Inrebic 100 mg Hartkapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

16-01-2022

Wirkstoff:
fedratinibum
Verfügbar ab:
Celgene GmbH
ATC-Code:
L01EJ02
INN (Internationale Bezeichnung):
fedratinibum
Darreichungsform:
Hartkapseln
Zusammensetzung:
fedratinibum 100 mg ut fedratinibi dihydrochloridum monohydricum, cellulosum microcristallinum silicificatum, natrii stearylis fumaras corresp. natrium 0.18 mg, Kapselhülle: gelatina, E 172 (rubrum), E 171, Drucktinte: lacca, E 171, propylenglycolum, pro capsula.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Primäre oder sekundäre Myelofibrose
Zulassungsnummer:
67792
Berechtigungsdatum:
2021-01-07

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

16-01-2022

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-07-2021

Lesen Sie das vollständige Dokument

▼▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie

Nebenwirkungen melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Kapitel «Welche

Nebenwirkungen kann Inrebic haben?».

Inrebic ist befristet zugelassen.

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte Ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Inrebic®

Celgene GmbH

Was ist Inrebic und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Inrebic wird Ihnen zur Behandlung der folgenden Formen von Myelofibrose mit mittlerem und hohem

Risiko verschrieben, wenn Sie nicht (mehr) auf Medikamente mit dem Wirkstoff Ruxolitinib ansprechen

oder diese nicht vertragen haben:

·Primäre Myelofibrose

·Sekundäre Myelofibrose, welche aus einer Polycythaemia vera (PV) oder einer essenziellen

Thrombozytopenie (ET) entstanden ist

Myelofibrose ist eine Krankheit, bei der das Knochenmarkgewebe fortlaufend durch Narbengewebe

ersetzt wird. Dadurch können im Knochenmark nicht mehr genügend gesunde Blutzellen gebildet

werden und durch die Auslagerung der Blutzellbildung in andere Organe, kommt es unter anderem zu

einer Milzvergrösserung. Es wird vermutet, dass bei der Myelofibrose das Eiweiss JAK-2 eine wichtige

Rolle spielt. Inrebic enthält den Wirkstoff Fedratinib, der JAK-2 hemmt und so hilft, die Milzgrösse bei

Myelofibrose zu reduzieren und Symptome wie Fieber, Nachtschweiss, Knochenschmerzen und

Gewichtsverlust zu lindern.

Wann darf Inrebic nicht eingenommen / angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Inrebic nicht anwenden. Wenn Sie auf Fedratinib oder einen in

Inrebic enthaltenen Hilfsstoff allergisch reagieren, dürfen Sie Inrebic nicht anwenden.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Inrebic Vorsicht geboten?

Enzephalopathie (Erkrankungen des Gehirns), einschliesslich Wernicke-Enzephalopathie

In den klinischen Studien mit Inrebic wurden in etwa 1 % der mit Inrebic behandelten Patienten

schwerwiegende und ohne Behandlung lebensbedrohliche Erkrankungen des Gehirns beobachtet.

Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Wernicke-Enzephalopathie, welche durch einen Mangel an

Thiamin (Vitamin B1) verursacht wird. Sie äussert sich beispielsweise durch Symptome wie Störung der

Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxie), Verlust des Gleichgewichts oder Schwierigkeiten beim

Gehen, Veränderungen des psychischen Zustandes wie Verwirrung, Gedächtnisverlust oder

Schwierigkeiten beim Denken oder Lähmung der Augenmuskeln, die sich beispielsweise durch

Augenzittern (Nystagmus) oder Doppeltsehen, verschwommenes Sehen oder Sehverlust bemerkbar

macht. Wenn Sie bei sich solche Anzeichen bemerken, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder

Ihre Ärztin.

Mangel an roten Blutkörperchen/Erythrozyten (Anämie)

Bei 52 % der mit Inrebic behandelten Patienten trat erstmals ein Mangel an roten Blutkörperchen auf

oder ein bereits bestehender Mangel verschlechterte sich während der Therapie. Ein Mangel an roten

Blutkörperchen kann sich durch Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte geistige oder

körperliche Leistungsfähigkeit, Atemnot (bei Belastung oder in Ruhe), Herzklopfen oder Ohrensausen

äussern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken,

da dieser bzw. diese möglicherweise eine Unterbrechung der Behandlung anordnen und gegebenenfalls

die Dosis bei Wiederaufnahme der Behandlung anpassen wird.

Mangel an Blutplättchen/Thrombozyten (Thrombozytopenie)

Bei 23 % der mit Inrebic behandelten Patienten trat erstmals ein Mangel an Blutplättchen auf oder ein

bereits bestehender Mangel verschlechterte sich während der Therapie. Ein Mangel an Blutplättchen

kann zu erhöhter Blutungsneigung führen, erkennbar an Symptomen wie der Bildung von Blutergüssen

bei normaler körperlicher Aktivität, Nasen- oder Zahnfleischbluten, kleine punktförmige Einblutungen

in der Haut (Petechien), Blut im Stuhl oder Urin sowie Husten mit Blutbeimengung.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken, dieser

bzw. diese wird möglicherweise eine Unterbrechung der Behandlung anordnen und gegebenenfalls die

Dosis bei Wiederaufnahme der Behandlung anpassen.

