Isotretinoin "ratiopharm" 10 mg - Kapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

08-03-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

08-03-2018

Wirkstoff:
ISOTRETINOIN
Verfügbar ab:
ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH
ATC-Code:
D10BA01
INN (Internationale Bezeichnung):
ISOTRETINOIN
Einheiten im Paket:
20 Stück, Laufzeit: 36 Monate,30 Stück, Laufzeit: 36 Monate,50 Stück, Laufzeit: 36 Monate,60 Stück, Laufzeit: 36 Monate,100 Stüc
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Isotretinoin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-24648
Berechtigungsdatum:
2002-09-05

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg - Kapseln

Wirkstoff: Isotretinoin

DIESES ARZNEIMITTEL FÜHRT ZU EINER SCHÄDIGUNG DES UNGEBORENEN

KINDES (IST TERATOGEN).

Bitte beachten Sie das Schwangerschaftsverhütungsprogramm (siehe Abschnitt 2

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg beachten?

Wie ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg und wofür wird es angewendet?

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg enthält den Wirkstoff Isotretinoin, der dem Vitamin A ähnlich ist.

Isotretinoin wirkt gegen Akne, indem es die Talgproduktion vermindert, die Bildung von Mitessern

verhindert und Entzündungsvorgänge in der Haut hemmt.

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg wird angewendet bei schweren Formen von Akne (wie Akne mit

Knotenbildung, Acne conglobata oder Akne mit Gefahr einer dauerhaften Narbenbildung), die auf

angemessene Standardbehandlungen mit Antibiotika zum Einnehmen und eine lokale Behandlung

nicht ansprechen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg beachten?

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg darf nur nach Verordnung eines Arztes und eingehender Beratung

durch einen Arzt, der Erfahrung mit der Behandlung von schwerer Akne hat, vorzugsweise durch

einen Hautarzt, angewendet werden.

Von Ihrem Arzt erhalten Sie eine Patienteninformationsbroschüre und, falls Sie weiblich sind,

zusätzlich die Broschüre zu Empfängnisverhütungsmethoden. Wenn Ihr Arzt Ihnen die Broschüren

nicht ausgehändigt oder die nachstehend aufgeführten Vorsichtsmaßnahmen nicht erklärt hat oder

wenn Sie etwas nicht verstehen, suchen Sie bitte nochmals Ihren Arzt auf, bevor Sie mit der

Behandlung beginnen.

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg darf nicht eingenommen werden, wenn Sie

schwanger sind oder wenn Sie glauben, dass Sie schwanger sind

stillen

eine Frau im gebärfähigen Alter sind und nicht alle Bedingungen zur

Schwangerschaftsverhütung (Geburtenkontrolle) erfüllen (siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

an einer Lebererkrankung (Leberinsuffizienz) leiden

an stark erhöhten Blutfettwerten leiden

sehr hohe Vitamin A-Werte in Ihrem Körper haben (Hypervitaminose-A)

allergisch gegen Isotretinoin, Soja, Erdnüsse, den Farbstoff Ponceau 4R (E 124) oder einen der

in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

Tetrazykline (Antibiotika) einnehmen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg einnehmen.

Weibliche Patienten im gebärfähigen Alter

Sie dürfen dieses Arzneimittel nur einnehmen, wenn Sie alle Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllen (siehe „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Männliche Patienten

Sie dürfen Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg mit niemandem teilen, insbesondere nicht mit Frauen.

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg das Sperma

schädigt. Isotretinoin und dessen Metaboliten sind in sehr geringen Werten in Ihrer Samenflüssigkeit

enthalten. Diese Werte erscheinen zu gering, um das ungeborene Kind Ihrer Partnerin zu schädigen.

Psyche

Bei Patienten, die mit Isotretinoin behandelt wurden, wurden Depression, Verschlechterung von

Depression, aggressive Tendenzen, Stimmungsschwankungen, psychotische Störungen und sehr selten

Gedanken, sich das Leben zu nehmen, Versuche, sich das Leben zu nehmen und Suizid berichtet

(siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Wenn Sie bestimmte psychische Probleme haben, depressiv verstimmt sind oder an Depressionen

leiden oder Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, müssen Sie Ihren Arzt informieren, damit

dieser, falls erforderlich, eine entsprechende Behandlung einleiten kann.

Möglicherweise reicht eine Unterbrechung Ihrer Behandlung nicht aus, um Beschwerden zu lindern

und Sie benötigen eine psychiatrische oder psychologische Untersuchung.

Haut

Zu Beginn der Behandlung tritt gelegentlich eine plötzliche Verschlimmerung der Akne auf; diese

klingt aber gewöhnlich bei fortgesetzter Behandlung innerhalb von 7-10 Tagen ab und erfordert meist

keine Veränderung der Dosis.

Vermeiden Sie intensive Sonnenbestrahlung oder UV-Strahlen. Ergreifen Sie, wenn nötig,

geeignete Schutzmaßnahmen (lange Kleidung, Hut, Sonnenschutzmittel mit einem hohen

Schutzfaktor von mindestens SPF 15). Benutzen Sie keine UV-Lampe und gehen Sie nicht ins

Solarium.

Eine aggressive Abtragung der Haut (chemische Dermabrasionen oder Hautlaserbehandlung)

sollte während der Behandlung und bis 5-6 Monate nach Therapieende vermieden werden,

weil Ihre Haut dadurch starke Narben bekommen kann oder Hautreizungen und entzündliche

Pigmentveränderungen (verstärkte oder verminderte Pigmentierung) auftreten können.

Eine Wachsenthaarung soll wegen des Risikos, Haut mit abzuziehen, bis mindestens 6 Monate

nach Ende der Behandlung nicht durchgeführt werden.

Sie dürfen gleichzeitig mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg keine anderen Aknemittel

anwenden, die hornhautauflösend oder schälend wirken, da es sonst vermehrt zu

Hautreizungen kommt (siehe „Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg zusammen mit

anderen Arzneimitteln“).

Da durch die Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg Ihre Haut und Lippen austrocknen

können, sollten Sie von Beginn der Behandlung an eine Feuchtigkeitssalbe oder -creme und einen

Lippenbalsam zur Hautpflege verwenden.

Augen

Es kann zu einer Störung des Nachtsehens kommen (Nachtblindheit), die plötzlich auftreten kann.

Deshalb ist beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten (siehe

„Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen“). Wenn Sehstörungen auftreten,

lassen Sie sich zum Augenarzt überweisen. Es kann sein, dass Sie Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg

absetzen müssen.

Außerdem kann es zu trockenen Augen, Hornhauttrübungen und Hornhautentzündungen kommen.

Diese Beschwerden klingen normalerweise nach Absetzen der Behandlung ab. Trockene Augen

können durch Anwendung einer feuchtigkeitsspendenden Augensalbe oder Augentropfen behandelt

werden.

Es kann zu Unverträglichkeiten von Kontaktlinsen kommen, was dazu führen kann, dass

Kontaktlinsenträger für die Dauer der Behandlung eine Brille tragen müssen.

Bewegungsapparat

Es können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie erhöhte Kreatininphosphokinasewerte (CK) im Blut

auftreten, insbesondere wenn Sie erheblichen körperlichen Anstrengungen ausgesetzt sind (siehe

Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Während der Behandlung mit Isotretinoin

„ratiopharm“ 10 mg sollte auf eine Reduzierung von erheblichen körperlichen Anstrengungen geachtet

werden.

Leber und Galle

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg kann Ihre Leberenzymwerte erhöhen. Ihr Arzt wird einige Bluttests

durchführen, um Ihre Leberwerte vor, während und am Ende Ihrer Behandlung mit Isotretinoin

„ratiopharm“ 10 mg zu kontrollieren. Sollten die Leberenzymwerte erhöht bleiben, wird Ihr Arzt eine

Verminderung der Dosis oder ein Absetzen der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg in

Betracht ziehen.

Blutfettwerte

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, falls Ihre Blutfettwerte erhöht sind, da Isotretinoin „ratiopharm“ 10

mg die Fettwerte (wie Triglyzeride und Cholesterin) in Ihrem Blut erhöhen kann. Ihr Arzt wird einige

Bluttests durchführen, um diese Werte vor, während und am Ende Ihrer Behandlung mit Isotretinoin

„ratiopharm“ 10 mg zu kontrollieren. Erhöhte Blutfettwerte kehren nach einer Verminderung der

Dosis oder Beendigung der Behandlung normalerweise auf Normwerte zurück und können auch auf

eine Diät ansprechen. Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg muss abgesetzt werden, wenn diese Werte zu

hoch sind, oder wenn Anzeichen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse auftreten.

