Lacosamid AAA-Pharma 200 mg Filmtabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

02-08-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

02-08-2021

Wirkstoff:
Lacosamid
Verfügbar ab:
AAA-Pharma GmbH (8064086)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Lacosamid (31188) 200 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2206189.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-05-01

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

09-08-2021

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Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Lacosamid AAA-Pharma 50 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 100 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 150 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 200 mg Filmtabletten

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Lacosamid AAA-Pharma und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma beachten?

3. Wie ist Lacosamid AAA-Pharma einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Lacosamid AAA-Pharma aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Lacosamid AAA-Pharma und wofür wird es angewendet?

Was ist Lacosamid AAA-Pharma?

Lacosamid AAA-Pharma enthält Lacosamid. Diese Substanz gehört zur Arzneimittelgruppe der

sogenannten Antiepileptika und wird zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt.

Das Arzneimittel wurde Ihnen verordnet, um die Häufigkeit Ihrer Anfälle zu senken.

Wofür wird Lacosamid AAA-Pharma angewendet?

Lacosamid AAA-Pharma wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren eingesetzt.

Es wird zur Behandlung einer bestimmten Form von epileptischen Anfällen eingesetzt, die durch fokale

Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung gekennzeichnet sind.

Bei dieser Epilepsie-Form beginnt der Anfall in nur einer Gehirnhälfte, kann sich dann aber unter

Umständen auf größere Bereiche in beiden Gehirnhälften ausbreiten.

Lacosamid AAA-Pharma kann alleine oder zusätzlich zu anderen Antiepileptika angewendet werden.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma beachten?

Lacosamid AAA-Pharma darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Lacosamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind. Wenn Sie nicht wissen, ob Sie eine Allergie haben, sprechen Sie bitte mit

Ihrem Arzt.

wenn Sie unter bestimmten Herzrhythmusstörungen leiden (sogenannter AV-Block 2. oder 3. Grades).

Nehmen Sie Lacosamid AAA-Pharma nicht ein, wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft. Wenn

Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder

Apotheker.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Lacosamid AAA-Pharma einnehmen, wenn

Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben. Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit

Antiepileptika wie Lacosamid behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder

sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich

sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Sie eine Herzkrankheit haben, bei der der Herzschlag verändert ist und Sie oft einen sehr langsamen,

schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag haben (z. B. AV-Block, Vorhofflimmern oder

Vorhofflattern).

Sie eine schwerwiegende Herzkrankheit haben (z. B. Herzschwäche) oder schon einmal einen

Herzinfarkt hatten.

Ihnen häufig schwindelig ist oder Sie stürzen. Lacosamid AAA-Pharma kann Schwindelgefühl

verursachen, und dadurch kann sich die Gefahr versehentlicher Verletzungen und Stürze erhöhen.

Deshalb sollten Sie vorsichtig sein, bis Sie sich an die möglichen Wirkungen des Arzneimittels gewöhnt

haben. Wenn irgendeiner der genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich darüber nicht sicher sind),

sprechen Sie vor der Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Lacosamid AAA-Pharma einnehmen und Symptome eines ungewöhnlichen Herzschlags

verspüren (wie langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen, Kurzatmigkeit,

Schwindel, Ohnmacht), holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein (siehe Abschnitt 4).

Kinder unter 4 Jahren

Lacosamid AAA-Pharma wird nicht bei Kindern im Alter unter 4 Jahren empfohlen, weil man noch nicht

weiß, ob es bei Kindern dieser Altersgruppe wirksam und sicher ist.

Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Sprechen Sie insbesondere mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen, die Auswirkungen auf die Herztätigkeit haben können, denn auch Lacosamid AAA-Pharma

kann das Herz beeinflussen:

Arzneimittel gegen Herzkrankheiten;

Arzneimittel, die das sogenannte „PR-Intervall“ der Herzkurve im EKG (Elektrokardiogramm)

verlängern können; beispielsweise Arzneimittel zur Behandlung

der Epilepsie oder von Schmerzen wie Carbamazepin, Lamotrigin oder Pregabalin;

Arzneimittel gegen bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen oder gegen Herzschwäche.

Wenn irgendeiner der genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich darüber nicht sicher sind), sprechen

Sie vor der Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen,

denn diese können die Wirkung von Lacosamid AAA-Pharma im Körper verstärken oder abschwächen:

Arzneimittel gegen Pilzinfektionen wie Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol;

ein Medikament gegen HIV wie Ritonavir;

die Antibiotika Clarithromycin oder Rifampicin;

das pflanzliche Arzneimittel Johanniskraut zur Behandlung leichter Angstzustände und Depressionen.

Wenn irgendeiner der genannten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich darüber nicht sicher sind), sprechen

Sie vor der Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma zusammen mit Alkohol

Nehmen Sie Lacosamid AAA-Pharma vorsichtshalber nicht zusammen mit Alkohol ein.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, wird die Behandlung mit Lacosamid AAA-Pharma nicht

empfohlen, da nicht bekannt ist, welche Auswirkungen Lacosamid AAA-Pharma auf den Verlauf der

Schwangerschaft, auf das ungeborene Kind im Mutterleib oder auf das Neugeborene haben kann. Es ist

auch nicht bekannt, ob Lacosamid in die Muttermilch übergeht. Fragen Sie sofort Ihren Arzt um Rat, falls

Sie schwanger geworden sind oder eine Schwangerschaft planen. Er wird Ihnen helfen zu entscheiden, ob

Sie Lacosamid AAA-Pharma einnehmen sollten oder nicht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sie sollten kein Fahrzeug führen oder Rad fahren und keine Werkzeuge und Maschinen bedienen, bis Sie

wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt, da Lacosamid AAA-Pharma möglicherweise zu

Schwindelgefühl und verschwommenem Sehen führen kann.

3. Wie ist Lacosamid AAA-Pharma einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma

Nehmen Sie Lacosamid AAA-Pharma zweimal täglich ein, einmal morgens und einmal abends.

Versuchen Sie das Arzneimittel jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit einzunehmen.

Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser.

Sie können Lacosamid AAA-Pharma zum Essen oder unabhängig von einer Mahlzeit einnehmen.

Üblicherweise werden Sie die Behandlung mit einer geringen Dosis beginnen, die der Arzt im Verlauf

einiger Wochen langsam steigert. Wenn Sie die für sich richtige Dosis erreicht haben (die sogenannte

„Erhaltungsdosis“), dann nehmen Sie täglich immer die gleiche Dosis ein. Eine Behandlung mit

Lacosamid AAA-Pharma ist eine Langzeittherapie. Nehmen Sie Lacosamid AAA-Pharma so lange ein,

bis Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie es absetzen sollen.

Wie viel muss ich einnehmen?

Unten sind die üblicherweise empfohlenen Lacosamid AAA-Pharma -Dosierungen für verschiedene

Alters und Gewichtsklassen aufgelistet. Wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme haben, ist es möglich, dass

der Arzt Ihnen eine andere Dosis verschreibt.

Jugendliche und Kinder ab 50 kg Körpergewicht und Erwachsene

Wenn Sie Lacosamid AAA-Pharma alleine einnehmen

Die übliche Anfangsdosis von Lacosamid AAA-Pharma beträgt zweimal täglich 50 mg.

Ihr Arzt kann Ihnen auch eine Anfangsdosis von zweimal täglich 100 mg Lacosamid AAA-Pharma

verordnen.

Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosis, die Sie zweimal täglich einnehmen, jede Woche um 50 mg

erhöhen, bis Sie die Erhaltungsdosis von zweimal täglich 100 bis 300 mg erreicht haben.

Wenn Sie Lacosamid AAA-Pharma zusammen mit anderen Antiepileptika einnehmen:

Die übliche Anfangsdosis Lacosamid AAA-Pharma beträgt zweimal täglich 50 mg.

Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosis, die Sie zweimal täglich einnehmen, jede Woche um 50 mg

erhöhen, bis Sie die Erhaltungsdosis von zweimal täglich 100 bis 200 mg erreicht haben.

Wenn Sie 50 kg oder mehr wiegen, kann Ihr Arzt entscheiden, die Behandlung mit Lacosamid AAA-

Pharma mit einer einzelnen Anfangsdosis von 200 mg (sogenannte „Aufsättigungsdosis“) zu beginnen. In

diesem Fall würden Sie die Behandlung mit Ihrer gleichbleibenden Erhaltungsdosis 12 Stunden später

beginnen.

Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht

Für diese Gewichtsklasse hängt die Dosis vom Körpergewicht ab. Die Behandlung wird üblicherweise mit

Lacosamid Sirup begonnen und nur auf die Tablettenform umgestellt, wenn die Kinder/Jugendlichen in

der Lage sind, Tabletten zu schlucken, und wenn die richtige Dosis mit den unterschiedlichen

Dosisstärken der Tabletten gegeben werden kann. Der Arzt wird die am besten geeignete

Zubereitungsform verschreiben.

Wenn Sie eine größere Menge von Lacosamid AAA-Pharma eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Lacosamid AAA-Pharma eingenommen haben, als Sie sollten, wenden Sie sich

unverzüglich an Ihren Arzt. Versuchen Sie nicht, mit einem Fahrzeug zu fahren!

Sie können folgende Beschwerden bekommen:

Schwindelgefühl,

Übelkeit oder Erbrechen,

Anfälle, Herzschlag-Probleme (z. B. zu langsamer, zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag),

Koma oder Blutdruckabfall mit beschleunigtem Herzschlag und Schwitzen.

Wenn Sie die Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme bis zu 6 Stunden nach dem planmäßigen Zeitpunkt vergessen haben, holen Sie

sie nach, sobald es Ihnen einfällt.

Wenn Sie die Einnahme um mehr als 6 Stunden versäumt haben, so nehmen Sie dievergessene Tablette

nicht mehr ein. Nehmen Sie Lacosamid AAA-Pharma stattdessen zum nächsten normalen

Einnahmezeitpunkt wieder ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Lacosamid AAA-Pharma nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab,

sonst können Ihre epileptischen Anfälle wieder auftreten oder sich verschlechtern.

Wenn Ihr Arzt beschließt, Ihre Behandlung mit Lacosamid AAA-Pharma zu beenden, wird er Ihnen

genau erklären, wie Sie die Dosis Schritt für Schritt verringern sollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen, die das Nervensystem betreffen, wie z. B. Schwindel kann nach

einer einzelnen hohen Anfangsdosis (Aufsättigungsdosis) erhöht sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn die folgenden Beschwerden auftreten:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Kopfschmerzen;

Schwindelgefühl oder Übelkeit;

Doppeltsehen (Diplopie).

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gleichgewichtsstörungen, Zittern (Tremor), Kribbeln (Parästhesie) oder Muskelkrämpfe, Sturzneigung

und Blutergüsse;

Gedächtnisstörungen (Vergesslichkeit), Denk- oder Wortfindungsstörungen, Verwirrtheit;

Schnelle und nicht kontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), verschwommenes Sehen;

Drehschwindel, Gefühl der Betrunkenheit;

Erbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen oder im

Darm, Durchfall;

Vermindertes Sensitivitätsgefühl, Schwierigkeiten Wörter zu artikulieren, Aufmerksamkeitsstörungen;

Ohrgeräusche wie Summen, Klingeln oder Pfeifen;

Reizbarkeit, Schlafstörung, Depression;

Schläfrigkeit, Müdigkeit oder Schwächegefühl (Asthenie);

Juckreiz, Hautausschlag.

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Verlangsamter Herzschlag, spürbarer Herzschlag (Palpitationen), unregelmäßiger Puls oder andere

Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Herzens (Reizleitungsstörungen);

Übertriebenes Wohlbefinden (euphorische Stimmung), Sehen und/oder Hören von Dingen, die nicht

wirklich sind;

Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Arzneimittel, Nesselausschlag;

Auffällige Ergebnisse in Bluttests zur Leberfunktion, Leberschaden;

Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, Suizidversuch: Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt!

Zorn und Erregtheit;

Abnorme Gedanken oder Realitätsverlust;

Schwere allergische Reaktion, die Schwellungen von Gesicht, Hals, Händen, Füßen, Knöcheln oder

Unterschenkeln verursacht;

Bewusstlosigkeit (Synkope);

Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination oder beim Gehen.

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Ungewöhnlich schneller Herzschlag (ventrikuläre Tachyarrhythmie);

Halsschmerzen, Fieber und erhöhte Infektanfälligkeit. Im Blut zeigt sich möglicherweise eine erhebliche

Verringerung einer bestimmten Art weißer Blutzellen (Agranulozytose);

Schwere Hautreaktion, die mit Fieber und anderen grippeähnlichen Beschwerden einhergehen kann,

Hautausschlag im Gesicht, ausgedehnter Hautausschlag, geschwollene Lymphdrüsen (vergrößerte

Lymphknoten). Im Blut zeigen sich möglicherweise erhöhte Leberenzymwerte und eine erhöhte Anzahl

bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie);

Ausgedehnter Ausschlag mit Blasen und abblätternder Haut, besonders um den Mund herum, an der

Nase, an den Augen und im Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom), und eine schwerwiegendere

Ausprägung, die eine Hautablösung an mehr als 30 % der Körperoberfläche hervorruft (toxische

epidermale Nekrolyse);

Schüttelkrämpfe (Konvulsion).

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Kindern betreffen

Laufende Nase (Nasopharyngitis);

Fieber (Pyrexie);

Rachenentzündung (Pharyngitis);

Verminderter Appetit.

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Kindern betreffen

Schläfrigkeit oder Energielosigkeit (Lethargie).

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Verhaltensänderungen, fremdartiges Verhalten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Lacosamid AAA-Pharma aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht nach dem auf Karton und Blister nach "verwendbar bis"

angegebenen Verfalldatum. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lacosamid AAA-Pharma enthält

Der Wirkstoff ist Lacosamid.

Jede Tablette mit Lacosamid AAA-Pharma 50 mg enthält 50 mg Lacosamid.

Jede Tablette mit Lacosamid AAA-Pharma 100 mg enthält 100 mg Lacosamid.

Jede Tablette mit Lacosamid AAA-Pharma 150 mg enthält 150 mg Lacosamid.

Jede Tablette mit Lacosamid AAA-Pharma 200 mg enthält 200 mg Lacosamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern

: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon (Typ B), niedrig substituierte

Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylcellulose (Ph. Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat

Filmüberzug

: Hypromellose, Macrogol (400), Macrogol (6000), Talkum, Titandioxid (E171),

Farbstoffe*

* Die Farbstoffe sind:

50 mg Tablette: Indigocarmin-Aluminiumsalz, Eisen(III)-oxidt, Eisen(II,III)-oxid

100 mg Tablette: Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

150 mg Tablette: Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O, Eisen(III)-oxid, Eisen(II,III)-oxid

200 mg Tablette: Indigocarmin-Aluminiumsalz

Wie Lacosamid AAA-Pharma aussieht und Inhalt der Packung

Lacosamid AAA-Pharma 50 mg sind rosa, ovale Filmtabletten mit der Prägung "423" auf einer Seite

und glatt auf der anderen Seite. Ungefähr 10,50 mm lang und ungefähr 5,00 mm breit.

Lacosamid AAA-Pharma 100 mg sind dunkelgelbe, ovale Filmtabletten mit der Prägung "L424" auf

einer Seite und glatt auf der anderen Seite. Ungefähr 13,50 mm lang und ungefähr 5,90 mm breit.

Lacosamid AAA-Pharma 150 mg sind lachsfarbene, ovale Filmtabletten, die auf einer Seite mit "L425"

und glatt auf der anderen Seite. Ungefähr 15,30 mm lang und ungefähr 6,90 mm breit.

Lacosamid AAA-Pharma 200 mg sind blaue, ovale Filmtabletten mit der Prägung "L426" auf einer

Seite und glatt auf der anderen Seite. Ungefähr 16,90 mm lang und ungefähr 7,70 mm breit.

Lacosamid AAA-Pharma ist in Packungen mit 14, 28, 56, 14 x 1 und 56 x 1 Filmtabletten sowie in

Bündelpackungen mit 3 Kartons mit jeweils 56 Filmtabletten erhältlich. Die 14 x 1 und 56 x 1

Filmtablettenpackungen sind als perforierte Einheitsdosis-PVC / PVDC-Blister erhältlich, die mit einer

Aluminiumfolie versiegelt sind. Alle anderen Packungen sind mit Standard-PVC / PVDC-Blistern

erhältlich, die mit einer Aluminiumfolie versiegelt sind.

Die Blister sind in einem Karton verpackt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

AAA-Pharma GmbH

Calwer Str. 7

71034 Böblingen

Deutschland

Hersteller

Pharmadox Healthcare Ltd

KW 20A, Kordin Industrial Park, Paola

PLA 3000, Malta

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Estland: Lacosamide Alembic

Deutschland: Lacosamid AAA-Pharma 50 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 100 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 150 mg Filmtabletten

Lacosamid AAA-Pharma 200 mg Filmtabletten

Spanien: Lacosamide Alembic 50 mg comprimidos recubiertos con película EFG

Lacosamide Alembic 100 mg comprimidos recubiertos con película EFG

Lacosamide Alembic 150 mg comprimidos recubiertos con película EFG

Lacosamide Alembic 200 mg comprimidos recubiertos con película EFG

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2021.

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ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lacosamid AAA-Pharma 200 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 200 mg Lacosamid.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Blaue, ovale Filmtabletten mit der Prägung "L426" auf einer Seite und glatt auf der anderen Seite.

Ungefähr 16,90 mm lang und ungefähr 7,70 mm breit.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Lacosamid AAA-Pharma ist indiziert zur Monotherapie und Zusatzbehandlung fokaler Anfälle mit oder

ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren mit Epilepsie.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Lacosamid muss zweimal täglich (normalerweise einmal morgens und einmal abends) eingenommen

werden.

Lacosamid kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wird eine Dosis vergessen, sollte der Patient angewiesen werden, die ausgelassene Dosis sofort

nachzuholen und die folgende Dosis Lacosamid zum üblichen, planmäßigen Zeitpunkt einzunehmen.

Wird die versäumte Einnahme erst weniger als 6 Stunden vor der nächsten Dosis bemerkt, sollte der

Patient bis zum nächsten Einnahmezeitpunkt warten und dann seine übliche Dosis Lacosamid einnehmen.

Es sollte keine doppelte Dosis eingenommen werden.

Jugendliche und Kinder ab 50 kg sowie Erwachsene

Die empfohlenen Dosierungen für Jugendliche und Kinder ab 50 kg sowie Erwachsene sind in der

folgenden Tabelle zusammengefasst. Weitere Einzelheiten sind der Tabelle weiter unten zu entnehmen.

Monotherapie

Zusatztherapie

Anfangsdosis

100 mg/Tag oder

200 mg/Tag

100 mg/Tag

Einzelne

Aufsättigungsdosis

(sofern anwendbar)

200 mg

200 mg

Eindosierung

(Dosissteigerung)

2 x 50 mg/Tag

(100 mg/Tag) in

wöchentlichen

Abständen

2 x 50 mg/Tag (100

mg/Tag)

in wöchentlichen

Abständen

Maximal empfohlene

Dosis

bis 600 mg/Tag

bis 400 mg/Tag

Monotherapie

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 50 mg zweimal täglich, die nach einer Woche auf eine

therapeutische Initialdosis von 100 mg zweimal täglich erhöht werden sollte.

Basierend auf der Beurteilung/Einschätzung des Arztes bezüglich der erforderlichen Reduktion der

Krämpfe gegenüber den möglichen Nebenwirkungen, kann Lacosamid auch mit einer Dosis von 100 mg

zweimal täglich begonnen werden.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich um zweimal täglich 50 mg

(100 mg/Tag) bis zur empfohlenen höchsten täglichen Dosis von zweimal täglich 300 mg (600 mg/Tag)

erhöht werden.

Bei Patienten, die eine höhere Dosis als 400 mg/Tag erreicht haben und ein weiteres Antiepileptikum

benötigen, sollte die untenstehende Dosierungsempfehlung für die Zusatzbehandlung befolgt werden.

Zusatztherapie

Zu Behandlungsbeginn wird eine Dosis von 50 mg zweimal täglich empfohlen, die nach einer Woche auf

eine therapeutische Initialdosis von 100 mg zweimal täglich erhöht werden sollte.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich in Schritten von 50 mg

zweimal täglich (100 mg/Tag) gesteigert werden bis zur empfohlenen Tageshöchstdosis von 400 mg (200

mg zweimal täglich).

Behandlungsbeginn mit Lacosamid mittels Aufsättigungsdosis

Die Behandlung mit Lacosamid kann auch mit einer einzelnen Aufsättigungsdosis von 200 mg begonnen

und ungefähr 12 Stunden später mit zweimal täglich 100 mg (200 mg/Tag) als Erhaltungsdosis fortgeführt

werden. Anschließende Dosisanpassungen sollten je nach individuellem Ansprechen und Verträglichkeit

wie oben beschrieben vorgenommen werden. Mit einer Aufsättigungsdosis kann bei Patienten dann

begonnen werden, wenn der Arzt feststellt, dass eine schnelle Erlangung der Steady-state-

Plasmakonzentration und der therapeutischen Wirkung von Lacosamid notwendig ist. Eine

Aufsättigungsdosis sollte unter medizinischer Überwachung und Berücksichtigung der möglicherweise

erhöhten Inzidenz von schweren

Herzrhythmusstörungen und zentral-nervösen Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) verabreicht werden.

Die Verabreichung einer Aufsättigungsdosis wurde nicht bei akuten Zuständen wie z. B. Status epilepticus

untersucht.

Beendigung der Behandlung

Falls Lacosamid abgesetzt werden muss, sollte dies, in Übereinstimmung mit der gängigen klinischen

Praxis, ausschleichend erfolgen (z. B. Verringerung der Tagesdosis um 200 mg/Woche).

Bei Patienten, die eine schwere Herzrhythmusstörung entwickeln, sollte eine klinische Nutzen- Risiko-

Abwägung durchgeführt und Lacosamid bei Bedarf abgesetzt werden.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisreduktion erforderlich. Eine altersbedingte Verminderung der renalen

Clearance verbunden mit einer Zunahme der AUC-Werte ist bei älteren Patienten zu bedenken (siehe

folgenden Absatz „Eingeschränkte Nierenfunktion“ und Abschnitt 5.2). Die klinischen Daten zu Epilepsie

bei älteren Patienten, die insbesondere mit einer Dosis von mehr als 400 mg/Tag behandelt werden, sind

begrenzt (siehe Abschnitt 4.4, 4.8 und 5.1).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (ClCr >

30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei pädiatrischen Patienten ab 50 kg Körpergewicht und

erwachsenen Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Aufsättigungsdosis

von 200 mg in Erwägung gezogen werden. Weitere Aufdosierungen (> 200 mg täglich) sollten jedoch mit

Vorsicht durchgeführt werden. Wenn bei pädiatrischen Patienten mit einem Körpergewicht von mindestens

50 kg sowie bei erwachsenen Patienten eine schwere Nierenfunktionsstörung (ClCr ≤ 30 ml/min) oder eine

terminale Niereninsuffizienz vorliegt, wird eine maximale Dosis von 250 mg/Tag und die Eindosierung mit

Vorsicht empfohlen. Falls eine Aufsättigungsdosis angezeigt ist, sollte in der ersten Woche eine

Initialdosis von 100 mg gefolgt von zweimal täglich 50 mg angewendet werden. Für Kinder und

Jugendliche unter 50 kg mit schwerer Nierenfunktionsstörung (ClCr ≤ 30 ml/min) oder terminaler

Niereninsuffizienz wird empfohlen, die Maximaldosis um 25 % zu reduzieren. Bei allen dialysepflichtigen

Patienten wird die Zusatzgabe von bis zu 50 % der geteilten Tagesdosis unmittelbar nach dem Ende der

Hämodialyse empfohlen. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist aufgrund mangelnder

klinischer Erfahrung sowie Akkumulation eines Metaboliten (mit keiner bekannten pharmakologischen

Aktivität) besondere Vorsicht angezeigt.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei pädiatrischen Patienten ab 50 kg Körpergewicht und erwachsenen Patienten mit leichter bis mäßiger

Einschränkung der Leberfunktion wird eine Höchstdosis von 300 mg/Tag empfohlen. Bei diesen Patienten

ist die Dosistitration unter Berücksichtigung einer gleichzeitig vorliegenden Nierenfunktionsstörung mit

besonderer Vorsicht durchzuführen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ab 50 kg kann eine

Aufsättigungsdosis von 200 mg in Erwägung gezogen werden, weitere Aufdosierungen (> 200 mg täglich)

sollten aber mit Vorsicht durchgeführt werden. Ausgehend von den Daten erwachsener Patienten sollte die

Maximaldosis bei pädiatrischen Patienten unter 50 kg Körpergewicht mit leichter bis mäßiger

Leberfunktionseinschränkung um 25 % reduziert werden. Bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung ist die Pharmakokinetik von Lacosamid nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).

Lacosamid sollte bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nur

dann angewendet werden, wenn der erwartete therapeutische Nutzen größer ist als die möglichen Risiken.

Die Dosis muss möglicherweise, unter sorgfältiger Beobachtung der Krankheitsaktivität und der möglichen

Nebenwirkungen, angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Der Arzt sollte die am besten geeignete Formulierung und Dosisstärke entsprechend dem

Körpergewicht und der erforderlichen Dosis auswählen.

Kinder und Jugendliche ab 50 kg

Für Kinder und Jugendliche ab 50 kg Körpergewicht gilt die gleiche Dosierung wie für Erwachsene (siehe

oben).

Kinder (ab 4 Jahre) und Jugendliche unter 50 kg

Die Dosis wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht festgelegt. Es empfiehlt sich daher, die Behandlung

mit dem Saft zu beginnen und dann ggf. auf die Tabletten umzustellen.

Monotherapie

Zu Behandlungsbeginn wird eine Dosis von 2 mg/kg/Tag empfohlen, die nach einer Woche auf eine

therapeutische Initialdosis von 4 mg/kg/Tag erhöht werden sollte.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich um 2 mg/kg/Tag erhöht

werden. Die Dosis sollte schrittweise gesteigert werden, bis die optimale Wirkung erzielt ist.

Für Kinder unter 40 kg Körpergewicht wird eine Maximaldosis von bis zu 12 mg/kg/Tag

empfohlen, für Kinder von 40 bis unter 50 kg eine Maximaldosis von 10 mg/kg/Tag.

Die empfohlenen Dosierungen für die Monotherapie bei Kindern und Jugendlichen unter 50 kg sind in der

folgenden Tabelle zusammengefasst.

Anfangsdosis

2 mg/kg/Tag

Einzelne Aufsättigungsdosis

nicht empfohlen

Eindosierung (Dosissteigerung)

wöchentlich 2 mg/kg/Tag

Maximal empfohlene Dosis für

Patienten < 40 kg

bis 12 mg/kg/Tag

Maximal empfohlene Dosis für

Patienten

40 kg bis < 50 kg

bis 10 mg/kg/Tag

Zusatztherapie

Zu Behandlungsbeginn wird eine Dosis von 2 mg/kg/Tag empfohlen, die nach einer Woche auf eine

therapeutische Initialdosis von 4 mg/kg/Tag erhöht werden sollte.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Erhaltungsdosis wöchentlich in Schritten von 2

mg/kg/Tag erhöht werden. Die Dosis sollte schrittweise gesteigert werden, bis die optimale Wirkung

erzielt ist. Für Kinder unter 20 kg Körpergewicht wird aufgrund der höheren Clearance als bei

Erwachsenen eine Maximaldosis von bis zu 12 mg/kg/Tag empfohlen, für Kinder von 20 bis unter 30 kg

eine Maximaldosis von 10 mg/kg/Tag. Für Kinder von 30 bis unter 50 kg wird eine Maximaldosis von 8

mg/kg/Tag empfohlen; allerdings wurden in offenen Studien bei einer geringen Anzahl von Kindern dieser

Gewichtsklasse Dosierungen von bis zu 12 mg/kg/Tagverwendet (siehe Abschnitt 4.8 und 5.2).

Die empfohlenen Dosierungen für die Zusatztherapie bei Kindern und Jugendlichen unter 50 kg sind in der

folgenden Tabelle zusammengefasst.

Anfangsdosis

2 mg/kg/Tag

Einzelne Aufsättigungsdosis

nicht empfohlen

Eindosierung (Dosissteigerung)

wöchentlich 2 mg/kg/Tag

Maximal empfohlene Dosis für

Patienten < 20 kg

bis 12 mg/kg/Tag

Maximal empfohlene Dosis für

Patienten

20 kg bis < 30 kg

bis 10 mg/kg/Tag

Maximal empfohlene Dosis für

Patienten

30 kg bis < 50 kg

bis 8 mg/kg/Tag

Aufsättigungsdosis

Die Anwendung einer Aufsättigungsdosis bei Kindern wurde nicht in Studien untersucht und wird daher

bei Kindern und Jugendlichen unter 50 kg nicht empfohlen.

Kinder unter 4 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lacosamid bei Kindern unter 4 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Lacosamid AAA-Pharma ist zum Einnehmen.

Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Bekannter atrioventrikulärer (AV-)Block 2. oder 3. Grades.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten

von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung

ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der

Einnahme von Lacosamid nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Herzrhythmus und Erregungsleitung

In klinischen Studien wurde unter Lacosamid eine dosisabhängige Verlängerung des PR-Intervalls

beobachtet. Lacosamid darf daher nur mit besonderer Vorsicht bei Patienten mit zugrunde liegenden

Erkrankungen angewendet werden, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, wie bekannte Störungen

der Erregungsleitung oder eine schwere Herzerkrankung (z. B. Myokardischämie/Herzinfarkt,

Herzinsuffizienz, strukturelle Herzerkrankung oder kardiale Natriumkanalopathien). Dies gilt auch für

Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die die kardiale Erregungsleitung beeinflussen, wie

Antiarrhythmika und Antiepileptika zur Natriumkanalblockade (siehe Abschnitt 4.5), sowie für ältere

Patienten.

Bei diesen Patienten sollte die Durchführung eines EKGs erwogen werden, bevor die Lacosamid-Dosis

über 400 mg/Tag gesteigert wird und nachdem die Steady-State-Titration von Lacosamid abgeschlossen

wurde.

Über Vorhofflimmern oder -flattern wurde nicht in placebokontrollierten Lacosamidstudien bei

Epilepsiepatienten berichtet, allerdings wurde darüber in nicht verblindeten Epilepsiestudien und seit

Markteinführung berichtet.

Seit Markteinführung wurde über AV-Block (einschließlich AV-Block zweiten oder höheren Grades)

berichtet. Bei Patienten mit Erkrankungen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können, wurde über

ventrikuläre Tachyarrhythmien berichtet. In seltenen Fällen führten diese Ereignisse zu Asystolie,

Herzstillstand und Tod bei Patienten mit zugrunde liegenden Erkrankungen, die Herzrhythmusstörungen

auslösen können.

Patienten sollten über die Symptome von Herzrhythmusstörungen (z. B. langsamer, schneller oder

unregelmäßiger Puls, Palpitationen, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, Ohnmacht) unterrichtet werden. Den

Patienten sollte geraten werden, unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen, wenn diese Symptome auftreten.

Schwindel

Die Behandlung mit Lacosamid wurde mit dem Auftreten von Schwindelgefühl in Verbindung gebracht,

was die Häufigkeit von unbeabsichtigten Verletzungen und Stürzen erhöhen kann. Patienten sollen daher

angewiesen werden, besonders vorsichtig zu sein, bis sie mit den potenziellen Auswirkungen des

Arzneimittels vertraut sind (siehe Abschnitt 4.8).

Mögliche elektroklinische Verschlechterung bestimmter pädiatrischer Epilepsiesyndrome

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lacosamid bei pädiatrischen Patienten mit

Epilepsiesyndromen, bei denen fokale und generalisierte Anfälle auftreten können, wurde nicht untersucht.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Lacosamid ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die

bekanntermaßen mit einer Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind (einschließlich Antiepileptika zur

Natriumkanalblockade) und bei Patienten, die mit Antiarrhythmika behandelt werden. In

Subgruppenanalysen klinischer Studien wurde jedoch bei Patienten unter gleichzeitiger Gabe von

Carbamazepin oder Lamotrigin kein erhöhtes Risiko für PR-Intervallverlängerungen identifiziert.

In-vitro-

Daten

Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass Lacosamid ein geringes Potenzial für

Wechselwirkungen aufweist.

In-vitro

-Studien zeigen, dass Lacosamid bei Plasmakonzentrationen, wie sie

in klinischen Studien beobachtet wurden, weder die Enzyme CYP1A2, CYP2B6 und CYP2C9 induziert

noch CYP1A1, CYP1A2, CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2D6und CYP2E1 inhibiert. Eine

in-vitro

-Studie zeigte, dass Lacosamid im Darm nicht vom P-Glykoprotein transportiert wird.

In-vitro

Daten zeigen, dass CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 die Bildung des O-Desmethyl-Metaboliten

katalysieren können.

In-vivo-

Daten

Lacosamid inhibiert oder induziert nicht die Enzyme CYP2C19 und CYP3A4 in klinisch

relevantem Ausmaß.

Lacosamid beeinflusste nicht die AUC von Midazolam (metabolisiert über CYP3A4, in einer Dosis von

200 mg Lacosamid zweimal täglich), aber die Cmax von Midazolam war leicht erhöht (30 %). Lacosamid

wirkte sich nicht auf die Pharmakokinetik von Omeprazol aus (metabolisiert über CYP2C19 und CYP3A4,

in einer Dosis von 300 mg Lacosamid zweimal täglich).

Der CYP2C19-Inhibitor Omeprazol (40 mg einmal täglich) zeigte keine Zunahme einer klinisch

signifikanten Änderung der Lacosamid-Exposition. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sich moderate

Inhibitoren von CYP2C19 auf die systemische Lacosamid-Exposition in klinisch relevantem Ausmaß

auswirken.

Bei gleichzeitiger Therapie mit starken Inhibitoren der Enzyme CYP2C9 (z. B. Fluconazol) und CYP3A4

(z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Clarithromycin) ist Vorsicht geboten, da diese zu einer erhöhten

systemischen Lacosamid-Exposition führen können. Derartige Wechselwirkungen wurden

in vivo

bisher

nicht festgestellt, sind aber aufgrund der

in-vitro

-Daten möglich.

Starke Enzyminduktoren wie Rifampicin oder Johanniskraut (Hypericum perforatum) könnten die

systemische Exposition von Lacosamid in moderatem Maße verringern. Daher sollte bei solchen

Enzyminduktoren zu Behandlungsbeginn oder bei Beendigung der Behandlung mit Vorsicht vorgegangen

werden.

Antiepileptika

In Interaktionsstudien beeinflusste Lacosamid den Plasmaspiegel von Carbamazepin und

Valproinsäure nicht signifikant. Der Lacosamid-Plasmaspiegel wurde durch Carbamazepin oder

Valproinsäure nicht beeinflusst. Eine Populationsanalyse zur Pharmakokinetik in verschiedenen

Altersgruppen ergab, dass die gleichzeitige Behandlung mit anderen, als Enzyminduktoren bekannten,

Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital in unterschiedlichen Dosen) zu einer

Verringerung der gesamten systemischen Lacosamid-Exposition um 25 % bei erwachsenen und 17 % bei

pädiatrischen Patienten führte.

Orale Kontrazeptiva

In einer Interaktionsstudie wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen

Lacosamid und den oralen Verhütungsmitteln Ethinylestradiol und Levonorgestrel festgestellt. Der

Progesteronspiegel wurde bei gleichzeitiger Anwendung der Arzneimittel nicht beeinflusst.

Weitere Arzneimittel

Interaktionsstudien haben ergeben, dass Lacosamid keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von

Digoxin hat. Es bestehen keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Lacosamid und

Metformin.

Die gleichzeitige Verabreichung von Warfarin mit Lacosamid führt nicht zu einer klinisch

relevanten Änderung in der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Warfarin.

Obwohl keine pharmakokinetischen Daten zu Wechselwirkungen zwischen Lacosamid und Alkohol

vorliegen, kann ein pharmakodynamischer Effekt nicht ausgeschlossen werden.

Lacosamid hat eine geringe Proteinbindung von weniger als 15 %. Klinisch relevante

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln infolge einer kompetitiven Verdrängung an den

Proteinbindungsstellen gelten daher als unwahrscheinlich

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Risiken im Zusammenhang mit Epilepsie und antiepileptischen Arzneimitteln im Allgemeinen

Für alle Antiepileptika wurde nachgewiesen, dass bei den Nachkommen von behandelten Frauen mit

Epilepsie die Prävalenz von Missbildungen zwei- bis dreimal größer ist als der Prozentsatz in der

Allgemeinbevölkerung, der bei ca. 3 % liegt. In der behandelten Population wurde ein Anstieg der

Missbildungen nach Polytherapie festgestellt; in welchem Maße jedoch Therapie und/oder Krankheit

hierfür verantwortlich sind, wurde nicht geklärt.

Zudem sollte eine wirksame antiepileptische Therapie während der Schwangerschaft nicht

unterbrochen werden, da sich eine Verschlimmerung der Krankheit sowohl für die Mutter als auch den

Fötus nachteilig auswirken kann.

Risiken im Zusammenhang mit Lacosamid

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Lacosamid bei schwangeren Frauen.

Tierexperimentelle Studien bei Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf eine teratogene

Wirkung, jedoch wurde nach maternal-toxischen Dosen Embryotoxizität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Lacosamid darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der

behandelnde Arzt hält es für unverzichtbar (wenn der Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für das

ungeborene Kind eindeutig übersteigt). Bei Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, ist die

Anwendung des Arzneimittels sorgfältig abzuwägen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Lacosamid beim Menschen in die Muttermilch übertritt. Ein Risiko für das

Neugeborene /den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. In Tierstudien wurde der Übertritt von

Lacosamid in die Muttermilch beobachtet. Aus Vorsichtsgründen sollte während der Behandlung mit

Lacosamid auf das Stillen verzichtet werden.

Fertilität

Es wurden keine Nebenwirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität oder

Fortpflanzungsfähigkeit bei Ratten in Dosierungen beobachtet, die eine Plasma-Exposition (AUC) von bis

zur 2-fachen Plasma-Exposition (AUC) bei Menschen bei der maximal empfohlenen menschlichen Dosis

hervorrufen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lacosamid hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Bei der Behandlung mit Lacosamid kam es zu Schwindelgefühl und

verschwommenem Sehen.

Deshalb sollten Patienten angewiesen werden, auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und die Arbeit

mit potenziell gefährlichen Maschinen zu verzichten, bis sie mit den Auswirkungen von Lacosamid

bezüglich der Fähigkeit, solche Aufgaben zu verrichten, vertraut sind.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Basierend auf der Analyse gepoolter placebokontrollierter klinischer Studien zur Zusatzbehandlung bei

1.308 Patienten mit fokalen Anfällen zeigte sich, dass bei insgesamt 61,9 % der Patienten, die nach

Randomisierung mit Lacosamid behandelt wurden, und bei 35,2 % der Patienten, die Placebo erhielten,

mindestens eine Nebenwirkung auftrat. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen (≥ 10 %) unter der

Lacosamid-Therapie waren Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Diplopie. Diese Reaktionen

waren meist leicht bis mäßig ausgeprägt. Einige waren dosisabhängig und konnten durch die Reduktion der

Dosis abgemildert werden. Die Inzidenz und der Schweregrad der Nebenwirkungen auf das zentrale

Nervensystem (ZNS) und den Gastrointestinaltrakt nahmen in der Regel mit der Zeit ab.

In all diesen kontrollierten Studien betrug die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen 12,2 % in der

Lacosamid-Randomisierungsgruppe und 1,6 % in der Placebo-Gruppe. Schwindelgefühl war die

Nebenwirkung, die am häufigsten zum Abbruch der Lacosamid-Therapie führte. Die Inzidenz von zentral-

nervösen Nebenwirkungen wie z. B. Schwindel kann nach einer Aufsättigungsdosis erhöht sein.

Basierend auf der Analyse der Daten einer klinischen Nicht-Unterlegenheitsstudie zur

Monotherapie, die Lacosamid mit retardiertem Carbamazepin vergleicht, waren die am häufigsten

berichteten Nebenwirkungen (≥ 10 %) von Lacosamid Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Die

Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug 10,6 % bei Patienten, die mit Lacosamid und 15,6 %

bei Patienten, die mit retardiertem

Carbamazepin behandelt wurden.

Übersicht zu Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle sind die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und seit

Markteinführung gemeldet wurden, nach Häufigkeit gruppiert aufgeführt. Die Häufigkeit ist dabei

folgendermaßen definiert: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis <

1/100) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb

jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendemSchweregrad angegeben.

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Agranulozytose

Erkrankungen des

Immunsystems

Arzneimittelüber-

empfindlichkeit

Arzneimittel-

exanthem mit

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS

Syndrom)

(1, 2)

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression

Verwirrtheits-

zustand

Schlaflosigkeit

Aggression

Agitation

Euphorische

Stimmung

Psychotische

Erkrankungen

Suizidale

Gedanken

Suizidales

Verhalten

Halluzination

Erkrankungen

Nervensystems

Schwindel-

gefühl

Kopfschmer-

Gleichgewichts-

störungen

Gedächtnisstö-

rungen

Kognitive

Störungen

Somnolenz

Tremor

Nystagmus

Synkope

Koordinationsstö-

rungen

Konvulsion

Hypästhesie

Dysarthrie

Aufmerksamkeits-

störungen

Parästhesie

Augenerkrankungen

Diplopie

Verschwommenes

Sehen

Erkrankungen

des Ohrs und

Labyrinths

Vertigo

Tinnitus

Herzerkrankung

Atrioventrikulärer

Block

(1, 2)

Bradykardie

(1, 2)

Vorhofflimmern

(1, 2)

Vorhofflattern

(1, 2)

Ventrikuläre

Tachyarrhyth-

Erkrankungen

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Erbrechen

Obstipation

Flatulenz

Dyspepsie

Mundtrockenheit

Diarrhö

Leber- und

Gallenerkrankungen

Abnormer

Leberfunktionstest

Erhöhte

Leberenzymwerte

(> 2x ULN)

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzell-

gewebes

Pruritus

Rash

Angioödem

Urtikaria

Stevens-

Johnson

Syndrom

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelspasmen

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Gehstörung

Asthenie

Müdigkeit

Reizbarkeit

Gefühl der

Betrunkenheit

Verletzung,

Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte

Komplikationen

Stürze

Hautwunden

Kontusion

Nebenwirkungen, die seit Markteinführung berichtet wurden.

Siehe Beschreibung einzelner Nebenwirkungen

In offenen Beobachtungsstudien berichtet

Beschreibung einzelner Nebenwirkungen

Die Anwendung von Lacosamid wird mit einer dosisabhängigen Verlängerung des PR-Intervalls in

Verbindung gebracht. Nebenwirkungen, die mit einer Verlängerung des PR-Intervalls assoziiert sind (z. B.

atrioventrikulärer Block, Synkope, Bradykardie), können möglicherweise auftreten. AV-Block ersten

Grades trt in klinischen Untersuchungen zur Zusatzbehandlung bei Epilepsiepatienten mit der Inzidenz

„gelegentlich“ auf (0,7 %, 0 %, 0,5 % bzw. 0 % unter Lacosamid 200 mg, 400 mg, 600 mg bzw. Placebo).

Es wurden keine Fälle von AV-Block zweiten oder höheren Grades in diesen Studien beobachtet.

Allerdings wurde seit der Markteinführung über Fälle mit AV-Block zweiten oder dritten Grades im

Zusammenhang mit einer Behandlung mit Lacosamid berichtet. In der klinischen Studie zur Monotherapie,

die Lacosamid mit retardiertem Carbamazepin vergleicht, war das Ausmaß der Verlängerung des PR-

Intervalls vergleichbar. Die

Inzidenz für Synkopen, die in gepoolten klinischen Studien zur Zusatzbehandlung berichtet wurde, ist

„gelegentlich“ und unterschied sich nicht zwischen mit Lacosamid (n = 944; 0,1 %) und Placebo (n = 364;

0,3 %) behandelten Epilepsiepatienten. In der klinischen Studie zur Monotherapie, die Lacosamid mit

retardiertem Carbamazepin vergleicht, wurde Synkope bei 7/444 (1,6 %) der Lacosamid-Patienten und bei

1/442 (0,2 %) der Carbamazepin Retard-Patienten berichtet. Über Vorhofflimmern oder –flattern wurde

nicht in kurzzeitigen, klinischen Studien berichtet. Allerdings wurde darüber in nicht verblindeten

Epilepsiestudien und seit Markteinführung berichtet.

Laborauffälligkeiten

Abnorme Leberfunktionstests wurden in placebokontrollierten Studien mit Lacosamid bei

erwachsenen Patienten mit fokalen Anfällen, die 1 bis 3 Begleit-Antiepileptika einnahmen, beobachtet.

Erhöhungen des ALT-Wertes auf bis zum ≥ 3-fachen des oberen Normalwertes (ULN) traten bei 0,7 %

(7/935) der Patienten unter Lacosamid und bei 0 % (0/356) der Patienten unter Placebo auf.

Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktionen

Über Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktionen (auch bekannt als Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)) wurde bei Patienten berichtet, die mit

einigen Antiepileptika behandelt wurden. Diese Reaktionen variieren in ihrer Ausprägung, sind aber

typischerweise von Fieber und Ausschlag (Rash) begleitet und können verschiedene Organsysteme

betreffen. Die Behandlung mit Lacosamid sollte beendet werden, wenn ein Verdacht auf eine Multiorgan-

Überempfindlichkeitsreaktion besteht.

Kinder und Jugendliche

Das Sicherheitsprofil in placebokontrollierten (siehe Studiendetails in Abschnitt 5.1) und offenen Studien

(n = 408) mit Kindern ab 4 Jahren, die Lacosamid als Zusatztherapie erhielten, entsprach dem

Sicherheitsprofil bei Erwachsenen, wenngleich die Häufigkeit einiger Nebenwirkungen (Somnolenz,

Erbrechen und Konvulsionen) höher war und weitere Nebenwirkungen (Nasopharyngitis, Fieber,

Pharyngitis, verringerter Appetit, Lethargie und Verhaltensauffälligkeiten) bei pädiatrischen Patienten

berichtet wurden: Nasopharyngitis (15,7 %), Erbrechen (14,7 %), Somnolenz (14,0 %), Schwindel (13,5

%), Fieber (13,0 %), Konvulsion (7,8 %), verringerter Appetit (5,9 %), Pharyngitis (4,7 %), Lethargie (2,7

%) und Verhaltensauffälligkeiten (1,7 %).

Insgesamt berichteten 67,8 % der Patienten, die zu Lacosamid randomisiert waren und 58,1 % der

Patienten, die zu Placebo randomisiert waren, mindestens eine Nebenwirkung.

Das Verhalten, die Kognition und die emotionale Funktionsfähigkeit, gemessen durch die

Fragebögen Achenbach CBCL und BRIEF, welche bei der Baseline und im gesamten Verlauf der Studien

eingesetzt wurden, waren im Verlauf der Studien überwiegend stabil.

Ältere Patienten

In der klinischen Studie zur Monotherapie, in der Lacosamid und retardiertes Carbamazepin verglichen

werden, erscheinen die Arten der Nebenwirkungen, die in Zusammenhang mit Lacosamid stehen, bei

älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ähnlich zu denen zu sein, die bei Patienten jünger als 65 Jahre beobachtet

wurden. Allerdings wurde für ältere Patienten im Vergleich zu jüngeren erwachsenen Patienten eine höhere

Inzidenz (≥ 5 % Unterschied) für Stürze, Durchfall und Tremor berichtet. AV-Block ersten Grades war die

am häufigsten berichtete kardiale Nebenwirkung bei älteren Patienten im Vergleich zu jüngeren

Erwachsenen. Für Lacosamid wurde dies bei 4,8 % (3/62) der älteren Patienten gegenüber 1,6 % (6/382)

der jüngeren erwachsenen Patienten berichtet. Die aufgrund von Nebenwirkungen beobachtete

Abbruchrate für Lacosamid betrug 21,0 % (13/62) bei älteren Patienten gegenüber 9,2 % (35/382) bei

jüngeren erwachsenen

Patienten. Diese Unterschiede zwischen älteren und jüngeren erwachsenen Patienten waren ähnlich zu

denen in der aktiven Vergleichsgruppe.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee

3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Symptome, die nach einer versehentlichen oder absichtlichen Überdosierung beobachtet wurden,

betreffen in erster Linie das ZNS und den Gastrointestinaltrakt.

Die Art der Nebenwirkungen unterschied sich klinisch nicht bei Patienten, die höhere Dosierungen als

400 mg bis zu 800 mg erhielten, von der bei Patienten, denen die empfohlene Lacosamid-Dosis

verabreicht wurde.

Reaktionen, die nach einer Einnahme von mehr als 800 mg berichtet wurden, sind Schwindel,

Übelkeit, Erbrechen, Anfälle (generalisierte tonisch-klonische Anfälle, Status Epilepticus).

Reizleitungsstörungen des Herzens, Schock und Koma wurden ebenfalls beobachtet. Todesfälle

wurden bei Patienten berichtet, die eine akute Überdosis von mehreren Gramm Lacosamid

eingenommen hatten.

Behandlung

Ein spezifisches Antidot gegen eine Überdosierung mit Lacosamid ist nicht bekannt. Die Behandlung einer

Überdosierung sollte allgemein unterstützende Maßnahmen und bei Bedarf eventuell eine Hämodialyse

umfassen (siehe Abschnitt 5.2).

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX18

Wirkmechanismus

Der Wirkstoff Lacosamid (R-2-Acetamido-N-benzyl-3-methoxypropionamid) ist eine funktionalisierte

Aminosäure.

Der genaue Wirkmechanismus, über den Lacosamid seine antiepileptische Wirkung beim Menschen

ausübt, muss noch vollständig aufgeklärt werden.

In-vitro

-Studien zur Elektrophysiologie haben gezeigt, dass Lacosamid selektiv die langsame Inaktivierung

der spannungsabhängigen Natriumkanäle verstärkt und dadurch zur Stabilisierung hypererregbarer

Neuronalmembranen beiträgt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Lacosamid schützte vor Anfällen in einer Vielzahl von Tiermodellen für fokale und primär generalisierte

Anfälle und verzögerte die Kindling-Entwicklung.

In Kombination mit Levetiracetam, Carbamazepin, Phenytoin, Valproat, Lamotrigin, Topiramat oder

Gabapentin zeigte Lacosamid in präklinischen Untersuchungen synergistische oder additive antikonvulsive

Wirkungen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Erwachsene

Monotherapie

Die Wirksamkeit von Lacosamid als Monotherapie wurde in einem doppelblinden, Parallelgruppen,

Nichtunterlegenheitsvergleich mit retardiertem Carbamazepin bei 886 Patienten untersucht, die 16 Jahre

oder älter waren und die neu oder kürzlich mit Epilepsie diagnostiziert wurden. Die Patienten mussten an

nicht provozierten fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung leiden. Die Patienten wurden

im Verhältnis 1:1 einer Lacosamid- oder einer Carbamazepin Retard-Gruppe zugeordnet, wobei die

Arzneimittel als Tabletten zur Verfügung gestellt wurden. Die Dosierung richtete sich nach dem

Ansprechen und reichte von 400 mg bis 1200 mg/Tag bei retardiertem Carbamazepin und von 200 mg bis

600 mg/Tag bei Lacosamid. In Abhängigkeit vom Ansprechen dauerte die Behandlung bis zu 121 Wochen.

Die nach Kaplan-Meier bestimmte 6-monatige Anfallsfreiheitsrate betrug bei Patienten, die mit Lacosamid

behandelt wurden, 89,8 % und bei Patienten, die mit retardiertem Carbamazepin behandelt wurden, 91,1

%. Die adjustierte absolute Differenz zwischen den beiden Behandlungen war -1,3 % (95 % KI: -5,5, 2,8).

Die nach Kaplan-Meier berechnete 12-monatige Anfallsfreiheitsrate betrug 77,8 % für Lacosamid und 82,7

% für retardiertes Carbamazepin. Die 6-monatige Anfallsfreiheitsrate bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre, 62

Patienten in der Lacosamid- und 57 Patienten in der Carbamazepingruppe) war in den beiden

Behandlungsgruppen vergleichbar.

Die Anfallsfreiheitsraten waren auch vergleichbar mit denen der gesamten Patientenpopulation. Bei 55

älteren Patienten (88,7 %) betrug die Erhaltungsdosis von Lacosamid 200 mg/Tag, bei 6 älteren Patienten

(9,7 %) 400 mg/Tag und wurde bei einem Patienten (1,6 %) auf über 400 mg/Tag gesteigert.

Umstellung auf Monotherapie

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lacosamid bei einer Umstellung auf Monotherapie wurde im Rahmen

einer historisch-kontrollierten, multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Studie untersucht. In dieser

Studie wurden 425 Patienten im Alter von 16 bis 70 Jahren mit nichtkontrollierten fokalen Anfällen, die

eine gleichbleibende Dosis eines oder zweier im Handel befindlicher Antiepileptika einnehmen,

randomisiert, um auf Lacosamid-Monotherapie (entweder 400 mg/Tag oder 300 mg/Tag im Verhältnis 3:1)

umgestellt zu werden. Bei Patienten, die die Titration abgeschlossen und die anderen Antiepileptika

abgesetzt hatten (284 bzw. 99), konnte die Monotherapie während des angestrebten

Beobachtungszeitraums von 70 Tagen bei 71,5 % bzw. 70,7 % der Patienten für 57-105 Tage (Median 71

Tage) beibehalten werden.

Zusatztherapie

Die Wirksamkeit von Lacosamid als Zusatztherapie in der empfohlenen Dosierung (200 mg/Tag, 400

mg/Tag) wurde in 3 multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit

zwölfwöchiger Erhaltungsphase untersucht. Lacosamid 600 mg/Tag erwies sich zwar in kontrollierten

Zusatztherapiestudien ebenfalls als wirksam, allerdings war die Wirksamkeit vergleichbar mit der von 400

mg und Patienten vertrugen die hohe Dosis aufgrund von Nebenwirkungen des ZNS und des

Gastrointestinaltraktes weniger gut. Daher wird die 600 mg Dosis nicht empfohlen. Die empfohlene

Höchstdosis beträgt daher 400 mg/Tag. Ziel der Studien, in die 1.308 Patienten mit durchschnittlich 23-

jähriger Vorgeschichte fokaler Anfälle eingeschlossen waren, war die Beurteilung der Wirksamkeit und

Unbedenklichkeit von Lacosamid bei gleichzeitiger Verabreichung mit 1 – 3 weiteren Antiepileptika an

Patienten mit unkontrollierten fokalen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung. Insgesamt

betrug der Anteil der Patienten mit einem mindestens 50 %igen Rückgang der Anfallshäufigkeit 23 %

(Placebo), 34 % (Lacosamid 200 mg) bzw. 40 % (Lacosamid 400 mg).

Die Pharmakokinetik und Sicherheit einer einzelnen Aufsättigungsdosis wurde in einer multizentrischen,

offenen Studie mit der intravenösen Darreichungsform von Lacosamid untersucht.

Ziel der Studie war die Beurteilung der Sicherheit und Verträglichkeit einer schnellen Therapieeinleitung

von Lacosamid durch eine einzelne intravenös verabreichte Aufsättigungsdosis (einschließlich 200 mg)

gefolgt von einer zweimal täglichen oralen Einnahme (entsprechend der intravenösen Dosis) als

Begleittherapie bei erwachsenen Versuchspersonen im Alter von 16 bis 60 Jahren mit fokalen Anfällen.

Kinder und Jugendliche

Die klinische Manifestation fokaler Anfälle ist bei Kindern ab 4 Jahren und Erwachsenen vergleichbar. Die

Wirksamkeit von Lacosamid bei Kindern ab 4 Jahren wurde aus den Daten jugendlicher und erwachsener

Patienten mit fokalen Anfällen extrapoliert. Es ist eine vergleichbare therapeutische Wirkung zu erwarten,

nachdem die pädiatrischen Dosisanpassungen festgelegt (siehe Abschnitt 4.2) und die Sicherheit

nachgewiesen (siehe Abschnitt 4.8) wurden .

Die Wirksamkeit, die durch das oben aufgeführte Extrapolationsprinzip gestützt wird, wurde durch eine

doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie bestätigt. Die Studie bestand aus einer 8-

wöchigen Baselinephase, gefolgt von einer 6-wöchigen Titrationsphase. Geeignete Patienten, die 1 bis ≤ 3

Antiepileptika in einer stabilen Dosis anwendeten, und bei denen noch immer mindestens 2 fokale Anfälle

innerhalb der 4 Wochen vor dem Screening auftraten, mit anfallsfreien Phasen von nicht mehr als 21

Tagen innerhalb des 8-wöchigen Zeitraums vor Eintritt in die Baselinephase, wurden randomisiert und

erhielten entweder Placebo (n = 172) oder Lacosamid (n = 171).

Die Startdosis betrug bei Patienten unter 50 kg Körpergewicht 2 mg/kg/Tag oder bei Patienten ab 50 kg

100 mg/Tag in 2 geteilten Dosen. Während der Titrationsphase erfolgte die Anpassung der Lacosamid-

Dosis bei Patienten unter 50 kg durch eine Steigerung in Schritten von 1 oder 2 mg/kg/Tag und bei

Patienten ab 50 kg in Schritten von 50 mg/Tag oder 100 mg/Tag in wöchentlichen Abständen, um den

angestrebten Dosisbereich für die Erhaltungsphase zu erreichen.

Die Patienten mussten für die letzten 3 Tage der Titrationsphase die angestrebte Mindestdosis für ihre

Körpergewichtsklasse erreicht haben, um für den Einschluss in die 10-wöchige Erhaltungsphase geeignet

zu sein. Die Patienten mussten im gesamten Verlauf der Erhaltungsphase eine stabile Lacosamid-Dosis

beibehalten, andernfalls wurden sie ausgeschlossen und in die verblindete Ausschleichphase

aufgenommen.

In der Lacosamidgruppe wurde im Vergleich zur Placebogruppe eine statistisch signifikante (p = 0,0003)

und klinisch relevante Reduktion der Häufigkeit von fokalen Anfällen pro 28 Tage von der Baseline bis zur

Erhaltungsphase beobachtet. Basierend auf einer Kovarianzanalyse betrug die prozentuale Reduktion

gegenüber Placebo 31,72 % (95 % KI: 16,342, 44,277).

Insgesamt betrug der Anteil der Patienten mit mindestens einer 50%igen Reduktion der fokalen Anfälle pro

28 Tage von der Baseline bis zur Erhaltungsphase 52,9 % in der Lacosamidgruppe im Vergleich zu 33,3 %

in der Placebogruppe.

Die Lebensqualität, beurteilt anhand des Pediatric Quality of Life Inventory, zeigte, dass Patienten der

Lacosamidgruppe und der Placebogruppe eine vergleichbare und stabile gesundheitsbezogene

Lebensqualität während der gesamten Behandlungsphase aufwiesen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Lacosamid wird nach oraler Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Die orale Bioverfügbarkeit von

Lacosamid Tabletten liegt bei annähernd 100 %. Nach oraler Einnahme steigt der Plasmaspiegel des

unveränderten Wirkstoffs rasch an und erreicht Cmax etwa 0,5 – 4 Stunden nach der Einnahme. Lacosamid

Tabletten und Sirup zum Einnehmen sind bioäquivalent. Nahrungsmittel haben keinen Einfluss auf die

Geschwindigkeit und das Ausmaß der Resorption.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen beträgt etwa 0,6 l/kg. Lacosamid bindet zu weniger als 15 % an Plasmaproteine.

Biotransformation

95 % der Dosis werden als Lacosamid oder dessen Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden. Der

Metabolismus von Lacosamid ist nicht vollständig geklärt.

Die wichtigsten Verbindungen, die mit dem Urin ausgeschieden werden, sind unverändertes Lacosamid

(rund 40 % der Dosis) und sein O-Desmethyl-Metabolit (weniger als 30 %).

Eine polare Fraktion, vermutlich Serinderivate, die rund 20 % im Urin ausmachte, konnte jedoch nur in

geringen Mengen (0 - 2 %) im Humanplasma einiger Personen nachgewiesen werden.

Weitere Metaboliten wurden in geringen Mengen (0,5 - 2 %) im Urin gefunden.

In-vitro

-Daten zeigen, dass CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 die Bildung des O-Desmethyl-Metaboliten

katalysieren können, aber das hierfür hauptverantwortliche Isoenzym wurde

in vivo

bisher nicht bestätigt.

Der pharmakokinetische Vergleich der Lacosamid-Exposition ergab jedoch keinen klinisch relevanten

Unterschied zwischen schnell metabolisierenden Patienten (

Extensive Metabolizers

, EM; mit

funktionsfähigem CYP2C19) und langsam metabolisierenden Patienten (

Poor Metabolizers

, PM; ohne

funktionsfähiges CYP2C19). Zudem zeigte eine Interaktionsstudie mit dem CYP2C19-Inhibitor

Omeprazol keine klinisch relevanten Veränderungen des Lacosamid-Plasmaspiegels, was darauf hindeutet,

dass dieser Stoffwechselweg bei Lacosamid nur eine nachrangige Rolle spielt. Der Plasmaspiegel von O-

Desmethyl-Lacosamid beträgt rund 15 % des Lacosamid-Plasmaspiegels. Dieser Hauptmetabolit hat keine

bekannte pharmakologische Aktivität.

Elimination

Die Elimination von Lacosamid aus dem systemischen Kreislauf erfolgt vorwiegend durch renale

Exkretion und durch Biotransformation. Nach oraler und intravenöser Anwendung von radiomarkiertem

Lacosamid wurden rund 95 % der verabreichten Radioaktivität im Urin wiedergefunden und weniger als

0,5 % in den Faeces. Die Eliminationshalbwertszeit von Lacosamid beträgt etwa 13 Stunden. Die

Pharmakokinetik ist dosisproportional und konstant im Zeitverlauf, bei geringer intra- und

interindividueller Variabilität. Bei zweimal täglicher Dosierung wird der Steady-state-Plasmaspiegel nach

drei Tagen erreicht. Der Plasmaspiegel steigt mit einem Akkumulationsfaktor von rund 2.

Steady-state-Konzentrationen einer einzelnen Aufsättigungsdosis von 200 mg sind ungefähr vergleichbar

mit einer zweimal täglichen oralen Einnahme von 100 mg.

Pharmakokinetik bestimmter Patientengruppen

Geschlecht

Klinische Studien deuten darauf hin, dass das Geschlecht keinen klinisch signifikanten Einfluss auf den

Lacosamid-Plasmaspiegel hat.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Im Vergleich zu gesunden Probanden stieg die AUC von Lacosamid bei Patienten mit leichter bis mäßiger

Nierenfunktionsstörung um 30 %, bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder einer

dialysepflichtigen Nierenerkrankung im Endstadium um 60 %. Cmax war nicht beeinflusst.

Lacosamid wird durch Hämodialyse effektiv aus dem Plasma entfernt. Nach einer vierstündigen

Hämodialyse ist die AUC von Lacosamid um rund 50 % verringert. Deshalb wird nach

Hämodialysebehandlungen eine zusätzliche Dosis empfohlen (siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit

mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung war die Exposition gegenüber dem O-Desmethyl-

Metaboliten um ein Mehrfaches erhöht. Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium, bei

denen keine Hämodialyse durchgeführt wurde, waren die Werte erhöht und stiegen über den 24Stunden

Probenentnahmezeitraum kontinuierlich an. Ob die erhöhte Metaboliten-Exposition bei Patienten mit einer

Nierenerkrankung im Endstadium zu unerwünschten Wirkungen führen kann, ist nicht bekannt, es konnte

jedoch keine pharmakologische Aktivität des Metaboliten nachgewiesen werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh B) war der Lacosamid-

Plasmaspiegel erhöht (rund 50 % höhere AUCnorm). Die höhere Exposition war zum Teil auf eine

Beeinträchtigung der Nierenfunktion der Patienten zurückzuführen. Die Verminderung der nicht-renalen

Clearance bei den Patienten in der Studie führte schätzungsweise zu einem 20 %igen Anstieg der AUC von

Lacosamid. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde die Pharmakokinetik von Lacosamid

nicht beurteilt (siehe Abschnitt 4.2).

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

In einer Studie an älteren Männern bzw. Frauen, darunter 4 Patienten über 75 Jahre, war die AUC im

Vergleich zu jungen Männern um rund 30 % bzw. 50 % erhöht. Dies hängt zum Teil mit dem geringeren

Körpergewicht zusammen. Die Differenz betrug nach Normierung des Körpergewichts 26 % bzw. 23 %.

Es wurde auch eine erhöhte Expositions-Variabilität beobachtet. Die renale Clearance von Lacosamid war

bei den älteren Patienten dieser Studie nur geringfügig verringert. Eine grundsätzliche Dosisreduktion gilt

nicht als erforderlich, es sei denn, sie ist aufgrund eingeschränkter Nierenfunktion indiziert (siehe

Abschnitt 4.2).

Kinder und Jugendliche

Das pharmakokinetische Profil von Lacosamid bei Kindern und Jugendlichen wurde in einer

Populationsanalyse zur Pharmakokinetik anhand der wenigen Plasmaspiegel-Daten ermittelt, die im

Rahmen von einer placebokontrollierten randomisierten Studie und von drei offenen Studien an414

epilepsiekranken Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 17 Jahren erhoben worden waren. Die in

diesen Studien verwendeten Lacosamid-Dosierungen lagen zwischen 2 und 17,8 mg/kg/Tag, eingenommen

in zwei Tagesdosen; die maximale Dosis betrug 600 mg/Tag bei Kindern mit einem Gewicht ab 50 kg.

Für Kinder mit einem Körpergewicht von 20 kg, 30 kg und 50 kg lag die typische geschätzte Plasma-

Clearance bei 1,04 l/h, 1,32 l/h bzw. 1,86 l/h. Zum Vergleich: Bei erwachsenen Patienten (Körpergewicht

70 kg) lag die geschätzte Plasma-Clearance bei 1,92 l/h.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

In den Toxizitätsstudien wurden ähnliche oder nur marginal höhere Lacosamid-Plasmaspiegel erreicht wie

bei Patienten; die Spanne für die humane Exposition ist somit gering bis nicht existent. In einer Studie zur

Sicherheitspharmakologie trat nach intravenöser Gabe von Lacosamid an anästhesierten Hunden eine

vorübergehende Verlängerung des PR-Intervalls und des QRS-Komplexes sowie Blutdruckabfall auf,

höchstwahrscheinlich als Folge einer kardiodepressiven Wirkung. Diese vorübergehenden Veränderungen

begannen im gleichen Konzentrationsbereich wie er nach Gabe der maximal empfohlenen klinischen Dosis

erreicht wird. Bei anästhesierten Hunden und Cynomolgus-Affen wurden nach intravenösen Dosen von

15-60 mg/kg eine Verlangsamung der atrioventrikulären Erregungsleitfähigkeit, AV-Block und

atrioventrikuläre Dissoziation beobachtet.

In den Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung wurden bei Ratten ab einer Exposition von

etwa dem 3-fachen der klinischen Exposition geringfügige, reversible Leberveränderungen beobachtet.

Diese Veränderungen umfassten ein erhöhtes Organgewicht, Hypertrophie der Hepatozyten, erhöhte

Leberenzymspiegel im Serum und erhöhte Gesamtcholesterin- und Triglyzeridwerte. Außer der

Hypertrophie der Hepatozyten wurden keine weiteren histopathologischen Veränderungen beobachtet.

In Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität bei Nagern und Kaninchen wurden keine

teratogenen Wirkungen festgestellt. Hingegen kam es zu einer Zunahme der Totgeburten und der

Sterberate in der Peripartalperiode sowie einer leichten Verringerung von Wurfgröße und Geburtsgewicht

bei Ratten nach maternaltoxischen Dosen (bei systemischen Expositionswerten, die den in der klinischen

Anwendung erwarteten ähneln). Da höhere Expositionswerte bei Tieren aufgrund der maternalen Toxizität

nicht untersucht werden konnten, konnte das embryo-/fetotoxische und teratogene Potenzial von

Lacosamid nicht vollständig charakterisiert werden.

Studien an Ratten haben ergeben, dass Lacosamid und/oder seine Metaboliten leicht die Plazentaschranke

passieren.

Bei jungen Ratten und Hunden unterschied sich die Art der toxischen Wirkungen qualitativ nicht von der

bei erwachsenen Tieren. Junge Ratten wiesen bei einer systemischen Exposition, die in etwa der zu

erwartenden klinischen Exposition entsprach, ein vermindertes Körpergewicht auf. Bei jungen Hunden

wurden reversible, dosisabhängige klinischen ZNS-Symptome ab einer systemischen Exposition

beobachtet, die unterhalb der zu erwartenden klinischen Exposition lag.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Crospovidon (Typ B)

niedrig substituierte Hydroxypropylcellulose

Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.)

hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Hypromellose

Macrogol (400)

Macrogol (6000)

Talkum

Titandioxid (E171)

Indigocarmin-Aluminiumsalz

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packungen mit 14, 28 und 56 Filmtabletten in PVC / PVDC-Blister, versiegelt mit einer Aluminiumfolie.

Bündelpackungen mit 168 Filmtabletten (3 Packungen mit je 56 Tabletten) in PVC / PVDC-

Blisterpackungen, mit Aluminiumfolie versiegelt.

Packungen mit 14 x 1 und 56 x 1 Filmtabletten in perforierten PVC / PVDC-Einheitsdosisblistern, die mit

einer Aluminiumfolie versiegelt sind

Die Blister sind in einem Karton verpackt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

AAA-Pharma GmbH

Calwer Str. 7,

D-71034 Böblingen

8. ZULASSUNGSNUMMER

2206189.00.00

9 DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26. April 2021

10 STAND DER INFORMATION

Mai 2021

11 VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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