Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

19-09-2013

Fachinformation Fachinformation (SPC)

19-09-2013

Wirkstoff:
Irinotecanhydrochlorid 3 H<2>O
Verfügbar ab:
Vipharm GmbH (8124316)
ATC-Code:
L01XX19
INN (Internationale Bezeichnung):
Irinotecan hydrochloride 3H 2 O
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Irinotecanhydrochlorid 3 H<2>O (28859) 20 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
90058.00.00
Berechtigungsdatum:
2013-06-29

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Irinotecanhydrochlorid 3H2O

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnah-

me/Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte wei-

ter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie

Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Neben-

wirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren

Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Irinotecan Vipharm 20mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Der Name Ihres Arzneimittels ist Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung, nachfolgend in dieser Packungsbeilage als Irinotecan Vipharm bezeichnet.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist Irinotecan Vipharm und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Irinotecan Vipharm beachten?

3. Wie ist Irinotecan Vipharm anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Irinotecan Vipharm aufzubewahren?

6. Weitere Informationen

1.

Was ist Irinotecan Vipharm und wofür wird es angewendet?

Irinotecan Vipharm gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als zytotoxische

Wirkstoffe bezeichnet werden. Irinotecan Vipharm wird zur Behandlung von fortgeschrittenem

Dickdarm- und Mastdarmkrebs bei Erwachsenen angewendet, entweder in Kombination mit ande-

ren Arzneimitteln oder allein.

2.

Was müssen Sie vor der ANWENDUNG von Irinotecan Vipharm beachten?

Irinotecan Vipharm darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Irinotecanhydrochlorid 3 H

O oder einen der

sonstigen Bestandteile von Irinotecan Vipharm sind (siehe Abschnitt 6)

wenn Sie an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, einem Darmverschluss, oder bei-

dem, leiden

wenn Sie stillen

wenn Sie nicht genug Blutkörperchen haben (schwere Störung der Knochenmarkfunktion)

wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden und/oder die Bilirubinwerte Ihres Blutes

mehr als 3fach höher sind als die als normal erachteten

wenn Sie ernsthaft geschwächt sind (WHO Performance Status >2)

wenn Sie ein zusätzliches Arzneimittel einnehmen, das Johanniskraut zur Behandlung von De-

pressionen enthält

Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung von Irinotecan erforderlich

Sie werden von einem Arzt oder einer Krankenschwester behandelt, der/die erfahren ist im Um-

gang mit dieser Art von Behandlungen und der Handhabung dabei auftretender Nebenwirkungen,

die normalerweise vorübergehend sind.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn folgendes auf Sie zutrifft:

wenn Sie eine andere Darmerkrankung haben oder einen Darmverschluss in der Vergangenheit

hatten

wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme haben

wenn Sie eine genetische Funktionsstörung mit einer reduzierten Aktivität des Enzyms UGT1A1

(Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase 1A1) haben

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester sobald wie möglich, falls eine

oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen auftreten, da diese Nebenwirkungen sofort

behandelt werden müssen.

wenn Sie DURCHFALL haben (siehe auch Abschnitt 4)

Irinotecan Vipharm kann bei Ihnen Durchfall auslösen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Durch-

fall, die anhand des Beginns unterschieden werden können: "früh einsetzender Durchfall" beginnt

weniger als 24 Stunden nach der Infusion und "verzögert einsetzender Durchfall" beginnt mehr als

24 Stunden nach der Infusion.

wenn Ihr Durchfall weniger als 24 Stunden nach der Infusion beginnt (“früh einsetzender

Durchfall”), müssen Sie sich SOFORT an Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester wenden, damit

diese Sie entsprechend behandeln können.

Der “früh einsetzende Durchfall” kann von anderen Symptomen begleitet sein, wie:

Schwitzen

Bauchkrämpfe

Tränende Augen

Sehstörungen

Schwindel

Niedriger Blutdruck

Unwohlsein

Erhöhter Speichelfluss

Bitte verwenden Sie keine Durchfallbehandlung, die Ihr Arzt Ihnen gegen “verzögerten

Durchfall” gegeben hat.

wenn Ihr Durchfall mehr als 24 Stunden nach der Infusion beginnt (“verzögert einsetzender

Durchfall”), müssen Sie SOFORT die Durchfallbehandlung, die der Arzt Ihnen gegeben hat, ge-

nau so einnehmen, wie er es Ihnen erklärt hat. Sollten Sie Bedenken haben, wenden Sie sich

an Ihren Arzt.

Trinken Sie SOFORT große Mengen Flüssigkeit, wie Wasser, Sodawasser, Brausegetränke, Brü-

he oder machen Sie eine orale Rehydrationstherapie (Trinken elektrolythaltiger Flüssigkeit).

Setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung

wenn Sie sowohl Übelkeit und Erbrechen als auch Durchfall haben

wenn Sie sowohl Fieber als auch Durchfall haben

wenn Sie auch 48 Stunden nach Beginn der Durchfallbehandlung noch Durchfall haben

Nehmen Sie kein anderes Mittel gegen Durchfall als das, das Ihnen von Ihrem Arzt oder Ih-

rer Krankenschwester gegeben wurde, sowie die oben beschriebenen Flüssigkeiten ein.

Es kann eine Kombination von Durchfall mit anderen Symptomen wie Bauchkrämpfe, Schwitzen,

Tränen- und Speichelfluss auftreten, die akutes cholinerges Syndrom genannt wird. Bitte wen-

den Sie sich so schnell wie möglich an Ihren Arzt, um eine geeignete Behandlung zu erhalten.

wenn Sie FIEBER haben (siehe auch Abschnitt 4)

Irinotecan Vipharm kann eine Verringerung der Anzahl von einigen Ihrer weißen Blutzellen verur-

sachen, die eine wichtige Rolle bei der Infektionsbekämpfung spielen. Dies wird als Neutropenie

bezeichnet. Ihr Arzt wird regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen, um diese weißen Blutzellen

zu überwachen. Sollten Sie Fieber haben, kann dies ein Anzeichen für eine Infektion verbunden

mit Neutropenie sein und eine sofortige Behandlung erfordern. Daher sollten Sie sich, wenn Sie

Fieber und insbesondere wenn Sie ebenfalls Durchfall haben, sofort an Ihren Arzt oder Ihre Kran-

kenschwester wenden, damit diese Ihnen die notwendige Behandlung zukommen lassen können.

wenn Sie sich GESCHWÄCHT UND KRANK fühlen

wenn Sie ATEMBESCHWERDEN haben

wenn Sie starke BAUCHSCHMERZEN haben

Bei Anwendung von Irinotecan mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einneh-

men/anwenden bzw. kürzlich eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht ver-

schreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die folgenden Arzneimittel können die Wirkung von Irinotecan Vipharm beeinflussen:

Arzneimittel gegen Epilepsie wie z.B. Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin

Arzneimittel gegen Pilzinfektionen, wie z.B. Ketoconazol

Antibiotika gegen Infektionen, wie z.B. Rifampicin

Arzneimittel gegen Depressionen, wie z.B. Johanniskrautextrakt

Wenn Sie während einer Kombinationstherapie mit Bevacizumab und Irinotecan Vipharm schwe-

ren Durchfall und Neutropenie entwickeln, wird Ihr Arzt die Irinotecandosis anpassen. Sprechen

Sie mit Ihrem Arzt, sollte eine Operation geplant sein. Irinotecan kann die Wirkung der Muskelre-

laxantien, die Ihnen während einer Operation gegeben werden, beeinträchtigen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Irinotecan Vipharm sollte Ihnen nicht verabreicht werden, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, falls Sie schwanger sind oder stillen.

Frauen im gebärfähigen und Männer im zeugungsfähigen Alter müssen während der Behandlung

und bis zu drei Monate danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie mit Irinotecan Vipharm behandelt werden, müssen Sie mit dem Stillen aufhören.

Kinder

Irinotecan Vipharm sollte Kindern nicht gegeben werden.

Ältere Patienten

Wenn Irinotecan Vipharm älteren Patienten gegeben wird, ist die Dosis sorgfältig zu wählen und

die Patienten sind genau zu beobachten.

Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

Irinotecan Vipharm wird nicht für die Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In einigen Fällen kann Irinotecan Vipharm Nebenwirkungen verursachen, die die Verkehrstüchtig-

keit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen. Während der ersten 24 Stun-

den nach Verabreichung von Irinotecan Vipharm können Sie sich schwindelig fühlen oder Sehstö-

rungen haben. Falls Ihnen dies passiert, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen.

Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wichtige Informationen über einige Inhaltsstoffe von Irinotecan Vipharm

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte wenden Sie Irinotecan Vipharm erst nach Rücksprache

mit Ihrem Arzt an, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber be-

stimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Irinotecan Vipharm ANZUWENDEN?

Irinotecan Vipharm wird Ihnen von einem Arzt oder einer Krankenschwester gegeben werden. Iri-

notecan Vipharm sollte nur Erwachsenen gegeben werden.

Irinotecan Vipharm muss vor Gebrauch verdünnt werden und wird als Infusion in Ihre Vene über

einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten gegeben.

Ihr Arzt wird die Dosis abhängig von Ihrem Alter, Ihrer Körperoberfläche, Ihrer allgemeinen medizi-

nischen Verfassung und jeder anderen Behandlung, die Sie gegen Ihre Krebserkrankung erhalten

haben, anpassen.

Wenn Sie zuvor mit einem 5

Fluorouracil genannten Medikament gegen Krebs behandelt

wurden, werden Sie normalerweise mit Irinotecan Vipharm allein, beginnend mit einer Do-

sis von 350 mg/m

Körperoberfläche alle drei Wochen, behandelt werden.

Wenn Sie keine vorangegangene Therapie gegen Krebs erhalten haben, werden Sie nor-

malerweise eine Dosis von 180 mg/m

Körperoberfläche einmal alle zwei Wochen erhalten;

gefolgt von Infusionen, die Folinsäure und 5

Fluorouracil enthalten.

Sie könnten Irinotecan Vipharm auch in Kombination mit Medikamenten gegen Krebs erhal-

ten, die Bevacizumab, 5-Flourouracil und Folinsäure enthalten.

Wenn Sie Irinotecan Vipharm in Kombination mit einem Medikament erhalten, das Cetuxi-

mab enthält, darf Ihnen Irinotecan Vipharm nicht früher als eine Stunde nach dem Ende der

Cetuximab-Infusion gegeben werden.

Wenn Sie eine größere Menge Irinotecan Vipharm verabreicht bekommen haben als Sie soll-

ten oder vergessen haben Irinotecan Vipharm anzuwenden

Da Ihnen Irinotecan Vipharm üblicherweise von einem Arzt oder einer Krankenschwester gegeben

wird, ist es unwahrscheinlich, dass Sie zu viel erhalten oder eine Dosis auslassen. Wenn Sie wei-

tere, den Gebrauch dieses Produktes betreffende Fragen haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apo-

theker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Irinotecan Vipharm Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige dieser Nebenwirkungen erfordern eine spezielle Behandlung, um das Risiko für Komplikati-

onen gering zu halten.

Wenn eine der Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen be-

merken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte

Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist in die folgenden Kategorien unterteilt: sehr häufig (mehr als

1 von 10 Patienten), häufig (weniger als 1 von 10 Patienten), gelegentlich (weniger als 1 von 100

Patienten), selten (weniger als 1 von 1.000 Patienten) und sehr selten (weniger als 1 von 10.000

Patienten), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Bluterkrankungen

Sehr häufig:

- Rückgang in der Anzahl einer bestimmten Art weißer Blutzellen (Neutropenie)

verbunden mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und Fieber (siehe auch

Abschnitt 2)

- Rückgang der roten Blutzellen (Anämie)

- Bei der Kombinationstherapie: Reduktion der Anzahl der Blutplättchen (Throm-

bozytopenie), die Blutergüsse, Blutungsneigung und ungewöhnliche Blutungen

verursachen kann

Häufig:

- Bei der Monotherapie: Reduktion der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyto-

penie), die Blutergüsse, Blutungsneigung und ungewöhnliche Blutungen verursa-

chen kann

- Infektionen verbunden mit einem starken Rückgang der Anzahl weißer Blutzel-

- Fieber in Verbindung mit einem starken Rückgang der Anzahl einiger weißer

Blutzellen (febrile Neutropenie)

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

- Leichte allergische Reaktionen (z.B. Hautausschlag, Juckreiz)

Selten:

- Lebensbedrohliche allergische Reaktionen mit Anschwellen von Händen, Fü-

ßen, Fußgelenken, Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen, das Schwierigkeiten

beim Schlucken oder Atmen verursachen kann (anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktionen)

Wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie Sich sofort an Ihren Arzt wenden.

Erkrankungen des Bewegungsapparates

Selten:

- Muskelkontraktionen oder -krämpfe und Hautkribbeln (Paresthäsie)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten:

- Vorübergehende Sprachstörungen

Herzerkrankungen

Selten:

- Bluthochdruck (Hypertonie) während oder nach der Irinotecan-Infusion

Lungenerkrankungen

Gelegentlich:

- Lungenerkrankungen, die sich durch Kurzatmigkeit, trockenen Husten und ras-

selnde Geräusche beim Einatmen (interstitielle Lungenerkrankung), frühzeitig

auftretende Wirkungen wie Atembeschwerden (Dyspnoe) darstellen

Verdauungsstörungen

Sehr häufig:

- Verzögert einsetzender schwerer Durchfall

- Bei Monotherapie: schwere Übelkeit und Erbrechen (siehe auch Abschnitt 2).

Häufig:

- Bei Kombinationstherapie: schwere Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Aus-

trocknung verbunden mit Durchfall und/oder Erbrechen

Gelegentlich:

- Dickdarmentzündung, die Bauchschmerzen und/oder Durchfall verursachen

kann (ein Zustand, der als pseudomembrane Kolitis bekannt ist)

- Unvollständige oder vollständige Darmblockade (intestinale Obstruktion, Ileus),

gastrointestinale Blutungen

- Fälle von reduzierter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), Senkung des Blut-

drucks (kann sich durch Schwindel äußern) und/oder Herz-Kreislaufversagen

durch Austrocknung verbunden mit Durchfall und/oder Erbrechen wurden beo-

bachtet.

Selten:

- Niedrige Kalium- und Natriumkonzentrationen im Blut (Hypokaliämie und Hy-

ponatriämie) verbunden mit Austrocknung und Erbrechen

- Dickdarmentzündung, die Bauchschmerzen verursacht (Kolitis einschließlich

Blinddarmentzündung, ischämische und ulzerative Kolitis)

- Darmperforation

- Bauchschmerzen - Appetitverlust (Anorexie) - Schleimhautentzündung (Muko-

sitis) - Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Infektionen:

Gelegentlich:

- Fälle von reduzierter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), Senkung des Blut-

drucks (Hypotonie) oder Herzversagen wurden bei Patienten mit einer schweren

Infektion (Sepsis) beobachtet

Hauterkrankung

Sehr häufig:

- Haarausfall (normalerweise reversibel)

Gelegentlich:

- Leichte Hautreaktionen

Nierenerkrankungen

Häufig:

- Mäßiges Ansteigen des Kreatininspiegels im Serum

Leber- und Gallenblasenerkrankungen

Sehr häufig:

- Bei Kombinationstherapie: vorübergehender Anstieg der Serumspiegel von Le-

berenzymen (SGPT, SGOT, alkalische Phosphatase) oder Bilirubin

Häufig:

- Bei Monotherapie: vorübergehender Anstieg der Serumspiegel von Leberenzy-

men (Transaminasen, alkalische Phosphatase) oder Bilirubin

Sehr selten:

- Anstieg der Serumspiegel von Enzymen der Bauchspeicheldrüse, genannt

Amylasen (Enzyme, die Stärke abbauen) und/oder Lipasen (Enzyme, die Fett

abbauen)

Allgemeine Erkrankungen

Sehr häufig:

- Bei Monotherapie: Fieber und Infektionen

- Fieber in Abwesenheit von Infektionen und ohne gleichzeitige Neutropenie

Häufig:

- Schwäche (Asthenie)

- Schweres vorübergehendes akutes cholinerges Syndrom:

Die Hauptsymptome, die während oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach Iri-

notecan-Infusion auftreten, sind früh einsetzender Durchfall, Bauchschmerzen,

rote, entzündete, juckende oder tränende Augen (Konjunktivitis), laufende Nase

(Rhinitis), Senkung des Blutdrucks (Hypotonie), Erweiterung der Blutgefäße (Va-

sodilation), Schwitzen, Schüttelfrost, Unwohlsein, Schwindel, Sehstörungen, Trä-

nensekretion und Speichelabsonderung

- Bei Kombinationstherapie: Fieber und Infektionen

Gelegentlich:

- Leichte Reaktionen an der Einstichstelle

Da Ihnen Irinotecan Vipharm in Kombination mit einem Medikament gegeben werden kann, das

Cetuximab oder Bevacizumab enthält, können einige der Nebenwirkungen, die bei Ihnen auftreten,

mit dieser Kombination in Zusammenhang stehen. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie auch die

Packungsbeilage zu Cetuximab oder Bevacizumab lesen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeila-

ge angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel

und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Websi-

te: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen,

dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Irinotecan Vipharm aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht einfrieren.

Sie dürfen Irinotecan Vipharm nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfall-

datum nicht mehr anwenden. Das Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angege-

benen Monats.

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung nach Herstel-

lung mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung oder 5 %iger Glucoselösung wurde für 12 Stunden bei 15

bis 25°C und für 48 Stunden unter Lichtschutz bei 2 bis 8°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort verwendet werden.

Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur Verwen-

dung in der Verantwortung des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 bis 8°C nicht überschrei-

ten, es sei denn die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

stattgefunden.

Verwenden Sie Irinotecan Vipharm nicht, wenn die Flüssigkeit getrübt ist oder Partikel beinhaltet

oder der Behälter beschädigt ist.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maß-

nahme hilft die Umwelt zu schützen.

6.

WEITERE Informationen

Was Irinotecan Vipharm enthält

Der Wirkstoff ist Irinotecanhydrochlorid 3 H

1 ml Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 20 mg

Irinotecanhydrochlorid 3 H

O, entsprechend 17,33 mg Irinotecan.

Jede 2 ml Durchstechflasche Irinotecan Vipharm enthält 40 mg Irinotecanhydrochlorid 3 H

Jede 5 ml Durchstechflasche Irinotecan Vipharm enthält 100 mg Irinotecanhydrochlorid 3 H

Jede 15 ml Durchstechflasche Irinotecan Vipharm enthält 300 mg Irinotecanhydrochlorid 3 H

Die sonstigen Bestandteile sind Sorbitol (Ph. Eur.), Milchsäure, Natriumhydroxid und Wasser für

Injektionszwecke.

Wie Irinotecan Vipharm aussieht und Inhalt der Packung

Irinotecan Vipharm ist ein hellgelbes, klares Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Irinotecan Vipharm ist in Bündelpackungen von fünf oder zehn Packungen mit jeweils einer brau-

nen Glasdurchstechflasche von 2 ml, 5 ml oder 15 ml Lösung erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer/Hersteller

Vipharm GmbH

Donnersbergstraße 1

64646 Heppenheim

Deutschland

Pharma Resources GmbH

HefeHof 26

31785 Hameln

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt August 2013 erneuert

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Die folgenden Informationen sind ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

ANLEITUNG ZUR ANWENDUNG VON:

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Dies ist eine Zusammenfassung der Informationen, die die Vorbereitung, Lagerung und Verabrei-

chung von Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung betref-

fen.

Es ist wichtig, dass Sie die gesamte Anleitung durchlesen, bevor Sie mit der Zubereitung des Arz-

neimittels beginnen.

Bitte beachten Sie auch die Fachinformation des Arzneimittels für eine vollständige Beschreibung

und zusätzliche Informationen.

1.

DARREICHUNGSFORM

Irinotecan Vipharm wird als Konzentrat zur Herstellung einer intravenösen Infusionslösung in brau-

nen Glasdurchstechflaschen mit 2 ml, 5 ml oder 15 ml einer sterilen, klaren hellgelben Lösung be-

reitgestellt.

2.

ZUBEREITUNG DER GEBRAUCHSFERTIGEN INFUSIONSLÖSUNG

Anweisungen zur Verdünnung

Lösungen von Irinotecan Vipharm sollten unter kontrollierten und validiert aseptischen Bedingun-

gen zubereitet werden.

Irinotecan Vipharm ist kompatibel mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung und 5 %iger Glucoselösung

und darf nicht mit anderen Arzneimitteln verdünnt werden.

Für die Vorbereitung der Lösung entnehmen Sie die benötigte Menge von Irinotecan Vipharm un-

ter aseptischen Bedingungen mit einer kalibrierten Spritze aus der Durchstechflasche und injizie-

ren Sie diese in einen 250 ml Infusionsbeutel, der entweder 0,9 %ige Natriumchloridlösung oder 5

%ige Glucoselösung enthält. Die Infusionslösung sollte dann durch manuelles Rotieren gründlich

durchmischt werden.

Irinotecan Vipharm ist eine klare, hellgelbe Lösung. Sie sollte vor der Verabreichung visuell auf

Partikel und Verfärbungen hin überprüft werden, wenn Lösung und Behältnis das zulassen. Wenn

in der Durchstechflasche oder nach Rekonstitution ein Niederschlag zu beobachten ist, sollte das

Arzneimittel gemäß den üblichen Standards für zytostatische Wirkstoffe entsprechend entsorgt

werden.

Sicherer Umgang

Irinotecan Vipharm ist ein zytotoxisches Produkt. Bitte halten Sie sich an Ihre lokalen Bestimmun-

gen zum sicheren Umgang bzw. für eine sichere Entsorgung von Zytostatika.

