Inovelon 100 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
rufinamidum
Verfügbar ab:
Eisai Pharma AG
ATC-Code:
N03AF03
INN (Internationale Bezeichnung):
rufinamidum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
rufinamidum 100 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Zusatztherapie zur Behandlung von Anfällen bei Lennox-Gastaut-Syndrom bei Patienten ab dem 1. Lebensjahr
Zulassungsnummer:
58097
Berechtigungsdatum:
2009-01-06

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-2020

Inovelon®

Eisai Pharma AG

Was ist INOVELON und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin wird Inovelon zusammen mit anderen Arzneimitteln

bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr zur Behandlung von Krampfanfällen

angewendet, die beim Lennox-Gastaut-Syndrom auftreten.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Filmtablette Inovelon 100 mg enthält 76,625 mg Kohlenhydrate, Inovelon 200 mg enthält

152,25 mg Kohlenhydrate, Inovelon 400 mg enthält 306,5 mg Kohlenhydrate. Die Suspension

enthält pro Milliliter 267,59 mg Kohlenhydrate.

Wann darf INOVELON nicht eingenommen / angewendet werden?

Sie dürfen Inovelon nicht einnehmen, wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff

Rufinamid oder gegen Triazolderivate (zur Behandlung von Pilzerkrankungen) sind.

Inovelon Suspension zum Einnehmen darf nicht angewendet werden, wenn Sie unter einer

angeborenen/familiären Herzerkrankung namens Short-QT-Syndrom (Kurzes QT-Syndrom, mit

verkürztem QT-Intervall in der Herzstromkurve [EKG]) leiden, oder allergische Reaktionen auf

Konservierungsstoffe (Parabene E216, E218) oder das Lösungsmittel Propylenglykol (E1520) zeigen

oder bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Sorbitol).

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von INOVELON Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Inovelon erforderlich, wenn Sie

·unter Leberproblemen leiden, da es nur begrenzte Informationen zur Anwendung von Inovelon in

dieser Gruppe gibt und die Dosis Ihres Arzneimittels möglicherweise langsamer gesteigert werden

muss.

·einen Hautausschlag bekommen. Sie müssen sofort zu Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin gehen, da dies

in sehr seltenen Fällen schwerwiegende Folgen haben kann.

·eine Zunahme der Anzahl, des Schweregrads oder der Dauer Ihrer Anfälle bemerken, müssen Sie

sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenden.

·unter Schwindel oder Schläfrigkeit leiden, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

·Dialyse-Patient/-in sind, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da gegebenenfalls eine

entsprechende Anpassung der Inovelon-Dosis erwogen werden sollte.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges

setzen oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich unter Einnahme dieses

Arzneimittels benommen oder schwindelig fühlen oder verschwommen sehen. Sie müssen zu Beginn

der Behandlung oder nach einer Steigerung der Dosis besonders vorsichtig sein.

Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt, bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Gedanken haben sich selbst zu

verletzen oder sich das Leben zu nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem

eingenommen haben, da die Dosis von Inovelon eventuell angepasst werden muss: Carbamazepin,

Digoxin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Valproat, Vigabitrin oder Warfarin. Die

Wirkung hormoneller Verhütungsmittel (die «Pille») kann durch Inovelon herabgesetzt werden.

Inovelon Filmtabletten enthalten Lactose. Bitte nehmen Sie diese erst nach Rücksprache mit Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit

leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen

Darf INOVELON während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie geeignete Massnahmen zur

Empfängnisverhütung anwenden, während Sie Inovelon einnehmen. Nehmen Sie die Pille (zur

hormonellen Empfängnis-verhütung) ein, wird zusätzlich geraten, eine zusätzliche nicht-hormonelle

Methode zur Empfängnisverhütung anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder glauben, schwanger zu

sein oder eine Schwangerschaft planen. Sie dürfen Inovelon während der Schwangerschaft nur

einnehmen, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin es Ihnen empfiehlt.

Sie dürfen nicht stillen, wenn Sie Inovelon einnehmen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin um Rat.

Wie verwenden Sie INOVELON?

Nehmen Sie Inovelon immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein.

Inovelon wird zweimal täglich, morgens und abends, mit Wasser eingenommen. Inovelon sollte

vorzugsweise mit Nahrung eingenommen werden. Trinken sie nicht gleichzeitig Alkohol, wenn Sie

Inovelon einnehmen. Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Schlucken haben, verwenden Sie die

Suspension oder zerdrücken die Filmtablette, mischen das Pulver mit etwa einem halben Glas (100

ml) Wasser und trinken es sofort.

Die Dosis ist abhängig einerseits vom Körpergewicht, und andererseits davon, ob Sie gleichzeitig

auch das Arzneimittel Valproinsäure (Valproat) einnehmen. Die gleichzeitige Einnahme von

Valproinsäure (Valproat) verringert die Ausscheidung von Inovelon.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 30 kg, die kein Valproat einnehmen

Die übliche Anfangsdosis bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 30 kg ist 10 mg/kg/Tag

Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension. Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosis anpassen, sie

kann alle drei Tage um 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension bis zu einer

täglichen Gesamtdosis von maximal 1000 mg Filmtabletten oder 25 ml Suspension erhöht werden.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 30 kg, die Valproat einnehmen

Die übliche Anfangsdosis bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 30 kg, die auch Valproinsäure

(Valproat) einnehmen, ist 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension. Der Arzt

bzw. die Ärztin wird die Dosis anpassen, sie kann alle drei Tage um 10 mg/kg/Tag Filmtabletten

oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension bis zu einer täglichen Gesamtdosis von maximal 600 mg

Filmtabletten oder 15 ml Suspension erhöht werden.

Patienten mit einem Körpergewicht ab 30 kg, die kein Valproat einnehmen

Die übliche Anfangsdosis bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht von 30 kg oder

mehr ist 20 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/Tag Suspension. Der Arzt bzw. die Ärztin wird

die Dosis anpassen, sie kann je nach Körpergewicht alle 2 Tage um bis zu 20 mg/kg/Tag

Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/Tag Suspension erhöht werden, bis zu einer täglichen Gesamtdosis von

maximal 3200 mg (80 ml Suspension) gesteigert werden.

Patienten mit einem Körpergewicht von 30 kg oder mehr, die Valproat einnehmen

Die übliche Anfangsdosis bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht von 30 kg oder

mehr, die auch Valproinsäure (Valproat) einnehmen, ist 20 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/

Tag Suspension. Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosis anpassen, sie kann je nach Körpergewicht

alle 2 Tage um bis zu 20 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/Tag Suspension erhöht werden, bis

zu einer täglichen Gesamtdosis von maximal 2400 mg (60 ml Suspension) gesteigert werden.