Mangel an weissen Blutkörperchen/Neutrozyten (Neutropenie)

Bei 9 % der mit Inrebic behandelten Patienten trat erstmals ein Mangel an weissen Blutkörperchen auf

oder ein bereits bestehender Mangel verschlechterte sich während der Therapie. Ein Mangel an weissen

Blutkörperchen kann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen, was sich durch immer

wiederkehrende Entzündungen (zum Beispiel der Blase), Hautabszesse oder Fieber äussern kann.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken, da dieser

bzw. diese möglicherweise eine Unterbrechung der Behandlung anordnen und gegebenenfalls die Dosis

bei Wiederaufnahme der Behandlung anpassen wird.

Magen-Darm-Probleme

Als häufigste Nebenwirkung bei mit Inrebic behandelten Patienten wurden Magen-Darm-Probleme

beobachtet. In der Studie mit Inrebic trat Durchfall bei 68 %, Übelkeit bei 62 % und Erbrechen bei 49 %

der Patienten auf. Die Beschwerden traten typischerweise in den ersten 2 Wochen der Behandlung auf

und waren leicht bis mässig ausgeprägt. Die Einnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit kann

die Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen reduzieren. Zusätzlich wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen

möglicherweise vorsorglich Medikamente gegen Übelkeit verschreiben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie an Magen-Darm-Problemen leiden. Dieser

bzw. diese wird Ihnen möglicherweise Medikamente zu deren Behandlung verschreiben und Ihre

Thiamin (Vitamin B1) Spiegel überprüfen. Falls sich die Symptome nicht verbessern, wird Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin möglicherweise eine Unterbrechung der Behandlung anordnen und gegebenenfalls die Dosis

bei Wiederaufnahme der Behandlung anpassen.

Lebertoxizität

Inrebic kann Ihre Leberfunktion beeinflussen. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin,

wenn Sie Anzeichen von Leberproblemen bemerken, z.B. Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und

Augen), Appetitverlust, Übelkeit oder Erbrechen oder Schmerzen im rechten oberen Bauchbereich.

Herzerkrankungen

Bei mit Inrebic behandelten Patienten sind Herzerkrankungen beobachtet worden. Falls Sie bei Ihnen

Symptome wie plötzliche Kurzatmigkeit unter Belastung aber auch in Ruhe, starke Müdigkeit und

Schwäche, schneller oder unregelmässiger Herzschlag, anhaltender Husten, Brustschmerzen oder die

Einlagerung von Flüssigkeit (Ödeme) beobachten, melden Sie sich umgehend bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin oder suchen Sie das nächstgelegene Spital auf. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn

bei Ihnen in der Vergangenheit Erkrankungen des Herzens festgestellt wurden.

Vor und während der Behandlung mit Inrebic wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin regelmässig Ihr Blut

untersuchen, um die Anzahl Ihrer Blutkörperchen (rote Blutkörperchen, weisse Blutkörperchen und

Blutplättchen), Ihren Vitamin-B1-Spiegel sowie Ihre Leber- und Bauchspeicheldrüsenfunktion zu

überprüfen. Dies würde allenfalls eine Anpassung der Inrebicdosis erfordern.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es ist fast

«natriumfrei».

Inrebic kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen

zu bedienen, beeinträchtigen! Wenn bei Ihnen nach der Einnahme von Inrebic Schwindel auftritt, sollten

Sie auf das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen verzichten.

Kinder und Jugendliche

Inrebic darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da es in dieser

Altersgruppe nicht untersucht wurde.

Andere Arzneimittel und Inrebic

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen.

Er bzw. sie wird allenfalls die Dosis von Inrebic oder die der anderen Arzneimittel anpassen müssen:

·Einige Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen, darunter Arzneimittel zur Behandlung von

Pilzinfektionen (Ketoconazol), bestimmte Antibiotika (z.B. Erythromycin oder Rifampicin) oder

Arzneimittel zur Behandlung von viralen Infektionen (Efavirenz)

·Arzneimittel zur Behandlung von HIV Infektionen/AIDS (Ritonavir)

·Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (Phenytoin)

·Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen (Betablocker/Metoprolol) oder Herzproblemen und

Bluthockdruck (Diltiazem)

·Arzneimittel, welche die Magensäure hemmen (Omeprazol oder Pantoprazol)

·Arzneimittel zur Behandlung von Schlafstörungen (Midazolam)

Während der Behandlung mit Inrebic sollten Sie nie mit der Einnahme eines neuen Arzneimittels

beginnen, ohne dies zuerst mit dem Arzt bzw. der Ärztin zu besprechen, der/die Ihnen Inrebic

verschrieben hat.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden. Das ist wichtig, weil Inrebic die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen kann.

Auch können andere Arzneimittel die Wirkung von Inrebic beeinflussen.

Darf Inrebic während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Während der Schwangerschaft darf Inrebic nicht angewendet werden. Wenden Sie während der

Behandlung mit Inrebic und für mindestens einen Monat nach der letzten Dosis wirksame

Verhütungsmethoden an. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin, wenn Sie vor bzw.

während der Behandlung mit Inrebic schwanger sind bzw. werden, wenn Sie denken, Sie könnten

schwanger sein oder wenn Sie planen schwanger zu werden.

Es ist nicht bekannt ob Inrebic in die Muttermilch übergeht. Während der Behandlung mit Inrebic und

für mindestens einen Monat danach sollten Sie deshalb Ihr Kind nicht stillen.

Wie verwenden Sie Inrebic?

Vor Beginn und regelmässig während der Behandlung mit Inrebic wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre

Thiamin (Vitamin B1)-Spiegel überprüfen und ein Blutbild erstellen.

