Invega 9 mg Retardtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
paliperidonum
Verfügbar ab:
Janssen-Cilag AG
ATC-Code:
N05AX13
INN (Internationale Bezeichnung):
paliperidonum
Darreichungsform:
Retardtabletten
Zusammensetzung:
paliperidonum 9 mg, antiox.: E 321, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Neuroleptikum
Zulassungsnummer:
57961
Berechtigungsdatum:
2008-05-15

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Invega®

Janssen-Cilag AG

Was ist Invega und wann wird es angewendet?

Invega gehört zur Arzneimittelgruppe der so genannten «Antipsychotika». Es wird auf

Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung der Schizophrenie, angewendet, einer

Erkrankung, die mit Symptomen wie Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht wirklich da

sind, irrigen Überzeugungen, ungewöhnlichem Misstrauen und Rückzug von der Umwelt,

zusammenhanglosem Sprechen und Verhalten sowie emotionaler Verflachung einhergeht. Menschen

mit dieser Erkrankung können sich auch niedergeschlagen, ängstlich, schuldig oder angespannt

fühlen.

Wann darf Invega nicht eingenommen werden?

Wenn Sie:

·allergisch (überempfindlich) gegen Paliperidon bzw. ein verwandtes Arzneimittel, Risperidon, oder

gegen einen der sonstigen Bestandteile von Invega sind;

·an einer demenzbedingten Psychose leiden. Invega ist nicht für die Behandlung einer

demenzbedingten Psychose zugelassen. In klinischen Studien mit Arzneimitteln dieser Art wurde bei

älteren Demenzpatienten ein erhöhtes Sterberisiko festgestellt.

Wann ist bei der Einnahme von Invega Vorsicht geboten?

·Wenn Sie an Parkinson-Krankheit oder einer Lewy-Körper-Demenz leiden.

·Wenn bei Ihnen in der Vergangenheit ein so genanntes Malignes Neuroleptisches Syndrom (Fieber

und Muskelsteifigkeit) oder eine Spätdyskinesie (abnorme Bewegungen von Zunge oder Gesicht)

diagnostiziert wurde. Beide Erkrankungen werden durch Antipsychotika hervorgerufen.

·Wenn bei Ihnen in der Vergangenheit zu tiefe Werte für die weissen Blutkörperchen festgestellt

wurden (unabhängig davon ob andere Arzneimittel dafür der Grund waren oder nicht).

Da bei Patienten bzw. Patientinnen, die Invega einnahmen sehr selten gefährlich tiefe Werte gewisser

Arten weisser Blutzellen, die zur Bekämpfung von Infektionen in Ihrem Blut gebraucht werden,

beobachtet wurden, kann es sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Anzahl weisser Blutkörperchen

kontrolliert. Patienten mit tiefen Werten sollten sorgfältig hinsichtlich Fieber oder anderen Zeichen

einer Infektion überwacht werden.

·Wenn bei Ihnen ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder eine Anfälligkeit für Diabetes besteht.

Da bei Patienten bzw. Patientinnen, die Invega einnahmen, ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

oder die Verschlechterung eines vorbestehenden Diabetes mellitus beobachtet wurden, sollte Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin auf Anzeichen eines hohen Blutzuckerspiegels achten. Bei Patienten bzw.

Patientinnen mit einem vorbestehenden Diabetes mellitus sollten die Blutzuckerspeigel regelmässig

überprüft werden.

·Wenn Sie an einer Herzkrankheit leiden oder wegen einer Herzkrankheit eine Behandlung erhalten,

die niedrigen Blutdruck verursachen kann. Invega kann Blutdruckabfall bei plötzlichem Aufstehen

verursachen.

·Wenn bei Ihnen ein Anfallsleiden (Epilepsie) vorliegt.

·Wenn Sie an chronischen Durchfällen leiden.

·Wenn bei Ihnen eine Schluckstörung, Magen- oder Darmkrankheit besteht, die Ihnen das Schlucken

von Nahrung oder die Beförderung derselben in den Stuhl erschwert.

·Wenn Sie an einem Tumor (z.B. der Brust oder Hirnanhangsdrüse) leiden, der vom Hormon

Prolaktin abhängig ist, oder einen erhöhten Prolaktinspiegel haben (dies führt zu einer

Überstimmulierung der Brust).

·Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist.

·Wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist.

·Wenn Sie Schwierigkeiten haben Ihre Körpertemperatur oder ein Überhitzen zu kontrollieren.

·Wenn Sie an Thrombosen (Blutpropfen, Gefässverschluss) leiden oder gelitten haben.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen

Thromboembolien (akuter Gefässverschluss) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika

behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für venöse Thromboembolien aufweisen, sollten

alle möglichen Risikofaktoren für venöse Thromboemblien vor und während der Behandlung mit

Invega identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.

Wenn Sie bei Ihnen oder einem behandeltem Verwandten Nebenwirkungen wie plötzliche

Schwäche, Taubheitsgefühl im Gesicht, Armen oder Beinen, episodenhaftes verwaschene Sprache

und verschwommenes Sehen bemerken, nehmen Sie bitte unverzüglich ärzliche Hilfe in Anspruch.

Kontaktieren Sie beim Auftreten einer verlängerten, schmerzhaften Errektion umgehend Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin.

Invega kann eine Gewichtszunahme verursachen. Eine erhebliche Gewichtszunahme kann Ihre

Gesundheit negativ beeinflussen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sollte bei Ihnen eine regelmässige

Gewichtskontrolle durchführen.

Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt, Ihre Ärztin, wenn Sie im Verlauf der Einnahme von Invega

eine Verschlechterung der Stimmungslage und/oder lebensmüde Gedanken bemerken.

Schwindel und Sehstörungen, Schläfrigkeit, verminderte Aufmerksamkeit, u.a. können während der

Behandlung mit Invega auftreten.

Im Rahmen von Operationen zur Beseitigung einer Linsentrübung am Auge (Katarakt) kann es

vorkommen, dass sich die Pupille nicht in der benötigten Weise weitet. Ausserdem ist es möglich,

dass die Iris (farbiger Teil Ihres Auges) während der Operation schlaff wird, was zu einer

Schädigung des Auges führen kann. Daher sollten Sie vor einer Augenoperation ihren Augenarzt

darüber informieren, dass Sie dieses Arzneimittel nehmen.

Dieses Arzneimittel kann daher die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit,

Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Einnahme von Invega mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ärztin, Apothekerin, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Da Invega seine Wirkung vorwiegend im Gehirn

entfaltet, könnte es zu Wechselwirkungen mit anderen, ebenfalls im Gehirn wirkenden Substanzen

kommen (Alkohol eingeschlossen).

Während der Behandlung mit Invega sollten Sie Alkohol meiden.

Invega kann eine Senkung des Blutdrucks herbeiführen. Wenn gleichzeitig andere Arzneimittel mit

blutdrucksenkender Wirkung angewendet werden, ist daher Vorsicht geboten.

Invega kann die Wirkung von Arzneimitteln gegen die Parkinson-Krankheit und gegen das Restless-

Legs-Syndrom vermindern.

Zusammen mit gewissen Arzneimittlen (u.a. Herzmittel) kann Invega schwere Störungen des

Herzrhythmus begünstigen.

Falls Sie die seltene erblichen Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption haben, sollten Sie Invega Tabletten zu 3 mg nicht einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Invega während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu

sein. Während einer Schwangerschaft dürfen Sie Invega nicht einnehmen, es sei denn, dies wurde

mit Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin so vereinbart. Bei Anwendung von Invega während des letzten

Drittels der Schwangerschaft können bei Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche,

Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin unverzüglich im Falle einer Schwangerschaft, um das

weitere Vorgehen zu besprechen. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt

werden. Ein plötzliches Absetzen von Invega kann schwerwiegende Folgen haben.

Bitte informieren Sie auch unverzüglich Ihren Frauenarzt bzw. –ärztin oder Geburtshelfer/-in über

eine Einnahme während der Schwangerschaft, insbesondere wenn die oben beschriebenen

Auffälligkeiten bei Ihrem Kind nach der Geburt auftreten.

Sie dürfen während der Behandlung mit Invega keinen Säugling stillen.

Wie verwenden Sie Invega?

Nehmen Sie Invega immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt, Apotheker bzw. Ärztin, Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, wie

Sie Invega einnehmen sollen.

Invega soll jeden Morgen mit oder ohne Frühstück, aber jeden Tag auf die gleiche Art und Weise

eingenommen werden. Die Dosis wird vom behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin

festgelegt (in der Regel 6 mg) und sollte in regelmässigen Abständen überprüft werden. Der Arzt

bzw. die Ärztin kann die Dosis erhöhen oder vermindern. Bei manchen Patienten können bereits

niedrigere Dosen von 3 mg oder aber auch höhere Dosen bis maximal 12 mg einmal täglich Nutzen

bringen.

Die Tabletten müssen als Ganzes zusammen mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten geschluckt

werden. Sie dürfen nicht zerkaut, zerbrochen oder zerdrückt werden.

Der arzneilich wirksame Bestandteil von Invega, Paliperidon, wird nach der Einnahme aus der

Tablette herausgelöst. Die Tablettenhülse löst sich nicht auf und wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Wenn Sie eine grössere Menge von Invega eingenommen haben, als Sie sollten

Benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Es kann zu Schläfrigkeit, Müdigkeit,

abnormen Körperbewegungen, Problemen beim Stehen oder Laufen, Schwindel als Folge von

niedrigem Blutdruck und zu abnormem Herzschlag kommen.

Wenn Sie die Einnahme von Invega vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn

Sie eine Dosis ausgelassen haben, nehmen Sie am Tag nach der versäumten Einnahme Ihre nächste

Dosis ein. Haben Sie zwei oder mehrere Dosen ausgelassen, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie die Einnahme von Invega beenden

Mit dem Ende der Behandlung verschwinden auch die Wirkungen des Arzneimittels. Brechen Sie die

Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ab.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Invega ist bei Patienten und Patientinnen unter 18 Jahren nicht

untersucht worden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Invega haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Invega auftreten:

Gelegentlich kann sich eine schwere allergische Reaktion entwickeln (z.B. Fieber, Schwellung von

Mund, Gesicht, Lippen oder Zunge, Kurzatmigkeit, Juckreiz, Hautausschlag und manchmal

Blutdruckabfall). In diesem Fall nehmen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch.

Bei älteren Patienten mit Demenz waren Arzneimittel aus derselben Gruppe wie Invega mit

Nebenwirkungen wie plötzlicher Schwäche oder Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen,

episodenhafter verwaschener Sprache und Verschwommensehen sowie erhöhter Sterblichkeit

verbunden. Invega ist bei dementen Patienten mit Parkinson Symptomen und Lewy-Körper-Demenz

kontraindiziert. Sollte eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen oder einem behandelten Verwandten

auftreten, wenn auch nur für kurze Zeit, nehmen Sie bitte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch.

Die folgenden Nebenwirkungen können auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen:

·Schläfrigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit

·Kopfschmerzen

Häufige Nebenwirkungen:

·Erkältungssymptome, Stirnhöhlenentzündung

·Gewichtszunahme, Zunahme des Appetits

·Schlaflosigkeit, gehobene Stimmung (Manie), Reizbarkeit, Depression, Angst

·Parkinsonismus: Dieser Zustand kann beinhalten: langsame oder beeinträchtigte Bewegungen,

Gefühl der Steifheit oder Verspannung der Muskeln (die Ihre Bewegungen ruckartig machen) und

manchmal sogar ein Gefühl, dass die Bewegung «einfriert» und dann wieder startet. Weitere Zeichen

von Parkinsonismus sind langsamer, schlurfender Gang, ein Zittern in Ruhe, verstärkter

Speichelfluss und/oder Speichelaustritt, und Ausdruckslosigkeit des Gesichts

·Unruhe

·Dystonie: Dies ist ein Zustand, der eine langsame oder anhaltende unwillkürliche Kontraktion der

Muskeln beinhaltet. Während grundsätzlich jeder Körperteil betroffen sein kann (und zu einer

anormalen Haltung führen kann), betrifft eine Dystonie häufig Muskeln des Gesichts, einschliesslich

anormaler Bewegungen der Augen, des Mundes, der Zunge oder des Kiefers

·Schwindel, Sprachstörungen

·Dyskinesie: Dies ist ein Zustand mit unwillkürlichen Muskelbewegungen, der repetitive, spastische

oder krümmende Bewegungen oder Zuckungen einschliessen kann

·Zittern

·verschwommenes Sehen

·anormale elektrische Leitung des Herzens, Verlängerung des QT Intervalls Ihres Herzen (was zu

schweren Störungen des Herzrhythmus führen kann), schneller Herzschlag

·tiefer Blutdruck beim Aufstehen, hoher Blutdruck

·Husten, verstopfte Nase

·Bauchschmerzen oder –beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall,

Verdauungsstörungen, trockener Mund, Zahnschmerzen

·Juckreiz

·Knochen- oder Muskelschmerz, Rückenschmerz

·Fieber, Schwäche, Müdigkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen:

·Infektion im Brustkorb (Bronchitis), Infektion der Atemwege, Harnwegsinfektion, Ohreninfektion,

Mandelentzündung, Grippesymptome

·Anämie (Blutarmut)

·hohe Blutzuckerwerte, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, die zu Unterernährung und niedrigem

Körpergewicht führen kann, hohe Triglyzeridspiegel (eine Art von Blutfetten)

·Schlafstörungen, Verlust der Orgasmusfähigkeit, Albträume

·Krampfanfälle, Ohnmachtsanfälle, ruheloses Bedürfnis, Körperteile zu bewegen, Schwindel beim

Aufstehen, Verlust oder anormale Geschmacksempfindung, verminderte Empfindlichkeit der Haut

gegenüber Schmerz und Berührung

·Augeninfektionen oder gerötete Augen, trockene Augen, vermehrtes Tränen

·Ohrenschmerzen

·Unterbrechung der Erregungsleitung zwischen Vorhof und Herzkammer, verlangsamter Herzschlag,

unregelmässiger Herzschlag, abnormes Elektrokardiaogramm (EKG), ein flatterndes oder pochendes

Gefühl in Ihrem Brustkorb (Palpitationen)

·niedriger Blutdruck

·Kurzatmigkeit, Keuchen, Halsschmerzen, Nasenbluten

·Magen- oder Darminfektion, Schluckbeschwerden, erhebliche Blähungenerhöhte Leberwerte im

Blut (Transaminasen, GGT (ein Leberenzym namens Gammaglutamyltransferase), andere

Leberenzyme

·Hautausschlag, trockene Haut, Akne, Schuppenbildung

·Erhöhung der Kreatinphosphokinase im Blut (ein Enzym, welches manchmal bei Muskelschädigung

freigesetzt wird), Muskelkrämpfe, Gelenkschwellung, Muskelschwäche, Nackenschmerzen,

Gelenkschmerzen

·Harnverhalt, Harninkontinenz (Verlust der Kontrolle), Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges

Wasserlassen

·Erektionsstörungen

·Ausbleiben der Menstruation, Austritt von Milch aus den Brustdrüsen, Brustbeschwerden

·Anschwellen des Gesichts, des Mundes, der Augen oder der Lippen, Anschwellen des Körpers, der

Arme oder der Beine

·Anstieg der Körpertemperatur

·Durstgefühl

·Beschwerden im Brustkorb

·Stürze

Seltene Nebenwirkungen:

·Lungenentzündung, Blasenentzündung, Pilzinfektion der Nägel, Hautinfektion, durch Milben

hervorgerufene Hautentzündung

·Verminderung derjenigen Art weisser Blutkörperchen, die beim Schutz gegen Infektionen hilft,

verminderte Anzahl weisser Blutkörperchen, verminderte Anzahl Blutplättchen (Blutzellen, die

helfen, Blutungen zu stoppen), verminderte Anzahl roter Blutkörperchen

·schwere allergische Reaktion (gekennzeichnet durch Fieber, geschwollenen Mund, Gesicht, Lippe

oder Zunge), Atemnot, Juckreiz, Hautausschlag und manchmal Blutdruckabfall), allergische

Reaktion

·Invega kann den Blutspiegel eines Hormons namens «Prolaktin» erhöhen (was Symptome

hervorrufen kann oder auch nicht). Wenn Symptome bei hohen Prolaktinspiegeln vorkommen,

können diese bei Männern ein Anschwellen der Brust, Schwierigkeiten eine Erektion zu bekommen

und diese aufrechtzuerhalten oder andere sexuelle Funktionsstörungen einschliessen. Bei Frauen

können diese Brustbeschwerden, Austreten von Milch aus den Brustdrüsen, unregelmässige

Menstruation oder andere Probleme mit dem Zyklus beinhalten

·übermässiges Trinken von Wasser (in gefährlichem Ausmass), niedrige Blutzuckerwerte, Diabetes

(Zuckerkrankheit) oder Verschlechterung eines Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte im Blut

·Abnahme des sexuellen Antriebs

·Tardive Dyskinesie (zuckende oder ruckartige Bewegungen an Gesicht, Zunge oder anderen

Körperteilen, die Sie nicht kontrollieren können). Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, falls Sie unwillkürliche rhythmische Bewegungen der Zunge, des Mundes oder im Gesicht

feststellen. Das Absetzen von Invega kann erforderlich sein

·Plötzlicher Verlust der Blutversorgung des Gehirns (Schlaganfall oder «Mini»-Schlaganfall),

Bewusstseinsverlust, Aufmerksamkeitsstörung, kribbelndes, stechendes oder taubes Gefühl der Haut

·Überempfindlichkeit der Augen gegenüber Licht

·Drehgefühl (Schwindel), Ohrensausen

·Vorhofflimmern (ein anormaler Herzrhythmus)

·verminderte Sauerstoffversorgung von Teilen Ihres Körpers (aufgrund eines verminderten

Blutflusses), Blutgerinnsel in der Lunge, Blutgerinnsel in den Beinen, Rötung

·Atemstörungen während der Nacht (Schlafapnoe), schnelle und flache Atmung

·behinderte Darmpassage (inkl. Darmverschluss), Stuhlinkontinenz

·geschwollene Zunge, aufgesprungene Lippen

·schwerwiegende allergische Reaktion mit einer Schwellung, die den Rachen betreffen und zu

Atemnot führen kann, Haarausfall, Ekzem, Hautrötung, Farbverlust der Haut

·Gelenksteifigkeit

·Ejakulationsstörungen, Ausbleiben von Menstruationszyklen oder andere Zyklusbeschwerden

(Frauen), Brustwachstum bei Männern, sexuelle Störungen, Vergrösserung der Brustdrüsen, Ausfluss

aus der Brust, Ausfluss aus der Scheide

·Schüttelfrost

·eine Veränderung Ihres Gangbildes

Häufigkeit unbekannt (Häufigkeit kann aus den zur Verfügung stehenden Daten nicht abgeschätzt

werden):

·Augeninfektion

·gefährlich tiefe Anzahl einer Art weisser Blutkörperchen in Ihrem Blut, die zur

Infektionsbekämpfung benötigt wird; erhöhte Zahl von eosinophilen Granulozyten (eine weitere Art

weisser Blutkörperchen)

·unangemessene Abgabe eines Hormons, welches die Urinmenge steuert

·Koma aufgrund eines unkontrollierten Diabetes, lebensbedrohliche Komplikationen eines

unkontrollierten Diabetes mellitus, erhöhte Insulinspiegel (Hormon zur Kontrolle der

Blutzuckerspiegel) in Ihrem Blut, Zucker im Urin, übermässige Wassereinnahme

·Verwirrung, Gefühlslosigkeit, Schlafbezogene Essstörung (unkontrollierte Essenseinnahme beim

Schlafwandeln), Schlafwandeln

·malignes neuroleptisches Syndrom (Verwirrung, vermindertes Bewusstsein oder Verlust des

Bewusstseins, hohes Fieber und schwere Muskelsteifheit), Probleme mit den Blutgefässen im

Gehirn, Verlust der Reaktion auf Reize, Bewusstseinseinschränkung, Gleichgewichtsstörungen,

Koordinationsstörungen, Kopfzittern

·Glaukom (erhöhter Augeninnendruck), Probleme mit den Augenbewegungen, Augenrollen, Rötung

der Augen

·Komplikationen bei Augenoperationen zur Beseitigung der Linsentrübung (Floppy-Iris Syndrom bei

Katarakt-Operationen)

·schneller Herzschlag beim Aufstehen

·Lungenentzündung (verursacht durch das versehentliche Einatmen von Nahrung), Lungenstauung,

Stauung der Atemwege, knisternde Atemgeräusche, Störung der Stimme

·Entzündung der Bauchspeicheldrüse, sehr harter Stuhlgang

·Gelbfärbung der Haut und der Augen (Gelbsucht)

·arzneimittelbedingter Hautausschlag, Nesselsucht, Hautverdickung, Hautverhärtung

·Zerstörung von Muskelfasern und Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse), anormale Körperhaltung

·Priapismus (eine verlängerte Errektion des Penis, die eventuell operativ behandelt werden muss)

·verzögerte Regelblutung, Brustvergrösserung

·verminderte Körpertemperatur

·Symptome eines Arzneimittelentzugs, allgemeines Unwohlsein

·Bei Anwendung von Invega während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim

Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt,

Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Ausserhalb der Reich- und Sichtweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Was ist in Invega enthalten?

Invega 3 mg Retardtabletten enthalten als Wirkstoff 3 Milligramm Paliperidon sowie das

Antioxidans Butylhydroxytoluol (E 321), Lactosemonohydrat und weitere Hilfsstoffe zur

Tablettenherstellung (weisse, zylinderförmige, längliche Tablette mit Aufdruck «PAL3»).

Invega 6 mg Retardtabletten enthalten als Wirkstoff 6 Milligramm Paliperidon sowie das

Antioxidans Butylhydroxytoluol (E 321) und weitere Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung

(beigefarbene, zylinderförmige, längliche Tablette mit Aufdruck «PAL6»).

Invega 9 mg Retardtabletten enthalten als Wirkstoff 9 Milligramm Paliperidon sowie das

Antioxidans Butylhydroxytoluol (E 321) und weitere Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung

(rosafarbene, zylinderförmige, längliche Tablette mit Aufdruck «PAL9»).

Zulassungsnummer

57961 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Invega? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Invega 3 mg, 6 mg und 9 mg: Durchdrückpackungen zu 28 Retardtabletten.

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Invega®

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paliperidon.

Hilfsstoffe

In Retardtabletten zu 3 mg: Lactosum monohydricum, Antiox.: E 321, Excip. pro compr. obducto.

In Retardtabletten zu 6 mg und 9 mg: Antiox.: E 321, Excip. pro compr. obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Bei Invega (Paliperidon) Retardtabletten handelt es sich um zylinderförmige, längliche, osmotische

Tabletten mit dreischichtigem Kern.

Retardtabletten zu 3 mg (weiss mit Aufdruck «PAL3»), 6 mg (beigefarben mit Aufdruck «PAL6»),

9 mg (rosafarben mit Aufdruck «PAL9»).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Invega ist indiziert zur Behandlung der Schizophrenie.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene (≥18 Jahre)

Invega ist zur oralen Anwendung bestimmt und kann zusammen mit Nahrung oder nüchtern

eingenommen werden. Die Einnahme soll in Bezug auf die Nahrungsaufnahme einheitlich gestaltet

werden (s. «Pharmakokinetik»): Patienten sollten nicht zwischen einer Einnahme im nüchternen oder

nicht-nüchternen Zustand wechseln. Invega muss als Ganzes mit etwas Flüssigkeit geschluckt und

darf nicht zerkaut, geteilt oder zerdrückt werden (s.«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen,

Möglichkeit einer gastrointestinalen Obstruktion»). Das Arzneimittel befindet sich in einer

nichtresorbierbaren Hülse, aus welcher der Wirkstoff in kontrollierter Rate abgegeben wird. Die

Tablettenhülse wird gemeinsam mit den unlöslichen Bestandteilen des Tablettenkerns aus dem

Körper ausgeschieden. Wenn die Patienten in ihrem Stuhl gelegentlich etwas Tablettenartiges

entdecken, so besteht kein Anlass zur Sorge.

Die empfohlene Dosis von Invega beträgt 6 mg einmal täglich, jeweils morgens, und sollte möglichst

immer in gleicher Weise, d.h. grundsätzlich mit Frühstück (oder aber grundsätzlich auf nüchternen

Magen) eingenommen werden. Eine anfängliche Dosistitration ist nicht erforderlich. Bei manchen

Patienten können bereits niedrigere Dosen von 3 mg, oder aber auch höhere Dosen bis maximal

12 mg einmal täglich Nutzen bringen. Eine gegebenenfalls angezeigte individuelle Dosisanpassung

sollte nur nach einer klinischen Neubeurteilung stattfinden. Bei entsprechender Indikation wird eine

schrittweise Erhöhung der Dosis um 3 mg pro Tag im Allgemeinen im Abstand von mindestens 5

Tagen empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mässiger Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Da Invega bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion nicht

untersucht worden ist, ist bei solchen Patienten Vorsicht geboten.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die empfohlene Initialdosis für Patienten mit leichter Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance ≥50 bis <80 ml/min) beträgt die Anfangsdosis 3 mg einmal täglich. Die Dosis kann in

Abhängigkeit von klinischem Ansprechen und Verträglichkeit auf 6 mg einmal täglich erhöht

werden.

Bei Patienten mit mässiger Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥30 bis <50

ml/min) beträgt die empfohlene Dosierung von Invega 3 mg jeden zweiten Tag; nach einer

klinischen Neubeurteilung kann die Dosis gegebenenfalls auf einmal täglich 3 mg erhöht werden.

Für Patienten mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥10 bis

<30 ml/min), beträgt die empfohlene Initialdosis von Invega 3 mg jeden zweiten Tag; nach einer

klinischen Neubeurteilung kann die Dosis gegebenenfalls auf einmal täglich 3 mg erhöht werden. Da

Invega bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/min nicht untersucht

wurde, wird die Anwendung bei solchen Patienten nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Die Dosierungsempfehlungen für ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

≥80 ml/min) entsprechen den Empfehlungen für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion (siehe

ersten Absatz oben unter «Dosierung/Anwendung»). Da die Nierenfunktion bei älteren Patienten

jedoch vermindert sein könnte, ist gegebenenfalls eine Dosisanpassung entsprechend dem

Nierenfunktionsstatus erforderlich (siehe oben unter «Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion»). Invega soll bei älteren Patienten mit Demenz mit Risikofaktoren für einen

Schlaganfall mit Vorsicht angewendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Invega wurden bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht.

Das Arzneimittel sollte bei pädiatrischen Patienten nicht angewendet werden, bis weitere Daten zur

Verfügung stehen.

Weitere besondere Patientengruppen

Eine Anpassung der Dosis von Invega aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit oder

des Raucherstatus wird nicht empfohlen (schwangere oder stillende Frauen, siehe Abschnitt

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Umstellung auf andere Antipsychotika

Speziell zur Umstellung von Invega auf andere Antipsychotika stehen keine systematisch erhobenen

Daten zur Verfügung. Wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum für medizinisch

sinnvoll gehalten wird, ist angesichts der unterschiedlichen pharmakodynamischen und

pharmakokinetischen Profile verschiedener Antipsychotika eine Überwachung durch einen Arzt

erforderlich.

Kontraindikationen

Invega darf bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Paliperidon, Risperidon oder

einen der sonstigen Bestandteile der Formulierung nicht angewendet werden.

Demente Patienten mit Parkinsonsymptomen im Sinne von Rigor, Bradykinese und parkinson'schen

Haltungsstörungen.

Demente Patienten mit der wahrscheinlichen Diagnose einer Lewy-Körper-Demenz (neben den

Symptomen einer Demenz mindestens zwei der folgenden drei Symptome: Parkinsonismus/visuelle

Halluzinationen/Fluktuation im Verlauf).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

QT-Intervall

Wie bei anderen Antipsychotika ist Vorsicht geboten, wenn Invega Patienten mit bekannten

kardiovaskulären Erkrankungen, kongenitalem Long-QT-Syndrom sowie mit QT-Verlängerungen in

der Familienanamnese verordnet wird sowie auch bei der gleichzeitigen Anwendung mit anderen

Arzneimitteln, von denen angenommen wird, dass sie das QT-Intervall verlängern.

Malignes neuroleptisches Syndrom

In Verbindung mit Antipsychotika einschliesslich Paliperidon wurde über das Auftreten eines

malignen neuroleptischen Syndroms (MNS) berichtet, das durch Hyperthermie, Muskelrigidität,

autonome Instabilität, Bewusstseinsstörungen und erhöhte Serum-Kreatin phosphokinase-Werte

gekennzeichnet ist. Weitere klinische Zeichen können Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes

Nierenversagen sein. Bei klinischen Hinweisen auf ein MNS sind sämtliche Antipsychotika,

einschliesslich Invega, abzusetzen.

Tardive Dyskinesie

Arzneimittel mit antagonistischen Effekten auf den Dopamin-Rezeptor werden mit der Induktion von

tardiver Dyskinesie in Zusammenhang gebracht, die durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen

vorzugsweise der Zunge und/oder des Gesichts gekennzeichnet ist. Bei Symptomen einer tardiven

Dyskinesie sollte das Absetzen aller Antipsychotika, einschliesslich Invega, in Erwägung gezogen

werden.

Hyperglykämie und Diabetes mellitus

Während der Behandlung mit Invega wurde über Hyperglykämie, Diabetes mellitus und

Exazerbation eines vorbestehenden Diabetes berichtet. Die Beurteilung des Zusammenhanges

zwischen der Anwendung atypischer Antipsychotika und Glukoseanomalien wird durch die

Möglichkeit eines erhöhten Grundrisikos für Diabetes mellitus bei Schizophreniepatienten und die

steigende Inzidenz von Diabetes mellitus in der Gesamtpopulation erschwert. Angesichts dieser

Einflussfaktoren ist der Zusammenhang zwischen dem Einsatz atypischer Antipsychotika und

unerwünschten Wirkungen, die mit Hyperglykämie zusammenhängen, nicht vollständig verstanden.

Epidemiologische Studien deuten jedoch auf ein erhöhtes Risiko für das Auftreten Hyperglykämie-

assoziierter Wirkungen bei Patienen unter Therapie mit atypischen Antipsychotika hin. Jeder Patient,

der mit atypischen Antipsychotika, einschliesslich Invega, behandelt wird, sollte bezüglich

Symptomen einer Hyperglykämie und eines Diabetes mellitus überwacht werden.

Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme ist bei der Einnahme von atypischen Antipsychotika beobachtet worden. Die

regelmässige Überprüfung des Gewichtes wird daher empfohlen.

Orthostatische Hypotonie

Paliperidon kann aufgrund seiner α-blockierenden Aktivität bei manchen Patienten eine

orthostatische Hypotonie induzieren. Auf Grundlage von gepoolten Daten aus 3

plazebokontrollierten, sechswöchigen Studien mit fixer Dosierung von Invega (3, 6, 9 und 12 mg)

wurde eine orthostatische Hypotonie bei 2,5% der Probanden unter Invega gegenüber 0,8% der

Probanden in der Plazebogruppe über berichtet. Die Anwendung von Invega sollte bei Patienten mit

bekannten kardiovaskulären Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt oder Ischämie,

Erregungsleitungsstörungen), zerebrovaskulären Erkrankungen oder für Hypotonie

prädisponierenden Zuständen (z.B. Dehydrierung, Hypovolämie und die Behandlung mit

blutdrucksenkenden Arzneimitteln) vorsichtig erfolgen.

Epileptische Anfälle

Wie alle Antipsychotika sollte auch Invega bei Patienten mit anamnestisch bekannten epileptischen

Anfällen oder anderen Zuständen, welche mit einer Senkung der Anfallsschwelle einhergehen

können, vorsichtig angewendet werden.

Möglichkeit einer gastrointestinalen Obstruktion

Da Invega-Retardtabletten nicht verformbar sind und sich ihre Form im Gastrointestinaltrakt nicht

merklich ändert, sollte Invega normalerweise nicht bei Patienten mit vorbestehender schwerer

Verengung des Gastrointestinaltrakts (pathologisch oder iatrogen) oder bei Patienten mit Dysphagie

oder solchen mit signifikanten Schwierigkeiten, Tabletten zu schlucken, angewendet werden. Es gab

selten Berichte über obstruktive Symptome bei Patienten mit bekannten gastrointestinalen Strikturen

in Zusammenhang mit der Einnahme von retardiert freigesetzten Arzneimitteln mit nicht

verformbarer Darrreichungsform. Da es sich bei Invega um eine Darreichungsform mit retardierter

Freisetzung handelt, sollte Invega nur von Patienten eingenommen werden, die in der Lage sind, die

Retardtabletten als Ganzes zu schlucken (s.«Dosierung/Anwendung»).

Erkrankungen mit verkürzter gastrointestinaler Passagezeit

Erkrankungen, die zu einer verkürzten gastrointestinalen Passagezeit führen, z.B. Erkrankungen, die

mit schweren chronischen Durchfällen verbunden sind, können zu einer verminderten Resorption

von Paliperidon führen. Damit kann auch eine verminderte antipsychotische Wirksamkeit verbunden

sein bzw. es kann zu Wirkungsschwankungen kommen. Dies wurde nicht untersucht, daher wird bei

Patienten mit Durchfall Vorsicht empfohlen. Paliperidon soll bei Erkrankungen, die mit schweren

chronischen Durchfällen verbunden sind, nicht gegeben werden.

Einschränkung der Nierenfunktion

Die Plasmakonzentrationen von Paliperidon sind bei Patienten mit einer Einschränkung der

Nierenfunktion erhöht und daher kann bei manchen Patienten eine Dosisanpassung erforderlich sein

(siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»). Zu Patienten mit einer Kreatinin-

Clearance unter 10 ml/min liegen keine Daten vor. Paliperidon soll nicht bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min angewendet werden.

Einschränkung der Leberfunktion

Es liegen keine Daten zu Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-

Klasse C) vor. Wenn Paliperidon in dieser Patientengruppe eingesetzt werden soll, ist Vorsicht

geboten.

Ältere Patienten mit Demenz

Invega wurde bei älteren Patienten mit Demenz nicht untersucht. Die Anwendung bei älteren

Patienten mit Demenz wird nicht empfohlen. In klinischen Studien mit einigen anderen atypischen

Antipsychotika wurden ein erhöhtes Risiko für Todesfälle und zerebrovaskuläre Ereignisse berichtet

(s. unten, «Dosierung/Anwendung, Ältere Patienten» und «Unterwünschte Wirkungen, Ältere

Patienten»).

Die Erfahrungen mit Risperidon werden für Paliperidon (aktiver Hauptmetabolit von Risperidon) als

ebenfalls gültig erachtet.

Erhöhte Gesamtmortalität

In einer Meta-Analyse von 17 kontrollierten klinischen Studien wiesen ältere Patienten mit Demenz,

die mit anderen atypischen Antipsychotika, einschliesslich Risperidon, Aripiprazol, Olanzapin und

Quetiapin, behandelt wurden, ein höheres Mortalitätsrisiko im Vergleich zur Plazebogruppe auf. Bei

den mit Risperidon Behandelten betrug die Mortalität 4%, verglichen mit 3,1% unter Plazebo. Das

mittlere Alter der verstorbenen Patienten betrug 86 Jahre (Altersspanne 67-100 Jahre).

Vermehrte zerebrovaskuläre Ereignisse

Ein ca. 3fach erhöhtes Risiko zerebrovaskulärer Nebenwirkungen, teilweise mit letalem Ausgang,

wurde in randomisierten Plazebo-kontrollierten klinischen Studien bei der Demenzpopulation mit

einigen atypischen Antipsychotika, einschliesslich Risperidon, Aripiprazol und Olanzapin

beobachtet. Der diesem erhöhten Risiko zugrundeliegende Mechanismus ist nicht bekannt. Invega

sollte bei älteren Patienten mit Demenz und Risikofaktoren für einen Schlaganfall mit Vorsicht

eingesetzt werden (s. «Dosierung/Anwendung, Ältere Patienten»).

Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose

Fälle von Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose sind unter der Anwendung von

Antipsychotika (einschliesslich Invega) in klinischen Studien und/oder seit Markteinführung

berichtet worden. Agranulozytose wurde sehr selten (<1/10'000 Patienten) nach der Markteinführung

beobachtet. Patienten mit einer klinisch signifikanten Verminderung der Anzahl weisser

Blutkörperchen in der Anamnese oder mit einer Arzneimittel induzierten Leukopenie/Neutropenie

sollten während der ersten Monate der Therapie überwacht werden und das Abrechen der Therapie

mit Invega sollte beim ersten Anzeichen eines signifikanten Absinkens der weissen Blutkörperchen

im Falle eines Fehlens anderer kausaler Faktoren erwogen werden.

Patienten mit klinisch signifikanter Neutropenie sollten sorgfältig hinsichtlich Fieber oder anderen

Zeichen einer Infektion überwacht und sofort behandelt werden, wenn entsprechende Symptome

auftreten. Bei Patienten mit ausgeprägter Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl <1× 109/l) sollte

die Therapie mit Invega abgebrochen und die weissen Blutkörperchen regelmässig überwacht

werden.

Venöse Thromboembolie

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen

Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden,

häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE

vor und während der Behandlung mit Invega identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen

werden (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Parkinson-Krankheit und Demenz mit Lewy-Körperchen (siehe «Kontraindikationen»)

Antipsychotika einschliesslich Invega sollten bei Patienten mit einer Parkinson-Krankheit oder

Demenz mit Lewy-Körperchen nur nach einer ärztlichen Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses verordnet und mit Vorsicht angewendet werden. Beide Patientengruppen können unter

der Einnahme von Invega ein höheres Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom und eine

erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Antipsychotika aufweisen. Eine solche erhöhte Empfindlichkeit

kann sich zusätzlich zu extrapyramidalen Symptomen auch mit Verwirrtheit, affektiver Verflachung,

geminderter Urteilsfähigkeit und Gleichgewichtsstörungen mit häufigen Stürzen manifestieren.

Suizidalität und Suizidversuch

Eine psychotische Erkrankung ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Suizidalität

mit/ohne Suizidversuch(e) assoziiert. Eine engmaschige Überwachung von Patienten mit hohem

Risiko muss deren medikamentöse Therapie begleiten. Es sollte stets die geringst mögliche Anzahl

an Tabletten verschrieben werden, um das Risiko einer Überdosierung zu reduzieren.

Priapismus

Arzneimittel, welche eine α-adrenerge Blockade bewirken, können einen Priapismus hervorrufen.

Nach der Markteinführung von Paliperidon wurde über Fälle von Priapismus berichtet (s.

«Unerwünschte Wirkungen»). Die Patienten sollten über dieses Risiko informiert und darauf

hingewiesen werden, im Falle einer verlängerten, schmerzhaften Erektion umgehend einen Facharzt

aufzusuchen.

Prolaktin-abhängige Tumoren

Invega darf nicht eingenommen werden bei gleichzeitigem Vorliegen von Prolaktin-abhängigen

Tumoren, z.B. Prolaktinomen der Hypophyse oder möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren,

z.B. epithelialen Mamma-Tumoren.

Regulation der Körpertemperatur

Antipsychotika können die Fähigkeit des Körpers zur Senkung der Körperkerntemperatur

beeinträchtigen. Vorsicht ist daher geboten, wenn Invega Patienten verordnet wird, die Situationen

mit einem Anstieg der Körperkerntemperatur (z.B. anstrengende körperliche Aktivität, Exposition

gegenüber extremer Wärme, gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit anticholinerger

Wirkung oder Dehydrierung) ausgesetzt sind.

Antiemetische Wirkung

In präklinischen Versuchen mit Paliperidon wurde eine antiemetische Wirkung beobachtet. Falls

diese Wirkung beim Menschen auftritt, könnte sie Zeichen einer Überdosierung bestimmter

Substanzen oder von Erkrankungen wie gastrointestinaler Obstruktion, Reye-Syndrom und

Hirntumor maskieren.

Intraoperatives Floppy-Iris Syndrom

Bei Kataraktoperationen an Patienten unter Behandlung mit Arzneimitteln mit alpha1a-adrenerger

antagonistischer Wirkung, einschliesslich Invega, wurden Fälle von intraoperativem Floppy-Iris-

Syndrom (IFIS) beobachtet.

Das IFIS kann das Risiko für Komplikationen am Auge während und nach der Operation erhöhen.

Vor der Operation sollte dem Ophthalmochirurgen eine aktuelle oder vorangegangene Anwendung

von Arzneimitteln mit alpha1a-adrenerger antagonistischer Wirkung mitgeteilt werden. Der

mögliche Nutzen des Absetzens der Therapie mit Alpha1-Antagonisten vor der Kataraktoperation

wurde nicht untersucht und ist gegenüber dem Risiko einer Unterbrechung der antipsychotischen

Therapie abzuwägen.

Lactose-Gehalt (betrifft nur die 3 mg Retardtablette)

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Invega Retardtabletten zu 3 mg nicht einnehmen.

Sonstige Erwägungen

Bei Paliperidon handelt es sich um einen aktiven Metaboliten von Risperidon. Das Freisetzungsprofil

sowie die pharmakokinetischen Eigenschaften von Invega unterscheiden sich wesentlich von

denjenigen der oralen Risperidon-Formulierungen mit sofortiger Freisetzung (siehe

«Pharmakokinetik»).

Interaktionen

Vorsicht ist geboten, wenn Invega zusammen mit Arzneimitteln verordnet wird, die bekanntermassen

das QT-Intervall verlängern, wie z.B. Antiarrhythmika der Klassen IA (z.B. Chinidin, Disopyramid)

und III (z.B. Amiodaron, Sotalol), einige Antihistaminika, einige andere Antipsychotika und einige

Antimalaria-Wirkstoffe (z.B. Mefloquin).

Potenzielle Beeinflussung anderer Arzneimittel durch Invega

Bei Paliperidon sind keine klinisch bedeutsamen pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit

Arzneimitteln, die durch Zytochrom-P450-Isoenzyme verstoffwechselt werden, zu erwarten. In-

vitro-Untersuchungen mit humanen Lebermikrosomen haben gezeigt, dass Paliperidon die

Metabolisierung von durch Zytochrom-P450-Isoenzyme verstoffwechselten Arzneimitteln bis

Konzentrationen von 250 ng/ml nicht wesentlich hemmt (einschliesslich CYP1A2, CYP2A6,

CYP2C8/9/10, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4 und CYP3A5). Es wird daher nicht davon

ausgegangen, dass Paliperidon die Clearance von über diese Stoffwechselwege metabolisierten

Arzneimitteln in klinisch relevanter Weise inhibiert. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Paliperidon

die Enzymaktivität von CYP1A2, 2C19 oder 3A4 nicht induziert.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Paliperidon ein Substrat des P-GP und ein schwacher Inhibitor

des P-GP bei hohen Konzentrationen ist. In-vivo-Daten liegen nicht vor und die klinische Relevanz

ist unbekannt.

Angesichts der primären ZNS-Wirkungen von Paliperidon (siehe «Unerwünschte Wirkungen») sollte

eine kombinierte Anwendung von Invega mit anderen zentralwirksamen Arzneimitteln wie z.B.

Anxiolytika, den meisten Antipsychotika, Hypnotika, Opiaten sowie Alkohol vorsichtig erfolgen.

Paliperidon kann die Wirkung von Levodopa und anderen Dopamin-Agonisten vermindern. Wird

eine solche Kombination als notwendig erachtet, so ist, insbesondere im Endstadium der Parkinson-

Krankheit, die niedrigste wirksame Dosierung der jeweiligen Therapie zu verordnen.

Aufgrund seines Potentials, eine orthostatische Hypotonie auszulösen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen») kann es zu additiven Effekten kommen, wenn Invega mit anderen

Arzneimitteln kombiniert wird, die dieses Potential, besitzen wie z.B. mit anderen Antipsychotika,

Trizyklika.

Vorsicht ist angeraten, wenn Paliperidon mit anderen Arzneimitteln kombiniert wird, von denen

bekannt ist, dass sie die Anfallsschwelle herabsetzen (d.h. Phenothiazine oder Butyrophenone,

Clozapin, Trizyklika oder SSRIs, Tramadol, Mefloquin, usw.).

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien zu Invega und Lithium durchgeführt. Pharmakokinetische

Interaktionen zwischen Invega und Lithium sind unwahrscheinlich.

Die gleichzeitige Gabe von Invega (12 mg einmal täglich) im Steady-State und Divalproex

(Natriumvalproat/Valproinsäure) Retardtabletten (500 mg bis 2000 mg einmal täglich) beeinflusste

die Steady-State Pharmakokinetik von Valproat nicht. Die gleichzeitige Gabe von Invega und

Natriumvalproat/Valproinsäure Retardtabletten erhöhte die Exposition gegenüber Paliperidon (s.

unter «Potenzielle Beeinflussung von Invega durch andere Arzneimittel»).

Potenzielle Beeinflussung von Invega durch andere Arzneimittel

Paliperidon stellt kein Substrat von CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9, CYP2C19 oder CYP3A5 dar.

Daher dürften Wechselwirkungen mit Inhibitoren oder Induktoren dieser Isoenzyme

unwahrscheinlich sein. In-vitro-Untersuchungen weisen darauf hin, dass CYP2D6 und CYP3A4 am

Abbau von Paliperidon in geringem Umfang beteiligt sein könnten. Hingegen gibt es aus in vitro

oder in vivo Untersuchungen keine Hinweise darauf, dass diese Isoenzyme beim Abbau von

Paliperidon eine signifkante Rolle spielen.

In vitro-Studien haben gezeigt, dass es sich bei Paliperidon um ein P-Glykoprotein (P-gp)-Substrat

handelt. Paliperidon wird in begrenztem Umfang durch CYP2D6 metabolisiert (siehe

«Pharmakokinetik: Biotransformation und Elimination»). In einer Interaktionsstudie, in der gesunde

Versuchspersonen Invega und gleichzeitig Paroxetin, einen potenten CYP2D6-Inhibitor, erhielten,

wurden keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Paliperidon

beobachtet. Die gleichzeitige Gabe von Invega einmal täglich und Carbamazepin 200 mg zweimal

täglich führte zu einer Abnahme der mittleren Cmax sowie der AUC von Paliperidon im Steady State

um etwa 37%. Diese Abnahme ist zu einem grossen Teil auf einen Anstieg der renalen Clearance

von Paliperidon um 35% zurückzufühen,. vermutlich infolge eines kombinierten Effektes der

Induktion des renalen P-gp durch Carbamazepin sowie einer geringfügig erhöhten Metabolisierung

aufgrund einer CYP3A4-Induktion Die geringe Abnahme der unverändert über den Urin

ausgeschiedenen Wirkstoffmenge, lässt vermuten, dass die gleichzeitige Verabreichung von

Carbamazepin nur geringfügige Auswirkungen auf die CYP-Metabolisierung oder Bioverfügbarkeit

von Paliperidon hat. Grössere Abnahmen der Paliperidon-Plasmakonzentrationen könnten bei

höheren Dosen von Carbamazepin auftreten. Zu Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin sollte

die Dosierung von Invega überprüft und ggf. erhöht werden. Umgekehrt sollte beim Absetzen der

Carbamazepin-Therapie die Dosierung von Invega überprüft und, sofern erforderlich, verringert

werden. Andere Arzneimittel, die als Induktoren fungieren wie z.B. Rifampicin oder Phytopharmaka

wie Johanniskraut (Hypericum perforatum) könnten ähnliche Effekte auf Paliperidon haben.

Paliperidon, das bei physiologischem pH als Kation vorliegt, wird vorwiegend unverändert renal

ausgeschieden, und zwar jeweils etwa zur Hälfte durch Filtration bzw. aktive Sekretion. Die

gleichzeitige Anwendung von Trimethoprim, einer bekanntlich den aktiven renalen

Kationentransport von Arzneimitteln hemmenden Substanz, blieb ohne Auswirkungen auf die

Pharmakokinetik von Paliperidon.

Arzneimittel, die sich auf die gastrointestinale Passagezeit auswirken, wie z.B. Metoclopramid,

können die Resorption von Paliperidon beeinflussen.

Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 12 mg Invega und Divalproex

(Natriumvalproat/Valproinsäure Retardtabletten (zwei 500 mg Tabletten einmal täglich) führte zu

einem Anstieg der Cmax und AUC von Paliperidon um ca. 50%. Eine Dosisreduktion von Invega

sollte gemäss Klinik in Erwägung gezogen werden, wenn Invega und Valproat gleichzeitig

verabreicht werden.

Gleichzeitige Anwendung von Invega und Risperidon

Die gleichzeitige Gabe von Invega und Risperidon wurde nicht untersucht. Die Kombination wird

nicht empfohlen, da es sich bei Paliperidon um einen aktiven Metaboliten von Risperidon handelt

und die kombinierte Gabe zu einer additiven Exposition gegenüber Paliperidon führen kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinische Daten mit Anwendung von Paliperidon bei Schwangeren vor.

Eine retrospektive observative Kohortenstudie auf der Grundlage einer US-Datenbank mit

abgerechneten Gesundheitsversorgungsleistungen verglich das Risiko angeborener Fehlbildungen bei

Lebendgeburten zwischen Frauen mit und solchen ohne Anwendung von Antipsychotika im ersten

Schwangerschaftstrimenon. In dieser Studie wurde keine konkrete Beurteilung von Paliperidon, dem

aktiven Metaboliten von Risperidon, durchgeführt. Das Risiko angeborener Fehlbildungen bei

Anwendung von Risperidon war nach Anpassung im Hinblick auf Störvariablen in der Datenbank

gegenüber der Nichtanwendung von Antipsychotika erhöht (relatives Risiko = 1,26, 95%-KI: 1,02-

1,56). Es wurde kein biologischer Mechanismus identifiziert, der diese Feststellung erklären konnte,

und in präklinischen Studien wurden keine teratogenen Wirkungen beobachtet (siehe «Präklinische

Daten»). Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser observativen Einzelstudie wurde kein

Kausalzusammenhang zwischen der Risperidonexposition in utero und den angeborenen

Fehlbildungen erkannt. Tierexperimentelle Studien zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe

«Präklinische Daten»).

Paliperidon sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar

notwendig. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies

möglichst nicht abrupt geschehen.

Postnatale Effekte

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft

Antipsychotika (einschliesslich Paliperidon) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für

extrapyramidal–motorische und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können

Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit,

Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen. Diese Komplikationen

können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst

limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der

Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Stillzeit

In tierexperimentellen Studien mit Paliperidon und Studien am Menschen mit Risperidon trat

Paliperidon in die Milch über. Invega soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Invega kann sich auf Tätigkeiten, die geistige Aufmerksamkeit erfordern, auswirken und kann

Auswirkungen auf den Visus haben (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Patienten sollten daher

angehalten werden, auf das Steuern eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen zu

verzichten, bis ihre individuelle Reaktionsfähigkeit abgeklärt ist und der behandelnde Arzt die

entsprechende Einschätzung mit dem Patienten besprochen und erläutert hat.

Unerwünschte Wirkungen

In diesem Abschnitt sind unerwünschte Wirkungen angegeben. Unerwünschte Wirkungen sind

unerwünschte Ereignisse, bei denen auf der Grundlage der umfassenden Beurteilung der

einschlägigen vorliegenden Daten begründet angenommen wurde, dass sie mit der Anwendung von

Paliperidon in Zusammenhang standen. In Einzelfällen kann kein verlässlicher

Kausalzusammenhang mit Paliperidon hergestellt werden. Da die Bedingungen, unter denen

klinische Prüfungen durchgeführt werden, erheblich variieren, können Raten zu unerwünschten

Wirkungen, die in den klinischen Prüfungen eines Arzneimittels festgestellt werden, nicht direkt mit

den Raten in den klinischen Prüfungen eines anderen Arzneimittels verglichen werden und spiegeln

nicht zwingend die in der klinischen Praxis beobachteten Raten wider.

Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die im Rahmen klinischer Studien gemeldet

wurden, waren Kopfschmerzen, Somnolenz, Schlaflosigkeit, Parkinsonismus, Akathisie,

Tachykardie, Dystonie, Schwindel, Tremor, Übelkeit, Erregung, Infektion des oberen

Respirationstraktes, Verstopfung, Angst, Dyspepsie, Erbrechen, Bauchbeschwerden, trockener

Mund, Gewichtszunahme, Fatigue, Muskel-Skelett-Schmerzen und Diarrhöe.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in den Studien zur Schizophrenie in Abhängigkeit zur

Dosis auftraten, umfassten: Kopfschmerzen, Somnolenz, Parkinsonismus, Akathisie, Tachykardie,

Dystonie, Schwindel, Tremor, Infektionen der oberen Atemwege, Dyspepsie und Muskel-Skelett-

Schmerzen.

Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Daher sind die Nebenwirkungsprofile beider

Substanzen (ihre oralen und injizierbaren Formulierungen einschliessend) von gegenseitiger

Relevanz. Die unter Risperidon berichteten Nebenwirkungen können auch unter Paliperidon

auftreten. Die unter Risperidon berichteten Nebenwirkungen sind in der Fachinformation zu

Risperidon im Kapitel «Unerwünschte Wirkungen» zu finden.

Im Folgenden werden sämtliche unerwünschten Wirkungen aufgeführt, die in klinischen Studien

oder nach der Markteinführung mit Paliperidon und/oder Risperidon aufgetreten sind, gemäss

Häufigkeitskategorie, die von klinischen Studien geschätzt wurden. Nachstehende Begriffe und

Häufigkeitsangaben werden verwendet: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1% bis <10%), gelegentlich

(≥0,1% bis <1%), selten (≥0,01% bis <0,1%), sehr selten (<0,01%), nicht unbekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbarenklinischer Studiendaten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Arzneimittelwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, Sinusitis.

Gelegentlich: Bronchitis, Infektion der Atemwege, Harnwegsinfektion, Infektion des Ohrs,

Tonsillitis, Influenza.

Selten: Pneumonie, Cystitis, Onychomykosis, Cellulitis, Akrodermatitis.

Nicht bekannt: Augeninfektion.

Erkrankungen des Blut- und des Lymphsystems

Gelegentlich: Anämie.

Selten: Neutropenie, Abnahme der Anzahl weisser Blutkörperchen, Thrombozytopenie, Abnahme

des Hämatokrits.

Nicht bekannt: Agranulozytose, Erhöhung der Eosinophilenzahl.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Anaphylaktische Reaktion, Hypersensitivität.

Endokrine Störungen

Selten: Hyperprolaktinämiea.

Nicht bekannt: inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme, Appetitsteigerung.

Gelegentlich: Hyperglykämie, Gewichtsabnahme, Anorexie, verminderter Appetit, Triglyceride

erhöht.

Selten: Wasser-Intoxikation, Hypoglykämie, Diabetes mellitusb, Cholesterin erhöht.

Nicht bekannt: diabetisches Koma, diabetische Ketoazidose, Hyperinsulinämie, Glukosurie,

Polydipsie.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Manie, Agitation, Depression, Angst. Schlaflosigkeitc.

Gelegentlich: Schlafstörungen, Anorgasmie, Albträume.

Selten: verminderte Libido.

Nicht bekannt: Schlafbezogene Essstörung (unkontrollierte Essenseinnahme beim Schlafwandeln),

Somnambulismus, Verwirrtheitszustand, abgestumpfter Affekt.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Somnolenz Kopfschmerz.

Häufig: Parkinsonismusc, Akathisiec, Dystoniec, Schwindel, Dysarthrie, Dyskinesiec, Tremor.

Gelegentlich: Konvulsionenc, Synkope, psychomotorische Hyperaktivität, posturaler Schwindel,

Dysgeusie, Hypästhesie.

Selten: tardive Dyskinesie, zerebrovaskuläre Ischämie, Bewusstseinsverlust, Störung der

Aufmerksamkeit, Parästhesie.

Nicht bekannt: malignes neuroleptisches Syndrom (MNS), fehlende Stimulusresponse,

Verminderung des Bewusstseinsgrades, Gleichgewichtsstörung, Koordinationsstörung, Kopfzittern.

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommensehen.

Gelegentlich: Konjunktivitis, trockenes Auge, verstärkte Tränensekretion.

Selten: Photophobie.

Nicht bekannt: Glaukom, Störung der Augenbewegung, Augenrollen, okuläre Hyperämie, Floppy-

Iris Syndrom (intraoperativ).

Erkrankungen des Ohrs und Labyrinths

Gelegentlich: Ohrenschmerzen.

Selten: Schwindel, Tinnitus.

Herzerkrankungen

Häufig: Erregungsleitungsstörung, verlängertes QT-Intervall, Tachykardie.

Gelegentlich: Atrioventrikulärer Block, Bradykardie, Sinusarrhthythmie, abnormes

Elektrokardiogramm, Palpitationen.

Selten: Vorhofflimmern.

Nicht bekannt: posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom.

Gefässerkrankungen

Häufig: Orthostatische Hypotonie, Hypertonie.

Gelegentlich: Hypotonie.

Selten: Ischämie, Lungenembolie, tiefe Venenthrombose, Flush.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten, verstopfte Nase.

Gelegentlich: Dyspnoe, Keuchen, Schmerzen im Rachen- und Kehlkopfbereich, Epistaxis.

Selten: Schlaf-Apnoe-Syndrom, Hyperventillation.

Nicht bekannt: Aspirationspneumonie, Lungenstauung, Atemwegsobstruktion, Lungenrasseln,

Dysphonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: abdominale Beschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Diarrhöe, Dyspepsie,

Mundtrockenheit, Zahnschmerzen.

Gelegentlich: Gastroenteritis, Dysphagie, Flatulenz.

Selten: intestinale Obstruktion, Zungenschwellung, Stuhlinkontinenz, Cheilitis, Ileus.

Nicht bekannt: Pankreatitis, Faekulom.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Transaminasen erhöht, Gamma-Glutamyltransferase erhöht, Leberenzyme erhöht.

Nicht bekannt: Ikterus.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Pruritus.

Gelegentlich: Hautausschlag, trockene Haut, Akne, seborrhoeische Dermatitis.

Selten: Angioödem, Alopezie, Ekzem, Erythem, Hautverfärbung.

Nicht bekannt: Arzneimittelexanthem, Urtikaria, Hyperkeratose.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebe- und Knochenerkrankungen

Häufig: muskuloskelettaler Schmerz, Rückenschmerz.

Gelegentlich: erhöhte Kreatinphosphokinase, Muskelkrämpfe, Gelenkschwellung, Muskelschwäche,

Nackenschmerz, Arthralgie.

Selten: Gelenksteifigkeit.

Nicht bekannt: Rhabdomyolyse, anormale Haltung.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harnretention, Harninkontinenz, Dysurie, Pollakisurie.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Sehr selten: Extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim

Neugeborenen (s.«Schwangerschaft/Stillzeit, Schwangerschaft, Nicht-teratogene Effekte»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Erektile Dysfunktion, Amenorrhoe, Galaktorrhoe, Brustbeschwerden.

Selten: Ejakulationsstörung, Menstruationsstörungc, Gynaekomastie, sexuelle Dysfunktion,

Brustdrüsenschwellung, Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustdrüse, vaginaler Ausfluss.

Nicht bekannt: Priapismus, verspätete Menstruation, Brustvergrösserung.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Fieber, Asthenie, Fatigue.

Gelegentlich: Gesichtsödem, Ödemec, erhöhte Körpertemperatur, Durst, Beschwerden im Brustkorb,

Sturz.

Selten: Schüttelfrost, Gangstörung.

Nicht bekannt: Hypothermie, verminderte Körpertemperatur, Arzneimittelentzugssyndrom,

Krankheitsgefühl.

a Eine Hyperprolaktinämie kann in einigen Fällen zu Gynäkomastie, Menstruationsstörungen,

Amenorrhoe und Galaktorrhoe führen.

b In Placebo-kontrollierten pivotalen Studien wurde Diabetes mellitus bei 0,05% der mit Invega

behandelten Patienten berichtet, im Vergleich lag die Rate in der Placebo-Gruppe bei 0%. Die

Gesamtinzidenz aus allen klinischen Studien betrug 0,14% bei allen mit Invega behandelten

Patienten.

c Schlaflosigkeit beinhaltet: initiale Schlafstörung, Durchschlafstörungen.

Parkinsonismus beinhaltet: Akinese, Hypo-/Bradykinese, Parkinson-Gangstörung,

Zahnradphänomen, Muskelsteifigkeit, Muskelverspannungen, muskuloskelettale Steifheit,

Hypersalivation, Maskengesicht, extrapyramidalmotorische Symptome, pathologischer Glabella-

Reflex.

Akathisie beinhaltet: Hyperkinesie, «Restless-legs-Syndrom», Ruhelosigkeit.

Dystonie beinhaltet: Blepharospasmus, zervikale Spasmen, Emprosthotonus, Gesichtskrampf,

Muskelhypertonus, Laryngospasmus, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Myotonie,

Oculogyration, Opisthotonus, oropharyngealer Krampf, Pleurothotonus, Risus sardonicus, Tetanie,

Zungenlähmung, Zungenkrampf, Torticollis, Trismus.

Dyskinesie beinhaltet: Athetose, Chorea, choreoathetoide Bewegungen, Bewegungsstörungen,

Muskelzucken, Myoklonus.

Konvulsionen beinhaltet: Grand-mal-Anfälle.

Ödeme beinhaltet: generalisierte Ödeme, periphere Ödeme, Ödem mit eindrückbaren Dellen

(«pitting edema»).

Menstruationsstörungen beinhaltet: unregelmässige Menstruation, Oligomenorhoe.

Ältere Patienten

In einer mit älteren Prüfungsteilnehmern mit Schizophrenie durchgeführten Studie zeigte sich ein

ähnliches Sicherheitsprofil wie bei anderen Altersgruppen. Allerdings ist angesichts der begrenzten

Datenlage bei Älteren und nach bisheriger klinischer Erfahrung nicht auszuschliessen, dass ältere

Personen anfälliger für unerwünschte Wirkungen sind.

Invega wurde bei älteren Patienten mit Demenz nicht untersucht. Die Anwendung von Invega bei

älteren Patienten mit Demenz wird nicht empfohlen. In klinischen Prüfungen mit einigen anderen

atypischen Antipsychotika wurden ein erhöhtes Risiko für Todesfälle und zerebrovaskuläre

Ereignisse berichtet (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse für die Wirkstoffklasse

Extrapyramidalmotorische Symptome (EPS): In klinischen Studien zeigte sich kein Unterschied

zwischen Plazebo und den 3 mg bzw. 6 mg Dosierungen von Invega. Eine Dosisabhängigkeit der

EPS wurde für die beiden höheren Dosierungen von Invega (9 mg und 12 mg) beobachtet. EPS

umfassten in einer gepoolte Analyse folgende Begriffe: Dyskinesie, Dystonie, Hyperkinesie,

Parkinsonismus und Tremor.

Gewichtszunahme: In klinischen Studien wurden jeweils die Patienten miteinander verglichen, die

das Kriterium einer Gewichtszunahme von ≥7% des Körpergewichts erfüllten. Verglichen mit

Plazebo zeigte sich bei Anwendung von 3 mg und 6 mg Invega eine ähnliche Inzidenz, bei Gabe

höherer Dosierungen von 9 mg und 12 mg Invega eine höhere Inzidenz der Gewichtszunahme.

Laborwerte: Serum-Prolaktin

In klinischen Studien war ein Anstieg der Serum-Prolaktinwerte unter Invega bei 67% der

Prüfungsteilnehmer zu beobachten. Unerwünschte Ereignisse, die auf einen Anstieg des

Prolaktinspiegels hinweisen können (wie z.B. Amenorrhö, Galaktorrhö, Gynäkomastie), wurden bei

insgesamt 2% der Prüfungsteilnehmer berichtet. Die höchsten mittleren Anstiege der Serum-

Prolaktinkonzentration zeigten sich im Allgemeinen am 15. Behandlungstag; sie lagen jedoch zum

Ende der Studie noch immer über den Ausgangswerten.

Klasseneffekte

QT-Verlängerungen, ventrikuläre Arrhythmien (ventrikuläres Flimmern, ventrikuläre Tachykardien),

plötzliche und unerwartete Todesfälle, Herzstillstand und Torsade de pointes können unter der

Behandlung mit Antipsychotika auftreten. Es wurden Fälle von venöser Thromboembolie,

einschliesslich Fälle von Lungenembolie und tiefer Beinvenenthrombose, unter der Behandlung mit

Antipsychotika berichtet (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Das Sicherheitsprofil von Risperidon kann

relevant sein.

Überdosierung

Symptome: Im Allgemeinen resultieren die zu erwartenden Symptome einer Überdosierung aus einer

Verstärkung der bekannten pharmakologischen Wirkungen von Paliperidon (d.h. Benommenheit und

Sedierung, Tachykardie und Hypotonie, QT-Verlängerung sowie extrapyramidale Symptome).

Torsades de pointes und Kammerflimmern wurden bei Überdosierungen mit oralem Paliperidon

berichtet. Im Fall einer akuten Überdosierung sollte an die Möglichkeit einer Intoxikation mit

mehreren Arzneimitteln gedacht werden.

Behandlung: Bei der Beurteilung des Behandlungsbedarfs und der Wiederherstellung sollte

berücksichtigt werden, dass es sich um eine Tablettenformulierung mit retardierter Freisetzung

handelt. Es gibt kein spezifisches Antidot für Paliperidon. Es sollten allgemeine unterstützende

Massnahmen durchgeführt werden. Die Atemwege sind freizumachen und offenzuhalten, eine

ausreichende Oxygenierung und Beatmung sind sicherzustellen. Ein Monitoring der Herz-Kreislauf-

Funktion einschliesslich einer kontinuierlichen EKG-Ableitung zur Überwachung etwaiger

Arrhythmien ist sofort einzuleiten. Hypotonie und Herz-Kreislauf-Versagen sind mit geeigneten

Massnahmen wie intravenöser Flüssigkeitszufuhr und/oder Gabe von Sympathomimetika zu

behandeln. Die Gabe von Aktivkohle zusammen mit einem Laxans sollten erwogen werden. Bei

schweren extrapyramidalmotorischen Symptomen sollten Anticholinergika zum Einsatz kommen.

Die engmaschige Überwachung sollte so lange fortgeführt werden, bis sich der Patient erholt hat.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AX13

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, sonstige Antipsychotika.

Invega enthält eine razemische Mischung aus (+)- und (–)-Paliperidon.

Wirkmechanismus

Paliperidon, der Wirkstoff in Invega, ist eine psychotrope Substanz, die zu der chemischen Klasse

der Benzisoxazolderivate zählt (atypisches neuroleptisches Antipsychotikum). Invega enthält ein

razemisches Gemisch von (+)- und (-)Paliperidon.

Bei Paliperidon handelt es sich um einen zentral wirkenden Dopamin-D2-Antagonisten mit einer

ausgeprägten antagonistischen Aktivität am serotonergen 5HT2A-Rezeptor. Paliperidon besitzt

ausserdem antagonistische Wirkungen auf α1- und α2-adrenerge Rezeptoren sowie auf H1-

histaminerge Rezeptoren. Die Substanz besitzt keine Affinität zu cholinergen Muskarin- oder β1-

und β2-adrenergen Rezeptoren. Die pharmakologische Aktivität der (+)- und (–)-Enantiomere von

Paliperidon ist qualitativ und quantitativ vergleichbar.

Der Wirkmechanismus von Paliperidon ist wie auch bei anderen in der Schizophreniebehandlung

wirksamen Arzneimitteln unbekannt. Es wurde jedoch postuliert, dass die therapeutische Wirkung

des Arzneimittels bei Schizophrenie über eine Kombination des Dopamin-Typ-2-(D2-) und

Serotonin-Typ-2-(5HT2A-)Rezeptor-Antagonismus vermittelt sein könnte. Für manche der sonstigen

Wirkungen von Paliperidon könnten antagonistische Effekte auf andere Rezeptoren als D2 und

5HT2A verantwortlich sein.

Klinische Wirksamkeit

Schizophrenie

Die Wirksamkeit von Invega wurde in drei multizentrischen, Plazebo-kontrollierten, doppelblinden,

6-wöchigen Studien an Prüfungsteilnehmern, welche die DSM-IV-Kriterien für Schizophrenie

erfüllten, nachgewiesen. Die Dosierungen von Invega, die über die drei Studien hinweg variierten,

reichten von 3 bis 15 mg einmal täglich. Primärer Endpunkt in Bezug auf die Wirksamkeit war die

Abnahme der Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS-Skala)-Werte, wie die nachfolgende

Tabelle zeigt. Am Tag 4 war bei allen untersuchten Dosierungen von Invega ein Unterschied zu

Plazebo erkennbar (p <0,05). Als sekundäre Endpunkte waren die Personal and Social Performance

(PSP)-Skala sowie die Clinical Global Impression Severity (CGI-S)-Skala vorgegeben. In allen drei

Studien war Ingeva in Bezug auf PSP und CGI-S dem Plazebo überlegen.

Gesamt-Bewertung nach PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale for Schizophrenia) –

Veränderung vom Ausgangswert bis zum Endpunkt – LOCF für die Studien R076477-SCH-303,

R076477-SCH-304 und R076477-SCH-305: Population für die Intent-to-Treat-Analyse.

Plazebo

3 mg

6 mg

9 mg

12 mg

R076477-SCH-303

(N= 126)

(N= 123)

(N= 122)

(N= 129)

Mittlerer Baseline-Wert

(SD)

94,1 (10,74)

94,3 (10,48)

93,2 (11,90)

94,6 (10,98)

Mittlere Veränderung (SD)

-4,1 (23,16)

-17,9 (22,23) -17,2 (20,23) -23,3 (20,12)

P-Wert (vs. Plazebo)

<0,001

<0,001

<0,001

Diff. der Mittelwerte

d. kleinsten Quadrate (SE)

-13,7 (2,63)

-13,5 (2,63)

-18,9 (2,60)

R076477-SCH-304

(N= 105)

(N= 111)

(N= 111)

Mittlerer Baseline-Wert

(SD)

93,6 (11,71)

92,3 (11,96)

94,1 (11,42)

Mittlere Veränderung (SD)

-8,0 (21,48)

-15,7 (18,89)

-17,5 (19,83)

P-Wert (vs. Plazebo)

0,006

<0,001

Diff. der Mittelwerte

d. kleinsten Quadrate (SE)

-7,0 (2,36)

-8,5 (2,35)

R076477-SCH-305

(N= 120)

(N= 123)

(N= 123)

Mittlerer Baseline-Wert

(SD)

93,9 (12,66) 91,6 (12,19)

93,9 (13,20)

Mittlere Veränderung (SD)

-2,8 (20,89)

-15,0 (19,61)

-16,3 (21,81)

P-Wert (vs. Plazebo)

<0,001

<0,001

Diff. der Mittelwerte

d. kleinsten Quadrate (SE)

-11,6 (2,35)

-12,9 (2,34)

Anmerkung: Eine negative Veränderung der Score-Werte bedeutet eine Besserung. In allen 3 Studien

wurde eine aktive Kontrolle (Olanzapin in einer Dosierung von 10 mg) eingesetzt. LOCF = last

observation carried forward. Die 1–7 Version des PANSS wurde verwendet. In der Studie R076477-

SCH-305 wurde auch eine Dosierung von 15 mg eingesetzt, jedoch werden die Ergebnisse für diese

Dosierung hier nicht dargestellt, da diese über der empfohlenen Tageshöchstdosis von 12 mg liegt.

In einer Langzeitstudie zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirkung war Invega im Vergleich zu

Plazebo signifikant besser wirksam in Bezug auf die Symptomkontrolle und die Verzögerung von

Schizophrenie-Rückfällen. Nach 6-wöchiger Behandlung einer akuten Episode und weiteren 8

Wochen der Stabilisierung mit Invega (Dosierung zwischen 3 und 15 mg einmal täglich) wurden die

Patienten im Doppelblindverfahren randomisiert, um entweder weiterhin mit Invega oder mit

Plazebo behandelt zu werden, bis ein Rückfall der Schizophrenie-Symptome bei ihnen auftrat. Die

Studie wurde vorzeitig beendet, da in Bezug auf die Wirksamkeit bei den mit Invega behandelten

Patienten eine signifikant längere Zeitdauer bis zum Rezidiv erkennbar war als bei Plazebo (p=

0,0053).

Pharmakokinetik

Nach Anwendung von Invega zeigt die Pharmakokinetik von Paliperidon innerhalb der empfohlenen

klinischen Dosisspanne (zwischen 3 und 12 mg) ein dosisproportionales Verhalten.

Absorption

Nach Applikation einer Einzeldosis Invega steigen die Paliperidon-Konzentrationen im Plasma stetig

an, bis etwa 24 Stunden nach Gabe Plasmahöchstkonzentrationen (Cmax) erreicht werden. Bei

einmal täglicher Anwendung von Invega stellen sich bei den meisten Patienten innerhalb von 4–5

Behandlungstagen Steady-State-Konzentrationen ein.

Im Gegensatz zu Risperidon mit sofortiger Freisetzung ist Invega aufgrund seiner spezifischen

Freisetzungseigenschaften mit nur minimalen Schwankungen zwischen Höchst- und

Mindestkonzentrationen verbunden. In einer Studie zum Vergleich der Steady-State-

Pharmakokinetik nach einmal täglicher Anwendung von 12 mg Paliperidon (als Tablette mit

retardierter Freisetzung) bzw. von 4 mg Risperidon (sofortige Freisetzung) bei schizophrenen

Probanden lag der Schwankungsindex im Fall von Paliperidon mit modifizierter Freisetzung bei

38%, verglichen mit 125% im Fall von Risperidon mit sofortiger Freisetzung (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Steady-State-Konzentrationsprofil nach Verabreichung von 12 mg Paliperidon in Form

von 6 Tabletten mit retardierter Freisetzung zu 2 mg einmal täglich über 6Tage (dargestellt sind die

Konzentrationen von Paliperidon) im Vergleich zur Gabe von Risperidon mit sofortiger Freisetzung,

verabreicht mit einer Dosis von 2 mg einmal täglich an Tag 1 und 4 mg einmal täglich an den Tagen

2 bis 6 (dargestellt sind die Konzentrationen von Paliperidon + Risperidon).

Nach Anwendung von Invega kommt es zu einer Interkonversion der (+)- und (–)-Enantiomere von

Paliperidon, wobei im Steady-State ein AUC(+)/(–)-Verhältnis von ungefähr 1,6 erreicht wird. Nach

Verabreichung von Invega liegt die absolute orale Bioverfügbarkeit von Paliperidon bei 28%.

Bei Einnahme von Paliperidon-Retardtabletten mit einer standardisierten Mahlzeit mit hohem Fett-

und Kaloriengehalt liegen die Cmax- und AUC-Werte für Paliperidon im Vergleich zur Einnahme

auf nüchternen Magen um bis zu 50–60% höher.

In den klinischen Studien zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von Invega wurde der

Einfluss durch die Nahrungsaufnahme nicht berücksichtigt (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Verteilung

Paliperidon wird rasch verteilt. Das scheinbare Distributionsvolumen liegt bei 487 l. Die

Plasmaproteinbindung von Paliperidon beträgt 74%. Der Wirkstoff bindet vorwiegend an α1-saures

Glykoprotein und Albumin.

Biotransformation und Elimination

Eine Woche nach Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 1 mg 14C-markiertem Paliperidon mit

sofortiger Freisetzung wurden 59% der Dosis unverändert über den Urin ausgeschieden. Dies deutet

darauf hin, dass Paliperidon in der Leber nicht extensiv metabolisiert wird. Ungefähr 80% der

verabreichten Radioaktivität wurden im Urin wiedergefunden, 11% in den Fäzes. In vivo wurden

vier Stoffwechselwege identifiziert, von denen keiner für mehr als 6,5% der Dosis verantwortlich

war: Dealkylierung, Hydroxylierung, Dehydrogenierung und Benzisoxazol-Spaltung. Obwohl In-

vitro-Versuche für eine Beteiligung von CYP2D6 und CYP3A4 an der Metabolisierung von

Paliperidon sprechen, deutet in vivo nichts darauf hin, dass diese Isoenzyme bei der

Verstoffwechslung von Paliperidon eine bedeutende Rolle spielen. Obwohl hinsichtlich der Fähigkeit

zur Metabolisierung von CYP2D6-Substraten in der Allgemeinbevölkerung starke Unterschiede

bestehen, haben Analysen der Populationspharmakokinetik mit Blick auf die scheinbare Clearance

von Paliperidon nach Anwendung von Invega keine deutlichen Unterschiede zwischen schnellen

Metabolisierern (extensive metabolisers) und langsamen Metabolisierern (poor metabolisers) von

CYP2D6-Substraten ergeben. In-vitro-Untersuchungen mit Mikrosomenpräparationen heterologer

Systeme haben gezeigt, dass CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A5 nicht an der

Metabolisierung von Paliperidon beteiligt sind. Die terminale Eliminationshalbwertszeit von

Paliperidon liegt bei rund 23 Stunden.

Leberfunktionsstörung

Paliperidon wird nicht extensiv in der Leber metabolisiert. In einer Studie an Prüfungsteilnehmern

mit mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) waren die

Plasmakonzentrationen von freiem Paliperidon ähnlich denen gesunder Prüfungsteilnehmer. Zu

Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child- Pugh-Klasse C) liegen keine

Erkenntnisse vor.

Nierenfunktionsstörung

Die Elimination von Paliperidon nahm mit abnehmender Nierenfunktion ab. Die Gesamt-Clearance

von Paliperidon war bei Prüfungsteilnehmern mit eingeschränkter Nierenfunktion um 32% bei

leichter Einschränkung der Nierenfunktion (CrCl = 50 bis <80 ml/min), um 64% bei mässiger (CrCl

= 30 bis <50 ml/min) und um 71% bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (CrCl = 10 bis

<30 ml/min) verringert. Die mittlere terminale Eliminationshalbwertzeit von Paliperidon betrug bei

Prüfungsteilnehmern mit leichter, mässiger und schwerer Einschränkung der Nierenfunktion jeweils

24, 40 bzw. 51 Stunden, im Vergleich zu 23 Stunden bei Prüfungsteilnehmern mit normaler

Nierenfunktion (CrCl ≥80 ml/min).

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung auf Grundlage des Alters wird nicht empfohlen. Daten aus einer

Pharmakokinetik-Studie an älteren Patienten (≥65 Jahre, n= 26) haben ergeben, dass die scheinbare

Steady-State-Clearance von Paliperidon nach Gabe von Invega gegenüber einer Anwendung bei

erwachsenen Probanden (18–45 Jahre, n= 28) um 20% vermindert war. Allerdings liess sich in der

Untersuchung der Populationspharmakokinetik an Schizophrenie-Patienten nach Adjustierung für die

altersbedingte Verminderung der CrCl kein erkennbarer Alterseffekt nachweisen.

Ethnische Zugehörigkeit

In der populationspharmakokinetischen Analyse ergaben sich keine Anzeichen für ethnische

Unterschiede in der Pharmakokinetik von Paliperidon nach Anwendung von Invega. Die apparente

Clearance von Paliperidon nach der Gabe von Invega lag bei dunkelhäutigen Personen um annähernd

38% niedriger als bei Personen anderer ethnischer Herkunft. Dieser Unterschied hat vermutlich keine

klinische Relevanz. Die Dosisempfehlung für Invega gilt unabhängig von der ethnischen Herkunft

des Patienten, da Dosisanpassungen nach Behandlungsbeginn auf der Basis klinischer Untersuchung

erfolgen sollten.

In einer Studie mit Japanern und Kaukasiern wurden keine Unterschiede in der Phamakokinetik

beobachtet.

Geschlecht

Nach Anwendung von Invega ist die scheinbare Clearance von Paliperidon bei Frauen um etwa 19%

geringer als bei Männern. Diese Abweichung lässt sich grösstenteils durch die

geschlechtsspezifischen Unterschiede in der fettfreien Körpermasse und Kreatinin-Clearance

erklären.

Raucherstatus

Aus In-vitro-Studien mit Enzymen der menschlichen Leber geht hervor, dass Paliperidon kein

Substrat von CYP1A2 ist; Rauchen sollte daher keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von

Paliperidon haben. Eine populationspharmakokinetische Auswertung zeigte eine leicht niedrigere

Exposition mit Paliperidon bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern. Der Unterschied ist jedoch

vermutlich nicht von klinischer Relevanz.

Präklinische Daten

Toxikologie

Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe haben gezeigt, dass Paliperidon, wie auch andere

Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonisten, eine Erhöhung der Prolaktinkonzentrationen im Serum

herbeiführt.

Kanzerogenität

Die Bewertung des kanzerogenen Potentials von Paliperidon, dem aktiven Metaboliten von

Risperidon, erfolgte auf Grundlage von Studien mit Risperidon an Mäusen und Ratten. Mäuse

wurden über einen Zeitraum von 18 Monaten, Ratten über einen Zeitraum von 25 Monaten mit

Risperidon in Dosen von bis zu 10 mg/kg/Tag behandelt. Es wurde eine statistisch signifikante

Zunahme von Hypophysenadenomen, Adenomen des endokrinen Pankreas sowie Adenokarzinomen

der Brustdrüse beobachtet. Bei Nagern wurde nach chronischer Applikation von anderen

Antipsychotika ein Anstieg von Tumoren der Brust, Hypophyse und des endokrinen Pankreas

verzeichnet, wobei davon ausgegangen wird, dass dieser Anstieg über den dauerhaften Dopamin-D2-

Antagonismus vermittelt wurde. Die Relevanz dieser Tumorbefunde bei Nagern für das Risiko beim

Menschen ist unbekannt.

Mutagenität

Im Ames-Rückmutationstest, Mauslymphomassay sowie im Rattenmikrokerntest ergaben sich keine

Hinweise auf ein mutagenes Potential von Paliperidon.

Reproduktionstoxizität

Toxische Effekte bei den Muttertieren wurden sowohl bei der Ratte wie auch beim Kaninchen

beobachtet. Der NOAEL für die Muttertiere lag bei der Ratte bei 0,63 mg/kg und beim Kaninchen

bei 0,31 mg/kg. Im Vergleich der AUC-Werte beim Menschen (896 ng × h/ml) bei einer maximalen

Dosis von 12 mg/Tag, lag die Exposition bei der Ratte mit 804 ng × h/ml unter der Exposition in der

Klinik, diejenige beim Kaninchen mit 8827 ng × h/ml um Faktor 10 höher. Der embryofötale

NOAEL lag bei der Ratte mit 10 mg/kg und beim Kaninchen mit 1,25 mg/kg höher als für die

maternale Toxizität. Expositionsdaten für die Föten liegen nicht vor; die Exposition (AUC-Werte)

der Muttertiere lag um Faktor 19–22 über der Exposition in der Klinik.

Wenngleich eine Behandlung mit Paliperidon zu Prolaktin- und ZNS-vermittelten Effekten führte,

waren keine Auswirkungen auf die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten zu beobachten. Unter

einer maternaltoxischen Dosis war die Anzahl lebender Embryonen bei weiblichen Ratten etwas

vermindert.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Bitte aufgedrucktes Verfalldatum beachten.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

57961 (Swissmedic).

Packungen

Durchdrückpackungen:

Invega Retardtabletten zu 3 mg: 28 [B]

Invega Retardtabletten zu 3 mg: 56* [B]

Invega Retardtabletten zu 6 mg: 28 [B]

Invega Retardtabletten zu 6 mg: 56* [B]

Invega Retardtabeletten zu 9 mg: 28 [B]

Invega Retardtabletten zu 9 mg: 56* [B]

* zurzeit nicht im Handel

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Juni 2018.

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