Nieren

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie unter einer Nierenfunktionsstörung leiden, da eine Anpassung

der Dosierung erforderlich sein könnte (siehe Abschnitt 3 „Wie ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg

einzunehmen?“).

Patienten, die ein höheres Risiko für Nebenwirkungen haben:

Wenn Sie Diabetiker oder übergewichtig sind, viel Alkohol trinken oder unter

Fettstoffwechselstörungen leiden, informieren Sie Ihren Arzt, da Ihr Gesundheitszustand engmaschig

überwacht und gegebenenfalls Ihre Blutfettwerte und/oder Blutzuckerkonzentration häufiger

kontrolliert werden müssen.

Unter der Behandlung mit Isotretinoin können die Nüchternblutzuckerspiegel erhöht sein. Auch

wurden neue Fälle von Diabetes berichtet.

Kinder

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg ist nicht für Kinder mit vorpubertärer Akne vorgesehen und darf von

Kindern unter 12 Jahren nicht eingenommen werden.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

Sie dürfen dieses Arzneimittel niemals an andere Personen weitergeben. Geben Sie ungenutzte

Kapseln am Behandlungsende an Ihren Apotheker zurück. Bedenken Sie, dass dieses Arzneimittel für

Sie ist. Es kann Ihnen nur von einem Arzt verschrieben werden. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Sie dürfen während und für 1 Monat nach Ende der Behandlung mit Isotretinoin kein Blut spenden.

Wenn eine schwangere Frau Ihr Spenderblut erhält, kann ihr Baby mit schweren Missbildungen zur

Welt kommen.

Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen, wenn bei

Ihnen folgende Beschwerden auftreten:

Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, da es sich um Anzeichen einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung handeln kann

Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, da sie Anzeichen eines erhöhten

Schädelinnendruckes sein können

schwere blutige Durchfälle, starke Bauchschmerzen bzw. Krämpfe, da es sich um Anzeichen einer

schweren Darmentzündung handeln kann

schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, häufig mit blauen und roten Flecken,

Juckreiz, Schwellungen im Gesicht und Gliedmaßen, Atemnot, Kreislaufbeschwerden bis zum

Kollaps

Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, vor

kurzem eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die folgenden Arzneimittel dürfen während der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nicht

eingenommen werden:

Vitamin A-haltige Vitaminpräparate und Arzneimittel wegen der Gefahr einer Überdosierung

(siehe „Wann darf Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nicht eingenommen werden?“).

Tetrazykline (Antibiotika), da es zu einer Erhöhung des Schädelinnendruckes kommen kann

(siehe „Wann darf Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nicht eingenommen werden?“).

Andere Aknemittel, die hornhautauflösend oder -schälend wirken, da es hierdurch vermehrt zu

Hautreizungen kommen kann (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Kapseln sollen zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen

werden.

Sie dürfen Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nicht während der Stillzeit einnehmen, da

Isotretinoin sehr wahrscheinlich in die Muttermilch übertritt und den Säugling schädigen

kann.

WICHTIG: Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg führt zu einer schweren Schädigung des ungeborenen Kindes

(ist teratogen). Die Missbildungen betreffen vor allem das Zentralnervensystem, das Herz und

die großen Blutgefäße und treten in hohem Prozentsatz auf, selbst wenn Isotretinoin nur über

einen kurzen Zeitraum während der Schwangerschaft eingenommen wurde.

Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt.

Sie dürfen Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder

während der Behandlung bzw. bis 1 Monat nach Beendigung der Behandlung schwanger

werden.

Wenn Sie ein weiblicher Patient im gebärfähigen Alter sind, können Sie nur dann eine

Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg erhalten, wenn:

- Sie unter einer schweren Akne (wie Akne mit Knotenbildung, Acne conglobata oder einer

Akne, bei der das Risiko einer dauerhaften Narbenbildung besteht) leiden, die auf angemessene

Standardbehandlungen mit Antibiotika zum Einnehmen und eine lokale Behandlung nicht

anspricht.

- Sie von Ihrem Arzt über das Missbildungsrisiko durch Isotretinoin für das ungeborene Kind

aufgeklärt wurden, und Sie verstehen warum Sie nicht schwanger werden dürfen und wie eine

Schwangerschaft zu vermeiden ist.

- Ihr Arzt wird Sie auffordern, vor Beginn der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg

einen Schwangerschaftstest durchzuführen, um eine Schwangerschaft auszuschließen. Datum

und Ergebnis sollen dokumentiert werden.

Falls Ihr Menstruationszyklus unregelmäßig ist, wird Ihr Arzt den Zeitpunkt für die

Durchführung eines Schwangerschaftstests gemäß Ihrer sexuellen Aktivität festlegen. Im

Allgemeinen erfolgt dies 3 Wochen nach dem letzten ungeschützten Verkehr.

- Sie mit Ihrem Arzt die Anwendung von wirksamen Methoden zur Empfängnisverhütung

(Geburtenkontrolle) besprochen haben. Ihr Arzt wird Ihnen Information zur

Schwangerschaftsverhütung einschließlich einer Broschüre zur Empfängnisverhütung, in der

die unterschiedlichen Methoden erklärt werden, geben. Er kann Sie an einen Spezialisten für

empfängnisverhütende Beratung verweisen.

- Sie damit einverstanden sind, zumindest eine, vorzugsweise zwei wirksame Methoden zur

Empfängnisverhütung 1 Monat vor Beginn der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10

mg, während der Behandlung und bis 1 Monat nach Ende der Behandlung anzuwenden. Es

sollten mindestens eine, vorzugsweise zwei sich ergänzende Methoden der

Empfängnisverhütung einschließlich einer Barrieremethode (z. B. Kondom oder Diaphragma)

verwendet werden. Eine Methode der so genannten ersten Wahl zur Verhütung mit einem

höheren Maß an Zuverlässigkeit als eine Barrieremethode wäre z. B. die Pille oder eine Spirale.

- Sie die Empfehlungen zur wirksamen Empfängnisverhütung befolgen, auch wenn bei Ihnen die

Periode generell ausbleibt (Amenorrhoe) oder Sie derzeit sexuell nicht aktiv sind, es sei denn Ihr

Arzt entscheidet, dass dies nicht erforderlich ist.

- Sie müssen in der Lage sein, die Verhütungsmethoden zuverlässig durchzuführen.

- Sie verstehen und akzeptieren die Notwendigkeit der von Ihrem Arzt angeordneten

monatlichen Folgeuntersuchungen und möglicherweise weiteren Schwangerschaftstests.

5 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg erfolgt

eventuell ein Schwangerschaftstest. Sie dürfen während der gesamten Behandlung bzw. 1 Monat

nach Beendigung der Behandlung nicht schwanger werden.

- Ihr Arzt wird Sie (oder Ihren Erziehungsberechtigten) auffordern, ein Bestätigungsformblatt

zu unterschreiben, in dem Sie bestätigen, dass Sie über die Risiken einer Behandlung mit

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg informiert wurden und dass Sie die notwendigen

Vorsichtsmaßnahmen akzeptieren.

Wenn Sie während der Behandlung mit Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg oder während 1

Monat nach Beendigung der Behandlung schwanger werden, hören Sie bitte sofort mit der

Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg auf und kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.

Letzteres gilt ebenso, wenn Sie innerhalb von einem Monat nach Ende der Behandlung

schwanger werden. Ihr Arzt wird Sie an einen Arzt überweisen, der Erfahrungen in der

Beurteilung von Missbildungen hat.

Eine Patientenbroschüre zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem Arzt. Falls Sie dieses

Informationsmaterial nicht erhalten haben, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Einschränkungen bei der Verschreibung und Abgabe an Frauen im gebärfähigen Alter

Die Ihnen verordnete Menge an Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg reicht für eine 30-tägige

Behandlung aus. Das bedeutet, dass Sie die alle 28 Tage geforderten Kontrollbesuche bei Ihrem

verordnenden Arzt während der gesamten Behandlung einhalten müssen.

Ihr Apotheker darf Ihnen Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg nur innerhalb von 7 Tagen ab der

Verordnung aushändigen. Nach Ablauf der 7 Tage gilt das Rezept als verfallen und Isotretinoin

„ratiopharm“ 10 mg wird Ihnen in der Apotheke erst ausgehändigt, wenn Sie ein neues Rezept

vorlegen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

!

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Es kann zu einer Störung des Nachtsehens kommen (Nachtblindheit), die plötzlich auftreten kann. In

seltenen Fällen blieb dies nach Beendigung der Behandlung weiter bestehen. Beim Autofahren oder

Bedienen von Maschinen ist Vorsicht geboten. Schläfrigkeit, Schwindel und Sehstörungen können

auftreten. Wenn bei Ihnen diese Wirkungen auftreten, sollten Sie sich nicht hinter das Steuer eines

Fahrzeugs setzen, keine Maschinen bedienen und auch keine Aktivitäten unternehmen, bei denen das

Auftreten der Symptome zu einer Gefährdung der eigenen Person oder anderer Personen führen

könnte (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen

sind möglich?“).

