GRAZAX Lyophilisat zum Einnehmen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Wiesenlieschgras-Pollen-Allergen
Verfügbar ab:
kohlpharma GmbH
ATC-Code:
V01AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
Timothy grass pollen allergen
Darreichungsform:
Lyophilisat zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Wiesenlieschgras-Pollen-Allergen 75000SQ-E
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
PEI.H.11647.01.1

BG11 - K582522

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN

ANWENDER

GRAZAX

75.000 SQ-T, Lyophilisat zum Einnehmen

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 5 Jahren

Standardisiertes Allergenpräparat aus Gräserpol-

len von Wiesenlieschgras (Phleum pratense)

Lesen Sie bitte die gesamte Packungsbeilage

sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht

möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich

bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich ver-

schrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn

diese dieselben Symptome haben wie Sie.

- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen

Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwir-

kungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchs-

information angegeben sind, informieren Sie

bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist GRAZAX und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Einnahme von GRAZAX beachten?

3. Wie ist GRAZAX einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist GRAZAX aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist GRAZAX und wofür wird es angewendet?

GRAZAX ist ein Lyophilisat zum Einnehmen (im Text bezeich-

net als Lyo-Tablette) und enthält Allergene aus Gräserpollen.

GRAZAX wird bei Erwachsenen und Kindern ab 5 Jahren

zur Behandlung von Heuschnupfen (Rhinitis) und Bindehaut-

entzündung (Konjunktivitis) angewendet, die durch Gräser-

pollen hervorgerufen werden (spezifische Immuntherapie).

GRAZAX bewirkt eine nachhaltige Verbesserung des Krank-

heitsverlaufs, indem die Toleranz des Immunsystems gegen-

über Gräserpollen erhöht wird.

Bei Kindern wird die Indikation durch Ärzte, die Erfahrung

in der Behandlung allergischer Erkrankungen bei Kindern

haben, gestellt.

Vor der Entscheidung für eine GRAZAX-Behandlung wird der

Arzt Ihre allergischen Symptome beurteilen und einen Haut-

pricktest oder eine Blutuntersuchung durchführen.

Da jeder Patient unterschiedlich auf die Behandlung reagie-

ren kann, sollte die erste Lyo-Tablette unter ärztlicher Auf-

sicht eingenommen werden. Diese Vorsichtsmaßnahme gibt

Ihnen die Möglichkeit, eventuelle Nebenwirkungen und das

weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt zu besprechen.

GRAZAX darf nur von Ärzten verschrieben werden, die Erfah-

rung in der Behandlung allergischer Erkrankungen haben.

Was müssen Sie vor der Einnahme von GRAZAX

beachten?

GRAZAX darf nicht eingenommen werden,

− wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen einen der

sonstigen Bestandteile der Lyo-Tablette sind.

− wenn Sie eine Erkrankung des Immunsystems haben.

− wenn Sie schweres Asthma haben (nach ärztlicher Beurteilung).

− wenn Sie Krebs haben.

− wenn Sie eine schwerwiegende Entzündung im Mund

haben.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von GRAZAX ist

erforderlich,

− wenn Ihnen vor kurzem ein Zahn gezogen wurde oder an-

dere Operationen im Mund durchgeführt wurden. In die-

sem Fall sollte die Behandlung mit GRAZAX für 7 Tage

unterbrochen werden, damit Zeit für die Abheilung Ihrer

Mundhöhle gegeben ist.

− wenn Sie eine schwere Fischallergie haben.

− wenn Sie schon früher eine allergische Allgemeinreaktion nach

einer Injektion eines Gräserpollenallergenextraktes hatten.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und

benötigen umgehend medizinische Versorgung. Symptome

sind in Abschnitt 4 aufgelistet.

Anwendung bei Kindern:

− wenn ein Milchzahn ausgefallen ist. In diesem Fall sollte die

Behandlung mit GRAZAX für 7 Tage ausgesetzt werden,

damit Zeit für die Abheilung der Mundhöhle gegeben ist.

− wenn bei Kindern mit Asthma eine akute Infektion der obe-

ren Atemwege auftritt. Die Behandlung sollte bis zum Ab-

klingen der Infektion ausgesetzt werden.

Wenn eine der oben genannten Gegenanzeigen und Vorsichts-

maßnahmen auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme

von GRAZAX bitte mit Ihrem Arzt.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von

GRAZAX bei älteren Patienten (> 65 Jahre) vor.

Bei Einnahme von GRAZAX mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie an-

dere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen

haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflich-

tige Arzneimittel handelt. Wenn Sie gegen Ihre allergischen

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwir-

kungen verursachen, die aber nicht bei jedem Patienten

auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen können eine allergische Reaktion auf

das Allergen sein, mit dem Sie behandelt werden. In den

meisten Fällen halten die Nebenwirkungen nach der Ein-

nahme von GRAZAX Minuten bis Stunden an und gehen

meist innerhalb von 1 bis 7 Tagen von selbst zurück.

Beenden Sie die Einnahme von GRAZAX und suchen Sie um-

gehend einen Arzt oder ein Krankenhaus auf, wenn Sie fol-

gende Symptome bei sich bemerken:

- rasche Schwellung von Gesicht, Mund oder Rachen

- Schwierigkeiten beim Schlucken

- Schwierigkeiten beim Atmen

- Veränderungen der Stimme

- Nesselausschlag

- Verschlimmerung eines bestehenden Asthmas

- Starkes Unwohlsein

Bei anhaltendem Sodbrennen sollten Sie Ihren Arzt kontak-

tieren.

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig (≥ 1 von 10 behandelten Patienten):

Erkältung

Juckreiz im Mund

Gefühl der Rachenreizung

Häufig (≥ 1 von 100, < 1 von 10 behandelten Patienten):

Kopfschmerzen

Prickelndes Gefühl oder Taubheit der Haut, des Mundes

oder der Zunge

Juckreiz der Augen, der Ohren oder der Nase

Entzündung der Augen, der Nase oder des Mundes

Asthmatische Reaktionen, Kurzatmigkeit, Husten oder Niesen

Trockener Rachen

Verstopfte oder laufende Nase

Schwellungen, z.B. der Lippen oder der Zunge

Bläschenbildung oder andere Beschwerden im Mund, an

der Zunge oder im Rachen

Magenschmerzen oder Unwohlsein, Durchfall, Übelkeit,

Erbrechen

Sodbrennen

Juckreiz im Zusammenhang mit z.B. Hautausschlag oder

Nesselausschlag

Müdigkeit

Beschwerden oder Schmerzen im Brustraum

Fieber

Infektionen im Rachen

Atemwegsinfektion

Schwindel

Engegefühl im Rachen

Rötung im Mund

Gelegentlich (≥ 1 von 1.000, < 1 von 100 behandelten Pa-

tienten):

Gefühl eines schnellen, klopfenden oder unregelmäßigen

Herzschlages

Lymphknotenschwellung

Veränderter Geschmack, verminderter Appetit

Augenrötung, -reizung oder -schwellung, Tränenfluss

Ohrenschmerzen oder Beschwerden in den Ohren

Heiserkeit

Rötung oder Taubheit des Rachens, schmerzhaftes Schlucken

Vergrößerung der Mandeln

Allergische Reaktionen

Schmerzen im Mund, trockener Mund, Schwellung des

Gaumens

Lippenbläschen, Lippenentzündung

Vergrößerung der Speicheldrüsen oder verstärkte Spei-

chelsekretion

Zahnfleischschwellung oder -schmerzen

Magenschleimhautentzündung, Würgegefühl

Hitzegefühl, Unwohlsein

Fremdkörpergefühl im Hals

Rötung der Haut

Ekzeme

Schwellung des Gesichts

Beschwerden der Nase

Selten (≥ 1 von 10.000, < 1 von 1.000 behandelten Patienten):

Verengung der unteren Atemwege

Husten, Ohrenschmerzen, Entzündung des Mundes, geröte-

ter Rachen und Ekzeme wurden bei Kindern häufiger berich-

tet als bei Erwachsenen.

Wenn Sie unangenehme Nebenwirkungen haben, sollten Sie

Ihren Arzt aufsuchen, der über eine möglicherweise für Sie

erforderliche Behandlung mit antiallergischen Arzneimitteln

wie Antihistaminika entscheiden wird.

Symptome andere Arzneimittel wie Antihistaminika, Mastzell-

stabilisatoren oder Kortikosteroide einnehmen, sollten Sie mit

Ihrem Arzt die Anwendung dieser Medikamente besprechen.

Bei Einnahme von GRAZAX zusammen mit Nahrungs-

mitteln und Getränken

Nach der Einnahme von GRAZAX dürfen Sie 5 Minuten nichts

essen oder trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Zurzeit gibt es keine klinischen Erfahrungen mit der Anwen-

dung von GRAZAX während der Schwangerschaft. Die Be-

handlung mit GRAZAX sollte nicht während einer Schwanger-

schaft begonnen werden. Wenn Sie während der Behandlung

schwanger werden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darü-

ber, ob Sie die Behandlung fortsetzen können.

Zurzeit liegen über die Anwendung von GRAZAX während

der Stillzeit keine klinischen Daten vor. Es sind keine Wirkun-

gen auf den gestillten Säugling zu erwarten.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie selbst sind für die Beurteilung Ihrer Fahrtüchtigkeit oder

Ihrer Fähigkeit zur Durchführung von Präzisionsarbeiten ver-

antwortlich. Wirkungen oder Nebenwirkungen von Arzneimit-

teln können diese Fähigkeit beeinflussen und sind in ande-

ren Abschnitten dieser Gebrauchsinformation beschrieben.

Wir empfehlen Ihnen daher, alle Informationen in dieser Ge-

brauchsinformation sorgfältig zu lesen.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn

Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Behandlung mit GRAZAX hat keinen oder vernachlässig-

baren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen.

3. Wie ist GRAZAX einzunehmen?

Nehmen Sie GRAZAX immer genau nach Anweisung des

Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker

nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

eine Lyo-Tablette täglich. Um die beste Wirkung zu erzielen,

sollten Sie mit der Einnahme der Lyo-Tabletten mindestens 4

Monate vor der Gräserpollensaison beginnen. Es wird empfoh-

len, GRAZAX über einen Zeitraum von 3 Jahren einzunehmen.

Anwendung bei Kindern und Erwachsenen

GRAZAX ist ein Lyophilisat zum Einnehmen. Achten Sie dar-

auf, dass Ihre Hände beim Umgang mit GRAZAX immer tro-

cken sind. Nehmen Sie GRAZAX wie folgt ein:

1. Reißen Sie den mit Dreiecken ge-

kennzeichneten Streifen am obe-

ren Rand des Blisterstreifens ab.

2. Trennen Sie ein Quadrat aus dem

Blisterstreifen entlang den per-

forierten Linien heraus.

Drücken Sie die Lyo-Tablette nicht

durch die Folie heraus, da sie da-

durch leicht zerbrechen kann. Klap-

pen Sie stattdessen die markierte

Ecke der Folie zurück und ziehen an

dieser Stelle die Folie ab.

4. Nehmen Sie die Lyo-Tablette vor-

sichtig aus dem Blister heraus,

und nehmen Sie sie sofort ein.

5. Legen Sie die Lyo-Tablette unter die

Zunge. Lassen Sie sie dort für einige

Sekunden liegen, bis sie sich aufge-

löst hat. Vermeiden Sie es, während

der ersten Minute zu schlucken. Für

mindestens 5 Minuten dürfen Sie

nichts essen oder trinken.

Wenn Sie eine größere Menge von GRAZAX

eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele GRAZAX Lyo-Tabletten einge-

nommen haben, kann es zu allergischen Reaktio-

nen einschließlich lokaler Symptome in Mund und

Hals kommen. Wenn bei Ihnen schwere Symp-

tome auftreten, suchen Sie bitte umgehend einen

Arzt oder ein Krankenhaus auf.

Wenn Sie die Einnahme von GRAZAX verges-

sen haben

Wenn Sie die Einnahme von GRAZAX vergessen

haben, holen Sie sie im späteren Tagesverlauf

nach. Setzen Sie danach wie gewohnt Ihre Be-

handlung fort. Nehmen Sie an einem Tag nicht die

doppelte Dosis ein, um die Einnahme einer verges-

senen Lyo-Tablette nachzuholen.

Wenn Sie die Einnahme von GRAZAX abbrechen

Wenn Sie GRAZAX nicht wie vorgeschrieben ein-

nehmen, hat die Behandlung möglicherweise

keine Wirkung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung von GRAZAX

haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkun-

gen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Paul-Ehr-

lich-Institut anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

Paul-Ehrlich-Institut

Paul-Ehrlich-Str. 51-59

63225 Langen

Tel: +49 6103 77 0

Fax: +49 6103 77 1234

Website: www.pei.de

5. Wie ist GRAZAX aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen GRAZAX nach dem auf dem Blisterstreifen und

auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des Monats.

Dieses Arzneimittel erfordert keine besonderen Aufbewah-

rungsbedingungen.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsab-

fall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benöti-

gen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was GRAZAX enthält

Wirkstoff: Allergene aus Gräserpollen von Wiesenlieschgras

(Phleum pratense). Die Wirkstärke pro Lyo-Tablette wird mit

Hilfe der Einheit SQ-T* ausgedrückt. Eine Lyo-Tablette enthält

75.000 SQ-T.

* [Standardisierte Qualitätseinheiten-Tablette (SQ-T)]

Die sonstigen Bestandteile sind: Gelatine (aus Fisch gewonnen),

Mannitol und Natriumhydroxid.

Wie GRAZAX aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis cremefarbene runde Lyo-Tablette mit einer Prä-

gung auf einer Seite.

Aluminiumblisterstreifen mit entfernbarer Aluminiumfolie in

einem Umkarton. Jeder Blisterstreifen enthält 10 Lyo-Tabletten.

Die folgenden Packungen stehen zur Verfügung: Packungen

mit 30, 90 oder 100 Lyo-Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den

Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Importeur

Einfuhr, Umpackung und Vertrieb:

kohlpharma GmbH, Im Holzhau 8, 66663 Merzig

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

März 2019.

Grazax ist eine eingetragene Marke der ALK-Abelló A/S

Rahmen

technisch bedingt

Rahmen

technisch bedingt

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5 min

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

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1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

GRAZAX

75.000 SQ-T, Lyophilisat zum Einnehmen

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab

5 Jahren

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZU-

SAMMENSETZUNG

Standardisiertes Allergenpräparat aus Grä-

serpollen von Wiesenlieschgras (Phleum

pratense), 75.000 SQ-T* pro Lyo-Tablette.

