Keppra 100 mg/mL Lösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-06-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
levetiracetamum
Verfügbar ab:
UCB-Pharma SA
ATC-Code:
N03AX14
INN (Internationale Bezeichnung):
levetiracetamum
Darreichungsform:
Lösung
Zusammensetzung:
levetiracetamum 100 mg, natrii citras dihydricus, acidum citricum monohydricum, glycerolum (85 per centum), maltitolum liquidum 300 mg, aqua purificata, aromatica, ammonii glycyrrhizas, acesulfamum kalicum, propylis parahydroxybenzoas 0.3 mg, E 218 2.7 mg ad solutionem pro 1 ml corresp. natrium < 23 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiepileptikum
Zulassungsnummer:
57489
Berechtigungsdatum:
2006-04-24

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-06-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-06-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-06-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Keppra® Filmtabletten/Lösung

UCB-Pharma SA

Was ist KEPPRA und wann wird es angewendet?

Keppra enthält als Wirkstoff Levetiracetam und wird zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt. Es ist ein

Arzneimittel, welches epileptische Anfälle verhindert oder abschwächt (Antiepileptikum). Angewendet

wird das Präparat:

·allein (Monotherapie) zur Behandlung von fokalen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Patienten und Patientinnen ab 16 Jahren oder

·in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von

·fokalen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Patienten und Patientinnen

ab einem Alter von 1 Monat;

·myoklonischen Anfällen bei Patienten und Patientinnen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer

Epilepsie;

·primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (bei idiopathischer generalisierter Epilepsie) bei

Patienten und Patientinnen ab 12 Jahren.

Keppra darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet werden.

Wann darf KEPPRA nicht angewendet werden?

Keppra darf nicht eingenommen werden, wenn Sie gegenüber dem Wirkstoff (Levetiracetam) oder

einem der anderen Bestandteile von Keppra überempfindlich (allergisch) reagieren.

Wann ist bei der Anwendung von KEPPRA Vorsicht geboten?

Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine Verschlechterung der

Stimmungslage, inklusive gereizter, feindseliger Stimmung, Symptome einer Depression und/oder

lebensmüde Gedanken bemerken.

Beenden Sie die Behandlung mit Keppra nie abrupt, ohne Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu konsultieren.

Befolgen Sie bei Therapieabbruch die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin zum schrittweisen

Absetzen von Keppra.

Keppra, Lösung zum Einnehmen enthält Methylparaben und Propylparaben, diese können allergische

Reaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.

Keppra 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen enthält Maltitol-Lösung. Bitte nehmen Sie Keppra, Lösung

zum Einnehmen erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden. Keppra 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen enthält

weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».

Keppra Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. sie sind nahezu

«natriumfrei».

Wechselwirkungen von Keppra mit anderen Arzneimitteln sind eher unwahrscheinlich. Teilen Sie

dennoch Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie noch andere Arzneimittel anwenden.

Dieses Arzneimittel kann zu unerwünschten Wirkungen wie Benommenheit oder Schläfrigkeit führen

und somit die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die

Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf KEPPRA während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Ihre Ärztin um

Rat.

Sie sollten die Behandlung mit Keppra nicht abbrechen, ohne vorherige Besprechung mit Ihrem Arzt

oder Ihrer Ärztin.

Für die Dauer der Behandlung wird eine sichere Methode der Empfängnisverhütung empfohlen.

Ein Risiko von Geburtsfehlern für Ihr ungeborenes Kind kann nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Das Stillen wird während der Behandlung nicht empfohlen.

Wie verwenden Sie KEPPRA?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Anordnung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin ein. Die

Dosis wird speziell an das Ausmass Ihrer Erkrankung angepasst. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen

die in Bezug auf Ihr Alter, Ihr Gewicht und die benötigte Dosis am besten geeignete Darreichungsform

von Keppra verschreiben.

Keppra soll zweimal täglich, morgens und abends, ungefähr zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Levetiracetam hat einen bitteren Geschmack, der nach der oralen Einnahme wahrgenommen werden

kann.

Filmtabletten

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahre (40 kg)

Die Dosis beträgt für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahre (ab 40 kg) in der Regel 500 mg zweimal

täglich. Je nach Ansprechen auf die Behandlung und die Verträglichkeit kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

die Dosis bis auf 2-mal täglich 1500 mg erhöhen.

Die Filmtabletten werden zusammen mit einer ausreichenden Menge Flüssigkeit (z.B. mit einem Glas

Wasser) geschluckt.

Lösung zum Einnehmen

Wenn Sie Keppra, Lösung zum Einnehmen, verwenden:

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahre (ab 40 kg)

Verwenden Sie zum Abmessen der Dosis ausschliesslich die im Umkarton enthaltene 10 ml

Dosierpipette (Packung Keppra, Lösung zum Einnehmen, 300 ml mit 10 ml Dosierpipette).

Übliche Dosierung: Keppra Lösung soll zweimal täglich in zwei gleichen Dosen eingenommen werden,

jede einzelne Dosis beträgt zwischen 5 ml (500 mg) und 15 ml (1500 mg).

Kinder ab 6 Monate und älter

Dosierung bei Kindern ab 4 Jahre:

Für Kinder ab 4 Jahre verwenden Sie zum Abmessen der Dosis ausschliesslich die im Umkarton

enthaltene 10 ml Dosierpipette (Packung Keppra, Lösung zum Einnehmen, 300 ml mit 10 ml

Dosierpipette).

Dosierung bei Kindern ab 6 Monate bis zu 4 Jahre:

Für Kinder ab 6 Monate bis zu 4 Jahre verwenden Sie zum Abmessen der Dosis ausschliesslich die im

Umkarton enthaltene 3 ml Dosierpipette (Packung Keppra, Lösung zum Einnehmen, 150 ml mit 3 ml

Dosierpipette).

Übliche Dosierung: Keppra Lösung soll zweimal täglich in zwei gleichen Dosen eingenommen werden,

jede einzelne Dosis beträgt zwischen 0,1 ml (10 mg) und 0,3 ml (30 mg) pro kg Körpergewicht des

Kindes (Beispiele für die Dosierung siehe Tabelle unten).

Dosierung bei Kindern ab 6 Monate und älter:

Körpergewicht

Anfangsdosis: 0,1 ml/kg

2-mal täglich

Höchstdosis: 0,3 ml/kg

2-mal täglich

6 kg

0,6 ml 2-mal täglich

1,8 ml 2-mal täglich

8 kg

0,8 ml 2-mal täglich

2,4 ml 2-mal täglich

10 kg

1 ml 2-mal täglich

3 ml 2-mal täglich

15 kg

1,5 ml 2-mal täglich

4,5 ml 2-mal täglich

20 kg

2 ml 2-mal täglich

6 ml 2-mal täglich

25 kg

2,5 ml 2-mal täglich

7,5 ml 2-mal täglich

ab 40 kg

5 ml 2-mal täglich

15 ml 2-mal täglich

Säuglinge ab 1 Monat bis unter 6 Monate

Bei voll ausgetragenen Säuglingen von 1 Monat bis unter 6 Monate verwenden Sie ausschliesslich die

im Umkarton enthaltene 1 ml Dosierpipette (Packung Keppra, Lösung zum Einnehmen, 150 ml mit 1 ml

Dosierpipette).

Übliche Dosierung: Keppra Lösung soll zweimal täglich in zwei gleichen Dosen eingenommen werden,

jede einzelne Dosis beträgt zwischen 0,07 ml (7 mg) und 0,21 ml (21 mg) pro kg Körpergewicht des

Säuglings (Beispiele für die Dosierung siehe Tabelle unten).

Dosierung bei Säuglingen (1 Monat bis unter 6 Monate):

Körpergewicht

Anfangsdosis: 0,07 ml/kg

2-mal täglich

Höchstdosis: 0,21 ml/kg

2-mal täglich

4 kg

0,3 ml 2-mal täglich

0,85 ml 2-mal täglich

5 kg

0,35 ml 2-mal täglich

1,05 ml 2-mal täglich

6 kg

0,45 ml 2-mal täglich

1,25 ml 2-mal täglich

7 kg

0,5 ml 2-mal täglich

1,5 ml 2-mal täglich

Nach dem Abmessen der korrekten Dosis mit der in der Packung enthaltenen Dosierpipette kann die

Lösung unverdünnt oder mit einem Glas Wasser verdünnt eingenommen werden. Anleitung zur

Benutzung der Dosierpipette: siehe Abbildung hinten. Keppra kann unabhängig von einer Mahlzeit

eingenommen werden.

Bei älteren Patienten und Patientinnen sowie bei Patienten und Patientinnen mit Nieren- und/oder

Leberbeschwerden wird die Arzneimitteldosis möglicherweise speziell angepasst.

Benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie eine oder mehrere Einnahmen vergessen

haben. Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, um vergessene Einzeldosen nachzuholen. Benachrichtigen

Sie bitte ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie mehr Filmtabletten oder mehr Lösung als

vorgeschrieben eingenommen haben.