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg enthält Sorbitol

Bitte nehmen Sie Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg enthält Ponceau 4R (E 124)

Dieses Arzneimittel enthält den Farbstoff Ponceau 4R (E 124), welcher allergische Reaktionen

hervorrufen kann.

3.

Wie ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Er legt fest, wie viele

Kapseln Sie täglich einnehmen sollen. Folgen Sie genau seinen Anweisungen, und ändern Sie nie von

sich aus die Dosis.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis:

Dosierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und älteren Menschen

Die Anfangsdosis beträgt üblicherweise 0,5 mg Isotretinoin/kg Körpergewicht und Tag. Nach wenigen

Wochen wird Ihr Arzt Ihre Dosis anpassen. Dies ist abhängig von Ihrem Ansprechen auf die

Behandlung und dem Auftreten von Nebenwirkungen. Für die meisten Patienten liegt die Dosis

zwischen 0,5 und 1 mg Isotretinoin/kg Körpergewicht und Tag.

Patienten, die Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg in der normalen Dosierung nicht vertragen

Wenn Sie die empfohlene Dosis nicht vertragen, kann Ihr Arzt Ihre Behandlung mit einer niedrigeren

Dosis weiterführen. In solchen Fällen wird die Behandlung länger dauern und das Risiko eines

Rückfalls steigt.

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

Wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden, soll die Behandlung mit Isotretinoin

„ratiopharm“ 10 mg mit einer niedrigeren Dosis (z.B. 10 mg/Tag) begonnen werden. Die Dosis sollte

dann bis zu der vom Patienten noch vertragenen Maximaldosis erhöht werden.

Art der Anwendung

Die Kapseln sollen einmal oder zweimal täglich zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Die Kapseln im Ganzen schlucken, die Kapseln nicht kauen oder deren Inhalt aussaugen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer hängt von der Tagesdosis ab und beträgt normalerweise 16-24 Wochen.

Der Heilungsprozess Ihrer Akne schreitet bis zu 8 Wochen nach Ende der Behandlung noch weiter

fort. Deshalb sollte eine erneute Behandlung nicht vor Ablauf dieses Zeitraumes begonnen werden.

Die meisten Patienten benötigen nur eine einzige Behandlung.

Wenn Sie eine größere Menge von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben oder jemand anderer versehentlich Ihr Arzneimittel

eingenommen

hat,

suchen

unverzüglich

Ihren

Arzt,

Apotheker

oder

nächstgelegene

Krankenhaus auf.

Wenn Sie die Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg vergessen haben

Sollten Sie auf eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie die fehlende Dosis so bald wie möglich

ein. Falls jedoch die nächste Dosis demnächst fällig ist, nehmen Sie die fehlende Dosis nicht

zusätzlich ein, sondern nehmen Sie stattdessen einfach die übliche folgende Dosis zur gewohnten Zeit

ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg abbrechen

Sie sollten die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt beenden, da die Akne erneut

auftreten kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige der Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Verwendung von Isotretinoin sind

dosisabhängig. Die Nebenwirkungen klingen im Allgemeinen nach Dosisänderung oder Beendigung

der Behandlung ab, manche können jedoch auch nach dem Ende der Behandlung bestehen bleiben.

Folgende Symptome sind die am häufigsten unter Isotretinoin berichteten Nebenwirkungen:

Trockenheit der Haut, Trockenheit der Schleimhäute, z. B. der Lippen (Lippenentzündung), der

Nasenschleimhaut (Nasenbluten) und der Augen (Bindehautentzündung).

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen nach Häufigkeit des Auftretens aufgeführt:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Blutarmut, erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, Zu- oder Abnahme der Blutplättchenzahl

Entzündung der Augen (Konjunktivitis) und der Lidränder (Blepharitis), trockenes Auge,

Augenreizung

Erhöhte Leberenzymwerte (Transaminasen) (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Lippenentzündung, Hautentzündung, trockene Haut, Abschälung der Haut oder Schleimhaut,

Juckreiz, Rötung der Haut, Verletzlichkeit der Haut (und Gefahr von Hautschäden durch

Reibung)

Muskel- oder Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen (insbesondere bei Kindern und

jugendlichen Patienten) (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Erhöhte Blutfettwerte, Verminderung des HDL-Cholesterins

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen (Neutropenie)

Kopfschmerzen

Nasenbluten, Nasentrockenheit, Entzündung im Nasenrachenraum

Erhöhtes Serumcholesterin, erhöhte Blutzuckerspiegel, Ausscheidung von Blut oder Eiweiß

im Urin

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Allergische Hautreaktion, Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock

(anaphylaktische Reaktionen)

Depression, Verschlechterung einer Depression, aggressive Tendenzen, Angst,

Stimmungsschwankungen

Vermehrter Haarausfall

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Infektionen der Haut und Schleimhäute durch bestimmte (gram-positive) Bakterien

Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie)

Diabetes mellitus, vermehrte Harnsäure im Blut

Verhaltensauffälligkeiten, psychotische Störungen, Gedanken, sich das Leben zu nehmen;

Versuch, sich das Leben zu nehmen; Suizid

Erhöhter Schädelinnendruck (benigne intrakraniale Hypertension) (siehe Abschnitt 2

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“), Krämpfe, Schläfrigkeit, Schwindel

Verschwommensehen, grauer Star, Farbenblindheit (eingeschränktes Farbensehen),

Kontaktlinsenunverträglichkeit, Hornhauttrübung, Nachtblindheit, Hornhautentzündung,

Sehnervschwellung (Papillenödem [kann mit Sehstörung verbunden sein, als Zeichen eines

erhöhten Schädelinnendruckes]), Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen

Verschlechterung des Hörens

Gefäßentzündung (z. B. Wegener`sche Granulomatose, allergische Vaskulitis)

Plötzliches Engegefühl im Brustbereich mit Kurzatmigkeit und pfeifendes Geräusch beim

Ausatmen (Krampf der Bronchialmuskulatur [insbesondere bei Patienten mit Asthma]) (siehe

Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“), Heiserkeit

Entzündliche Darmerkrankungen (Dickdarm, Krummdarm), Trockenheit des Rachenraums,

Blutungen im Magen-Darm-Trakt, blutiger Durchfall, Übelkeit, Entzündung der

Bauchspeicheldrüse (siehe Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Leberentzündung (Hepatitis)

Schwere Akne (Acne fulminans), Verschlimmerung der Akne, entzündliche

Hautveränderungen (Hautrötung [im Gesicht], Hautausschlag), Haarveränderungen, vermehrte

Körperbehaarung, Nagelveränderungen, Nagelfalzentzündung, Lichtüberempfindlichkeit,

knotige Hautwucherung (pyogenes Granulom), vermehrte Pigmentierung der Haut,

vermehrtes Schwitzen

Gelenkentzündung, Kalkeinlagerung in Bänder und Sehnen, vorzeitiger Schluss der

Knochenwachstumsfugen, höckerige oder spornartige Knochenvorsprünge (Exostose),

verminderte Knochendichte, Sehnenentzündung, Muskelschwäche

Nierenerkrankung (Glomerulonephritis)

Vermehrte Bildung von Bindegewebe (Granulationsgewebe), Unwohlsein

Erhöhte Blutkreatininphosphokinase

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Schwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, Stevens Johnson-Syndrom,

Toxisch epidermale Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind und sofortige

ärztliche Hilfe erfordern. Diese zeigen sich anfänglich als kreisrunde, rötliche Flecken, oft mit

zentraler Blasenbildung (üblicherweise an Armen und Händen oder Beinen und Füßen);

schwerere Hautreaktionen können auch mit Blasenbildung an Brust und Rücken einhergehen.

Zusätzliche Symptome wie Entzündungen der Augen (Konjunktivitis) oder offene,

schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund, Hals und Nase können auftreten. Sehr schwere

Formen dieser Hautreaktionen können zu einer großflächigen Ablösung der Haut führen, die

möglicherweise lebensbedrohlich ist. Den beschriebenen schweren Hautreaktionen gehen oft

Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen (grippeähnliche Symptome) voraus.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut

auftreten, beenden Sie die Einnahme von Isotretinoin „ratiopharm“

10 mg und nehmen Sie

unverzüglich Kontakt mit Ihrem Arzt auf.

Schwierigkeiten eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten

Schwächere Libido

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg aufzubewahren?

Nicht über 30 ºC lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Restmengen bitte in die Apotheke zurückbringen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und auf der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis:“ angegebenem Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg enthält

Der Wirkstoff ist Isotretinoin.

