Itracim Kapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
itraconazolum
Verfügbar ab:
Acino Pharma AG
ATC-Code:
J02AC02
INN (Internationale Bezeichnung):
itraconazolum
Darreichungsform:
Kapseln
Zusammensetzung:
Kapsel: itraconazolum 100 mg, saccharomonospora, sphaerae 195 mg, hypromellosum, sorbitani stearas, silica colloidalis hydrica, Kapselhülle: Gelatine, E-171, E 172 (rubrum), pro Kapsel.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antimykotikum
Zulassungsnummer:
57544
Berechtigungsdatum:
2006-09-04

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Itracim, Kapseln

Was ist Itracim und wann wird es angewendet?

Itracim ist ein Arzneimittel gegen verschiedene Pilzkrankheiten der Haut, der Genitalien und des

Mundes. Dafür genügt meistens eine kurze Behandlungsdauer. Itracim wirkt auch gegen bestimmte

Pilzkrankheiten der Nägel und der inneren Organe, erfordert dann aber eine längere

Behandlungsdauer. Es greift in den Stoffwechsel der Membran der Pilzzellen ein; dadurch sterben

diese ab oder können leichter von der körpereigenen Abwehr beseitigt werden.

Itracim darf nur auf Verschreibung des Arztes resp. der Ärztin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen

Erkrankung verschrieben.

Das Antimykotikum in Itracim ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten

verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten

Antimykotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die

Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren Infektionen dürfen

Sie Itracim nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.

Wann darf Itracim nicht angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe darf Itracim nicht eingenommen

werden.

Während der Schwangerschaft darf Itracim nicht eingenommen werden, ausser Ihr Arzt/Ihre Ärztin

ist über die Schwangerschaft orientiert und verordnet es ausdrücklich; eine Schwangerschaft ist vor

der Einnahme von Itracim auszuschliessen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen sich während der Behandlung mit Itracim sowie bis 2 Monate

über das Behandlungsende hinaus zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützen. Dazu müssen sie

mindestens eine sehr zuverlässige Methode der Empfängnisverhütung (z.B. eine Kupfer- oder

Hormonspirale oder ein Hormonstäbchen) oder zwei zuverlässige Methoden, die auf

unterschiedliche, sich ergänzende Weise funktionieren (z.B. eine hormonelle Verhütungspille und

ein Kondom), anwenden.

Wenn Sie an Herzschwäche (Herzinsuffizienz) leiden, dürfen Sie Itracim nicht einnehmen, ausser Ihr

Arzt/Ihre Ärztin ist darüber informiert und verordnet es ausdrücklich. Falls während der Behandlung

mit Itracim Kurzatmigkeit, unerwartete Gewichtszunahme, geschwollene Beine, ungewohnte

Müdigkeit oder plötzliches Aufwachen in der Nacht auftreten, müssen Sie unverzüglich ärztliche

Hilfe aufsuchen.

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn Sie auf andere Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen

allergisch sind.

Wenn Sie Itracim einnehmen, dürfen Sie die folgenden Arzneimittel nicht einnehmen:

×bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Angina pectoris (starke drückende Schmerzen in der

Brust) oder von Bluthochdruck oder von Herzrhythmusstörungen wie Felodipin, Lercanidipin,

Ivabradin, Ranolazin, Chinidin, Dronedaron;

×Ticagrelor, ein Arzneimittel, das die Blutgerinnung verlangsamt;

×bestimmte Arzneimittel, die das Cholesterin senken (z.B. Simvastatin);

×bestimmte Schlafmittel wie Midazolam (oral), Triazolam;

×bestimmte Arzneimittel gegen psychotische Störungen wie Sertindol, Quetiapin;

×Methadon gegen starke Schmerzen oder zum Suchtmanagement;

×Ergot-Alkaloide wie Dihydroergotamin zur Behandlung von Migräne;

×Ergot-Alkaloide wie z.B. Methylergometrin (Methylergonovin), welche zur Kontrolle von

Blutungen und zur Förderung der Uteruskontraktion nach der Geburt angewendet werden;

×Sildenafil, Vardenafil zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie (erhöhter Blutdruck in den

Blutgefässen der Lunge);

×Domperidon gegen Übelkeit und Erbrechen.

Wann ist bei der Einnahme von Itracim Vorsicht geboten?

Bei bestehenden Lebererkrankungen oder wenn bei der Behandlung mit einem anderen Arzneimittel

unerwünschte Wirkungen auf die Leber festgestellt wurden, soll der Arzt/die Ärztin informiert

werden, da in diesen Fällen das Risiko für schwere Leberprobleme erhöht ist.

Stoppen Sie die Einnahme von Itracim und suchen Sie sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf, falls

während der Behandlung Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit,

Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, blasse Stühle oder dunkler Urin auftreten.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin über diese Symptome umgehend informieren, da

möglicherweise Leberprobleme mit schwerwiegendem Verlauf auftreten können. Wenn Sie Itracim

einnehmen, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin möglicherweise regelmässig Blutuntersuchungen anordnen.

Der Grund dafür ist die frühe Feststellung von Leberstörungen, denn solche Störungen können sehr

selten auftreten.

Falls Sie Nierenprobleme haben, sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, da eventuell die

Dosis angepasst werden muss.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn an Händen oder Füssen ein ungewohntes

Kribbeln, Schwäche oder Taubheit auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie Herzprobleme haben oder an einer Nieren- oder

Lungenerkrankung leiden.

Suchen Sie sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf oder kontaktieren Sie ihn/sie umgehend beim Auftreten

von Atemproblemen (Kurzatmigkeit), bei unerwarteter Gewichtszunahme, beim Anschwellen der

Beine, bei ungewöhnlicher Müdigkeit oder falls Sie während der Nacht plötzlich anfangen,

ungewöhnlich oft aufzuwachen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn

unter der Einnahme von Itracim Kapseln eine schwere allergische Reaktion (gekennzeichnet durch

schweren Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Atemschwierigkeiten und/oder geschwollenes

Gesicht) auftritt.

Brechen Sie sofort die Behandlung mit Itracim Kapseln ab und informieren Sie umgehend Ihren

Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie überempfindlich gegen Sonnenlicht werden.

Brechen Sie sofort die Behandlung mit Itracim Kapseln ab und informieren Sie umgehend Ihren

Arzt/Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen eine schwere Hauterkrankung wie z.B. ein grossflächiger

Hautausschlag mit Ablösen der Haut sowie Bläschen in der Mundhöhle, an den Augen und an den

Genitalien oder ein Hautausschlag mit kleinen Eiterbläschen oder Blasen auftritt.

Itracim kann die Wirkung zahlreicher anderer Arzneimittel ungünstig beeinflussen oder wird durch

andere Arzneimittel selbst ungünstig beeinflusst. Teilen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker resp. Ihrer

Ärztin oder Apothekerin mit, welche Arzneimittel Sie momentan einnehmen. Nehmen Sie während

der Behandlung mit Itracim keine weiteren Arzneimittel ein ohne vorher Ihren Arzt/Ihre Ärztin zu

informieren (siehe auch «Wann darf Itracim nicht angewendet werden?»).

Die gleichzeitige Anwendung folgender Arzneimittel muss mit dem Arzt/der Ärztin abgesprochen

werden, damit er/sie die erforderlichen Massnahmen treffen kann:

·Mittel zur Behandlung von Epilepsie (z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital);

·Mittel zur Behandlung gegen Tuberkulose (z.B. Rifampicin, Rifabutin, Isoniazid);

·Mittel zur Behandlung von AIDS (z.B. Efavirenz, Nevirapin);

·Mittel, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten (= pflanzliche Produkte, welche bei

gedrückter Stimmung und depressiven Symptomen eingesetzt werden);

·Mittel zur Behandlung der zystischen Fibrose (Lumacaftor und Ivacaftor);

·Mittel gegen Herzkrankheiten oder hohen Blutdruck wie Digoxin und gewisse Calciumkanalblocker

einschliesslich Verapamil oder Aliskiren, Diltiazem;

·Riociguat, Tadalafil zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie (erhöhter Blutdruck in den

Blutgefässen der Lunge);

·Orale Arzneimittel zur «Blutverdünnung» (zur Verlangsamung der Blutgerinnung) wie Apixaban,

Rivaroxaban, Phenprocoumon, Acenocoumarol oder Dabigatran;

·Arzneimittel, welche zum Einnehmen, zur Inhalation und als Injektion bei entzündlichen

Erkrankungen, Asthma und Allergien verabreicht werden wie Salmeterol oder Methylprednisolon,

Budesonid, Fluticason und Dexamethason;

·Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems z.B. nach Organtransplantationen wie

Everolimus, Sirolimus oder Cyclosporin, Tacrolimus;

·Antibiotika wie Ciprofloxacin, Clarithromycin, Erythromycin;

·bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von AIDS wie Cobicistat, Elvitegravir und

Proteasehemmer: z.B. Ritonavir, Darunavir;

·Simeprevir zur Behandlung einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus;

·zahlreiche Arzneimittel gegen Krebs wie Cobimetinib, Dasatinib, Docetaxel, Ibrutinib, Nilotinib,

Olaparib, Trabectedin, Trastuzumab, Vinblastin, Vincristin, Gefitinib, Idelalisib, Imatinib, Ponatinib,

Vandetanib;

·Arzneimittel gegen Schlafstörungen (Tranquilizer) wie Midazolam i.v., Zopiclon;

·Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen oder Schizophrenie,

z.B. Venlafaxin, Alprazolam, Aripiprazol, Haloperidol, Risperidon;

·Starke Schmerzmittel wie Fentanyl oder Alfentanil, Oxycodon;

·Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes (erhöhter Blutzucker) wie Repaglinid;

·Gewisse Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen während einer Krebsbehandlung wie

Aprepitant;

·Arzneimittel zur Behandlung der überaktiven Harnblase wie Fesoterodin, Oxybutynin, Solifenacin;

·Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen wie Vardenafil oder Sildenafil;

·Loperamid zur Behandlung von Durchfall;

·Chinin zur Behandlung von Malaria;

·Atorvastatin, ein Arzneimittel zur Senkung von Cholesterin.

·Galantamin zur Behandlung von der Alzheimerkrankheit.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie unter einer Neutropenie (Mangel an

Granulozyten) oder AIDS leiden oder wenn Sie ein transplantiertes Organ besitzen. Die Dosis von

Itracim muss evtl. angepasst werden.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie Symptome eines Hörverlustes

bemerken und brechen Sie die Behandlung mit Itracim ab. In einigen sehr wenigen Fällen wurde

über einen vorübergehenden oder anhaltenden Hörverlust bei Patienten unter Behandlung von

Itracim berichtet.

Informieren Sie Ihren Arzt/ Ihre Ärztin, wenn Sehstörungen (verschwommenes Sehen oder

Doppeltsehen) oder Ohrgeräusche auftreten oder wenn Sie die Kontrolle über die Harnentleerung

verlieren oder häufiger urinieren als gewöhnlich.

Kinder und Jugendliche

Da Erfahrungen mit Itracim bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen fehlen, darf dieses

nur verabreicht werden, wenn der Nutzen einer Behandlung die möglichen Risiken übersteigt.

Darüber entscheidet Ihr Arzt/Ihre Ärztin.

Ältere Patienten

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Itracim bei älteren Patienten vorliegen,

wird empfohlen, Itracim Kapseln bei diesen Patienten nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen

einer Behandlung die möglichen Risiken übersteigt. Darüber entscheidet Ihr Arzt/Ihre Ärztin.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn sie unter einer eingeschränkten Nierenfunktion

leiden, da in diesem Falle das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden ist.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn sie unter einer eingeschränkten Leberfunktion

leiden, da in diesem Falle das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden ist.

Bitte nehmen Sie Itracim erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Itracim während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft darf Itracim nicht eingenommen werden (Vorsichtsmassnahmen siehe

«Wann darf Itracim nicht angewendet werden?»).

Während der Stillzeit darf Itracim nicht ohne Absprache mit dem Arzt/der Ärztin eingenommen

werden, da kleine Mengen des Wirkstoffes in die Muttermilch übertreten.

Wie verwenden Sie Itracim?

Itracim Kapseln sollen jeweils unmittelbar nach einer vollen Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit

eingenommen werden. Die Kapseln sind als Ganzes einzunehmen.

Damit Itracim ausreichend in den Körper aufgenommen werden kann, muss genügend Magensäure

vorhanden sein. Deshalb sollten Arzneimittel, welche die Magensäure neutralisieren, mindestens 1

Stunde vor der Einnahme von Itracim oder frühestens 2 Stunden nach der Einnahme von Itracim

eingenommen werden. Falls Sie Arzneimittel einnehmen, welche die Magensäure-Produktion

blockieren, sollten Sie Itracim zusammen mit einem säurehaltigen Getränk wie Cola (Nicht-Diät-

Cola) einnehmen. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin.

Wenn vom Arzt resp. der Ärztin nicht anders verordnet, wird Itracim wie folgt eingenommen:

Erwachsene

Hautpilzerkrankungen

Pilzbefall behaarter oder unbehaarter Haut: 1 Kapsel täglich während 2 Wochen.

Pilzbefall an den Füssen oder Händen: 1 Kapsel täglich während 4 Wochen.

Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

2 Kapseln 1× täglich während 5 - 7 Tagen.

Pilzerkrankungen der Scheide oder der äusseren Geschlechtsteile

Am Tag der Konsultation: 2 Kapseln nach dem nächsten Essen.

Am folgenden Tag: 2 Kapseln nach dem ersten Essen.

Hefepilzbefall im Mund-Rachenbereich

1 Kapsel täglich während 2 Wochen.

Pilzerkrankungen der Nägel

Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird entscheiden, ob eine fortdauernde (kontinuierliche) oder eine zyklische

Therapie (periodische Wiederholung) zu wählen ist:

Fortdauernde Therapie: Bei Pilzbefall der Zehennägel mit oder ohne Befall der Fingernägel 2

Kapseln 1× täglich während 3 Monaten.

Zyklische Therapie: 2 Kapseln 2× täglich während 1 Woche (=1 Zyklus) gefolgt von 3 Wochen

Pause. Bei Pilzbefall der Fingernägel diesen Zyklus 1×, bei Pilzbefall der Zehennägel 2×

wiederholen. Vergleichen Sie auch die folgende Tabelle:

Nur Befall der Fingernägel

Woche 1: 2× täglich 2 Kapseln.

Woche 2: Keine Therapie.

Woche 3: Keine Therapie.

Woche 4: Keine Therapie.

Woche 5: 2× täglich 2 Kapseln.

Woche 6: Therapie-Ende.

Befall der Zehennägel mit oder ohne Fingernägel

Woche 1: 2× täglich 2 Kapseln.

Woche 2: Keine Therapie.

Woche 3: Keine Therapie.

Woche 4: Keine Therapie.

Woche 5: 2× täglich 2 Kapseln.

Woche 6: Keine Therapie.

Woche 7: Keine Therapie.

Woche 8: Keine Therapie.

Woche 9: 2× täglich 2 Kapseln.

Woche 10: Therapie-Ende.

Der Wirkstoff von Itracim bleibt noch während 2–4 Wochen nach Behandlungsende in der Haut und

während 6–9 Monaten in den Nägeln. Aus diesem Grunde wird eine optimale Wirkung oft erst

mehrere Wochen resp. Monate nach dem Therapieende erreicht und die Haut- resp. Nageldefekte

verschwinden oft erst während dieser Zeit. Seien Sie deshalb nicht beunruhigt, wenn Sie unmittelbar

während der Therapie noch keine Besserung beobachten und fahren Sie mit der Behandlung von

Itracim, wie von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verordnet, fort.

Pilzinfektionen der inneren Organe

Abhängig von der Art der Infektion sind 1× täglich 1 Kapsel bis zu 2× täglich 2 Kapseln über

mehrere Monate erforderlich.

Eine begonnene Antimykotika-Therapie sollte so lange wie vom Arzt/von der Ärztin verordnet

durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne Rücksprache

mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Itracim haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Itracim auftreten:

Häufig

Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen.

Gelegentlich

Infektionen der oberen Atemwege (wie Nasennebenhöhlenentzündung,

Nasenschleimhautentzündung), Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwindel, Verdauungsstörungen,

Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Erbrechen, Nesselsucht, Hautauschlag, Menstruationsstörungen.

Selten

Änderungen des Blutbildes, Serumkrankheit, Angioödem (Schwellung vorwiegend an Augenlidern,

Lippen, Kinn, Wangen oder Zunge), anaphylaktische Reaktionen, erhöhte Blutfettwerte, Kribbeln,

Herabsetzung der Berührung/Schmerzempfindung der Haut (Hypästhesie), Zittern, Sehstörungen,

vorübergehender oder permanenter Hörverlust, Ohrgeräusch, Herzinsuffizienz (bis zum

Herzversagen), Kurzatmigkeit, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, schwere Lebertoxizität

(einschliesslich akutes Leberversagen mit tödlichem Ausgang), Haarausfall, Überempfindlichkeit

gegenüber Sonnenlicht, schwerwiegende Hautreaktionen, Beschwerden bei der Blasenentleerung

(Pollakisurie), erhöhter Kreatininphosphokinasewert im Blut, erektile Dysfunktion sowie Ödeme.

Des Weiteren wurde über folgende Nebenwirkungen berichtet, die mit anderen Darreichungsformen

von Itracim aufgetreten sind:

Störungen des Blutbildes, allergische Reaktionen, erhöhte Blutzuckerwerte, erhöhter oder

verminderter Kaliumspiegel im Blut, verminderter Magnesiumspiegel im Blut,

Verwirrtheitszustände, Schläfrigkeit, periphere Neuropathie, Herzrasen, hoher oder niedriger

Blutdruck, Stimmbildungsstörungen, Husten, Lungenödem, Gelbsucht, vermehrtes Schwitzen,

Muskel- und/oder Gelenkschmerzen, eingeschränkte Nierenfunktion, Verlust der Kontrolle über die

Harnentleerung (Harninkontinenz), Erschöpfung, Schmerzen (z.B. im Brustbereich), Fieber,

Schüttelfrost.

Die beobachteten Nebenwirkungen waren im Allgemeinen zwischen den pädiatrischen und den

erwachsenen Patienten vergleichbar, das Auftreten war jedoch bei den pädiatrischen Patienten

häufiger.

Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Itracim kommen gelegentlich vor. Solche Reaktionen können

sich als Hautausschlag (Hautrötungen, Juckreiz, Nesselausschlag), Kurzatmigkeit,

Atemschwierigkeiten und/oder geschwollenes Gesicht äussern.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn schwerwiegende allergische Reaktionen,

Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht, Kribbeln in den Gliedmassen oder eine

schwerwiegende Hautreaktion auftreten.

Zu letzterer gehören insbesondere eine Bläschenbildung auf der Haut oder Schleimhaut (z.B. im

Mund, an den Augen oder im Genitalbereich), kleine Eiterbläschen oder grosse Blasen mit

anschliessender Hautablösung. Sollte dies passieren, brechen Sie die Therapie ab und suchen Sie

Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf.

Suchen Sie sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf oder kontaktieren Sie ihn/sie umgehend beim Auftreten

von Atemproblemen (Kurzatmigkeit), bei unerwarteter Gewichtszunahme, beim Anschwellen der

Beine, bei ungewöhnlicher Müdigkeit oder falls Sie während der Nacht plötzlich anfangen

ungewöhnlich oft aufzuwachen, da dies erste Anzeichen einer Herzschwäche sein können.

Eines oder mehrere der folgenden Symptome kann bei einer sehr selten vorkommenden

Leberfunktionsstörung auftreten: Appetitmangel, Übelkeit, Erbrechen, unerklärliche, extreme

Müdigkeit, Bauchschmerzen, Gelbsucht, dunkler Urin, heller Stuhl. In diesen Fällen soll die

Therapie abgebrochen und der Arzt/die Ärztin informiert werden, da eine Leberfunktionsstörung

möglicherweise einen schwerwiegenden Verlauf nehmen kann.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sehstörungen (verschwommenes Sehen oder

Doppeltsehen) oder Ohrensausen auftreten oder wenn Sie die Kontrolle über die Harnentleerung

verlieren (Harninkontinenz) oder häufiger urinieren als üblich.

Wenn Sie einen Hörverlust erleiden, stoppen Sie die Einnahme von Itracim und kontaktieren Sie

Ihren Arzt/Ihre Ärztin.

Falls irgendein anderes Krankheitszeichen auftritt, von dem Sie einen Zusammenhang mit der

Einnahme von Itracim vermuten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin aufsuchen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C, in der Originalpackung und vor Feuchtigkeit geschützt lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arzt/Ärztin, Apotheker/Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Itracim enthalten?

Wirkstoffe

1 Kapsel Itracim enthält 100 mg Itraconazol als Wirkstoff.

Hilfsstoffe

Kapselinhalt: Zucker-Stärke-Pellets 195 mg, Hypromellose, Sorbitanmonostearat, Siliciumdioxid-

Hydrat pro Kapsel.

Kapselhülle: Gelatine, Eisen(III)-oxid (E172), Titandioxid (E171).

Zulassungsnummer

57´544 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Itracim? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 4, 15 und 30 Kapseln.

Zulassungsinhaberin

Acino Pharma AG, Liesberg

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Fachinformation

Itracim, Kapseln

Zusammensetzung

Wirkstoff: Itraconazolum

Hilfsstoffe: Excipiens pro capsula

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kapsel Itracim enthält: Itraconazolum 100 mg

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Itracim Kapseln

Zur Behandlung folgender Pilzinfektionen:

×Dermatomykosen (Tinea corporis, T. cruris, T. pedis, T. manus);

×Onychomykose;

×Candidosen des Mund-Rachenraumes;

×Pityriasis versicolor;

×Vulvovaginalcandidosis

Kapseln können auch angewendet werden bei

×Aspergillose, wenn die Standardtherapie unwirksam ist oder nicht vertragen wird;

×Histoplasmose (nicht meningeale);

×Sporotrichose (kutane und lymphatische);

×Paracoccidioidomykose;

×Chromomykose;

×Blastomykose.

Dosierung/Anwendung

Um eine maximale Resorption des Wirkstoffes zu erzielen, sind Itracim Kapseln jeweils unmittelbar

nach einer vollen Mahlzeit einzunehmen.

Die Kapseln sind als Ganzes einzunehmen.

Übliche Dosierung

Dermatomykosen

Tinea corporis, Tinea cruris: 1× täglich 1 Kapsel; Behandlungsdauer: 2 Wochen.

Tinea pedis, Tinea manus: 1× täglich 1 Kapsel; Behandlungsdauer: 4 Wochen.

Pityriasis versicolor: 1× täglich 2 Kapseln; Behandlungsdauer: 1 Woche.

Candidosen des Mund-Rachenraumes: 1× täglich 1 Kapsel; Behandlungsdauer: 2 Wochen.

Onychomykose: Pulstherapie oder kontinuierliche Therapie.

Pulstherapie: 1 Woche 2× täglich 2 Kapseln gefolgt von 3 behandlungsfreien Wochen. Für

Pilzinfektionen der Fingernägel wird empfohlen, 2 Pulsbehandlungen durchzuführen, für

Pilzinfektionen der Zehennägel 3 Pulsbehandlungen.

Kontinuierliche Therapie: Befall der Zehennägel mit oder ohne Befall der Fingernägel: 1× täglich 2

Kapseln; Behandlungsdauer: 3 Monate.

Itraconazol wird aus der Haut und aus dem Nagel langsamer eliminiert als aus dem Plasma. Deshalb

kann sich das klinische und mykologische Resultat auch nach Behandlungsende noch weiter

verbessern, und zwar bei Dermatomykosen bis zu 2-4 Wochen nach Therapieende und bei

Onychomykosen 6-9 Monate nach Therapieende.

Vulvovaginalcandidosis: Am Tag der Konsultation: 2 Kapseln nach der nächsten Mahlzeit. Am

folgenden Tag: 2 Kapseln nach der ersten Mahlzeit.

Aspergillose: 1× täglich 2 Kapseln. Bei invasiver oder disseminierter Krankheit auf 2× täglich

(morgens und abends) 2 Kapseln erhöhen; Behandlungsdauer: 2-5 Monate.

Histoplasmose (nicht meningeale): 1× täglich 2 Kapseln bis 2× täglich (morgens und abends) 2

Kapseln; Behandlungsdauer: 8 Monate.

Sporotrichose (kutane und lymphatische, nicht systemische): 1× täglich 1 Kapsel; Behandlungsdauer:

3 Monate.

Paracoccidioidomykose: 1× täglich 1 Kapsel; Behandlungsdauer: 6 Monate. Daten über die

Wirksamkeit dieser Dosierung für Paracoccidioidomykose bei Patienten mit AIDS liegen nicht vor.

Chromomykose: 1× täglich 1-2 Kapseln; Behandlungsdauer: 6 Monate.

Blastomykose: 1× täglich 1 Kapsel bis 2× täglich (morgens und abends) 2 Kapseln;

Behandlungsdauer: 6 Monate.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder/Jugendliche

Die klinischen Daten zum Einsatz von Itraconazol bei Kindern und Jugendlichen sind limitiert.

Itracim Kapseln sind für Kinder nicht geeignet. Bei Jugendlichen sollen nur angewendet werden,

wenn der potentielle Nutzen das mögliche Risiko übersteigt.

Ältere Patienten

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Itracim bei älteren Patienten vorliegen,

wird empfohlen, Itracim bei diesen Patienten nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen einer

Behandlung die möglichen Risiken übersteigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral eingenommenem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. Die Exposition gegenüber Itraconazol kann bei

manchen Patienten mit Niereninsuffizienz vermindert sein. In dieser Patientengruppe ist das

Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden (siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Spezielle

Patientengruppen»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral eingenommenem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. In dieser Patientengruppe ist das Arzneimittel mit

Vorsicht anzuwenden (siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Spezielle Patientengruppen»).

Gleichzeitige Anwendung von Säureblockern

Bei verminderter Magensäure-Produktion wird die Absorption von Itraconazol aus Itracim

beeinträchtigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Interaktionen» und

«Pharmakokinetik», Abschnitt «Absorption»). Es wird empfohlen, Itraconazol bei gleichzeitiger

Gabe von Arzneimitteln, die die Magenazidität

verringern wie z.B. Antacida, H2-Rezeptoreantagonisten oder Protonenpumpeninhibitoren,

zusammen mit einem Getränk mit pH <3.0 (z.B. Nicht-Diät Cola) zu verabreichen. Es ist zu

beachten, dass der pH-Wert von Diät-Cola-Produkten höher ist (d.h. vergleichbar anderen

Limonaden) und diese daher weniger geeignet sind. Säureneutralisierende Medikamente (z.B.

Aluminiumhydroxid) sollten mindestens eine Stunde vor bzw. frühestens 2 Stunden nach der

Einnahme von Itracim verabreicht werden.

Kontraindikationen

×Itracim Kapseln sollten bei Patienten mit Anzeichen einer ventrikulären Funktionsstörung wie

dekompensierter Herzinsuffizienz oder einer durchgemachten dekompensierten Herzinsuffizienz

nicht angewendet werden, ausser zur Behandlung von lebensbedrohenden oder anderen

schwerwiegenden Infektionen und wenn gleichzeitig Alternativen nicht eingesetzt werden können

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

×Die Komedikation von Itracim ist mit einer Reihe von CYP3A4-Substraten kontraindiziert. Durch

Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Arzneimittel bei gleichzeitiger Anwendung von Itraconazol

besteht ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende (einschliesslich letaler) unerwünschte Wirkungen

wie verlängertes QT-Intervall, ventrikuläre Tachyarrhythmien und Torsade de Pointes (siehe auch

«Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»). Eine Komedikation mit folgenden

Arzneimitteln ist deshalb kontraindiziert:

×einige Antiarrhythmika wie z.B. Dronedaron, Chinidin, Ivabradin, Ranolazin,

×einige HMG-CoA-Reduktasehemmer wie Lovastatin und Simvastatin,

×Ergotalkaloide wie Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin und Methylergometrin

×bestimmte Psychopharmaka wie Quetiapin, Sertindol, Triazolam oder orales Midazolam,

×bestimmte Calciumkanalblocker wie Lercanidipin, Nisoldipin.

×Colchicin bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion,

×andere Arzneimittel wie Mizolastin, Eplerenon.

×Schwangerschaft (ausser in lebensbedrohenden Situationen) (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Itracim Kapseln sowie während

eines ganzen Menstruationszyklus (d.h. 5–7 Wochen) nach Behandlungsende zuverlässige

kontrazeptive Massnahmen befolgen.

×bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Itraconazol oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kardiale Effekte

In Studien an gesunden Probanden wurde nach intravenöser Gabe von Itraconazol eine

vorübergehende asymptomatische Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion festgestellt.

Dies normalisierte sich bis zur nächsten Infusion. Für die oralen Formulierungen ist die klinische

Relevanz dieses Befundes unbekannt.

Itraconazol besitzt einen negativ inotropen Effekt und wurde mit Berichten über Herzinsuffizienz in

Verbindung gebracht.

Bei den Spontanmeldungen trat Herzinsuffizienz bei einer Dosierung von täglich 400 mg Itraconazol

häufiger auf als bei niedrigeren Tagesdosen. Dies lässt vermuten, dass das Risiko für eine

Herzinsuffizienz mit steigender Itraconazol-Dosis zunehmen könnte.

Itracim darf bei Patienten mit einer bestehenden oder durchgemachten Herzinsuffizienz nicht

eingesetzt werden, ausser der Nutzen übersteigt klar das Risiko.

Für diese individuelle Nutzen-Risiko-Beurteilung sollen Faktoren wie Schweregrad der Erkrankung,

für die Itracim eingesetzt werden soll, Dosierungsschema (z.B. Tagesdosis) und individuelle

Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz mit berücksichtigt werden. Solche Risikofaktoren sind:

Herzerkrankungen (wie koronare und valvuläre Herzerkrankungen), signifikante Lungenleiden (wie

chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Nierenversagen sowie andere Erkrankungen, die eine

Ödembildung verursachen. Patienten mit derartigen Risikofaktoren müssen über mögliche

Symptome einer Herzinsuffizienz informiert und dürfen nur mit Vorsicht behandelt werden. Sie

müssen während der Behandlung auf Anzeichen einer Herzinsuffizienz überwacht werden. Falls

entsprechende Symptome während der Behandlung auftreten, muss Itracim abgesetzt werden.

Calcium-Kanal-Blocker können einen negativ inotropen Effekt haben, welcher jenen von Itraconazol

verstärken kann. Zusätzlich kann Itraconazol den Metabolismus von Calcium-Kanal-Blockern

behindern. Deshalb ist bei der gleichzeitigen Verabreichung von Itraconazol und Calcium-Kanal-

Blockern wegen des erhöhten Risikos einer Herzinsuffizienz Vorsicht geboten.

QT-Dauer

Die Kombination von Itraconazol mit über CYP3A4 metabolisierten Arzneimittel, die

bekanntermassen das QT-Intervall verlängern kann potentiell letal verlaufende ventrikuläre

Tachyarrhythmien einschliesslich Torsade de Pointes, eine potentiell tödlich verlaufende

Arrhythmie, verursachen. Eine solche Komedikation ist daher kontraindiziert.

Hepatische Effekte

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Itraconazol traten sehr seltene Fälle von schwerer

Lebertoxizität auf, einschliesslich vereinzelter Fälle von fatalem akutem Leberversagen. Meist waren

Patienten betroffen, welche eine vorbestehende Lebererkrankung aufwiesen, aufgrund einer

systemischen Indikation behandelt wurden, an anderen schwerwiegenden Beschwerden litten

und/oder andere hepatotoxische Medikamente einnahmen. Einige Patienten wiesen keine

ersichtlichen Risikofaktoren für Lebererkrankungen auf. Einige dieser Fälle wurden im ersten

Behandlungsmonat beobachtet, einige innerhalb der ersten Woche. Eine Überwachung der

Leberfunktion sollte bei Patienten, die Itracim erhalten, in Betracht gezogen werden. Die Patienten

sollen angewiesen werden, alle Symptome, die auf eine Hepatitis hinweisen unverzüglich ihrem Arzt

mitzuteilen, wie z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen oder dunkel

gefärbter Urin. Bei diesen Patienten muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und die

Leberfunktion soll überprüft werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bezüglich der Anwendung von oralem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

sind nur wenige Daten verfügbar (siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Spezielle

Patientengruppen»). Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymwerten oder aktiven Lebererkrankungen

sowie bei Patienten, bei denen eine hepatotoxische Reaktion auf andere Arzneimittel aufgetreten ist,

wird von der Behandlung mit Itracim dringend abgeraten, es sei denn, es besteht eine

schwerwiegende oder lebensbedrohliche Situation, in welcher der erwartete Nutzen das Risiko klar

übersteigt. In solchen Fällen ist eine besonders engmaschige Überwachung der Leberfunktion

erforderlich.

Bei Patienten mit anderen Leberfunktionsstörungen in der Anamnese sollte das Arzneimittel nur

unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral zugeführtem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. Die Exposition gegenüber Itraconazol kann bei

manchen Patienten mit Niereninsuffizienz vermindert sein. In dieser Patientengruppe ist das

Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden.

Immunsupprimierte Patienten

Bei immunsupprimierten Patienten (z.B. bei Neutropenie, AIDS oder Z.n. Organtransplantation)

kann die orale Bioverfügbarkeit von Itraconazol vermindert sein.

AIDS Patienten

Bei AIDS-Patienten, welche eine Behandlung für eine systemische Pilzinfektion wie Sporotrichose,

Blastomykose, Histoplasmose oder Cryptococcose erhalten haben und bei welchen ein Rückfallrisiko

besteht, sollte die Notwendigkeit einer Erhaltungstherapie erwogen werden.

Patienten mit unmittelbar lebensbedrohenden systemischen Pilzinfektionen

Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von oralem Itraconazol, wird dieses für die

Initiierung einer Therapie bei Patienten mit unmittelbar lebensbedrohenden systemischen

Pilzinfektionen nicht empfohlen.

Neuropathie

Falls das Auftreten einer Neuropathie auf Itracim zurückgeführt werden kann, sollte die Therapie

abgebrochen werden.

Hörverlust

Unter Itraconazol wurden Fälle von vorübergehendem oder permanentem Hörverlust berichtet.

Mehrere dieser Patienten wurden gleichzeitig mit Chinidin behandelt, welches in Komedikation mit

Itraconazol kontraindiziert ist. Der Hörverlust verschwindet für gewöhnlich nach Behandlungsstopp,

doch kann er bei manchen Patienten anhalten.

Zystische Fibrose

Bei Patienten mit zystischer Fibrose ist die Variabilität der Itraconazol-Exposition nach oraler Gabe

erhöht, und nicht in allen Fällen werden therapeutische Wirkstoffspiegel erreicht. Dies gilt

insbesondere für Kinder und Jugendliche. Itracim Kapseln sind daher für die Anwendung bei

Jugendlichen unter 16 Jahren mit zystischer Fibrose nicht geeignet. Bei Erwachsenen sollte, falls der

Patient auf Itracim Kapseln nicht anspricht, die Umstellung auf eine alternative antimykotische

Therapie erwogen werden.

Interaktionspotential (siehe «Interaktionen»)

Die gleichzeitige Gabe von bestimmten Arzneimitteln mit Itraconazol kann die Wirksamkeit von

Itraconazol und/oder des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels verändern und/oder

lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen bis hin zu plötzlichen Todesfällen verursachen.

Arzneimittel, die in Kombination mit Itraconazol kontraindiziert sind oder deren Anwendung nicht

oder nur mit Vorsicht empfohlen wird, sind in den Rubriken «Kontraindikationen» und

«Interaktionen» aufgelistet.

Verminderte Magensäure-Produktion

Bei verminderter Magensäure-Produktion wird die Absorption von Itraconazol aus Itracim

beeinträchtigt.

Entsprechend wird die Absorption von Itraconazol auch durch Arzneimittel beeinträchtigt, welche

die Magenazidität verringern wie z.B. Antacida, H2-Rezeptoreantagonisten oder

Protonenpumpeninhibitoren (siehe «Interaktionen»). Es wird daher empfohlen, solche Arzneimittel

bei gleichzeitiger Gabe von Itraconazol-Kapseln mit Vorsicht anzuwenden. Ausserdem sollten

Itracim Kapseln in diesem Fall zusammen mit einem säurehaltigen Getränk (möglichst mit pH <3.0)

eingenommen werden.

Während der Komedikation sowie bei Patienten mit einer Achlorhydrie anderer Ursache sollte der

Verlauf besonders sorgfältig überwacht und bei Hinweisen auf eine unzureichende Wirksamkeit eine

alternative antimykotische Therapie gewählt werden.

Kombination mit inhalativen Kortikoiden

Die Kombination von Itraconazol mit inhalativen Steroiden wie z.B. Fluticason oder Budesonid kann

zur Nebennierensuppression oder zum Auftreten eines Cushing-Syndroms führen, insbesondere

wenn gleichzeitig orale Steroide wie z.B. Prednison verabreicht werden. Die Patienten sind

diesbezüglich klinisch zu überwachen ggf. muss die Dosierung der Steroide angepasst werden.

Kreuz-Reaktionen

Über Kreuz-Reaktionen zwischen Itraconazol und anderen Azol-Antimykotika liegen nur begrenzte

Informationen vor. Daher sollte Itracim Patienten mit Hypersensibilität gegenüber anderen Azolen

mit Vorsicht verschrieben werden.

Kreuzresistenz

Wenn bei systemischer Candidose Fluconazol-resistente Candida-Stämme vermutet werden, kann

nicht davon ausgegangen werden, dass diese Stämme empfindlich gegenüber Itraconazol sind. Daher

wird vor Beginn einer Therapie mit Itraconazol ein Sensitivitätstest empfohlen.

Pädiatrische Population

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Itracim bei Kindern und Jugendlichen

vorliegen, wird die Anwendung von Itracim in diesen Altersgruppen nicht empfohlen, ausser der

erwartete Nutzen einer Behandlung übersteigt die möglichen Risiken.

Ältere Patienten

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Itracim bei älteren Patienten vorliegen,

wird empfohlen, Itracim Kapseln bei diesen Patienten nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen

einer Behandlung die möglichen Risiken übersteigt. Die mit zunehmendem Alter möglicherweise

eingeschränkte Leber-, Nieren- und kardiale Funktion sowie eventuelle Komedikationen sollten bei

der Therapieentscheidung sowie bei der Wahl der Dosis berücksichtigt werden.

Austauschbarkeit

Es wird nicht empfohlen Itracim mit einer oralen Itraconazol-Lösung gegeneinander auszutauschen,

da bei gleicher Dosierung die Exposition gegenüber dem Arzneimittel nach Gabe der oralen Lösung

höher ist, als nach Gabe der Kapseln.

Interaktionen

Itraconazol wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert. Andere Substanzen, die ebenfalls durch

CYP3A4 metabolisiert werden oder die dessen Aktivität verändern (Enzyminduktoren oder

-inhibitoren), können die Pharmakokinetik von Itraconazol beeinflussen. Auf die gleiche Weise kann

Itraconazol die Pharmakokinetik anderer Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden,

verändern. Itraconazol ist ein potenter CYP3A4-Inhibitor und ein Inhibitor von P-Glycoprotein. Es

wird empfohlen, sich bei Gabe von Begleitmedikationen in den entsprechenden Fachinformationen

über die Metabolisierungswege und über die eventuell erforderlichen Dosisanpassungen zu

informieren. Dies gilt insbesondere bei Patienten mit multiplen Komedikationen sowie bei solchen

mit gleichzeitiger Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion

Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol verringern können

Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Itraconazol

beeinträchtigen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von

Itraconazol beeinflusst werden kann. Siehe daher auch «Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen

durch Itraconazol erhöht werden können».

In klinischen Interaktionsstudien führte die gleichzeitige Gabe von Itraconazol zusammen mit

potenten CYP3A4-Induktoren zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit von Itraconazol und

Hydroxy-Itraconazol um 60-90%, sodass die Wirksamkeit weitgehend reduziert sein kann. Aus

diesem Grund ist die gleichzeitige Gabe von potenten Induktoren von CYP3A4 mit Itraconazol nicht

ratsam. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollte während der Komedikation der

klinische Verlauf besonders sorgfältig überwacht und bei Hinweisen auf eine unzureichende

Wirksamkeit eine alternative antimykotische Therapie gewählt werden. Falls ein potentieller

CYP3A4 Induktor innerhalb der letzten 2 Wochen verabreicht wurde, wird empfohlen, ein

alternatives, nicht über CYP3A4 metabolisiertes Antimykotikum zu verwenden.

Beispiele für solche Substanzen sind:

×Antibakterielle Substanzen: Isoniazid, Rifabutin, Rifampicin.

×Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin.

×Antivirale Substanzen: Efavirenz, Nevirapin.

×Sonstige: Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum).

Eine Reduktion der Itraconazol-Plasmaspiegel ist auch möglich durch Beeinflussung der Absorption,

d.h. durch Arzneimittel, welche die Magenazidizität verringern, wie säureneutralisierende

Medikamente (z.B. Aluminiumhydroxid) oder Säuresekretions-Hemmer ( wie H2-

Rezeptorantagonisten oder Protonenpumpeninhibitoren). Es wird daher empfohlen, solche

Arzneimittel bei gleichzeitiger Gabe von Itraconazol Kapseln mit Vorsicht anzuwenden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In einer klinischen Studie wurde die Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 200 mg Intraconazol in

Form der Itracim Kapseln im Nüchternzustand verglichen zwischen unbehandelten Patienten und

solchen, welche mit dem H2-Rezeptorantagonist Ranitidin vorbehandelt waren. Wurde bei den mit

Ranitidin behandelten Patienten Itracim zusammen mit einer Cola verabreicht, so war die Absorption

jener bei Patienten ohne Einnahme säurereduzierender Arzneimittel vergleichbar (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Arzneimittel, welche die Plasmakonzentrationen von Itraconazol erhöhen können

CYP3A4-Inhibitoren können die Bioverfügbarkeit von Itraconazol erhöhen. Bei gleichzeitiger

Anwendung von potenten oder mässigen CYP3A4-Inhibitoren mit Itracim Kapseln ist Vorsicht

geboten. Patienten, die Itraconazol zusammen mit potenten CYP3A4-Inhibitoren einnehmen, müssen

engmaschig auf Symptome für verstärkter oder verlängerter pharmakologischer Wirkungen von

Itraconazol überwacht werden; gegebenenfalls muss die Itraconazol-Dosis reduziert werden.

Eventuell sollten auch die Itraconazol Plasmakonzentrationen bestimmt werden.

Beispiele für solche Substanzen sind:

×Antibakterielle Substanzen: Clarithromycin, Erythromycin, Ciprofloxacin.

×Antivirale Substanzen: Indinavir, Ritonavir, Telaprevir.

Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erhöht werden können

Itraconazol und sein Hauptmetabolit Hydroxy-Itraconazol können den Metabolismus von

gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, sowie den P-

Glycoprotein-vermittelten Arzneimitteltransport hemmen, wodurch die Plasmakonzentrationen der

betreffenden Arzneimittel und/oder deren aktiver Metaboliten erhöht sein können. Diese erhöhten

Plasmakonzentrationen können sowohl die therapeutischen als auch die unerwünschten Wirkungen

dieser Arzneimittel verstärken oder verlängern. Details zu den einzelnen Wirkstoffen siehe Tabelle

unten. Über CYP3A4 metabolisierte Arzneimittel, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern,

können bei gleichzeitiger Gabe von Itraconazol kontraindiziert sein, da die Kombination ventrikuläre

Tachyarrhythmien einschliesslich Torsade de Pointes verursachen kann.

Nach Beendigung der Behandlung sinken die Plasmakonzentrationen von Itraconazol je nach Dosis

und Dauer der Behandlung innerhalb von 7 bis 14 Tagen auf nahezu nicht nachweisbare

Konzentrationen. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten

CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem

therapeutischem Fenster (wie z.B. Cyclosporin) sollten daher nach dem Absetzen von Itraconazol die

Plasmaspiegel dieser Substanzen überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.

Bei Patienten mit Leberzirrhose oder bei Patienten, die zusätzlich weitere CYP3A4-Inhibitoren

erhalten, kann der Rückgang der Plasmakonzentrationen noch langsamer verlaufen. Dies ist bei

Einleitung einer Therapie mit Arzneimitteln, deren Metabolismus durch Itraconazol beeinflusst wird

zu beachten.

In der nachfolgenden Tabelle werden Arzneimittel, bei welchen die gleichzeitige Anwendung

zusammen mit Itraconazol zu einer Erhöhung von deren Plasmaspiegeln führen kann, klassifiziert als

«kontraindiziert», «nicht empfohlen» (d.h. von einer gleichzeitigen Anwendung wird generell

abgeraten, ausser in lebensbedrohlichen Fällen, wo der Nutzen klar die potenziellen Risiken

überwiegt) und «mit Vorsicht anwenden». Letzteres umfasst Substanzen, bei deren gleichzeitiger

Anwendung eine besonders sorgfältige Überwachung des Patienten bezüglich erwünschter und

unerwünschter Wirkungen sowie ggf. Plasmaspiegelbestimmungen erforderlich sind. Unter

Umständen kann eine Dosisanpassung des Interaktionspartners erforderlich sein (siehe hierzu die

Fachinformation jeweiligen

Präparates). Für Arzneimittel der Kategorie «kontraindiziert» und «nicht empfohlen» ist

anzumerken, dass nicht nur keine gleichzeitige Anwendung zusammen mit Itraconazol erfolgen darf,

sondern dass ggf. die betreffende Substanz auch bis zu zwei Wochen nach Absetzen einer

Itraconazol-Behandlung nicht angewendet werden sollte.

Beispiele für Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erhöht werden können,

geordnet nach Arzneimittelklassen und mit Empfehlungen bezüglich einer gleichzeitigen Gabe von

Itraconazol:

Arzneimittelklasse

Kontraindiziert

Nicht

empfohlen

Mit Vorsicht anwenden

Analgetika

Fentanyl,

Methadon

Alfentanil,

Buprenorphin i.v.

und sublingual Oxycodon,

Sufentanil

Antiarrhythmika

Dronedaron,

Chinidin

Digoxin

Antiinfektiva (Antibakteriell und

Rifabutina,

Maraviroc,

antiviral)

Simeprevir

Indinavirb,

Ritonavirb,

Saquinavir

Antikoagulantien und

Thrombozytenaggregationshemme

Ticagrelor

Rivaroxaban

Apixaban,

Cumarin,

Dabigatran

Antikonvulsiva

Carbamazepina

Antidiabetika

Repaglinid,

Saxagliptin

Migränemittel

Ergotalkaloide wie

z.B.

Dihydroergotamin,

Ergometrin,

Ergotamin,

Methylergometrin

Eletriptan

Antineoplastische Mittel

Axitinib,

Dabrafenib,

Dasatinib,

Ibrutinib

Nilotinib,

Sunitinib,

Trabectedin,

Irinotecan,

Lapatinib

Bortezomib,

Busulfan,

Docetaxel,

Erlotinib,

Gefitinib

Imatinib

Ixabepilon,

Ponatinib,

Vinca-Alkaloide

Psychopharmaka

Midazolam oral,

Sertindol,

Triazolam,

Quetiapin

Alprazolam

Aripiprazol,

Haloperidol,

Midazolam i.v.,

Risperidon,

Reboxetin

Calcium-Kanal-Blocker

Lercanidipin,

Nisoldipin

Felodipin

Andere Dihydropyridin-Derivate, Verapamil

kardiovaskuläre Therapeutika,

andere

Ivabradin,

Ranolazin,

Sildenafil, zur

Behandlung der

pulmonalen

Hypertonie

Aliskiren

Tadalafil, zur

Behandlung

der pulmonalen

Hypertonie

Bosentan,

Riociguat,

Nadolol

Antiemetika

Domperidon

Aprepitant,

Immunsuppressiva

Everolimus,

Ciclosporin,

Sirolimus,

Temsirolimus

Dexamethason,

Methylprednisolon,

Tacrolimus

HMG-CoA-Reduktasehemmer

Lovastatin,

Simvastatin

Atorvastatin

Atemwegstherapeutika

Salmeterol

Budesonid,

Ciclesonid,

Fluticason

Urologika

Darifenacin,

Vardenafil,

Tamsulosin

Fesoterodin,

Oxybutynin,

Sildenafil, zur Behandlung der erektilen

Dysfunktion,

Solifenacin,

Tadalafil,

Tolterodin

Sonstige

Eplerenon,

Mizolastin

Conivaptan,

Tolvaptan

Alitretinoin (orale Formulierung),

Bilastine,

Cinacalcet

a siehe auch «Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol verringern können»

b siehe auch «Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol erhöhen können»

Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erniedrigt werden können

In einer publizierten Studie führte die gleichzeitige Gabe von Itraconazol mit dem NSAID

Meloxicam zu einer Reduktion der Meloxicam-Exposition (AUC) und der maximalen

Plasmakonzentration um ca. 37% bzw. um 64%. Der Mechanismus dieser Interaktion ist nicht

bekannt.

Wirkung auf die Plasmaproteinbindung

Itraconazol liess in vitro die Plasmaproteinbindung folgender Wirkstoffe unbeeinflusst: Imipramin,

Propranolol, Diazepam, Cimetidin, Indometacin, Tolbutamid, Sulfamethazin.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Itraconazol und Calcium-Kanal Blockern ist wegen des

erhöhten Risikos einer Herzinsuffizienz Vorsicht geboten. Zusätzlich zu möglichen

pharmakokinetischen Interaktionen, bei welchen das metabolisierende Enzym CYP3A4 involviert

ist, können Calcium-Kanal-Blocker einen negativ inotropen Effekt haben, welcher denjenigen von

Itraconazol verstärken kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Behandlung mit Itraconazol einen primären Einfluss auf die

Fertilität hat (siehe auch «Präklinische Daten»).

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Itracim sowie während eines

ganzen Menstruationszyklus (d.h. 5–7 Wochen) nach Behandlungsende zuverlässige kontrazeptive

Massnahmen befolgen.

Schwangerschaft

Itracim darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden ausser in lebensbedrohenden

Fällen, wenn dies eindeutig erforderlich ist. In Tierstudien passierte Itraconazol die Plazenta und war

teratogen und embryotoxisch. (siehe «Präklinische Daten»). Humandaten zum Gebrauch von Itracim

während der Schwangerschaft sind limitiert. Aus Post-Marketing Erfahrungen wurden Fälle von

angeborenen Abnormalitäten berichtet. Diese Fälle schlossen das Skelett, den Urogenitaltrakt,

kardiovaskuläre und ophthalmologische Missbildungen, sowie chromosomale und multiple

Malformationen ein. Ein kausaler Zusammenhang mit der Anwendung von Itracim konnte nicht

bewiesen werden.

Stillzeit

Itraconazol tritt in kleinen Mengen in die Muttermilch über. Der erwartete Nutzen einer Behandlung

mit Itracim sollte daher gegen die möglichen Risiken des Stillens abgewogen werden. Im

Zweifelsfall soll während der Behandlung mit Itracim nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

durchgeführt. Unter Behandlung mit Itraconazol wurde über unerwünschte Wirkungen wie

Schwindel, Seh- und Hörstörungen berichtet, welche die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und

zur Bedienung von Maschinen einschränken können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die in klinischen Studien und während der Marktüberwachung am häufigsten berichteten

unerwünschten Wirkungen unter Itracim waren: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Die

schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen waren: schwerwiegende allergische Reaktionen,

Herzversagen/Herzinsuffizienz/Lungenödem, Pankreatitis, schwere Hepatotoxizität (einschliesslich

Fällen von letalem akutem Leberversagen) und schwere Hautreaktionen.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen, welche in klinischen Studien und in der Post-

Marketing-Überwachung unter Behandlung mit Itracim beobachtet wurden, nach Organsystem und

Häufigkeit geordnet angegeben. Das Sicherheitsprofil, insbesondere aber die Häufigkeit der

einzelnen unerwünschten Wirkungen unterschieden sich teilweise in Abhängigkeit von der

Darreichungsform von Itraconazol (d.h. in Abhängigkeit auch von der Indikation). Im Anschluss an

die unerwünschten Wirkungen, welche unter den Kapseln beobachtet wurden, sind daher jene

Effekte angegeben, welche (nur) unter anderen Darreichungsformen berichtet wurden.

Definition der Häufigkeitskategorien: sehr häufig: ≥1/10; häufig: ≥1/100, <1/10; gelegentlich:

≥1/1000, <1/100; selten: ≥1/10’000, <1/1000; sehr selten: <1/10’000

Infektionen

Gelegentlich: Infektionen der oberen Atemwege.

Blut und Lymphsystem

Selten: Leukopenie.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Selten: anaphylaktische Reaktionen, angioneurotisches Ödem, Serumkrankheit.

Stoffwechsel und Ernährung

Selten: Hypertriglyceridämie.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Schwindel.

Selten: Parästhesien, Dysgeusie, Hypästhesien, Tremor.

Augen

Selten: Sehstörungen (inkl. Diplopie und Verschwommensehen).

Selten: Tinnitus, vorübergehender oder permanenter Hörverlust.

Herz-Kreislauf

Selten: Herzinsuffizienz, in Einzelfällen bis zum Herzversagen.

Respirationstrakt

Selten: Dyspnoe.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Dyspepsie, Diarrhöe, Obstipation, Flatulenz, Erbrechen.

Selten: Pankreatitis.

Leber/Galle

Gelegentlich: anormale Leberfunktionswerte.

Selten: Hyperbilirubinämie, schwere Lebertoxizität (einschliesslich akutem Leberversagen mit

letalem Ausgang).

Haut

Gelegentlich: Pruritus, Exanthem, Urtikaria.

Selten: Alopezie, Photosensitivität, exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, toxisch epidermale

Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematöse Pustulose,

Immunkomplexvaskulitis.

Muskelskelettsystem

Selten: Erhöhung des Kreatinphosphokinase-Wertes im Blut.

Nieren und Harnwege

Selten: Pollakisurie.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Menstruationsstörungen.

Selten: erektile Dysfunktion.

Allgemeine Störungen

Selten: Ödeme.

Im Folgenden werden zusätzlich unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgelistet, über die in

klinischen Studien mit anderen Darreichungsformen von Itraconazol berichtet wurde.

Blut- und Lymphsystem: Granulozytopenie, Thrombozytopenie.

Immunsystem: Anaphylaktoide Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hypokaliämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie,

Hyperglykämie.

Psychiatrische Störungen: Verwirrtheitszustände.

Nervensystem: Schläfrigkeit, periphere Neuropathie.

Herz/Gefässe: Tachykardie, Hypertonie, Hypotonie.

Atmungsorgane: Dysphonie, Husten, Lungenödem.

Leber und Galle: Ikterus, Hepatitis.

Haut: Hyperhidrose.

Muskelskelettsystem: Myalgie, Arthralgie.

Nieren und Harnwege: eingeschränkte Nierenfunktion, Harninkontinenz.

Allgemeine Störungen Erschöpfung, Schmerzen (z.B. im Brustbereich), Pyrexie, Schüttelfrost.

Kinder/Jugendliche

Bei Kindern liegen nur limitierte Daten zur Sicherheit von Itraconazol vor. Das Sicherheitsprofil

entspricht im Prinzip jenem bei Erwachsenen, wobei die Inzidenz der unerwünschten Wirkungen

(insbesondere von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, und Diarrhoe) tendenziell

bei pädiatrischen Patienten etwas höher war als bei Erwachsenen.

Überdosierung

Die im Falle einer Überdosierung berichteten unerwünschten Ereignisse entsprachen im Allgemeinen

den in der Rubrik «Unerwünschte Wirkungen» berichteten Ereignissen (siehe dort).

Es ist kein spezifisches Antidot verfügbar, und Itraconazol ist nicht dialysierbar Im Falle einer

Überdosierung sollen supportive Massnahmen ergriffen werden. Falls notwendig, kann Aktivkohle

verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J02AC02

Itraconazol ist ein synthetisches Antimykotikum aus der Klasse der Triazole. Es wirkt gegen

Dermatophyten, Hefen, Aspergillen und verschiedene andere pathogene Pilzarten.

Itraconazol wirkt nicht gegen Zygomyceten (z.B. Rhizopus spp., Rhizomucor spp., Mucor spp. und

Absidia spp.), Fusarium spp., Scedosporium spp. und Scopulariopsis spp.

Der antimykotische Effekt von Itracim kommt durch eine selektive Hemmung der Ergosterol-

Biosynthese in der Pilzzellmembran und eine dadurch resultierende Permeabilitätsveränderung

zustande, was zum Absterben der Pilzzelle führt.

In vitro Aktivität von Itraconazol gegen Pilze

Die MHK-Bestimmung erfolgte mittels Dilutionsmethode. Als Medium wurde für Pityrosporum

ovale Dixon-Nährsubstrat und für alle anderen Pilze Hirn-Herz-Infusions-Bouillon verwendet. Die

Kulturen wurden bei 25 °C (Pilze) resp. 37 °C (Hefen) während 2 Wochen inkubiert. Die minimale

Hemmkonzentration (MHK90) entspricht jener Konzentration, bei welcher von ≥90% der getesteten

Stämme das Wachstum signifikant gehemmt wurde.

(Die Aussagekraft der in vitro Aktivität bezüglich zu erwartetem Therapieerfolg ist sehr begrenzt)

Empfindlichkeit

Sehr empfindlich: MHK90 ≤1 µg/ml: ++

Mässig empfindlich: MHK90 >1 µg/ml ≤ 10 µg/ml: +

Unempfindlich: MHK90 >10 µg/ml: o

Gattung

Anzahl

Stämme

MHK90 µg/ml

Empfindlichkeit

Dermatophyten

Epidermophyton

floccosum

0,01

Microsporum

Trichophyton

mentagrophytes

Trichophyton

rubrum

Andere

Trichophyton

spp.

Hefen

Candida

albicans

1076

Candida

glabrata

Candida

krusei

Candida

tropicalis

Candida

parapsilosis

Andere Candida

spp.

Andere Candida

spp.(17 Spezies) 1592

Cryptococcus

neoformans

Pityrosporum

pachydermatis

0,01

Pityrosporum

ovale

Dimorphe Pilze

Blastomyces

dermatitidis

Histoplasma

capsulatum

0,01

Paracoccidioides

brasiliensis

0,01

Sporothrix

schenckii

Chromoblastomykosen (1)

Schimmelpilze/Eumyceten

Aspergillus

fumigatus

Aspergillus

niger

Andere

Aspergillus

spp.

Dematiaceae (2)

Fusarium

spp.

>100

Hendersonula

toruloidea

Absidia

corymbifera

Mucor

spp.

Pseudo allescheria

boydii

Rhizopus

spp.

Scopulariopsis

brevicaulis

>100

Trichosporon

beigelii

Aktinomycetalen

Actinomadura

spp.

Actinomyces

israelii

>100

Nocardia

spp.

>100

Various

spp.

>100

(1) Cladosporium carrionii, Fonsecaea spp., Phialophora verrucosa

(2) Exophiala jeanselmei, Cladosporium spp., Phaeoannellomyces werneckii, Aureobasidium

pullulans, Alternaria alternata, Helminthosporium solani, Curvularia spp., Piedraia hortae, Bipolaris

hawaiiensis.

Resistenzentwicklung

Es wurde über Itraconazol-resistente Stämme von Aspergillus fumigatus berichtet. Die Erkenntnisse

über Mechanismen und Entstehung der Resistenz gegenüber Azolen sowie die Verbreitung der

resistenten Organismen sind noch sehr unvollständig.

Eine Azolresistenz scheint sich langsam zu entwickeln und ist oft ein Resultat von mehreren

genetischen Mutationen. Es wurden Mechanismen, wie eine Überexpression von ERG11-Gen,

welches für das Zielenzym 14α-Demetylase kodiert, beschrieben. Punktmutationen im ERG11-Gen,

welches zu einer verminderten Affinität des Zielenzyms und/oder eine Überexpression der

Transporter-Gene führen, resultieren in einem erhöhten Efflux. Eine Kreuzresistenz zwischen den

Azolen wurde in Candida spp. beobachtet. Eine Resistenz gegenüber einem Fungizid aus der

Azolklasse bedeutet jedoch nicht zwingend Resistenz gegenüber den anderen Fungiziden der Azolen.

Es wurde über Itraconazol-resistente Stämme von Aspergillus fumigatus berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Itraconazol wird nach Gabe der Itracim Kapseln rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration

wird 2 bis 5 Stunden nach Einnahme erreicht. Die Pharmakokinetik von Itraconazol ist nicht linear.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Itraconazol beträgt ungefähr 55%. Die Bioverfügbarkeit ist bei

Einnahme der Kapseln unmittelbar nach einer vollständigen Mahlzeit am grössten. Bei Einnahme auf

nüchternen Magen verringert sich die absolute Bioverfügbarkeit um die Hälfte.

Nach Mehrfachgabe kommt es zur Akkumulation im Plasma. Steady-State Konzentrationen werden

innerhalb von 15 Tagen erreicht, mit einer Cmax (maximale Plasma-Konzentration) von 0,5 µg/ml,

1,1 µg/ml bzw. 2,0 µg/ml nach oraler Gabe von 100 mg einmal täglich, 200 mg einmal täglich bzw.

200 mg zweimal täglich.

Die Absorption von Itraconazol-Kapseln ist bei Patienten mit verringerter Magenazidität, z.B.

Patienten unter der Einnahme von Arzneimitteln, die die Magensäuresekretion hemmen (z.B. H2-

Rezeptorantagonisten, Protonenpumpeninhibitoren) oder Patienten mit Achlorhydrie als Folge

bestimmter Erkrankungen, vermindert. Bei solchen Patienten verbessert sich die Absorption von

Itraconazol im Nüchternzustand, wenn Itracim Kapseln zusammen mit einem Getränk mit pH <3.0

(z.B. Nicht-Diät-Cola) gegeben werden.

Itracim und eine orale Itraconazol-Lösung sind nicht bioäquivalent.

Die Exposition gegenüber Itraconazol ist nach Gabe der Kapseln geringer als nach Gabe derselben

Dosis als orale Lösung.

Distribution

Itraconazol liegt im Plasma nur zu 0.2% in freier Form vor, der Rest ist an Protein (vor allem

Albumin) gebunden. Auch der Hauptmetabolit Hydroxy-Itraconazol liegt zu 99.6% proteingebunden

vor.

Das durchschnittliche Verteilungsvolumen von Itraconazol beträgt >700 l, was auf eine ausgedehnte

Distribution im Gewebe hinweist.

Itraconazol besitzt auch eine ausgeprägte Affinität zu Lipiden. Die Konzentrationen in Lunge, Niere,

Leber, Knochen, Magen, Milz und Muskel waren zwei- bis dreimal, jene in verhornten Geweben

(insbesondere der Haut) bis zu viermal höher als im Plasma.

Die Konzentrationen im Liquor sind deutlich niedriger (≤2 ng/ml) als im Plasma, Itraconazol tritt in

kleinen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Itraconazol unterliegt einem intensiven Metabolismus in der Leber, der zu zahlreichen Metaboliten

führt. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass CYP3A4 als wichtigstes Enzym am Stoffwechsel von

Itraconazol beteiligt ist.

Hauptmetabolit ist Hydroxy-Itraconazol, dessen antimykotische Aktivität in vitro mit jener von

Itraconazol vergleichbar ist. Die Plasmaspiegel des Hydroxy-Metaboliten sind ungefähr doppelt so

hoch wie jene von Itraconazol.

Elimination

Itraconazol wird innerhalb einer Woche in Form unwirksamer Metaboliten zu ungefähr 35% im Urin

und annähernd 54% im Stuhl ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von Itraconazol und seinem

aktiven Metaboliten Hydroxy-Itraconazol beträgt weniger als 1% einer intravenösen Dosis. 3-18%

werden als unveränderte Muttersubstanz mit den Faezes ausgeschieden.

Die totale Clearance beträgt nach i.v Verabreichung 278 ml/min. Die Clearance nimmt bei höherer

Dosierung ab, da die Metabolisierung von Itraconazol in der Leber durch Sättigung begrenzt ist.

Die terminale Halbwertzeit von Itraconazol beträgt nach einer Einzeldosis ca. 16-28 Stunden und

nimmt bei wiederholter Gabe auf 34-42 Stunden zu.

Nach Beendigung der Behandlung sinkt der Itraconazol-Plasmaspiegel innerhalb von 7-14 Tagen auf

ein Niveau nahe der Nachweisgrenze, abhängig von der Dosis und der Behandlungsdauer.

Die Re-Distribution von Itraconazol aus verhornten Geweben ist offenbar zu vernachlässigen, die

Elimination aus diesen Geweben erfolgt im Rahmen der epidermalen Regeneration. Die

Konzentration in der Haut bleibt während 2 bis 4 Wochen nach Absetzen einer vierwöchigen

Behandlung erhalten. Im Keratin der Finger- und Zehennägel – in welchem Itraconazol bereits 1

Woche nach Beginn der Behandlung nachweisbar ist. bleibt die Konzentration mindestens sechs

Monate nach Ende einer dreimonatigen Behandlungsperiode bestehen.

Im Vaginalgewebe können noch während 3 Tagen nach Beendigung einer 24-Stunden-Therapie mit

2x 200 mg Itracim therapeutisch wirksame Konzentrationen bestimmt werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eingeschränkte Leberfunktion

Es liegen keine Daten nach Mehrfachgabe von Itraconazol bei Patienten mit Leberzirrhose bzw. über

eine Langzeitanwendung in einer solchen Population vor.

Eine orale Einzelgabe (100 mg Kapsel) wurde an 12 Patienten mit Leberzirrhose und an 6 gesunden

Probanden verabreicht. Die durchschnittliche Cmax von Itraconazol war bei Patienten mit

Leberzirrhose signifikant (um 47%) vermindert. Die durchschnittliche terminale Halbwertszeit war

bei den Patienten mit Leberzirrhose im Vergleich zu den gesunden Personen verlängert (37 Stunden

versus 16 Stunden). Insgesamt war die Itraconazol-Exposition (AUC) zwischen den Patienten mit

Leberzirrhose und den gesunden Personen vergleichbar.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral zugeführtem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar.

Nach einer intravenösen Einzeldosis waren die terminalen Halbwertszeiten bei Patienten mit milder

(CrCl 50-79 ml/min), mittlerer (CrCl 20-49 ml/min) und schwerer (CrCl <20 ml/min) Einschränkung

der Nierenfunktion mit 48 Stunden ähnlich zu den Werten gesunder Patienten (mittlerer Bereich von

42-49 Stunden). Die gesamte Itraconazol-Exposition (AUC) war bei Patienten mit mittlerer bis

schwerer Einschränkung der Nierenfunktion um 30% bzw. 40% vermindert gegenüber Patienten mit

normaler Nierenfunktion.

Bezüglich einer Langzeitanwendung von Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion sind keine Daten verfügbar.

Itraconazol ist nicht dialysierbar.

In einer Studie an insgesamt n=19 Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz zeigten weder eine

Hämodialyse noch eine kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse einen signifikanten Einfluss auf

Cmax und AUC von Itraconazol. Insgesamt zeigt die Pharmakokinetik von Itraconazol bei diesen

Patienten eine grosse interindividuelle Variabilität.

Kinder/Jugendliche

In einer pharmakokinetischen Studie an n=33 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Monaten bis 16

Jahren wurde die Pharmakokinetik von Itraconazol nach intravenöser Applikation einer Einzeldosis

von 2.5 mg/kg untersucht. Es wurde keine Altersabhängigkeit der AUC oder der Gesamtkörper-

Clearance von Itraconazol beobachtet, jedoch ein schwacher Zusammenhang zwischen Alter und

Verteilungsvolumen, Cmax sowie terminaler Eliminationsrate. Die scheinbare Clearance und das

scheinbare Verteilungsvolumen schienen mit dem Körpergewicht in Beziehung zu stehen.

Zur oralen Anwendung von Itraconazol bei Kindern und Jugendlichen liegen nur limitierte Daten

vor.

Präklinische Daten

Es gibt keinen Hinweis auf ein mutagenes Potenzial von Itraconazol.

Obwohl Itraconazol bei Ratten und Mäusen kein primäres Karzinogen ist, war bei männlichen Ratten

bei Langzeitgabe von 25 mg/kg/Tag (dem Dreifachen der maximal empfohlenen humanen Dosis,

MRHD) die Inzidenz von Weichteil-Sarkomen erhöht. Dies erklärt man sich mit der Zunahme nicht-

neoplastischer chronischer entzündlicher Reaktionen des Bindegewebes als Folge eines erhöhten

Cholesterinspiegels und Cholesterinablagerung im Bindegewebe.

Es gibt keine Hinweise für, einen primären Einfluss von Itraconazol auf die Fertilität männlicher

oder weiblicher Ratten bei einer Dosierung von bis zu 40 mg/kg/Tag (5-fache MRHD). Höhere

Dosen (5–20-fache MRHD) von Itraconazol führten sowohl bei Mäusern als auch bei Ratten zu

Embryotoxizität und Teratogenität. Letztere machte sich bei Ratten in grösseren Skelettdefekten, bei

Mäusen in Encephalozelen und Makroglossie bemerkbar.

Die wiederholte orale Gabe von (embryotoxischen) Dosen ≥40 mg/kg/Tag Itraconazol führte bei

Mäusern zu einer markanten Unterdrückung der humoralen als auch der zellvermittelten

Immunantwort.

Bei jungen Hunden beobachtete man nach Langzeitgabe von Itraconazol einen verminderten

Knochenmineralgehalt im ganzen Skelett. In drei Toxizitätsstudien an Ratten induzierte Itraconazol

(2.5-fache MRHD) Knochendefekte mit herabgesetzter Aktivität der platten Knochen, Verdünnung

der Kompakta der Röhrenknochen und erhöhter Brüchigkeit.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Kapseln nicht über 25°C in der Originalpackung, vor Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite

von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57‘544 (Swissmedic)

Packungen

Kapseln von 100 mg: 4, 15 und 30 (B)

Zulassungsinhaberin

Acino Pharma AG, Liesberg

Stand der Information

August 2015

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