine seltene aber sehr schwerwiegende Reaktion des Immunsystems bei

Patienten, die Lamotrigin einnehmen.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker

, wenn Sie während der Einnahme von

Lamotrigin eines der folgenden Symptome bemerken: Fieber, Hautausschlag, neurologische

Symptome (z.B. Zittern oder Tremor, Verwirrungszustand, Störungen der Gehirnfunktion).

Gedanken an eine Selbstschädigung oder Selbsttötung

Antiepileptisch wirkende Arzneimittel werden verwendet um verschiedene Beschwerden,

einschließlich Epilepsie und bipolare Störung, zu behandeln. Bei Patienten mit einer bipolaren Störung

können mitunter Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu begehen.

Falls Sie eine bipolare Störung haben, werden Sie möglicherweise eher solche Gedanken haben,

wenn Sie erstmals mit der Behandlung beginnen.

wenn Sie bereits früher daran gedacht haben, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu

begehen.

wenn Sie unter 25 Jahre alt sind.

Gelegentlich können auch bei Patienten mit Epilepsie Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen

oder Selbsttötung zu begehen. Falls Sie entsprechende beunruhigende Gedanken oder Erfahrungen

haben oder merken, dass Sie sich während der Behandlung mit Lamictal schlechter fühlen oder dass

neue Beschwerden auftreten:

Gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt oder suchen Sie das nächstgelegene

Krankenhaus auf.

Es kann hilfreich sein, Ihrer Familie, Betreuungsperson oder engen Freunden zu erzählen, dass

Sie möglicherweise depressiv werden oder erhebliche Stimmungsveränderungen auftreten

können und sie bitten, diese Gebrauchsinformation zu lesen. Sie könnten diese Personen auch

bitten Ihnen zu sagen, wenn sie wegen Ihrer Depression oder anderen Verhaltensänderungen bei

Ihnen besorgt sind.

Wenn Sie Lamictal zur Behandlung der Epilepsie einnehmen

Die Anfälle im Rahmen einiger Formen der Epilepsie können sich gelegentlich verstärken oder

häufiger auftreten, während Sie Lamictal einnehmen. Bei einigen Patienten können schwere

epileptische Anfälle auftreten, die zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen können. Falls

während der Einnahme von Lamictal Ihre Anfälle häufiger auftreten oder es bei Ihnen zu einem

schweren Anfall kommt:

suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.

Lamictal darf bei Patienten unter 18 Jahren nicht zur Behandlung einer bipolaren Störung

angewendet werden.

Arzneimittel zur Behandlung einer Depression oder anderer psychischer

Probleme erhöhen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren das Risiko von

Selbsttötungsgedanken und -verhalten.

Einnahme von Lamictal zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden

, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel oder pflanzliche Arzneimittel handelt

Ihr Arzt muss wissen, ob Sie andere Medikamente zur Behandlung von Epilepsie oder psychischer

Probleme einnehmen, damit sicher ist, dass Sie die richtige Dosis Lamictal einnehmen.

Zu diesen Arzneimitteln zählen:

Oxcarbazepin, Felbamat, Gabapentin, Levetiracetam, Pregabalin, Topiramat

oder

Zonisamid

zur Behandlung der

Epilepsie

Lithium, Olanzapin oder Aripiprazol

zur Behandlung

psychischer Probleme

Bupropion

zur Behandlung

psychischer Probleme

oder zur

Raucherentwöhnung

Informieren Sie Ihren Arzt

, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen.

Einige Arzneimittel und Lamictal können sich bei gleichzeitiger Gabe gegenseitig beeinflussen oder

die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Nebenwirkungen auftreten. Hierzu zählen:

Valproat

zur Behandlung von

Epilepsie und psychischen Problemen

Carbamazepin

zur Behandlung von

Epilepsie und psychischen Problemen

Phenytoin, Primidon

oder

Phenobarbital

zur Behandlung der

Epilepsie

Risperidon

zur Behandlung von

psychischen Problemen

Rifampicin,

Antibiotikum

Arzneimittel

zur Behandlung einer

Infektion mit dem Humanen-Immunodefizienz-Virus

(HIV)

(eine Kombination aus Lopinavir und Ritonavir oder aus Atazanavir und Ritonavir)

hormonelle

Empfängnisverhütungsmittel

, z.B. die

'Pille'

(siehe weiter unten)

Informieren Sie Ihren Arzt

, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen, die Einnahme

beginnen oder beenden.

Hormonelle Empfängnisverhütungsmittel (wie z.B. die 'Pille') können die Wirkungsweise von

Lamictal beeinflussen.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, ein besonderes hormonelles

Empfängnisverhütungsmittel oder eine andere Empfängnisverhütungsmethode anzuwenden, wie z.B.

Kondome, ein Pessar oder eine Spirale. Wenn Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel wie

die 'Pille' anwenden, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise Blut abnehmen, um den Blutspiegel von

Lamictal zu kontrollieren. Falls Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel nehmen oder

vorhaben, mit der Anwendung eines solchen zu beginnen:

Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt

über die für Sie geeignete Methode zur

Empfängnisverhütung.

Umgekehrt kann Lamictal auch die Wirkungsweise hormoneller Empfängnisverhütungsmittel

beeinflussen, die Abnahme ihrer Wirksamkeit ist aber unwahrscheinlich. Falls Sie ein hormonelles

Empfängnisverhütungsmittel anwenden und irgendwelche Veränderungen Ihrer Regelblutung, wie

Zwischen- oder Schmierblutungen, bemerken:

Informieren Sie Ihren Arzt

, da dies Zeichen dafür sein können, dass Lamictal die

Wirkungsweise Ihres Empfängnisverhütungsmittels beeinträchtigt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen die Behandlung ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt nicht beenden. Das ist

besonders wichtig,

wenn Sie Epilepsie haben

.

Eine Schwangerschaft kann die Wirksamkeit von Lamictal beeinflussen. Deshalb wird Ihr

Arzt Ihnen möglicherweise Blut abnehmen, um den Blutspiegel von Lamictal zu

kontrollieren und eventuell die Dosierung von Lamictal anzupassen.

Es kann ein leicht erhöhtes Risiko für Geburtsfehler geben, einschließlich Lippen- oder

Gaumenspalten, wenn Lamictal während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft

eingenommen wird.

Falls Sie planen, schwanger zu werden, oder schwanger sind, wird Ihr Arzt Ihnen

möglicherweise empfehlen, zusätzlich

Folsäure

einzunehmen.

Wenn Sie stillen oder planen zu stillen, fragen Sie vor Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Der Wirkstoff von Lamictal geht in die Muttermilch über

und kann Ihrem Kind schaden. Ihr Arzt wird den Nutzen und das Risiko des Stillens während Sie

Lamotrigin einnehmen erörtern und Ihr Kind, falls Sie sich für das Stillen entscheiden, von Zeit zu

Zeit hinsichtlich des Auftretens von Abgeschlagenheit, Hautausschlag oder schlechter

Gewichtszunahme untersuchen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Symptome bei

Ihrem Kind bemerken.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Lamictal kann Schwindel und Doppeltsehen verursachen.

Setzen Sie sich erst an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie Maschinen, wenn Sie

sich sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind.

Wenn Sie Epilepsie haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Lamictal enthält weniger als 1mmol Natrium (23 mg) pro Tablette,

d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

!

3.

Wie ist Lamictal einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker

ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel Lamictal müssen Sie einnehmen?

Es kann einige Zeit dauern, die für Sie richtige Dosis zu finden. Sie ist davon abhängig:

wie alt Sie sind.

ob Sie Lamictal zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen.

ob Sie Probleme mit Ihren Nieren oder Ihrer Leber haben.

Ihr Arzt wird Ihnen zunächst eine niedrige Dosis verordnen und diese über einige Wochen schrittweise

erhöhen, bis die für Sie wirksame Dosis erreicht ist.

Nehmen Sie niemals mehr Lamictal ein, als Ihr

Arzt Ihnen verordnet hat.

Die übliche wirksame Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren liegt zwischen 100 mg und

400 mg pro Tag.

Für Kinder von 2 bis 12 Jahren hängt die wirksame Dosis vom jeweiligen Körpergewicht des Kindes

ab. Üblicherweise liegt sie zwischen 1 mg und 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes und

Tag und beträgt maximal 200 mg pro Tag (Erhaltungsdosis).

Lamictal wird für Kinder unter 2 Jahren nicht empfohlen.

Wie müssen Sie Ihre Dosis Lamictal einnehmen?

Nehmen Sie Ihre Dosis Lamictal je nach Anweisung des Arztes entweder einmal oder zweimal täglich

ein. Sie können sie mit oder unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.

Nehmen Sie immer die volle Dosis ein

, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat. Nehmen Sie niemals

nur einen Teil einer Tablette ein.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise auch dazu raten, gleichzeitig andere Arzneimittel einzunehmen

oder die Einnahme anderer Arzneimittel zu beenden. Das hängt davon ab, welche Krankheit bei Ihnen

behandelt wird und wie Sie auf die Behandlung ansprechen.

Sie können die Lamictal Tabletten (kaubar/suspendierber) entweder im Ganzen mit etwas Wasser

schlucken, kauen oder in Wasser auflösen:

Wenn Sie die Tablette kauen:

Möglicherweise müssen Sie gleichzeitig etwas Wasser trinken, damit sich die Tablette in Ihrem Mund

auflösen kann. Anschließend sollten Sie noch etwas Wasser nachtrinken, um sicherzustellen, dass Sie

das Arzneimittel auch wirklich vollständig heruntergeschluckt haben.

Um ein flüssiges Arzneimittel herzustellen:

Legen Sie die Tablette in ein Glas mit mindestens so viel Wasser, dass die Tablette vollständig

damit bedeckt ist.

Rühren Sie entweder um, damit sich die Tablette auflöst, oder warten Sie, bis sich die Tablette

von selbst vollständig aufgelöst hat.

Trinken Sie die gesamte Flüssigkeit.

Geben Sie dann noch einmal etwas Wasser in das Glas und trinken Sie es, um sicherzustellen,

dass nichts vom Arzneimittel im Glas geblieben ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Lamictal eingenommen haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich umgehend an einen Arzt oder die Notfall-Ambulanz des nächsten

Krankenhauses

. Falls möglich, zeigen Sie die Lamictal-Packung vor.

Wenn Sie zuviel

Lamictal eingenommen haben ist es wahrscheinlicher, dass schwere

Nebenwirkungen auftreten, die tödlich sein können.

Bei Patienten, die zu große Mengen an Lamictal eingenommen hatten, traten einige der folgenden

Beschwerden auf:

rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen (

Nystagmus

unbeholfene Bewegungen und fehlende Abstimmung der Bewegungsabläufe

(Koordinationsstörungen), die das Gleichgewicht beeinträchtigen (

Ataxie

Herzrhythmus Veränderungen (normalerweise werden diese beim EKG bemerkt)

Bewusstseinsverlust, Anfälle (Krämpfe) oder Koma.

Wenn Sie die Einnahme einer Einzeldosis von Lamictal vergessen haben

Nehmen Sie keine zusätzlichen Tabletten ein, um die vergessene Dosis auszugleichen.

Nehmen Sie Ihre nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Im Fall, dass Sie die Einnahme mehrerer Dosen von Lamictal vergessen haben

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, wie Sie die Behandlung mit Lamictal fortsetzen

sollen.

Es ist wichtig, dass Sie das tun.

Brechen Sie die Einnahme von Lamictal nicht ohne ärztliche Anweisung ab.

Lamictal muss so lange eingenommen werden, wie es Ihr Arzt Ihnen empfiehlt. Brechen Sie die

Einnahme von Lamictal nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt rät es Ihnen.

Wenn Sie Lamictal wegen Epilepsie einnehmen

Bei der Beendigung der Einnahme von Lamictal ist es wichtig,

dass Ihre Dosis über etwa 2 Wochen

schrittweise verringert wird.

Wenn Sie die Einnahme von Lamictal plötzlich beenden, kann Ihre

Epilepsie erneut auftreten oder sich verschlimmern.

Wenn Sie Lamictal wegen einer bipolaren Störung einnehmen

Es kann einige Zeit dauern, bis Lamictal seine Wirkung entfaltet, so dass Sie sich wahrscheinlich nicht

sofort besser fühlen. Wenn Sie die Einnahme von Lamictal beenden, muss Ihre Dosis nicht

schrittweise verringert werden. Dennoch sollten Sie erst mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie die

Einnahme von Lamictal beenden möchten.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Möglicherweise lebensbedrohende Reaktionen: gehen Sie sofort zum Arzt.

Eine geringe Anzahl von Personen reagiert auf Lamictal allergisch oder entwickelt möglicherweise

lebensbedrohende Hautausschläge, die zu einer ernsthaften Erkrankung werden können, wenn sie

nicht behandelt werden.

Diese Beschwerden treten mit größerer Wahrscheinlichkeit während der ersten Behandlungsmonate

mit Lamictal auf und insbesondere dann, wenn Sie die Behandlung mit einer zu hohen Dosis

beginnen, Ihre Dosis zu schnell erhöht wird oder Sie Lamictal zusammen mit einem anderen

Medikament namens Valproat (Valproinsäure) einnehmen. Manche dieser Beschwerden treten

häufiger bei Kindern auf, daher sollen die Eltern besonders sorgfältig darauf achten.

Zu den Anzeichen und Beschwerden dieser Reaktionen zählen:

Hautausschläge oder Rötungen

, welche zu lebensbedrohenden Hautreaktionen einschließlich

großflächiger Rötung mit Blasen und sich schälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen

und Genitalien (

Stevens-Johnson Syndrome

) oder großflächigem Abschälen der Haut (mehr als 30

% der Körperoberfläche,

toxische epidermale Nekrolyse

) oder ausgedehntem Hautausschlag mit

Einbeziehung von Leber, Blut und anderen Körperorganen (Arzneimittelausschlag mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen, welches auch als Hypersensitivitätsssyndrom oder

DRESS bekannt ist) werden können.