Keppra ist zur Langzeitbehandlung vorgesehen. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen Ihres Arztes

bzw. Ihrer Ärztin und setzen Sie die Behandlung keinesfalls ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin ab. Genauso wie andere antiepileptische Arzneimittel sollte Keppra schrittweise abgesetzt

werden, um häufigere Anfälle zu vermeiden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann KEPPRA haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Keppra auftreten.

Am häufigsten sind Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes, Schläfrigkeit, und Kopfschmerzen.

Andere, unter der Behandlung mit Keppra berichtete Nebenwirkungen sind:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Appetitlosigkeit, Benommenheit, Vermehrter Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit,

Verdauungsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Depression,

Feindseligkeit, Aggression, Schlaflosigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Krämpfe, Zittern,

Gleichgewichtsstörungen, mangelnde Koordination der Bewegungen, Schwindel.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Gewichtszunahme, Verminderte Anzahl der Blutplättchen, Doppeltsehen, verschwommenes Sehen,

Ekzem, Juckreiz, Muskelschmerzen, zufällige Verletzungen, Agitation, Stimmungsschwankungen,

Beeinträchtigung des Gedächtnisses, Störungen des Bewegungsablaufes, Aufmerksamkeitsstörungen,

Konzentrationsschwierigkeiten.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Infektion, Persönlichkeitsveränderungen, anormales Denken, Hyperaktivität.

Einzelfälle

(Schwerwiegende) Überempfindlichkeitsreaktionen (mit z.B. Fieber, Lymphknotenschwellung,

Gesichtsschwellung) mit Hautausschlag, schwerwiegende allergische (anaphylaktische) Reaktionen mit

z.B. Schwäche, Benommenheit oder Schwindel, oder Schwierigkeiten zu atmen; Gewichtsverlust, zu

niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), anormales Verhalten, Wut, Panikattacke, Angst,

Verwirrtheit, Halluzination, lebensmüde Gedanken, Suizid (Selbstmord), Delirium, unwillkürliche

langsame Bewegungen, Missempfindung (z.B. Kribbeln oder Taubheit), psychotische Störungen,

Gehstörungen, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, Hepatitis (Leberentzündung), Leberversagen, Akute

Nierenschädigung, Haarausfall, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische

epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme) mit Blasenbildung und Abschälen der Haut, besonders um

Mund, Nase, Augen und Genitalien; Angioödem (Schwellung der Haut, Schleimhäute und umgebende

Gewebe, z.B. von Gesicht, Lippen, Zunge und Rachen); Muskelschwäche, Rhabdomyolyse (Abbau von

Muskelgewebe), Verminderte Anzahl der roten Blutkörperchen, der weissen Blutkörperchen und/oder

der Blutplättchen, selbstverletzendes Verhalten, Aufmerksamkeitsstörungen, Enzephalopathie,

Verschlimmerung der Anfälle.

Einige der erwähnten Nebenwirkungen wie z.B. Schläfrigkeit, Schwächegefühl und Benommenheit

können zu Behandlungsbeginn oder bei einer Dosissteigerung häufiger auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn eine der folgenden

Nebenwirkungen ernst wird oder länger als ein paar Tage andauert: anormales Denken, Reizbarkeit oder

aggressiveres Reagieren als sonst, oder wenn Sie oder Ihre Familie und Freunde andere wesentliche

Veränderungen in der Stimmung oder im Verhalten bemerken.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Nach Anbruch, die Lösung innerhalb 7 Monaten aufbrauchen.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in KEPPRA enthalten?

Filmtabletten

Wirkstoffe

Eine Filmtablette enthält als Wirkstoff 250 mg oder 500 mg oder 1000 mg Levetiracetam.

Hilfsstoffe

Im Tablettenkern

Croscarmellose-Natrium, Macrogol 6000, hochdisperses Siliciumdioxid und Magnesiumstearat.

Im Filmüberzug

Keppra 250 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350, Talk, Farbstoffe

Titandioxid (E171) und Indigocarmin (E132).

Keppra 500 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350, Talk, Farbstoffe

Titandioxid (E171) und Eisenoxid gelb (E172).

Keppra 1000 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350, Talk, Farbstoff

Titandioxid (E171).

Lösung

Wirkstoffe

1 ml Lösung enthält 100 mg Levetiracetam.

Hilfsstoffe

Natriumcitrat, Zitronensäure-Monohydrat, Methylparaben (E218), Propylparaben,

Ammoniumglycyrrhicinat, Glycerol, Maltitol, Acesulfam-Kalium, Traubenaroma, gereinigtes Wasser.

Zulassungsnummer

55297, 57489 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie KEPPRA? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Keppra 250 mg Filmtabletten (teilbar): Packung zu 30 Filmtabletten.

Keppra 500 mg Filmtabletten (teilbar): Packungen zu 20, 100 und 200 Filmtabletten.

Keppra 1000 mg Filmtabletten (teilbar): Packungen zu 30, 100 und 200 Filmtabletten.

Keppra Lösung 100 mg/ml: Flaschen zu 300 ml (mit Dosierpipette 10 ml und Adapter).

Keppra Lösung 100 mg/ml: Flaschen zu 150 ml (mit Dosierpipette 1 ml und Adapter).

Keppra Lösung 100 mg/ml: Flaschen zu 150 ml (mit Dosierpipette 3 ml und Adapter).

Zulassungsinhaberin

UCB-Pharma AG, Bulle.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Benutzung der Dosierpipette von Keppra Lösung

Keppra, Lösung zum Einnehmen, kann in einem Glas Wasser oder in der Babyflasche verdünnt werden.

Die korrekte Dosis muss mit der passenden Dosierpipette abgemessen werden. Verwenden Sie zum

Abmessen der Dosis ausschliesslich die in der Packung enthaltene Dosierpipette.

·Zum Öffnen der Flasche drücken Sie auf den Schraubverschluss und drehen Sie ihn gegen den

Uhrzeigersinn (Abb. 1).

·Nun nehmen Sie die Dosierpipette und stecken Sie diese in die Öffnung des Adapters (Abb. 2).

·Drehen Sie die Flasche auf den Kopf (Abb. 3).

·Füllen Sie die Dosierpipette mit einer kleinen Menge Lösung, indem Sie den Kolben etwas

herausziehen (Abb. 4A). Drücken Sie dann den Kolben wieder zurück, um eventuelle Luftblasen zu

entfernen (Abb. 4B). Danach ziehen Sie den Kolben bis zu der Markierung in Millilitern (ml), die der

vom Arzt verschriebenen Dosis entspricht (Abb. 4C).

·Drehen Sie die Flasche wieder richtig herum. Entfernen Sie die Dosierpipette vom Adapter.

·Entleeren Sie den Inhalt der Dosierpipette in ein Glas oder in eine Babyflasche mit Wasser, indem Sie

den Kolben bis zum Anschlag nach unten drücken (Abb. 5).

·Trinken Sie das Glas oder die Babyflasche vollständig aus.

·Spülen Sie die Dosierpipette nur mit Wasser aus (Abb. 6).

·Verschliessen Sie die Flasche mit dem Schraubverschluss.

Fachinformation

Keppra® Filmtabletten/Lösung

UCB-Pharma SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Levetiracetam.

Hilfsstoffe

Keppra Filmtabletten

Im Tablettenkern (für alle Dosierungen): Croscarmellose-Natrium, Macrogol 6000, hochdisperses

Siliciumdioxid und Magnesiumstearat.

Im Filmüberzug: Keppra 250 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350,

Talk, Farbstoffe Titandioxid (E 171) und Indigocarmin (E 132).

Keppra 500 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350, Talk, Farbstoffe

Titandioxid (E 171) und Eisenoxid gelb (E 172).

Keppra 1000 mg Filmtabletten: teilhydrolysierter Polyvinylalkohol, Talk, Macrogol 3350, Farbstoff

Titandioxid (E 171).

Keppra 100 mg/ml Lösung: Natriumcitrat, Zitronensäure-Monohydrat, Methylparaben,

Propylparaben, Ammoniumglycyrrhicinat, Glycerol, Maltitol, Acesulfam-Kalium, Traubenaroma,

gereinigtes Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (teilbar) zu 250, 500 oder 1000 mg Levetiracetam.

Lösung zu 100 mg/ml Levetiracetam; Flaschen zu 150 ml und 300 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Keppra ist indiziert zur Monotherapie bei der Behandlung von partiellen Anfällen mit oder ohne

sekundäre Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit Epilepsie.

Keppra ist indiziert zur Zusatzbehandlung von partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und voll ausgetragenen Säuglingen ab 1 Monat mit

Epilepsie.

Keppra ist indiziert zur Zusatzbehandlung von myoklonischen Anfällen bei Erwachsenen und

Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie.

Keppra ist indiziert zur Zusatzbehandlung von primären generalisierten tonisch-klonischen Anfällen

bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie.

Dosierung/Anwendung

Die Filmtabletten werden unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen.

Die Lösung kann unverdünnt oder verdünnt in einem Glas Wasser eingenommen werden.

Die Tagesdosis wird auf zwei gleich grosse Einzeldosen verteilt. Keppra kann unabhängig von den

Mahlzeiten eingenommen werden. Nach der oralen Einnahme kann der bittere Geschmack von

Levetiracetam wahrgenommen werden.

Galenische Form

Dosisstärke Empfohlene Altersgrenze

Keppra Lösung

100 mg/ml

Erwachsene, Kinder und voll ausgetragene

Säuglinge ab 1 Monat und älter

Keppra Filmtabletten 250 mg

Erwachsene und Kinder ab 4 Jahren

Keppra Filmtabletten 500 mg

Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren

Keppra Filmtabletten 1000 mg

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren

Die verfügbaren Tablettenstärken sind nicht geeignet für die Initialbehandlung von Kindern, die

weniger als 25 kg wiegen, von Patienten, die keine Tabletten einnehmen können, oder für die

Verabreichung von Dosierungen unter 250 mg. In all diesen Fällen sollte Keppra Lösung zum

Einnehmen verwendet werden.

Monotherapie

Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren

Die Behandlung sollte mit 2× 250 mg/Tag gestartet werden und die Dosierung nach 2 Wochen auf

2× 500 mg/Tag erhöht werden. Je nach klinischem Ansprechen kann die Dosis in Schritten von 2×

250 mg/Tag alle 2 Wochen auf maximal 2× 1500 mg/Tag gesteigert werden.

Kinder und Jugendliche <16 Jahren

Da keine Daten vorliegen, kann die Anwendung von Levetiracetam als Monotherapie bei Kindern

und Jugendlichen <16 Jahren nicht empfohlen werden.

Zusatzbehandlung bei Erwachsenen (≥18 Jahre) und Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) ab 40 kg

Die therapeutische Dosis beträgt bei Zusatztherapie 1000 mg/Tag. Mit dieser Dosis kann ab dem

ersten Behandlungstag begonnen werden. Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit kann

die Tagesdosis bis auf 3000 mg gesteigert werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen können in

Schritten von 1000 mg alle 2–4 Wochen vorgenommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Bei Säuglingen und Kindern sollte die Behandlung mit Keppra Lösung begonnen werden.

Voll ausgetragene Säuglinge von 1 Monat bis unter 6 Monate

Die therapeutische Initialdosis beträgt zweimal täglich 7 mg/kg.

Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit kann die Dosis auf bis zu zweimal täglich

21 mg/kg gesteigert werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen sollten zweimal täglich 7 mg/kg

alle zwei Wochen nicht überschreiten. Es sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.

Bei Säuglingen sollte die Behandlung mit Keppra 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen begonnen

werden.

Dosisempfehlungen für Säuglinge unter 6 Monaten

Gewicht

Initialdosis:

7 mg/kg zweimal täglich

Maximale Dosis:

21 mg/kg zweimal täglich

4 kg

28 mg (0,3 ml) zweimal täglich

84 mg (0,85 ml) zweimal täglich

5 kg

35 mg (0,35 ml) zweimal

täglich

105 mg (1,05 ml) zweimal täglich

7 kg

49 mg (0,5 ml) zweimal täglich

147 mg (1,5 ml) zweimal täglich

Säuglinge und Kleinkinder von 6 bis 23 Monaten, Kinder von 2 bis 11 Jahren und Jugendliche (12

bis 17 Jahre) unter 40 kg

Bei Kindern beträgt die initiale therapeutische Dosierung 10 mg/kg Körpergewicht zweimal pro Tag.

Je nach klinischer Besserung und Verträglichkeit kann die Dosierung bis 30 mg/kg zweimal pro Tag

angehoben werden. Dosiserhöhungen bzw. -reduzierungen können in Schritten von 10 mg/kg

zweimal pro Tag alle 2–4 Wochen vorgenommen werden. Die niedrigste wirksame Dosis sollte

angewendet werden. Kinder und Jugendliche >40 kg werden mit derselben Dosis behandelt wie

Erwachsene.

Dosisempfehlungen für Säuglinge ab einem Alter von 6 Monaten, Kinder und Jugendliche

Gewicht

Initialdosis:

10 mg/kg zweimal täglich

Maximale Dosis:

30 mg/kg zweimal täglich

6 kg (1)

60 mg (0,6 ml) zweimal täglich

180 mg (1,8 ml) zweimal täglich

10 kg (1)

100 mg (1 ml) zweimal täglich

300 mg (3 ml) zweimal täglich

15 kg (1)

150 mg (1,5 ml) zweimal

täglich

450 mg (4,5 ml) zweimal täglich

20 kg (1)

200 mg (2 ml) zweimal täglich

600 mg (6 ml) zweimal täglich

25 kg

250 mg zweimal täglich

750 mg zweimal täglich

Über 40 kg (2)

500 mg zweimal täglich

1500 mg zweimal täglich

(1) Bei Kindern bis 20 kg sollte die Behandlung vorzugsweise mit Keppra 100 mg/ml Lösung zum

Einnehmen begonnen werden.

(2) Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen ab 40 kg entspricht der bei Erwachsenen.

Drei Packungsgrössen der Keppra Lösung sind erhältlich:

·Eine 150 ml Flasche mit einer 1 ml Dosierpipette mit Skalierungsschritten von jeweils 0,05 ml

(entsprechend 5 mg). Um eine möglichst genaue Dosierung sicherzustellen, sollte bei Säuglingen ab

1 Monat bis unter 6 Monaten diese Packung verordnet werden.

·Eine 150 ml Flasche mit einer 3 ml Dosierpipette mit Skalierungsschritten von jeweils 0,1 ml

(entsprechend 10 mg). Um eine möglichst genaue Dosierung sicherzustellen, sollte bei Kleinkindern

ab 6 Monaten und Kindern bis zu 4 Jahren diese Packung verordnet werden.

·Eine 300 ml Flasche mit einer 10 ml Dosierpipette mit Skalierungsschritten von jeweils 0,25 ml

(entsprechend 25 mg). Diese Packung sollte bei Kindern ab 4 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen

verordnet werden.

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Bei älteren Patienten wird eine Dosisanpassung in Abhängigkeit von der Kreatinin-Clearance

empfohlen (siehe «Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion»).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Tagesdosis (Erhaltungsdosis) von Keppra bei Erwachsenen muss individuell entsprechend der

Nierenfunktion festgelegt werden.

Bei der Anwendung der untenstehenden Tabelle ist es notwendig, die Kreatinin-Clearance des

Patienten (CLcr) in ml/min zu schätzen. Die CLcr in ml/min kann durch die Bestimmung des

Serumkreatininwertes (mg/dl) mit folgender Formel geschätzt werden:

CLcr (ml/min) = [140 - Alter (Jahre)] × Gewicht (kg) : 72 × Serumkreatinin (mg/dl) (× 0,85 für

Frauen)

Anschliessend wird die CLcr wie folgt für die Körperoberfläche (KOF) angepasst:

CLcr (ml/min/1,73 m2) = CLcr (ml/min): KOF Patient (m2) × 1,73

Dosisanpassung bei erwachsenen und jugendlichen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion,

die mehr als 50 kg wiegen:

Nierenfunktion

Kreatinin-Clearance

(ml/min/1,73 m2)

Erhaltungsdosis und

Einnahmehäufigkeit

Normal

>80

500-1500 mg zweimal täglich

Leicht eingeschränkt

50-79

500-1000 mg zweimal täglich

Mässig eingeschränkt

30-49

250-750 mg zweimal täglich

Schwer eingeschränkt

<30

250-500 mg zweimal täglich

Dialysepflichtige

Patienten*

500-1000 mg einmal täglich**

* Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Anfangsdosis von 750 mg empfohlen.

** Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 250-500 mg empfohlen.

Obwohl die Studie nur an erwachsenen Patienten mit Niereninsuffizienz durchgeführt worden ist,

soll die Dosis von Levetiracetam auch bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit

Niereninsuffizienz gemäss der Nierenfunktion angepasst werden.

Die CLcr in ml/min/1,73 m2 kann für Jugendliche, Kinder und Säuglinge auf Basis des Serum-

Kreatinins (mg/dl) nach folgender Formel (Schwartz-Formel) bestimmt werden:

CLcr (ml/min/1,73 m2) = Grösse (cm) × ks : Serum-Kreatinin (mg/dl)

ks = 0,45 für voll ausgetragene Säuglinge ab 1 Monat und Kleinkinder bis zu 1 Jahr; ks = 0,55 für

Kinder unter 13 Jahren und weibliche Jugendliche; ks = 0,7 für männliche Jugendliche.

Dosisanpassung bei Säuglingen, Kindern und jugendlichen Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion, die weniger als 50 kg wiegen:

Gruppe

Kreatinin-Clearance

(ml/min/1,73 m2)

Dosis und Einnahmehäufigkeit

Säuglinge von 1 Monat

bis unter 6 Monaten

Säuglinge und Kleinkinder von 6

bis 23 Monaten,

Kinder und Jugendliche unter

50 kg Körpergewicht

Normal

>80

7 bis 21 mg/kg (0,07 bis

0,21 ml/kg)

zweimal täglich

10 bis 30 mg/kg (0,10 bis

0,30 ml/kg) zweimal täglich

Leicht

50-79

7 bis 14 mg/kg (0,07 bis

0,14 ml/kg)

zweimal täglich

10 bis 20 mg/kg (0,10 bis

0,20 ml/kg) zweimal täglich

Mässig

30-49

3,5 bis 10,5 mg/kg (0,035

bis 0,105 ml/kg)

zweimal täglich

5 bis 15 mg/kg (0,05 bis

0,15 ml/kg) zweimal täglich

Schwer

<30

3,5 bis 7 mg/kg (0,035

bis 0,07 ml/kg)

zweimal täglich

5 bis 10 mg/kg (0,05 bis

0,10 ml/kg) zweimal täglich

Dialysepflichtige

Patienten

7 bis 14 mg/kg (0,07 bis

0,14 ml/kg)

einmal täglich (1) (3)

10 bis 20 mg/kg (0,10 bis

0,20 ml/kg) einmal täglich (2) (4)

(1) Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Initialdosis von 10,5 mg/kg

(0,105 ml/kg) empfohlen.

(2) Am ersten Tag der Behandlung mit Levetiracetam wird eine Initialdosis von 15 mg/kg

(0,15 ml/kg) empfohlen.

(3) Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 3,5 bis 7 mg/kg (0,035 bis 0,07 ml/kg)

empfohlen.

(4) Nach der Dialyse wird eine zusätzliche Dosis von 5 bis 10 mg/kg (0,05 bis 0,10 ml/kg)

empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung nicht

erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion kann die Kreatinin-

Clearance zu einer Fehleinschätzung der Niereninsuffizienz führen. Daher wird eine Halbierung der

täglichen Erhaltungsdosis empfohlen, wenn die Kreatinin-Clearance weniger als 60 ml/min/1,73 m2

beträgt.

Absetzen der Medikation

Falls Keppra abgesetzt werden muss, sollte dies in Übereinstimmung mit der gängigen klinischen

Praxis ausschleichend erfolgen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Levetiracetam bzw. verwandten Substanzen oder einem der

Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Die vorhandenen Daten bei Kindern lassen keinen Einfluss auf das Wachstum und die Pubertät

vermuten. Allerdings sind Langzeiteffekte hinsichtlich Lernverhalten, Intelligenz, Wachstum,

endokriner Funktion, Pubertät und Gebärfähigkeit bei Kindern unbekannt.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Levetiracetam wurde an Säuglingen unter 1 Jahr nicht

ausreichend untersucht. Es wurden nur 35 Säuglinge unter 1 Jahr in klinischen Studien untersucht.

Darunter waren 13 Säuglinge unter 6 Monaten.

Die Sicherheit und die Wirksamkeit von Levetiracetam bei Säuglingen unter 1 Monat wurden nicht

untersucht.

Frühgeborene Säuglinge sollten nicht bereits mit 1 Monat behandelt werden, da bei diesen die

Nierenreifung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen und somit die renale Elimination von

Levetiracetam nicht gewährleistet ist.

Anfallshäufung

Ein Anstieg der Anfallshäufigkeit um mehr als 25% wurde bei 14% der mit Levetiracetam

behandelten erwachsenen und pädiatrischen Patienten (4 bis 16 Jahre) mit partiellen Anfällen

berichtet, während es bei 26% bzw. 21% der mit Placebo behandelten erwachsenen bzw.

pädiatrischen Patienten berichtet wurde.

Absencen

Bei Anwendung von Keppra zur Behandlung von primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen

bei Erwachsenen und Jugendlichen mit idiopathisch generalisierter Epilepsie wurde keine

Wirksamkeit im Sinne einer Senkung der Häufigkeit von Absencen festgestellt.

Blutbild

In Zusammenhang mit der Einnahme von Levetiracetam wurden Fälle von verminderten

Blutzellzahlen beschrieben (Neutropenie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie und

Panzytopenie), in der Regel zu Beginn der Behandlung. Ein komplettes Blutbild wird bei Patienten

mit erheblicher Schwäche, Pyrexie, wiederkehrende Infektionen oder Koagulationsstörungen

empfohlen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Suizid

Es liegen Berichte von Suiziden, Suizidversuchen und suizidalen Gedanken bei mit Levetiracetam

behandelten Patienten (Erwachsene und Kinder) vor.

Die Patienten und ihre Angehörigen bzw. Bezugspersonen sollten deshalb insbesondere auch vor

Therapiebeginn in einem ausführlichen Gespräch darüber informiert werden, dass sie bei

Verschlechterung der Stimmung und/oder bei sozialem Rückzug und/oder dem Auftreten von

depressiven Symptomen und/oder gereiztem bis feindseligem Verhalten bzw. auch anderen

Veränderungen des Verhaltens bzw. der Persönlichkeit, insbesondere aber bei der Äusserung von

suizidalen Gedanken, sofort einen Arzt oder eine Ärztin kontaktieren sollten. Es muss bedacht

werden, dass Suizidalität sich auch in manchen Fällen nur durch Verhaltensänderungen ankündigen

kann. Vor Therapiebeginn sollte geklärt werden, ob einer der wissenschaftlich nachgewiesenen

Risikofaktoren für Suizidalität, z.B. psychiatrische Erkrankungen und Suizidalität in der

Vorgeschichte, vorliegt, und das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss gerade auch unter diesen Aspekten

sehr sorgfältig abgewogen werden.

Schwere Hautreaktionen:

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen, einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und

toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) wurden bei mit Levetiracetam behandelten Patienten

(Erwachsene und Kinder) berichtet. Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten

Behandlungswochen am höchsten (im Median lag der Beginn bei 14 bis 17 Tagen). Allerdings traten

solche Fälle auch noch nach 4 monatiger Einnahme und später auf. Die Patienten sollten über die

Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und insbesondere zu Beginn

der Behandlung engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Wenn

Anzeichen oder Symptome von SJS oder TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft

mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit Levetiracetam

beendet werden, es sei denn, der Hautausschlag ist eindeutig nicht arzneimittelassoziiert. Der Verlauf

von SJS und TEN wird massgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen

Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die

Prognose. Nach Auftreten von SJS oder TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von

Levetiracetam darf der Patient nicht erneut mit Levetiracetam behandelt werden.

Hypersensitivitätsreaktionen mit systemischer Implikation:

Generalisierte Exantheme können auch im Rahmen eines Überempfindlichkeitssyndroms in

Kombination mit irgendeinem der folgenden, systemischen Symptomen wie Fieber,

Lymphadenopathie, Leukozytose, Eosinophilie, atypischen Lymphozyten, anormalen Leber- ,

Nierenwerten oder mit anderen Symptomen, die auf eine systemische Implikation hinweisen (siehe

«Unerwünschte Wirkungen - DRESS: Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms»),

auftreten. Dieses Syndrom variiert hinsichtlich seines klinischen Schwergrades beträchtlich, mit zum

Teil letalem Verlauf. Es ist wichtig zu beachten, dass die systemischen Anzeichen einer

Überempfindlichkeit (wie z.B. Fieber und Lymphadenopathie) bereits manifest sein können, auch

wenn keine Hautveränderungen sichtbar sind.

Grundsätzlich sollte Levetiracetam sofort abgesetzt werden, wenn Symptome auftreten, die auf eine

Hypersensitivitätsreaktion hinweisen.

Sonstige Bestandteile:

Keppra 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen enthält Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) und Propyl-4-

hydroxybenzoat (E 216), die allergische Reaktionen hervorrufen können (möglicherweise verzögert).

Interaktionen

In-vitro wurde gezeigt, dass Levetiracetam und sein Hauptmetabolit weder die Aktivitäten der

wichtigsten Cytochrom-P450-Isoformen beim Menschen (CYP3A4, 2A6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und

1A2) noch der Glucuronyltransferase (UGT1A1 und UGT1A6) oder der Epoxidhydroxylase hemmt.

Levetiracetam beeinflusst auch die In-vitro-Glucuronidierung von Valproinsäure nicht und hatte in

humanen Hepatozytenkulturen einen geringen oder keinen Effekt auf die

Ethinylestradiolkonjugation.

Levetiracetam verursachte in hohen Konzentrationen (680 µg/ml) eine milde Induktion von CYP2B6

und CYP3A4; bei Cmax-Konzentrationen jedoch, wie sie bei wiederholter Dosierung mit zweimal

täglich 1500 mg auftreten, wurden diese Effekte nicht als klinisch relevant beurteilt.

Eine Interaktion von Keppra mit anderen Substanzen aufgrund von Enzyminhibition oder -induktion

ist sehr unwahrscheinlich.

Probenecid vermindert die renale Clearance des Hauptmetaboliten, jedoch nicht die von

Levetiracetam. Die Konzentration des Hauptmetaboliten bleibt jedoch niedrig. Vermutlich verringern

auch andere Substanzen, die durch aktive tubuläre Sekretion ausgeschieden werden, die renale

Clearance dieses Metaboliten. Die Wirkung von Levetiracetam auf Probenecid wurde nicht

untersucht, und der Einfluss von Levetiracetam auf andere aktiv sezernierte Arzneimittel, wie z.B.

NSAR, Sulfonamide und Methotrexat, ist unbekannt.

Bei gleichzeitiger Gabe von anderen Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure,

Phenobarbital, Lamotrigin, Primidon und Gabapentin) verändern sich die pharmakokinetischen

Parameter von Levetiracetam nicht und umgekehrt beeinflusst auch Levetiracetam die

Serumkonzentrationen dieser Antiepileptika nicht.

Eine retrospektive Beurteilung der pharmakokinetischen Interaktionen bei Kindern und Jugendlichen

mit Epilepsie (4 – 17 Jahre) bestätigte, dass die Zusatztherapie mit Levetiracetam die Steady-State-

Serumkonzentrationen von gleichzeitig verabreichtem Carbamazepin und Valproat nicht beeinflusst.

Ähnliche Ergebnisse wurden für Topiramat und Lamotrigin beobachtet. Jedoch erhöhten

enzyminduzierende Antiepileptika (z.B. Carbamazepin) die Levetiracetam-Clearance um 22% und

verkürzten die Halbwertszeit von Levetiracetam um 22%. Dieser Befund wurde jedoch nicht als

klinisch relevant beurteilt und eine Dosisanpassung ist nicht notwendig.

Pharmakokinetische Studien zeigen keine Wechselwirkungen mit Digoxin, oralen Kontrazeptiva

(Ethinylestradiol und Levonorgestrel) und Warfarin. Endokrine Parameter (LH und Progesteron)

sowie die Prothrombinzeit werden nicht verändert.

Daten über eine mögliche Wechselwirkung von Levetiracetam mit Alkohol liegen nicht vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten von einem Spezialisten beraten werden. Für die Dauer der

Behandlung wird eine sichere Methode der Empfängnisverhütung empfohlen. Wenn eine Frau plant

schwanger zu werden, ist die Behandlung mit Levetiracetam zu überdenken. Wie bei anderen

Antiepileptika auch, ist ein plötzlicher Abbruch der Einnahme von Levetiracetam zu vermeiden, da

dies zu Entzugsanfällen oder Status epilepticus führen kann, die schwerwiegende Konsequenzen für

die Frau und das ungeborene Kind haben können. Soweit möglich ist eine Monotherapie zu

bevorzugen, da die Therapie mit mehreren Antiepileptika je nach Kombination mit einem höheren

Risiko für kongenitale Fehlbildungen verknüpft sein könnte als die Monotherapie.

Schwangerschaft

Ein hoher Anteil der Post-Marketing-Daten zu schwangeren Frauen, die eine Monotherapie mit

Levetiracetam erhalten haben (mehr als 1'800, von welchen die Einnahme in 1'500 Fällen im ersten

Schwangerschaftstrimester erfolgte), deuten nicht auf ein erhöhtes Risiko für schwere kongenitale

Fehlbildungen hin. Es liegen nur wenige Daten vor zur neurologischen Entwicklung bei Kindern, die

in utero einer Monotherapie mit Keppra ausgesetzt waren. Aktuelle epidemiologische Studien (mit

etwa 100 Kindern) weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Störungen oder Verzögerungen in der

neurologischen Entwicklung hin.

Levetiracetam kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn es nach sorgfältiger

Bewertung als klinisch notwendig erachtet wird. In diesem Fall wird die niedrigste wirksame Dosis

empfohlen.

Wie auch mit anderen antiepileptischen Arzneimitteln beobachtet, können physiologische

Veränderungen während der Schwangerschaft die Levetiracetam-Plasma-Konzentration

beeinflussen. Es gibt Berichte über die Abnahme der Levetiracetam-Plasma-Konzentration während

der Schwangerschaft.

Diese Abnahme ist deutlich ausgeprägter im dritten Trimenon (bis zu 60% der Anfangskonzentration

vor Schwangerschaftsbeginn).

Bei schwangeren Frauen, die mit Levetiracetam behandelt werden, sollte eine geeignete klinische

Überwachung gewährleistet sein.

Einnahme während der Stillzeit

Levetiracetam wird in die Muttermilch ausgeschieden. Daher wird das Stillen nicht empfohlen.

Sollte jedoch eine Behandlung mit Levetiracetam während der Stillzeit erforderlich sein, müssen

Nutzen und Risiko einer Behandlung, unter Berücksichtigung der Bedeutung des Stillens für den

Säugling, gegeneinander abgewogen werden.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Aufgrund einer möglichen individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit

können bei einigen Patienten zu Behandlungsbeginn oder nach einer Dosissteigerung Somnolenz

oder andere zentralnervöse Störungen auftreten. Deshalb ist bei Tätigkeiten, die ein hohes Mass an

Geschicklichkeit erfordern, wie z.B. beim Führen eines Fahrzeuges oder beim Bedienen von

Maschinen, Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Der behandelnde Arzt sollte berücksichtigen, dass die folgenden Daten aus Studien stammen, in

denen Keppra mit anderen Antiepileptika kombiniert wurde. Es war daher nicht in allen Fällen

möglich, die beobachteten unerwünschten Ereignisse einem bestimmten Arzneimittel zuzuordnen.

Die anhand der Studien gesammelten Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit bei erwachsenen

Patienten ergaben bei partiellen Anfällen, dass bei 46,4% der erwachsenen Patienten der Keppra-

Gruppe und bei 42% der Patienten der Placebo-Gruppe unerwünschte Wirkungen auftraten; 2,4%

bzw. 2,0% der Patienten der Keppra- bzw. der Placebo-Gruppe erlitten schwerwiegende

unerwünschte Wirkungen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen bei erwachsenen Patienten waren Somnolenz, Asthenie

und Benommenheit. Bei der zusammenfassenden Analyse der Daten zur Sicherheit und

Verträglichkeit konnte keine eindeutige Dosis-Nebenwirkungs-Beziehung festgestellt werden. Die

Inzidenz und der Schweregrad der zentralnervösen unerwünschten Wirkungen nahmen jedoch im

Laufe der Zeit ab.

Unter Monotherapie bei partiellen Anfällen trat bei 49,8% der Patienten mindestens eine

Nebenwirkung auf. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen waren Müdigkeit und

Somnolenz.

Eine Studie bei Erwachsenen und Jugendlichen mit myoklonischen Anfällen (12 bis 65 Jahre) zeigte,

dass bei 33.3% der Patienten der Keppra-Gruppe und bei 30.0% der Placebo-Gruppe unerwünschte

Wirkungen auftraten, die als mit der Behandlung zusammenhängend bewertet wurden. Die am

häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen und Somnolenz. Die

Inzidenz der unerwünschten Wirkungen bei Patienten mit myoklonischen Anfällen war niedriger als

die bei Patienten mit partiellen Anfällen (33,3% gegenüber 46,4%).

Eine Studie bei Erwachsenen und Kindern (4 bis 65 Jahre) mit idiopathischer generalisierter

Epilepsie mit primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen zeigte, dass 39,2% der Patienten der

mit Keppra behandelten Gruppe und 29,8% der mit Placebo behandelten Gruppe unerwünschte

Wirkungen hatten, die mit der Behandlung in Verbindung gebracht wurden. Die häufigste

unerwünschte Wirkung war Müdigkeit.

Säuglinge ab 1 Monat, Kinder und Jugendliche

Eine Studie, die bei pädiatrischen Patienten (1 Monat bis unter 4 Jahren) mit partiellen Anfällen

durchgeführt wurde, zeigte, dass bei 21,7% der Patienten der Keppra- und 7,1% der Patienten der

Placebo-Gruppe Nebenwirkungen auftraten. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten weder bei den

Patienten der Keppra- noch bei Patienten der Placebo-Gruppe auf. Die während der Langzeit-

Nachbeobachtungsstudie N01148 am häufigsten berichteten arzneimittelabhängigen

Nebenwirkungen in der pädiatrischen Population von 1 Monat bis unter 4 Jahren waren Reizbarkeit

(7,9%), Konvulsion (7,2%), Somnolenz (6,6%), psychomotorische Überaktivität (3,3%),

Schlafstörungen (3,3%) und Aggressionen (3,3%). Die Sicherheitsergebnisse bei pädiatrischen

Patienten stimmten mit dem Verträglichkeitsprofil von Levetiracetam bei Kindern und Jugendlichen

im Alter von 4 bis 16 Jahren überein.

Eine Studie bei Kindern (4 bis 16 Jahre) zeigte, dass bei 55,4% der pädiatrischen Patienten der

Keppra-Gruppe und bei 40,2% der Patienten der Placebo-Gruppe unerwünschte Wirkungen

auftraten; 0% bzw. 1,0% der pädiatrischen Patienten der Keppra- bzw. Placebo-Gruppe erlitten

schwerwiegende unerwünschte Wirkungen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen in der pädiatrischen Population waren Somnolenz,

Feindseligkeit, Nervosität, emotionale Labilität, Ruhelosigkeit, Asthenie, Anorexie und

Kopfschmerzen.

Ausserdem wurden psychopathologische Symptome berichtet wie Agitiertheit, Depersonalisierung,

Bewegungsunruhe (Hyperkinesie), Persönlichkeitsstörungen. Solche verhaltensbezogenen und

psychopathologischen Ereignisse traten häufiger bei Kindern auf als bei Erwachsenen (38,6% versus

18,6%).

In einer doppelblinden, placebokontrollierten pädiatrischen Sicherheitsstudie, die auf «Nicht-

Unterlegenheit» prüfte, wurde bestimmt, welche kognitiven und neuropsychologischen Effekte

Keppra auf Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren, die an partiellen Anfällen leiden, hat. Keppra war

im Vergleich zu Plazebo gleichwertig in Bezug auf die Differenz zu den Ausgangswerten des

«Leiter-R Attention and Memory, Memory Screen Composite Score» in der «Per-Protocol»

Patientenpopulation. Die Ergebnisse, die sich auf das Verhalten und die Gefühlslage bezogen, deuten

darauf hin, dass sich aggressives Verhalten bei den mit Keppra behandelten Patienten

verschlechterte. Dieses Ergebnis wurde unter standardisierten Bedingungen und unter Verwendung

einer validierten Messskala ermittelt (CBCL – Achenbach Child Behavior Checklist). Allerdings

zeigten Studienteilnehmer, die Keppra während der offenen Langzeit-Nachbeobachtungsstudie

einnahmen, im Durchschnitt keine Verschlechterung des Verhaltens und der Gefühlslage;

insbesondere waren die Ergebnisse für aggressives Verhalten nicht schlechter als die Ausgangswerte.

Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien (Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Säuglinge

ab 1 Monat) und aus den Erfahrungen nach der Zulassung sind in der folgenden System-

Organklassen-Tabelle nach Häufigkeit aufgeführt. Für klinische Versuche wird die Häufigkeit

folgendermassen definiert: sehr häufig: ≥1/10; häufig: ≥1/100, <1/10; gelegentlich: ≥1/1'000, <1/100;

selten: ≥1/10'000, <1/1'000; sehr selten: <1/10'000, inklusive Einzelfälle.

Die Daten aus Erfahrungen nach der Zulassung reichen nicht aus, um eine Schätzung über die

Inzidenz in der behandelten Population abzugeben.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektion, Nasopharyngitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Thrombozytopenie.

Erfahrungen nach der Zulassung: Panzytopenie (in einigen Fällen wurde eine

Knochenmarkssuppression festgestellt), Agranulozytose, Leukopenie, Neutropenie.

Erkrankungen des lmmunsystems

Erfahrungen nach der Zulassung: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms [DRESS], siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»); anaphylaktische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie, Gewichtszunahme.

Erfahrung nach der Zulassung: Gewichtsverlust, Hyponatriämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Agitation, Depression, emotionale Labilität/Stimmungsschwankungen, Feindseligkeit,

Aggression, Schlaflosigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Persönlichkeitsveränderungen, anormales

Denken.

Erfahrungen nach der Zulassung: anormales Verhalten, Wut, Panikattacke, Ängstlichkeit,

Verwirrungszustand, Halluzination, psychotische Störungen, suizidale Gedanken, Suizidversuch,

Suizid.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Somnolenz (5,1–16,8%).

Häufig: Amnesie, Koordinationsstörungen/Ataxie, Konvulsion, Benommenheit, Kopfschmerzen,

Hyperkinesie, Tremor, Gleichgewichtsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Beeinträchtigung des

Gedächtnisses.

Erfahrung nach der Zulassung: Choreoathetose, Dyskinesie, Parästhesie, Lethargie, Gehstörungen.

Augenerkrankungen

Häufig: Diplopie, verschwommenes Sehen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Schwindel.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie, Nausea, Erbrechen.

Erfahrungen nach der Zulassung: Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Erfahrung nach der Zulassung: Leberversagen, Hepatitis, anormale Leberfunktionstests.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Erfahrung nach der Zulassung: akute Nierenschädigung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, Ekzem, Juckreiz.

Erfahrungen nach der Zulassung: toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Erythema multiforme und Alopezie (in mehreren

Fällen von Alopezie wurde nach dem Absetzen von Levetiracetam eine Besserung beobachtet);

Angioödem.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgie.

Erfahrungen nach der Zulassung: Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und erhöhte

Kreatinphosphokinase im Blut1.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Asthenie (1,3–11,5%), Müdigkeit (7,7-10,1%).

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig: Verletzungen.

Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen

1Rhabdomyolyse und erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut treten bei japanischen Patienten im

Vergleich zu nicht-japanischen Patienten signifikant häufiger auf.

Überdosierung

Symptome

Bei Überdosierung von Keppra wurden Fälle von Somnolenz, Agitiertheit, Aggression,

Bewusstseinstrübung, Atemdepression und Koma beobachtet.

Massnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot für Levetiracetam ist nicht bekannt. Die Behandlung einer Überdosierung

erfolgt symptomatisch und kann eine Hämodialyse einschliessen. Die Extraktionsrate bei Dialyse

beträgt für Levetiracetam 60%, für den Metaboliten 74%.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX14

Der Wirkstoff Levetiracetam ist ein Pyrrolidon-Derivat (das S-Enantiomer des α-Ethyl-2-oxo-1-

pyrrolidin-acetamids) und ist chemisch nicht mit bekannten Antiepileptika verwandt.

Wirkungsmechanismus

Der Wirkmechanismus von Levetiracetam muss noch vollständig aufgeklärt werden, scheint sich

aber von den Wirkmechanismen der bekannten antiepileptischen Arzneimittel zu unterscheiden. In-

vitro- und In-vivo-Experimente deuten darauf hin, dass Levetiracetam grundlegende Zellfunktionen

und die normale Neurotransmission nicht verändert.

In-vitro-Studien zeigen, dass Levetiracetam die intraneuronalen Ca2+-Spiegel beeinflusst, indem der

durch N-Typ-Kanäle vermittelte Ca2+-Strom partiell inhibiert sowie die Freisetzung von Ca2+ aus

intraneuronalen Speichern vermindert wird. Weiterhin kehrt es partiell die Reduktion der GABA-

und Glycin-gesteuerten Ströme um, die durch Zink und β-Carboline induziert wird. Darüber hinaus

wurde in In-vitro-Studien gezeigt, dass Levetiracetam an eine spezifische Stelle im Hirngewebe von

Nagern bindet. Bei dieser Bindungsstelle handelt es sich um das synaptische Vesikelprotein 2A, von

dem angenommen wird, dass es an der Vesikelfusion und der Exozytose von Neurotransmittern

beteiligt ist.

Levetiracetam und verwandte Analoga weisen bei der Bindungsaffinität zum synaptischen

Vesikelprotein 2A eine Rangfolge auf, die im audiogenen Epilepsie-Modell an der Maus mit der

Potenz ihres antikonvulsiven Schutzes korreliert ist. Dieser Befund weist darauf hin, dass die

Interaktion zwischen Levetiracetam und dem synaptischen Vesikelprotein 2A zu dem

antiepileptischen Wirkmechanismus der Substanz beizutragen scheint.

Pharmakodynamik

Levetiracetam ist in den klassischen Screening-Modellen für Antikonvulsiva nicht aktiv.

Levetiracetam gewährt aber in einer Vielzahl von Tiermodellen für partielle und primär

generalisierte Anfälle einen starken Anfallsschutz, verbunden mit einem ungewöhnlich hohen

Sicherheitsabstand zwischen therapeutischen Dosen und den Dosen, bei denen Nebenwirkungen

ausgelöst werden können.

Klinische Wirksamkeit

Zusatzbehandlung partieller Anfälle mit und ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen,

Jugendlichen, Kindern und voll ausgereiften Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie

Die therapeutische Wirksamkeit und Sicherheit von Levetiracetam wurde bei über 3'000 Patienten

und Probanden untersucht. Der grundlegende Nachweis der Wirksamkeit wurde durch drei

randomisierte, placebokontrollierte Studien mit insgesamt 904 erwachsenen Patienten erbracht. Die

Studienteilnehmer waren Patienten mit refraktärer Epilepsie, bei denen Anfälle mit oder ohne

sekundäre Generalisierung auftraten, obwohl sie auf ein stabiles Dosisschema mit maximal zwei

Standard–Antiepileptika eingestellt waren. In diesem Patientenkollektiv wurde ein klinisch

relevanter Nutzen von Levetiracetam nachgewiesen. Levetiracetam als Zusatzbehandlung in

Tagesdosen von 1000 bis 3000 mg konnte die Anfallshäufigkeit bei Patienten mit refraktärer

partieller Epilepsie im Vergleich zu Placebo signifikant verringern. Die Verringerung der

Anfallshäufigkeit betrug zwischen 17% und 40% gegenüber dem Ausgangswert, verglichen mit 6%–

7% bei Placebo. Die Ansprechrate in der aktiven Gruppe lag zwischen 22% und 42% (Placebo: 10%-

16%).

Bei pädiatrischen Patienten (1 Monat bis unter 4 Jahren) wurde die Wirksamkeit von Levetiracetam

in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 116 Patienten und einer Behandlungsdauer

von 5 Tagen nachgewiesen. In dieser Studie erhielten die Patienten in Übereinstimmung mit ihrer

altersabhängigen Dosierungsempfehlung eine Tagesdosis von 20 mg/kg, 25 mg/kg, 40 mg/kg oder

50 mg/kg der Lösung zum Einnehmen. In dieser Studie wurde bei Säuglingen ab 1 Monat bis unter

6 Monaten eine Dosis von 20 mg/kg/Tag, die auf 40 mg/kg/Tag gesteigert wurde, verwendet. Bei

Säuglingen und Kleinkindern ab 6 Monaten bis unter 4 Jahren wurde eine Dosis von 25 mg/kg/Tag,

die bis auf 50 mg/kg/Tag gesteigert wurde, verwendet. Die Tagesgesamtdosis wurde auf zwei

Einzelgaben aufgeteilt.

Die primäre Wirksamkeitsvariable war der prozentuale Anteil der Patienten, bei denen sich die

Frequenz der täglichen partiellen Anfälle im Vergleich zum Ausgangswert um mindestens 50%

reduzierte. Dies wurde durch einen verblindeten, zentralen Befunder auf der Basis von 48-Stunden-

Video-EEGs ausgewertet. Die Bewertung der Wirksamkeit basierte auf den 24-Stunden Video-EEGs

von 109 Patienten, die zu Beginn und zu den Beobachtungszeitpunkten aufgezeichnet wurden. 43,6%

der mit Levetiracetam behandelten Patienten und 19,6% der Patienten, die Placebo erhielten,

sprachen auf die Behandlung an. Die Ergebnisse sind über die verschiedenen Altersgruppen hinweg

einheitlich. Wurde die Behandlung über einen längeren Zeitraum weitergeführt, waren 8,6% der

Patienten für mindestens 6 Monate und 7,8% der Patienten für mindestens 1 Jahr anfallsfrei.

Bei Kindern und Jugendlichen (4 bis 16 Jahre) wurde die Wirksamkeit von Levetiracetam in einer

doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 198 Patienten und einer Behandlungsdauer von 14

Wochen untersucht. In dieser Studie erhielten die Patienten Levetiracetam in einer festen Dosierung

von 60 mg/kg/Tag (aufgeteilt auf 2 Einzelgaben).

Bei 44,6% der mit Levetiracetam und bei 19,6% der mit Placebo behandelten Patienten war die

Häufigkeit der partiellen Anfälle pro Woche im Vergleich zur Baseline um 50% oder mehr reduziert.

Bei fortgesetzter Langzeitbehandlung waren 11,4% der Patienten für mindestens 6 Monate und 7,2%

für mindestens 1 Jahr anfallsfrei.

Zusatzbehandlung myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit

juveniler myoklonischer Epilepsie

Die Wirksamkeit von Levetiracetam wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit

einer Dauer von 16 Wochen bei Patienten ab 12 Jahren, die an verschiedenen Syndromen

idiopathischer generalisierter Epilepsie mit myoklonischen Anfällen litten, nachgewiesen. Die

Mehrzahl der Patienten hatte juvenile myoklonische Epilepsie. In dieser Studie betrug die

Levetiracetam-Dosis 3000 mg/Tag, die auf zwei Einzelgaben aufgeteilt wurde. Bei 58,3% der mit

Levetiracetam und bei 23,3% der mit Placebo behandelten Patienten reduzierten sich die Tage mit

myoklonischen Anfällen pro Woche um mindestens 50%. Bei fortgesetzter Langzeitbehandlung

waren 28,6% der Patienten für mindestens 6 Monate und 21,0% der Patienten für mindestens 1 Jahr

frei von myoklonischen Anfällen.

Zusatzbehandlung von primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Erwachsenen und

Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie

Die Wirksamkeit von Levetiracetam wurde in einer 24-wöchigen, doppelblinden,

placebokontrollierten Studie untersucht, welche erwachsene Patienten, Jugendliche und eine

limitierte Anzahl Kinder einschloss, die an verschiedenen Syndromen idiopathischer generalisierter

Epilepsie und primär generalisierten tonisch-klonischen (PGTK-)Anfällen (juvenile myoklonische

Epilepsie, juvenile Absencen-Epilepsie, kindliche Absencen-Epilepsie oder Epilepsie mit Aufwach-

Grand-Mal-Anfällen) litten.

In dieser Studie wurden Erwachsene und Jugendliche mit 3000 mg/Tag und Kinder mit 60

mg/kg/Tag behandelt. Das Arzneimittel wurde aufgeteilt auf zwei gleich grosse tägliche Gaben,

verabreicht. Bei 72,2% der mit Levetiracetam behandelten Patienten und bei 45,2% der mit Placebo

behandelten Patienten zeigte sich eine 50%ige oder höhere Reduktion der PGTK-Anfälle pro Woche.

Mit einer weitergeführten Langzeitbehandlung waren 47,4% der Patienten für mindestens sechs

Monate und 31,5% für mindestens ein Jahr frei von tonisch-klonischen Anfällen.

Monotherapie partieller Anfälle mit und ohne sekundäre Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren

mit Epilepsie

Die Wirksamkeit von Levetiracetam als Monotherapie wurde in einer Nicht-Unterlegenheits-Studie

im Vergleich zu kontrolliert freigesetztem (controlled release, CR) Carbamazepin in einem

doppelblinden Parallelgruppen-Design bei 576 Patienten ab 16 Jahren mit neu oder kürzlich

diagnostizierter Epilepsie nachgewiesen. Die Patienten mussten entweder nichtprovozierte partielle

Anfälle oder generalisierte tonisch-klonische Anfälle aufweisen. Die Patienten wurden auf 400–

1200 mg Carbamazepin CR/Tag oder auf 1000–3000 mg Levetiracetam/Tag randomisiert. Die Dauer

der Behandlung betrug je nach Ansprechen bis zu 121 Wochen. Bei 73,0% der mit Levetiracetam

und bei 72,8% der mit Carbamazepin CR behandelten Patienten wurde eine Anfallsfreiheit von 6

Monaten erreicht; der berechnete absolute Unterschied zwischen den Behandlungen betrug 0,2%

(95%-KI: -7,8 8,2). Mehr als die Hälfte der Patienten blieb 12 Monate lang anfallsfrei (56,6% der mit

Levetiracetam bzw. 58,5% der mit Carbamazepin CR behandelten Patienten).

Konversion zur Monotherapie

Bei 36 von 69 erwachsenen Patienten (52%) mit fokaler Epilepsie, die erfolgreich auf eine

Zusatztherapie mit Levetiracetam angesprochen hatten, war dieser Effekt auch nach Umstellung auf

eine Levetiracetam-Monotherapie über 12 Wochen nachweisbar.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Profil zeichnet sich durch Dosislinearität, verbunden mit einer geringen

intra- und interindividuellen Variabilität aus. Die Clearance verändert sich nach wiederholter

Anwendung nicht. Es gibt keinen Hinweis auf relevante geschlechts- oder ethnienspezifische

Unterschiede oder zirkadiane Schwankungen. Das pharmakokinetische Profil bei gesunden

Probanden und bei Patienten mit Epilepsie ist vergleichbar.

Aufgrund der vollständigen und linearen Resorption von Levetiracetam ist es möglich, die

Plasmaspiegel anhand der verabreichten oralen Dosis (mg/kg Körpergewicht) vorherzusagen. Es ist

daher nicht notwendig, die Plasmaspiegel von Levetiracetam zu überwachen.

Erwachsene (≥18 Jahre) und Jugendliche (12–17 Jahre)

Absorption

Levetiracetam wird nach oraler Gabe rasch resorbiert, maximale Plasmakonzentrationen (Cmax)

werden ca. 1,3 Stunden nach der Einnahme erzielt. Die orale absolute Bioverfügbarkeit beträgt

nahezu 100%. Bei einer zweimal täglichen Gabe wird die Steady-State-Konzentration nach 2 Tagen

erreicht. Die maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) betragen etwa 31 bzw. 43 µg/ml nach einer

Einmalgabe von 1000 mg bzw. nach der wiederholten Gabe von 1000 mg zweimal täglich. Das

Ausmass der Resorption wird durch Nahrungsmittel nicht beeinflusst.

Distribution

Weder Levetiracetam noch sein Hauptmetabolit werden signifikant an Plasmaproteine gebunden

(<10%). Das Verteilungsvolumen von Levetiracetam beträgt annähernd 0,5-0,7 l/kg; ein Wert, der

nahe am Volumen der intra- und extrazellulären Flüssigkeit liegt.

Es konnte eine signifikante Korrelation zwischen Speichel- und Plasmakonzentrationen aufgezeigt

werden (das Verhältnis von Speichel- zu Plasmakonzentration war zwischen 1 und 1,6).

Metabolismus

Der Hauptmetabolisierungsweg ist die enzymatische Hydrolyse der Acetamidgruppe von

Levetiracetam (24% der Dosis) zum inaktiven Metaboliten. Bei der Bildung dieses Metaboliten sind

Isoformen des Cytochrom-P450-Systems der Leber nicht beteiligt. Die Hydrolyse der

Acetamidgruppe erfolgt in verschiedenen Geweben und im Vollblut, dagegen nicht im Plasma.

Weiterhin wurden zwei Nebenmetaboliten identifiziert. Der eine entsteht durch Hydroxylierung des

Pyrrolidinrings (1,6% der Dosis), der andere durch Öffnung des Pyrrolidinrings (0,9% der Dosis).

Weitere, nicht-identifizierte Abbauprodukte haben einen Anteil von 0,6% der Dosis.

Weder für Levetiracetam noch für seinen inaktiven Hauptmetaboliten wurde in vivo eine

Umwandlung der Enantiomere ineinander festgestellt.

Elimination

Die Plasmahalbwertszeit beträgt 7,2 Stunden. Die Gesamtkörperclearance beträgt im Mittel 0,96

ml/min/kg.

Die Ausscheidung erfolgt mit ca. 95% der Dosis hauptsächlich über den Urin. Lediglich 0,3% der

Dosis werden mit den Faeces ausgeschieden. Die kumulierte renale Ausscheidung von Levetiracetam

und seinem Hauptmetaboliten innerhalb der ersten 48 Stunden liegt bei 66% bzw. 24% der

verabreichten Dosis. Die renale Clearance von Levetiracetam und dem Metaboliten beträgt 0,6 bzw.

4,2 ml/min/kg. Diese Werte deuten darauf hin, dass Levetiracetam über glomeruläre Filtration

ausgeschieden wird und anschliessend tubulär rückresorbiert wird, während der Hauptmetabolit

glomerulär filtriert und zusätzlich noch aktiv tubulär sezerniert wird. Die Elimination von

Levetiracetam korreliert mit der Kreatinin-Clearance.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Halbwertszeit von Levetiracetam verlängert sich bei älteren Patienten um etwa 40% auf 10-11

Stunden. Dies hängt mit der verminderten Nierenfunktion bei dieser Personengruppe zusammen

(siehe «Dosierung/Anwendung»).

Kinder (4-12 Jahre)

Nach Verabreichung einer Einzeldosis von 20 mg/kg an Kinder mit Epilepsie (6–12 Jahre) beträgt

die Halbwertszeit von Levetiracetam 6,0 Stunden. Die Gesamtkörperclearance ist um etwa 30%

höher als bei erwachsenen Epileptikern.

Nach wiederholter oraler Verabreichung (20 bis 60 mg/kg/Tag) wurde Levetiracetam bei Kindern

mit Epilepsie (4 bis 12 Jahre) rasch absorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen wurden 0,5-1,0

Stunden nach der Einnahme beobachtet. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei ungefähr 5 Stunden.

Die Gesamtkörperclearance beträgt 1,1 ml/min/kg.

Voll ausgetragene Säuglinge und Kinder (1 Monat bis unter 4 Jahren)

Nach Anwendung einer Einzeldosis (20 mg/kg) einer 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen bei

Kindern mit Epilepsie (1 Monat bis 4 Jahre) wurde Levetiracetam schnell resorbiert. Maximale

Plasmakonzentrationen wurden etwa 1 Stunde nach der Dosisgabe beobachtet. Die

pharmakokinetischen Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Halbwertszeit kürzer (5,3 h) als bei

Erwachsenen (7,2 h) und die scheinbare Clearance schneller (1,5 ml/min/kg) als bei Erwachsenen

(0,96 ml/min/kg) war.

In populationspharmakokinetischen Untersuchungen bei Patienten ab 1 Monat bis zu 16 Jahren

korrelierte das Körpergewicht signifikant mit der scheinbaren Körperclearance (die Clearance wurde

mit zunehmendem Körpergewicht grösser) und dem scheinbaren Verteilungsvolumen. Das Alter

hatte ebenfalls Einfluss auf beide Parameter. Dieser Effekt war besonders ausgeprägt bei Säuglingen,

liess mit zunehmendem Alter nach und wurde vernachlässigbar ab dem Alter von ungefähr 4 Jahren.

In beiden populationspharmakokinetischen Untersuchungen wurde eine 20%ige Steigerung der

scheinbaren Körperclearance von Levetiracetam beobachtet, wenn es zusammen mit einem enzym-

induzierenden Antiepileptikum verabreicht wurde.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Gesamtkörperclearance von Levetiracetam und seinem Hauptmetaboliten korreliert mit der

Kreatinin-Clearance. Es wird daher empfohlen, die tägliche Erhaltungsdosis von Keppra

entsprechend der Kreatinin-Clearance bei Patienten mit mässiger bis schwerer

Nierenfunktionsstörung anzupassen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei anurischen erwachsenen Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium beträgt die

Halbwertszeit ca. 25 Stunden zwischen zwei Dialysevorgängen bzw. 3,1 Stunden während der

Dialyse. Während einer typischen, 4-stündigen Dialyse werden 51% der Levetiracetam-Dosis aus

dem Plasma entfernt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Beeinträchtigung der Leberfunktion ist die Clearance von

Levetiracetam nur unwesentlich verändert. Dagegen ist bei den meisten Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung aufgrund einer gleichzeitig vorliegenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion

die Clearance von Levetiracetam um mehr als 50% herabgesetzt (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität und zum

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten kein besonderes Risiko für den Menschen

erkennen. Studien an Mäusen und Ratten ergaben kein karzinogenes Potential von Levetiracetam.

Nebenwirkungen, die bei Ratten und in geringerem Ausmass auch bei Mäusen nach Exposition im

humantherapeutischen Bereich auftraten und nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, jedoch

als möglicherweise relevant für die klinische Anwendung zu bewerten sind, waren

Leberveränderungen, die auf eine adaptive Reaktion hinweisen, wie z.B. erhöhtes Lebergewicht,

zentrolobuläre Hypertrophie, Fettinfiltration und erhöhte Leberenzyme im Plasma.

In reproduktionstoxikologischen Studien an der Ratte, bei Wirkstoffspiegeln ähnlich oder höher

denen beim Menschen, wirkte Levetiracetam toxisch auf die Entwicklung (vermehrte

Skelettveränderungen/geringfügige Skelettanomalien, verzögertes Wachstum, erhöhte Sterblichkeit

der Jungtiere). Beim Kaninchen wurden nach maternaltoxischen Dosierungen schädliche Wirkungen

auf den Embryo beobachtet (Tod des Embryo, vermehrte Skelettanomalien und vermehrte

Missbildungen). Der Wirkstoffspiegel, bei dem noch kein toxischer Effekt beim Kaninchen

beobachtet wurde, betrug etwa das 4- bis 5-fache des Wirkstoffspiegels beim Menschen.

Studien mit neonatalen und juvenilen Ratten und Hunden zeigten keine für den Menschen relevanten

Wirkungen auf irgendeinen der Entwicklungs- oder Reifungsendpunkte bei Dosen bis zu 1800

mg/kg/Tag. Die Exposition bei den Tieren lag deutlich über der Exposition, die beim Menschen nach

maximal empfohlener Dosierung zu finden ist.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Es ist keine Beeinflussung von diagnostischen Methoden durch Keppra bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Nach Anbruch die Lösung innerhalb von 7 Monaten aufbrauchen.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalpackung aufbewahren und für Kinder unzugänglich

aufbewahren.

Zulassungsnummer

55297, 57489 (Swissmedic).

Packungen

Keppra 250 mg Filmtabletten (teilbar)

Packung zu 30 Filmtabletten (B)

Keppra 500 mg Filmtabletten (teilbar)

Packungen zu 20, 100 und 200 (Mehrfachpackung) Filmtabletten (B)

Keppra 1000 mg Filmtabletten (teilbar)

Packungen zu 30, 100 und 200 (Mehrfachpackung) Filmtabletten (B)

Keppra Lösung 100 mg/ml

Flasche zu 300 ml (mit Dosierpipette 10 ml und Adapter) (B)

Keppra Lösung 100 mg/ml

Flasche zu 150 ml (mit Dosierpipette 1 ml und Adapter) (B)

Keppra Lösung 100 mg/ml

Flasche zu 150 ml (mit Dosierpipette 3 ml und Adapter) (B)

Zulassungsinhaberin

UCB-Pharma AG, Bulle.

Stand der Information

Dezember 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen