Inflamac 25 rapid Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
diclofenacum kalicum
Verfügbar ab:
Spirig HealthCare AG
ATC-Code:
M01AB05
INN (Internationale Bezeichnung):
diclofenacum kalicum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
diclofenacum kalicum 25 mg, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antirheumatikum, Antiphlogistikum, Analgetikum
Zulassungsnummer:
55926
Berechtigungsdatum:
2004-06-21

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Inflamac® 50 rapid

Spirig HealthCare AG

Was ist Inflamac 50 rapid und wann wird es angewendet?

Inflamac 50 rapid enthält das Kaliumsalz von Diclofenac, einer nichtsteroidalen Wirksubstanz und

weist ausgeprägte, schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften auf.

Die Einnahme von Inflamac 50 rapid kann von den Symptomen einer Entzündung wie Schmerz und

Schwellung befreien, indem es die Synthese der Moleküle (Prostaglandine) blockiert, welche

verantwortlich sind für Entzündung, Schmerz und Fieber. Es kann jedoch nicht die Ursachen heilen.

Die Wirkung tritt innerhalb von 30 Minuten ein. Inflamac 50 rapid wird auf Verschreibung des

Arztes oder der Ärztin angewendet zur Kurzzeitbehandlung (maximal 1 Woche) akuter

Erkrankungen, wenn auf einen raschen Wirkungseintritt besonderes Gewicht gelegt wird, wie z.B.:

schmerzhafte Entzündungen nach Verletzungen (z.B. Verstauchungen, Zerrungen),

Entzündungen und Schmerzen nach zahnärztlichen und orthopädischen Eingriffen,

Schmerzen und Entzündungen bei Frauenleiden,

Migräneanfälle mit oder ohne Aura,

schmerzhafte Leiden des Rückens und der Halswirbelsäule,

Weichteilrheumatismus,

sowie als ergänzende Behandlung bei verschiedenen akuten Infektionskrankheiten, insbesondere im

Bereich von Ohren, Nase und Hals.

Inflamac 50 rapid soll nicht zur ausschliesslichen Fiebersenkung verwendet werden.

Wenn Sie an einer Herzkrankheit leiden oder wesentliche Risiken für eine Herzkrankheit haben, wird

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Fortsetzung der Behandlung mit Inflamac 50 rapid in regelmässigen

Abständen neu beurteilen, insbesondere wenn die Behandlung über mehr als 4 Wochen dauert.

Wann darf Inflamac 50 rapid nicht angewendet werden?

Inflamac 50 rapid darf nicht angewendet werden,

·wenn Sie auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagieren oder nach der Einnahme von

Acetylsalicylsäure oder anderen Schmerz- oder Rheumamitteln, so genannten nichtsteroidalen

entzündungshemmenden Arzneimitteln Atemnot oder allergieähnliche Hautreaktionen hatten,

·im letzten Drittel der Schwangerschaft,

·bei aktiven Magen- und/oder Dünndarm-Geschwüren (Zwölffingerdarmgeschwüren),

Magen-/Darm-Blutungen oder Perforation, oder bei Symptomen, wie Blut im Stuhl oder schwarzem

Stuhl,

·bei chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa),

·bei Leber- oder Nierenversagen,

·bei schwerer Herzleistungsschwäche,

·zur Behandlung von Schmerzen nach einer koronaren Bypassoperation am Herzen (resp. Einsatz

einer Herz-Lungen-Maschine),

·bei Kindern unter 14 Jahren.

Falls einer dieser Zustände bei Ihnen zutrifft, sagen Sie es Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und nehmen

Sie Inflamac 50 rapid nicht ein. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob dieses Arzneimittel

für Sie geeignet ist.

Wenn Sie glauben, dass Sie möglicherweise allergisch sind, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

um Rat.

Wann ist bei der Einnahme von Inflamac 50 rapid Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Inflamac 50 rapid können im oberen Magen-Darm-Trakt

Schleimhautgeschwüre, selten Blutungen oder in Einzelfällen Perforationen (Magen-,

Darmdurchbrüche) auftreten. Diese Komplikationen können während der Behandlung jederzeit auch

ohne Warnsymptome auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, verschreibt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

Ihnen die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer. Wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Magenschmerzen haben und einen Zusammenhang mit der

Einnahme des Arzneimittels vermuten.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie an einer Herz- oder Blutgefässerkrankung leiden (sogenannte

kardiovaskuläre Krankheit, einschliesslich unkontrollierter Bluthochdruck, Herzinsuffizienz,

bestehende ischämische Herzkrankheit oder periphere arterielle Krankheit), da eine Behandlung mit

Inflamac 50 rapid üblicherweise nicht empfohlen ist.

Wenn Sie an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (siehe oben) leiden oder bedeutende Risikofaktoren

wie hoher Blutdruck, abnormal hohe Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyzeride), Diabetes haben, oder

falls Sie rauchen, und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sich entschliesst, Ihnen Inflamac 50 rapid zu

verschreiben, dürfen Sie die Dosis nicht über 100 mg pro Tag erhöhen, wenn Sie länger als 4

Wochen behandelt werden.

Es ist generell wichtig, die niedrigste Dosis Inflamac 50 rapid anzuwenden, die Ihre Schmerzen

und/oder Schwellung lindert, und über die kürzest mögliche Zeitdauer, um Ihre Risiken für

kardiovaskuläre Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

Für gewisse Schmerzmittel, die so genannten COX-2-Hemmer, wurde unter hohen Dosierungen

und/oder Langzeitbehandlung ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall festgestellt. Ob

dieses erhöhte Risiko auch für Inflamac 50 rapid zutrifft, ist noch nicht bekannt. Falls Sie bereits

einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Venenthrombose hatten, oder falls Sie Risikofaktoren

haben wie hoher Blutdruck, Diabetes (Zuckerkrankheit), hohe Blutfettwerte, Rauchen, wird Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin entscheiden, ob Sie Inflamac 50 rapid trotzdem anwenden können. Informieren Sie

in jedem Fall Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber.

Die Einnahme von Inflamac 50 rapid kann die Funktion Ihrer Nieren beeinträchtigen, was zu einer

Erhöhung des Blutdrucks und/oder Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) führen kann. Informieren

Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie herzkrank oder nierenkrank sind, falls Sie Arzneimittel

gegen Bluthochdruck (z.B. harntreibende Mittel, ACE-Hemmer) einnehmen oder bei einem erhöhten

Flüssigkeitsverlust, z.B. durch starkes Schwitzen.

In sehr seltenen Fällen können Entzündungshemmer (einschliesslich Inflamac) schwerwiegende

Hautreaktionen (z.B. Hautausschlag) auslösen. Bei den ersten Anzeichen einer Hautreaktion ist die

Behandlung mit Inflamac abzubrechen und den Arzt bzw. die Ärztin zu informieren.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Insbesondere bei Auftreten von Schwindel, Sehstörungen

oder anderen zentralnervösen Störungen sollten Sie auf das Führen eines Motorfahrzeuges oder das

Bedienen von Maschinen verzichten und umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.

Ferner ist besondere Vorsicht angezeigt, wenn Sie Inflamac 50 rapid gleichzeitig mit anderen

entzündungshemmenden Arzneimitteln (wie Acetylsalicylsäure, Kortikosteroide), «Blutverdünner»

oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI's) (Arzneimittel gegen Depression) einnehmen,

wenn Sie Asthma oder Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis), Leber- oder

Nierenkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen haben oder andere Schwierigkeiten mit dem Blut,

einschliesslich ein seltenes Leberproblem bekannt als Porphyrie.

Wenn einer dieser Zustände zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bevor Sie Inflamac

50 rapid einnehmen.

Falls Sie während der Anwendung von Inflamac 50 rapid irgendwelche Anzeichen oder Symptome

von Schwierigkeiten mit Ihrem Herz oder Blutgefässe wie Brustkorbschmerzen, Kurzatmigkeit,

Schwäche oder undeutliches Sprechen wahrnehmen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden, insbesondere wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Lithium oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI's) (Arzneimittel zur Behandlung von

Depressionen), Digoxin (Arzneimittel bei Herzproblemen), Diuretika (Arzneimittel zur Erhöhung der

Harnausscheidung), ACE-Hemmer oder Betablocker (Arzneimittel gegen Bluthochdruck und

Herzprobleme), andere entzündungshemmende Arzneimittel, wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen,

Kortikosteroide, gerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulantien), Arzneimittel (z.B.

Metformin) zur Behandlung von Diabetes ausgenommen Insulin, Methotrexat (bei Arthritis und

Krebserkrankung), Ciclosporin oder Tacrolimus (bei Organtransplantation), Trimethoprim (bei

Harnwegsinfektionen), Chinolon-Antibiotika (einige Arzneimittel gegen Infektionen) oder

Voriconazol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektion), Phenytoin (ein Arzneimittel zur

Behandlung von epileptischen Anfällen), Rifampicin (Antibiotikum zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen).

Inflamac 50 rapid kann die Anzeichen einer Infektion (z.B. Kopfschmerzen, hohe Körpertemperatur)

abschwächen und somit das Aufdecken und die angemessene Behandlung der Infektion erschweren.

In sehr seltenen Fällen können bei Patientinnen und Patienten, welche mit Inflamac 50 rapid, wie

auch mit anderen entzündungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, schwere allergische

Reaktionen (z.B. Ausschlag) auftreten. Informieren Sie deshalb umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, falls eine solche Reaktion bei Ihnen auftritt.

Vorsicht ist bei älteren Patientinnen und Patienten geboten, insbesondere bei gebrechlichen oder

solchen mit einem geringen Körpergewicht. Sie können auf die Wirkung von Inflamac oder Inflamac

50 rapid empfindlicher reagieren. Deswegen sollten sie vorsorglich die niedrigste wirksame

Dosierung verwenden.

Darf Inflamac 50 rapid während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Sollten Sie schwanger sein oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Diclofenac nur nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin einnehmen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft

darf Inflamac 50 rapid nicht eingenommen werden.

Stillzeit

Inflamac 50 rapid sollte während der Stillzeit nicht eingenommen werden, ausser Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin hat es Ihnen ausdrücklich erlaubt.

Wie verwenden Sie Inflamac 50 rapid?

Die Dosierung und Anwendung wird vom Arzt oder der Ärztin je nach Schwere der Erkrankung

individuell festgelegt; die Anweisungen sind sorgfältig zu befolgen. Überschreiten Sie nicht die

empfohlene Tagesdosis und Behandlungsdauer die von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin

verschrieben wurde.

Falls Sie Inflamac 50 rapid länger als wenige Wochen anwenden, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin für reguläre Kontrollen aufsuchen, um sicher zu stellen, dass Sie nicht an unbemerkten

Nebenwirkungen leiden

Erwachsene 100-150 mg pro Tag. Für leichtere Fälle und Kinder über 14 Jahren sind gewöhnlich 50-

100 mg pro Tag ausreichend. Die Tagesdosis soll immer auf 2 oder 3 Einzelgaben verteilt werden.

Überschreiten Sie nicht die maximale Tagesdosis von 150 mg.

Bei Menstruationsschmerzen beginnen Sie die Behandlung mit einer Einzeldosis von 50 mg, sobald

die ersten Beschwerden auftreten. Wenn erforderlich, setzen Sie die Behandlung während einiger

Tage mit bis zu dreimal täglich 50 mg fort.

Bei Migräneanfällen beginnen Sie mit der Einnahme einer Filmtablette Inflamac 50 rapid bei den

ersten Anzeichen eines Migräneanfalls. Falls die Schmerzlinderung ca. 2 Stunden nach Einnahme

der ersten Dosis nicht ausreichend ist, können Sie eine weitere Filmtablette zu 50 mg einnehmen.

Falls erforderlich, können Sie in Abständen von 4-6 Stunden weitere Dosen zu 50 mg einnehmen,

wobei Sie die Maximaldosis von 150 mg (3 Filmtabletten à 50 mg) innerhalb von 24 Stunden nicht

überschreiten dürfen.

Inflamac 50 rapid darf zur Behandlung von Migräne bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren

nicht angewendet werden.

Die Filmtabletten sollen mit viel Flüssigkeit vorzugsweise vor den Mahlzeiten oder auf leeren Magen

eingenommen werden, sie dürfen nicht zerteilt oder gekaut werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Inflamac 50 rapid haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Inflamac 50 rapid auftreten:

Häufig sind Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Blähungen, verminderter Appetit, Hautausschlag,

Flüssigkeitsansammlung, Schwellung, erhöhter Blutdruck, Veränderung der Leberfunktion (z.B.

Erhöhung der Leberenzymkonzentration im Blut).

Gelegentlich, insbesondere bei Einnahme einer hohen Tagesdosis (150 mg) über eine längere

Zeitdauer: plötzliche und beklemmende Brustkorbschmerzen (Anzeichen von Herzmuskelinfarkt und

Herzanfall); Atemnot, Atemschwierigkeiten beim Liegen, Schwellung der Füsse oder Beine

(Anzeichen von Herzschwäche).

Selten sind Überempfindlichkeitsreaktion mit Schwellung im Gesicht, Mund, an den Gliedmassen

(bis hin zu Blutdruckabfall und Schock), Asthma, Schläfrigkeit, Entzündungen und Geschwüre des

Magendarmtraktes, Bluterbrechen, blutiger Durchfall, gestörte Leberfunktion, Leberentzündung,

Gelbsucht (sehr selten Leberversagen), Nesselsucht.

Sehr selten sind Veränderung des Blutbildes, unübliche Blutung, Bluterguss, psychische Probleme

(inkl. Schlaflosigkeit, Reizbarkeit), Missempfindung, Gedächtnisstörung, Krämpfe, Angstgefühl,

Zittern, Geschmackstörung, Sehstörung*, Sehschwäche, Ohrgeräusch, vermindertes Hörvermögen,

starrer Nacken, erhöhter Blutdruck, Gefäss-, Lungen-, Dickdarmentzündung, Verstopfung,

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, der Mundschleimhaut, der Zunge, Ekzem, Juckreiz,

entzündliche Hautrötung, Haarausfall, Hautblutung, akute Nierenprobleme, Blut im Urin.

*Sehstörung: Falls während der Behandlung mit Inflamac 50 rapid Symptome einer Sehschwäche

auftreten sollten, kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Eine Augenuntersuchung kann in

Betracht gezogen werden, um andere Ursachen auszuschliessen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie eine dieser Nebenwirkungen feststellen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Die Filmtabletten sollen vor Feuchtigkeit geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder

unerreichbar aufbewahrt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Inflamac 50 rapid enthalten?

1 Filmtablette enthält 50 mg Diclofenac-Kalium sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

55926 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Inflamac 50 rapid? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Filmtabletten zu 50 mg: 10 und 20.

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Inflamac® 50 rapid

Spirig HealthCare AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Diclofenacum kalicum (Phenylessigsäurederivat)

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette enthält 50 mg Diclofenac-Kalium.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kurzzeitbehandlung (maximal 1 Woche) folgender akuter Zustände:

Postoperative Entzündungen und Schmerzen, z.B. nach zahnärztlichen und orthopädischen

Eingriffen.

Schmerzhafte posttraumatische entzündliche Zustände, z.B. infolge Distorsion.

Schmerzhafte und/oder entzündliche Zustände in der Gynäkologie, z.B. primäre Dysmenorrhoe oder

Adnexitis.

Migräneanfälle mit oder ohne Aura.

Als Adjuvans bei schweren schmerzhaften, entzündlichen Infektionen von Hals, Nase oder Ohren,

z.B. Pharyngotonsillitis, Otitis.

Schmerzhafte Wirbelsäulensyndrome.

Extraartikulärer Rheumatismus.

Entsprechend den allgemeinen medizinischen Prinzipien sind zur Behandlung der Grundkrankheit

geeignete therapeutische Massnahmen zu ergreifen. Fieber allein ist keine Indikation.

Dosierung/Anwendung

Als allgemeine Empfehlung gilt, dass die Dosis individuell angepasst werden sollte. Unerwünschte

Wirkungen können vermindert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über die kürzest

mögliche Zeitdauer verabreicht wird (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Filmtabletten sind mit Flüssigkeit vorzugsweise vor den Mahlzeiten einzunehmen; sie dürfen

nicht geteilt oder gekaut werden.

Erwachsene

In der Regel liegt die Tagesdosis bei 2-3 Inflamac 50 rapid Filmtabletten (100-150 mg/d). In

leichteren Fällen sind 2 Filmtabletten Inflamac 50 rapid pro Tag meist ausreichend. Die gesamte

Tagesdosis ist im Allgemeinen, und sofern zutreffend in 2 oder 3 Teildosen einzunehmen.

Bei primärer Dysmenorrhoe ist die Tagesdosis individuell anzupassen und liegt in der Regel bei 1-3

Filmtabletten. Als Anfangsdosis ist 50 mg (1 Filmtablette) üblicherweise ausreichend. Falls

notwendig kann eine Dosis von 100 mg (2 Filmtabletten) verordnet werden und im Laufe mehrerer

Menstruationszyklen gegebenenfalls auf maximal 150 mg (3 Filmtabletten) pro Tag erhöht werden.

Migräne: Empfohlen wird die Einnahme einer Initialdosis von 50 mg bei den ersten Anzeichen eines

drohenden Migräneanfalls. Falls die Schmerzlinderung ca. 2 h nach Einnahme der ersten Dosis nicht

ausreichend ist, kann eine weitere Dosis zu 50 mg eingenommen werden. Falls erforderlich, können

in Abständen von 4-6 h weitere Dosen zu 50 mg eingenommen werden, wobei die Maximaldosis von

150 mg innerhalb von 24 h nicht überschritten werden darf.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie (unter 18 Jahre)

Aufgrund der Dosierungsstärke von Inflamac 50 rapid wird die Anwendung bei Kindern und

Jugendlichen unter 14 Jahren nicht empfohlen.

Für diese Patienten können andere Darreichungsformen von Diclofenac wie Suppositorien

angewendet werden. Für Jugendliche im Alter von 14 Jahren und älter ist eine Tagesdosis von 50 mg

bis 100 mg üblicherweise ausreichend.

Die maximale Tagesdosis von 150 mg sollte nicht überschritten werden. Die gesamte Tagesdosis ist

im Allgemeinen, und sofern zutreffend, in 2-3 Teildosen einzunehmen.

Es liegen zurzeit noch keine Daten über die Anwendung von Inflamac 50 rapid in der Migräne bei

Kindern und Jugendlichen vor.

Ältere Patienten (65 Jahre und älter)

Grundsätzlich ist keine Anpassung der Initialdosis bei älteren Patienten erforderlich. Jedoch ist aus

grundsätzlichen medizinischen Überlegungen bei älteren Patienten Vorsicht geboten. Insbesondere

bei gebrechlichen älteren Patienten oder bei solchen mit geringem Körpergewicht (s. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Bestehende kardiovaskuläre Erkrankung oder wesentliche kardiovaskuläre Risikofaktoren

Eine Behandlung mit Inflamac 50 rapid ist im Allgemeinen bei Patienten mit bestehender

kardiovaskulärer Erkrankung oder unkontrollierter Hypertonie nicht empfohlen. Falls notwendig,

sollten Patienten mit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung, unkontrollierter Hypertonie oder

wesentlichen Risikofaktoren für eine kardiovaskuläre Erkrankung mit Inflamac 50 rapid nur nach

sorgfältiger Abwägung und bei Gabe über mehr als 4 Wochen nur mit Dosen bis zu 100 mg pro Tag,

behandelt werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Nierenerkrankung

Inflamac 50 rapid ist kontraindiziert bei Patienten mit Niereninsuffizienz (GFR <15 ml/min/1.73 m²)

(s. «Kontraindikationen»).

Es wurden keine spezifischen Studien bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

durchgeführt, weshalb keine spezifischen Empfehlungen für eine Dosisanpassung gemacht werden

können. Vorsicht ist angezeigt bei der Verabreichung von Inflamac 50 rapid bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörung (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Lebererkrankung

Inflamac 50 rapid ist kontraindiziert bei Patienten mit Leberinsuffizienz (s. «Kontraindikationen»).

Es wurden keine spezifischen Studien bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt,

weshalb keine spezifischen Empfehlungen für eine Dosisanpassung gemacht werden können.

Vorsicht ist angezeigt bei der Verabreichung von Inflamac 50 rapid bei Patienten mit leichter bis

mässig starker Leberfunktionsstörung (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

·Anamnese von Bronchospasmus, Urtikaria, akuter Rhinitis, Nasenschleimhautpolypen oder

allergieähnliche Symptomen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen

Antirheumatika.

·Drittes Trimenon der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

·Aktive Magen- und/oder Duodenalulzera oder gastrointestinale Blutungen oder Perforation.

·Entzündliche Darmerkrankungen (wie M. Crohn, Colitis ulcerosa).

·Leberinsuffizienz (Child Pugh Klasse C) (Leberzirrhose und Aszites).

·Niereninsuffizienz (GFR <15 ml/min/1.73 m²).

·Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV).

·Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer

Herz-Lungen-Maschine).

·Kinder unter 14 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nicht-steroidalen Antirheumatika:

Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit

nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne

Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die

kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko

für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt,

ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert. Da für

Diclofenac zurzeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und

Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum

Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Diclofenac bei klinisch gesicherter koronarer

Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei

Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus,

Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem

Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht

werden.

Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller

Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur

Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Diclofenac deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden.

Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer

einnehmen, sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.

Inflamac rapid 50 Filmtabletten haben keine magensaftresistente Umhüllung.

Durch die Freisetzung des Wirkstoffes bereits im Magen kann es zur lokalen Irritation der

Magenschleimhaut kommen.

Bei älteren Personen sind die Folgen im Allgemeinen gravierender.

Wenn es bei Patienten unter Inflamac-Behandlung zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzerationen

kommt, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.

Hautreaktionen

Schwerwiegende, teilweise fatale Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse wurden sehr selten im Zusammenhang mit der

Verwendung von NSAR einschliesslich Inflamac berichtet (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Das

Risiko für die Patienten scheint am Anfang der Behandlung am grössten, die Reaktion setzt meistens

innerhalb des ersten Behandlungsmonats ein. Bei den ersten Anzeichen eines Hautausschlags,

Schleimhautläsionen oder anderen Anzeichen einer Überempfindlichkeit sollte Inflamac abgesetzt

werden.

Wie bei anderen NSAR kann es mit Diclofenac in seltenen Fällen auch ohne vorherige Exposition

mit dem Arzneimittel zu allergischen Reaktionen, einschliesslich anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktionen, kommen.

Verschleierung von Anzeichen einer Infektion

Aufgrund der pharmakodynamischen Eigenschaften kann Diclofenac - wie auch andere NSAR - die

Symptome einer Infektion verschleiern.

Vorsichtsmassnahmen

Allgemein

Die gleichzeitige Verwendung von Inflamac und systemischen NSAR wie Cyclooxygenase-2

selektiven Inhibitoren ist zu vermeiden, da ein Potential für additive unerwünschte Wirkungen

besteht (s. «Interaktionen»).

Bei Patienten in hohem Alter ist aus grundsätzlichen medizinischen Überlegungen Vorsicht geboten.

Vor allem wird empfohlen, bei gebrechlichen älteren Patienten oder solchen mit einem niedrigen

Körpergewicht die niedrigste wirksame Dosierung zu verwenden.

Respiratorische Wirkungen (Vorbestehendes Asthma)

Bei Patienten mit Asthma, saisonaler allergischer Rhinitis, Schwellung der Nasenschleimhaut (d.h.

Nasenpolypen), chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten oder chronischen Infektionen der

Atemwege (besonders wenn diese mit allergischen Rhinitis-artigen Symptomen verbunden sind) sind

Reaktionen auf NSAR wie Exazerbationen des Asthmas (so genannte Analgetika-

Unverträglichkeit/Analgetika-Asthma), Quincke's Ödem oder Urtikaria häufiger als bei anderen

Patienten. Daher ist bei diesen Patienten besondere Vorsicht geboten (Notfall-Bereitschaft). Dies gilt

auch für Patienten, die beispielsweise mit Hautausschlag, Pruritus oder Urtikaria allergisch auf

andere Substanzen reagieren.

Gastrointestinale Wirkung

Wie bei allen NSAR, einschliesslich Diclofenac, ist eine enge medizinische Überwachung angezeigt

und besondere Vorsicht gilt bei der Verschreibung von Inflamac an Patienten mit Symptomen, die

auf gastrointestinale (GI) Beschwerden deuten oder Patienten mit Hinweisen auf gastrische oder

intestinale Ulzeration, Blutungen oder Perforation in der Anamnese (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Das Risiko für GI-Blutungen ist bei höherer Dosierung der NSAR grösser und auch bei Patienten mit

einem anamnestischen Ulcus, besonders bei zusätzlichen Komplikationen von Blutungen oder

Perforation sowie bei älteren Patienten.

Um das Risiko einer GI-Toxizität bei Patienten mit anamnestischem Ulcus, besonders bei

zusätzlichen Komplikationen von Blutungen oder Perforation und bei älteren Patienten zu

vermindern, sollte die Behandlung mit der niedrigsten wirksamen Dosis begonnen und beibehalten

werden.

Die Kombinationsbehandlung mit protektiven Substanzen (z.B. Protonenpumpen-Hemmern oder

Misoprostol) sollte für diese Patienten in Betracht gezogen werden sowie auch für Patienten, die

gleichzeitig niedrige Dosierungen von Acetylsalicylsäure (ASS) benötigen oder andere

Medikamente, die das gastrointestinale Risiko möglicherweise erhöhen.

Patienten mit einer GI-Toxizität in der Vorgeschichte, besonders ältere Patienten, sollten alle

ungewöhnlichen abdominalen Symptome (besonders GI-Blutungen) melden. Vorsicht ist bei

Patienten geboten, die gleichzeitig Medikamente erhalten, welche das Risiko einer Ulzeration oder

einer Blutung erhöhen könnten, wie beispielsweise systemische Kortikosteroide, Antikoagulantien,

Antithrombotika oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (s. «Interaktionen»).

Hepatische Wirkung

Enge medizinische Überwachung ist nötig, wenn Inflamac 50 rapid an Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion verabreicht wird, da sich ihre Erkrankung verschlimmern könnte (s. «Unerwünschte

Wirkungen»).

Wie bei allen NSAR, einschliesslich Diclofenac können die Werte eines oder mehrerer Leberenzyme

während der Behandlung mit Inflamac 50 rapid ansteigen. Dies wurde unter Diclofenac in klinischen

Studien sehr häufig gesehen (bei etwa 15% der Patienten), ist aber selten von klinischen Symptomen

begleitet. In der Mehrheit dieser Fälle handelt es sich um Erhöhungen im Grenzbereich. Häufig (bei

2,5%) wurden mässige Erhöhungen beobachtet (≥3-<8× die obere Normgrenze) während die

Inzidenz deutlicher Erhöhungen (≥8× die obere Normgrenze) im Bereich von ungefähr 1% blieb. In

den oben genannten klinischen Studien kam es in 0,5% nebst Leberenzymerhöhungen zu klinisch

manifesten Leberschädigungen. Die Enzymerhöhungen waren im Allgemeinen nach Absetzen des

Präparates reversibel.

Es ist jedoch zu beachten, dass Inflamac 50 rapid nur zur Kurzzeitbehandlung (maximal 1 Woche)

empfohlen wird.

Inflamac 50 rapid sollte abgesetzt werden, falls abnorme Leberfunktionswerte bestehen oder sich

verschlimmern, falls klinische Anzeichen oder Symptome, die auf eine Entwicklung einer

Lebererkrankung hindeuten, oder wenn andere Manifestationen (z.B. Eosinophilie, Hautausschlag

usw.) auftreten.

Zusätzlich zu Leberenzymerhöhungen ist über seltene Fälle von schweren Leberreaktionen, inkl.

Ikterus und fulminante Hepatitis, und Leberversagen, die in Einzelfällen tödlich verliefen, berichtet

worden.

Hepatitis kann unter der Anwendung von Diclofenac ohne Prodromalsymptome auftreten. Bei

Patienten mit hepatischer Porphyrie ist Inflamac 50 rapid mit Vorsicht anzuwenden, da das

Medikament eine Attacke auslösen kann.

Renale Wirkungen

Aufgrund der wichtigen Funktion der Prostaglandine für die Aufrechterhaltung der

Nierendurchblutung kommt es unter längerdauernder Therapie mit hochdosierten NSAR häufig (1-

10%) zu Ödemen und Hypertonie.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit beeinträchtigter Herz- oder Nierenfunktion,

anamnestischer Hypertonie, bei älteren Patienten, bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika oder

Medikamenten behandelt werden, welche die Nierenfunktion wesentlich beeinflussen können sowie

bei Patienten mit ausgeprägtem Flüssigkeitsmangel im Extrazellulärraum jeglicher Ursachen, z.B.

vor oder nach einem grösseren chirurgischen Eingriff (s. «Kontraindikationen»). Als vorsorgliche

Massnahme wird empfohlen, die Nierenfunktion zu überwachen, wenn in solchen Fällen Inflamac

eingesetzt wird. Nach Absetzen der Therapie erholt sich der Patient üblicherweise auf den Zustand

vor der Behandlung.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Eine Behandlung mit NSAIDs einschliesslich Diclofenac kann insbesondere bei einer hohen Dosis

und bei Langzeitanwendung mit geringem erhöhtem Risiko von schweren kardiovaskulären

thrombotischen Ereignissen verbunden sein (einschliesslich Myokardinfarkt und Schlaganfall).

Eine Behandlung mit Inflamac 50 rapid ist im Allgemeinen nicht empfohlen bei Patienten mit

bestehender kardiovaskulärer Erkrankung (Herzinsuffizienz, bestehende ischämische Herzkrankheit,

periphere arterielle Verschlusskrankheit) oder unkontrollierte Hypertonie. Falls notwendig sollten

Patienten mit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung, unkontrollierter Hypertonie oder

wesentlichen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankung (z.B. Hypertonie, Hyperlipidämie,

Diabetes mellitus und Rauchen) nur nach sorgfältiger Abwägung mit Inflamac 50 rapid behandelt

werden und nur mit Dosen bis zu 100 mg/Tag, falls die Behandlung über mehr als 4 Wochen

fortgesetzt wird.

Da die kardiovaskulären Risiken von Diclofenac mit der Dosis und der Dauer der Anwendung

ansteigen können, sollte die niedrigste wirksame Tagesdosis über die kürzest mögliche Zeitdauer

angewendet werden. Die Notwendigkeit des Patienten für die Symptomlinderung und das

Ansprechen auf die Behandlung sollte periodisch neu beurteilt werden, insbesondere wenn die

Behandlung über mehr als 4 Wochen fortgesetzt wird.

Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von ernsthaften arteriellen thromboembolischen

Ereignissen (z.B. Brustkorbschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwäche, undeutliches Sprechen) achten,

welche ohne Warnzeichen auftreten können. Patienten sollten angewiesen werden, im Falle eines

solchen Ereignisses sofort einen Arzt aufzusuchen.

Hämatologische Wirkungen

Die Anwendung von Inflamac 50 rapid ist nur für die Kurzzeitbehandlung empfohlen. Falls Inflamac

50 rapid jedoch während einer längeren Zeitdauer angewendet wird, ist wie bei anderen NSAR

empfohlen, regelmässige Blutbildkontrollen durchzuführen.

Wie andere NSAR kann auch Diclofenac vorübergehend die Thrombozytenaggregation hemmen.

Patienten mit Defekten in der Gerinnung sollten sorgfältig überwacht werden.

Interaktionen

Die folgenden Interaktionen konnten unter Inflamac 50 rapid und/oder anderen Darreichungsformen

von Diclofenac beobachtet werden.

Beobachtete Interaktionen, die in Betracht zu ziehen sind

CYP2C9-Inhibitoren

Vorsicht ist angebracht, wenn Diclofenac zusammen mit CYP2C9-Inhibitoren (z.B. Voriconazol)

angewendet wird. Es kann zu signifikantem Ansteigen der Plasma-Peak-Konzentration von

Diclofenac und insgesamt zu einer erhöhten Gesamt-Exposition durch Diclofenac kommen.

CYP2C9 Induktoren

Vorsicht ist angebracht, wenn Diclofenac zusammen mit CYP2C9 Induktoren (z.B. Rifampicin)

angewendet wird. Es kann zu signifikanter Verringerung der Plasmakonzentration und Exposition

durch Diclofenac kommen.

Lithium

Bei gleichzeitiger Verabreichung kann Diclofenac die Plasmakonzentrationen von Lithium

erhöhen.Eine Kontrolle der Lithiumspiegel im Serum wird empfohlen.

Digoxin

Bei gleichzeitiger Verwendung kann Diclofenac die Plasmakonzentration von Digoxin erhöhen. Eine

Kontrolle der Digoxinspiegel im Serum wird empfohlen.

Diuretika und Antihypertonika

Wie mit anderen NSAR kann die gleichzeitige Verwendung von Diclofenac mit Diuretika oder

Antihypertonika (z.B. Betablocker, Angiotensin Converting Enzyme (ACE)-Hemmer) zu einer

Abnahme ihrer antihypertonischen Wirkungen führen. Daher sollte eine Kombination mit Vorsicht

angewendet werden und bei Patienten, besonders bei älteren, sollte der Blutdruck regelmässig

kontrolliert werden. Die Patienten sollten angemessen hydriert werden und auf die Kontrolle der

Nierenfunktion ist nach Beginn der Kombinationsbehandlung und danach regelmässig zu achten,

besonders bei Diuretika und ACE-Hemmern, denn hier besteht ein erhöhtes Risiko einer

Nephrotoxizität (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ciclosporin und Tacrolimus

Diclofenac kann wie andere NSAR die Nephrotoxizität von Ciclosporin und Tacrolimus aufgrund

seiner Wirkungen auf die renalen Prostaglandine verstärken. Daher sollte es in niedrigeren

Dosierungen verabreicht werden als bei Patienten, die kein Ciclosporin oder Tacrolimus erhalten.

Arzneimittel, die bekanntlich Hyperkalämie verursachen

Die gleichzeitige Behandlung mit Kalium-sparenden Diuretika, Ciclosporin, Tacrolimus oder

Trimethoprim kann mit erhöhten Plasma-Kaliumspiegeln zusammenhängen, die deshalb häufig

überprüft werden sollten (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Chinolon-Antibiotika

Vereinzelt wurde über Konvulsionen berichtet, die möglicherweise auf die gleichzeitige Anwendung

von Chinolonen und NSAR zurückzuführen waren.

Voraussehbare Interaktionen, die in Betracht zu ziehen sind

Andere NSAR und Kortikosteroide

Die gleichzeitige Verabreichung von Diclofenac mit anderen systemischen NSAR oder

Kortikosteroiden kann die Häufigkeit unerwünschter gastrointestinaler Wirkungen erhöhen (s.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Antikoagulantien und Antithrombotika

Vorsicht ist geboten, da die gleichzeitige Verabreichung das Blutungsrisiko erhöhen könnte (s.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Obwohl klinische Prüfungen keine Anhaltspunkte dafür zu geben scheinen, dass Diclofenac die

Wirkung von Antikoagulantien beeinflusst, liegen Berichte über ein erhöhtes Blutungsrisiko bei

gleichzeitiger Anwendung von Diclofenac und Antikoagulantien vor. Deshalb wird in diesen Fällen

eine sorgfältige Überwachung empfohlen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)

Die gleichzeitige Verabreichung von systemischen NSAR, einschliesslich Diclofenac, und SSRI

kann das Risiko für gastrointestinale Blutungen erhöhen (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Antidiabetika

Klinische Prüfungen haben gezeigt, dass Diclofenac zusammen mit oralen Antidiabetika gegeben

werden kann, ohne deren klinische Wirkung zu beeinflussen. Vereinzelt wurde jedoch über

hypoglykämische und hyperglykämische Reaktionen nach Verabreichung von Diclofenac berichtet,

die eine Anpassung der Antidiabetikadosierung erforderlich machten. Aus diesem Grund wird als

Vorsichtsmassnahme die Kontrolle des Blutzuckerspiegels während der Kombinationstherapie

empfohlen.

Es liegen auch vereinzelte Berichte über Stoffwechselazidose vor, wenn Diclofenac zusammen mit

Metformin verabreicht wurde, insbesondere bei Patienten mit schon bestehender

Nierenfunktionsbeeinträchtigung.

Methotrexat

Vorsicht ist geboten, wenn NSAR, einschliesslich Diclofenac weniger als 24 h vor oder nach einer

Behandlung mit Methotrexat verabreicht werden, da der Methotrexat-Blutspiegel ansteigen und die

Toxizität von Methotrexat erhöht werden kann.

Phenytoin

Wird Phenytoin zusammen mit Diclofenac angewendet, ist die Überwachung der Phenytoin-

Plasmakonzentration empfohlen, da ein Anstieg der Phenytoin-Exposition zu erwarten ist.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Die Anwendung von Diclofenac kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei

Frauen, die schwanger werden möchten nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben

schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das

Absetzen von Diclofenac in Betracht gezogen werden.

Bei Tieren ist aufgrund entsprechender Daten eine Beeinträchtigung der männlichen Fertilität nicht

auszuschliessen (s. «Präklinische Daten»). Die Relevanz dieser Befunde für den Menschen ist unklar.

Schwangerschaft

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryofetale

Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes

Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines

Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das

Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.

Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem

prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte

Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren

berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten (s.

«Präklinische Daten»).

Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Diclofenac nur gegeben werden,

wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Diclofenac von einer Frau angewendet wird, die versucht

schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters

angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich

gehalten werden.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Diclofenac kontraindiziert. Alle

Prostaglandinsynthesehemmer können:

·den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

·Kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler

Hypertonie, s. auch «Präklinische Daten»);

·Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann

·die Mutter und das Kind folgenden Risiken aussetzen:

·Mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der

selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

·Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten

Geburtsvorganges.

Stillzeit

Wie andere NSAR geht Diclofenac in geringen Mengen in die Muttermilch über. Vorsichtshalber

soll Diclofenac deshalb von stillenden Frauen nicht verwendet werden. Ist die Behandlung

unerlässlich, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten, bei denen es unter Inflamac 50 rapid zu Sehstörungen, Benommenheit, Schwindel,

Somnolenz oder anderen zentralnervösen Störungen kommt, sollten darauf verzichten, ein Fahrzeug

zu lenken oder Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen umfassen solche, die mit Diclofenac und/oder anderen

Diclofenac-Darreichungsformen unter Kurzzeit- oder Langzeitbehandlung berichtet wurden.

Häufigkeitsangaben

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100<1/10), gelegentlich (>1/1'000<1/100), selten

(>1/10'000<1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Blut und Lymphsystem

Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, Anämie (einschliesslich hämolytische und aplastische

Anämie, Agranulozytose.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeit, anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen (einschliesslich

Hypotonie und Schock).

Sehr selten: Angioödem (einschliesslich Gesichtsödem).

Psychiatrische Störungen

Sehr selten: Desorientiertheit, Depression, Schlaflosigkeit, Alpträume, Reizbarkeit, psychotische

Störung.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit.

Selten: Somnolenz.

Sehr selten: Parästhesie, Gedächtnisstörung, Konvulsion, Angstgefühl, Zittern, aseptische

Meningitis, Dysgeusie, cerebrovaskulärer Vorfall.

Augen

Sehr selten: Sehstörung, Sehschwäche, Diploplie.

Ohr und Innenohr

Häufig: Vertigo.

Sehr selten: Tinnitus, vermindertes Hörvermögen.

Herz

Gelegentlich*: Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Palpitationen, Brustschmerz.

Gefässe

Sehr selten: Hypertonie, Vaskulitis.

Atmungsorgane

Selten: Asthma (einschliesslich Dyspnoe).

Sehr selten: Pneumonitis.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Blähung, verminderter

Appetit.

Selten: Gastritis,gastrointestinale Blutung, Hämatemesis, hämorrhagischer Durchfall, Melaena,

Magen- Darmulkus (mit oder ohne Blutung, gastrointestinale Stenose oder Perforation, die zu einer

Peritonitis führen kann).

Sehr selten: Colitis (einschliesslich hämorrhagische Colitis, ischämische Colitis und Exazerbation

der ulcerativen Colitis oder Morbus Crohn), Obstipation, Stomatitis, Glossitis, oesophageale Störung,

intestinale Diaphragmaerkrankung, Pankreatitis.

Leber und Galle

Häufig: Transaminasen erhöht.

Selten: Hepatitis, Gelbsucht, Leberfunktionsstörung.

Sehr selten: fulminante Hepatitis, Lebernekrose, Leberversagen.

Haut

Häufig: Hautausschlag.

Selten: Urtikaria.

Sehr selten: Bullöse Dermatitis, Ekzem, Erythem, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom,

Lyell-Syndrom (Epidermolysis acuta toxica), Dermatitis exfoliativa, Alopezie,

Lichtempfindlichkeitsreaktion, Purpura, Henoch-Schonlein-Purpura, Pruritus.

Nieren und Harnwege

Häufig: Flüssigkeitsretention, Ödeme, Hypertonie.

Sehr selten: Akute Nierenschädigung (akutes Nierenversagen), Hämaturie, Proteinurie, nephrotisches

Syndrom, tubulo-interstitielle Nephritis, renale Papillennekrose.

Allgemeine Störungen

Selten: Oedem.

* Die Häufigkeit widerspiegelt Daten bei Langzeitbehandlung mit einer hohen Dosis (150 mg/Tag).

Meta-Analysen von kontrollierten klinischen Studien und pharmako-epidemiologische Daten weisen

darauf hin, dass die Anwendung von Diclofenac, insbesondere in hohen Dosen (150 mg täglich) und

bei Langzeitanwendung in Zusammenhang stehen kann mit einem erhöhten Risiko für arterielle

thromboembolische Ereignisse (z.B. Myokardinfarkt oder Schlaganfall) (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Einfluss auf die Sehkraft

Sehstörungen wie Sehverschlechterung, verschwommenes Sehen und Doppeltsehen scheinen ein

Klasseneffekt von NSAIDs zu sein und sind normalerweise reversibel nach Abbruch der Therapie.

Ein wahrscheinlicher Mechanismus für die Sehstörungen ist die Inhibierung der Synthese von

Prostaglandin und anderen ähnlichen Stoffen, was die Regulation des retinalen Blutdruckes

verändern und zu möglichen Veränderungen der Sehkraft führen kann. Falls solche Symptome

während der Behandlung mit Diclofenac auftreten, sollte eine ophthalmologische Untersuchung in

Betracht gezogen werden, um andere Ursachen aus zu schliessen.

Überdosierung

Symptome

Es gibt kein typisches Erscheinungsbild nach einer Überdosierung von Diclofenac.

Eine Überdosis kann Symptome wie Erbrechen, gastrointestinale Blutung, Diarrhoe, Benommenheit,

Tinnitus oder Konvulsionen auslösen. Im Falle einer schweren Vergiftung kann es zu akutem

Nierenversagen und Leberschaden kommen.

Therapeutische Massnahmen

Die Behandlung einer akuten Vergiftung mit NSAR, einschliesslich Diclofenac, besteht im

Wesentlichen aus supportiven Massnahmen und einer symptomatischen Behandlung. Supportive

Massnahmen und eine symptomatische

Behandlung sollten bei Komplikationen wie Hypotonie, Nierenversagen, Konvulsionen,

gastrointestinalen Beschwerden und Atemdepression erfolgen.

Spezifische Massnahmen wie forcierte Diurese, Dialyse oder Hämoperfusion sind vermutlich für die

Elimination von NSAR, einschliesslich Diclofenac, wegen ihrer hohen Proteinbindung und ihrer

extensiven Verstoffwechselung nicht hilfreich.

Aktivkohle kann nach Einnahme von potentiell toxischen Überdosen in Betracht gezogen werden,

und gastrische Dekontamination (z.B. Erbrechen, Magenspülung) nach Einnahme einer potentiell

lebensgefährlichen Überdosis.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AB05

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Diclofenac, der Wirkstoff von Inflamac 50 rapid, ist eine nichtsteroidale Verbindung mit

analgetischen, entzündungshemmenden und antipyretischen Eigenschaften.

Als wesentlich für den Wirkungsmechanismus wird die Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese

angesehen, die experimentell nachgewiesen wurde. Prostaglandine sind in erheblichem Umfang an

der Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber beteiligt.

In Konzentrationen, die den beim Menschen erreichten Werten entsprechen, verursacht Diclofenac in

vitro keine Unterdrückung der Biosynthese von Proteoglykanen im Knorpel.

Klinische Wirksamkeit

Inflamac 50 rapid Filmtabletten sind aufgrund ihrer raschen Resorption geeignet zur Behandlung von

akuten Schmerz- und Entzündungszuständen, bei welchen Gewicht auf einen raschen

Wirkungseintritt (innerhalb 30 Minuten) gelegt wird.

Bei posttraumatischen und postoperativen Entzündungen bewirkt Diclofenac eine rasche Abnahme

von Spontan- und Bewegungsschmerzen und vermindert die entzündliche Schwellung und das

Wundödem.

Ausserdem kann der Wirkstoff bei primärer Dysmenorrhoe den Schmerz mindern und das Ausmass

der Blutung reduzieren. Auch bei anderen Schmerzzuständen mittleren und schweren Grades wurde

die analgetische Wirkung von Diclofenac nachgewiesen.

Bei Migräneanfällen erwies sich Inflamac rapid als wirksam, in dem es zu einer Linderung der

Kopfschmerzen und einer Verbesserung der Begleiterscheinungen Nausea und Erbrechen führte.

Pharmakokinetik

Absorption

Diclofenac wird rasch und vollständig aus den Filmtabletten mit Diclofenac-Kalium resorbiert. Die

Resorption beginnt unmittelbar nach der Verabreichung, und die resorbierte Menge entspricht der

aus einer gleichwertigen Dosis Diclofenac-Natrium in Form von magensaftresistenten Filmtabletten

resorbierten Menge. Durchschnittliche maximale Plasmakonzentrationen von 1,1 µg/ml werden

innerhalb von 20-60 min nach Verabreichung einer Filmtablette zu 50 mg erreicht. Die Einnahme

mit einer Mahlzeit hat keinen Einfluss auf die Menge des resorbierten Diclofenac, doch Beginn und

Geschwindigkeit der Resorption können leicht vermindert sein.

Distribution

Diclofenac wird zu 99,7% an die Serumproteine, hauptsächlich an Albumin (99,4%) gebunden.

Das apparente Verteilungsvolumen lässt sich berechnen und beträgt demnach 0,12-0,17 l/kg.

Diclofenac tritt in die Synovialflüssigkeit ein. Dort werden die Höchstkonzentrationen 2-4 h nach

Erreichen der maximalen Plasmawerte gemessen. Die apparente Eliminationshalbwertszeit aus der

Synovialflüssigkeit beträgt 3-6 h. Bereits zwei Stunden nach Erreichen der maximalen

Plasmakonzentration liegt die Konzentration des Wirkstoffs in der Synovialflüssigkeit höher als im

Plasma und bleibt bis zu 12 h lang höher.

Metabolismus

Die Biotransformation von Diclofenac erfolgt teilweise durch Glucuronidierung des intakten

Moleküls aber vorwiegend durch einfache und mehrfache Hydroxylierung und Methoxylierung.

Dadurch entstehen mehrere phenolische Metaboliten (3'-Hydroxy-, 4'-Hydroxy-, 5-Hydroxy-, 4',5-

Dihydroxy- und 3'-Hydroxy-4'-methoxy-diclofenac), die dann weitgehend mit Glucuronsäure

konjugiert werden. Zwei dieser phenolischen Metaboliten sind, wenn auch wesentlich weniger als

Diclofenac, pharmakologisch wirksam.

Diclofenac wurde in der Brustmilch einer stillenden Mutter in einer geringen Konzentration

nachgewiesen (100 ng/ml). Die geschätzte Menge, die durch einen Säugling, der Brustmilch

konsumiert, aufgenommen wird, entspricht einer Dosis von 0.03 mg/kg/Tag.

Elimination

Die Elimination von Diclofenac aus dem Plasma erfolgt mit einer systemischen Clearance von 263 ±

56 ml/min (Mittelwert ± SD). Die terminale Halbwertszeit beträgt 1-2 h. Auch vier der Metaboliten,

darunter die beiden aktiven Metaboliten, haben eine kurze Halbwertszeit von 1-3 h. Eine wesentlich

längere Halbwertszeit hat der praktisch inaktive Metabolit 3'-Hydroxy-4'-methoxy-diclofenac.

Ungefähr 60% der applizierten Dosis werden renal in Form von Metaboliten ausgeschieden, weniger

als 1% als unveränderte Substanz. Der Rest der Dosis wird als Metaboliten mit der Galle in den

Fäzes eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Relevante Unterschiede von Resorption, Metabolismus und Ausscheidung, bedingt durch das Alter

der Patienten, sind nicht beobachtet worden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann aus der Kinetik einer Einzeldosis für das

übliche Dosierungsschema keine Akkumulation von unveränderter Wirksubstanz abgeleitet werden.

Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/min ist der theoretische Steady-state-

Plasmaspiegel der Metaboliten ungefähr viermal höher als bei gesunden Menschen. Dennoch werden

die Metaboliten schliesslich über die Galle ausgeschieden.

Bei eingeschränkter Leberfunktion (chronische Hepatitis, kompensierte Leberzirrhose) verlaufen die

Kinetik und der Metabolismus von Diclofenac wie bei Patienten mit gesunder Leber.

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus Studien zur Sicherheitspharmakologie, akuten Toxizität und Toxizität nach

Mehrfachdosierung sowie zur Genotoxizität, Mutagenität und Karzinogenität von Diclofenac

ergaben bei den vorgesehenen therapeutischen Dosierungen keine Hinweise auf eine besondere

Gefahr für Menschen.

Die erhöhte Inzidenz von Lymphomen (Thymus) bei Mäusen, und die erhöhte Inzidenz von

subkutanen Fibromen, Fibroadenomen (Milchdrüse) oder C-Zell-Adenomen (Schilddrüse) bei Ratten

waren alle innerhalb des historischen Kontrollbereiches des Labors für den verwendeten Tierstamm

und wurden als zufällig eingestuft.

In allen an der Ratte durchgeführten Toxizitätsstudien wurden eine Hypertrophie mesenterialer

Lymphknoten oder Lymphadenitits mit reaktiver Hyperplasie beobachtet. Diese Veränderungen

wurden von einer Neutrophilie begleitet, welche ebenfalls in Affenstudien beobachtet werden

konnte. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Reaktionen handelt, die sekundär zu den im Magen-

Darm-Trakt beobachteten Ulzera auftreten. In einer 2-Jahresstudie wurde bei mit Diclofenac

behandelten Ratten eine dosisabhängige Zunahme von thrombotischen Gefässverschlüssen am

Herzen beobachtet.

Aus zusätzlichen Studien gibt es Hinweise darauf, dass Diclofenac bei wiederholter oraler Gabe an

Ratten (>1 mg/kg Körpergewicht) die Fertilität beeinflussende Effekte hervorruft (erniedrigter

Testosteronspiegel sowie Reduktion im Gewicht der Nebenhoden und Hoden verbunden mit

histopathologischen Veränderungen). Ähnliche Effekte wurden auch in der F1-Generation nach

Dosen ≥1.25 mg/kg in einer 2-Generationenstudie beobachtet. Beim Hund führte die tägliche

subkutane Gabe von 2 mg/kg Diclofenac-Natrium zu einer Erhöhung der Spermatidenzahl. Weitere

Studien beschreiben einen verminderten Prozentsatz sich paarender Rattenweibchen nach

wiederholter Gabe von ≥0.5 mg/kg Diclofenac. Ein Einfluss auf sowohl männliche als auch

weibliche Fertilität kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Diclofenac überwindet die Plazentaschranke bei Nagetieren. Die Gabe von NSAIDs (einschliesslich

Diclofenac) hemmte die Ovulation bei Kaninchen und die Implantation und Plazentation bei Ratten,

und führte bei trächtigen Ratten zum frühzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus. Bei Ratten

waren für das Muttertier toxische Dosen von Diclofenac verbunden mit Dystokie, verlängerter

Trächtigkeit, vermindertem fötalem Überleben und intrauteriner Wachstumsverzögerung. Die

geringen Effekte von Diclofenac auf Reproduktionsparameter und Geburt als auch auf den

Verschluss des Ductus arteriosus in utero sind pharmakologische Auswirkungen dieser Klasse von

Prostaglandinsynthesehemmern (s. «Kontraindikationen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

In einer Studie mit Mäusen wurde Teratogenität (Gaumenspalte) bei der maternal toxischen Dosis 4

mg/kg beobachtet. Bei Ratten und Kaninchen führte Behandlung mit bis zu maternal toxischen

Dosen nicht zu teratogenen Effekten. Retardierte Ossifikation und reduziertes fetales Gewicht bei

einer Studie mit Kaninchen waren die einzigen Veränderungen, die bei diesen Untersuchungen

beobachtet wurden.

Bei für das Muttertier toxischen Dosen wurde die perinatale und postnatale Entwicklung der

Nachkommen beeinträchtigt (Fertilität, siehe oben, sowie Geburtsgewicht und retardiertes

postnatales Wachstum).

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor Feuchtigkeit schützen, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar

aufbewahren.

Zulassungsnummer

55926 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 50 mg: 10 und 20. (B)

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Stand der Information

September 2016.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen