Irbesartan Helm 300 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

20-12-2013

Fachinformation Fachinformation (SPC)

20-12-2013

Wirkstoff:
Irbesartan
Verfügbar ab:
Helm AG (8006456)
INN (Internationale Bezeichnung):
irbesartan
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Irbesartan (27633) 300 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
81557.00.00
Berechtigungsdatum:
2012-06-29

Lesen Sie das vollständige Dokument

1

6

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDE

Irbesartan Helm 300 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Irbesartan

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

. Was ist Irbesartan Helm und wofür wird es angewendet?

. Was müssen Sie vor der Einnahme von Irbesartan Helm beachten?

. Wie ist Irbesartan Helm einzunehmen?

. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

. Wie ist Irbesartan Helm aufzubewahren?

. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. WAS IST IRBESARTAN HELM UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Irbesartan Helm gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die als Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten bekannt sind. Angiotensin II ist eine körpereigene Substanz, die sich an

Rezeptoren der Blutgefäße bindet und so zu einer Gefäßverengung führt. Das Ergebnis ist ein

Blutdruckanstieg. Irbesartan Helm verhindert die Bindung von Angiotensin II an diese Rezeptoren und

bewirkt so eine Entspannung der Blutgefäße und eine Senkung des Blutdrucks. Irbesartan Helm

verlangsamt die Verschlechterung der Nierenfunktion bei Patienten mit hohem Blutdruck und Typ-2-

Diabetes.

Irbesartan Helm wird angewandt

um einen hohen Blutdruck (essenzielle Hypertonie) zu behandeln,

zum Schutz der Niere bei Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ 2, bei denen

im Labor eine eingeschränkte Nierenfunktion nachgewiesen wurde.

2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON IRBESARTAN HELM BEACHTEN?

Irbesartan Helm darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Irbesartan oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

während der letzten 6 Monate einer Schangerschaft.

(Es wird empfohlen, Irbesartan auch in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden,

siehe Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit),

wenn Sie Diabetes mellitus oder eine beeinträchtigte Nierenfunktion haben und Sie mit Aliskiren

behandelt werden (einem anderen Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck).

2

6

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Irbesartan Helm einnehmen und

wenn einer der

folgenden Punkte auf Sie zutrifft

wenn Sie an

starkem Erbrechen oder Durchfall

leiden

wenn Sie an

Nierenproblemen

leiden

wenn Sie an einer

Herzerkrankung

leiden

wenn Sie Irbesartan Helm zur Behandlung einer

diabetischen Nierenerkrankung

erhalten. In

diesem Fall wird Ihr Arzt regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen, vor allem zur Bestimmung

der Kaliumspiegel bei schlechter Nierenfunktion,

wenn bei Ihnen eine

Operation ansteht oder Sie Narkosemittel erhalten sollen

wenn Sie Aliskiren einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, dass schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten). Die Einnahme von Irbesartan Helm in der frühen Phase der Schwangerschaft wird nicht

empfohlen, und Irbesartan Helm darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat

eingenommen werden, da die Einnahme von Irbesartan Helm in diesem Stadium zu schweren

Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt zur Schwangerschaft und

Stillzeit).

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden, da die

Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen sind.

Einnahme von Irbesartan Helm zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Ihr Arzt wird möglicherweise Ihre Dosierung ändern und/oder andere Vorsichtmaßnahmen ergreifen

müssen, wenn Sie Aliskiren einnehmen.

Blutuntersuchungen können notwendig sein, wenn Sie

- Kaliumpräparate,

- kaliumhaltige Salzersatzpräparate,

- kaliumsparende Arzneimittel (wie z.B. bestimmte harntreibende Arzneimittel),

- lithiumhaltige Arzneimittel einnehmen.

Wenn Sie bestimmte Schmerzmittel, sogenannte nichtsteroidale, entzündungshemmende Arzneimittel

einnehmen, kann die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan gemindert werden.

Einnahme von Irbesartan Helm zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:

Irbesartan Helm kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten).

In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Irbesartan Helm vor einer Schwangerschaft bzw. sobald

Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die

Anwendung von Irbesartan Helm in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen und Irbesartan

Helm darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die

Einnahme von Irbesartan Helm in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen

Kindes führenkann.

3

6

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Irbesartan Helm

wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr Arzt kann eine andere Behandlung

für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solangeIhr Kind im Neugeborenenalter ist oder es

eine Frühgeburt war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass Irbesartan Helm Ihre

Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Während der

Behandlung eines hohen Blutdrucks können jedoch Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Falls Sie dies

feststellen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie ein Fahrzeug steuern oder Maschinen

bedienen.

Irbesartan Helm enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten

Zuckern (z. B. Lactose, d. h. Milchzucker) leiden.

3.

WIE IST IRBESARTAN HELM EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Irbesartan Helm immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Art der Anwendung

Irbesartan Helm ist nur

zur Einnahme

bestimmt. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z.

B. einem Glas Wasser) geschluckt werden.

Sie können Irbesartan Helm unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Sie sollten Ihre Tagesdosis

immer zur gleichen Tageszeit einnehmen. Es ist sehr wichtig, dass Sie Irbesartan Helm einnehmen,

solange es Ihr Arzt Ihnen verordnet.

Dieses Arzneimittel ist in drei Stärken erhältlich: 75 mg, 150 mg und 300 mg Filmtabletten.

Patienten mit hohem Blutdruck

Irbesartan Helm 300 mg ist nicht geeignet für den Beginn einer Therapie. Die Dosis für die

weiterführende Therapie beträgt

1 Tablette täglich

(300 mg). Für den Beginn einer Therapie

stehen andere Stärken zur Verfügung.

- Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ 2 verbunden mit einer

Nierenerkrankung

Bei Patienten mit hohem Blutdruck und Typ-2-Diabetes liegt die bevorzugte Erhaltungsdosis zur

Behandlung einer damit verbundenen Nierenerkrankung bei

1 Tablette täglich

(300 mg).

