Glatirameracetat AbZ 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

07-07-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

07-07-2021

Wirkstoff:
Glatirameracetat (1:x) ((mit Angaben zum Essigsäure-Gehalt))
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift - (4238075)
ATC-Code:
L03AX13
INN (Internationale Bezeichnung):
Glatiramer acetate (1:x)
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Glatirameracetat (1:x) ((mit Angaben zum Essigsäure-Gehalt)) (30369) 40 Milligramm
Verabreichungsweg:
subkutane Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2201435.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-10-17

Dokumente in anderen Sprachen

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

05-07-2019

MMR MMR - Englisch

16-06-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Glatirameracetat AbZ 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

Glatirameracetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Glatirameracetat AbZ und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Glatirameracetat AbZ beachten?

Wie ist Glatirameracetat AbZ anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Glatirameracetat AbZ aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Glatirameracetat AbZ und wofür wird es angewendet?

Glatirameracetat AbZ ist ein Arzneimittel, das dreimal wöchentlich zur Behandlung der

schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) angewendet wird. Glatirameracetat AbZ wird nicht bei

primär oder sekundär progredienter MS angewendet. Es verändert die Funktionsweise des

Immunsystems Ihres Körpers und gehört zur Klasse der immunmodulierenden Arzneimittel. Man

nimmt an, dass das Krankheitsbild der MS durch einen Defekt im Immunsystem ausgelöst wird.

Dadurch entstehen Entzündungsherde im Gehirn und im Rückenmark.

Glatirameracetat AbZ wird angewendet, um die Häufigkeit von Schüben bei MS zu vermindern. Für

MS-Formen, die nicht oder kaum schubförmig verlaufen, ist keine Wirkung nachgewiesen.

Glatirameracetat AbZ hat möglicherweise keinen Einfluss auf die Dauer eines Schubes oder darauf,

wie stark Sie unter einem Schub leiden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Glatirameracetat AbZ beachten?

Glatirameracetat AbZ darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Glatirameracetat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Glatirameracetat AbZ anwenden,

wenn Sie eine Herzerkrankung oder eine Nierenerkrankung haben. Ihr Arzt wird gegebenenfalls

regelmäßige Kontrollen durchführen.

wenn Sie Leberprobleme haben oder hatten (einschließlich durch Alkoholkonsum bedingte

Leberprobleme).

Kinder und Jugendliche

Glatirameracetat AbZ ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Ältere Menschen

Glatirameracetat AbZ wurde nicht speziell bei älteren Patienten untersucht. Bitte wenden Sie sich bei

Fragen an Ihren Arzt.

Anwendung von Glatirameracetat AbZ zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist nicht bekannt, dass Glatirameracetat AbZ die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen beeinflusst.

3.

Wie ist Glatirameracetat AbZ anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt eine Fertigspritze (40 mg Glatirameracetat). Die

Lösung wird dreimal wöchentlich mit mindestens 48-stündigem Abstand unter die Haut injiziert

(subkutane Anwendung). Es wird empfohlen, das Arzneimittel immer an den gleichen Wochentagen

zu geben.

Wenn Sie Glatirameracetat AbZ zum ersten Mal anwenden, werden Sie von einem Arzt oder anderem

medizinischen Fachpersonal in die Technik der Selbstinjektion eingewiesen. Um sicherzugehen, dass

keine Probleme auftreten, werden Sie Ihre erste Injektion unter Aufsicht von medizinischem

Fachpersonal durchführen und bleiben anschließend etwa 30 Minuten unter Beobachtung.

Anleitung zur Durchführung der Injektion

Lesen Sie diesen Abschnitt sorgfältig durch, bevor Sie Glatirameracetat AbZ anwenden.

Vergewissern Sie sich vor der Injektion, dass das Arzneimittel und alle benötigten Materialien

vorhanden sind:

Eine Blisterpackung mit einer Fertigspritze Glatirameracetat AbZ.

Entnehmen Sie für jede Injektion nur eine Blisterpackung mit einer Fertigspritze aus der

Packung. Bewahren Sie die verbleibenden Spritzen im Umkarton auf.

