Gonal-f PEN 450 U.I./0.75 ml Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
follitropinum alfa
Verfügbar ab:
Merck (Schweiz) AG
ATC-Code:
G03GA05
INN (Internationale Bezeichnung):
follitropinum alfa
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
follitropinum alfa 450 U. I., poloxamerum 188, Kunststoff, methioninum, dinatrii phosphas dihydricus, natrii dihydrogenophosphas monohydricus, metacresolum, Säure phosphoricum concentratum oder natrii hydroxidum, Wasser ad iniectabilia q.s. die Lösung für 0,75 ml Endwerte. Natrium 0.27 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Stimulierung der Follikelreifung bei anovulatorischen Zuständen, bei ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen und bei Frauen mit schwerem LH- und FSH-Mangel; Stimulierung der Spermatogenese
Zulassungsnummer:
56689
Berechtigungsdatum:
2004-04-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-10-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-10-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

GONAL-f® PEN

Merck (Schweiz) AG

Was ist GONAL-f und wann wird es angewendet?

GONAL-f enthält den Wirkstoff Follitropin alfa. Follitropin alfa gehört zur Gruppe der follikel-

stimulierenden Hormone (FSH), welche zur Familie der Gonadotropine zählen. Die Gonadotropine

sind Geschlechtshormone und spielen eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Follitropin alfa in

GONAL-f wird mit einer speziellen gentechnologischen Technik hergestellt.

Bei der Frau besteht die Hauptwirkung von GONAL-f in der Unterstützung zur Entwicklung reifer

Graaf'scher Follikel in den Eierstöcken.

Die Verabreichung von GONAL-f erfolgt ausschliesslich auf ärztliche Verschreibung und unter

strenger Kontrolle durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Bei folgenden Indikationen wird GONAL-f bei Frauen eingesetzt:

·Zur Behandlung von Fertilitätsstörungen infolge eines FSH-Mangels. Es unterstützt die

Entwicklung eines einzigen Follikels im Eierstock. In diesem Follikel wächst ein Ei heran, das bei

der Ovulation unter dem Einfluss eines anderen Hormons (humanes Choriongonadotropin oder hCG)

ausgestossen wird und anschliessend befruchtet werden kann.

·Zur Entwicklung mehrerer Follikel (und folglich mehrerer Eizellen) bei Frauen, die sich einer

Technik der assistierten Konzeption unterziehen, wie «In Vitro-Fertilisation», «intratubarer

Gametentransfer» oder «intratubarer Zygotentransfer».

·Bei Frauen, die aufgrund einer sehr geringen Produktion von Fruchtbarkeitshormonen (FSH und

LH) keinen Eisprung haben wird GONAL-f zusammen mit einem anderen Hormon, genannt

Lutropin alfa (rekombinantes luteinisierendes Hormon oder r-LH) verabreicht, um das Wachstum

und die Entwicklung von Eizellen herbeizuführen.

Beim Mann ist die wichtigste Wirkung von GONAL-f die Anregung der Spermatogenese

(Spermienproduktion).

·GONAL-f wird in Kombination mit einem anderen Hormon (humanes Choriongonadotropin oder

hCG) angewendet, um die Produktion der Spermien bei Männern anzuregen, welche infolge einer zu

geringen Konzentration bestimmter Hormone unfruchtbar sind.

Die Behandlung muss von einem bzw. einer auf Andrologie spezialisierten Arzt bzw. Ärztin

durchgeführt werden. Dieser bzw. diese wird Ihnen zuvor eine Behandlung mit hCG verordnen.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Der Arzt bzw. die Ärztin wählt für jeden Patienten die angemessene Behandlung aus.

Befolgen Sie bitte gewissenhaft seine bzw. ihre Anweisungen und gehen Sie zu den

Kontrolluntersuchungen.

Wenn Sie die Injektionen selbst vornehmen, müssen Sie über die Anwendung des Pens genau

instruiert werden.

Wann darf GONAL-f nicht eingenommen / angewendet werden?

GONAL-f darf bei Überempfindlichkeit gegenüber Gonadotropinen oder einem der Hilfsstoffe nicht

angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über unerwünschte Symptome bei früheren Injektionen.

GONAL-f darf nicht angewendet werden, falls bei Ihnen ein Gehirntumor (Hypothalamus oder

Hypophyse) diagnostiziert wurde.

Bei der Frau

GONAL-f darf im Falle einer Schwangerschaft, in der Stillzeit, bei Ovarialvergrösserungen und

bestimmten Eierstockzysten, bei Eierstock-, Gebärmutter- und Mammakarzinomen (Brustkrebs), bei

gynäkologischen Blutungen unbekannter Ursache und bei nicht behandelten Funktionsstörungen der

Schilddrüse oder der Nebenniere nicht angewendet werden.

Darüber hinaus darf GONAL-f nicht angewendet werden, wenn Ihr Zustand keine Schwangerschaft

erlaubt, z.B. wenn Sie eine Anomalie der Eierstöcke haben, die primäre Ovarialinsuffizienz genannt

wird oder im Fall von Missbildungen der Geschlechtsorgane oder fibrösen Tumoren des Uterus, die

eine Schwangerschaft unmöglich machen.

Beim Mann

GONAL-f darf nicht im Fall einer irreversiblen Schädigung des Hodens angewendet werden.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von GONAL-f Vorsicht geboten?

Porphyrie

Wenn Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder an Porphyrie (eine Erkrankung, die von den Eltern auf

die Kinder vererbt werden kann) leiden, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor Beginn

der Behandlung, da die Anwendung bestimmter Medikamente einen Anfall dieser Krankheit

auslösen kann.

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Haut verletzlich wird und schnell zur Blasenbildung neigt (besonders

an Stellen, die häufig der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind) und/oder Sie Bauch- oder

Gliederschmerzen haben, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Er bzw. sie wird Ihnen

gegebenenfalls empfehlen, die Behandlung abzusetzen.

Bei der Frau

Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)

Obwohl die strikte Einhaltung der empfohlenen Dosierung und der vorgeschriebenen

Kontrolluntersuchungen das Risiko von Nebenwirkungen reduziert, ist das Risiko eines ovariellen

Überstimulationssyndroms zu berücksichtigen. Dieses Syndrom ist durch eine übermässige

Vergrösserung der Eierstöcke und Symptome wie Unterleibsschmerzen, möglicherweise in

Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, Krankheitsgefühl, Atembeschwerden oder schneller

Gewichtszunahme gekennzeichnet (siehe Welche Nebenwirkungen kann GONAL-f haben?).

Sollten die geschilderten Symptome bei Ihnen auftreten, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

In Fällen, in denen sich die Entwicklung eines OHSS abzeichnet, ist es ratsam, kein hCG zu geben

und während mindestens 4 Tagen Geschlechtsverkehr zu vermeiden oder geeignete Verhütungsmittel

(Barrieremethoden) zu benutzen.

Das Syndrom der ovariellen Überstimulation zeigt sich aber im Allgemeinen 1 bis 2 Wochen nach

der Injektion von hCG. Sein Schweregrad kann erheblich schwanken.

Bei Frauen, die sich einer Behandlung zur Reifung mehrerer Follikel unterziehen, ist das Risiko

eines ovariellen Überstimulationssyndroms grösser, kann jedoch durch Absaugen aller Follikel vor

der Ovulation reduziert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von GONAL-f zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung

der Sterilität kann die Wirkung von GONAL-f verstärken oder vermindern.