[Standardisierte Qualitätseinheiten-

Tablette (SQ-T)]

Die vollständige Auflistung der sonstigen

Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Lyophilisat zum Einnehmen, im Text be-

zeichnet als Lyo-Tablette.

Weiße bis cremefarbene runde Lyo-Tablette

mit einer Prägung auf einer Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Therapie zur krankheitsmodifizierenden

Verbesserung der Gräserpollen-induzierten

Rhinitis und Konjunktivitis bei Erwachse-

nen und Kindern ab 5 Jahren mit klinisch

relevanten Symptomen, zusätzlich diagnos-

tiziert durch positiven Pricktest und/oder

spezifischen IgE-Test auf Gräserpollen.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosierung für Erwachsene

und Kinder ab 5 Jahren beträgt eine Lyo-Ta-

blette (75.000 SQ-T) täglich. Klinische Erfah-

rungen zur Immuntherapie mit GRAZAX bei

Kindern unter 5 Jahren und älteren Patienten

(> 65 Jahre) liegen nicht vor.

Die Therapie mit GRAZAX sollte nur von Ärz-

ten mit Erfahrung in der Therapie allergischer

Erkrankungen eingeleitet werden, die auch

allergische Reaktionen behandeln können.

Kinder und Jugendliche

Für die Therapie bei Kindern sollte der Arzt

Erfahrung in der Therapie allergischer Er-

krankungen bei Kindern haben.

Art der Anwendung

Um Patient und Arzt die Möglichkeit zu

geben, etwaige Nebenwirkungen und mög-

liche Maßnahmen zu besprechen, soll die

erste Lyo-Tablette unter ärztlicher Aufsicht

eingenommen werden (20-30 Minuten).

Eine klinische Wirkung auf eine durch Grä-

serpollen induzierte allergische Rhinitis und

Konjunktivitis ist in der Gräserpollensaison

zu erwarten, wenn die Behandlung mindes-

tens 4 Monate vor dem erwarteten Beginn

der Gräserpollensaison begonnen und wäh-

rend der gesamten Saison fortgesetzt wird.

Wird die Behandlung 2-3 Monate vor der

Saison begonnen, kann ebenfalls eine ge-

wisse Wirkung erzielt werden.

Wird während der ersten Pollensaison keine

relevante Besserung der Symptome be-

obachtet, besteht keine Indikation für die

Fortsetzung der Therapie. Für eine langan-

haltende Wirksamkeit und einen krankheits-

modifizierenden Effekt empfiehlt es sich, die

tägliche Behandlung über 3 aufeinanderfol-

gende Jahre fortzusetzen.

GRAZAX ist ein Lyophilisat zum Einneh-

men. GRAZAX muss mit trockenen Fingern

aus dem Blister entnommen und unter die

Zunge gelegt werden, wo es sich rasch auf-

löst. Schlucken ist für etwa 1 Minute zu ver-

meiden. Während der folgenden 5 Minuten

darf nichts gegessen oder getrunken wer-

den. GRAZAX sollte sofort nach Öffnen des

Blisters eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen einen der sons-

tigen Bestandteile (die vollständige Auflis-

tung der sonstigen Bestandteile siehe Ab-

schnitt 6.1).

Maligne Tumorerkrankungen oder systemi-

sche Erkrankungen des Immunsystems, wie

z.B. Autoimmunerkrankungen, Immunkomple-

xerkrankungen oder Immundefektkrankheiten.

Entzündungen in der Mundhöhle mit schwe-

ren Symptomen, wie z.B. oraler Lichen pla-

nus mit Ulzerationen oder schwere orale

Mykose.

Patienten mit unzureichend behandeltem

oder schwerem Asthma (Erwachsene: FEV

< 70 % des Vorhersagewerts nach adäqua-

ter pharmakologischer Therapie, Kinder:

< 80 % des Vorhersagewerts nach ad-

äquater pharmakologischer Therapie) dür-

fen nicht mit GRAZAX behandelt werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-

sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Systemische allergische Reaktionen

Nach Erteilung der Zulassung wurden Fälle

von schwerwiegenden anaphylaktischen

Reaktionen berichtet. Deshalb ist die

Ersteinnahme unter ärztlicher Aufsicht eine

wichtige Vorsichtsmaßnahme. In einigen

Fällen trat eine schwere anaphylaktische

Reaktion erst bei einer späteren Einnahme

und nicht bei der Ersteinnahme auf.

Generell kann der Beginn systemischer

Symptome mit Flush, intensivem Juckreiz

an den Handflächen und Fußsohlen sowie

anderen Körperregionen (wie eine Nessel-

sucht) einhergehen. Hitzegefühl, allgemei-

nes Unwohlsein und Agitation/Angst kön-

nen ebenfalls auftreten.

Im Fall von schweren systemischen Reak-

tionen, Angioödem, Schwierigkeiten beim

Schlucken, Schwierigkeiten beim Atmen,

Veränderungen der Stimme, Blutdruckab-

fall oder Engegefühl im Hals sollte sofort

ein Arzt aufgesucht werden. In derartigen

Fällen sollte die Therapie abgebrochen oder

so lange ausgesetzt werden, bis der behan-

delnde Arzt über die Fortsetzung der The-

rapie entschieden hat. Wenn bei Patienten

mit begleitendem Asthma Symptome und

Anzeichen auftreten, die auf eine Verschlim-

merung des Asthmas hinweisen, ist die The-

rapie abzubrechen und sofort ein Arzt aufzu-

suchen, der über die Fortsetzung der Thera-

pie entscheidet.

Bei Patienten, die schon früher eine syste-

mische Reaktion bei einer Behandlung mit

einer subkutanen Gräserpollen-Immunthe-

rapie zeigten, ist das Risiko einer schweren

Reaktion nach der Einnahme von GRAZAX

möglicherweise erhöht. Bei diesen Patien-

ten sollten die Behandlung mit GRAZAX

sorgfältig geprüft werden und Maßnahmen

für die Behandlung von allergischen Reakti-

onen verfügbar sein.

Schwerwiegende anaphylaktische Reakti-

onen können mit Adrenalin behandelt wer-

den. Die Wirkungen des Adrenalins können

bei Patienten, die mit trizyklischen Antide-

pressiva und/oder Monoaminooxidasehem-

mern (MAO-Hemmern) behandelt werden,

verstärkt werden, was möglicherweise

lebensbedrohliche Folgen haben kann; dies

ist vor Beginn einer spezifischen Immunthe-

rapie zu berücksichtigen.

Lokale allergische Reaktionen

Bei der Therapie mit GRAZAX wird der Pati-

ent dem Allergen ausgesetzt, das die allergi-

schen Symptome verursacht. Deshalb sind

während der Therapie vor allem leichte bis

mittelschwere lokale allergische Reaktionen

zu erwarten. Wenn es zu bedeutenden un-

erwünschten lokalen Reaktionen kommt, ist

die Anwendung von Antiallergika (z.B. Anti-

histaminika) zu erwägen.

Erkrankungen der Mundhöhle

Bei chirurgischen Eingriffen in der Mund-

höhle einschließlich Zahnextraktionen und

dem Verlust von Milchzähnen bei Kindern

sollte die Behandlung mit GRAZAX für

7 Tage unterbrochen werden, damit die

Mundhöhle abheilen kann.

Kinder

Tritt bei Kindern mit begleitendem Asthma

gleichzeitig eine akute Infektion des oberen

Respirationstrakts auf, sollte die Behand-

lung mit GRAZAX bis zum Abklingen der In-

fektion unterbrochen werden.

Eosinophile Ösophagitis

Seit Markteinführung wurden Einzelfälle der

eosinophilen Ösophagitis in Verbindung mit

einer GRAZAX-Behandlung berichtet. Bei

Patienten mit schweren oder anhaltenden

gastro-ösophagealen Symptomen wie Dys-

phagie oder Dyspepsie sollte ein Therapie-

abbruch von GRAZAX erwogen werden.

Gleichzeitige Schutzimpfung

Klinische Erfahrungen hinsichtlich einer

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 2

ein Arzt aufgesucht werden. In derartigen

Fällen sollte die Therapie abgebrochen oder

so lange ausgesetzt werden, bis der behan-

delnde Arzt über die Fortsetzung der Thera-

pie entschieden hat.

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ist das Sicherheitsprofil von

GRAZAX bei Kindern und Jugendlichen ähn-

lich dem bei Erwachsenen. Husten, Ohren-

schmerzen, Aphthen, Pharynxerythem, und

Ekzeme traten in der pädiatrischen Gruppe

häufiger auf als in der Tabelle 1 beschrieben:

Husten sehr häufig und die anderen Neben-

wirkungen häufig. Die Beschwerden waren

in ihrem Schweregrad hauptsächlich mild bis

moderat.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-

kungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier-

liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-

hältnisses des Arzneimittels. Angehörige

von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Impfstoffe und bio-

medizinische Arzneimittel

Paul-Ehrlich-Institut

Paul-Ehrlich-Str. 51-59

63225 Langen

Tel: +49 6103 77 0

Fax: +49 6103 77 1234

Website: www.pei.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

In Phase-I-Studien tolerierten Erwachsene

mit Gräserpollenallergie Dosierungen bis

zu 1.000.000 SQ-T. Für Kinder liegen keine

Daten bezüglich der Anwendung von höhe-

ren Dosierungen als der empfohlenen tägli-

chen Dosis von 75.000 SQ-T vor.

Wenn höhere Dosierungen als die empfoh-

lene tägliche Dosis eingenommen werden,

kann das Risiko von Nebenwirkungen ein-

schließlich des Risikos systemischer Reak-

tionen oder schwerer lokaler Reaktionen

zunehmen. Im Fall von schweren systemi-

schen Reaktionen, Angioödem, Schwierig-

keiten beim Schlucken, Schwierigkeiten

beim Atmen, Veränderungen der Stimme

oder Engegefühl im Hals sollte sofort ein

Arzt aufgesucht werden. Diese Reaktionen

sollten mit einer entsprechenden sympto-

matischen Therapie behandelt werden.

In derartigen Fällen sollte die Therapie ab-

gebrochen oder so lange ausgesetzt wer-

den, bis der behandelnde Arzt über die Fort-

setzung der Therapie entschieden hat.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Aller-

gene, Gräserpollen.

ATC-Code: V01AA02.

75.000 SQ-T an Erwachsenen, Jugendlichen

und Kindern untersuchten, berichteten in

den ersten drei Monaten der Behandlung

57 % der Patienten über Nebenwirkungen.

Die Zahl der Patienten, die über Nebenwir-

kungen berichteten, reduzierte sich erheb-

lich während der weiteren Behandlung.

Sehr häufig berichtete Nebenwirkungen

unter der Therapie mit GRAZAX bei Erwach-

senen, Jugendlichen und Kindern waren

meist leichte bis mittelschwere lokale aller-

gische Reaktionen im Mund. Bei der Mehr-

zahl der Patienten traten diese Reaktionen

schon kurz nach Beginn der Behandlung

auf, dauerten nach jeder Einnahme von

GRAZAX Minuten bis Stunden an und gin-

gen meist innerhalb von 1 bis 7 Tagen spon-

tan zurück.

Liste der Nebenwirkungen in Tabellenform

Tabelle 1 auf Seite 3 zeigt die Nebenwirkun-

gen basierend auf Daten aus kontrollierten

klinischen Studien mit GRAZAX bei Erwach-

senen, Jugendlichen und Kindern. Die un-

tersuchten Patienten litten unter saisonaler

Gräserpollen-induzierter allergischer Rhi-

nokonjunktivitis und teilweise gleichzeitig

unter leichtem bis mittelschwerem Gräser-

pollen-induzierten Asthma.

Die Nebenwirkungen sind gemäß der

MedDRA-Konvention in folgende Gruppen

eingeteilt:

sehr häufig (≥ 1 von 10 behandelten Pa-

tienten)

häufig (≥ 1 von 100, < 1 von 10 behan-

delten Patienten)

gelegentlich (≥ 1 von 1.000, < 1 von 100

behandelten Patienten)

selten (≥ 1 von 10.000, < 1 von 1.000

behandelten Patienten)

sehr selten (< 1 von 10.000 behandelten

Patienten)

Siehe Tabelle 1 auf Seite 3

Beschreibung ausgesuchter Nebenwirkungen

Wenn es zu bedeutenden unerwünschten

Reaktionen kommt, ist die Anwendung von

Antiallergika zu erwägen.

Erfahrungen seit Erteilung der Zulassung

zeigten in seltenen Fällen schwere anaphy-

laktische Reaktionen, einschließlich des

anaphylaktischen Schocks. Die Erstein-

nahme unter ärztlicher Aufsicht ist aus

diesem Grund eine wichtige Vorsichtsmaß-

nahme. In einigen Fällen trat eine schwere

anaphylaktische Reaktion erst bei einer

späteren Einnahme und nicht bei der

Ersteinnahme auf. Bitte beachten Sie die

Abschnitte 4.2 und 4.4.

Im Fall von schweren systemischen Reak-

tionen, Angioödem, Schwierigkeiten beim

Schlucken, Schwierigkeiten beim Atmen,

Veränderungen der Stimme, Blutdruckab-

fall oder Engegefühl im Hals sollte sofort

gleichzeitigen Schutzimpfung während der

Behandlung mit GRAZAX liegen nicht vor.

Nach einer ärztlichen Beurteilung des All-

gemeinzustandes des Patienten kann eine

Schutzimpfung ohne Unterbrechung der Be-

handlung mit GRAZAX erfolgen.

Nahrungsmittelallergie

GRAZAX enthält aus Fisch gewonnene Gela-

tine. Bisher verfügbare Daten haben kein er-

höhtes Risiko für allergische Reaktionen bei

Patienten mit einer schweren Fischallergie

gezeigt. Dennoch ist bei Therapiebeginn mit

GRAZAX bei diesen Patienten erhöhte Auf-

merksamkeit ratsam.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arznei-

mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Therapie mit symptoma-

tischen Antiallergika (z.B. Antihistaminika,

Kortikosteroide und/oder Mastzellstabilisa-

toren) kann die Toleranzschwelle der Patien-

ten gegenüber der Immuntherapie erhöhen.

Es liegen keine Daten über die möglichen

Risiken einer gleichzeitigen Immuntherapie

mit anderen Allergenen während der Thera-

pie mit GRAZAX vor.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine klinischen Erfahrungen mit der

Anwendung von GRAZAX bei Schwangeren.

Tierexperimentelle Studien zeigen kein er-

höhtes Risiko für den Feten. Die Therapie mit

GRAZAX sollte nicht während einer Schwan-

gerschaft begonnen werden. Tritt während der

Therapie eine Schwangerschaft ein, kann nach

sorgfältiger Beurteilung des Allgemeinzustan-

des der Patientin (einschließlich der Lungen-

funktion) und der Reaktionen auf die vorange-

gangenen Einnahmen die GRAZAX-Therapie

fortgesetzt werden. Bei Patientinnen mit vor-

bestehendem Asthma wird eine engmaschige

Überwachung während der Schwangerschaft

empfohlen.

Stillzeit

Über die Anwendung von GRAZAX während

der Stillzeit liegen keine klinischen Daten

vor. Es sind keine Wirkungen auf den gestill-

ten Säugling zu erwarten.

Fertilität

Es gibt für die Anwendung von GRAZAX keine

klinischen Daten hinsichtlich der Fertilität.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtig-

keit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Therapie mit GRAZAX hat keinen oder

vernachlässigbaren Einfluss auf die Ver-

kehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Be-

dienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

In Studien, die die Therapie mit GRAZAX

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 3

Wirkmechanismus

GRAZAX ist eine Allergie-Immuntherapie. Bei

der Allergie-Immuntherapie mit Allergenprä-

paraten wird allergischen Personen wieder-

holt das Allergen verabreicht mit dem Ziel die

immunologische Antwort auf das Allergen zu

modifizieren, so dass die Beschwerden nach-

haltig gelindert werden, der Bedarf an sym-

ptomatischen Medikamenten verringert und

die Lebensqualität während der natürlichen

Allergenexposition verbessert wird.

GRAZAX wird zur krankheitsmodifizieren-

den Behandlung von durch Gräserpollen in-

duzierter Rhinitis und Konjunktivitis bei Pa-

tienten mit klinisch relevanten Symptomen

eingesetzt. Die Krankheitsmodifikation bei

Erwachsenen und Kindern wurde durch

eine nachhaltige Wirkung auf die Rhinokon-

junktivitis nach dem Ende der 3jährigen Be-

handlung gezeigt, die über weitere 2 Jahre

andauerte.

Die pharmakodynamische Wirkung zielt auf

das Immunsystem. Es soll eine Immunreak-

tion auf das Allergen, mit dem der Patient

behandelt wird, induziert werden. Der voll-

ständige und genaue Wirkmechanismus der

spezifischen Immuntherapie / Allergie-Imp-

fung ist noch nicht exakt geklärt und do-

kumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass

die Therapie mit GRAZAX eine systemische

kompetitive Antikörperreaktion auf Gräser-

pollen induziert und zu einer Zunahme des

spezifischen IgG

über 3 Behandlungsjahre

führt. Die Zunahme des spezifischen IgG

blieb auch 2 Jahre nach Abschluss der Be-

handlung mit GRAZAX bestehen. Die kli-

nische Bedeutung dieser Befunde bedarf

noch der weiteren Klärung.

Klinische Wirksamkeit bei Erwachsenen

Die Wirksamkeit einer einmal täglichen Ein-

nahme von GRAZAX bei Rhinokonjunktivitis

wurde in einer placebokontrollierten, doppel-

blinden, randomisierten multinationalen Stu-

die (GT-08) mit 634 erwachsenen Patienten

mit Gräserpollen-induzierter Rhinokonjunk-

tivitis bewertet. 72 % der Patienten zeigten

im Pricktest neben der positiven Reaktion

auf Gräserpollen auch Reaktionen gegen ein

oder mehrere andere Allergene. Die Wirksam-

keit wurde während der Gräserpollensaison

täglich anhand des Symptomscores für Rhi-

nokonjunktivitis sowie des Arzneimittelscores

beurteilt. In dieser Studie wurde die Therapie

mindestens 16 Wochen vor dem erwarteten

Beginn der ersten Gräserpollensaison begon-

nen und ganzjährig fortgesetzt.

Die tägliche Einnahme von GRAZAX über

3 Jahre führte bei Erwachsenen zu einem

krankheitsmodifizierenden Effekt, der durch

eine anhaltende Wirkung auch nach dem

Ende der Behandlung nachgewiesen wurde

(Effekt nachgewiesen nach 1 und 2 Jahren

Nachbeobachtung). Das Ausmaß der Effekt-

Tabelle 1. Nebenwirkungen

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr häufig

Nasopharyngitis

Häufig

Pharyngitis, Rhinitis, Infektion der oberen

Atemwege

Gelegentlich

Laryngitis

Erkrankungen des Bluts

und des Lymphsystems

Gelegentlich

Lymphadenopathie

Erkrankungen des

Immunsystems

Gelegentlich

Anaphylaktische Reaktionen

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Parästhesie, Schwindel

Gelegentlich

Dysgeusie

Augenerkrankungen

Häufig

Juckreiz in den Augen, Konjunktivitis

Gelegentlich

Rötung der Augen, Augenreizung, erhöhter

Tränenfluss, Augenschwellung, Augenlidödem

Erkrankungen des Ohrs

und des Labyrinths

Häufig

Juckreiz in den Ohren

Gelegentlich

Ohrenbeschwerden, Ohrenschmerzen

Erkrankungen des Herzens

Gelegentlich

Herzklopfen

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und

Mediastinums

Sehr häufig

Rachenreizung

Häufig

Niesen, asthmatische Reaktionen, Hus-

ten, trockener Rachen, DyspnoeNasen-

verstopfung, Schmerzen im Oropharynx,

Pharynxödem, Rhinorrhö, allergische Rhi-

nitis, Engegefühl im Rachen, pfeifendes

Atemgeräusch, nasaler Pruritus

Gelegentlich

Dysphonie, Pharynxerythem,

Pharynxhypästhesie, vergrößerte Man-

deln, Nasenbeschwerden Beschwerden

im Oropharynx

Selten

Bronchospasmus

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Oraler Pruritus

Häufig

Mundödem, Lippenschwellung, orale Be-

schwerden, orale Parästhesie, Stomatitis,

geschwollene Zunge, Dysphagie, Bauch-

schmerzen, Diarrhö, Dyspepsie, Übelkeit,

Erbrechen, orales Schleimhauterythem,

Ulzerationen im Mund, Glossodynie,

Juckreiz der Zunge

Gelegentlich

Gaumenödem, trockener Mund, Lippen-

bläschen, Lippenentzündung, Schmerzen

im Mund, Beschwerden im Mund, Odyno-

phagie, Vergrößerung der Speicheldrüsen,

erhöhte Speichelsekretion, Zahnfleisch-

schwellung, Schmerzen des Zahnfleisches,

Aphten, Zungenbläschen, Zungenbe-

schwerden, Glossitis, Gastritis, gastroöso-

phageale Refluxerkrankung, Oberbauchbe-

schwerden, verminderter Appetit, Blasen-

bildung der Mundschleimhaut, Zungenge-

schwür

Selten

eosinophile Ösophagitis

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Häufig

Pruritus, Urtikaria, Hautausschlag

Gelegentlich

Ekzem, Angioödem, wie z. B. Schwellung

des Gesichts, Erythem, Flush

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabrei-

chungsort

Häufig

Müdigkeit, Beschwerden im Brustraum,

Fieber

Gelegentlich

Brustschmerz, Hitzegefühl, Unwohlsein,

Fremdkörpergefühl

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 4

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die

Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfall-

material ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

kohlpharma GmbH

Im Holzhau 8

66663 Merzig

8. ZULASSUNGSNUMMER

PEI.H.11647.01.1

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/

VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

22. Juli 2013/19. September 2017

10. STAND DER INFORMATION

Juni 2018

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig.