Geschwüre in Mund, Hals, Nase oder an den Geschlechtsorganen

eine Entzündung des Mundes oder rote und geschwollene Augen

(Bindehautentzündung)

Fieber

, grippeähnliche Symptome oder Benommenheit

Schwellungen im Gesicht oder geschwollene Drüsen

in Hals, Achselhöhlen oder

Leistengegend

unerwartete Blutungen oder blaue Flecken

oder Blaufärbung der Finger

eine Halsentzündung

oder häufigere Infektionen (z.B. Erkältungen) als üblich

erhöhte Werte von Leberenzymen in Blutproben

die Zunahme einer Gruppe von weißen Blutkörperchen (der Eosinophilen)

vergrößerte Lymphknoten

Organbeteiligung, eingeschlossen Leber und Nieren.

In vielen Fällen sind diese Beschwerden Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen.

Aber

Ihnen muss bewusst sein, dass sie sich möglicherweise zu lebensbedrohlichen Problemen

wie z.B.

Organversagen

entwickeln können,

wenn sie nicht behandelt werden. Sollten Sie also irgendwelche

dieser Beschwerden bemerken:

suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.

Er wird möglicherweise entscheiden,

Leber-, Nieren- oder Blutuntersuchungen durchzuführen, und eventuell anordnen, die Einnahme

von Lamictal zu beenden. Falls Sie ein Stevens-Johnson Syndrom oder eine toxische epidermale

Nekrose entwickelt haben, wird Sie Ihr Arzt darauf aufmerksam machen, niemals wieder

Lamotrigin zu nehmen.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

(siehe Abschnitt 2: Was sollten Sie vor der

Einnahme von Lamictal beachten?)

Sehr häufige Nebenwirkungen

Diese können

mehr als 1 von 10

Patienten betreffen:

Kopfschmerzen

Hautausschlag.

Häufige Nebenwirkungen

Diese können

bis zu 1 von 10

Patienten betreffen:

Aggressivität oder Reizbarkeit

Schläfrigkeit oder Benommenheit

Schwindelgefühl

Schütteln oder Zittern (

Tremor

Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)

Ruhelosigkeit

Durchfall

Mundtrockenheit

Übelkeit oder Erbrechen

Müdigkeit

Schmerzen in Rücken oder Gelenken oder anderswo.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Diese können

bis zu 1 von 100

Patienten betreffen

unbeholfene Bewegungen und fehlende Abstimmung der Bewegungsabläufe

Koordinationsstörungen/Ataxie

Doppelbilder oder Verschwommensehen

ungewöhnlicher Haarausfall oder schütter werdendes Haar (

Alopezie

Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonneneinstrahlung oder nach Einwirkung von

künstlichem UV-Licht (Lichtempfindlichkeit)

Seltene Nebenwirkungen

Diese können

bis zu 1 von 1.000

Patienten betreffen:

eine lebensbedrohliche Hautreaktion (

Stevens-Johnson-Syndrom: siehe auch die Information am

Beginn von Absatz 4

Ein Gruppe von Beschwerden, einschließlich Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, steifer

Nacken, extreme Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht, können von einer Entzündung der

Membran die Gehirn und Rückenmark umhüllt (Meningitis) verursacht worden sein. Diese

Beschwerden vergehen normalerweise sobald die Behandlung beendet wird.

Kontaktieren Sie

jedoch

Ihren Arzt

, wenn die Beschwerden bleiben oder schlimmer werden.

rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen (

Nystagmus

juckende Augen mit Schleimabsonderung und verkrusteten Augenlidern (

Bindehautentzündung

Sehr seltene Nebenwirkungen

Diese können

bis zu 1 von 10.000

Patienten betreffen:

eine lebensbedrohliche Hautreaktion

(toxische epidermale Nekrolyse: siehe auch die Information

am Beginn von Absatz 4).

Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)

(siehe auch die

Information am Beginn von Absatz 4)

Fieber

(siehe auch die Information am Beginn von Absatz 4)

Schwellungen im Gesicht (Ödem) oder geschwollene Drüsen in Hals, Achselhöhlen oder

Leistengegend

(Lymphadenopathie: siehe auch die Information am Beginn von Absatz 4)

Veränderungen der Leberfunktion, die durch Blutuntersuchungen festgestellt werden, oder

Leberversagen

(siehe auch die Information am Beginn von Absatz 4)

eine schwerwiegende Blutgerinnungsstörung, die unerwartete Blutungen und blaue Flecken

hervorrufen kann

(disseminierte intravaskuläre Gerinnung) (siehe auch die Information am

Beginn von Absatz 4)

Hämophagozytische Lymphohistiozytose

(HLH) (siehe Abschnitt 2: Was sollten Sie vor der

Einnahme von Lamictal beachten?)

Veränderungen des Blutbildes, einschließlich verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen

(Anämie)

, verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen

(Leukopenie, Neutropenie,

Agranulozytose)

, verminderte Anzahl an Blutplättchen

(Thrombozytopenie)

, verminderte Anzahl

all dieser Blutzellen

(Panzytopenie)

und eine als aplastische Anämie bezeichnete Erkrankung des

Knochenmarks

Halluzinationen

('Sehen' oder 'Hören' von Dingen, die gar nicht da sind)

Verwirrtheit

'wackliger' oder unsicherer Gang beim Umherlaufen

unkontrollierbare Körperbewegungen

(Tics)

, unkontrollierbare Muskelkrämpfe, die Augen, Kopf

und Rumpf betreffen

(Choreoathetose)

, oder andere ungewöhnliche Körperbewegungen wie

Ruckeln, Schütteln oder Steifigkeit

Zunahme der Anfälle bei Patienten, die bereits eine Epilepsie haben

Verschlimmerung der Beschwerden einer bestehenden Parkinson-Krankheit.

Lupus-ähnliche Reaktionen

(folgende Beschwerden können auftreten: Rücken oder

Gelenkschmerzen die manchmal von Fieber und/oder allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet sein

können)

Andere Nebenwirkungen

Andere Nebenwirkungen sind bei einer geringen Anzahl von Personen aufgetreten, die Häufigkeit ist

aber unbekannt:

Es gab Berichte von Knochenerkrankungen einschließlich Osteopenie (Minderung der

Knochendichte), Osteoporose (Ausdünnung der Knochen) und Knochenbrüche. Prüfen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker wenn Sie über lange Zeit antiepileptische Arzneimittel einnehmen,

wenn Sie schon unter Osteoporose leiden oder wenn Sie Steroide einnehmen.

Entzündung der Niere

(tubulointerstitielle Nephritis)

, oder Entzündung sowohl der Niere als auch

des Auges

(tubulointerstitielle Nephritis und Uveitis-Syndrom)

Albträume

Verminderte Immunität durch geringere Mengen an Antikörpern, so genannten Immunglobulinen,

im Blut, die bei der Abwehr von Infektionen unterstützen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5.

Wie ist Lamictal aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf d

e

n Blisterpackungen, dem Umkarton oder der Flasche

nach 'Verw. bis:' angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lamictal Tabletten (kaubar/suspendierber) enthalten

Der Wirkstoff ist: Lamotrigin.

Jede Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 2 mg, 5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg oder 200 mg

Lamotrigin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Calciumcarbonat, niedrig substituierte Hyprolose, Aluminium-

Magnesium-Silikat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Povidon K30, Saccharin-Natrium,

Magnesiumstearat, Schwarze-Johannisbeer-Aroma.

Wie Lamictal Tabletten (kaubar/suspendierbar) aussehen und Inhalt der Packung

Lamictal Tabletten (kaubar/suspendierber) sind weiß bis cremefarben und können leicht gesprenkelt

sein. Sie riechen nach schwarzen Johannisbeeren.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Lamictal 2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind rund. Sie sind auf der einen Seite mit ‘LTG’ über

der Ziffer ‘2’ und auf der anderen mit zwei Ovalen gekennzeichnet, die sich in rechten Winkeln

überlappen.

Jede Packung enthält 30 Tabletten.

Lamictal 5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind länglich und haben gewölbte Seiten. Sie sind auf

der einen Seite mit ‘GS CL2’ und auf der anderen mit ‘5’ gekennzeichnet.

Jede Packung enthält Blister mit 10, 14, 28, 30, 42, 50 oder 56 Tabletten oder Flaschen mit 14, 28, 30,

42, 56 oder 60 Tabletten. In Österreich sind Packungen zu 30 Tabletten in Verkehr.

Lamictal 25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind quadratisch und haben abgerundete Ecken. Sie

sind auf der einen Seite mit ‘GSCL5’ und auf der anderen mit ‘25’ gekennzeichnet.

Jede Packung enthält Blister mit 10, 14, 21, 28, 30, 42, 50, 56 oder 60 Tabletten. Für die Anwendung

während der ersten Behandlungswochen, in denen die Dosis langsam gesteigert wird, sind auch Starter

Packs mit 21 oder 42 Tabletten erhältlich. In Österreich sind Packungen zu 30 Tabletten in Verkehr.

Lamictal 50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind quadratisch und haben abgerundete Ecken. Sie

sind auf der einen Seite mit ‘GSCX7’ und auf der anderen mit ‘50’ gekennzeichnet.

Jede Packung enthält Blister mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten. Für

die Anwendung während der ersten Behandlungswochen, in denen die Dosis langsam gesteigert wird, ist

auch ein Starter Pack mit 42 Tabletten erhältlich. In Österreich sind Packungen zu 30 Tabletten in

Verkehr.

Lamictal 100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind quadratisch und haben abgerundete Ecken. Sie

sind auf der einen Seite mit ‘GSCL7’ und auf der anderen mit ‘100’ gekennzeichnet.

Jede Packung enthält Blister mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten. In

Österreich sind Packungen zu 50 Tabletten in Verkehr.

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) sind quadratisch und haben abgerundete Ecken. Sie

sind auf der einen Seite mit ‘GSEC5’ und auf der anderen mit ‘200’ gekennzeichnet.

Jede Packung enthält Blister mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten. In

Österreich sind Packungen zu 50 Tabletten in Verkehr.

Import und Vertrieb:

Abacus Medicine A/S, Vesterbrogade 149

DK-1620 Kopenhagen V, Dänemark

Umpackung:

Abacus Medicine B.V., Diamantweg 4

NL-1812RC Alkmaar, Niederlande

Zulassungsinhaber:

GlaxoSmithKline Pharma GmbH

Wien

Österreich

Hersteller:

GlaxoSmithKline Pharmaceuticals S.A.

Ul. Grunwaldzka 189

60-322 Poznan

Polen

Z. Nr.:

1-20216-P2

Lamictal

ist eine eingetragene Marke von GLAXO GROUP LIMITED.

Lamictal 2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-35577

Lamictal 5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-20888

Lamictal 25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-20875

Lamictal 50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-20215

Lamictal 100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-20886

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Zulassungsnummer: 1-20216

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien

Lamictal

Italien

Lamictal

Portugal

Lamictal

Bulgarien

Lamictal

Kroatien

Lamictal

Rumänien

Lamictal

Dänemark

Lamictal

Lettland

Lamictal

Schweden

Lamictal

Deutschland

Lamictal

Litauen

Lamictal

Slowakei

Lamictal

Estland

Lamictal

Luxemburg

Lamictal

Slowenien

Lamictal

Finnland

Lamictal

Malta

Lamictal

Spanien

Lamictal

Frankreich

Lamictal

Lamicstart

Niederlande

Lamictal

Tschechische

Republik

Lamictal

Griechenland

Lamictal

Norwegen

Lamictal

Ungarn,

Lamictal

Irland

Lamictal

Österreich

Lamictal

Vereinigtes

Königreich

Lamictal

Island

Lamictal

Polen

Lamitrin

Lamitrin S

Zypern

Lamictal

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2020.

- 1 -

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lamictal 2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar)

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Lamictal 2 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 2 mg Lamotrigin.

Jede Lamictal 5 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 5 mg Lamotrigin.

Jede Lamictal 25 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 25 mg Lamotrigin.

Jede Lamictal 50 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 50 mg Lamotrigin.

Jede Lamictal 100 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 100 mg Lamotrigin.

Jede Lamictal 200 mg Tablette (kaubar/suspendierbar) enthält 200 mg Lamotrigin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette, Kautablette bzw. Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.

2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

Weiße bis cremefarbige, runde Tabletten von 4,8 mm mit Schwarze-Johannisbeer-Aroma. Eine Seite

gesprenkelt sein.

5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

Weiße bis cremefarbige, längliche, bikonvexe Tabletten (Längsachse 8,0 mm; Querachse 4,0 mm) mit

Schwarze-Johannisbeer-Aroma, die auf der einen Seite mit „GS CL2“ und auf der anderen mit „5“

gekennzeichnet ist. Die Tabletten können leicht gesprenkelt sein.

25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

Weiße bis cremefarbige, mehrfacettige, superelliptische Tabletten von 5,2 mm mit Schwarze-

Johannisbeer-Aroma, die auf der einen Seite mit „GSCL5“ und auf der anderen mit „25“

gekennzeichnet ist. Die Tabletten können leicht gesprenkelt sein.

50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

Weiße bis cremefarbige, mehrfacettige, superelliptische Tabletten von 6,6 mm mit Schwarze-

Johannisbeer-Aroma, die auf der einen Seite mit „GSCX7“ und auf der anderen mit „50“

gekennzeichnet ist. Die Tabletten können leicht gesprenkelt sein.

100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

hat einen abgeschrägten Rand und ist mit "LTG" über der Ziffer 2 gekennzeichnet. Die andere Seite ist

gekennzeichnet mit zwei im rechten Winkel überlappenden Superellipsen. Die Tabletten können leicht

- 2 -

Weiße bis cremefarbige, mehrfacettige, superelliptische Tabletten von 8,3 mm mit Schwarze-

Johannisbeer-Aroma, die auf der einen Seite mit „GSCL7“ und auf der anderen mit „100“

gekennzeichnet ist. Die Tabletten können leicht gesprenkelt sein.

