Lamictal 100mg Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Lamotrigin
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
lamotrigine
Darreichungsform:
Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Lamotrigin 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
37267.02.00

1517/18-ZP001b

LiebePatientin,lieberPatient!

BittelesenSiefolgendeGebrauchsinformationaufmerksam,weilsiewichtigeInformationendarüberenthält,

wasSiebeiderAnwendungdiesesArzneimittelsbeachtensollten.WendenSiesichbeiFragenbitteanIhren

ArztoderApotheker.

Gebrauchsinformation

Lamictal100

Wirkstoff:Lamotrigin

Zusammensetzung

ArzneilichwirksamerBestandteil:

1Tabletteenthält100mgLamotrigin.

SonstigeBestandteile:

Lactose-Monohydrat,mikrokristallineCellulose,Poly(O-carboxymethyl)stärkealsNatriumsalz,Povidon,

Eisenoxidhydrat(E172),Magnesiumstearat.

DarreichungsformundInhalt

Packungenmit50und100Tabletten

Stoff-oderIndikationsgruppe

Antiepileptikum

Import,UmpackungundVertrieb: Hersteller:

Eurim-PharmArzneimittelGmbH LaboratóriosWellcomedePortugalLda.

AmGänslehen4–6 Algés

83451Piding (Portugal)

Tel.:08651/704-0

Anwendungsgebiete

MonotherapiederEpilepsiezurErstbehandlungfokalerundsekundärgeneralisierterAnfällebeiErwachsenen

undKindernab12Jahren.

Zusatzbehandlungbeirefraktärenpartiellenundsekundärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällenbei

ErwachsenenundKindernab12Jahren.

ZusatztherapiebeirefraktärfokalenAnfällensowiedesrefraktärenLennox-Gastaut-SyndromsbeiKindernvon

4bis11Jahren.

Hinweise:

DieerstmaligeAnwendungbeiErwachsenenundKindernab12JahrensolltenurdurcheinenNeurologenoder

einenArzt,dermitderBehandlungvonEpilepsienvertrautist,erfolgen.

DieerstmaligeAnwendungbeiKindernvon4bis11JahrensollteinKlinikenundInstitutionenmitbesonderer

ErfahrunginderBehandlungvonEpilepsienoderinengerZusammenarbeitmitsolchenEinrichtungen

erfolgen.

Gegenanzeigen

WanndarfLamictal100nichtangewendetwerden?

BeiÜberempfindlichkeitgegenLamotrigin.

Kinderunter4JahresolltennichtmitLamictal100behandeltwerden,daausreichendeErfahrungenfehlen.

BeiPatientenmitNierenfunktionsstörungensolltedieBehandlungmitLamictal100mitVorsichterfolgen,da

eszurAnreicherungeinesLamotrigin-AbbauproduktesimPlasmaundzurVerringerungderNierenclearance

kommt.

WasistwährendSchwangerschaftundStillzeitzubeachten?

AussagenhinsichtlichderSicherheitderAnwendungvonLamictal100inderSchwangerschaftkönnen

gegenwärtiginfolgefehlenderErfahrungennichtgemachtwerden.

Lamictal100sollteinderSchwangerschaftnichtverabreichtwerden,esseidenn,nachAuffassungdesArztes

überwiegendiemöglichenVorteileeinerBehandlungderMuttermitLamictal100diemöglichenRisikenfür

densichentwickelndenFetus.

ObwohlUntersuchungenamTier,beidenenLamotrigininDosenverabreichtwurde,dieüberdenenlagen,die

zurBehandlungbeimMenscheneingesetztwerden,keineHinweiseaufmissbildendeWirkungendes

ArzneimittelsaufdieNachkommenschafterbrachten,kanntheoretischeinsolchesRisikonichtausgeschlossen

werden.

EsliegenkeineausreichendenErfahrungenmitLamotriginbeiAnwendungwährendderStillzeitvor,sodass

währendderBehandlungmitLamictal100nurnachsorgfältigerAbwägungdesNutzensunddesRisikosfür

denSäuglinggestilltwerdensollte.BisherigeUntersuchungenzeigen,dassLamotriginz.T.indieMuttermilch

übergeht.EswurdenkeineNebenwirkungenbeidenSäuglingenbeobachtet.

VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendungundWarnhinweise

WelcheVorsichtsmaßnahmenmüssenbeachtetwerden?

EsliegenBerichteüberdasAuftretenvonHautreaktionenvor.DiesetratenimAllgemeineninnerhalbder

erstenachtWochennachBeginnderBehandlungmitLamictalauf.

SchwerwiegendeHautausschläge(Stevens-Johnson-Syndrom)tretenbeiErwachsenenmiteinerHäufigkeitvon

ungefähr1in1000Patientenauf.DasRisikoeinesschwerwiegendenHautausschlagesistbeiKindernhöherals

beiErwachsenen.BishervorliegendeDatenausklinischenStudienlassenbeiKindernaufeineHäufigkeitauf

einerKrankenstationzubehandelnderHautausschlägezwischen1in300und1in100schließen.

DievorliegendenklinischenDatenlegendenSchlussnahe,dasssowohlhoheAnfangsdosenLamictalundein

ÜberschreitenderfürdenBehandlungsbeginnempfohlenenlangsamenDosissteigerungvonLamictalalsauch

diegleichzeitigeEinnahmevonValproinsäure(sieheauchDosierungsanleitung,ArtundDauerder

Anwendung)mitdemRisikodesAuftretensvonHautausschlägeninhohemMaßeinZusammenhangstehen.

DieMehrheitderHautausschlägesindmildundvorübergehend,schweremöglicherweiselebensbedrohliche

HautreaktioneneinschließlichdesStevens-Johnson-SyndromunddemSyndromderverbrühtenHauttreten

seltenauf(sieheNebenwirkungen).

BeiAuftretenvonHautausschlagsolltenSiesofortIhrenArztinformieren.

Lamictal100solltesofortabgesetztwerden,esseidenn,derArztstelltfest,dassderHautausschlageindeutig

nichtinZusammenhangmitderEinnahmevonLamictalsteht.

BeiKindernkanndaserstmaligeAuftreteneinesHautausschlagesfälschlicherweisefüreineInfektiongehalten

werden.BeiKindern,diewährenddererstenachtBehandlungswochenAnzeicheneinesHautausschlagesund

Fieberentwickeln,solltederArztdieMöglichkeiteinerReaktionaufdasArzneimittelinBetrachtziehen.

BeiPatienten,beiwelchenindenerstenBehandlungswocheneineKombinationsolcherSymptomeauftreten

wieunklareHautausschläge,Fieber,grippeähnlicheSymptome,SchläfrigkeitsowieZunahmevonAnfällen,

sindLaboruntersuchungen(Leber-undNierenfunktion,Gerinnungsstatus)regelmäßigvorzunehmen.

BeiunklarenBlutungenausdenSchleimhäuten(Nase,Mund,Vagina)istderGerinnungsstatuszu

untersuchen.

EineLeberschädigungzuBeginnderBehandlungmitLamictal100kannnichtausgeschlossenwerden.

DeshalbsindinsbesonderezuBeginnderBehandlungmitLamictal100regelmäßigeUntersuchungenzur

Leberfunktiondurchzuführen.

UnterKombinationsbehandlungmitLamictalwurdevonBlutbildveränderungen(z.B.Leukopenie,

Thrombozytopenie)unddemAnstiegvonTransaminasenberichtet.BeiLangzeitbehandlungsinddeshalb

Kontrolluntersuchungenerforderlich.

WiebeianderenAntiepileptika,kanndasplötzlicheAbsetzenvonLamictalRebound-Anfällehervorrufen.

DahersollteLamictalübereinenZeitraumvon2Wochenstufenweiseabgesetztwerden,esseidenn,dassein

plötzlicherAbbruchausSicherheitsgründen(z.B.schwereHautreaktionen)erforderlichist.

WasmüssenSieimStraßenverkehrsowiebeiderArbeitmitMaschinenundbeiArbeitenohnesicheren

Haltbeachten?

DiesesArzneimittelkannauchbeibestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweitverändern,

dassdieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeamStraßenverkehroderzumBedienenvonMaschinenbeeinträchtigt

wird.DiesgiltinverstärktemMaßeimZusammenwirkenmitAlkohol.

WechselwirkungenmitanderenMitteln

WelcheanderenArzneimittelbeeinflussendieWirkungvonLamictal100?

GesonderteStudienzuWechselwirkungenwurdennichtdurchgeführt.UntersuchungenamTiererbrachten

keinenAnhaltdafür,dassLamotrigindenAbbauandererArzneimittelinderLeberinklinischbedeutsamer

Weisehemmtoderbeschleunigt.Eskannangenommenwerden,dassderMetabolismusbeimMenschenund

derklinischeEffektderWirkstoffe,dieaufdiesemWegeabgebautwerden,durchVerabreichungvonLamictal

100nichtverändertwerden.

LamotriginkannzwarseineneigenenAbbaubewirken,indenklinischenUntersuchungenwurdenjedochkeine

relevantenFolgendieserWirkungbeobachtet.

WennnochandereAntiepileptikazusätzlichzuLamictalangewendetwerden,sollteberücksichtigtwerden,

dassdiePharmakokinetikvonLamotriginbeeinflusstwerdenkann.

KlinischeStudienzeigten,dassdiegleichzeitigeVerabreichungvonPhenytoin-,Carbamazepin-,

Phenobarbital-oderPrimidon-haltigenArzneimittelnzueinembeschleunigtenAbbauvonLamotriginführt.

DagegenführtediegleichzeitigeBehandlungmitValproinsäure-haltigenArzneimittelnzueinem

verlangsamtenAbbauvonLamotrigininderLeber.

WechselwirkungenmitdemFolsäurestoffwechselsieheunterAbschnittNebenwirkungen.

BeiEinnahmevonLamictal100mitanderenAntiepileptikaisteineBeeinträchtigungder

empfängnisverhütendenWirkungoralerKontrazeptiva(“Pille”)nichtauszuschließen.Gegebenenfallssind

andereMethodenderEmpfängnisverhütunganzuwenden.BitteteilenSieRegelveränderungenIhremArztmit.

BeieinigenPatienten,diezusätzlichzueinerCarbamazepintherapieLamictalerhielten,tratenu.a.

Kopfschmerzen,Schwindel,StörungenimBewegungsablauf(Ataxie),Doppeltsehen,verschwommenesSehen

undÜbelkeit(zentralnervöseStörungen)auf.DieseErscheinungenbessertensichmeistnacheiner

DosisverminderungvonCarbamazepin.

Paracetamol,einArzneimittel,dasbeiFieberund/oderSchmerzenangewendetwird,kanndieVerweildauer

vonLamotriginimKörperverringernunddieAusscheidungüberdieNierenerhöhen.

BeachtenSiebitte,dassdieseAngabenauchfürvorkurzemangewandteArzneimittelgeltenkönnen.

Dosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung

DiefolgendenAngabengelten,soweitLamictal100vomArztnichtandersverordnetwurde.Die

Anwendungsvorschriftensollteneingehaltenwerden,daLamictal100sonstnichtrichtigwirkenkann.

MonotherapieundZusatzbehandlung

InwelcherDosierungsollteLamictal100eingenommenwerden?

I.Monotherapie

ErwachseneundKinderab12Jahre

ImRahmenderMonotherapiewirdindenersten14BehandlungstageneineEinzeldosisvon25mgLamotrigin

1-maltäglichverabreicht.Darauffolgendwerden,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,50mg

Lamotrigin1-maltäglichgegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenum

maximal50-100mgLamotriginerhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise100mgbis200mgtäglich(1-2TablettenLamictal100),entweder

1-maltäglichoderaufgeteiltinzweiEinzeldosen,eingenommen(sieheTabelle1).Inklinischen

UntersuchungenwarenbeieinigenPatientenDosenbiszu500mgLamotrigin/Tagerforderlich,umden

gewünschtenTherapieeffektzuerzielen.

Tabelle1:EmpfohleneDosierungfürErwachseneundKinderab12JahrebeiLamictal-Monotherapie

Woche1+2 Woche3+4 Erhaltungsdosis

25mg/Tag

(1xtäglich) 50mg/Tag

(1xtäglich) 100-200mg/Tag

(1xtäglichoderaufgeteiltinzweiEinzeldosen

morgensundabends)

BiszumErreichenderErhaltungsdosissolltedieDosis

alle1-2Wochenum50-100mgerhöhtwerden.

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosissteigerungempfohlenenDosensollten

aufgrunddesRisikos,dassHautausschlägeauftreten,nichtüberschrittenwerden(sieheWarnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenundNebenwirkungen).

II.Zusatzbehandlung

ErwachseneundKinderab12Jahre

a)BeiderZusatzbehandlungmitnichtValproinsäure-haltigenAntiepileptika(enzyminduzierende

AntiepileptikaoderenzyminduzierendeAntiepileptikazusammenmitanderenAntiepileptikaaußer

Valproinsäure):

Währendderersten14BehandlungstagewirdeineEinzeldosisvon50mgLamotrigin1-maltäglich

verabreicht.

Darauffolgendwerden,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,100mgLamotrigintäglich,aufgeteiltin2

Einzeldosen,gegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenum

maximal100mgLamotriginerhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise200mgbis400mgLamotrigin,aufgeteiltinzweiEinzeldosen,

eingenommen(sieheTabelle2).

b)BeiderZusatzbehandlungmitValproinsäure-haltigenArzneimitteln(Valproinsäure-haltigeArzneimittel

oderValproinsäure-haltigeArzneimittelzusammenmitanderenAntiepileptika):

Währendderersten14BehandlungstagewirdjedenzweitenTageineEinzeldosisvon25mgLamotrigin

verabreicht.

Darauffolgendwird,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,eineEinzeldosisvon25mgLamotrigin

1-maltäglichgegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenum

maximal25-50mgLamotriginerhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise100-200mgLamotrigin(1-2TablettenLamictal100),1-maltäglich

oderaufgeteiltinzweiEinzeldosen,eingenommen(sieheTabelle2).

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotrigin

derzeitnichtbekanntsind,solltegegenwärtigdieDosierungssteigerungwiefürdieBegleitmedikationmit

Valproinsäure-haltigenArzneimittelnempfohlenerfolgen.

WennbeibestehenderLamictal-ZusatzbehandlungdieBegleitmedikationabgesetztwird,umLamictalinder

Monotherapieanzuwenden,oderwennbeibestehenderTherapiemitLamictalzusätzlicheAntiepileptika

verabreichtwerdensollen,sollteberücksichtigtwerden,welcheAuswirkungendiesmöglicherweiseaufdie

PharmakokinetikvonLamotriginhat(sieheWechselwirkungen).

Tabelle2:EmpfohleneDosierungfürErwachseneundKinderab12JahrebeiLamictal-Zusatzbehandlung

Komedikation Woche1+2 Woche3+4 Erhaltungsdosis

ohneValproinsäure-haltige

Arzneimittel

(enzyminduzierende

Antiepileptika*oder

enzyminduzierende

Antiepileptikazusammenmit

anderenAntiepileptikaaußer

Valproinsäure) 50mg/Tag

(1xtäglich) 100mg/Tag

(aufgeteiltinzwei

Einzeldosenmorgens

undabends) 200-400mg/Tag

(aufgeteiltinzweiEinzeldosen

morgensundabends)

BiszumErreichender

ErhaltungsdosissolltedieDosis

alle1-2Wochenum100mg

erhöhtwerden.

mitValproinsäure-haltigen

Arzneimitteln

(Valproinsäure-haltige

Arzneimitteloder

Valproinsäure-haltige

Arzneimittelzusammenmit

anderenAntiepileptika) 25mgjeden

2.Tag 25mg/Tag

(1xtäglich) 100-200mg/Tag

(1xtäglichoderaufgeteiltin

zweiEinzeldosenmorgensund

abends)

BiszumErreichender

ErhaltungsdosissolltedieDosis

alle1-2Wochenum25-50mg

erhöhtwerden.

* z.B.Phenytoin,Carbamazepin,PhenobarbitalundPrimidon

Hinweis:BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmit

Lamotriginderzeitnichtbekanntsind,solltegegenwärtigdieDosierungssteigerungwiefürdie

BegleitmedikationmitValproinsäure-haltigenArzneimittelnempfohlenerfolgen.

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosissteigerungempfohlenenDosensollten

aufgrunddesRisikos,dassHautausschlägeauftreten,nichtüberschrittenwerden(sieheWarnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenundNebenwirkungen).

Kindervon4bis11Jahren

a)BeiderZusatzbehandlungmitnichtValproinsäure-haltigenAntiepileptika(enzyminduzierende

AntiepileptikaoderenzyminduzierendeAntiepileptikazusammenmitanderenAntiepileptikaaußer

Valproinsäure):

DieEinnahmedernachfolgendgenanntenDosenerfolgtjeweilstäglichaufgeteiltin2Einzeldosen(morgens

undabends):

-währendderersten14Behandlungstage0,6mgLamotrigin/kgKG/Tag;

-darauffolgend,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,1,2mgLamotrigin/kgKG/Tag;

-anschließendmaximal1,2mgLamotrigin/kgKG/Tagalle1-2WochenbiszumErreichendesgewünschten

Therapieeffekts;

-alsErhaltungsdosisüblicherweise5-15mgLamotrigin/kgKG/Tag(sieheTabelle3),diemaximale

Tagesdosisbeträgt400mg/Tag.

b)BeiderZusatzbehandlungmitValproinsäure-haltigenArzneimitteln(Valproinsäure-haltigeArzneimittel

oderValproinsäure-haltigeAntiepileptikazusammenmitanderenAntiepileptika):

Währendderersten14BehandlungstagewirdeineEinzeldosisvon0,15mgLamotrigin/kgKG1-maltäglich

verabreicht.

Darauffolgendwird,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,eineEinzeldosisvon0,3mgLamotrigin/kg

KG1-maltäglichgegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenum

maximal0,3mgLamotrigin/kgKG/Tagerhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerden1-5mgLamotrigin/kgKG1-maltäglichoderaufgeteiltin2Einzeldosen

verabreicht(sieheTabelle3).DiemaximaleTagesdosisbeträgt200mg/Tag.

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotrigin

derzeitnichtbekanntsind,solltedieDosierungssteigerungwiefürdieBegleitmedikationmit

Valproinsäure-haltigenArzneimittelnempfohlenerfolgen.

Tabelle3:EmpfohleneDosierungfürKindervon4bis11JahrenbeiLamictal-Zusatzbehandlung

Komedikation Woche1+2 Woche3+4 Erhaltungsdosis

ohneValproinsäure-haltige

Arzneimittel

(enzyminduzierende

Antiepileptika*oder

enzyminduzierende

Antiepileptikazusammenmit

anderenAntiepileptikaaußer

Valproinsäure) 0,6mg/kgKG/Tag

(aufgeteiltinzwei

Einzeldosen

morgensund

abends) 1,2mg/kgKG/Tag

(aufgeteiltinzwei

Einzeldosenmorgens

undabends) 5-15mg/kgKG/Tag

(aufgeteiltinzweiEinzeldosen

morgensundabends)

BiszumErreichender

ErhaltungsdosissolltedieDosis

alle1-2Wochenum1,2mg/kg

bisaufmaximal400mg/Tag

erhöhtwerden.

mitValproinsäure-haltigen

Arzneimitteln

(Valproinsäure-haltige

Arzneimitteloder

Valproinsäure-haltige

Arzneimittelzusammenmit

anderenAntiepileptika) 0,15mg/kgKG**

(1xtäglich) 0,3mg/kgKG

(1xtäglich) 1-5mg/kgKG/Tag(1xtäglich

oderaufgeteiltinzwei

Einzeldosenmorgensund

abends)

BiszumErreichender

ErhaltungsdosissolltedieDosis

alle1-2Wochenum0,3mg/kg

bisaufmaximal200mg/Tag

erhöhtwerden.

*z.B.Phenytoin,Carbamazepin,PhenobarbitalundPrimidon

**WenndieberechnetetäglicheDosis2,5mgodermehraberwenigerals5mgbeträgt,können5mg

Lamictaljeden2.TagindenerstenbeidenWocheneingenommenwerden.WenndieberechneteDosis

wenigerals2,5mgtäglichbeträgt,sollteLamictalnichtverabreichtwerden.

Hinweis:BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmit

Lamotriginderzeitnichtbekanntsind,solltedieDosierungssteigerungwiefürdieBegleitmedikationmit

Valproinsäure-haltigenArzneimittelnempfohlenerfolgen.

Essolltebeachtetwerden,dassesunterBeachtungderDosierungsempfehlungmitdenderzeitzurVerfügung

stehendenTablettenstärkennichtmöglichist,beiKindernmitwenigerals17kgKörpergewichtdie

Lamictalbehandlungexaktzubeginnen.

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosierungssteigerungempfohlenenDosensollten

aufgrunddesRisikos,dassHautausschlägeauftreten,nichtüberschrittenwerden(sieheWarnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenundNebenwirkungen).

Esistdavonauszugehen,dassbeiKindernimAltervon4-6JahreneineErhaltungsdosiserforderlichist,die

sichimoberenBereichderDosisempfehlungbewegt.

UmeinetherapeutischeDosiszugewährleisten,mussdasGewichtdesKindesmonitoriertunddieDosisbei

Gewichtsänderungangepasstwerden.WenndiefüreinKindberechneteDosisnichtinganzenTabletten

verabreichtwerdenkann,solldienächstkleinereDosis,dieinganzenTablettengegebenwerdenkann,

verabreichtwerden.

FallserforderlichstehtfürdieZusatzbehandlungbeiKindernimAltervon4-11JahrenmitLamictal5eine

weitereStärkemit5mgLamotriginproTablettezurVerfügung.WenndieberechnetetäglicheDosisweniger

als2,5mgbeträgt,sollteLamictalnichtangewendetwerden.

FürdieGabeandererEinzeldosenals100mgLamotriginsindmitLamictal25,100und200Stärkenmitje25

mg,50mgbzw.200mgLamotriginproTabletteverfügbar.

DosierungbeiälterenPatienten(über65Jahre):

EineÄnderungderDosierungistnichterforderlich.DiePharmakokinetikvonLamotriginindieser

AltersgruppeunterscheidetsichnichtsignifikantvonderbeiErwachsenen,diejüngerals65Jahresind.

DosierungbeieingeschränkterLeberfunktion:

AllgemeinsolltendieDosierungzuBehandlungsbeginn,dieDosissteigerungzumErreichender

ErhaltungsdosisunddieErhaltungsdosisumca.50%beiPatientenmitmäßiger(Child-PughGradB)und75

%beiPatientenmitschwerer(Child-PughGradC)Leberfunktionsstörungerniedrigtwerden.

DieDosissteigerungunddieErhaltungsdosissolltendemSchweregradderLebererkrankungunter

BerücksichtigungderpharmakokinetischenParameterundderklinischenWirksamkeitangepasstwerden.

Studienhabengezeigt,dassdiemittlereClearance(MaßfürdieGeschwindigkeitderAusscheidungeines

Stoffes)unddiemittlereAUC(MaßfürdieKonzentrationeinesStoffes)beiPersonenmitschwerer

LeberfunktionsstörunginVerbindungmitsignifikantemAszites(Bauchwassersucht)(Child-PughGradC)um

mehralsdas2facheab-bzw.zunahmenimVergleichzuPersonenmitschwererLeberfunktionsstörungohne

Aszites(Child-PughGradB).

WenndieberechnetetäglicheDosisnichtinganzenTablettenverabreichtwerdenkann,solldienächstkleinere

Dosis,dieinganzenTablettengegebenwerdenkann,verabreichtwerden.

WieundwannsollteLamictal100eingenommenwerden?

Eswirdempfohlen,dieTablettenmöglichstimmerzurgleichenTageszeit–vorodernachdemEssen–mit

etwasFlüssigkeiteinzunehmen.ZurErleichterungderEinnahmekanndieTablettezerkautoderinWasser

aufgeschlämmtwerden.

WielangesollteLamictal100eingenommenwerden?

DieDauerderBehandlungmitLamictal100richtetsichnachdenklinischenErfordernissenundwirdvom

behandelndenArztimEinzelfallfestgelegt.WiebeiantiepileptischwirksamenArzneimittelnüblich,sollteein

eventuellesAbsetzenvonLamictal100schrittweiseübereinenZeitraumvon2Wochenerfolgen,umdas

AuftretenerneuterAnfälle(Rebound-Anfälle)zuvermeiden.

AnwendungsfehlerundÜberdosierung

Wasistzutun,wennLamictal100inzugroßenMengeneingenommenwurde?

FällevonakuterÜberdosierungmit10-bis20facherÜberschreitungderTageshöchstdosiswurdenberichtet.

ÜberdosierungführtezuSymptomenwieNystagmus(Augenzittern),Ataxie(Störungvongeordneten

Bewegungsabläufen),BewusstseinsstörungenundKoma.InsolchenFällensolltederbehandelndeArzt

informiertwerden,derübermöglichezuergreifendeMaßnahmenentscheidenkann.Solltederbehandelnde

Arztnichterreichbarsein,sollteeinKrankenhausaufgesuchtwerden.

Wasistzubeachten,wennzuwenigLamictal100eingenommenodereineEinnahmevergessenwurde?

KeinesfallsdarfeinevergesseneDosisdurchdieEinnahmeeinerdoppeltenDosisausgeglichenwerden.

Lamictal100istweitersoeinzunehmen,wieesvomArztverordnetwurde.

Wasistzubeachten,wenndieBehandlungunterbrochenodervorzeitigbeendetwird?

KeinesfallsdarfLamictal100eigenmächtigabgesetztwerden.EskanndamitderTherapieerfolggefährdet

werden.

DerbehandelndeArztsolltevorherinformiertwerden,wennUnverträglichkeitenauftretenodereineÄnderung

imKrankheitsbildeintritt.

Nebenwirkungen

WelcheNebenwirkungenkönnenbeiderAnwendungvonLamictal100auftreten?

InklinischenStudien,indenenLamictalzusätzlichzuanderenAntiepileptikaverabreichtwurde,tratenbeibis

zu10%derPatientenHautausschlägeauf.InderVergleichsgruppeohneLamictalbetrugdieHäufigkeitdieser

Nebenwirkungen5%.

DieHautausschlägeführtenbei2%dermitLamictalbehandeltenPatientenzumAbbruchderTherapie.Diese

meistinmakulopapulöserFormauftretendenHautausschlägewurdeninderRegelinnerhalbdererstenacht

Behandlungswochenbeobachtet.NachAbsetzendesArzneimittelswarendieseErscheinungenreversibel.

DievorliegendenklinischenDatenlegendenSchlussnahe,dasssowohlhoheAnfangsdosenLamictalundein

ÜberschreitenderfürdenBehandlungsbeginnempfohlenenDosissteigerungenvonLamictalalsauchdie

gleichzeitigeEinnahmevonValproinsäuremitdemRisikodesAuftretensvonHautausschlägeninhohem

MaßeinZusammenhangstehen(sieheDosierungsanleitung,ArtundDauerderAnwendung).

Selten wurde vom Auftreten schwerwiegender, lebensbedrohlicher allergischer Haut- und

Schleimhautreaktionen,diesichmitblasserSchwellungderHaut,vorallemimGesichtsbereich

(Quincke-Ödem),evtl.unterMitbeteiligungderSchleimhäuteinMund,Rachen,Kehlkopfund

Magen-Darm-Trakt,HautabschälungundFieber(Stevens-Johnson-Syndrom)sowiedemSyndromder

verbrühtenHaut(Lyell-Syndrom)bemerkbarmachten,berichtet.AuchwenndieseSymptomebeidenmeisten

PatientennachAbsetzenvonLamictalzurückgehen,bleibenbeieinigenPatientenirreversibleVernarbungen

zurück.FällemittödlichemAusgangtratenseltenauf.

AlsÜberempfindlichkeitsreaktionkönnenHautausschlägemitverschiedenenSymptomenwieFieber,

ErkrankungenimBereichderLymphknoten(Lymphadenopathie),GesichtsödemeundVeränderungender

Blut-undLeberwerteauftreten.DerVerlaufderÜberempfindlichkeitsreaktionenkannverschiedenausgeprägt

sein.InseltenenFällenkönnensiezuallgemeinenStörungenderBlutgerinnungundVersagenderFunktion

verschiedenerOrganeführen.Esistwichtigzuberücksichtigen,dassÜberempfindlichkeitsreaktionen(z.B.

Fieber,Lymph-adenopathie)imfrühenStadiumohneAnzeicheneinesHautausschlagsauftretenkönnen.Bei

AuftretenderobengenanntenSymptomesolltederPatientdahersofortuntersuchtwerden.Lamictalsollte

sofortabgesetztwerden,wennkeineandereUrsachefürdasAuftretendieserSymptomefestgestelltwird.

ÜberempfindlichkeitsreaktionenalsauchdasseltenauftretendeLyell-Syndrom(s.o.)könnentödlichverlaufen.

WeiterhinwurdenfolgendeunerwünschteWirkungenbeobachtet:Doppeltsehen,verschwommenesSehen,

Konjunktivitis, Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden

(einschließlichErbrechenundDurchfall)undReizbarkeit/Aggressivität,Bewegungsdrang(Agitiertheit),

VerwirrtheitundHalluzinationen.BewegungsstörungenwieZuckungen,Bewegungsunsicherheit,Störungen

imBewegungsablauf(Ataxie),Augenzittern(Nystagmus)undZittern(Tremor)wurdenebenfallsberichtet.Es

liegenBerichtevor,dassLamictaldasParkinson-SyndrombeiPatientenmitvorliegender

Parkinson-ErkrankungverschlimmernkannsowieinEinzelfällenauchbeiPatientenohnediese

GrunderkrankungzuextrapyramidalenWirkungenundunfreiwilligenMuskelbewegungen(Choreoathetose)

führenkann.

EswurdeüberFällevonBlutbildveränderungenberichtet,diesowohlinVerbindungmiteinem

Überempfindlichkeitssyndromalsauchalleinauftretenkönnen.DazuzählenNeutropenie,Leukopenie,

Anämie,Thrombozytopenie,PanzytopenieundsehrseltenaplastischeAnämieundAgranulozytose.Bei

LangzeitbehandlungsinddeshalbKontrolluntersuchungenerforderlich.

EineErhöhungderLeberwerteundselteneFällevonLeberfunktionsstörungen,einschließlichLeberversagen,

wurden berichtet. Leberfunktionsstörungen treten für gewöhnlich in Verbindung mit

Überempfindlichkeitsreaktionenauf,aberinEinzelfällenwurdeauchüberFälleohneAnzeichenvon

Überempfindlichkeitberichtet.

InklinischenStudien,indenenLamictalimRahmenderMonotherapiezurAnwendungkam,wurdevon

Kopfschmerzen,Müdigkeit,Hautausschlägen,Übelkeit,Schwindel,SchläfrigkeitundSchlaflosigkeitsowie

Asthenie(Schwächegefühl),Nystagmus(Augenzittern),Alopezie(Haarausfall),Pruritus(Juckreiz)und

Anorexie(Appetitlosigkeit)berichtet.

VoneinerZunahmederAnfallshäufigkeitunterLamictal-Zusatzbehandlungwurdeberichtet,wobeiAnfälle

vomGrand-mal-Typüberwogen.EinZusammenhangmitderVerabreichungvonLamictalistabernicht

gesichert.

EineLeberschädigungzuBeginnderBehandlungmitLamictalkannnichtausgeschlossenwerden.Deshalb

sindinsbesonderezuBeginnderBehandlungmitLamictalregelmäßigeUntersuchungenzurLeberfunktion

durchzuführen.

DaLamotrigindieFunktioneinesbestimmtenEnzyms(derDihydrofolsäure-Reduktase)geringfügighemmt,

istwährendderLangzeitbehandlungdieMöglichkeiteinerWechselwirkungzwischendemArzneimittelund

demFolsäure-Stoffwechselnichtauszuschließen.BeiVerabreichungvonLamictalübereinenZeitraumbiszu

einemJahrwurdenjedochkeineklinischbedeutsamenÄnderungendesBlutbildes(der

Hämoglobin-Konzentration, des mittleren Erythrozytenvolumens sowie der Serum- oder

Erythrozyten-Folatkonzentration)beobachtet.

BeiderGrunderkrankungEpilepsiekönnenschwereKrampfanfälle,einschließlichdesStatusepilepticus,zu

LähmungenvonMuskeln(durchAbbauderMuskelfasern(Rhabdomyolysis)),VersagenderFunktion

verschiedenerOrganesowieallgemeinenStörungenderBlutgerinnungführen,manchmalmittödlichem

Ausgang.ÄhnlicheFälletratenbeiderAnwendungmitLamictalauf.

InklinischenStudien,indenenPatientenLamictalzusätzlichzuanderenAntiepileptikaverabreichtwurde,

tratenTodesfälleaufmiteinerInzidenz(Häufigkeit)von1in381Patientenjahren.BeiPatienten,diePlacebo

(Wirkstoff-freiesMedikament)zusätzlichzuanderenAntiepileptikaerhielten,lagdieInzidenz(Häufigkeit)bei

1in103Patientenjahren.SomitwardieHäufigkeitunterLamictalmehrals3-malniedrigeralsunterPlacebo.

WennSieNebenwirkungenbeisichbeobachten,dienichtindieserGebrauchsinformationaufgeführtsind,

teilenSiediesebitteIhremArztoderApothekermit.

HinweiseundAngabenzurHaltbarkeitdesArzneimittels

Lamictal100darfnachAblaufdesaufdemBehältnisundderäußerenUmhüllungangegebenen

Verfallsdatumsnichtmehrangewendetwerden!

WieistLamictal100aufzubewahren?

Nichtüber+30°C,vorLichtgeschütztundtrockenaufbewahren.

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren!

StandderInformation

Mai2001

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DiesePackungwurdevonderFirmaEurim-PharmArzneimittelGmbH,

83451Piding,importiert.DerBeipackzettelwurdeebenfallsvonder

FirmaEurim-PharmArzneimittelGmbHgedrucktundhinzugefügt.

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Fachinformation

LAMICTAL

1. Bezeichnung derArzneimittel

Lamictal 25

Lamictal 50

Lamictal100

Lamictal200

Wirkstoff:Lamotrigin

2.Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

DieseArzneimittelenthalteneinenStoff,dessenWirkungindermedizinischenWissenschaftnochnichtallgemein

bekanntist.DerpharmazeutischeUnternehmerhatdeshalbdemBundesinstitutfürArzneimittelundMedizinprodukte

fürdieseArzneimitteleinen Erfahrungsberichtnach § 49Abs. 6AMGvorzulegen.

3. Zusammensetzung derArzneimittel

3.1 Stoff- oderIndikationsgruppe

Antiepileptikum

3.2ArzneilichwirksamerBestandteil

Lamictal25

1Tabletteenthält 25 mgLamotrigin.

Lamictal50

1Tabletteenthält50 mgLamotrigin.

Lamictal100

1Tabletteenthält100 mgLamotrigin.

Lamictal200 (Italien-, Griechenland-, Spanien-Import)

1Tabletteenthält200 mgLamotrigin.

Lamictal200 (Frankreich-, Belgien-, Österreich-Import)

1 löslicheTabletteenthält200 mgLamotrigin.

3.3 SonstigeBestandteile

Griechenland-, Italien-, Belgien-, Spanien-, Portugal-Import:

Lamictal25, -50, -100, -200:

Lactose-Monohydrat,mikrokristallineCellulose,Poly(O-carboxymethyl)stärkealsNatriumsalz,Povidon,

Eisenoxidhydrat(E172), Magnesiumstearat.

Juli2002

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LAMICTAL

Frankreich-, Belgien-, Österreich-Import:

Lamictal200 (löslicheTabletten):

Calciumcarbonat,Hydroxypropylcellulose,Aluminiummagnesiumsilikat,Poly(O-carboxymethyl)stärkeals

Natriumsalz, Povidon, Saccharin-Natrium, schwarzes Johannisbeeraroma,Magnesiumstearat.

4.Anwendungsgebiete

MonotherapiederEpilepsiezurErstbehandlungfokalerundsekundärgeneralisierterAnfällebeiErwachsenenund

Kindernab 12 Jahren.

Zusatzbehandlungbeirefraktärenpartiellenundsekundärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällenbeiErwachsenen

und Kindernab 12 Jahren.

ZusatztherapiebeirefraktärfokalenAnfällensowiedesrefraktärenLennox-Gastaut-SyndromsbeiKindernvon4bis

11 Jahren.

Hinweise:

DieerstmaligeAnwendungbeiErwachsenenundKindernab12JahrensolltenurdurcheinenNeurologenodereinen

Arzt, dermitderBehandlung von Epilepsienvertrautist, erfolgen.

DieerstmaligeAnwendungbeiKindernvon4bis11JahrensollteinKlinikenundInstitutionenmitbesonderer

Erfahrung in derBehandlung von Epilepsien oderin engerZusammenarbeitmitsolchenEinrichtungen erfolgen.

5. Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegenLamotrigin.

Kinderunter4JahrensolltenvonderBehandlungmitLamotriginausgeschlossenwerden,dakeineausreichenden

Erfahrungenvorhandensind.

BeiPatientenmitNierenfunktionsstörungensolltedieBehandlungmitLamictalmitVorsichterfolgen,daeszur

Anreicherung eines Metaboliten imPlasmaund zurVerringerung derNierenclearancekommt.

BesondereHinweisefür Schwangerschaftund Stillzeit

AussagenhinsichtlichderSicherheitderAnwendungvonLamictalinderSchwangerschaftkönnengegenwärtig

infolgefehlenderErfahrungennichtgemachtwerden.

LamictalsollteinderSchwangerschaftnichtverabreichtwerden,esseidenn,nachAuffassungdesArztesüberwiegen

diemöglichenVorteileeinerBehandlungderMuttermitLamictaldiemöglichenRisikenfürdensichentwickelnden

Fetus.

DaLamotrigindieDihydrofolsäure-Reduktasegeringfügighemmt,kanntheoretischdasRisikovonembryo-fetalen

Schädigungen nichtausgeschlossen werden,wenn Lamictalwährend derSchwangerschaftverabreichtwird.

TierexperimentelleUntersuchungen,beidenenLamotrigininDosenverabreichtwurde,dieüberdemfürden

Menschentherapeutischen Bereich lagen, erbrachten jedochkeinen HinweisaufteratogeneEffektederSubstanz.

EsliegenkeineausreichendenErfahrungenmitLamotriginbeiAnwendungwährendderStillzeitvor,sodasswährend

derBehandlungmitLamictalnurnachsorgfältigerAbwägungdesNutzensunddesRisikosfürdenSäuglinggestillt

werden sollte.

Juli2002

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LAMICTAL

BisherigeUntersuchungenzeigen,dassLamotriginnormalerweiseinderGrößenordnungvon40-60%(bezogenauf

diePlasmakonzentration)indieMuttermilchübergeht.DieDosisvonLamotrigin,ermitteltanwenigengestillten

Säuglingen,beträgtzwischen0,06-0,75 mg/kg/24 Stunden.Es wurdenkeineNebenwirkungen beobachtet.

6. Nebenwirkungen

InklinischenStudien,indenenLamictalzusätzlichzuanderenAntiepileptikaverabreichtwurde,tratenbeibiszu10%

derPatientenHautausschlägeauf.InderVergleichsgruppeohneLamictalbetrugdieHäufigkeitdieser

Nebenwirkungen5 %.

DieHautausschlägeführtenbei2%dermitLamictalbehandeltenPatientenzumAbbruchderTherapie.Diesemeistin

makulopapulöserFormauftretendenHautausschlägewurdeninderRegelinnerhalbdererstenacht

Behandlungswochen beobachtet. NachAbsetzen desArzneimittels waren dieseErscheinungen reversibel.

Insgesamtscheintdas Risiko eines Hautausschlages in hohemMaß in Zusammenhang zu stehenmit:

-hohenAnfangsdosenLamictalundeinemÜberschreitenderfürdenBehandlungsbeginnempfohlenenDosissteigerungen

von Lamictal(sieheDosierungsanleitung,Artund DauerderAnwendung).

-dergleichzeitigenEinnahmevonValproinsäure,wodurchdiemittlereHalbwertszeitvonLamotriginumannähernddas

2facheerhöhtwird (sieheDosierungsanleitung,Artund DauerderAnwendung).

SeltenwurdevomAuftretenschwerwiegenderlebensbedrohlicherallergischerHaut-undSchleimhautreaktionen,die

sichmitblasserSchwellungderHaut,vorallemimGesichtsbereich(Quincke-Ödem),evtl.unterMitbeteiligungder

SchleimhäuteimMund,Rachen,KehlkopfundMagen-Darm-Trakt,HautabschälungundFieber(Stevens-Johnson-

Syndrom)sowiedemSyndromderverbrühtenHaut(Lyell-Syndrom)bemerkbarmachten,berichtet.Auchwenndiese

SymptomebeidenmeistenPatientennachAbsetzenvonLamictalzurückgehen,bleibenbeieinigenPatienten

irreversibleVernarbungen zurück.FällemittödlichemAusgang traten seltenauf.

AlsÜberempfindlichkeitsreaktionkönnenHautausschlägemitverschiedenensystemischenSymptomenwieFieber,

Lymphadenopathie,GesichtsödemeundVeränderungenderBlut-undLeberwerteauftreten.DieklinischenVerläufe

zeigeneinweitesSpektrumundkönneninseltenenFällenzudisseminierter,intravaskulärerKoagulopathieund

Multiorganversagenführen.Esistwichtigzuberücksichtigen,dassfrüheManifestationenvon

Überempfindlichkeitsreaktionen(z.B.Fieber,Lymphadenopathie)ohneAnzeicheneinesHautausschlagsauftreten

können.BeiAuftretenderobengenanntenSymptomesolltederPatientdahersofortuntersuchtwerden.Lamictalsollte

sofortabgesetztwerden,wenn keineandereUrsachefürdasAuftretendieserSymptomefestgestelltwird.

Überempfindlichkeitsreaktionenals auchdas selten auftretendeLyell-Syndrom(s.o.)könnentödlich verlaufen.

WeiterhinwurdenfolgendeunerwünschteWirkungenbeobachtet:Doppeltsehen,verschwommenesSehen,

Konjunktivitis,Schwindel,Schläfrigkeit,Kopfschmerzen,Müdigkeit,gastrointestinaleBeschwerden(einschließlich

ErbrechenundDiarrhoe)undReizbarkeit/Aggressivität,Bewegungsdrang(Agitiertheit),Verwirrtheitund

Halluzinationen.

BewegungsstörungenwieZuckungen,Bewegungsunsicherheit,Ataxie,NystagmusundTremorwurdenebenfalls

berichtet.EsliegenBerichtevor,dassLamictaldasParkinson-SyndrombeiPatientenmitvorliegenderParkinson-

ErkrankungverschlimmernkannsowieinEinzelfällenauchbeiPatientenohnedieseGrunderkrankungzu

extrapyramidalenWirkungenund Choreoathetoseführenkann.

EswurdeüberFällevonBlutbildveränderungenberichtet,diesowohlinVerbindungmiteinem

Überempfindlichkeitssyndromalsauchalleinauftretenkönnen.DazuzählenNeutropenie,Leukopenie,Anämie,

Juli2002

Fachinformation

LAMICTAL

Thrombozytopenie,PanzytopenieundsehrseltenaplastischeAnämieundAgranulozytose.BeiLangzeitbehandlung

sind deshalb Kontrolluntersuchungen erforderlich.

EineErhöhungderLeberwerteundselteneFällevonLeberfunktionsstörungen,einschließlichLeberversagen,wurden

berichtet.LeberfunktionsstörungentretenfürgewöhnlichinVerbindungmitÜberempfindlichkeitsreaktionenauf,aber

in Einzelfällenwurdeauch überFälleohneAnzeichenvon Überempfindlichkeitberichtet.

InklinischenStudien,indenenLamictalimRahmenderMonotherapiezurAnwendungkam,wurdevon

Kopfschmerzen,Müdigkeit,Hautausschlägen,Übelkeit,Schwindel,SchläfrigkeitundSchlaflosigkeitsowieAsthenie

(Schwächegefühl),Nystagmus(Augenzittern),Alopezie(Haarausfall),Pruritus(Juckreiz)undAnorexie

(Appetitlosigkeit)berichtet.

VoneinerZunahmederAnfallshäufigkeitunterLamictal-Zusatzbehandlungwurdeberichtet,wobeiAnfällevom

Grand-mal-Typüberwogen.Ein Zusammenhang mitderVerabreichung von Lamictalistabernichtgesichert.

EineLeberschädigungzuBeginnderBehandlungmitLamictalkannnichtausgeschlossenwerden.Deshalbsind

insbesonderezu Beginn derBehandlung mitLamictalregelmäßigeUntersuchungenzurLeberfunktion durchzuführen.

DaLamotrigindieDihydrofolsäure-Reduktasegeringfügighemmt,istdieMöglichkeiteinerWechselwirkungmitdem

FolatstoffwechselwährendderLangzeittherapienichtauszuschließen.BeiderVerabreichungvonLamictalübereinen

Zeitraumbiszu1JahrwurdenjedochkeineklinischbedeutsamenÄnderungenderHämoglobinkonzentration,des

mittlerenErythrozytenvolumensoderderFolsäurekonzentrationimSerumbeobachtet;gleichesgiltfürdie

Erythrozyten-Folatkonzentration nachVerabreichung von Lamictalübereinen Zeitraumbis zu 5 Jahren.

BeiderGrunderkrankungEpilepsiekönnenschwereKrampfanfälle,einschließlichdesStatusepilepticus,zu

Rhabdomyolysis,Multiorganversagenunddisseminierter,intravaskulärerKoagulopathieführen,manchmalmit

tödlichemAusgang.ÄhnlicheFälletratenbeiderAnwendung von Lamictalauf.

InklinischenStudien,indenenPatientenLamictalzusätzlichzuanderenAntiepileptikaverabreichtwurde,traten

TodesfällemiteinerInzidenzvon1in381Patientenjahrenauf.BeiPatienten,diePlacebozusätzlichzuanderen

Antiepileptikaerhielten,lagdieInzidenzbei1in103Patientenjahren,somitwardieHäufigkeitunterLamictalum

mehrals das3fachegeringerals unterPlacebo.

SpezielleVorsichtsmaßnahmenbeiderAnwendung

BeiallenPatientenmitHautausschlägensollteumgehendderArztaufgesuchtwerdenundeinAbsetzenvonLamictal

erwogen werden.

BeiKindern kanndas erstmaligeAuftreten einesHautausschlages fälschlicherweisefüreineInfektion gehalten werden.

BeiKindern,diewährenddererstenachtBehandlungswochenAnzeicheneinesHautausschlagesundFieber

entwickeln,solltederArztdieMöglichkeiteinerReaktion aufdasArzneimittelin Betrachtziehen.

BeiPatienten,beiwelchenindenerstenBehandlungswocheneineKombinationsolcherSymptomeauftreten,wie

unklareHautausschläge,Fieber,grippeähnlicheSymptome,SchläfrigkeitsowieZunahmevonAnfällen,sind

Laboruntersuchungen(Leber-und Nierenfunktion, Gerinnungsstatus)regelmäßigdurchzuführen.

BeiunklarenBlutungen aus denSchleimhäuten (Nase, Mund,Vagina)istderGerinnungsstatus zu untersuchen.

WiebeianderenAntiepileptika,kanndasplötzlicheAbsetzenvonLamictalRebound-Anfällehervorrufen.Dahersollte

LamictalübereinenZeitraumvon2Wochenstufenweiseabgesetztwerden,esseidenn,dasseinplötzlicherAbbruch

aus Sicherheitsgründen (z.B.schwereHautreaktionen)erforderlich ist.

Juli2002

Fachinformation

LAMICTAL

Hinweis zur Beeinflussung des Reaktionsvermögens

DiesesArzneimittelkannauchbeibestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweitverändern,dass

dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeamStraßenverkehroderzumBedienenvonMaschinenbeeinträchtigtwird.Dies

giltin verstärktemMaßeimZusammenwirken mitAlkohol.

7.WechselwirkungenmitanderenMitteln

GesonderteStudienzuInteraktionenwurdennichtdurchgeführt.PräklinischeStudienzeigtenkeinenwesentlichen

EinflussvonLamotriginaufdieoxidativenEnzymeinderLeber.Eskannangenommenwerden,dassder

MetabolismusbeimMenschenundderklinischeEffektderWirkstoffe,dieaufdiesemWegeabgebautwerden,durch

Verabreichung von Lamictalnichtverändertwerden.

LamotriginkannzwarseineneigenenMetabolismusinduzieren,indenklinischenStudienwurdenjedochkeine

relevantenEffekteinfolgedieserInduktionbeobachtet.WennnochandereAntiepileptikazusätzlichzuLamictal

gegeben werden, sollteberücksichtigtwerden,dass diePharmakokinetik von Lamictalbeeinflusstwerdenkann.

KlinischeStudienzeigten,dassdiegleichzeitigeVerabreichungvonPhenytoin-,Carbamazepin-,Phenobarbital-oder

Primidon-haltigenArzneimittelndurcheineInduzierungvonLeberenzymenzueinembeschleunigtenAbbauvon

Lamotriginführt.DagegenwardieMetabolisierungvonLamotriginbeigleichzeitigerVerabreichungvon

Valproinsäure-haltigenPräparatenkompetitivgehemmt,wodurchdiemittlereHalbwertszeitvonLamotriginum

annähernd das2facheerhöhtwird.

ObgleichPlasmaspiegeländerungenandererAntiepileptikadurchLamictalbeschriebenwurden,konnteinklinischen

StudienkeinEinflussvonLamotriginaufdiePlasmakonzentrationandererAntiepileptikafestgestelltwerden.

Ergebnisseentsprechenderin-vitro-Untersuchungenwiesendaraufhin,dassLamotriginandereAntiepileptikanichtaus

ihrenPlasmaprotein-Bindungsstellenverdrängtundsomitderenfreie,pharmakologischwirkendeAnteilenichterhöht

werden.

WechselwirkungenmitdemFolsäurestoffwechselsieheunterAbschnitt6. Nebenwirkungen.

IneinerUntersuchungmit12freiwilligenweiblichenPersonen,dieoraleKontrazeptivaeinnahmen,hatteLamotrigin

keinen Einfluss aufdieEthinylestradiol-und Levonorgestrel-Plasmakonzentration.

DaLamictalmitanderenAntiepileptikakombiniertwerdenkann,diedurcheineLeberenzyminduktiondie

BioverfügbarkeitderKontrazeptivaverringern,kanneineBeeinträchtigungderempfängnisverhütendenWirkungnicht

ausgeschlossenwerden. Gegebenenfalls sind andereMethoden derEmpfängnisverhütung anzuwenden.

BeieinigenPatienten,diezusätzlichzueinerCarbamazepin-TherapieLamictalerhielten,tratenu.a.Kopfschmerzen,

Schwindel,StörungenimBewegungsablauf(Ataxie),Doppeltsehen,verschwommenesSehenundÜbelkeit

(zentralnervöseStörungen)auf.DieseErscheinungenbessertensichmeistnacheinerDosisverminderungvon

Carbamazepin.

Paracetamol,einArzneimittel,dasbeiFieberund/oderSchmerzenangewendetwird,kanndieVerweildauervon

LamotriginimKörperverringern und dieAusscheidungüberdieNieren erhöhen.

8.Warnhinweise

EsliegenBerichteüberdasAuftretenvonHautreaktionenvor.DiesetratenimAllgemeineninnerhalbdererstenacht

Wochen nachBeginnderBehandlung mitLamictalauf.

Juli2002

Fachinformation

LAMICTAL

SchwerwiegendeHautausschläge(Stevens-Johnson-Syndrom)tretenbeiErwachsenenmiteinerInzidenzvonca.1in

1000Patientenauf.DasRisikoeinesschwerwiegendenHautausschlagesistbeiKindernhöheralsbeiErwachsenen.

BishervorliegendeDatenausklinischenStudienlassenbeiKindernaufeineInzidenzstationärzubehandelnder

Hautausschlägezwischen1 in 300 und 1 in 100 schließen.

Zusätzlich scheintdas Risiko eines Hautausschlages insgesamtin hohemMaß in Zusammenhang zu stehenmit:

-hohenAnfangsdosenLamictalundeinemÜberschreitenderfürdenBehandlungsbeginnempfohlenenDosissteigerungen

von Lamictal(sieheDosierungsanleitung,Artund DauerderAnwendung).

-dergleichzeitigenEinnahmevonValproinsäure,wodurchdiemittlereHalbwertszeitvonLamotriginumannähernddas

2facheerhöhtwird (sieheDosierungsanleitung,Artund DauerderAnwendung).

DieMehrheitderHautausschlägesindmildundvorübergehend,schweremöglicherweiselebensbedrohliche

HautreaktioneneinschließlichdesStevens-Johnson-SyndromunddemSyndromderverbrühtenHauttretenseltenauf

(sieheNebenwirkungen).DahersolltenallePatienten,dieeinenHautausschlagentwickeln,sofortuntersuchtund

Lamictalsofortabgesetztwerden,esseidenn,derHautausschlagstehteindeutignichtinZusammenhangmitder

Einnahmevon Lamictal.

9.WichtigsteInkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bishernichtbekannt.

10. Dosierung mit Einzel-undTagesgaben

Monotherapieund Zusatzbehandlung

I. Monotherapie

Erwachseneund Kinder ab 12 Jahre

ImRahmenderMonotherapiewirdindenersten14BehandlungstageneineEinzeldosisvon25mgLamotrigin1-mal

täglichverabreicht.Darauffolgendwerden,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,50mgLamotrigin1-mal

täglichgegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenummaximal50-

100 mg Lamotrigin erhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise100mgbis200mgtäglich,entweder1-maltäglichoderaufgeteiltinzwei

Einzeldosen,verabfolgt(sieheTabelle1).InklinischenUntersuchungenwarenbeieinigenPatientenDosenbiszu500

mg Lamotrigin/Tag erforderlich,umdengewünschtenTherapieeffektzuerzielen.

Tabelle1:EmpfohleneDosierung fürErwachseneund Kinderab12 JahrebeiLamictal-Monotherapie

Woche1+2 Woche3+4 Erhaltungsdosis

25 mg/Tag

(1 x täglich) 50 mg/Tag

(1 x täglich) 100-200 mg/Tag

(1x täglichoderaufgeteiltin zweiEinzeldosen morgens und abends)

BiszumErreichenderErhaltungsdosissolltedieDosisalle1-2

Wochenum50-100 mgerhöhtwerden.

Juli2002

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LAMICTAL

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosierungssteigerungempfohlenenDosensolltenaufgrund

des Risikos, dass Hautausschlägeauftreten, nichtüberschritten werden(sieheWarnhinweiseund Nebenwirkungen).

II. Zusatzbehandlung

Erwachseneund Kinder ab 12 Jahre

a)BeiderZusatzbehandlungmitnichtValproinsäure-haltigenAntiepileptika(enzyminduzierendeAntiepileptikaoder

enzyminduzierendeAntiepileptikazusammen mitanderenAntiepileptikaaußerValproinsäure)

Währendderersten14BehandlungstagewirdeineEinzeldosisvon50mgLamotrigin1-maltäglichverabreicht.

Darauffolgendwerden,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,100mgLamotrigintäglich,aufgeteiltin2

Einzeldosengegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenummaximal100

mg Lamotrigin erhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise200-400mgLamotrigin,aufgeteiltinzweiEinzeldosen,verabfolgt(siehe

Tabelle2).

b)BeiderZusatzbehandlungmitValproinsäure-haltigenArzneimitteln(Valproinsäure-haltigeArzneimitteloder

Valproinsäure-haltigeAntiepileptikazusammenmitanderenAntiepileptika)

Währendderersten14BehandlungstagewirdjedenzweitenTageineEinzeldosisvon25mgLamotriginverabreicht.

Darauffolgendwird,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,eineEinzeldosisvon25mgLamotrigin1-maltäglich

gegeben.

AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschtenTherapieeffektesalle1-2Wochenummaximal25-50

mg Lamotrigin erhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerdenüblicherweise100-200mgLamotrigin1-maltäglichoderaufgeteiltinzweiEinzeldosen

verabfolgt(sieheTabelle2).

Tabelle2:EmpfohleneDosierung fürErwachseneund Kinderab12 JahrebeiLamictal-Zusatzbehandlung

Komedikation Woche1 +2 Woche3 +4 Erhaltungsdosis

mitnicht

Valproinsäure-haltigen

Antiepileptika

(enzyminduzierende

Antiepileptika*oder

enzyminduzierende

Antiepileptika

zusammen mitanderen

Antiepileptikaaußer

50 mg/Tag

(1 x täglich) 100 mg/Tag

(aufgeteiltin zwei

Einzeldosen morgens

und abends) 200-400 mg/Tag

(aufgeteiltin zwei

Einzeldosenmorgens und

abends)

Bis zumErreichen der

Erhaltungsdosis solltedie

Dosis alle1-2Wochenum

100 mg erhöhtwerden.

* z.B.Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbitalund Primidon

Juli2002

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LAMICTAL

Hinweis:

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen, deren pharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotriginderzeit

nichtbekanntsind, solltegegenwärtig dieDosierungssteigerung wiefürdieBegleitmedikation mitValproinsäure-

haltigenArzneimitteln empfohlen erfolgen.

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotriginderzeit

nichtbekanntsind,solltegegenwärtigdieDosierungssteigerungwiefürdieBegleitmedikationmitValproinsäure-

haltigenArzneimitteln empfohlen werden.

WennbeibestehenderLamictal-ZusatzbehandlungdieBegleitmedikationabgesetztwird,umLamictalinder

MonotherapieanzuwendenoderwennbeibestehenderTherapiemitLamictalzusätzlicheAntiepileptikaverabreicht

werdensollen,sollteberücksichtigtwerden,welcheAuswirkungendiesmöglicherweiseaufdiePharmakokinetikvon

Lamotriginhat(sieheWechselwirkungen).

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosierungssteigerungempfohlenenDosensolltenaufgrund

desRisikos,dassHautausschlägeauftreten,nichtüberschrittenwerden(sieheAbschnittWarnhinweiseund

Nebenwirkungen).

Kinder von4 bis 11 Jahren

a)BeiderZusatzbehandlungmitnichtValproinsäure-haltigenAntiepileptika(enzyminduzierendeAntiepileptikaoder

enzyminduzierendeAntiepileptikazusammen mitanderenAntiepileptikaaußerValproinsäure)

DieVerabreichungdernachfolgendgenanntenDosenerfolgtjeweilstäglichaufgeteiltin2Einzeldosen(morgensund

abends):

-währendderersten 14 Behandlungstage0,6 mg Lamotrigin/kg KG/Tag

-darauffolgend, ebenfalls übereinenZeitraumvon 14Tagen, 1,2 mg Lamotrigin/kg KG/Tag

-anschließendmaximal1,2mgLamotrigin/kgKG/Tagalle1-2WochenbiszumErreichendesgewünschten

Therapieeffektes

-alsErhaltungsdosisüblicherweise5-15mgLamotrigin/kgKG/Tag(sieheTabelle3),diemaximaleTagesdosisbeträgt

400 mg/Tag.

b)BeiderZusatzbehandlungmitValproinsäure-haltigenArzneimitteln(Valproinsäure-haltigeArzneimitteloder

Valproinsäure-haltigeAntiepileptikazusammenmitanderenAntiepileptika)

Währendderersten14BehandlungstagewirdeineEinzeldosisvon0,15mgLamotrigin/kgKG1-maltäglich

verabreicht.Darauffolgendwird,ebenfallsübereinenZeitraumvon14Tagen,eineEinzeldosisvon0,3mg

Lamotrigin/kgKG1-maltäglichgegeben.AnschließendsolltedieDosisbiszumErreichendesgewünschten

Therapieeffektes alle1-2Wochen ummaximal0,3 mgLamotrigin/kg KG/Tag erhöhtwerden.

AlsErhaltungsdosiswerden1-5mgLamotrigin/kgKG1-maltäglichoderaufgeteiltin2Einzeldosenverabreicht(siehe

Tabelle3). DiemaximaleTagesdosis beträgt200 mg Lamotrigin/Tag.

Tabelle3:EmpfohleneDosierung fürKindervon 4 bis 11 Jahren beiLamictal-Zusatzbehandlung

Komedikation Woche1 +2 Woche3 +4 Erhaltungsdosis

Juli2002

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LAMICTAL

mitnicht

Valproinsäure-haltigen

Antiepileptika

(enzyminduzierende

Antiepileptika*oder

enzyminduzierende

Antiepileptikazu-

sammen mitanderen

Antiepi-leptikaaußer

0,6 mg/kgKG/Tag

(aufgeteiltin zwei

Einzeldosenmorgens

und abends) 1,2 mg/kg KG/Tag

(aufgeteiltin zwei

Einzeldosen morgens

und abends) 5-15 mg/kg KG/Tag

(aufgeteiltin zwei

Einzeldosenmorgens

und abends)

Bis zumErreichen der

Erhaltungsdosis sollte

dieDosis alle1-2

Wochen um1,2 mg/kg

bis aufmaximal400

mg/Tag erhöhtwerden.

* z.B.Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbitalund Primidon

Hinweis:

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen, deren pharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotriginderzeit

nichtbekanntsind, solltegegenwärtig dieDosierungssteigerung wiefürdieBegleitmedikation mitValproinsäure-

haltigenArzneimitteln empfohlen erfolgen.

SolltesichbeiderBerechnungderDosierungfürdieerstenvierWocheneineDosisergeben,diemitLamictal5nicht

exaktzuerzielenist,solltedieDosisaufdienächstmöglicheDosierungreduziertwerden.Ergibtsichhierauseine

Dosis von 2,5 mgoderhöheraberniedrigerals 5 mg Lamotrigin,solltedemPatienteneine5 mgTablettejeden zweiten

Tag verabreichtwerden.

Wenn dieberechnetetäglicheDosis wenigerals2,5 mgbeträgt,sollteLamictalnichtangewendetwerden.

BeiPatienten,dieAntiepileptikaeinnehmen,derenpharmakokinetischeWechselwirkungenmitLamotriginderzeit

nichtbekanntsind,solltedieDosierungssteigerungwiefürdieBegleitmedikationmitValproinsäure-haltigen

Arzneimitteln empfohlenerfolgen.

Essolltebeachtetwerden,dassesunterBeachtungderDosierungsempfehlungmitderderzeitzurVerfügungstehenden

5mgTablettenstärkenichtmöglichist,beiKindernmitwenigerals17kgKörpergewichtdieLamictalbehandlung

exaktzu beginnen.

DiefürdenBehandlungsbeginnundfürdieanschließendeDosierungssteigerungempfohlenenDosensolltenaufgrund

desRisikos,dassHautausschlägeauftreten,nichtüberschrittenwerden(sieheAbschnittWarnhinweiseund

Nebenwirkungen).

Esistdavonauszugehen,dassbeiKindernimAltervon4-6JahreneineErhaltungsdosiserforderlichist,diesichim

oberenBereichderDosisempfehlung bewegt.

UmeinetherapeutischeDosiszugewährleisten,mussdasGewichtdesKindesmonitoriertunddieDosisbei

Gewichtsänderung angepasstwerden.

Dosierung beiälterenPatienten(über65 Jahre):

Juli2002

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LAMICTAL

EineÄnderungderDosierungistnichterforderlich.DiePharmakokinetikvonLamotriginindieserAltersgruppe

unterscheidetsich nichtsignifikantvon derbeiErwachsenen,diejüngerals65 Jahresind.

Dosierung beieingeschränkter Leberfunktion:

AllgemeinsolltendieDosierungzuBehandlungsbeginn,dieDosissteigerungzumErreichenderErhaltungsdosisund

dieErhaltungsdosisumca.50%beiPatientenmitmäßiger(Child-PughGradB)undca.75%beiPatientenmit

schwerer(Child-Pugh Grad C)Leberfunktionsstörung erniedrigtwerden.

DieDosissteigerungunddieErhaltungsdosissolltendemSchweregradderLebererkrankungunterBerücksichtigung

derpharmakokinetischenParameterund derklinischenWirksamkeitangepasstwerden.

PharmakologischeStudienhabengezeigt,dassdiemittlereClearanceunddiemittlereAUCbeiPersonenmitschwerer

Leberfunktionsstörung inVerbindungmiteinemsignifikantenAszites (Child-Pugh Grad C)ummehrals das 2facheab-

bzw. zunahmenimVergleich zuPersonen mitschwererLeberfunktionsstörungohneAszites(Child-Pugh Grad B).

WenndiefüreinKindodereinenPatientenmiteingeschränkterLeberfunktionberechneteDosisnichtinganzen

Tablettenverabreichtwerdenkann,solldienächstkleinereDosis,dieinganzenTablettengegebenwerdenkann,

verabreichtwerden.

11.Art undDauerderAnwendung

ArtderAnwendung

Eswirdempfohlen,dieTablettenmöglichstimmerzurgleichenTageszeitvorodernachdemEssenmitetwas

Flüssigkeiteinzunehmen.

Lamictal200, löslicheTabletten(Frankreich-, Belgien-, Österreich-Import):

ZurErleichterung derEinnahmekann dieTablettezerkautoderinWasseraufgeschlämmtwerden.

Dauer derAnwendung

DieDauerderBehandlungmitLamictalrichtetsichnachdenklinischenErfordernissenundwirdvombehandelnden

Arztfestgelegt.WiebeiantiepileptischwirksamenArzneimittelnüblich,sollteeineventuellesAbsetzenvonLamictal

ausschleichendübereinenZeitraumvon2Wochenerfolgen,umdasAuftretenerneuterAnfälle(Rebound-Anfälle)zu

vermeiden.

12. Notfallmaßnahmen, SymptomeundGegenmittel

FällevonakuterÜberdosierungmit10-bis20facherÜberschreitungderTageshöchstdosiswurdenberichtet.

Überdosierung führtezuSymptomenwieNystagmus,Ataxie, Bewusstseinsstörungenund Koma.

NacheinerEinnahmevonetwa4bis5gLamotriginwurdeeinPatientmiteinemKomaineinKrankenhaus

eingeliefert,daszwischen8und12Stundenandauerte;nach2bis3TagenwarderPatientbeschwerdefrei.Nach

Einnahmevon5,6gLamotriginwurdeeinPatientbewusstlosaufgefunden.DerPatientwarnachBehandlungmit

Aktivkohleund einemanschließenden16stündigen Schlafbeschwerdefrei.

ImFalleeinerÜberdosierungsolltederPatientjedocheinerklinischenÜberwachung,dievonallgemein

unterstützendenMaßnahmenbegleitetist,zugeführtwerden.LiegtderZeitpunktderTabletteneinnahmenochnicht

weitzurück, so kann eineMagenspülungangezeigtsein.

Juli2002

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LAMICTAL

13.PharmakologischeundtoxikologischeEigenschaften,Pharmakokinetikund

Bioverfügbarkeit,soweit dieseAngabenfürdietherapeutischeVerwendung erforderlichsind

13.1 PharmakologischeEigenschaften

DieErgebnissepharmakologischerUntersuchungenlassenvermuten,dassLamotrigindiespannungskontrollierten

Natrium-KanälederneuronalenMembranenunddadurchdieFreisetzungvonNeurotransmittern,insbesonderedie

pathologischeFreisetzungderGlutaminsäure,einerAminosäure,dereineSchlüsselstellungbeiderAuslösungvon

epileptischenAnfällenzukommt,alsauchdiedurchGlutamathervorgerufenenschnellaufeinanderfolgenden

Aktionspotentiale,hemmt.

BeipharmakodynamischenUntersuchungenanProbandenunterAnwendungvonpsychomotorischenLeistungstests

wurdenachEinzelgabenvon Lamotrigin(Dosierungen zu 120 mgund 240 mg)keinUnterschiedzwischenVerum-und

Placebo-Gruppebeobachtet.DagegenführtenimgleichenUntersuchungsmodell–imVergleichzuPlacebo–

EinzelgabenvonPhenytoin(1000mg),Diazepam(10mg)undCarbamazepin(400mgund600mg)zu

Leistungseinbußen.

NachMehrfachdosierung(120mg über6Tage)riefLamotriginimVergleichzuPlacebosignifikanteVeränderungenin

den meisten ParameterneinervisuellenAnalogskalahervor.

13.2ToxikologischeEigenschaften

AkuteToxizität

FürdieLD

von Lamotrigin wurden folgendeWerteermittelt:

oraleGabe

Mäuse:269 mg/kg

Ratten:184 mg/kg

i.v.-Verabreichung

Mäuse:138 mg/kg

Ratten:107-113 mg/kg

BeieinigenTierenkonntenfolgendeAuffälligkeiten beobachtetwerden:

Bewegungsstörungen,ReflexverlustundlängeranhaltendeUnbeweglichkeit.BeiRattenwurdendarüberhinaus

Krämpfebeobachtet,diegelegentlichbeioraler,häufigjedochbeihöheren–i.v.-verabreichten–Dosen(80mg/kgund

darüber)auftraten.

Subakuteund chronischeToxizität

Ratten:

LamotriginwurdeinDosenvon1-50mg/kg/Tagüber1,3,6und12Monateoralverabreicht.Konvulsionenerwiesen

sichalsdosisbegrenzenderFaktor.EswurdenErweiterungenimGastrointestinaltrakt,abnormesPutzverhalten,

geringfügigeVeränderungendesFolsäurespiegels,NierentoxizitätundeineerhöhteHäufigkeitvonMyokarditis

beobachtet.

Juli2002

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LAMICTAL

Primaten:

LamotriginwurdeübereinenZeitraumvon1Monat(beiKrallenaffen)und3,6und12Monaten(beiCynomolgus-

Affen)oralin Dosen von 5-50 mg/kg/Tag verabreicht.

BeibeidenAffenarten tratenimDosisbereich von 20 mg/kg Erbrechenund gelegentlichKoordinationsstörungen auf.

FernertratenimDosisbereichvon20-30mg/kgbeiCynomolgus-AffenKonvulsionenauf.Darüberhinauswurdenin

der12-Monats-StudienachVerabreichung derHöchstdosis beieinigenAffen Lethargie, ZitternundAtaxiebeobachtet.

NachfolgendehistologischeUntersuchungenbeidenPrimatenergabenkeineSchädigungen,dieaufdieVerabreichung

von Lamotriginzurückzuführen waren.

DiebeiMausundRattebeobachtetenAtaxien,dasabnormePutzverhalten,dieverminderteAktivitätsowiediebei

AffennachVerabreichunghoherDosenaufgetretenenKoordinationsstörungenkönnenderZNS-dämpfendenWirkung

von LamotriginbeidiesenTierarten zugeschriebenwerden.

Mutagenität

Lamotriginwurdeausreichend bezüglich mutagenerWirkungen geprüft.In-vivo-undin-vitro-Tests verliefennegativ.

Kanzerogenität

InLangzeitstudien(biszu2Jahren),indenenMäusenundRattenLamotrigininDosenvon20-30mg/kg/Tagbzw.10-

15 mg/kg/Tag verabreichtwurde, erwies sichdieSubstanzals nichtkanzerogen.

Teratogenität/Embryotoxizität

NachVerabreichungvonLamotrigininDosenbiszu20mg/kg/TaganträchtigeRattenwurdenmaternaltoxische

Effekte,aberkeineteratogenenWirkungenbeobachtet.BeidieserDosiswarenlediglicheineleichtverlängerte

SchwangerschaftsdauersowieeinegeringfügigverminderteAnzahlderCorporaluteaundImplantationenfeststellbar.

NachVerabreichungvon12,5mg/kg/TagwarenEinflüsseaufdasGewichtunddieVerknöcherungdesSkelettsbeiden

Fetenzubeobachten.DaLamotriginnursehrbegrenztaufdenFetusübertritt,sinddieseBefundevermutlichauf

maternaltoxischeEffektevon Lamotrigin zurückzuführenund nichtaufeineteratogeneWirkungderSubstanz.

Fertilität

Dosenvon20mg/kg/TagbewirktensowohlbeiweiblichenwiemännlichenRattenGewichtsverlusteund

BeeinträchtigungdesAllgemeinzustandes,warenjedochohneWirkung aufSexualverhaltenundSchwangerschaftsrate.

DasSexualverhaltenderF

-Generation warnormal.TierexperimentelleUntersuchungenerbrachtenkeinenHinweisauf

eineBeeinträchtigung derFertilitätdurchLamotrigin.

ErfahrungenbeiAnwendung dieserSubstanzbeimMenschen in BezugaufdieFertilitätliegenbishernichtvor.

13.3 Pharmakokinetik

Lamotriginwirdschnellundvollständig–unabhängigvonderverabfolgtenDosis–ausdemDarmmiteinem

vernachlässigbaren first-pass Effekt(Bioverfügbarkeitbeträgtannähernd100 %, sieheGraphik unter13.4)resorbiert.

NachoralerEinmalgabevonje150mg,300mgbzw.450mgLamotriginwurdenmaximalePlasmaspiegel(T

)nach

2,5bis3,9Stundengemessen.NachMahlzeitenwirddermaximalePlasmaspiegelgeringfügigspätererreicht,das

Ausmaß derResorption bleibtjedochunverändert.

Juli2002

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LAMICTAL

FürdiejeweiligenFlächenunterdenKonzentrations/Zeit-Kurven(AUC

0-oo )undfürdiemaximalen

Plasmakonzentrationen(C

)wurden folgendeWerte(+Standardabweichung)ermittelt:

150mg :117+25 [h x µg/ml],

max150mg :2,5+ 0,2 µg/ml

300mg :214+45 [h x µg/ml],

max300mg :4,6+ 0,2 µg/ml

450mg :305+58 [h x µg/ml],

max450mg :6,5+ 0,4 µg/ml

DiemittlerePlasmaeliminationshalbwertzeit(t

½ß )beträgtca.29Stunden.ImuntersuchtenDosisbereich(Einzeldosis

bis450mg)erwiessichdaspharmakokinetischeProfilderSubstanzalslinear.DieinterindividuellenKonzentrationen

imsteadystateschwankenbeträchtlich,hingegendieindividuellesteady-state-Konzentrationnurgeringfügig.

GemeinsammitLamotriginverabreichteArzneimittelführenzueinernachhaltigenBeeinflussungder

PlasmaeliminationshalbwertzeitvonLamotrigin.SobeträgtdiePlasmaeliminationshalbwertzeitbeiKomedikationmit

Enzyminduktoren,wieCarbamazepinundPhenytoin,etwa14Stunden,wohingegenbeiKomedikationmit

ValproinsäureeinAnstieg derPlasmaeliminationshalbwertzeitaufca.70 Stunden zu verzeichnen ist.

NachMehrfachverabreichungvonLamotrigin(2-mal150mgtäglich)angesundeProbandenwurdenimsteadystate

-Wertevon5,0µg/mlundC

-Wertevon7,3µg/mlgemessen.DiemittlerePlasmaeliminationshalbwertzeitim

steadystatesankum25%.DieserEffektistdaraufzurückzuführen,dassLamotriginseineneigenenMetabolismus

induziert.EsgibtjedochkeinenAnhaltdafür,dassMonooxygenasenineinemAusmaßinduziertwerden,welcheszu

klinisch bedeutsamenWechselwirkungenmitArzneimitteln, dievon diesen Enzymen metabolisiertwerden,führen.

55%desWirkstoffssindanPlasmaeiweißgebunden.Esistsomitsehrunwahrscheinlich,dasseineVerdrängungaus

derPlasmaproteinbindungzu toxikologisch bedeutsamen Reaktionenführenkann.

BeiUntersuchungenanProbandenmitradioaktivmarkiertemWirkstoffwurden94%derRadioaktivitätineinem

Zeitraumvon168StundenimUrinundnur2%indenFaeceswiedergefunden.DerüberwiegendeAnteildes

verabreichtenLamotriginwirdinderLebermetabolisiert.65%liegenalsN-GlucuronidvorundkonntenimUrin

wiedergefundenwerden.Weitere8%derverabreichtenDosiswurdenalsunverändertesLamotriginausgeschieden.

NebendemHauptmetabolitenisteinweiteresN-GlucuronidineinerKonzentrationvon 1 /

desHauptmetaboliten

vorhanden.

ImUrinbeimMenschenwurdeeinMetabolitgefunden(0,14%derEinzeldosis),welcherbeimHundkardiotoxisch

wirkte.ObwohlbeimMenschennachGabevonLamotriginkeinekardiotoxischenEffektefestgestelltwurden,sollte

LamotriginanPatientenmitNiereninsuffizienznurmitVorsichtverabreichtwerden(sieheauchPatientenmit

Nierenfunktionsstörungen).

Kinder:

ZurPharmakokinetik beiKindern liegennurbegrenzteDatenvor. Es wurden zweiStudienmit25 Kindernzwischen10

Monatenund5Jahrenbzw.19Kindernzwischen5und11Jahren,dieLamotriginalsZusatzbehandlungerhielten,zur

Pharmakokinetikdurchgeführt.AußerdemwurdenpharmakokinetischeDatenausdreiStudienmit204Patientenim

Alterzwischen 1,5 und 18 Jahrenerhoben.

MaximalePlasmaspiegelwurden abhängig vomAlterund derBegleitmedikation nach1,5 bis 5 Stunden gemessen.

Juli2002

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LAMICTAL

FürdiejeweiligenFlächenunterdenKonzentrations/Zeit-Kurven(AUC

0-oo )undfürdiemaximalen

Plasmakonzentrationen(C

)wurdenfolgendeWerteinAbhängigkeitvonderBegleitmedikationunddemAlterder

Kinderermittelt:

Dosierung:

2 mg/kgKG KinderimAlterzwischen 5 und

11 Jahren (durchschnittliches

Alter:6,5 Jahre) KinderimAlter

zwischen 10 Monaten

und 5 Jahren

(durchschnittlichesAlter:

3,8 Jahre)

µg/ml– beibalancierter

Begleitmedikation 1,55 1,09

µg/ml– beiBegleitmedikation mit

Enzyminduktoren wiePhenytoin u./o.

Carbamazepin 1,4 0,79

µg/ml– beiBegleitmedikation mit

Valproat 1,8 1,39

AUCµg/mlh – beibalancierter

Begleitmedikation 44,5 31,75

AUCµg/mlh – beiBegleitmedikation mit

Enzyminduktoren wiePhenytoin u./o.

Carbamazepin 16,2 9,61

AUCµg/mlh -beiBegleitmedikation mit

Valproat 146,7 82,35

DieEliminationshalbwertzeitvonLamotriginbeiKindernwarabhängigvonderEinnahmegleichzeitigverabreichter

AntiepileptikaundbetrugbeiBegleitmedikationmitValproat45-55Stunden,beiBegleitmedikationmit

EnzyminduktorenwiePhenytoinu./o.Carbamazepin7bis7,7StundenundbeibalancierterBegleitmedikation19

Stunden.

ÄlterePatienten:

EineAnalysederpharmakokinetischenDatenvonjungenundälterenEpilepsie-Patienten,dieindenselbenklinischen

Studieneingeschlossenwaren,zeigte,dasssichdieClearancevonLamotriginnichtineinemklinischrelevanten

Ausmaßverändert.NachEinzeldosennahmdieapparenteClearancebeiPatientenimAltervon20Jahrenund70

Jahrenum12%von35ml/min(20-jährige)auf31ml/min(70-jährige)ab.Nach48Behandlungswochenbetrugder

UnterschiedzwischenderjüngerenundälterenPatientengruppe10%(Abnahmevon41auf37ml/min).Zusätzlich

wurdediePharmakokinetikvonLamotriginbei12gesundenälterenProbandenmitEinzeldosenvon150mg

untersucht.DiemittlereClearanceliegtbeidenÄlteren(0,39ml/min/kg)imBereichdermittlerenClearance(0,31bis

0,65 ml/min/kg)beinicht-älteren Patienten, dieEinzeldosen von 30-450 mgerhielten (Ergebnisseausneun Studien).

PatientenmitNierenfunktionsstörung:

Juli2002

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LAMICTAL

EsliegenkeineErfahrungenmitderBehandlungmitLamotriginbeiPatientenmitNierenfunktionsstörungenvor.

PharmakokinetischeStudienmitEinzeldosenbeiPatientenmitNierenfunktionsstörungenzeigen,dassdie

PharmakokinetikvonLamotriginwenigbeeinflusstwird,dassaberdiePlasmakonzentrationdes

HauptglucuronidmetabolitenaufgrundderherabgesetztenNierenfunktionumfastdas8facheansteigt(siehe5.

Gegenanzeigen).

PatientenmitLeberfunktionsstörung:

EswurdeeinepharmakokinetischeStudiemit24Personenmitunterschiedlichstarkausgeprägter

Leberfunktionsstörungund12gesundenPersonenalsKontrollgruppe,dieLamotriginalsEinzeldosiserhielten,

durchgeführt.DiemedianeapparenteClearancevonLamotriginbetrug0,31,0,24bzw.0,10ml/min/kgbeiPatienten

miteinerLeberfunktionsstörungGradA,BoderC(Child-PughKlassifizierung)bzw.imVergleichzu0,34ml/min/kg

indergesundenKontrollgruppe.BeiPatientenmitGradBoderCLeberfunktionsstörungsolltengenerellniedrigere

Dosen angewendetwerden (siehe10. Dosierung mitEinzel-undTagesgaben).

13.4 Bioverfügbarkeit

Ineiner1987durchgeführtenStudiezurBioverfügbarkeiterhielten8Probanden(6weiblicheund2männliche;Alter

20-35 Jahre)oral75 mg bzw. i.v. 67,82 mg Lamotriginüber30 Minuten verabreicht.

WieausderGraphikzuersehenist,betrugdieoralesystemische

Verfügbarkeitvon Lamotrigin annähernd100 %.

Lamictal25 und Lamictal100

IneinerweiterenimJahr1993durchgeführtenStudiewurdean12

gesundenProbanden(männlich;Alter18-55Jahre)nachGabevon4

TablettenLamictal25bzw.einerTabletteLamictal100untersucht,

inwieweitbeideTablettenstärkeneinanderbioäquivalentsind.

DiePlasmakonzentrationenwurdenübereinenZeitraumvon168

Stundengemessen.FürdiejeweiligenFlächenunterden

Konzentrationszeitkurven(AUC

0-oo ),fürdiemaximalen

Plasmakonzentrationen(C

)undfürdieZeiträumebiszumErreichen

dermaximalenPlasmaspiegel(T

)wurdenfolgendeWerte(+

Standardabweichung)ermittelt:

1Tablette

Lamictal100 4Tabletten

Lamictal25

0-oo 56,93+19,40 [h x µg/ml] 59,57+21,52 [h x µg/ml]

1,86+1,07 h 1,79+1,05 h

Basierendaufdenoben angegebenen Parameternsind Lamictal25 und Lamictal100 als bioäquivalentzu betrachten.

Juli2002

Fachinformation

LAMICTAL

Lamictal25

FürLamictal25wurdeebenfallseineUntersuchungderBioäquivalenzangesundenProbandenvorgenommen.Die

PlasmakonzentrationenwurdenübereinenZeitraumvon120Stundengemessen.FürdiejeweiligenFlächenunterden

Konzentrationszeitkurven(AUC

0-oo ),fürdiemaximalenPlasmakonzentrationen(C

)undfürdieZeiträumebiszum

ErreichendermaximalenPlasmaspiegel(T

)wurdenfolgendeWerte(+Standardabweichung)ermittelt:

1Tablette

Lamictal25

0-oo 14,36+7,39 [h x µg/ml]

1,17+0,73 h

Basierendaufdenoben angegebenen ParameternistLamictal25 als bioäquivalentzu betrachten.

BeiKindern wurdedieBioäquivalenzbishernichtuntersucht.

14. SonstigeHinweise

Keine.

15. DauerderHaltbarkeit

Wiein denBezugsländernangegeben.

16. BesondereLager- undAufbewahrungshinweise

Nichtüber30°C, trocken und vorLichtgeschütztaufbewahren.

17. DarreichungsformenundPackungsgrößen

Lamictal25

50Tabletten

Lamictal50

50, 100 und 200Tabletten

Lamictal100

50 und 100Tabletten

Lamictal200 (Italien-, Griechenland-, Spanien-Import)

100 und 200Tabletten

Lamictal200 (Frankreich-, Belgien-, Österreich-Import)

100 und 200 löslicheTabletten

Juli2002

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LAMICTAL

18. StandderInformation

Mai2001

19. NameoderFirma undAnschrift despharmazeutischenUnternehmers

Eurim-PharmArzneimittelGmbH

AmGänslehen4 – 6

83451 Piding

Tel.:08651/704-0

Juli2002

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