Heparin-Natrium-25000-ratiopharm Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Heparin-Natrium
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
B01AB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Heparin sodium
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Heparin-Natrium 154.9-163.1mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5394.02.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

Injektionslösung

Wirkstoff: Heparin-Natrium 25.000 I.E./5 ml

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

beachten?

Wie ist

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

ist ein Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulans).

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

wird angewendet

zur Vorbeugung von thromboembolischen Erkrankungen

im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (einschließlich

der Frühbehandlung des Herzinfarktes sowie der instabilen Angina pectoris)

zur Gerinnungshemmung bei Blutwäsche oder Operation mit Herz-Lungen-Maschine

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

beachten?

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Heparin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind

wenn bei Ihnen ein akuter oder aus der Vorgeschichte bekannter allergischer Abfall der Zahl der

Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) durch Heparin vorliegt

wenn bekannt ist, dass Sie an Erkrankungen leiden, die mit einer erhöhten Blutungsneigung einhergehen

(z. B. Mangel an Blutplättchen, Gerinnungsfaktoren, schwere Leber-, Nieren- oder

Bauchspeicheldrüsenerkrankungen)

bei Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Schädigung des Gefäßsystems besteht, z. B.: Geschwüre

im Magen- und/oder Darmbereich, Bluthochdruck (größer 105 mmHg diastolisch), Hirnblutung,

Verletzungen oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem, Augenoperationen, schwere

Netzhauterkrankungen (Retinopathien), Glaskörperblutungen, Hirnarterienaneurysma, infektiöse

Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)

bei drohender Fehlgeburt (Abortus imminens)

wenn rückenmarksnahe Narkosen (Spinalanästhesie, Periduralanästhesie) durchgeführt werden

wenn bei Ihnen Rückenmarksflüssigkeit entnommen werden muss oder Arzneimittel in den

Rückenmarkskanal (z. B. zur Behandlung von Schmerzen oder bösartigen Tumoren) gegeben werden

müssen (Lumbalpunktion)

Organschädigungen, die mit einer Blutungsneigung einhergehen

bei Frühgeborenen oder Neugeborenen wegen des Gehaltes an Benzylalkohol.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

anwenden.

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

sollte nicht angewendet werden bei:

Verdacht auf eine bösartige Erkrankung (Malignom) mit erhöhtem Blutungsrisiko

Nieren- und Harnleitersteinen

chronischem Alkoholismus

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

während der Schwangerschaft, insbesondere bei längerer Anwendung

bei gleichzeitiger Behandlung mit Wirkstoffen, die die Blutgerinnung beeinflussen (siehe Abschnitt

„Anwendung von

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Kaliumspiegel im Blut erhöhen. Die

Kaliumkonzentration im Blut sollte bei entsprechenden Risikopatienten, z. B. Patienten mit Zuckerkrankheit

(Diabetes mellitus), Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei der Einnahme von Arzneimitteln,

die die Kaliumkonzentration im Blut erhöhen, kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

sind Spritzen in den Muskel wegen der Gefahr

von Blutergüssen (Hämatomen) zu vermeiden.

Treten unter der Behandlung mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

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thromboembolische Komplikationen auf, muss

die Thrombozytenzahl kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit Heparin (über 22.500 I.E. Heparin-Natrium pro Tag) sollten Sie jede

Verletzungsgefahr vermeiden.

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

kann die Menstruationsblutung verstärken und verlängern. Bei ungewöhnlich

starken und unregelmäßigen Blutungen sollten Sie sich, um organische Ursachen auszuschließen, gynäkologisch

untersuchen lassen.

Hinweise zu labordiagnostischen Untersuchungen:

Kontrollen der Thrombozytenzahl sollen erfolgen:

vor Beginn der Heparin-Gabe

am 1. Tag nach Beginn der Heparin-Gabe

anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3-4 Tage

am Ende der Heparin-Behandlung

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

kann die Ergebnisse zahlreicher Laboruntersuchungen verfälschen, z. B. die von

Blutsenkungsgeschwindigkeit, Erythrozyten-Resistenz und Komplementbindungstests.

Heparin-Natrium-ratiopharm

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kann die Prothrombinzeit beeinflussen; dies ist bei der Einstellung auf Cumarin-

Derivate zu beachten.

Unter Heparin-Behandlung können die Ergebnisse von Schilddrüsenfunktionsuntersuchungen verfälscht werden

(z. B. fälschlich hohe T

- und T

-Spiegelmessungen).

Für Heparine wurde, insbesondere bei intravenöser Anwendung bzw. bei Anwendung höherer Dosen als zur

„low-dose“-Thromboembolieprophylaxe empfohlen (über 15.000 I.E. unfraktioniertes Heparin pro Tag s. c.

hinaus), im zeitlichen Zusammenhang mit einer rückenmarksnahen Narkose (Spinal- oder Periduralanästhesie)

in Einzelfällen über das Auftreten von spinalen und periduralen Blutergüssen berichtet. Diese können zu

neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung bis hin zu langdauernder oder permanenter

Lähmung führen.

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

soll deshalb bei geplanten oder bereits durchgeführten

rückenmarksnahen Narkoseverfahren erst nach eingehender individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt

werden.

Entsprechend einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin soll zur

Sicherheit ein punktionsfreies Intervall von 4 Stunden zwischen letzter Gabe von

Heparin-Natrium-ratiopharm

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in prophylaktischer Dosierung („low-dose“) und der Neuanlage bzw. dem Entfernen eines Spinal-

/Periduralkatheters eingehalten werden. Danach soll eine erneute Gabe von niedrig dosiertem

Heparin-Natrium-

ratiopharm

®

frühestens nach 1 Stunde erfolgen.

Die Patienten sind nach Anwendung eines rückenmarksnahen Anästhesieverfahrens sorgfältig neurologisch zu

überwachen, wobei insbesondere auf persistierende sensorische oder motorische Ausfälle zu achten ist. Bei

klinischem Verdacht auf ein rückenmarksnahes Hämatom sind unverzüglich geeignete diagnostische oder

therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Nieren- und/oder Leberfunktionsstörungen

Bei der Anwendung von

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

ist bei Patienten mit Nieren- und/oder

Leberfunktionsstörungen eine sorgfältige Überwachung und Kontrolle der Gerinnungswerte erforderlich; dies

gilt auch für die Vorbeugung einer Embolie durch Verschleppung eines Blutgerinnsels mit dem Blutstrom

(„low-dose”-Behandlung).