Mehrlingsschwangerschaften

Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften nach assistierten Reproduktionstechniken steht im

Zusammenhang mit Ihrem Alter sowie mit der Anzahl transferierter Eizellen/Embryonen. Bei

Patientinnen, die sich einer Behandlung zur Auslösung des Eisprungs unterziehen, ist die Häufigkeit

einer Mehrlingsschwangerschaft bzw. Mehrlingsgeburt im Vergleich zur natürlichen Empfängnis

erhöht. Die Häufigkeit solcher Ereignisse kann jedoch durch die Anwendung der empfohlenen

Dosierung und des empfohlenen Behandlungsschemas verringert werden.

Ektopische Schwangerschaft

Insbesondere bei Frauen mit einer früheren Eileitererkrankung kann eine ektope Schwangerschaft

auftreten, das heisst, der Embryo nistet sich ausserhalb der Gebärmutter ein.

Fehlgeburten

Bei der Anwendung der assistierten Reproduktionstechnik oder der Stimulierung der Eierstöcke ist

eine Fehlgeburt eher möglich als beim Durchschnitt der Frauen.

Blutgerinnungsstörungen (Thromboembolische Ereignisse)

Falls Sie bekannte Risikofaktoren für das Auftreten von Blutgerinnseln in den grossen Blutgefässen

(thromboembolische Ereignisse) haben (Übergewicht, Rauchen, eigene oder in der Familie liegende

Krankheitsgeschichte), dann kann sich das Risiko während der Behandlung mit GONAL-f weiter

erhöhen. Es ist jedoch anzumerken, dass eine Schwangerschaft selbst dieses Risiko ebenfalls erhöht

(siehe Welche Nebenwirkungen kann GONAL-f haben?).

Tumore

Bei Frauen, die sich mehrfachen Behandlungszyklen zur Fertilitätsbehandlung unterzogen haben,

wurde sowohl über gutartige wie auch über bösartige Tumore der Eierstöcke und anderer

Fortpflanzungsorgane berichtet. Es wurden Einzelfälle von malignen Melanomen gemeldet. Bisher

wurde noch nicht nachgewiesen, ob eine Fertilitätsbehandlung das Risiko für diese Tumore erhöht

oder nicht.

Beim Mann

Erhöhte FSH-Werte im Blut können auf eine Schädigung des Hodens hindeuten. Solche Patienten

sprechen auf eine Therapie mit GONAL-f/hCG nicht an.

Um den Behandlungsverlauf zu verfolgen, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin 4 bis 6 Monate nach

Behandlungsbeginn eine Spermauntersuchung durchführen.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf GONAL-f während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

GONAL-f darf nicht während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit verabreicht werden.

Wie verwenden Sie GONAL-f?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin passt die Behandlung mit GONAL-f speziell an jeden Patienten an und

nimmt eine strenge Kontrolle der Wirksamkeit vor.

GONAL-f wird unter die Haut (subkutan) injiziert. Ein ständiges Wechseln der Körperregion wird

nicht empfohlen. Innerhalb dieser Region sollte aber die Einstichstelle gewechselt werden. Die

Injektionsstelle sollte nicht massiert werden.

Nach Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin können Sie diese Injektion selber vornehmen. Das

Fachpersonal soll Ihnen zeigen, wie Sie die Injektionslösung vorbereiten und verabreichen sollen.

Die erste Injektion muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ein gebrauchsfertiger Pen darf nur für eine(n) einzige(n) Patientin(en) verwendet werden. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin hat Ihnen eine Dosis GONAL-f in internationalen Einheiten (IE) verschrieben.

Wenn Sie das Präparat selbst injizieren, lesen Sie die separat beigelegten Anweisungen zur

Verabreichung von GONAL-f mittels dem gebrauchsfertigen PEN vor Beginn der Injektion bitte

aufmerksam durch.

Therapieschemata

Bei der Frau

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mittels Blutproben (Bestimmung der Östrogenmenge im Blut) und

Ultraschalluntersuchungen den Verlauf der Follikelreifung sorgfältig überwachen. Es ist deshalb

wichtig, dass Sie seine bzw. ihre Anweisungen und Empfehlungen genau befolgen.

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

a. Behandlung mit dem Ziel der Reifung eines einzigen Follikels

Bei menstruierenden Frauen sollte die Behandlung innerhalb der ersten 7 Tage des

Menstruationszyklus beginnen.

Ohne adäquates Ansprechen nach einer vierwöchigen Behandlung sollte dieser Zyklus abgebrochen

werden.

Wenn jedoch das gewünschte Ergebnis erreicht ist, d.h. wenn der Follikel zur gewünschten Reife

gelangt ist, wird der Arzt bzw. die Ärztin eine einmalige Injektion eines anderen Hormons, des hCG,

24 bis 48 Stunden nach der letzten GONAL-f - Injektion vornehmen, um den Follikelsprung

(Ovulation) auszulösen. In diesem Stadium der Behandlung ist eine Befruchtung möglich. Man wird

Ihnen daher empfehlen, an diesem und am nächsten Tag Geschlechtsverkehr zu haben.

Bei übermässiger Stimulierung der Eierstöcke unterbricht der Arzt bzw. die Ärztin die Behandlung.

Geschlechtsverkehr während dieser Zeit wird nicht empfohlen. Die Behandlung kann im

darauffolgenden Zyklus mit einer geringeren Dosierung als im vorangegangenen Zyklus wieder

beginnen.

b. Behandlung mit dem Ziel einer medizinisch assistierten Reproduktion

Zur Reifung mehrerer Follikel beginnt die Behandlung am 2. oder 3. Zyklustag.

Die Dosierung wird an das Ansprechen angepasst, soll aber 450 IE pro Tag nicht überschreiten.

Wenn die Follikel als reif angesehen werden, wird der Arzt bzw. die Ärztin 24 bis 48 Stunden nach

der letzten GONAL-f-Injektion eine einzige Injektion eines anderen Hormons (hCG) vornehmen, um

die Ovulation auszulösen.

Die Fortsetzung der Behandlung wird von der medizinisch assistierten Reproduktionsmethode

abhängen, die Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin ausgewählt hat.

c. Frauen, die keinen Eisprung und überhaupt keine Regelblutungen haben und bei denen ein FSH-

und LH-Mangel festgestellt wurde

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kontrolliert den Wirkungsverlauf und wird eine individuell für Sie

angepasste Dosierung und Behandlungsdauer festlegen. Die nachfolgend aufgeführten

Dosierungsangaben gelten deshalb nur als Richtwerte.

GONAL-f wird in der Regel täglich für bis zu 3 Wochen lang gleichzeitig mit Lutropin alfa

verabreicht. Bei Anwendung des üblichen Behandlungsschemas wird mit einer Dosis von 75 - 150 IE

GONAL-f zusammen mit 75 IE Lutropin alfa begonnen.

Je nach Ansprechen wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die GONAL-f - Dosis um 37.5 IE – 75 IE in 7-

bis 14-tägigen Intervallen und die Dosis von Lutropin alfa auf bis zu 225 IE erhöhen.

Wenn die gewünschte Reaktion erreicht ist, wird 24-48 Stunden nach den letzten Injektionen von

GONAL-f und Lutropin alfa einmalig hCG verabreicht. Sie sollten am Tag der Verabreichung von

hCG und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr haben, alternativ kann eine intrauterine

Insemination (IUI) durchgeführt werden.

Bei einer zu starken Reaktion ist die Behandlung zu beenden und kein hCG zu verabreichen (siehe

Welche Nebenwirkungen kann GONAL-f haben?).