Falls vom Arzt oder der Ärztin nicht anders verordnet, beträgt die übliche Dosierung von Inrebic 400

mg, die einmal täglich oral eingenommen wird (dies entspricht 4 Hartkapseln zu je 100 mg).

Inrebic kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden. Die Einnahme zusammen mit einer

fetthaltigen Mahlzeit kann die Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen reduzieren. Möglicherweise

verschreibt Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin vorsorglich Medikamente gegen die Übelkeit.

Wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen, eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion haben

oder an bestimmten Nebenwirkungen leiden, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise die Dosis

anpassen.

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis Inrebic vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt am

darauffolgenden Tag ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie eine Dosis ausgelassen haben.

Wenn Sie mehr Inrebic eingenommen haben als Sie sollten, wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin. Dieser bzw. diese wird Sie auf Nebenwirkungen überwachen und diese bei

Bedarf behandeln.

Die Anwendung und Sicherheit von Inrebic bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Inrebic haben?

Wie alle Arzneimittel kann Inrebic Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin sofort, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, die

ein Zeichen für eine ernste Erkrankung des Gehirns namens Enzephalopathie (einschliesslich Wernicke-

Enzephalopathie) sein könnten:

·Verwirrung, Gedächtnisverlust oder Schwierigkeiten beim Denken,

·Gleichgewichtsverlust oder Schwierigkeiten beim Gehen,

·Augenprobleme wie Doppeltsehen, verschwommenes Sehen, Sehverlust oder ungeordnete

Augenbewegungen.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Patienten)

Harnwegsinfektionen, Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie, äussert sich durch Symptome wie

Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte geistige oder körperliche Leistungsfähigkeit, Atemnot (bei

Belastung oder in Ruhe), Herzklopfen oder Ohrensausen), Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie,

kann sich durch Symptome wie die Bildung von Blutergüssen bei normaler körperlicher Aktivität,

Nasen- oder Zahnfleischbluten, kleine punktförmige Einblutungen in der Haut (Petechien), Blut im

Stuhl oder Urin oder Husten mit Blutbeimengung äussern), Blutungen, Mangel an weissen

Blutkörperchen (Neutropenie, äussert sich durch Fieber und wiederkehrende Infektionen), erhöhte

Lipasespiegel im Blut, erhöhte Amylasespiegel im Blut, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall,

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, erhöhte Leberenzyme im Blut, Muskelkrämpfe, erhöhte Spiegel von

Muskelabbauprodukten (wie Kreatinin) im Blut, Müdigkeit/Kraftlosigkeit.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Patienten)

Wernicke-Enzephalopathie, hoher Blutdruck, Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie), Gliederschmerzen,

Knochenschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, Gewichtszunahme, Herzprobleme.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Patienten)

Kardiogener Schock (Zustand, in welchem das Herz den Organismus nicht mit genügend Blut versorgen

kann).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Inrebic enthalten?

Wirkstoffe

Eine Hartkapsel enthält 100 mg Fedratinib (als Dihydrochlorid-Monohydrat).

Hilfsstoffe

Silifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und kolloidales Siliciumdioxid),

Natriumstearylfumarat, Gelatine, Titandioxid (E171), Drucktinte (Schellack, Titandioxid (E171),

Propylenglycol (E1520)).

Zulassungsnummer

67792 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Inrebic? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Inrebic 100 mg: Packung zu 120 Hartkapseln

Zulassungsinhaberin

Celgene GmbH, Zürich

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2021 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

Inrebic ist befristet zugelassen, siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen».

Inrebic®

Celgene GmbH

WICHTIGER WARNHINWEIS für die Anwendung von Inrebic: Bei Patienten, die mit Inrebic

behandelt wurden, traten schwerwiegende und tödliche Fälle von Enzephalopathien, einschliesslich der

Wernicke-Enzephalopathie, auf. Die Wernicke-Enzephalopathie ist ein neurologischer Notfall.

Bestimmen Sie den Thiaminspiegel bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung mit Inrebic, in

regelmässigen Abständen während der Behandlung und wenn es klinisch angezeigt ist. Bei Patienten mit

Thiaminmangel darf nicht mit Inrebic begonnen werden und Thiamin muss vor dem Behandlungsbeginn

supplementiert werden. Bei Verdacht auf Enzephalopathie ist Inrebic sofort abzusetzen und parenterales

Thiamin zu verabreichen. Überwachen Sie die Behandlung, bis die Symptome verschwinden oder sich

bessern und der Thiaminspiegel sich normalisiert. Siehe Rubriken «Dosierung/Anwendung»,

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen».

Zusammensetzung

Wirkstoff(e)

Fedratinib (als Dihydrochlorid-Monohydrat).

Hilfsstoff(e)

Silifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und kolloidales Siliciumdioxid),

Natriumstearylfumarat, Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Drucktinte (Schellack,

Titandioxid (E171), Propylenglycol (E1520)).

Enthält 0,18 mg Natrium pro Hartkapsel.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Hartkapseln mit 100 mg Fedratinib (entsprechen 117,30 mg Fedratinibdihydrochlorid-Monohydrat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Inrebic wird zur Behandlung von Splenomegalie oder krankheitsassoziierten Symptomen bei Patienten,

bei denen Ruxolitinib versagt hat oder die Ruxolitinib nicht vertragen haben

·mit primärer Myelofibrose oder

·mit sekundärer Myelofibrose als Komplikation von Polycythaemia vera oder Essentieller

Thrombozythämie

mit intermediärem oder hohem Risiko angewendet (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Kriterien für das Versagen von und die Unverträglichkeit gegenüber Ruxolitinib sind in der Rubrik

«Eigenschaften/Wirkungen» beschrieben.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Inrebic sollte nur unter Aufsicht von Ärzten initiiert und überwacht werden, die in

der Anwendung von Krebsmedikamenten erfahren sind.