Wenn Sie die Spritze im Kühlschrank aufbewahrt haben, nehmen Sie die Blisterpackung mit der

Spritze mindestens 20 Minuten vor der Injektion heraus, damit sich die Injektionslösung auf

Raumtemperatur erwärmt.

Abfallbehälter zur sicheren Entsorgung der gebrauchten Spritzen.

Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.

Wählen Sie anhand der Diagramme eine geeignete Injektionsstelle.

Für eine Injektion sind folgende sieben Bereiche Ihres Körpers geeignet:

Bereich 1:

Bauchregion rund um den Bauchnabel. Den Bereich von 5 cm um den Bauchnabel

aussparen,

Bereich 2 und 3:

Oberschenkel (oberhalb des Knies),

Bereich 4, 5, 6 und 7:

Rückseite der Oberarme und obere Hüfte (unterhalb der Taille).

Innerhalb eines Bereichs können verschiedene Stellen für die Injektion gewählt werden. Wählen Sie

jedes Mal eine andere Injektionsstelle, um das Risiko von Reizungen oder Schmerzen an der

Injektionsstelle zu verringern. Wechseln Sie die Injektionsstelle innerhalb eines Bereichs.

Nutzen Sie

nicht jedes Mal dieselbe Stelle.

Bitte beachten Sie:

Injizieren Sie nicht in schmerzende, gerötete, geschwollene oder verhärtete

Injektionsbereiche.

Planen Sie am besten den Wechsel der Injektionsstelle, indem Sie Ihre Injektionen und die

Injektionsstellen in ein Tagebuch eintragen. Bei einigen Bereichen kann die Selbstinjektion

schwieriger sein (z. B. in die Rückseite Ihrer Oberarme). Gegebenenfalls benötigen Sie hierfür

Unterstützung.

Durchführung der Injektion:

Öffnen Sie die Blisterpackung, indem Sie die Abdeckung der Blisterpackung abziehen, und

entnehmen Sie die Spritze.

Entfernen Sie die Schutzhülle von der Nadel, jedoch

nicht

mit Ihrem Mund oder den Zähnen.

Bilden Sie eine lockere Hautfalte, indem Sie die Haut vorsichtig mit Zeigefinger und Daumen

zusammendrücken (Abb. 1).

Stechen Sie die Nadel in die Hautfalte (Abb. 2).

Injizieren Sie die Lösung durch gleichmäßiges Herunterdrücken des Kolbens, bis die Spritze

vollständig entleert ist.

Anschließend ziehen Sie die Spritze mit der Nadel gerade heraus.

Entsorgen Sie die Spritze in den Abfallbehälter.

Abb. 1

Abb. 2

Es ist sehr wichtig, dass Glatirameracetat AbZ richtig injiziert wird:

Ausschließlich in das Gewebe unter der Haut (subkutanes Gewebe).

In der Dosierung, die Ihr Arzt angeordnet hat. Wenden Sie nur die vom Arzt verordnete Menge

Verwenden Sie jede Spritze nur ein Mal. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial

müssen entsorgt werden.

Der Inhalt einer Fertigspritze Glatirameracetat AbZ darf nicht mit anderen Arzneimitteln

gemischt oder gleichzeitig injiziert werden.

Verwenden Sie die Lösung nicht, wenn sie sichtbare Teilchen enthält. Nehmen Sie eine neue

Spritze.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Glatirameracetat AbZ zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Glatirameracetat AbZ angewendet haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Glatirameracetat AbZ vergessen haben

Wenden Sie die versäumte Dosis so bald wie möglich an und lassen Sie dann den nächsten Tag aus.

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Nehmen Sie möglichst in der nächsten Woche das vorgesehene Anwendungschema wieder auf.

Wenn Sie die Anwendung von Glatirameracetat AbZ abbrechen

Brechen Sie die Anwendung von Glatirameracetat AbZ nicht ohne Absprache mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)

Es können schwerwiegende allergische Reaktionen auftreten, dies kommt aber nur selten (kann bis zu

1 von 1.000 Behandelten betreffen) vor.