Grazax ist eine eingetragene Marke der ALK-

Abelló A/S

Behandlungseffekt der Rhinokonjunktivi-

tis-Symptome erzielt. Der Effekt auf die Rhi-

nokonjunktivitis-Symptome zeigte sich wäh-

rend der gesamten 5-jährigen Studiendauer,

während der 2-jährigen Nachbeobachtungs-

phase nach Abschluss der Behandlung

sowie am Ende der Studie. Die Daten zur

klinischen Wirksamkeit sind in Tabelle 4 auf

Seite 8 dargestellt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Der Hauptteil der Allergene in GRAZAX be-

steht aus Polypeptiden und Proteinen; es

wird angenommen, dass sie im Lumen des

Gastrointestinaltrakts und in den Geweben

zu Aminosäuren und kleinen Polypeptiden

abgebaut werden. Es ist davon auszugehen,

dass keine relevante Absorption der Aller-

gene von GRAZAX in das Gefäßsystem statt-

findet. Deshalb wurden keine pharmakoki-

netischen Studien an Tieren oder klinische

Studien zur Untersuchung des pharmakoki-

netischen Profils und des Metabolismus von

GRAZAX durchgeführt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die konventionellen Studien zur allgemei-

nen Toxizität und zur Reproduktionstoxizität

an Mäusen ließen keine besonderen Gefah-

ren für den Menschen erkennen. In toxikolo-

gischen Studien an Hunden führte die tägli-

che Gabe über 52 Wochen bei den männli-

chen, aber nicht bei den weiblichen Tieren

zu Vaskulitis/Perivaskulitis. Es ist nicht zu

erwarten, dass beim Menschen das Risiko

der Entwicklung einer Vaskulitis/Perivasku-

litis besteht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Gelatine (aus Fisch gewonnen)

Mannitol

Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die

Aufbewahrung

Dieses Arzneimittel erfordert keine beson-

deren Aufbewahrungsbedingungen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumblisterstreifen mit entfernbarer

Aluminiumfolie in einem Umkarton. Jeder

Blisterstreifen enthält 10 Lyo-Tabletten.

Packungsgrößen: 30 Lyo-Tabletten, 90 Lyo-

Tabletten und 100 Lyo-Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle

Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

stärke schwankte im Laufe der 5 Beobach-

tungssaisons mit einem Höchstwert in der

2. Saison und einem möglichen Trend zu

einer allmählichen Abnahme in den Saisons

3-5 (1 weitere Behandlungssaison und 2 be-

handlungsfreie Nachbeobachtungssaisons).

Die Schwankungen des Therapieeffektes

entsprachen den Schwankungen der Pol-

lenflugintensität in den entsprechenden

Gräserpollensaisons. Es ist jedoch zurzeit

unklar, ob der verminderte Pollenflug die al-

leinige Erklärung für eine mögliche Tendenz

zu einer allmählichen Abnahme in der Wir-

kung der Therapie in den Saisons 3-5 ist.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von

GRAZAX wurden nicht bei Patienten unter-

sucht, die während der Gräserpollensaison

auch signifikante allergische Symptome auf

Grund anderer Allergene als Gräserpollen

hatten.

Die Ergebnisse einer 3-jährigen täglichen

GRAZAX-Behandlung (Jahre 1-3) und von

2 Nachbeobachtungsjahren (Jahre 4-5) bei

Erwachsenen, werden in Tabelle 2 und 3, ab

Seite 5, zusammengefasst.

Statistisch signifikante Effekte konnten für

jedes einzelne der erfassten Rhinokonjunk-

tivitis-Symptome (laufende Nase, verstopfte

Nase, Niesen, Nasenjucken, Fremdkörper-

gefühl/Rötung/Juckreiz der Augen und trä-

nende Augen) nachgewiesen werden.

Eine Studie mit kürzerer Vorbehandlungs-

zeit ergab eine geringere Reduktion der

Symptom- und Medikamentenscores: Bei

einer Behandlung mit GRAZAX circa 2 Mo-

nate vor und während der Gräserpollensai-

son wurde eine Reduktion des Symptoms-

cores von 16 % (p=0,071) und des Medika-

mentenscores von 28 % (p=0,047) erreicht

(full analysis set).

Klinische Wirksamkeit bei Kindern

Die Kurzzeitwirksamkeit von GRAZAX bei

Rhinokonjunktivitis wurde bei 238 Kindern

und Jugendlichen (5 - 16 Jahren) mit einer

durch Gräserpollen induzierten Rhinokon-

junktivitis mit und ohne Asthma in einer ran-

domisierten, doppelblinden und placebo-

kontrollierten Studie (GT-12) untersucht. Die

Behandlung der Kinder mit GRAZAX wurde

vor Beginn der Gräserpollensaison begon-

nen und über die ganze Saison fortgesetzt

(Tabelle 4 auf Seite 8).

Die Langzeitwirksamkeit von GRAZAX

wurde bei 812 Kindern (5-12 Jahre) mit

einer klinisch relevanten durch Gräserpollen

induzierten Rhinokonjunktivitis ohne klini-

sche Anzeichen für Asthma in einer rando-

misierten, doppelblinden, placebokontrol-

lierten, multinationalen Studie (GT-21) un-

tersucht.

Durch die tägliche Einnahme von GRAZAX

über 3 Jahre wurde ein nachhaltiger

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 5

Tabelle 2. Primäre Endpunkte für die Wirksamkeit Jahre 1-5 bei Erwachsenen

Behandlung

Jahr 1

Behandlung

Jahr 2

Behandlung

Jahr 3

Nach-

beobachtung

Jahr 4

Nach-

beobachtung

Jahr 5

Anzahl der Patienten in der Auswertung

GRAZAX

Placebo

Rhinokonjunktivitis-Symptomscore

GRAZAX:

Mittelwert (Median)

2,85 (2,6)

2,40 (1,94)

2,56 (2,04)

2,68 (2,27)

2,56 (2,18)

Placebo: Mittelwert (Median)

4,14 (3,8)

3,76 (3,45)

3,59 (3,23)

3,63 (3,27)

3,40 (3,15)

Differenz der Mittelwerte

Absolut

1,29

1,36

1,04

0,95

0,84

95 %

[0,90; 1,68]

[0,86; 1,86]

[0,52; 1,56]

[0,40; 1,50]

[0,28; 1,41]

Relativ zu Placebo (%)

31 %

36 %

29 %

26 %

25 %

95 %

[22 %; 41 %]

[23 %; 49 %]

[14 %; 43 %]

[11 %; 41 %]

[9 %; 37 %]

p-Wert ANOVA

< 0,0001

< 0,0001

0,0001

0,0007

0,0037

Differenz der Mediane

Absolut

1,51

1,19

1,00

0,97

Relativ zu Placebo (%)

32 %

44 %

37 %

31 %

31 %

Rhinokonjunktivitis-Medikamentenscore

GRAZAX:

Mittelwert (Median)

1,65 (1,0)

1,74 (0,46)

1,82 (0,82)

2,32 (1,23)

2,42 (1,62)

Placebo Mittelwert (Median)

2,68 (2,2)

3,19 (1,71)

3,04 (2,07)

3,25 (2,58)

3,04 (2,06)

Differenz der Mittelwerte

Absolut

1,03

1,45

1,22

0,93

0,62

95 %

[0,63; 1,44]

[0,75; 2,16]

[0,52; 1,92]

[0,14; 1,72]

[- 0,15; 1,38]

Relativ zu Placebo (%)

39 %

46 %

40 %

29 %

20 %

95 %

[24 %; 54 %]

[24 %; 68 %]

[17 %; 63 %]

[4 %; 53 %]

[- 8 %; 40 %]

p-Wert ANOVA

< 0,0001

< 0,0001

0,0007

0,0215

0,1136

Differenz der Mediane

Absolut

1,25

1,25

1,35

0,44

Relativ zu Placebo (%)

55 %

73 %

60 %

52 %

21 %

Die Studie war ursprünglich auf 1 Jahr befristet. 546 von ursprünglich 634 Patienten beendeten das erste Jahr. Die Studie wurde dann um

weitere 2 Jahre Behandlung mit anschließenden 2 Nachbeobachtungsjahren verlängert. 351 Patienten, die eine repräsentative Teilmenge der

ursprünglich 634 Teilnehmer darstellten, entschlossen sich an dieser Verlängerung teilzunehmen (74 der Patienten wurde diese Verlängerung

nicht angeboten, da die entsprechenden Studienzentren geschlossen wurden). Die angegebene Anzahl der Patienten entspricht allen Patien-

ten, von denen Patiententagebuchdaten während der Gräserpollensaisons vorliegen.

Symptomscore: Mittlerer täglicher Rhinokonjunktivitis-Symptomscore für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Zu den Rhinokon-

junktivitis-Symptomen zählten laufende Nase, verstopfte Nase, Niesen, juckende Nase, Fremdkörpergefühl/Rötung/Juckreiz der Augen sowie

tränende Augen. Die Rhinokonjunktivitis-Symptome wurden auf einer Skala von 0 - 18 bewertet. Der Maximalwert steht für langanhaltende,

sehr schwere Beschwerden in allen Kategorien. Bei 95 % aller in der Studie aufgezeichneten Scores war der Wert ≤ 9.

Medikamentenscore: Mittlerer täglicher Rhinokonjunktivitis-Medikamentenscore für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Medi-

kamente, die verwendet werden konnten, waren Loratadin (6 Punkte pro Tablette), Olopatadin Augentropfen (1,5 Punkte pro Tropfen) (nur in

den Jahren 2 - 5), Budesonid-Nasenspray (1 Punkt pro Sprühstoß) und Prednison 5 mg (1,6 Punkte pro Tablette). Der Rhinokonjunktivitis-Me-

dikamentenscore wurde auf einer Skala von 0 – 36 bewertet. Der Maximalwert steht für einen langanhaltenden Bedarf aller erlaubten Medika-

mente in hoher Dosierung. Bei 95 % aller in der Studie aufgezeichneten Scores war der Wert ≤ 11.

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 6

Tabelle 3. Sekundäre Endpunkte für die Wirksamkeit Jahre 1-5 bei Erwachsenen

GRAZAX

Mittelwert (Median)

Placebo

Mittelwert (Median)

Absolute Diff.

Mittelwert

95 %

Relative

Diff.*

95 %

p-Wert

ANOVA

Behandlungsjahr 1

Anzahl der Patienten

Lebensqualitätsscore

1,03

1,40

0,37

26 %

< 0,0001

(0,9)

(1,4)

[0,23; 0,50]

[16 %; 36 %]

Gesamtbeurteilung

82 %

55 %

27 %

49 %

< 0,0001

[20 %; 34 %]

[36 %; 63 %]

Well days

45 %

33 %

12 %

38 %

< 0,0001

(40 %)

(22 %)

[8 %; 17 %]

[23 %; 53 %]

Prozentsatz der Patienten mit mehr

als 50 % Well days

40 %

24 %

16 %

66 %

< 0,0001

[8 %; 24 %]

[34 %; 98 %]

Behandlungsjahr 2

Anzahl der Patienten

Lebensqualitätsscore

0,85

1,26

0,41

33 %

< 0,0001

(0,63)

(1,05)

[0,23; 0,59]

[18 %; 49 %]

Well days

49,6 %

33,4 %

16,2 %

48 %

< 0,0001

(47,5 %)

(26,5 %)

[9,4 %;22,9 %]

[28 %; 69 %]

Prozentsatz der Patienten mit mehr

als 50 % Well days

47,1 %

28,5 %

18,6 %

65 %

0,0008

[7,5 %; 29,7 %]

[26 %; 104 %]

Symptom- und Medikamentenfreie

Tage

45,8 %

31,7 %

14,2 %

45 %

< 0,0001

(42,6 %)

(24,1 %)

[6,0 %; 20,5 %]

[19 %; 65 %]

Behandlungsjahr 3

Anzahl der Patienten

Lebensqualitätsscore

0,78

1,01

0,23

23 %

0,0058

(0,60)

(0,92)

[0,07; 0,40]

[7 %; 40 %]

Well days

43,0 %

30,4 %

12,6 %

41 %

0,0004

(41,0 %)

(22,0 %)

[5,6 %; 19,7 %]

[18 %; 65 %]

Prozentsatz der

Patienten mit mehr als

50 % Well days

43 %

24 %

19 %

79 %

0,0011

(odds ratio

2,4 [1,4; 4,0])

Symptom- und

Medikamentenfreie Tage

34,1 %

24,1 %

10,0 %

41,7 %

0,0035

(26,6 %)

(14,8 %)

[3,3 %; 16,7 %]

[14 %; 69 %]

Jahr 4 (Nachbeobachtung)

Anzahl der Patienten

Lebensqualitätsscore

0,82

1,07

0,25

23 %

0,0041

(0,64)

(0,97)

[0,08; 0,41]

[7 %; 38 %]

Well days

50,0 %

38,1 %

11,9 %

31 %

0,0020

(51,9 %)

(31,6 %)

[4,4 %; 19,4 %]

[12 %; 50 %]

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 7

Prozentsatz der Patienten mit mehr

als 50 % Well days

53,1 %

34,0 %

19,1 %

56 %

0,0031

(odds ratio

2,2 [1,3; 3,7])

Symptom- und Medikamentenfreie Tage

35,2 %

27,6 %

7,6 %

27 %

0,0384

(25,7 %)

(17,2 %)

[0,41 %; 14,8 %]

[1 % - 54 %]

Jahr 5 (Nachbeobachtung)

Anzahl der Patienten

Lebensqualitätsscore

0,69

0,85

0,16

19 %

0,0587

(0,56)

(0,85)

[- 0,01; 0,33]

[- 2 %; 38 %]

Well days

49,7 %

40,0 %

9,74 %

24 %

0,0203

(51,1 %)

(32,9 %)

[1,5 %; 17,9 %]

[3 %; 52 %]

Prozentsatz der Patienten mit mehr

als 50 % Well days

49,5 %

35,0 %

14,5 %

41 %

0,0280

(odds ratio

1,8 [1,1; 3,1])

Symptom- und Medikamentenfreie Tage

33,5 %

28,0 %

5,5 %

20 %

0,1737

(25,9 %)

(18,2 %)

[- 2,4 %; 13,4 %]

[- 8 %; 57 %]

* Relativer Unterschied = Absoluter Unterschied / Placebo;

Odds Ratio (Chancenverhältnis) für eine ausgezeichnete Kontrolle; # p-Wert für

Odds Ratio

Die Studie war ursprünglich auf 1 Jahr befristet. 546 von ursprünglich 634 Patienten beendeten das erste Jahr. Die Studie wurde dann um

weitere 2 Jahre Behandlung mit anschließenden 2 Nachbeobachtungsjahren verlängert. 351 Patienten, die eine repräsentative Teilmenge der

ursprünglich 634 Teilnehmer darstellten, entschlossen sich an dieser Verlängerung teilzunehmen (74 der Patienten aus dem ersten Jahr wurde

diese Verlängerung nicht angeboten, da die entsprechenden Studienzentren geschlossen wurden). Die angegebene Patientenzahl entspricht

allen Patienten, von denen Patiententagebuchdaten während der Gräserpollenflugsaisons vorliegen.

Die Lebensqualität wurde mit dem Fragebogen zur Lebensqualität bei Rhinokonjunktivitis beurteilt. Er umfasst 28 Elemente zu den Bereichen

Aktivität, Schlaf, Symptome an der Nase, Symptome am Auge, allgemeine Beschwerden, praktische Probleme und Befindlichkeit. Ein höherer

Score bedeutet eine schlechtere Lebensqualität. Die Skala für den Fragebogen zur Lebensqualität bei Rhinokonjunktivitis ist 0 – 6. Der Maximal-

wert steht für eine langanhaltende, sehr schwere Beeinträchtigung in allen Bereichen. Bei 95 % aller in der Studie aufgezeichneten Scores war

der Wert ≤ 4.

Gesamtbeurteilung: Prozentsatz der Patienten, die eine Besserung ihrer Rhinokonjunktivitis Beschwerden in der Therapiesaison im Vergleich zu

vorangegangenen Saisons berichteten.

Well days: Prozentsatz der Tage, an denen die Patienten keinerlei Bedarfsmedikation einnahmen und einen Symptomscore von nicht größer als

2 hatten.

Für Jahr 3 und die beiden Nachbeobachtungsjahre wurde das Chancenverhältnis (Odds Ratio) für mehr als 50 % Well days in der jeweiligen

Gräserpollensaison analysiert.

Symptom- und Medikamentenfreie Tage: Prozentsatz der Tage, an denen die Patienten keinerlei Medikamente einnahmen und keine Symptome

hatten.

Fachinformation

GRAZAX

Stand: 06.2018

Seite 8

Tabelle 4. Wirksamkeit von GRAZAX bei Rhinokonjunktivitis bei Kindern

GRAZAX

Placebo

Absoluter

Untersch.

95 %

Relativer

Untersch.*

95 %

p-Wert

GT-12

Anzahl der Patienten in der Auswertung

Primäre Endpunkte

Rhinokonjunktivitis-

Symptomscore

2,18

2,80

0,62

[0,10; 1,15]

22 %

[4 %; 38 %]

0,0215

Rhinokonjunktivitis-

Medikamentenscore

0,78

1,19

0,41

34 %

0,0156

Wichtigste sekundäre Endpunkte

Rhinokonjunktivitis-

Symptomscore

Zeitraum der höchsten Pollenbelastung

2,84

3,91

1,07

[0,32; 1,81]

27 %

[9 %; 43 %]

0,0059

Rhinokonjunktivitis-

Medikamentenscore

, Zeitraum der höchsten

Pollenbelastung

0,87

2,40

1,53

64 %

0,0013

Well days

52 %

42 %

[ 1 %; 17 %]

22 %

[3 %; 45 %]

0,0225

GT-21

Anzahl der Patienten im Full-Analysis Set (FAS)

enthalten

Sekundärer Endpunkt: Jährliche Rhinokonjunctivitis Symptome

D

während der Gräserpollensaison

Behandlungsjahr 1

19.4

25.5

[2.7; 9.4]

24 %

<0.001

Behandlungsjahr 2

20.3

28.8

[5.0;11.9]

29 %

<0.001

Behandlungsjahr 3

21.9

31.1

9.23

[5.7; 12.8]

30 %

<0.001

Folgejahr 4

23.5

30.3

[3.1; 10.3]

22 %

<0.001

Folgejahr 5

19.6

25.5

[2.2; 9.4]

23 %

0.002

Sekundärer Endpunkt: tägliche Rhinokonjunctivitis Symptome

E

während der Gräserpollensaison

Folgejahr 5

15.2

19.5

[1.35; 7.40]

22 %

0.005

Sekundärer Endpunkt: täglicher Rhinokonjunctivitis Medikamentenscore

F

während der Gräserpollensaison

Folgejahr 5

[0.9; 2.7]

27 %

<0.001

* Relativer Unterschied = |Absoluter Unterschied|/Placebo.

Symptomscore: Mittlerer täglicher Rhinokonjunktivitis-Symptomscore für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Zu den Rhinkonjunkti-

vitis-Symptomen zählten laufende Nase, verstopfte Nase, Niesen, juckende Nase, Fremdkörpergefühl/Rötung/Juckreiz der Augen sowie tränende

Augen. Parametrische Analyse (quadratwurzeltransformierte Daten), relative Differenz der rücktransformierten adjustierten Mittelwerte

Medikamentenscore: Medianer täglicher Rhinokonjunktivitis-Medikamentenscore für jeden Patienten während der Gräserpollensaison. Die ange-

wendeten Medikamente waren Loratadin-Tabletten, Levocabastin-Augentropfen, Budesonid-Nasenspray und Prednisolon-Tabletten. Nicht-parametri-

sche Analyse, relative Differenz der Mediane.

Well days: Prozentsatz der Tage, an denen die Patienten keinerlei Bedarfsmedikation einnahmen und einen Symptomscore von nicht größer als 2

hatten. Parametrische Analyse (untransformierte Daten), relative Differenz der adjustierten Mittelwerte.

Symptome gemessen am jährlichen VAS-Score: Visueller Analogskala Score, der auf einer 100 mm Skala von keinen Symptomen bis hin zu schwe-

ren Symptomen beschreibt, “wie der Heuschnupfen in der letzten Woche empfunden wurde”(einmalige Bewertung). Parametrische Analyse, relative

Differenz der eingestellten Mittelwerte.

Symptome gemessen am täglichen VAS-Score: Mittlerer täglicher visueller Analogskala Score, auf einer 100 mm Skala von keine Symptome bis

hin zu schweren Symptomen, während eines Zeitraums von 14 Tagen. Parametrische Analyse (quadratisch-wurzel-transformierte Daten), relative

Differenz der rück-transformierten, angepassten Mittelwerte.

Medikamentenscore: Durchschnittlicher Rhinokonjunktivitis Medikationsscore während eines Zeitraums von 14 Tagen. Parametrische Analyse

(quadratisch-wurzel-transformierte Daten), relative Differenz der rück-transformierten, angepassten Mittelwerte.

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