Der Arzt bzw. die Ärztin kann auch ein anderes Therapieschema anwenden, das GONAL-f mit einer

anderen Hormonbehandlung kombiniert.

Beim Mann

Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet über die Behandlungsdauer. Die übliche Dosierung ist 150 IE

GONAL-f in Kombination mit hCG dreimal pro Woche während mindestens 4 Monaten. Die

Behandlung kann bis zu 18 Monate fortgeführt werden, je nach Ansicht des Arztes bzw. der Ärztin.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

GONAL-f darf bei Kindern und Jugendlichen nicht eingesetzt werden.

Anwendung bei älteren Patienten

GONAL-f darf bei älteren Patienten nicht eingesetzt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann GONAL-f haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von GONAL-f auftreten:

Bei der Frau und beim Mann

Sehr häufig treten lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Bluterguss,

Schwellung und/oder Reizung) auf.

In sehr seltenen Fällen kam es nach Gabe von GONAL-f zu allergischen Reaktionen wie Hautrötung,

Hautausschlag, Schwellungen, Nesselausschlag und Atembeschwerden. Diese Reaktionen können

manchmal schwerwiegend sein. Wenn eines dieser Symptome auftritt, sollten Sie sich sofort an Ihren

Arzt bzw. Ärztin wenden.

Sehr selten kann bei Asthma-Patienten eine Verschlechterung Ihres Befindens eintreten.

Bei der Frau

Die folgenden Nebenwirkungen können sehr häufig auftreten: Kopfschmerzen, Ovarialzysten.

Weitere häufige Nebenwirkungen sind: Unterleibsschmerzen und Magen-Darmbeschwerden wie

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blähungen.

Bei der Behandlung mit GONAL-f kann es zu einer Überstimulierung der Eierstöcke kommen. Diese

Reaktion wird ovarielles Überstimulationssyndrom oder OHSS genannt (siehe Wann ist bei der

Anwendung von GONAL-f Vorsicht geboten?). Die ersten Anzeichen sind Unterleibsschmerzen,

möglicherweise in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen. In diesem Zusammenhang treten häufig

ein Krankheitsgefühl, Durchfall, Bauchkrämpfe und Blähungen auf.

Gelegentlich kann ein OHSS schwerwiegend werden, was sich in klar vergrösserten Eierstöcken,

erniedrigter Urinproduktion, einer Gewichtszunahme, erschwertem Atmen und/oder möglicher

Flüssigkeitsansammlung im Bauch- oder Brustbereich äussert. Wenn eines dieser Symptome auftritt,

sollten Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenden.

Schwerwiegende Komplikationen wie thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel), unabhängig

von einem OHSS, werden selten beobachtet. Dies könnte Brustschmerzen, Atemlosigkeit,

Hirnschlag oder einen Herzinfarkt zur Folge haben.

Selten sind Komplikationen eines OHSS wie Verdrehung der Eierstöcke.

Wenn die erwähnten Symptome während der Behandlung mit GONAL-f auftreten, müssen Sie die

Behandlung sofort abbrechen und sich zu einer gründlichen ärztlichen Untersuchung bei Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin anmelden. Der Arzt bzw. die Ärztin wird dann über den weiteren Therapieverlauf

entscheiden. Das hCG darf nicht verabreicht werden und Sie müssen eventuell die Behandlung

unterbrechen.

Beim Mann

Eine Behandlung mit GONAL-f kombiniert mit dem Hormon hCG kann ein Anschwellen der Venen

oberhalb und hinter den Hoden (Varikozelen), Brustwachstum, Akne oder eine Gewichtszunahme

bewirken.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Nach Anbruch kann das Präparat maximal 28 Tage lang bei Temperaturen bis zu 25 °C aufbewahrt

werden. Nicht verbrauchte Injektionslösung muss spätestens 28 Tage nach Anbruch verworfen

werden.

Lagerungshinweis

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.

Das Präparat kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer bis zu 3 Monate lang bei Temperaturen bis zu

25 °C aufbewahrt werden, ohne erneut gekühlt zu werden. Ist das Präparat nach diesen 3 Monaten

nicht verwendet worden, muss es verworfen werden, auch wenn es in den Kühlschrank zurückgelegt

wird.

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Sie dürfen GONAL-f nicht verwenden, wenn sichtbare Zersetzungserscheinungen auftreten

(Verfärbungen, Trübungen) oder wenn die Lösung Schwebstoffe enthält.

GONAL-f darf nicht mit anderen Arzneimitteln in der gleichen Spritze gemischt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in GONAL-f enthalten?

GONAL-f PEN 300 IE/0.5 ml (22 Mikrogramm/0.5 ml)

Wirkstoffe

Ein Fertigpen mit Injektionslösung enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-FSH, aus gentechnisch

veränderten CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zellen hergestellt), 300 IE/0.5 ml (22 Mikrogramm/0.5

ml).

Hilfsstoffe

Poloxamer 188, Saccharose, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat,

Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Methionin, Metacresol, konzentrierte Phosphorsäure,

Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

GONAL-f PEN 450 IE/0.75 ml (33 Mikrogramm/0.75 ml)

Wirkstoffe

Ein Fertigpen mit Injektionslösung enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-FSH, aus gentechnisch

veränderten CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zellen hergestellt), 450 IE/0.75 ml (33

Mikrogramm/0.75 ml).

Hilfsstoffe

Poloxamer 188, Saccharose, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat,

Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Methionin, Metacresol, konzentrierte Phosphorsäure,

Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

GONAL-f PEN 900 IE/1.5 ml (66 Mikrogramm/1.5 ml)

Wirkstoffe

Ein Fertigpen mit Injektionslösung enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-FSH, aus gentechnisch

veränderten CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zellen hergestellt), 900 IE/1.5 ml (66 Mikrogramm/1.5

ml).

Hilfsstoffe

Poloxamer 188, Saccharose, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat,

Natriummonhydrogenphosphat-Dihydrat, Methionin, Metacresol, konzentrierte Phosphorsäure,

Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

56689 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie GONAL-f? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

GONAL-f PEN 300 IE/0.5 ml (22 Mikrogramm/0.5 ml)

Eine Packung enthält 1 Patrone, vormontiert in einem gebrauchsfertigen Pen, und 8 Injektionsnadeln.

GONAL-f PEN 450 IE/0.75 ml (33 Mikrogramm/0.75 ml)

Eine Packung enthält 1 Patrone, vormontiert in einem gebrauchsfertigen Pen, und 12

Injektionsnadeln.

GONAL-f PEN 900 IE/1.5 ml (66 Mikrogramm/1.5 ml)

Eine Packung enthält 1 Patrone, vormontiert in einem gebrauchsfertigen Pen, und 20

Injektionsnadeln.

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Hinweis für den Gebrauch

GONAL-f-Fertigpen 300 IE – 450 IE – 900 IE

Bitte lesen Sie die Packungsbeilage (Patienteninformation) und diese Bedienungsanleitung

VOLLSTÄNDIG durch, bevor Sie den GONAL-f-Fertigpen verwenden.

Inhalt

1.Anwendung des GONAL-f Fertigpens

2.Verwendung des Behandlungstagebuchs über Ihren GONAL-f-Fertigpen

3.Vor der Anwendung Ihres GONAL-f-Fertigpens

4.Vorbereitung Ihres GONAL-f-Fertigpens für die Injektion

5.Einstellen der von Ihrem Arzt verschriebenen Dosis

6.Injektion der Dosis

7.Nach der Injektion

8.Behandlungstagebuch für den GONAL-f-Fertigpen (siehe Tabelle am Ende)

Warnhinweis: Bitte lesen Sie diese Hinweise vollständig durch, bevor Sie mit der Anwendung Ihres

GONAL-f-Fertigpens beginnen. Halten Sie sich genau an die Anleitung, da die Anwendung von

Ihrer früheren Gewohnheit abweichen kann.