Der Arzt kann Patienten, z.B. solchen, die sich einer

Blutwäsche (Hämodialyse)

unterziehen müssen,

oder

Patienten über 75 Jahren

, eine niedrigere Dosis - insbesondere bei Therapiebeginn - empfehlen.

maximale blutdrucksenkende Wirkung

sollte

4 bis 6 Wochen nach Therapiebeginn

erreicht

sein.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Irbesartan sollte Kindern unter 18 Jahren nicht gegeben werden. Wenn ein Kind einige Tabletten

geschluckt hat, wenden Sie sich sofort an einen Arzt.

4

6

Wenn Sie eine größere Menge von Irbesartan Helm eingenommen haben, als Sie sollten:

Wenn Sie aus Versehen zu viele Tabletten eingenommen haben, wenden Sie sich sofort an einen Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Irbesartan Helm vergessen haben

Wenn Sie versehentlich vergessen haben, die tägliche Dosis einzunehmen, sollten Sie die Behandlung

wie verordnet fortsetzen. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Irbesartan Helm abbrechen

Es ist wichtig, dass Sie Irbesartan Helm weiter einnehmen bis Ihr Arzt Ihnen eine andere Anweisung

gibt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Einige dieser Nebenwirkungen können jedoch schwerwiegend sein und ärztliche

Behandlung erfordern.

Wie bei ähnlichen Arzneimitteln wurden bei Patienten, die Irbesartan einnahmen, seltene Fälle von

allergischen Hautreaktionen (Ausschlag, Juckreiz), wie auch Schwellungen im Gesicht, der Lippen

und/oder der Zunge berichtet. Sollten Sie irgendeines dieser Anzeichen bei sich bemerken, oder wenn

Sie plötzlich schlecht Luft bekommen,

nehmen Sie Irbesartan Helm nicht mehr ein und

verständigen Sie sofort einen Arzt

Die Häufigkeit der unten aufgeführten Nebenwirkungen ist nach den folgenden Kriterien definiert:

Sehr häufig: betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: betrifft 1 von 10 bei 100 Behandelten

Gelegentlich: betrifft 1 von 10 bei 1000 Behandelten

Nebenwirkungen, die in klinischen Studien für mit Irbesartan behandelte Patienten berichtet wurden,

waren:

Sehr häufig:

- wenn Sie an hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ-2 verbunden mit einer Nierenerkrankung

leiden, können die Kaliumwerte in Blutuntersuchungen erhöht sein.

Häufig:

- Schwindel

- Schwindel beim Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position; niederer Blutdruck beim

Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position (bei Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes

mellitus Typ-2 verbundenen mit einer Nierenerkrankung)

- Übelkeit, Erbrechen

- Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln (bei Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes mellitus

Typ-2 verbundenen mit einer Nierenerkrankung)

- Erschöpfung

- bei Blutuntersuchungen können erhöhte Werte eines Enzyms zur Messung der Muskel- und

Herzfunktion (Kreatinkinase) auftreten

- verringerte Menge eines Proteins in den roten Blutkörperchen (Hämoglobin) (bei Patienten mit hohem

Blutdruck und Diabetes mellitus Typ-2 verbundenen mit einer Nierenerkrankung)

5

6

Gelegentlich:

- erhöhter Herzschlag

- Hitzegefühl

- Husten

- Durchfall, Verdauungsstörungen, Sodbrennen

- sexuelle Dysfunktion (Probleme mit der sexuellen Leistungsfähigkeit)

- Brustschmerzen

Einige unerwünschte Wirkungen wurden seit der Markteinführung von Irbesartan berichtet.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit sind: Drehschwindel, Kopfschmerzen,

Geschmacksstörungen, Ohrenklingen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in Gelenken und Muskeln, gestörte

Leberfunktion, erhöhte Kaliumwerte im Blut, beeinträchtigte Nierenfunktion und bevorzugt die Haut

betreffende Entzündungen der kleinen Blutgefäße (eine Störung, die als leukozytoklastische Vaskulitis

bezeichnet wird). Es wurde außerdem über gelegentliches Auftreten von Gelbsucht (Gelbfärbung der

Haut und/oder der weißen Augenhaut) berichtet.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über http://bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen

melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST IRBESARTAN HELM AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und auf dem Blister angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Irbesartan Helm enthält:

Der Wirkstoff ist: Irbesartan. Jede Filmtablette Irbesartan Helm 300 mg enthält 300 mg Irbesartan.

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-

Natrium, Hypromellose, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Titandioxid (E171),

Macrogol (3350), Polyvinylalkohol, partiell hydrolysiert, Talkum.

6

6

Wie Irbesartan Helm aussieht und Inhalt der Packung:

Irbesartan Helm 300 mg Filmtabletten sind weiße, längliche, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung

„IRB300“ auf einer Seite.

Irbesartan Helm 300 mg Filmtabletten werden in Blisterpackungen geliefert.

Packungsgrößen:

7, 14, 28, 30, 56, 60, 80, 84, 90, 98, 100; Filmtabletten.

50 x 1 und 56 x 1 in perforierten Einzeldosis-Blistern; Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Helm AG

Nordkanalstrasse 28

20097 Hamburg

Deutschland

Hersteller

Bluepharma Industria Farmaceutica S.A.

Sao Martinho do Bispo

3045-016 Coimbra

Portugal

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

12/2013

1

13

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Irbesartan Helm 300 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthält 300 mg Irbesartan.

Hilfsstoffe:

1 Filmtablette enthält 102,0 mg Lactose-Monohydrat.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße, längliche, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „IRB300“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Zur Behandlung der Nierenerkrankung bei Patienten mit Hypertonie und Typ-2-Diabetes mellitus als

Teil einer antihypertensiven Behandlung (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Die übliche empfohlene Anfangs- und Erhaltungsdosis ist 150 mg einmal täglich.

Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) geschluckt werden. Die

Einnahme erfolgt unabhängig von den Mahlzeiten.