Ältere Patienten, insbesondere Frauen

Bei älteren Patienten, insbesondere bei Frauen ist eine besonders sorgfältige Überwachung bei der Anwendung

Heparin-Natrium-ratiopharm

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erforderlich.

Säuglinge und Kinder

Bei der Anwendung von

Heparin-Natrium-ratiopharm

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ist bei Säuglingen und Kindern eine sorgfältige

Überwachung und Kontrolle der Gerinnungswerte erforderlich; dies gilt auch für die Vorbeugung einer Embolie

durch Verschleppung eines Blutgerinnsels mit dem Blutstrom („low-dose“-Behandlung).

Anwendung von Heparin-Natrium-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung nachfolgend genannter Wirkstoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

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beeinflusst werden.

Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor,

Dipyridamol in hohen Dosen), Fibrinolytika, andere Antikoagulanzien (Cumarin-Derivate), orale Faktor-Xa-

Inhibitoren (Apixaban, Rivaroxaban), Thrombin-Inhibitoren (Bivalirudin, Argatroban, Dabigatran), Hirudin

(Desirudin), nicht-steroidale Antiphlogistika (Phenylbutazon, Indometacin), Glykoprotein-IIb/IIIa-

Rezeptorantagonisten, Penicillin in hohen Dosen, Dextrane

Es kann zu einer klinisch bedeutsamen Wirkungsverstärkung und erhöhter Blutungsgefahr kommen.

Arzneimittel zur Behandlung bösartiger Tumore (Zytostatika)

Diese Arzneimittel können die Heparinwirkung verstärken, Doxorubicin schwächt die Wirkung wahrscheinlich

Nitroglycerin (in die Vene eingespritzt)

Unter intravenöser Gabe von Nitroglycerin kann es zu einer bedeutsamen Wirkungsabschwächung von

Heparin-Natrium-ratiopharm

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kommen. Nach Absetzen von Nitroglycerin kann es zu einem sprunghaften

Anstieg der aPTT kommen. Engmaschige Kontrollen der aPTT und eine Dosisanpassung von

Heparin-Natrium-

ratiopharm

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sind bei gleichzeitiger Infusion von Nitroglycerin notwendig.

Ascorbinsäure, Digitalis, Tetracycline, Nikotinmissbrauch

Eine Hemmung der Heparinwirkung ist möglich.

An Plasmaproteine gebundene Arzneimittel (z. B. Propranolol)

Durch die Verdrängung aus der Plasma-Eiweißbindung kann eine Wirkungsverstärkung auftreten.

Arzneimittel, die den Kaliumspiegel im Blut erhöhen

Arzneimittel, die den Kaliumspiegel im Blut erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer

Überwachung gleichzeitig mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

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angewendet werden.

Basische Arzneimittel (trizyklische Psychopharmaka, Antihistaminika und Chinin)

Gegenseitige Wirkungsabschwächung durch Salzbildung mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

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Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Heparin, der Wirkstoff von

Heparin-Natrium-ratiopharm

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, ist nicht plazentagängig. Es gibt bisher keine

Berichte darüber, dass die Anwendung von Heparin in der Schwangerschaft zu Missbildungen führt.

Tierexperimentelle Untersuchungen haben ebenfalls keine Hinweise auf fruchtschädigende Einflüsse ergeben.

Es liegen jedoch Berichte über ein erhöhtes Risiko von Aborten und Frühgeburten vor. Behandlungs- oder

krankheitsbedingte Komplikationen sind bei Schwangeren nicht auszuschließen. Tägliche hochdosierte Heparin-

Gaben über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten können bei Schwangeren das Osteoporoserisiko erhöhen.

Wenn Sie mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulanzien) behandelt werden, darf bei Ihnen

unter der Geburt die rückenmarksnahe (epidurale) Anästhesie nicht angewendet werden. Ebenso darf bei Ihnen

eine gerinnungshemmende Behandlung bei Blutungsneigung, wie z. B. bei drohender Fehlgeburt (Abortus

imminens), nicht angewendet werden.

Falls notwendig, kann eine Anwendung von Heparin während der Schwangerschaft in Betracht gezogen

werden.

Stillzeit

Heparin geht nicht in die Muttermilch über. Heparin kann während der Stillzeit angewendet werden. Tägliche

hochdosierte Heparin-Gaben über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten können bei stillenden Frauen das

Osteoporoserisiko erhöhen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

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enthält Benzylalkohol.

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und allergische Reaktionen

hervorrufen.

3.

Wie ist Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art der Anwendung

Zum Einspritzen unter die Haut (subkutan), in die Vene (intravenös), oder in einer Infusion.

Verabreichung der subkutanen Injektion

Der Einstich soll mit einer feinen Injektionsnadel senkrecht zur

Körperachse in eine abgehobene Bauchfalte oder an der

Vorderseite des Oberschenkels erfolgen, die Injektion ist streng

subkutan vorzunehmen. Ein an der Injektionsnadel haftender

Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Einbringen von

Heparin in den Stichkanal zu einem oberflächlichen Bluterguss

bzw. in seltenen Fällen zu einer lokalen allergischen Reizung

führen kann.

Infusion

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

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erweist sich über 24 Stunden stabil mit folgenden Infusionslösungen:

Kochsalzlösung 0,9 %, Glukose 5/10 %, Ringerlösung, Ringerlactatlösung.

Inkompatibilitäten

Wegen der Gefahr von physikalisch-chemischen Unverträglichkeiten sollte

Heparin-Natrium-ratiopharm

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nicht

mit anderen Arzneimitteln in einer Spritze aufgezogen oder in einer Infusion angewendet werden.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Thromboembolieprophylaxe („low-dose“-Behandlung)

Zur Thromboembolieprophylaxe empfiehlt sich die subkutane Injektion.

- Thromboembolieprophylaxe vor und nach chirurgischen Eingriffen

Circa 2 Stunden vor der Operation 1-1,5 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 5.000-7.500

I.E. Heparin-Natrium) subkutan.

Nach der Operation in Abhängigkeit vom Thromboserisiko in der Regel 1 ml

Heparin-Natrium-25000-

ratiopharm

®

(entsprechend 5.000 I.E. Heparin-Natrium) subkutan alle 8 bis 12 Stunden oder 1,5 ml

Heparin-

Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 7.500 I.E. Heparin-Natrium) subkutan alle 12 Stunden bis zur

Mobilisierung der Patienten oder bis zur ausreichenden Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten. Laborkontrollen

(Gerinnungswerte) zur Dosisanpassung können in Einzelfällen erforderlich sein.