Jede Weichkapsel enthält 10 mg Isotretinoin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Raffiniertes Sojabohnenöl, DL-alpha-Tocopherol, Dinatriumedetat, Butylhydroxyanisol,

hydriertes Pflanzenöl, partiell hydriertes Sojabohnenöl, gelbes Bienenwachs.

Kapselhülle: Gelatine, Glycerol 98 – 101%, Sorbitol-Lösung 70%, gereinigtes Wasser, Ponceau 4R (E

124), schwarzes Eisenoxid (E 172), Titandioxid (E 171).

Wie Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg aussieht und Inhalt der Packung

Hellviolett-färbige längliche Weichgelatinekapsel, die eine gelb-orange, opake, viskose Flüssigkeit

enthält. Die Weichkapsel ist 10 mm lang.

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg ist in Packungen mit 20, 30, 50, 60 und 100 Weichkapseln erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.-Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Straße 3

89143 Blaubeuren

Deutschland

TOLL Manufacturing Services S.L.

Aragoneses 2

28108, Alcobenadas, Madrid

Spanien

Industrial Farmacéutica Cantabria, S.A.

C/ Pirita, 9

28850 Torrejón de Ardoz (Madrid)

Spanien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark:

Isotretinoin Teva

Deutschland: Isotretinoin-ratiopharm® 10 mg Weichkapseln

Italien:

Isotretinoina Difa Cooper 10 mg capsule molli

Österreich:

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg – Kapseln

Z.Nr.: 1-24648

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2017.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg – Kapseln

Isotretinoin „ratiopharm“ 20 mg –Kapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg –Kapseln

Jede Weichkapsel enthält 10 mg Isotretinoin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Weichkapsel enthält:

Raffiniertes Sojabohnenöl 132,8 mg; Partiell hydriertes Sojabohnenöl 7,7 mg

Ponceau 4R (E 124) 0,0026 mg

Sorbitol 70 % 5,31 mg

Isotretinoin „ratiopharm“ 20 mg –Kapseln

Jede Weichkapsel enthält 20 mg Isotretinoin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Weichkapsel enthält:

Raffiniertes Sojabohnenöl 265,6 mg; Partiell hydriertes Sojabohnenöl 15,4 mg

Ponceau 4R (E 124) 0,336 mg

Sorbitol 70 % 16,99 mg

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.DARREICHUNGSFORM

Weichkapsel

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg –Kapseln

Hellviolett-färbige längliche Weichgelatinekapsel (10 mm Länge), die eine gelb-orange, opake,

viskose Flüssigkeit enthält.

Isotretinoin „ratiopharm“ 20 mg –Kapseln

Rötlichbraun-färbige längliche Weichgelatinekapsel (12 mm Länge), die eine gelb-orange, opake,

viskose Flüssigkeit enthält.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Schwere Formen der Akne (wie Akne nodularis oder Akne conglobata oder Akne mit dem

Risiko einer permanenten Narbenbildung), die sich gegenüber adäquaten Standardtherapiezyklen

mit systemischen Antibiotika und topischer Therapie als resistent erwiesen haben.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Isotretinoin darf nur von Ärzten, die mit der Anwendung von systemischen Retinoiden in der

Behandlung der schweren Akne vertraut sind und welche umfassende Kenntnis der Risiken einer

Isotretinoin-Therapie

und der notwendigen Kontrollen besitzen, bzw. unter deren

Aufsicht verschrieben werden.

Erwachsene sowie Jugendliche und ältere Menschen

Die Isotretinoin-Therapie sollte mit einer Dosis von 0,5 mg/kg pro Tag begonnen werden. Das

therapeutische Ansprechen auf Isotretinoin und einige Nebenwirkungen sind dosisabhängig und

unterscheiden sich von Patient zu Patient. Daher ist eine individuelle Dosisanpassung während

der Therapie notwendig. Für die meisten Patienten liegt die Dosis in einem Bereich von 0,5 – 1,0

mg/kg pro Tag.

Die Langzeitremissions- und Rückfallsraten sind stärker mit der gegebenen Gesamtdosis als mit

der Dauer der Behandlung oder der Tagesdosis verknüpft. Es wurde gezeigt, dass über einer

kumulativen Behandlungsdosis von 120 – 150 mg/kg kein zusätzlicher substanzieller Nutzen mehr

zu erwarten ist. Die Behandlungsdauer hängt von der individuellen Tagesdosis ab. Normalerweise

ist eine Behandlungsdauer von 16 – 24 Wochen ausreichend, um eine Remission zu erreichen.

Bei den meisten Patienten wird mit einem einzigen Behandlungszyklus eine vollkommene Heilung

der Akne erreicht. Im Falle eines echten Rückfalls kann ein weiterer Behandlungszyklus mit der

gleichen Tages- und kumulativen Behandlungsdosis in Betracht gezogen werden. Da bis zu 8

Wochen nach dem Ende der Behandlung eine weitere Verbesserung der Akne beobachtet werden

kann, sollte vor Ablauf der Frist eine Folgebehandlung nicht erwogen werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz muss die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis

(z.B. 10 mg/Tag) begonnen werden. Die Dosis sollte dann bis auf 1 mg/kg/Tag oder bis der

Patient

die maximale tolerierte Dosis erhält, erhöht werden (siehe Abschnitt 4.4 „Besondere

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Pädiatrische Patienten

Isotretinoin ist nicht für die Behandlung bei der präpubertären Akne indiziert und wird für

Patienten unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Patienten mit Unverträglichkeit

Bei Patienten, die eine schwere Unverträglichkeit gegenüber der empfohlenen Dosis zeigen, kann

Behandlung

einer

niedrigeren

Dosis

fortgesetzt

werden,

einer

längeren

Behandlungsdauer

einem

höheren

Rückfallsrisiko

führt.

diesen

Patienten

bestmögliche Wirkung zu erzielen, sollte die Dosis normalerweise mit der höchsten tolerierten

Dosierung fortgesetzt werden.

Art der Anwendung

Die Kapseln sollen ein- oder zweimal täglich zusammen mit Nahrung eingenommen

werden.

4.3 Gegenanzeigen

Isotretinoin ist bei schwangeren und stillenden Frauen kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.6 „Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit“)

Isotretinoin

Frauen

gebärfähigen

Alter

kontraindiziert,

denn,

dass

alle

Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms eingehalten werden (siehe Abschnitt

4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Isotretinoin ist außerdem kontraindiziert bei Patienten

mit Leberinsuffizienz

mit übermäßig erhöhten Blutfettwerten

mit Hypervitaminose A

mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Soja, Erdnüsse, Ponceau 4R (E 124) oder

einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

die gleichzeitig eine Tetrazyklin-Behandlung erhalten (siehe Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen

mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwangerschaftsverhütungsprogmm

Dieses Arzneimittel ist TERATOGEN.

Isotretinoin

Frauen

gebärfähigen

Alter

kontraindiziert,

denn,

alle

hier

folgenden Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms

werden erfüllt:

Sie leidet an schwerer Akne (wie Akne nodularis oder Akne conglobata oder an einer Akne,

bei der das Risiko einer dauerhaften Narbenbildung besteht), welche sich gegenüber

adäquaten Standardtherapiezyklen mit systemischen Antibiotika und topischer Therapie als

resistent erwiesen hat (siehe Abschnitt 4.1 „Anwendungsgebiete“).

Sie versteht das teratogene Risiko.

Sie versteht die Notwendigkeit einer strengen Überwachung auf einer monatlichen Basis.

Sie versteht die Notwendigkeit einer zuverlässigen Empfängnisverhütung ohne

Unterbrechung, 1

Monat vor Beginn der Behandlung, während der Behandlung und 1 Monat nach

Beendigung der Behandlung. Es muss mindestens eine, vorzugsweise sollten aber

zwei sich ergänzende Maßnahmen zur Empfängnisverhütung, inklusive Barrieremethode,

durchgeführt werden.

Auch im Falle einer Amenorrhoe muss sie alle Anweisungen für eine

zuverlässige

Empfängnisverhütung befolgen.

Sie muss in der Lage sein, die

Empfängnisverhütungsmaßnahmen

zuverlässig

durchzuführen.

Sie ist über mögliche Konsequenzen einer Schwangerschaft und die Notwendigkeit sich

sofort untersuchen zu lassen, falls das Risiko besteht, dass eine Schwangerschaft

eingetreten ist, informiert und versteht sie.

Sie versteht die Notwendigkeit und akzeptiert, Schwangerschaftstests vor, während und 5

Wochen nach dem Ende der Therapie durchzuführen.