1. Anwendung des GONAL-f Fertigpens

·Benutzen Sie den Pen nicht gemeinsam mit anderen Personen. Der Pen ist nur zur subkutanen

Injektion.

·Die Zahlen im Dosierkontrollfenster entsprechen Internationalen Einheiten oder IE. Ihr Arzt wird

Ihnen mitgeteilt haben, wie viele IE Sie sich jeden Tag spritzen sollen.

·Die Zahlen im Dosierkontrollfenster helfen Ihnen dabei:

a.Ihre verschriebene Dosis einzustellen.

b.Die Vollständigkeit einer Injektion zu überprüfen.

c.Die verbleibende Dosis abzulesen, die mit einem zweiten Pen injiziert

werden muss.

·Geben Sie sich die Injektion jeden Tag zur selben Zeit. Beispiel:

·Ihr Arzt/Apotheker wird Ihnen sagen, wie viele Pens Sie für Ihre gesamte Behandlung brauchen.

2. Verwendung des Behandlungstagebuchs für Ihren GONAL-f-Fertigpen

Auf der letzten Seite finden Sie ein Behandlungstagebuch.

Verwenden Sie das Behandlungstagebuch, um die jedes Mal von Ihnen injizierten IE aufzuzeichnen.

·Notieren Sie den Behandlungstag (1) sowie das Datum (2) und die Uhrzeit (3) Ihrer Injektion.

·In der ersten Zeile der Tabelle ist das Volumen Ihres Pens bereits eingetragen (4).

·Notieren Sie die verschriebene Dosis im Abschnitt «Verschriebene Dosis» (5).

·Überprüfen Sie vor der Injektion, dass Sie die richtige Dosis eingestellt haben (6).

·Beachten Sie nach der Injektion die Zahl im Dosierkontrollfenster.

·Kontrollieren Sie, dass Sie eine vollständige Injektion erhalten haben (7) oder notieren Sie die Zahl

im Dosierkontrollfenster, wenn etwas anderes als «0» angezeigt wird (8).

·Spritzen Sie sich bei Bedarf mit einem zweiten Pen. Stellen Sie den Pen hierfür auf die unter

«Angezeigte Menge nach der Injektion» in Abschnitt (8) angegebene verbleibende Dosis ein.

·Notieren Sie diese verbleibende Dosis in der nächsten Zeile im Abschnitt «Zur Injektion eingestellte

Menge» (6).

ACHTUNG:

Durch die Verwendung des Behandlungstagebuchs zur Aufzeichnung Ihrer täglichen Injektion(en)

können Sie jeden Tag kontrollieren, dass Sie die verschriebene Dosis vollständig erhalten haben.

Fachinformation

GONAL-f® PEN

Merck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Follitropin alfa (r-FSH aus gentechnisch veränderten CHO (Chinese Hamster Ovary)-

Zellen hergestellt).

Hilfsstoffe: Poloxamer 188, Saccharose, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat,

Dinatriumphosphat-Dihydrat, Antiox.: L-Methionin 0.1 mg/ml; Conserv.: m-Cresol (0.3% m/v),

Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in einer Patrone, vormontiert in einer gebrauchsfertigen Einweg-Applikationshilfe

(Pen).

GONAL-f liegt als wässrige Lösung mit einer Konzentration von 44 μg Protein (Follitropin)/ml vor,

was einer Stärke von 600 IE/ml entspricht.

GONAL-f PEN 300 IE/0.5 ml (22 μg/0.5 ml):

Eine Patrone enthält 22 μg Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon

(r-FSH)) in 0.5 ml, entsprechend 300 IE.

GONAL-f PEN 450 IE/0.75 ml (33 μg/0.75 ml):

Eine Patrone enthält 33 μg Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon

(r-FSH)) in 0.75 ml, entsprechend 450 IE.

GONAL-f PEN 900 IE/1.5 ml (66 μg/1.5 ml):

Eine Patrone enthält 66 μg Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon

(r-FSH)) in 1.5 ml, entsprechend 900 IE.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei Frauen

a.Eine Behandlung mit GONAL-f mit anschliessender Ovulationsauslösung durch humanes

Choriongonadotropin (hCG) ist indiziert zur Stimulation des Follikelwachstums und der Ovulation

bei Frauen mit hypothalamisch-hypophysärer Dysfunktion, die eine Oligomenorrhoe oder eine

Amenorrhoe aufweisen.

Diese Frauen werden der WHO-Gruppe II zugeordnet. Sie erhalten üblicherweise Clomifencitrat als

Primärtherapie. Sie weisen eine endogene Östrogenproduktion auf und menstruieren daher entweder

spontan oder nach Gestagengabe.

Viele dieser Patientinnen weisen ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) auf.

Dieses Syndrom ist der WHO-Gruppe II zugeordnet.

b.GONAL-f ist indiziert zu einer gezielten, multifollikulären ovariellen Stimulation bei Frauen, die

an ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen teilnehmen wie In-Vitro-Fertilisation (IVF),

intratubarer Gametentransfer oder intratubarer Zygotentransfer.

c.GONAL-f wird zusammen mit einer Zubereitung aus luteinisierendem Hormon (LH) zur

Stimulation der Follikelreifung bei Frauen angewendet, die einen schweren LH- und FSH-Mangel

aufweisen. In klinischen Studien wurden diese Patientinnen durch einen endogenen LH-Spiegel im

Serum <1.2 IE/l definiert.

Bei Männern

GONAL-f wird zusammen mit humanem Choriongonadotropin zur Stimulierung der

Spermatogenese bei Männern angewendet, die an angeborenem oder erworbenem

hypogonadotropem Hypogonadismus leiden.

Dosierung/Anwendung

Eine Behandlung mit gonadotropen Hormonen sollte nur von einem Facharzt durchgeführt werden,

der mit der Diagnose und Behandlung von Fertilitätsstörungen vertraut ist. Eine Behandlung mit

GONAL-f soll nur nach sorgfältigem Ausschluss aller anderen Ursachen einer Infertilität

(mechanisch, immunologisch und andrologisch) begonnen werden und nur wenn adäquate

endokrinologische und klinische Kontrollen gewährleistet sind.

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Art der Verabreichung

GONAL-f wird durch subkutane Injektion verabreicht.

Nur solche Patienten sollten sich GONAL-f selbst verabreichen, die motiviert und entsprechend

ausgebildet sind und die jederzeit die Möglichkeit haben, ärztlichen Rat einzuholen.

Die speziellen Instruktionen zur Anwendung des gebrauchsfertigen Pens sind während der Schulung

zur Selbstapplikation besonders hervorzuheben.

Die erste Injektion von GONAL-f muss unter direkter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Dosierung bei der Frau

Klinische Vergleichsstudien haben gezeigt, dass die Patientinnen mit GONAL-f (r-FSH) im

Vergleich zu urinärem FSH (u-FSH) durchschnittlich eine niedrigere Gesamtdosis und eine kürzere

Behandlungsdauer benötigen. Deshalb wird empfohlen, eine niedrigere Dosis von GONAL-f zu

wählen als für u-FSH.

a. Frauen mit Oligo- oder Amenorrhoe aufgrund hypothalamisch-hypophysärer Dysfunktion (WHO-

Gruppe II)

Das Ziel der Behandlung mit GONAL-f ist die Entwicklung eines einzigen reifen Graaf'schen

Follikels zur Freisetzung einer Eizelle nach Anwendung von hCG.

GONAL-f kann täglich injiziert werden.

Bei menstruierenden Frauen sollte die Behandlung innerhalb der ersten 7 Tage des

Menstruationszyklus beginnen.

Die Behandlung muss der individuellen ovariellen Reaktion der Patientin angepasst werden,

abhängig von der sonographisch gemessenen Follikelgrösse und vom Östrogenspiegel im Serum.

Einzig die Sonographie liefert zuverlässige Informationen über die Anzahl der reifenden Follikel

sowie deren Grösse.

Im Allgemeinen beginnt die Therapie mit 75-150 IE GONAL-f täglich. Die Dosis sollte in etwa

wöchentlichen oder 14-tägigen Abständen um 37.5 IE (bis zu 75 IE) r-FSH/Tag erhöht oder

erniedrigt werden, um eine genügende, jedoch nicht exzessive ovarielle Reaktion zu erzielen

(Östrogenspiegel im Serum: 1.1-2.9 nMol/L = 300-800 pg/ml mit einer Erhöhung von ≤100% in 2-3

Tagen; Durchmesser des dominierenden Follikels ≥18 mm). Die maximale Tagesdosis soll 225 IE

FSH nicht übersteigen.

Spricht eine Patientin nach vierwöchiger Behandlung nicht auf die Therapie an, sollte dieser

Behandlungszyklus abgebrochen werden.

Sobald eine optimale ovarielle Reaktion erreicht ist, wird 24-48 Stunden nach der letzten GONAL-f

Injektion hCG in einer einmaligen Dosis (250 μg r-hCG oder 5'000-10'000 IE urinäres hCG)

verabreicht. Der Patientin und ihrem Partner sollte empfohlen werden, am Tag der hCG-Gabe und

am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben.

Alternativ dazu kann eine intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt werden.

Bei exzessiver ovarieller Reaktion muss die Behandlung abgebrochen und auf die hCG-Gabe

verzichtet werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Im nächsten Zyklus sollte dann

mit einer niedrigeren Dosis begonnen werden.

b. Frauen, die sich einer Superovulation im Rahmen einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder anderen

ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen unterziehen

Die Behandlung für die Superovulation beginnt am 2. oder 3. Zyklustag mit der Verabreichung von

150-225 IE GONAL-f täglich. Die Behandlung wird fortgesetzt, bis eine ausreichende

Follikelentwicklung erreicht ist, wobei die Dosis der ovariellen Reaktion der Patientin angepasst

wird (bis maximal 450 IE täglich). In der Regel wird eine adäquate Follikelreifung nach

durchschnittlich 10 Tagen erreicht (zwischen 5 und 20 Tagen).

Eine ausreichende Follikelentwicklung wird anhand der Östrogenspiegel im Serum und mittels

Sonographie der Ovarien kontrolliert. Einzig die Sonographie liefert zuverlässige Informationen über

die Anzahl der reifenden Follikel sowie deren Grösse.

Um die Endreifung des Follikels zu induzieren und die Ovulation auszulösen, wird hCG in einer

Dosis von 250 μg r-hCG oder 5'000-10'000 IE urinäres hCG einmalig 24-48 Stunden nach der letzten

GONAL-f Injektion verabreicht.

Eine Downregulierung mit einem GnRH-Agonisten oder -Antagonisten wird häufig zur

Unterdrückung des endogenen LH-Peaks und zur Kontrolle einer tonisch erhöhten LH-Sekretion

angewendet.

In dem am häufigsten angewandten Therapieschema wird mit der Gabe von GONAL-f etwa zwei

Wochen nach Beginn der Behandlung mit einem Agonisten begonnen. Die Behandlung mit beiden

Präparaten wird fortgeführt, bis eine ausreichende Follikelentwicklung erzielt ist. Während der ersten

7 Tage werden beispielsweise täglich 150-225 IE GONAL-f subkutan verabreicht. Anschliessend

wird die Dosis der ovariellen Reaktion angepasst.

Wird ein Antagonisten-Schema angewendet, beginnt die Downregulierung am 5. oder 6. Tag der

Ovarialstimulierung mit GONAL-f und soll bis zum Abend vor oder am Tag der Ovulation

fortgeführt werden.

c. Frauen mit Anovulation aufgrund eines schweren LH- und FSH-Mangels

Bei Frauen, die an LH- und FSH-Mangel (hypogonadotropem Hypogonadismus) leiden, ist das Ziel

der Anwendung von GONAL-f in Verbindung mit Lutropin alfa die Entwicklung eines einzelnen,

reifen Graaf'schen Follikels, aus dem nach Verabreichung von humanem Choriongonadotropin

(hCG) die Eizelle freigesetzt wird. GONAL-f muss zusammen mit LH täglich durch subkutane

Injektion verabreicht werden. Da diese Patientinnen unter einer Amenorrhoe leiden und ihre

endogene Östrogensekretion niedrig ist, kann mit der Behandlung jederzeit begonnen werden.

Die Behandlung sollte der individuellen Reaktion der Patientin, bestimmt durch

Ultraschalluntersuchungen der Follikelgrösse und Messungen des Östrogenspiegels angepasst

werden. Üblicherweise wird die Therapie mit 75 IE Lutropin alfa und 75-150 IE FSH täglich

begonnen.

In klinischen Studien wurde belegt, dass die Sensitivität der Ovarien auf GONAL-f erhöht wird,

wenn GONAL-f zusammen mit Lutropin alfa angewendet wird. Wenn eine Erhöhung der FSH-Dosis

angezeigt ist, sollte diese vorzugsweise in 7–14tägigen Intervallen und vorzugsweise in Schritten von

37.5–75 IE erfolgen. Eine Dosisanpassung von Follitropin alfa sollte vor einer Dosisanpassung von

Lutropin alfa vorgenommen werden.

Klinische Studien haben gezeigt, dass manche Patientinnen bis zu 225 IE Lutropin alfa und 150 IE

Follitropin alfa pro Tag benötigen, um eine optimale Follikelreifung zu erzielen.

Falls eine Patientin nach 3 Behandlungswochen nicht auf die Therapie anspricht, sollte der Zyklus

abgebrochen und die Behandlung mit einer höheren Anfangsdosis Follitropin alfa und Lutropin alfa

als im vorhergehenden Zyklus wieder begonnen werden.

Nach erfolgreicher Stimulation werden 24-48 Stunden nach der letzten Injektion von GONAL-f und

Lutropin alfa einmalig 250 μg r-hCG oder 5'000-10'000 IE hCG injiziert. Der Patientin wird

empfohlen, am Tag der Injektion von hCG und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu

haben.

Als Alternative kann auch eine intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt werden.

Eine Lutealphasenunterstützung kann in Betracht gezogen werden, da nach der Ovulation ein Mangel

an luteotropen Substanzen (LH/hCG) zu einer frühen Inaktivierung des Corpus Luteum führen

könnte.

Bei überschiessender Reaktion ist die Behandlung zu beenden und kein hCG zu verabreichen. Die

Behandlung sollte dann im nächsten Zyklus mit einer niedrigeren FSH-Dosis wiederaufgenommen

werden.

Dosierung beim Mann

Die Behandlung soll durch einen Arzt eingeleitet werden, der in Andrologie spezialisiert ist. Um eine

zufriedenstellende Virilisierung zu erreichen, muss eine Behandlung mit hCG vorausgehen.

GONAL-f soll in einer Dosierung von 150 IE dreimal pro Woche zusammen mit hCG mindestens 4

Monate lang verabreicht werden. Wenn die Spermatogenese nach dieser Zeit noch nicht erreicht

wurde, wird die Behandlung fortgesetzt. Die gegenwärtige klinische Erfahrung zeigt, dass eine

Behandlung bis zu 18 Monaten erforderlich sein kann, um die Spermatogenese zu induzieren.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

GONAL-f wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Deshalb darf GONAL-f bei dieser

Patientengruppe nicht eingesetzt werden.

Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von GONAL-f bei älteren Patienten wurde nicht untersucht. In

dieser Altersgruppe besteht keine Indikation.

Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von GONAL-f bei Patienten mit Nieren- oder

Leberfunktionsstörungen wurde nicht untersucht. Daher können keine Dosierungsempfehlungen

gemacht werden.

Kontraindikationen

·Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (r-FSH) oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung;

·Tumoren des Hypothalamus oder der Hypophyse.

Bei Frauen

·Schwangerschaft, Stillzeit;

·Ovarialvergrösserungen oder Ovarial-Zysten, die nicht auf einem polyzystischen Ovarialsyndrom

beruhen;

·Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom;

·Gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache;

·Unbehandelte Endokrinopathie der Schilddrüse oder der Nebenniere.

GONAL-f darf nicht angewendet werden, wenn abzusehen ist, dass das Therapieziel nicht erreicht

werden kann. Dies gilt z.B, wenn folgende Situationen vorliegen:

Bei Frauen

·Erhöhte Plasma-FSH Werte, die auf eine primäre Ovarialinsuffizienz hindeuten;

·Missbildungen der Geschlechtsorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich machen;

·Uterusmyome, die eine Schwangerschaft unmöglich machen.

Bei Männern

·Primäre testikuläre Insuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

GONAL-f darf nur von Ärzten angewendet werden, die mit Fertilitätsproblemen und deren

Behandlung umfassend vertraut sind.

Die Gonadotropintherapie erfordert eine bestimmte zeitliche Verpflichtung von Ärzten und

medizinischem Personal sowie die Verfügbarkeit geeigneter medizinischer

Überwachungseinrichtungen. Bei Frauen verlangt ein sicherer und wirksamer Einsatz von GONAL-f

die Überwachung der ovariellen Response mittels Ultraschall, vorzugsweise in Kombination mit

regelmässigen Messungen der Östradiolspiegel im Serum.

Der Injektionsort sollte täglich gewechselt werden. Die speziellen Instruktionen zur Anwendung des

vorgefüllten Injektors sind während der Schulung zur Selbstapplikation besonders hervorzuheben

(siehe Hinweise für die Handhabung).

Die Reaktion verschiedener Patientinnen auf die FSH-Verabreichung kann zu einem gewissen Grad

variieren bis hin zu einer mangelhaften Reaktion auf FSH bei einigen Patientinnen.

Es sollte bei Männern wie Frauen jeweils die in Bezug auf das Behandlungsziel geringste wirksame

Dosis verwendet werden.

Sehr seltene Fälle von schwerwiegenden allergischen bzw. anaphylaktischen Reaktionen wurden

nach vorausgehenden leichten allergischen Reaktionen und/oder nach Reexposition in späteren

Behandlungszyklen sowie nach Erstinjektion beobachtet.

Patienten mit einer Porphyrie in der Eigen- oder Familienanamnese müssen während der Behandlung

mit GONAL-f engmaschig überwacht werden, und bei einer Verschlechterung der Symptome ist ein

Abbruch der Behandlung notwendig.

GONAL-f darf bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Behandlung bei Frauen

Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen für die Infertilität des Paares

genau abgeklärt und mögliche Kontraindikationen für eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Insbesondere müssen die Patientinnen auf Hypothyreose, Nebennierenrindeninsuffizienz und

Hyperprolaktinämie sowie auf Tumoren der Hypophyse und des Hypothalamus untersucht und

entsprechend behandelt werden.

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)

Eine gewisse Vergrösserung der Ovarien ist bei einer kontrollierten Stimulation der Ovarien zu

erwarten. Bei zu starker Stimulierung kann es jedoch zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom

(OHSS) kommen. Dieses umfasst eine deutliche Ovarialvergrösserung, hohe

Sexualsteroidkonzentrationen im Serum und eine erhöhte vaskuläre Permeabilität, welche zu einer

Flüssigkeitsverschiebung in den peritonealen, den pleuralen und selten auch in den perikardialen

Raum führen kann.

Sehr häufig tritt das OHSS auf, nachdem die Hormonbehandlung beendet wurde, und erreicht ein

Maximum etwa 7 bis 10 Tage nach der Behandlung.

Bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom wird ein OHSS häufiger beobachtet und bildet sich

normalerweise ohne Behandlung wieder zurück.

Das OHSS kann in 3 Schweregraden auftreten:

Ein leichtes OHSS geht mit Unterleibsschmerzen und einer Vergrösserung der Ovarien einher. Bei

einem moderat verlaufenden OHSS können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Anzeichen eines Aszites

(Nachweis sonographisch) und eine deutliche Ovarialvergrösserung auftreten.

Mild oder moderat verlaufende OHSS heilen normalerweise spontan nach zwei bis drei Wochen

(bzw. mit Eintreten der Menstruation) wieder ab.

Bei einem schweren OHSS (ca. 1%) werden folgende Symptome beobachtet: Unterleibsschmerzen,

aufgeblähter Bauch, starke Ovarialvergrösserung, Gewichtszunahme, Dyspnoe, Oligurie und

gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Es kann zu Hypovolämie, Hämokonzentration, Elektrolytstörungen, sekundärem

Hypoaldosteronismus, Hyperkoagulabilität des Blutes, Aszites, Hämoperitoneum, Pleuraergüssen

und akuter Atemnot kommen. Selten können bei einem schweren OHSS Komplikationen auftreten

wie Ovarialtorsion oder thromboembolische Ereignisse, z.B. Lungenembolie, Schlaganfall oder

Herzinfarkt.

Ein OHSS kann sich rasch (innerhalb von 24 Stunden bis hin zu einigen Tagen) entwickeln und zu

einem schwerwiegenden medizinischen Notfall werden. Eine sorgfältige Überwachung während der

Behandlung und bis zu 2 Wochen nach Verabreichung von hCG muss daher gewährleistet sein.

Um das Risiko für OHSS oder eine Mehrlingsschwangerschaft zu verringern, werden

Ultraschalluntersuchungen sowie Bestimmungen der Östradiolspiegel im Serum empfohlen. Bei

anovulatorischen Patientinnen ist das Risiko für ein OHSS oder eine Mehrlingsschwangerschaft

erhöht bei Östradiolspiegel im Serum von mehr als 900 pg/ml (3300 pmol/l) und bei Vorliegen von

mehr als drei Follikeln mit einem Durchmesser von ≥14 mm. Beim Einsatz von GONAL-f in der

assistierten Reproduktion ist das Risiko eines OHSS erhöht, wenn Östradiolspiegel im Serum von

mehr als 3'000 pg/ml (11'000 pmol/l) und 20 oder mehr Follikel mit einem Durchmesser von ≥12

mm vorliegen. Wenn der Östradiolspiegel im Serum höher ist als 5'500 pg/ml (20'200 pmol/l) und

die Gesamtzahl der Follikel 40 oder mehr beträgt, sollte kein hCG verabreicht werden.