Manche Patienten bzw. Patientinnen sprechen möglicherweise auf geringere Dosen an. Die Dosis

kann langsamer gesteigert werden, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden.

Inovelon ist zur langfristigen Behandlung bestimmt. Verringern Sie Ihre Dosis nicht und setzen Sie

das Arzneimittel nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin empfiehlt es Ihnen.

Wie ist Inovelon, Suspension zum Einnehmen, zu verabreichen

1.Vor Gebrauch gut schütteln.

2.Verschluss gleichzeitig nach unten drücken und drehen, um die Flasche zu öffnen.

3.Adapter in den Flaschenhals einführen bis er dicht verschliesst.

4.Spritzenkolben vollständig nach unten drücken.

5.Die Spritze soweit wie möglich in die Öffnung des Adapters einsetzen.

6.Flasche mit Spritze umdrehen und die verschriebene Menge Inovelon Suspension zum Einnehmen

aus der Flasche ziehen.

7.Flasche mit Spritze wieder aufrecht stellen und die Spritze entfernen.

8.Adapter in der Flasche aufgesetzt lassen und den Verschluss aufschrauben. Die Spritze nach

Gebrauch mit sauberem Wasser waschen und gut trocknen lassen.

Inovelon kann auch über eine Magensonde verabreicht werden.

Falls Sie eine grössere Menge von Inovelon eingenommen haben, als Sie sollten

Falls Sie eine grössere Menge von Inovelon eingenommen haben, als Sie sollten, teilen Sie es sofort

einer Pflegeperson (Verwandter oder Freund), Ihrem Arzt oder Apotheker mit oder wenden Sie sich

an die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses und nehmen Sie Ihr Arzneimittel mit. Sie

werden möglicherweise müde und verlieren das Bewusstsein. Setzen Sie sich zu dieser Zeit nicht an

das Steuer eines Fahrzeugs.

Falls Sie die Einnahme von Inovelon vergessen haben

Falls Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie Ihr Arzneimittel weiter wie

gewohnt ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben. Wenn Sie mehr als eine Dosis vergessen haben, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um

Rat.

Falls Sie die Einnahme von Inovelon abbrechen müssen

Falls Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen empfiehlt, die Behandlung abzubrechen, befolgen Sie seine/ihre

Anweisungen zu einem schrittweisen Absetzen von Inovelon, um das Risiko einer erhöhten

Anfallshäufigkeit zu verringern.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann INOVELON haben?

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit und Müdigkeit. Inovelon

Suspension zum Einnehmen kann Symptome wie nach Alkoholgenuss verursachen.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Probleme, die mit den Nerven zusammenhängen, wie: Schwierigkeiten beim Gehen, anomale

Bewegungen, Krämpfe/Anfälle, ungewöhnliche Augenbewegungen, verschwommenes Sehen,

Zittern.

Probleme, die mit dem Magen zusammen hängen, wie: Magenschmerzen, Verstopfung,

Verdauungsstörungen, weiche Stühle (Durchfall), Appetitlosigkeit oder Appetitminderung,

Gewichtsabnahme.

Infektionen: Infektion des Ohrs, Grippe, Anschwellen der Nasenschleimhaut, Atemwegsinfektion.

Zudem litten Patienten bzw. Patientinnen unter: Angst, Schlaflosigkeit, Nasenbluten, Akne,

Ausschlag, Rückenschmerzen, seltenen Periodenblutungen, blauen Flecken, Kopfverletzungen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Allergische Reaktionen und ein Anstieg der Leberenzyme.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin der Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Sie dürfen Inovelon nicht mehr anwenden, wenn Sie eine Veränderung der Färbung der Filmtabletten

oder der Suspension bemerken.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Die Suspension ist innerhalb von 90 Tagen nach Anbruch aufzubrauchen.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 °C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in INOVELON enthalten?

Inovelon 100 mg sind rosa-farbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, die auf beiden Seiten

eingekerbt und teilbar sind, auf einer Seite ist «ε261» eingeprägt.

Inovelon 200 mg sind rosa-farbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, die auf beiden Seiten

eingekerbt und teilbar sind; auf einer Seite ist «ε262» eingeprägt.

Inovelon 400 mg sind rosa-farbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, die auf beiden Seiten

eingekerbt und teilbar sind; auf einer Seite ist «ε263» eingeprägt.

Wirkstoffe

1 Filmtablette enthält den Wirkstoff Rufinamid in einer Menge von 100, 200 bzw. 400 mg.

1 ml der Suspension enthält 40 mg des Wirkstoffes Rufinamid.

Hilfsstoffe

Filmtabletten: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Croscarmellose-

Natrium, Hypromellose, Magnesiumstearat, Natriumdodecylsulfat, kolloidales Siliciumdioxid.

Macrogol (8000), Titandioxid (E171), Talkum; Color.: Eisenoxid (E172).

Suspension: mikrokristalline Cellulose (E460), Carmellose-Natrium (E466), Hydroxyethylcellulose,

Citronensäure (E330), Poloxamer 188, Propylenglycol (E1520), Simeticon-Emulsion, Sorbitol

(E420), Kaliumsorbat (E202), Methyl-4-hydroxybenzoat (E218), Propyl-4-hydroxybenzoat (E216),

Benzylalkohol, Orangen-Aroma und Wasser.

Zulassungsnummer

58097, 62066 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie INOVELON? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Inovelon 100 mg (zurzeit nicht im Handel)

Inovelon 200 mg: 60 Filmtabletten (50 Filmtabletten zurzeit nicht im Handel)

Inovelon 400 mg: 100 Filmtabletten (50, 60 und 200 Filmtabletten zurzeit nicht im Handel)

Inovelon 40 mg/ml: 1 Flasche (mit kindersicherem Verschluss) zu 460 ml Suspension, mit zwei

kalibrierte Dosierspritzen à 20 ml und einem Adapter zum Eindrücken in die Flasche.

Zulassungsinhaberin

Eisai Pharma AG, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Inovelon®

Eisai Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rufinamidum.

Hilfsstoffe Filmtabletten: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Maisstärke,

Croscarmellose-Natrium, Hypromellose, Magnesiumstearat, Natriumdodecylsulfat, kolloidales

Siliciumdioxid. Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol (8000), Titandioxid (E171), Talkum; Color.:

Eisenoxid (E172).

Hilfsstoffe Suspension: mikrokristalline Cellulose (E460), Carmellose-Natrium (E466),

Hydroxyethylcellulose, Citronensäure (E330), Propylenglycol (E1520), Simeticon-Emulsion,

Poloxamer 188, Sorbitol (E420); Conserv.: Kaliumsorbat (E202), Methyl-4-hydroxybenzoat (E218),

Propyl-4-hydroxybenzoat (E216), Benzylalkohol; Arom.: Orangen-Aroma; Wasser.

Jeder ml Suspension zum Einnehmen enthält 1,2 mg Methyl-4-hydroxybenzoat (E218), 0,3 mg

Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E216) sowie 175 mg Sorbitol (Ph.Eur.) (E420).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Inovelon 100 mg (teilbar): Rosafarbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, auf beiden Seiten

eingekerbt, auf einer Seite ist «E261» eingeprägt.

Inovelon 200 mg (teilbar): Rosafarbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, auf beiden Seiten

eingekerbt, auf einer Seite ist «E262» eingeprägt.

Inovelon 400 mg (teilbar): Rosafarbene, ovale, leicht konvexe Filmtabletten, auf beiden Seiten

eingekerbt, auf einer Seite ist «E263» eingeprägt.

Inovelon 40 mg/ml: Opake, praktisch weisse und leicht zähflüssige (viskose) Suspension.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Inovelon ist angezeigt als Zusatztherapie zur Behandlung von Anfällen beim Lennox-Gastaut-

Syndrom bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Inovelon muss durch einen Pädiater oder Neurologen eingeleitet werden, der

über Erfahrung in der Therapie von Epilepsien verfügt.

Inovelon Suspension zum Einnehmen und Inovelon Filmtabletten können bei gleicher Dosis

gegeneinander ausgetauscht werden. In der Umstellungsphase sollten die Patienten überwacht

werden.

Dosierung

Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr und einem Körpergewicht unter

30 kg

- Patienten die kein Valproat erhalten

Die Therapie sollte mit einer Dosis von 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension

eingeleitet werden. Die Dosis wird in Schritten von bis zu 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25

ml/kg/Tag Suspension jeden dritten Tag bis zu einer empfohlenen Dosis von 45 mg/kg/Tag

Filmtabletten oder 1,125 ml/kg/Tag Suspension erhöht. Die maximal empfohlene Dosis für die

Patienten ist 1000 mg/Tag Filmtabletten oder 25 ml/Tag Suspension.

- Patienten die auch Valproat erhalten

Da Valproat die Rufinamid-Clearance signifikant verringert, wird bei Patienten, die gleichzeitig

Valproat erhalten, eine geringere Maximaldosis von Inovelon empfohlen. Die Behandlung sollte mit

einer Dosis von 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension eingeleitet werden. Die

Dosis wird in Schritten von bis zu 10 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,25 ml/kg/Tag Suspension

jeden dritten Tag bis zu einer empfohlenen Dosis von 30 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,75

ml/kg/Tag Suspension erhöht. Die maximal empfohlene Dosis für diese Patienten ist 600 mg/Tag

Filmtabletten oder 15 ml/Tag Suspension.

Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg

- Patienten die kein Valproat erhalten:

Die Behandlung sollte mit einer Dosis von 20 mg/kg/Tag Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/Tag

Suspension eingeleitet werden. Die Dosis wird in Schritten von bis zu 20 mg/kg/Tag Filmtabletten

oder 0,5 ml/kg/Tag Suspension jeden zweiten Tag bis zu einer empfohlenen Dosis von 45 mg/kg/Tag

Filmtabletten oder 1,125 ml/kg/Tag Suspension erhöht. Die tägliche Dosis sollte die in der folgenden

Tabelle maximal empfohlene Dosis für den Gewichtsbereich nicht überschreiten.

Gewichtsbereich

30,0–50,0 kg

50,1–70,0 kg

≥70,1 kg

Maximal empfohlene

Dosis

1'800 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

45 ml/Tag Suspension

2'400 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

60 ml/Tag Suspension

3'200 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

80 ml/Tag Suspension

- Patienten die auch Valproat erhalten:

Die Behandlung sollte mit einer Dosis von 20 mg/kg/Tag als Filmtabletten oder 0,5 ml/kg/Tag

Suspension eingeleitet werden. Die Dosis wird in Schritten von bis zu 20 mg/kg/Tag Filmtabletten

oder 0,5 ml/kg/Tag Suspension jeden zweiten Tag bis zu einer empfohlenen Dosis von 30 mg/kg/Tag

Filmtabletten oder 0,75 ml/kg/Tag Suspension erhöht. Die tägliche Dosis sollte die in der folgenden

Tabelle maximal empfohlene Dosis für den Gewichtsbereich nicht überschreiten.

Gewichtsbereich

30,0–50,0 kg

50,1–70,0 kg

≥70,1 kg

Maximal empfohlene

Dosis

1'600 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

2'000 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

2'400 mg/Tag als

Filmtabletten

oder

40 ml/Tag Suspension

50 ml/Tag Suspension

60 ml/Tag Suspension

Anwendung

Inovelon ist zum Einnehmen bestimmt. Es wird zweimal täglich, morgens und abends im Abstand

von 12 Stunden, in zwei gleichmässig aufgeteilten Dosen eingenommen. Da eine

nahrungsmittelabhängige Wirkung beobachtet wurde, sollte Inovelon vorzugsweise mit Nahrung

eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik»). Die Filmtabletten sind mit Wasser einzunehmen.

Hat der Patient Schwierigkeiten beim Schlucken, können die Filmtabletten zerdrückt und in einem

halben Glas Wasser eingenommen werden.

Die Inovelon Suspension zum Einnehmen muss vor jeder Einnahme kräftig geschüttelt werden. Der

Adapter zum Eindrücken in die Flasche (Press-in-Bottle-Adapter, PIBA), der in der Packung

mitgeliefert wird, wird vor Gebrauch fest in den Flaschenhals eingesetzt und bleibt für die Dauer der

Verwendung der Flasche darin. Der Deckel passt auch, wenn der Adapter eingesetzt ist. Die

Dosierspritze wird in den Adapter eingeführt und die Dosis aus der kopfüber gedrehten Flasche

herausgezogen. Nach jedem Gebrauch ist die Flasche mit dem Schraubdeckel zu verschliessen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Es stehen nur begrenzte Informationen zur Anwendung von Inovelon bei älteren Patienten zur

Verfügung. Da die Pharmakokinetik von Rufinamid bei älteren Patienten nicht verändert wird (siehe

«Pharmakokinetik»), ist eine Dosisanpassung bei Patienten über 65 Jahren nicht erforderlich.

Kinder

Die populationskinetische Analyse von Rufinamid (siehe «Pharmakokinetik»), zeigt, dass keine

Dosisanpassung aufgrund des Alters notwendig ist. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rufinamid

bei Kleinkindern unter einem Jahr ist nicht bekannt; es sind keine Daten verfügbar.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Eine Studie bei Patienten mit schwerwiegender Nierenfunktionsstörung deutet darauf hin, dass bei

diesen Patienten keine Dosisanpassungen erforderlich sind (siehe «Pharmakokinetik»).

Hämodialyse-pflichtige Patienten

Patienten unter Hämodialyse benötigen in der Regel keine Anpassung der Dosis (siehe

«Pharmakokinetik»).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Die Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wurde nicht untersucht. Bei der

Behandlung von Patienten mit leichter bis mässiger Leberfunktionsstörung ist Vorsicht geboten, eine

sorgfältige Titration der Dosis wird empfohlen. Die Anwendung wird bei Patienten mit

schwerwiegender Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.

Auswirkung von Nahrungsmitteln

Inovelon sollte vorzugsweise mit Nahrung eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Absetzen von Inovelon

Soll eine Behandlung mit Inovelon abgesetzt werden, sollte dies schrittweise erfolgen. In klinischen

Prüfungen wurde Inovelon abgesetzt, indem die Dosis alle zwei Tage um etwa 25% reduziert wurde.

Wurden eine oder mehrere Dosen ausgelassen, ist eine individuelle klinische Beurteilung

erforderlich.

Kontraindikationen

Familiäres Short-QT-Syndrom (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Triazolderivate oder einen der sonstigen Bestandteile.

Suspension zum Einnehmen

Aufgrund des Gehaltes an Sorbitol in der oralen Suspension ist diese ungeeignet für Personen mit

Fructoseunverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz). Sie darf auch nicht bei Personen mit

Überempfindlichkeit auf Parabene (Methyl- und Propylparahydroxybenzoicum E 216, E 218) und

Propylenglykol (E1520) eingesetzt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Status epilepticus

Fälle von Status epilepticus wurden während Studien im Verlauf der klinischen Entwicklung unter

Rufinamid beobachtet, hingegen wurden keine derartigen Fälle unter Placebo beobachtet. Diese

Ereignisse führten in 20% der Fälle zum Absetzen von Rufinamid. Entwickeln Patienten neue

Anfallsformen und/oder tritt ein Status epilepticus mit einer grösseren Häufigkeit auf als in der

Ausgangserkrankung des Patienten der Fall war, sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Therapie

neu beurteilt werden.

Verkürzung des QT-Intervalls

In einer Studie, in welcher der Effekt von Rufinamid auf die QT-Zeit eingehend untersucht wurde,

rief Rufinamid konzentrationsabhängig eine Abnahme des QTc Intervalls hervor. Das familiäre

Short-QT-Syndrom ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten eines plötzlichen

Herztodes oder ventrikulärer Arrhythmien, insbesondere Kammerflimmern. Es wird angenommen,

dass solche Ereignisse hauptsächlich auftreten, wenn die korrigierte QT-Zeit unter 300 msec fällt.

Für Rufinamid wurden in den formalen EKG-Studien keine Verkürzungen der QT-Zeit unter 300

msec und kein Signal bezüglich Substanz-induziertem plötzlichen Herztod oder Kammerarrhythmien

beschrieben. Die klinische Relevanz des für Rufinamid beobachteten Ausmasses der

konzentrationsabhängigen Verkürzung der QT-Zeit ist jedoch derzeit nicht bekannt. Daher sollte

Rufinamid bei Patienten mit familiärem Short-QT-Syndrom nicht angewendet werden. Zudem ist

Vorsicht geboten, wenn die Verabreichung von Rufinamid mit anderen QT-Intervall-verkürzenden

Substanzen erwogen werden sollte.

Absetzen von Inovelon

Antiepileptika wie Inovelon müssen schrittweise abgesetzt werden, um das Auftreten eventueller

Entzugskrämpfe zu reduzieren. In klinischen Prüfungen wurde Inovelon abgesetzt, indem die Dosis

alle zwei Tage um etwa 25% reduziert wurde. Es stehen nur unzureichende Daten zur Verfügung,

was das Absetzen antiepileptischer Arzneimittel nach erfolgreicher Kontrolle der Krämpfe durch

Hinzufügen von Inovelon anbelangt.

Wirkung auf das Zentralnervensystem

Die Behandlung mit Rufinamid stand im Zusammenhang mit Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Ataxie

und Gangstörungen, die zu einem gehäuften Auftreten versehentlicher Stürze in dieser Population

führen könnten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Patienten und Pflegepersonal müssen vorsichtig

sein, bis sie mit den potenziellen Wirkungen dieses Arzneimittels vertraut sind.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei der Behandlung mit Rufinamid sind schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen gegen

Antiepileptika, einschliesslich DRESS- (Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms)

und Stevens-Johnson-Syndrom, aufgetreten. Die Symptomatik war verschiedenartig; typischerweise,

jedoch nicht ausschliesslich, stellten sich die Patienten mit Fieber und Ausschlag mit Beteiligung

anderer Organe vor. Weitere mit einer Überempfindlichkeit gegen Antiepileptika in Zusammenhang

stehende Nebenwirkungen waren Lymphadenopathie, Anomalien bei Leberfunktionstests und

Hämaturie. Da sich diese Erkrankung verschiedenartig ausdrückt, können Anzeichen und Symptome

in anderen Organsystemen auftreten, die hier nicht angegeben sind. Dieses Syndrom trat in engem

zeitlichen Zusammenhang mit der Einleitung einer Rufinamid-Therapie und in der pädiatrischen

Population auf. Wird diese Reaktion vermutet, muss Rufinamid abgesetzt und eine andere Therapie

eingeleitet werden. Alle Patienten, die unter der Rufinamid-Behandlung einen Ausschlag entwickeln,

müssen engmaschig überwacht werden.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während einer Inovelon-Therapie Massnahmen zur

Empfängnisverhütung anwenden. Die Ärzte sollten sich darum bemühen, sicher zu stellen, dass eine

geeignete Form der Empfängnisverhütung angewendet wird, und ihre klinische Erfahrung einsetzen,

um zu beurteilen, ob orale Kontrazeptiva oder die Dosen der Komponenten oraler Kontrazeptiva

angesichts der klinischen Situation der einzelnen Patientin angemessen sind (siehe «Interaktionen»

und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen wurden bei Patienten beobachtet, die Antiepileptika für

verschiedene Indikationen erhielten. Eine Metaanalyse von randomisierten Placebo-kontrollierten

Studien mit Antiepileptika hat ferner gezeigt, dass das Risiko für Suizidneigung und suizidale

Verhaltensweisen leicht erhöht ist. Die Mechanismen für dieses Risiko sind nicht bekannt und die

verfügbaren Daten schliessen ein erhöhtes Risiko bei Inovelon nicht aus.

Die Patienten müssen daher auf Anzeichen für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen überwacht

werden und eine angemessene Behandlung ist in Erwägung zu ziehen. Patienten (und deren

Betreuungspersonen) ist zu raten, bei Anzeichen für suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen

ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Lactose

Inovelon Filmtabletten enthalten Lactose, daher sollten Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption dieses Arzneimittel

nicht einnehmen.

Parahydroxybenzoat

Inovelon Suspension zum Einnehmen enthält Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-

hydroxybenzoat, die Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen können

Sorbitol

Inovelon Suspension zum Einnehmen enthält Sorbitol, daher sollten Patienten mit der seltenen

hereditären Fructose-Intoleranz dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Beeinflussung Inovelons durch andere Arzneimittel

Andere Antiepileptika

Die Rufinamid-Konzentrationen unterliegen bei gleichzeitiger Gabe von Antiepileptika mit

bekannter Enzyminduktion keinen klinisch relevanten Veränderungen. Bei Patienten, die Inovelon

erhalten und bei denen eine Valproat-Gabe eingeleitet wird, können signifikante Erhöhungen der

Plasmakonzentrationen von Rufinamid auftreten (siehe Empfehlungen im Abschnitt

«Dosierung/Anwendung»).

Beim Hinzufügen oder Absetzen dieser Arzneimittel oder bei einer Anpassung der Dosis dieser

Arzneimittel während einer Inovelon-Therapie kann eine Anpassung der Inovelon-Dosis erforderlich

sein.

Bei gleichzeitiger Gabe von Lamotrigin, Topiramat oder Benzodiazepinen sind keine signifikanten

Veränderungen der Rufinamid-Konzentration zu beobachten.

Beeinflussung anderer Arzneimittel durch Inovelon

Andere Antiepileptika

Die pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Rufinamid und anderen Antiepileptika

wurden bei Patienten mit Epilepsie unter Verwendung des «Population Pharmacokinetic Modelling»

untersucht. Rufinamid scheint keine klinisch relevante Auswirkung auf die Steady-state-

Konzentrationen von Carbamazepin, Lamotrigin, Phenobarbital, Phenytoin, Topiramat oder Valproat

zu haben.

Orale Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Gabe von Rufinamid 800 mg zweimal täglich mit einem oralen kontrazeptiven

Kombinationspräparat (Ethinylestradiol 35 µg und Norethindron 1 mg) über 14 Tage führte zu einer

durchschnittlichen Verringerung der AUC0–24 von Ethinylestradiol um 22% und der AUC0–24 von

Norethindron um 14%. Es wurden keine Studien mit anderen oralen oder implantierbaren

Kontrazeptiva durchgeführt. Frauen im gebärfähigen Alter, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden,

wird geraten, eine zusätzliche sichere und effektive Methode der Empfängnisverhütung anzuwenden

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Cytochrom-P450-Enzyme

Rufinamid wird durch Hydrolyse metabolisiert, es wird nicht in bemerkenswertem Ausmass über

Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert. Zudem hemmt Rufinamid die Aktivität von Cytochrom-

P450-Enzymen nicht (siehe «Pharmakokinetik»). Somit ist es unwahrscheinlich, dass klinisch

signifikante Wechselwirkungen aufgrund einer Hemmung des Cytochrom-P450-Systems durch

Rufinamid auftreten. Rufinamid induziert erwiesenermassen das Cytochrom-P450-Enzym CYP3A4

und kann somit die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die über dieses Enzym metabolisiert

werden, verringern. Die Auswirkung war gering bis mässig. Die durchschnittliche CYP3A4-

Aktivität, beurteilt anhand der Clearance von Triazolam, war nach einer 11-tägigen Therapie mit

Rufinamid 400 mg zweimal täglich um 55% erhöht. Die Triazolam-Exposition war um 36%

reduziert. Höhere Rufinamid-Dosen können zu einer ausgeprägteren Induktion führen. Es kann nicht

ausgeschlossen werden, dass Rufinamid möglicherweise auch die Exposition mit anderen

Arzneimitteln, die durch andere Enzyme metabolisiert oder von Transportproteinen wie P-

Glykoprotein transportiert werden, senkt.

Es wird empfohlen, dass Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, welche über das

CYP3A-Enzymsystem metabolisiert werden, nach Beginn oder Beendigung einer Inovelon-Therapie

oder nach einer deutlichen Dosisveränderung zwei Wochen lang sorgfältig überwacht werden. Es

kann erforderlich sein, eine Dosisanpassung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels zu erwägen.

Diese Empfehlungen sollten auch beachtet werden, wenn Rufinamid gleichzeitig mit Arzneimitteln

mit geringer therapeutischer Breite wie Warfarin oder Digoxin angewendet wird.

Eine spezifische Studie zu Wechselwirkungen bei gesunden Probanden zeigte keinen Einfluss von

Rufinamid in Dosen von 400 mg zweimal täglich auf die Pharmakokinetik von Olanzapin, einem

CYP1A2-Substrat.

Es stehen keine Daten zur Wechselwirkung von Rufinamid mit Alkohol zur Verfügung.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Mit Epilepsie und Antiepileptika in Zusammenhang stehende Risiken:

Es wurde gezeigt, dass bei den Nachkommen von Frauen mit Epilepsie die Prävalenz von

Fehlbildungen zwei- bis dreimal höher ist als die Rate von etwa 3% in der Allgemeinbevölkerung. In

der behandelten Population wurde ein Anstieg der Häufigkeit von Fehlbildungen bei einer

Mehrfachtherapie beobachtet, in welchem Ausmass hierfür die Therapie und/oder die Erkrankung

verantwortlich sind, wurde jedoch nicht geklärt.

Zudem darf eine effektive antiepileptische Therapie nicht abrupt unterbrochen werden, da eine

Verschlimmerung der Erkrankung sowohl für die Mutter als auch für den Fötus schädlich ist.

Mit Rufinamid in Zusammenhang stehende Risiken:

Tierexperimentelle Studien haben keine teratogene Wirkung gezeigt, jedoch eine Fetotoxizität nach

Dosen, welche zu maternaler Toxizität führten (siehe «Präklinische Daten»). Das potenzielle Risiko

für Menschen ist nicht bekannt.

Es liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.

Werden diese Daten berücksichtigt, so darf Rufinamid nicht während der Schwangerschaft und bei

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Massnahmen zur Empfängnisverhütung anwenden,

verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während einer Inovelon-Therapie Massnahmen zur

Empfängnisverhütung anwenden. Die Ärzte sollten sich darum bemühen, sicher zu stellen, dass eine

geeignete Form der Empfängnisverhütung angewendet wird, und ihre klinische Erfahrung einsetzen,

um zu beurteilen, ob orale Kontrazeptiva oder die Dosen der Komponenten oraler Kontrazeptiva

angesichts der klinischen Situation der einzelnen Patientin angemessen sind (siehe «Interaktionen»).

Planen Frauen, die mit Rufinamid behandelt werden, eine Schwangerschaft, muss die Indikation für

dieses Arzneimittel sorgfältig abgewogen werden. Während der Schwangerschaft darf eine effektive

antiepileptische Therapie mit Rufinamid nicht unterbrochen werden, da eine Verschlimmerung der

Erkrankung sowohl für die Mutter als auch für den Fötus schädlich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rufinamid beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Aufgrund der

potenziell schädlichen Wirkungen für den Säugling darf eine Mutter nicht stillen, wenn sie mit

Rufinamid behandelt wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Inovelon kann zu Schwindelgefühl, Schläfrigkeit und verschwommenem Sehen führen. Abhängig

von der individuellen Empfindlichkeit kann Inovelon die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen geringfügig bis stark beeinflussen. Den Patienten muss geraten werden, bei

Aktivitäten, die ein hohes Mass an Aufmerksamkeit erfordern, z.B. Fahrzeuge fahren oder

Maschinen bedienen, vorsichtig zu sein.

Inovelon orale Suspension kann zudem Symptome wie nach Alkoholgenuss hervorrufen. Den

Patienten wird geraten kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, wenn sie sich schläfrig

oder schwindelig fühlen, oder verschwommen sehen.

Unerwünschte Wirkungen

Das klinische Entwicklungsprogramm umfasste mehr als 1'900 Patienten mit unterschiedlichen

Epilepsieformen, die Rufinamid erhielten. Die insgesamt am häufigsten angegebenen unerwünschten

Wirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Müdigkeit und Schläfrigkeit. Die häufigsten

unerwünschten Wirkungen, die bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom unter Behandlung von

Rufinamid häufiger auftraten als unter Placebo, waren Schläfrigkeit und Erbrechen. Der

Schweregrad der unerwünschten Wirkungen war im Allgemeinen geringfügig bis mässig stark. Die

Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom, die

Rufinamid erhielten, 8,2% und 0% bei Patienten, die Placebo erhielten. Die häufigsten

unerwünschten Wirkungen, die in der Rufinamid-Therapiegruppe zu einem Therapieabbruch führten,

waren Ausschlag und Erbrechen.

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aufgelistet, deren Inzidenz höher lag als die der mit

Placebo aufgetretenen unerwünschten Wirkungen. Sie wurden in Doppelblindstudien mit Patienten

mit Lennox-Gastaut-Syndrom oder in der insgesamt mit Rufinamid exponierten Population

beobachtet. Die unerwünschten Wirkungen sind mit den MedDRA-Standardbegriffen,

Systemorganklassen und Häufigkeiten angegeben.

Die Häufigkeiten sind folgendermassen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100<1/10),

gelegentlich (≥1/1'000<1/100).

Infektionen

Häufig: Pneumonie, Influenza, Nasopharyngitis, Infektion des Ohrs, Sinusitis, Rhinitis.

Immunsystem

Gelegentlich: Allergische Reaktionen*.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie, Essstörung, Appetitminderung.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Angst, Schlaflosigkeit.

Nervensystem

Sehr häufig: Schläfrigkeit*, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl*.

Häufig: Status epilepticus*, Anfall, anomale Koordination*, Nystagmus, psychomotorische

Hyperaktivität, Tremor.

Augen

Häufig: Diplopie, verschwommenes Sehen.

Häufig: Schwindel.

Atmungsorgane

Häufig: Epistaxis.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Häufig: Schmerzen im Oberbauch, Obstipation, Dyspepsie, Diarrhö.

Leber

Gelegentlich: Erhöhung der Leberenzyme.

Haut

Häufig: Ausschlag*, Akne.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen.

Geschlechtsorgane

Häufig: Oligomenorrhoe.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Müdigkeit.

Häufig: Gangstörungen*.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtsabnahme.

Verletzungen

Häufig: Kopfverletzung, Contusio.

* Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Zusätzliche Informationen nach Zulassung

Pädiatrische Population (1 bis 4 Jahre): In einer multizentrischen, offenen Studie im Parallelgruppen

Design wurde Rufinamid (n=25) in einer Dosierung bis 45 mg/kg/Tag mit anderen Antiepileptika

nach Wahl des behandelnden Arztes (n=11) jeweils als Zusatzbehandlung in pädiatrischen Patienten

im Alter von 1 bis unter 4 Jahren mit ungenügend kontrolliertem LGS verglichen. Das Profil an

unerwünschten Wirkungen in dieser Alterspopulation war vergleichbar zu dem von Kindern ab 4

Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen. In der Gruppe der Rufinamid-Patienten war die Inzidenz

höher als in der Gruppe mit den Vergleichsbehandlungen betreffend: Erbrechen (24%), Somnolenz

(16%), Bronchitis (12%), Konstipation (12%), reduzierter Appetit (12%), Husten (12%),

Hautausschlag (12%), Gewichtsverlust (8%), Pneumonie (8%), Otitis media (8%), Gastroenteritis

(8%),nasale Kongestion (8%) und Aspirationspneumonie (8%) (siehe auch Rubrik

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Überdosierung

Nach einer akuten Überdosierung kann der Magen mit einer Magenspülung oder Induktion von

Erbrechen entleert werden. Es gibt kein spezifisches Antidot für Rufinamid. Es sollte eine

unterstützende Behandlung erfolgen, diese kann eine Hämodialyse umfassen (siehe

«Pharmakokinetik»).

Die mehrfache Gabe von 7'200 mg/Tag führte nicht zu ausgeprägten Anzeichen oder Symptomen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AF03

Wirkungsmechanismus

Rufinamid moduliert die Aktivität von Natriumkanälen und verlängert deren inaktivierten Zustand.

Rufinamid ist in einer Reihe von Tiermodellen der Epilepsie wirksam.

Klinische Wirksamkeit

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 4 Jahren

Inovelon (Filmtabletten) wurde in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie in Dosen von bis zu

45 mg/kg/Tag über 84 Tage bei 139 Patienten mit unzureichend kontrollierten Anfällen bei Lennox-

Gastaut-Syndrom (mit sowohl atypischen Absenzen als auch Sturzanfällen) angewendet. Männliche

oder weibliche Patienten (zwischen 4 und 30 Jahren) wurden eingeschlossen, wenn sie gleichzeitig

mit ein bis drei Antiepileptika mit festgelegter Dosis behandelt wurden. Jeder Patient musste im

Monat vor der Studie mindestens 90 Anfälle gehabt haben. Eine signifikante Verbesserung fand sich

für alle drei primären Parameter: in der prozentualen Veränderung der Anfallshäufigkeit insgesamt

nach 28 Tagen in der Erhaltungsphase im Vergleich zum Ausgangswert (–35,8% unter Inovelon vs.

1,6% unter Placebo, p = 0,0006), in der Anzahl tonisch-atonischer Anfälle (–42,9% unter Inovelon

vs. 2,2% unter Placebo, p = 0,0002) und in der Einstufung des Schweregrads der Anfälle nach der

allgemeinen Beurteilung, die vom Elternteil/Erziehungsberechtigten bei Ende der Doppelblindphase

vorgenommen wurde (stark oder sehr stark verbessert bei 32,2% unter Inovelon vs. 14,5% in der

Placebogruppe, p = 0,0041).

In der Studie wurden Dosen von bis zu 4'000 mg/Tag (im Bereich 30–50 kg) oder 4'800 mg/Tag

(über 50 kg) bei einer begrenzten Anzahl von Patienten angewendet.

Ein «Population Pharmacokinetic/Pharmacodynamic Modelling» zeigte, dass die Reduktion der

Häufigkeit der Anfälle insgesamt und der Häufigkeit tonisch-atonischer Anfälle, die Verbesserung

der allgemeinen Beurteilung des Schweregrads der Anfälle sowie der Anstieg der Wahrscheinlichkeit

für eine Reduktion der Anfallshäufigkeit abhängig von den Rufinamid-Konzentrationen waren.

Kinder ab 1 bis unter 4 Jahre

Eine aktiv-kontrollierte, multizentrische, offene Studie, verglich Rufinamid als Zusatztherapie zu 1-3

beliebigen anderen, vom Prüfarzt ausgewählten, Antiepileptika (Antiepileptic Drugs, AED) bei

pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis unter 4 Jahren mit unzureichend eingestelltem LGS. 25

Patienten erhielten Rufinamid als Zusatztherapie über 106 Wochen in einer Dosierung von bis zu 45

mg/kg/Tag in zwei Einzeldosen. 12 Patienten erhielten ein anderes AED.

Primäres Studienziel war die Beurteilung eines Effektes auf die kognitive Entwicklung und

Verhalten in der pädiatrischen Population im Alter von 1 bis <4 Jahren mit LGS. Daneben fand eine

alterspezifische Charakterisierung der PK statt und die Wirksamkeit wurde verglichen. Kognitive

Entwicklung, Verhalten und Sprachentwicklung der mit Rufinamid behandelten Teilnehmer waren

vergleichbar mit denen der Teilnehmer in der Behandlungsgruppe mit alternativen AED. Im

Zeitverlauf ergab sich in keiner der beiden Behandlungsgruppen ein einheitlicher Trend, bei

allerdings kleiner Stichprobengrössen, schwererem Krankheitsbild zu Beginn der Studie bei vielen

Teilnehmern und hoher Abbruchquote in beiden Behandlungsgruppen, so dass dies Ergebnisse nicht

konklusiv beurteilt werden können.

Die in einer populationsbasierten Modellierung evaluierte PK von Rufinamid war dosisunabhängig

und war, unter Berücksichtigung des Körpergewichts, nicht signifikant altersabhängig, weder als

kontinuierliche Kovariable (1 bis 35 Jahre) noch als kategoriale Kovariable (Alterskategorien: 1 bis

unter 4 Jahre und 4 und mehr Jahre). Ebenso war die Exposition in der Gruppe der 1 bis unter 2-

Jährigen mit der bei den 2 bis unter 4-jährigen Teilnehmern vergleichbar.

Die Koadministration von Valproinsäure verringerte die Rufinamid-Clearance bei den 1 bis unter 4-

jährigen Teilnehmern konzentrationsabhängig, ähnlich wie bei den Patienten im Alter von ≥4 Jahren.

Aufgrund der geringen Stichprobengrössen in dieser Studie waren die Daten nicht ausreichend, um

Hinweise auf Wirksamkeitsunterschiede bei der Anfallskontrolle zwischen den beiden

Behandlungsgruppen zu erbringen.

Pharmakokinetik

Absorption

Maximale Plasmaspiegel werden etwa 6 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die maximale

Konzentration (Cmax) und die Plasma-AUC von Rufinamid steigen mit den Dosen unterproportional

an, sowohl bei gesunden Probanden und Patienten im Nüchternzustand als auch nach

Nahrungsaufnahme, möglicherweise aufgrund eines dosisbegrenzten Resorptionsverhaltens. Nach

Einzeldosen erhöht Nahrung die Bioverfügbarkeit (AUC) von Rufinamid um etwa 34% und die

maximale Plasmakonzentration um 56%.

Die orale Suspension und die Filmtabletten von Inovelon sind bioäquivalent.

Distribution

In in-vitro-Studien war nur ein kleiner Teil des Rufinamids (34%) an menschliche Serumproteine

gebunden, Albumin machte etwa 80% dieser Bindungen aus. Das weist auf ein minimales Risiko von

Arzneimittel-Wechselwirkungen über eine Verdrängung von Bindungsstellen bei gleichzeitiger Gabe

anderer Arzneimittel hin. Rufinamid war zwischen Erythrozyten und Plasma gleich verteilt.

Metabolismus

Rufinamid wird nahezu ausschliesslich über Metabolisierung eliminiert. Die Metabolisierung erfolgt

hauptsächlich über eine Hydrolyse der Carboxylamid-Gruppe in das pharmakologisch inaktive

Säurederivat CGP 47292. Die über Cytochrom-P450 erfolgende Metabolisierung ist sehr gering. Die

Bildung geringer Mengen von Glutathion-Konjugaten kann nicht völlig ausgeschlossen werden.

Rufinamid vermag in-vitro nachweislich nur in geringem oder nicht signifikantem Ausmass als

kompetitiver oder Mechanismus-basierter Inhibitor folgender menschlicher P450-Enzyme zu wirken:

CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4/5 oder CYP4A9/11-2.

Elimination

Die Plasma-Eliminationshalbwertzeit beträgt bei gesunden Probanden und Patienten mit Epilepsie

etwa 6–10 Stunden. Wird es zweimal täglich in 12-stündigen Abständen angewendet, akkumuliert

Rufinamid in dem Ausmass, wie es durch seine terminale Halbwertzeit vorgegeben ist, was darauf

hinweist, dass die Pharmakokinetik von Rufinamid zeitunabhängig ist (d.h. keine Autoinduktion des

Metabolismus).

In einer Studie mit radioaktiven Markern bei drei gesunden Freiwilligen war die Muttersubstanz

(Rufinamid) die hauptsächlich im Plasma vorkommende Komponente, sie stellte etwa 80% der

Radioaktivität insgesamt, der Metabolit CGP 47292 stellte nur etwa 15%. Stoffwechselprodukte des

Arzneimittels wurden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, und zwar 84,7% der Dosis.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Bioverfügbarkeit von Rufinamid ist dosisabhängig. Mit ansteigender Dosis sinkt die

Bioverfügbarkeit.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Geschlecht

Der Einfluss des Geschlechts auf die Pharmakokinetik von Rufinamid wurde mit Hilfe des

«Population Pharmacokinetic Modelling» untersucht. Derartige Untersuchungen deuten darauf hin,

dass das Geschlecht die Pharmakokinetik von Rufinamid nicht in klinisch signifikantem Ausmass

beeinflusst.

Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 400 mg Rufinamid war bei Probanden mit chronischer

und schwerwiegender Niereninsuffizienz im Vergleich zu gesunden Freiwilligen nicht verändert. Die

Plasmaspiegel waren jedoch um etwa 30% reduziert, wenn nach Anwendung von Rufinamid eine

Hämodialyse eingesetzt wurde, dies legt nahe, dass es sich hierbei um eine sinnvolle Massnahme in

Fällen einer Überdosierung handelt (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Überdosierung»).

Simulationen pharmakokinetischer Daten von hämodialysierten Patienten mit chronischer und

schwerwiegender Nierenisuffizienz weisen darauf hin, dass eine Hämodialyse (6 Stunden täglich an

3 Tagen pro Woche) zu keiner klinisch relevanten Reduktion der Rufinamid-Spiegel

(durchschnittliche Erniedrigung um etwa 12%) führt. Wird bei einem Patienten, der unter Rufinamid

klinisch stabil eingestellt ist, nach dem Beginn einer Hämodialysebehandlung eine Änderung der

Anfallssituation, z.B. Verstärkung der Anfallshäufigkeit, beobachtet (siehe

«Dosierung/Anwendung») sollte eine Dosisanpassung erwogen werden.

Leberfunktionsstörung

Es wurden keine Studien bei Patienten mit Leberfunktionsstörung durchgeführt, Inovelon sollte

daher bei Patienten mit schwerwiegender Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.

Kinder (1–12 Jahre)

Kinder haben allgemein eine geringere Rufinamid-Clearance als Erwachsene, diese Differenz steht

in Bezug zur Körpergrösse. Die populationskinetische Analyse von 115 Patienten, die 85 Kinder (24

zwischen 1-3 Jahren, 40 zwischen 4-11 Jahren und 21 zwischen 12-17 Jahren) umfasste, zeigte, dass

die Pharmakokinetik nach Berücksichtigung des Körpergewichts nicht signifikant vom Alter

beeinflusst wird. Studien mit Kleinkindern unter einem Jahr wurden nicht durchgeführt.

Ältere Patienten

Eine pharmakokinetische Studie bei älteren gesunden Freiwilligen zeigte keine signifikante

Differenz der pharmakokinetischen Parameter im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen.

Präklinische Daten

Konventionelle pharmakologische Studien zur Sicherheit liessen keine speziellen Risiken in klinisch

relevanten Dosen erkennen.

Die an Hunden beobachteten toxischen Wirkungen bei Konzentrationen, die denen der menschlichen

Exposition mit den maximal empfohlenen Dosen glichen, umfassten Leberveränderungen mit

Gallenthrombi, Cholestase und Leberenzymerhöhungen, die vermutlich im Zusammenhang mit einer

verstärkten Gallensekretion bei dieser Tierart standen. In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe

bei Ratten und Affen fand sich kein Hinweis auf ein assoziiertes Risiko.

In Studien zur Toxizität in der Reproduktion und Entwicklung gab es Reduktionen des Wachstums

der Föten und der Überlebensrate und einige Fehlgeburten infolge toxischer Wirkungen bei der

Mutter. Bei den Nachkommen waren jedoch keine Auswirkungen auf die Morphologie und Funktion

wie Lernen oder Gedächtnis zu beobachten. Inovelon war bei Mäusen, Ratten oder Kaninchen nicht

teratogen.

Das Toxizitätsprofil von Rufinamid ist bei juvenilen Tieren vergleichbar dem von adulten. Junge

Ratten und Hunde zeigten eine erniedrigte Gewichtszunahme. Bei jungen Ratten wurde bei Dosen

von 150 mg/kg adaptive zentrilobulbäre hepatozelluläre Hypertrophie sowie bei 50 und 150 mg/kg

hypophysäre zytoplasmische Vakuolisierung beobachtet. In jugendlichen Hunden wurden erhöhte

Serumspiegel der Alaninaminotransferase und Ablagerungen von braunen Pigmenten in der Leber

gefunden. Hunde, die ab dem Alter von sechs Wochen 200 mg/kg erhielten (entsprechend einer

Plasmaexposition (AUC) im Bereich der therapeutischen Exposition), hatten erhöhte Lebergewichte

und leicht reduziertes Wachstum und Futtereinnahme verglichen mit der Kontrollgruppe. Alle diese

Befunde waren innerhalb von 4 bis 10 Wochen reversibel.

Rufinamid war nicht genotoxisch und hatte kein kanzerogenes Potential. Zu den unerwünschten

Wirkungen, die in klinischen Studien nicht beobachtet wurden, jedoch bei Tieren bei

Expositionsspiegeln zu beobachten waren, die ähnlich den Spiegeln bei klinischer Exposition waren

und die für die Anwendung beim Menschen möglicherweise von Relevanz sind, gehörte eine

Myelofibrose des Knochenmarks in der Studie zur Karzinogenität bei Mäusen. Gutartige

Knochenneoplasmen (Osteome) und Hyperostose, die sich bei Mäusen fanden, wurden als Folge der

Aktivierung eines mäusespezifischen Virus durch Fluoridionen angesehen, die während des

oxidativen Metabolismus von Rufinamid freigesetzt wurden.

Was das immunotoxische Potenzial betrifft, so wurden ein kleiner Thymus sowie eine

Thymusinvolution bei Hunden in einer 13-wöchigen Studie beobachtet, mit signifikantem

Ansprechen auf die Höchstdosis bei Rüden. In der 13-wöchigen Studie werden Lymph- und

Knochenmarksveränderungen bei Hündinnen mit schwacher Inzidenz angegeben. Bei Ratten waren

eine verringerte Zellzahl im Knochenmark sowie eine Thymusatrophie nur in der Studie zur

Karzinogenität zu beobachten.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Filmtabletten: Nicht über 30 °C lagern.

Suspension zum Einnehmen: Nicht über 30 °C lagern. Die Suspension ist innerhalb von 90 Tagen

nach Anbruch zu verbrauchen.

Zulassungsnummer

58097, 62066 (Swissmedic).

Packungen

Inovelon 100 mg (zur Zeit nicht im Handel) [B]

Inovelon 200 mg: 60 Filmtabletten (50 Filmtabletten zur Zeit nicht im Handel) [B]

Inovelon 400 mg: 100 Filmtabletten (50, 60 und 200 Filmtabletten zur Zeit nicht im Handel) [B]

Inovelon 40 mg/ml: 1 Flasche mit kindersicherem Verschluss zu 460 ml Suspension, 2 kalibrierte

Dosierspritzen à 20 ml und ein Adapter zum Eindrücken in die Flasche. [B]

Zulassungsinhaberin

Eisai Pharma AG, Zürich.

Stand der Information

Juni 2017.

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