Wie alle antineoplastischen Wirkstoffe muss Irinotecan mit Vorsicht zubereitet und gehandhabt

werden. Das Tragen einer Brille, einer Maske und von Handschuhen ist erforderlich. Sollte Irinote-

can-Lösung oder die Infusionslösung mit der Haut in Kontakt kommen, sofort gründlich mit Wasser

und Seife abwaschen. Sollte Irinotecan-Lösung oder die Infusionslösung mit den Schleimhäuten in

Kontakt kommen, sofort mit Wasser abwaschen.

Unverbrauchtes Arzneimittel oder Abfälle sollten den üblichen Standards für zytostatische Wirk-

stoffe entsprechend entsorgt werden.

Aufbewahrungshinweise

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Für ungeöffnete Durchstechflaschen sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslösung nach Herstel-

lung mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung oder 5 %iger Glucoselösung wurde für 12 Stunden bei 15

bis 25°C und für 48 Stunden unter Lichtschutz bei 2 bis 8°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort verwendet werden.

Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur Verwen-

dung in der Verantwortung des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 bis 8°C nicht überschrei-

ten, es sei denn die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

stattgefunden.

Dosierung und Art der Anwendung

Nur für Erwachsene.

Irinotecan Vipharm sollte den vorherigen Anweisungen entsprechend verdünnt und in eine perip-

here oder zentrale Vene infundiert werden.

Es sollte nicht als intravenöser Bolus oder als eine intravenöse Infusion mit einer Dauer von weni-

ger als 30 Minuten oder mehr als 90 Minuten gegeben werden.

Empfohlene Dosis

Bei der Monotherapie (für vorbehandelte Patienten)

Die empfohlene Dosis von Irinotecan Vipharm ist 350 mg/m² verabreicht als intravenöse Infusion

über einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten alle drei Wochen.

Bei der Kombinationstherapie (für Patienten ohne Vorbehandlung)

Irinotecan Vipharm plus 5-Fluorouracil und Folinsäure

Zur Untersuchung der Sicherheit und Effizienz von Irinotecan Vipharm in Kombination mit 5-

Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure (Irinotecan/5-FU/FS) wurde ein Dosierungsintervall von zwei

Wochen gewählt. Die empfohlene Dosis von Irinotecan Vipharm hierbei beträgt 180 mg/m² verab-

reicht als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten, gefolgt von einer Infusi-

on mit Folinsäure und 5-Fluorouracil.

Irinotecan Vipharm plus Cetuximab

Über Dosierung und Anwendungsweise einer begleitenden Therapie mit Cetuximab informieren

Sie sich bitte in der Fachinformation von Cetuximab. Üblicherweise wird hierbei für Irinotecan die

gleiche Dosierung angewendet, wie in den letzten Zyklen des vorangegangenen irinotecanhaltigen

Regimes. Irinotecan darf frühestens eine Stunde nach Ende der Cetuximab-Infusion verabreicht

werden.

Irinotecan Vipharm plus Bevacizumab

Über Dosierung und Anwendungsweise von Bevacizumab informieren Sie sich bitte in der Fachin-

formation.

Für eine Dosisanpassung und Dosisempfehlungen bei Speziellen Patientengruppen informieren

Sie sich bitte in der Fachinformation.

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 ml Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 20 mg

Irinotecanhydrochlorid 3 H

O, entsprechend 17,33 mg Irinotecan.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3.

Darreichungsform

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Das Produkt ist eine blassgelbe und klare Lösung mit einem pH-Wert von 3,5 und einer Osmolali-

tät von 305 mOsmol/kg.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Irinotecan Vipharm ist angezeigt zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen

Karzinom:

in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure bei Patienten ohne vorausgegangene

Chemotherapie im Stadium einer fortgeschrittenen Erkrankung

als Monotherapie bei Patienten, die auf eine Vorbehandlung mit einem etablierten 5-

Fluorouracil-haltigen Regime nicht angesprochen haben.

In Kombination mit Cetuximab ist Irinotecan Vipharm zur Behandlung von Patienten mit EGFR

(epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor)-expremierendem kolorektalen Karzinom nach Versagen

einer Irinotecan-haltigen zytotoxischen Therapie angezeigt.

In Kombination mit 5-Fluorouracil, Folinsäure und Bevacizumab wird Irinotecan Vipharm als Erstli-

nientherapie bei Patienten mit metastasiertem Karzinom des Kolons oder Rektums angezeigt.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Nur für Erwachsene. Irinotecan Vipharm soll verdünnt und in eine periphere oder zentrale Vene

infundiert werden.

Empfohlene Dosierung

Monotherapie (bei vorbehandelten Patienten)

Die empfohlene Dosierung für Irinotecan Vipharm beträgt 350 mg/m² verabreicht als intravenöse

Infusion über einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten alle drei Wochen (siehe Abschnitt 4.4 und

6.6).

Kombinationstherapie (bei nicht vorbehandelten Patienten)

Irinotecan Vipharm plus 5-Fluorouracil und Folinsäure

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Irinotecan Vipharm in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU)

und Folinsäure (FA) wurde anhand des folgenden Schemas beurteilt (siehe Abschnitt 5.1): Irinote-

plus

5-FU/FA

zweiwöchentlichen

Schema.

empfohlene

Dosierung

für

Irinotecan

Vipharm beträgt 180 mg/m² verabreicht alle zwei Wochen einmal als intravenöse Infusion über 30

bis 90 Minuten, gefolgt von einer Infusion mit Folinsäure und 5-Fluorouracil.

Irinotecan 20 mg/ plus Cetuximab

Zur Dosierung und Art der Anwendung einer begleitenden Therapie mit Cetuximab wird auf die

Produktinformation von Cetuximab verwiesen. In der Regel wird die gleiche Irinotecandosis ange-

wendet, die in den letzten Zyklen der vorangegangenen Irinotecan-haltigen Regime verabreicht

wurde. Irinotecan Vipharm darf nicht früher als eine Stunde nach Ende der Cetuximab-Infusion

verabreicht werden.

Irinotecan Vipharm plus Bevacizumab

Zur Dosierung und Art der Anwendung von Bevacizumab wird auf die Fachinformation von Bevaci-

zumab verwiesen.

Dosisanpassung

Irinotecan Vipharm darf erst nach angemessener Erholung aller Nebenwirkungen auf Grad 0 oder

1 gemäß NCI-CTC (National Cancer Institute - Common Toxicity Criteria) Klassifizierung und nach

vollständigem Abklingen einer behandlungsbedingten Diarrhö verabreicht werden.

Bei Beginn eines nachfolgenden Infusionszyklus muss die Dosis von Irinotecan Vipharm und ge-

gebenenfalls von 5-FU dem schwersten Grad an Nebenwirkungen entsprechend, die bei der vor-

herigen Infusion beobachtet wurden, verringert werden. Die Behandlung muss um 1 oder 2 Wo-

chen verschoben werden, um eine Erholung von behandlungsbedingten Nebenwirkungen zu er-

möglichen.

Wenn die folgenden Nebenwirkungen auftreten, sollte eine Verringerung der Dosis von Irinotecan

Vipharm und/oder gegebenenfalls von 5-FU um 15 - 20 % erfolgen:

Hämatologische Toxizität (Neutropenie Grad 4, febrile Neutropenie (Neutropenie Grad 3-4

und Fieber Grad 2-4), Thrombozytopenie und Leukopenie (Grad 4)

Nichthämatologische Toxizität (Grad 3-4).

Empfehlungen zur Dosisanpassung von Cetuximab, wenn in Kombination mit Irinotecan verab-

reicht, müssen der Produktinformation von Cetuximab entsprechend befolgt

werden.

Zur Dosisanpassung von Bevacizumab, wenn in Kombination mit Irinotecan/5-FU/FA verabreicht,

wird auf die Fachinformation von Bevacizumab verwiesen.

Behandlungsdauer

Die Behandlung mit Irinotecan Vipharm sollte bis zum Auftreten einer objektiven Progression der

Erkrankung oder einer inakzeptablen Toxizität fortgesetzt werden.

Besondere Patientengruppen:

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Monotherapie

Bei Patienten mit WHO Performance Status ≤ 2, richtet sich die Anfangsdosis von Irinotecan

Vipharm nach dem Bilirubin-Spiegel im Blut (bis zum 3fachen des oberen Normalwertes [ULN]).

Bei diesen Patienten mit Hyperbilirubinanämie und einer Prothrombinzeit von mehr als 50 % ist die

Clearance von Irinotecan vermindert (siehe Abschnitt 5.2) und daher das Risiko einer Hämatotoxi-

zität erhöht. Deshalb ist bei dieser Patientengruppe eine wöchentliche Kontrolle des kompletten

Blutbildes durchzuführen.

Bei Patienten mit einem Bilirubin-Spiegel bis zum 1,5fachen des oberen Normalwertes

(ULN) beträgt die empfohlene Dosis von Irinotecan Vipharm 350 mg/m².

Bei Patienten mit einem Bilirubin-Spiegel zwischen dem 1,5fachen und 3fachen des ULN

beträgt die empfohlene Dosis von Irinotecan Vipharm 200 mg/m².

Patienten mit einem Bilirubin-Spiegel über dem 3fachen des ULN dürfen nicht mit Irinote-

can Vipharm behandelt werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen keine Daten von Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor, die mit Irinotecan

Vipharm in Kombination mit anderen Medikamenten behandelt wurden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Irinotecan Vipharm wird nicht zur Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

empfohlen, da mit dieser Patientengruppe keine Studien durchgeführt wurden (siehe Abschnitte

4.4 und 5.2).

Kinder

Irinotecan Vipharm sollte bei Kindern nicht angewendet werden.

Ältere Patienten

Es wurden keine spezifischen pharmakokinetischen Studien an älteren Patienten durchgeführt.

Jedoch sollte die Dosis bei dieser Patientengruppe, aufgrund des häufigeren Vorkommens einge-

schränkter biologischer Funktionen, sorgfältig gewählt werden. Diese Patientengruppe bedarf einer

intensiveren Überwachung (siehe Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Irinotecanhydrochlorid 3 H

O oder

einem der sonstigen Bestandteile von Irinotecan Vipharm in der Vorgeschichte.

Chronisch entzündliche Darmerkrankung und/oder Darmverschluss (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Bilirubinwerte über dem 3fachen des oberen Normalwertes (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Schwere Störung der Knochenmarkfunktion.

WHO Performance Status > 2.

Gleichzeitige Anwendung von Johanniskrautpräparaten (siehe Abschnitt 4.5).

Über zusätzliche Gegenanzeigen von Cetuximab oder Bevacizumab informieren Sie sich bitte in

den Fachinformationen dieser Arzneimittel.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von Irinotecan Vipharm ist auf medizinische Einrichtungen zu beschränken, die

auf die Verabreichung von zytotoxischer Chemotherapie spezialisiert sind, und darf nur unter Auf-

sicht eines Arztes erfolgen, der für die Anwendung von Chemotherapie gegen Krebs qualifiziert ist.

Angesichts der Art und der Inzidenz von Nebenwirkungen sollte Irinotecan Vipharm in folgenden

Fällen nur nach Abwägen des erwarteten Nutzens gegenüber dem möglichen Risiko der Therapie

verordnet werden:

Bei Patienten mit einem Risikofaktor, insbesondere solche mit einem WHO Performance

Status = 2.

In den sehr seltenen Fällen, in denen es als unwahrscheinlich erachtet wird, dass die Pati-

enten die Empfehlungen bezüglich der Handhabung von Nebenwirkungen befolgen (Notwendigkeit

einer sofortigen und andauernden antidiarrhoischen Behandlung kombiniert mit hoher Flüssig-

keitsaufnahme bei Beginn einer verzögert einsetzenden Diarrhö). Für diese Patienten wird eine

strikte stationäre Überwachung empfohlen.

Wenn Irinotecan Vipharm als Monotherapie angewendet wird, wird es im Allgemeinen mit dem

dreiwöchigen Behandlungsschema verordnet. Jedoch kann bei Patienten, die einer engmaschige-

ren Verlaufskontrolle bedürfen oder ein besonderes Risiko für eine schwere Neutropenie aufwei-

sen, das wöchentliche Dosierungsschema in Erwägung gezogen werden.

Verzögert einsetzende Diarrhö

Die Patienten sind auf das Risiko einer verzögert einsetzenden Diarrhö, die mehr als 24 Stunden

nach der Verabreichung von Irinotecan Vipharm und zu jeder Zeit vor dem nächsten Zyklus auftre-

ten kann, in Kenntnis zu setzen. Bei der Monotherapie war die mediane Zeit bis zum Auftreten des

ersten flüssigen Stuhlgangs an Tag 5 nach einer Infusion von Irinotecan-hameln. Die Patienten

sollten ihren Arzt schnell über das Auftreten informieren und sofort mit der entsprechenden Thera-

pie beginnen.

Patienten mit erhöhtem Diarrhö-Risiko sind jene mit vorangegangener Strahlenbehandlung des

Abdomens/Beckens, jene mit Hyperleukozytose vor Behandlungsbeginn, jene mit einem WHO

Performance Status ≥ 2 und Frauen. Wird die Diarrhö nicht richtig behandelt, kann sie lebensbe-

drohlich sein, besonders wenn der Patient gleichzeitig neutropenisch ist.

Sobald der erste flüssige Stuhl auftritt, sollte der Patient beginnen, große Mengen elektrolythaltiger

Getränke zu trinken und eine geeignete antidiarrhoische Therapie muss sofort eingeleitet werden.

Diese antidiarrhoische Behandlung wird von der Fachabteilung verordnet, in der Irinotecan

Vipharm verabreicht wurde. Die Patienten sollten die verordneten Arzneimittel direkt nach der Ent-

lassung aus dem Krankenhaus erhalten, so dass sie mit der Behandlung der Diarrhö beginnen

können, sobald diese auftritt. Außerdem müssen sie sofort den behandelnden Arzt oder die Fach-

abteilung, die Irinotecan Vipharm verabreicht hat, informieren, sobald und wenn eine Diarrhö auf-

tritt.

Die gegenwärtig empfohlene antidiarrhoische Behandlung besteht aus hohen Dosen Loperamid (4

mg bei der ersten Einnahme und danach 2 mg alle 2 Stunden). Diese Therapie muss bis 12 Stun-

den nach dem letzten flüssigen Stuhl fortgesetzt und darf nicht verändert werden. Wegen des Risi-

kos eines paralytischen Ileus darf Loperamid in dieser Dosierung keinesfalls länger als 48 Stunden

ununterbrochen verabreicht werden jedoch auch nicht weniger als 12 Stunden.

Zusätzlich zu der antidiarrhoischen Behandlung sollte prophylaktisch ein Breitbandantibiotikum

gegeben werden, wenn die Diarrhö mit einer schweren Neutropenie (Neutrophilenzahl unter 500

Zellen/mm³) verbunden ist.

Zusätzlich zu der Antibiotikabehandlung wird in den folgenden Fällen eine stationäre Aufnahme

zur Behandlung der Diarrhö empfohlen:

Diarrhö verbunden mit Fieber,

schwere Diarrhö (die eine intravenöse Rehydration erfordert),

Diarrhö, die mehr als 48 Stunden nach Einleitung einer Hochdosis-Loperamid-Therapie

fortbesteht.

Loperamid darf nicht prophylaktisch gegeben werden, auch nicht bei Patienten, bei denen in vo-

rangegangenen Behandlungszyklen eine verzögert einsetzende Diarrhö aufgetreten ist.

Für Patienten mit schwerer Diarrhö wird für die nachfolgenden Behandlungszyklen eine Dosisre-

duktion empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Hämatologie

Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Irinotecan Vipharm einmal wöchentlich das kom-

plette Blutbild zu kontrollieren. Patienten sind über das Risiko einer Neutropenie und die Bedeu-

tung von Fieber in Kenntnis zu setzen. Eine febrile Neutropenie (Körpertemperatur über 38°C und

Neutrophilenzahl bei 1.000 Zellen/mm³ und weniger) ist dringend in einem Krankenhaus intrave-

nös mit Breitbandantibiotika zu behandeln.

Bei Patienten, bei denen schwerwiegende hämatologische Nebenwirkungen auftraten, wird für die

nachfolgenden Verabreichungen eine Dosisreduktion empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten mit schwerer Diarrhö besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Hämatotoxizität.

Bei diesen Patienten muss das komplette Blutbild bestimmt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Vor Behandlungsbeginn und vor jedem Zyklus müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden.

Bei Patienten mit einem Bilirubin-Spiegel zwischen dem 1,5 und 3fachen des oberen Normalwer-

tes ist, aufgrund der Abnahme der Irinotecan-Clearance (siehe Abschnitt 5.2 und folglich eines

erhöhten hämatotoxischen Risikos, eine wöchentliche Kontrolle des kompletten Blutbildes durch-

zuführen. Irinotecan darf nicht an Patienten mit einem Bilirubin-Spiegel > dem 3fachen des ULN

verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit einer reduzierten Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT)-Aktivität

Ein Stoffwechselvorgang, um den aktiven Irinotecan-Metaboliten SN-38 zu inaktivieren, ist die

Glucuronidierung durch das Enzym Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase1A1 (UGT1A1)

zum inaktiven SN-38-Glucuronid (SN-38G). Die UGT1A1-Aktivität ist bei Individuen mit

UGT1A1*28 Polymorphismus oder kongenitaler Defizienz von UGT1A1 (Crigler-Najjar Syndrom

Typ 1 und Typ 2) reduziert.

Daten einer Meta-Analyse weisen darauf hin, dass Individuen, die homozygot für das Allel

UGT1A1*28 sind, nach Verabreichung mittlerer oder hoher Dosen (>150 mg/m

) Irinotecan ein

erhöhtes Risiko für eine hämatologische Toxizität (Grad III-IV) haben. Der Zusammenhang zwi-

schen UGT1A1 Genotyp und dem Auftreten von Irinotecan-induzierter Diarrhö kann nicht ausge-

schlossen werden.

Wenn Irinotecan Vipharm an Patienten verabreicht wird, die nachweislich homozygot für

UGT1A1*28 Polymorphismus sind, sollte die übliche Startdosis verabreicht werden. Basierend auf

dem Zusammenhang zwischen Genotyp und hämatologische Toxizität sollten Individuen, die

nachweislich homozygot für UGT1A1*28 sind, im Hinblick auf hämatologische Toxizität intensiv

überwacht werden. Falls eine nicht akzeptable hämatologische Toxizität bei vorangegangenen

Behandlungen auftrat, kann eine reduzierte Dosis bei diesen Patienten in Erwägung gezogen wer-

den. Konkrete Angaben zur Dosis-Reduktion liegen nicht vor für diese Patientengruppe und nach-

folgende Dosisanpassungen sollten basierend auf der individuellen Toleranz des Patienten ge-

genüber der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Übelkeit und Erbrechen

Vor jeder Behandlung mit Irinotecan Vipharm wird eine prophylaktische Behandlung mit Antiemeti-

ka empfohlen. Übelkeit und Erbrechen wurden häufig berichtet. Patienten mit Erbrechen verbun-

den mit verzögert einsetzender Diarrhö sollten zur Behandlung so schnell wie möglich stationär

aufgenommen werden.

Akutes cholinerges Syndrom

Wenn ein akutes cholinerges Syndrom auftritt (definiert als früh einsetzende Diarrhö und verschie-

dene andere Symptome wie Schwitzen, Bauchkrämpfe, Tränenfluss, Pupillenenge und erhöhter

Speichelfluss), sollte), sofern nicht klinisch kontraindiziert, Atropinsulfat (0,25 mg subkutan) verab-

reicht werden (siehe Abschnitt 4.8). Vorsicht ist geboten bei Asthma-Patienten. Bei Patienten, bei

denen ein akutes und schweres cholinerges Syndrom aufgetreten ist, wird für nachfolgende Dosen

von Irinotecan Vipharm die prophylaktische Anwendung von Atropinsulfat empfohlen.

Respiratorische Funktionsstörungen

Während der Therapie mit Irinotecan tritt gelegentlich eine interstitielle Lungenerkrankung auf, die

sich in Form von Lungeninfiltraten darstellt. Diese Erkrankung kann letal enden. Risikofaktoren, die

möglicherweise mit der Entwicklung einer interstitiellen Lungenerkrankung verbunden sind, schlie-

ßen die Anwendung lungentoxischer Arzneimittel, Strahlenbehandlung und koloniestimmulieren-

den Faktoren ein. Patienten mit Risikofaktoren müssen vor und während einer Irinotecan-Therapie

engmaschig auf respiratorische Symptome überwacht werden.

Ältere Patienten

Aufgrund der bei älteren Patienten größeren Häufigkeit verminderter biologischer Funktionen, ins-

besondere der Leberfunktion, sollte die Wahl der Dosis bei dieser Patientengruppe mir Vorsicht

erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Patienten mit Darmverschluss

Bis zur Beseitigung des Darmverschlusses dürfen diese Patienten nicht mit Irinotecan Vipharm

behandelt werden (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

In dieser Gruppe wurden keine Studien durchgeführt (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Sonstiges

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten Irinotecan Vipharm nicht an-

wenden.

Gelegentliche Fälle von Niereninsuffizienz, Hypotonie oder Kreislaufversagen wurden bei Patien-

ten beobachtet, die unter Episoden von Dehydration verbunden mit Diarrhö und/oder Erbrechen

oder unter Sepsis litten.

Die gleichzeitige Anwendung von Irinotecan mit einem starken Inhibitor (z.B. Ketoconazol) oder

Induktor (z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Johanniskraut) von CYP3A4

kann den Metabolismus von Irinotecan verändern und sollte vermieden werden (siehe Abschnitt

4.5).

Während der Behandlung und für mindestens drei Monate nach Therapieende sind kontrazeptive

Maßnahmen zu ergreifen (siehe auch Abschnitt 4.6).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Eine Wechselwirkung zwischen Irinotecan und neuromuskulär blockierenden Wirkstoffen kann

nicht ausgeschlossen werden. Da Irinotecan Anticholinesterase-Aktivität aufweist, könnten Arz-

neimittel mit Anticholinesterase-Aktivität die neuromuskulär blockierende Wirkung von Suxametho-

nium verlängern und die neuromuskuläre Blockade von nicht-depolarisierenden Arzneimitteln an-

tagonisieren.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von CYP3A-

induzierenden Antikonvulsiva (z.B. Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin) zu einer redu-

zierten Exposition gegenüber Irinotecan, SN-38 und SN-38-Glucuronid führt und die pharmakody-

namische Wirkung verringert. Der Einfluss solcher Antikonvulsiva zeigte sich in einer Abnahme der

AUC von SN-38 und SN-38-Glucuronide um 50 % oder mehr. Neben der Induktion von CYP3A-

Enzymen könnten eine verstärkte Glucuronidierung und eine verstärkte biliäre Ausscheidung bei

der verminderten Exposition gegenüber Irinotecan und seinen Metaboliten eine Rolle spielen.

Eine Studie hat gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von Ketoconazol im Vergleich zur

alleinigen Gabe von Irinotecan zu einer Verringerung der AUC von APC um 87 % und einem An-

stieg der AUC von SN-38 um 109 % führt.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen

die Metabolisierung von Arzneimitteln durch Cytochrom-P450 3A4 hemmen (z.B. Ketoconazol)

oder induzieren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin). Die gleichzeitige

Verabreichung von Irinotecan mit einem Inhibitor/Induktor dieses Stoffwechselweges kann den

Metabolismus von Irinotecan verändern und sollte vermieden werden.

In einer kleinen pharmakokinetischen Studie, in der eine Dosis von 350 mg/m

Irinotecan gleichzei-

tig mit 900 mg Johanniskraut (Hypericum perforatum) verabreicht wurde, wurde eine 42%ige Ver-

ringerung der Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten SN-38 beobachtet. Demzufolge darf

Johanniskraut nicht zusammen mit Irinotecan verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Verabreichung von 5-Fluorouracil und Folinsäure (5-FU/FA) in einem Kombinati-

onsregime verändert die Pharmakokinetik von Irinotecan nicht.

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Sicherheitsprofil von Irinotecan durch Cetuximab oder

umgekehrt beeinflusst wird.

In einer Studie waren die Irinotecan-Konzentrationen ähnlich bei Patienten, die Irinotecan/5-FU/FA

alleine oder in Kombination mit Bevacizumab erhielten. In einer Untergruppe der Patienten (ca. 30

pro Behandlungsarm) wurden die Konzentrationen von SN-38, dem aktiven Metaboliten von Irino-

tecan, analysiert. Im Vergleich zu Irinotecan/5-FU/FA alleine waren die Konzentrationen von SN-38

bei Patienten, die Irinotecan/5-FU/FA in Kombination mit Bevacizumab erhielten, im Durchschnitt

um 33 % höher. Augrund der hohen Inter-Patienten-Variabilität und der begrenzten Stichprobe ist

ungewiss, ob der beobachtete Anstieg der Plasmaspiegel von SN-38 auf Bevacizumab zurückzu-

führen war. Eine geringfügige Zunahme der Nebenwirkungen Durchfall und Leukopenie trat auf.

Bei den Patienten, die Irinotecan/5-FU/FA in Kombination mit Bevacizumab erhielten, wurde häufi-

ger über eine Dosisreduktion des Irinotecan berichtet. Bei Patienten, bei denen sich unter der

Kombination Bevacizumab und Irinotecan eine schwere Diarrhö, Leukopenie oder Neutropenie

entwickelt, muss die Irinotecandosis, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben, angepasst werden.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Informationen über die Anwendung von Irinotecan bei Schwangeren vor.

Irinotecan erwies sich bei Tieren als embryotoxisch und teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Basierend

auf den Ergebnissen aus Tierversuchen und dem Wirkmechanismus von Irinotecan sollte diese

Substanz nicht während der Schwangerschaft, insbesondere nicht während des ersten Trimesters

angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Die Vorteile einer Behandlung

sollten gegenüber den möglichen Risiken für den Fötus in jedem einzelnen Fall abgewogen wer-

den.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen und Männer im zeugungsfähigen Alter müssen während und bis zu 3 Mo-

nate nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Wirkung von Irinotecan auf die Fertilität beim Menschen vor. In Tierver-

suchen wurden schädigende Wirkungen von Irinotecan auf die Fertilität der Nachkommen doku-

mentiert (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Irinotecan in die menschliche Muttermilch übergeht. Bei säugenden Ratten

wurde

C Irinotecan in der Milch nachgewiesen. Folglich ist Stillen, auf Grund des Nebenwir-

kungspotentials für gestillte Kinder, während der Behandlung mit Irinotecan kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Ma-

schinen

Die Patienten sollten vor der Möglichkeit von Schwindelgefühl oder Sehstörungen, die innerhalb

von 24 Stunden nach der Verabreichung von Irinotecan Vipharm auftreten können, gewarnt und

angewiesen werden, kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, wenn diese

Symptome auftreten.

4.8

Nebenwirkungen

Die in diesem Abschnitt aufgeführten Nebenwirkungen beziehen sich ausschließlich auf die durch

Irinotecan verursachten.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind früh und verzögert einsetzende Diarrhö, Neutropenie, Anä-

mie, Thrombozytopenie, Alopezie und Fieber in Abwesenheit einer Infektion.

Eine dosisbegrenzende Toxizität und ernstzunehmende Nebenwirkungen, die einen sofortigen

medizinischen Beistand erfordern, sind: früh und verzögert einsetzende Diarrhö, die schwerwie-

gend und refraktär sein kann, Neutropenie, Übelkeit und/oder Erbrechen und Atembeschwerden.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist in folgende Kategorien geordnet:

Sehr Häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100 bis <1/10

Gelegentlich

≥1/1.000 bis <1/100

Selten

≥1/10.000 bis <1/1.000

Sehr Selten

<1/10.000, nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Über die nachfolgenden Nebenwirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit der Verab-

reichung von Irinotecan zusammenhängen, wurde von 765 Patienten berichtet, bei einer empfoh-

lenen Dosis von 350 mg/m² als Monotherapie und von 145 Patienten, die mit Irinotecan in Kombi-

nation mit 5-FU/FA alle zwei Wochen mit der empfohlenen Dosierung von 180 mg/m² behandelt

wurden.

Herzerkrankungen

Selten:

Hypertension während oder nach der Infusion wurde berichtet.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Neutropenie ist eine dosisbegrenzende toxische Wirkung. Die Neutro-

penie war reversibel und nicht kumulativ. Die mediane Zeitspanne bis

zum Nadir betrug sowohl bei der Mono- als auch Kombinationstherapie

8 Tage.

Sehr häufig:

Bei Monotherapie:

Eine Neutropenie wurde bei 78,7 % der Patienten beobachtet und war

bei 22,6 % der Patienten (mit einer Neutrophilenzahl von weniger als

500 Zellen/mm

) schwer. Von den auswertbaren Zyklen zeigten 18 %

Neutrophilenzahlen unter 1.000 Zellen/mm³ auf, darunter 7,6 % mit

Neutrophilenzahlen unter 500 Zellen/mm³. Am Tag 22 war gewöhnlich

eine vollständige Erholung erreicht.

Über Anämie wurde bei 58,7 % der Patienten berichtet (8 % mit Hämo-

globinwerten unter 8 g/dl und 0,9 % mit Hämoglobinwerten unter 6,5

g/dl).

Bei Kombinationstherapie:

Eine Neutropenie wurde bei 82,5 % der Patienten beobachtet und war

bei 9,8 % der Patienten (mit einer Neutrophilenzahl von weniger als 500

Zellen/mm

) schwer. Von den auswertbaren Zyklen zeigten 67,3 %

Neutrophilenzahlen unter 1.000 Zellen/mm³ auf, darunter 2,7 % mit

Neutrophilenzahlen unter 500 Zellen/mm³. Innerhalb von 7-8 Tagen war

gewöhnlich eine vollständige Erholung erreicht.

Über Anämie wurde bei 97,2 % der Patienten berichtet (davon 2,1 % mit

Hämoglobinwerten unter 8 g/dl).

Eine Thrombozytopenie (weniger als 100.000 Zellen/mm³) wurde bei

32,6 % der Patienten und in 21,8 % der Zyklen beobachtet. Es wurden

keine schweren Thrombozytopenien (weniger als 50.000 Zellen/mm³)

beobachtet.

Häufig:

Bei Monotherapie:

Über Fieber mit schwerer Neutropenie wurde bei 6,2 % der Patienten

und in 1,7 % der Zyklen berichtet.

Eine Thrombozytopenie (weniger als 100.000 Zellen/mm³) wurde bei 7,4

% der Patienten und in 1,8 % der Zyklen beobachtet, darunter bei 0,9 %

der Patienten und 0,2 % der Zyklen mit einer Thrombozytenzahl von

50.000 Zellen/mm

oder weniger. Bis Tag 22 zeigten fast alle Patienten

eine Erholung.

Infektiöse Episoden traten bei etwa 10,3 % der Patienten (2,5 % der

Zyklen) auf und waren bei etwa 5,3 % der Patienten (1,1 % der Zyklen)

mit schwerer Neutropenie verbunden, in zwei Fällen mit tödlichem Aus-

gang.

Bei Kombinationstherapie:

Über Fieber mit schwerer Neutropenie wurde bei 3,4 % der Patienten

und in 0,9 % der Zyklen berichtet.

Infektiöse Episoden traten bei etwa 2 % der Patienten (0,5 % der Zyk-

len) auf und waren bei etwa 2,1 % der Patienten (0,5 % der Zyklen) mit

schwerer Neutropenie verbunden, in einem Fall mit tödlichem Ausgang.

Sehr Selten:

Nach Markteinführung wurde ein Fall einer peripheren Thrombozytope-

nie mit Thrombozytenantikörpern berichtet.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr Selten:

Nach Markteinführung wurde in sehr seltenen Fällen über vorüberge-

hende Sprachstörungen verbunden mit der Infusion von Irinotecan be-

richtet.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums

Gelegentlich:

Interstitielle Lungenerkrankungen in Form von Lungeninfiltraten treten

während der Therapie mit Irinotecan gelegentlich auf, können aber fatal

sein.

Über früh einsetzende Wirkungen wie Dyspnoe wurde berichtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Verzögert einset-

zende Diarrhö

Diarrhö (mehr als 24 Stunden nach Verabreichung auftretend) ist eine

dosisbegrenzende Toxizität von Irinotecan.

Sehr Häufig:

Bei Monotherapie: Eine schwere Diarrhö wurde bei 20 % der Patienten,

die die Empfehlungen zur Handhabung einer Diarrhö befolgten, beo-

bachtet. 14 % der auswertbaren Zyklen zeigten eine schwere Diarrhö.

Im Median erfolgte das Einsetzen des ersten flüssigen Stuhls am Tag 5

nach der Infusion von Irinotecan.

Bei Kombinationstherapie: Schwere Diarrhö wurde bei 13,1 % der Pati-

enten, die die Empfehlungen zur Handhabung einer Diarrhö befolgten,

beobachtet. Von den auswertbaren Zyklen zeigten 3,9 % eine schwere

Diarrhö.

Gelegentlich:

Vereinzelte Fälle von pseudomembranöser Kolitis wurden berichtet, von

denen ein Fall bakteriologisch belegt wurde (Clostridium difficile).

Übelkeit und Erb-

rechen

Sehr Häufig:

Bei Monotherapie: Übelkeit und Erbrechen (schwerwiegend bei etwa 10

% der Patienten, die mit Antiemetika behandelt wurden).

Häufig:

Bei Kombinationstherapie: Es wurde eine geringere Häufigkeit von

schwerer Übelkeit und Erbrechen beobachtet (2,1 % bzw. 2,8 % der

Patienten).

Dehydration

Häufig:

Episoden von Dehydration, im Allgemeinen verbunden mit Erbrechen

und/oder Diarrhö, wurden berichtet.

Gelegentlich:

Gelegentliche Fälle von Niereninsuffizienz, Hypotonie (die durch

Schwindel angezeigt werden kann) und/oder Herz-Kreislaufversagen

wurden bei Patienten beobachtet, die unter Episoden von Dehydration

verbunden mit Diarrhö und/oder Erbrechen litten.

Selten:

Seltene Fälle von Hypokaliämie und Hyponatriämie, meist im Zusam-

menhang mit Diarrhö und Erbrechen, wurden berichtet.

Andere gastro-

intestinale Be-

schwer-den

Häufig:

Obstipation in Verbindung mit Irinotecan und/oder Loperamid wurde

beobachtet: - bei Monotherapie: bei weniger als 10 % der Patienten -

bei Kombinationstherapie: bei 3,4 % der Patienten.

Gelegentlich:

Gelegentliche Fälle von intestinaler Obstruktion, Darmverschluss oder

gastrointestinalen Blutungen wurden berichtet.

Selten:

Seltene Fälle von Kolitis, einschließlich Entzündungen des Blinddarms

(Typhlitis), ischämischer und ulzerativer Kolitis wurden berichtet. Selte-

ne Fälle von intestinaler Perforation wurden berichtet. Andere leichte

Nebenwirkungen waren Anorexie, Bauchschmerzen und Mucositis. Sel-

tene Fälle von symptomatischer und asymptomatischer Pankreatitis

wurden mit einer Irinotecan-Behandlung in Verbindung gebracht.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Bei Monotherapie: vorübergehendes und leichtes bis mäßiges Anstei-

gen des Serum-Kreatininspiegels wurde bei 7,3 % der Patienten beo-

bachtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr Häufig

Alopezie trat sehr häufig auf und war reversibel.

Gelegentlich:

Leichte Hautreaktionen wurden berichtet.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten:

Früh einsetzende Nebenwirkungen wie Muskelkontraktionen oder -

krämpfe und Parästhesien wurden berichtet.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich:

Gelegentliche Fälle von Niereninsuffizienz, Hypotonie oder Herz-

Kreislaufversagen wurden bei Patienten beobachtet, die unter Sepsis

litten.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Akutes choliner-

ges Syndrom

Fieber

Asthenie

Reaktionen an

der Einstich-stelle

Häufig:

Ein vorübergehendes, schweres, akutes cholinerges Syndrom wurde

bei 9 % der Patienten in der Monotherapie und bei 1,4 % der mit einer

Kombinationstherapie behandelten Patienten beobachtet. Als wesentli-

che Symptome definiert wurden eine früh einsetzende Diarrhö sowie

verschiedene andere Symptomen wie Bauchschmerzen, Konjunktivitis,

Rhinitis, Hypotonie, Vasodilatation, Schwitzen, Schüttelfrost, Unwohl-

sein, Schwindel, Sehstörung, Pupillenenge, Tränenfluss und erhöhter

Speichelfluss, die während oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach

der Infusion von Irinotecan Vipharm auftraten. Diese Symptome ver-

schwinden nach Verabreichung von Atropin (siehe Abschnitt 4.4).

Sehr Häufig:

Fieber ohne Infektion oder begleitende Neutropenie trat bei 12 % der

mit Monotherapie behandelten Patienten und bei 6,2 % der mit der

Kombinationstherapie behandelten Patienten auf.

Häufig:

Asthenie war bei weniger als 10 % der mit Monotherapie behandelten

Patienten und bei 6,2 % der mit der Kombinationstherapie behandelten

Patienten schwerwiegend. Ein kausaler Zusammenhang zu Irinotecan

konnte nicht klar belegt werden.

Gelegentlich:

Leichte Reaktionen an der Einstichstelle wurden berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Leichte allergische Reaktionen wurden berichtet.

Selten:

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen wurden berichtet.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr Häufig:

Bei Kombinationstherapie: Es wurden vorübergehend erhöhte Serum-

spiegel (Grad 1 und Grad 2) entweder der SGPT, SGOT, der alkali-

schen Phosphatase oder des Bilirubins bei 15 %, 11 %, 11 % bzw. 10 %

der Patienten beobachtet, ohne dass progressive Lebermetastasen vor-

lagen.

Häufig:

Bei Monotherapie: vorübergehende, leichte bis mittelschwere Erhöhun-

gen der Serumspiegel der Transaminasen, der alkalischen Phosphatase

oder des Bilirubins wurde bei 9,2 %, 8,1 % bzw. 1,8 % der Patienten

beobachtet, ohne dass progressive Lebermetastasen vorlagen.

Bei Kombinationstherapie: vorübergehende Grad 3 Bilirubin-

Serumspiegel wurden bei 1 % der Patienten beobachtet (vorüberge-

hende Grad 4 Bilirubin-Serumspiegel wurden nicht beobachtet).

Sehr Selten:

Erhöhungen der Amylase und/oder Lipase wurden sehr selten beobach-

tet.

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Sicherheitsprofil von Irinotecan durch die gleichzeitige

Gabe von Cetuximab oder umgekehrt beeinflusst wird. Die bei Kombination mit Cetuximab zusätz-

lich berichteten Nebenwirkungen entsprachen den für Cetuximab erwarteten Effekten (z.B. 88 %

akneforme Hautausschläge). Für zusätzliche Informationen wird daher auf die Produktinformation

von Cetuximab verwiesen.

Zu Angaben über Nebenwirkungen in Kombination mit Bevacizumab wird auf die Produktinformati-

on von Bevacizumab verwiesen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-

keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gibt Berichte von Überdosierungen nach Dosen von bis zu etwa dem Zweifachen der empfoh-

lenen therapeutischen Dosis, die möglicherweise tödlich sein können. Die signifikantesten Neben-

wirkungen, die berichtet wurden, waren schwere Neutropenie und Diarrhö. Ein Antidot für Irinote-

can ist nicht bekannt. Es sollten maximal unterstützende Maßnahmen ergriffen werden, um eine

Dehydration infolge einer Diarrhö zu vermeiden und infektiöse Komplikationen zu behandeln.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antineoplastische Mittel

ATC-Code: L01XX19

Präklinische Daten

Irinotecan ist ein halbsynthetisches Derivat von Camptothecin. Es handelt sich um einen antineo-

plastischen Wirkstoff, der als spezifischer Inhibitor der DNA Topoisomerase I agiert. In den meis-

ten Geweben wird Irinotecan durch die Carboxylesterase zu SN-38 metabolisiert, welches sich in

gereinigter Topoisomerase I als aktiver als Irinotecan und für mehrere Tumorzelllinien von Mäusen

und Menschen als zytotoxischer als Irinotecan erwies. Die Hemmung der DNA Topoisomerase I

durch Irinotecan oder SN-38 verursacht Einzelstrang-DNA-Läsionen, die die Replikationsgabel der

DNA blockieren und für die Zytotoxizität verantwortlich sind. Die zytotoxische Wirkung erwies sich

als zeitabhängig und war spezifisch für die S-Phase.

In vitro wurden Irinotecan und SN-38 durch das P-Glykoprotein MDR nicht signifikant erkannt und

zeigten zytotoxische Wirkungen gegen Doxorubicin und Vinblastin-resistente Zelllinien.

Weiterhin besitzt Irinotecan eine breite in vivo Antitumorwirkung gegen Maus-Tumormodelle (P03

Adenokarzinom am Ductus pancreaticus, MA16/C Mamma-Adenokarzinom, C38 und C51-Kolon-

Adenokarzinome) und gegen menschliche Xenotransplantate (Co-4-Kolon-Adenokarzinom, Mx-1

Mamma-Adenokarzinom, ST-15 und SC-16 Gastro-Adenokarzinome). Irinotecan ist auch aktiv

gegen Tumore, die das P-Glykoprotein MDR exprimieren (Vincristin- und Doxorubicin-resistente

P388 Leukämien).

Neben der Antitumoraktivität ist der bedeutendste pharmakologische Effekt von Irinotecan die

Hemmung der Acetylcholinesterase.

Klinische Daten

Bei Monotherapie:

Klinische Studien der Phasen II/III wurden mit dem 3-wöchentlichen Dosierungsschema an mehr

als 980 Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom durchgeführt, die auf eine vorange-

gangene 5-FU Therapie nicht angesprochen hatten. Die Wirksamkeit von Irinotecan wurde bei 765

Patienten mit dokumentierter, bei Studieneintritt unter 5-FU fortschreitender Erkrankung, ermittelt.

Phase III Studien

Irinotecan versus

Best Supportive

Care (BSC)

Irinotecan versus

5-FU

Irinotecan

p-Werte

Irinotecan

5-FU

p-Werte

Zahl der Patienten

PFS nach 6 Monaten (%)

33,5

26,7

0,03

Überlebensrate

nach

Monaten (%)

36,2

13,8

0,0001

44,8

32,4

0,0351

Mittlere

Überlebenszeit

(Monate)

0,0001

10,8

0,0351

PFS = progressionsfreies Überleben; NE = nicht ermittelt

In Phase-II-Studien, durchgeführt an 455 Patienten mit dem 3-wöchentlichen Dosierungsschema,

betrug die progressionsfreie Überlebensrate nach 6 Monaten 30 % und die mediane Überlebens-

zeit betrug 9 Monate. Die mediane Zeit bis zur Progression betrug 18 Wochen.

Zusätzlich wurden nicht vergleichende Phase-II-Studien an 304 Patienten durchgeführt, die mit

einem wöchentlichen Dosierungsregime mit einer Dosierung von 125 mg/m², verabreicht als intra-

venöse Infusion über 90 Minuten für vier aufeinander folgende Wochen, gefolgt von einer zweiwö-

chigen Behandlungspause, behandelt wurden. In diesen Studien betrug die mediane Zeit bis zur

Progression der Erkrankung im Mittel 17 Wochen und die mediane Überlebenszeit 10 Monate.

Beim wöchentlichen Dosierungsschema, bei dem 193 Patienten mit einer Eingangsdosierung von

125 mg/m² KO behandelt wurden, wurde, verglichen mit dem 3-wöchentlichen Dosierungsschema,

ein ähnliches Sicherheitsprofil beobachtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des ersten flüssi-

gen Stuhls betrug 11 Tage.

Bei Kombinationstherapie:

Es wurde eine Phase-III-Studie mit 385 nicht vorbehandelten Patienten mit metastasiertem kolo-

rektalem Karzinom, die entweder mit dem 2-wöchentlichen (siehe Abschnitt 4.2) oder dem wö-

chentlichen Dosierungsschema behandelt wurden, durchgeführt. Im 2-wöchentlichen Schema folgt

an Tag 1 der Verabreichung von 180 mg/m² Irinotecan einmal alle zwei Wochen eine Infusion von

Folinsäure (200 mg/m² als intravenöse Infusion über 2 Stunden) und 5-Fluorouracil (400 mg/m² als

intravenöse Bolusinjektion, gefolgt von 600 mg/m² als intravenöse Infusion über 22 Stunden). An

Tag 2 werden Folinsäure und 5-Fluorouracil in gleicher Dosierung und nach gleichem Schema

verabreicht. Bei dem wöchentlichen Regime folgt der Verabreichung von 80 mg/m² Irinotecan eine

Infusion mit Folinsäure (500 mg/m² als intravenöse Infusion über 2 Stunden) und anschließend 5-

Fluorouracil (2300 mg/m² als intravenöse Infusion über 24 Stunden) über 6 Wochen.

In der Studie zur Kombinationstherapie mit den beiden oben beschriebenen Regimes wurde die

Wirksamkeit von Irinotecan bei 198 behandelten Patienten ermittelt:

Im wöchentlichen Dosierungsschema betrug die Häufigkeit einer schweren Diarrhö 44,4 % bei

Patienten, die mit Irinotecan in Kombination mit 5-FU/FS behandelt wurden, und 25,6 % bei Pati-

Kombinationsregimen

(n = 198)

Wöchentlich

(n = 50)

Alle zwei Wochen

(n = 148)

Irinotecan +

5-FU/FS

5-FU/FS

Irinotecan +

5-FU/FS

5-FU/FS

Irinotecan +

5-FU/FS

5-FU/FS

Responsrate (%)

40,8*

23,1*

51,2*

28,6*

37,5*

21,6*

p-Werte

< 0.001

0.045

0.005

Mittlere Zeit bis

zum fortschreiten

der Erkrankung

(Monate)

p-Werte

<0,001

0,001

Mittlere Respons-

dauer (Monate)

p-Werte

0.043

Mittlere Respons-

und Stabilitätsdau-

er (Monate)

p-Werte

< 0,001

0,003

Mittlere Zeit bis

zum Versagen der

Behandlung (Mo-

nate)

p-Werte

0.0014

<0.001

Mittlere Gesamt-

überlebenszeit

(Monate)

16,8

14,0

19,2

14,1

15,6

13,0

p-Werte

p=0,028

p=0,041

* gemäß Analyse der per-Protokoll-Population; 5-FU = 5-Fluorouracil; FS = Folinsäure; NS =

nicht signifikant

enten, die mit 5-FU/FS allein behandelt wurden. Die Häufigkeit einer schweren Neutropenie

(Neutrophile < 500 Zellen/mm

) betrug 5,8 % bei Patienten, die mit Irinotecan in Kombination mit 5-

FU/FS behandelt wurden, und 2,4 % bei Patienten, die mit 5-FU/FS allein behandelt wurden.

Zusätzlich war die mediane Zeit bis zu einer definitiven Verschlechterung des Performance Status

in der Irinotecan-Kombinationsgruppe signifikant länger als in der 5-FU/FS-Behandlungsgruppe

(p=0,046).

Die Lebensqualität wurde in dieser Phase-III-Studie anhand des EORTC QLQ-C30 Fragebogens

ermittelt. Der Zeitpunkt bis zur definitiven Verschlechterung trat in den Irinotecan-

Behandlungsgruppen konstant später auf. Die Entwicklung des Allgemeinen Gesundheitssta-

tus/der Lebensqualität verlief, obgleich nicht signifikant, in der Irinotecan-Kombinationsgruppe

leicht besser. Dies zeigt, dass die Wirksamkeit von Irinotecan in Kombination erreicht werden

kann, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen.

Bei Kombination mit Cetuximab:

Die Wirksamkeit einer Kombination von Cetuximab mit Irinotecan wurde in zwei klinischen Studien

untersucht. Insgesamt erhielten 356 Patienten mit EGFR-expremierendem, metastasiertem kolo-

rektalem Karzinom, bei denen eine Irinotecan enthaltende zytotoxische Therapie kürzlich versagt

hatte und die einen Karnofsky-Index von mindestens 60 % aufwiesen (bei der Mehrzahl der Pati-

enten lag jedoch ein Karnofsky-Index von ≥ 80 % vor), die Kombinationstherapie.

EMR 62 202-007: In dieser randomisierten Studie wurde die Kombination von Cetuximab und Iri-

notecan (218 Patienten) mit einer Cetuximab Monotherapie verglichen (111 Patienten).

IMCL CP02-9923: In dieser einarmigen, offenen Studie wurde die Kombinationsbehandlung bei

138 Patienten untersucht.

Die Wirksamkeitsdaten dieser Studien sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Studie

PFS (Monate)

OS (Monate)

N (%)

95 % KI

N (%)

95 % KI

Median

Median

Cetuximab + Irinotecan

202-

(22,9)

17,5

29,1

(55,5)

48,6

62,2

IMCL

2-9923

(15,2)

22,3

(60,9)

52,2

69,1

10,3

Cetuximab

202-

(10,8)

18,1

(32,4)

23,9

42,0

KI = Konfidenzinterval; DCR = Disease control rate (Patienten mit komplettem Ansprechen,

teilweisem Ansprechen oder stabilem Krankheitsverlauf über mindestens 6 Wochen); ORR =

Objective response rate (Patienten mit komplettem Ansprechen oder teilweisem Ansprechen);

OS = Overall survival time (Gesamtüberlebenszeit); PFS = Progression-free survival (Pro-

gressionsfreies Überleben)

Die Wirksamkeit der Kombination von Cetuximab und Irinotecan war der Monotherapie mit Cetu-

ximab hinsichtlich der objektiven Ansprechrate (ORR), der Krankheits-Kontrollrate (DCR) und des

progressionsfreien Überlebens (PFS) überlegen. In der randomisierten Studie konnten keine Aus-

wirkungen auf das Gesamtüberleben gezeigt werden (Hazard-Ratio 0,91, p = 0,48).

Bei Kombination mit Bevacizumab:

In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie der Phase III mit aktiver Kontrolle wurde

Bevacizumab in Kombination mit Irinotecan/5-FU/FS als Erstlinientherapie bei metastasiertem

Dickdarm- oder Mastdarmkrebs untersucht (Studie AVF2107g). Das Hinzufügen von Bevacizumab

zur Kombination Irinotecan/5-FU/FS bewirkte eine statistisch signifikante Verlängerung der Ge-

samtüberlebenszeit. Der anhand der Gesamtüberlebenszeit beurteilte klinische Nutzen konnte in

allen vorab festgelegten Patienten-Subgruppen beobachtet werden, einschließlich derer, die durch

Alter, Geschlecht, Performance-Status, Lokalisation des Primärtumors, Anzahl betroffener Organe

und Dauer der metastasierten Erkrankung definiert waren. Es wird auf die Fachinformation von

Bevacizumab verwiesen.

Die Wirksamkeitsergebnisse der Studie AVF2107g sind in der folgenden Tabelle zusammenge-

fasst.

Arm 1

Irinotecan/5-

FU/FS/Placebo

Arm 2

Irinotecan/5-

FU/FS/Bevacizumab

Patientenzahl

Gesamtüberlebenszeit

Median (Monate)

15,6

20,3

95 % Konfidenzintervall

14,29 – 16,99

18,46 – 24,18

Hazard-Ratio

0,660

p-Wert

0,00004

Progressionsfreie

Über-

lebenszeit

Median (Monate)

10,6

Hazard-Ratio

0,54

p-Wert

<0,0001

Gesamtansprechrate

Rate (%)

34,8

44,8

95 % Kl

30,2 – 39,6

39,9 – 49,8

p-Wert

0,0036

Responsdauer

Median (Monate)

10,4

Perzentile 25 – 75 (Mo-

nate)

4,7 – 11,8

6,7 – 15,0

5 mg/kg alle 2 Wochen;

Im Vergleich zum Kontroll-Arm

Pharmakokinetische/Pharmakodynamische Daten

Die Intensität der bei Irinotecan hauptsächlich anzutreffenden Toxizitäten (z.B. Neutropenie und

Diarrhö) steht im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Muttersubstanz und Metabolit SN-

38. Es wurden signifikante Korrelationen zwischen der Intensität der hämatologischen Toxizität

(Abnahme der Leukozyten und Neutrophilen zum Zeitpunkt des Nadir) oder des Schweregrades

der Diarrhö und sowohl der Bioverfügbarkeit von Irinotecan als auch des aktiven Metaboliten SN-

38 bei der Monotherapie beobachtet.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

In einer Phase-I–Studie an 60 Patienten, in der alle drei Wochen 100 bis 750 mg/m² als 30-

minütige intravenöse Infusion verabreicht wurden, zeigte Irinotecan ein zwei- oder dreiphasiges

Eliminationsprofil. Der Mittelwert der Plasma-Clearance betrug 15 l/h/m² und das Verteilungsvolu-

men im Steady State (Vd

) 157 l/m². Die mittlere Plasma-Halbwertszeit der ersten Phase des

dreiphasigen Modells betrug 12 Minuten, der zweiten Phase 2,5 Stunden, und die terminale Phase

zeigte eine Halbwertszeit von 14,2 Stunden. Der aktive Metabolit SN-38 zeigte ein zweiphasiges

Eliminationsprofil mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit von 13,8 Stunden. Am Ende der In-

fusion der empfohlenen Dosis von 350 mg/m² betrugen die mittleren Plasmakonzentrationen von

Irinotecan und SN-38 7,7 µg/ml bzw. 56 ng/ml und die mittleren AUC-Werte 34 µg*h/ml bzw. 451

ng*h/ml. Eine große interindividuelle Variabilität pharmakokinetischer Parameter wurde allgemein

bei SN-38 beobachtet.

An 148 Patienten mit kolorektalem Karzinom, die in einer Phase-II-Studie mit unterschiedlichen

Schemata und mit verschiedenen Dosen behandelt wurden, wurden pharmakokinetische Daten

von Irinotecan erhoben. Die pharmakokinetischen Parameter, die mittels eines 3-Kompartiment-

Modells berechnet wurden, glichen jenen aus Phase-I-Studien. Alle Studien zeigten, dass die

Bioverfügbarkeit von Irinotecan und SN-38 proportional mit der verabreichten Irinotecandosis an-

steigt. Ihr kinetisches Verhalten ist unabhängig von der Anzahl der vorangegangenen Zyklen und

dem Anwendungsschema.

In vitro betrug die Plasmaproteinbindung für Irinotecan und SN-38 etwa 30-68 % bzw. 95 %.

Untersuchungen mit

C-markierter Substanz zur Mengenbilanzierung und zum Metabolismus

zeigten, das mehr als 50 % einer intravenös verabreichten Irinotecandosis unverändert ausge-

schieden werden, wobei 33 % in den Faeces, hauptsächlich aus der Galle stammend, und 22 % im

Urin gefunden werden.

Auf zwei Abbauwegen werden jeweils 12 % einer Dosis metabolisiert:

Hydrolyse durch eine Carboxylesterase in den aktiven Metaboliten SN-38. SN-38 wird

hauptsächlich durch biliäre und renale Elimination ausgeschieden (weniger als 0,5 % der Irinote-

candosis). Das SN-38-Glucuronid wird wahrscheinlich im Darm anschließend hydrolysiert.

Cytochrom-P450 3A-Enzym abhängiger oxidativer Abbau unter Öffnung des äußeren Pipe-

ridin-Rings, wodurch APC (ein Aminopentansäurederivat) und NPC (ein primäres Aminderivat)

entstehen (siehe Abschnitt 4.5).

Unverändertes Irinotecan ist die hauptsächlich im Plasma vorliegende Verbindung, gefolgt von

APC, SN-38-Glucuronid und SN-38. Nur SN-38 besitzt eine signifikante zytotoxische Aktivität. APC

hat keine und NPC nur geringe toxische Aktivität.

Bei Patienten mit einer Bilirubinämie zwischen dem 1,5fachen und 3fachen des oberen Normal-

wertes ist die Irinotecan-Clearance um ca. 40 % reduziert. Bei diesen Patienten führt eine Irinote-

candosis von 200 mg/m² zu einer vergleichbaren systemischen Bioverfügbarkeit, wie eine Dosis

von 350 mg/m² bei Krebspatienten mit normalen Leberparametern.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Einfach- und Mehrfach-Toxizitätsstudien mit Irinotecan wurden an Mäusen, Ratten und Hunden

durchgeführt. Die wesentlichen toxischen Wirkungen wurden im hämopoetischen und lymphati-

schen System gefunden. Bei Hunden wurde über verzögerte einsetzende Diarrhö in Verbindung

mit Atrophie und fokaler Nekrose der Darmschleimhaut berichtet. Alopezie wurde ebenfalls bei

Hunden beobachtet. Die Intensität dieser Wirkungen war dosisabhängig reversibel.

Die Mutagenität von Irinotecan und SN-38 wurde in vitro im Chromosomen-Aberrationstest an

CHO-Zellen und in vivo im Mikronukleustest an Mäusen gezeigt. Im Ames-Test zeigte sich jedoch

kein mutagenes Potential.

Bei Ratten, die einmal wöchentlich über 13 Wochen mit einer Maximaldosis von 150 mg/m² KO

(das ist weniger als die Hälfte der für den Menschen empfohlenen Dosis) behandelt wurden, sind

91 Wochen nach Beendigung der Behandlung keine behandlungsbedingten Tumore festgestellt

worden.

Irinotecan war bei Ratten und Kaninchen teratogen, in Dosen unterhalb der menschlichen, thera-

peutischen Dosis. Bei Nachkommen von behandelten Ratten mit äußerlichen Abnormalitäten zeig-

te sich eine Abnahme der Fertilität. Dies wurde nicht bei morphologisch normalen Nachkommen

beobachtet. Bei trächtigen Ratten wurde ein verringertes Plazentagewicht und bei den Nachkom-

men wurden verminderte fötale Lebensfähigkeit und vermehrte Verhaltensauffälligkeiten beobach-

tet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Sorbitol (Ph. Eur.)

Milchsäure

Natriumhydroxid

Wasser für Injektionszwecke

1ml Irinotecan Vipharm enthält 0,9 bis 1,8 mg Natrium.

6.2

Inkompatibilitäten

Irinotecan Vipharm ist kompatibel mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung und 5 %iger Glucoselösung.

Dieses Arzneimittel sollte nicht mit anderen Arzneimitteln, außer mit den in Abschnitt 6.6 erwähn-

ten, gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche: 30 Monate

Nach Verdünnung: Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Infusionslö-

sung nach Herstellung mit 0,9 %iger Natriumchloridlösung oder 5 %iger Glucoselösung wurde für

12 Stunden bei 15 bis 25°C und für 48 Stunden unter Lichtschutz bei 2 bis 8°C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort verwendet werden.

Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen bis zur Verwen-

dung in der Verantwortung des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 bis 8°C nicht überschrei-

ten, es sei denn die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

stattgefunden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Nicht einfrieren.

Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

2 ml, 6 ml und 20 ml Durchstechflaschen aus braunem Glas beinhalten 2 ml, 5 ml und 15 ml Kon-

zentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Die Durchstechflaschen sind mit einem Bro-

mobutylgummistopfen verschlossen.

Bündelpackung mit 5 oder 10 Packungen mit jeweils 1 Durchstechflasche à 2 ml Lösung.

Bündelpackung mit 5 oder 10 Packungen mit jeweils 1 Durchstechflasche à 5 ml Lösung.

Bündelpackung mit 5 oder 10 Packungen mit jeweils 1 Durchstechflasche à 15 ml Lösung.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung <und sonstige Hinweise zur

Handhabung>

Irinotecan Vipharm ist ein zytotoxisches Produkt. Deswegen sollte den bestehenden Richtlinien zur

sicheren Handhabung/Beseitigung von Zytotoxika Folge geleistet werden.

Wie alle antineoplastischen Wirkstoffe muss auch Irinotecan Vipharm mit Vorsicht gehandhabt

werden. Das Tragen einer Brille, einer Maske und Handschuhen ist erforderlich. Sollte Irinotecan

Vipharm mit der Haut in Kontakt kommen, sofort gründlich mit Wasser und Seife abwaschen. Soll-

te Irinotecan Vipharm mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen, sofort gründlich mit Wasser ab-

waschen.

Zubereitung der Infusionslösung

Irinotecan-hameln-Lösung muss unter aseptischen Bedingungen zubereitet werden (siehe Ab-

schnitt 6.3).

Die benötigte Menge Irinotecan Vipharm mit einer kalibrierten Spritze unter aseptischen Bedingun-

gen aus der Durchstechflasche entnehmen und in eine(n) 250 ml Infusionsbeutel/Infusionsflasche

injizieren, die entweder 0,9 %ige Natriumchloridlösung oder 5 %ige Glucoselösung enthält, An-

schließend durch manuelles Drehen gründlich mischen. Wenn in der Durchstechflasche oder nach

Rekonstitution ein Niederschlag zu sehen ist, sollte das Arzneimittel den üblichen Standards für

zytostatische Wirkstoffe entsprechend entsorgt werden.

Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den Krankenhausvorschriften

für zytostatische Wirkstoffe und nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7.

Inhaber der Zulassung

Vipharm GmbH

Donnersbergstraße 1

64646 Heppenheim

Deutschland

8.

Zulassungsnummer(n)

90058.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

25. Juni 2013

10.

Stand der Information

August 2013

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Zusammenfassung des öffentlichen

Bewertungsberichts

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Irinotecanhydrochlorid 3 H<2>O

Anmelder: Vipharm GmbH

Dieses Dokument enthält die Zusammenfassung des öffentlichen Bewertungsberichtes. Sie erklärt wie

das BfArM die zugrundeliegenden Studien bewertet hat und zu seiner Empfehlung für die Anwendung

des Arzneimittels gekommen ist.

Was ist Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und wofür

wird es eingesetzt?

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist ein Arzneimittel

mit dem Wirkstoff Irinotecanhydrochlorid 3 H<2>O, das als Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung in der Stärke 20. mg erhältlich ist.

Bei Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung handelt es sich

um ein so genanntes generisches Arzneimittel. Das bedeutet, dass Irinotecan Vipharm 20 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung gleichwertig mit einem Arzneimittel ist, das in der

Europäischen Union (EU) bereits seit mindestens 10 Jahren zugelassen ist und dadurch als Bezugs- oder

Referenzarzneimittel dienen kann. Solche Arzneimittel werden auch als „Innovator“ bezeichnet.

Irinotecanhydrochlorid 3 H<2>O ist in folgenden Anwendungsgebieten zugelassen:

Dieses Arzneimittel ist angezeigt zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen

Karzinom:

- in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure bei Patienten ohne vorausgegangene

Chemotherapie im Stadium einer fortgeschrittenen Erkrankung

- als Monotherapie bei Patienten, die auf eine Vorbehandlung mit einem etablierten 5-Fluorouracil-

haltigen Regime nicht angesprochen haben

In Kombination mit Cetuximab ist dieses Arzneimittel zur Behandlung von Patienten mit EGFR

(epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor)- exprimierendem kolorektalen Karzinom nach Versagen

einer Irinotecan-haltigen zytotoxischen Therapie angezeigt.

In Kombination mit 5-Fluorouracil, Folinsäure und Bevacizumab wird dieses Arzneimittel als

Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem Karzinom des Kolons oder Rektums angezeigt.

(Stand: 25.06.2013)

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist ein

verschreibungspflichtiges Arzneimittel nach § 48(1),(2)2 AMG.

Wie ist Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

anzuwenden?

Bitte lesen Sie Abschnitt 3 der Packungsbeilage „Wie ist Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung einzunehmen/anzuwenden?“

Wie wurde Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

zugelassen?

Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist ein generisches

Arzneimittel, daher wurden lediglich Studien durchgeführt, die belegen, dass es gleichwertig mit dem

Innovator ist. Dies ist der Fall, wenn der Wirkstoff im gleichen Umfang in den Körper aufgenommen

wird, wie aus dem Referenzarzneimittel. In solchen Fällen ist es wissenschaftlich nicht gerechtfertigt,

Studien an Tieren und Menschen für Nachfolgearzneimittel zu wiederholen, da bereits zum Nachweis

der klinischen Wirksamkeit des Referenzarzneimittels solche Studien durchgeführt wurden.

Was sind die Nutzen und Risiken von Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung

einer Infusionslösung?

Da Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ein generisches

Arzneimittel ist, für das die Gleichwertigkeit mit dem Referenzarzneimittel nachgewiesen wurde, wird

davon ausgegangen, dass Nutzen und Risiken ebenfalls identisch mit dem Referenzarzneimittel sind.

Warum wurde Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

zugelassen?

Das BfArM ist gemäß der Zulassungsanforderungen der EU auf der Grundlage der eingereichten

Unterlagen zu dem Schluss gekommen, dass Irinotecan Vipharm 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung

einer Infusionslösung eine vergleichbare Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit hat wie das

Referenzarzneimittel.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden, sind den

publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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