Bei einer einfachen ovariellen Stimulation wird durch Einhaltung der empfohlenen Dosierung und

der Überwachungsintervalle (Ultraschall und Messungen der Östradiolspiegel im Serum) das Risiko

eines OHSS reduziert.

Bei Patientinnen, die sich einer Superovulation unterziehen, ist die Gefahr einer Hyperstimulation

aufgrund einer überschiessenden Östrogenreaktion und einer multifollikulären Entwicklung erhöht.

Die Häufigkeit eines OHSS kann durch Absaugen sämtlicher Follikel vor der Ovulation vermindert

werden.

Vor Verabreichung von hCG zur Auslösung der Ovulation führt eine überschiessende Reaktion der

Ovarien auf die Gonadotropinbehandlung selten zu einem OHSS. Es ist deshalb empfehlenswert, in

Fällen einer ovariellen Hyperstimulation kein hCG zu verabreichen und die Patientin anzuweisen, für

mindestens 4 Tage keinen Coitus zu haben oder geeignete Verhütungsmethoden anzuwenden.

Sollten unter der Behandlung mit GONAL-f die oben erwähnten Symptome auftreten, ist eine

sorgfältige ärztliche Untersuchung angezeigt. Die Behandlung mit GONAL-f sollte in diesen Fällen

abgebrochen werden, und es darf kein hCG verabreicht werden.

Ein OHSS kann schwerer und langwieriger verlaufen, wenn eine Schwangerschaft eintritt.

Darüber hinaus ist das Risiko für einen Spontanabort erhöht, wenn eine Schwangerschaft zusammen

mit einem OHSS auftritt.

Bei einer mässiggradigen Hyperstimulation ist im Allgemeinen eine Überwachung der Patientin

ausreichend.

Im Falle eines schweren OHSS, muss die Patientin hospitalisiert und eine Therapie des OHSS

eingeleitet werden. Die Behandlung des OHSS erfolgt symptomatisch. Insbesondere muss auf einen

Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts geachtet werden.

Mehrlingsschwangerschaften

Bei Patientinnen, die sich einer Ovulationsinduktion mit GONAL-f unterziehen ist die

Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft im Vergleich zur natürlichen Konzeption

erhöht. Bei der Mehrzahl der Mehrlingsschwangerschaften handelt es sich um Zwillinge. Um das

Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren, wird die sorgfältige Überwachung der

ovariellen Response empfohlen.

Bei Patientinnen, die sich auf eine assistierte Reproduktion vorbereiten, ist das Risiko einer

Mehrlingsschwangerschaft hauptsächlich abhängig von der Anzahl der transferierten Embryonen,

ihrer Qualität und dem Alter der Patientin.

Die Patientinnen müssen vor Behandlungsbeginn über das potentielle Risiko einer

Mehrlingsschwangerschaft informiert werden.

Ektopische Schwangerschaften

Bei Frauen mit vorhergehenden Eileitererkrankungen besteht das Risiko einer ektopischen

Schwangerschaft, unabhängig davon, ob die Schwangerschaft durch spontane Konzeption oder durch

Fertilitätsbehandlung eingetreten ist. Die Häufigkeit einer ektopischen Schwangerschaft nach IVF

liegt bei 2 bis 5% verglichen mit 1 bis 1.5% in der Allgemeinbevölkerung.

Fehlgeburten

Die Häufigkeit von Fehlgeburten ist bei Patientinnen, die sich einer Stimulationsbehandlung oder

einer Technik der assistierten Reproduktion unterziehen, höher als bei der Durchschnittsbevölkerung.

Kongenitale Missbildungen

Die Häufigkeit kongenitaler Missbildungen nach Anwendung von Techniken der assistierten

Reproduktion könnte etwas höher liegen als nach spontaner Konzeption. Es wird angenommen, dass

dies auf Unterschiede in den Eigenschaften der Eltern (z.B. Alter der Mutter, Eigenschaften der

Spermien) und auf Mehrlingsschwangerschaften zurückzuführen ist.

Thromboembolische Ereignisse

Bei Frauen mit Risikofaktoren für venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse, wie

Adipositas (BMI >30 kg/m2), Rauchen oder positiver Eigen- oder Familienanamnese kann eine

Gonadotropinbehandlung das Risiko solcher Ereignisse (tiefe Venenthrombosen, Lungenembolie,

zerebrovaskulärer Insult, etc.) weiter erhöhen. Bei diesen Frauen müssen die Vorteile einer

Gonadotropinbehandlung gegenüber den Risiken abgewogen werden. Es ist anzumerken, dass eine

Schwangerschaft ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse assoziiert

ist.

Neoplasmen

Bei Frauen, die sich multiplen Behandlungszyklen zur Ovulationsinduktion unterzogen, wurde über

gutartige wie auch über bösartige Neoplasmen der Ovarien und anderer Fortpflanzungsorgane

berichtet. Nach Markteinführung wurden Einzelfälle von malignen Melanomen gemeldet, die de

novo oder als Rezidiv (letzteres nach mehrjährigem Intervall) auftraten. Bisher wurde noch nicht

nachgewiesen, ob eine Behandlung mit Gonadotropinen das Risiko für diese Tumoren bei infertilen

Frauen erhöht.

Behandlung bei Männern

Erhöhte endogene FSH-Spiegel deuten auf eine primäre testikuläre Insuffizienz hin. Solche Patienten

sprechen auf eine Therapie mit GONAL-f/hCG nicht an (siehe Kontraindikationen).

Es wird empfohlen, 4 bis 6 Monate nach Beginn der Behandlung eine Spermauntersuchung

durchzuführen, um den Behandlungsverlauf zu verfolgen.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Follitropin alfa durchgeführt. Pharmakokinetische

Interaktionen von GONAL-f mit anderen Arzneimitteln wurden bisher nicht beobachtet.

Bei gleichzeitiger Anwendung von GONAL-f zusammen mit anderen Arzneimitteln, die zur

Ovulationsstimulierung verwendet werden (z.B. hCG, Clomifencitrat), kann die follikuläre Reaktion

verstärkt werden, wohingegen bei gleichzeitiger Anwendung eines GnRH-Agonisten oder

-Antagonisten zur hypophysären Desensibilisierung eine höhere Dosis von GONAL-f erforderlich

sein kann, um eine adäquate ovarielle Reaktion zu erzielen.

Schwangerschaft/Stillzeit

GONAL-f ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Die klinischen Daten sind nicht ausreichend, um im Falle einer Exposition während der

Schwangerschaft eine teratogene Wirkung von rekombinantem FSH auszuschliessen. Jedoch wurde

bis jetzt keine bestimmte teratogene Wirkung berichtet. In Tierversuchen wurde keine teratogene

Wirkung beobachtet.

Es ist nicht bekannt, ob r-FSH in die Muttermilch übertritt und wie es sich ggf. auf das Kind

auswirkt. GONAL-f ist daher während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Untenstehend aufgeführte Nebenwirkungen wurden nach der Häufigkeit ihres Auftretens wie folgt

klassifiziert: sehr häufig: ≥1/10, häufig: ≥1/100–<1/10, gelegentlich: ≥1/1'000–<1/100, selten:

≥1/10'000–<1/1'000, sehr selten: <1/10'000.

Folgende unerwünschte Wirkungen können bei der Behandlung sowohl von Frauen als auch von

Männern auftreten:

Erkrankungen des Immunsystems:

Sehr selten: leichte bis schwere Hypersensitivitätsreaktionen einschliesslich anaphylaktischer

Reaktionen und Schock.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Sehr selten: Verschlechterung eines vorbestehenden Asthmas.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Sehr häufig: leichte bis schwere Reaktionen an der Injektionsstelle (23%; z.B. Erytheme,

Schwellung, Schmerzen oder Hämatom).

Behandlung von Frauen:

Erkrankungen des Nervensystems:

Sehr häufig: Kopfschmerzen (25.4%).

Gefässerkrankungen:

Selten: Thromboembolien.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Sehr häufig: Ovarialzysten (15%).

Häufig: Unterleibsschmerzen, leichtes bis mässiges OHSS (siehe Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen).

Gelegentlich: schweres OHSS (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Selten: Ovarialtorsion (als Komplikation eines schweren OHSS).

Behandlung von Männern

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig: Gewichtszunahme.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Akne.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Häufig: Gynäkomastien, Varikozelen.

Überdosierung

Die Auswirkungen einer Überdosierung von GONAL-f sind nicht bekannt. Man kann aber

annehmen, dass es dadurch zum Auftreten eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms kommen

kann (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA05

GONAL-f besteht aus gentechnologisch hergestelltem follikelstimulierendem Hormon (r-FSH), das

von gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert

wird. Bei Frauen besteht die Hauptwirkung von parenteral verabreichtem r-FSH in der Entwicklung

reifer Graaf'scher Follikel.

In klinischen Studien wurden Patientinnen mit schwerem FSH- und LH-Mangel durch endogene LH-

Spiegel im Serum von <1.2 IE/l definiert, welche in einem Zentrallabor bestimmt wurden. Es sollte

jedoch berücksichtigt werden, dass es Unterschiede bei LH-Bestimmungen in verschiedenen Labors

gibt.

Bei Patientinnen mit supprimierter endogener Gonadotropinsekretion führte die Verabreichung von

GONAL-f zu einer Stimulation der Follikelentwicklung und Steroidbildung, obwohl die LH-Werte

nicht messbar waren.

Bei Männern mit FSH-Mangel wird bei gleichzeitiger Gabe von GONAL-f und hCG über

mindestens 4 Monate die Spermatogenese induziert.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach subkutaner Verabreichung beträgt die absolute Bioverfügbarkeit etwa 70%.

Nach wiederholter Verabreichung von GONAL-f wird der Steady-State mit einem

Akkumulationsfaktor von etwa 3 nach 3 bis 4 Tagen erreicht.

Distribution

Nach intravenöser Verabreichung wird GONAL-f in den extrazellulären Flüssigkeiten mit einer

initialen Halbwertszeit von ungefähr 2 Stunden verteilt. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 10 Liter.

Metabolismus

Rekombinantes FSH wird auf dieselbe Weise metabolisiert wie humanes FSH. Spezifische Studien

zur Metabolisierung von GONAL-f wurden jedoch nicht durchgeführt.

Elimination

Die Gesamtclearance beträgt unter Steady-State-Bedingungen 0.6 Liter/Stunde, die terminale

Halbwertszeit liegt bei etwa 24 Stunden. Nur ein Achtel der verabreichten GONAL-f Dosis wird mit

dem Urin ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von r-FSH wurde bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz nicht

untersucht.

Präklinische Daten

Studien zur Mutagenität blieben ohne Befunde.

Die Kanzerogenität wurde aufgrund der vorgesehenen Indikation nicht untersucht.

Eine Reduktion der Fertilität wurde bei Ratten beobachtet, denen über einen längeren Zeitraum

pharmakologische Dosen von Follitropin alfa (≥40 IE/kg/Tag) verabreicht wurden.

Bei der Verabreichung von hohen Dosen (≥5 IE/kg/Tag) verursachte Follitropin alfa eine Abnahme

der Anzahl an lebensfähigen Feten ohne dabei teratogen zu sein, sowie eine Wehenanomalie ähnlich

jener, wie sie nach Verabreichung von urinärem hMG beobachtet wurde.

Die lokale Verträglichkeit von GONAL-f Injektionslösung wurde in einer Studie an Kaninchen

getestet. Nach einer einmaligen subkutanen Injektion einer hohen Dosierung (1 ml Injektionslösung

zu 600 IE (44 mcg)) wurden weder nach 2 noch nach 14 Tagen lokale Reizerscheinungen

beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Inkompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden oder vermischt mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze

verabreicht werden.

Haltbarkeit

24 Monate.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nach Anbruch kann das Präparat bis zu 28 Tage lang bei Temperaturen bis zu 25 °C aufbewahrt

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern. Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Innerhalb der Haltbarkeitsdauer kann das Präparat bis zu 3 Monate lang bei Temperaturen bis zu

25 °C aufbewahrt werden, ohne erneut gekühlt zu werden. Ist das Präparat nach diesen 3 Monaten

nicht verwendet worden, muss es verworfen werden.

Zur Aufbewahrung nach Anbruch siehe Abschnitt Haltbarkeit.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung darf nicht angewendet werden, wenn sie Schwebstoffe enthält oder nicht klar

ist.

Die Patrone im GONAL-f PEN darf nicht aus dem Pen entfernt werden.

Ein ständiges Wechseln der Körperregion wird nicht empfohlen. Innerhalb einer Region sollte jedoch

die Einstichstelle gewechselt werden. Dabei soll in dieselbe Stelle nicht mehr als einmal im Monat

injiziert werden. Die Injektionsstelle soll nicht massiert werden.

Benutzte Injektionsnadeln sind nach der Injektion unverzüglich zu entsorgen.

Nicht verwendete Arzneimittel oder Abfallmaterial sind zu verwerfen und entsprechend den

kantonalen Anforderungen zu entsorgen.

Zulassungsnummer

56689 (Swissmedic).

Packungen

GONAL-f PEN 300 IE/0.5 ml (22 μg/0.5 ml) liegt als 0.5 ml Injektionslösung in einer 3 ml Patrone

(Typ I Glas) vor, welche mit einem Kolbenstopfen (Halogenbutylgummi) und einer gebördelten

Gummikappe (Halogenbutylgummi) verschlossen ist. Die Patrone ist im gebrauchsfertigen Pen

vormontiert. (A)

Eine Packung enthält 1 gebrauchsfertigen Pen und 8 Injektionsnadeln, die zur Anwendung mit dem

Pen vorgesehen sind.

GONAL-f PEN 450 IE/0.75 ml (33 μg/0.75 ml) liegt als 0.75 ml Injektionslösung in einer 3 ml

Patrone (Typ I Glas) vor, welche mit einem Kolbenstopfen (Halogenbutylgummi) und einer

gebördelten Gummikappe (Halogenbutylgummi) verschlossen ist. Die Patrone ist im

gebrauchsfertigen Pen vormontiert. (A)

Eine Packung enthält 1 gebrauchsfertigen Pen und 12 Injektionsnadeln, die zur Anwendung mit dem

Pen vorgesehen sind.

GONAL-f PEN 900 IE/1.5 ml (66 μg/1.5 ml) liegt als 1.5 ml Injektionslösung in einer 3 ml Patrone

(Typ I Glas) vor, welche mit einem Kolbenstopfen (Halogenbutylgummi) und einer gebördelten

Gummikappe (Halogenbutylgummi) verschlossen ist. Die Patrone ist im gebrauchsfertigen Pen

vormontiert. (A)

Eine Packung enthält 1 gebrauchsfertigen Pen und 20 Injektionsnadeln, die zur Anwendung mit dem

Pen vorgesehen sind.

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

März 2017.

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