Vor Beginn der Behandlung

Patienten, die vor Beginn der Inrebic-Behandlung mit Ruxolitinib behandelt werden, müssen die

Ruxolitinib-Behandlung stufenweise ausschleichen und absetzen.

Folgende Blutuntersuchungen sind vor Beginn der Inrebic-Behandlung und in regelmässigen Abständen

während der Behandlung sowie beim Vorliegen einer entsprechenden klinischen Indikation

durchzuführen (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

·Thiamin (Vitamin B1)-Spiegel

·Vollständiges Blutbild mit Thrombozyten

·Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) und Kreatinin

·Leberwerte

·Amylase und Lipase

Bei Patienten mit Thiaminmangel darf nicht mit Inrebic begonnen werden; Thiamin muss vor dem

Behandlungsbeginn supplementiert werden. Der Beginn einer Behandlung mit Inrebic wird bei Patienten

mit einem Ausgangswert der Thrombozytenzahl von < 50 x 109/l und einer ANC von < 1,0 x 109/l nicht

empfohlen.

Dosierung

Bei Patienten mit einer Ausgangsthrombozytenzahl von ≥50 x 109/l beträgt die empfohlene Dosierung

von Inrebic 400 mg (4 x 100 mg) oral einmal täglich.

Inrebic kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme

mit einer fettreichen Mahlzeit kann die Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen verringern.

Es wird empfohlen, in den ersten 8 Wochen der Behandlung prophylaktische Antiemetika gemäss

lokaler Praxis zu verwenden und danach wie klinisch indiziert fortzusetzen (siehe Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wird die Einnahme einer Dosis Inrebic versäumt, ist die nächste geplante Dosis am darauffolgenden Tag

einzunehmen. Es sollten keine zusätzlichen Kapseln eingenommen werden, um die versäumte Dosis

auszugleichen.

Dosisanpassung nach unerwünschten Wirkungen/Interaktionen

Dosisanpassung bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4 Inhibitoren

Wenn die gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4 Inhibitoren nicht vermieden werden kann, sollte

die Dosis von Inrebic auf 200 mg reduziert werden. Die Patienten sollten sorgfältig (z.B. mindestens

wöchentlich) in Bezug auf unerwünschte Wirkungen überwacht werden. In Fällen, in denen die

gleichzeitige Anwendung eines starken CYP3A4 Inhibitors beendet wird, sollte die Inrebic-Dosis in den

ersten zwei Wochen nach dem Absetzen des CYP3A4 Inhibitors auf 300 mg einmal täglich und

anschliessend je nach Verträglichkeit auf 400 mg einmal täglich erhöht werden (siehe Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Dosisanpassung bei unerwünschten Wirkungen

Dosisänderungen für hämatologische Toxizitäten, nicht-hämatologische Toxizitäten und die Behandlung

der Wernicke-Enzephalopathie (WE) sind in Tabelle 1 dargestellt. Bei Patienten, die eine Dosis von 200

mg täglich nicht vertragen, ist Inrebic abzusetzen. Siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» für andere Risikominderungsstrategien.

Tabelle 1: Dosisanpassungen bei hämatologischen, nicht hämatologischen behandlungsbedingten

unerwünschten Wirkungen und Management der Wernicke-Enzephalopathie

Hämatologische Toxizität

Dosisreduktion

Thrombozytopenie Grad 3 mit aktiver

Blutung (Thrombozytenzahl < 50 x 109/l)

oder

Thrombozytopenie Grad 4

(Thrombozytenzahl < 25 x 109/l)

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis die

Thrombozytopenie auf ≤ Grad 2 (Thrombozytenzahl

< 75 x 109/l) oder den Ausgangswert zurückgekehrt ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Neutropenie Grad 4

(absolute Neutrophilenzahl

[ANC] < 0,5 x 109/l)

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis die Neutropenie

auf ≤ Grad 2 (ANC < 1,5 x 109/l) oder den Ausgangswert

zurückgekehrt ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Granulozyten-Wachstumsfaktoren können nach Ermessen

des Arztes verwendet werden.

Anämie ≥ Grad 3,

Transfusion angezeigt

(Hämoglobinwert < 8,0 g/dl)

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis der

Hämoglobinwert auf ≤ Grad 2 (Hämoglobinwert < 10,0 g/dl)

oder den Ausgangswert zurückgekehrt ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Wiederauftreten einer hämatologischen

Toxizität Grad 4

Abbruch der Behandlung mit Inrebic nach Ermessen des

Arztes.

Nicht-hämatologische Toxizität

Dosisreduktion

Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall

(je ≥ Grad 3), die nicht innerhalb von 48

Stunden auf unterstützende Massnahmen

reagieren.

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis zum Abklingen

auf ≤ Grad 1 oder der Ausgangszustand erreicht ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

ALT/ AST ≥ Grad 3 (> 5,0 bis 20,0 x

ULN*)

oder

Bilirubin ≥ Grad 3 (> 3,0 bis

10,0 x ULN*)

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis die die Werte

von ALT/ AST oder Bilirubin auf ≤ Grad 1

(AST/ALT (> ULN*-3,0 x ULN*)) oder Bilirubin (> ULN*-

1,5 x ULN*) oder den Ausgangswert zurückgekehrt ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Überprüfung der Werte für ALT, AST oder Bilirubin

(gesamt und direkt) alle 2 Wochen für mindestens 3 Monate

nach der Dosisreduktion.

Bei erneutem Anstieg auf ≥ Grad 3 ist die Behandlung mit

Inrebic abzubrechen.

Amylase / Lipase ≥ Grad 3

(> 2,0 bis 5,0 x ULN*)

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis die Werte für

Amylase / Lipase auf Grad 1 (> ULN* - 1,5 x ULN*) oder

den Ausgangswert zurückgekehrt sind.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Überprüfung der Werte für Amylase / Lipase alle 2 Wochen

für mindestens 3 Monate nach der Dosisreduktion.

Bei erneutem Anstieg auf ≥ Grad 3 ist die Behandlung mit

Inrebic abzubrechen.

Andere nicht-hämatologische Toxizitäten

≥ Grad 3

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic bis zum Abklingen

auf ≤ Grad 1 oder der Ausgangszustand erreicht ist.

Wiederaufnahme der Behandlung mit einer täglichen

Dosierung, die 100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis

liegt.

Management des Thiaminspiegels und der

Wernicke Enzephalopathie

Dosisreduktion

Bei Thiamin-Werten

< Normbereich aber ≥ 30 nmol/l

ohne Anzeichen oder Symptome von WE

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic.

Täglich 100 mg Thiamin oral verabreichen, bis der

Thiaminwert wieder im Normalbereich liegt.

Wiederaufnahme der Behandlung mit Inrebic erwägen, wenn

der Thiaminwert im Normalbereich liegt.

Bei Thiamin-Werten < 30 nmol/l

ohne Anzeichen oder Symptome von WE

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic. Behandlung mit

parenteralem Thiamin in therapeutischen Dosierungen

einleiten, bis der Thiaminwert wieder im Normalbereich

liegt. Wiederaufnahme der Behandlung mit Inrebic erwägen,

wenn der Thiaminwert im Normalbereich liegt.

Bei Anzeichen oder Symptomen von WE

unabhängig vom Thiaminwert

Unterbruch der Behandlung mit Inrebic und sofortige

Verabreichung von parenteralem Thiamin in therapeutischer

Dosierung.

*ULN (Upper Limit of Normal; obere Normgrenze)

Schrittweise Steigerung nach (vorheriger) Dosisreduktion

Falls es unter der Behandlung mit Inrebic zu einer Dosisreduktion aufgrund einer unerwünschten

Wirkung kommt, sollte die unerwünschte Wirkung zuerst effektiv behandelt werden. Vor einer erneuten

Behandlungsaufnahme sollte die unerwünschte Wirkung für mindestens 28 Tage beseitigt sein. Die

Dosis kann schrittweise erhöht werden, das heisst pro Monat wird um eine Dosisstufe erhöht bis die

ursprüngliche Dosierung wieder erreicht ist. Eine schrittweise Dosissteigerung wird nicht empfohlen,

wenn die Dosisreduktion auf eine nicht-hämatologische Toxizität mit Grad 4, oder ≥ Grad 3 ALT, AST

oder eine Erhöhung des Gesamtbilirubins, oder das Wiederauftreten einer hämatologischen Toxizität mit

Grad 4 zurückzuführen ist.

Patienten mit Einschränkung der Leberfunktion

Die Pharmakokinetik von Inrebic wurde bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion

(Gesamtbilirubin > 3 x oberer Normalwert (ULN) und beliebigem AST-Wert) nicht untersucht. Die

Anwendung von Inrebic ist bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion zu vermeiden

(Child-Pugh Class C oder Gesamtbilirubin > 3-Fachen des ULNs und jegliche Erhöhung des AST

Wertes). Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Änderung der

Ausgangsdosis erforderlich. Siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion

Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance (CLcr) 15 ml/min

bis 29 ml/min nach der Schätzung anhand der Cockcroft-Gault (C-G)-Gleichung) ist die Inrebic-Dosis

auf 200 mg einmal täglich zu reduzieren.

Keine Anpassung der Anfangsdosis wird bei Patienten mit leichter bis mässiger Einschränkung der

Nierenfunktion (CLcr 30 ml/min bis 89 ml/min nach C-G) empfohlen. Aufgrund einer möglichen

Verstärkung der Exposition ist bei Patienten mit vorbestehender mässiger Einschränkung der

Nierenfunktion eine intensivere Sicherheitsüberwachung erforderlich und bei Bedarf sind

Dosisanpassungen auf der Grundlage von unerwünschten Wirkungen vorzunehmen. Siehe Rubrik

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Ältere Patienten

Für ältere Patienten (> 65 Jahre) werden keine zusätzlichen Dosisanpassungen empfohlen. Die

Erfahrung in der Altersgruppe von 75 Jahren und älter ist begrenzt. In klinischen Studien waren 13,8 %

(28/203) der mit Inrebic behandelten Patienten 75 Jahre und älter, wobei schwerwiegende

Nebenwirkungen und Nebenwirkungen, die zum Abbruch der Behandlung führten, häufiger auftraten.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Inrebic bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahren) ist nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Kontraindikationen

·Schwangerschaft

·Überempfindlichkeit gegenüber Fedratinib oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Enzephalopathie, einschliesslich Wernicke-Enzephalopathie

Bei Patienten, die mit Inrebic behandelt wurden, traten schwerwiegende und tödliche Fälle von

Enzephalopathien, einschliesslich Wernicke-Enzephalopathie, auf.

Die Wernicke-Enzephalopathie ist ein neurologischer Notfall, der durch einen Mangel an Thiamin

(Vitamin B1) hervorgerufen wird. Anzeichen und Symptome einer Wernicke-Enzephalopathie sind u.a.

Ataxie, Veränderungen des psychischen Zustandes und Ophthalmoplegie (z.B. Nystagmus, Diplopie).

Jede Veränderung des psychischen Zustandes, Verwirrtheit oder Gedächtnisstörungen sollten den

Verdacht auf eine mögliche Enzephalopathie, einschliesslich Wernicke-Enzephalopathie, nahelegen und

Anlass zu einer vollständigen Abklärung mit neurologischer Untersuchung, Messung der

Thiaminspiegel und Untersuchung mittels bildgebender Verfahren sein (siehe die Rubriken

«Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Thiaminspiegel und der Ernährungszustand sind bei allen Patienten vor Beginn der Inrebic-

Behandlung, in regelmässigen Abständen während der Behandlung (z.B. monatlich während der ersten 3

Monate und danach alle 3 Monate) sowie bei Vorliegen einer entsprechenden klinischen Indikation zu

bestimmen. Bei Patienten mit Thiaminmangel darf keine Inrebic-Behandlung begonnen werden. Der

Thiaminmangel muss vor Beginn der Behandlung behoben werden. Wenn der Verdacht auf eine

Enzephalopathie besteht, ist Inrebic sofort abzusetzen und eine parenterale Thiamin-Behandlung

einzuleiten. Der Patient ist bis zum Abklingen oder bis zur Besserung der Symptome und bis zur

Normalisierung des Thiaminspiegels zu überwachen (siehe Rubriken «Dosierung/Anwendung» und

«Eigenschaften/Wirkungen», Abschnitt «Klinische Wirksamkeit»).

Anämie und Thrombozytopenie

Die Behandlung mit Inrebic kann Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie verursachen.

Vollständige Blutbilder sollten bei Behandlungsbeginn, in regelmässigen Abständen während der

Behandlung und nach klinischer Indikation erstellt werden (siehe die Rubriken

«Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Anämie

Eine Anämie tritt in der Regel innerhalb der ersten 3 Behandlungsmonate auf. Patienten mit einem

Hämoglobinspiegel unter 10,0 g/dl zu Behandlungsbeginn entwickeln während der Behandlung eher

eine Anämie ≥ Grad 3 und sollten sorgfältig überwacht werden (z.B. einmal wöchentlich). Patienten, die

eine Anämie entwickeln, benötigen unter Umständen Bluttransfusionen. Bei Patienten, die eine Anämie

entwickeln, sollte eine Dosisreduktion in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten, die auf

Erythrozytentransfusionen angewiesen sind (siehe die Rubriken «Dosierung/Anwendung» und

«Unerwünschte Wirkungen»).

Thrombozytopenie

Eine Thrombozytopenie tritt in der Regel innerhalb der ersten 3 Behandlungsmonate auf. Patienten mit

niedrigen Thrombozytenwerten (< 100 x 109/l) zu Behandlungsbeginn entwickeln während der

Behandlung mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Thrombozytopenie ≥ Grad 3 und sollten sorgfältig

überwacht werden (z.B. einmal wöchentlich) (siehe die Rubriken «Dosierung/Anwendung» und

«Unerwünschte Wirkungen»). Die Thrombozytopenie ist im Allgemeinen reversibel und wird in der

Regel durch unterstützende Behandlung wie Dosisunterbrechungen, Dosisreduktion und/oder falls

erforderlich Thrombozytentransfusionen behandelt. Die Patienten sollten auf das mit einer

Thrombozytopenie verbundene erhöhte Blutungsrisiko aufmerksam gemacht werden (siehe die Rubriken

«Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»). Inrebic wurde nicht bei Patienten, die eine

Thrombozytenzahl < 50 x 109/l bei Behandlungsbeginn hatten, untersucht.

Neutropenie

Die Neutropenie war im Allgemeinen reversibel und wurde durch einen vorübergehenden

Behandlungsunterbruch von Inrebic bewältigt (siehe die Rubriken «Dosierung/Anwendung» und

«Unerwünschte Wirkungen»).

Gastrointestinale Beschwerden

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehören zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen bei mit Inrebic

behandelten Patienten.

Die meisten Ereignisse sind Grad 1 oder 2 und treten typischerweise innerhalb der ersten 2 Wochen der

Behandlung auf. Während der Inrebic-Behandlung sollte eine prophylaktische Therapie mit Antiemetika

(z.B. 5 HT3-Rezeptorantagonisten) in Erwägung gezogen werden. Durchfall sollte beim ersten Auftreten

sofort mit Antidiarrhoika behandelt werden. Bei Fällen von Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe, welche je

≥ Grad 3 sind und nicht innerhalb von 48 Stunden auf unterstützende Massnahmen ansprechen, sollte

die Behandlung mit Inrebic unterbrochen werden, bis die Beschwerden auf ≤ Grad 1 oder den

Ausgangszustand abgeklungen sind. Die Behandlung mit Inrebic sollte mit einer täglichen Dosierung,

100 mg unter der zuletzt verabreichten Dosis, wieder aufgenommen werden. Die Thiaminspiegel sollten

überwacht und bei Bedarf wieder aufgefüllt werden (siehe die Rubriken «Dosierung/Anwendung» und

«Unerwünschte Wirkungen»).

Lebertoxizität

Unter Behandlung mit Inrebic wurde von ALT und AST Anstiegen und einem Fall von Leberversagen

berichtet. Die Leberfunktion der Patienten sollte zu Behandlungsbeginn, mindestens monatlich in den

ersten 3 Monaten und danach in regelmässigen Abständen während der Behandlung sowie bei Vorliegen

einer entsprechenden klinischen Indikation kontrolliert werden. Nach einer beobachteten Lebertoxizität

sollten die Patienten bis zu deren Abklingen mindestens alle 2 Wochen kontrolliert werden. Mit

Dosisänderungen oder dauerhaftem Behandlungsabbruch waren ALT- und AST-Erhöhungen im

Allgemeinen reversibel.

Bei ALT- und/oder AST-Erhöhungen von ≥ Grad 3 (grösser als 5 × ULN) ist die Behandlung mit

Inrebic zu unterbrechen, bis ALT und AST Werte auf ≤ Grad 1 oder die Ausgangswerte gesunken sind.

Die Behandlung mit Inrebic sollte mit einer täglichen Dosierung, 100 mg unter der zuletzt verabreichten

Dosis, wieder aufgenommen werden. Bei erneutem Anstieg der ALT/AST- ALT Werte ≥ Grad 3 ist die

Behandlung mit Inrebic abzubrechen (siehe die Rubriken «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Amylase- und Lipase-Anstiege

Unter Behandlung mit Inrebic wurde von Amylase- und Lipase-Anstiegen und einem Fall von

Pankreatitis berichtet. Die Amylase- und Lipasespiegel sind vor Behandlungsbeginn, in regelmässigen

Abständen während der Behandlung sowie bei Vorliegen einer entsprechenden klinischen Indikation zu

kontrollieren. Nach einer beobachteten Toxizität sollten die Patienten bis zu deren Abklingen

mindestens alle 2 Wochen kontrolliert werden.

Die Amylase- und Lipasespiegel sind vor Behandlungsbeginn mindestens monatlich in den ersten 3

Monaten und danach in regelmässigen Abständen während der Behandlung sowie bei Vorliegen einer

entsprechenden klinischen Indikation zu kontrollieren. Bei Amylase- und/oder Lipase-Anstiegen auf

≥ Grad 3 ist die Behandlung mit Inrebic zu unterbrechen, bis sich die Anstiege auf ≤ Grad 1 oder bis

zum Ausgangswert zurückgebildet haben. Anschliessend kann die Behandlung mit einer täglichen

Dosis, die 100 mg unter der zuletzt angewendeten Dosis liegt, wiederaufgenommen werden (siehe

Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Erhöhter Kreatininwert

Unter Behandlung mit Inrebic wurde von Anstiegen des Kreatininwerts berichtet (siehe Rubrik

«Unerwünschte Wirkungen»). Der Kreatininwert der Patienten ist vor Behandlungsbeginn mindestens

monatlich in den ersten 3 Monaten und danach in regelmässigen Abständen während der Behandlung

sowie bei Vorliegen einer entsprechenden klinischen Indikation zu kontrollieren. Bei schwerer

Niereninsuffizienz (CLcr 15 ml/min bis 29 ml/min nach C-G) werden Dosisänderungen empfohlen

(siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Gleichzeitige Verabreichung mit starken und mässigen CYP3A4 Inhibitoren

Die gleichzeitige Verabreichung von Inrebic mit starken CYP3A4 Inhibitoren erhöht die Inrebic

Exposition. Eine erhöhte Exposition mit Inrebic kann das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.

Anstelle von starken CYP3A4 Inhibitoren sollten alternative Therapien, die die CYP3A4 Aktivität nicht

stark hemmen, in Betracht gezogen werden. Wenn starke CYP3A4 Inhibitoren nicht ersetzt werden

können, sollte die Dosis von Inrebic bei Verabreichung mit starken CYP3A4 Inhibitoren (z.B.

Ketoconazol, Ritonavir) reduziert werden. Die Patienten sollten sorgfältig (z.B. mindestens wöchentlich)

in Bezug auf unerwünschte Wirkungen überwacht werden. Die längere gleichzeitige Verabreichung

eines mässigen CYP3A4 Inhibitors kann eine engmaschige Überwachung und, falls notwendig,

Dosisanpassungen aufgrund von unerwünschten Wirkungen erfordern (siehe Rubrik

«Dosierung/Anwendung» und «Interaktionen»).

Gleichzeitige Verabreichung mit starken und mässigen CYP3A4 Induktoren

Arzneimittel, die CYP3A4 stark oder mässig induzieren (z.B. Phenytoin, Rifampicin, Efavirenz),

können die Exposition gegenüber Inrebic verringern und sollten bei Patienten, die Inrebic erhalten,

vermieden werden (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Herzerkrankungen

Herzversagen wurde bei 6 (3,0 %) Patienten, die täglich 400 mg Inrebic erhielten, als schwerwiegendes

unerwünschtes Ereignis gemeldet. Ein kardiogener Schock wurde bei 1 (0,5 %) Patienten, der täglich

400 mg Inrebic erhielt, als tödliches unerwünschtes Ereignis gemeldet. Herzversagen führte bei 3 (1,5

%) Patienten, die täglich 400 mg Inrebic erhielten, zum dauerhaften Abbruch der Behandlung. Patienten

mit einer kardialen Vorgeschichte sollten nach klinischer Indikation überwacht werden.

Andere Warnhinweise

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es ist fast

«natriumfrei».

Interaktionen

Einfluss von Inrebic auf andere Arzneimittel

Arzneimittel, die CYP3A4-, CYP2C19- oder CYP2D6 Substrate sind

Die gleichzeitige Anwendung einer Einzeldosis Midazolam (CYP3A4 Substrat: 2 mg), Omeprazol

(CYP2C19 Substrat: 20 mg) und Metoprolol (CYP2D6 Substrat: 100 mg) erhöhte die AUC0-∞ von

Midazolam, Omeprazol bzw. Metoprolol um das 4-, 3- bzw. 2-Fache. Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Inrebic sind die Patienten auf unerwünschte Wirkungen zu überwachen und die Dosierungen von

Arzneimitteln, die CYP3A4-, CYP2C19- oder CYP2D6 Substrate sind, sind ggf. anzupassen.

Einfluss anderer Arzneimittel auf Inrebic

Starke und mässige CYP3A4 Inhibitoren

Die gleichzeitige Verabreichung von Ketoconazol (starker CYP3A4 Inhibitor: 200 mg zweimal täglich)

und einer Einmaldosis von Fedratinib (300 mg) erhöhte die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-

Kurve von 0 bis unendlich (AUC0-∞) um ungefähr das 3-Fache. Basierend auf den physiologisch

basierten pharmakokinetischen (PBPK) Simulationen wird für die gleichzeitige Verabreichung eines

starken CYP3A4 Inhibitors wie Ketoconazol (400 mg einmal täglich) und Inrebic 400 mg einmal täglich

eine Erhöhung der Fedratinib-AUC im Steady State um das 2-Fache vorausgesagt (siehe Rubrik

«Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Basierend auf den PBPK Simulationen wird für die gleichzeitige Verabreichung eines mässigen

CYP3A4 Inhibitors, Erythromycin (500 mg dreimal täglich) oder Diltiazem (120 mg zweimal täglich),

und Fedratinib 400 mg einmal täglich eine Erhöhung der Fedratinib AUC im Steady State um das 1,2-

bzw. 1,1-Fache vorausgesagt. Unerwünschte Wirkungen nach längerer gleichzeitiger Verabreichung

eines mässigen CYP3A4 Inhibitors können nicht ausgeschlossen werden (siehe Rubrik «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Starke und mässige CYP3A4 Induktoren

Die gleichzeitige Verabreichung von Rifampicin (starker CYP3A4 Induktor: 600 mg einmal täglich)

oder Efavirenz (mässiger CYP3A4 Induktor: 600 mg einmal täglich) und einer Einmaldosis von

Fedratinib (500 mg) reduzierte die AUC0-∞ von Fedratinib um 80% respektive 50%.

Die Anwendung von Inrebic zusammen mit starken und mässigen CYP3A4 Induktoren ist zu vermeiden

(Siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Duale CYP3A4- und CYP2C19 Inhibitoren

Die Anwendung von Inrebic mit dualen CYP3A4- und CYP2C19 Inhibitoren ist zu vermeiden. Die

Wirkungen der gleichzeitigen Anwendung eines dualen CYP3A4- und CYP2C19 Inhibitors mit Inrebic

wurden nicht untersucht.

Einfluss von Arzneimitteln zur Reduzierung der Magensäure

Die gleichzeitige Anwendung von Pantoprazol (Protonenpumpenhemmer: 40 mg einmal täglich)

zusammen mit einer Einzeldosis Inrebic (500 mg) erhöhte die AUC∞ von Fedratinib um das 1,2-Fache.

Daher kann davon ausgegangen werden, dass eine Erhöhung des gastrischen pH keinen klinisch

bedeutsamen Einfluss auf die Fedratinib Exposition hat, so dass keine Anpassung der Fedratinib

Dosierung erforderlich ist.

In vitro Studien

Fedratinib als Substrat für Transporter:

Fedratinib ist ein Substrat für P-Glycoprotein (P-gp), aber nicht für das Breast Cancer Resistance Protein

(BCRP), BSEP, das Multidrug Resistance-Related Protein (MRP) 2, und den Organo-Anion-Transporter

(OATP)1B1 und OATP1B3.

Einfluss von Fedratinib auf Transportersubstrate

Fedratinib hemmt P-gp, BCRP, OATP1B1, OATP1B3, organische Kationentransporter (OCT) 2, das

Multidrug and Toxin Extrusion (MATE) 1 sowie MATE2-K, aber nicht BSEP, MRP2 und den Organo-

Anion-Transporter (OAT)1 und OAT3 in vitro.

Schwangerschaft, Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption

Weisen Sie Frauen im gebärfähigen Alter darauf hin, während der Behandlung mit Inrebic eine

Schwangerschaft zu vermeiden und während der Behandlung mit Inrebic und für mindestens einen

Monat nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütung anzuwenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Inrebic bei Schwangeren vor, die eine Bewertung des

Risikos für schwere Geburtsfehler, Fehlgeburten oder unerwünschte Wirkungen bei der Mutter und dem

Fötus in Zusammenhang mit dem Arzneimittel ermöglichen würden. In tierexperimentellen

Reproduktionsstudien führte die orale Anwendung von Fedratinib bei trächtigen Ratten während der

Organogenese in Dosen, die deutlich unter der für den Menschen empfohlenen Tagesdosis von 400 mg

lagen, zu unerwünschten Wirkungen auf die Entwicklung (siehe Rubrik «Präklinische Daten»). Inrebic

darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit

Fedratinib aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen