Indivina 1 mg/2.5 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
estradioli valeras, medroxyprogesteroni acetas
Verfügbar ab:
Orion Pharma AG
ATC-Code:
G03FA12
INN (Internationale Bezeichnung):
estradioli valeras, medroxyprogesteroni acetas
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
estradioli valeras 1 mg, medroxyprogesteroni acetas 2.5 mg, lactosum monohydricum 83 mg, maydis amylum, gelatina, magnesii stearas, pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hormonsubstitution nach der Menopause
Zulassungsnummer:
55288
Berechtigungsdatum:
2000-04-17

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-09-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-09-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Indivina

Orion Pharma AG

Was ist Indivina und wann wird es angewendet?

Indivina ist ein kombiniertes Hormonpräparat, das bei nicht hysterektomierten Patientinnen zur

Hormonersatztherapie eingesetzt wird, wenn die Menopause mindestens vor 3 Jahren aufgetreten ist.

Indivina enthält das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und Medroxyprogesteronacetat (ein

Progesteron-ähnliches Hormon). Die körpereigene Produktion von Sexualhormonen nimmt mit der

Menopause (Klimakterium, Wechseljahre) ab. Indivina ersetzt diese Hormone, die der Körper selbst

nicht mehr genügend produziert, und verhindert oder lindert die Wechseljahrbeschwerden (wie

Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen, Reizbarkeit), welche durch den Rückgang der

Hormone ausgelöst werden.

Indivina kann auch zur Prävention von Osteoporose (Knochenschwund) verwendet werden, wenn

andere Arzneimittel dafür nicht in Frage kommen oder wenn Sie gleichzeitig an behandlungsbedürftigen

Symptomen des Östrogenmangels leiden.

Eine kontinuierliche, kombinierte Hormonersatztherapie, wie mit Indivina, führt nicht zu monatlichen

Regelblutungen. Allerdings können Blutungen oder Schmierblutungen in den ersten Monaten der

Behandlung oft noch auftreten.

Die Erfahrung bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren ist beschränkt.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Indivina ist kein Kontrazeptivum, d.h. es hat keine empfängnisverhütende Wirkung und kann nicht zur

Schwangerschaftsverhütung eingesetzt werden.

Es wurden mehrere Studien publiziert, welche wichtige Sicherheitssignale für die Hormonersatztherapie

nach den Wechseljahren lieferten. Insbesondere zeigten sich erhöhte Risiken für Brustkrebs, Herzinfarkt,

Schlaganfall, venöse Thrombosen und Lungenembolien. In sehr seltenen Fällen wurde eine Abnahme

des Erinnerungsvermögens und der geistigen Leistungsfähigkeit bei älteren Frauen, die eine kombinierte

Östrogen-Gestagen-Hormonersatztherapie anwandten, beobachtet. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit

Ihnen diese Risiken besprechen und gegenüber dem erwarteten Nutzen abwiegen.

Melden Sie sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur jährlichen gynäkologischen Kontrolluntersuchung.

Wann darf Indivina nicht eingenommen werden?

Indivina darf nicht eingenommen werden bei:

·bestehendem oder behandeltem Gebärmutter- oder Brustkrebs oder bei einem anderen Tumor, bei dem

die Geschlechtshormone eine Rolle spielen, oder falls ein solcher Verdacht vorliegt,

·ungeklärten Scheidenblutungen,

·unbehandelter, starker Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie),

·Leberfunktionsstörungen,

·bestehenden oder behandelten Lebertumoren,

·bestehenden oder behandelten Problemen mit den Blutgefässen (z.B. tiefe Venenthrombosen oder

Venenentzündungen) oder Embolien (Blutgerinnsel),

·bestehenden oder früheren Erkrankungen, die auf Blutgerinnsel in den Arterien zurückzuführen sind,

wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Brustschmerz aufgrund verengter Herzkranzarterien (Angina

pectoris),

·stark erhöhtem Blutdruck,

·einer erblichen Stoffwechselerkrankung mit Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs (sogenannte

Porphyrie),

·Blutgerinnungsstörungen (wie einem Mangel an Protein C, Protein S oder Antithrombin),

·fortgeschrittenem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) mit Folgeschäden,

·sehr hohen Blutfettwerten (Triglyzeride),

·Schwangerschaft oder vermuteter Schwangerschaft,

·während der Stillzeit,

·Allergie gegenüber einem Bestandteil von Indivina.

Wann ist bei der Einnahme von Indivina Vorsicht geboten?

Vor Beginn der Behandlung mit Indivina wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie gründlich allgemein und

gynäkologisch untersuchen sowie Ihre Krankengeschichte und die Ihrer Familie aufnehmen, um

mögliche Krankheiten auszuschliessen, bei denen Indivina nicht oder nur mit Vorsicht angewendet

werden darf.

Zusätzlich zu regelmässigen Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Arzt bzw. bei Ihrer Ärztin, bei welchen

unter anderem auch Vorsorgeuntersuchungen der Brüste (ggf. einschliesslich Mammographie) und

Gebärmutterhalsabstriche durchgeführt werden, denken Sie bitte daran, Ihre Brüste regelmässig auf

jegliche Veränderung hin zu kontrollieren: z.B. eine Wölbung oder Vertiefung der Haut, Veränderungen

an der Brustwarze oder jegliche Art von Knoten, die Sie sehen oder fühlen können. Informieren Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über jede Veränderung in Ihrer Brust.

Risikofaktoren wie Rauchen, erhebliches Übergewicht, Bluthochdruck oder Fälle von Brustkrebs in

Ihrer Familie sind für die ärztliche Überwachung von Wichtigkeit.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie jemals von einem der nachfolgend aufgeführten

gesundheitlichen Probleme betroffen waren, da diese während der Behandlung mit Indivina wieder

auftreten oder sich verschlimmern können:

·gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome),

·Wachstum von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter (Endometriose) oder früher

aufgetretenes übermässiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie),

·gutartige Brustveränderungen,

·Austritt von Muttermilch aus der Brust,

·erhöhtes Risiko für östrogenabhängigen Krebs (z.B. wenn die Mutter, Schwester oder Grossmutter

Brustkrebs hatten),

·erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (siehe unten, Absatz «Venöse Blutgerinnsel»),

·Bluthochdruck,

·Lebererkrankungen (z.B. gutartige Lebertumore),

·Gallensteine,

·Schwangerschafts-bedingter Ikterus (Gelbsucht),

·Migräne oder schwere Kopfschmerzen,

·Epilepsie,

·schwere Depression,

·Erkrankung des Immunsystems, die viele Organfunktionen des Körpers beeinträchtigt (Systemischer

Lupus erythematodes (SLE), Chorea minor, Multiple Sklerose (MS)),

·Asthma,

·Erkrankung, die das Trommelfell und das Gehör beeinträchtigt (Otosklerose),

·Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),

·Erhöhte Blutfettwerte,

·Störungen des Knochenstoffwechsels (Hyperkalzämie),

·Sichelzellanämie (Störung des blutbildenden Systems),

·Flüssigkeitseinlagerung infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen,

·anhaltender Juckreiz oder seltene Hauterkrankungen (Herpes gestationis) während einer früheren

Schwangerschaft.

Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt werden soll, teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin bitte mit, dass Sie Indivina einnehmen. Sexualhormone können die Resultate beeinflussen.

Falls Sie sich einer Operation unterziehen werden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Es kann erforderlich sein, dass Sie die Einnahme von lndivina 4 bis 6 Wochen vor der Operation

einstellen, um das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln zu reduzieren. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

Ihnen sagen, wann Sie die Behandlung fortsetzen können.

Die Behandlung mit Indivina sollte sofort abgebrochen werden bei:

·Venösen oder arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (Bildung von Blutgerinnseln in

Blutgefässen). Dies kann sich durch Schmerzen in den Beinen, Schmerzen im Brustkorb, Husten,

Atemnot (Lungenembolie), Herzinfarkt oder Schlaganfall äussern

·Erstmaligem Auftreten migräneartiger oder häufigerem Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen

·Plötzlichem teilweisen oder totalen Sehverlust oder von Doppelbildern oder plötzlich auftretender

Vorwölbung des Augapfels (Exophthalmus)

·Plötzlichen Hörstörungen

·Deutlichem Blutdruckanstieg

·Gelbsucht, Leberentzündung oder einer Verschlechterung der Leberfunktion

·Erkennbarem Wachstum von gutartigen Tumoren der Gebärmutter (Myome)

·Zunahme epileptischer Anfälle

·Schwangerschaft

Suchen Sie in einem solchen Fall sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin auf. Setzen Sie die Behandlung mit

Indivina ab, bis Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen sagt, dass Sie sie wieder fortsetzen können.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde berichtet, dass das Risiko für Brustkrebs

bei Frauen, die länger als 5 Jahre eine Hormonersatztherapie anwenden, leicht erhöht ist. Dieses Risiko

nimmt in den ersten 5 Jahren nach dem Absetzen der Hormonsubstitution langsam ab und ist dann

wieder vergleichbar mit demjenigen von Frauen, die keine Hormonersatztherapie angewendet haben.

Übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie) und Krebs der

Gebärmutterschleimhaut (Endometriumskarzinom)

Das Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut bei nicht hysterektomierten Patientinnen ist unter

Therapie mit Östrogenen grösser als bei unbehandelten Frauen und scheint von der Behandlungsdauer

und der Östrogen-Dosis abhängig zu sein. Wird die Einnahme von Östrogen zumindest während eines

Teils des Monatszyklus mit einem Gestagen (Gelbkörperhormon) kombiniert, ist die Risikoerhöhung

deutlich geringer. Patientinnen, bei denen die Gebärmutter nicht entfernt wurde, sollten daher Östrogene

nicht alleine anwenden.

Möglicherweise haben Sie während den ersten 3-6 Monaten der Behandlung unregelmässige Blutungen

oder Schmierblutungen. Üblicherweise werden die Blutungen mit der Zeit leichter und weniger häufig,

und hören auf. Wenn Sie starke Blutungen haben oder nach den ersten 6 Behandlungsmonaten weiterhin

Blutungen oder Schmierblutungen haben bzw. diese Blutungen erst nach längerer Behandlungsdauer

einsetzen, teilen Sie es Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, damit die Ursache der Blutungen festgestellt

wird und die Behandlung, falls notwendig, neu beurteilt werden kann.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie mit Ihnen besprechen

und die notwendigen Kontrollen vor und regelmässig während der Therapie durchführen.

Eierstockkrebs

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass eine Hormonersatztherapie (sowohl für eine Östrogen-

Monotherapie als auch für eine kombinierte Hormonersatztherapie) mit einem gering erhöhten Risiko

für die Entwicklung von Eierstockkrebs verbunden sein könnte.

Leberkrebs

In seltenen Fällen wurden bei Anwendung einer Hormonersatztherapie gutartige und noch seltener

bösartige Veränderungen der Leber beobachtet. Wenden Sie sich bei starken Schmerzen im oberen

Bauchbereich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Herz- und Kreislauf

Herzkrankheit (Herzinfarkt) und Schlaganfall

Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass eine Hormonersatztherapie einem Herzinfarkt vorbeugt.

Bei Frauen, die eine kombinierte Hormonersatztherapie mit Östrogen und Gestagen anwenden, kann

gemäss wissenschaftlicher Untersuchungen im ersten Anwendungsjahr im Vergleich zu Frauen, die

keine Hormonersatztherapie anwenden, ein erhöhtes Risiko bestehen, eine Herzkrankheit zu entwickeln.

Ebenfalls kann das Schlaganfallrisiko bei Anwenderinnen einer Hormonersatztherapie erhöht sein.

Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)

Das Risiko einer Thrombose (Blutgerinnsel in den Venen) ist bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie

anwenden, erhöht, besonders im ersten Einnahmejahr.

Wenn Sie oder Ihre Familie eine Krankengeschichte von wiederkehrenden Blutgerinnselbildungen

haben oder wissen, dass Sie zu Thrombosen neigen (Thrombophilie), wenn Sie stark übergewichtig sind,

rauchen, Krebs haben, an einem systemischen Lupus erythematodes (eine schwere Hautkrankheit)

leiden, mehrere Fehlgeburten hatten oder zur Zeit mit blutverdünnenden Mitteln behandelt werden,

könnte eine Hormonersatztherapie dieses bereits bestehende Risiko weiter erhöhen. Zudem steigt das

Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels mit höherem Alter.

Brechen Sie die Therapie mit Indivina sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf, wenn

Sie eines der folgenden Symptome haben: plötzliche Schmerzen im Brustbereich, Spannungsgefühl,

schmerzhafte Schwellungen und Rötung der Beine, Atemnot oder Schmerzen beim Atmen.

Die Therapie soll 4 bis 6 Wochen vor einer geplanten Operation unterbrochen werden, da eine

längerfristige Immobilisierung das Risiko einer Thrombose erhöhen kann. Fragen Sie Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin um Rat, ob Sie die Behandlung vor einer geplanten Operation oder bei langandauernder

Bettlägerigkeit abbrechen sollen.

Informieren Sie über die Behandlung mit Indivina, wenn Sie einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen oder

wenn medizinische Labortests vorgenommen werden.

Hirnleistungsstörungen (Demenz)

Aus einer grossen Studie gibt es Hinweise, dass bei Frauen, die bei Beginn der Hormonersatztherapie 65

Jahre oder älter sind, das Risiko für Gedächtnisstörungen erhöht sein kann. Es ist nicht bekannt, ob diese

Erkenntnisse auch für jüngere Frauen bzw. andere Arzneimittel gelten.

Andere Vorsichtsmassnahmen

Indivina hat keine kontrazeptive Wirkung.

Bitte nehmen Sie Indivina erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Falls Sie andere Medikamente regelmässig einnehmen müssen, ist es wichtig, dass Sie die Anweisungen

des Arztes bzw. der Ärztin genau befolgen. Dies gilt sowohl für rezeptpflichtige als auch für

freiverkäufliche Arzneimittel. Die Wirksamkeit von Indivina kann herabgesetzt sein bei gleichzeitiger

Einnahme bestimmter Medikamente wie z.B. gewisser Arzneimittel gegen Infektionserkrankungen (z.B.

Penicilline, Tetrazykline, Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, Efavirenz und Nelfinavir), Schlafmittel,

Medikamente gegen Epilepsie oder Pflanzenpräparate mit Johanniskraut (Hypericum). Gewisse Mittel

gegen Pilzerkrankungen (z.B. Itraconazol) oder Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin) können

die Wirkung von Indivina erhöhen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, ob Sie mit Arzneimitteln zur Behandlung von Hepatitis C-

Infektionen behandelt sind (Arzneimittel mit Wirksubstanzen wie Ombitsavir, Paritaprevir, Ritonavir,

Dasabuvir). Arzneimittel mit Östrogenen wie Indivina könnten gegebenenfalls die Wirkung dieser

Arzneimittel beeinflussen.

Die Wirkung von Blutverdünnungsmedikamenten (Antikoagulantien) kann bei gleichzeitiger Einnahme

von Indivina abnehmen.

Die gleichzeitige Einnahme von Indivina mit gewissen Medikamenten (z.B. Benzodiazepine

(angstlösende Arzneimittel), Cyclosporin (ein Arzneimittel, das die Immunabwehr unterdrückt),

lmipramin (ein Antidepressivum), Metoprolol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck,

Herzinsuffizienz sowie zur Migräneprophylaxe)) kann zu einer Zunahme der Wirkung dieser

Medikamente führen.

Wenn Sie mit Lamotrigin, einem Medikament gegen Epilepsie behandelt werden, teilen Sie dies bitte

Ihrem Arzt oder lhrer Ärztin mit, da eine Anpassung der verabreichten Lamotrigin-Dosis erforderlich

sein kann. Wenn Sie lndivina wieder absetzen wollen, muss dies ebenso unter Überwachung Ihres

Arztes oder Ihrer Ärztin erfolgen, da wiederum eine Anpassung der Lamotrigin-Dosis nötig sein könnte.

Bei Diabetikerinnen ist es möglich, dass die Einnahme von Indivina eine Anpassung der Dosis der

Medikamente gegen Diabetes notwendig macht.

Falls Sie sich bei der Anwendung von anderen Medikamenten und Indivina unsicher fühlen, fragen Sie

Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Informieren Sie Ihren Arzt / Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin / Ihre Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Indivina während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Indivina darf weder während der Schwangerschaft noch in der Stillzeit eingenommen werden. Es gibt

auch keinen medizinischen Grund, dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft oder in der

Stillzeit einzunehmen. Wenn Sie während der Behandlung mit Indivina schwanger werden, brechen Sie

die Therapie mit Indivina ab und suchen Sie so rasch wie möglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Wie verwenden Sie Indivina?

Nehmen Sie täglich eine Tablette mit etwas Wasser, möglichst immer um die gleiche Zeit, z.B. abends

vor dem Schlafengehen. Schlucken Sie die Tablette ganz.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die Dosierung und Behandlungsdauer an Ihre persönliche Situation

anpassen. Befolgen Sie die Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin genau und ändern Sie nicht von sich

aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark,

so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Bei Kindern und Jugendlichen besteht für die Anwendung von lndivina, Tabletten keine Indikation.

Blutungen

Indivina führt nicht zu Abbruchblutungen. Zu Beginn der Behandlung kann es zwar zu Blutungen oder

Schmierblutungen kommen, die jedoch nach wenigen Monaten ganz ausbleiben oder sich auf

gelegentliche leichte Schmierblutungen reduzieren sollten (vgl. auch «Wann ist bei der Einnahme von

Indivina Vorsicht geboten? / Übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumshyperplasie) und Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumskarzinom)»). Wenn

verlängerte oder unregelmässige Blutungen auftreten, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

möglicherweise wird er/sie die Gestagen-Dosis Ihres Indivina-Präparates verändern. Der Arzt bzw. die

Ärztin fragt möglicherweise bei den regelmässigen Kontrollbesuchen nach dem Auftreten von

Blutungen. Deshalb wäre es hilfreich, wenn Sie eventuelle Blutungen in Ihre Agenda eintragen würden.

Vergessene Tabletten

Wenn Sie eine Tablette vergessen haben, lassen Sie die vergessene Tablette im Blister und nehmen die

nächste Tablette zur gewohnten Zeit. Die Wochentage sind hinten auf dem Blister aufgedruckt, um

Ihnen die Kontrolle der täglichen Einnahme zu erleichtern.

Nehmen Sie auch immer die nötige Menge Tabletten mit auf Reisen oder in die Ferien.

Überdosierung

Falls Sie zu viele Tabletten Indivina eingenommen haben, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker

bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Östrogen-Überdosierungen können Übelkeit, Kopfschmerzen und

Vaginalblutungen verursachen.

Welche Nebenwirkungen kann Indivina haben?

Neben den bereits weiter oben beschriebenen Nebenwirkungen, bei deren Auftreten Sie die Einnahme

von Indivina sofort abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen müssen, können folgende

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Indivina auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Spannungsgefühl in der Brust sowie unregelmässige Blutungen, die vor allem während der ersten

Behandlungsmonate auftreten.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Blutungen der Gebärmutter, Druckempfindlichkeit der Brust, Vergrösserung der Brust, Vergrösserung

von Geschwulsten in der Gebärmutter, vaginaler Ausfluss, Kopfschmerzen, Schwellungen

(Flüssigkeitsansammlung im Gewebe), Gewichtszunahme und -abnahme, Übelkeit und

Bauchschmerzen, Stimmungsänderungen (inkl. Angst oder depressive Verstimmungen) und

Schwankungen des sexuellen Verlangens.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Migräne, Schwindel, erhöhter Blutdruck, Völlegefühl, Erbrechen, Blähungen,

Gallenblasenerkrankungen, Gallenstauung, Gallensteine, Scheidenpilz oder Krämpfe in den Beinen.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Überempfindlichkeitsreaktionen, Bildung von Blutgerinnseln (venöse Thrombosen), Haarverlust oder

extremes Haarwachstum auf dem Körper, Ausschlag, Hautrötungen und Juckreiz.

Unter Hormonersatztherapie wurden zudem Brustkrebs, Krebserkrankungen der

Gebärmutterschleimhaut, Eierstockkrebs, venöse Thrombosen oder Lungenembolien (Blutgerinnsel),

arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Engegefühle in der Brust),

Schlafstörungen, Depressionen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Fettstoffwechselstörungen, Gelbsucht,

dunkle Hautverfärbungen, insbesondere im Gesicht oder am Hals, schmerzhafte, rötliche Hautknötchen,

Blutungen in der Haut, Akne, Austritt von Muttermilch aus der Brust, Knoten in der Brust, vaginale

Trockenheit sowie Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Indivina enthalten?

Wirkstoffe

Eine Tablette Indivina 1 mg/2.5 mg enthält 1 mg Estradiolvalerat und 2.5 mg

Medroxyprogesteronacetat.

Eine Tablette Indivina 1 mg/5 mg enthält 1 mg Estradiolvalerat und 5 mg Medroxyprogesteronacetat.

Eine Tablette Indivina 2 mg/5 mg enthält 2 mg Estradiolvalerat und 5 mg Medroxyprogesteronacetat.

Hilfsstoffe

Lactose Monohydrat, Maisstärke, Gelatine, Magnesiumstearat

Zulassungsnummer

55288 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Indivina? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Indivina 1 mg/2.5 mg: 3 x 28 Tabletten.

Indivina 1 mg/5 mg: 3 x 28 Tabletten.

Indivina 2 mg/5 mg: 3 x 28 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Orion Pharma, AG, 6300 Zug

Diese Packungsbeilage wurde im September 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Indivina®

Orion Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Estradioli valeras; medroxyprogesteroni acetas.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Indivina 1 mg/2,5 mg Tabletten: 1 mg Estradiolvalerat, 2,5 mg Medroxyprogesteronacetat.

Indivina 1 mg/5 mg Tabletten: 1 mg Estradiolvalerat, 5 mg Medroxyprogesteronacetat.

Indivina 2 mg/5 mg Tabletten: 2 mg Estradiolvalerat, 5 mg Medroxyprogesteronacetat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonersatzstherapie (HRT) bei Symptomen, die durch Östrogenmangel verursacht sind, bei

postmenopausalen nicht hysterektomierten Frauen (mind. 3 Jahre).

Vorbeugung oder Verzögerung einer durch Östrogenmangel induzierten Osteoporose bei

postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, für die eine Behandlung mit anderen zur

Prävention der Osteoporose zugelassenen Arzneimittel nicht in Frage kommt, oder bei Frauen, die

gleichzeitig an behandlungsbedürftigen Symptomen des Östrogen-Mangels leiden.

Dosierung/Anwendung

Die Therapie mit Indivina sollte frühestens 3 Jahre nach der Menopause beginnen. Täglich eine

Tablette einnehmen. Die Tablette sollte unzerkaut mit wenig Wasser möglichst immer zur gleichen

Tageszeit eingenommen werden. Für alle Indikationen soll immer die niedrigste wirksame Dosierung

angewendet und so kurz wie möglich behandelt werden. Die Hormonsubstitution sollte nur

fortgesetzt werden, solange der Nutzen das Risiko für die einzelne Patientin überwiegt.

Es wird empfohlen, die Therapie mit Indivina 1 mg/2,5 mg zu beginnen. 2,5 mg

Medroxyprogesteronacetat (MPA) sind normalerweise ausreichend, um eine Durchbruchblutung zu

verhindern. Falls Durchbruchblutungen auftreten und andauern und ein pathologischer

Endometriumsbefund ausgeschlossen wurde, kann die MPA-Dosis auf 5 mg (Indivina 1 mg/5 mg)

erhöht werden.

Falls 1 mg Estradiolvalerat nicht ausreicht, um die klimakterischen Beschwerden zu beheben, kann

die Dosis auf 2 mg (Indivina 2 mg/5 mg) erhöht werden. Bei Frauen mit starken klimakterischen

Beschwerden kann die Behandlung direkt mit Indivina 2 mg/5 mg begonnen werden.

Falls die Durchbruchblutungen mit 5 mg MPA nicht unter Kontrolle gebracht werden können, sollte

eine zyklische Behandlung in Betracht gezogen werden.

Vergessene Einnahme

Wenn die Einnahme einer Tablette vergessen wurde, sollte sie weggeworfen werden. Die

Wahrscheinlichkeit von Durchbruchblutungen oder Schmierblutungen kann in solchen Fällen erhöht

sein.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patientinnen: Die Erfahrungen bei Patientinnen ≥65 Jahre sind beschränkt. Eine

Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist jedoch vermutlich nicht erforderlich.

Kinder und Jugendliche: In dieser Altersgruppe besteht keine Indikation.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Pharmakokinetik von lndivina wurde bei Patienten mit

Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht

werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Die Pharmakokinetik von lndivina wurde bei Patienten mit

Leberinsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht

werden. Da jedoch bekannt ist, dass der Metabolismus der Sexualsteroide bei eingeschränkter

Leberfunktion beeinträchtigt ist, ist lndivina bei Patientinnen mit schwerer Leberinsuffizienz (Child

Pugh C) kontraindiziert.

Kontraindikationen

·Bestehendes, vermutetes oder früheres Mammakarzinom,

·Bekannte, vermutete oder frühere Sexualhormon-abhängige maligne oder prämaligne Neoplasien

(Endometriums- oder Ovarialkarzinom),

·Unbehandelte Endometriumshyperplasie,

·Genitalblutung unbekannter Genese,

·Bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumoren,

·akute und chronische Lebererkrankungen (einschliesslich Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom),

·Vorausgegangene oder bestehende venöse thromboembolische Ereignisse (tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie),

·Akute oder kürzlich aufgetretene arterielle thromboembolische Ereignissen (z.B. zerebrovaskulärer

Insult, Myokardinfarkt),

·Vorliegen von Risikofaktoren für arterielle oder venöse thromboembolische Ereignisse (z.B.

Mangel an Antithrombin, Protein S oder Protein C),

·Diabetes mellitus mit manifesten Gefässschäden,

·Schwere Hypertriglyzeridämie,

·Porphyrie,

·Bekannte oder vermutete Schwangerschaft, Stillzeit,

·Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff von Indivina.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anamnese und medizinische Untersuchung

Jeder Hormonersatztherapie (HRT) sollten eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustands und

eine gründliche gynäkologische Untersuchung vorangehen, die mindestens jährlich zu wiederholen

sind. Diese Untersuchungen schliessen eine allgemeine Untersuchung (einschliesslich

Blutdruckmessung) und eine gynäkologische Untersuchung (Untersuchung der Mammae, des

Abdomens und der Beckenorgane, einschliesslich Zervixzytologie und ggf. relevanter

Laboruntersuchungen) ein. Die Eigen- und Familienanamnese sollten ebenfalls berücksichtigt

werden. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss vor jeder Therapie und für jede Patientin individuell

sorgfältig abgewogen werden. Es sollte immer die niedrigste wirksame Dosis und die

kürzestmögliche Behandlungsdauer gewählt werden.

Durchbruchblutungen können in den ersten Monaten der Behandlung auftreten. Jede unerwartete

Blutung sollte gynäkologisch abgeklärt werden, gegebenenfalls einschliesslich transvaginaler

Sonographie und Endometriumsbiopsie.

Prophylaxe der postmenopausalen Osteoporose

HRT Präparate sollten nur dann zur Prävention der Osteoporose eingesetzt werden, wenn alternative

Therapien nicht in Frage kommen oder die Patientin gleichzeitig an behandlungsbedürftigen

postmenopausalen Symptomen leidet. In jedem Fall muss das Nutzen-Risiko-Verhältnis vor jeder

Behandlung und regelmässig während der Behandlung evaluiert werden.

Gründe für ein sofortiges Absetzen

Falls während der Behandlung eine Kontraindikation auftritt oder eine der nachfolgend genannten

Situationen eintritt, muss die HRT sofort abgesetzt werden:

·Symptome eines venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignisses (einschliesslich retinaler

Thrombosen) bzw. bei Verdacht hierauf; hierzu gehören auch:

·erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen;

·plötzlicher partieller oder vollständiger Visusverlust;

·plötzliche Hörstörungen;

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg,

·Ikterus, Hepatitis oder Verschlechterung der Leberfunktion,

·erkennbares Wachstum von Myomen,

·Zunahme epileptischer Anfälle,

·Schwangerschaft.

Im Falle von Sehstörungen muss die Patientin sorgfältig ophthalmologisch untersucht werden, um

das Vorliegen eines Papillenödems oder vaskulärer Netzhautläsionen auszuschliessen, bevor mit der

Medikation fortgefahren wird.

Umstände, die eine besondere Überwachung erfordern

Wenn eine der folgenden Erkrankungen besteht, früher aufgetreten ist und/oder sich während einer

Schwangerschaft oder einer früheren Hormontherapie verschlimmert hat, sollte die Patientin

engmaschig überwacht werden. Es sollte berücksichtigt werden, dass diese Erkrankungen während

der Behandlung mit lndivina erneut auftreten oder sich verschlechtern könnten.

·Risikofaktoren für hormonabhängige Tumoren (z.B. Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades),

·Endometriumshyperplasie in der Anamnese,

·benigne Brustveränderungen,

·Leiomyome oder Endometriose,

·Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe auch Abschnitt «Thromboembolische

Erkrankungen» unten),

·Migräne,

·Hypertonie,

·Diabetes mellitus,

·Fettstoffwechselstörungen,

·Erkrankungen der Leber oder der Gallenblase,

·Schwangerschaftsbedingter Ikterus,

·Asthma,

·Epilepsie,

·systemischer Lupus erythematodes,

·Chorea minor,

·Multiple Sklerose,

·schwere chronische Depression,

·Sichelzellanämie,

·metabolische, mit Hyperkalziämie einhergehende Knochenerkrankungen,

·Otosklerose,

·Herpes gestationis in der Anamnese.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

Randomisierte, kontrollierte Studien und epidemiologische Studien ergaben bei Frauen, die eine

HRT über mehrere Jahre anwandten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Bei allen Frauen sollten deshalb

vor Beginn einer HRT sowie jährlich Brustuntersuchungen durch den Arzt und monatliche

Selbstuntersuchungen der Brust durchgeführt werden. Abhängig vom Alter und den jeweiligen

Risikofaktoren sollte zusätzlich eine Mammographie durchgeführt werden.

Die Anwenderinnen sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brust sie ihrem

Arzt/ihrer Ärztin mitteilen müssen.

Eine Meta-Analyse von 51 epidemiologischen Studien zeigte, dass das Risiko, an Brustkrebs zu

erkranken, mit der Dauer der HRT zunimmt und nach Absetzen der HRT abnimmt. Das relative

Risiko (RR), an Brustkrebs zu erkranken, war 1.35 (95% CI 1.21–1.49) für Frauen, die eine HRT

während 5 Jahren oder länger anwandten.

Die WHI Studie, eine grosse prospektive, Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie, zeigte im

Vergleich zu Placebo unter kombinierter HRT mit konjugierten Östrogenen und

Medroxyprogesteronacetat nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 5.6 Jahren eine

Zunahme von invasiven Mammakarzinomen in der Östrogen-Gestagen-Gruppe (RR 1.24 [95% CI

1.02-1.50]). Für die Monotherapie war das Risiko hingegen nicht erhöht (RR 0.77 [95% CI 0.59-

1.01]).

Die Million Women Study, eine nicht-randomisierte Kohorten-Studie, rekrutierte 1'084'110 Frauen.

Das durchschnittliche Alter der Frauen bei Eintritt in die Studie war 55.9 Jahre. Die Hälfte der

Frauen erhielt vor und/oder zum Zeitpunkt des Studienantritts eine HRT, die übrigen Frauen wurden

nie mit HRT behandelt. Es wurden 9'364 Fälle von invasivem Brustkrebs und 637 Todesfälle infolge

von Brustkrebs registriert nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 2.6 bzw. 4.1 Jahren.

Frauen, die bei Aufnahme in die Studie eine HRT anwandten, zeigten ein höheres Risiko in Bezug

auf die Morbidität (RR 1.66 [95% CI 1.58-1.75]) und möglicherweise in geringerem Ausmass auch

für die Mortalität infolge Brustkrebs (1.22 [95% CI 1.00-1.48]) verglichen mit Frauen, die nie eine

solche Behandlung angewandt hatten. Das höchste Risiko wurde unter kombinierter Östrogen-

Gestagen-Therapie gesehen (RR 2.00 [95% CI 1.88-2.12]). Für die Östrogen-Monotherapie betrug

das relative Risiko 1.30 (95% CI 1.21-1.40). Die Resultate fielen für verschiedene Östrogene und

Gestagene, für unterschiedliche Dosierungen und Verabreichungswege sowie für kontinuierliche und

sequentielle Therapie ähnlich aus. Bei allen Arten der HRT stieg das Risiko mit zunehmender Dauer

der Anwendung. Nach Absetzen der Therapie war das Risiko regredient (letzte Anwendung vor <5

Jahren: RR 1.04 [95% CI 0.95-1.12].

Endometriumhyperplasie und -karzinom

Die längerdauernde Einnahme von Östrogenen erhöht das Risiko für die Entwicklung einer

Endometriumhyperplasie oder eines Endometriumkarzinoms. Das Risiko scheint von der

Behandlungsdauer und der Östrogen-Dosis abhängig zu sein. Nach Absetzen der Therapie könnte

das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht bleiben. Es konnte gezeigt werden, dass bei Zugabe eines

Gestagens zu einer Östrogen-Behandlung das Risiko einer Endometriumhyperplasie, welche als

Vorstufe des Endometriumkarzinoms gilt, herabgesetzt werden kann.

Eine ärztliche Überwachung aller Frauen, die eine HRT anwenden, ist wichtig. Bei anhaltenden oder

rezidivierenden Blutungen sollten angemessene diagnostische Methoden einschliesslich einer

Endometriumsbiopsie eingesetzt werden, um eine Malignität auszuschliessen.

Ovarialkarzinom

Mehrere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine HRT mit einem erhöhten Risiko für

die Entwicklung eines epithelialen Ovarialkarzinomes verbunden sein könnte. Eine Risikoerhöhung

wurde sowohl für eine Östrogen-Monotherapie als auch für eine kombinierte HRT gefunden.

Während die meisten Studien eine Risikoerhöhung erst bei einer Langzeitanwendung (d.h.

mindestens 5 Jahre) zeigten, fand sich in einer 2015 publizierten Metaanalyse (unter

Berücksichtigung von insgesamt 17 prospektiven und 35 retrospektiven Studien) kein solcher

Zusammenhang mit der Anwendungsdauer.

ln der prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie WHI-Studie fand sich eine

statistisch nicht signifikante Risikoerhöhung (HR 1.41; 95%-KI 0. 75-2.66).

Da Ovarialkarzinome sehr viel seltener sind als Brustkrebs, ist die absolute Risikoerhöhung bei

Frauen, welche eine HRT anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, gering.

Lebertumoren

ln seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie lndivina enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu

Iebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke

Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung

auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.

Thromboembolische Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall

Eine Hormonersatztherapie sollte nicht zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen eingesetzt

werden.

Grosse klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt in der Primär-Prophylaxe (WHI Studie)

oder Sekundär-Prophylaxe (HERS II Studie) kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die «Women's Health Initiative» (WHI) Studie, zeigte bei mehr als 8'000 älteren postmenopausalen

Frauen (Alter bei Studienschluss 50-79 Jahre, mittleres Alter 63 Jahre), welche eine orale HRT mit

konjugierten Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat während durchschnittlich 5,2 Jahren

erhielten, ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber Placebo (RR 1,24 [95% Cl

1.00-1.54], absolute Risikoerhöhung 6 Fälle pro 10'000 Frauenjahre). Das Risiko war am höchsten

im ersten Jahr nach Beginn der HRT (RR 1.81 [95% CI 1.09-3.01]). Mit zunehmendem Abstand zur

Menopause nahm das Risiko zu (Menopause <10 Jahre, RR 0.89; Menopause 10 bis 19 Jahre, RR

1.22; Menopause ≥20 Jahre, RR 1.71).

Ebenso war in der WHI-Studie das zerebrovaskuläre Risiko unter kombinierter Östrogen-Gestagen-

Therapie erhöht (RR 1,31 [95% Cl 1.02-1.68]).

Im Östrogen-Monotherapie-Arm der WHI-Studie wurden hysterektomierte Frauen im Alter von 50

bis 79 Jahren mit konjugierten equinen Östrogenen (0.625 mg pro Tag) oder mit Placebo behandelt

(n=10'739). Die durchschnittliche Verlaufsbeobachtung betrug 6.8 Jahre. Unter Östrogen-

Monotherapie war kein signifikanter Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko ersichtlich (RR 0.91

[95% CI 0.75-1.12]). Hingegen war das Risiko für zerebrovaskulären Insult erhöht (RR 1.39 [95%

CI 1.10-1.77]).

Die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS und HERS II), eine prospektive,

Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 1'300 postmenopausalen Frauen mit

vorbestehender koronarer Herzkrankheit (mittleres Alter bei Studieneinschluss 67 Jahre, SD 7 Jahre),

welche eine orale Hormonersatztherapie mit konjugierten Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat

während durchschnittlich 4.1 Jahren (HERS) bzw. 2.7 Jahren (HERS II) erhielten, keine Reduktion

des kardiovaskulären Risikos. Das relative Risiko war 0.99 (95% CI 0.84-1.17). Das Risiko war am

höchsten im ersten Jahr nach Beginn der HRT (RR 1.52 [95% CI 1.01-2.29]).

Das relative Risiko für zerebrovaskuläre Insulte ist unabhängig vom Alter oder der Zeit seit der

Menopause. Da das Grundrisiko für einen Schlaganfall jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich

das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter.

Zu einer HRT mit Therapiebeginn in relativ frühem Lebensalter (beispielsweise vor dem 55.

Lebensjahr) liegen nur limitierte Daten vor. Diese deuten darauf hin, dass die Erhöhung des

kardiovaskulären Risikos unter einer HRT bei jüngeren Patientinnen mit kurzem Zeitabstand zur

Menopause geringer sein könnte als in der in den o. g. Studien untersuchten (tendenziell älteren)

Population. Dies gilt jedoch nicht für zerebrovaskuläre Ereignisse.

Obwohl unklar ist, inwieweit die Resultate dieser beiden Studien auf HRT Präparate mit anderen

Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert werden können, sollten sie vom Arzt vor

der Verschreibung einer HRT berücksichtigt werden. Bei Frauen, welche bereits vorbestehende

Risikofaktoren für das Auftreten von zerebro- oder kardiovaskulären Ereignissen aufweisen, sollten

womöglich andere Therapien in Betracht gezogen werden.

Venöse thromboembolische Erkrankungen

Eine HRT ist mit einem erhöhten Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)

verbunden, zum Beispiel Venenthrombose oder Lungenembolie. Zwei kontrollierte Studien (WHI

und HERS) und mehrere epidemiologische Studien ergaben ein 2 bis 3-fach erhöhtes Risiko bei

Frauen, die eine HRT anwenden, verglichen mit Frauen, die nie eine solche Behandlung anwandten.

Die WHI Studie zeigte insbesondere eine erhöhte Inzidenz von Lungenembolien. Die absolute

Risikoerhöhung bei den mit kombinierter HRT behandelten Frauen betrug 8 Fälle auf 10'000

Frauenjahre (15 versus 7), das relative Risiko 2.13 (95% CI 1.39-3.25). Das erhöhte Risiko wurde

nur bei Frauen unter HRT gefunden und bestand nicht bei früheren Anwenderinnen. Das Risiko

scheint in den ersten Jahren der Anwendung höher zu sein.

Für Nicht-Anwenderinnen wird die Anzahl der VTE-Fälle während eines Zeitraumes von 5 Jahren

auf 3 von 1'000 Frauen für die Altersgruppe 50-59 Jahre und auf 8 von 1'000 Frauen für die

Altersgruppe 60-69 Jahre geschätzt. Bei gesunden Frauen, die eine HRT über 5 Jahre anwenden,

treten pro 1'000 Frauen 2-6 zusätzliche Fälle in der Altersgruppe 50-59 Jahre und 5-15 zusätzliche

Fälle in der Altersgruppe 60-69 Jahre auf. Auch im Östrogen-Monotherapie-Arm der WHI-Studie

war das Risiko einer venösen Thromboembolie tendenziell erhöht. Das relative Risiko einer tiefen

Venenthrombose war 1.47 (95% CI 0.87-2.47), jenes einer Lungenembolie 1.34 (95% CI 0.70-2.55).

Bei Auftreten entsprechender Symptome oder Verdacht auf eine thromboembolische Erkrankung

muss das Präparat sofort abgesetzt werden. Patientinnen mit Risikofaktoren für thromboembolische

Ereignisse sollen sorgfältig überwacht werden. Bei diesen Frauen muss das Nutzen-Risiko-

Verhältnis sorgfältig abgewogen und wenn möglich andere Therapien in Betracht gezogen werden.

Die Risikofaktoren für venöse Thromboembolien umfassen eine entsprechende Eigen- oder

Familienanamnese mit thromboembolischen Erkrankungen, Rauchen, Adipositas (Body Mass Index

über 30 kg/m2), systemischen Lupus erythematodes und maligne Erkrankungen. Das Risiko für

venöse Thromboembolien erhöht sich auch mit zunehmendem Alter. Über die mögliche Rolle von

Varizen bei der Entwicklung venöser Thromboembolien gibt es keinen Konsens.

Eine Anamnese mit wiederholten Spontanaborten sollte abgeklärt werden, um eine Thrombophilie-

Prädisposition auszuschliessen. Bei Frauen mit dieser Diagnose ist die Anwendung der HRT

kontraindiziert.

Bei Frauen, welche eine Kombination von Risikofaktoren oder einen höheren Schweregrad eines

einzelnen Risikofaktors aufweisen, sollte berücksichtigt werden, dass das Risiko überadditiv erhöht

sein kann. Daraus kann sich unter Umständen eine Kontraindikation für eine Hormonersatztherapie

ergeben.

Das Risiko venöser Thromboembolien kann vorübergehend erhöht sein bei längerer

Immobilisierung, grösseren operativen Eingriffen oder nach einem schweren Trauma. Bei Frauen

unter HRT ist prophylaktischen Massnahmen grösste Beachtung zu schenken, um venöse

Thromboembolien nach einem chirurgischen Eingriff zu vermeiden. Abhängig von der Art des

Eingriffs und der Dauer der Immobilisierung sollte eine vorübergehende Unterbrechung der HRT in

Betracht gezogen werden. Im Falle elektiver Eingriffe sollte dies 4-6 Wochen vor dem Eingriff

erfolgen. Die Behandlung soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau vollständig

mobilisiert ist. Bei Patientinnen, die bereits unter einer Antikoagulantien-Therapie stehen, sollte eine

HRT nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durchgeführt werden.

Demenz

In der Women's Health Initiative Memory Study (WHIMS), einer randomisierten, Placebo-

kontrollierten, der WHI untergeordneten Studie, wurden über 2'000 Frauen im Alter von >65 Jahren

(Durchschnittsalter 71 Jahre) mit oralen konjugierten equinen Östrogenen und

Medroxyprogesteronacetat behandelt und während durchschnittlich 4 Jahren überwacht. Zudem

wurden 1'464 hysterektomierte Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren mit oralen konjugierten equinen

Östrogenen allein behandelt und während 5.2 Jahren überwacht. Weder die Behandlung mit

konjugierten Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat noch die Östrogen-Monotherapie zeigte

einen günstigen Effekt auf die kognitive Funktion. Das Risiko für das Auftreten einer

Hirnleistungsstörung (wahrscheinliche Demenz) war für die kombinierte HRT sogar erhöht (RR 2.05

[95% CI 1.21-3.48]. Dies bedeutet in absoluten Zahlen pro Jahr 23 zusätzliche Fälle pro 10'000

behandelten Frauen.

Obschon unklar ist, inwieweit diese Resultate auf eine jüngere Population oder auf HRT Präparate

mit anderen Wirkstoffen und/oder Verabreichungswegen extrapoliert werden können, sollten sie vom

Arzt bei der Beurteilung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses einer HRT berücksichtigt werden.

Weitere Vorsichtsmassnahmen

Östrogene können eine Flüssigkeitsretention verursachen, weshalb Patientinnen mit kardialen oder

renalen Funktionsstörungen während der Behandlung mit lndivina sorgfältig überwacht werden

sollten.

Patientinnen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie (insbesondere hereditären Formen) sollten

während einer Behandlung mit Östrogenen engmaschig überwacht werden, da bei solchen

Patientinnen in seltenen Fällen unter einer Östrogentherapie über einen starken Anstieg der

Plasmatriglyzeride berichtet wurde, welcher mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko einhergeht.

Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Anwendung einer HRT und dem Entstehen

einer klinisch relevanten Hypertonie. Obwohl unter der Anwendung einer HRT über Fälle eines

geringfügigen Blutdruckanstieges berichtet wurde, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte

selten. Kommt es unter einer HRT zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter

Messung), sollte die Therapie abgesetzt werden.

Bei Diabetikerinnen sollten insbesondere zu Beginn der Therapie die Blutzuckerwerte engmaschig

kontrolliert werden. Obwohl eine HRT einen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz und die

Glukosetoleranz haben kann, ist eine Änderung des Therapieschemas jedoch im Allgemeinen nicht

erforderlich.

Die Leberfunktion sollte regelmässig überwacht werden. Im Falle einer Verschlechterung der

Leberparameter sollte die HRT abgebrochen werden. Falls sich ein Ikterus oder ein generalisierter

Pruritus entwickelt, muss lndivina sofort abgesetzt werden.

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Dadurch ist bei einigen Frauen das Risiko für

Gallenblasenerkrankungen (v.a. Cholelithiasis) unter einer Östrogentherapie erhöht. Patientinnen mit

Cholestase oder Gallensteinen müssen sorgfältig überwacht werden.

Bei Patientinnen mit vorbestehendem Prolaktinom ist eine engmaschige ärztliche Überwachung

erforderlich (einschliesslich regelmässiger Bestimmung des Prolaktinspiegels), da in Einzelfällen

unter einer Östrogentherapie über eine Grössenzunahme von Prolaktinomen berichtet wurde. Besteht

der Verdacht auf ein Prolaktinom (Vorliegen von Galaktorrhoe, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder

auch bei vorzeitigiger Menopause), sollte ein solches vor Beginn einer Behandlung mit Indivina

ausgeschlossen werden.

Bei Frauen mit hereditärem Angioödem können exogene Östrogene die Symptome induzieren oder

verschlimmern.

Myome können unter dem Einfluss von Östrogenen an Grösse zunehmen. Wenn dies der Fall ist,

sollte die HRT abgebrochen werden.

Sollte unter einer HRT eine Endemetriose reaktiviert werden, so wird der Abbruch der Therapie

empfohlen.

Eine exogene Östrogenzufuhr führt zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen des Thyroxin-

bindenden Globulins (TBG). Bei Frauen mit normaler Schilddrüsenfunktion ist dies ohne klinische

Relevanz. Studien deuten darauf hin, dass bei Patientinnen unter einer Substitutionstherapie mit

Schilddrüsenhormonen die zusätzliche Gabe eines Östrogenpräparates (wie Divigel) zu einem

erhöhten Thyroxinbedarf führen könnte. Bei Patientinnen unter einer Substitutionsbehandlung mit

Schilddrüsenhormonen sollte daher die Schilddrüsenfunktion regelmässig überwacht werden (mittels

TSH-Bestimmung), insbesondere in den ersten Monaten einer HRT.

Gelegentlich kann ein Chloasma auftreten, v.a. bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der

Anamnese. Entsprechend prädisponierte Patientinnen sollten sich während der HRT nicht der Sonne

oder anderer ultravioletter Strahlung aussetzen.

Die oben angegebenen Risiken einer HRT wurden überwiegend bei der Behandlung von Frauen im

Alter ≥50 Jahren beschrieben. Über die Übertragbarkeit dieser Daten auf Patientinnen mit vorzeitiger

Menopause (d.h. Ausfall der Ovarialfunktion vor Vollendung des 40. Lebensjahres infolge

endokriner/genetischer Erkrankungen, Ovarektomie, Malignomtherapie etc.) bis zum Erreichen des

normalen Menopausenalters liegen keine Daten vor. ln dieser Altersgruppe sollte eine spezielle

Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden, wobei auch die Ätiologie der vorzeitigen

Menopause (chirurgisch versus andere Ursachen) berücksichtigt werden sollte.

Diagnostik und Einleitung der Therapie sollten bei Patientinnen mit vorzeitiger Menopause

möglichst in einem entsprechenden Zentrum erfolgen, welches Erfahrung in der Behandlung dieses

Krankheitsbildes besitzt.

Indivina hat keine kontrazeptive Wirkung.

Indivina Tabletten enthalten Laktose. Patienten mit hereditärer Galaktose-Intoleranz, Lapp-Laktase-

Mangelsyndrom oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten Indivina Tabletten nicht einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Sexualhormonen

Enzyminduktoren: Der Metabolismus von Östrogenen und Gestagenen kann durch die gleichzeitige

Anwendung von Wirkstoffen beschleunigt werden, die metabolisierende Enzyme, insbesondere

Cytochrom P450-Enzyme, induzieren. Zu diesen Substanzen gehören z.B. Barbiturate, Bosentan,

Carbamazepin, Efavirenz, Felbamat, Modafinil, Nevirapin, Oxacarbazepin, Phenytoin, Primidon,

Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum

perforatum) enthalten. Ritonavir und Nelfenavir zeigten bei gleichzeitiger Anwendung mit

Steroidhormonen ebenfalls induzierende Eigenschaften, obwohl sie als starke Inhibitoren bekannt

sind. Klinisch kann ein erhöhter Metabolismus der Östrogene und Gestagene zu einer verminderten

Wirkung sowie zu Blutungsunregelmässigkeiten führen. Die maximale Enzyminduktion wird im

Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen beobachtet und kann während mindestens 4 oder mehr Wochen

nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern.

Enzyminhibitoren: Inhibitoren von CYP3A4 wie z.B. Azol-Antimykotika, Makrolide oder

Grapefruitsaft können die Plasmakonzentrationen von Östrogenen und/oder Gestagenen erhöhen und

dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Einfluss von Sexualhormonen auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Umgekehrt können Sexualhormone auch die Metabolisierung anderer Arzneimittel beeinflussen.

Entsprechend können deren Plasmakonzentrationen entweder erhöht (z.B. Benzodiazepine,

Cyclosporin, lmipramin, Metoprolol) oder vermindert (z.B. Lamotrigin. s.u.) werden.

Eine Interaktionsstudie mit Lamotrigin, einem Antiepileptikum, und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Piasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Eine

Anpassung der Lamotrigindosis kann erforderlich sein.

Andere hormonale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht. Es wird

jedoch erwartet. dass solche Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen. Wird bei

einer Patientin. welche Lamatrigin einnimmt. eine Behandlung mit lndivina neu begonnen, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotriginkonzentrationen

sollten zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden.

Beim Absetzen von lndivina können die Lamotriginspiegel wieder ansteigen, sodass die Patientin

auch in dieser Phase überwacht und ggf. die Lamotrigindosis reduziert werden sollte.

Pharmakodynamische Interaktionen

Indivina kann die Wirksamkeit von Antihypertensiva, Antikoagulantien und Antidiabetika

reduzieren.

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Gabe Ethinylestradiol-haltiger kombinierter

Kontrazeptiva zusammen mit der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten

Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber

Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant

häufiger zu einer klinisch relevanten Erhöhung der ALT (einschliesslich Fällen eines Anstiegs auf

über das Fünffache der oberen Grenze des Normbereiches). Bei Anwendung anderer Östrogene

(insbesondere Estradiol und Estradiolvalerat) war hingegen die Inzidenz einer

Transaminasenerhöhung nicht höher als bei Patientinnen ohne Östrogentherapie. Aufgrund der

begrenzten Anzahl Frauen, welche derartige andere östrogenhaltige Arzneimittel einnahmen, ist

jedoch bei gleichzeitiger Verabreichung von Östrogenen mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir grundsätzlich Vorsicht geboten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Indivina ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Tritt unter der

Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort

abzusetzen und der Arzt/die Ärztin zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fötale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen. Die meisten

bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf

eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn Östrogene oder Gestagene

versehentlich während der Schwangerschaft verabreicht wurden.

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Milch übergehen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt. Die aktive Teilnahme am Strassenverkehr

oder das Bedienen von Maschinen wird in der Regel nicht beeinträchtigt (siehe jedoch Rubrik

«Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung einer

HRT werden auch in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe

dort).

Die unter Behandlung mit Indivina am häufigsten gemeldete unerwünschte Wirkung war ein

Spannungsgefühl in der Brust (14%), welches unter 1 mg Estradiolvalerat seltener auftritt. Zudem

können zu Beginn der Behandlung häufig uterine Blutungen auftreten, die sich aber normalerweise

bei fortgesetzter Behandlung abschwächen oder ganz ausbleiben.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben,

welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter Anwendung einer HRT

(mit Indivina oder anderen Präparaten) beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt

definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1000 und <1/100), selten

(≥1/10'000 und <1/1000), sehr selten (<1/10'000) und nicht bekannt (basierend überwiegend auf

Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Infektionen

Gelegentlich: vaginale Candidiasis.

Neoplasmen

Nicht bekannt: Mammakarzinom, Endometriumskarzinom, Ovarialkarzinom.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszu- oder –abnahme.

Nicht bekannt: Hypertriglyzeridämie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Stimmungsschwankungen (wie depressive Verstimmung), Libidoveränderungen,

Ängstlichkeit.

Nicht bekannt: Depression.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Schwindel, Migräne.

nicht bekannt: Schlafstörungen.

Herz-/Kreislauf

Gelegentlich: erhöhter Blutdruck.

Selten: tiefe Venenthrombose.

Nicht bekannt: Lungenembolie, arterielle thromboembolische Ereignisse (Angina pectoris,

Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Flatulenz, Erbrechen, Dyspepsie.

Nicht bekannt: Pankreatitis.

Leber und Galle

Gelegentlich: Cholelithiasis und andere Gallenblasenerkrankungen, Cholestase.

Nicht bekannt: Veränderungen der Leberfunktionswerte, cholestatischer Ikterus.

Haut

Selten: Alopezie, Ausschlag, Hirsutismus, Pruritus.

Nicht bekannt: Akne, Chloasma, Erythema multiforme, Erythema nodosum, vaskuläre Purpura.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Beinkrämpfe.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Spannungsgefühl in den Brüsten (14%).

Häufig: Fluor vaginalis, uterine Blutungen, Druckempfindlichkeit der Brust, Vergrösserung der

Brust, Grössenzunahme von Myomen.

Nicht bekannt: Endometriumshyperplasie, fibrozystische Veränderungen der Brust, Galaktorrhoe,

vulvovaginale Beschwerden (z.B. vaginale Trockenheit).

Allgemeine Störungen

Häufig: periphere Ödeme.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Östrogenen kann Kopfschmerzen, Übelkeit und uterine Blutungen

verursachen. Zahlreiche Berichte von Kindern, die hohe Dosen Östrogen-haltiger Kontrazeptiva

eingenommen haben, zeigten keine ernsthaften negativen Wirkungen. Hohe Dosen von MPA, wie sie

in der Malignomtherapie eingesetzt werden, zeigten keine behandlungsbedürftigen unerwünschten

Wirkungen.

Es existiert kein spezifisches Antidot; die Behandlung einer Überdosierung ist symptomatisch.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03FA12

Wirkungsmechanismus

Indivina ist ein Kombinationspräparat aus dem Östrogen Estradiolvalerat und dem Gestagen 17-a-

hydroxy-6-Medroxyprogesteronacetat (MPA).Estradiolvalerat ist ein Ester des natürlichen Östrogens

Estradiol. MPA ist ein oral wirksames Derivat des natürlich vorkommenden Progesterons.

Da Östrogene zu einer Proliferation des Endometriums führen, erhöht eine Estradiol-Monotherapie

das Risiko für Endometriumhyperplasien bzw. -karzinome. MPA wird zugegeben, um diesem Effekt

entgegenzuwirken. Es induziert die sekretorische Phase des Endometriums.

Klinische Wirksamkeit

Indivina wird eingesetzt zur Behandlung klimakterischer Symptome bei nicht hysterektomierten

Frauen.

Estradiol verhindert ausserdem die postmenopausale Osteoporose, indem es den Knochenabbau

reduziert.

Pharmakokinetik

Estradiolvalerat

Absorption

Nach oraler Gabe wird Estradiolvalerat im Gastrointestinaltrakt resorbiert und rasch durch Esterasen

zu Estradiol hydrolysiert. Der maximale Plasmaspiegel von Estradiol wird nach ca. 4 bis 6 Stunden

erreicht und liegt unter der Dosis von 1 mg Estradiolvalerat bei ca. 165 pmol/l, unter jener von 2 mg

bei 308 pmol/l. Die AUC(0-24) beträgt 2950 (pmol/l) × h bzw. 5482 (pmol/l) × h.

Distribution

Estradiol wird im Plasma vorwiegend an das sexualhormonbindende Globulin (SHBG) und an

Albumin gebunden, nur etwa 2% des zirkulierenden Estradiols liegen als freies Steroid vor. Das

Verteilungsvolumen liegt zwischen 9 und 15 l.

Estradiol ist plazentagängig, und es tritt in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Estradiolvalerat unterliegt einer umfassenden Biotransformation, vor allem in der Leber. Zunächst

wird Estradiolvalerat zu Estradiol hydrolysiert und daraus das pharmakologisch weniger aktive

Estron gebildet. Die Metaboliten werden anschliessend zu Glukuroniden und Sulfaten konjugiert.

Elimination

Die Metaboliten von Estradiol werden, meist konjugiert als Glukuronide oder Sulfate, überwiegend

renal und nur zu 5-10% über die Faeces eliminiert. Nur ein kleiner Anteil wird unverändert renal

ausgeschieden. Die Metabolite unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf. Die

Plasmahalbwertszeit von Estradiol beträgt ca. 70 min, diejenige von Estron 15 bis 20 h.

Medroxyprogesteronacetat (MPA)

Absorption

MPA wird ohne nennenswerten First-Pass-Effekt aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Nach der

Einnahme einer Indivina-Tablette wird der maximale Plasmaspiegel nach 1 bis 2 Stunden erreicht

und liegt unter 2.5 mg MPA bei 0.37 ng/ml, unter 5 mg MPA bei 0.64 ng/ml. Die AUC(0-24) beträgt

2.566 (ng/ml) × h bzw. 4.960 (ng/ml) × h.

Distribution

MPA wird zu über 90% an Plasmaproteine, v.a. Albumin gebunden. Das Verteilungsvolumen

übersteigt 20 l.

MPA passiert die Blut-Hirnschranke und die Plazentaschranke.

Metabolismus

MPA wird. vorwiegend in der Leber. unter Beteiligung von CYP3A4 hydroxyliert und anschilessend

mit Glucuronsäure und Sulfat konjugiert.

Elimination

MPA wird überwiegend in Form der konjugierten Metaboliten mit Urin und Galle ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von oral appliziertem MPA beträgt ca. 24 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von lndivina wurde bei älteren Patientinnen sowie bei Patientinnen mit Leber-

oder Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es ist jedoch bekannt, dass Östrogene die Proteinsynthese

in der Leber induzieren, sodass der Östrogenmetabolismus bei Leberfunktionsstörungen

beeinträchtigt wird (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Estradiol oder MPA zur Toxizität nach wiederholter Gabe, zur

Genotoxizität und zum karzinogenen Potenzial ergaben keine eindeutigen Hinweise auf besondere

Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien sowie in Tierstudien mit

Estradiol ein erhöhtes Karzinogenitäts-Risiko nachgewiesen werden konnte.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol bereits in geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt sowie

eine dosisabhängige Reduktion der Fertilität in Ratten. Gestagenartige Substanzen zeigten im

Tierexperiment nach hohen Dosen eine virilisierende Wirkung auf weibliche Feten.

Reproduktionstoxikologische Studien an Ratten, Mäusen und Kaninchen erbrachten keinen Hinweis

auf eine teratogene Wirkung. Für Erfahrungen beim Menschen siehe Rubrik

«Schwangerschaft/Stillzeit».

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Sexualhormone können die Ergebnisse gewisser Labortests beeinflussen wie z.B. biochemische

Parameter der Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel von

Bindungsproteinen und Lipid/Lipoprotein-Fraktion, Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels, der

Koagulation und der Fibrinolyse. Der Metyrapon-Test kann ein schwächeres Ansprechen zeigen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf bis zu dem auf der Packung mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C und vor Feuchtigkeit geschützt in der Originalpackung lagern. Ausser Reichweite

von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

55288 (Swissmedic).

Packungen

Packungen zu 3× 28 Tabletten. [B]

Zulassungsinhaberin

Orion Pharma AG, 6300 Zug.

Stand der Information

Dezember 2016.

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