Insulin NovoNordisk Levemir 100 E/ml Penfill Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
insulinum detemirum
Verfügbar ab:
Novo Nordisk Pharma AG
ATC-Code:
A10AE05
INN (Internationale Bezeichnung):
insulinum detemirum
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
insulinum detemirum 100 U., natrii chloridum, Zink, glycerolum, natrii phosphates oder, conserv.: metacresolum 2.06 mg, phenolum 1.8 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Diabetes mellitus
Zulassungsnummer:
56370
Berechtigungsdatum:
2003-11-10

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Levemir® Penfill®

Novo Nordisk Pharma AG

Was ist Levemir Penfill und wann wird es angewendet?

Levemir ist ein modernes Insulin (Insulin-Analogon) mit langer Wirkdauer (bis zu 24 Std.). Levemir

wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung des Diabetes mellitus

(Zuckerkrankheit) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren eingesetzt. Diabetes

mellitus ist eine Krankheit, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert, um

den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Zur Senkung des erhöhten Blutzuckers ist deshalb zusätzliches

Insulin nötig.

Levemir kann mit Blutzucker senkenden Arzneimitteln zum Einnehmen (orale Antidiabetika) oder

mit einem rasch wirkenden Insulin zu den Mahlzeiten kombiniert werden.

Levemir kann zusätzlich zu Victoza®, ein Glucagon-ähnliches Peptid 1 (GLP-1) Rezeptor Agonist,

zur Behandlung von Typ 2 Diabetes mellitus, verschrieben werden, wenn der Blutzuckerspiegel mit

Victoza und Metformin nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Was sollte dazu beachtet werden?

Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin bzw. Ihres Diabetesberatungsteams

bezüglich Insulintyp, Dosierung, Zeitpunkt der Verabreichung, Blutzuckerkontrolle, Ernährung und

körperlicher Betätigung, um eine optimale Regulierung des Blutzuckerspiegels sicherzustellen.

Wann darf Levemir Penfill nicht angewendet werden?

·Wenn Sie allergisch (überempfindlich) auf Insulin Detemir oder auf einen der anderen Bestandteile

von Levemir sind (siehe unter «Was ist in Levemir Penfill enthalten?»);

Wann ist bei der Anwendung von Levemir Penfill Vorsicht geboten?

Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Beim mit Insulin behandelten Zuckerkranken besteht grundsätzlich das Risiko einer Unterzuckerung,

dies besonders bei unregelmässigen Injektionen, bei unregelmässiger Nahrungsaufnahme (z.B.

Auslassen einer Mahlzeit), nach Erbrechen und/oder Durchfall, bei aussergewöhnlicher körperlicher

Aktivität, bei stark schwankenden oder im Durchschnitt tiefen Blutzuckerwerten sowie zu Beginn

der Behandlung.

In gewissen Situationen, so u.a. auch beim Wechsel auf ein anderes Präparat, können die

Warnsymptome einer Unterzuckerung abgeschwächt sein, sodass diese überraschend auftreten kann;

siehe unter «Welche Nebenwirkungen kann Levemir Penfill haben?».

Um einer Unterzuckerung vorbeugen zu können, sollten Sie immer Trauben- oder Würfelzucker o.ä.

(keine Zuckerersatzstoffe) mit sich tragen und bei ersten Anzeichen einnehmen.

Überzuckerung (Hyperglykämie)

Beim Diabetiker besteht grundsätzlich auch die Gefahr einer Überzuckerung. Diese kann auftreten,

·Wenn Sie vergessen, Ihr Insulin anzuwenden.

·Wenn Sie sich wiederholt weniger Insulin als Sie brauchen verabreichen.

·Wenn Sie eine Infektion oder Fieber bekommen.

·Wenn Sie mehr als üblich essen.

·Wenn Sie weniger körperliche Bewegung als üblich haben.

Die Warnzeichen treten allmählich auf. Sie beinhalten: verstärkter Harndrang, Durst,

Appetitlosigkeit, sich schlecht fühlen (Übelkeit oder Erbrechen), Benommenheit oder Müdigkeit,

gerötete trockene Haut, Mundtrockenheit und fruchtig (nach Aceton) riechender Atem.

Wenn Sie eines dieser Warnzeichen bemerken, messen Sie Ihren Blutzucker und untersuchen Sie,

wenn möglich, Ihren Urin auf Ketone, dann fragen Sie unverzüglich um ärztlichen Rat.

Dies könnten Anzeichen eines sehr ernsten Zustandes, diabetische Ketoazidose genannt, sein.

Unbehandelt kann dieser Zustand in einem diabetischen Koma oder mit dem Tod enden.

Wenn Sie aufhören, sich Ihr Insulin zu verabreichen

Dies kann zu einer schweren Hyperglykämie (sehr hoher Blutzucker) und Ketoazidose führen

(Bildung von Säure im Blut, da der Körper anstelle von Zucker Fett abbaut). Hören Sie nie auf, Ihr

Insulin zu nehmen ohne mit einem Arzt bzw. einer Ärztin zu sprechen. Diese werden Ihnen sagen,

was notwendig ist.

Wenn Sie Autofahren oder Maschinen bedienen

Wenn Ihr Blutzucker zu tief oder zu hoch ist, kann Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit

beeinträchtigt sein und somit auch Ihre Fähigkeit, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

Denken Sie daran, dass Sie sich oder andere gefährden können. Bitte fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, ob Sie Auto fahren können,

·wenn Sie oft Unterzuckerungen haben.

·wenn es für Sie schwierig ist, Unterzuckerungen zu erkennen.

·wenn Sie früher schwere Hypoglykämien durchgemacht haben.

Seien Sie besonders vorsichtig,

·wenn Sie Funktionsstörungen der Nieren, der Leber, der Nebennieren, der Hirnanhangs- oder der

Schilddrüse haben.

·wenn Sie sich körperlich mehr als üblich bewegen oder wenn Sie Ihre übliche Ernährung ändern

wollen. Dies kann Ihren Blutzucker beeinflussen.

·wenn Sie krank sind (insbesondere bei Durchfall und Erbrechen sowie bei Infektionskrankheiten).

Nehmen Sie weiterhin Ihr Insulin und kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

·wenn Sie ins Ausland reisen. Reisen in andere Zeitzonen kann Ihren Insulinbedarf und die Zeit der

Injektionen beeinflussen. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine solche Reise

planen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder gleichzeitig andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte)

einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa!). Dies ist wichtig, weil diese die Wirkung von

Insulin und/oder den Blutzuckerspiegel beeinflussen können. In diesem Fall kann es notwendig sein,

die verabreichte Insulinmenge entsprechend anzupassen, um zu niedrige oder zu hohe

Blutzuckerspiegel zu vermeiden. Berücksichtigen Sie dies nicht nur dann, wenn Sie ein neues

Arzneimittel einnehmen, sondern auch, wenn Sie es wieder absetzen. Die nachfolgende Liste

erwähnt Beispiele von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Ihr Arzt oder Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin ist im Besitz einer ausführlichen Liste.

Zu den Arzneimitteln, die den Blutzucker senken können, zählen u.a. gewisse Arzneimittel zur

Behandlung des Bluthochdrucks, von Infektionskrankheiten, von Depression und von

Fieber/Schmerzen (Aspirin). Alkohol kann eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) gefährlich

verstärken. β-Blocker können die Anzeichen einer Hypoglykämie abschwächen oder maskieren.

Zu den Arzneimitteln, die den Blutzucker erhöhen können, zählen u.a. orale Kontrazeptiva,

Kortikosteroide, gewisse Aids-, Asthma- oder Allergiebehandlungen sowie gewisse Neuroleptika

und Diuretika.

Marihuana-Konsum kann auch einen erhöhten Blutzucker verursachen (andere illegale Substanzen

wurden nicht getestet).

Wenn Sie Alkohol trinken, kann sich Ihr Insulinbedarf ändern, da Ihr Blutzucker entweder ansteigt

oder sinkt. Eine sorgfältige Überwachung ist ratsam.

Mit einigen Arzneimitteln kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen.