200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

Weiße bis cremefarbige, mehrfacettige, superelliptische Tabletten von 10,4 mm mit Schwarze-

Johannisbeer-Aroma, die auf der einen Seite mit „GSEC5“ und auf der anderen mit „200“

gekennzeichnet ist. Die Tabletten können leicht gesprenkelt sein.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epilepsie

Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren

Zusatz- oder Monotherapie partieller und generalisierter Anfälle einschließlich tonisch-

klonischer Anfälle

Anfälle in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom. Lamictal wird als Zusatztherapie

gegeben, kann aber auch als initiales Antiepileptikum angewendet werden, um damit die

Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms zu beginnen.

Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren

Zusatztherapie bei partiellen und generalisierten Anfällen einschließlich tonisch-klonischer

Anfälle sowie bei Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom.

Monotherapie typischer Absencen.

Bipolare Störung

Erwachsene ab 18 Jahren

Prävention depressiver Episoden bei Patienten mit Bipolar-I-Störung und überwiegend

depressiven Episoden (siehe Abschnitt 5.1).

Lamictal ist nicht für die Akuttherapie manischer oder depressiver Episoden indiziert.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Lamictal Tabletten (kaubar/suspendierbar) können entweder gekaut, in wenig Wasser (mindestens so

viel, dass die ganze Tablette bedeckt ist) aufgelöst oder im Ganzen mit etwas Wasser geschluckt

werden.

Wenn die berechnete Dosis von Lamotrigin (z. B. für die Behandlung von Kindern mit Epilepsie oder

von Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion) nicht in ganzen Tabletten verabreicht werden kann,

soll die nächstniedrigere Dosis, die in ganzen Tabletten gegeben werden kann, verabreicht werden.

Wiederaufnahme der Therapie

Der verschreibende Arzt sollte bei Wiederaufnahme der Therapie bei Patienten, die Lamictal aus

irgendeinem Grund abgesetzt haben, abwägen, ob eine schrittweise Steigerung bis zur Erhaltungsdosis

erforderlich ist, da das Risiko eines schweren Hautausschlages mit hohen Anfangsdosen und einem

Überschreiten der empfohlenen Dosissteigerung von Lamotrigin in Zusammenhang steht (siehe

Abschnitt 4.4). Je länger das Absetzen von Lamotrigin zurückliegt, desto eher sollte eine schrittweise

- 3 -

Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis in Betracht gezogen werden. Wenn der zeitliche Abstand seit

dem Absetzen von Lamotrigin mehr als fünf Halbwertszeiten (siehe Abschnitt 5.2) beträgt, soll

Lamictal generell gemäß dem entsprechenden Dosierungsschema bis zur Erhaltungsdosis schrittweise

aufdosiert werden.

Es wird empfohlen, dass die Therapie mit Lamictal bei Patienten, die die vorangegangene Behandlung

mit Lamotrigin aufgrund eines Hautausschlages abgebrochen haben, nicht wieder aufgenommen wird,

es sei denn, dass der mögliche Nutzen die Risiken klar überwiegt.

Epilepsie

Die empfohlene Dosissteigerung und die Erhaltungsdosen für Erwachsene und Jugendliche ab 13

Jahren (Tabelle 1) sowie für Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren (Tabelle 2) sind im

Folgenden angegeben. Die für den Behandlungsbeginn und für die anschließende Dosissteigerung

empfohlenen Dosen sollten wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Wenn eine Begleitmedikation mit Antiepileptika abgesetzt wird oder andere

Antiepileptika/Arzneimittel den Lamotrigin-haltigen Behandlungsschemata hinzugefügt werden, sollte

berücksichtigt werden, welche Auswirkungen dies möglicherweise auf die Pharmakokinetik von

Lamotrigin hat (siehe Abschnitt 4.5).

- 4 -

Tabelle 1: Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren – empfohlenes Behandlungsschema bei

Epilepsie

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Übliche Erhaltungsdosis

Monotherapie:

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100−200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen).

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 50−100 mg erhöht

werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist.

Bei einigen Patienten waren

500 mg/Tag erforderlich, um das

gewünschte Ansprechen zu

erreichen.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe

Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit Valproat

unabhängig von weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

12,5 mg/Tag

(25 mg jeden 2.

Tag)

25 mg/Tag

(einmal täglich)

100−200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 25−50 mg erhöht

werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist.

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte ohne Valproat

angewendet werden,

aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200−400 mg/Tag

(aufgeteilt in zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 100 mg erhöht

werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist

Bei einigen Patienten waren

700 mg/Tag erforderlich, um das

gewünschte Ansprechen zu

erreichen.

- 5 -

Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit anderen

Arzneimitteln

angewendet werden, die

die Glucuronidierung

von Lamotrigin nicht

signifikant hemmen

oder induzieren.

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100−200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 50−100 mg erhöht

werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist.

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

- 6 -

Tabelle 2: Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren – empfohlenes Behandlungsschema bei

Epilepsie (Gesamtdosis in mg/kg Körpergewicht/Tag)

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Übliche Erhaltungsdosis

Monotherapie

typischer Absencen:

0,3 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

0,6 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

1–15 mg/kg/Tag (einmal täglich

oder aufgeteilt in zwei

Einzeldosen),

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,6 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist mit einer

maximalen Erhaltungsdosis von

200mg/Tag.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe

Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit Valproat

unabhängig von weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

0,15 mg/kg/Tag*

(einmal täglich)

0,3 mg/kg/Tag*

(einmal täglich)

1−5 mg/kg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,3 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, wobei die

maximale Erhaltungsdosis

200 mg/Tag beträgt.

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte ohne Valproat

angewendet werden,

aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

0,6 mg/kg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

1,2 mg/kg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

5−15 mg/kg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 1,2 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, wobei die

maximale Erhaltungsdosis

400 mg/Tag beträgt.

- 7 -

Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit anderen

Arzneimitteln

angewendet werden, die

die Glucuronidierung

von Lamotrigin nicht

signifikant hemmen

oder induzieren.

0,3 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

0,6 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

1−10 mg/kg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,6 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, wobei die

maximale Erhaltungsdosis

200 mg/Tag beträgt.

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Wenn die berechnete Tagesdosis bei Patienten, die Valproat einnehmen, 1 mg oder mehr, aber

weniger als 2 mg beträgt, können die Lamictal 2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar) für die ersten

zwei Wochen jeden zweiten Tag eingenommen werden. Wenn die berechnete Tagesdosis bei

Patienten, die Valproat einnehmen, weniger als 1 mg beträgt, sollte Lamictal nicht verabreicht

werden.

Um die Aufrechterhaltung einer therapeutischen Dosis zu gewährleisten, muss das Gewicht des

Kindes überwacht und die Dosis bei einer Gewichtsänderung gegebenenfalls angepasst werden. Es ist

davon auszugehen, dass bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Erhaltungsdosis erforderlich ist,

die sich am oberen Ende des empfohlenen Dosisbereichs befindet.

Wenn mit der Zusatztherapie die Epilepsie unter Kontrolle gebracht wurde, können die gleichzeitig

verabreichten Antiepileptika möglicherweise abgesetzt und die Patienten mit der Lamictal-

Monotherapie weiterbehandelt werden.

Kinder unter 2 Jahren

Zur Wirksamkeit und Sicherheit von Lamotrigin als Zusatztherapie partieller Anfälle bei Kindern im

Alter von 1 Monat bis 2 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 4.4). Von Kindern

unter 1 Monat gibt es keine Daten. Deshalb wird Lamictal nicht für die Anwendung bei Kindern unter

2 Jahren empfohlen. Falls trotzdem aufgrund klinischer Notwendigkeit eine Entscheidung für eine

Behandlung getroffen wird, sind die Abschnitte 4.4, 5.1 und 5.2 zu beachten.

Bipolare Störung

Die empfohlene Dosissteigerung sowie die Erhaltungsdosen für Erwachsene ab 18 Jahren sind in den

folgenden Tabellen angegeben. Das Übergangsbehandlungsschema umfasst die Steigerung der Dosis

von Lamotrigin bis zu einer stabilisierenden Erhaltungsdosis über sechs Wochen (Tabelle 3). Danach

können andere psychotrope Arzneimittel und/oder Antiepileptika abgesetzt werden, falls klinisch

indiziert (Tabelle 4). Die Dosisanpassungen nach Zugabe anderer psychotroper Arzneimittel und/oder

von Antiepileptika sind ebenfalls im Folgenden angeführt (Tabelle 5). Die für den Behandlungsbeginn

und für die anschließende Dosissteigerung empfohlenen Dosen sollten wegen des Risikos von

Hautausschlägen nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 4.4).

- 8 -

Tabelle 3: Erwachsene ab 18 Jahren – empfohlene Dosissteigerung bis zur stabilisierenden

Gesamterhaltungsdosis pro Tag bei der Behandlung der bipolaren Störung

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Woche 5

Stabilisierende

Zieldosis

(Woche 6)*

Monotherapie mit Lamotrigin ODER Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren

der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit anderen

Arzneimitteln

angewendet werden, die

die Glucuronidierung

von Lamotrigin nicht

signifikant hemmen

oder induzieren.

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

100 mg/Tag

(einmal

täglich oder

aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200 mg/Tag –

übliche Zieldosis

für ein optimales

Ansprechen

(einmal täglich

oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen).

In klinischen

Studien wurden

Dosen im Bereich

100-400 mg/Tag

angewendet.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe

Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit Valproat

unabhängig von weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

12,5 mg/Tag

(25 mg jeden

zweiten Tag)

25 mg/Tag

(einmal

täglich)

50 mg/Tag

(einmal

täglich oder

aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

100 mg/Tag –

übliche Zieldosis

für ein optimales

Ansprechen

(einmal täglich

oder aufgeteilt in

zwei Einzeldosen).

In Abhängigkeit

vom klinischen

Ansprechen kann

eine Maximaldosis

von 200 mg/Tag

angewendet werden.

- 9 -

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte ohne Valproat

angewendet werden,

aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

300 mg/Tag in

Woche 6, die, falls

erforderlich, in

Woche 7 auf die

übliche Zieldosis

von 400 mg/Tag

erhöht werden

kann, um ein

optimales

Ansprechen zu

erreichen

(aufgeteilt in zwei

Einzeldosen).

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Die stabilisierende Zieldosis ist abhängig vom klinischen Ansprechen.

- 10 -

Tabelle 4: Erwachsene ab 18 Jahren – stabilisierende Gesamterhaltungsdosis pro Tag nach Absetzen

gleichzeitig verabreichter Arzneimittel bei der Behandlung der bipolaren Störung

Sobald die tägliche stabilisierende Zielerhaltungsdosis erreicht wurde, können andere Arzneimittel wie

folgt abgesetzt werden:

Behandlungsschema

Gegenwärtige

stabilisierende

Lamotrigin-

Dosis

(vor dem

Absetzen)

Woche 1

(beginnend

mit dem

Absetzen)

Woche 2

Ab Woche 3 *

Absetzen von Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt 4.5), in

Abhängigkeit von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Bei Absetzen von Valproat wird

die stabilisierende Dosis

verdoppelt, jedoch um nicht

mehr als 100 mg/Woche.

100 mg/Tag

200 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(200 mg/Tag)

(aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

200 mg/Tag

300 mg/Tag

400 mg/Tag

Erhaltung

dieser Dosis

(400 mg/Tag)

Absetzen von Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5), in

Abhängigkeit von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn die

folgenden Arzneimittel

abgesetzt werden:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

400 mg/Tag

400 mg/Tag

300 mg/Tag

200 mg/Tag

300 mg/Tag

300 mg/Tag

225 mg/Tag

150 mg/Tag

200 mg/Tag

200 mg/Tag

150 mg/Tag

100 mg/Tag

Absetzen von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin NICHT signifikant

hemmen oder induzieren

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

andere Arzneimittel abgesetzt

werden, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren.

Erhaltung der bei der Dosissteigerung erreichten Zieldosis

(200 mg/Tag, aufgeteilt in zwei Einzeldosen)

(Dosisbereich 100–400 mg/Tag)

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), soll die Dosis des jeweiligen

Arzneimittels beibehalten und die Lamotrigindosis an die klinische Reaktion angepasst werden.

Die Dosis kann bei Bedarf auf 400 mg/Tag erhöht werden.

- 11 -

Tabelle 5: Erwachsene ab 18 Jahren – Anpassung der täglichen Lamotrigin-Dosis nach Zugabe

anderer Arzneimittel bei der Behandlung der bipolaren Störung

Zur Anpassung der täglichen Lamotrigin-Dosis nach Zugabe anderer Arzneimittel liegen keine

klinischen Erfahrungen vor. Basierend auf Studien zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

können jedoch die folgenden Empfehlungen gegeben werden:

Behandlungsschema

Gegenwärtige

stabilisierende

Lamotrigin-Dosis

(vor der Zugabe)

Woche 1

(beginnend

mit der

Zugabe)

Woche 2

Ab Woche 3

Zugabe von Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt 4.5), in

Abhängigkeit von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

Valproat unabhängig von

weiterer Begleitmedikation

hinzugefügt wird.

200 mg/Tag

100 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(100 mg/Tag)

300 mg/Tag

150 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(150 mg/Tag)

400 mg/Tag

200 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(200 mg/Tag)

Zugabe von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin induzieren, bei

Patienten, die NICHT Valproat einnehmen

(siehe Abschnitt 4.5), in Abhängigkeit von der

ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn die

folgenden Arzneimittel ohne

Valproat hinzugefügt werden:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

200 mg/Tag

200 mg/Tag

300 mg/Tag

400 mg/Tag

150 mg/Tag

150 mg/Tag

225 mg/Tag

300 mg/Tag

100 mg/Tag

100 mg/Tag

150 mg/Tag

200 mg/Tag

Zugabe von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin NICHT signifikant

hemmen oder induzieren

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

andere Arzneimittel

hinzugefügt werden, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren.