Sie hat bestätigt, dass sie die Gefahren und notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, die

mit der

Anwendung von Isotretinoin verbunden sind,

verstanden hat.

Diese Voraussetzungen gelten auch für Frauen, welche gegenwärtig nicht sexuell aktiv sind, es

sei denn, dass der verschreibende Arzt der Meinung ist, dass es zwingende Gründe gibt, die dafür

sprechen, dass das Risiko des Auftretens einer Schwangerschaft nicht besteht.

Der verschreibende Arzt muss sicherstellen,

dass:

die Patientin die Voraussetzungen des o.g. Schwangerschaftsverhütungsprogramms

erfüllt, einschließlich einer Bestätigung, dass sie über einen adäquaten Grad an Verständnis

verfügt.

die Patientin bestätigt, dass sie die o.g. Voraussetzungen

erfüllt.

die Patientin seit mindestens 1 Monat vor Beginn der Behandlung eine oder

vorzugsweise zwei Methoden der effektiven Empfängnisverhütung, inklusive einer

Barrieremethode, durchführt und die zuverlässige Empfängnisverhütung während der

gesamten Zeit der Behandlung und für einen Monat nach Ende der Behandlung

weiterführen wird.

Schwangerschaftstests mit negativem Resultat vor, während und 5 Wochen nach dem

Ende der Behandlung durchgeführt wurden. Die Daten und Resultate der

Schwangerschaftstests müssen dokumentiert werden.

Empfängnisverhütung

Weibliche Patienten müssen umfassende Informationen zur Schwangerschaftsverhütung erhalten

und zur Beratung über Empfängnisverhütung überwiesen werden, falls sie noch keine wirksame

Empfängnisverhütung durchführen.

Als minimale Voraussetzung müssen Frauen mit dem potentiellen Risiko einer Schwangerschaft

mindestens eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung durchführen. Vorzugsweise sollte

Patientin

zwei

sich

ergänzende

Formen

Empfängnisverhütung,

inklusive

einer

Barrieremethode,

anwenden.

Empfängnisverhütung

sollte,

auch

Patientinnen

Amenorrhoe, für mindestens 1 Monat nach dem Ende der

Isotretinoin-Behandlung

fortgesetzt

werden.

Schwangerschaftstests

Entsprechend

lokalen

Vorgehensweise

wird

geraten,

medizinisch

überwachte

Schwangerschaftstests mit einer minimalen Sensitivität von 25 ml.E./ml während der ersten 3

Tage des Menstruationszyklus wie folgt durchzuführen:

Vor Behandlungsbeginn

Um die Möglichkeit einer Schwangerschaft vor Beginn der Kontrazeption auszuschließen, wird

empfohlen, dass ein erster medizinisch überwachter Schwangerschaftstest durchgeführt wird und

Datum

Ergebnis

dokumentiert

werden.

Zeitpunkt,

wann

dieser

Schwangerschaftstest durchgeführt wird, sollte sich bei Patientinnen ohne regelmäßigen Zyklus an

sexuellen

Aktivitäten

Patientin

orientieren

Wochen

nach

letzten

ungeschützten Geschlechtsverkehr der Patientin durchgeführt werden. Der verschreibende Arzt

muss die Patientin über

Schwangerschaftsverhütung

aufklären.

medizinisch überwachter Schwangerschaftstest muss

Untersuchung, bei

Arzneimittel

verschrieben

wird

oder

während

Tage

Besuch

verschreibenden Arzt, durchgeführt werden und sollte so lange hinausgeschoben werden, bis die

Patientin mindestens 1 Monat lang eine zuverlässige Empfängnisverhütung angewandt hat. Dieser

Test soll sicherstellen, dass die Patientin nicht schwanger ist, wenn sie mit der Behandlung mit

Isotretinoin beginnt.

Kontrolluntersuchungen

Kontrolluntersuchungen müssen in Intervallen von 28 Tagen festgesetzt werden. Auf der Basis

lokaler

Gepflogenheiten,

welche

sexuelle

Aktivität

Patientin

Menstruationsanamnese (abnormale Menstruationen, Ausfall von Perioden, Amenorrhoe) in der

näheren

Vergangenheit berücksichtigt,

muss

festgestellt

werden,

regelmäßige

monatliche

Schwangerschaftstests unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Wo es notwendig

erscheint,

muss bei dem Untersuchungstermin zur Verschreibung

oder in den 3

Tagen vor dem Besuch bei dem verschreibenden Arzt ein Schwangerschaftstest durchgeführt

werden.

Am Ende der Behandlung

Fünf Wochen nach dem Ende der Behandlung müssen Frauen einen letzten Schwangerschaftstest

durchführen um eine Schwangerschaft auszuschließen.

Verschreibungs- und Abgabeeinschränkungen

Isotretinoin-Rezepte für Frauen im gebärfähigen Alter müssen auf einen Behandlungszeitraum von

30 Tagen limitiert sein und eine Fortsetzung der Therapie erfordert eine erneute Verschreibung.

Idealerweise sollten der Schwangerschaftstest, die Ausstellung des Rezeptes und die Abgabe von

Isotretinoin

selben

erfolgen.

Abgabe

Isotretinoin

muss

innerhalb

maximal 7 Tagen nach der Ausstellung des Rezeptes erfolgen.

Männliche Patienten

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Isotretinoin die Fruchtbarkeit oder die

Nachkommen männlicher Patienten beeinträchtigt. Dennoch müssen männliche Patienten darauf

hingewiesen werden, dass sie ihr Arzneimittel nicht mit anderen Personen, vor allem nicht mit

Frauen, teilen dürfen.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen

Die Patienten müssen dazu angehalten werden, das Arzneimittel niemals an andere Personen

weiterzugeben

nicht

benötigte

Kapseln

Ende

Behandlung

ihren

Apotheker

zurückzugeben.

Aufgrund

potentiellen

Risikos

für

Fötus

einer

schwangeren

Frau,

welche

eine

Transfusion erhält, dürfen Patienten während der Behandlung mit Isotretinoin und für 1 Monate

nach Beendigung der Behandlung kein Blut spenden.

Aufklärungsmaterial

verschreibenden

Arzt,

Apotheker

Patienten

helfen,

eine

fetale

Isotretinoin-

Exposition

vermeiden,

wird

Zulassungsinhaber

Aufklärungsmaterial

Verfügung stellen, um die Warnungen vor der Teratogenität von Isotretinoin zu verstärken, vor

Behandlungsbeginn

Ratschläge

Kontrazeption

erteilen

Aufklärung

über

Notwendigkeit von Schwangerschaftstests zu liefern.

Alle

Patienten,

männliche

weibliche,

müssen

Arzt

vollem

Umfang

über

teratogene Risiko und

über die strengen Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen, wie sie im

Schwangerschaftsverhütungsprogramm

beschrieben sind, aufgeklärt werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Bei Patienten, welche mit Isotretinoin behandelt wurden, wurde über Depressionen, verstärkte

Depressionen, Angst, aggressive Tendenzen, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome

und,

selten,

Suizidgedanken,

Suizidversuche

Suizide

(siehe

Abschnitt

„Nebenwirkungen“) berichtet. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Patienten mit einer Depression

in der Anamnese nötig und alle Patienten müssen auf Anzeichen einer Depression überwacht und

wenn

nötig

einer angemessenen

Behandlung

zugeführt

werden.

Möglicherweise

reicht

Abbruch der Isotretinoin- Therapie nicht aus, um die Symptome zu lindern und daher kann

eine weitere psychiatrische oder psychologische Untersuchung notwendig sein.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Bei Therapiebeginn zeigt sich gelegentlich eine akute Verschlechterung der Akne, diese geht

jedoch

Therapieverlauf

gewöhnlich

innerhalb

Tagen

zurück

erfordert

normalerweise keine Dosierungsanpassung.

Nach der Markteinführung wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von Isotretinoin Fälle

von schweren Hautreaktionen wie Erythema exsudativum multiforme (EEM), Stevens-Johnson-

Syndrom (SJS) und Toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) berichtet. Da die Abgrenzung dieser

Krankheitsbilder

anderen

Hautreaktionen

unter

Isotretinoin

(siehe

Abschnitt

„Nebenwirkungen”) schwierig sein

kann, sollten die Patienten bezüglich möglicher Anzeichen

und Symptome beraten und engmaschig auf schwere Hautreaktionen untersucht werden. Wenn

der Verdacht auf eine schwere Hautreaktion besteht, soll Isotretinoin abgesetzt werden.

Eine intensive Sonnlicht- oder UV-Strahlenexposition muss vermieden werden. Wenn nötig muss

ein Sonnenschutzmittel im hohem Lichtschutzfaktor, mindestens Lichtschutzfaktor 15, eingesetzt

werden.