Irbesartan Helm ermöglicht bei einer Dosis von 150 mg einmal täglich im Allgemeinen eine bessere

Kontrolle des Bludruckes im Verlauf von 24 Stunden als eine Dosis von 75 mg. Insbesondere bei

Dialyse-Patienten und älteren Patienten über 75 Jahren könnte jedoch eine Initialdosis von 75 mg in

Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten, deren Blutdruck mit 150 mg einmal täglich nur unzureichend eingestellt werden kann,

kann die Dosierung von Irbesartan Helm auf 300 mg erhöht werden oder es können andere

Antihypertonika zusätzlich verabreicht werden. Insbesondere bei Kombination mit einem

Diuretikum wie Hydrochlorothiazid zeigte sich eine additive Wirkung mit Irbesartan Helm (siehe

Abschnitt 4.5).

Bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern sollte die Therapie mit 150 mg Irbesartan Helm einmal täglich

begonnen werden und bis zu 300 mg einmal täglich, der bevorzugten Erhaltungsdosis zur Behandlung

der Nierenerkrankung, gesteigert werden. Der Beweis für den renalen Nutzen von Irbesartan Helm bei

hypertensiven Typ-2-Diabetikern basiert auf Studien, in denen zusätzlich zu Irbesartan je nach Bedarf

andere antihypertensive Wirkstoffe verabreicht wurden, um den Zielblutdruck zu erreichen (siehe

Abschnitt 5.1).

2

13

Spezielle Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten unter Hämodialyse sollte eine niedrigere Anfangsdosis

(75 mg) in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Eingeschränkte Leberfunktion:

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht oder mäßig

eingeschränkter Leberfunktion nicht erforderlich. Bei Patienten mit stark eingeschränkter

Leberfunktion liegt keine klinische Erfahrung vor.

Ältere Patienten:

Zwar sollte bei Patienten über 75 Jahren eine Anfangsdosierung von 75 mg in

Erwägung gezogen werden, normalerweise ist jedoch bei älteren Patienten keine Dosisanpassung

erforderlich.

Kindern und Jugendlichen:

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Irbesartan bei Kindern im

Alter von 0- 18 Jahren ist nicht nachgewiesen. Zur Zeit vorliegende Daten sind in Abschnitt 4.8, 5.1

und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der

der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.6).

Geben Sie Irbesartan Helm nicht zusammen mit Arzneimitteln, die Aliskiren enthalten, Patienten mit

Diabetes oder einer mäßig bis stark eingeschränkten Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate

(GFR) <60 ml/min/1,73 m²) (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Natrium- und/oder Volumenmangel

Bei Patienten mit Natrium- und/oder Volumenmangel durch hochdosierte Diuretikabehandlung,

salzarme Kost, Durchfall oder Erbrechen kann eine symptomatische Hypotonie, insbesondere nach

der ersten Dosis, auftreten. Solche Zustände sollten vor Gabe von Irbesartan Helm ausgeglichen

werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Patienten mit bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Nierenarterie bei Einzelniere, die

mit Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, behandelt werden,

haben ein erhöhtes Risiko einer schweren Hypotonie und Niereninsuffizienz. Obwohl dies für

Irbesartan Helm nicht belegt ist, ist ein ähnlicher Effekt mit Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten

zu erwarten.

Eingeschränkte Nierenfunktion und Nierentransplantation

Wenn Irbesartan Helm Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verabreicht wird, wird eine

regelmäßige Kontrolle des Serumkalium- und -kreatininspiegels empfohlen. Es liegen keine

Erfahrungen zur Verabreichung von Irbesartan Helm bei Patienten kurz nach Nierentransplantation

vor.

Hypertoniepatienten mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung

In der Studie an Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung war die Wirkung von Irbesartan

auf renale und kardiovaskuläre Ereignisse nicht in allen Untergruppen konstant. Sie erschien

insbesondere bei Frauen und Patienten mit schwarzer Hautfarbe weniger günstig (siehe Abschnitt

5.1).

3

13

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Eine duale Blockade des RAAS durch die Kombination von Aprovel mit Aliskiren wird nicht

empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für Hypotension, Hyperkaliämie und Änderungen der

Nierenfunktion besteht. Die Anwendung von Aprovel in Kombination mit Aliskiren ist kontraindiziert

bei Patienten mit Diabetes mellitus oder einer eingeschränkten Nierenfunktion (siehe Abschnitt 4.5).

Hyperkaliämie

Wie mit anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, kann

während der Behandlung mit Irbesartan Helm eine Hyperkaliämie auftreten, insbesondere bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, manifester Proteinurie aufgrund einer diabetischen

Nierenerkrankung und/oder Herzinsuffizienz. Bei Risikopatienten wird eine engmaschige Kontrolle

des Blutkaliumspiegels empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.5).

Lithium

Die Kombination von Lithium und Irbesartan Helm wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Aorten- und Mitralklappenstenose, obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Wie bei anderen Vasodilatatoren ist bei Patienten mit Aorten- oder Mitralklappenstenose oder

obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie besondere Vorsicht angezeigt.

Primärer Aldosteronismus

Patienten mit primärem Aldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht auf Antihypertonika an,

deren Wirkung auf der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems beruht. Daher wird die

Anwendung von Irbesartan Helm nicht empfohlen.

Allgemein

Bei Patienten, deren Gefäßtonus und Nierenfunktion vorwiegend von der Aktivität des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängig ist (z.B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder

vorbestehender Nierenkrankheit einschließlich einer Nierenarterienstenose), wurde eine Behandlung

mit Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, die dieses

System beeinflussen, mit akuter Hypotonie, Azotämie, Oligurie und selten mit einem akuten

Nierenversagen in Zusammenhang gebracht. Wie bei jedem blutdrucksenkenden Arzneimittel

könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patienten mit ischämischer Kardiomyopathie oder

ischämischer kardiovaskulärer Erkrankung zu einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen. Wie

bei Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern beobachtet, kommt es bei Menschen mit schwarzer

Hautfarbe unter Irbesartan und den anderen Angiotensin-Antagonisten anscheinend zu einer

geringeren Senkung des Blutdruckes als bei Kaukasiern. Dies ist wahrscheinlich auf das häufigere

Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status bei der schwarzen hypertensiven Bevölkerung

zurückzuführen (siehe Abschnitt 5.1).

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (AIIRAs) sollte nicht während der

Schwangerschaft begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine

Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für

Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit AIIRAs ist zwingend

erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu

beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3 und 4.6).

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

4

13

Kinder und Jugendliche

Irbesartan wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren untersucht, die

vorliegenden Daten reichen jedoch nicht aus, die Anwendung auf Kinder auszuweiten, bis weitere

Daten verfügbar werden (siehe Abschnitte 4.8, 5.1 und 5.2).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Diuretika und andere Antihypertonika

Andere Antihypertonika können die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan verstärken; dennoch

wurde Irbesartan Helm problemlos mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln wie Betablockern,

Kalziumantagonisten mit langer Wirksamkeit und Thiaziddiuretika verabreicht. Eine Vorbehandlung

mit hohen Dosen von Diuretika kann bei Beginn der Therapie mit Irbesartan Helm zu

Flüssigkeitsmangel und zum Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls führen (siehe Abschnitt

4.4).

Arzneimittel, die Aliskiren enthalten

Die Kombination von Aprovel mit Arzneimitteln, die Aliskiren enthalten, ist kontraindiziert bei

Patienten mit Diabetes mellitus oder einer mäßig bis stark eingeschränkten Nierenfunktion

(Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) <60 ml/min/1,73 m²) und wird bei anderen Patienten nicht

empfohlen.

Kaliumsubstitution und kaliumsparende Diuretika

Die gleichzeitige Verabreichung von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten,

Salzersatzpräparaten, die Kalium enthalten, oder anderen Arzneimitteln, die eine Erhöhung des

Serumkaliumspiegels (z.B. Heparin) verursachen können, kann zu einem Anstieg des Serumkaliums

führen, wie die Erfahrung mit anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-System

beeinflussen, zeigt, und wird daher nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Lithium

Ein reversibler Anstieg der Serumlithiumkonzentration und deren Toxizität wurde bei gleichzeitiger

Verabreichung von Lithium und Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern berichtet. Für Irbesartan

wurden ähnliche Wirkungen bisher sehr selten berichtet. Daher wird diese Kombination nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Wenn sich die Kombination als notwendig herausstellt, wird eine

sorgfältige Kontrolle der Serumlithiumspiegel empfohlen.

Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs)

Wenn Angiotensin-II-Antagonisten gleichzeitig mit nichtsteroidalen entzündungshemmenden

Arzneimitteln [d.h. selektiven COX-2Hemmern, Acetylsalicylsäure (> 3 g/Tag) und nichtselektiven

NSAIDS] verabreicht werden, kann eine Minderung der antihypertensiven Wirkung auftreten. Wie

bei ACE-Hemmern kann die gleichzeitige Gabe von Angiotensin-II-Antagonisten und NSAIDs zu

einem erhöhten Risiko einer sich verschlechternden Nierenfunktion, einschließlich akuten

Nierenversagens, und zu einem Anstieg des Serumkaliums, besonders bei Patienten mit bereits

bestehender stark eingeschränkter Nierenfunktion, führen. Die gleichzeitige Gabe sollte, besonders

bei älteren Patienten, mit Vorsicht erfolgen. Die Patienten sollten ausreichend Flüssigkeit zu sich

nehmen.

Eine Überwachung der Nierenfunktion sollte zu Beginn und in regelmäßigen Abständen während der

Begleittherapie in Betracht gezogen werden.

5

13

Weitere Angaben zu Arzneimittelwechselwirkungen mit Irbesartan

In klinischen Studien wurde die Pharmakokinetik von Irbesartan nicht durch Hydrochlorothiazid

beeinflusst. Irbesartan wird hauptsächlich durch CYP2C9 und in geringerem Maße durch

Glukuronidierung metabolisiert. Bei gleichzeitiger Anwendung von Irbesartan und Warfarin, einem

Medikament, das durch CYP2C9 metabolisiert wird, wurde keine signifikante pharmakokinetische

oder pharmakodynamische Wechselwirkung beobachtet. Die Auswirkungen von CYP2C9-

Induktoren wie Rifampicin auf die Pharmakokinetik von Irbesartan wurden nicht evaluiert. Die

Pharmakokinetik von Digoxin wurde durch die gemeinsame Verabreichung mit Irbesartan nicht

verändert.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von AIIRAs wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Die Anwendung von AIIRAs im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesters ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfügig

erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine kontrollierten

epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Hemmern (AIIRAs) vorliegen, so

bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken. Sofern ein Fortsetzen

der AIIRA-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu

werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für

Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit

AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit AIIRAs ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels

empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf Hypotonie

untersucht werden (siehe auch Abschnitt 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Irbesartan Helm in der Stillzeit vorliegen, wird

Irbesartan Helm nicht empfohlen; eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser

geeigneten Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere, wenn

Neugeborene oder Frühgeborene gestillt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Irbesartan oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen.

Die zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen / toxikologischen Daten von Ratten zeigten,

dass Irbesartan oder seine Metabolite in die Milch übergehen (für Details siehe Abschnitt 5.3).

Fertilität

Irbesartan hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von behandelten Ratten und auf deren Nachkommen,

selbst wenn es in so hohen Dosierungen gegeben wurde, dass erste Anzeichen parentaler Toxizität

auftraten (siehe Abschnitt 5.3).

6

13

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Aufgrund seiner pharmakodynamischen Eigenschaften ist es

jedoch unwahrscheinlich, dass Irbesartan diese Fähigkeit beeinflusst. Beim Bedienen von

Kraftfahrzeugen oder Maschinen sollte beachtet werden, dass während der Behandlung Schwindel

oder Müdigkeit auftreten können.

4.8

Nebenwirkungen

In placebokontrollierten klinischen Prüfungen bei Patienten mit Hypertonie unterschied sich die

Gesamthäufigkeit von unerwünschten Wirkungen in der Irbesartan- (56,2 %) und der Placebo-Gruppe

(56,5 %) nicht. Bei den mit Irbesartan behandelten Patienten kam es weniger häufig zum Absetzen der

Therapie wegen klinischer oder laborchemischer unerwünschter Wirkungen (3,3 %) als bei den mit

Placebo behandelten Patienten (4,5 %). Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen war

unabhängig von Dosis (im empfohlenen Dosisbereich), Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit

oder Dauer der Behandlung.

Bei diabetischen, hypertensiven Patienten mit Mikroalbuminurie und normaler Nierenfunktion

wurden orthostatischer Schwindel und orthostatische Hypotonie bei 0,5 % der Patienten (d.h.

gelegentlich) berichtet, aber häufiger als in der Placebo-Gruppe.

Die folgende Tabelle zeigt die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten

Studien berichtet wurden, in denen 1.965 hypertensive Patienten mit Irbesartan behandelt wurden.

Begriffe, die mit einem Stern (*) versehen sind, beziehen sich auf unerwünschte Reaktionen, die

zusätzlich bei > 2 % der diabetischen, hypertensiven Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

und offenkundiger Proteinurie und häufiger als in der Placebo-Gruppe auftraten.

Die Häufigkeit der unten aufgeführten Nebenwirkungen ist nach den folgenden Kriterien definiert:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt:

Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen wie Angioödeme, Hautausschlag,

Urticaria

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt:

Hyperkaliämie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, orthostatischer Schwindel*

Nicht bekannt:

Vertigo, Kopfschmerzen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt:

Tinnitus

7

13

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Häufig:

orthostatische Hypotonie*

Gelegentlich:

Hitzegefühl

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Übelkeit/Erbrechen

Gelegentlich:

Durchfall, Dyspepsie/Sodbrennen

Nicht bekannt:

Störung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie)

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Ikterus

Nicht bekannt:

Hepatitis, abnormale Leberfunktion

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt:

leukozytoklastische Vaskulitis

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig:

muskuloskelettale Schmerzen*

Nicht bekannt:

Arthralgie, Myalgie (in manchen Fällen in Verbindung mit erhöhten Plasma-

Kreatininkinase-Werten), Muskelkrämpfe

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt:

Nierenfunktionsstörungen einschließlich Fälle von Nierenversagen bei

Risikopatienten (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich:

sexuelle Dysfunktion

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Erschöpfung

Gelegentlich:

Brustschmerzen

Untersuchungen

Sehr häufig:

Hyperkaliämie* trat häufiger bei diabetischen Patienten auf, die mit Irbesartan

behandelt wurden, als unter Placebo. Bei diabetischen hypertensiven Patienten

mit Mikroalbuminurie und normaler Nierenfunktion trat Hyperkaliämie (≥ 5,5

mEq/l) bei 29,4 % der Patienten in der 300-mg-Irbesartan-Gruppe und bei 22 %

der Patienten in der Placebo-Gruppe auf. Bei diabetischen hypertensiven

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und offenkundiger Proteinurie trat

Hyperkaliämie (≥ 5,5 mEq/l) bei 46,3 % (d.h. sehr häufig) der Patienten in der

Irbesartan-Gruppe bzw. bei 26,3 % der Patienten in der Placebo-Gruppe auf.

Häufig:

Ein signifikanter Anstieg der Plasma-Kreatinkinase wurde häufig beobachtet bei

Patienten, die mit Irbesartan behandelt wurden (1,7 %). Dieser Anstieg war in

keinem Fall mit nachweisbaren, klinisch relevanten muskuloskelettalen

Ereignissen assoziiert.

Bei 1,7 % der hypertensiven Patienten mit fortgeschrittener diabetischer

Nephropathie, die mit Irbesartan behandelt wurden, wurde eine Abnahme des

Hämoglobins*, die klinisch nicht relevant war, beobachtet.

8

13

Kinder und Jugendliche

In einer randomisierten Studie, in die 318 hypertensive Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16

Jahren eingeschlossen waren, traten in der dreiwöchigen Doppelblindphase die folgenden

Nebenwirkungen auf: Kopfschmerzen (7,9 %), Hypotonie (2,2 %), Schwindel (1,9 %) und Husten

(0,9 %). Die häufigsten auffälligen Laborwerte in der 26-wöchigen unverblindeten Phase dieser

Studie waren ein Anstieg des Serumkreatinins (bei 6,5 % der Kinder) und erhöhte CK-Werte (bei 2 %

der Kinder).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die Behandlung von Erwachsenen mit Dosen von bis zu 900 mg/Tag über 8 Wochen ergab keine

schweren Unverträglichkeiten.

Die wahrscheinlichsten Symptome einer Überdosierung sind vermutlich Hypotonie und Tachykardie;

ebenso könnte nach Überdosierung eine Bradykardie auftreten. Es liegen keine Angaben über die

Behandlung einer Überdosierung mit Irbesartan Helm vor.

Der Patient sollte sorgfältig überwacht und die Behandlung sollte symptomatisch und

unterstützend sein. Empfohlen wird u.a. das Herbeiführen von Erbrechen und/oder eine

Magenspülung. Die Verabreichung von Aktivkohle kann bei der Behandlung einer

Überdosierung von Nutzen sein. Irbesartan ist nicht hämodialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein.

ATC-Code: C09CA04.

Wirkmechanismus

Irbesartan ist ein potenter, oral wirksamer, selektiver Angiotensin-II-Rezeptorantagonist (Typ AT1).

Es blockiert vermutlich alle Wirkungen von Angiotensin II, die über den AT1-Rezeptor vermittelt

werden, unabhängig vom Ursprung oder Syntheseweg von Angiotensin II. Der selektive

Antagonismus des Angiotensin-II-(AT1-)-Rezeptors führt zum Anstieg des Plasmarenin- und des

Angiotensin-II-Spiegels sowie zum Abfall der Plasmaaldosteronkonzentration. Die

Serumkaliumkonzentration wird durch Irbesartan allein im empfohlenen Dosisbereich nicht

signifikant beeinflusst. Irbesartan inhibiert ACE (Kininase II), ein Enzym, das Angiotensin II bildet

und Bradykinin zu inaktiven Metaboliten abbaut, nicht. Irbesartan ist ohne vorhergehende

metabolische Umwandlung wirksam.

9

13

Klinische Wirksamkeit:

Hypertonie

Irbesartan senkt den Blutdruck, wobei die Herzfrequenz nur minimal verändert wird. Der

Blutdruckabfall ist bei einer 1 x täglichen Dosierung dosisabhängig, erreicht jedoch gewöhnlich bei

Dosierungen über 300 mg ein Plateau. Eine Dosierung von 150-300 mg ein Mal täglich senkt den

Blutdruck im Liegen und im Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen Blutspiegels (d.h. 24 Stunden nach

Verabreichung) um durchschnittlich 8-13/5-8 mmHg (systolisch/diastolisch) mehr als Placebo. Der

maximale Blutdruckabfall wird 3 bis 6 Stunden nach Verabreichung erreicht. Der blutdrucksenkende

Effekt bleibt über mindestens 24 Stunden erhalten. Im empfohlenen Dosisbereich betrug der

Blutdruckabfall nach 24 Stunden noch 60-70 % der maximalen Abnahme der systolischen und

diastolischen Werte. Eine 1 x tägliche Gabe von 150 mg führte zu ähnlichen minimalen Blutspiegeln

und mittlerer 24-Stunden-Wirkung wie die gleiche Tagesdosis, verteilt auf 2 Einzelgaben.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan ist innerhalb von 1-2 Wochen deutlich nachweisbar,

die maximale Wirkung ist 4-6 Wochen nach Therapiebeginn erreicht. Der antihypertensive Effekt

bleibt bei Langzeitbehandlung erhalten. Nach Absetzen der Therapie erreicht der Blutdruck

allmählich wieder die Ausgangswerte. Ein "Rebound-Hochdruck" wurde nicht beobachtet. Die

blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan und Thiaziddiuretika ist additiv. Bei Patienten, deren

Blutdruck mit Irbesartan allein nicht ausreichend gesenkt werden kann, führt die zusätzliche

Verabreichung einer niedrigen Dosis Hydrochlorothiazid (12,5 mg) zu einer weiteren

Blutdrucksenkung um 7-10/3-6 mmHg (systolisch/diastolisch) zum Zeitpunkt des minimalen

Blutspiegels (nach Bereinigung um den Placeboeffekt). Die Wirksamkeit von Irbesartan wird durch

Alter und Geschlecht nicht beeinflusst. Wie bei anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-

System beeinflussen, sprechen hypertensive Patienten mit dunkler Hautfarbe weniger auf eine

Irbesartan-Monotherapie an. Wenn Irbesartan in Kombination mit einer niedrigen Dosis

Hydrochlorothiazid (z.B. 12,5 mg pro Tag) verabreicht wird, ist der antihypertensive Effekt bei

Patienten mit dunkler Hautfarbe mit dem bei weißen Patienten vergleichbar. Es zeigt sich keine

klinisch bedeutsame Wirkung auf den Blutharnsäurespiegel oder die renale Harnsäureausscheidung.

Kinder und Jugendliche

Die blutdrucksenkende Wirkung von 0,5 mg/kg (niedrige Dosis), 1,5 mg/kg (mittlere Dosis) und

4,5 mg/kg (hohe Dosis, jeweils hochtitriert) Irbesartan wurde bei 318 hypertensiven oder

hypertoniegefährdeten (Diabetes oder Hypertonie in der Familien-Anamnese) Kindern und

Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren über einen Zeitraum von 3 Wochen untersucht. Am

Ende der 3 Wochen betrug die durchschnittliche Blutdrucksenkung bezogen auf den

Ausgangswert [angegeben als primärer Wirksamkeitsparameter systolischer Blutdruck (SBD) im

Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen Blutspiegels] 11,7 mmHg (niedrige Dosis), 9,3 mmHg

(mittlere Dosis) und 13,2 mmHg (hohe Dosis). Zwischen diesen Dosierungen war kein

signifikanter Unterschied zu beobachten. Die adjustierten mittleren Änderungen des

diastolischen Blutdrucks (DBD) im Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen Blutspiegels betrugen

3,8 mmHg (niedrige Dosis), 3,2 mmHg (mittlere Dosis) und 5,6 mmHg (hohe Dosis). In der

nachfolgenden zweiwöchigen Phase, in der die Patienten erneut randomisiert einer Wirkstoff-

oder Placebo-Gruppe zugeteilt wurden, stieg in der Placebo-Gruppe der SBD um 2,4 mmHg und

der DBD um 2,0 mmHg an. Im Gegensatz dazu änderte sich der SBD um +0,1 mmHg und der

DBD um -0,3 mmHg bei den Patienten, die unterschiedliche Dosen Irbesartan erhalten hatten

(siehe Abschnitt 4.2).

Hypertonie und Typ-2-Diabetes mit Nierenerkrankung

Die Irbesartan-Studie zur diabetischen Nephropathie (Irbesartan Diabetic Nephropathy Trial, IDNT)

zeigt, dass Irbesartan das Fortschreiten einer Nierenerkrankung bei Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz und manifester Proteinurie vermindert. IDNT war eine doppelblinde, kontrollierte

Morbiditäts- und Mortalitätsstudie, in der Irbesartan, Amlodipin und Placebo verglichen wurden. An

1.715 Hypertoniepatienten mit Typ-2-Diabetes, Proteinurie ≥ 900 mg/Tag und Serumkreatinin

zwischen 1,0 und 3,0 mg/dl wurden die Langzeitwirkungen (durchschnittlich 2,6 Jahre) von Irbesartan

auf das Fortschreiten der Nierenerkrankung und die Gesamtmortalität untersucht. Die Patienten

10

13

wurden nach Verträglichkeit von 75 mg auf eine Erhaltungsdosis von 300 mg Irbesartan, von 2,5 mg

auf 10 mg Amlodipin oder Placebo titriert. Patienten aus allen Behandlungsgruppen erhielten

üblicherweise 2 bis 4 blutdrucksenkende Wirkstoffe (z.B. Diuretika, Betablocker, Alphablocker), um

einen vorab definierten Zielblutdruck von ≤ 135/85 mmHg oder eine Verringerung des systolischen

Drucks um 10 mmHg zu erreichen, falls der Ausgangswert > 160 mmHg betrug. 60 % der Patienten in

der Placebo-Gruppe erreichten diesen Zielblutdruck gegenüber 76 % der Irbesartan-Gruppe bzw. 78

% der Amlodipin-Gruppe. Irbesartan senkte signifikant das relative Risiko des kombinierten primären

Endpunktes Verdopplung des Serumkreatinins, terminale Nierenerkrankung (end-stage renal disease,

ESRD) oder Gesamtmortalität. Ungefähr 33 % der Patienten aus der Irbesartan-Gruppe erreichten den

kombinierten primären renalen Endpunkt verglichen mit 39 % in der Placebo-Gruppe bzw. 41 % in

der Amlodipin-Gruppe [20 % relative Risikoreduktion vs. Placebo (p = 0,024) und 23 % relative

Risikoreduktion verglichen mit Amlodipin (p = 0,006)]. Bei der Analyse der einzelnen Komponenten

des primären Endpunktes wurde keine Wirkung auf die Gesamtmortalität, jedoch ein positiver Trend

zu Gunsten der Reduktion terminaler Nierenerkrankung und eine signifikante Reduktion bei der

Verdopplung des Serumkreatinins festgestellt.

Untergruppen, bestehend aus Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Dauer des Diabetes,

Ausgangsblutdruck, Serumkreatinin und Albumin-Ausscheidungsrate, wurden in Hinblick auf die

Wirkung der Behandlung untersucht. In der Untergruppe der Frauen und der Patienten mit schwarzer

Hautfarbe, die mit 32 % bzw. 26 % der gesamten Studienpopulation vertreten waren, gab es keinen

klaren renalen Nutzen, obwohl die Konfidenzintervalle dies nicht ausschließen. Obwohl bei Frauen

eine erhöhte und bei Männern eine verminderte Inzidenz von nicht tödlich verlaufendem

Myokardinfarkt in der Irbesartan-Gruppe im Vergleich zur auf Placebo basierenden Behandlung

festgestellt wurde, gab es in Hinblick auf den sekundären Endpunkt der tödlichen und nicht

tödlichen kardiovaskulären Ereignisse keine Unterschiede zwischen den drei Gruppen der

Gesamtpopulation. Während die Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz in der

Gesamtpopulation verringert werden konnte, wurde bei Frauen in der Irbesartan-Gruppe im

Vergleich zur auf Amlodipin basierenden Behandlung eine erhöhte Inzidenz von nicht tödlich

verlaufendem Myokardinfarkt und Schlaganfall festgestellt. Jedoch konnte für diesen Befund bei

Frauen keine ausreichende Erklärung gefunden werden.

Die Studie zur “Wirkung von Irbesartan auf Mikroalbuminurie bei Hypertoniepatienten mit Diabetes

mellitus Typ-2 (IRMA 2)” zeigt, dass 300 mg Irbesartan bei Patienten mit Mikroalbuminurie das

Fortschreiten zu manifester Proteinurie verzögert. IRMA 2 war eine placebokontrollierte,

doppelblinde Morbiditätsstudie an 590 Patienten mit Typ-2-Diabetes, Mikroalbuminurie (30-300

mg/Tag) und normaler Nierenfunktion (Serumkreatinin ≤ 1,5 mg/dl bei Männern und < 1,1 mg/dl bei

Frauen). Die Studie untersuchte die Langzeitwirkungen (2 Jahre) von Irbesartan auf das Fortschreiten

zu klinischer (manifester) Proteinurie [Urin-Albumin-Ausscheidungsrate (UAER) > 300 mg/Tag und

einen UAER-Anstieg von mindestens 30 % über den Ausgangswert]. Der festgelegte Zielblutdruck

war ≤ 135/85 mmHg. Zusätzliche antihypertensive Wirkstoffe (außer ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten und Dihydropyridin-Kalzium-Blocker) wurden nach Bedarf hinzugefügt, um

den Zielblutdruck zu erreichen. Während in allen Behandlungsgruppen ähnliche Blutdruckwerte

erreicht wurden, erreichten weniger Patienten aus der 300 mg-Irbesartan-Gruppe den Endpunkt

manifeste Proteinurie (5,2 %) als in der Placebo-Gruppe (14,9 %) oder in der 150 mg-Irbesartan-

Gruppe (9,7 %), was eine relative Risikoreduktion von 70 % vs. Placebo (p = 0,0004) zu Gunsten der

höheren Dosis darstellt. In den ersten drei Monaten der Behandlung wurde keine gleichzeitige

Verbesserung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) beobachtet. Die Verlangsamung der Progression

zur klinischen Proteinurie war bereits nach drei Monaten deutlich und hielt über den Zeitraum von 2

Jahren hinweg an. Regression zur Normoalbuminurie (< 30 mg/Tag) trat in der Irbesartan-300-mg-

Gruppe häufiger (34 %) auf als in der Placebo-Gruppe (21 %).

11

13

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Nach oraler Verabreichung wird Irbesartan gut resorbiert mit einer absoluten Bioverfügbarkeit von ca.

60-80 %. Die gleichzeitige Zufuhr von Nahrungsmitteln beeinflusst die Bioverfügbarkeit von

Irbesartan nicht signifikant. Die Plasmaeiweißbindung beträgt etwa 96 %, und die Bindung an die

zellulären Blutbestandteile ist vernachlässigbar. Das Verteilungsvolumen beträgt 53-93 Liter. Nach

oraler oder intravenöser Verabreichung von

C-Irbesartan gehen 80-85 % der Radioaktivität im

Blutplasma auf unverändertes Irbesartan zurück. Irbesartan wird in der Leber durch

Glukuronidkonjugation und Oxidation metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Blut ist

Irbesartanglukuronid (ca. 6 %).

In vitro

-Studien zeigen, dass Irbesartan überwiegend durch das

Cytochrom-P450-Enzym CYP2C9 oxidiert wird; das Isoenzym CYP3A4 hat einen vernachlässigbaren

Effekt.

Irbesartan zeigt im Dosisbereich von 10 bis 600 mg eine lineare und dosisproportionale

Pharmakokinetik. Ein unterproportionaler Anstieg der Absorption nach oraler Gabe wurde bei Dosen

über 600 mg (das ist doppelt so hoch wie die empfohlene Maximaldosis) beobachtet; der zu Grunde

liegende Mechanismus ist unbekannt. Die Spitzenkonzentrationen im Blutplasma werden 1,5-2

Stunden nach oraler Gabe erreicht. Die Gesamtkörperclearance und die renale Clearance beträgt 157-

176 bzw. 3-3,5 ml/min. Die terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt 11-15 Stunden.

Die Steady-State-Plasmakonzentration wird 3 Tage nach Beginn eines Dosierungsschemas mit 1 x

täglicher Gabe erreicht. Nach wiederholter 1 x täglicher Gabe wird nur eine begrenzte Akkumulation

von Irbesartan (< 20 %) im Blutplasma beobachtet. In einer Studie wurden bei weiblichen Patienten

mit Bluthochdruck etwas höhere Plasmakonzentrationen von Irbesartan beobachtet. Es bestand jedoch

kein Unterschied in der Halbwertszeit und Akkumulation von Irbesartan. Bei weiblichen Patienten ist

keine Dosisanpassung erforderlich. Ebenso waren bei älteren Probanden (≥ 65 Jahre) die AUC- und

-Werte etwas höher als bei jungen Probanden (18-40 Jahre).

Die terminale Halbwertszeit war jedoch nicht wesentlich verändert. Bei älteren Patienten ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Biotransformation und Elimination

Irbesartan und seine Metaboliten werden sowohl über die Galle als auch über die Nieren

ausgeschieden. Nach oraler und nach intravenöser Verabreichung von

C-Irbesartan werden

etwa 20 % der Radioaktivität im Urin, der Rest in den Faeces wiedergefunden. Weniger als 2 %

der verabreichten Dosis werden als nicht metabolisiertes Irbesartan im Urin ausgeschieden.

Spezielle Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Irbesartan wurden an 23 hypertensiven Kindern nach

einfacher und wiederholter Gabe von Irbesartan (2 mg/kg) bis zu einer maximalen täglichen Dosis

von 150 mg über 4 Wochen untersucht. Von diesen 23 Kindern konnten 21 (12 Kinder über 12

Jahre, 9 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren) für einen Vergleich der Pharmakokinetik mit den

pharmakokinetischen Eigenschaften von Erwachsenen berücksichtigt werden. Die Werte für C

AUC und Ausscheidungsrate waren vergleichbar zu den Werten bei erwachsenen Patienten, die 150

mg Irbesartan pro Tag erhielten. Eine begrenzte Akkumulation von Irbesartan (18 %) im Plasma

wurde nach wiederholter 1 x täglicher Gabe beobachtet.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Patienten unter Hämodialyse ist die

Pharmakokinetik von Irbesartan nicht wesentlich verändert. Irbesartan ist nicht hämodialysierbar.

12

13

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberzirrhose ist die Pharmakokinetik von Irbesartan

nicht wesentlich verändert.

Studien bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht durchgeführt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei klinisch relevanten Dosen gibt es keine Hinweise auf eine anomale systemische Toxizität oder

Toxizität am Zielorgan. In präklinischen Sicherheitsstudien verursachten hohe Dosen von Irbesartan

(≥ 250 mg/kg/Tag bei Ratten und ≥ 100 mg/kg/Tag bei Makaken) eine Reduzierung der roten

Blutzellparameter (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit). Bei sehr hohen Dosen (≥ 500 mg/kg/Tag)

verursachte Irbesartan bei Ratten und Makaken degenerative Veränderungen der Niere (wie

interstitielle Nephritis, tubuläre Hyperplasie, Basophilie der Tubuli, erhöhte Serumkonzentrationen

von Harnstoff und Kreatinin); dies ist vermutlich die Folge des blutdrucksenkenden Effektes des

Arzneimittels, welcher zu einer verminderten renalen Perfusion führt. Außerdem verursachte

Irbesartan eine Hyperplasie/Hypertrophie der juxtaglomerulären Zellen (bei Ratten bei ≥ 90

mg/kg/Tag, bei Makaken bei ≥ 10 mg/kg/Tag). Es wurde angenommen, dass alle diese Veränderungen

auf die pharmakologischen Wirkungen von Irbesartan zurückzuführen waren. Im therapeutischen

Dosisbereich von Irbesartan beim Menschen scheint die Hyperplasie/Hypertrophie der renalen

juxtaglomerulären Zellen nicht relevant zu sein.

Es gibt keine Hinweise auf eine mutagene, klastogene oder kanzerogene Wirkung.

Untersuchungen bei Tieren mit Irbesartan zeigten reversible toxische Wirkungen (Vergrößerung des

Nierenbeckens, Hydroureter oder subkutane Ödeme) bei Föten von Ratten, die sich nach der Geburt

zurückbildeten. Bei Kaninchen wurden nach Dosen, die zu einer deutlichen Toxizität beim Muttertier,

einschließlich Tod des Tieres, führten, Aborte und Resorption in der Frühphase festgestellt. Bei

Ratten und Kaninchen wurde keine teratogene Wirkung beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Hypromellose

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Filmüberzug:

Titandioxid (E171)

Macrogol (3350)

Polyvinylalkohol, partiell hydrolysiert

Talkum

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

13

13

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blister.

Packungsgrößen:

7, 14, 28, 30, 56, 60, 80, 84, 90, 98, 100; Filmtabletten.

50 x 1 und 56 x 1 in perforierten Einzeldosis-Blistern; Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verbrauchte Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Helm AG

Nordkanalstrasse 28

20097 Hamburg

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

81557.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

29.06.2012

10.

STAND DER INFORMATION

12.2013

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen