Heweneural 1% Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Lidocainhydrochlorid 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Hevert-Arzneimittel GmbH & Co.KG
INN (Internationale Bezeichnung):
Lidocaine hydrochloride 1 H 2 O
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Lidocainhydrochlorid 1 H<2>O 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6886765.00.00

Fachinformation

HEVERT

Heweneural 1%

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Heweneural 1%

2.

Arzneilich wirksame Bestandteile

nach Art und Menge

Lidocainhydrochlorid 1H

3.

Darreichungsform

2 ml Injektionslösung enthält 20 mg

Lidocainhydrochlorid 1 H

4.

Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Heweneural 1% ist angezeigt zur lokalen

und regionalen Nervenblockade.

4.2 Dosierung,

Art

und

Dauer

der

Anwendung

Soweit nicht anders verordnet, gelten

folgende Dosierungsempfehlungen:

Grundsätzlich gilt, dass nur die kleinste

Dosis verabreicht werden darf, mit der

gewünschte

ausreichende

Anästhesie erreicht wird. Die Dosierung

ist entsprechend den Besonderheiten

des Einzelfalles individuell vorzunehmen.

Bei Applikation in Gewebe, aus denen

eine

schnelle

Resorption

Substanzen

erfolgt,

sollte

eine

Einzeldosierung

Lidocainhydrochlorid

ohne

Vasokonstriktorzusatz

oder

Lidocainhydrochlorid

Vasokonstriktorzusatz nicht überschritten

werden.

Kindern

älteren

Patienten muss eine Dosisanpassung

vorgenommen werden.

Als Einzeldosen für Jugendliche über 15

Jahren

Erwachsene

einer

durchschnittlichen Körpergröße gelten

folgende Empfehlungen:

Hautquaddeln

pro Quaddel

bis zu 20 mg

1% (entspr. bis zu 2 ml)

Lokale Infiltration

bis zu 300 mg

1% (entspr. bis zu 30 ml)

Patienten

reduziertem

Allgemeinzustand

bzw.

veränderter

Plasmaeiweißbindung

(z.B.

Niereninsuffizienz,

Leberinsuffizienz,

Karzinomerkrankungen,

Schwangerschaft) müssen grundsätzlich

kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird

eine

verkürzte

Wirkzeit

Lokalanästhetika beobachtet. Dies wird

auf einen beschleunigten Transport des

Lokalanästhetikums

Blutbahn,

durch Azidose und gesteigertes Herz-

Zeit-Volumen zurückgeführt

Bei Lebererkrankungen ist die Toleranz

gegen

Säureamid-Lokalanästhetika

herabgesetzt. Verantwortlich hierfür wird

verminderter

hepatischer

Metabolismus

gemacht

sowie

eine

verringerte Proteinsynthese mit einer

daraus

resultierenden

niedrigeren

Plasmaproteinbindung

Lokalanästhetika. In diesen Fällen wird

ebenfalls

eine

erniedrigte

Dosis

empfohlen.

Patienten

zerebralem

Anfallsleiden muss verstärkt auf die

Manifestation zentralnervöser Symptome

geachtet werden. Auch bei nicht hohen

Lidocainhydrochlorid 1 H

O-Dosen muss

mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft

gerechnet werden. Beim Melkersson-

Rosenthal-Syndrom können allergische

toxische

Reaktionen

Nervensystems

Lokalanästhetika

vermehrt auftreten.

Patienten

Zeichen

einer

Herzinsuffizienz oder klinisch relevanten

Störungen

kardialen

Erregungsbildung und -ausbreitung ist

die Dosis zu reduzieren und eine stete

Kontrolle

Funktionsparameter

erforderlich, auch nach Wirkungsende

Lokalanästhetikums.

Nichtsdestoweniger kann die lokale oder

regionale

Nervenblockade

anästhesiologische Verfahren der Wahl

sein.

Für Kinder sind Dosierungen individuell

unter Berücksichtigung von Alter und

Gewicht zu berechnen.

Für ältere Menschen sind Dosierungen

individuell unter Berücksichtigung von

Alter und Gewicht zu berechnen.

Art und Dauer der Anwendung:

Heweneural 1% wird in Abhängigkeit von

der erforderlichen Nervenblockade in die

gesunde Haut (intrakutan), in einem

umschriebenen Bezirk in das Gewebe

eingespritzt

(Infiltration)

oder

Abhängigkeit

von den anatomischen

Verhältnissen nach gezielter Punktion

lokal appliziert.

Grundsätzlich

gilt,

dass

kontinuierlicher Anwendung nur niedrig

konzentrierte

Lösungen

Lidocainhydrochlorid 1 H

O appliziert

werden.

Injektionslösung

einmaligen Entnahme vorgesehen. Die

Anwendung

muss

unmittelbar

nach

Öffnung des Behältnisses erfolgen. Nicht

verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

4.3. Gegenanzeigen

Heweneural 1% darf nicht angewendet

werden

bei bekannter Überempfindlichkeit

gegen

Lokalanästhetika

Säureamid-Typ

bei schweren Störungen des Herz-

Reizleitungssystems

akut

dekompensierter

Herzinsuffizienz

kardiogenem

oder

hypovolämischen Schock

4.4.Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Heweneural 1% darf nur mit besonderer

Vorsicht angewendet werden

bei Nieren- oder Lebererkrankung

Myasthenia gravis,

zur Injektion in ein infiziertes Gebiet.

einer

Lokalanästhesie

grundsätzlich

eine

ausreichende

Volumensubstitution

achten.

Bestehende

Hypovolämien

müssen

behoben werden.

eine

Allergie

gegen

Lidocainhydrochlorid 1 H

O bekannt, so

muss mit einer Kreuzallergie gegen

andere

Säureamid-Lokalanästhetika

gerechnet werden.

Bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich

besteht ein höherer Gefährdungsgrad,

weil

Risiko

für

zentralnervöse

Intoxikationssymptome erhöht ist.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen

sollten

folgende

Punkte

beachtet

werden:

Risikopatienten

Verwendung höherer Dosierungen

(mehr als 25 % der maximalen

Einzeldosis bei

einzeitiger Gabe)

intravenösen Zugang für Infusion

anlegen (Volumensubstitution).

Dosierung so niedrig wie möglich

wählen.

Regel

keinen

Vasokonstriktorzusatz verwenden (s.

Dosierungsanleitung).

Korrekte Lagerung des Patienten

beachten.

Injektion

sorgfältig

zwei

Ebenen

aspirieren

(Drehung

Kanüle).

Vorsicht bei Injektionen in infizierte

Bereiche

(aufgrund

verstärkter

Aufnahme

herabgesetzter

Wirksamkeit).

Injektion

langsam

vornehmen.

Blutdruck, Puls und Pupillenweite

kontrollieren.

Allgemeine

spezielle

Kontraindikationen

sowie

Wechselwirkungen

anderen

Mitteln beachten.

Injektion

eines

Lokalanästhetikums ist darauf zu achten,

dass

Instrumentarium

Wiederbelebung (z.B. zur Freihaltung der

Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und

Notfallmedikation

Therapie

toxischer Reaktionen sofort verfügbar

sind.

beachten,

dass

unter

Behandlung mit Blutgerinnungshemmern

(Antikoagulantien, wie z.B. Heparin),

nichtsteroidalen

Antirheumatika

oder

Plasmaersatzmitteln

nicht

eine

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Heweneural 1%

versehentliche

Gefäßverletzung

Rahmen der Schmerzbehandlung zu

ernsthaften

Blutungen

führen

kann,

sondern

dass

allgemein

einer

erhöhten

Blutungsneigung

gerechnet

werden

muss.

Ggf.

sollten

Blutungszeit

partielle

Thromboplastinzeit (PTT), rsp. Aktivierte

partielle

Thromboplastinzeit

(aPTT)

bestimmt, der Quick-Test durchgeführt

die Thrombozytenzahl

überprüft

werden.

Diese

Untersuchungen

sollten

Risikopatienten auch im Falle einer Low-

dose-Heparinprophylaxe

(vorsorgliche

niedrigere Dosis) vor der Anwendung

Heweneural

durchgeführt

werden.

Gegebenenfalls

Antikoagulatientherapie

zeitig

genug

abzusetzen.

Eine

Anästhesie

gleichzeitiger

Vorsorgetherapie zur Vermeidung von

Thrombosen (Thromboseprophylaxe) mit

niedermolekularem Heparin sollte nur

unter besonderer Vorsicht durchgeführt

werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen

Mitteln und sonstige

Wechselwirkungen

gleichzeitige

Gabe

gefäßverengender Arzneimittel führt zu

einer

längeren

Wirkdauer

Heweneural 1 %.

Bei gleichzeitiger Gabe von Heweneural

1 % und Secale-Alkaloiden (wie z.B.

Ergotamin) oder Epinephrin kann ein

ausgeprägter Blutdruckabfall auftreten.

Vorsicht ist geboten bei Einsatz von

Sedativa, die ebenfalls die Funktion des

ZNS beeinflussen und

toxische

Wirkung von Lokalanästhetika verändern

können. Es besteht ein Antagonismus

zwischen

Lokalanästhetika

einerseits

Sedativa

Hypnotika

andererseits. Die beiden letztgenannten

Medikamentengruppen

hebt

Krampfschwelle des ZNS an.

gleichzeitiger

Anwendung

Aprindin und Heweneural 1 % ist eine

Summation

Nebenwirkungen

möglich.

Aprindin

aufgrund

chemischen

Strukturähnlichkeit

Lokalanästhetika

ähnliche

Nebenwirkungen.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger

Therapie mit Propranolol, Diltiazem und

Verapamil. Durch eine Abnahme der

Lidocainhydrochlorid 1 H

O-Clearance

kommt

einer

deutlichen

Verlängerung

Eliminationshalbwertszeit

Kumulationsgefahr.

Kombinationen

verschiedener

Lokalanästhetika

rufen

additive

Wirkungen an kardiovaskulärem System

und ZNS hervor.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger

Gabe des H

-Antagonisten Cimetidin.

Durch

eine

Abnahme

Leberdurchblutung

Hemmung

mikrosomaler Enzyme können bereits

nach

Interkostalblockade

toxische

Lidocain-Plasmaspiegel auftreten.

Wirkung

nicht

depolarisierender

Muskelrelaxantien

wird

durch

Heweneural 1% verlängert.

Wichtigste Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

4.6 Anwendung

während

Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Anwendung von Lidocain während

der Schwangerschaft soll nur erfolgen,

wenn

unbedingt

erforderlich

ist.

Kontrollierte

Untersuchungen

Schwangeren liegen nicht vor. Daten

über

eine

begrenzte

Anzahl

exponierten Schwangeren geben keinen

Hinweis auf kongenitale Effekte durch

Lidocain.

Tierexperimentelle

Studien

haben Reproduktionstoxizität gezeigt (s.

5.3).

Lidocain passiert die Plazenta rasch. Bei

Neugeborenen

hohen

Plasmakonzentrationen kann Lidocain

eine Dämpfung des ZNS und damit eine

Senkung des Apgar-Scor bewirken.

Stillzeit

Lidocain geht in geringer Menge in die

Muttermilch über. Eine Gefahr für den

Säugling erscheint bei therapeutischen

Dosen unwahrscheinlich.

4.7 Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen

Bei operativer, zahnärztlicher oder

großflächiger Anwendung von

Heweneural 1% muss vom Arzt im

Einzelfall entschieden werden, ob Sie

aktiv am Straßenverkehr teilnehmen

oder Maschinen bedienen dürfen.

4.8 Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen nach

Anwendung von Heweneural 1%

entsprechen weitgehend denen anderer

Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ.

Unerwünschte systemische Wirkungen,

die bei Überschreiten eines

Blutplasmaspiegels von 5 bis 10 µg

Lidocain pro ml auftreten können, sind

methodische (aufgrund der Anwendung),

pharmakodynamisch oder

pharmakokinetisch bedingt und betreffen

das Zentralnerven- und das

Herzkreislaufsystem.

Bei Plasmakonzentrationen, wie sie bei

regelrechter Anwendung im Allgemeinen

erreicht werden, wird der Blutdruck in der

Regel nur gering gradig durch die positiv

inotrope und positiv chronotrope Wirkung

von Heweneural 1% beeinflusst.

Ein Blutdruckabfall kann ein erstes

Zeichen für eine relative Überdosierung

im Sinne einer kardiotoxischen Wirkung

sein.

Die Auslösung einer malignen

Hyperthermie ist, wie bei anderen

Lokalanästhetika, auch für

Lidocainhydrochlorid 1 H

O nicht

auszuschließen. Im allgemeinen wird

jedoch der Einsatz von

Lidocainhydrochlorid 1 H

O bei Patienten

mit maligner Hyperthermie für sicher

gehalten, auch wenn über das Auftreten

einer malignen Hyperthermie bei einem

Patienten, der Lidocainhydrochlorid 1

O zur Epiduralanästhesie erhalten

hatte, berichtet wurde.

Allergische Reaktionen auf Heweneural

1% in Form von Urtikaria, Ödem,

Bronchospasmus oder eines

Atemnotsyndroms sowie

Kreislaufreaktionen werden gelegentlich

(< 0,1% aber > 0,1%) beschrieben.

4.9 Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Heweneural 1% wirkt in niedrigen

toxischen Dosierungen als zentrales

Nervenstimulans, in hohen toxischen

Bereichen kommt es zu Depression der

zentralen Funktionen. Die

Lidocainhydrochlorid 1 H

O-Intoxikation

verläuft in 2 Phasen:

1. Stimulation

ZNS: Periorale Missempfindungen,

Gefühl der tauben Zunge, Unruhe,

Delirium, Krämpfe (tonisch-klonisch).

Kardiovaskulär: Herzfrequenz erhöht

(beschleunigter

Herzschlag),

Blutdruck erhöht, Rötung der Haut.

2. Depression

ZNS: Koma, Atemstillstand.

Kardiovaskulär: Pulse nicht tastbar,

Blässe, Herzstillstand.

Patienten

einer

beginnenden

Lokalanästhetika-Intoxikation

fallen

zunächst

durch

exzitatorische

Symptome auf. Sie werden unruhig,

klagen über Schwindel, akustische und

visuelle Störungen sowie Kribbeln, vor

allem an Zunge und Lippenbereich.

Sprache

verwaschen,

Schüttelfrost

Muskelzuckungen

sind

Vorboten

eines

drohenden

generalisierten

Krampfanfalls.

Subkonvulsive

Plasmaspiegel

Lidocainhydrochlorid 1 H

O führen oft

auch zu Schläfrigkeit und Sedierung

der Patienten. Die Krampfanfälle sind

zuerst von klonisch-tonischer Form.

Bei fortschreitender ZNS-Intoxikation

kommt es zu einer zunehmenden

Funktionsstörung des Hirnstammes mit

den Symptomen Atemdepression und

Koma bis hin zum Tod.

Ein Blutdruckabfall ist häufig das erste

Zeichen eines toxischen Effekts auf

kardiovaskuläre

System.

Hypotension wird hauptsächlich durch

eine Hemmung bzw. Blockade der

kardialen Reizleitung verursacht. Die

toxischen

Wirkungen

sind

jedoch

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Heweneural 1%

klinisch von relativ untergeordneter

Bedeutung.

b) Notfallmaßnahmen und Gegenmittel

Beim

Auftreten

zentraler

oder

kardiovaskulärer

Symptome

einer

Intoxikation

sind

folgende

Gegenmaßnahmen erforderlich:

Sofortige Unterbrechung der Zufuhr

von Heweneural 1%.

Freihalten der Atemwege.

Zusätzlich Sauerstoff zuführen; falls

notwendig

reinem

Sauerstoff

assistiert oder kontrolliert beatmen

(zunächst

über

Maske

Beatmungsbeutel, dann erst über

einen

Trachealtubus).

Sauerstofftherapie darf nicht bereits

Abklingen

Symptome,

sondern erst dann abgesetzt werden,

wenn alle Vitalfunktionen zur Norm

zurückgekehrt sind.

Sorgfältige Kontrolle von Blutdruck,

Puls und Pupillenweiten.

Diese Maßnahmen gelten auch für den

Fall

einer

akzidentellen

totalen

Spinalanästhesie, deren erste Anzeichen

Unruhe, Flüsterstimme und Schläfrigkeit

sind; letztere kann in Bewusstlosigkeit

und Atemstillstand übergehen.

Weitere

mögliche

Gegenmaßnahmen

sind:

Bei einem akuten und bedrohlichen

Blutdruckabfall

sollte unverzüglich

eine Flachlagerung des Patienten mit

einer

Hochlagerung

Beine

erfolgen

Beta-

Sympathomimetikum

langsam

intravenös

injiziert

werden.

Zusätzlich

eine

Volumensubstitution

vorzunehmen

(z.B. mit kristallloiden Lösungen).

erhöhtem

Vagotonus

(Bradykardie) wird Atropin (0,5 bis

i.v.)

verabreicht.

Bei Verdacht auf Herzstillstand sind

die erforderlichen Maßnahmen der

Reanimation durchzuführen.

Konvulsionen werden mit kleinen,

wiederholt

verabreichten

Dosen

ultrakurz-wirkender Barbiturate (z.B.

Thiopental-Natrium 25 bis 50 mg)

oder mit Diazepam 5 bis 10 mg i.v.

behandelt; dabei werden die Dosen

fraktioniert bis zum Zeitpunkt der

sicheren

Kontrolle

verabreicht.

Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen,

dass in vielen Fällen bei Anzeichen von

Krämpfen

obligate

Sauerstoffbeatmung

Behandlung

ausreicht.

anhaltenden

Krämpfen

werden

Thiopental-Natrium (250 mg) und ein

kurzwirksames

Muskelrelaxans

verabreicht, und nach Intubation wird mit

100% Sauerstoff beatmet.

Zentral

wirkende

Analeptika

sind

kontraindiziert

Intoxikation

durch

Lokalanästhetika!

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Lidocainhydrochlorid

Lokalananästhetikum vom Säureamid-

Typ. Die Base hemmt die Funktionen

erregbarer Strukturen, wie sensorische,

motorische und autonome Nervenfasern

sowie die Erregungsleitung des Herzens.

Lidocain hebt reversibel

und örtlich

begrenzt

Leitungsvermögen

sensiblen Nervenfasern auf. Nach der

Schmerzempfindung

wird

dieser

fallenden Reihenfolge die Empfindung

für Kälte bzw. Wärme, für Berührung und

Druck herabgesetzt.

Lidocain wirkt außerdem antiarrythmisch.

zeigt

zusätzlich

eine

schwache

antihistaminerge

prarsympatholytische

Wirkung.

Gegensatz zu den meisten anderen

Lokalanästhetika besitzt Lidocain keine

gefäßerweiternde Wirkung.

Lidocain setzt die Membranpermeabilität

für Kationen, insbesondere für Natrium-

ionen, in höheren Konzentrationen auch

für

Kaliumionen,

herab.

Dies

führt

konzentrationsabhängig

einer

verminderten

Erregbarkeit

Nervenfaser, da der zur Ausbildung des

Aktionspotentials notwendige, plötzliche

Anstieg

Natriumpermeabilität

verringert

ist.

Lidocain

dringt

zellinneren in den geöffneten Na-Kanal

der Zellmembran ein und blockiert durch

Besetzung

einer

spezifischen

Bindungsstelle dessen Leitfähigkeit. Eine

direkte Wirkung des in die Zellmembran

eingelagerten

Lidocain

demgegenüber

untergeordneter

Bedeutung. Da Lidocain jedoch, um an

seinen Wirkort zu gelangen, zunächst in

die Zellen eindringen muss, ist die

Wirkung vom pk

-Wert der Substanz und

vom pH-Wert des Milieus abhängig, also

vom Anteil an ungeladener Base, die

besser als die Kationen in die lipophile

Nervenmembran permeiren kann. Im

entzündeten Gewebe ist die Wirkung

aufgrund des dort vorliegenden sauren

pH-Werts herabgsetzt.

Nach intervenöser Gabe verteilt sich die

Substanz schnell in stark durchbluteten

Organen (Herz, Leber, Lunge), gefolgt

einer

Umverteilung

Skelettmuskulatur und das Fettgewebe.

Die Wirkdauer beträgt ca. 30 Minuten.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Halbwertszeit der alpha-

Verteilungsphase liegt bei 6 bis 9

Minuten.

Nach intramuskulärer Injektion von 400

mg Lidocainhydrochlorid 1 H

(Interkostalblock) wurde C

im Plasma

mit 6,48 µg Lidocain/ml bestimmt. Die

nach intramuskulärer Applikation

wurde zu 5 bis 15 min ermittelt, bei

Dauerinfusion wird der Steady-state-

Plasmaspiegel erst nach 6 h (Bereich 5

bis 7 h) erreicht. Therapeutische

Wirkspiegel stellen sich aber bereits

nach 15 bis 60 min ein. Im Vergleich

hierzu lagen die Cmax-Werte nach

subkutaner Gabe bei 4,91 µg Lidocain/ml

(Vaginalapplikation) bzw. bei 1,95 µg

Lidocain/ml (Abdominalapplikation). In

einer Studie mit 5 gesunden Probanden

wurde 30 min nach maxillar-buccaler

Infiltrationsanästhesie mit 36 mg

Lidocainhydrochlorid 1 H

O in 2%iger

Lösung ein C

-Wert von

durchschnittlich 0,31 µg Lidocain/ml

erreicht. Bei Injektion in den

Epiduralraum scheint die gemessene

maximale Plasmakonzentration nicht

linear abhängig von der applizierten

Dosis zu sein. 400 mg

Lidocainhydrochlorid 1 H

O führten hier

zu C

-Werten von 4,27 µg Lidocain/ml

bzw. 2,65 Lidocain/ml.

Zum pharmakokinetischen Verhalten

nach intrathekaler Applikation liegen

keine Daten vor.

Die Bioverfügbarkeit nach oraler

Aufnahme wurde aufgrund des First-

pass-Effektes mit 35% bestimmt.

Das Verteilungsvolumen beträgt bei

Gesunden 1,5 l/kg (Bereich 1,3 bis 1,7

l/kg), ist bei Herzinsuffizienz erniedrigt

auf 0,8 bis 1,0 l/kg und bei

Leberinsuffizienz erhöht auf etwa 2,3

l/kg. Bei Neugeborenen liegt VD bei 2,7 l/

Lidocain und sein Metabolit

Monoethylglycinxylidid passieren

langsam die Blut-Hirn-Schranke.

Lidocain wird an alphal-saures

Glycoprotein gebunden (60 bis 80%).

Lidocain wird in der Leber durch

Monooxygenasen rasch metabolisiert.

Hauptrichtung der Biotransformation sind

die oxydative Entalkylierung,

Ringhydroxylierung und Amidhydrolyse.

Hydroxyderivate werden konjugiert.

Insgesamt werden etwa 90% der

verabreichten Dosis zu 4-Hydroxy-2,6-

xylidin, 4-Hydroxy-2,6-xylidingslucuronid

und in geringerem Maß zu den noch

wirksamen Metaboliten

Monoethylglycinxylidid und Glycinxylidid

metabolisert, die Aufgrund ihrer längeren

Halbwertszeit besonders bei

längerdauernden Infusionen und bei

Niereninsuffizienz kumulieren können.

Bei Lebererkrankungen kann die

Metabilisierungsrate auf 10 bis 50% des

Normalwerts abfallen.

Lidocain und seine Metaboliten werden

renal eliminiert. Der Anteil an

unveränderter Substanz beträgt etwa 5

bis 10%.

Die Eliminationshalbwertzeit liegt bei 1,5

bis 2 h bei Erwachsenen bzw. 3 h bei

Neugeborenen. Sie kann bei schwerer

Herzinsuffizienz auf 4 bis 10 (bis 12) h,

bei chronisch Alkoholgeschädigter Leber

auf 4,5 bis 6 h verlängert sein. Die

Halbwertzeiten der beiden noch

wirksamen Metaboliten

Monoethylglycinxylidid und Glycinxylidid

liegen bei 2 bzw. 10 h. Die

Halbwertzeiten von Lidocain und

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Heweneural 1%

Monoethylglycinxylidid verlängern sich

bei Patienten mit Myocardinfarkt, ebenso

die Halbwertzeit vonGlycinxylidid bei

Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt.

