Kevzara 150 mg/1.14 ml lösung zur injektion in fertigspritze

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
sarilumabum
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC-Code:
L04AC14
INN (Internationale Bezeichnung):
sarilumabum
Darreichungsform:
lösung zur injektion in fertigspritze
Zusammensetzung:
sarilumabum 150 mg, histidinum oder histidini hydrochloridum monohydricum, arginini hydrochloridum, Zucker, polysorbatum 20, Wasser iniectabilia q.s. die Lösung für 1.14 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Rheumatoide arthritis
Zulassungsnummer:
66424
Berechtigungsdatum:
2018-04-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-02-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-08-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-02-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-02-2021

Lesen Sie das vollständige Dokument

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Kevzara®150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Kevzara und wann wird es angewendet?

Kevzara enthält den Wirkstoff Sarilumab; dies ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper (ein

spezieller Eiweissstoff), der gezielt die Wirkung eines weiteren Eiweissstoffs namens Interleukin 6

(IL-6) hemmt. IL-6 spielt eine wichtige Rolle in der Entstehung der Symptome der rheumatoiden

Arthritis wie beispielsweise Schmerzen, geschwollene Gelenke, Morgensteifigkeit und Ermüdung.

Kevzara wird bei erwachsenen Patienten zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver

rheumatoider Arthritis angewendet, wenn andere Rheumatherapien nicht gut genug gewirkt haben

oder nicht vertragen wurden. Kevzara kann allein oder in Kombination mit anderen

Behandlungsmassnahmen angewendet werden, wie von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnet.

Kevzara kann bewirken, dass die Schädigung Ihrer Gelenke langsamer fortschreitet und Sie die

Tätigkeiten des täglichen Lebens wieder besser ausführen können.

Wann darf Kevzara nicht eingenommen / angewendet werden?

Wenden Sie Kevzara nicht an:

·wenn Sie allergisch gegen Sarilumab oder einen anderen Bestandteil dieses Arzneimittels sind (siehe

Abschnitt «Was ist in Kevzara enthalten?»),

·wenn Sie eine schwere aktive Infektion haben.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Kevzara Vorsicht geboten?

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Anzeichen einer

Überempfindlichkeitsreaktion bemerken, wie zum Beispiel Quaddeln, Hautrötung oder

Hautausschlag an der Stelle, an der die Kevzara-Spritze eingestochen wurde. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird dann entscheiden, ob Sie die Behandlung unterbrechen müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie:

·aktuell an einer Infektion jeglicher Art leiden oder wenn Sie häufig Infektionen haben. Kevzara kann

die Fähigkeit Ihres Körpers herabsetzen, Infektionen zu bekämpfen. Dadurch können Sie anfälliger

für Infektionen werden, oder bereits vorhandene Infektionen können sich verschlechtern.

·Tuberkulose haben, Symptome (Anzeichen) von Tuberkulose zeigen (anhaltender Husten,

Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, leichtes Fieber) oder zu einer an Tuberkulose erkrankten Person

engen Kontakt hatten. Vor der Anwendung von Kevzara wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie auf eine

Tuberkulose-Erkrankung hin untersuchen bzw. einen Hauttest machen.

·eine virusbedingte Hepatitis (Entzündung der Leber) oder eine andere Lebererkrankung hatten. Vor

der Anwendung von Kevzara wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin mit einer Blutuntersuchung Ihre

Leberfunktionswerte kontrollieren.

·Divertikulitis (Entzündung des Dickdarms), Magen- oder Darmgeschwüre hatten oder Symptome

wie Fieber oder Bauch-/Magenschmerzen haben, die nicht abklingen.

·jemals eine Krebserkrankung hatten.

·vor Kurzem geimpft wurden oder eine Impfung bevorsteht.

Vor der ersten Anwendung von Kevzara und während der Behandlung wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Blutuntersuchungen durchführen, um festzustellen, ob Sie eine niedrige Anzahl an weissen

Blutzellen oder Blutplättchen, erhöhte Leberwerte oder einen veränderten Cholesterinspiegel haben.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Werkzeugen und Maschinen

Es ist bisher nicht bekannt, ob die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen,

durch die Anwendung von Kevzara beeinträchtigt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin darüber, ob Sie noch

weitere Arzneimittel nehmen, kürzlich genommen haben oder zu nehmen beabsichtigen. Es wird

nicht empfohlen, Kevzara zusammen mit Arzneimitteln aus der Gruppe der sogenannten

Januskinase-(JAK-)Hemmer sowie mit anderen biologischen Arzneimitteln zur Behandlung von

rheumatoider Arthritis anzuwenden.

Kevzara kann die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen; eventuell muss deshalb deren

Dosierung angepasst werden. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eins der

folgenden Arzneimittel anwenden:

·Statine (Mittel zur Senkung des Cholesterinspiegels)

·orale Verhütungsmittel

·Theophyllin (Mittel zur Behandlung von Asthma)

·Warfarin (Mittel zur Blutverdünnung)

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben.

Darf Kevzara während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Kevzara nicht anwenden, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

empfiehlt es Ihnen ausdrücklich. Es ist nicht bekannt, welche Auswirkungen Kevzara auf das

ungeborene Kind hat. Darum wird empfohlen, während der Behandlung mit Kevzara und bis

3 Monate nach Behandlungsende Verhütungsmittel anzuwenden. Informieren Sie Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten.

Es ist nicht bekannt, ob Kevzara in die Muttermilch übergeht. In Absprache mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin können Sie entscheiden, ob Sie entweder Ihr Kind stillen und die Behandlung mit

Kevzara unterbrechen oder nicht stillen und die Behandlung mit Kevzara fortsetzen wollen.

Wie verwenden Sie Kevzara?

Wenden Sie dieses Arzneimittel stets genauso an, wie es in dieser Packungsbeilage und der

Gebrauchsanweisung (am Ende der Packungsbeilage) beschrieben ist bzw. wie Ihr Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin es Ihnen gesagt haben. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren

Arzt, Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Ihre Apothekerin oder Ihr Pflegepersonal.

Wann und wie viel injiziert wird

Die empfohlene Dosierung beträgt 200 mg einmal alle zwei Wochen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann

die Dosierung Ihres Arzneimittels anpassen, je nachdem wie die Ergebnisse Ihrer

Blutuntersuchungen sind und wie Sie auf die Behandlung ansprechen.

Der gesamte Inhalt der Spritze muss injiziert (gespritzt) werden.

Wo und wie injiziert wird

Kevzara wird am Bauch, am Oberschenkel oder am Oberarm unter die Haut gespritzt (subkutane

Injektion).

Wählen Sie immer eine andere Injektionsstelle als beim vorigen Mal (z.B. rechter Oberschenkel,

dann linker Oberschenkel, oder rechte Bauchseite, dann linke Bauchseite).

Wählen Sie für die Injektion keine Stelle, an der die Haut empfindlich oder verletzt ist oder an der

sich ein blauer Fleck oder eine Narbe befindet.

Lassen Sie Kevzara vor der Anwendung stets auf Raumtemperatur aufwärmen.

Schulung in der Verwendung der Fertigspritze

Bevor Sie die Spritze das erste Mal verwenden, zeigt Ihnen Ihr Arzt, Ihr Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Ihre Apothekerin oder Ihr Pflegepersonal, wie man Kevzara injiziert.

·Lesen Sie unbedingt die Gebrauchsanweisung am Ende dieser Packungsbeilage.

·Verwenden Sie die Spritze stets so, wie es in der Gebrauchsanweisung beschrieben ist.

Wenn Sie eine grössere Menge Kevzara angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Kevzara angewendet haben, als Sie sollten, informieren Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Wenn Sie die Anwendung von Kevzara vergessen haben

·Wenn Ihnen einen, zwei oder drei Tage nach dem planmässigen Injektionszeitpunkt auffällt, dass Sie

die Injektion vergessen haben, holen Sie diese sofort nach. Danach setzen Sie die Behandlung

gemäss dem ursprünglichen Injektionszeitplan fort.

·Wenn Sie erst vier oder mehr Tage nach dem planmässigen Injektionszeitpunkt bemerken, dass Sie

eine Injektion vergessen haben, oder sich nicht sicher sind, wann die nächste Kevzara-Injektion fällig

ist, setzen Sie die Behandlung einfach gemäss dem ursprünglichen Injektionszeitplan fort.

·Wenden Sie niemals eine doppelte Dosis auf einmal an! Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt, Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Ihre Apothekerin oder das Pflegepersonal.

Wenn Sie die Behandlung mit Kevzara abbrechen

Beenden Sie die Anwendung von Kevzara nicht, ohne vorher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zu

sprechen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Anwendung von Kevzara bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher nicht geprüft

worden. Daher wird die Anwendung dieses Arzneimittels in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Kevzara haben?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie glauben, dass Sie eine Infektion haben.

Mögliche Anzeichen hierfür sind Fieber, Schwitzen und Schüttelfrost.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

·verringerte Zahl weisser Blutzellen laut Blutuntersuchung (Neutropenie)

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

·Infektion der oberen Atemwege

·Harnwegsinfektion

·verstopfte oder laufende Nase, Halsreizung

·Fieberbläschen (Lippenherpes)

·verringerte Zahl Blutplättchen (Blutzellentyp) laut Blutuntersuchung

·erhöhter Cholesterinspiegel im Blut

·erhöhter Spiegel an Triglyzeriden (Blutfetttyp) im Blut

·anomale Leberfunktionswerte

·Reaktionen an der Injektionsstelle (insbesondere Rötung und Juckreiz)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

·Lungeninfektion

·Entzündung der tiefen Hautschichten

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

·Perforation von Magen und Darm (Perforation der Darmwand)

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker (oder Drogisten*)

bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Lagerungshinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Etikett und dem Behälter mit «EXP» bezeichneten

Datum verwendet werden. Das Verfallsdatum ist der letzte Tag des angegebenen Monats.

Spritze lichtgeschützt in der Originalverpackung aufbewahren.

Im Kühlschrank lagern (2-8°C). Arzneimittel nicht einfrieren oder erhitzen.

Nach Entnahme aus dem Kühlschrank kann Kevzara bis zu 14 Tage lang bei Temperaturen unter

25°C gelagert werden. Wenn die Spritze in diesem Zeitraum nicht verbraucht wurde, muss sie

entsorgt werden.

Die Lösung ist klar und farblos bis blassgelb. Wenn die Lösung verfärbt oder trübe ist oder Partikel

erkennbar sind, dürfen Sie das Arzneimittel nicht verwenden.

Die Kevzara-Spritze ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.

Was ist in Kevzara enthalten?

Wirkstoffe

Sarilumab.

Hilfsstoffe

Die sonstigen Bestandteile (Hilfsstoffe) sind Histidin, Arginin, Polysorbat 20, Saccharose und Wasser

für Injektionszwecke.

Eine Fertigspritze enthält 1,14 ml Lösung mit einer Einzeldosis von 150 Milligramm

(131,6 Milligramm pro ml) Sarilumab.

Zulassungsnummer

66424 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Kevzara? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kevzara ist in Packungen mit 2 Fertigspritzen erhältlich.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2021 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Gebrauchsanweisung

Kevzara 150 mg, Injektionslösung in einer Fertigspritze

Sarilumab

Es ist wichtig, dass Sie die Packungsbeilage und diese Gebrauchsanweisung vollständig durchlesen,

bevor Sie Kevzara anwenden. Bewahren Sie dieses Dokument auf, damit Sie es auch später

nochmals lesen können.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin.

Diese Abbildung zeigt die verschiedenen Bestandteile der Kevzara-Fertigspritze.

Wichtige Informationen

Dieses Produkt ist eine Fertigspritze zur Gabe einer Einmaldosis (in der nachfolgenden

Gebrauchsanweisung kurz als «Spritze» bezeichnet).

Lassen Sie sich von dem medizinischen Fachpersonal, das Sie betreut, vor der ersten Injektion

zeigen, wie Sie die Spritze richtig anwenden.

Was Sie tun müssen

·Falls Sie unterwegs sind, bewahren Sie die Verpackung in einer Kühltasche auf.

·Warten Sie vor der Anwendung mindestens 30 Minuten, bis die Spritze Raumtemperatur

angenommen hat.

Was Sie nicht tun dürfen

Verwenden Sie die Spritze nicht, wenn sie beschädigt ist oder wenn die graue Verschlusskappe der

Nadel fehlt oder nicht fest aufgesteckt ist.

Ziehen Sie die Verschlusskappe der Nadel nicht ab, bevor Sie zur Injektion des Arzneimittels bereit

sind.

·Berühren Sie nicht die Nadel.

·Versuchen Sie niemals, die abgezogene Verschlusskappe zurück auf die Nadel zu setzen.

·Stechen Sie die Spritze nicht durch Kleidung hindurch.

Schritt A: Vorbereitung der Injektion

1. Legen Sie alle benötigten Materialien auf einer sauberen, ebenen Arbeitsfläche bereit.

·Sie benötigen einen alkoholgetränkten Tupfer, ein Stück Watte oder Gaze und ein durchstichsicheres

Behältnis.

·Greifen Sie eine Spritze in der Mitte des Spritzenkörpers und entnehmen Sie sie aus der Verpackung.

Lassen Sie die nicht verwendete(n) Spritze(n) in der Verpackung und bewahren Sie sie im

Kühlschrank auf.

2. Sehen Sie sich das Etikett an.

·Überprüfen Sie, ob Sie das richtige Arzneimittel in der richtigen Dosis haben.

·Überprüfen Sie das Verfallsdatum (EXP).

·Verwenden Sie die Spritze nicht, wenn das Datum überschritten ist.

3. Sehen Sie sich das Arzneimittel an.

·Überprüfen Sie, ob die Lösung klar und farblos bis blassgelb ist.

·Es ist möglich, dass eine Luftblase zu sehen ist. Das ist normal.

·Spritzen Sie sich die Flüssigkeit nicht, wenn sie trübe oder verfärbt ist oder sichtbare Partikel

enthält.

4. Legen Sie die Spritze auf einer ebenen Fläche ab und warten Sie mindestens 30 Minuten, bis die

Spritze Raumtemperatur angenommen hat.

·Wenn die Spritze Raumtemperatur hat, ist die Injektion oft angenehmer.

·Erhitzen Sie die Spritze nicht, sondern lassen Sie sie liegen, bis sie sich von selbst erwärmt hat.

5. Wählen Sie die Injektionsstelle aus.

·Sie können das Arzneimittel in Ihren Oberschenkel oder in die Bauchdecke (Abdomen) spritzen,

ausser in einem Umkreis von 5 cm um den Bauchnabel herum. Wenn eine andere Person Ihnen die

Injektion gibt, kann das Arzneimittel auch in die Aussenseite des Oberarms gespritzt werden.

·Verwenden Sie bei jeder Injektion eine andere Injektionsstelle.

·Wählen Sie keine Injektionsstelle, an der die Haut empfindlich oder verletzt ist oder Blutergüsse

oder Narben vorliegen.

6. Bereiten Sie die Injektionsstelle vor.

·Waschen Sie sich die Hände.

·Reinigen Sie die Haut an der Injektionsstelle mit einem Alkoholtupfer.

·Berühren Sie dann die Stelle nicht mehr, bis die Injektion erfolgt.

Schritt B: Durchführung der Injektion – Mit Schritt B dürfen Sie erst beginnen, wenn Sie Schritt A

«Vorbereitung der Injektion» vollständig abgeschlossen haben

1. Ziehen Sie die Verschlusskappe von der Nadel ab.

·Halten Sie die Spritze in der Mitte des Spritzenkörpers und so, dass die Nadel von Ihrem Körper

weg zeigt.

·Achten Sie darauf, nicht den Kolben zu berühren.

·Versuchen Sie nicht, etwaige Luftblasen aus der Spritze zu entfernen.

·Ziehen Sie die Verschlusskappe nicht ab, bevor Sie zur Injektion des Arzneimittels bereit sind.

·Setzen Sie die einmal abgezogene Verschlusskappe nicht wieder auf.

2. Greifen Sie eine Hautfalte.

·Drücken Sie dort, wo die Injektion erfolgen soll, mit Daumen und Zeigefinger die Haut zusammen,

sodass sich eine Hautfalte bildet.

3. Stechen Sie die Nadel in einem Winkel von etwa 45° in die Hautfalte ein.

4. Drücken Sie den Kolben herunter.

·Drücken Sie den Kolben langsam ganz nach unten, bis die Spritze leer ist.

5. Prüfen Sie, ob die Spritze leer ist, bevor Sie die Nadel herausziehen.

·Ziehen Sie die Nadel im gleichen Winkel heraus, in dem Sie sie hineingestochen haben.

·Falls Sie an der Injektionsstelle etwas Blut sehen, drücken Sie ein Stück Watte oder Gaze darauf.

·Nach der Injektion dürfen Sie die Hautstelle nicht reiben oder massieren.

Fachinformation

Kevzara®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Sarilumab (aus gentechnisch veränderten Zellen des Chinesischen Hamsters)

Hilfsstoffe: L-Histidinum, Histidini hydrochloridum monohydricum, L-Arginini hydrochloridum,

Polysorbatum 20, Saccharum, Aqua ad iniectabilia q. s. ad solutionem pro 1,14 ml

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kevzara 150 mg Injektionslösung zur subkutanen Injektion:

·Jede Fertigspritze enthält 150 mg Sarilumab (131,6 mg/ml).

·Jeder Fertigpen enthält 150 mg Sarilumab (131,6 mg/ml).

Kevzara 200 mg Injektionslösung zur subkutanen Injektion:

·Jede Fertigspritze enthält 200 mg Sarilumab (175 mg/ml).

·Jeder Fertigpen enthält 200 mg Sarilumab (175 mg/ml).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kevzara ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis

schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf eines oder mehrere

krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs; disease-modifying anti-rheumatic drugs)

unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

Kevzara kann als Monotherapie indiziert sein, wenn MTX nicht vertragen wird oder wenn eine

Behandlung mit MTX ungeeignet ist.

Für Kevzara ist eine Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit nachgewiesen. Für Kevzara

in Kombination mit Methotrexat ist eine Hemmung des Fortschreitens der Gelenkschädigung

nachgewiesen.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung ist durch in der Diagnose und Behandlung der rheumatoiden Arthritis erfahrenes

medizinisches Fachpersonal einzuleiten.

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Dosierung

Die empfohlene Dosis Kevzara beträgt 200 mg einmal alle 2 Wochen als subkutane Injektion.

Bei Auftreten einer Neutropenie, Thrombozytopenie oder erhöhter Leberenzymwerte wird eine

Reduzierung der Dosis von 200 mg einmal alle 2 Wochen auf 150 mg einmal alle 2 Wochen

empfohlen.

Dosisanpassung

Bei Auftreten einer schweren Infektion ist die Behandlung mit Kevzara zu unterbrechen, bis die

Infektion unter Kontrolle ist.

Bei Auftreten einer Neutropenie, Thrombozytopenie oder erhöhter Leberenzymwerte wird eine

Dosisanpassung empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Verringerte absolute Neutrophilenzahl (ANC) (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

und «Eigenschaften/Wirkungen»)

Laborwerte

(Zellen × 109/l)

Empfehlungen

ANC über 1

Derzeitige Dosis Kevzara beibehalten.