- Vorbeugende Maßnahmen in der nicht operativen Medizin

(z. B. bei längerer Bettlägerigkeit, erhöhter Thromboseneigung der Patienten, Erkrankungen mit erhöhtem

Thromboserisiko).

In Abhängigkeit vom Thromboserisiko in der Regel 1 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend

5.000 I.E. Heparin-Natrium) subkutan alle 8 bis 12 Stunden oder 1,5 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 7.500 I.E. Heparin-Natrium) subkutan alle 12 Stunden.

Die Dosierung muss dem Thromboserisiko und dem Aktivitätsgrad des Gerinnungssystems angepasst werden

und lässt sich durch Gerinnungskontrollen festlegen.

Im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen

Bei bestehenden Gerinnseln in Blutgefäßen empfiehlt sich die kontinuierliche intravenöse Verabreichung.

Dosierung bei Erwachsenen

Im Allgemeinen einleitend 1 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

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(entsprechend 5.000 I.E. Heparin-

Natrium) als Bolus intravenös, gefolgt von einer fortlaufenden Infusion mit 0,2 ml

Heparin-Natrium-25000-

ratiopharm

®

(entsprechend 1.000 I.E. Heparin-Natrium) pro Stunde mittels Perfusor.

Dosierung bei Kindern

Initial 50 I.E. Heparin-Natrium pro kg Körpergewicht, anschließend 20 I.E. Heparin-Natrium pro kg

Körpergewicht pro Stunde.

Ist eine intravenöse Dauerinfusion nicht möglich, kann alternativ auf eine subkutane Therapie (verteilt auf 2-3

Einzeldosen) unter engmaschiger Therapiekontrolle ausgewichen werden (z. B. 10.000-12.500 I.E. Heparin-

Natrium alle 12 Stunden).

Eine engmaschige Therapiekontrolle unter Bestimmung der Gerinnungswerte ist in jedem Fall unbedingt

erforderlich. Therapieüberwachung und Dosisanpassung erfolgen im Allgemeinen anhand der aktivierten

partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), die um das 1,5- bis 2,5fache der Norm erhöht sein soll. Empfohlen

werden Kontrollen der aPTT bei kontinuierlicher intravenöser Heparin-Gabe 1-2 Stunden, 6 Stunden, 12

Stunden und 24 Stunden nach Therapiebeginn und bei subkutaner Applikation 6 Stunden nach Verabreichung

der 2. Dosis.

- Behandlung von venösen Thromboembolien

Einleitend sollten 1 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 5.000 I.E. Heparin-Natrium)

intravenös als Bolus appliziert werden, gefolgt von einer intravenösen Infusion von in der Regel 0,2 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 1.000 I.E. Heparin-Natrium) pro Stunde. Die Dosierung

sollte entsprechend der aPTT-Werte adjustiert werden, wobei eine Verlängerung der aPTT auf das 1,5- bis

2,5fache des Ausgangswertes erreicht werden sollte (möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden).

Die Behandlung sollte über mindestens 4 Tage erfolgen bzw. sollte so lange fortgesetzt werden bis eine

ausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist.

- Im Rahmen der Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Non-Q-wave-Infarkts

Im Allgemeinen 1 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 5.000 I.E. Heparin-Natrium)

intravenös als Bolus, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion mit 0,2 ml

Heparin-Natrium-25000-

ratiopharm

®

(entsprechend 1.000 I.E. Heparin-Natrium) pro Stunde. Die Dosis richtet sich nach der aPTT, die

auf das 1,5- bis 2,5fache des Normalwertes verlängert sein sollte.

Heparin-Natrium sollte über mindestens 48 Stunden gegeben werden.

- Als Begleitbehandlung bei Thrombolyse mit fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. r-tPA) zur Behandlung des

akuten Herzinfarkts

Initial 1 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 5.000 I.E. Heparin-Natrium) intravenös als

Bolus, gefolgt von einer intravenösen Infusion von 0,2 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend

1.000 I.E. Heparin-Natrium) pro Stunde.

Die Infusion sollte gemäß den aPTT-Werten auf eine Verlängerung des Ausgangswertes um das 1,5- bis

2,5fache eingestellt werden. Heparin-Natrium sollte über 48 Stunden gegeben werden.

Bei Thrombolyse mit nicht fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. Streptokinase) können auch subkutan 2,5 ml

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(entsprechend 12.500 I.E. Heparin-Natrium) alle 12 Stunden gegeben

werden, beginnend 4 Stunden nach Thrombolyse.

Die genaue Dosierung der Heparin-Begleittherapie richtet sich nach der Art des Thrombolytikums und ist

entsprechend den Angaben zu den einzelnen Thrombolytika vorzunehmen.

Auf eine genaue Kontrolle des Gerinnungsstatus ist in jedem Fall zu achten!

Gerinnungshemmung bei Blutwäsche oder Operation mit Herz-Lungen-Maschine

- Blutwäsche

Individuelle Dosierung je nach Ausfall der Gerinnungsbestimmungen und dem Maschinentyp.

- Herz-Lungen-Maschine

Die Dosierung ist abhängig vom Typ der Herz-Lungen-Maschine und der Dauer der Operation und ist

individuell zu handhaben.

Hinweise

:

Da Heparin durch Blutplättchenbestandteile (PF4) gebunden und die Heparin-Wirkung neutralisiert wird, sollte

das entnommene und ungerinnbar gemachte Blut möglichst bald nach der Blutabnahme für die

Gerinnungsuntersuchung aufbereitet werden.

Zur Verminderung von Lymphabflussstörungen sollte

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

bei Patienten mit

operativer Ausräumung von Lymphknoten im Abdominalbereich/Urogenitalbereich am Oberarm appliziert

werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Behandlung entscheidet der behandelte Arzt. Regelmäßige Kontrollen der aktivierten

partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) sowie der Thrombozytenwerte sind bei der Heparin-Therapie erforderlich.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Heparin-Natrium-

ratiopharm

®

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Heparin-Natrium-ratiopharm

®

angewendet haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

kann sich in Blutungen äußern, zumeist aus Haut und

Schleimhäuten, aus Wunden, dem Magen-Darm-Trakt und Urogenitaltrakt (z. B. Nasenbluten, Blut im Urin,

Teerstuhl, Blutergüsse, flohstichartige Blutungen unter der Haut).