Pioglitazon (orales Antidiabetikum zur Behandlung von Typ 2 Diabetes mellitus)

Einige Patienten mit bereits seit langem bestehendem Typ 2 Diabetes mellitus und Herzerkrankung

oder Schlaganfall, die mit Pioglitazon und Insulin behandelt wurden, entwickelten eine

Herzinsuffizienz. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin so schnell wie möglich, wenn bei

Ihnen Symptome einer Herzinsuffizienz wie ungewöhnliche Kurzatmigkeit oder eine schnelle

Gewichtszunahme oder lokale Schwellungen (Ödeme) auftreten.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in der Apotheke ein Heilmittel kaufen. Denken Sie daran, dass

Interaktionen mit anderen Heilmitteln nicht immer voraussagbar sind und dass Blutzuckermessungen

häufig stattfinden sollten.

Es existieren keine klinischen Erfahrungen bei Kindern unter 2 Jahren.

Wie bei allen Insulinen soll bei älteren Patienten und bei Patienten mit einer Nieren- oder

Leberfunktionsstörung die Blutzuckerüberwachung intensiviert und die Levemir Dosierung

individuell angepasst werden.

Sie sollten Ihren Diabetikerausweis immer mit sich tragen und Ihre Umgebung über Ihre

Zuckerkrankheit informieren (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Levemir Penfill haben?»).

Bitte kontrollieren Sie vor der Anwendung immer die Insulin-Etikette, um Verwechslungen

zwischen Levemir und anderen Insulin-Arzneimitteln zu vermeiden.

Darf Levemir Penfill während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

·Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen: Fragen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin um Rat.

·Es kann sein, dass Ihre Insulindosis während der Schwangerschaft und nach der Entbindung

angepasst werden muss. Eine sorgfältige Einstellung Ihres Diabetes und Vorbeugung von

Hypoglykämien sind, auch für die Gesundheit des Babys, wichtig.

·Wenn Sie stillen, kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da Sie eventuell Ihre Insulin Dosis

anpassen müssen.

Wie verwenden Sie Levemir Penfill?

Dosierung

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und mit Ihrer Diabetesberaterin über Ihren

Insulinbedarf. Die Dosierung und den Zeitpunkt der Injektion bestimmt der behandelnde Arzt bzw.

die behandelnde Ärztin aufgrund Ihrer individuellen Stoffwechsellage und Ihrer Lebensweise.

Ändern Sie Ihr Insulin nur auf Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Vergewissern Sie sich,

dass Sie das Insulin erhalten, das Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschrieben hat, und befolgen Sie

ihre Ratschläge sorgfältig. Diese Packungsbeilage ist nur ein allgemeiner Leitfaden.

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie von einer Insulinart oder -marke auf eine andere umgestellt hat,

muss möglicherweise Ihre Dosis durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin angepasst werden.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und

nach entsprechender Instruktion erfolgen.

Wird Levemir in Kombination mit einem oralen Antidiabetikum verwendet, soll Levemir einmal

täglich angewendet werden. Wird Levemir als Teil einer Basis-Bolus-Therapie verwendet, soll

Levemir ein- bis zweimal täglich, je nach Bedarf des Patienten, angewendet werden. Die Dosis von

Levemir soll individuell angepasst werden. Bei Patienten, die zur Optimierung der

Blutzuckereinstellung Levemir zweimal täglich verwenden, kann die Abenddosis am Abend oder vor

dem Zubettgehen erfolgen.

Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Anwendungshinweise

Vor der Verwendung von Levemir Penfill:

·Überprüfen Sie anhand der Etikette, ob Sie das richtige Insulin verwenden.

·Überprüfen Sie immer die Patrone, einschliesslich des Gummikolbens (Stopfen). Verwenden Sie sie

nicht, wenn irgendeine Beschädigung zu sehen ist oder wenn ein Spalt zwischen dem Gummikolben

und dem weissen Band sichtbar ist.

·Desinfizieren Sie die Gummimembran mit einem medizinischen Tupfer.

·Verwenden Sie für jede Injektion immer eine neue Nadel, um eine Kontamination zu vermeiden.

Injizieren des Insulins

·Levemir Penfill wird unter die Haut (subkutan) gespritzt. Injizieren Sie Ihr Insulin niemals direkt in

eine Vene oder einen Muskel (intramuskulär).

·Wechseln Sie innerhalb der gewählten Körperregion immer die Injektionsstelle. Dies kann das

Risiko der Bildung von Verdickungen oder Vertiefung der Haut vermindern (siehe «Welche

Nebenwirkungen kann Levemir Penfill haben?»). Die besten Stellen zur Injektion sind die

Vorderseite Ihrer Oberschenkel, Ihre Bauchdecke (Abdomen) oder Ihre Oberarme. Sie sollten Ihren

Blutzucker regelmässig messen.

·Injizieren Sie das Insulin unter die Haut. Verwenden Sie die von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin bzw.

vom Diabetesberatungsteam empfohlene Injektionstechnik, die auch in der Bedienungsanleitung

Ihres Injektionssystems beschrieben ist.

·Lassen Sie die Nadel mindestens 6 Sekunden unter Ihrer Haut, um sicherzustellen, dass die

vollständige Dosis injiziert wurde.

Achten Sie darauf, nach der Injektion die Nadel zu entfernen und zu entsorgen. Bewahren Sie

Levemir Penfill ohne aufgeschraubte Nadel auf. Andernfalls kann Flüssigkeit austreten, was eine

ungenaue Dosierung verursachen kann.

Füllen Sie die Penfill Patrone nicht auf.

Levemir Penfill Patronen sind zur Verwendung mit Novo Nordisk Insulin Injektionssystemen und

NovoFine Nadeln vorgesehen.

Falls Sie mit Levemir Penfill und einem anderen Insulin in Penfill Patronen behandelt werden,

müssen Sie zwei Injektionssysteme verwenden, je eins für jede Insulinart.

·Um eine mögliche Übertragung von Krankheiten zu verhindern, darf Levemir Penfill jeweils nur

von einer einzigen Person benutzt werden.

·Lassen Sie vor jeder Injektion Luft entweichen, bis ein Insulintropfen an der Nadelspitze erscheint.

·Halten Sie sich zur Insulindosierung nie an die Restmengenanzeige.

Verwenden Sie Levemir Penfill nicht

·in einer Insulinpumpe,

·wenn die Patrone oder der die Patrone enthaltene Pen fallen gelassen, beschädigt oder zerdrückt

wurde,

·wenn das Insulin nicht korrekt aufbewahrt oder gefroren wurde (siehe unter «Was ist ferner zu

beachten?») oder

·wenn das Insulin nicht wasserklar und farblos aussieht.

Welche Nebenwirkungen kann Levemir Penfill haben?

Um Verwechslungen mit anderen Insulinen und den damit verbundenen möglich auftretenden

Nebenwirkungen zu vermeiden, ist immer die Insulin-Etikette vor jeder Anwendung zu überprüfen.

Wie bei allen Medikamenten können bei Levemir Nebenwirkungen auftreten, die aber nicht bei

jedem Patienten auftreten müssen.

Sehr häufig gemeldete Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10)

Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Eine Unterzuckerung kann auftreten:

·Wenn die gewählte Insulindosis zu hoch ist.

·Wenn Sie zu wenig essen oder eine Mahlzeit auslassen.

·Wenn Sie sich mehr als üblich körperlich anstrengen.

Die Warnsymptome einer Unterzuckerung können plötzlich auftreten und beinhalten: kalter

Schweiss, kühle blasse Haut, Kopfweh, starkes Herzschlagen, sich schlecht fühlen, Heisshunger,

vorübergehende Veränderung des Sehens, Benommenheit, abnorme Müdigkeit und Schwäche,

Nervosität oder Zittern, Ängstlichkeit, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen,

Konzentrationsschwierigkeiten.

Die Warnsymptome einer Unterzuckerung können abgeschwächt sein. Dies kann insbesondere nach

der Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, bei lange bestehender Zuckerkrankheit oder bei einem

Präparatewechsel der Fall sein.

Wenn Sie Anzeichen einer Unterzuckerung bemerken, nehmen Sie eine stark zuckerhaltige

Zwischenmahlzeit ein und messen Sie dann den Blutzucker.

Ist Ihr Blutzucker zu niedrig, essen Sie Traubenzucker oder eine zusätzliche stark zuckerhaltige

Zwischenmahlzeit (Süssigkeiten, Kekse, Fruchtsaft) und ruhen Sie sich dann aus.

Tragen Sie deshalb für alle Fälle immer Traubenzucker, Süssigkeiten, Kekse oder Fruchtsaft bei sich.

Wenn die Symptome einer Unterzuckerung verschwunden sind oder wenn sich Ihr Blutzucker

normalisiert hat, führen Sie Ihre Insulinbehandlung wie gewohnt fort.

Informieren Sie Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen darüber, dass Sie Diabetes haben und

welche Konsequenzen damit verbunden sind, insbesondere dass Sie aufgrund einer Unterzuckerung

ohnmächtig werden können.

Informieren Sie diese Personen darüber, dass sie Sie, falls Sie ohnmächtig (bewusstlos) sind, auf die

Seite drehen und unverzüglich ärztliche Hilfe rufen. Man darf Ihnen weder zu essen noch zu trinken

geben. Sie könnten daran ersticken.

Sie können das Bewusstsein schneller wieder erlangen, wenn Ihnen jemand, der zuvor instruiert

worden ist, das Hormon Glucagon injiziert. Wenn Ihnen Glucagon verabreicht wurde, müssen Sie,

sobald Sie bei Bewusstsein sind, einen zuckerhaltigen Snack einnehmen. Falls Sie auf eine Glucagon

Behandlung nicht reagieren, müssen Sie in einem Spital behandelt werden. Kontaktieren Sie Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin nach Anwendung von Glucagon.

Wenn Sie eine Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit durchgemacht haben (mit oder ohne

Anwendung von Glucagon) oder wenn Sie viele Hypoglykämien haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin. Es ist wichtig, den Grund Ihrer Unterzuckerung herauszufinden, um diese zu

vermeiden. Die Menge oder der Zeitpunkt der Insulinverabreichung, das Essen oder die körperlichen

Aktivitäten müssen allenfalls angepasst werden.

Wenn eine anhaltende schwere Unterzuckerung nicht behandelt wird, kann dies zu Hirnschäden

(vorübergehend oder bleibend) und sogar zum Tode führen.

Häufig gemeldete Nebenwirkungen (weniger als 1 von 10)

Reaktionen an der Injektionsstelle: Schmerz, Rötung, Nesselsucht (Quaddeln), Entzündungen, blaue

Flecken, Schwellung und Juckreiz.

Diese Beschwerden verschwinden normalerweise nach einigen Wochen Anwendung Ihres Insulins.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn diese Reaktionen ernsthaft sind oder andauern.

Es kann notwendig sein, die Levemir Behandlung abzubrechen und ein anderes Insulin anzuwenden.

Allergie bei Kindern und Jugendlichen: Wenn Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der

Injektionsstelle nicht verschwinden, auf andere Teile des Körpers übergreifen oder wenn weitere

Symptome wie Schweissausbrüche, Erbrechen, Atembeschwerden, Herzrasen, Schwindel auftreten,

sollten Sie sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen, da diese Zeichen auf eine generalisierte

allergische Reaktion deuten können. Solche Reaktionen sind selten, können aber ernsthafte Folgen

haben.

Gelegentlich gemeldete Nebenwirkungen (weniger als 1 von 100)

Allergie bei Erwachsenen: Wenn Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Injektionsstelle nicht

verschwinden, auf andere Teile des Körpers übergreifen oder wenn weitere Symptome wie

Schweissausbrüche, Erbrechen, Atembeschwerden, Herzrasen, Schwindel auftreten, sollten Sie

sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen, da diese Zeichen auf eine generalisierte allergische

Reaktion gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe von Levemir deuten können. Solche

Reaktionen sind selten, können aber ernsthafte Folgen haben.

Sehstörungen: Wenn Sie mit einer Insulinbehandlung beginnen, können gelegentlich Sehstörungen

auftreten, die aber normalerweise wieder abklingen.

Veränderungen an der Injektionsstelle (Lipodystrophie): Das Unterhautfettgewebe an der

Injektionsstelle kann schrumpfen (Lipatrophie) oder zunehmen (Lipohypertrophie). Wechseln der

Injektionsstelle bei jeder Injektion kann helfen, das Risiko der Bildung von solchen

Hautveränderungen zu vermindern. Falls Sie Vertiefungen oder Verdickungen Ihrer Haut an der

Injektionsstelle bemerken, berichten Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder Diabetesberaterin

darüber, denn diese Reaktionen können sich verschlimmern oder die Aufnahme Ihres Insulins

beeinflussen, wenn Sie in eine solche Stelle injizieren.

Geschwollene Gelenke: Wenn Sie mit einer Insulinbehandlung beginnen, kann eine

Wasseransammlung Schwellungen um Ihre Knöchel und andere Gelenke verursachen. Diese

verschwinden in der Regel bald wieder.

Selten gemeldete Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1000)

Empfindungsstörungen: Rasche Verbesserung des Blutzuckerspiegels kann zu

Empfindungsstörungen in Beinen und Armen führen (Taubheit, Schwäche oder Schmerzen). Diese

Symptome verschwinden in der Regel wieder.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht in Gebrauch befindliche Levemir Penfill sind im Kühlschrank bei 2 °C – 8 °C aufzubewahren,

aber nicht in der Nähe des Kühlelements. Nicht einfrieren.

In Gebrauch befindliche Levemir Penfill und solche die als Ersatz mitgenommen werden, sollen

nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie können bei Raumtemperatur (unter 30 °C) bis zu 6

Wochen mit sich herumgetragen und gebraucht werden.

Lassen Sie die Penfill Patrone zum Schutz vor Licht in der Packung, wenn sie nicht in Gebrauch ist.

Levemir Penfill muss vor übermässiger Hitze und Sonnenlicht geschützt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden. Das Datum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für Kinderhand unerreichbar aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Levemir Penfill enthalten?

Wirkstoff: Levemir Penfill enthält als Wirkstoff Insulin Detemir 100 E/ml.

1 ml Lösung enthält: 100 E Insulin Detemir.

Hilfsstoffe: Glycerol, Zinkacetat, Natriumchlorid, Natriumphosphat, Wasser für Injektionszwecke.

Konservierungsmittel: Phenol 1.80 mg/ml, Metacresol 2.06 mg/ml.

Zulassungsnummer

56370 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Levemir Penfill? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 5 Penfill zu 3 ml (100 E/ml entspricht 300 E pro Penfill).

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Levemir®

Novo Nordisk Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Insulin Detemir 100 E/ml (gentechnisch hergestellt aus rekombinanter DNS in

Saccharomyces cerevisiae).

Hilfsstoffe: Glycerol, Zinkacetat, Natriumchlorid, Natriumphosphat, Wasser für Injektionszwecke 1

ml. Conserv.: Phenol 1,80 mg/ml, Metacresol 2,06 mg/ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Insulin Detemir (Levemir) ist eine klare, farblose, neutrale Injektionslösung. Eine Einheit von Insulin

Detemir enthält 0,142 mg salzfreies, wasserfreies Insulin Detemir. Eine Einheit (E) von Insulin

Detemir entspricht einer I.E. von Humaninsulin.

1 Patrone/Fertigpen zu 3 ml entspricht 300 E.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren sofern eine

Insulinbehandlung notwendig ist.

Dosierung/Anwendung

Levemir ist ein lösliches, lang wirkendes Insulinanalogon zur Anwendung als Basalinsulin.

Levemir kann alleine als Basalinsulin oder in Kombination mit Bolus-Insulin verwendet werden.

Levemir kann auch mit oralen Antidiabetika kombiniert werden. Bei Patienten mit unzureichender

Blutzuckerkontrolle unter Victoza® (ein Glucagon-like Peptide-1 [GLP-1] Rezeptor-Agonist) und

Metformin kann Levemir auch mit Victoza kombiniert werden.

In Kombination mit oralen Antidiabetika und mit GLP-1 Rezeptor-Agonisten wird empfohlen,

Levemir einmal täglich anzuwenden. Die Anfangsdosis beträgt 10 Einheiten oder 0.1–0.2 E/kg. Die

Injektion kann morgens oder abends erfolgen, soll aber jeden Tag um die gleiche Zeit stattfinden.

Die Dosierung von Levemir muss entsprechend dem Bedarf des Patienten individuell angepasst

werden.

In klinischen Studien erfolgte die Dosisanpassung teilweise nach folgendem Algorithmus:

Durchschnittliche Plasmaglukose vor dem

Frühstück

Anpassung der Levemir Dosis

>10,0 mmol/l (180 mg/dl)

+ 8 E

9,1–10,0 mmol/l (163–180 mg/dl)

+ 6 E

8,1–9,0 mmol/l (145–162 mg/dl)

+ 4 E

7,1–8,0 mmol/l (127–144 mg/dl)

+ 2 E

6,1–7,0 mmol/l (109–126 mg/dl)

+ 2 E

Bei einem Einzelwert der Plasmaglukose von

3,1–4,0 mmol/l (56–72 mg/dl)

– 2 E

<3,1 mmol/l (<56 mg/dl)

– 4 E

Als Bestandteil einer Basis-Bolus-Therapie soll Levemir, je nach Bedarf des Patienten, ein- oder

zweimal täglich verabreicht werden. Die Dosierung von Levemir muss individuell angepasst werden.

Bei Patienten, die zur Optimierung der Blutzuckereinstellung eine 2× tägliche Verabreichung

benötigen, kann die Abenddosis abends oder vor dem Zubettgehen verabreicht werden.

Eine Anpassung der Dosierung kann bei verstärkter körperlicher Aktivität, Änderung der

Ernährungsgewohnheiten oder während Begleiterkrankungen notwendig sein.

Umstellung von anderen Insulinpräparaten auf Levemir

Der Wechsel von intermediär oder lang wirkenden Insulinen auf Levemir kann eine Anpassung von

Dosis und Zeitpunkt der Applikation erforderlich machen (siehe unter «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Während des Übergangs und in den ersten Wochen danach wird, wie bei allen Insulinen, eine

engmaschige Blutzuckerkontrolle empfohlen.

Eine begleitende antidiabetische Behandlung muss eventuell angepasst werden (Dosis und Zeitpunkt

des zusätzlichen kurz wirkenden Insulins oder die Dosis oraler Antidiabetika).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei älteren Patienten und bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie bei

Patienten mit Hypoalbuminämie soll, wie bei allen Insulinen, die Kontrolle des Blutzuckers

intensiviert und die Dosierung von Levemir individuell angepasst werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Therapie durch einen pädiatrischen Diabetologen betreut

werden. Insbesondere im frühen Lebensalter steht neben einer Senkung der postprandialen

Blutzuckerspitzen eine Reduktion des Risikos hypoglykämischer Episoden im Vordergrund der

Behandlung. Je nach Alter sind verschiedene Insulinkombinationen empfohlen. Bei Kindern sollten

die Glukosespiegel in kurzen Intervallen (4- bis 6-mal pro Tag) bestimmt werden.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Levemir wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2

bis 17 Jahren in Studien von bis zu 1 Jahr geprüft (siehe unter «Eigenschaften/Wirkungen»).

Bei Kindern von 2 bis 5 Jahren bestehen begrenzte Erfahrungen.

Die Wirksamkeit und Sicherheit wurde bei Kindern unter 2 Jahren nicht untersucht.

Anwendungshinweise

Levemir darf nur subkutan verabreicht werden. Levemir darf nicht intravenös angewendet werden,

da dies zu einer schweren Hypoglykämie führen kann. Eine intramuskuläre Injektion ist ebenfalls zu

vermeiden. Levemir ist nicht zur Anwendung in Insulinpumpen geeignet.

Levemir wird subkutan in den Oberschenkel, in die Bauchdecke oder den Oberarm verabreicht. Die

Einstichstelle sollte bei jeder Injektion innerhalb derselben Körperregion gewechselt werden, um das

Risiko von Lipodystrophien zu vermindern. Die Wirkdauer von Levemir wird, wie bei allen

Insulinen, durch den Injektionsort, die Durchblutung, die Temperatur und das Ausmass der

sportlichen Betätigung beeinflusst.

Levemir Penfill und FlexPen ist eine Packungsbeilage mit detaillierten Anwendungshinweisen

beigefügt, die unbedingt befolgt werden müssen.

Levemir Penfill ist für die Anwendung mit Injektionssystemen von Novo Nordisk und mit

NovoFine®- oder NovoTwist® Injektionsnadeln vorgesehen. Die dem Injektionssystem beiliegende

detaillierte Bedienungsanleitung muss befolgt werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Beim insulinbehandelten Diabetiker besteht grundsätzlich das Risiko leichter oder schwerer

Hypoglykämien. Dies kann die Aufmerksamkeit und insbesondere die Sicherheit beim Autofahren

oder beim Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung,

bei Präparatewechsel, unregelmässigen Injektionen oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme sowie

allgemein bei nicht optimaler Stoffwechseleinstellung, wo es zu starken Blutzuckerschwankungen,

unter anderem auch zu Hypoglykämien, kommen kann. Es muss darauf aufmerksam gemacht

werden, dass Alkoholeinnahme diese Gefährdung zusätzlich erhöht (Hemmung der hepatischen

Glukoneogenese). Ebenso ist bei früher durchgemachten schweren Hypoglykämien das Risiko

grösser, dass sich solche wiederholen. Um einer Hypoglykämie frühzeitig begegnen zu können, ist

der Patient zu instruieren, immer Traubenzucker, Würfelzucker o.ä. mit sich zu führen. Er soll auch

seinen Diabetikerausweis bei sich haben.

Bei Patienten mit deutlich gebesserter Stoffwechsellage (z.B. aufgrund einer intensivierten

Insulintherapie) oder nach Umstellung von tierischem auf humanes Insulin, sowie auch sonst

gelegentlich bei Präparatewechsel, können unter Umständen einige oder sämtliche Warnsymptome

entfallen, mit denen sich eine Hypoglykämie ankündigt. Diese Patienten sind entsprechend

vorzuwarnen (siehe auch unter «Unerwünschte Wirkungen»).

Bei schon lange von Diabetes betroffenen Patienten verschwinden möglicherweise die üblichen

Warnsymptome. β-Blocker können die üblichen Hypoglykämie-Warnsymptome abschwächen bzw.

maskieren. Marihuana-Konsum kann möglicherweise eine Verschlechterung der Glukosetoleranz

bewirken (andere illegale Substanzen wurden nicht getestet; andere Interaktionen s. Rubrik

«Interaktionen»).

Umstellung von anderen Insulinen

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat oder Änderungen des Dosierungsschemas sollen nur

unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und Instruktion erfolgen.

Jede Änderung hinsichtlich Stärke, Marke (Hersteller), Insulintyp, Insulinspezies (tierisches Insulin,

Humaninsulin, Humaninsulin-Analogon) und/oder Herstellungsmethode kann eine Veränderung der

Dosierung erforderlich machen.

So kann auch beim Wechsel auf Levemir eine Anpassung der Dosis gegenüber dem bisherigen

Insulin erforderlich sein.

Falls beim Wechsel auf Levemir eine Dosisanpassung erforderlich ist, kann diese bei der ersten

Dosis oder in den ersten Wochen oder Monaten nach der Umstellung notwendig sein.

Hyperglykämisches/Ketoazidotisches Koma

Eine nicht ausreichende Dosierung oder Unterbrechung der Behandlung kann, speziell beim Typ-1-

Diabetiker, zu Hyperglykämie und diabetischer Ketoazidose führen. Dies entwickelt sich als Folge

eines überhöhten Blutzuckers langsam über Stunden und Tage. Erste Anzeichen können Durst,

grosse Urinmengen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen,

Mundtrockenheit, gerötete trockene Haut, Plasmaglukose über 20 mmol/l sowie hohe Glukose- und

(meist) Acetonwerte im Urin sein. Als Ursachen kommen in Frage: Diätfehler, Auslassen resp.

Verringern von Insulininjektionen oder erhöhter Insulinbedarf wegen Infektionen oder anderer

Krankheiten. Der Patient soll angewiesen werden, bei den ersten Anzeichen einer Überzuckerung

sofort den Arzt aufzusuchen.

Unbehandelte hypoglykämische und hyperglykämische Reaktionen können zu Bewusstlosigkeit,

Koma oder Tod führen.

Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen und fiebrige Zustände, erhöhen in der Regel den

Insulinbedarf des Patienten.

Wie bei jeder Insulintherapie können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten, wie z.B.

Schmerzen, Rötungen, Hämatome, Juckreiz, Urtikaria, Schwellungen und Entzündungen. Das

kontinuierliche Wechseln der Injektionsstelle innerhalb eines bestimmten Bereiches kann dabei

helfen, diese Reaktionen zu reduzieren oder zu vermeiden. Die Reaktionen verschwinden

gewöhnlich nach einigen Tagen oder Wochen. In seltenen Fällen können Reaktionen an der

Injektionsstelle das Absetzen von Levemir erforderlich machen.

Levemir darf nicht intravenös verabreicht werden, da dies zu schweren Hypoglykämien führen kann.

Die Absorption nach intramuskulärer Verabreichung ist rascher und ausgeprägter als bei subkutaner

Verabreichung. Eine intramuskuläre Gabe ist zu vermeiden.

Levemir soll nicht mit anderen Insulinen gemischt werden. Wenn Levemir mit anderen

Insulinpräparaten gemischt wird, kann sich das Wirkprofil einer oder beider beteiligten

Komponenten verändern. Mischen von Levemir mit einem rasch wirkenden Insulinanalogon wie

Insulin Aspart resultiert in einem Wirkprofil mit niedrigerer und verspäteter Maximalwirkung

verglichen mit separater Injektion beider Komponenten.

Levemir darf nicht in Insulinpumpen verwendet werden.

Es existieren nur sehr beschränkte Daten bei Patienten mit Hypoalbuminämie. Bei diesen Patienten

ist eine sorgfältige Überwachung empfehlenswert.

Kombination von Levemir mit Pioglitazon

Es gibt Spontanmeldungen über Herzinsuffizienzereignisse, wenn Pioglitazon in Kombination mit

Insulin, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzinsuffizienz,

verabreicht wurde. Dies sollte beachtet werden, falls eine Behandlung mit der Kombination von

Pioglitazon und Levemir erwogen wird. Falls die Kombination angewendet wird, sollten die

Patienten hinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und

Ödemen beobachtet werden. Pioglitazon muss beim Auftreten jeder Verschlechterung kardialer

Symptome abgesetzt werden.

Bevor der Patient in andere Zeitzonen reist, muss er sich mit seinem Arzt beraten, da dies bedeuten

kann, dass er das Insulin und die Mahlzeiten zu anderen Uhrzeiten anwenden bzw. einnehmen muss.

Vermeidung von versehentlichen Verwechslungen/Medikationsfehlern

Die Patienten müssen angewiesen werden, vor jeder Injektion immer die insulin-Etikette zu

überprüfen, um versehentliche Verwechslungen zwischen Levemir und anderen Insulin-

Arzneimitteln zu vermeiden.

Interaktionen

Der Glukosestoffwechsel wird von einigen Arzneimitteln beeinflusst.

1. Der Insulinbedarf kann vermindert sein in Gegenwart von Substanzen, welche die Insulinwirkung

verbessern (Insulinsensitivität erhöhen), die Insulinsekretion steigern, die hepatische

Gluconeogenese hemmen oder die intestinale Glukoseaufnahme beeinflussen. Bei gleichbleibender

Insulinmenge besteht somit erhöhte Hypoglykämie-Gefahr durch gleichzeitige Einnahme von:

oralen Antidiabetika; Alkohol; ACE-Hemmern (z.B. Captopril und Enalapril); antiarrhythmischen

Substanzen wie Disopyramid; β-Blockern und Clonidin; SSRI (insbesondere Fenfluramine); MAO-

Hemmern; trizyklischen Antidepressiva; Salicylaten und (selten) anderen NSAIDs; Fibraten;

Tetracyclinen; Pentamidin (Hypoglykämie; gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie); Anti-

Malariamitteln (Chinin, Chloroquin, Mefloquin); Sulfonamiden (z.B. Cotrimoxazol); Cimetidin und

Ranitidin.

2. Der Insulinbedarf kann erhöht sein bei gleichzeitiger Einnahme der folgenden Substanzen bzw.

Substanzgruppen:

orale Kontrazeptiva und andere Östrogen- oder Progestagen-Präparate, Kortikosteroide und ACTH;

GH (Somatotropin); Danazol; Schilddrüsenhormone; Sympathikomimetika (vor allem β2-

Sympathikomimetika wie Ritodrin, Salbutamol, Terbutalin, aber auch α-selektive

Sympathikomimetika, sowie nicht selektive wie Epinephrin); Diazoxid; Nikotinsäure und -derivate;

Chlorpromazin (vor allem in hohen Dosen) und andere Phenothiazin-Derivate; Diuretika (z.B.

Thiazid-Diuretika, Indapamid und Furosemid); antiretrovirale Substanzen; Immunsuppressive

Substanzen (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus), atypische Antipsychotika.

3. Bei Anwendung der folgenden Substanzen kann die Insulinwirkung je nach Dosis verstärkt bzw.

abgeschwächt werden:

Lanreotid-, Octreotid-, Salicylsäure-Derivate, Lithium-Salze (selten).

β-Blocker können zu einer Verstärkung der Insulinresistenz, aber auch in gewissen Fällen zu einer

Hypoglykämie führen. Ausserdem können die Hypoglykämie-Warnsymptome abgeschwächt bzw.

maskiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Eine Behandlung mit Levemir während der Schwangerschaft kann in Betracht gezogen werden. Der

Nutzen soll gegenüber einem möglicherweise erhöhten Risko für einen ungünstigen

Schwangerschaftsausgang abgewogen werden.

Eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie mit schwangeren Frauen mit Typ 1 Diabetes

verglich Levemir (n= 152) mit NPH Insulin (n= 158), beide in Kombination mit Insulin Aspart. Die

Ergebnisse zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit von Levemir und NPH Insulin und ein ähnliches

Gesamtsicherheitsprofil während der Schwangerschaft, auf den Schwangerschaftsausgang und auch

bezüglich des Fötus und der Neugeborenen (siehe Kapitel «Eigenschaften/Wirkungen»).

Daten nach Markteinführung von zusätzlichen 250 Schwangerschaftsausgängen bei Frauen, bei

denen Levemir angewendet wurde, deuten nicht auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen von

Insulin Detemir auf die Schwangerschaft und nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine

fötale/neonatale Toxizität von Insulin Detemir hin.

Tierstudien gaben keinen Hinweis auf eine reproduktive Toxizität.

Sowohl Hypoglykämie als auch Hyperglykämie, die bei einer nicht ausreichend kontrollierten

Diabetestherapie auftreten können, erhöhen das Risiko von Missbildungen und Fruchttod in utero.

Daher sollten Frauen, die an Diabetes erkrankt sind und eine Schwangerschaft planen bzw. bereits

schwanger sind, intensiver überwacht werden.

Generell wird Diabetikerinnen, die eine Schwangerschaft planen, während der ganzen

Schwangerschaft eine intensivierte Insulintherapie und Blutzuckerkontrolle empfohlen. Im ersten

Trimenon fällt gewöhnlich der Insulinbedarf, steigt aber anschliessend im Verlauf des zweiten und

dritten Trimenons wieder an. Nach der Entbindung geht der Insulinbedarf normalerweise innerhalb

kurzer Zeit auf Werte wie vor der Schwangerschaft zurück.

In der Milch von Labortieren war Insulin Detemir nachweisbar.

Es ist nicht bekannt, ob Insulin Detemir in die menschliche Muttermilch übergeht. Es werden jedoch

keine metabolischen Auswirkungen von Levemir auf Neugeborene/Säuglinge, die gestillt werden,

vermutet, da Insulin Detemir ein Peptid ist und im menschlichen Gastrointestinaltrakt in

Aminosäuren zerfällt.

Bei stillenden Müttern kann eine Anpassung der Insulindosis und der Ernährung erforderlich sein.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine Hypoglykämie setzt die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eines Patienten herab. Dies

kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z.B. beim Fahren

eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen) ein Risiko darstellen.

Dem Patienten soll geraten werden, Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien

beim Führen von Fahrzeugen zu treffen. Dies ist bei Patienten mit häufigen Hypoglykämie-Episoden

oder verringerter oder fehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen besonders

wichtig. In diesen Fällen sollte überlegt werden, ob das Führen eines Fahrzeuges ratsam ist.

Unerwünschte Wirkungen

Es wurde über Medikationsfehler oder Verwechslungen mit anderen Insulinen berichtet.

Insbesondere wurden versehentlich schnell wirksame Insuline anstelle des Insulins Detemir

verabreicht.

Die beobachteten Nebenwirkungen bei mit Levemir behandelten Patienten sind hauptsächlich

dosisabhängig und werden durch die pharmakologische Wirkung des Insulins verursacht. Der

Gesamtanteil der behandelten Patienten, bei denen mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen zu

rechnen ist, wird auf 12% geschätzt.

Wie bei allen Insulinen ist auch bei Levemir die Hypoglykämie generell die häufigste unerwünschte

Wirkung (häufig bis sehr häufig). Eine solche kann auftreten, wenn die Insulindosis zu hoch im

Vergleich zum Insulinbedarf ist.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass schwere Hypoglykämien, bei denen eine Intervention von

einer Drittperson notwendig ist, häufig bei den mit Levemir behandelten Patienten auftreten.

Während einer Behandlung mit Levemir kommt es häufiger zu Reaktionen an der Injektionsstelle als

bei der Behandlung mit Humaninsulin Präparaten. Zu diesen Reaktionen zählen Schmerzen,

Rötungen, Entzündungen, blaue Flecken, Schwellungen, Urtikaria und Juckreiz. Die meisten dieser

Reaktionen an der Injektionsstelle sind leicht und von vorübergehender Natur und verschwinden

normalerweise im Laufe einer kontinuierlichen Behandlung nach einigen Tagen oder Wochen.

Die unten dargestellten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeiten und Systemorganklassen

aufgeführt. Die Häufigkeiten sind definiert als: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Störungen des Immunsystems

Allergische Reaktionen, Urtikaria, Rötungen und Ausschlag – Erwachsene gelegentlich, Kinder

häufig

In drei klinischen Studien mit Patienten, die eine Kombinationstherapie mit oralen Antidiabetika

erhielten, traten allergische oder potenziell allergische Reaktionen häufig auf (in 2,2% der Patienten).

Derartige Symptome sind möglicherweise auf generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen

zurückzuführen. Weitere Symptome einer generalisierten Überempfindlichkeitsreaktion sind

Juckreiz, Schweissausbrüche, Magenbeschwerden, angioneurotische Ödeme, Atembeschwerden,

Herzklopfen und arterielle Hypertonie. Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen sind potentiell

lebensgefährlich (anaphylaktische Reaktionen).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypoglykämie.

Neurovegetative Zeichen: Schwitzen, Hungergefühle, Blässe, Herzklopfen, Kopfschmerzen.

Neuroglykopenische Zeichen: Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe,

Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit, u.a.), Bewusstseinsstörungen, Koordinations-, Seh- und

Sprachstörungen. Diese können über Benommenheit und Somnolenz bis zum Koma fortschreiten.

Die Hypoglykämie kann auch zu epileptischen Anfällen führen oder als zerebraler Insult, z.B. mit

Hemiparese, Aphasie, positivem Babinskizeichen, imponieren.

Schwere Hypoglykämien können zur Bewusstlosigkeit und/oder Krämpfen mit vorübergehenden

oder dauerhaften Störungen der Gehirnfunktion oder sogar zum Tod führen.

Abgeschwächte/veränderte Warnsymptome

Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte (z.B. bei Mehrfachinjektionen nach dem Basis-

Bolus-Prinzip: Injektion von kurz wirkendem Insulin vor den drei Hauptmahlzeiten, eine Injektion

von Depotinsulin am Abend), aber auch bei lang bestehendem Diabetes (u.U. mit Neuropathie), bei

Präparatewechsel u.a. können die Warnsymptome der Hypoglykämie verändert und die

neurovegetativen Symptome abgeschwächt sein oder erst spät auftreten. Dies wurde von einigen

Patienten auch nach Umstellung von tierischem auf humanes Insulin, aber auch sonst gelegentlich

bei Präparatewechsel beobachtet.

Der insulinbehandelte Diabetiker und seine Umgebung sind deshalb zu instruieren, dass sich eine

Hypoglykämie auch überraschend und primär durch neuroglykopenische Zeichen wie

Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstseinsstörungen anzeigen

kann, so dass er eventuell nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagiert.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und

nach genauer Instruktion erfolgen. Auch Dosis und Zeitpunkt der Injektion sollen nur nach

Absprache mit dem Arzt oder auf seine Anweisung hin geändert werden.

Als Ursachen einer Hypoglykämie kommen in Frage: Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen,

Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Insulinüberdosierung, endokrine

Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose u.a. Alkoholgenuss kann eine

Hypoglykämie verstärken (siehe unter «Interaktionen»).

Therapie der Hypoglykämie siehe unter «Überdosierung».

Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Diabeteseinstellung zu überprüfen, der Patient ist

anzuweisen, den Arzt über jede durchgemachte schwere Hypoglykämie zu orientieren.

Dem Patienten ist zu empfehlen, seine nähere Umgebung (Freunde, Arbeitskollegen) über seine

Zuckerkrankheit zu informieren sowie über die entsprechenden Verhaltensregeln; unter anderem

auch, wie man Glucagon subkutan injiziert.

Störungen des Nervensystems

Periphere Neuropathie – selten

Eine rasche Besserung der Blutzuckereinstellung kann zum Zustand einer «akuten, schmerzhaften

Neuropathie» führen, der aber in der Regel vorübergehend ist.

Augen

Refraktionsanomalien – gelegentlich

Zu Beginn einer Insulintherapie können Refraktionsanomalien auftreten, die aber in der Regel

vorübergehend sind.

Diabetische Retinopathie – gelegentlich

Langfristige verbesserte Blutzuckereinstellung vermindert das Risiko der Progression einer

diabetischen Retinopathie. Jedoch kann eine Intensivierung der Insulintherapie mit einer abrupten

Verbesserung der Blutzuckereinstellung zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer

diabetischen Retinopathie führen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Überempfindlichkeitsreaktionen an der Injektionsstelle – häufig

Während der Insulintherapie können Überempfindlichkeitsreaktionen an der Injektionsstelle

(Rötung, Schwellung und Juckreiz) auftreten. Diese Reaktionen sind jedoch in der Regel

vorübergehend und verschwinden im Laufe einer kontinuierlichen Behandlung.

Lipodystrophie – gelegentlich

Eine Lipodystrophie (einschliesslich Lipohypertrophie, Lipoatrophie) kann an der Injektionsstelle

auftreten. Kontinuierliche Rotation der Injektionsstelle innerhalb derselben Körperstelle kann helfen,

das Risiko zur Entwicklung solcher Reaktionen zu vermindern.

Ödeme – gelegentlich

Zu Beginn einer Insulintherapie können Ödeme auftreten, die aber in der Regel vorübergehend sind.

Überdosierung

Für Insuline kann keine spezifische Überdosierung definiert werden. Eine Hypoglykämie kann sich

jedoch stufenweise entwickeln, wenn zu hohe Insulindosen im Verhältnis zum Insulinbedarf

verabreicht werden:

Milde hypoglykämische Vorfälle können durch orale Verabreichung von Glukose oder anderer

zuckerhaltiger Lebensmittel behandelt werden. Es wird empfohlen, dass der Diabetiker immer einige

Würfelzucker oder andere zuckerhaltige Lebensmittel (z.B. einige Biskuits) bei sich hat.

Bei schweren hypoglykämischen Vorfällen, bei welchen der Patient bewusstlos ist, kann 0,5 bis

1,0 mg Glucagon intramuskulär oder subkutan durch eine geübte Person oder Glukose intravenös

durch einen Arzt verabreicht werden. Falls der Patient nach 10 bis 15 Minuten auf eine Glucagon

Verabreichung nicht reagiert, muss ebenfalls Glukose intravenös appliziert werden.

Sobald der Patient wieder bei Bewusstsein ist, ist die Gabe von Kohlenhydraten erforderlich, um

einen Rückfall zu vermeiden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10AE05

Levemir ist ein lösliches, lang wirkendes, basales Insulinanalogon mit einem flachen Wirkprofil und

einer verlängerten Wirkdauer.

Das Zeit-Wirkprofil von Levemir ist statistisch signifikant weniger variabel als das von NPH Insulin

(Tabelle 1), wie dies aus der intraindividuellen Varianz für den gesamten maximalen

pharmakodynamischen Effekt (Tabelle 1) ersichtlich ist (Typ-1-Diabetes Patienten).

Tabelle 1. Intra-individuelle Variabilität des Zeit-Wirkprofils von Levemir und NPH-Insulin (Typ-1-

Diabetes)

Pharmakodynamischer Endpunkt

Insulin Detemir

Varianz

NPH Insulin Varianz

AUCGIR, 0–24 h*

0,074

0,466

GIRmax**

0,053

0,209

* Fläche unter der Kurve (Area under the curve).

** Glukose-Infusionsrate p-Wert <0,001 für alle Vergleiche mit Levemir.

Dies resultiert in einer besser vorhersagbaren Blutzuckerwirkung für den Einzelnen.

Die verlängerte Wirkung von Levemir resultiert durch die starke Selbstassoziation von Insulin

Detemir-Molekülen am Injektionsort und die Albuminbindung über die Fettsäure-Seitenkette. Die

Verteilung von Levemir in die peripheren Zielgewebe ist langsamer als bei NPH-Insulin. Diese

kombinierten Verzögerungsmechanismen bewirken eine reproduzierbarere Absorption und ein

reproduzierbareres Wirkprofil für Levemir verglichen mit NPH-Insulin.

Wirkprofil von Levemir bei Typ-1-Diabetikern

Basis-Bolus-Therapie

Die Wirkdauer von Levemir beträgt in Abhängigkeit der Dosis bis zu 24 Stunden. Daraus ergibt sich

eine 1× oder 2× tägliche Verabreichung. Bei einer 2× täglichen Verabreichung stellt sich der Steady

State nach Verabreichung von 2–3 Dosen ein. Bei einer Dosis von 0,2–0,4 E/kg tritt nach 3–4

Stunden mehr als 50% der Wirkung ein, die bis zu ca. 14 Stunden andauert.

Nach subkutaner Verabreichung wird eine zur Dosis proportionale Pharmakodynamik (maximale

Wirkung, Wirkdauer, totale Wirkung) beobachtet.

Kombinationstherapie mit oralen Antidiabetika

Studien bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit Basalinsulin in Kombination mit oralen

Antidiabetika behandelt wurden, zeigten, dass die Blutzuckereinstellung (HbA1c) mit Levemir mit

der unter NPH-Insulin vergleichbar und mit weniger Gewichtszunahme verbunden ist.

In Studien zur Kombinationstherapie von oralen Antidiabetika mit Insulin führte die Therapie mit

Levemir, verglichen mit NPH Insulin, zu einem 61–65% niedrigeren Risiko für leichte nächtliche

Hypoglykämien.

Kombinationstherapie mit GLP-1 Rezeptor Agonisten (Liraglutide)

Eine offene Studie mit Patienten mit Typ 2 Diabetes zeigte, dass die Kombinationstherapie mit

Levemir und einem GLP-1 Rezeptor Agonisten plus Metformin wirksam und gut verträglich ist. In

dieser 26-wöchigen klinischen Studie mit 162 Patienten traten unter der Behandlung mit 1× täglich

Levemir und Liraglutide in Kombination mit Metformin keine schweren Hypoglykämien auf und

statistisch signifikant mehr Patienten erreichten mit dieser Kombination den HbA1c-Zielwert von

<7% im Vergleich zu den Patienten, die mit Liraglutide und Metformin alleine behandelt wurden

(43,1% vs 16,8%).

Bei Hinzugaben von Levemir zu Liraglutide 1,8 mg und Metformin wurden keine schweren

Hypoglykämien beobachtet. Die Häufigkeit leichter Hypoglykämien lag bei einer Behandlung mit

Liraglutide 1,8 mg, Metformin und Levemir bei 0,228 Fällen pro Patientenjahr. In den

Vergleichsgruppen, die beide mit Liraglutide 1,8 mg und Metformin behandelt wurden, lag die Rate

der leichten Hypoglykämien in der randomisierten Gruppe bei 0,034 und in der nicht-randomisierten

Gruppe bei 0,115 Fällen pro Patientenjahr.

Der Gewichtsverlust, der bei Patienten beobachtet wurde, die mit Liraglutide in Kombination mit

Metformin behandelt wurden, blieb nach Hinzugabe von Levemir erhalten.

Wirksamkeits- und Sicherheitsstudien mit Typ-1- und Typ-2-Diabetikern

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Levemir wurden in fünf multizentrischen, offenen,

randomisierten Parallelgruppenvergleichen (4–6 Monate) und zwei Verlängerungsstudien (12

Monate) bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes und einem HbA1c ≤12,0% mit NPH-Insulin

verglichen. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Levemir bei Typ-2-Diabetikern wurden in zwei

offenen Parallelgruppenvergleichen (6 Monate) nachgewiesen. Die Insulindosis wurde in allen

Studien individuell titriert. Endpunkte waren HbA1c, Nüchternblutzuckerwerte, intraindividuelle

Tag-zu-Tag Variabilität der Nüchternblutzuckerwerte, 9-Punkt-Blutzuckerprofil, Hypoglykämien,

Nebenwirkungen, Laborsicherheitsparameter und Körpergewicht. Es wurden total 1575 Typ-1- und

871 Typ-2-Diabetiker mit Levemir und 887 Typ-1- und 540 Typ-2-Diabetiker mit NPH-Insulin mit

einer Basis-Bolus-Therapie (Bolustherapie war Insulin Aspart oder Humaninsulin) behandelt.

Die Blutzuckerkontrolle von Levemir gemessen anhand des HbA1c war in allen Studien mit Typ-1-

Diabetikern und in einer von zwei Studien mit Typ-2-Diabetikern mit NPH Insulin vergleichbar. Der

Nüchternblutzucker war bei Typ-1-Diabetikern mit Levemir im Vergleich zu NPH-Insulin besser,

wobei in drei Studien mit signifikantem Unterschied, während bei Typ-2-Diabetikern der

Nüchternblutzucker mit Levemir vergleichbar mit NPH-Insulin war.

Das nächtliche Blutzuckerprofil war mit Levemir flacher und gleichförmiger als mit NPH-Insulin,

was in allen Behandlungsstudien mit Typ-1- und Typ-2-Diabetikern zu einem geringeren nächtlichen

Hypoglykämierisiko mit Levemir als mit NPH-Insulin führte, davon in zwei Studien signifikant. Die

Gesamtrate an Hypoglykämien war im Vergleich zu NPH Insulin ähnlich.

Die mit Levemir behandelten Diabetiker konnten ihr Gewicht halten im Vergleich zu den mit NPH-

Insulin behandelten, bei denen das Gewicht durchschnittlich zunahm. Der Unterschied war in allen

Studien mit Typ-1- und Typ-2-Diabetikern signifikant. Es wurde eine konstant niedrigere Tag-zu-

Tag Variablität des Nüchternblutzuckers mit Levemir im Vergleich zu NPH-Insulin sowohl bei Typ-

1- als auch Typ-2-Diabetikern erreicht.

Kinder und Jugendliche

Zwei randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit einer Dauer von bis zu 12 Monaten

untersuchten die Wirksamkeit und Sicherheit von Levemir bei Kindern ab 2 Jahren mit Typ 1

Diabetes (n= 694). In beiden Studien war die Blutzuckerkontrolle (HbA1c) bei einer Basis-Bolus-

Therapie mit Levemir und NPH-Insulin vergleichbar. Ferner wurde unter der Levemir Behandlung

eine niedrigere Rate nächtlicher Hypoglykämien und eine geringere Gewichtszunahme (SD Score,

Gewichtskorrektur nach Geschlecht und Alter) im Vergleich zu NPH-Insulin beobachtet.

Der Anstieg an Insulin Detemir spezifischen Antikörpern und kreuzreagierenden Antikörpern in der

26-wöchigen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudie mit Kindern und Jugendlichen korrelierte nur mit

der Dosis. Die Antikörper Entwicklung und deren klinische Relevanz nach 26 Wochen waren nicht

bekannt. Um die Antikörperbildung bei einer Langzeitbehandlung unter Levemir zu untersuchen,

wurde die Studie um zusätzliche 12 Monate verlängert (Daten über insgesamt 24 Monate). Nach

einer Zunahme der Antikörper während des ersten Jahres nahmen die Antikörper im zweiten

Behandlungsjahr wieder ab und sanken auf einen Level, der leicht über dem Level vor der

Behandlung lag. Die Ergebnisse zeigen, dass die Antikörperentwicklung keine negative Wirkung auf

die Blutzuckerkontrolle und die Levemir® Dosis hat.

Schwangerschaft

Eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie, in der schwangere Frauen mit Typ 1 Diabetes (n=

310) mit einer Basis-Bolus Therapie mit Insulin Aspart als Mahlzeiteninsulin behandelt wurden,

verglich Levemir (n= 152) mit NPH Insulin (n= 158).

Levemir war dem NPH Insulin in Bezug auf das HbA1c, gemessen in der 36.

Schwangerschaftswoche, nicht unterlegen. Der Verlauf des durchschnittlichen HbA1c während der

Schwangerschaft war in der Levemir Gruppe ähnlich wie in der NPH Insulin Gruppe.

41% der mit Levemir behandelten und 32% der mit NPH Insulin behandelten Patienten erreichten

den HbA1c Zielwert von ≤6,0% sowohl in der 24. als auch in der 36. Schwangerschaftswoche.

In der 24. und 36. Schwangerschaftswoche war der durchschnittliche Nüchternblutzuckerspiegel

statistisch signifikant tiefer in der Levemir Gruppe als in der NPH Insulin Gruppe.

Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der mit Levemir und der mit NPH

Insulin behandelten Gruppe in Bezug auf die Rate an hypoglykämischen Ereignissen während der

Schwangerschaft.

Die Gesamtrate der Nebenwirkungen der Mutter während der Schwangerschaft war für die

Behandlungsgruppen mit Levemir und NPH Insulin ähnlich. Es zeigte sich jedoch eine numerisch

höhere Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Mutter (n= 61 [40%] gegenüber

n= 49 [31%]) und beim Neugeborenen (n= 36 [24%] gegenüber n= 32 [20%]) unter Levemir

verglichen mit NPH Insulin. Die Häufigkeit der angeborenen Fehlbildungen lag bei 4 (5%) für

Levemir und 11 (7%) für NPH mit 3 (4%) schweren Fehlbildungen für Levemir und 3 (2%) für

NPH. Die Anzahl an lebendgeborenen Kindern von Frauen, die nach der Randomisierung schwanger

wurden, lag bei 50 (83%) für Levemir und 55 (89%) für NPH.

Pharmakokinetik

Nach subkutaner Verabreichung wird eine zur Dosis proportionale Serumkonzentration (maximale

Konzentration, Fläche unter der Konzentrationskurve) beobachtet. Bei einer 2× täglichen

Verabreichung stellt sich die Steady State Serumkonzentration nach Verabreichung von 2–3 Dosen

ein. Die terminale Halbwertszeit nach subkutaner Verabreichung ist abhängig von der

Absorptionsrate aus dem subkutanen Hautgewebe. Diese beträgt dosisabhängig 5 bis 7 Stunden. Die

maximale Serumkonzentration wird 6 bis 8 Stunden nach Applikation erreicht.

Die intraindividuelle Absorptionsvariabilität ist bei Levemir geringer als bei anderen Basalinsulinen.

Es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede der pharmakokinetischen Parameter von Levemir

zwischen den Geschlechtern.

Ein apparentes Verteilungsvolumen von Levemir von ca. 0,1 l/kg weist darauf hin, dass ein hoher

Anteil von Insulin Detemir im Blut zirkuliert.

Die Degradierung von Levemir ist ähnlich wie bei Humaninsulin; alle sich bildenden Metaboliten

sind inaktiv.

Die Resultate der in-vitro-Proteinbindungsstudien zeigen, dass keine klinisch relevanten

Interaktionen zwischen Insulin Detemir und Fettsäuren oder anderen proteinbindenden Arzneimitteln

bestehen.

Bei Verabreichung einer Einzeldosis von 0,5 E/kg Levemir und 1,8 mg Liraglutide im Steady State

bei Patienten mit Typ 2 Diabetes wurden keine pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen

Interaktionen zwischen Liraglutide und Levemir beobachtet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Levemir wurden bei Kindern (im Alter zwischen 6 und

12 Jahren) und Jugendlichen (im Alter zwischen 13 und 17 Jahren) untersucht und mit denjenigen

bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes verglichen. Es zeigten sich keine Unterschiede in den

pharmakokinetischen Eigenschaften von Insulin Detemir bei Erwachsenen und bei

Kindern/Jugendlichen.

Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Es besteht kein klinisch signifikanter Unterschied zwischen der Pharmakokinetik von Levemir bei

älteren und jüngeren Personen oder zwischen Personen mit eingeschränkter Nieren- oder

Leberfunktion und gesunden Personen.

Präklinische Daten

In-vitro-Untersuchungen an humanen Zelllinien, bei denen die Bindung an die Insulin- und IGF-1-

Rezeptoren untersucht wurde, haben gezeigt, dass Insulin Detemir verglichen mit Humaninsulin eine

verminderte Affinität für beide Rezeptoren hat und auch die Wirkung auf das Zellwachstum

vermindert ist.

Präklinische Daten, basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur

wiederholten chronischen Toxizität, zur Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential und zur

Reproduktionstoxizität, lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Es existieren nur sehr beschränkte Daten bei Patienten mit Hypoalbuminämie.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Wenn andere Arzneimittel zu Levemir hinzugefügt werden, kann dies zur Degradierung von Insulin

Detemir führen, z.B. wenn diese Arzneimittel Thiole oder Sulfite enthalten. Levemir darf nicht

Infusionslösungen hinzugefügt werden.

Levemir sollte nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Nach Anbruch: maximal 6 Wochen bei Aufbewahrung unter 30 °C.

Levemir soll nach Ablauf des unter «Exp» aufgedruckten Datums nicht mehr verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vorrat: Im Kühlschrank (2 °C – 8 °C) lagern. Vom Kühlelement fernhalten. Nicht einfrieren.

Nach Anbruch: Nicht im Kühlschrank, unter 30 °C lagern.

Levemir muss vor übermässiger Hitze und Licht geschützt werden.

Levemir Penfill: Patronen lichtgeschützt in der Originalpackung aufbewahren.

Levemir FlexPen: Als Lichtschutz die Verschlusskappe aufgesetzt lassen.

Hinweise für die Handhabung

Penfill und FlexPen dürfen nur zusammen mit Produkten verwendet werden, die mit ihnen

kompatibel sind und eine sichere Funktion des Pens gewährleisten.

Levemir Penfill und Levemir FlexPen dürfen jeweils nur von einer einzigen Person benützt werden;

nicht nachfüllen.

Levemir darf nicht verwendet werden, wenn es nicht klar und farblos aussieht.

Levemir Penfill und Levemir FlexPen dürfen nicht verwendet werden, wenn sie gefroren waren.

Der Patient sollte angewiesen werden, die Nadel nach jeder Injektion zu entsorgen.

Zulassungsnummer

56370, 56371 (Swissmedic)

Packungen

Levemir Penfill Patronen 5 × 3 ml. (B)

Levemir FlexPen Fertigpen 5 × 3 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Zürich.

Herstellerin

Novo Nordisk A/S, DK-2880 Bagsvaerd.

Stand der Information

November 2017.

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