ANC zwischen 0,5

und 1

Behandlung mit Kevzara aussetzen, bis ein ANC-Wert >1× 109/l vorliegt.

Danach kann die Behandlung mit Kevzara 150 mg alle 2 Wochen wieder

aufgenommen und die Dosis auf 200 mg alle 2 Wochen erhöht werden, wenn der

klinische Zustand es erlaubt.

ANC unter 0,5

Kevzara absetzen.

Verringerte Thrombozytenzahl (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Laborwerte

(Zellen ×

103/μl)l)

Empfehlungen

50 bis 100

Behandlung mit Kevzara aussetzen, bis eine Thrombozytenzahl >100× 103/µl

vorliegt.

Danach kann die Behandlung mit Kevzara 150 mg alle 2 Wochen wieder

aufgenommen und die Dosis auf 200 mg alle 2 Wochen erhöht werden, wenn der

klinische Zustand es erlaubt.

Unter 50

Nach Bestätigung durch Wiederholung der Untersuchung Kevzara absetzen.

Erhöhte Leberenzymwerte (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Laborwerte

Empfehlungen

ALT >1 bis ≤3×

Dosis des gleichzeitig angewandten krankheitsmodifizierenden

Obergrenze des

Normbereichs

(ULN; upper limit of

normal)

Antirheumatikums (DMARD) anpassen, wenn klinisch angezeigt.

ALT >3 bis 5× ULN

Behandlung mit Kevzara aussetzen, bis ein ALT-Wert <3× ULN vorliegt.

Danach kann die Behandlung mit Kevzara 150 mg alle 2 Wochen wieder

aufgenommen und die Dosis auf 200 mg alle 2 Wochen erhöht werden,

wenn der klinische Zustand es erlaubt.

ALT >5× ULN

Kevzara absetzen.

Vergessene Dosis

Wenn eine Dosis Kevzara vergessen wurde:

·Wenn der Patient es innerhalb von 3 Tagen nach dem planmässigen Injektionszeitpunkt bemerkt, ist

die vergessene Dosis sofort nachzuholen. Die folgende Dosis wird dann wieder zum ursprünglichen

planmässigen Zeitpunkt verabreicht.

·Wenn seit dem versäumten planmässigen Zeitpunkt 4 oder mehr Tage vergangen sind, wird die

nächste reguläre Dosis zum nächsten planmässigen Zeitpunkt verabreicht; die Dosis wird nicht

verdoppelt.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion ist

Kevzara bisher nicht untersucht worden (siehe «Pharmakokinetik»).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Kevzara bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

– einschliesslich Patienten, die seropositiv für das Hepatitis-B- oder -C-Virus (HBV bzw. HCV)

sind – sind bisher nicht untersucht worden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Kevzara bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind

bisher nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Kevzara wird subkutan verabreicht.

Der Patient kann sich Kevzara selbst injizieren, oder eine Pflege- oder Betreuungsperson kann die

Injektion vornehmen; je nachdem, was das medizinische Fachpersonal als angemessener erachtet.

Der Patient bzw. die Pflege- oder Betreuungsperson ist vor der Anwendung adäquat in der

Vorbereitung und Durchführung der Kevzara-Injektion zu schulen.

Der gesamte Inhalt (1,14 ml) der Fertigspritze/des Fertigpens ist subkutan zu injizieren. Die

Injektionsstellen (Bauchdecke, Oberschenkel, Oberarm) sind bei jeder Injektion zu wechseln.

Kevzara darf nicht in empfindliche oder verletzte Hautstellen oder Hautstellen mit Blutergüssen oder

Narben injiziert werden.

Weitere Informationen zur Verabreichung dieses Arzneimittels sind dem Abschnitt «Hinweise für

die Handhabung» zu entnehmen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der im Abschnitt «Zusammensetzung»

genannten Hilfsstoffe.

Schwere aktive Infektionen (z.B. aktive Tuberkulose, Sepsis, schwere opportunistische Infektionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Schwerwiegende Infektionen

Wenn unter der Behandlung mit Kevzara Anzeichen und Symptome einer Infektion auftreten, ist der

Patient engmaschig zu überwachen (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte

Wirkungen»). Bei der Untersuchung eines Patienten wegen Verdachts auf eine Infektion ist die

Auswirkung der IL-6-Hemmung auf das C-reaktive Protein (CRP) und die Neutrophilen zu

bedenken. Durch die Hemmung von IL-6 kann die Reaktion auf die Infektion im Hinblick auf CRP-

Konzentration und Neutrophilenzahl abgeschwächt ausfallen. Da bei älteren Personen Infektionen

grundsätzlich häufiger auftreten, ist bei der Behandlung dieser Patientengruppe besondere Vorsicht

geboten.

Patienten mit einer Infektion in der aktiven Phase einschliesslich lokaler Infektionen sind nicht mit

Kevzara zu behandeln. Wenn einer der folgenden Faktoren vorliegt, sind vor Einleitung einer

Behandlung mit Kevzara die Risiken und Nutzen der Behandlung abzuwägen:

·Chronische oder wiederkehrende Infektionen

·Schwerwiegende oder opportunistische Infektionen in der Vorgeschichte

·Zugrunde liegende Erkrankung, die mit erhöhter Infektionsanfälligkeit einhergehen kann

·Vorausgegangene Tuberkuloseexposition

·Vorausgegangener Daueraufenthalt oder Besuch in einer Region, in der Tuberkulose oder Mykosen

endemisch sind Bei Auftreten einer schwerwiegenden oder opportunistischen Infektion ist die

Behandlung mit Kevzara auszusetzen.

Bei Patienten, bei denen während der Behandlung mit Kevzara eine Infektion neu auftritt, ist

umgehend eine umfassende für immunsupprimierte Patienten angemessene Diagnostik

durchzuführen, danach ist eine entsprechende antimikrobielle Therapie einzuleiten und der Patient

engmaschig zu überwachen.

Es liegen Berichte über schwerwiegende und zum Teil tödlich verlaufende Infektionen bei Patienten

vor, die zur Behandlung einer rheumatoiden Arthritis (RA) Immunsuppressiva erhalten haben; es

handelte sich hierbei sowohl um Infektionen bakteriellen oder mykobakteriellen Ursprungs als auch

um Pilz-, Virus- und andere opportunistische Infektionen.

Die am häufigsten unter Kevzara-Therapie auftretenden schwerwiegenden Infektionen sind

Pneumonie und Cellulitis (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Zu den opportunistischen Infektionen, die unter Kevzara beobachtet wurden, zählen Tuberkulose,

Candidiasis und Pneumocystis-Pneumonie. Bei einigen Patienten sind generalisierte anstelle von

lokalisierten Erkrankungen beobachtet worden. Diese Patienten nahmen häufig begleitend

Immunsuppressiva wie z.B. Methotrexat (MTX) oder Kortikosteroide ein, die bei bestehender RA

die Infektionsanfälligkeit zusätzlich erhöhen können.

Weitere schwerwiegende Infektionen (z.B. Histoplasmose, Kryptokokkose und Aspergillose) sind

zwar nicht in klinischen Studien zu Kevzara beobachtet worden, aber bei Patienten, die andere

Immunsuppressiva zur Behandlung der RA erhielten.

Tuberkulose

Vor Einleitung einer Behandlung mit Kevzara sind die Patienten auf Risikofaktoren für Tuberkulose

und auf Vorliegen einer latenten Infektion zu untersuchen. Patienten mit einer latenten Tuberkulose

sind mit einer antimykobakteriellen Standardtherapie zu behandeln, bevor sie Kevzara erhalten. Bei

Patienten mit einer latenten oder aktiven Tuberkulose in der Anamnese, bei denen sich der Erfolg

einer adäquaten kurativen Behandlung nicht bestätigen lässt, sowie bei Patienten, bei denen zwar der

Test auf latente Tuberkulose negativ war, aber Risikofaktoren für eine Tuberkuloseinfektion

vorliegen, ist vor dem Beginn einer Behandlung mit Kevzara eine Tuberkulosetherapie zu erwägen.

Bei dieser Erwägung kann es sinnvoll sein, einen Arzt mit Fachwissen auf dem Therapiegebiet der

Tuberkulose hinzuzuziehen.

Alle Patienten – auch diejenigen, die bei Behandlungsbeginn negativ auf eine latente

Tuberkuloseinfektion getestet wurden – sind engmaschig auf auftretende Anzeichen und Symptome

einer Tuberkulose zu überwachen.

Reaktivierung von Viren

Unter der Behandlung mit verschiedenen Immunsuppressiva biologischen Ursprungs ist die

Reaktivierung von Virusinfektionen beobachtet worden. In klinischen Studien zu Kevzara sind Fälle

von Gürtelrose (Herpes zoster) aufgetreten. Bei Manifestation einer Herpes-zoster-Infektion ist die

Behandlung mit Kevzara vorübergehend auszusetzen, bis die manifeste Infektion abgeklungen ist.

Vor Behandlungsbeginn mit Kevzara ist es sinnvoll, ein Screening auf Lebervirusinfektionen gemäss

der geltenden klinischen Leitlinien durchzuführen.

Laborwerte

Neutrophilenzahl

Die Behandlung mit Kevzara ist mit einer erhöhten Häufigkeit einer verringerten absoluten

Neutrophilenzahl (ANC) assoziiert. Die verringerte ANC geht jedoch nicht mit einem häufigeren

Auftreten von Infektionen einschliesslich schwerwiegender Infektionen einher.

·Die Einleitung einer Behandlung mit Kevzara wird bei Patienten mit geringer Neutrophilenzahl

(ANC unter 2× 109/l) nicht empfohlen. Wenn die ANC unter 0,5× 109/l fällt, ist die Behandlung mit

Kevzara auszusetzen.

·Die Neutrophilenzahl ist 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn und danach gemäss klinischem

Ermessen zu beobachten. Empfehlungen zur Dosisanpassung gemäss dem Verlauf der ANC-Werte

sind dem Abschnitt «Dosierung/Anwendung» zu entnehmen.

·Wenn auf Basis der pharmakodynamischen Analyse der ANC-Veränderungen eine Anpassung der

Dosis in Erwägung gezogen wird, sind die Ergebnisse vom Ende des Dosierungsintervalls zu

betrachten (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Thrombozytenzahl

In klinischen Studie war die Behandlung mit Kevzara mit einer Abnahme der Thrombozytenzahl

assoziiert. Eine verringerte Thrombozytenzahl ging hierbei nicht mit Blutungsereignissen einher

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

·Die Einleitung einer Behandlung mit Kevzara wird bei Patienten mit einer Thrombozytenzahl unter

150× 103/µl nicht empfohlen. Wenn die Thrombozytenzahl unter 50× 103/µl fällt, ist die

Behandlung mit Kevzara auszusetzen.

·Die Thrombozytenzahl ist 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn und danach gemäss klinischem

Ermessen zu beobachten. Empfehlungen zur Dosisanpassung gemäss dem Verlauf der

Thrombozytenzahl sind dem Abschnitt «Dosierung/Anwendung» zu entnehmen.

Leberenzymwerte

Die Behandlung mit Kevzara ist mit einer erhöhten Häufigkeit eines Anstiegs der Transaminasewerte

assoziiert. In klinischen Studien war dieser Anstieg vorübergehend und ging nicht mit klinisch

manifesten Leberläsionen einher (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Häufiger und ausgeprägter

war ein solcher Anstieg bei Patienten, die mit potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln (z.B. MTX)

in Kombination mit Kevzara behandelt wurden.

·Die Einleitung einer Behandlung mit Kevzara wird bei Patienten mit erhöhten Transaminasewerten,

zum Beispiel ALAT oder ASAT über 1,5× ULN, nicht empfohlen. Wenn der ALAT-Wert über 5×

ULN steigt, ist die Behandlung mit Kevzara auszusetzen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

·Die ALAT- und ASAT-Werte sind 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn und danach alle

3 Monate zu beobachten. Wenn klinisch indiziert, sind auch andere Leberfunktionstests in Betracht

zu ziehen, zum Beispiel die Messung der Bilirubinkonzentration. Empfehlungen zur Dosisanpassung

bei Anstieg der Transaminasewerte sind dem Abschnitt «Dosierung/Anwendung» zu entnehmen.

Lipidwerte

Die Lipidkonzentration kann bei Patienten mit chronischer Entzündung herabgesetzt sein. Die

Behandlung mit Kevzara ist mit der Erhöhung von Lipidparametern wie LDL- und HDL-Cholesterin

sowie Triglyzeride assoziiert (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

·Die Lipidwerte sind 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn mit Kevzara und danach etwa alle

6 Monate zu untersuchen.

·Gegebenenfalls sind die Patienten gemäss den klinischen Empfehlungen zur Behandlung der

Hyperlipidämie zu versorgen.

Gastrointestinale Perforation

In klinischen Studien wurden Fälle von gastrointestinaler Perforation beobachtet, vorwiegend als

Komplikation einer Divertikulitis. Bei Patienten, die einem erhöhten Risiko für eine gastrointestinale

Perforation unterliegen könnten, ist Kevzara mit besonderer Vorsicht anzuwenden. Patienten mit neu

auftretenden abdominalen Symptomen sind umgehend zu untersuchen (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Maligne Erkrankungen

Eine Behandlung mit Immunsuppressiva kann das Risiko für maligne Erkrankungen erhöhen. Die

Auswirkungen der Behandlung mit Kevzara auf die Entstehung von malignen Erkrankungen sind

nicht bekannt, jedoch sind in klinischen Studien maligne Erkrankungen aufgetreten (1,0 Ereignisse

pro 100 Patientenjahre in den Placebo- und Kevzara-Kohorten).

Überempfindlichkeitsreaktionen

Es sind unter Kevzara Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»). Die am häufigsten auftretenden Überempfindlichkeitsreaktionen waren Ausschlag an

der Injektionsstelle, Hautrötung und Urtikaria. Die Patienten sind anzuweisen, unverzüglich einen

Arzt aufzusuchen, wenn sie Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion bemerken. Bei Auftreten

einer anaphylaktischen oder sonstigen Überempfindlichkeitsreaktion ist die Anwendung von Kevzara

unverzüglich zu beenden. Kevzara darf nicht bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen

Sarilumab angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Die Behandlung mit Kevzara wird bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung oder Leberinsuffizienz

nicht empfohlen (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Impfungen

Zum Ansprechen von Patienten unter Kevzara-Behandlung auf eine Impfung mit Lebend- oder

inaktivierten Impfstoffen liegen keine Daten vor.

Die gleichzeitige Anwendung von Lebendimpfstoffen während einer Behandlung mit Kevzara ist zu

vermeiden, da die klinische Sicherheit nicht nachgewiesen ist. Zur sekundären Übertragung von

Infektionen durch Personen, die Lebendimpfstoffe erhalten, auf Personen, die Kevzara erhalten,

liegen keine Daten vor. Der zeitliche Abstand zwischen der Impfung mit Lebendimpfstoffen und

dem Behandlungsbeginn mit Kevzara ist gemäss den geltenden Impfempfehlungen zu

Immunsuppressiva festzulegen (siehe «Interaktionen»).

Demyelisierende Erkrankungen

Der Patient ist aufmerksam auf Symptome zu überwachen, die auf das Auftreten einer

demyelisierenden Erkrankung des zentralen Nervensystems hindeuten könnten. Das Risikopotenzial

für das Auftreten einer Demyelinisierung des zentralen Nervensystems durch Sarilumab ist bisher

nicht bekannt.

Interaktionen

Anwendung in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis

Bei gleichzeitiger Anwendung von Sarilumab und Methotrexat (MTX) ist keine Auswirkung auf die

Exposition gegenüber Sarilumab festzustellen. Die Kombination aus Kevzara und JAK-Hemmern

oder biologischen DMARDs wie TNF-Hemmern ist bisher nicht in Studien untersucht worden.

Interaktionen mit Substraten von CYP450

Verschiedene in-vitro- und einige in-vivo-Studien beim Menschen haben gezeigt, dass Zytokine und

Zytokinmodulatoren die Expression und Aktivität bestimmter Cytochrom-P450(CYP)-Enzyme

beeinflussen können. Somit können sie bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die Substrate

dieser Enzyme sind, potenziell deren Pharmakokinetik verändern. Erhöhte Interleukin-6(IL-6)-

Werte, wie sie bei RA vorliegen, können die CYP-Aktivität reduzieren und so zu einer entsprechend

höheren Wirkstoffkonzentration als bei Patienten ohne RA führen. Die Blockade des IL-6-

Signalwegs durch IL-6Rα-Antagonisten wie Sarilumab könnte die hemmende Wirkung von IL-6

aufheben und die CYP-Aktivität wiederherstellen und dadurch die Arzneimittelkonzentration

beeinflussen.

Die durch Sarilumab bewirkte Modulation der Wirkung von IL-6 auf die CYP-Enzyme kann klinisch

bedeutsam werden, wenn das betreffende CYP-Substrat eine geringe therapeutische Breite hat oder

die Dosis individuell angepasst wird. Wenn bei Patienten, die mit einem CYP-Substrat behandelt

werden, eine Behandlung mit Kevzara eingeleitet oder abgesetzt wird, ist die Wirkung (z.B. bei

Warfarin) bzw. die Wirkstoffkonzentration (z.B. bei Theophyllin) therapeutisch zu überwachen und

die individuelle Arzneimitteldosierung bei Bedarf anzupassen.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die Kevzara gleichzeitig mit einem Substrat von

CYP3A4 (z.B. orale Kontrazeptiva oder Statine) erhalten, da hier die Exposition gegenüber dem

CYP3A4-Substrat derart reduziert werden kann, dass dessen Aktivität beeinträchtigt werden kann

(siehe «Pharmakokinetik»).

Lebendimpfstoffe

Die gleichzeitige Anwendung von Lebendimpfstoffen während einer Behandlung mit Kevzara ist zu

vermeiden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine bzw. keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Kevzara bei Schwangeren.

Tierexperimentelle Studien ergaben hinsichtlich der Reproduktionstoxizität keine Hinweise auf

direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen (siehe «Präklinische Daten»).

Kevzara darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass der

potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus übersteigt.

Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Kevzara und bis zu 3 Monate

danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Stillzeit

Zum Übergang von Sarilumab in die Muttermilch und zu seinen Auswirkungen auf den Säugling

oder die Milchproduktion liegen keine Informationen vor. Da monoklonale Antikörper in geringen

Mengen in die Muttermilch übergehen können, ist unter Berücksichtigung der Bedeutung des

Arzneimittels für die Mutter zu erwägen, ob auf das Stillen verzichtet oder die Behandlung mit

Kevzara ausgesetzt werden soll.

Fruchtbarkeit

In tierexperimentellen Studien wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität nachgewiesen (siehe

«Präklinische Daten»). Es liegen keine Daten zu einer schädlichen Wirkung auf die Fertilität beim

Menschen vor.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Fahrtüchtigkeit oder zur Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nach

Verabreichung von Sarilumab durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit von Kevzara in Kombination mit DMARDs wurde anhand der Daten aus sieben

klinischen Studien beurteilt (darunter zwei placebokontrollierte), an denen 2.887 Patienten

teilnahmen (Population zur Langzeitbeurteilung der Sicherheit). 2'170 der Patienten erhielten

Kevzara mindestens 24 Wochen lang, 1'546 mindestens 48 Wochen lang, 1'020 mindestens

96 Wochen lang und 624 mindestens 144 Wochen lang.

Die beiden placebokontrollierten Studien wurden «gepoolt», um die Sicherheit von Kevzara +

DMARDs im Vergleich zu Placebo + DMARDs für eine Dauer von 52 Wochen zu untersuchen.

Hierbei wurden insgesamt 1.982 Patienten ausgewertet (661 Patienten, die 200 mg erhielten,

660 Patienten unter einer Dosis von 150 mg und 661 Patienten unter Placebo). Die Anwendung von

Kevzara in Monotherapie wurde in zwei Studien mit insgesamt 467 Patienten untersucht, von denen

402 mit Kevzara 200 mg behandelt wurden und 65 mit Kevzara 150 mg.

Die häufigste Form schwerwiegender unerwünschter Wirkungen waren Infektionen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die unerwünschten Wirkungen sind im Folgenden geordnet nach Systemorganklassen und nach

Häufigkeit aufgeführt; hierbei gelten folgende Häufigkeitsangaben: Sehr häufig (≥1/10), häufig

(≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000) oder sehr selten

(<1/10'000). Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie sind die unerwünschten Wirkungen nach

abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfektionen, Nasopharyngitis, Herpes labialis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Neutropenie (12,0%).

Häufig: Thrombozytopenie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Erhöhte Lipidwerte (einschliesslich Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterinämie).

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Erhöhte Transaminasewerte.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (einschliesslich Erythem und Pruritus).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Infektionen

In der Population der placebokontrollierten Studien traten Infektionen in den mit 200 mg Kevzara +

DMARDs, 150 mg Kevzara + DMARDs bzw. Placebo + DMARDs behandelten Gruppen mit einer

Häufigkeit von 84,5, 81,0 bzw. 75,1 Ereignissen pro 100 Patientenjahre auf. Infektionen der oberen

Atemwege, Harnwegsinfektionen und Nasopharyngitis waren dabei die häufigsten Formen von

Infektionen (5–7% der Patienten). Die Häufigkeit schwerwiegender Infektionen betrug 4,3, 3,0 bzw.

3,1 Ereignisse pro 100 Patientenjahre in den mit 200 mg Kevzara + DMARDs, 150 mg Kevzara +

DMARDs bzw. Placebo + DMARDs behandelten Gruppen.

In der Population, die im Rahmen der Langzeitbeurteilung der Sicherheit mit Kevzara + DMARDs

behandelt wurde, betrug die Häufigkeit von Infektionen insgesamt 57,3 und von schwerwiegenden

Infektionen 3,4 Ereignisse pro 100 Patientenjahre.

Die am häufigsten auftretenden schwerwiegenden Infektionen sind Pneumonie und Cellulitis. Zudem

wurden Fälle von opportunistischen Infektionen beobachtet (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Gesamtrate von Infektionen und schwerwiegenden Infektionen in der mit Kevzara als

Monotherapie behandelten Gruppe entsprach der jeweiligen Häufigkeit in der mit Kevzara +

DMARDs behandelten Gruppe.

Gastrointestinale Perforation

In der Population der placebokontrollierten Studien trat bei einem mit Kevzara behandelten Patienten

eine gastrointestinale Perforation (GI-Perforation) auf (0,11 Ereignisse pro 100 Patientenjahre). In

der Population, die im Rahmen der Langzeitbeurteilung der Sicherheit mit Kevzara + DMARDs

behandelt wurde, betrug die Häufigkeit von GI-Perforationen 0,14 Ereignisse pro 100 Patientenjahre.

GI-Perforationen wurden vorwiegend als Komplikationen einer Divertikulitis gemeldet,

einschliesslich Perforationen des unteren Gastrointestinaltrakts und Abszessen. Die meisten

Patienten, bei denen GI-Perforationen auftraten, wandten gleichzeitig nichtsteroidale Antirheumatika

(NSAR), Kortikosteroide oder Methotrexat an. Es ist nicht bekannt, inwieweit diese

Begleitmedikation im Vergleich zu Kevzara zur Entstehung der GI-Perforationen beigetragen hat

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überempfindlichkeitsreaktionen

In der Population der placebokontrollierten Studien war der Anteil der Patienten, die die Behandlung

wegen Überempfindlichkeitsreaktionen abbrachen, in den mit Kevzara behandelten Gruppen höher

(0,9% in der 200-mg-Gruppe, 0,5% in der 150-mg-Gruppe) als unter Placebo (0,2%). In der

Population, die im Rahmen der Langzeitbeurteilung der Sicherheit mit Kevzara + DMARDs

behandelt wurde, und in der Population, die Kevzara als Monotherapie erhielt, wurden vergleichbare

Abbruchraten wegen Überempfindlichkeitsreaktionen verzeichnet wie in den placebokontrollierten

Studien.

Fälle von Anaphylaxie wurden in den klinischen Studien nicht beobachtet.

Reaktionen an der Injektionsstelle

In der Population der placebokontrollierten Studien wurden Reaktionen an der Injektionsstelle bei

9,5% der Patienten unter 200 mg Kevzara, bei 8% der Patienten unter 150 mg Kevzara und bei

1,4% , der Patienten unter Placebo beobachtet. Der Schweregrad dieser Reaktionen an der

Injektionsstelle (namentlich Erythem und Pruritus) war bei der Mehrheit der Patienten niedrig. Zwei

mit Kevzara behandelte Patienten (0,2%) setzten die Behandlung aufgrund von Reaktionen an der

Injektionsstelle ab.

Auffällige Laborwerte

Damit die Häufigkeiten von auffälligen Laborwerten unter Placebo und Verum direkt miteinander

verglichen werden konnten, wurden Daten aus den Wochen 0 bis 12 verwendet, da die Patienten

danach die Möglichkeit hatten, von Placebo zu Kevzara zu wechseln.

Neutrophilenzahl

Eine Abnahme der Neutrophilenzahl auf unter 1× 109/l trat bei 6,4% der Patienten unter Kevzara

200 mg + DMARDs sowie bei 3,6% der Patienten unter Kevzara 150 mg + DMARDs auf; in der mit

Placebo + DMARDs behandelten Gruppe trat kein Fall auf. Eine Abnahme der Neutrophilenzahl auf

unter 0,5× 109/l trat bei 0,08% der Patienten unter Kevzara 200 mg + DMARDs und bei 0,6% der

Patienten unter Kevzara 150 mg + DMARDs auf. Bei den Patienten mit einer Abnahme der

absoluten Neutrophilenzahl (ANC) führte eine Anpassung des Therapieschemas, beispielsweise in

Form einer Aussetzung der Kevzara-Therapie oder einer Dosisreduktion, zum Anstieg oder zur

Normalisierung der ANC (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die verringerte ANC ging jedoch nicht

mit einem häufigeren Auftreten von Infektionen einschliesslich schwerwiegender Infektionen einher.

Thrombozytenzahl

Eine Abnahme der Thrombozytenzahl auf unter 100× 103/l trat bei 1,2% der Patienten unter Kevzara

200 mg + DMARDs sowie bei 0,6% der Patienten unter Kevzara 150 mg + DMARDs auf; in der mit

Placebo + DMARDs behandelten Gruppe trat kein Fall auf.

Eine verringerte Thrombozytenzahl ging hierbei nicht mit Blutungsereignissen einher.

Leberenzymwerte

Auffällige Leberenzymwerte sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Bei den Patienten mit erhöhten

Leberenzymwerten führte eine Anpassung des Therapieschemas, beispielsweise in Form einer

Aussetzung der Kevzara-Therapie oder einer Dosisreduktion, zum Rückgang oder zur

Normalisierung der Leberenzymwerte (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die erhöhten Werte gingen

nicht mit einem klinisch bedeutsamen Anstieg des direkten Bilirubinwerts oder klinischen Anzeichen

einer Hepatitis oder Leberinsuffizienz einher (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tabelle 1: Inzidenz auffälliger Leberenzymwerte in den kontrollierten klinischen Studien

Placebo

+ DMARD

N = 661

Kevzara 150 mg +

DMARD

N = 660

Kevzara 200 mg +

DMARD

N = 661

Kevzara-Monotherapie

150 mg oder 200 mg

N = 467

ASAT

>3× ULN – 5×

1,2%

1,1%

1,1%

>5× ULN

0,6%

0,2%

ALAT

>3× ULN – 5×

0,6%

3,2%

2,4%

1,9%

>5× ULN

1,1%

0,8%

0,2%

Lipide

In der Population der placebokontrollierten Studien wurden die Lipidparameter (LDL- und HDL-

Cholesterin sowie Triglyzeride) zum ersten Mal 4 Wochen nach Behandlungsbeginn mit Kevzara +

DMARDs beurteilt. Am Ende der vierten Woche war der mittlere LDL-Wert um 14 mg/dl gestiegen,

der mittlere Triglyzeridwert um 23 mg/dl und der mittlere HDL-Wert um 3 mg/dl. Nach der vierten

Woche wurden kein weiterer Anstieg gemessen. Zwischen den verschiedenen Dosisstärken

bestanden keine signifikanten Unterschiede.

In der Population, die im Rahmen der Langzeitbeurteilung der Sicherheit mit Kevzara + DMARDs

behandelt wurde, und in der Population, die Kevzara als Monotherapie erhielt, entsprachen die

Lipidwerte denjenigen in den placebokontrollierten Studien.

Immunogenität

Wie alle therapeutischen Proteine ist Kevzara mit einem potenziellen Immunogenitätsrisiko

verbunden.

In der Population der placebokontrollierten Studien wurden bei 4,0% der Patienten unter Kevzara

200 mg + DMARDs, bei 5,6% unter Kevzara 150 mg + DMARDs und bei 2,0% unter Placebo +

DMARDs positive Reaktionen im Test auf Antikörper gegen den Wirkstoff (ADAs; anti-drug

antibodies) festgestellt. Der Test auf neutralisierende Antikörper ergab positive Reaktionen bei 1,0%

der Patienten unter Kevzara 200 mg, bei 1,6% unter Kevzara 150 mg und bei 0,2% unter Placebo.

Die Beobachtungen in der mit Kevzara als Monotherapie behandelten Population deckten sich mit

denen in der mit Kevzara + DMARDs behandelten Population.

Die Bildung von ADAs kann sich auf die Pharmakokinetik von Kevzara auswirken. Zwischen der

Bildung von ADAs und einer ausbleibenden Wirksamkeit oder dem Auftreten unerwünschter

Ereignisse wurde kein Zusammenhang beobachtet.

Der Nachweis einer Immunreaktion ist in hohem Masse von der Sensitivität und Spezifität der

verwendeten Tests, von der Handhabung der Proben, vom Zeitpunkt der Probennahme, von der

Begleitmedikation und von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig. Aus diesen Gründen kann

der Vergleich der Inzidenz von Antikörpern gegen Kevzara mit der Inzidenz von Antikörpern gegen

andere Wirkstoffe irreführend sein.

Überdosierung

In den klinischen Studien wurden keine Fälle von Überdosierung von Kevzara bei häufigerer

Dosierung als alle 2 Wochen (dem empfohlenen Dosierungsschema) beobachtet. Es gibt keine

spezifische Behandlung bei Überdosierung von Kevzara. Im Falle einer Überdosierung ist der Patient

engmaschig zu überwachen und symptomatisch zu behandeln, und nach Bedarf können weitere

Massnahmen ergriffen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L04AC14

Wirkmechanismus/Pharmakodynamik

Sarilumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der sowohl an lösliche als auch an

membrangebundene IL-6-Rezeptoren (sIL-6Rα und mIL-6Rα) spezifisch bindet und den IL-6-

Signalweg blockiert. IL-6 ist ein pleiotropes Zytokin, das verschiedene Zellreaktionen stimuliert, wie

die Proliferation, die Differenzierung, das Überleben und die Apoptose. Weiterhin kann es

Hepatozyten aktivieren, um Akute-Phase-Proteine einschliesslich des C-reaktiven Proteins (CRP)

und Serum-Amyloid-A freizusetzen. Erhöhte IL-6-Spiegel finden sich in der Synovialflüssigkeit von

Patienten mit rheumatoider Arthritis und spielen eine wichtige Rolle bei den pathologischen

Entzündungen und Gelenkschädigungen, die charakteristisch für rheumatoide Arthritis sind. IL-6 ist

an verschiedenen physiologischen Prozessen wie beispielsweise der Migration und Aktivierung von

T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, Monozyten und Osteoklasten beteiligt, welche bei Patienten mit

rheumatoider Arthritis zu systemischen Entzündungen, synovialer Entzündung und Knochenerosion

führen. Die entzündungshemmende Wirkung der IL-6-Rezeptorblockade ist mit

Laborwertveränderungen assoziiert, wie beispielsweise einer Abnahme der ANC und erhöhten

Lipidwerten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nach Verabreichung einer subkutanen (s. c.) Einzeldosis von 200 mg oder 150 mg Sarilumab ist bei

Patienten mit RA ein schnelles Absinken der CRP-Konzentration beobachtet worden. Die

Konzentration ging zurück, bis 4 Tage nach Behandlungsbeginn ein Normalwert erreicht wurde.

Nach Verabreichung einer Einzeldosis Sarilumab sank die absolute Neutrophilenzahl bei Patienten

mit RA innerhalb von 3 bis 4 Tagen auf den Nadir und stieg anschliessend wieder auf den

Ausgangswert bei Studienbeginn an (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die

Behandlung mit Sarilumab führte zu einer Abnahme von Fibrinogen und Serum-Amyloid-A sowie

zu einer Zunahme der Hämoglobin- und Serumalbuminkonzentration.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Kevzara wurde in drei multizentrischen, randomisierten,

kontrollierten, doppelblinden Studien (MOBILITY und TARGET als placebokontrollierte Studien

und MONARCH als aktiv kontrollierte Studie) bei Patienten über 18 Jahren untersucht, bei denen

eine mittelschwere bis schwere aktive rheumatoide Arthritis gemäss den Kriterien des American

College of Rheumatology (ACR) vorlag. Bei Studienbeginn hatten die Patienten mindestens acht

schmerzhafte und sechs geschwollene Gelenke.

Placebokontrollierte Studien

In der MOBILITY-Studie wurden 1.197 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver

rheumatoider Arthritis untersucht, die auf MTX ein unzureichendes klinisches Ansprechen gezeigt

hatten.Die Patienten erhielten alle 2 Wochen entweder 200 mg Kevzara, 150 mg Kevzara oder

Placebo, jeweils in Kombination mit MTX. Die primären Endpunkte waren der Anteil der mit

Kevzara behandelten Patienten, die in Woche 24 ein ACR20-Ansprechen zeigten (ACR20-

Responder), die Veränderung des Funktionsindex HAQ-DI (Health Assessment Questionnaire –

Disability Index) in Woche 16 gegenüber Studienbeginn sowie die Veränderung im nach van der

Heijde modifizierten Total-Sharp-Score (mTSS) in Woche 52 gegenüber Studienbeginn. Der

wichtigste sekundäre Endpunkt war ein ausgeprägtes klinisches Ansprechen (definiert als

Aufrechterhaltung eines ACR-70-Ansprechens über 24 Wochen).

In der TARGET-Studie wurden 546 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider

Arthritis untersucht, die zuvor ein unzureichendes klinisches Ansprechen auf oder eine

Unverträglichkeit gegenüber einem oder mehreren TNF-α-Hemmern gezeigt hatten. Die Patienten

erhielten alle 2 Wochen entweder 200 mg Kevzara, 150 mg Kevzara oder Placebo, jeweils in

Kombination mit klassischen DMARDs. Die primären Endpunkte waren der Anteil der mit Kevzara

behandelten Patienten, die in Woche 24 ein ACR20-Ansprechen zeigten, sowie die Veränderung des

Funktionsindex HAQ-DI in Woche 12 gegenüber Studienbeginn.

Klinisches Ansprechen

Die prozentualen Anteile an ACR-20-, ACR-50- und ACR-70-Respondern bei den mit Kevzara +

DMARDs behandelten Patienten in den Studien MOBILITY und TARGET sind in Tabelle 2

aufgeführt. In beiden Studien war in Woche 24 der Anteil der ACR-20-, ACR-50- und ACR-70-

Responder bei den alle 2 Wochen mit Kevzara 200 mg + DMARDs bzw. Kevzara 150 mg +

DMARDs behandelten Patienten höher als bei den Patienten, die Placebo erhielten.

In der MOBILITY-Studie war in Woche 52 der Anteil der Patienten in Remission (definiert als

DAS28-CRP [Disease Activity Score 28 – C-Reactive Protein] <2,6) in den Gruppen, die alle

2 Wochen mit Kevzara 200 mg + MTX oder Kevzara 150 mg + MTX behandelt wurden, grösser als

unter Placebo + MTX. Die Ergebnisse der TARGET-Studie in Woche 24 fielen vergleichbar aus wie

in der MOBILITY-Studie in Woche 52 (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Klinisches Ansprechen nach 12, 24 und 52 Wochen in den placebokontrollierten Studien

MOBILITY und TARGET

Anteil der Patienten

MOBILITY

Patienten mit unzureichendem

Ansprechen auf MTX

TARGET

Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf

TNF-Hemmer

Placebo

+ MTX

N = 398

Kevzara

150 mg

+ MTX

N = 400

Kevzara

200 mg

+ MTX

N = 399

Placebo

+ DMARDs*

N = 181

Kevzara 150 mg

+ DMARDs*

N = 181

Kevzara 200 mg

+ DMARDs*

N = 184

Woche 12

DAS28-CRP

<2,6

(Remission)

4,8%

18,0%††† 23,1%††† 3,9%

17,1%†††

17,9%†††

ACR 20

34,7%

54,0%††† 64,9%††† 37,6%

54,1%†

62,5%†††

ACR 50

12,3%

26,5%††† 36,3%††† 13,3%

30,4%†††

33,2%†††

ACR 70

4,0%

11,0%††

17,5%††† 2,2%

13,8%†††

14,7%†††

Woche 24

DAS28-ESR

<2,6

(Remission)

10,1%

27,8%††† 34,1%††† 7,2%

24,9%†††

28,8%†††

ACR 20‡

33,4%

58,0%††† 66,4%††† 33,7%

55,8%†††

60,9%†††

ACR 50

16,6%

37,0%††† 45,6%††† 18,2%

37,0%†††

40,8%†††

ACR 70

7,3%

19,8%††† 24,8%††† 7,2%

19,9%††

16,3%†

Woche 52

DAS28-ESR

<2,6

(Remission)

8,5%

31,0%††† 34,1%††† n. z.§

n. z.§

n. z.§

ACR 20

31,7%

53,5%††† 58,6%†††

ACR 50

18,1%

40,0%††† 42,9%†††

ACR 70

9,0%

24,8%

26,8%

Ausgeprägtes

klinisches

Ansprechen

3,0%

12,8%††† 14,8%†††

* In der Studie TARGET angewendete DMARDs waren MTX, Sulfasalazin, Leflunomid und

Hydroxychloroquin

† p <0,01 versus Placebo

†† p <0,001 versus Placebo

††† p <0,0001 versus Placebo

‡ Primärer Endpunkt

§ n. z. = nicht zutreffend, da die Dauer der TARGET-Studie 24 Wochen betrug

In den Studien MOBILITY und TARGET war nach 2 Wochen ein höherer Anteil an ACR20-

Respondern zu verzeichnen als unter Placebo; dies blieb über die gesamte Studiendauer bestehen

(siehe Abbildungen 1 und 2).

Abbildung 1: Anteil der Patienten mit ACR-20-Ansprechen im Verlauf der MOBILITY-Studie

Abbildung 2: Anteil der Patienten mit ACR-20-Ansprechen im Verlauf der TARGET-Studie

Die Ergebnisse für die einzelnen Komponenten der ACR-Response-Kriterien in Woche 24 der

Studien MOBILITY und TARGET sind in Tabelle 3 aufgeführt. Die Ergebnisse der MOBILITY-

Studie in Woche 52 fielen vergleichbar aus wie in der TARGET-Studie in Woche 24.

Tabelle 3: Mittlere Veränderung der Einzelkomponenten der ACR-Response-Kriterien in Woche 24

gegenüber Studienbeginn

MOBILITY

TARGET

Komponente

(Bereich)

Placebo

+ MTX

(N =

398)

Kevzara

150 mg alle

2 Wo.* +

(N = 400)

Kevzara

200 mg alle

2 Wo.* +

(N = 399)

Placebo

+ MTX

(N =

181)

Kevzara

150 mg alle

2 Wo.* +

(N = 181)

Kevzara

200 mg alle

2 Wo.* +

(N = 184)

Schmerzhafte

Gelenke

(0-68)

-14,38

-19,25†††

-19,00†††

–17,18

-17,30†

–20,58†††

Geschwollene

Gelenke

(0-66)

-8,70

-11,84†††

-12,43†††

-12,12

-13,04††

-14,03†††

Schmerzen laut

VAS*

(0-100 mm)

-19,43

-30,75†††

-34,35†††

-27,65

-36,28††

-39,60†††

Globale VAS laut

Arzturteil‡

(0-100 mm)

-32,04

-40,69†††

-42,65†††

-39,44

-45,09†††

-48,08†††

Globale VAS laut

Patientenurteil‡

(0-100 mm)

-19,55

-30,41†††

-35,07†††

–28,06

-33,88††

-37,36†††

HAQ-DI (0-3)

-0,43

-0,62†††

-0,64†††

-0,52

-0,60†

-0,69††

C-reaktives Protein

(CRP)

-0,14

-13,63†††

-18,04†††

-5,21

-13,11†††

-29,06†††

* alle 2 Wo. = alle zwei Wochen

‡ VAS (visuelle Analogskala)

† p <0,01 versus Placebo

†† p <0,001 versus Placebo

††† p <0,0001 versus Placebo

Radiologisches Ansprechen

In der MOBILITY-Studie wurden strukturelle Gelenkschäden radiologisch beurteilt und als

Veränderung beim nach van der Heijde modifizierten Total-Sharp-Score (mTSS) sowie dessen

Einzelkomponenten (Erosions-Score und Gelenkspaltverschmälerungs-Score) nach 52 Wochen

angegeben. Radiologische Aufnahmen der Hände und Füsse wurden bei Studienbeginn, nach

24 Wochen und nach 52 Wochen erstellt und von mindestens zwei umfassend geschulten Befundern,

die gegenüber der Behandlungsgruppe und der Besuchsterminnummer verblindet waren, unabhängig

bewertet.

Hinsichtlich der Veränderung beim mTSS in Woche 24 und Woche 52 gegenüber Studienbeginn

waren beide Kevzara-Dosierungen in Kombination mit MTX der Kombination aus Placebo + MTX

überlegen (siehe Tabelle 4). Die Erosions- und Gelenkspaltverschmälerungs-Scores zeigten nach 24

und 52 Wochen in den Sarilumab-Behandlungsgruppen ein geringeres Fortschreiten als in der

Placebogruppe.

Die Behandlung mit Kevzara + MTX war im Vergleich zu Placebo mit einem signifikant geringeren

radiologischen Fortschreiten der strukturellen Schäden verbunden. In Woche 52 lag bei 55,6% der

mit Kevzara 200 mg und 47,8% der mit Kevzara 150 mg behandelten Patienten kein Fortschreiten

der strukturellen Schädigung vor (definiert als Veränderung im Total-Sharp-Score von Null oder

niedriger), verglichen mit 38,7% der mit Placebo behandelten Patienten.

In Woche 52 war unter der Behandlung mit Kevzara 200 mg + MTX bzw. Kevzara 150 mg + MTX

eine Hemmung des Fortschreitens der strukturellen Schädigung um 91% bzw. 68% im Vergleich zu

Placebo + MTX festzustellen.

Die in Woche 52 der MOBILITY-Studie als Bestandteil der primären Endpunkte beurteilte

Wirksamkeit von Sarilumab in Kombination mit DMARDs hinsichtlich der Hemmung eines

radiologischen Fortschreitens blieb bis zu 3 Jahre nach Behandlungsbeginn bestehen.

Tabelle 4: MOBILITY – Mittlere radiologische Veränderung gegenüber Studienbeginn in Woche 24

und Woche 52

MOBILITY

Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX

Placebo

+ MTX

(N = 398)

Kevzara

150 mg alle 2 Wo.*

+ MTX

(N = 400)

Kevzara

200 mg alle 2 Wo.*

+ MTX

(N = 399)

Mittlere Veränderung nach 24 Wochen

Modifizierter Total-Sharp-Score (mTSS)

1,22

0,54††

0,13†††

Erosions-Score (0–280)

0,68

0,26††

0,02†††

Gelenkspaltverschmälerungs-Score

0,54

0,28

0,12††

Mittlere Veränderung nach 52 Wochen

Modifizierter Total-Sharp-Score

(mTSS)‡

2,78

0,90†††

0,25†††

Erosions-Score (0–280)

1,46

0,42†††

0,05†††

Gelenkspaltverschmälerungs-Score

1,32

0,47††

0,20†††

* alle zwei Wo. = alle zwei Wochen

† p <0,01

†† p <0,001

††† p <0,0001

‡ Primärer Endpunkt

Körperlich-funktionelles Ansprechen

In den Studien MOBILITY und TARGET wurden die körperliche Funktionsfähigkeit und der Grad

der Behinderung anhand des HAQ-DI (Health Assessment Questionnaire – Disability Index)

beurteilt. Bei Patienten, die alle zwei Wochen mit Kevzara 200 mg + DMARDs oder Kevzara

150 mg + DMARDs behandelt wurden, zeigte sich von Studienbeginn bis Woche 16 (MOBILITY)

bzw. Woche 12 (TARGET) eine ausgeprägtere Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit als

unter Placebo.

Die MOBILITY-Studie ergab für Kevzara im Vergleich zu Placebo eine signifikante Verbesserung

der körperlichen Funktionsfähigkeit laut HAQ-DI von Studienbeginn bis Woche 16 (–0,58 unter

Kevzara 200 mg + MTX, –0,54 unter Kevzara 150 mg + MTX und –0,30 unter Placebo + MTX,

jeweils alle zwei Wochen verabreicht). Die TARGET-Studie ergab für Kevzara im Vergleich zu

Placebo eine signifikante Verbesserung des HAQ-DI-Scores in Woche 12 (–0,49 unter Kevzara

200 mg + DMARDs, –0,50 unter Kevzara 150 mg + DMARDs und –0,29 unter Placebo +

DMARDs, jeweils alle zwei Wochen verabreicht).

In der MOBILITY-Studie blieb die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit laut HAQ-DI-

Score bis Woche 52 erhalten (–0,75 unter Kevzara 200 mg + MTX, –0,71 unter Kevzara 150 mg +

MTX bzw. –0,46 unter Placebo + MTX).

Bei den mit Kevzara + MTX behandelten Patienten wurde (bei 47,6% unter 200 mg Kevzara + MTX

und 47,0% unter 150 mg Kevzara + MTX) bis Woche 52 eine klinisch relevante Verbesserung laut

HAQ-DI erreicht (Veränderung um ≥0,3 Einheiten gegenüber Studienbeginn), verglichen mit 26,1%

unter Placebo + MTX.

Patientenberichtete Endpunkte

Der allgemeine Gesundheitszustand wurde anhand des SF-36(Short Form 36)-

Gesundheitsfragebogens bewertet. In den beiden Studien MOBILITY und TARGET zeigten die

Patienten, die alle zwei Wochen mit Kevzara 200 mg + DMARDs oder 150 mg Kevzara + DMARDs

behandelt wurden, im Vergleich zu Placebo + DMARDs eine ausgeprägtere Verbesserung von

Studienbeginn bis Woche 24 im Bereich der körperlichen Gesundheit (Physical Component

Summary, PCS-Score) und keine Verschlechterung der mentalen Gesundheit (Mental Component

Summary, MCS-Score). Die Patienten, die Kevzara 200 mg + DMARDs erhielten, berichteten im

Vergleich zu Placebo über eine ausgeprägtere Verbesserung in den Teilbereichen körperliche

Aktivität, körperlicher Zustand, körperliche Schmerzen, allgemeine Gesundheitswahrnehmung,

Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden.

Die Fatigue wurde mit der FACIT-F-Skala (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy –

Fatigue) beurteilt. In den beiden Studien MOBILITY und TARGET zeigten die Patienten, die alle

zwei Wochen mit Sarilumab 200 mg + DMARDs bzw. Sarilumab 150 mg + DMARDs behandelt

wurden, eine ausgeprägtere Verbesserung dieses Scores gegenüber Studienbeginn als die Patienten,

die Placebo + DMARDs erhielten.

Aktiv kontrollierte Studie

Bei der MONARCH-Studie handelte es sich um eine 24-wöchige randomisierte doppelt verblindete

Double-Dummy-Studie, in der die Monotherapie mit Kevzara 200 mg mit der Monotherapie mit

Adalimumab 40 mg verglichen wurde. Die Verabreichung erfolgte alle zwei Wochen subkutan bei

369 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer RA, für die eine MTX-Therapie nicht in Frage kam,

insbesondere wegen Unverträglichkeit oder unzureichendem Ansprechen auf MTX. Wenn unter der

Adalimumab-Monotherapie kein Ansprechen eintrat, wurde ab Woche 16 das Dosierungsintervall

von 2 Wochen auf 1 Woche verkürzt. Hinsichtlich der Kontrolle der Krankheitsaktivität wurde ein

statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Kevzara 200 mg subkutan alle 2 Wochen im

Vergleich zu Adalimumab 40 mg subkutan alle 2 Wochen nachgewiesen (der primäre Endpunkt war

die Veränderung beim DAS28-ESR in Woche 24 gegenüber Studienbeginn; sie betrug unter

Adalimumab –2,2 und unter Kevzara –3,28; p <0,0001).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Kevzara bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind

bisher nicht erwiesen.

Pharmakokinetik

Absorption

Im Gleichgewichtszustand erhöhte sich die Wirkstoffexposition bei Steigerung der Sarilumab-Dosis

von 150 auf 200 mg alle 2 Wochen im Dosierungsintervall laut Fläche unter der Kurve (AUC) etwa

um das Zweifache. Der Gleichgewichtszustand wurde nach 12 bis 16 Wochen erreicht, wobei im

Vergleich zu einer Einzeldosis eine 2- bis 3-fach erhöhte Konzentration festgestellt wurde.

Beim Dosierungsschema mit 150 mg Sarilumab alle 2 Wochen betrug der geschätzte Mittelwert (±

Standardabweichung [SD]) für die AUC im Gleichgewichtszustand 210 ± 115 mg.Tag/l, für die

Cmin 6,95 ± 7,60 mg/l und für die Cmax 20,4 ± 8,27 mg/l.

Beim Dosierungsschema mit 200 mg Sarilumab alle 2 Wochen betrug der geschätzte Mittelwert

(± SD) für die AUC im Gleichgewichtszustand 396 ± 194 mg.Tag/l, für die Cmin 16,7 ± 13,5 mg/l

und für die Cmax 35,4 ± 13,9 mg/l.

Distribution

Bei Patienten mit RA betrug das scheinbare Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand 8,3 l.

Biotransformation

Der Stoffwechselweg von Sarilumab wurde bisher nicht untersucht. Als monoklonaler Antikörper

wird Sarilumab vermutlich auf die gleiche Art und Weise katabolisch in kleine Peptide und

Aminosäuren aufgespalten werden wie endogenes IgG.

Elimination

Sarilumab wird sowohl auf linearen als auch auf nichtlinearen Wegen parallel eliminiert. Bei

höheren Konzentrationen erfolgt die Elimination vorwiegend über eine lineare, nicht sättigbare

Proteolyse, während bei niedrigeren Konzentrationen die nichtlineare sättigbare zielvermittelte

Elimination überwiegt. Diese parallelen Eliminationswege resultieren in einer initialen Halbwertszeit

von 8 bis 10 Tagen und einer finalen Halbwertszeit von 2 bis 4 Tagen (konzentrationsabhängig).

Nach der letzten Dosis Sarilumab 150 mg bzw. 200 mg im Gleichgewichtszustand dauert es im

Median 30 bzw. 49 Tage, bis die Konzentration unter ein nachweisbares Niveau fällt. Monoklonale

Antikörper werden weder über die Nieren noch über die Leber eliminiert.

Linearität/Nicht-Linearität

Bei Patienten mit RA wurde ein in Bezug auf die Dosis überproportionaler Anstieg der

pharmakokinetischen Exposition beobachtet. Im Gleichgewichtszustand erhöhte sich die

Wirkstoffexposition bei Steigerung der Sarilumab-Dosis von 150 auf 200 mg alle 2 Wochen im

Dosierungsintervall laut Fläche unter der Kurve (AUC) etwa um das Zweifache.

Besondere Patientengruppen

Alter, Geschlecht, ethnische Abstammung und Körpergewicht

Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse hatten Alter, Geschlecht und ethnische

Abstammung keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sarilumab. Das

Körpergewicht beeinflusste zwar die Pharmakokinetik von Sarilumab, eine Dosisanpassung nach

diesem Kriterium wird jedoch nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Zu den Auswirkungen einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Sarilumab wurde

keine formelle Studie durchgeführt. Eine leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörung hat keine

Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Sarilumab. Bei dieser Patientengruppe mit einer leichten

bis mittelschweren Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Patienten mit einer

schweren Nierenfunktionsstörung wurden bisher nicht untersucht.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Zu den Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Sarilumab wurde

keine formelle Studie durchgeführt (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Karzinogenität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Es wurden bisher keine tierexperimentellen Langzeitstudien zum karzinogenen Potenzial von

Sarilumab durchgeführt. Die bisher vorliegende Evidenz zur IL-6Rα-Hemmung lässt hauptsächlich

auf antitumorale Effekte schliessen, die durch mehrere, überwiegend p-STAT3-hemmende

Mechanismen vermittelt werden. In-vitro- und in-vivo-Studien zu Sarilumab, in denen humane

Tumorzelllinien zum Einsatz kamen, haben für Tumortransplantate menschlichen Ursprungs im

Tiermodell eine Hemmung der p-STAT3-Aktivierung sowie eine Hemmung des Tumorwachstums

ergeben. Gleichzeitig spricht die vorliegende Evidenz auch dafür, dass der IL-6-Signalweg über den

IL-6-Rezeptor an Signalketten beteiligt sein könnte, die zur Tumorentstehung beitragen. Es ist noch

unbekannt, welches Risiko für maligne Erkrankungen beim Menschen mit Antikörpern verbunden

ist, die wie Sarilumab in die Signalübertragung über den IL-6-Rezeptor eingreifen.

Bei Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe von Sarilumab (wobei die Exposition laut AUC

etwa das 80-Fache der Exposition beim Menschen nach subkutaner Gabe von 200 mg alle zwei

Wochen betrug) wurde keine dosislimitierende Toxizität oder Zielorgantoxizität festgestellt.

Fertilitätsstudien bei männlichen und weiblichen Mäusen, in denen ein muriner Surrogat-Antikörper

gegen Maus-IL-6Rα verwendet wurde, zeigten keine Beeinträchtigung der Fertilität.

In einer erweiterten Studie zur prä-/postnatalen Entwicklungstoxizität wurde weiblichen trächtigen

Javaneraffen ab Beginn der Trächtigkeit bis zur natürlichen Geburt (etwa 21 Wochen lang)

Sarilumab in einer Dosis von 5, 15 oder 50 mg/kg/Woche einmal wöchentlich intravenös verabreicht

(wobei die Exposition laut AUC etwa das 83-Fache der Exposition beim Menschen nach subkutaner

Gabe von 200 mg alle zwei Wochen betrug). In der Studie hatte Sarilumab keine Auswirkungen auf

die Mutter oder den Embryo/Fötus. Sarilumab zeigte keine Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung

der Trächtigkeit oder auf die Neugeborenen, die bis einen Monat nach der Geburt im Hinblick auf

folgende Parameter untersucht wurden: Körpergewicht, Parameter der funktionalen oder

morphologischen Entwicklung einschliesslich skelettaler Untersuchungen, Immunphänotypisierung

der Lymphozyten im peripheren Blut und mikroskopische Untersuchungen. Sarilumab war im Serum

der Neugeborenen bis zum Alter von einem Monat nachweisbar. Die potenziellen Auswirkungen von

Sarilumab auf die Funktion des Immunsystems von Säuglingen sind nicht bekannt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf das Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Kevzara darf nur bis zu dem auf der Packung oder dem Etikett mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Lagerungshinweise

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Spritze/Pen lichtgeschützt in der Originalverpackung aufbewahren.

Im Kühlschrank lagern (2–8 °C). Arzneimittel nicht einfrieren oder erhitzen.

Nach Entnahme aus dem Kühlschrank kann Kevzara maximal 14 Tage lang bei Temperaturen unter

25 °C gelagert werden. Nach diesem Zeitraum muss die Spritze/der Pen unbedingt entsorgt werden.

Hinweise für die Handhabung

Kevzara wird als Einzeldosis-Fertigspritze/-Fertigpen angeboten.

Fertigspritze/Fertigpen aus dem Kühlschrank entnehmen und Raumtemperatur annehmen lassen,

bevor die Kevzara-Injektion vorgenommen wird.

Fertigspritze/Fertigpen vor Wärme und direktem Sonnenlicht schützen.

Vor Gebrauch eine Sichtprüfung der Fertigspritze/des Fertigpens vornehmen. Die Lösung ist klar

und farblos bis blassgelb. Wenn die Lösung trübe oder verfärbt ist oder Partikel erkennbar sind oder

ein Teil der Vorrichtung beschädigt zu sein scheint, darf das Arzneimittel nicht verwendet werden.

Nicht aufgebrauchte Arzneimittel oder Abfälle müssen gemäss den vor Ort geltenden Bestimmungen

entsorgt werden. Nach Gebrauch die Fertigspritze/den Fertigpen in einen durchstichsicheren Behälter

geben und gemäss den vor Ort geltenden Bestimmungen entsorgen. Behälter nicht wiederverwenden.

Zulassungsnummer

66424, 66425 (Swissmedic).

Packungen

Kevzara 150 mg, Injektionslösung in einer Fertigspritze: Packung mit 2 Fertigspritzen (B)

Kevzara 200 mg, Injektionslösung in einer Fertigspritze: Packung mit 2 Fertigspritzen (B)

Kevzara 150 mg, Injektionslösung in einem Fertigpen: Packung mit 2 Fertigpens (B)

Kevzara 200 mg, Injektionslösung in einem Fertigpen: Packung mit 2 Fertigpens (B)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Juli 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen