Irbesartan AL 75 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Wirkstoff:
Irbesartan
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
C09CA04
INN (Internationale Bezeichnung):
irbesartan
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Irbesartan 75.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
78041.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Irbesartan AL 75 mg Filmtabletten

Irbesartan

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Irbesartan AL und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Irbesartan AL beachten?

3. Wie ist Irbesartan AL einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Irbesartan AL aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Irbesartan AL und wofür wird es angewendet?

Irbesartan AL gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die als Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten bekannt sind. Angiotensin II ist eine körpereigene

Substanz, die sich an Rezeptoren der Blutgefäße bindet und so zu einer

Gefäßverengung führt. Das Ergebnis ist ein Blutdruckanstieg. Irbesartan AL

verhindert die Bindung von Angiotensin II an diese Rezeptoren und bewirkt so

eine Entspannung der Blutgefäße und eine Senkung des Blutdrucks. Irbesartan

AL verlangsamt die Verschlechterung der Nierenfunktion bei Patienten mit

hohem Blutdruck und Typ-2-Diabetes.

Irbesartan AL wird angewendet

um einen hohen Blutdruck (essenzielle Hypertonie) zu behandeln,

zum Schutz der Niere bei Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes

mellitus Typ 2, bei denen im Labor eine eingeschränkte Nierenfunktion

nachgewiesen wurde.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Irbesartan AL beachten?

Irbesartan AL darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Irbesartan oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie mehr als 3 Monate schwanger sind. Es wird empfohlen,

Irbesartan AL auch in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht

anzuwenden, siehe Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit,

wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben und mit einem blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren

enthält, behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Irbesartan AL

einnehmen oder eines der Folgenden auf Sie zutrifft:

wenn Sie an starkem Erbrechen oder Durchfall leiden,

wenn Sie an Nierenproblemen leiden,

wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden,

wenn bei Ihnen eine Operation ansteht oder Sie Narkosemittel erhalten

sollen,

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem

Blutdruck einnehmen:

einen ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), insbesondere

wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von Diabetes mellitus haben,

Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die

Elektrolytwerte (z.B. Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen

überprüfen. Siehe auch Abschnitt „Irbesartan AL darf NICHT eingenommen

werden“.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder

schwanger werden könnten). Die Einnahme von Irbesartan AL in der frühen

Phase der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, und Irbesartan AL darf nicht

mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die

Einnahme von Irbesartan AL in diesem Stadium zu schweren Schädigungen

Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt Schwangerschaft und

Stillzeit).

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet

werden, da die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen sind.

Einnahme von Irbesartan AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel anzuwenden.

Ihr Arzt muss unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige

Vorsichtsmaßnahmen treffen:

wenn Sie einen ACE-Hemmer oder Aliskiren einnehmen (siehe auch Abschnitte

„Irbesartan AL darf NICHT eingenommen werden“ und „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Blutuntersuchungen können notwendig sein, wenn Sie:

Kaliumpräparate,

kaliumhaltige Salzersatzpräparate,

kaliumsparende Arzneimittel (wie z.B. bestimmte harntreibende

Arzneimittel),

lithiumhaltige Arzneimittel einnehmen.

Wenn Sie bestimmte Schmerzmittel, sogenannte nichtsteroidale,

entzündungshemmende Arzneimittel einnehmen, kann die blutdrucksenkende

Wirkung von Irbesartan gemindert werden.

Einnahme von Irbesartan AL zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Irbesartan AL kann mit einer oder ohne eine Mahlzeit eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder

schwanger werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen,

Irbesartan AL vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie

schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel

empfehlen. Die Anwendung von Irbesartan AL in der frühen Schwangerschaft

wird nicht empfohlen und Irbesartan AL darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von

Irbesartan AL in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres

ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Irbesartan AL wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr

Arzt kann eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor

allem, solange Ihr Kind im Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt

war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und

der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es ist

unwahrscheinlich, dass Irbesartan AL Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Während der

Behandlung eines hohen Blutdrucks können jedoch Schwindel oder Müdigkeit

auftreten. Falls Sie dies feststellen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor

Sie ein Fahrzeug steuern oder Maschinen bedienen.

Irbesartan AL enthält Lactose und Natrium

Bitte nehmen Sie Irbesartan AL erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern (z.B. Lactose) leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Filmtablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Irbesartan AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Art der Anwendung

Irbesartan AL ist nur zur Einnahme bestimmt. Die Filmtabletten sollten mit

ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) geschluckt werden. Sie können

Irbesartan AL unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Sie sollten Ihre

Tagesdosis immer zur gleichen Tageszeit einnehmen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie Irbesartan AL einnehmen, solange es Ihr Arzt

Ihnen verordnet.

Empfohlene Dosierung

Patienten mit hohem Blutdruck

Die Behandlung wird im Allgemeinen mit 1-mal täglich 150 mg Irbesartan

(entsprechend 2 Filmtabletten Irbesartan AL 75 mg pro Tag) begonnen. Je nach

Ansprechen Ihres Blutdrucks kann die Dosierung später auf 1-mal täglich 300

mg Irbesartan (entsprechend 4 Filmtabletten Irbesartan AL 75 mg pro Tag)

erhöht werden.

Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ 2 verbunden mit einer

Nierenerkrankung

Bei Patienten mit hohem Blutdruck und Typ-2-Diabetes liegt die empfohlene

Erhaltungsdosis zur Behandlung einer damit verbundenen Nierenerkrankung

bei 300 mg Irbesartan 1-mal täglich (entsprechend 4 Filmtabletten Irbesartan

AL 75 mg pro Tag).

Der Arzt kann Patienten z.B.

solchen, die sich einer Blutwäsche (Hämodialyse) unterziehen müssen,

oder

Patienten über 75 Jahren

eine niedrigere Dosis insbesondere bei Therapiebeginn empfehlen.

Die maximale blutdrucksenkende Wirkung sollte 4 bis 6 Wochen nach

Therapiebeginn erreicht sein.

Wenn Sie eine größere Menge von Irbesartan AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie aus Versehen zu viele Filmtabletten eingenommen haben, wenden

Sie sich sofort an einen Arzt.

Kinder sollten Irbesartan AL nicht einnehmen. Irbesartan AL sollte Kindern unter

18 Jahren nicht gegeben werden. Wenn ein Kind einige Filmtabletten

geschluckt hat, wenden Sie sich sofort an einen Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Irbesartan AL vergessen haben

Wenn Sie versehentlich vergessen haben, die tägliche Dosis einzunehmen,

sollten Sie die Behandlung wie verordnet fortsetzen. Nehmen Sie nicht die

doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Einige dieser Nebenwirkungen können jedoch schwerwiegend sein und

ärztliche Behandlung erfordern.

Wie bei ähnlichen Arzneimitteln wurden bei Patienten, die Irbesartan

einnahmen, Fälle von allergischen Hautreaktionen (Ausschlag, Juckreiz) wie

auch Schwellungen im Gesicht, der Lippen und/oder der Zunge berichtet.

Sollten Sie irgendeines dieser Anzeichen bei sich bemerken, oder wenn Sie

plötzlich schlecht Luft bekommen, nehmen Sie Irbesartan AL nicht mehr ein und

verständigen Sie sofort einen Arzt.

Irbesartan AL kann folgende Nebenwirkungen haben:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Wenn Sie an hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ-2 verbunden mit

einer Nierenerkrankung leiden, können die Kaliumwerte in

Blutuntersuchungen erhöht sein.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Erschöpfung und in Blutuntersuchungen

können Werte für die Kreatinkinase (CK), einem Leitenzym für die Diagnose

von Schädigungen der Herz- und Skelettmuskulatur, erhöht sein. Bei

Patienten mit hohem Blutdruck und Diabetes mellitus Typ-2 verbunden mit

einer Nierenerkrankung wurden außerdem Schwindel nach dem Aufstehen

aus einer liegenden oder sitzenden Position, niedriger Blutdruck beim

Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position, Schmerzen in

Gelenken oder Muskeln und erniedrigte Spiegel eines Proteins in den roten

Blutzellen (Hämoglobin) berichtet.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Erhöhter Herzschlag, Hitzegefühl, Husten, Durchfall,

Verdauungsstörungen/Sodbrennen, sexuelle Dysfunktion (Probleme mit der

sexuellen Leistungsfähigkeit), Brustschmerzen, Gelbfärbung der Haut

und/oder der weißen Augenhaut aufgrund von Leberfunktions- oder

Blutstörungen (Gelbsucht).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar):

Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen, Ohrenklingen, Schwindelgefühl

oder Drehschwindel (Vertigo), Muskelkrämpfe, Schmerzen in Gelenken und

Muskeln, gestörte Leberfunktion, erhöhte Kaliumwerte im Blut,

beeinträchtigte Nierenfunktion, bevorzugt die Haut betreffende

Entzündungen der kleinen Blutgefäße (eine Störung, die als

leukozytoklastische Vaskulitis bezeichnet wird), schwere allergische

Reaktionen (anaphylaktischer Schock) und eine verringerte Anzahl an

Blutplättchen, wodurch sich das Risiko für Blutungen oder Blutergüsse

erhöht (Thrombozytopenie).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Irbesartan AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die

Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen

damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Irbesartan AL 75 mg Filmtabletten

enthält

Der Wirkstoff ist: Irbesartan.

1 Filmtablette enthält 75 mg Irbesartan.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Copovidon, Croscarmellose, Lactose-Monohydrat,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid,

vorverkleisterte Stärke (Mais).

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 400, Titandioxid (E171).

Wie Irbesartan AL 75 mg Filmtabletten

aussieht und Inhalt der

Packung

Weiße, bikonvexe, ovale Filmtablette.

Irbesartan AL 75 mg Filmtabletten ist in PVC/PVDC/Aluminium-

Blisterpackungen mit 28, 56 und 98 Filmtabletten und in perforierten

PVDC/PVC/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen mit 28 x

1, 56 x 1 und 98 x 1 Filmtablette erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirt-

schaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Italien:

IRBESARTAN EG 75 mg compresse rivestite con film

Niederlande:

Irbesartan Stada 75 mg, filmomhulde tabletten

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2019.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Irbesartan AL

75 mg Filmtabletten

Irbesartan AL

150 mg Filmtabletten

Irbesartan AL

300 mg Filmtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Irbesartan AL

75 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 75 mg Irbesartan.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 17,08 mg

Lactose-Monohydrat und 0,28 mg Natrium.

Irbesartan AL

150 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 150 mg Irbesartan.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 34,16 mg

Lactose-Monohydrat und 0,56 mg Natrium.

Irbesartan AL

300 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 300 mg Irbesartan.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 68,32 mg

Lactose-Monohydrat und 1,12 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

Irbesartan AL

75 mg Filmtabletten

Weiße, bikonvexe, ovale Filmtablette.

Irbesartan AL

150 mg Filmtabletten

Weiße, bikonvexe, ovale Filmtablette.

Irbesartan AL

300 mg Filmtabletten

Weiße, bikonvexe, ovale Filmtablette.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

zur Behandlung der essentiellen Hypertonie,

zur Behandlung der Nierenerkrankung bei Patienten mit Hypertonie und

Typ-2-Diabetes mellitus als Teil einer antihypertensiven Behandlung (siehe

Abschnitte 4.3, 4.4, 4.5 und 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Dieses Arzneimittel steht in drei Wirkstärken zur Verfügung: 75 mg, 150 mg und

300 mg. Die übliche empfohlene Anfangs- und Erhaltungsdosis ist 150 mg 1-

mal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei einer Dosierung von 150 mg

1-mal täglich wird mit Irbesartan AL im Allgemeinen eine bessere

Blutdruckkontrolle über 24 Stunden erreicht als mit 75 mg. Dennoch sollte, vor

allem bei Patienten unter Hämodialyse und bei älteren Patienten über 75

Jahren, eine Anfangsdosierung von 75 mg in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten, deren Blutdruck mit 150 mg 1-mal täglich nur unzureichend

eingestellt werden kann, kann die Dosierung von Irbesartan AL auf 300 mg

erhöht werden oder es können andere Antihypertonika zusätzlich verabreicht

werden (siehe Abschnitt 4.3, 4.4, 4.5 und 5.1). Insbesondere bei Kombination

mit einem Diuretikum wie Hydrochlorothiazid zeigte sich eine additive Wirkung

mit Irbesartan (siehe Abschnitt 4.5).

Bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern sollte die Therapie mit 150 mg Irbesartan

1-mal täglich begonnen werden und bis zu 300 mg 1-mal täglich, der

bevorzugten Erhaltungsdosis zur Behandlung der Nierenerkrankung, gesteigert

werden.

Der Beweis für den renalen Nutzen von Irbesartan bei hypertensiven Typ-2-

Diabetikern basiert auf Studien, in denen zusätzlich zu Irbesartan je nach

Bedarf andere antihypertensive Wirkstoffe verabreicht wurden, um den

Zielblutdruck zu erreichen (siehe Abschnitt 5.1).

Spezielle Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Bei Patienten unter Hämodialyse sollte eine niedrigere

Anfangsdosis (75 mg) in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Eingeschränkte Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter

Leberfunktion nicht erforderlich. Bei Patienten mit stark eingeschränkter

Leberfunktion liegt keine klinische Erfahrung vor.

Ältere Patienten

Zwar sollte bei Patienten über 75 Jahren eine Anfangsdosierung von 75 mg in

Erwägung gezogen werden, normalerweise ist jedoch bei älteren Patienten

keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Irbesartan bei Kindern im Alter von

0 bis 18 Jahren ist nicht nachgewiesen. Zur Zeit vorliegende Daten sind in

Abschnitt 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann

jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tablette ist mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) einzunehmen

und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und

4.6),

Die gleichzeitige Anwendung von Irbesartan mit Aliskiren-haltigen

Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter

Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m

) kontraindiziert (siehe Abschnitte

4.5 und 5.1).

Geben Sie Irbesartan nicht zusammen mit Arzneimitteln, die Aliskiren enthalten,

Patienten mit Diabetes oder einer mäßig bis stark eingeschränkten

Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) <60 ml/min/1,73 m²) (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Natrium- und/oder Volumenmangel

Bei Patienten mit Natrium- und/oder Volumenmangel durch vorausgegangene

hochdosierte Diuretikabehandlung, salzarme Kost, Durchfall oder Erbrechen

kann eine symptomatische Hypotonie, insbesondere nach der ersten Dosis,

auftreten. Solche Zustände sollten vor Gabe von Irbesartan AL ausgeglichen

werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Patienten mit bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Nierenarterie

bei Einzelniere, die mit Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-

System beeinflussen, behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko einer

schweren Hypotonie und Niereninsuffizienz. Obwohl dies für Irbesartan nicht

belegt ist, ist ein ähnlicher Effekt mit Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten zu

erwarten.

Eingeschränkte Nierenfunktion und Nierentransplantation

Wenn Irbesartan AL Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verabreicht

wird, wird eine regelmäßige Kontrolle des Serumkalium und -kreatininspiegels

empfohlen. Es liegen keine Erfahrungen zur Verabreichung von Irbesartan bei

Patienten kurz nach Nierentransplantation vor.

Hypertoniepatienten mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung

In der Studie an Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung war die

Wirkung von Irbesartan auf renale und kardiovaskuläre Ereignisse nicht in allen

Untergruppen konstant. Sie erschien insbesondere bei Frauen und Patienten

mit schwarzer Hautfarbe weniger günstig (siehe Abschnitt 5.1).

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie,

Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines

akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS durch die

gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5

und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet

wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung

engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck

erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Hyperkaliämie

Wie mit anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

beeinflussen, kann während der Behandlung mit Irbesartan eine Hyperkaliämie

auftreten, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion,

manifester Proteinurie aufgrund einer diabetischen Nierenerkrankung und/oder

Herzinsuffizienz. Bei Risikopatienten wird eine engmaschige Kontrolle des

Blutkaliumspiegels empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.5).

Lithium

Die Kombination von Lithium und Irbesartan AL wird nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.5).

Aorten- und Mitralklappenstenose, obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Wie bei anderen Vasodilatatoren ist bei Patienten mit Aorten- oder

Mitralklappenstenose oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie

besondere Vorsicht angezeigt.

Primärer Aldosteronismus

Patienten mit primärem Aldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht auf

Antihypertonika an, deren Wirkung auf der Hemmung des Renin-Angiotensin-

Systems beruht. Daher wird die Anwendung von Irbesartan AL nicht empfohlen.

Allgemein

Bei Patienten, deren Gefäßtonus und Nierenfunktion vorwiegend von der

Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängig ist (z.B.

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder vorbestehender Nierenkrankheit

einschließlich einer Nierenarterienstenose), wurde eine Behandlung mit

Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern oder Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten, die dieses System beeinflussen, mit akuter Hypotonie,

Azotämie, Oligurie und selten mit einem akuten Nierenversagen in

Zusammenhang gebracht. Wie bei jedem blutdrucksenkenden Arzneimittel

könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patienten mit ischämischer

Kardiomyopathie oder ischämischer kardiovaskulärer Erkrankung zu einem

Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen.

Wie bei Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern beobachtet, kommt es bei

Menschen mit schwarzer Hautfarbe unter Irbesartan und den anderen

Angiotensin-Antagonisten anscheinend zu einer geringeren Senkung des

Blutdruckes als bei Kaukasiern. Dies ist wahrscheinlich auf das häufigere

Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status bei der schwarzen Bevölkerung

zurückzuführen (siehe Abschnitt 5.1).

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit AIIRAs sollte nicht während der Schwangerschaft

begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine

Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der

Behandlung mit AIIRAs ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft

festgestellt, ist die Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn

erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3 und

4.6).

Kinder und Jugendliche

Irbesartan wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren

untersucht, die vorliegenden Daten reichen jedoch nicht aus, die Anwendung

auf Kinder auszuweiten, bis weitere Daten verfügbar werden (siehe Abschnitt

4.8, 5.1 und 5.2).

Sonstige Bestandteile

Lactose: Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen

hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Irbesartan AL nicht einnehmen.

Natrium: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Filmtablette.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Diuretika und andere Antihypertonika

Andere Antihypertonika können die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan

verstärken; dennoch wurde Irbesartan problemlos mit anderen

blutdrucksenkenden Mitteln wie Betablockern, Calciumantagonisten mit langer

Wirksamkeit und Thiaziddiuretika verabreicht. Eine Vorbehandlung mit hohen

Dosen von Diuretika kann bei Beginn der Therapie mit Irbesartan AL zu

Flüssigkeitsmangel und zum Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls führen

(siehe Abschnitt 4.4).

Arzneimittel, die Aliskiren enthalten

Die Kombination von Irbesartan mit Arzneimitteln, die Aliskiren enthalten, ist

kontraindiziert bei Patienten mit Diabetes mellitus oder einer mäßig bis stark

eingeschränkten Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) <60

ml/min/1,73 m²) und wird bei anderen Patienten nicht empfohlen.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des

Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung

von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im

Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf das RAAS wirkt,

mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines

akuten Nierenversagens) einhergeht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Kaliumsubstitution und kaliumsparende Diuretika

Die gleichzeitige Verabreichung von kaliumsparenden Diuretika,

Kaliumpräparaten, Salzersatzpräparaten, die Kalium enthalten, oder anderen

Arzneimitteln, die eine Erhöhung des Serumkaliumspiegels (z.B. Heparin)

verursachen können, kann zu einem Anstieg des Serumkaliums führen, wie die

Erfahrung mit anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-System

beeinflussen, zeigt, und wird daher nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Lithium

Ein reversibler Anstieg der Serumlithiumkonzentration und deren Toxizität

wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Lithium und Angiotensin-

Converting-Enzym-Hemmern berichtet. Für Irbesartan wurden ähnliche

Wirkungen bisher sehr selten berichtet. Daher wird diese Kombination nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Wenn sich die Kombination als notwendig

herausstellt, wird eine sorgfältige Kontrolle der Serumlithiumspiegel empfohlen.

Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs)

Wenn Angiotensin-II-Antagonisten gleichzeitig mit nichtsteroidalen

entzündungshemmenden Arzneimitteln [d.h. selektiven COX-2-Hemmern,

Acetylsalicylsäure (>3 g/Tag) und nichtselektiven NSAIDs] verabreicht werden,

kann eine Minderung der antihypertensiven Wirkung auftreten.

Wie bei ACE-Hemmern kann die gleichzeitige Gabe von Angiotensin-II-

Antagonisten und NSAIDs zu einem erhöhten Risiko einer sich

verschlechternden Nierenfunktion, einschließlich akuten Nierenversagens, und

zu einem Anstieg des Serumkaliums, besonders bei Patienten mit bereits

bestehender stark eingeschränkter Nierenfunktion, führen. Die gleichzeitige

Gabe sollte, besonders bei älteren Patienten, mit Vorsicht erfolgen. Die

Patienten sollten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Eine Überwachung

der Nierenfunktion sollte zu Beginn und in regelmäßigen Abständen während

der Begleittherapie in Betracht gezogen werden.

Weitere Angaben zu Arzneimittelwechselwirkungen mit Irbesartan

In klinischen Studien wurde die Pharmakokinetik von Irbesartan nicht durch

Hydrochlorothiazid beeinflusst. Irbesartan wird hauptsächlich durch CYP2C9

und in geringerem Maße durch Glucuronidierung metabolisiert. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Irbesartan und Warfarin, einem Medikament, das

durch CYP2C9 metabolisiert wird, wurde keine signifikante pharmakokinetische

oder pharmakodynamische Wechselwirkung beobachtet. Die Auswirkungen von

CYP2C9-Induktoren wie Rifampicin auf die Pharmakokinetik von Irbesartan

wurden nicht evaluiert. Die Pharmakokinetik von Digoxin wurde durch die

gemeinsame Verabreichung mit Irbesartan nicht verändert.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von AIIRAs wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Die Anwendung von AIIRAs im zweiten und

dritten Schwangerschaftstrimester ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und

4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines

teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten

Schwangerschaftstrimesters vor, ein geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch

nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine kontrollierten

epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Hemmern

(AIIRAs) vorliegen, so bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse

vergleichbare Risiken. Sofern ein Fortsetzen der AIIRA-Therapie nicht als

notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu

werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit AIIRAs unverzüglich zu

beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion,

Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische

Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie) hat (siehe auch Abschnitt

5.3).

Im Falle einer Exposition mit AIIRAs ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der

Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, sollten häufig wiederholt

auf Hypotonie untersucht werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Irbesartan AL in der Stillzeit

vorliegen, wird Irbesartan AL nicht empfohlen; eine alternative antihypertensive

Therapie mit einem besser geeigneten Sicherheitsprofil bei Anwendung in der

Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere, wenn Neugeborene oder Frühgeborene

gestillt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Irbesartan oder seine Metabolite in die Muttermilch

übergehen.

Die zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten

von Ratten zeigten, dass Irbesartan oder seine Metabolite in die Milch

übergehen (für Details siehe Abschnitt 5.3).

Fertilität

Irbesartan hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von behandelten Ratten und

auf deren Nachkommen, selbst wenn es in so hohen Dosierungen gegeben

wurde, dass erste Anzeichen parentaler Toxizität auftraten (siehe Abschnitt

5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Aufgrund seiner

pharmakodynamischen Eigenschaften ist es jedoch unwahrscheinlich, dass

Irbesartan diese Fähigkeit beeinflusst. Beim Bedienen von Kraftfahrzeugen

oder Maschinen sollte beachtet werden, dass während der Behandlung

Schwindel oder Müdigkeit auftreten können.

4.8 Nebenwirkungen

In Plazebo-kontrollierten klinischen Prüfungen bei Patienten mit Hypertonie

unterschied sich die Gesamthäufigkeit von unerwünschten Wirkungen in der

Irbesartan- (56,2%) und der Placebo-Gruppe (56,5%) nicht. Bei den mit

Irbesartan behandelten Patienten kam es weniger häufig zum Absetzen der

Therapie wegen klinischer oder laborchemischer unerwünschter Wirkungen

(3,3%) als bei den mit Plazebo behandelten Patienten (4,5%). Die Häufigkeit

der unerwünschten Wirkungen war unabhängig von Dosis (im empfohlenen

Dosisbereich), Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Dauer der

Behandlung.

Bei diabetischen, hypertensiven Patienten mit Mikroalbuminurie und normaler

Nierenfunktion wurden orthostatischer Schwindel und orthostatische Hypotonie

bei 0,5% der Patienten (d.h. gelegentlich) berichtet, aber häufiger als in der

Plazebo-Gruppe.

Die folgende Auflistung enthält die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in

Plazebo-kontrollierten Studien berichtet wurden, in denen 1.965 hypertensive

Patienten mit Irbesartan behandelt wurden. Begriffe, die mit einem Stern (*)

versehen sind, beziehen sich auf unerwünschte Reaktionen, die zusätzlich bei

>2% der diabetischen, hypertensiven Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz und offenkundiger Proteinurie und häufiger als in der

Plazebo-Gruppe auftraten.

Die Häufigkeit der unten aufgeführten Nebenwirkungen ist nach den folgenden

Kriterien definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Zusätzlich sind Nebenwirkungen aufgelistet, die seit der Markteinführung

berichtet wurden. Diese Nebenwirkungen stammen aus Spontanberichten.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt: Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Hypersensitivitätsreaktionen wie Angioödeme, Ausschlag,

Urtikaria, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: Hyperkaliämie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, orthostatischer Schwindel*.

Nicht bekannt: Vertigo, Kopfschmerzen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: Tinnitus.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie.

Gefäßerkrankungen

Häufig: Orthostatische Hypotonie*.

Gelegentlich: Hitzegefühl.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Husten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit/Erbrechen.

Gelegentlich: Durchfall, Dyspepsie/Sodbrennen.

Nicht bekannt: Störung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie).

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Ikterus.

Nicht bekannt: Hepatitis, abnormale Leberfunktion.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Leukozytoklastische Vaskulitis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskuloskelettale Schmerzen*.

Nicht bekannt: Arthralgie, Myalgie (gelegentlich verbunden mit erhöhter

Plasma-Kreatin-Kinase-Aktivität), Muskelkrämpfe.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt: Nierenfunktionsstörungen einschließlich Fälle von

Nierenversagen bei Risikopatienten (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Sexuelle Dysfunktion.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Erschöpfung.

Gelegentlich: Brustschmerzen.

Untersuchungen

Sehr häufig: Hyperkaliämie* trat häufiger bei diabetischen Patienten auf, die mit

Irbesartan behandelt wurden, als unter Plazebo. Bei diabetischen hypertensiven

Patienten mit Mikroalbuminurie und normaler Nierenfunktion trat Hyperkaliämie

(≥5,5 mEq/l) bei 29,4% (d.h. sehr häufig) der Patienten in der 300-mg-

Irbesartan-Gruppe und bei 22% der Patienten in der Plazebo-Gruppe auf. Bei

diabetischen hypertensiven Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und

offenkundiger Proteinurie trat Hyperkaliämie (≥5,5 mEq/l) bei 46,3% (d.h. sehr

häufig) der Patienten in der Irbesartan-Gruppe bzw. bei 26,3% der Patienten in

der Plazebo-Gruppe auf.

Häufig: Ein signifikanter Anstieg der Plasma-Kreatinkinase wurde häufig

beobachtet bei Patienten, die mit Irbesartan behandelt wurden (1,7%). Dieser

Anstieg war in keinem Fall mit nachweisbaren, klinisch relevanten

muskuloskelettalen Ereignissen assoziiert. Bei 1,7% der hypertensiven

Patienten mit fortgeschrittener diabetischer Nephropathie, die mit Irbesartan

behandelt wurden, wurde eine Abnahme des Hämoglobins*, die klinisch nicht

relevant war, beobachtet.

Kinder und Jugendliche

In einer randomisierten Studie, in die 318 hypertensive Kinder und Jugendliche

im Alter von 6 bis 16 Jahren eingeschlossen waren, traten in einer dreiwöchigen

Doppelblindphase die folgenden Nebenwirkungen auf: Kopfschmerzen (7,9%),

Hypotonie (2,2%), Schwindel (1,9%) und Husten (0,9%). Die häufigsten

auffälligen Laborwerte in der 26-wöchigen unverblindeten Phase dieser Studie

waren ein Anstieg des Serumkreatinins (bei 6,5% der Kinder) und erhöhte CK-

Werte (bei 2% der Kinder).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Die Behandlung von Erwachsenen mit Dosen von bis zu 900 mg/Tag über 8

Wochen ergab keine schweren Unverträglichkeiten. Die wahrscheinlichsten

Symptome einer Überdosierung sind vermutlich Hypotonie und Tachykardie;

ebenso könnte nach Überdosierung eine Bradykardie auftreten.

Therapie

Es liegen keine Angaben über die Behandlung einer Überdosierung mit

Irbesartan vor. Der Patient sollte sorgfältig überwacht und die Behandlung sollte

symptomatisch und unterstützend sein. Empfohlen wird u.a. das Herbeiführen

von Erbrechen und/oder eine Magenspülung. Die Verabreichung von Aktivkohle

kann bei der Behandlung einer Überdosierung von Nutzen sein. Irbesartan ist

nicht hämodialysierbar.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein

ATC-Code: C09C A04

Wirkmechanismus

Irbesartan ist ein potenter, oral wirksamer, selektiver Angiotensin-II-

Rezeptorantagonist (Typ AT

). Es blockiert vermutlich alle Wirkungen von

Angiotensin II, die über den AT

-Rezeptor vermittelt werden, unabhängig vom

Ursprung oder Syntheseweg von Angiotensin II. Der selektive Antagonismus

des Angiotensin-II-(AT

-)-Rezeptors führt zum Anstieg des Plasmarenin- und

des Angiotensin-II-Spiegels sowie zum Abfall der

Plasmaaldosteronkonzentration. Die Serumkaliumkonzentration wird durch

Irbesartan allein im empfohlenen Dosisbereich nicht signifikant beeinflusst.

Irbesartan inhibiert ACE (Kininase II), ein Enzym, das Angiotensin II bildet und

Bradykinin zu inaktiven Metaboliten abbaut, nicht. Irbesartan ist ohne

vorhergehende metabolische Umwandlung wirksam.

Klinische Wirksamkeit

Hypertonie

Irbesartan senkt den Blutdruck, wobei die Herzfrequenz nur minimal verändert

wird. Der Blutdruckabfall ist bei einer 1-mal täglichen Dosierung dosisabhängig,

erreicht jedoch gewöhnlich bei Dosierungen über 300 mg ein Plateau. Eine

Dosierung von 150-300 mg 1-mal täglich senkt den Blutdruck im Liegen und im

Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen Blutspiegels (d.h. 24 Stunden nach

Verabreichung) um durchschnittlich 8-13/5-8 mmHg (systolisch/diastolisch)

mehr als Plazebo.

Der maximale Blutdruckabfall wird 3 bis 6 Stunden nach Verabreichung

erreicht. Der blutdrucksenkende Effekt bleibt über mindestens 24 Stunden

erhalten. Im empfohlenen Dosisbereich betrug der Blutdruckabfall nach 24

Stunden noch 60-70% der maximalen Abnahme der systolischen und

diastolischen Werte. Eine 1-mal tägliche Gabe von 150 mg führte zu ähnlichen

minimalen Blutspiegeln und mittlerer 24-Stunden-Wirkung wie die gleiche

Tagesdosis, verteilt auf 2 Einzelgaben.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan ist innerhalb von 1-2 Wochen

deutlich nachweisbar, die maximale Wirkung ist 4-6 Wochen nach

Therapiebeginn erreicht. Der antihypertensive Effekt bleibt bei

Langzeitbehandlung erhalten. Nach Absetzen der Therapie erreicht der

Blutdruck allmählich wieder die Ausgangswerte. Ein "Rebound-Hochdruck"

wurde nicht beobachtet.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Irbesartan und Thiaziddiuretika ist additiv.

Bei Patienten, deren Blutdruck mit Irbesartan allein nicht ausreichend gesenkt

werden kann, führt die zusätzliche Verabreichung einer niedrigen Dosis

Hydrochlorothiazid (12,5 mg) zu einer weiteren Blutdrucksenkung um 7-10/3-6

mmHg (systolisch/diastolisch) zum Zeitpunkt des minimalen Blutspiegels (nach

Bereinigung um den Placeboeffekt).

Die Wirksamkeit von Irbesartan wird durch Alter und Geschlecht nicht

beeinflusst. Wie bei anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-System

beeinflussen, sprechen Patienten mit dunkler Hautfarbe weniger auf eine

Irbesartan-Monotherapie an. Wenn Irbesartan in Kombination mit einer

niedrigen Dosis Hydrochlorothiazid (z.B. 12,5 mg pro Tag) verabreicht wird, ist

der antihypertensive Effekt bei Patienten mit dunkler Hautfarbe mit dem bei

weißen Patienten vergleichbar.

Es zeigt sich keine klinisch bedeutsame Wirkung auf den Blutharnsäurespiegel

oder die renale Harnsäureausscheidung.

Kinder und Jugendliche

Die blutdrucksenkende Wirkung von 0,5 mg/kg (niedrige Dosis), 1,5 mg/kg

(mittlere Dosis) und 4,5 mg/kg (hohe Dosis) Irbesartan wurde in einer Studie, in

die 318 hypertensive oder hypertoniegefährdete (Diabetes oder Hypertonie in

der Familien-Anamnese) Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren

eingeschlossen waren, über einen Zeitraum von 3 Wochen untersucht. Am

Ende der 3 Wochen betrug die durchschnittliche Blutdrucksenkung bezogen auf

den Ausgangswert [angegeben als primärer Wirksamkeitsparameter

systolischer Blutdruck (SBD) im Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen

Blutspiegels] 11,7 mmHg (niedrige Dosis), 9,3 mmHg (mittlere Dosis) und 13,2

mmHg (hohe Dosis). Zwischen diesen Dosierungen war kein signifikanter

Unterschied zu beobachten. Die adjustierten mittleren Änderungen des

diastolischen Blutdrucks (DBD) im Sitzen zum Zeitpunkt des minimalen

Blutspiegels betrugen 3,8 mmHg (niedrige Dosis), 3,2 mmHg (mittlere Dosis)

und 5,6 mmHg (hohe Dosis). In der nachfolgenden zweiwöchigen Phase, in der

die Patienten erneut randomisiert einer Wirkstoff- oder Plazebo-Gruppe

zugeteilt wurden, stieg in der Plazebo-Gruppe der SBD um 2,4 mmHg und der

DBD um 2,0 mmHg an. Im Gegensatz dazu änderte sich der SBD um +0,1

mmHg und der DBD um -0,3 mmHg bei den Patienten, die unterschiedliche

Dosen Irbesartan erhalten hatten (siehe Abschnitt 4.2).

Hypertonie und Typ-2-Diabetes mit Nierenerkrankung

Die Irbesartan-Studie zur diabetischen Nephropathie (Irbesartan Diabetic

Nephropathy Trial, IDNT) zeigt, dass Irbesartan das Fortschreiten einer

Nierenerkrankung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und

manifester Proteinurie vermindert. IDNT war eine doppelblinde, kontrollierte

Morbiditäts- und Mortalitätsstudie, in der Irbesartan, Amlodipin und Plazebo

verglichen wurden. An 1.715 Hypertoniepatienten mit Typ-2-Diabetes,

Proteinurie ≥900 mg/Tag und Serumkreatinin zwischen 1,0 und 3,0 mg/dl

wurden die Langzeitwirkungen (durchschnittlich 2,6 Jahre) von Irbesartan auf

das Fortschreiten der Nierenerkrankung und die Gesamtmortalität untersucht.

Die Patienten wurden nach Verträglichkeit von 75 mg auf eine Erhaltungsdosis

von 300 mg Irbesartan, von 2,5 mg auf 10 mg Amlodipin oder Plazebo titriert.

Patienten aus allen Behandlungsgruppen erhielten üblicherweise 2 bis 4

blutdrucksenkende Wirkstoffe (z.B. Diuretika, Betablocker, Alphablocker), um

einen vorab definierten Zielblutdruck von ≤135/85 mmHg oder eine

Verringerung des systolischen Drucks um 10 mmHg zu erreichen, falls der

Ausgangswert >160 mmHg betrug. 60% der Patienten in der Plazebo-Gruppe

erreichten diesen Zielblutdruck gegenüber 76% der Irbesartan-Gruppe bzw.

78% der Amlodipin-Gruppe. Irbesartan senkte signifikant das relative Risiko des

kombinierten primären Endpunktes Verdopplung des Serumkreatinins,

terminale Nierenerkrankung (end-stage renal disease, ESRD) oder

Gesamtmortalität. Ungefähr 33% der Patienten aus der Irbesartan-Gruppe

erreichten den kombinierten primären renalen Endpunkt verglichen mit 39% in

der Plazebo-Gruppe bzw. 41% in der Amlodipin-Gruppe [20% relative

Risikoreduktion vs. Plazebo (p= 0,024) und 23% relative Risikoreduktion

verglichen mit Amlodipin (p= 0,006)]. Bei der Analyse der einzelnen

Komponenten des primären Endpunktes wurde keine Wirkung auf die

Gesamtmortalität, jedoch ein positiver Trend zu Gunsten der Reduktion

terminaler Nierenerkrankung und eine signifikante Reduktion bei der

Verdopplung des Serumkreatinins festgestellt.

Untergruppen, bestehend aus Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Alter,

Dauer des Diabetes, Ausgangsblutdruck, Serumkreatinin und Albumin-

Ausscheidungsrate, wurden in Hinblick auf die Wirkung der Behandlung

untersucht. In der Untergruppe der Frauen und der Patienten mit schwarzer

Hautfarbe, die mit 32% bzw. 26% der gesamten Studienpopulation vertreten

waren, gab es keinen klaren renalen Nutzen, obwohl die Konfidenzintervalle

dies nicht ausschließen. Obwohl bei Frauen eine erhöhte und bei Männern eine

verminderte Inzidenz von nicht tödlich verlaufendem Myokardinfarkt in der

Irbesartan-Gruppe im Vergleich zur auf Plazebo basierenden Behandlung

festgestellt wurde, gab es in Hinblick auf den sekundären Endpunkt der

tödlichen und nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignisse keine Unterschiede

zwischen den drei Gruppen der Gesamtpopulation. Während die

Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz in der Gesamtpopulation

verringert werden konnte, wurde bei Frauen in der Irbesartan-Gruppe im

Vergleich zur auf Amlodipin basierenden Behandlung eine erhöhte Inzidenz von

nicht tödlich verlaufendem Myokardinfarkt und Schlaganfall festgestellt. Jedoch

konnte für diesen Befund bei Frauen keine ausreichende Erklärung gefunden

werden.

Die Studie zur “Wirkung von Irbesartan auf Mikroalbuminurie bei

Hypertoniepatienten mit Diabetes mellitus Typ-2-(IRMA 2)” zeigt, dass 300 mg

Irbesartan bei Patienten mit Mikroalbuminurie das Fortschreiten zu manifester

Proteinurie verzögert. IRMA 2 war eine Plazebo-kontrollierte, doppelblinde

Morbiditätsstudie an 590 Patienten mit Typ-2-Diabetes, Mikroalbuminurie (30-

300 mg/Tag) und 10 normaler Nierenfunktion (Serumkreatinin ≤1,5 mg/dl bei

Männern und <1,1 mg/dl bei Frauen). Die Studie untersuchte die

Langzeitwirkungen (2 Jahre) von Irbesartan auf das Fortschreiten zu klinischer

(manifester) Proteinurie [Urin-Albumin-Ausscheidungsrate (UAER) >300

mg/Tag und einen UAER-Anstieg von mindestens 30% über den

Ausgangswert]. Der festgelegte Zielblutdruck war ≤135/85 mmHg. Zusätzliche

antihypertensive Wirkstoffe (außer ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptorantagonisten und Dihydropyridin-Calcium-Blocker) wurden nach

Bedarf hinzugefügt, um den Zielblutdruck zu erreichen. Während in allen

Behandlungsgruppen ähnliche Blutdruckwerte erreicht wurden, erreichten

weniger Patienten aus der 300 mg-Irbesartan-Gruppe den Endpunkt manifeste

Proteinurie (5,2%) als in der Plazebo-Gruppe (14,9%) oder in der 150 mg-

Irbesartan-Gruppe (9,7%), was eine relative Risikoreduktion von 70% vs.

Plazebo (p= 0,0004) zu Gunsten der höheren Dosis darstellt. In den ersten drei

Monaten der Behandlung wurde keine gleichzeitige Verbesserung der

glomerulären Filtrationsrate (GFR) beobachtet. Die Verlangsamung der

Progression zur klinischen Proteinurie war bereits nach drei Monaten deutlich

und hielt über den Zeitraum von 2 Jahren hinweg an. Regression zur

Normoalbuminurie (<30 mg/Tag) trat in der Irbesartan 300 mg-Gruppe häufiger

(34%) auf als in der Plazebo-Gruppe (21%).

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing

Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und

„VA NEPHRON-D” [The Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die

gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“–Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder

einer zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes

mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA

NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und

diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale

und/oder kardiovaskuläre Endpunkte und Mortalität, während ein höheres

Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung und/oder Hypotonie im

Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig

angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using

Cardiovascular and Renal Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die

Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer Standardtherapie mit einem ACE-

Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes

mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten

Risikos unerwünschter Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre

Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der Aliskiren-Gruppe numerisch

häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse und

besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie,

Hypotonie, Nierenfunktionsstörung).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Verabreichung wird Irbesartan gut resorbiert mit einer absoluten

Bioverfügbarkeit von ca. 60-80%. Die gleichzeitige Zufuhr von Nahrungsmitteln

beeinflusst die Bioverfügbarkeit von Irbesartan nicht signifikant.

Verteilung

Die Plasmaeiweißbindung beträgt etwa 96%, und die Bindung an die zellulären

Blutbestandteile ist minimal. Das Verteilungsvolumen beträgt 53-93 Liter.

Biotransformation

Nach oraler oder intravenöser Verabreichung von

C-Irbesartan gehen 80-85%

der Radioaktivität im Blutplasma auf unverändertes Irbesartan zurück.

Irbesartan wird in der Leber durch Glucuronidkonjugation und Oxidation

metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Blut ist Irbesartanglucuronid (ca. 6%). In

vitro-Studien zeigen, dass Irbesartan überwiegend durch das Cytochrom-P450-

Enzym CYP2C9 oxidiert wird; das Isoenzym CYP3A4 hat einen

vernachlässigbaren Effekt.

Linearität/Nicht-Linearität

Irbesartan zeigt im Dosisbereich von 10 bis 600 mg eine lineare und

dosisproportionale Pharmakokinetik. Ein unterproportionaler Anstieg der

Absorption nach oraler Gabe wurde bei Dosen über 600 mg (das ist doppelt so

hoch wie die empfohlene Maximaldosis) beobachtet; der zu Grunde liegende

Mechanismus ist unbekannt. Die Spitzenkonzentrationen im Blutplasma werden

1,5-2 Stunden nach oraler Gabe erreicht. Die Gesamtkörperclearance und die

renale Clearance beträgt 157-176 bzw. 3-3,5 ml/min. Die terminale

Eliminationshalbwertszeit beträgt 11-15 Stunden. Die Steady-State-

Plasmakonzentration wird 3 Tage nach Beginn eines Dosierungsschemas mit

1-mal täglicher Gabe erreicht. Nach wiederholter 1-mal täglicher Gabe wird nur

eine begrenzte Akkumulation von Irbesartan (<20%) beobachtet. In einer Studie

wurden bei weiblichen Patienten mit Bluthochdruck etwas höhere

Plasmakonzentrationen von Irbesartan beobachtet. Es bestand jedoch kein

Unterschied in der Halbwertszeit und Akkumulation von Irbesartan. Bei

weiblichen Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Ebenso waren bei

älteren Probanden (≥65 Jahre) die AUC- und c

-Werte etwas höher als bei

jungen Probanden (18-40 Jahre). Die terminale Halbwertszeit war jedoch nicht

wesentlich verändert. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Elimination

Irbesartan und seine Metaboliten werden sowohl über die Galle als auch über

die Nieren ausgeschieden. Nach oraler und nach intravenöser Verabreichung

C-Irbesartan werden etwa 20% der Radioaktivität im Urin, der Rest in den

Faeces wiedergefunden. Weniger als 2% der verabreichten Dosis werden als

nicht metabolisiertes Irbesartan im Urin ausgeschieden.

Kinder und Jugendliche

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Irbesartan wurden an 23

hypertensiven Kindern nach einfacher und wiederholter Gabe von Irbesartan (2

mg/kg) bis zu einer maximalen täglichen Dosis von 150 mg über 4 Wochen

untersucht. Von diesen 23 Kindern konnten 21 (12 Kinder über 12 Jahre, 9

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren) für einen Vergleich der Pharmakokinetik mit

den pharmakokinetischen Eigenschaften von Erwachsenen berücksichtigt

werden. Die Werte für c

, AUC und Ausscheidungsrate waren vergleichbar zu

den Werten bei erwachsenen Patienten, die 150 mg Irbesartan pro Tag

erhielten. Eine begrenzte Akkumulation von Irbesartan (18%) im Plasma wurde

nach wiederholter 1-mal täglicher Gabe beobachtet.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Patienten unter

Hämodialyse ist die Pharmakokinetik von Irbesartan nicht wesentlich verändert.

Irbesartan ist nicht hämodialysierbar.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberzirrhose ist die

Pharmakokinetik von Irbesartan nicht wesentlich verändert.

Studien bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht

durchgeführt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei klinisch relevanten Dosen gibt es keine Hinweise auf eine anomale

systemische Toxizität oder Toxizität am Zielorgan. In präklinischen

Sicherheitsstudien verursachten hohe Dosen von Irbesartan (≥250 mg/kg/Tag

bei Ratten und ≥100 mg/kg/Tag bei Makaken) eine Reduzierung der roten

Blutzellparameter (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit). Bei sehr hohen

Dosen (≥500 mg/kg/Tag) verursachte Irbesartan bei Ratten und Makaken

degenerative Veränderungen der Niere (wie interstitielle Nephritis, tubuläre

Hyperplasie, Basophilie der Tubuli, erhöhte Serumkonzentrationen von

Harnstoff und Kreatinin); dies ist vermutlich die Folge des blutdrucksenkenden

Effektes des Arzneimittels, welcher zu einer verminderten renalen Perfusion

führt. Außerdem verursachte Irbesartan eine Hyperplasie/Hypertrophie der

juxtaglomerulären Zellen (bei Ratten bei ≥90 mg/kg/Tag, bei Makaken bei ≥10

mg/kg/Tag). Es wurde angenommen, dass alle diese Veränderungen auf die

pharmakologischen Wirkungen von Irbesartan zurückzuführen waren. Im

therapeutischen Dosisbereich von Irbesartan beim Menschen scheint die

Hyperplasie/Hypertrophie der renalen juxtaglomerulären Zellen nicht relevant zu

sein.

Es gibt keine Hinweise auf eine mutagene, klastogene oder kanzerogene

Wirkung.

Die Fertilität und das Fortpflanzungsverhalten wurde in Studien mit männlichen

und weiblichen Ratten auch bei oralen Irbesartan-Dosierungen, die parentale

Toxizität (von 50 bis 650 mg/kg/Tag) einschließlich Tod bei der höchsten

Dosierung verursachten, nicht beeinträchtigt. Es wurde keine signifikante

Beeinflussung der Anzahl der Corpora Lutea, der Nidationen und der lebenden

Föten beobachtet. Irbesartan hatte keinen Einfluss auf das Überleben, die

Entwicklung und die Fortpflanzung der Nachkommen. Tierstudien zeigen, dass

radioaktiv markiertes Irbesartan in Ratten- und Kaninchen-Föten nachgewiesen

werden kann. Irbesartan geht in die Milch laktierender Ratten über.

Untersuchungen bei Tieren mit Irbesartan zeigten reversible toxische

Wirkungen (Vergrößerung des Nierenbeckens, Hydroureter oder subkutane

Ödeme) bei Föten von Ratten, die sich nach der Geburt zurückbildeten. Bei

Kaninchen wurden nach Dosen, die zu einer deutlichen Toxizität beim

Muttertier, einschließlich Tod des Tieres, führten, Aborte und Resorption in der

Frühphase festgestellt. Bei Ratten und Kaninchen wurde keine teratogene

Wirkung beobachtet.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Copovidon, Croscarmellose, Lactose-Monohydrat,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid,

vorverkleisterte Stärke (Mais).

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 400, Titandioxid (E171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminiumblisterpackung.

Originalpackungen mit 28, 56 und 98 Filmtabletten.

Perforierter PVC/PVDC/Aluminiumblister zur Abgabe von Einzeldosen.

Originalpackungen mit 28 x 1, 56 x 1, 98 x 1 Filmtablette.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Str. 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333 9651-0

Telefax: 07333 9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

78041.00.00

78042.00.00

78043.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. März 2010

Datum der Verlängerung der Zulassung: 31. März 2014

10. Stand der Information

Mai 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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