Erhaltung der bei der Dosissteigerung erreichten Zieldosis

(200 mg/Tag; Dosisbereich 100–400 mg/Tag)

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Absetzen von Lamictal bei Patienten mit bipolarer Störung

In klinischen Studien trat nach abruptem Absetzen kein Anstieg der Häufigkeit, des Schweregrades

oder der Art von Nebenwirkungen von Lamotrigin gegenüber Placebo auf. Daher können Patienten

Lamictal ohne schrittweise Reduktion der Dosis absetzen.

- 12 -

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Lamictal wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren empfohlen, da eine randomisierte

Absetzstudie keine signifikante Wirksamkeit und vermehrte Berichte von Suizidalität zeigte (siehe

Abschnitt 4.4 und 5.1).

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Lamictal bei speziellen Patientengruppen

Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva einnehmen:

Die gleichzeitige Anwendung einer Kombination aus Ethinylestradiol/Levonorgestrel (30 µg/150 µg)

mit Lamotrigin erhöht die Clearance von Lamotrigin um ca. das Zweifache, was zu einer Abnahme der

Lamotriginspiegel führt. Nach der Aufdosierung können daher höhere Erhaltungsdosen (bis zum

Zweifachen) erforderlich sein, um ein maximales therapeutisches Ansprechen zu erzielen. Während

der pillenfreien Woche wurde eine zweifache Zunahme der Lamotriginspiegel beobachtet.

Dosisabhängige Nebenwirkungen können nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sollte die

Anwendung einer Kontrazeption ohne pillenfreie Woche als Therapie der ersten Wahl erwogen

werden (zum Beispiel kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden;

siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Beginn der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen von

Lamictal und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen bis auf das Zweifache erhöht werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Es wird empfohlen, ab dem Beginn der Einnahme des hormonellen

Kontrazeptivums die Lamotrigin-Dosis jede Woche je nach dem individuellen klinischen Ansprechen

um 50 bis 100 mg/Tag zu erhöhen. Die Dosissteigerungen sollten dieses Maß nicht übersteigen, es sei

denn, das klinische Ansprechen verlangt größere Steigerungen. Messungen der Serumkonzentrationen

von Lamotrigin vor und nach Beginn der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva können als

Bestätigung für die Aufrechterhaltung der Ausgangskonzentration von Lamotrigin in Betracht gezogen

werden. Falls erforderlich, sollte die Dosis angepasst werden. Bei Frauen, die ein hormonelles

Kontrazeptivum nehmen, bei dem eine Woche aus einer inaktiven Behandlung besteht ("pillenfreie

Woche"), sollte die Überwachung der Serumspiegel von Lamotrigin in Woche 3 der aktiven

Behandlung, d.h. an den Tagen 15 bis 21 des Pillenzyklus’ erfolgen. Deshalb sollte die Anwendung

einer Kontrazeption ohne pillenfreie Woche als Therapie der ersten Wahl erwogen werden (zum

Beispiel kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden; siehe Abschnitte

4.4 und 4.5).

Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen

von Lamictal und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen um bis zu 50 % reduziert werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Es wird empfohlen, die tägliche Dosis von Lamotrigin schrittweise

jede Woche um 50–100 mg (wobei pro Woche 25 % der gesamten Tagesdosis nicht überschritten

werden sollten) über einen Zeitraum von 3 Wochen zu reduzieren, sofern das klinische Ansprechen

nichts anderes erfordert. Messungen der Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor und nach

Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva können als Bestätigung für die

Aufrechterhaltung der Ausgangskonzentration von Lamotrigin in Betracht gezogen werden. Bei

Frauen, die die Anwendung eines hormonellen Kontrazeptivums beenden möchten, bei dem eine

Woche des Zyklus’ aus einer inaktiven Behandlung besteht ("pillenfreie Woche"), sollte die

Überwachung der Serumspiegel von Lamotrigin in Woche 3 der aktiven Behandlung, d.h. an den

Tagen 15 bis 21 des Pillenzyklus’ erfolgen. Blutproben zur Beurteilung der Lamotriginspiegel nach

dauerhafter Beendigung der Anwendung des hormonellen Kontrazeptivums sollten nicht in der ersten

Woche nach Absetzen der Pille entnommen werden.

Beginn der Behandlung mit Lamotrigin bei Patientinnen, die bereits hormonelle Kontrazeptiva

anwenden

Die Dosissteigerung sollte entsprechend den in den Tabellen angegebenen üblichen

Dosierungsempfehlungen erfolgen.

- 13 -

Beginn und Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen

Eine Anpassung der empfohlenen Erhaltungsdosis von Lamotrigin ist möglicherweise nicht

erforderlich.

Anwendung gemeinsam mit Atazanavir/Ritonavir

Wenn Lamotrigin zu einer bestehenden Atazanvir/Ritonavir Behandlung gegeben wird, sollte keine

Änderung bei der Aufdosierung von Lamotrigin notwendig sein. Bei Patienten die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin

und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

einnehmen

, könnte eine höhere Lamotrigindosis notwendig sein, wenn Atazanavir/Ritonavir

hinzugefügt wird. Bei Abbrechen der Atazanavir/Ritonavir Therapie sollte die Lamotrigin Dosis

wieder entsprechend reduziert werden. Um festzustellen ob die Lamotrigindosis angepasst werden

muss, sollen die Plasmaspiegel von Lamotrigin vor dem Zufügen bzw. Absetzen von

Atazanavir/Ritonavir und über einen Zeitraum von 2 Wochen nach Zufügen bzw. Absetzen von

Atazanavir/Ritonavir kontrolliert werden.

Anwendung gemeinsam mit Lopinavir/Ritonavir

Wenn Lamotrigin zu einer bestehenden Lopinavir /Ritonavir Behandlung gegeben wird sollte keine

Änderung bei der Aufdosierung von Lamotrigin notwendig sein. Bei Patienten die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin

und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

einnehmen,

könnte eine höhere Lamotrigindosis notwendig sein wenn Lopinavir /Ritonavir

hinzugefügt wird. Bei Abbrechen der Lopinavir /Ritonavir Therapie sollte die Lamotrigin Dosis

wieder entsprechend reduziert werden. Um festzustellen ob die Lamotrigindosis angepasst werden

muss, sollen die Plasmaspiegel von Lamotrigin vor dem Zufügen bzw. Absetzen von Lopinavir

/Ritonavir und über einen Zeitraum von 2 Wochen nach Zufügen bzw. Absetzen von

Atazanavir/Ritonavir kontrolliert werden.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Pharmakokinetik von Lamotrigin in

dieser Altersgruppe unterscheidet sich nicht signifikant von der einer Population jüngerer Erwachsener

(siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Verabreichung von Lamictal an Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte mit Vorsicht

erfolgen. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollten die Anfangsdosen von Lamotrigin auf

den gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln basieren. Bei Patienten mit erheblich eingeschränkter

Nierenfunktion kann bereits eine reduzierte Erhaltungsdosis wirksam sein (siehe Abschnitte 4.4 und

5.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Generell sollten die Initial-, Steigerungs- und Erhaltungsdosen bei Patienten mit mittelschwerer

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Grad B) um ca. 50 % und bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Grad C) um ca. 75 % reduziert werden. Die Steigerungs- und die

Erhaltungsdosen sollten dem klinischen Ansprechen angepasst werden (siehe Abschnitt 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

- 14 -

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hautausschläge

Es liegen Berichte über unerwünschte Hautreaktionen vor, die im Allgemeinen innerhalb der ersten

acht Wochen nach Beginn der Behandlung mit Lamictal auftraten. Die Mehrzahl der Hautausschläge

ist leicht und selbstlimitierend, jedoch wurden auch schwere Hautausschläge berichtet, die eine

stationäre Behandlung und das Absetzen von Lamotrigin erforderlich machten. Dazu gehörten

potenziell lebensbedrohliche Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische

epidermale Nekrolyse (TEN) und das Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS); auch bekannt als Hypersensitivitätsssyndrom (HSS) (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Erwachsenen, die an Studien teilnahmen, in denen die derzeitigen Dosierungsempfehlungen für

Lamotrigin befolgt wurden, betrug die Inzidenz schwerer Hautausschläge etwa 1 von 500 Patienten

mit Epilepsie. Ungefähr die Hälfte dieser Fälle wurde als Stevens-Johnson-Syndrom berichtet (1 von

1000 Patienten). In klinischen Studien mit Patienten mit bipolarer Störung lag die Inzidenz schwerer

Hautausschläge bei etwa 1 von 1000.

Das Risiko schwerer Hautausschläge ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen. Bisher vorliegende

Daten aus einer Reihe von Studien lassen bei Kindern auf eine Inzidenz stationär zu behandelnder

Hautausschläge von 1 von 300 bis 1 von 100 schließen.

Bei Kindern kann das erstmalige Auftreten eines Hautausschlages fälschlicherweise für eine Infektion

gehalten werden. Es sollte bei Kindern, die während der ersten acht Behandlungswochen Anzeichen

eines Hautausschlages und Fieber entwickeln, die Möglichkeit einer Reaktion auf die Therapie mit

Lamotrigin in Betracht gezogen werden.

Außerdem scheint das Risiko eines Hautausschlages generell in engem Zusammenhang zu stehen mit:

hohen Anfangsdosen von Lamotrigin und einem Überschreiten der empfohlenen schrittweisen

Dosissteigerung (siehe Abschnitt 4.2)

der gleichzeitigen Anwendung von Valproat (siehe Abschnitt 4.2).

Vorsicht ist auch bei der Behandlung von Patienten geboten, die in ihrer Vorgeschichte bereits eine

Allergie oder einen Hautausschlag auf andere Antiepileptika entwickelt haben, da die Häufigkeit von

nicht schwerwiegenden Hautausschlägen unter der Behandlung mit Lamotrigin bei diesen Patienten

ungefähr dreimal höher war als bei Patienten ohne eine solche Anamnese.

Alle Patienten (Erwachsene und Kinder), die einen Hautausschlag entwickeln, sollten umgehend

untersucht und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Hautausschlag steht

eindeutig nicht mit der Lamotrigintherapie in Zusammenhang. Es wird empfohlen, die Therapie mit

Lamictal bei Patienten, die Lamotrigin aufgrund eines in Zusammenhang mit der vorangegangenen

Behandlung aufgetretenen Hautausschlages abgesetzt haben, nicht erneut zu beginnen, es sei denn, der

potenzielle Nutzen überwiegt eindeutig das Risiko. Wenn der Patient ein Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS), eine toxische epidermale Nekrolyse (TEN) oder ein Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (DRESS) entwickelt hat, darf die Behandlung zu keinem Zeitpunkt

wiederaufgenommen werden.

Hautausschläge wurden auch als Teil von DRESS berichtet, auch bekannt als

Hypersensitivitätssyndrom. Dieses Syndrom wird mit einem variablen Muster systemischer Symptome

wie Fieber, Lymphadenopathie, Gesichtsödemen, abnormen Blut-, Leber- und Nierenwerten und

aseptischer Meningitis (siehe Abschnitt 4.8) in Zusammenhang gebracht. Das Syndrom zeigt ein

breites Spektrum klinischer Ausprägung und kann in seltenen Fällen zu disseminierter intravaskulärer

Gerinnung und Multiorganversagen führen. Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Manifestationen von

Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Lymphadenopathie) ohne Anzeichen eines

- 15 -

Hautausschlages auftreten können. Bei Auftreten derartiger Symptome sollte der Patient daher

umgehend untersucht und Lamotrigin sofort abgesetzt werden, wenn keine andere Ursache festgestellt

werden kann.

In den meisten Fällen war die aseptische Meningitis nach Absetzen des Arzneimittels reversibel, trat

aber in einigen Fällen nach Wiederaufnahme der Lamotrigintherapie erneut auf. Nach Re-Exposition

kam es zu einer schnellen und häufig schwerwiegenden Symptomrückkehr. Lamotrigin sollte daher

bei Patienten, die auf Grund einer mit Lamotrigin assoziierten Meningitis das Präparat abgesetzt

haben, nicht wieder angewendet werden.

Unter Anwendung von Lamotrigin wurde auch über Lichtempfindlichkeitsreaktionen berichtet

(siehe Abschnitt 4.8). In einigen Fällen trat die Reaktion bei hohen Dosen (400 mg oder mehr), nach

Dosiserhöhung oder schnellem Auftitrieren auf. Bei Verdacht auf eine mit Lamotrigin assoziierte

Lichtempfindlichkeit bei einem Patienten, der Zeichen von Lichtempfindlichkeit (wie etwa starkem

Sonnenbrand) aufweist, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung gezogen werden. Wenn

ein Fortsetzen der Behandlung mit Lamotrigin als klinisch gerechtfertigt erachtet wird, sollte der

Patient angewiesen werden, Sonneneinstrahlung und künstliches UV-Licht zu vermeiden und

Schutzmaßnahmen zu ergreifen (z. B. Schutzkleidung und Sonnencreme).

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

HLH wurde bei Patienten, die Lamotrigin einnehmen, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). HLH ist

charakterisiert durch Anzeichen und Symptome wie Fieber, Hautausschlag, neurologische Symptome,

Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, Zytopenien, hohe Serum-Ferritin-Werte,

Hypertriglyceridämie sowie Anomalitäten der Leberfunktion und der Blutgerinnung. Die Symptome

treten normalerweise innerhalb der ersten 4 Wochen nach Behandlungsbeginn auf. HLH kann

lebensbedrohlich sein.

Patienten sollten über die Symptome in Zusammenhang mit HLH informiert und darauf hingewiesen

werden sofort medizinische Hilfe aufzusuchen, wenn sie diese Symptome während der Therapie mit

Lamotrigin bemerken.

Untersuchen Sie Patienten, welche diese Anzeichen und Symptome entwickeln, sofort und ziehen Sie

eine HLH Diagnose in Betracht. Lamotrigin muss sofort abgesetzt werden, sofern keine andere

Ursache festgestellt werden kann.

Suizid / Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Suizidgedanken und –versuche wurden bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen

Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Meta-Analyse von randomisierten

placebokontrollierten Studien mit Antiepiletika zeigte ein gering erhöhtes Risiko von Suizidgedanken

und –versuchen). Der Mechanismus dieses Risikos ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten

schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos für Lamictal nicht aus.

Patienten sollen daher auf Anzeichen von Suizidgedanken und –versuchen überwacht werden und eine

entsprechende Therapie soll in Betracht gezogen werden. Patienten (und deren Betreuer) sollen bei

Auftreten derartiger Symptome unverzüglich medizinischen Rat suchen.

Patienten mit einer bipolaren Störung können eine Verschlechterung ihrer depressiven Symptome

und/oder das Aufkommen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten (Suizidalität) erfahren,

unabhängig davon, ob sie Arzneimittel zur Behandlung der bipolaren Störung einschließlich Lamictal

einnehmen oder nicht. Deshalb sollten Patienten, die Lamictal zur Behandlung einer bipolaren Störung

erhalten, insbesondere zu Beginn einer Behandlung oder bei Dosisanpassungen engmaschig auf eine

klinische Verschlechterung (einschließlich der Entwicklung neuer Symptome) und auf Suizidalität

überwacht werden. Bei bestimmten Patienten, wie Patienten mit suizidalem Verhalten oder

Suizidgedanken in der Anamnese, jungen Erwachsenen und jenen, die vor Therapiebeginn in

erheblichem Umfang Suizidgedanken (Suizidalität) gezeigt haben, kann das Risiko von

Suizidgedanken oder -versuchen erhöht sein. Sie sollten daher während der Behandlung sorgfältig

- 16 -

überwacht werden.

Bei Patienten, die eine klinische Verschlechterung (einschließlich des Auftretens neuer Symptome)

und/oder das Aufkommen von Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten zeigen, sollte ein Wechsel

des Therapieregimes einschließlich der Möglichkeit eines Abbruchs der medikamentösen Behandlung

in Betracht gezogen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um schwerwiegende, plötzlich

auftretende oder bisher bei dem Patienten noch nicht vorhandene Symptome handelt.

Hormonelle Kontrazeptiva

Beeinflussung der Wirksamkeit von Lamotrigin durch hormonelle Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Anwendung einer Kombination aus Ethinylestradiol/Levonorgestrel (30 µg/150 µg)

mit Lamotrigin erhöht die Clearance von Lamotrigin um ca. das Zweifache, was zu einer Abnahme der

Lamotriginspiegel führt (siehe Abschnitt 4.5). Eine Abnahme der Lamotriginspiegel wurde mit dem

Verlust der Anfallskontrolle in Zusammenhang gebracht. Nach der Aufdosierung werden daher in den

meisten Fällen höhere Erhaltungsdosen (bis zum Zweifachen) erforderlich sein, um ein maximales

therapeutisches Ansprechen zu erzielen. Wenn die Anwendung hormoneller Kontrazeptiva beendet

wird, kann sich die Clearance von Lamotrigin um die Hälfte reduzieren. Anstiege der

Lamotriginkonzentrationen können mit dosisabhängigen Nebenwirkungen verbunden sein. Deshalb

sollten die Patientinnen diesbezüglich überwacht werden.

Bei Frauen, die nicht bereits einen Induktor der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen und ein

orales Kontrazeptivum anwenden, bei dem eine Woche des Zyklus’ aus einer inaktiven Behandlung

besteht (zum Beispiel "pillenfreie Woche"), kommt es während dieser Woche der inaktiven

Behandlung zu graduellen vorübergehenden Anstiegen der Lamotriginspiegel. Diese Anstiege sind

größer, wenn in den Tagen vor oder während der Woche der inaktiven Behandlung die

Lamotrigindosis erhöht wird. Schwankungen der Lamotriginspiegel in dieser Größenordnung können

mit Nebenwirkungen verbunden sein. Deshalb sollte die Anwendung einer Kontrazeption ohne

pillenfreie Woche als Therapie der ersten Wahl erwogen werden (zum Beispiel kontinuierliche

hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden).

Die Wechselwirkungen zwischen anderen oralen Kontrazeptiva oder Hormonersatztherapien und

Lamotrigin wurden nicht untersucht, obgleich diese möglicherweise die pharmakokinetischen

Parameter von Lamotrigin in ähnlicher Weise beeinflussen.

Beeinflussung der Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva durch Lamotrigin

Eine Wechselwirkungsstudie mit 16 gesunden Probandinnen hat gezeigt, dass bei gleichzeitiger

Verabreichung von Lamotrigin und einem hormonellen kontrazeptiven Kombinationspräparat

(Ethinylestradiol/Levonorgestrel) die Levonorgestrel-Clearance mäßig ansteigt und sich die FSH- und

LH-Spiegel im Serum ändern (siehe Abschnitt 4.5). Der Einfluss dieser Änderungen auf die

Ovulationsaktivität in den Ovarien ist nicht bekannt. Jedoch kann die Möglichkeit nicht

ausgeschlossen werden, dass diese Änderungen bei einigen Patientinnen, die Hormonpräparate

zusammen mit Lamotrigin einnehmen, zu einer Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit

führen. Daher sollen Patientinnen angehalten werden, jede Veränderung ihrer Menstruation wie z.B.

Zwischenblutungen umgehend zu berichten.

Dihydrofolatreduktase

Da Lamotrigin die Dihydrofolatreduktase geringfügig hemmt, besteht während der Langzeittherapie

die Möglichkeit einer Beeinflussung des Folsäurestoffwechsels (siehe Abschnitt 4.6). Bei der

langfristigen Gabe bis zu 1 Jahr induzierte Lamotrigin jedoch keine klinisch bedeutsamen Änderungen

der Hämoglobinkonzentration, des mittleren Erythrozytenvolumens oder der Folsäurekonzentration im

Serum oder in den Erythrozyten; gleiches gilt für die Folsäurekonzentration in den Erythrozyten nach

Verabreichung von Lamotrigin über einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren.

- 17 -

Niereninsuffizienz

In Einzeldosisstudien mit Probanden mit Niereninsuffizienz waren die Plasmakonzentrationen von

Lamotrigin nicht signifikant verändert. Trotzdem sollte die Behandlung von Patienten mit

Niereninsuffizienz mit Vorsicht erfolgen, da eine Anreicherung des Glucuronidmetaboliten erwartet

wird.

Patienten, die andere Lamotrigin-haltige Präparate einnehmen

Lamictal sollte von Patienten, die bereits mit einem anderen Lamotrigin-haltigen Präparat behandelt

werden, nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Brugada-EKG

Arrhythmogene ST-T Anomalien und typische Brugada-EKG-Muster wurden bei Patienten, welche

mit Lamotrigin behandelt wurden, berichtet. Die Anwendung von Lamotrigin sollte bei Patienten mit

Brugada-Syndrom sorgfältig abgewogen werden.

Lamictal enthält weniger als 1mmol Natrium (23mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Entwicklung von Kindern

Über die Wirkung von Lamotrigin auf Wachstum, sexuelle Reifung sowie kognitive, emotionale und

verhaltensbezogene Entwicklung bei Kindern liegen keine Daten vor.

Vorsichtsmaßnahmen in Zusammenhang mit Epilepsie

Wie bei anderen Antiepileptika kann das plötzliche Absetzen von Lamictal Rebound-Anfälle

hervorrufen. Daher sollte die Dosis von Lamictal schrittweise über einen Zeitraum von 2 Wochen

reduziert werden, es sei denn, dass Sicherheitserwägungen (z. B. Hautausschlag) einen plötzlichen

Abbruch erforderlich machen.

Es gibt Berichte in der Literatur, wonach schwere Krampfanfälle einschließlich eines Status

epilepticus zu Rhabdomyolyse, Multiorganversagen und disseminierter intravaskulärer Gerinnung mit

gelegentlich tödlichem Ausgang führen können. Ähnliche Fälle sind in Zusammenhang mit der

Anwendung von Lamotrigin aufgetreten.

Möglicherweise kann es zu einer klinisch signifikanten Verschlechterung der Anfallsfrequenz statt zu

einer Besserung kommen. Bei Patienten mit mehr als einer Anfallsart ist der beobachtete Nutzen der

Kontrolle einer Anfallsart gegen jede beobachtete Verschlechterung einer anderen Anfallsart

abzuwägen.

Myoklonische Anfälle können durch Lamotrigin verstärkt werden.

Die vorliegenden Daten liefern Hinweise darauf, dass das Ansprechen in Kombination mit

Enzyminduktoren geringer ist als in Kombination mit nicht enzyminduzierenden Antiepileptika. Der

Grund ist unklar.

Bei Kindern, die Lamotrigin zur Behandlung typischer Absencen einnehmen, lässt sich die

Wirksamkeit möglicherweise nicht bei allen Patienten aufrechterhalten.

Vorsichtsmaßnahmen in Zusammenhang mit bipolarer Störung

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Eine Behandlung mit Antidepressiva ist bei Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven Störung

- 18 -

(Major Depression) und anderen psychiatrischen Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko suizidaler

Gedanken und suizidalen Verhaltens verbunden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur an Erwachsenen durchgeführt.

Uridin-5'-diphospho (UDP)-Glucuronyltransferasen (UGTs) wurden als die Enzyme identifiziert, die

für die Metabolisierung von Lamotrigin verantwortlich sind. Arzneimittel, die die Glucuronidierung

induzieren oder hemmen, können daher die scheinbare Clearance von Lamotrigin beeinflussen. Starke

oder moderate Induktoren des Cytochrom-P450 3A4 (CYP3A4)-Enzyms, von denen auch bekannt ist,

dass sie UGTs induzieren, können ebenfalls den Metabolismus von Lamotrigin verstärken.

Diejenigen Arzneimittel, die nachweislich eine klinisch signifikante Auswirkung auf den Lamotrigin

Stoffwechel haben, sind in Tabelle 6 dargestellt. Eine genaue Dosierungsanleitung für diese

Arzneimittel ist in Abschnitt 4.2 angeführt.

Tabelle 6: Wirkungen anderer Arzneimittel auf die Glucuronidierung von Lamotrigin

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin signifikant

hemmen

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin signifikant

induzieren

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren

Valproat

Phenytoin

Oxcarbazepin

Carbamazepin

Felbamat

Phenobarbital

Gabapentin

Primidon

Levetiracetam

Rifampicin

Pregabalin

Lopinavir/Ritonavir

Topiramat

Ethinylestradiol/Levonorgestrel-

Zonisamid

Kombinationen**

Lithium

Atazanavir/Ritonavir*

Bupropion

Olanzapin

Aripiprazol

Lacosamid

Perampanel

Für Dosierungsempfehlungen siehe Abschnitt 4.2

** Andere orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht, obgleich sie

möglicherweise die pharmakokinetischen Parameter von Lamotrigin in ähnlicher Weise beeinflussen

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Es gibt keinen Beleg, dass Lamotrigin eine klinisch signifikante Induktion oder Hemmung der

Cytochrom-P450-Enzyme in der Leber verursacht. Lamotrigin kann zwar seinen eigenen

Metabolismus induzieren, aber die Wirkung ist mäßig ausgeprägt und relevante klinische Folgen sind

unwahrscheinlich.

Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika

Valproat, das die Glucuronidierung von Lamotrigin hemmt, vermindert die Metabolisierung von

Lamotrigin und erhöht die mittlere Halbwertszeit von Lamotrigin um annähernd das Zweifache. Bei

Patienten, die gleichzeitig mit Valproat behandelt werden, sollte das entsprechende

Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

- 19 -

Bestimmte Antiepileptika (wie zum Beispiel Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Primidon)

welche die Cytochrom-P450-Enzyme induzieren, induzieren auch die UGTs, und beschleunigen daher

die Metabolisierung von Lamotrigin. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Phenytoin, Carbamazepin,

Phenobarbital oder Primidon behandelt werden, sollte das entsprechende Behandlungsschema

angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten, die nach der Einleitung der Lamotrigintherapie zusätzlich Carbamazepin einnahmen,

wurde über zentralnervöse Störungen wie Schwindel, Ataxie, Diplopie, Verschwommensehen und

Übelkeit berichtet. Diese Ereignisse gehen im Allgemeinen nach Reduktion der Carbamazepin-Dosis

wieder zurück. Eine ähnliche Wirkung wurde während einer Studie mit Lamotrigin und Oxcarbazepin

bei gesunden erwachsenen Probanden beobachtet, aber der Effekt einer Dosisreduktion wurde nicht

untersucht.

Es gibt in der Literatur Berichte über einen erniedrigten Lamotrigin-Spiegel, wenn Lamotrigin

zusammen mit Oxcarbazepin angewendet wurde. Allerdings veränderte Oxcarbazepin in einer

prospektiven Studie mit gesunden erwachsenen Probanden, die 200 mg Lamotrigin und 1200 mg

Oxcarbazepin anwendeten, nicht den Metabolismus von Lamotrigin und umgekehrt veränderte

Lamotrigin nicht den Metabolismus von Oxcarbazepin. Deshalb sollte bei Patienten, die eine

begleitende Therapie mit Oxcarbazepin erhalten, das Behandlungsschema wie für eine Lamotrigin

Zusatztherapie ohne Valproat und ohne Induktoren der Glucuronidierung angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.2).

In einer Studie mit gesunden erwachsenen Probanden schien Felbamat (1200 mg zweimal täglich) bei

gleichzeitiger Gabe mit Lamotrigin (100 mg zweimal täglich für 10 Tage) keine klinisch relevanten

Wirkungen auf den Metabolismus von Lamotrigin auszuüben.

Auf Basis einer retrospektiven Analyse der Plasmaspiegel von Patienten, die Lamotrigin mit und ohne

Gabapentin erhielten, scheint Gabapentin die apparente Clearance von Lamotrigin nicht zu verändern.

Potenzielle Wechselwirkungen zwischen Levetiracetam und Lamotrigin wurden durch Beurteilung der

Serumkonzentrationen beider Substanzen in placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Die

Daten weisen darauf hin, dass Lamotrigin nicht die Pharmakokinetik von Levetiracetam und

Levetiracetam nicht die Pharmakokinetik von Lamotrigin beeinflusst.

Die Steady-state-Talspiegel von Lamotrigin wurden durch die gleichzeitige Gabe von Pregabalin

(200 mg dreimal täglich) nicht beeinflusst. Zwischen Lamotrigin und Pregabalin bestehen keine

pharmakokinetischen Wechselwirkungen.

Topiramat änderte die Plasmakonzentrationen von Lamotrigin nicht. Die Verabreichung von

Lamotrigin führte zu einem Anstieg der Topiramatkonzentrationen von 15 %.

In einer Studie mit Epilepsiepatienten hatte die gleichzeitige Gabe von Zonisamid (200 bis

400 mg/Tag) und Lamotrigin (150 bis 500 mg/Tag) für 35 Tage keinen signifikanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik von Lamotrigin.

Die Plasmakonzentrationen von Lamotrigin wurden in placebokontrollierten klinischen Studien bei

Patienten mit partiellen Anfällen durch gleichzeitige Anwendung von Lacosamid (200, 400 oder 600

mg/Tag) nicht beeinflusst.

In einer gepoolten Analyse von Daten aus drei plazebokontrollierten klinischen Studien, welche die

zusätzliche Verabreichung von Perampanel bei Patienten mit partiellen und primär generalisierten

tonisch

klonischen Anfällen untersuchten, führte die höchste untersuchte Perampaneldosis (12

mg/Tag) zu einer Reduktion der Lamotrigin

Clearance um weniger als 10%. Eine Auswirkung dieser

Größenordnung wird nicht als klinisch relevant angesehen.

- 20 -

Obgleich Änderungen der Plasmakonzentrationen anderer Antiepileptika durch Lamotrigin

beschrieben wurden, konnte in kontrollierten Studien kein Einfluss von Lamotrigin auf die

Plasmakonzentrationen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika festgestellt werden. Ergebnisse

entsprechender

In-vitro

-Untersuchungen zeigen, dass Lamotrigin andere Antiepileptika nicht aus ihren

Proteinbindungsstellen verdrängt.

Wechselwirkungen mit anderen psychoaktiven Arzneimitteln

Bei 20 gesunden Probanden, die 6 Tage lang 100 mg/Tag Lamotrigin und zweimal täglich 2 g

wasserfreies Lithiumgluconat erhielten, zeigte sich keine Veränderung der Pharmakokinetik von

Lithium.

Multiple orale Dosen von Bupropion hatten bei 12 Probanden keinen statistisch signifikanten Einfluss

auf die Pharmakokinetik einer Einzeldosis Lamotrigin und führten lediglich zu einem leichten Anstieg

der AUC von Lamotriginglucuronid.

In einer Studie mit gesunden Erwachsenen reduzierten 15 mg Olanzepin die AUC und Cmax von

Lamotrigin um durchschnittlich 24 % bzw. 20 %. Eine Veränderung dieser Größenordnung wird

allgemein als nicht klinisch relevant erachtet. 200 mg Lamotrigin veränderten nicht die

Pharmakokinetik von Olanzepin.

Multiple orale Dosen von 400 mg Lamotrigin pro Tag hatten bei 14 gesunden erwachsenen Probanden

keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 2 mg Risperidon.

Nach der gleichzeitigen Gabe von 2 mg Risperidon und Lamotrigin berichteten 12 der 14 Probanden

Somnolenz im Vergleich zu 1 von 20 Probanden, wenn Risperidon allein verabreicht wurde, und zu

keinem, wenn Lamotrigin allein verabreicht wurde.

In einer Studie mit 18 erwachsenen Patienten mit bipolar I Störung unter Lamotrigintherapie (100-

400mg/Tag), wurde die Dosis von Aripiprazol von 10 mg/Tag auf eine Zieldosis von 30mg /Tag im

Verlauf von 7 Tagen gesteigert und dann 7 Tage lang 1x täglich beibehalten. Eine durchschnittliche

Verminderung der C

und AUC von Lamotrigin um 10% wurde beobachtet. Es wird nicht erwartet,

dass ein Effekt dieser Größenordnung eine klinische Konsequenz hat.

In-vitro

-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bildung des Hauptmetaboliten von Lamotrigin, des

2-N-Glucuronids, durch die gleichzeitige Inkubation mit Amitriptylin, Bupropion, Clonazepam,

Haloperidol oder Lorazepam minimal gehemmt wird. Diese Untersuchungen lassen außerdem darauf

schließen, dass der Metabolismus von Lamotrigin vermutlich nicht durch Clozapin, Fluoxetin,

Phenelzin, Risperidon, Sertralin oder Trazodon beeinflusst wird. Darüber hinaus deutet eine

Untersuchung des Metabolismus von Bufuralol, bei der humane Lebermikrosomenpräparate

verwendet wurden, darauf hin, dass Lamotrigin die Clearance von Arzneimitteln, die hauptsächlich

über das Enzym CYP2D6 metabolisiert werden, nicht vermindert.

Wechselwirkungen mit hormonellen Kontrazeptiva

Einfluss hormoneller Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin

In einer Studie mit 16 Probandinnen führte die Gabe eines oralen kontrazeptiven

Kombinationspräparates aus 30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel zu einem ca. zweifachen

Anstieg der oralen Clearance von Lamotrigin, wodurch die AUC und die C

von Lamotrigin um

durchschnittlich 52 % bzw. 39 % sanken. Die Serumkonzentrationen von Lamotrigin stiegen

während der wirkstofffreien Behandlungswoche eines Zyklus (einschließlich der "pillenfreien

Woche") wieder an und waren am Ende dieser Behandlungswoche durchschnittlich etwa zweifach

höher als während der gemeinsamen Einnahme von Lamotrigin mit dem Kontrazeptivum (siehe

Abschnitt 4.4). Allein auf Basis der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva dürften Anpassungen

der in den Dosierungsrichtlinien für die Dosissteigerung empfohlenen Dosen nicht erforderlich sein,

aber die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen erhöht oder verringert werden,

wenn die Anwendung hormoneller Kontrazeptiva begonnen bzw. beendet wird (siehe Abschnitt 4.2).

- 21 -

Einfluss von Lamotrigin auf die Pharmakokinetik hormoneller Kontrazeptiva

In einer Studie mit 16 Probandinnen hatte eine Steady-state-Dosis von 300 mg Lamotrigin keinen

Einfluss auf die Ethinylestradiol-Komponente eines oralen Kombinationspräparates. Es wurde ein

mäßiger Anstieg der oralen Clearance der Levonorgestrel-Komponente beobachtet, wodurch die AUC

und die C

von Levonorgestrel um durchschnittlich 19 % bzw. 12 % sanken. Die Messungen von

FSH, LH und Estradiol im Serum während der Studie zeigten bei einigen Frauen einen teilweisen

Verlust der Suppression der ovariellen Hormonaktivität, obwohl die Messung des Progesterons im

Serum zeigte, dass es bei keiner der 16 Frauen zu einer hormonell bestätigten Ovulation kam. Der

Einfluss des mäßigen Anstiegs der Clearance von Levonorgestrel und die Änderungen der

Serumkonzentrationen von FSH und LH auf die ovulatorische Aktivität der Ovarien ist ungeklärt

(siehe Abschnitt 4.4). Die Wirkungen anderer Dosen außer 300 mg Lamotrigin pro Tag wurden nicht

untersucht, und es wurden keine Studien mit anderen Präparaten mit weiblichen Geschlechtshormonen

durchgeführt.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

In einer Studie mit 10 männlichen Probanden erhöhte Rifampicin die Clearance von Lamotrigin und

verringerte die Halbwertszeit von Lamotrigin durch Induktion der Leberenzyme, die für die

Glucuronidierung verantwortlich sind. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Rifampicin behandelt

werden, sollte das entsprechende Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

In einer Studie mit gesunden Probanden senkte Lopinavir/Ritonavir die Plasmakonzentrationen von

Lamotrigin um etwa die Hälfte, was wahrscheinlich auf die Induktion der Glucuronidierung

zurückzuführen ist. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Lopinavir/Ritonavir behandelt werden, sollte

das entsprechende Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

In einer Studie mit gesunden Probanden reduzierte die Gabe von Atazanavir/Ritonavir

(300 mg/100 mg) über 9 Tage die AUC und C

von Lamotrigin (Einzeldosis von 100mg) um

durchschnittlich 32% beziehungsweise 6%. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Atazanavir/Ritonavir

behandelt werden, sollte die entsprechende Dosierungsempfehlung zur Anwendung kommen (siehe

Abschnitt 4.2).

Daten aus

in vitro

Untersuchungen des Einflusses von Lamotrigin auf OCT 2 zeigen, dass Lamotrigin,

aber nicht der N(2)-Glucuronid-Metabolit, ein Inhibitor von OCT 2 in möglicherweise klinisch

relevanten Konzentrationen ist. Diese Daten zeigen, dass Lamotrigin ein Inhibitor von OCT 2 ist mit

einem IC

Wert von 53,8. Die gleichzeitige Verabreichung von Lamotrigin mit renal ausgeschiedenen

Arzneimitteln, die Substrate von OCT 2 sind (z.B. Metformin, Gabapentin und Vareniclin) kann zu

erhöhten Plasmaspiegeln dieser Produkte führen. Die klinische Bedeutung wurde nicht genau definiert

dessen ungeachtet sollte man bei Patienten die zusätzlich diese Arzneimittel nehmen, Vorsicht walten

lassen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Risiko im Zusammenhang mit Antiepileptika im Allgemeinen

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte eine Beratung durch den Facharzt erfolgen. Wenn eine Frau

plant, schwanger zu werden, sollte die Notwendigkeit einer antiepileptischen Therapie überdacht

werden. Bei Frauen, die wegen ihrer Epilepsie behandelt werden, ist ein plötzliches Absetzen der

antiepileptischen Therapie zu vermeiden, da dies zu Durchbruchsanfällen mit schwerwiegenden

Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind führen kann. Eine Monotherapie sollte wenn möglich

bevorzugt werden, weil eine Therapie mit mehreren Antiepileptika im Vergleich zur Monotherapie mit

- 22 -

einem höheren Risiko für kongenitale Fehlbildungen verbunden sein könnte, abhängig von den

kombinierten Antiepileptika.

Risiko im Zusammenhang mit Lamotrigin

Schwangerschaft

Eine große Menge an Daten von schwangeren Frauen, welche im ersten Trimester der

Schwangerschaft eine Lamotrigin Monotherapie erhielten (mehr als 8700) zeigen keine Anzeichen für

ein erhöhtes Risiko für schwere kongenitale Missbildungen inklusive oraler Spaltbildungen.

Tierexperimentelle Studien haben Entwicklungstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Wenn eine Lamotrigintherapie während der Schwangerschaft als notwendig erachtet wird, wird die

niedrigstmögliche therapeutische Dosis empfohlen.

Lamotrigin hemmt geringfügig die Dihydrofolatreduktase und könnte daher theoretisch durch

Senkung der Folsäurespiegel zu einem erhöhten Risiko einer embryofetalen Schädigung führen. Bei

Planung einer Schwangerschaft und während der Frühschwangerschaft kann die Einnahme von

Folsäure in Betracht gezogen werden.

Die physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft können die Lamotriginspiegel

und/oder die therapeutische Wirkung beeinflussen. Es gab Berichte über erniedrigte Lamotriginspiegel

während der Schwangerschaft mit einem potenziellen Risiko des Verlusts der Anfallskontrolle. Nach

der Entbindung können die Lamotriginspiegel rasch ansteigen mit dem Risiko dosisabhängiger

Nebenwirkungen. Deshalb sollten die Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor, während und nach

der Schwangerschaft sowie kurz nach der Entbindung überwacht werden. Falls erforderlich, sollte die

Dosis angepasst werden, um die Serumkonzentration von Lamotrigin auf der gleichen Höhe wie vor

der Schwangerschaft zu halten, oder sie muss dem klinischen Ansprechen angepasst werden. Darüber

hinaus ist auf dosisabhängige Nebenwirkungen nach der Entbindung zu achten.

Stillzeit

Es wurde berichtet, dass Lamotrigin in sehr unterschiedlichen Konzentrationen in die Muttermilch

übergeht, was zu Gesamtspiegeln von Lamotrigin bei Kleinkindern führt, die bei bis zu 50 % des

Spiegels der Mutter liegen. Daher können die Serumkonzentrationen von Lamotrigin bei einigen

gestillten Säuglingen Werte erreichen, bei denen pharmakologische Wirkungen auftreten.

Der potenzielle Nutzen des Stillens sollte gegen das potenzielle Risiko von Nebenwirkungen beim

Säugling abgewogen werden. Sollte sich eine Frau während der Therapie mit Lamotrigin für das

Stillen entscheiden, muss der Säugling auf mögliche Nebenwirkungen wie Sedierung, Hautausschlag

und schlechte Gewichtszunahme überwacht werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Beeinträchtigung der Fertilität durch Lamotrigin (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Da Patienten auf alle antiepileptischen Therapien individuell unterschiedlich ansprechen, sollten sich

Patienten, die zur Behandlung der Epilepsie Lamictal einnehmen, von ihrem Arzt zu dem spezifischen

Thema der Verkehrstüchtigkeit und Epilepsie beraten lassen.

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Zwei Studien an Probanden haben gezeigt, dass sich

Lamotrigin hinsichtlich der Wirkung auf die visuomotorische Koordination/Feinmotorik, die

Augenbewegungen, die Körperschwankungen und auf subjektive sedierende Wirkungen nicht von

- 23 -

Placebo unterscheidet. In klinischen Studien mit Lamotrigin wurden Nebenwirkungen neurologischen

Charakters wie Schwindel und Diplopie berichtet. Deshalb sollten Patienten darauf achten, wie die

Lamictaltherapie auf sie wirkt, bevor sie ein Kraftfahrzeug führen oder Maschinen bedienen.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Epilepsie und bipolarer Störung basieren auf verfügbaren Daten aus

klinischen Studien und anderen klinischen Erfahrungen und sind in der untenstehenden Tabelle

aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien sind aus kontrollierten klinischen Studien (Epilepsie

Monotherapie (mit einem

gekennzeichnet) und bipolare Störung (mit einem

gekennzeichnet))

abgeleitet. Wenn die Häufigkeitskategorie von Epilepsie und Bipolarer Störung unterschiedlich ist,

wird die konservativste gezeigt. Wenn jedoch keine Daten aus kontrollierten, klinischen Studien

verfügbar sind, werden die Häufigkeitskategorien auf Grund anderer klinischer Erfahrung festgelegt.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, <

1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Systemorganklassen

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

Blutbildveränderungen

einschließlich

Neutropenie, Leukopenie, Anämie,

Thrombozytopenie, Panzytopenie,

aplastische Anämie, Agranulozytose.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose

(HLH)

Lymphadenopathie

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitssyndrom

Hypogammaglobulinämie

Sehr selten

Nicht bekannt

Psychiatrische Erkrankungen

Aggressivität, Reizbarkeit

Verwirrtheit, Halluzinationen, Tics

Albträume

Häufig

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Somnolenz

, Schwindel

, Tremor

Insomnie

, Agitiertheit

Ataxie

Nystagmus

, Aseptische Meningitis (siehe

Abschnitt 4.4)

Standunsicherheit, Bewegungsstörungen,

Verschlimmerung der Parkinson-

Krankheit

, extrapyramidale

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

- 24 -

Nebenwirkungen, Choreoathetose

Zunahme der Anfallsfrequenz.

Augenerkrankungen

Diplopie

, Verschwommensehen

Konjunktivitis

Gelegentlich

Selten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

, Erbrechen

, Diarrhö

Mundtrockenheit

Häufig

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberversagen, Leberfunktionsstörungen

erhöhte Leberfunktionswerte

Sehr selten

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Hautausschlag

Alopezie

Lichtempfindlichkeitsreaktion

Stevens-Johnson-Syndrom

Toxische epidermale Nekrolyse

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie

und systemischen

Symptomen

Sehr häufig

Gelegentlich

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Arthralgie

Lupus-ähnliche Reaktionen

Häufig

Sehr selten

Nieren- und

Harnwegserkrankungen

Tubulointerstitielle Nephritis,

tubulointerstitielle Nephritis und Uveitis-

Syndrom

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit

, Schmerzen

Rückenschmerzen

Häufig

Blutbildveränderungen und Lymphadenopathie können sowohl in Verbindung mit einem

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) /

Überempfindlichkeitssyndrom als auch allein auftreten (siehe Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch und Erkrankungen des Immunsystems).

Hautausschläge wurden auch als Teil dieses Syndroms, auch bekannt als DRESS, berichtet. Dieses

Syndrom wird mit einem variablen Muster systemischer Symptome wie Fieber, Lymphadenopathie,

Gesichtsödem und abnormen Blut-, Leber- und Nierenwerten in Zusammenhang gebracht. Das

Syndrom zeigt ein breites Spektrum klinischer Ausprägung und kann in seltenen Fällen zu

disseminierter intravaskulärer Gerinnung und Multiorganversagen führen. Es ist wichtig zu beachten,

dass frühe Manifestationen von Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Lymphadenopathie)

ohne Anzeichen eines Hautausschlages auftreten können. Bei Auftreten derartiger Symptome sollte

der Patient daher umgehend untersucht und Lamotrigin sofort abgesetzt werden, wenn keine andere

Ursache festgestellt werden kann (siehe Abschnitt 4.4).

Diese Nebenwirkungen beruhen auf anderen klinischen Erfahrungen. Es liegen Berichte vor, dass

Lamictal die Parkinson-Symptome bei Patienten mit vorbestehender Parkinson-Krankheit

verschlimmern sowie in Einzelfällen auch bei Patienten ohne diese Grunderkrankung zu

extrapyramidalen Wirkungen und Choreoathetose führen kann.

Leberfunktionsstörungen treten im Allgemeinen in Verbindung mit Überempfindlichkeitsreaktionen

auf, es wurden aber auch Einzelfälle ohne offenkundige Zeichen von Überempfindlichkeit berichtet.

In klinischen Studien mit Erwachsenen traten Hautauschläge bei 8-12% der Patienten mit Lamotrigin

- 25 -

und bei 5-6% der Patienten mit Placebo auf. Die Hautausschläge führten bei 2% der mit Lamotrigin

behandelten Patienten zum Abbruch der Therapie. Die meist makulopapulären Hauterscheinungen

treten in der Regel innerhalb der ersten acht Behandlungswochen auf und klingen nach Absetzen von

Lamictal wieder ab (siehe Abschnitt 4.4)

Es wurden schwere, potenziell lebensbedrohliche Hautausschläge einschließlich Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) und Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) berichtet. Auch wenn sich die Mehrzahl nach

Absetzen der Lamotrigintherapie zurückbildet, bleiben bei einigen Patienten irreversible Narben

zurück. Selten traten dabei Fälle mit tödlichem Ausgang auf (siehe Abschnitt 4.4).

Insgesamt scheint das Risiko eines Hautausschlages in engem Zusammenhang zu stehen mit:

hohen Anfangsdosen von Lamotrigin und einem Überschreiten der empfohlenen Dosissteigerung

(siehe Abschnitt 4.2)

der gleichzeitigen Anwendung von Valproat (siehe Abschnitt 4.2).

Es gab Berichte von verminderter Knochendichte, Osteopenie, Osteoporose und Knochenbrüchen bei

Patienten unter langdauernder Lamotrigintherapie. Die Art und Weise wie Lamotrigin den

Knochenmetabolismus beeinflusst wurde nicht identifiziert.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Österreich:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Österreich:

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Die akute Einnahme von Dosen, die mehr als das 10- bis 20fache der maximalen therapeutischen

Dosis betrugen, wurde berichtet, einschließlich Todesfällen. Die Überdosierung führte zu Symptomen

wie Nystagmus, Ataxie, Bewusstseinsstörungen, starken Krämpfen und Koma. QRS Ausweitung

(Ventrikel Leitungs Verzögerung) wurde ebenfalls bei Patienten mit Überdosierung beobachtet.

Ausweitung der QRS Dauer auf mehr als 100 mSekunden kann mit einer schwereren Toxizität

verbunden sein.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient einer stationären Überwachung mit allgemein

unterstützenden Maßnahmen zugeführt werden. Falls indiziert, sollte eine Behandlung zur

Verringerung der Resorption (Aktivkohle) durchgeführt werden. Die weitere Behandlung erfolgt

symptomatisch. Zur Hämodialyse als Therapiemaßnahme bei Überdosierung liegen keine Erfahrungen

vor. Bei 6 Probanden mit Niereninsuffizienz wurden 20 % des Lamotrigins während einer 4-stündigen

Hämodialyse aus dem Körper entfernt (siehe Abschnitt 5.2).

- 26 -

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX09.

Wirkmechanismus

Die Ergebnisse pharmakologischer Studien deuten darauf hin, dass Lamotrigin ein aktions- und

spannungsabhängiger Blocker der spannungsgesteuerten Natriumkanäle ist. Es hemmt die anhaltenden

repetitiven Entladungen der Neurone und die Freisetzung von Glutamat (der Neurotransmitter, der bei

der Erzeugung epileptischer Anfälle eine Schlüsselrolle spielt). Diese Wirkungen tragen

wahrscheinlich zu den antikonvulsiven Eigenschaften von Lamotrigin bei.

Hingegen sind die Mechanismen, durch die Lamotrigin seine therapeutische Wirkung bei bipolaren

Störungen entfaltet, noch nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich ist die Interaktion mit den

spannungsgesteuerten Natriumkanälen von Bedeutung.

Pharmakodynamische Wirkungen

In Studien zur Bewertung von Arzneimittelwirkungen auf das zentrale Nervensystem unterschieden

sich die bei gesunden Probanden nach Gabe von 240 mg Lamotrigin erzielten Ergebnisse nicht von

denen nach Verabreichung von Placebo, während 1000 mg Phenytoin und 10 mg Diazepam die

visuomotorische Koordination/Feinmotorik und die Augenbewegungen signifikant beeinträchtigten,

die Körperschwankungen verstärkten und zu subjektiven sedierenden Wirkungen führten.

In einer anderen Studie zeigten orale Einzeldosen von 600 mg Carbamazepin eine signifikante

Beeinträchtigung der visuomotorischen Koordination/Feinmotorik und der Augenbewegungen sowie

eine Zunahme von Körperschwankungen und der Herzfrequenz, während sich die Ergebnisse mit

Lamotrigin in Dosen von 150 mg und 300 mg nicht von Placebo unterschieden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern im Alter von 1 bis 24 Monaten

Wirksamkeit und Sicherheit der Zusatztherapie partieller Anfälle bei Patienten im Alter von 1 bis 24

Monaten wurden in einer kleinen doppelblinden placebokontrollierten Entzugsstudie beurteilt. Die

Therapie wurde bei 177 Probanden mit einem Dosistitrationsschema eingeleitet, das dem von Kindern

im Alter von 2 bis 12 Jahren ähnlich war. Da Lamotrigin 2 mg Tabletten die geringste verfügbare

Wirkstärke sind, wurde das Standarddosierschema in einigen Fällen während der Titrationsphase

angepasst (z.B. durch Gabe einer 2 mg Tablette jeden zweiten Tag, wenn die errechnete Dosis weniger

als 2 mg betrug). Die Serumspiegel wurden am Ende der Woche 2 der Titrationsphase gemessen und

die nachfolgende Dosis entweder reduziert oder nicht erhöht, wenn die Konzentration mehr als 0,41

µg/ml betrug, was der erwarteten Konzentration bei Erwachsenen zu diesem Zeitpunkt entspricht. Am

Ende von Woche 2 waren bei einigen Patienten Dosisreduktionen von bis zu 90 % erforderlich. 38

Responder (> 40 % Abnahme der Anfallsfrequenz) wurden randomisiert der Behandlung mit Placebo

oder der weiteren Behandlung mit Lamotrigin zugeordnet. Der Anteil der Probanden mit

Therapieversagen betrug in dem Placeboarm 84 % (16/19 Probanden) und in dem Lamotriginarm 58

% (11/19 Probanden). Der Unterschied war nicht statistisch signifikant: 26,3 %, KI 95% - 2,6 % <>

50,2 %, p = 0,07.

Insgesamt erhielten 256 Probanden im Alter von 1 bis 24 Monaten Lamotrigin in einem Dosisbereich

von 1 bis 15 mg/kg/Tag für bis zu 72 Wochen. Das Sicherheitsprofil von Lamotrigin bei Kindern im

Alter von 1 Monat bis 2 Jahren war jenem bei älteren Kindern ähnlich, außer dass eine klinisch

- 27 -

signifikante Verschlechterung der Anfälle (≥ 50 %) häufiger bei Kindern unter 2 Jahren (26 %) als bei

älteren Kindern (14 %) berichtet wurde.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit beim Lennox-Gastaut-Syndrom

Es liegen keine Daten zur Monotherapie von Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-

Syndrom vor.

Klinische Wirksamkeit bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit bipolarer

Störung

Die Wirksamkeit von Lamotrigin bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit

Bipolar-I-Störung wurde in zwei Studien beurteilt.

Bei der klinischen Studie SCAB2003 handelte es sich um eine multizentrische, doppelblinde, Doppel-

Dummy-, placebo- und lithiumkontrollierte, randomisierte Fixdosis-Studie zur Beurteilung der

Langzeitprävention von Rückfall und Rezidiv einer Depression und/oder Manie bei Patienten mit

Bipolar-I-Störung, die kürzlich oder aktuell an einer typischen depressiven Episode litten. Nach

Stabilisierung der Patienten mit Lamotrigin als Mono- oder Zusatztherapie wurden die Patienten

randomisiert einer der fünf folgenden Behandlungsgruppen für maximal 76 Wochen (18 Monate)

zugeordnet: Lamotrigin (50, 200, 400 mg/Tag), Lithium (Serumspiegel von 0,8 bis 1,1 mmol/l) oder

Placebo. Der primäre Endpunkt war die "Zeit bis zur Intervention wegen einer Stimmungsepisode

(TIME = Time to Intervention for a Mood Episode)", wobei die Interventionen aus zusätzlicher

Pharmakotherapie oder elektrokonvulsiver Therapie (EKT) bestanden. Die Studie SCAB2006 hatte

ein ähnliches Design wie die Studie SCAB2003, unterschied sich aber von der Studie SCAB2003

durch die Beurteilung einer flexiblen Dosierung von Lamotrigin (100 bis 400 mg/Tag) und durch den

Einschluss von Patienten mit Bipolar-I-Störung, die kürzlich oder aktuell an einer manischen Episode

litten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 zusammengefasst.

Tabelle 7: Zusammenfassung der Ergebnisse aus Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit von

Lamotrigin bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit Bipolar-I-Störung

Anteil der ereignisfreien Patienten nach Woche 76

Studie SCAB2003

Bipolar I

Studie SCAB2006

Bipolar I

Einschlusskriterium

Typische depressive Episode

Typische manische Episode

Lamotrigin

Lithium

Placebo

Lamotrigin

Lithium

Placebo

Interventionsfrei

0,22

0,21

0,12

0,17

0,24

0,04

p-Wert Log-Rank-

Test

0,004

0,006

0,023

0,006

Depressionsfrei

0,51

0,46

0,41

0,82

0,71

0,40

p-Wert Log-Rank-

Test

0,047

0,209

0,015

0,167

Maniefrei

0,70

0,86

0,67

0,53

0,64

0,37

p-Wert Log-Rank-

Test

0,339

0,026

0,280

0,006

In unterstützenden Analysen der Zeit bis zur ersten depressiven Episode und der Zeit bis zur ersten

manischen/hypomanischen oder gemischten Episode war die Zeit bis zur ersten depressiven Episode

bei den mit Lamotrigin behandelten Patienten signifikant länger als bei den Patienten unter Placebo.

Der Unterschied hinsichtlich der Zeit bis zu manischen/hypomanischen oder gemischten Episoden war

jedoch nicht statistisch signifikant.

- 28 -

Die Wirksamkeit von Lamotrigin in Kombination mit Stimmungsstabilisierern wurde noch nicht

ausreichend untersucht.

Kinder (im Alter von 10-12 Jahren) und Jugendliche (im Alter von 13-17 Jahren)

Eine multizentrische, Parallelgruppen-, plazebo-kontrollierte, doppel-blinde, randomisierte

Absetzstudie evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit von Lamotrigin IR als Zusatzmedikation in

der Erhaltungstherapie, um Stimmungsepisoden bei männlichen und weiblichen Kindern und

Jugendlichen (im Alter von 10-17 Jahren) hinauszuzögern. Bei diesen Patienten wurde eine Bipolar-I-

Störung diagnostiziert, und es kam zur Remission oder Verbesserung einer bipolaren Episode während

der Behandlung mit Lamotrigin in Kombination mit Antipsychotika oder anderen

stimmungsstabilisierenden Medikamenten. Das Ergebnis der primären Wirksamkeitsanalyse (Zeit bis

zum Auftreten eines bipolaren Ereignisses – TOBE) erreichte keine statistische Signifikanz

(p=0,0717), daher wurde die Wirksamkeit nicht gezeigt. Zusätzlich zeigten Ergebnisse zur Sicherheit

eine vermehrte Meldung von suizidalem Verhalten bei mit Lamotrigin behandelten Patienten: 5% (4

Patienten) in der Lamotrigin-Gruppe im Vergleich zu 0 in der Plazebo-Gruppe (siehe Abschnitt 4.2).

Studie zur Wirkung von Lamotrigin auf die kardiale Reizleitung

In einer Studie mit gesunden erwachsenen Probanden wurde die Wirkung wiederholter Dosen von

Lamotrigin (bis zu 400 mg/Tag) auf die kardiale Reizleitung mit Hilfe von 12-Kanal-EKGs beurteilt.

Im Vergleich mit Placebo ergab sich keine klinisch signifikante Wirkung von Lamotrigin auf das QT-

Intervall.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Lamotrigin wird schnell und vollständig aus dem Darm ohne signifikanten First-Pass-Effekt resorbiert.

Maximale Plasmakonzentrationen treten ca. 2,5 Stunden nach Einnahme von Lamotrigin auf. Nach

Mahlzeiten wird die maximale Plasmakonzentration geringfügig später erreicht, das Ausmaß der

Resorption bleibt jedoch unverändert. Die maximalen Steady-state-Konzentrationen schwanken

interindividuell beträchtlich, intraindividuell jedoch nur selten.

Verteilung

55 % des Lamotrigins sind an Plasmaproteine gebunden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine

Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung zu Toxizität führt.

Das Verteilungsvolumen beträgt 0,92 bis 1,22 l/kg.

Biotransformation

UDP-Glucuronyltransferasen wurden als die für den Metabolismus von Lamotrigin verantwortlichen

Enzyme identifiziert.

Lamotrigin kann bis zu einem gewissen Ausmaß seinen eigenen Metabolismus dosisabhängig

induzieren. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass Lamotrigin die Pharmakokinetik von anderen

Antiepileptika beeinflusst, und die Daten lassen darauf schließen, dass Wechselwirkungen zwischen

Lamotrigin und Arzneimitteln, die über Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert werden,

unwahrscheinlich sind.

- 29 -

Elimination

Die scheinbare Clearance bei gesunden Probanden beträgt etwa 30 ml/min. Die Clearance von

Lamotrigin erfolgt hauptsächlich metabolisch mit anschließender Ausscheidung der glucuronidierten

Metaboliten im Urin. Weniger als 10 % werden unverändert mit dem Urin und nur 2 % von

Lamotrigin und seinen Metaboliten in den Fäzes ausgeschieden. Clearance und Halbwertszeit sind

unabhängig von der Dosis. Die scheinbare Plasmahalbwertszeit wird bei gesunden Erwachsenen auf

ungefähr 33 Stunden (Bereich 14 bis 103 Stunden) geschätzt. In einer Studie mit Patienten mit Gilbert-

Meulengracht-Syndrom war die mittlere, scheinbare Clearance im Vergleich zur gesunden

Kontrollgruppe um 32 % reduziert, jedoch lagen die Werte in dem Bereich, der für die

Allgemeinbevölkerung ermittelt wurde.

Die Halbwertszeit von Lamotrigin wird durch eine Begleitmedikation erheblich beeinflusst. Bei

Komedikation mit Induktoren der Glucuronidierung wie Carbamazepin und Phenytoin sinkt die

mittlere Halbwertszeit auf etwa 14 Stunden und bei Komedikation mit Valproat steigt sie auf im Mittel

ca. 70 Stunden an (siehe Abschnitt 4.2).

Linearität

Die Pharmakokinetik verläuft bis zu 450 mg, der höchsten untersuchten Einzeldosis, linear.

Spezielle Patientenpopulationen

Kinder

Die Clearance bezogen auf das Körpergewicht ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen, wobei

Kinder unter 5 Jahren die höchsten Werte haben. Die Halbwertszeit von Lamotrigin ist generell bei

Kindern kürzer als bei Erwachsenen und beträgt im Mittel etwa 7 Stunden, wenn Lamotrigin

gleichzeitig mit enzyminduzierenden Arzneimitteln wie Carbamazepin und Phenytoin verabreicht

wird. Bei alleiniger Komedikation mit Valproat steigt sie auf mittlere Werte von 45 bis 50 Stunden an

(siehe Abschnitt 4.2).

Kleinkinder im Alter von 2 bis 26 Monaten

Bei 143 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 26 Monaten und einem Körpergewicht von 3 bis 16

kg, die ähnliche orale Dosen pro kg Körpergewicht erhielten wie Kinder über 2 Jahre, war die

Clearance im Vergleich zu älteren Kindern mit dem gleichen Körpergewicht vermindert. Die mittlere

Halbwertszeit wurde bei Kleinkindern unter 26 Monaten unter enzyminduzierender Therapie auf 23

Stunden geschätzt, bei gleichzeitiger Verabreichung mit Valproat auf 136 Stunden und bei Probanden,

die ohne Enzyminduktoren/Enzymhemmer behandelt wurden, auf 38 Stunden. Die interindividuelle

Schwankung der oralen Clearance war in der Gruppe der pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 26

Monaten hoch (47 %). Die erwarteten Serumkonzentrationen bei Kleinkindern im Alter von 2 bis 26

Monaten lagen im Allgemeinen in demselben Bereich wie jene bei älteren Kindern, obwohl

wahrscheinlich bei einigen Kindern mit einem Körpergewicht unter 10 kg höhere C

-Spiegel zu

beobachten sind.

Ältere Patienten

Eine populationspharmakokinetische Analyse von jungen und älteren Epilepsie-Patienten, die in

denselben klinischen Studien eingeschlossen waren, zeigte, dass sich die Clearance von Lamotrigin

nicht in einem klinisch relevanten Ausmaß veränderte. Nach Einzeldosen nahm die scheinbare

Clearance um 12 % von 35 ml/min bei den 20-Jährigen auf 31 ml/min bei den 70-Jährigen ab. Nach

48 Behandlungswochen betrug die Abnahme 10 %, d.h., sie nahm von 41 ml/min bei der jüngeren

Patientengruppe auf 37 ml/min bei der älteren Patientengruppe ab. Zusätzlich wurde die

Pharmakokinetik von Lamotrigin bei 12 gesunden älteren Probanden nach einer Einzeldosis von 150

mg untersucht. Die mittlere Clearance liegt bei den Älteren (0,39 ml/min/kg) im Bereich der mittleren

Clearance-Werte (0,31 bis 0,65 ml/min/kg), die in neun Studien bei jüngeren Patienten nach

Einzeldosen von 30 bis 450 mg erzielt wurden.

- 30 -

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es wurden 12 Probanden mit chronischen Nierenversagen und 6 dialysepflichtige Probanden nach

Verabreichung einer Einzeldosis von 100 mg Lamotrigin untersucht. Die mittleren Clearance-Werte

betrugen 0,42 ml/min/kg (chronisches Nierenversagen), 0,33 ml/min/kg (zwischen den Hämodialysen)

und 1,57 ml/min/kg (während der Hämodialyse) im Vergleich zu 0,58 ml/min/kg bei gesunden

Probanden. Die mittleren Plasmahalbwertszeiten lagen bei 42,9 Stunden (chronisches

Nierenversagen), 57,4 Stunden (zwischen den Hämodialysen) und. 13,0 Stunden (während der

Hämodialyse) im Vergleich zu 26,2 Stunden bei gesunden Probanden. Im Durchschnitt wurden ca. 20

% (Bereich = 5,6 bis 35,1) des im Körper vorhandenen Lamotrigins während einer 4-stündigen

Hämodialyse eliminiert. Bei dieser Patientenpopulation sollten die Anfangsdosen von Lamotrigin auf

den gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln basieren. Bei Patienten mit erheblich eingeschränkter

Nierenfunktion kann bereits eine reduzierte Erhaltungsdosis wirksam sein (siehe Abschnitte 4.2 und

4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei 24 Personen mit unterschiedlich stark ausgeprägter Leberfunktionsstörung und 12 gesunden

Probanden als Kontrollen wurde eine pharmakokinetische Einzeldosis-Studie durchgeführt. Die

mediane scheinbare Clearance von Lamotrigin betrug 0,31, 0,24 bzw. 0,10 ml/min/kg bei Patienten

mit einer Leberfunktionsstörung Grad A, B oder C (Child-Pugh-Klassifizierung) im Vergleich zu 0,34

ml/min/kg bei den gesunden Kontrollen. Die Anfangsdosis, die Dosen für die Dosissteigerung und die

Erhaltungsdosis sollten bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung

generell reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine

besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

In Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität an Nagern und Kaninchen wurden keine

teratogenen Wirkungen, aber ein vermindertes Körpergewicht der Feten und eine verzögerte skelettale

Ossifikation bei Expositionen beobachtet, die unterhalb oder nahe bei der zu erwartenden klinischen

Exposition lagen. Da aufgrund der Schwere der maternalen Toxizität keine höheren Dosen an Tieren

getestet werden konnten, wurde das teratogene Potenzial von Lamotrigin oberhalb der klinischen

Exposition nicht bestimmt.

Bei Ratten wurde eine erhöhte fetale und postnatale Mortalität beobachtet, wenn Lamotrigin in der

späten Phase der Gestation und der frühen postnatalen Phase verabreicht wurde. Diese Effekte wurden

bei der zu erwartenden klinischen Exposition beobachtet.

Bei juvenilen Ratten wurden bei Expositionen, die etwa zweimal so hoch waren wie die

therapeutischen Expositionen bei erwachsenen Menschen, ein Einfluss auf das Lernverhalten im Biel-

Maze-Test, eine leichte Verzögerung der balano-präputialen Separation und der vaginalen

Durchgängigkeit sowie eine verminderte postnatale Körpergewichtszunahme bei F1-Tieren

beobachtet.

Tierexperimentelle Untersuchungen zeigten keine Beeinträchtigung der Fertilität durch Lamotrigin.

Lamotrigin senkte bei Ratten die fetalen Folatspiegel. Es wird angenommen, dass Folatmangel bei

Tieren und Menschen mit einem erhöhten Risiko kongenitaler Fehlbildungen verbunden ist.

Lamotrigin führte in humanen embryonalen Nierenzellen zu einer dosisabhängigen Hemmung des

hERG-Kanal-Schweifstroms. Die IC

betrug etwa das Neunfache der maximalen freien

therapeutischen Konzentration. Bei Tieren verursachte Lamotrigin bei Expositionen, die ungefähr das

Zweifache der maximalen freien therapeutischen Konzentration betrugen, keine QT-Verlängerung. In

- 31 -

einer klinischen Studie hatte Lamotrigin bei gesunden erwachsenen Probanden keine klinisch

signifikante Wirkung auf das QT-Intervall (siehe Abschnitt 5.1).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Calciumcarbonat

Niedrig substituierte Hyprolose

Aluminium-Magnesium-Silikat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Povidon K30

Saccharin-Natrium

Magnesiumstearat

Schwarze-Johannisbeer-Aroma.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Blisterpackung

5, 25, 50, 100 und 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

3 Jahre.

Flasche

5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

3 Jahre

2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

2 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

2 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

HDPE-Flaschen mit einem kindersicheren Verschluss

Packungen mit 30 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

5 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

PVC/PVdC/Aluminiumfolien-Blisterpackung

Packungen mit 10, 14, 28, 30, 42, 50 oder 56 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

5mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

HDPE-Flaschen mit einem kindersicheren Verschluss mit Verschlusssiegel

Packungen mit 14, 28, 30, 42, 56 oder 60 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

- 32 -

25 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

PVC/PVdC/Aluminiumfolien-Blisterpackung

Packungen mit 10, 14, 21, 28, 30, 42, 50, 56 oder 60 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

Starter Pack mit 21 oder 42 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

50 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

PVC/PVdC/Aluminiumfolien-Blisterpackung

Packungen mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten

(kaubar/suspendierbar)

Starter Pack mit 42 Tabletten (kaubar/suspendierbar)

100 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

PVC/PVdC/Aluminiumfolien-Blisterpackung

Packungen mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten

(kaubar/suspendierbar)

200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar):

PVC/PVdC/Aluminiumfolien-Blisterpackung

Packungen mit 10, 14, 28, 30, 42, 50, 56, 60, 90, 98, 100, 196 oder 200 Tabletten

(kaubar/suspendierbar)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Abacus Medicine A/S

Vesterbrogade 149

DK-1620 Kopenhagen V

Dänemark

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): Z.Nr.: 1-20216-P2

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

Lamictal 200 mg Tabletten (kaubar/suspendierbar): 07.11.2018

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2020

- 33 -

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

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