Hippoparex Paste

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Pyrantelembonat
Verfügbar ab:
Serumwerk Bernburg AG
ATC-Code:
QP52AF02
INN (Internationale Bezeichnung):
pyrantel
Dosierung:
11,40 g pro 26,8 g
Darreichungsform:
Paste
Zusammensetzung:
Pyrantelembonat 13.300g
Verschreibungstyp:
Verschreibungspflichtig
Therapiegruppe:
Pyrantelembonat ist ein Breitspektrumanthelminthikum aus der Gruppe der Tetrahydropyrimidine
Therapiebereich:
Pferd
Anwendungsgebiete:
Zur Behandlung des Befalls mit darmständigen adulten Stadien von großen Strongyliden (Strongylus vulgaris, Strongylus edentatus, Strongylus equinus), kleinen Strongyliden (Triodontophorus spp., Cyathostomum spp., Cylicocyclus spp., Cylicostephanus spp.), Pfriemenschwänzen (Oxyuris equi), Spulwürmern (Parascaris equorum) und Bandwürmern (Anoplocephala perfoliata) bei Pferden. Die Wirksamkeit gegen Anoplocephala perfoliata ist variabel. Eine mögliche Pyrantel-Resistenz kleiner Strongyliden ist bekannt.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
400770.00.00
Berechtigungsdatum:
2009-02-23

Hippoparex

Hippoparex 11,40g pro 26,8g Paste

Pyrantelembonat

Index

1. BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS

Hippoparex 11,40 g pro 26,8 g Paste
Paste zum Eingeben für Pferde
Wirkstoff: Pyrantelembonat

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Injektor mit 26,8 g Paste enthält:


Wirkstoff:
Pyrantelembonat                                      11,40 g


Sonstige Bestandteile:
Natriummethyl-4-hydroxybenzoat           0,067 g
Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat            0,0402 g

Eine vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1

3. DARREICHUNGSFORM

Paste zum Eingeben

4. KLINISCHE ANGABEN

Pferd

Zur Behandlung des Befalls mit darmständigen adulten Stadien von großen Strongyliden (Strongylus vulgaris, Strongylus edentatus, Strongylus equinus), kleinen Strongyliden (Triodontophorus spp., Cyathostomum spp., Cylicocyclus spp., Cylicostephanus spp.), Pfriemenschwänzen (Oxyuris equi), Spulwürmern (Parascaris equorum) und Bandwürmern (Anoplocephala perfoliata) bei Pferden.
Die Wirksamkeit gegen Anoplocephala perfoliata ist variabel.
Eine mögliche Pyrantel-Resistenz kleiner Strongyliden ist bekannt.

Nicht bei stark geschwächten Tieren anwenden.
Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Pyrantel.
Nicht anwenden bei trächtigen Stuten zur Behandlung des Befalls mit Bandwürmern.
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

Die Behandlung sollte bei Fohlen ab der 8. Lebenswoche erfolgen, da frühestens zu diesem Zeitpunkt mit dem Auftreten adulter Spulwürmer zu rechnen ist.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Um Unterdosierungen zu vermeiden, ist das Körpergewicht möglichst genau zu ermitteln.
Derselbe Injektor sollte nur dann bei mehreren Pferden verwendet werden, wenn alle Pferde gesund sind und auf derselben Weide oder in demselben Stall in direktem Kontakt miteinander stehen.
Da Resistenzen gegenüber Pyrantelembonat bei kleinen und großen Strongyliden auftreten können, ist die regelmäßige Überprüfung der anthelminthischen Wirksamkeit (z.B. mit dem Eizahlreduktionstest) zu empfehlen.
Regelmäßiger und wiederholter Gebrauch kann die Entwicklung von Resistenzen begünstigen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender: Keine.

Bei stark geschwächten Tieren und insbesondere bei Tieren, die unter schwerem Befall mit Endoparasiten, begleitet von Läsionen der Darmwand, leiden, kann es zu einer erhöhten Resorption des Pyrantels kommen. Solch eine erhöhte Resorption kann zu Symptomen wie Muskeltremor, Salivation, Tachypnoe, Diarrhoe und erniedrigte Blut-Cholinesterase-Aktivität führen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen nach Anwendung von Hippoparex sollte dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Mauerstr. 39 - 42, 10117 Berlin oder dem pharmazeutischen Unternehmer mitgeteilt werden.

Meldebögen können kostenlos unter o.g. Adresse oder per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden.
Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung (OnlineFormular auf der Internet-Seite http://vet-uaw.de).

Nicht anwenden bei trächtigen Stuten zur Behandlung des Befalls mit Bandwürmern.
Hippoparex kann jedoch ohne Bedenken während Trächtigkeit und Laktation in einer Dosierung von 19 mg/kg Körpergewicht angewendet werden.

Nicht gleichzeitig mit anderen Cholinergika (z.B. Levamisol) oder Cholinesterasehemmern (z.B. Organophosphatverbindungen) anwenden.
Die spezifischen Aktivitäten von Piperazin (neuromuskuläre Paralyse der Parasiten) können die Wirksamkeit von Pyrantel hemmen (spastische Paralyse der Parasiten).

Zum Eingeben.
Einmalig 19 mg Pyrantelembonat pro kg Körpergewicht, entsprechend 1 Injektor Hippoparex für ein Pferd mit 600 kg Körpergewicht.

Zur Behandlung des Bandwurmbefalls mit Anaplocephala perfoliata einmalig 38 mg Pyrantelembonat pro kg Körpergewicht, entsprechend 2 Injektoren für ein Pferd mit 600 kg Körpergewicht.
Die Behandlung gegen Bandwürmer (doppelte Dosierung) sollte nur dann vorgenommen werden, wenn Bandwurmbefall diagnostiziert wurde.

Die individuelle Dosis wird durch Einstellen der Menge an Paste an der Graduierung des Stößel gewährleistet. 2 Skalenteile entsprechen 0,950 g Pyrantelembonat, ausreichend für 50 kg KGW (bei einer Dosierung von 19 mg/kg KGW).

Die Paste ist den Tieren seitlich ins Maul auf den Zungengrund zu applizieren. Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.

Das Behandlungsschema sollte auf die lokalen epidemiologischen Bedingungen abgestimmt werden. Soweit Hippoparex in Bekämpfungsprogrammen Einsatz findet, ist „Egg reappearance period (ERP)“ zu beachten.

Pyrantel ist beim Pferd im Allgemeinen gut verträglich. Im Falle von Überdosierungserscheinungen, die sich durch Muskeltremor, Salivation, Tachypnoe, Diarrhö und erniedrigter Blut-Cholinesterase äußern können, sollte Atropin als Antidot eingesetzt werden.

Pferd: Essbare Gewebe: 0 Tage

Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Stoff- oder Indikationsgruppe: Pyrantelembonat ist ein Breitspektrumanthelminthikum aus der Gruppe der Tetrahydropyrimidine.
ATC-vet Code: QP52AF02

Pyrantel hat sich nach oraler Anwendung als gut wirksam (> 90%) gegen adulte Stadien verschiedener Magen-Darm-Nematoden vom Pferd erwiesen. Es gibt Hinweise, daß die Wirksamkeit durch eine erhöhte Darmperistaltik negativ beeinflusst wird.
Pyrantel wirkt nikotinartig als cholinerger Agonist und führt durch eine depolarisierende, neuromuskuläre Blockade zur spastischen Paralyse der Nematoden. Eine Resistenz gegenüber Pyrantel bei kleinen Strongyliden ist bekannt.
Untersuchungen an Toxocara canis haben gezeigt, dass Pyrantel auch die Energieversorgung der Parasiten unterbricht, da die Mitochondrien in den großen Muskelzellen vollständig zerstört werden.

Pyrantelembonat ist ein unlösliches Salz, das nur geringgradig aus dem Intestinaltrakt resorbiert und größtenteils mit dem Kot ausgeschieden wird. Resorbiertes Pyrantel wird schnell und umfassend in anthelminthisch unwirksame Metaboliten umgewandelt und zu etwa 90-95% über den Urin ausgeschieden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Sojaöl, Sorbitanoleat, Polysorbat 80, Propylenglycol, gereinigtes Wasser

Keine Angaben.

3 Jahre

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Injektor aus HDPE mit Stößel und Stellring aus LDPE
Inhalt: 1 Injektor mit 26,8 g Paste zum Eingeben
          40 Injektoren mit 26,8 g Paste zum Eingeben

Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

7. ZULASSUNGSINHABER

Serumwerk Bernburg AG, Hallesche Landstr. 105 b, 06406 Bernburg

Mitvertrieb:
Medistar Arzneimittel-Vertrieb GmbH, Schäferkampstr. 20, 59439 Holzwickede

8. ZULASSUNGSNUMMER

400770.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

01.02.2005

10. STAND DER INFORMATION

23.02.2009

11. VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND/ODER DER ANWENDUNG

Nicht zutreffend.

12. VERSCHREIBUNGSSTATUS / APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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