Aufgrund des Risikos der Bildung von hypertrophem Narbengewebe in atypischen Zonen

und, seltener,

postinflammatorischer

Hyper-

oder

Hypopigmentierung

behandelten

Zonen, muss eine aggressive chemische Dermabrasion und kutane Laserbehandlung bei Patienten

während der Therapie mit Isotretinoin und für mindestens 5 – 6 Monate nach dem Ende der

Behandlung vermieden werden. Aufgrund des Risikos des Abrisses der Epidermis muss eine

Wachsepilation

Patienten,

welche

Isotretinoin

behandelt

werden,

während

eines

Zeitraumes von mindestens 6 Monaten nach der Behandlung vermieden werden.

Die gleichzeitige Gabe von Isotretinoin mit topischen Keratolytika oder Schälpräparaten zur

Aknebehandlung ist zu vermeiden, da es vermehrt zu lokalen Reizungen kommen kann (siehe

Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“).

Patienten

sind

darauf

hinzuweisen,

dass

Behandlungsbeginn an

eine

feuchtig-

keitsspendende Hautsalbe oder –creme und einen Lippenbalsam benutzen sollen, da Isotretinoin

voraussichtlich zu Trockenheit der Haut und der Lippen führt.

Augenerkrankungen

Trockene Augen, Trübung der Hornhaut, vermindertes Nachtsehen und Keratitis bilden sich

normalerweise nach Beendigung der Therapie zurück. Bei trockenen Augen kann die Anwendung

eine

Augensalbe

Befeuchtung

oder

einer

Tränenersatztherapie

helfen.

Eine

Unverträglichkeit von

Kontaktlinsen,

welche

für

Patienten

Tragen

einer

Brille

während

Therapie

erforderlich macht, kann auftreten.

Auch

über

eine

Verminderung

Nachtsehens

wurde

berichtet

(siehe

Abschnitt

„Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen“) und

trat

einigen

Patienten

plötzlich

auf.

Patienten

Augenproblemen

sollten

Untersuchung

einen

Ophthalmologen überwiesen wurden.

Abbruch

Isotretinoin-

Therapie kann notwendig sein.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myalgie, Arthralgie und erhöhte Serum-Creatinphosphokinase-Werte wurden bei Patienten, die

Isotretinoin erhielten, berichtet, vor allem bei solchen, die anstrengende

physische

Aktivitäten ausübten (siehe Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“).

Knochenveränderungen, wie vorzeitiger Schluss der Knochenwachstumsfugen, Hyperostosen und

Kalzifizierung von Sehnen und Bändern traten nach mehrjähriger Anwendung in sehr hohen

Dosen

Behandlung von

Keratinisationsstörungen auf.

Höhe

Dosierung,

Therapiedauer und die totale kumulative Dosis lagen bei diesen Patienten im Allgemeinen weit über

denen, welche für die Aknetherapie empfohlen werden.

Benigne Erhöhung des Schädelinnendrucks

Über

Fälle

einer

benignen

Erhöhung

Schädelinnendrucks

wurde

berichtet,

einige

gleichzeitiger Anwendung von Tetrazyklinen (siehe Abschnitte 4.3 „Gegenanzeigen“ und 4.5

„Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“). Zeichen und

Symptome einer benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks sind unter anderem Kopfschmerzen,

Übelkeit und

Erbrechen, Visusstörungen und Papillenödem. Patienten bei denen es zu einer

benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks kommt, müssen die Behandlung mit Isotretinoin

unverzüglich abbrechen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Die Leberenzyme müssen vor der Behandlung, 1 Monat nach Beginn der Behandlung und danach

in Intervallen von 3 Monaten kontrolliert werden, es sei denn, dass eine häufigere Überwachung

klinisch indiziert ist. Vorübergehende und reversible Erhöhung der Lebertransaminasen wurden

gemeldet. In vielen

Fällen

lagen

diese

Veränderungen im

normalen Bereich und

Werte

gingen

während der Behandlung auf das Ausgangsniveau zurück. Dennoch muss in Fällen, in

denen eine klinisch relevante Erhöhung der Transaminasewerte anhält, eine Reduktion der Dosis

oder ein Abbruch der Therapie in Erwägung gezogen werden.

Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz

Nierenversagen

beeinträchtigen

Pharmakokinetik

Isotretinoin

nicht. Daher

kann

Isotretinoin

Patienten

Niereninsuffizienz gegeben

werden.

jedoch ratsam, dass die Patienten mit einer geringen Dosis beginnen und diese schrittweise bis zur

maximalen tolerierten Dosis erhöht wird (sieh Abschnitt 4.2 „Dosierung und Art der Anwendung“).

Fettstoffwechsel

Serumlipide (Nüchternwerte) müssen

Behandlung,

Monate

nach

Beginn

Behandlung und danach in Intervallen von 3 Monaten kontrolliert werden, es sei denn, dass eine

häufigere

Überwachung

klinisch

indiziert

ist.

Üblicherweise

normalisieren

sich

erhöhte

Serumlipidwerte nach einer Reduktion der Dosis

oder Beendigung der Therapie wieder und

können auch auf diätetische Maßnahmen ansprechen.

Isotretinoin

einer

Erhöhung

Plasmatriglyceridwerte

Zusammenhang

gebracht

worden. Wenn eine Hypertriglyceridämie nicht auf einem akzeptablen Niveau kontrollierbar ist,

oder wenn Symptome einer Pankreatitis auftreten (siehe Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“), muss

Isotretinoin-

Behandlung

abgebrochen

werden.

Werte,

mg/dl

oder

mmol/l

überschreiten, sind manchmal mit einer akuten Pankreatitis, die tödlich verlaufen kann, verbunden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Isotretinoin

wurde

entzündlichen

Darmerkrankungen

(inklusive

regionale

Ileitis)

Patienten ohne

Darmprobleme in

Anamnese in

Zusammenhang gebracht.

Beim

Auftreten schwerer (blutiger) Diarrhoe sollten die Patienten Isotretinoin unverzüglich absetzen.

Allergische Reaktionen

Selten wurden anaphylaktische Reaktionen gemeldet, in einigen Fällen nach vorheriger topischer

Retinoidexposition.

Allergische

Hautreaktionen

werden

selten

gemeldet.

Schwere

Fälle

allergischer Vaskulitis, oft mit Purpura (Hämatome und rote Flecken) an den Extremitäten und

mit extrakutaner Beteiligung, wurden gemeldet. Schwere allergische Reaktionen machten einen

sofortigen Abbruch der Therapie und eine sorgfältige Überwachung notwendig.

Hochrisikopatienten

Bei Patienten mit Diabetes, Übergewicht, Alkoholismus oder einer Fettstoffwechselstörung, die

sich einer

Isotretinoin-Behandlung

unterziehen,

können

häufigere

Untersuchungen

Serumlipid- und/oder Blutzuckerwerte nötig sein. Über erhöhte Nüchternblutzuckerwerte wurde

berichtet und neue Fälle von Diabetes wurden während der Isotretinoin-Behandlung diagnostiziert.

Informationen über sonstige Bestandteile

Isotretinoin

„ratiopharm“

10/20

mg-Kapseln

enthalten

Sorbitol.

Patienten

seltenen

hereditären Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Dieses Arzneimittel enthält Ponceau 4R (E 124), welches allergische Reaktionen hervorrufen

kann.

4.5

Wechselwirkungen

mit

anderen

Arzneimitteln

und

sonstige

Wechselwirkungen

Aufgrund des Risikos einer Hypervitaminose A dürfen die Patienten nicht gleichzeitig Vitamin

A einnehmen.

Fälle

einer

benignen

Erhöhung

Schädelinnendrucks

(Pseudotumor

cerebri)

wurden

gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin und Tetrazyklinen berichtet. Daher muss eine gleichzeitige

Anwendung

vermieden

werden

(siehe

Abschnitt

„Gegenanzeigen“

Abschnitt

„Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Die gleichzeitige Gabe von Isotretinoin mit topischen Keratolytika oder Schälpräparaten zur

Aknebehandlung ist zu vermeiden, da es vermehrt zu lokalen Reizungen kommen kann (siehe

Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung”).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine

Schwangerschaft

ist

eine

absolute

Kontraindikation

für

eine

Behandlung

mit

Isotretinoin (siehe Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“). Wenn trotz der Vorsichtsmaßnahmen

während der Isotretinoin-Behandlung oder im Monat darauf eine Schwangerschaft eintritt,

besteht ein großes Risiko äußerst ernsthafter und schwerwiegender Missbildungen für den

Fötus.

Zu den fetalen Missbildungen, die mit einer Isotretinoin-Exposition in Zusammenhang

stehen,

gehören

Fehlbildungen

Zentralnervensystems

(Hydrocephalus,

Missbildungen/Fehlbildungen

Kleinhirns,

Microcephalus),

Dysmorphie

Gesichts,

Gaumenspalte, Fehlbildungen des äußeren Gehörganges (Fehlen der Ohrmuschel, schmaler oder

fehlender

externer

Gehörgang),

Fehlbildungen

Augen

(Microphthalmie),

kardiovaskuläre

Fehlbildungen

(konotrunkale

Missbildungen

Fallot

Tetralogie,

Transposition

großen

Gefäße, Septumsdefekte), Fehlbildungen der Thymusdrüse und der Nebenschilddrüsen. Außerdem

ist die Inzidenz von Spontanaborten erhöht.

Wenn es bei einer Frau, die mit Isotretinoin behandelt wird, zu einer Schwangerschaft kommt,

muss die Behandlung abgebrochen werden und die Patientin muss zur Abklärung und Beratung

an einen Teratologen oder an einen Arzt mit Erfahrung in Teratologie, überwiesen werden.

Stillzeit

Isotretinoin ist stark lipophil, daher ist der Übergang von Isotretinoin in die Muttermilch sehr

wahrscheinlich. Aufgrund der Möglichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen beim Kind, das

über die

Muttermilch dem

Wirkstoff ausgesetzt ist,

Anwendung

Isotretinoin bei

stillenden Müttern kontraindiziert.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Eine Reihe von Fällen von Verminderung des Nachtsehens sind unter Isotretinoin-

Behandlung aufgetreten und persistierten in seltenen Fällen auch nach der Therapie (siehe

Abschnitte 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“ und 4.8

„Nebenwirkungen“). Da dies in einigen Fällen plötzlich auftrat, müssen die Patienten auf dieses

mögliche Problem hingewiesen und gewarnt werden, dass sie beim Lenken eines Fahrzeuges und

Bedienen von Maschinen vorsichtig sein müssen.

In sehr seltenen Fällen wurde über Schläfrigkeit, Schwindel und Sehstörungen berichtet. Die

Patienten sind anzuhalten, sich beim Auftreten dieser Wirkungen nicht hinter das Steuer eines

Fahrzeugs zu setzen, keine Maschinen zu bedienen und auch keine Aktivitäten zu unternehmen,

bei denen das Auftreten dieser Symptome zu einer Gefährdung der eigenen Person oder anderer

Personen führen könnte.

4.8 Nebenwirkungen

Einige der Nebenwirkungen, die mit der Behandlung mit Isotretinoin verbunden sind,

sind dosisabhängig. Die Nebenwirkungen sind normalerweise nach eine Dosierungsänderung oder

einem Abbruch der Behandlung reversibel, aber einige können nach dem Ende der Behandlung

persistieren. Folgende Symptome sind die am häufigsten unter Isotretinoin berichteten

unerwünschten Wirkungen: Trockenheit der Haut, Trockenheit der Schleimhäute, z. B. der

Lippen (Lippenentzündung), der Nasenschleimhaut

Nasenbluten) und der Augen (Konjunktivitis).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr selten (< 1/10.000)

Infektionen (mukokutan) mit grampositiven Bakterien.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig (

1/10)

Anämie,

erhöhte

Sedimentationsrate

roten

Blutkörperchen,

Thrombozytopenie,

Thrombozytose

Häufig (

1/100, <1/10)

Neutropenie

Sehr selten (

1/10.000)

Lymphadenopathie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten (

1/10.000, <1/1.000)

Allergische Hautreaktionen, anaphylaktische Reaktion, Hypersensitivität

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten (

1/10.000)

Diabetes mellitus, Hyperurikämie

Psychiatrische Erkrankungen

Selten (



10.000, < 1/1.000)

Depression, Verschlechterung einer Depression, aggressive Tendenzen,

Angst, Stimmungsschwankungen

Sehr selten(

1/10.000)

Verhaltensauffälligkeiten, psychotische Störungen, Suizidgedanken, Suizidversuch, Suizid

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig (

1/100, <1/10)

Kopfschmerzen

Sehr selten (

1/10.000)

Benigne Erhöhung des Schädelinnendrucks, Konvulsion, Schläfrigkeit, Schwindel

Augenerkrankungen

Sehr häufig (

1/10)

Blepharitis, Konjunktivitis, trockenes Auge, Augenirritation

Sehr selten (

1/10.000)

Verschwommenes Sehen, Katarakt, Farbenblindheit (vermindertes Farbsehen),

Kontaktlinsenintoleranz, Hornhauttrübung, vermindertes Nachtsehen, Keratitis, Papillenödem

(als Zeichen einer benignen Erhöhung des Schädelinnendrucks), Photophobie, Sehstörungen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten (

1/10.000)

Verschlechterung des Hörens

Gefäßerkrankungen

Sehr selten (

1/10.000)

Vaskulitis (z.B. Wegener´sche Granulomatose, allergische Vaskulitis)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufig (

1/100, <1/10)

Epistaxis, Nasentrockenheit, Nasopharyngitis

Sehr selten (

1/10.000)

Bronchospasmus (vor allem bei Patienten mit Asthma), Heiserkeit

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr selten (

1/10.000)

Kolitis, Ileitis, trockener Rachen, gastrointestinale Blutungen, blutiger Durchfall und

entzündliche Darmerkrankung, Übelkeit, Pankreatitis, (siehe Abschnitt 4.4. „Besondere

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“)

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig (

1/10)

Erhöhte Transaminasen (siehe Abschnitt 4.4. „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

für die Anwendung“)

Sehr selten (

1/10.000)

Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig (

1/10)

Cheilitis, Dermatitis, trockene Haut, lokalisierte Exfoliation, Pruritus, erythematöser

Hautausschlag, Hautverletzlichkeit (Risiko von Schürfwunden)

Selten (

1/10.000, < 1/1.000)

Alopezie

Sehr selten (

1/10.000)

Akne fulminans, Verschlimmerung der Akne (Aufflammen der Akne), Erythem (im Gesicht),

Exanthem, Veränderungen der Haare, Hirsutismus, Nageldystrophie, Paronychie,

Photosensibilitätsreaktion,

pyogenes Granulom, Hyperpigmentierung der Haut, vermehrtes

Schwitzen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig (

1/10)

Arthralgie, Myalgie, Rückenschmerzen (vor allem bei Kindern und jugendlichen Patienten)

Sehr selten (

1/10.000)

Arthritis, Verkalkung (Kalzifikation von Bändern und Sehnen), vorzeitiger Schluss der

Knochenwachstumsfugen, Exostosen (Hyperostose), verminderte Knochendichte,

Tendinitis, Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten (

1/10.000)

Glomerulonephritis

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Sexuelle Dysfunktion einschließlich erektiler Dysfunktion und verminderter Libido

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr selten (

1/10.000)

Granulationsgewebe (vermehrte Bildung), Unwohlsein

Untersuchungen

Sehr häufig (

1/10)

Erhöhung der Triglyzeride im Blut, Verminderung der Lipoproteine hoher Dichte (HDL)

Häufig (

1/100, <1/10)

Erhöhung des Cholesterins im Blut, Erhöhung der Blutglukose, Hämaturie, Proteinurie

Sehr selten (

1/10.000)

Erhöhung der Creatinphosphokinase im Blut

Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse wurde aus den gesamten klinischen Daten von 824

Patienten und aus den nach der Markteinführung eingegangenen Daten errechnet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Isotretinoin ist ein Vitamin-A-Derivat. Auch wenn die akute Toxizität von Isotretinoin gering

ist, könnten im Falle einer versehentlichen Überdosierung Zeichen einer Hypervitaminose A

auftreten.

Symptome

einer

akuten

Vitamin-A-Toxizität

beinhalten

schwere

Kopfschmerzen,

Übelkeit oder Erbrechen, Schläfrigkeit, Reizbarkeit und Juckreiz. Zeichen und Symptome einer

versehentlichen oder absichtlichen Überdosierung von Isotretinoin wären vermutlich ähnlich. Es ist

anzunehmen, dass diese Symptome reversibel sind und ohne Notwendigkeit einer Behandlung

wieder abklingen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Aknemittel zur systemischen Anwendung

ATC-Code: D10B A01

Wirkmechanismus

Isotretinoin

Stereoisomer

all-trans-Retinsäure

(Tretinoin).

genaue

Wirkmechanismus

Isotretinoin

noch

nicht

Detail

geklärt,

aber

wurde

bestätigt, dass die beobachtete Verbesserung des klinischen Bildes der schweren Akne mit der

Unterdrückung der Aktivität der Talgdrüsen und der histologisch nachgewiesenen Verkleinerung

der Talgdrüsen in Verbindung steht. Außerdem wurde eine

entzündungshemmende

Wirkung von

Isotretinoin auf die Haut festgestellt.

Wirksamkeit

Eine Hyperkeratinisation der epithelialen Deckschicht der Haarfollikel führt zum Abschuppen

von Keratinozyten in den Ductus und zu dessen Blockierung durch Keratin und überschüssigen

Talg.

Darauf

folgt

Bildung

eines

Komedos

eventuell

kommt

entzündlichen

Läsionen. Isotretinoin verhindert die Proliferation der Sebozyten und

scheint bei Akne

eine

Normalisierung des Ablaufs der Ausdifferenzierung zu bewirken. Talg ist das Hauptsubstrat für

das Wachstum des Propionibacterium acnes, sodass eine Verringerung der Talgproduktion die

bakterielle Besiedelung des Ductus hemmt.

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Isotretinoin

wird

unterschiedlich

dosislinear

über

therapeutische

Breite

Gastrointestinaltrakt

resorbiert.

absolute

Bioverfügbarkeit

Isotretinoin

wurde

nicht

bestimmt, da die Substanz nicht als intravenös applizierbare Zubereitung für den Einsatz beim

Menschen verfügbar ist, aber die Extrapolation aus Studien am Hund deuten auf eine relativ

geringe

variable

systemische

Bioverfügbarkeit

hin.

Wenn

Isotretinoin

Nahrung

aufgenommen wird, ist die Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Nüchterneinnahme verdoppelt.

Verteilung

Isotretinoin ist in hohem Ausmaß an Plasmaproteine, hauptsächlich Albumin (99,9%), gebunden.

Das Verteilungsvolumen von Isotretinoin beim Menschen wurde nicht bestimmt, da Isotretinoin

nicht als intravenös applizierbare Zubereitung für die Anwendung beim Menschen verfügbar ist.

Für den Menschen ist wenig Information über die Verteilung von Isotretinoin in den einzelnen

Geweben verfügbar. Die Konzentrationen in der Epidermis sind nur halb so hoch wie die im

Serum. Die Plasmakonzentrationen von Isotretinoin liegen ca. 1,7-mal höher als die im Vollblut,

da Isotretinoin nur schlecht in rote Blutzellen eindringt.

Biotransformation

Nach oraler Anwendung von Isotretinoin wurden drei Hauptmetaboliten im Plasma identifiziert:

4- oxo-Isotretinoin, Tretinoin (all-trans-Retinsäure) und 4-oxo Tretinoin. Diese Metaboliten haben

verschiedenen

In-vitro-Untersuchungen

eine

biologische

Wirkung

gezeigt.

Für

4-oxo-

Isotretinoin wurde in einer klinischen Studie gezeigt, dass es einen signifikanten Beitrag zur

Aktivität

Isotretinoin

(Reduktion

Talgproduktion

trotz

fehlender

Wirkung

Plasmakonzentration von Isotretinoin und Tretinoin) leistet. Zu den anderen weniger wichtigen

Metaboliten

gehören

auch

Glucuronid-Konjugate.

Hauptmetabolit

4-oxo-Isotretinoin,

dessen

Plasmakonzentration

Fließgleichgewicht

2,5fache

Plasmaspiegels

Muttersubstanz ausmacht.

Isotretinoin

Tretinoin

(all-trans-Retinsäure)

umkehrbar

metabolisiert

(ineinander umgewandelt) werden, ist der Stoffwechsel von Tretinoin mit dem von Isotretinoin

verbunden.

wurde

geschätzt, dass

20-30%

einer

Isotretinoin-Dosis durch

Isomerisierung

verstoffwechselt werden.

enterohepatische

Zirkulation

könnte

eine

wichtige

Rolle

Pharmakokinetik

Isotretinoin beim Menschen spielen. Metabolische In-vitro-Studien

haben gezeigt, dass

verschiedene

CYP-

Enzyme

Metabolismus

Isotretinoin

4-oxo-Isotretinoin

Tretinoin beteiligt sind. Keine der Iso-Formen scheint dabei eine dominierende Rolle zu spielen.

Isotretinoin und seine Metaboliten beeinträchtigen die Wirkung von CYP nicht signifikant.

Elimination

Nach oraler Anwendung von radioaktiv markiertem Isotretinoin wurden etwa gleiche Anteile

der Dosis im Urin und in den Fäzes wiedergefunden. Nach oraler Anwendung von Isotretinoin

liegt die terminale Eliminationshalbwertszeit des unveränderten Wirkstoffes bei Patienten mit

Akne bei durchschnittlich 19 Stunden. Die terminale Eliminationshalbwertszeit von 4-oxo-

Isotretinoin ist länger, mit einem Durchschnitt von 29 Stunden.

Isotretinoin ist ein physiologisches Retinoid und die endogenen Retinoidkonzentrationen werden

innerhalb von ca. zwei Wochen nach dem Ende der Isotretinoin-Therapie wieder erreicht.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Isotretinoin

Patienten

Leberinsuffizienz kontraindiziert ist,

liegen

begrenzte

Informationen zur Kinetik von Isotretinoin bei dieser Patientengruppe vor. Nierenversagen führt

zu keiner nennenswerten Reduktion der Plasmaclearance von Isotretinoin oder 4-oxo-Isotretinoin.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Isotretinoin nach oraler Applikation wurde an verschiedenen Tierspezies

ermittelt. Die LD

beträgt bei Kaninchen ca. 2000 mg/kg, bei Mäusen ca. 3000 mg/kg und bei

Ratten über 4000 mg/kg.

Chronische Toxizität

Eine Langzeitstudie an Ratten über 2 Jahre (Dosis 2,8 und 32 mg/kg/Tag) erbrachte Hinweise

auf teilweisen Haarverlust und hohe Plasmatriglyceridwerte in den höheren Dosisgruppen. Das

Nebenwirkungsspektrum von

Isotretinoin

Nagetieren

ähnelt

stark

Vitamin

schließt aber die massiven Gewebe- und Organverkalkungen, welche mit Vitamin A bei Ratten

beobachtet wurden, nicht ein. Die Veränderungen von Leberzellen, die mit Vitamin A beobachtet

wurden, traten mit Isotretinoin nicht auf.

Alle beobachteten Nebenwirkungen eines Hypervitamin-A-Syndroms waren nach Absetzen von

Isotretinoin

spontan

reversibel.

Selbst

Versuchstiere

einem

schlechten

Allgemeinzustand

erholten sich innerhalb von 1 – 2 Wochen weitgehend.

Teratogenität

Wie andere Vitamin-A-Derivate hat sich Isotretinoin in Tierversuchen als teratogen

und embryotoxisch erwiesen.

Aufgrund des teratogenen Potentials von Isotretinoin ergeben sich therapeutische Konsequenzen

für die Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter (siehe Abschnitt 4.3 „Gegenanzeigen“,

Abschnitt 4.4

„Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung“

Abschnitt 4.6 „Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit“).

Fertilität

In therapeutischen Dosen beeinträchtigt Isotretinoin die Zahl, die Mobilität und die Morphologie

von Spermien

nicht

und gefährdet

das Entstehen

und die Entwicklung

des Embryos

Seiten des Mannes, der Isotretinoin einnimmt, nicht.

Mutagenität

Isotretinoin

sich

In-vitro-

oder

In-vivo-Tierversuchen weder

mutagen

noch

kanzerogen erwiesen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Raffiniertes Sojabohnenöl, DL-alpha-Tocopherol, Dinatriumedetat, Butylhydroxyanisol,

hydriertes

Pflanzenöl, partiell hydriertes Sojabohnenöl, gelbes Bienenwachs.

Kapselhülle:

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg – Kapseln

Gelatine, Glycerol 98 – 101%, Sorbitol-Lösung 70%, gereinigtes Wasser, Ponceau 4R (E

124), schwarzes Eisenoxid (E 172), Titandioxid (E 171).

Isotretinoin „ratiopharm“ 20 mg – Kapseln

Gelatine, Glycerol 98 – 101%, Sorbitol-Lösung 70%, gereinigtes Wasser, Ponceau 4R (E

124), Indigocarmin (E 132), Titandioxid (E 171).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blister.

Packungen mit 20, 30, 50, 60 und 100 Kapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Patienten sollten angewiesen werden, dieses Arzneimittel nicht an andere Personen weiterzugeben

und ungebrauchte Kapseln am Ende der Behandlung in die Apotheke zurückzubringen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Isotretinoin „ratiopharm“ 10 mg – Kapseln

1-24648

Isotretinoin „ratiopharm“ 20 mg – Kapseln

1-24649

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 05.09.2002

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 01.06.2007

10.

STAND DER INFORMATION

10/2017

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

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