Blutdruckabfall, Abfall des Hämatokrits oder andere Symptome können Zeichen einer verborgenen Blutung

sein.

In diesem Fall ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen, der die erforderlichen Maßnahmen einleitet.

Wenn Sie die Anwendung von Heparin-Natrium-ratiopharm

®

vergessen haben

Wenn Sie die Anwendung von

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

vergessen haben, verdoppeln Sie die Menge

nicht, sondern fahren Sie beim nächsten Anwendungszeitpunkt mit der normalen, Ihnen verordneten Dosis fort.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, ist unverzüglich

ärztliche Hilfe erforderlich:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie: Übelkeit, Kopfschmerzen, Temperaturanstieg,

Gliederschmerzen, Nesselsucht (Urtikaria), Erbrechen, Juckreiz (Pruritus), Kurzatmigkeit (Dyspnoe),

krampfartige Verengung der Bronchien (Bronchospasmen) und Blutdruckabfall. Lokale und

generalisierte Überempfindlichkeit, einschließlich Gesichtsschwellung (Angioödem).

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Durch Heparin hervorgerufene, massive Erniedrigung der Blutplättchenzahl (antikörpervermittelte

Thrombozytopenie Typ II mit Blutplättchenzahlen von weniger als 100.000/µl oder schnellem Abfall der

Blutplättchenzahl auf weniger als 50 % des Ausgangswertes), mit Blutpfropfbildung (arteriellen und

venösen Thrombosen oder Embolien), Verbrauch von Gerinnungsfaktoren (Verbrauchskoagulopathie),

Absterben von Hautgewebe (Nekrosen), flohstichartige Blutungen (Petechien), Teerstühle (Melaena). Die

gerinnungshemmende Wirkung von Heparin kann vermindert sein.

Bei Patienten ohne vorbestehende Überempfindlichkeit gegen Heparin setzt der Abfall der

Blutplättchenzahl meist 6 - 14 Tage nach Beginn der Heparinbehandlung ein. Bei Patienten mit bereits

bestehender Überempfindlichkeit gegen Heparin kann der Abfall der Blutplättchenzahl schon nach

wenigen Stunden einsetzen.

Überempfindlichkeitsreaktionen aufgrund des Gehalts an Benzylalkohol.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Es kann eine Thrombozytopenie vom Typ II erst mehrere Wochen nach Ende der Heparin-Behandlung

auftreten.

Sobald eine Thrombozytopenie vom Typ II auftritt, ist Heparin unverzüglich abzusetzen. Weitere

Behandlungsmaßnahmen hängen von der Art und der Schwere der Symptome ab.

Sie dürfen danach keine weiteren Heparinspritzen mehr erhalten.

Auftreten eines allergischen (anaphylaktischen) Schocks, insbesondere bei sensibilisierten Patienten, die

früher bereits Heparin erhalten haben.

Weitere Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

In Abhängigkeit von der Heparin-Dosierung vermehrtes Auftreten von Blutungen, insbesondere aus Haut,

Schleimhäuten, Wunden, Magen-Darm-Trakt und Urogenitaltrakt.

Anstieg der Leberwerte (GOT, GPT, Gamma-GT) sowie LDH und Lipase.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Zu Beginn der Behandlung eine durch Heparin hervorgerufene Erniedrigung der Blutplättchenzahl

(Thrombozytopenie Typ I) ohne Beteiligung von Antikörpern (Thrombozytenzahl: 100.000-150.000/µl),

ohne Thrombose.

Gewebsreaktionen an der Einstichstelle (Verhärtungen, Rötungen, Verfärbungen und kleinere

Blutergüsse)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

-

Vorübergehender Haarausfall (Alopezie), Hautnekrosen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Funktionseinschränkung der Nebennierenrinde (Hypoaldosteronismus), die mit einer Erhöhung des

Kalium-Spiegels im Blut und Störung des Säure-Basen-Haushalts (metabolische Azidose) verbunden ist

(insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetes mellitus).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Krampfartige Verengung der Blutgefäße (Vasospasmen)

-

Schmerzhafte Gliedversteifung (Priapismus)

Verkalkung des Unterhautfettgewebes (Calcinosis) an der Einstichstelle, hauptsächlich bei Patienten mit

schwerem Nierenversagen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Wird Heparin vor allem in höheren Dosierungen über Monate angewendet, kann sich eine vermehrte

Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) entwickeln, insbesondere bei Patienten, die diese Veranlagung haben.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie eine oder mehrere der oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie

unverzüglich Ihren Arzt, damit er über die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen entscheiden

kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee

3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Die Injektionslösung kann sich nach längerer Lagerung dunkler färben, die therapeutische Wirkung wird

dadurch nicht beeinträchtigt.

Nach Anbruch 1 Woche haltbar.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

enthält

Der Wirkstoff ist: Heparin-Natrium.

Jede Durchstechflasche zu 5 ml Injektionslösung enthält 25.000 I.E. Heparin-Natrium (Heparin aus

Schweinedarm-Mukosa).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Wasser für Injektionszwecke, Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Schwefelsäure 96 %, Benzylalkohol (50

mg/5 ml).

Wie Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung.

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

ist in Packungen mit 5 Durchstechflaschen zu 5 ml Injektionslösung

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2017

Versionscode: Z07

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

(Durchstechflaschen)

Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche zu 5 ml Injektionslösung enthält 25.000 I.E. Heparin-Natrium (aus

Schweinedarm-Mukosa).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Benzylalkohol

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

Klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

- Prophylaxe von thromboembolischen Erkrankungen

- im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen

(einschließlich der Frühbehandlung des Herzinfarktes sowie der instabilen Angina pectoris)

- zur Antikoagulation bei Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf (z. B.

Herz-Lungen-Maschine, Hämodialyse)

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Heparin-Natrium muss individuell dosiert werden.

Die Dosierung ist abhängig von den Gerinnungswerten (siehe Abschnitt 4.4), Art und Verlauf

der Erkrankung, Ansprechen des Patienten, Nebenwirkungen, Gewicht und Alter des Patienten.

Zu berücksichtigen ist die unterschiedliche Heparin-Empfindlichkeit und eine mögliche

Änderung der Heparin-Toleranz im Therapieverlauf.

Thromboembolieprophylaxe („low-dose“-Behandlung)

Zur Thromboembolieprophylaxe empfiehlt sich die subkutane Injektion. Hierfür stehen auch

Fertigspritzen mit entsprechender Dosierung zur Verfügung.