Bei Niereninsuffizienz wurden

Plasmahalbwertzeiten für Glycinxylidid

von etwa 10 h, für Lidocain von 2 bis 3 h

gemessen. Bei wiederholter intravenöser

Applikation vonLidocain besteht in den

genannten Fällen die Gefahr einer

Kumulation.

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist pH-

abhängig und wird durch Ansäuern des

Harns erhöht. Die Clearance liegt bei

0,95 l/min.

Lidocain passiert die Plazenta mittels

einfacher Diffusion und erreicht wenige

Minuten nach Applikation den Feten. Das

Verhältnis der fetalen zur maternalen

Serumkonzentration liegt nach epiduraler

Applikation bei 0,5-0,7. Nach Infiltration

des Perineums und paracervikaler

Blockade wurden deutlich höhere

Konzentrationen im Nabelschnurblut

gemessen. Die Eliminationshalbwertzeit

von Lidocain beim Neugeborenen nach

Epiduralanästhesie der Mutter beträgt

ungefähr drei Stunden, nach Infiltration

des Perineus und paracervikaler

Blockade war Lidocain noch über 48

Stunden im Urin der Neugeborenen

nachweisbar.

Lidocain wird mit der Muttermilch

ausgeschieden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen zahlreiche Untersuchungen an

unterschiedlichen Tierarten zur akuten

Toxizität von Lidocain vor. Anzeichen

einer toxizität waren ZNS-Symptome.

Dazu zählten auch Krampfanfälle mit

tödlichem Ausgang. Die beim menschen

ermittelte toxische (kardiovaskuläre oder

zentralnervöse

Symptome,

Krämpfe)

Plasmakonzentration von Lidocain wird

mit 5 µg/ml bis 10 µg/ml Blutplasma

angegeben.

Mutagenitätsuntersuchungen

Lidocain verliefen negativ. Dagegen gibt

es Hinweise, dass ein bei der Ratte,

möglicherweise auch beim Menschen

Lidocain

entstehendes

Stoffwechselprodukt,

2,6-Xylidin,

mutagene Wirkungen haben könnte.

Diese Hinweise ergeben sich aus in-

vitro-Tests, in denen dieser Metabolit in

sehr

hohen,

fast

toxischen

Konzentrationen

eingesetzt

wurde.

Darüberhinaus zeigte 2,6-Xylidin in einer

Kanzerogenitätsstudie an

Ratten

transplazentarer

Exposition

nachgeburtlicher Behandlung der Tiere

über 2 Jahre ein tumoriges Potential. In

diesem hochempfindlichen Testsystem

wurden bei sehr hohen Dosierungen

bösartige und gutartige Tumoren vor

allem

Nasenhöhle

(Ethmoturbinalia) beobachtet. Da eine

Relevanz

dieser

Befunde

für

Menschen

nicht

hinreichend

sicher

auszuschließen ist, sollte Lidocain nicht

über längere Zeit in hohen Dosen

verabreicht werden.

Studien

Reproduktionstoxizität

ergaben keine Hinweise auf teratogene

Eigenschaften. Allein eine Reduzierung

des Fetalgewichtes wurde beobachtet.

Nachkommen

Ratten,

während der Trächtigkeit eine Dosis

Lidocain erhielten, die fast der für den

Menschen empfohlenen Maximaldosis

entspricht,

wurde

Verhaltensänderungen berichtet.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1 Hilfsstoffe

Natriumchlorid, Natriumhydroxid 25%,

Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4 Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25°C lagern und vor Licht

geschützt aufbewahren!

Ampullen im Umkarton aufbewahren!

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Injektionslösung in Ampullen:

Originalpackungen mit

10 (N1) Ampullen à 2 ml

50 (N3) Ampullen à 2 ml

100 Ampullen à 2 ml

200 Ampullen à 2 ml

300 Ampullen à 2 ml

600 Ampullen à 2 ml

1200 Ampullen à 2 ml

7.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG

In der Weiherwiese 1

D-55569 Nussbaum

Telefon: 06751/910-0

Telefax: 06751/910-150

8.

Zulassungsnummer

6886765.00.00

9.

Datum der Zulassung/Verlängerung

der Zulassung

30.09.2005

10.

Stand der Information

November 2005.

11.

Verschreibungspflicht/Apothekenpflic

ht

Apothekenpflichtig

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