Harmonet Dragees

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
gestodenum, ethinylestradiolum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
G03AA10
INN (Internationale Bezeichnung):
gestodenum, ethinylestradiolum
Darreichungsform:
Dragees
Zusammensetzung:
gestodenum 75 µg, ethinylestradiolum 20 µg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hormonales Kontrazeptivum
Zulassungsnummer:
53394
Berechtigungsdatum:
1997-09-03

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2019

Harmonet®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Harmonet und wann wird es angewendet?

Harmonet ist ein Präparat zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung («Pille»), ein kombiniertes

hormonales Kontrazeptivum (CHC), das die weiblichen Geschlechtshormone Gestoden (ein

Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen) enthält. Harmonet ist ein sogenanntes Einstufen-

Kombinationspräparat, da alle Dragées die beiden Hormone in gleichen Mengen enthalten.

Harmonet bietet bei vorschriftsmässiger Anwendung auf mehrfache Weise Schutz vor einer

Schwangerschaft: Im Allgemeinen wird verhindert, dass ein befruchtungsfähiges Ei heranreift.

Ausserdem bleibt der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass das Aufsteigen des männlichen

Samens erschwert wird. Weiterhin ist die Schleimhaut der Gebärmutter für eine Schwangerschaft

nicht vorbereitet. Die durch CHC ausgelösten hormonellen Veränderungen können ausserdem dazu

führen, dass Ihr Zyklus regelmässiger und Ihre Menstruation schwächer und kürzer werden kann.

Harmonet darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wichtige Information über kombinierte hormonale Kontrazeptiva (CHC)

·Bei korrekter Anwendung zählen die CHC zu den zuverlässigsten reversiblen Verhütungsmethoden.

·CHC bewirken eine leichte Zunahme des Risikos für ein Blutgerinnsel in den Venen und Arterien,

insbesondere im ersten Jahr der Anwendung oder bei Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC

nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen.

·Achten Sie bitte aufmerksam auf Symptome eines Blutgerinnsels (siehe Abschnitt «Blutgerinnsel»)

und wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie vermuten, diese zu haben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte lesen Sie die Informationen zu Blutgerinnseln in der Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von

Harmonet Vorsicht geboten?», bevor Sie mit der Anwendung von Harmonet beginnen. Besonders

wichtig ist es, die Informationen zu den Symptomen eines Blutgerinnsels zu lesen (vgl. «So erkennen

Sie ein Blutgerinnsel»).

Bevor Sie mit der Einnahme hormonaler Präparate zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, sollte

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von

eigenen Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine

und gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Anwendung von Harmonet empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in etwa

halbjährlichen bis jährlichen Abständen. Dabei wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin eventuell vorliegende

Risiken (wie Alter, Gewicht, chirurgischer Eingriff, Änderung Ihres Gesundheitszustandes und/oder

Ihrer Risiken) erneut gegen den erwarteten Nutzen abwägen und mit Ihnen über das Fortführen der

Anwendung von Harmonet entscheiden.

Einnahmefehler oder Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen oder starker Durchfall, sehr seltene

individuelle Stoffwechselstörungen oder die gleichzeitige längere Einnahme bestimmter Arzneimittel

(siehe «Wann ist bei der Anwendung von Harmonet Vorsicht geboten? - Wechselwirkung mit

anderen Arzneimitteln») können die schwangerschaftsverhindernde Wirkung beeinträchtigen (erste

mögliche Anzeichen: Zwischenblutungen).

Falls Sie bisher ein anderes hormonales Empfängnisverhütungsmittel eingenommen haben oder sehr

bald nach einer Entbindung oder Fehlgeburt mit der Einnahme von Harmonet beginnen wollen,

fragen Sie bitte zunächst Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht.

Sie sollten deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Einnahme von

Harmonet beginnen können.

Harmonet ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs informieren Sie

die behandelnden Arzte darüber, dass sie Harmonet anwenden.

Wie alle hormonalen Empfängnisverhütungsmittel schützt Harmonet nicht vor HIV-Infektionen

(AIDS) bzw. anderen Geschlechtskrankheiten.

Wann darf Harmonet nicht angewendet werden?

Harmonet darf nicht angewendet werden, wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie

zutrifft. Wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie dies Ihrem

Arzt/Ihrer Ärztin mitteilen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann mit Ihnen besprechen, welche andere

Verhütungsmethode für Sie besser geeignet ist.

·wenn Sie ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäss der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge

(Lungenembolie) oder eines anderen Organs haben (oder in der Vergangenheit hatten);

·wenn Sie jemals einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten;

·wenn Sie unter Angina pectoris leiden oder in der Vergangenheit gelitten hatten (d.h. insbesondere

bei Anstrengung auftretenden Brustschmerzen oder einem Druckgefühl hinter dem Brustbein, die

Vorbote eines Herzinfarkts sein können);

·wenn Sie bereits eine transitorische ischämische Attacke (sogenannte TIA; vorübergehende

Symptome eines Schlaganfalls) hatten;

·wenn bei Ihnen eine Störung der Blutgerinnung bekannt ist – beispielsweise Protein-C-Mangel,

Protein-S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation oder Antiphospholipid-

Antikörper;

·wenn bei Ihnen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren für das Auftreten eines Blutgerinnsels

vorliegen, wie z.B. Übergewicht zusammen mit Alter über 35 Jahre (vgl. im Kapitel «Wann ist bei

der Einnahme von Harmonet Vorsicht geboten?» – «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in

einer Vene erhöhen» und «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen»)

·wenn Sie an einer bestimmten Form von Migräne (sog. «Migräne mit Aura» die mit Empfindungs-,

Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht) leiden oder in der Vergangenheit

gelitten haben;

·wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Gefässveränderungen leiden;

·wenn Sie stark erhöhten Blutdruck haben;

·wenn Sie stark erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyzeride) haben;

·wenn Sie an schweren Lebererkrankungen (z.B. Gelbsucht) leiden oder gelitten haben und sich die

Leberwerte noch nicht normalisiert haben;

·wenn Sie an Hepatitis C leiden und Arzneimittel gegen das Hepatitis-C-Virus einnehmen, welche

Ombitasvir, Paritaprevir, Ritonavir, Dasabuvir oder eine Kombination dieser Wirkstoffe enthalten

(siehe auch «Wann ist bei der Anwendung von Harmonet Vorsicht geboten? – Wechselwirkungen

mit anderen Arzneimitteln»);

·wenn Sie einen Lebertumor haben oder hatten;

·wenn Sie Brust- oder Gebärmutterkrebs haben oder hatten, bei dem Geschlechtshormone eine Rolle

spielen oder spielten;

·wenn Sie an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und damit verbundenen hohen

Blutfettwerten leiden oder gelitten haben;

·wenn Sie nicht abgeklärte Scheidenblutungen haben;

·wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermutet wird;

·wenn Sie überempfindlich gegenüber einem der Bestandteile von Harmonet sind.

Wann ist bei der Anwendung von Harmonet Vorsicht geboten?

Bei Auftreten einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden sollten Sie unverzüglich einen

Arzt/eine Ärztin kontaktieren (vgl. auch Tabelle «So erkennen Sie ein Blutgerinnsel»):

·Neu auftretende Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen.

·Plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache.

·Unerklärliche Beinschmerzen mit oder ohne Schwellung.

·Plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörung.

·Plötzlicher starker Schmerz im Oberbauch oder Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den Arm.

·Plötzliches Auftreten von Schwindel, Schwächegefühl, Gefühlsstörungen.

·Kollaps.

·Mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während der Genesung nach Unfall oder

Operation.

·Deutlicher Blutdruckanstieg bei mehreren Messungen.

·Bei Gelbsucht.

·Bei Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten bestehen oder

einmal bestanden haben oder sich während der Anwendung von Harmonet verschlimmern oder zum

ersten Mal auftreten:

·wenn Sie unregelmässige Monatsblutungen, Brustveränderungen, Brustkrebs in der Familie oder

gutartige Geschwülste der Gebärmutter (sogenannte Myome) haben;

·wenn Sie eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (sogenannte Ödeme) haben;

·wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben;

·wenn Sie an Epilepsie oder Veitstanz (Chorea minor) leiden;

·wenn Sie Depressionen haben;

·wenn Sie erhöhte Blutfettspiegel (Hypertriglyceridämie) haben oder diese Erkrankung in Ihrer

Familie vorgekommen ist. Unter Anwendung von CHC bei Hypertriglyceridämie wurde über ein

erhöhtes Risiko für Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) berichtet;

·wenn Sie an einer Venenentzündung leiden (oberflächliche Thrombophlebitis);

·wenn Sie Krampfadern (Varizen) haben.

·wenn Sie eine Lebererkrankung (z.B Gelbsucht) oder eine Gallenblasenerkrankung (z.B.

Gallensteine) haben;

·wenn Sie wenn Sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche

Darmerkrankung) leiden;

·wenn Sie an systemischem Lupus erythematodes leiden (SLE; eine Erkrankung, die Ihr natürliches

Abwehrsystem beeinträchtigt);

·wenn Sie an einem hämolytischen urämischen Syndrom leiden (HUS; eine Störung der

Blutgerinnung, die zu Nierenversagen führt);

·wenn Sie eine Sichelzellanämie haben (eine seltene Bluterkrankung);

·wenn Sie eine Herpes-Erkrankung während einer früheren Schwangerschaft (Herpes gestationis)

hatten;

·wenn Sie eine bestimmte Form der Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose) haben;

·wenn Sie an der Stoffwechselerkrankung Porphyrie leiden.

In seltenen Fällen können bräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) auftreten, insbesondere wenn

sich diese Erscheinung in einer vorausgegangenen Schwangerschaft gezeigt hat. Wenn Sie dazu

neigen, sollten Sie längere Sonnenbäder und ultraviolette Strahlen während der Einnahme von

Harmonet meiden.

Bei Vorliegen eines erblich bedingten oder später aufgetretenen Angioödems (in Episoden

auftretendes Anschwellen von Körperteilen wie Händen, Füssen, Gesicht oder Atemwege) kann die

Einnahme von Östrogenen diese Symptome hervorrufen oder verschlimmern.

BLUTGERINNSEL

Als Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels bezeichnet, welches ein Blutgefäss verstopfen

kann. Bei der Anwendung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (CHC) wie Harmonet

ist Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels höher als wenn Sie keines anwenden.

Blutgerinnsel können auftreten

·in Venen (sog. «Venenthrombose», «venöse Thromboembolie»)

·in den Arterien (sog. «Arterienthrombose», «arterielle Thromboembolie»).

Am häufigsten ereignet sich eine Thrombose in den tiefen Beinvenen (tiefe Venenthrombose). Wenn

sich ein Blutgerinnsel von der Venenwand loslöst, kann es weiterwandern und die Lungenarterien

verstopfen, was zu einer sogenannten Lungenembolie führt. Blutgerinnsel können sehr selten auch in

den Blutgefässen des Herzens auftreten, was zu einem Herzinfarkt führen kann. Blutgerinnsel im

Gehirn können einen Schlaganfall verursachen. Sehr selten können sich Blutgerinnsel in anderen

Körperteilen, einschliesslich Leber, Darm, Nieren oder Auge bilden.

Venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse können selten zu schwerwiegenden bleibenden

Gesundheitsschäden führen oder tödlich sein.

So erkennen Sie ein Blutgerinnsel

Seim Auftreten folgender Zeichen sollten Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen:

Tritt bei Ihnen eines dieser Anzeichen auf?

Woran könnten Sie leiden?

Schwellung eines Beins oder längs einer Vene im Bein oder Fuss,

vor allem, wenn gleichzeitig Folgendes auftritt:

·Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur

beim Stehen oder Gehen bemerkt wird;

·Erwärmung des betroffenen Beins;

·Änderung der Hautfarbe des Beins, z.B. Blau- oder Rotfärbung,

oder selten aufkommende Blässe;

Tiefe Beinvenenthrombose

·Plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung;

·Plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem evtl.

Blut ausgehustet werden kann;

·Stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt;

·Starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;

·Schneller oder unregelmässiger Herzschlag;

·Starke Magenschmerzen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt/einer

Ärztin, da einige dieser Symptome wie Husten oder Kurzatmigkeit

mit einer leichteren Erkrankung wie z.B. einer Entzündung der

Atemwege (z.B. einem grippalen Infekt) verwechselt werden

können.

Lungenembolie

·Sofortiger Verlust des Sehvermögens oder

·Schmerzloses verschwommenes Sehen, welches zu einem Verlust

des Sehvermögens fortschreiten kann.

Diese Symptome treten meistens nur in einem Auge auf.

Thrombose eines

Netzhautgefässes (Blutgerinnsel

in einer Vene oder Arterie im

Auge)

·Brustschmerz, Druckgefühl in der Brust, Unwohlsein,

Schweregefühl;

·Engegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Brustbeins;

·Völlegefühl, Verdauungsstörungen oder Erstickungsgefühl;

·In den Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlende

Beschwerden im Oberkörper;

·Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;

·Extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;

·Schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

Herzinfarkt

·Plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms

oder Beins, die auf einer Körperseite besonders ausgeprägt ist;

·Plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;

·Plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·Plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl,

Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen;

·Plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen

unbekannter Ursache;

·Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht.

In manchen Fällen können die Symptome eines Schlaganfalls

kurzfristig sein und mit einer nahezu sofortigen und vollständigen

Erholung einhergehen. Sie sollten sich aber trotzdem dringend in

ärztliche Behandlung begeben, da Sie erneut einen Schlaganfall

erleiden könnten.

Schlaganfall

·Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung eines Armes oder

Beines;

·Starke Magenschmerzen.

Blutgerinnsel, die andere

Blutgefässe verstopfen

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Vene erhöht?

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres am höchsten.

Dieses erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Einnahme von Harmonet oder bei der erneuten

Einnahme (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden CHC-freien Zeitraum). Daten

einer grossen Studie deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während der ersten 3

Monate besteht.

Nach dem ersten Jahr sinkt das Risiko, es bleibt aber stets geringfügig höher als wenn Harmonet

nicht angewendet würde.

Wenn Sie die Anwendung von Harmonet beenden, kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel in wenigen

Wochen auf den Normalwert zurück.

Wie gross ist das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels in einer Vene?

Das Gesamtrisiko für ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge bei Anwendung von Harmonet ist gering,

ist aber mehrfach höher als bei Frauen, die kein Harmonet anwenden:

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein CHC anwenden, erleiden im

Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel.

Ungefähr 9 bis 12 von 10'000 Frauen, die ein Gestoden-haltiges CHC wie Harmonet anwenden,

erleiden im Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel. Ungefähr 5 bis 7 von 10'000 Frauen, die ein CHC

mit Levonorgestrel, Norethisteron oder mit Norgestimat anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres

ein Blutgerinnsel.

In beiden Fällen ist die Anzahl an Blutgerinnseln pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während

einer Schwangerschaft oder in der Phase nach der Geburt.

Das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels ist entsprechend Ihrer persönlichen medizinischen

Vorgeschichte unterschiedlich hoch (siehe folgender Abschnitt «Faktoren, die das Risiko für ein

Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen»).

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) nimmt zu:

·Mit steigendem Alter (insbesondere ab einem Alter von ungefähr 35 Jahren);

·Bei Übergewicht (Body-Mass-Index über 30 kg/m2);

·Bei früherem Auftreten eines Blutgerinnsels (Venenthrombose, Lungenembolie oder anderswo), bei

einem Geschwister oder Elternteil in jungen Lebensjahren (jünger als 50 Jahre), oder falls Sie oder

einer Ihrer nahen Verwandten bekannte oder vermutete vererbliche Störungen der Blutgerinnung

(eine sogenannte Thrombophilie) haben. In diesem Fall sollten Sie vor Beginn der Einnahme von

Harmonet einen Spezialisten aufsuchen. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, darf Harmonet nicht angewendet werden (siehe «Wann darf Harmonet nicht angewendet

werden?»);

·Bei längerfristiger Immobilisierung, grösseren chirurgischen Eingriffen, jedem chirurgischen

Eingriff an den Beinen oder wenn ein Bein eingegipst ist, sowie bei schweren Verletzungen. In

diesen Fällen sollte Harmonet abgesetzt werden (bei geplanten chirurgischen Eingriffen mind. 4

Wochen vorher). Der Arzt/die Ärztin entscheidet, wann mit der Einnahme von Harmonet wieder

begonnen werden kann (frühestens 2 Wochen nach vollständiger Mobilisierung);

·bei längerem Sitzen wie z.B. bei Langstreckenflügen (>4 Stunden), insbesondere wenn bei Ihnen

andere der aufgeführten Faktoren vorliegen.

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht.

Sie sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Anwendung von

Harmonet beginnen können.

Andere Risikofaktoren sind systemischer Lupus erythematodes, hämolytisches urämisches Syndrom,

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sichelzellanämie und Krebs.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft,

auch wenn Sie nicht sicher sind. Ihr Arzt/Ihre Ärztin kann dann entscheiden, ggf. Harmonet

abzusetzen.

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Arterie erhöht?

Genau wie ein Blutgerinnsel in einer Vene kann auch ein Gerinnsel in einer Arterie schwerwiegende

Konsequenzen haben. Es kann zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen

Es ist wichtig zu beachten, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund der

Anwendung von Harmonet sehr gering ist, jedoch ansteigen kann:

·Mit zunehmendem Alter (älter als 35 Jahre);

·Wenn Sie rauchen. Bei der Anwendung von Harmonet wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn Sie nicht mit dem Rauchen aufhören können und älter als 35 Jahre sind, kann Ihr Arzt/Ihre

Ärztin Ihnen raten, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden;

·Wenn Sie Übergewichtig sind (Body-Mass-Index Ober 30 kg/m2);

·Wenn Sie einen hohen Blutdruck haben;

·Wenn einer Ihrer nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre) einen Herzinfarkt

oder Schlaganfall hatte. In diesem Fall könnten Sie ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen

Herzinfarkt oder Schlaganfall haben;

·Wenn Sie oder einer Ihrer nächsten Angehörigen einen hohen Blutfettspiegel (Cholesterin oder

Triglyceride) haben;

·Wenn Sie unter Migräne, insbesondere Migräne mit Aura leiden;

·Wenn Sie an Herzproblemen leiden, wie einer Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern (einer

bestimmten Herzrhythmusstörung);

·Wenn Sie zuckerkrank (Diabetikerin) sind.

Andere Risikofaktoren sind Hyperhomocysteinämie und systemischer Lupus erythematodes.

Wenn mehr als einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder eine dieser Erkrankungen besonders schwer

ist, kann Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht sein.

Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit, wenn es bei einer der oben erwähnten Punkte während der

Anwendung von Harmonet zu einer Veränderung kommt, zum Beispiel wenn Sie mit dem Rauchen

anfangen, bei einem nahen Angehörigen aus unbekannter Ursache eine Thrombose auftritt, oder

wenn Sie stark zunehmen.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs wurde bei Frauen, die CHC wie Harmonet anwenden, geringfügig öfter festgestellt als bei

Frauen gleichen Alters, die keine solchen Präparate anwenden. 10 Jahre nach Absetzen dieser

Präparate besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob der Unterschied durch

diese Präparate verursacht wird. Möglicherweise wurden diese Frauen nur sorgfältiger und öfter

untersucht, so dass der Brustkrebs früher erkannt wurde.

In einigen Studien waren Frauen, die ein CHC wie Harmonet über längere Zeit anwendeten, häufiger

von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) betroffen. Den stärksten Risikofaktor für das Auftreten

von Gebärmutterhalskrebs stellt jedoch eine langandauernde Infektion mit dem Papillomavirus

(HPV-Infektion) dar. Es ist nicht bekannt, inwieweit die Langzeitanwendung von CHC wie

Harmonet oder andere Faktoren wie z.B. das Sexualverhalten (z.B. häufiger Partnerwechsel mit

Übertragung des Virus) zu der in den Studien beobachteten höheren Häufigkeit von

Gebärmutterhalskrebs beigetragen haben könnte.

In seltenen Fällen sind nach Langzeitanwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Harmonet enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren

Blutungen führen und das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist der Arzt

zu informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst bald

vorübergehen.

Psychiatrische Erkrankungen

Manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie Harmonet anwenden, berichten über

Depression oder depressive Verstimmung. Depressionen können schwerwiegend sein und

gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und

depressive Symptome auftreten, lassen Sie sich so rasch wie möglich von einem Arzt/einer Ärztin

medizinisch beraten.

Sonstige Vorsichtmassnahmen:

Die in Harmonet enthaltenen Hormone können die Ergebnisse bestimmter Blutuntersuchungen

beeinflussen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, dass Sie Harmonet einnehmen,

wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt wird.

Harmonet Dragées enthalten Laktose. Wenn Sie an der seltenen, vererbten Galaktose-

Unverträglichkeit, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden und eine

laktosefreie Diät einhalten, sollten Sie dies beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Gewisse Arzneimittel können bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von Harmonet

beeinträchtigen oder zu unerwarteten Blutungen führen (Schmier-, Durchbruchblutungen): z.B.

Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie (Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin,

Topiramat, Felbamat, Primidon), von HIV- und Hepatitis C-Infektionen (Proteaseinhibitoren wie

Boceprevir, Telaprevir und Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren wie Efavirenz,

Nevirapin) und Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin), von hohem Blutdruck in den Lungen

(Bosentan), von einer speziellen Art der übermässigen Schläfrigkeit (Modafinil) sowie längerfristige

Einnahme (über 10 Tage) gewisser Antibiotika zur Behandlung bestimmter Infektionen

(Tetracycline), und Johanniskrautpräparate (siehe unten).

Wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel kurzfristig anwenden, können Sie Harmonet

weiterhin einnehmen. Während der Behandlung und für 28 Tage nach dem Beenden der Behandlung

mit diesem Arzneimittel müssen Sie jedoch zusätzliche, nichthormonale Massnahmen zur

Empfängnisverhütung, z.B. Kondome, anwenden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Wird die gleichzeitige Behandlung mit dem Arzneimittel über das Ende der aktuellen Packung von

Harmonet fortgesetzt, ist die nächste Packung ohne Unterbrechung, also ohne die übliche

Einnahmepause (siehe «Wie verwenden Sie Harmonet») anzufangen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird

Sie darüber instruieren.

Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder Apotheker bzw. Apothekerin über

das weitere Vorgehen, falls Sie längerfristig (d.h. über mehr als 10-14 Tage) Antibiotika einnehmen

müssen (z.B. bei Entzündungen der Knochen oder bei Borreliose).

Wenn Sie Harmonet einnehmen, sollen Sie nicht gleichzeitig ein Johanniskrautpräparat (Hypericum)

gegen Depressionen anwenden, da die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt werden kann.

Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde berichtet.

Einige Arzneimittel sowie Grapefruitsaft können die Wirkstoffkonzentration von Harmonet im Blut

erhöhen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

oder Grapefruitsaft einnehmen:

·Antipilzmittel, die Wirkstoffe wie z.B. Itraconazol, Voriconazol, oder Fluconazol enthalten,

·Bestimmte Antibiotika (sogenannte Makrolide), die als Wirkstoff Clarithromycin oder

Erythromycin enthalten,

·Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen (mit den Wirkstoffen

Diltiazem oder Verapamil),

·Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion (Cobicistat).

Wenn Sie zuckerkrank sind, kann sich durch die Einnahme von Harmonet Ihr Bedarf an

blutzuckersenkenden Arzneimitteln (inklusive Insulin) ändern.

Harmonet kann auch die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen, und deren Wirkung entweder

verstärken oder vermindern. Dies betrifft z.B. Ciclosporin und das Antiepileptikum Lamotrigin (dies

könnte zu einer erhöhten Häufigkeit von Krampfanfällen führen, weshalb Ihr Arzt/Ihre Ärztin zu

Beginn der Anwendung von Harmonet und wenn Sie Harmonet absetzen die Lamotrigin-Blutspiegel

überwachen wird). Es können aber auch weitere Arzneimittel betroffen sein, wie Schmerzmittel,

Antidepressiva, Antimalariamittel, Beruhigungsmittel, Herzmedikamente, Coritson-Präparate,

Blutgerinnungshemmer und Asthmamittel. Es ist deshalb wichtig, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über

die Einnahme von gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln zu informieren.

Verwenden Sie Harmonet nicht, wenn Sie Hepatitis C haben und die Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir einnehmen. Diese können in

Kombination mit Harmonet die Leberfunktionswerte im Blut erhöhen (Erhöhung des ALT

Leberenzyms) und das Risiko für eine Leberschädigung erhöhen. Deshalb muss vor dem Start einer

solchen Therapie auf eine andere Verhütungsmethode umgestellt werden. Wenn Ihre Leberwerte

sich normalisiert haben, dürfen Sie Harmonet frühestens 2 Wochen nach dem Absetzen der

Hepatitis-C Medikamente wieder einnehmen. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass bis 4

Wochen nach dem Absetzen der Hepatitis-C Medikamente die Wirksamkeit von Harmonet

beeinträchtigt sein kann. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wann Sie nach dem

Absetzen dieser Wirkstoffkombination wieder mit der Einnahme von Harmonet beginnen können.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Wirkung von Harmonet auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Bisher sind keine nachteiligen Wirkungen auf die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit

beobachtet worden, z.B. beim Lenken eines Fahrzeuges oder beim Bedienen von Maschinen.

Darf Harmonet während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Harmonet darf während einer Schwangerschaft oder bei Verdacht auf eine Schwangerschaft nicht

eingenommen werden.

Während der Stillzeit sollten Sie Harmonet nicht einnehmen, da es Qualität und Quantität der

Muttermilch beeinträchtigen kann.

Wie verwenden Sie Harmonet?

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Die Kalenderpackung enthält 21 Dragées. Auf der Packung ist bei jedem Dragée ein Wochentag

vermerkt.

Nehmen Sie das erste Dragée der Kalenderpackung aus dem Feld des betreffenden Wochentags (z.B.

«Mo» für Montag) und schlucken Sie es unzerkaut mit Flüssigkeit. Die Tageszeit der Einnahme ist

gleichgültig, nur sollten Sie bei der einmal gewählten Stunde bleiben, am besten morgens oder

abends. Nehmen Sie täglich der Pfeilrichtung folgend ein Dragée ein. Die Kalenderpackung erlaubt

Ihnen eine einfache Kontrolle der regelmässigen Einnahme der Dragées. Wenn alle 21 Dragées

eingenommen wurden, setzen Sie für 7 Tage mit der Einnahme aus. In dieser Pause kommt es etwa 2

bis 4 Tage nach Einnahme des letzten Dragées zu einer Blutung.

Beginnen Sie die nächste Harmonet-Packung am 8. Tag, auch wenn die Blutung noch anhält. Das

bedeutet, dass Sie jede weitere Harmonet-Packung stets am gleichen Wochentag beginnen wie die

erste Packung und Ihre Monatsblutung ebenfalls jeden Monat ungefähr am gleichen Tag beginnt.

Beginn der Einnahme

·Wenn Sie während des vergangenen Monats keine hormonalen Verhütungsmittel eingenommen

haben

Warten Sie bis zu Ihrer nächsten Monatsblutung. Beginnen Sie mit der Einnahme des Dragées am 1.

Tag des Zyklus (= 1. Tag der Blutung). Der 1. Zyklus wird etwas verkürzt sein, während alle

folgenden Zyklen 4 Wochen dauern. Sie können auch am 2. bis 5. Tag Ihres Zyklus mit der

Einnahme beginnen, dann müssen Sie aber während der ersten 7 Tage der Einnahme im 1. Zyklus

zusätzliche Verhütungsmethoden (nichthormonale Verhütungsmittel mit Ausnahme der Knaus-

Ogino und der Temperaturmethode) verwenden.

·Umstellung von einer anderen 21- oder 22-Tage Kombinationspille, einem Vaginalring oder

transdermalen Pflaster auf Harmonet

Nehmen Sie alle Tabletten der alten Packung wie gewohnt ein. Nehmen Sie das erste Dragée

Harmonet nach dem üblichen einnahmefreien Intervall ein. Sie können das erste Dragée Harmonet

aber auch unmittelbar nach Beendigung der alten Packung einnehmen (am darauffolgenden Tag).

Zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen sind nicht erforderlich. Falls bisher ein

transdermaler Patch oder ein Vaginalring verwendet wurde, sollte am Tag der Entfernung des letzten

Vaginalrings oder des letzten Patches mit der Einnahme von Harmonet begonnen werden, spätestens

aber an jenem Tag, an welchem die nächste Anwendung des Patches bzw. des Vaginalrings fällig ist.

·Umstellung von einer anderen 28-Tage Kombinationspille (mit 21 bis 24 wirkstoffhaltigen

Tabletten und 4 bis 7 Tabletten ohne Wirkstoffe) auf Harmonet

Nachdem Sie die letzte wirkstoffhaltige Tablette aus der alten Packung eingenommen haben (nach

21 bis 24 Tagen), beginnen Sie unmittelbar am darauffolgenden Tag – ohne Einnahmepause – mit

dem ersten Dragée Harmonet. Sie können aber auch die nächste Monatsblutung abwarten und mit der

Einnahme von Harmonet im Anschluss an die letzte Tablette ohne Wirkstoff beginnen. Zusätzliche

empfängnisverhütende Massnahmen sind nicht erforderlich.

·Umstellung von einer Gestagen-Pille (Minipille) auf Harmonet

Die Umstellung auf Harmonet kann an jedem beliebigen Tag erfolgen. Während der ersten 7 Tage

der Einnahme von Harmonet müssen Sie jedoch zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen

ergreifen.

·Umstellung von einer empfängnisverhütenden Hormoninjektion, einem empfängnisverhütenden

Implantat oder einer gestagenabgebenden Spirale auf Harmonet

Nehmen Sie das erste Dragée Harmonet an dem Tag ein, an dem das Implantat oder die

gestagenabgebende Spirale entfernt wird bzw. an dem die nächste Injektion geplant ist. Sie müssen

dann allerdings für die ersten 7 Tage der Einnahme von Harmonet zusätzliche empfängnisverhütende

Massnahmen ergreifen.

·Nach einer Geburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch nach den ersten 3 Monaten

Es sollte mit der Einnahme von Harmonet frühestens nach dem 28. Tag begonnen werden. Sie

müssen zudem während den ersten 7 Tagen zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen

ergreifen. Sollten Sie zuvor Geschlechtsverkehr gehabt haben, muss die Möglichkeit einer

Schwangerschaft ausgeschlossen werden oder Sie müssen bis zum Beginn der nächsten

Monatsblutung warten, bevor Sie mit der Einnahme von Harmonet beginnen. Bitte beachten Sie,

dass Sie Harmonet nicht einnehmen sollten, wenn Sie stillen (vgl. «Darf Harmonet während einer

Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden?»).

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht.

Sie sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Anwendung von

Harmonet beginnen können.

·Nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch in den ersten 3 Monaten

Sie können sofort mit der Einnahme von Harmonet beginnen und brauchen keine zusätzlichen

empfängnisverhütenden Massnahmen zu ergreifen. Ziehen Sie jedoch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu

Rate.

Wenn Sie vergessen haben, das tägliche Dragée einzunehmen

Wenn Sie den üblichen Einnahmezeitpunkt um weniger als 12 Stunden überschritten haben, ist die

Zuverlässigkeit der Pille noch gegeben. Sie sollten das Dragée sofort einnehmen und alle darauf

folgenden Dragées wieder zur gewohnten Tageszeit einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme des Dragées um mehr als 12 Stunden versäumt haben oder mehrere Dragées

vergessen haben, ist möglicherweise kein vollständiger Empfängnisschutz mehr gegeben. Nehmen

Sie das letzte vergessene Dragée sofort ein, sobald Sie die vergessene Einnahme bemerkt haben –

auch dann, wenn dadurch knapp hintereinander an einem Tag zwei Dragées einzunehmen sind – und

nehmen Sie die darauffolgenden Dragées zur gewohnten Zeit ein. Während den nächsten 7 Tagen ist

eine zusätzliche Verhütungsmethode wie das Kondom anzuwenden. Falls diese 7 darauffolgenden

Tage über das Ende der Packung hinausgehen und das letzte Dragée dieser Packung eingenommen

wurde, sollte ohne Unterbruch mit der nächsten Packung begonnen werden. Es wird dabei nicht zur

üblichen Entzugsblutung kommen. Bis zum Aufbrauchen dieser zweiten Packung können aber

gehäuft Schmier- bzw. Durchbruchblutungen auftreten. Falls Sie nach Einnahme des letzten Dragées

der zweiten Packung keine Entzugsblutung haben, muss eine Schwangerschaft vor Beginn der

Dragée-Einnahme der nächsten Packung ausgeschlossen werden. Kontaktieren Sie in diesem Falle

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Vorgehen bei akuten Magen-Darm-Erkrankungen wie Erbrechen oder Durchfall (unabhängig von

deren Ursache, also z.B. auch als Nebenwirkung anderer Arzneimittel wie Antibiotika)

Bei Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen oder Durchfall kann die Aufnahme der Wirkstoffe des

Dragées in den Körper unvollständig sein. Ähnlich wie beim Vergessen eines Dragées kann die

Wirksamkeit daher vermindert sein. Dies gilt insbesondere im Falle von Erbrechen. Falls Sie

innerhalb von 3-4 Stunden nach Einnahme des Harmonet Dragées erbrechen, befolgen Sie daher

bitte die Ratschläge wie im Falle von vergessenen Dragées. Damit das gewohnte Einnahmeschema

beibehalten werden kann, muss das zusätzlich einzunehmende Dragée aus einer Reservepackung

entnommen werden.

Im Falle von starkem Durchfall (z.B. auch als Nebenwirkung anderer Arzneimittel wie z.B. von

Antibiotika) fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob zusätzliche Massnahmen erforderlich sind.

Wenn Erbrechen, Durchfall etc. voraussichtlich länger (d.h. mehrere Tage) andauern, sollte während

des betreffenden Einnahmezyklus die zusätzliche Anwendung eines mechanischen

Verhütungsmittels erwogen werden.

Wenn Sie eine Monatsblutung hinauszögern wollen

Sie können Ihre Monatsblutung verschieben, indem Sie ohne Pause mit der Einnahme der nächsten

Packung Harmonet beginnen, sobald Sie die aktuelle Packung beendet haben. Sie können mit der

Einnahme so lange wie gewünscht fortfahren, längstens jedoch bis diese zweite Packung beendet ist.

Wenn Sie möchten, dass Ihre Monatsblutung einsetzt, beenden Sie die Pilleneinnahme. Bei der

Einnahme der zweiten Packung kann es zu Schmier- und Durchbruchblutungen kommen. Beginnen

Sie mit der nächsten Pillenpackung nach der üblichen 7-tägigen Pause.

Wenn Sie grundsätzlich den ersten Tag Ihrer Monatsblutung auf einen anderen Wochentag legen

möchten

Wenn Sie die Dragées nach Anleitung einnehmen, wird Ihre Monatsblutung alle 4 Wochen an

ungefähr dem gleichen Tag einsetzen. Wenn Sie diesen ändern wollen, verkürzen Sie einfach das

nächste einnahmefreie Intervall. Wenn Ihre Monatsblutung für gewöhnlich am Freitag beginnt und

Sie in Zukunft den Dienstag wünschen (3 Tage früher), dann nehmen Sie das erste Dragée der

folgenden Packung drei Tage früher als gewöhnlich. Ist das Intervall sehr kurz (z.B. 3 Tage oder

weniger), besteht die Möglichkeit, dass es nicht zu einer Entzugsblutung kommt. Schmier- bzw.

Durchbruchsblutungen sind jedoch während der Einnahme der nächsten Packung möglich.

Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten

Bei allen Pillen kann es, insbesondere in den ersten Monaten der Einnahme, zu unregelmässigen

Blutungen (Schmier- bzw. Durchbruchblutungen) kommen. Es kann sein, dass Sie Binden oder

Tampons benötigen, jedoch muss die Einnahme nicht unterbrochen werden. Leichte

Zwischenblutungen gehen im Allgemeinen zurück, sobald sich der Körper an die Einnahme der Pille

gewöhnt hat (normalerweise nach ca. 3 Zyklen). Bei andauernden, stärkeren, der normalen

Menstruation ähnlichen oder wiederholten Blutungen sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

aufsuchen.

Verhalten bei Ausbleiben der Monatsblutung

Die Entzugsblutung kann während des einnahmefreien Intervalls ausbleiben. Haben Sie Ihre Dragées

korrekt eingenommen, keine Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen oder starken Durchfall gehabt

und keine anderen Arzneimittel eingenommen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft

äusserst gering. Nehmen Sie Harmonet wie gewohnt ein.

Bleibt die Blutung zweimal hintereinander aus, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft.

Suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf. Setzen Sie die Pilleneinnahme solange

nicht weiter fort, bis Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine Schwangerschaft ausgeschlossen hat.

Zusätzliche Methoden zur Empfängnisverhütung

Wenn zusätzliche Methoden zur Empfängnisverhütung erforderlich sind, sollten Sie entweder

·auf Geschlechtsverkehr verzichten oder

·ein Diaphragma mit Spermizid oder ein Kondom verwenden.

Die Kalender- (Knaus-Ogino) oder Temperaturmethode sollten Sie nicht als zusätzliche

Vorsichtsmassnahmen zur Empfängnisverhütung anwenden, da orale hormonelle Verhütungsmittel

normale Veränderungen der Körpertemperatur und des Zervikalschleims beeinflussen.

Absetzen von Harmonet

Nach dem Absetzen von Harmonet besteht im Allgemeinen wieder normale Empfängnisfähigkeit.

Der Zyklus kann zu Beginn verlängert sein. Sollte es jedoch innerhalb der ersten 2 bis 3 Monate zu

keinem normalen Zyklusverlauf kommen, suchen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Welche Nebenwirkungen kann Harmonet haben?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über alle Nebenwirkungen, insbesondere

ernsthafte oder lang andauernde Beschwerden, oder über Änderungen Ihres Gesundheitszustandes,

als deren Ursache Sie das CHC vermuten. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen im

Zusammenhang mit der Anwendung von CHC sind in der Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von

Harmonet Vorsicht geboten?» beschrieben (siehe dort).

Alle Frauen, die Harmonet anwenden, haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in den Venen

(venöse Thromboembolie) oder Arterien (arterielle Thromboembolie).

Die Wahrscheinlichkeit für ein Blutgerinnsel kann erhöht sein, wenn Sie an einer anderen

Erkrankung leiden, die dieses Risiko erhöht (weitere Informationen zu den Erkrankungen, die das

Risiko für ein Blutgerinnsel erhöhen, sowie zu den Symptomen eines Blutgerinnsels siehe Abschnitt

«Blutgerinnsel» in der Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von Harmonet Vorsicht geboten?»).

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Harmonet auftreten

Häufig

Scheideninfektionen (z.B. Pilzinfektionen), Gewichtsveränderung, Stimmungsschwankungen,

Depression, Veränderung der Libido (Sexualtrieb), Kopfschmerzen (einschliesslich Migräne),

Schwindel, Nervosität, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Akne, Störungen der Zyklusblutung

(z.B. Zwischenblutungen, schmerzhafte/verlängerte Monatsblutung, Ausbleiben der Monatsblutung

siehe auch «Wie verwenden Sie Harmonet?»), verändertes Scheidensekret,

Gebärmutterhalsgeschwulst, Schmerzen, Empfindlichkeit oder Vergrösserung der Brüste,

Brustdrüsenabsonderung, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (sogenannte Ödeme).

Gelegentlich

Appetitsteigerung oder -verminderung, erhöhter Blutdruck, Bauchkrämpfe, Blähungen,

Hautausschlag, Haarausfall, verstärkte Körperbehaarung, bräunliche Flecken im Gesicht,

Veränderung der Blutfettwerte, Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs.

Selten

Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie, zum Beispiel: in einem Bein oder Fuss (d.h. tiefe

Beinvenenthrombose), in der Lunge (d.h. Lungenembolie), Herzinfarkt, Schlaganfall,

vorübergehende, einem Schlaganfall ähnelnde Symptome, die als transitorische ischämische Attacke

bezeichnet werden, Überempfindlichkeitsreaktionen, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht, an den

Gliedmassen, im Gesicht und/oder Rachenraum (sogenanntes Angioödem), Beeinflussung des

Zuckerstoffwechsels, schlechte Verträglichkeit von Kontaktlinsen (Trägerinnen, deren

Linsenverträglichkeit sich ändert, sollten sich augenärztlich untersuchen lassen), Erythema nodosum

(akute Entzündung des Unterhautfettgewebes), Gelbsucht.

Sehr selten

Verstärkung von Krampfadern, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Beschwerden der Gallenblase

(einschliesslich Gallensteine), Veränderungen an der Leber (gutartige, selten bösartige), Erythema

multiforma (akute entzündliche Erkrankung der Haut oder Schleimhaut), akute Sehstörungen

(Entzündungen des Sehnervs, Gerinnselbildung in den Netzhautgefässen), Verschlimmerung von

Lupus erythematodes (eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung), Porphyrie (eine

Stoffwechselerkrankung) und Chorea (eine erbliche Erkrankung des Gehirns), Erkrankung der

kleinen Blutgefässe (hämolytisch urämisches Syndrom).

Ohne Häufigkeitsangabe:

Chronisch entzündliche Darmerkrankung, gutartige Wucherung in der Leber (fokale noduläre

Hyperplasie).

Die Symptome anderer schwerwiegender Nebenwirkungen sind in dem Abschnitt beschrieben, der

Ihnen sagt, wann Sie die Einnahme von Harmonet abbrechen sollten (siehe «Wann ist bei der

Anwendung von Harmonet Vorsicht geboten?»).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30 °C und vor Licht geschützt in der Originalverpackung aufbewahren. Ausser

Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Harmonet enthalten?

Jedes Dragée enthält 0.075 mg Gestoden und 0.02 mg Ethinylestradiol als Wirkstoffe.

Hilfsstoffe: Tablettenkern: Laktose, Maisstärke, Povidon, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug:

Zucker, Povidon, Polyethylenglylol, Kalziumkarbonat, Talk.

Zulassungsnummer

53394 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Harmonet? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 1×21, 3×21 und 6×21 Dragées.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V010

Fachinformation

Harmonet®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Gestodenum und Ethinylestradiolum.

Hilfsstoffe:

Tablettenkern: Lactosum monohydricum, Maydis amylum, Povidonum, Magnesii stearas.

Tablettenüberzug: Saccharum, Povidonum, Polyethylenglycolum, Calcii carbonas, Talcum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dragées zu 0.075 mg Gestodenum + 0.02 mg Ethinylestradiolum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonale Kontrazeption.

Bei der Entscheidung, Harmonet zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren

der einzelnen Frau, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt

werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Harmonet mit jenem anderer

kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (CHC) verglichen werden (vgl. «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dosierung/Anwendung

CHC wie Harmonet sollten nur von einem Arzt bzw. einer Ärztin mit entsprechender Erfahrung

verordnet werden, welche in der Lage sind, eine umfassende Aufklärung der Patientin über die Vor-

und Nachteile sämtlicher verfügbarer Kontrazeptionsmethoden sowie neben einer allgemeinen auch

eine gynäkologische Untersuchung durchzuführen.

Die Verordnung eines CHC sollte grundsätzlich unter Beachtung der jeweils aktuellen Richtlinien

der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erfolgen.

Die Dragées sind in der auf der Packung angegebenen Reihenfolge jeweils möglichst zur gleichen

Tageszeit vorzugsweise mit Flüssigkeit einzunehmen. Es wird an 21 aufeinanderfolgenden Tagen

täglich ein Dragée eingenommen. Darauf folgt jeweils eine 7tägige Einnahmepause, bevor die

nächste Packung begonnen wird. Während der Einnahmepause kommt es üblicherweise zu einer

Entzugsblutung, die normalerweise 2-3 Tage nach der letzten Dragée-Einnahme einsetzt und noch

andauern kann, wenn bereits die nächste Packung begonnen wird.

Beginn der Einnahme

Frauen, die im letzten Monat keine hormonalen Kontrazeptiva eingenommen haben

Mit der Dragée-Einnahme ist am 1. Zyklustag (= 1. Tag der Blutung) zu beginnen. Ein Beginn ist

auch vom 2. – 5. Tag möglich, wobei dann während der ersten 7 Tage der Dragée-Einnahme im 1.

Zyklus die zusätzliche Anwendung nichthormonaler Methoden der Kontrazeption (mit Ausnahme

der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der Temperaturmethode) empfohlen wird.

Wechsel von einem anderen kombinierten hormonalen Kontrazeptivum (CHC, einschliesslich

Vaginalring oder transdermalem Patch) auf Harmonet

Mit der Einnahme von Harmonet ist vorzugsweise am Tag nach der Einnahme der letzten

wirkstoffhaltigen Tablette des bisherigen CHC, spätestens jedoch am Tag nach dem üblichen

einnahmefreien Intervall bzw. der Placebophase zu beginnen.

Im Falle eines transdermalen Patches oder eines Vaginalrings sollte mit der Einnahme von Harmonet

am Tag der Entfernung des letzten Rings bzw. des letzten Patches begonnen werden, spätestens aber

an jenem Tag, an welchem die nächste Anwendung des Patches bzw. des Vaginalrings fällig

gewesen wäre.

Wechsel von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Injektion, Implantat, gestagenabgebendes

Intrauterinsystem (IUS)) auf Harmonet

Die Umstellung von der Minipille kann an jedem beliebigen Tag ohne Einnahmepause erfolgen, von

einem Implantat bzw. Gestagen-abgebenden IUS frühestens am Tag der Entfernung und von einem

Injektionspräparat zum Zeitpunkt, an dem die nächste Injektion fällig wäre. In all diesen Fällen sind

während der ersten 7 Tage der Dragée-Einnahme zusätzliche nichthormonale Methoden der

Kontrazeption (mit Ausnahme der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der

Temperaturmethode) anzuwenden.

Nach einem Abort im 1. Trimester

Mit der Einnahme von Harmonet kann sofort begonnen werden. Zusätzliche Verhütungsmassnahmen

sind dann nicht erforderlich.

Nach einem Abort im 2. Trimester oder einer Geburt

Bei der Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt nach einer Geburt bzw. nach einem Abort im 2.

Trimenon (wieder) mit der Anwendung eines CHC wie Harmonet begonnen werden kann, ist zu

berücksichtigen, dass postpartal das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöht ist

(während bis zu 12 Wochen; vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In jedem Fall sollte nach einer Geburt bzw. einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung von

Harmonet frühestens zwischen dem 21. und dem 28. Tag begonnen werden. Bei einem späteren

Beginn wird an den ersten 7 Tagen der Anwendung die zusätzliche Anwendung nicht-hormonaler

Kontrazeptionsmethoden empfohlen. Hat in der Zwischenzeit bereits Geschlechtsverkehr

stattgefunden, ist vor dem Beginn der Einnahme eine Schwangerschaft auszuschliessen oder die erste

Monatsblutung abzuwarten.

Vorgehen bei vergessener Dragée-Einnahme

Der Konzeptionsschutz ist bei Vergessen einer oder mehrerer Dragée-Einnahmen in Abhängigkeit

des Einnahmeunterbruchs seit dem letzten Dragée und speziell, wenn die vergessenen Dragées die

dragéefreie Zeit verlängern, reduziert.

Vorausgesetzt, dass die Anwenderin innerhalb von 12 Stunden bemerkt, dass die Einnahme des

Dragées zum üblichen Zeitpunkt vergessen wurde, sollte sie das Dragée sofort nach Bemerken

einnehmen und die weiteren Dragées sind wieder zur gewohnten Tageszeit einzunehmen. Der

kontrazeptive Schutz ist dann nicht beeinträchtigt.

Wird die Dragée-Einnahme mehr als 12 Stunden über den üblichen Zeitpunkt hinaus vergessen oder

werden mehr als ein Dragée vergessen, ist der Konzeptionsschutz reduziert. Das letzte vergessene

Dragée ist dabei einzunehmen, sobald sich die Anwenderin daran erinnert, auch wenn dies bedeutet,

dass sie an diesem Tag 2 Dragées einnimmt. Die nächsten Dragées werden wieder zur gewohnten

Zeit eingenommen. Zusätzlich sind während der nächsten 7 Tage zusätzliche nichthormonale

Methoden der Kontrazeption (mit Ausnahme der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der

Temperaturmethode) anzuwenden.

Falls diese 7 Tage über das Ende der aktuellen Packung hinausgehen und das letzte Dragée dieser

Packung eingenommen wurde, soll ohne Unterbruch mit der nächsten Packung begonnen werden.

Dies vermeidet einen zu langen Unterbruch der Hormoneinnahme, welcher möglicherweise das

Risiko eines Eisprungs erhöhen kann. Es ist unwahrscheinlich, dass vor Ende der zweiten Packung

eine Entzugsblutung auftritt, jedoch kann es zu Schmier- oder Durchbruchblutungen kommen.

Falls die Anwenderin nach Einnahme des letzten Dragées der zweiten Packung keine Entzugsblutung

hat, muss vor Beginn der Dragée-Einnahme der nächsten Packung eine Schwangerschaft

ausgeschlossen werden.

Verhalten bei gastrointestinalen Störungen

Im Falle von schweren gastrointestinalen Störungen – unabhängig von deren Ursache (d.h. auch bei

Arzneimittel-induzierter Diarrhoe etc.) – ist die Resorption möglicherweise unvollständig, und

zusätzliche kontrazeptive Methoden sollten angewendet werden. Bei Erbrechen innerhalb von 4

Stunden nach der Dragée-Einnahme sind die Grundregeln des Abschnitts «Vorgehen bei vergessener

Dragée-Einnahme» zu beachten. Damit das gewohnte Einnahmeschema beibehalten werden kann,

muss das zusätzlich einzunehmende Dragée aus einer Reservepackung entnommen werden.

Verschieben der Menstruation

- Hinausschieben der Menstruation (Verlängerung des Zyklus):

Die Einnahme ist ohne einnahmefreies Intervall aus der nächsten Packung fortzusetzen. Dabei kann

die Menstruation so lange wie gewünscht (längstens bis zum Ende der zweiten Packung)

hinausgezögert werden. Während dieser Zeit kann es zu Schmier- und Durchbruchblutungen

kommen. Die regelmässige Einnahme von Harmonet wird dann nach der üblichen 7tägigen Pause

fortgesetzt.

- Vorverlegen der Menstruation:

Der Beginn der Menstruation kann auf einen anderen Wochentag verschoben werden, indem das

einnahmefreie Intervall beliebig verkürzt wird. Je kürzer das Intervall ist, desto unwahrscheinlicher

kommt es zu einer Entzugsblutung bzw. desto häufiger treten während der Einnahme der nächsten

Packung Schmier- und Durchbruchblutungen auf (ähnlich wie beim Hinausschieben der

Menstruation).

Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten

Durchbruchblutungen und Schmierblutungen können bei allen CHC auftreten, vorwiegend während

den ersten drei Anwendungsmonaten.

Wenn diese Blutungen andauern, das erste Mal nach zuvor regelmässigen Zyklen oder wiederholt

auftreten, sollten nichthormonale Ursachen in Betracht gezogen werden. Demzufolge sind geeignete

diagnostische Massnahmen angezeigt, um eine Schwangerschaft, eine Infektion, eine Malignität oder

andere Umstände auszuschliessen.

Falls ein pathologischer Befund ausgeschlossen werden konnte, kann mit der Einnahme fortgefahren

werden. Auch ein Wechsel zu einer anderen Formulierung kann eventuell das Problem lösen.

Bei manchen Frauen kann im dragéefreien Intervall die Entzugsblutung ausbleiben. Wurde das CHC

gemäss den Dosierungsanweisungen eingenommen, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich.

Falls das CHC vor der ersten nicht eingetretenen Entzugsblutung nicht nach den

Dosierungsanweisungen eingenommen wurde oder zwei aufeinanderfolgende Entzugsblutungen

nicht eingetreten sind, sollte mit der Dragée-Einnahme nicht fortgefahren und eine nichthormonale

Verhütungsmethode angewendet werden, bis eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann.

Bei manchen Frauen kann nach Absetzen des CHC eine Amenorrhö (möglicherweise mit

Einhergehen einer Anovulation) oder Oligomenorrhö eintreten, insbesondere wenn dies schon vor

oder während der Anwendung des CHC der Fall war.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Niereninsuffizienz: Harmonet wurde bei Frauen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht, und es

können keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Leberinsuffizienz: Harmonet darf bei Frauen mit Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.

Kinder und Jugendliche: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Harmonet wurde an Frauen ab einem

Alter von 18 Jahren untersucht. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei

Erwachsenen empfohlen. Die Anwendung von Harmonet vor der ersten Menstruation ist nicht

indiziert.

Ältere Patientinnen: Harmonet ist nach der Menopause nicht indiziert.

Kontraindikationen

·Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)

·Venöse Thromboembolie - bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE

in der Anamnese (z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie);

·Vorliegen starker Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse wie hereditäre oder

erworbene Prädisposition für venöse thromboembolische Ereignisse, wie z.B. APC-Resistenz

(einschliesslich Faktor-V-Leiden-Mutation), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder

Protein-S-Mangel;

·gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse, wie sie

in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)

·bestehende oder vorausgegangene arterielle thromboembolische Ereignisse und deren Prodromi

(z.B. Angina pectoris, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, zerebrovaskulärer Insult);

·Vorliegen starker Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse wie

·Diabetes mellitus mit Gefässkomplikationen;

·schwere arterielle Hypertonie;

·schwere Dyslipoproteinämie;

·Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (auch in der Anamnese);

·hereditäre oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z.B.

Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper,

Lupusantikoagulans).

·gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse, wie

sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.

·bestehende oder vorausgegangene Lebererkrankungen, solange abnormale Leberfunktionsparameter

bestehen;

·gleichzeitige Anwendung zusammen mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir (Arzneimittel zur Therapie der Hepatitis

C) sowie bis 2 Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»);

·bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumore;

·bestehende oder vermutete maligne Erkrankungen der Genitalorgane oder der Mammae, wenn diese

sexualhormonabhängig sind;

·bestehende oder vorausgegangene Pankreatitis, falls diese mit einer schweren Hypertriglyceridämie

assoziiert ist bzw. war;

·ungeklärte vaginale Blutungen;

·vermutete oder bestehende Schwangerschaft;

·Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Harmonet.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung eines CHC erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für arterielle

Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung

berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle

Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientin auf die Informationen zu venösen und

arteriellen thromboembolischen Ereignissen hinzuweisen, insbesondere auf die möglichen

Symptome von VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im

Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und

Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»).

Der Nutzen einer Anwendung eines CHC wie Harmonet sollte gegen die nachfolgend aufgeführten

Erkrankungen/Risiken - unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem

Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren - abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden,

bevor man sich zur Anwendung eines hormonalen Kontrazeptivums entschliesst (vgl. auch

«Kontraindikationen»). Die Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen

und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen.

Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC wie Harmonet soll eine sorgfältige

Eigen- und Familienanamnese erhoben sowie unter Beachtung der «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» eine gründliche allgemeine und gynäkologische

Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen sowie deren

Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen

schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen, Beckenorgane (inkl. Zervixzytologie)

und relevante Laboruntersuchungen ein.

Während der Anwendung des CHC müssen diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen

wiederholt werden, wobei Häufigkeit und Art auf die individuelle Anwenderin abgestimmt werden

und sich an den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

orientieren sollten. Bei diesen Kontrollen sollten die Kontraindikationen (z.B. eine transitorische

ischämische Attacke) und Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser oder arterieller

Thrombosen, vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut überprüft

werden, da diese während der Anwendung eines CHC zum ersten Mal auftreten können.

Gründe für das sofortige Absetzen:

Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten

Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen

Arzt / eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung des CHC

entscheiden wird:

·erstmaliges Auftreten oder Exazerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;

·erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe

Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»);

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation z.B. nach

Unfall oder Operation;

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);

·Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus;

·starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;

·Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

Die Anwendung jedes CHC erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung.

Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten

Risiko für eine VTE verbunden. Andere Arzneimittel, wie Harmonet, können ein bis zu doppelt so

hohes Risiko aufweisen.

Die Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin

getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

·Das Risiko für VTE bei Anwendung von Harmonet.

·Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?

·Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten

3 Monate).

·Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko sowohl bei der erstmaligen

Anwendung eines CHC als auch bei der erneuten Anwendung des gleichen oder eines anderen CHC

besteht (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden anwendungsfreien Intervall).

·Harmonet ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die

Anwenderin die behandelnden Ärzte darüber informieren, dass sie Harmonet anwendet.

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die kein CHC anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im

Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei der einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von

ihren zugrundeliegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Aufgrund der vorliegenden epidemiologischen Daten wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres 9-

12 von 10'000 Frauen, die ein Gestoden-haltiges CHC anwenden, eine VTE erleiden; im Vergleich

hierzu kommt es pro Jahr bei 5-7 von

10'000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges CHC anwenden, zu einer VTE. In beiden Fällen ist

die Anzahl an VTE pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während einer Schwangerschaft oder

in der postpartalen Phase.

VTE verlaufen in 1-2% der Fälle tödlich.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über venöse Thrombosen ausserhalb der

Extremitäten berichtet, z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen,

renalen oder retinalen Venen.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC kann

deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, vor allem wenn

mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen (siehe Tabelle). Insbesondere ist bei der Nutzen-

Risiko-Abwägung zu berücksichtigen, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse

überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt.

In diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden.

Harmonet ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die

sie insgesamt einem hohen Risiko für eine Venenthrombose aussetzen.

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor

Anmerkung

Adipositas (Body-Mass-Index über

30 kg/m2).

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Längere Immobilisierung, grössere

chirurgische Eingriffe, jeder Eingriff

an Beinen oder Hüfte,

neurochirurgischer Eingriff oder

schweres Trauma.

In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung der Tabletten zu

unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens 4

Wochen vorher) und frühestens zwei Wochen nach

vollständiger Mobilisierung wieder aufzunehmen. Ggf. ist eine

andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um eine

ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen

werden, wenn Harmonet nicht vorab abgesetzt wurde.

Positive Familienanamnese (jede

venöse Thromboembolie bei einem

Geschwister oder Elternteil,

insbesondere in relativ jungen

Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die

Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen,

bevor eine Entscheidung über die Anwendung von Harmonet

getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, ist die Anwendung von Harmonet kontraindiziert.

Andere Erkrankungen, die mit

einem erhöhten VTE-Risiko

assoziiert sind.

Systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches

Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellenanämie, maligne

Erkrankungen.

Zunehmendes Alter.

Insbesondere älter als 35 Jahre.

Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung wie beispielsweise eine Flugreise von >4 Stunden

Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Patientinnen mit

weiteren Risikofaktoren.

Über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns

oder Fortschreitens einer Venenthrombose besteht kein Konsens.

Es muss beachtet werden, dass das Risiko thromboembolischer Ereignisse in der postpartalen Phase

erhöht ist. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass das Thromboserisiko bis 12 Wochen nach der

Entbindung erhöht sein kann.

Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)

Der Patientin ist anzuraten, bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden

Symptome, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal

darüber zu informieren, dass sie Harmonet anwendet.

·Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose können sein

·unilaterale Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein;

·Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen

spürbar sind;

·Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

·Symptome einer Lungenembolie können sein

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; Anstrengungsintoleranz;

·plötzliches Auftreten von Husten, eventuell mit blutigem Sputum;

·plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann;

·starke Benommenheit, Schwindel, oder Angstgefühl;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch

und können als häufige oder weniger schwere Ereignisse (z.B. Atemwegsinfektionen) missdeutet

werden.

Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)

Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung hormonaler Kontrazeptiva mit einem

erhöhten Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder

transitorische ischämische Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen

wird, Harmonet zu verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber

aufzuklären, wie eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich

erhöhen können.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über Thrombosen in

anderen Blutgefässen (wie z.B. hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.

Risikofaktoren für ATE

Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische

Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC besteht v.a. bei Frauen, die bereits Risikofaktoren für

solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-

Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse überadditiv

erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das

Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund eines

schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE

aufweisen, ist Harmonet kontraindiziert.

Tabelle: Risikofaktoren für ATE

Risikofaktor

Anmerkung

Zunehmendes Alter.

Insbesondere älter als 35 Jahre.

Rauchen.

Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein

CHC wie Harmonet anwenden möchten. Frauen über

35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu

empfehlen, eine andere Kontrazeptionsmethode

anzuwenden.

Arterielle Hypertonie.

Diabetes mellitus.

Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden

Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC

kontraindiziert.

Dyslipoproteinämie.

Herzklappenerkrankungen.

Vorhofflimmern.

Adipositas (Body-Mass-Index über 30

kg/m2).

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig, bei Frauen mit zusätzlichen

Risikofaktoren.

Positive Familienanamnese (jede arterielle

Thromboembolie bei einem Geschwister oder

Elternteil, insbesondere in relativ jungen

Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist

die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu

überweisen, bevor eine Entscheidung über die

Anwendung von Harmonet getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine

Thrombophilie ergibt, ist die Anwendung von

Harmonet kontraindiziert.

Migräne.

Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads

einer Migräne während der Anwendung von

Harmonet kann ein Prodromalsymptom eines

zerebrovaskulären Ereignisses darstellen und Grund

für ein sofortiges Absetzen sein.

Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten

Risiko für ATE assoziiert sind.

Hyperhomocysteinämie, systemischer Lupus

erythematodes, Sichelzellenanämie, maligne

Erkrankungen.

Symptome einer ATE

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden

Symptome unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal

darüber zu informieren, dass sie Harmonet anwendet.

·Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein

·plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer

Körperhälfte;

·plötzliche Verwirrtheit;

·undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehstörungen;

·Schwindel;

·Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

·Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

·Symptome eines Myokardinfarktes können sein

·Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust,

im Arm oder hinter dem Brustbein;

·Beschwerden, welche in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;

·Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;

·Schwitzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel;

·extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

·Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein

·Plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Cyanose einer Extremität;

·akutes Abdomen.

Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische

Komplikationen

Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische

Komplikationen ist eine gerinnungs-physiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt,

welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.

Tumorerkrankungen

Zervixkarzinom

In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei

Langzeitanwendung von CHC (>5 Jahre) berichtet. Es wird jedoch nach wie vor kontrovers

diskutiert, in wie weit dieses Ergebnis durch andere Faktoren wie eine Infektion durch humane

Papillomaviren (HPV) (stärkster Risikofaktor), die Frequenz der Teilnahme am Zervix-Screening

oder das Sexualverhalten beeinflusst wird.

Mammakarzinom

Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ergeben, dass das relative Risiko (PR) der

Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die CHC anwenden, im Vergleich zu Nicht-

Anwenderinnen geringfügig erhöht ist (RR = 1.24). Nach Absetzen der CHC nimmt das erhöhte

Risiko graduell ab und ist nach 10 Jahren nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem

40. Lebensjahr selten sind, ist bei Frauen, die ein CHC anwenden oder bis vor kurzem angewendet

haben, die zusätzlich diagnostizierte Anzahl an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Lebensrisiko,

ein Mammakarzinom zu entwickeln, gering. Diese Studien liefern keine Hinweise auf eine

Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine bei Anwenderinnen von CHC

frühzeitigere Erkennung (aufgrund der regelmässigen klinischen Überwachung) als auch auf

biologische Wirkungen von CHC oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein.

Mammakarzinome bei Frauen, die ein CHC angewendet haben, waren zum Zeitpunkt der

Diagnosestellung tendenziell weniger weit fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein CHC

angewendet haben.

Hepatische Neoplasien

Bei Frauen, die hormonale Kontrazeptiva einnehmen, können selten Leberzelladenome oder eine

fokal-noduläre Hyperplasie und äusserst selten hepatozelluläre Karzinome auftreten. Das Risiko

scheint mit zunehmender Einnahmedauer anzusteigen. Die Ruptur eines Leberzelladenoms kann

durch intra-abdominale Hämorrhagie zum Tod führen. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine

Lebervergrösserung oder Hinweise auf eine intra-abdominale Blutung auftreten, sollte ein

Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbezogen werden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Frauen, die ein hormonales Kontrazeptivum anwenden, sollen nicht gleichzeitig mit

Johanniskrautpräparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung

beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter

Schwangerschaften wurde berichtet (vgl. auch «Interaktionen»).

Bei Frauen mit Hypertriglyzeridämie, insbesondere bei familiären Formen, ist unter der Anwendung

von CHC möglicherweise mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko zu rechnen.

Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über einen geringfügigen Blutdruckanstieg

berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Kommt es unter der Anwendung

eines CHC zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter Messung), sollte das

CHC abgesetzt werden. Wo es angezeigt erscheint, kann die erneute Anwendung eines CHC

erwogen werden, wenn sich die Blutdruckwerte (unter Behandlung) normalisiert haben.

Unter Anwendung von CHC wurde über eine reduzierte Glukosetoleranz berichtet. Diabetikerinnen

sowie Frauen mit reduzierter Glukosetoleranz sollten daher während der Anwendung eines CHC,

insbesondere während der ersten Monate, sorgfältig überwacht werden. Eine Anpassung der

antidiabetischen Therapie ist jedoch im Allgemeinen nicht erforderlich.

Unter der Anwendung von CHC wurde über hepatozelluläre Schädigungen berichtet. In einem

solchen Fall sollte die Einnahme von Harmonet unterbrochen und eine nicht-hormonale

Kontrazeptionsmethode angewendet werden, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben.

Bei frühzeitiger Erkennung und Absetzen des Arzneimittels kann der Schweregrad der

Leberzellschädigung reduziert werden.

Beim Wiederauftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft

oder während einer früheren Anwendung von Sexualsteroidhormonen aufgetreten ist, müssen CHC

abgesetzt werden.

Bei Patientinnen mit Hepatitis C, welche gleichzeitig ein Ethinylestradiol-haltiges CHC anwendeten,

wurde unter Anwendung der Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne

Dasabuvir signifikant häufiger ein Anstieg der ALT (einschliesslich Fälle einer Erhöhung auf über

das 5-fache der Obergrenze des Normbereiches) beobachtet als bei Patientinnen, welche

ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden (siehe «Interaktionen»). Harmonet

muss daher vor Beginn einer Therapie mit dieser Wirkstoffkombination abgesetzt werden. Unter der

Voraussetzung, dass normale Leberwerte vorliegen, kann frühestens 2 Wochen, besser jedoch 4

Wochen nach dem Absetzen der Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder

ohne Dasabuvir wieder mit der Anwendung von Harmonet begonnen werden. Hierbei ist allerdings

zu beachten, dass bei einem Intervall von weniger als 4 Wochen aufgrund der enzyminduzierenden

Eigenschaften von Ritonavir die Wirksamkeit des CHC noch beeinträchtigt sein kann und daher

zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden sollte (siehe «Interaktionen», Abschnitt

«Enzyminduktoren»).

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Mehrere epidemiologische Studien fanden

unter Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der

Gallenblase (z.B. Cholelithiasis, Cholezystitis; einschliesslich der Notwendigkeit einer

Cholezystekomie) .

Bei Frauen mit hereditärem und/oder erworbenem Angioödem können exogene Östrogene die

Symptome des Angioödems induzieren oder verschlimmern.

Die folgenden Erkrankungen können sowohl während einer Schwangerschaft als auch während der

Anwendung eines CHC auftreten oder ungünstig beeinflusst werden, doch lassen die verfügbaren

Daten keine eindeutigen Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung eines CHC

zu: cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus; Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus

erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Chorea minor; Herpes gestationis; Otosklerose-

bedingter Hörverlust. Die Anwendung von CHC wurde ausserdem auch mit dem Auftreten von

Enteritis regionalis Crohn sowie Colitis ulcerosa assoziiert.

Bei prädisponierten Frauen kann die Anwendung von CHC gelegentlich ein Chloasma verursachen,

das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Frauen, die hierzu neigen, sollten sich

deshalb keiner starken UV-Strahlung aussetzen.

Es soll darüber aufgeklärt werden, dass CHC keinen Schutz vor HIV-Infektionen (AIDS) und

anderen sexuell übertragenen Krankheiten bieten.

Harmonet Dragées enthalten Laktose. Patientinnen mit seltener hereditärer Galaktoseintoleranz,

Lapp-Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption die eine laktosefreie Diät einhalten,

sollten dies beachten.

Interaktionen

Um potentielle Interaktionen zu erkennen, sollte auch die Fachinformation der gleichzeitig

verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik hormonaler Kontrazeptiva

Enzyminduktoren

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme

induzieren und dadurch eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen verursachen können, können zu

einer Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit sowie zu Durchbruchblutungen führen. Dies

gilt z.B. für Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Griseofulvin (in der Schweiz nicht

zugelassen), Modafinil, Oxcarbazepin, Phenylbutazon, Phenytoin (und andere Hydantoine),

Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut

(Hypericum perforatum) enthalten.

Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden. Die maximale

Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen beobachtet und kann während

mindestens 4 Wochen nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern. Frauen, welche kurzfristig

mit einem dieser Arzneimittel behandelt werden, sollten dazu aufgefordert werden, vorübergehend

zusätzlich zum CHC eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode anzuwenden oder eine andere Art

der Kontrazeption zu wählen. Die Barrieremethode sollte während der gleichzeitigen Anwendung

eines Enzyminduktors sowie für weitere 28 Tage nach Absetzen der Behandlung verwendet werden.

Wird die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel über das Ende der aktuellen Packung des

CHC hinaus fortgesetzt, sollte sofort die nächste Packung des CHC begonnen werden, also ohne

Einhaltung des gewohnten anwendungsfreien Intervalls. In diesem Fall ist eine Entzugsblutung nicht

vor dem Ende der zweiten Packung zu erwarten. Kommt es während des anwendungsfreien

Intervalls am Ende der zweiten Packung nicht zu einer Entzugsblutung, muss eine Schwangerschaft

ausgeschlossen werden, bevor die Anwendung mit der nächsten Packung fortgesetzt wird.

Bei Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln, welche zu einer Enzyminduktion in der Leber führen,

sollten alternative Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease (z.B. Boceprevir,

Telaprevir) und der Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase (z.B. Efavirenz, Nevirapin) sowie

deren Kombinationen zu einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen von

Östrogenen oder Gestagenen führen können. Diese Veränderungen können in manchen Fällen

klinisch relevant sein.

Insbesondere sind Proteaseinhibitoren wie Ritonavir oder Nelfinavir (einschliesslich deren

Kombinationen) zwar als starke Inhibitoren von CYP3A4 bekannt, können jedoch bei gleichzeitiger

Anwendung mit Steroidhormonen enzyminduzierende Eigenschaften aufweisen und dadurch die

Plasmaspiegel von Östrogenen und Gestagenen reduzieren.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin), Cobicistat, Diltiazem,

Verapamil und Grapefruitsaft können die Plasmaspiegel von Östrogenen und/oder Gestagenen

erhöhen und dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine

Interaktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen

Interaktionen zu rechnen. Bei der Beratung der Patientin sollte jedoch berücksichtigt werden, dass

unter Umständen die Grunderkrankung (z.B. Geschlechtskrankheiten), deretwegen das Antibiotikum

eingesetzt wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode nahelegen kann.

Über mögliche Interaktionen bei längerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. bei

Osteomyelitis oder Borreliose) liegen keine ausreichenden Daten vor. Soll eine Schwangerschaft

sicher ausgeschlossen werden, wird in solchen Fällen während der Antibiotikatherapie sowie in den

ersten 7 Tagen nach Absetzen die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode empfohlen.

Sollte es unter der antibiotischen Therapie zu Durchfällen und/oder Erbrechen kommen, sind

ausserdem die Angaben im Abschnitt «Verhalten bei gastrointestinalen Störungen» in der Rubrik

«Dosierung/Anwendung» zu beachten.

Einfluss hormonaler Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Hormonale Kontrazeptiva können – durch verschiedene Interaktionsmechanismen – auch die

Pharmakokinetik einiger anderer Arzneimittel beeinflussen. Sie können die hepatischen

mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, insbesondere die

Glukuronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebekonzentrationen

anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder erniedrigt (z.B. Lamotrigin, siehe

unten) werden. Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung ausgewählter Substanzen der

folgenden Arzneimittelklassen beeinflusst werden: Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika,

Antimalariamittel, einige Benzodiazepine, einige β-Blocker, Kortikosteroide, orale Antikoagulantien

und Theophyllin.

Nicht in allen Fällen sind die aus diesen Interaktionen resultierenden Veränderungen der

Plasmaspiegel klinisch relevant.

Lamotrigin

Eine Interaktionsstudie mit dem Antiepileptikum Lamotrigin und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es ist

nicht bekannt, in wieweit diese Befunde auf andere kombinierte Kontrazeptiva mit anderer

Gestagenkomponente und/oder anderer Östrogendosis übertragbar sind. Es ist jedoch davon

auszugehen, dass diese Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen.

Beginnt eine Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, neu mit der Anwendung von Harmonet, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotrigin-Konzentration

sollte zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei ist insbesondere auch zu

beachten, dass es zu einem deutlichen Anstieg des Lamotriginspiegels (unter Umständen in den

toxischen Bereich) kommen kann, wenn das hormonale Kontrazeptivum abgesetzt wird (sowie unter

Umständen in den 7-tägigen Anwendungspausen).

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Anwendung Ethinylestradiol-haltiger CHC

zusammen mit der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber Patientinnen, welche

ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant häufiger zu einem

Anstieg der ALT (einschliesslich Fälle eines Anstiegs auf über das 5-fache, in Einzelfällen auf über

das 20-Fache der oberen Grenze des Normbereiches [ULN]). Harmonet muss daher vor Beginn einer

Therapie mit einer solchen antiviralen Kombination abgesetzt werden (siehe auch «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Einnahme von Harmonet ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der

Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung

eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und

der Arzt/die Ärztin zu konsultieren.

Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen (siehe

«Präklinische Daten»). Die meisten bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben

jedoch keine eindeutigen Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn

Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen versehentlich während der Schwangerschaft

angewendet wurden.

Harmonet sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert und die

Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Milch übergehen. Wenn

möglich sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nichthormonale Kontrazeptionsmethoden

angewendet werden.

Zum postpartalen Risiko thromboembolischer Ereignisse bei der Mutter siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen festgestellt

worden.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von

CHC sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind insbesondere arterielle und venöse

Thromboembolien.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen angegeben, welche unter der Anwendung von CHC

beschrieben wurden. Die Häufigkeiten sind dabei definiert als «sehr häufig» (≥1/10), «häufig»

(≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten»

(<1/10'000), «nicht bekannt» (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der

Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Vaginitis, einschliesslich Candidiasis.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Häufig: intraepitheliale zervikale Neoplasie.

Gelegentlich: Zervixkarzinom, Mammakarzinom.

Sehr selten: hepatisches Adenom, hepatozelluläres Karzinom.

Nicht bekannt: fokale noduläre Hyperplasie.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen einschliesslich sehr seltener Fälle von Urtikaria,

Angioödem und schwerer Reaktionen mit respiratorischen und zirkulatorischen Symptomen.

Sehr selten: Exazerbation eines systemischen Lupus erythematodes.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtsveränderungen.

Gelegentlich: Appetitsteigerung oder –verminderung, Veränderung des Serumlipidspiegels,

einschliesslich Hypertriglyzeridämie

Selten: verminderte Glukosetoleranz, Abnahme des Serumfolatspiegels (dies könnte bei Frauen, die

kurz nach Absetzen des CHC schwanger werden, klinisch relevant sein).

Sehr selten: Exazerbation einer Porphyrie.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, einschliesslich Depression, Veränderungen der Libido.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen, einschliesslich Migräne (20.3%).

Häufig: Nervosität, Schwindel.

Sehr selten: Exazerbation einer Chorea.

Augenerkrankungen

Selten: schlechte Verträglichkeit von Kontaktlinsen.

Sehr selten: Optikusneuritis.

Herz und Gefässerkrankungen

Gelegentlich: erhöhter Blutdruck.

Selten: venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie),

arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall,

Myokardinfarkt).

Sehr selten: Verschlechterung von Krampfadern, retinovaskuläre Thrombose.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Bauchkrämpfe, Blähungen.

Sehr selten: Pankreatitis, ischämische Kolitis.

Nicht bekannt: chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: cholestatischer Ikterus.

Sehr selten: Beschwerden der Gallenblase (einschliesslich Gallensteine).

Nicht bekannt: hepatozelluläre Schädigungen (z.B. Leberfunktionsstörungen, Hepatitis).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Akne.

Gelegentlich: Hautausschlag, Chloasma (Melasma) (auch andauernd), Alopezie, Hirsutismus.

Selten: Erythema nodosum.

Sehr selten: Erythema multiforme.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten: hämolytisch-urämisches Syndrom.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Durchbruchblutungen/Spotting (13%).

Häufig: Brustschmerzen, Empfindlichkeit und Vergrösserung der Brüste, Sekretion aus der Mamille,

Dysmenorrhö, Amenorrhö, verändertes Blutungsmuster (Menorrhagie, Metrorrhagie), veränderte

Zervixsekretion, Zervixektopie.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Ödeme, Flüssigkeitsretention.

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung kann es zum vermehrten Auftreten der unter «Unerwünschte

Wirkungen» beschriebenen Symptome kommen, insbesondere zu Übelkeit, Erbrechen,

Empfindlichkeit der Brüste, Schwindel, Bauchschmerzen, Benommenheit/Müdigkeit und

Entzugsblutungen. Es gibt kein spezifisches Antidot. Eine allfällige Behandlung hat symptomatisch

zu erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03AA10

Harmonet ist ein orales Einstufen-Kontrazeptivum, das als Wirkstoffe Ethinylestradiol und Gestoden

enthält.

Wie bei allen kombinierten hormonalen Kontrazeptiva (CHC) beruht die kontrazeptive Wirkung von

Harmonet auf verschiedenen Faktoren, als deren wichtigste die Ovulationshemmung und die

Veränderung des Cervixsekrets anzusehen sind. Darüber hinaus bietet das Endometrium infolge der

morphologischen und enzymatischen Veränderungen ungünstige Verhältnisse für die Nidation.

Ausserdem führen die durch das CHC induzierten hormonellen Veränderungen zu regelmässigeren

Zyklen und einer geringeren Blutungsstärke.

Pharmakokinetik

Absorption

Ethinylestradiol

Ethinylestradiol (EE) wird nach oraler Verabreichung rasch und nahezu vollständig resorbiert. EE

unterliegt einem beträchtlichen First-pass-Effekt und weist eine Bioverfügbarkeit von 40-60% auf.

Maximale Serumkonzentrationen werden nach 1-2 Stunden erreicht.

Gestoden

Gestoden wird nach oraler Verabreichung rasch resorbiert und ist praktisch vollständig bioverfügbar.

Maximale Plasmaspiegel werden nach ca. 1 Stunde erreicht.

Distribution

Ethinylestradiol

EE wird stark an Serumalbumin gebunden (ca. 98%). EE induziert eine Erhöhung der

Serumkonzentration von SHBG (sex hormone binding globulin). Das Verteilungsvolumen beträgt ca.

5 l/kg.

Steady-State-Bedingungen: Entsprechend der variablen terminalen Halbwertszeit werden Steady-

State-Serumspiegel von EE nach etwa 1 Woche erreicht.

Gestoden

Gestoden wird sowohl an Serumalbumin als auch an Sexualhormonbindendes Globulin (SHBG)

gebunden. Nur 1-2% der Gesamtkonzentration im Serum sind freies Steroid, 50-70% sind spezifisch

und mit hoher Affinität an SHBG gebunden. Die durch Ethinylestradiol induzierte Zunahme der

SHBG-Konzentration beeinflusst die relative Bindung an Serumproteine, was zu einem Anstieg der

SHBG-Bindung und zu einer Abnahme der Albumin-Bindung und der freien Fraktion führt. Das

Verteilungsvolumen von Gestoden beträgt 0.7 l/kg.

Steady-State-Bedingungen: Die Pharmakokinetik von Gestoden wird durch die SHBG-Spiegel

beeinflusst, die durch Ethinylestradiol um das Dreifache erhöht werden. Bei täglicher Einnahme

nehmen die Serumspiegel von Gestoden um etwa das Vierfache zu, wobei der Steady-State in der

zweiten Hälfte des Verabreichungszyklus erreicht wird.

Metabolismus

Ethinylestradiol

EE wird präsystemisch sowohl in der Schleimhaut des Dünndarms als auch in der Leber

metabolisiert. Es erfolgt Oxidation, katalysiert durch CYP 3A4, zu verschiedenen hydroxylierten und

methylierten Metaboliten (Hauptmetaboliten: 2-Hydroxyethinylestradiol und 2-

Metoxyethinylestradiol) und Konjugation mit Glukuronsäure und Sulfat. Die Konjugate unterliegen

einem enterohepatischen Kreislauf.

Gestoden

Gestoden wird durch Reduktion der 3-Keto-Gruppe und der Δ4-Doppelbindung sowie durch mehrere

Hydroxylierungsschritte vollständig metabolisiert.

Elimination

Ethinylestradiol

Die terminale Halbwertszeit beträgt ungefähr 16-18 Stunden. Die Elimination erfolgt in Form von

Glukuronid- und Sulfatkonjugaten mit dem Urin und den Faeces im Verhältnis 4:6.

Gestoden

Die terminale Halbwertszeit von Gestoden beträgt ungefähr 16-18 Stunden. Die Metaboliten werden

mit dem Urin und den Faeces im Verhältnis von ca. 6:4 ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Daten zur Pharmakokinetik bei Frauen mit Leber- oder Niereninsuffizienz liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit kombinierten oralen Kontrazeptiva zur Toxizität nach wiederholter

Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf

besondere Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien ein erhöhtes Risiko

für Leberkarzinome nachgewiesen werden konnte.

Bei Versuchstieren zeigte Ethinylestradiol bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen

Effekt; Missbildungen des Urogenitaltraktes und Feminisierung männlicher Feten wurden

beobachtet. Gestagenartige Substanzen zeigten im Tierexperiment einen embryoletalen Effekt und,

in hohen Dosen, eine virilisierende Wirkung auf weibliche Feten. Reproduktionstoxikologische

Studien an Ratten, Mäusen und Kaninchen erbrachten keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung.

Für Erfahrungen beim Menschen siehe Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit».

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die Einnahme oraler Kontrazeptiva kann die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen wie

biochemische Parameter von Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel

von Transportprotein und Lipid- bzw. Lipoproteinfraktionen, Parameter des

Kohlenhydratstoffwechsels und Parameter der Blutgerinnung und Fibrinolyse. Diese Veränderungen

bewegen sich im Allgemeinen innerhalb des entsprechenden Normalbereichs.

Haltbarkeit

Harmonet darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C und vor Licht geschützt in der Originalverpackung aufbewahren. Ausser

Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

53394 (Swissmedic).

Packungen

Dragées: 1×21, 3×21 und 6×21. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Januar 2018.

LLD V008

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