Allgemeine Dosierungsempfehlung für die Thromboembolieprophylaxe:

- Prä- und postoperative Thromboembolieprophylaxe

Präoperativ 5.000-7.500 I.E. subkutan ca. 2 h vor der Operation. Postoperativ in Abhängigkeit

vom Thromboserisiko in der Regel 5.000 I.E. subkutan alle 8-12 h oder 7.500 I.E. subkutan

alle 12 h bis zur Mobilisierung des Patienten oder bis zur ausreichenden Wirkung von

Vitamin-K-Antagonisten. Laborkontrollen (Gerinnungswerte) zur Dosisanpassung können in

Einzelfällen erforderlich sein.

- Prophylaxe in der nicht-operativen Medizin

(z. B. bei längerer Bettlägerigkeit, erhöhter Thromboseneigung des Patienten, Erkrankungen

mit erhöhtem Thromboserisiko).

In Abhängigkeit vom Thromboserisiko in der Regel 5.000 I.E. subkutan alle 8-12 h oder

7.500 I.E. subkutan alle 12 h.

Die Dosierung muss dem Thromboserisiko und dem Aktivitätsgrad des Gerinnungssystems

angepasst werden und lässt sich durch Gerinnungskontrollen festlegen.

Im Rahmen der Therapie von venösen und arteriellen thromboembolischen

Erkrankungen

Bei bestehenden Gerinnseln in Blutgefäßen empfiehlt sich die kontinuierliche intravenöse

Verabreichung.

Dosierung bei Erwachsenen

Im Allgemeinen einleitend 5.000 I.E. Heparin-Natrium als Bolus intravenös, gefolgt von einer

fortlaufenden Infusion mit 1.000 I.E. Heparin-Natrium pro Stunde mittels Perfusor.

Dosierung bei Kindern

Initial 50 I.E./kg Körpergewicht, anschließend 20 I.E./kg Körpergewicht pro Stunde.

Ist eine intravenöse Dauerinfusion nicht möglich, kann alternativ auf eine subkutane Therapie

(verteilt auf 2-3 Einzeldosen) unter engmaschiger Therapiekontrolle ausgewichen werden (z. B.

10.000-12.500 I.E. Heparin-Natrium alle 12 h).

Eine engmaschige Therapiekontrolle unter Bestimmung der Gerinnungswerte ist in jedem Fall

unbedingt erforderlich. Therapieüberwachung und Dosisanpassung erfolgen im Allgemeinen

anhand der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), die um das 1,5- bis 2,5fache der

Norm erhöht sein soll. Empfohlen werden Kontrollen der aPTT bei kontinuierlicher

intravenöser Heparin-Gabe 1-2 h, 6 h, 12 h und 24 h nach Therapiebeginn und bei subkutaner

Applikation 6 h nach Verabreichung der 2. Dosis.

- Behandlung von venösen Thromboembolien

Einleitend sollten 5.000 I.E. Heparin-Natrium intravenös als Bolus appliziert werden, gefolgt

von einer intravenösen Infusion von in der Regel 1.000 I.E. Heparin-Natrium pro Stunde. Die

Dosierung sollte entsprechend der aPTT-Werte adjustiert werden, wobei eine Verlängerung

der aPTT auf das 1,5- bis 2,5fache des Ausgangswertes erreicht werden sollte (möglichst

innerhalb der ersten 24 h).

Die Behandlung sollte über mindestens 4 Tage erfolgen bzw. sollte so lange fortgesetzt

werden bis eine ausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist.

- Im Rahmen der Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Non-Q-Wave-

Myokardinfarkts

Im Allgemeinen 5.000 I.E. Heparin-Natrium intravenös als Bolus, gefolgt von einer

kontinuierlichen Infusion mit 1.000 I.E. pro Stunde. Die Dosis richtet sich nach der aPTT, die

auf das 1,5- bis 2,5fache des Normalwertes verlängert sein sollte.

Heparin-Natrium sollte über mindestens 48 h gegeben werden.

- Als Begleittherapie bei Thrombolyse mit fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. r-tPA) zur

Behandlung des akuten Myokardinfarkts

Initial 5.000 I.E. Heparin-Natrium intravenös als Bolus, gefolgt von einer intravenösen

Infusion von 1.000 I.E. pro Stunde.

Die Infusion sollte gemäß den aPTT-Werten auf eine Verlängerung des Ausgangswertes um

das 1,5- bis 2,5fache eingestellt werden. Heparin-Natrium sollte über 48 h gegeben werden.

Bei Thrombolyse mit nicht fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. Streptokinase) können

auch subkutan 12.500 I.E. Heparin-Natrium alle 12 h gegeben werden, beginnend 4 h nach

Thrombolyse.

Die genaue Dosierung der Heparin-Begleittherapie richtet sich nach der Art des

Thrombolytikums und ist entsprechend den Angaben zu den einzelnen Thrombolytika

vorzunehmen.

Auf eine genaue Kontrolle des Gerinnungsstatus ist in jedem Fall zu achten!

Antikoagulation bei Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf

Hämodialyse

Individuelle Dosierung je nach Ausfall der Gerinnungsbestimmungen und dem Maschinentyp.

Herz-Lungen-Maschine

Die Dosierung ist abhängig vom Typ der Herz-Lungen-Maschine und der Dauer der Operation

und ist individuell zu handhaben.

Art der Anwendung

Zur subkutanen und intravenösen Injektion oder zur intravenösen Infusion nach Verdünnen.

Verabreichung der subkutanen Injektion

Der Einstich soll mit einer feinen Injektionsnadel senkrecht zur Körperachse in eine abgehobene

Bauchfalte oder an der Vorderseite des Oberschenkels erfolgen, die Injektion ist streng subkutan

vorzunehmen. Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen,

da ein Einbringen von Heparin-Natrium in den Stichkanal zu einem oberflächlichen Bluterguss

bzw. in seltenen Fällen zu einer lokalen allergischen Reizung führen kann.

Hinweise:

Zur Verminderung von Lymphabflussstörungen sollte Heparin-Natrium bei Patienten mit

operativer Ausräumung von Lymphknoten im Abdominalbereich/Urogenitalbereich am

Oberarm appliziert werden.

Da Heparin durch Plättchenbestandteile (PF4) gebunden und dadurch die Wirkung neutralisiert

wird, sollte das für die Gerinnungsuntersuchung entnommene und mit Citrat versetzte Blut

möglichst bald nach der Abnahme zur Trennung von Blutzellen und Blutplasma zentrifugiert

und dekantiert werden.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Regelmäßige Kontrollen der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) sowie der

Thrombozytenwerte sind bei der Heparin-Therapie erforderlich.

Infusion

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

erweist sich über 24 Stunden stabil mit folgenden

Infusionslösungen: Kochsalzlösung 0,9 %, Glukose 5/10 %, Ringerlösung, Ringerlactatlösung.

Inkompatibilitäten

Wegen der Gefahr physikalisch-chemischer Inkompatibilitäten darf Heparin nicht zusammen

mit anderen Arzneimitteln in einer Spritze aufgezogen oder in einer Infusion verabreicht

werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Akute oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) durch

Heparin

Erkrankungen, die mit einer hämorrhagischen Diathese einhergehen, z. B.

Thrombozytopenien, Koagulopathien, schwere Leber-, Nieren- oder

Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefäßsystems besteht, z. B. Ulcera im

Magen- und/oder Darmbereich, Hypertonie (> 105 mmHg diastolisch), Hirnblutung, Traumata

oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem, Augenoperationen, Retinopathien,

Glaskörperblutungen, Hirnarterienaneurysma, infektiöse Endokarditis

Abortus imminens

Spinalanästhesie, Periduralanästhesie, Lumbalpunktion

Organläsionen, die mit Blutungsneigung einhergehen

Heparin-Natrium-25000-ratiopharm

®

darf wegen des Gehalts an Benzylalkohol nicht bei

Frühgeborenen und Neugeborenen angewendet werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

sollte nicht angewendet werden bei:

Verdacht auf Malignom mit Blutungsneigung

Nieren- und Harnleitersteinen

chronischem Alkoholismus

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

während der Schwangerschaft, insbesondere bei längerer Anwendung (siehe Abschnitt 4.6)

bei älteren Patienten, insbesondere bei Frauen

bei gleichzeitiger Behandlung mit Fibrinolytika oder oralen Antikoagulanzien, mit

Thrombozytenaggregationshemmern (wie z. B. Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel)

und/oder Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten

bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen. Die

Serum-Kaliumspiegel sollten bei entsprechenden Risikopatienten (z. B. aufgrund von Diabetes

mellitus, Einschränkung der Nierenfunktion oder Einnahme von Arzneimitteln, die den

Serum-Kaliumspiegel erhöhen) kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit Heparin-Natrium sind i.m. Injektionen wegen der Gefahr von

Hämatomen zu vermeiden.

Treten unter Heparin-Gabe thromboembolische Komplikationen auf, muss

differenzialdiagnostisch an eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II gedacht und die

Thrombozytenzahl kontrolliert werden.

Bei Säuglingen, Kindern und Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz ist eine

sorgfältige Überwachung und Kontrolle der Gerinnungswerte erforderlich; dies gilt auch für die

Thromboembolieprophylaxe („low-dose“-Behandlung).

Patienten unter Heparin-Therapie (über 22.500 I.E./Tag) sollten keiner Verletzungsgefahr

ausgesetzt werden.

Heparin kann die Menstruationsblutung verstärken und verlängern. Bei ungewöhnlich starken

oder azyklischen Blutungen sollte eine behandlungsbedürftige organische Ursache durch eine

ergänzende gynäkologische Untersuchung ausgeschlossen werden.

Für unfraktionierte wie auch für fraktionierte, niedermolekulare Heparine wurde, insbesondere

bei intravenöser Applikation bzw. bei Applikation höherer Dosen als zur „low-dose“-

Thromboembolieprophylaxe empfohlen (über 15.000 I.E. unfraktioniertes Heparin pro Tag s. c.

hinaus), im zeitlichen Zusammenhang mit einer Spinal- oder Periduralanästhesie in Einzelfällen

über das Auftreten von spinalen und periduralen Hämatomen berichtet. Diese können zu

neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung bis hin zu lang dauernder oder

permanenter Paralyse führen.

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

soll deshalb bei geplanten oder

bereits durchgeführten rückenmarksnahen Anästhesieverfahren erst nach eingehender

individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.

Entsprechend einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin

soll zur Sicherheit ein punktionsfreies Intervall von 4 Stunden zwischen letzter Gabe von

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

in prophylaktischer Dosierung („low-dose“) und der Neuanlage

bzw. dem Entfernen eines Spinal-/Periduralkatheters eingehalten werden. Danach soll eine

erneute Gabe von niedrig dosiertem

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

frühestens nach 1 Stunde

erfolgen.

Die Patienten sind nach Anwendung eines rückenmarksnahen Anästhesieverfahrens sorgfältig

neurologisch zu überwachen, wobei insbesondere auf persistierende sensorische oder

motorische Ausfälle zu achten ist. Bei klinischem Verdacht auf ein rückenmarksnahes

Hämatom sind unverzüglich geeignete diagnostische oder therapeutische Maßnahmen

einzuleiten.

Hinweise zu labordiagnostischen Untersuchungen:

Kontrollen der Thrombozytenzahl sollen erfolgen:

vor Beginn der Heparin-Gabe

am 1. Tag nach Beginn der Heparin-Gabe

anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3-4 Tage

am Ende der Heparin-Therapie

Heparin kann die Ergebnisse zahlreicher Laboruntersuchungen verfälschen, z. B. die

Blutsenkungsgeschwindigkeit, Erythrozyten-Resistenz und Komplementbindungstests.

Heparin kann die Prothrombinzeit beeinflussen; dies ist bei der Einstellung auf Cumarin-

Derivate zu beachten.

Unter Heparin-Therapie können die Ergebnisse von Schilddrüsenfunktionsuntersuchungen

verfälscht werden (z. B. fälschlich hohe T

- und T

-Spiegelmessungen).

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und anaphylaktoide

Reaktionen hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, Prasugrel,

Ticagrelor, Dipyridamol in hohen Dosen), Fibrinolytika, andere Antikoagulanzien (Cumarin-

Derivate), orale Faktor-Xa-Inhibitoren (Apixaban, Rivaroxaban), Thrombin-Inhibitoren

(Bivalirudin, Argatroban, Dabigatran), Hirudin (Desirudin), nichtsteroidale Antiphlogistika

(Phenylbutazon, Indometacin), Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten, Penicillin in hohen

Dosen, Dextrane:

Klinisch bedeutsame Wirkungsverstärkung und erhöhte Blutungsgefahr.

Zytostatika

Wirkungsverstärkung von Heparin; Doxorubicin schwächt die Wirkung wahrscheinlich ab.

Nitroglycerin, intravenös appliziert

Unter intravenöser Gabe von Nitroglycerin kann es zu einer klinisch bedeutsamen

Wirkungsabschwächung von Heparin kommen. Nach Absetzen von Nitroglycerin kann es zu

einem sprunghaften Anstieg der aPTT kommen. Engmaschige Kontrollen der aPTT und eine

Dosisanpassung von Heparin sind bei gleichzeitiger Infusion von Nitroglycerin notwendig.

Ascorbinsäure, Digitalis, Tetracycline, Nikotinabusus

Hemmung der Heparin-Wirkung.

An Plasmaproteine gebundene Arzneimittel (z. B. Propranolol)

Wirkungsverstärkung durch Verdrängung aus der Plasma-Eiweißbindung.

Arzneimittel, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen

Arzneimittel, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger

medizinischer Überwachung gleichzeitig mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

angewendet

werden.

Basische Arzneimittel (trizyklische Psychopharmaka, Antihistaminika und Chinin)

Gegenseitige Wirkungsabschwächung durch Salzbildung mit Heparin.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Heparin ist nicht plazentagängig. Erfahrungen an schwangeren Frauen deuten bisher nicht auf

eine fetale/neonatale Toxizität von Heparin hin.

Tierexperimentelle Studien ergaben ebenfalls keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität

(siehe Abschnitt 5.3).

Es liegen jedoch Berichte über ein erhöhtes Risiko von Aborten und Frühgeburten vor.

Behandlungs- oder krankheitsbedingte Komplikationen sind bei Schwangeren nicht

auszuschließen. Tägliche hochdosierte Heparin-Gaben über einen Zeitraum von mehr als 3

Monaten können bei Schwangeren das Osteoporoserisiko erhöhen.

Unter der Geburt ist die epidurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit Antikoagulanzien

behandelt werden, kontraindiziert. Ebenso ist die gerinnungshemmende Therapie bei

Blutungsneigung, wie z. B. bei Abortus imminens, kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Falls notwendig, kann eine Anwendung von Heparin während der Schwangerschaft in Betracht

gezogen werden.

Stillzeit

Heparin geht nicht in die Muttermilch über. Heparin kann während der Stillzeit angewendet

werden. Tägliche hochdosierte Heparin-Gaben über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten

können bei stillenden Frauen das Osteoporoserisiko erhöhen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

bekannt.

4.8

Nebenwirkungen

Unter der Therapie mit

Heparin-Natrium-ratiopharm

®

können die nachfolgend genannten

Nebenwirkungen auftreten.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig:

In Abhängigkeit von der Heparin-Dosierung vermehrtes Auftreten von

Blutungen, insbesondere aus Haut, Schleimhäuten, Wunden, Gastrointestinal-

und Urogenitaltrakt.

Häufig:

Zu Beginn der Behandlung, Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ I ohne

Antikörpervermittlung (Thrombozytenzahl: 100.000-150.000/µl), ohne

Thrombose.

Selten:

Heparin-induzierte, antikörpervermittelte Thrombozytopenie Typ II

(Thrombozytenzahl:

<

100.000/µl oder einem schnellen Abfall der

Thrombozytenzahl auf

<

50 % des Ausgangswertes), mit arteriellen und

venösen Thrombosen oder Embolien, Verbrauchskoagulopathie,

Hautnekrosen, Petechien, Teerstühle. Die antikoagulatorische Wirkung von

Heparin kann vermindert sein.

Bei Patienten ohne Überempfindlichkeit gegen Heparin setzt der Abfall der

Blutplättchenzahl meist 6-14 Tage nach Beginn der Heparin-Behandlung ein.

Bei Patienten mit bereits bestehender Überempfindlichkeit gegen Heparin

kann der Abfall der Blutplättchenzahl schon nach wenigen Stunden einsetzen.

Sehr selten:

Eine Thrombozytopenie vom Typ II kann mit einer Verzögerung von

mehreren Wochen nach Ende der Heparin-Behandlung auftreten (Spinler S A:

New concepts in heparin-induced thrombocytopenia: Diagnosis and

management, J Thromb Thrombolysis 21(1), 17-21, 2006: FDA MedWatch

Safety Alert. Heparin Sodium Injection. Dezember 8, 2006).

Sobald eine Thrombozytopenie vom Typ II auftritt, ist Heparin unverzüglich

abzusetzen. Weitere Behandlungsmaßnahmen hängen von Art und Schwere

der Symptome ab.

Weitere parenterale Heparin-Gaben sind absolut kontraindiziert.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie: Übelkeit, Kopfschmerzen,

Temperaturanstieg, Gliederschmerzen, Urtikaria, Erbrechen, Pruritus,

Dyspnoe, Bronchospasmen und Blutdruckabfall. Lokale und generalisierte

Hypersensitivität, einschließlich Angioödem.

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen aufgrund des Gehalts an Benzylalkohol.

Sehr selten:

Auftreten eines anaphylaktischen Schocks, insbesondere bei sensibilisierten

Patienten, die früher bereits Heparin erhalten haben.

Endokrine Erkrankungen

Selten:

Hypoaldosteronismus, verbunden mit Hyperkaliämie und metabolischer

Azidose, besonders bei Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion und

Diabetes mellitus.

Gefäßerkrankungen

Sehr selten:

Vasospasmen

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

Anstieg der Serum-Transaminasen (GOT, GPT), Gamma-Glutamyl-

Transpeptidase (Gamma-GT) sowie LDH und Lipase

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

Vorübergehende Alopezie, Hautnekrosen

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt:

Nach längerer Anwendung (Monate) kann sich, vor allem bei Verwendung

höherer Dosierungen insbesondere bei dazu disponierten Patienten, eine

Osteoporose entwickeln.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten:

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Lokale Gewebsreaktionen an der Injektionsstelle (Verhärtungen, Rötungen,

Verfärbungen und kleinere Hämatome).

Sehr selten:

Calcinosis am Injektionsort, hauptsächlich bei Patienten mit schwerem

Nierenversagen

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Blutungen zumeist aus Haut und Schleimhäuten, Wunden, Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt

(Epistaxis [Nasenbluten], Hämaturie, Melaena, Hämatome, Petechien). Blutdruckabfall, Abfall

des Hämatokrits oder andere Symptome können Zeichen einer okkulten Blutung sein.

b) Therapie einer Überdosierung

Leichte Blutungen

Gegebenenfalls Reduzierung der Heparin-Dosis.

Mäßig, vital nicht bedrohliche Blutungen

Unterbrechen der Heparin-Therapie.

Ernstere, vital bedrohliche Blutungen

Aufhebung der Heparin-Wirkung mit Protamin nach Ausschluss anderer Blutungsursachen

(z. B. Verbrauchskoagulopathie, Faktorenmangel).

Protamin soll nur bei lebensbedrohlichen Blutungen verabreicht werden, da bei vollständiger

Neutralisierung des Heparins ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen

besteht. Der Patient muss unter intensivmedizinischen Bedingungen überwacht und

weiterversorgt werden.

Das Antidot Protamin ist ein argininreiches Protein, das üblicherweise als Chlorid oder Sulfat

verwendet wird. Als Regel gilt, dass 1 mg Protamin die Wirkung von ca. 100 I.E. Heparin

neutralisiert (1 I.E. Protamin neutralisiert 1 I.E. Heparin). Für die Therapie muss die

Halbwertszeit des Heparins und die Applikationsart berücksichtigt werden, d. h.

90 min nach intravenöser Heparin-Applikation sollen nur 50

der errechneten Protamin-

Menge gegeben werden,

3 h nach der intravenösen Verabreichung nur 25 %.

Bei Übertitrierung kann Protamin über verschiedene Mechanismen selbst eine verstärkte

Blutungsneigung verursachen. Bei zu rascher i.v.-Injektion von Protamin kann es zu

Blutdruckabfall, Bradykardie, Dyspnoe und Beklemmungsgefühl kommen. Protamin wird

rascher aus dem Blut eliminiert als Heparin. Die Wirkung der Neutralisation muss daher durch

regelmäßige Bestimmungen der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) überprüft

werden. Heparin ist nicht dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel

ATC-Code: B01AB01

Heparin ist ein Mucopolysaccharid-Polyschwefelsäure-Ester und besteht aus Glukosamin-N-

Schwefelsäure und Schwefelsäure-Estern der Glukuronsäure, die glykosidisch miteinander

verknüpft sind.

Heparin bildet aufgrund seiner starken negativen Ladung mit bestimmten Proteinen Komplexe

und verändert so deren biologische Eigenschaften. Dies trifft vor allem für das Antithrombin III

(ATIII) zu, das durch seine Komplexbildung mit Heparin eine Aktivitätssteigerung etwa um das

700fache erfährt.

Aktiviertes ATIII bewirkt eine Hemmung von Serinproteasen, zu denen auch die

Gerinnungsfaktoren XIIa, XIa, Xa, VIIa und IIa gehören. Dabei wird Faktor VIIa relativ

schwach und Faktor IIa (Thrombin) besonders stark durch Heparin-ATIII-Komplex inhibiert.

Bereits niedrige Heparin-Dosen beschleunigen die Inhibition von ATIII gegenüber Faktor IIa

(Thrombin) und Faktor Xa. So erklärt sich die prophylaktische Wirkung von niedrig dosiertem

(„low-dose“) Heparin zur Vorbeugung von thromboembolischen Erkrankungen. Die

gerinnungshemmende Wirkung hängt vor allem von der verfügbaren Menge von ATIII und der

Fibrinogenkonzentration ab; bestimmte Thrombozyteninhaltsstoffe (Plättchenfaktor 4)

neutralisieren ebenfalls die Heparin-Wirkung. Hohe Heparin-Dosen inaktivieren zusätzlich im

Überschuss gebildetes Thrombin und verhindern so die Entstehung von Fibrin aus Fibrinogen.

Heparin beeinflusst auch die Thrombozytenfunktionen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Heparin kann subkutan oder intravenös verabreicht werden. Wegen seiner Molekülgröße und

negativen Oberflächenladung wird Heparin vom Darm nicht resorbiert, eine inhalative

Aufnahme ist möglich. Die Wirkung von Heparin setzt nach intravenöser Gabe sofort ein, nach

subkutaner Injektion innerhalb von 20-30 min. Die Bioverfügbarkeit nach subkutaner

Anwendung ist individuell verschieden. Nach subkutaner Applikation von 2-mal täglich 5.000

I.E. Heparin wurden Plasmaspiegel zwischen 0,02 I.E./ml und 0,8 I.E./ml gemessen. Die

interindividuelle Halbwertszeit ist sehr variabel, die mittlere Halbwertszeit wird mit 90-120 min

angegeben und ist abhängig von der Dosis und der Funktion von Leber und Nieren sowie der

Komorbidität. Heparin wird in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden (LDL, Globuline

insbesondere ATIII

und Fibrinogen), das Verteilungsvolumen bei Erwachsenen wird mit ca.

0,07 l/kg angegeben. Nach parenteraler Gabe wird Heparin aus dem Blut durch Aufnahme in

das retikuloendotheliale System, durch Spaltung in der Leber (Heparinasen) und durch

Ausscheidung über den Urin überwiegend als depolymerisiertes, inaktiviertes Heparin

eliminiert. Die Heparin-Ausscheidung erfolgt sowohl durch glomeruläre Filtration als auch

durch tubuläre Sekretion.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In tierexperimentellen Untersuchungen traten nur Effekte (Osteoporose und Blutungen) auf, die

bereits unter Abschnitt 4.8 beschrieben sind. Aus

In-vitro

- und

In-vivo

-Untersuchungen auf

genotoxische Wirkungen haben sich keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial ergeben.

Untersuchungen zum tumorerzeugenden Potenzial wurden nicht durchgeführt.

Tierexperimentelle Untersuchungen haben keine Hinweise auf fruchtschädigende Einflüsse

ergeben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Benzylalkohol (50 mg/5 ml),

Natriumchlorid,

Natriumhydroxid,

Schwefelsäure 96 %,

Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Wegen der Gefahr physikalisch-chemischer Inkompatibilitäten darf Heparin nicht zusammen

mit anderen Arzneimitteln in einer Spritze aufgezogen oder in einer Infusion verabreicht

werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Anbruch 1 Woche haltbar.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Die Injektionslösung kann sich nach längerer Lagerung dunkler färben, die therapeutische

Wirkung wird dadurch nicht beeinträchtigt.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 5 Durchstechflaschen zu 5 ml Injektionslösung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

5394.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 1. Oktober 1984

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 25. August 2005

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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