Brechen Sie bei Auftreten einer der folgenden Nebenwirkungen die Anwendung von

Glatirameracetat AbZ sofort ab und benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder suchen

Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf:

Hautausschlag (rote Punkte oder Nesselausschlag)

Schwellungen an den Augenlidern, den Lippen oder im Gesicht

plötzliche Atemnot

Krämpfe (Anfälle)

Ohnmacht

Andere Reaktionen, die unmittelbar auf die Injektion folgen

Innerhalb von Minuten nach einer Injektion von Glatirameracetat AbZ können bei manchen

Behandelten gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) eine oder mehrere der

folgenden Beschwerden auftreten. Die meisten dieser Reaktionen verursachen keine Probleme und

gehen innerhalb einer halben Stunde zurück.

Sollte jedoch eines der folgenden Symptome

länger als 30 Minuten andauern, benachrichtigen Sie

unverzüglich Ihren Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses

auf:

„Flush“ (Hautrötung) im Brustbereich oder im Gesicht (Gefäßerweiterung)

Atemnot (Dyspnoe)

Brustschmerzen

Herzklopfen und schneller Herzschlag (Palpitationen, Tachykardie)

Leberprobleme

In seltenen Fällen kann es während der Behandlung mit Glatirameracetat AbZ zu Leberproblemen

oder einer Verschlechterung bereits bestehender Leberprobleme kommen, einschließlich

Leberversagen. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie folgende Symptome bemerken:

Übelkeit

Appetitverlust

dunkel gefärbter Urin und heller Stuhl

Gelbfärbung der Haut oder des weißen Teils der Augen

erhöhte Neigung zu Blutungen

Im Allgemeinen wurden die Nebenwirkungen, die von Patienten unter der Behandlung mit

Glatirameracetat 40 mg/ml dreimal wöchentlich gemeldet wurden, auch von Patienten unter

Glatirameracetat 20 mg/ml berichtet (siehe nachfolgende Auflistung).

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Infektionen, Grippe

Angst, Depression

Kopfschmerzen

Übelkeit

Hautausschlag

Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen

Schwächegefühl, Hautreaktionen an der Injektionsstelle wie Hautrötung, Schmerzen,

Quaddelbildung, Juckreiz, Gewebeschwellung, Entzündung und Überempfindlichkeit an der

Injektionsstelle (diese Reaktionen an der Injektionsstelle sind nicht unüblich und gehen für

gewöhnlich mit der Zeit zurück), unspezifische Schmerzen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Entzündung der Atemwege, Magen-Darm-Infektion, Herpesbläschen, Entzündung der Ohren,

Schnupfen, Zahnabszess, Pilzinfektion der Scheide

Gutartige Neubildung von Hautgewebe (gutartiges Haut-Neoplasma), Neubildung von Gewebe

(Neoplasma)

geschwollene Lymphknoten

Überempfindlichkeitsreaktionen

Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme

Nervosität

Geschmacksveränderung, erhöhte Anspannung des Muskeltonus, Migräne, Sprachstörungen,

Ohnmacht, Zittern

Doppeltsehen, Funktionsstörungen der Augen

Funktionsstörungen der Ohren

Husten, Heuschnupfen

Funktionsstörungen des Darmausgangs oder Enddarms, Verstopfung, Zahnkaries,

Verdauungsstörungen, Schluckstörungen, Darminkontinenz, Erbrechen

abweichender Leberfunktionstest

kleinflächige Hautblutung, starkes Schwitzen, Juckreiz, Hautstörungen, Nesselausschlag

Nackenschmerzen

Drang die Blase zu entleeren, häufiges Wasserlassen, Unfähigkeit die Blase angemessen zu

entleeren

Schüttelfrost, Gesichtsschwellung, Gewebeschwund unter der Haut an der Injektionsstelle,

lokale Reaktionen, periphere Schwellungen durch Wassereinlagerungen, Fieber

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Abszess, Entzündung von Haut und darunter liegendem Weichgewebe, Furunkel, Gürtelrose,

Entzündung der Nieren

Hautkrebs

Erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen, verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen,

Milzvergrößerung, geringe Anzahl an Blutplättchen, Formveränderung der weißen

Blutkörperchen

Vergrößerung der Schilddrüse, Schilddrüsenüberfunktion

Alkohol-Unverträglichkeit, Gicht, Erhöhung des Blutfettgehalts, Erhöhung des Blutnatrium,

Verringerung des Serumferritin

ungewöhnliche Träume, Verwirrtheit, euphorische Stimmung, Sehen, Hören, Riechen,

Schmecken oder Fühlen von Dingen, die es nicht gibt (Halluzinationen), Feindseligkeit,

krankhaft gehobene Stimmung, Persönlichkeitsstörungen, Suizidversuch

Taubheit und Schmerzgefühl in der Hand (Karpaltunnelsyndrom), psychische Störungen,

Anfälle (Krämpfe), Probleme beim Schreiben oder Lesen, Muskelstörungen, Probleme bei

Bewegungen, Muskelkrämpfe, Nervenentzündung, Störungen in der Nerven-Muskel-

Verbindung, die zu einer Muskelfunktionsschwäche führen, unwillkürlich schnelle

Augenbewegungen, Lähmung, Fallfuß (Peroneuslähmung), geistig-körperliche Erstarrung

(Stupor), Gesichtsfeldstörungen

Trübung der Augenlinse (Katarakt), Schädigung der Hornhaut, trockenes Auge, Augenblutung,

Herabhängen des oberen Augenlids, Pupillenerweiterung, Sehnervschwund, der zu

Sehstörungen führt

zusätzliche Herzschläge, langsamer Herzschlag, anfallsartig auftretender schneller Herzschlag

Krampfadern

wiederkehrender Atemstillstand, Nasenbluten, übermäßig beschleunigte oder vertiefte Atmung

(Hyperventilation), Engegefühl im Hals, Lungenfunktionsstörungen, Erstickungsgefühl durch

Enge im Hals

Entzündung des Dickdarms, Dickdarmpolypen, Entzündung des Dünndarms, Aufstoßen,

Speiseröhrengeschwür, Zahnfleischentzündung (Parodontose), Blutung des Mastdarms,

Vergrößerung der Speicheldrüsen

Gallensteine, Vergrößerung der Leber

Schwellung der Haut und des Weichgewebes (Angioödem), Hautkontaktausschlag,

schmerzhafte Knotenrose (Erythema nodosum), Hautknötchen

Schwellung, Entzündung und Schmerzen der Gelenke (Arthritis oder Osteoarthritis),

Entzündung und Schmerzen der Schleimbeutel in einigen Gelenken, Flankenschmerzen,

Muskelschwund

Blut im Urin, Nierensteine, Harnwegsleiden, Urinauffälligkeiten

Fehlgeburt

Schwellung der Brüste, Erektionsstörungen, Beckenvorfall, Dauererektion,

Prostatabeschwerden, ungewöhnlicher Gebärmutterhalsabstrich, Funktionsstörungen der Hoden,

Scheidenblutung, Funktionsstörungen der Scheide

Zysten, Katergefühl, geringe Körpertemperatur (Hypothermie), unspezifische Entzündungen,

Gewebezerstörung (Nekrose) an der Injektionsstelle, Schleimhautreizungen

Beschwerden nach einer Impfung

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken,

wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker

. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Glatirameracetat AbZ aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verw.

bis“/„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Glatirameracetat AbZ Fertigspritzen können einmalig bis zu einem Monat außerhalb eines

Kühlschranks zwischen 15 °C und 25 °C aufbewahrt werden. Wenn die Glatirameracetat AbZ

Fertigspritzen nicht innerhalb eines Monats angewendet wurden und sich noch in der

Originalverpackung befinden, müssen sie wieder im Kühlschrank gelagert werden.

Nicht einfrieren.

Die Fertigspritzen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Spritzen, die sichtbare Teilchen enthalten.

Entsorgen Sie die benutzten Spritzen sorgfältig in einem durchstechsicheren Behältnis wie von Ihrem

Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal empfohlen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Glatirameracetat AbZ enthält

Der Wirkstoff ist: Glatirameracetat. 1 ml Injektionslösung (der Inhalt einer Fertigspritze) enthält

40 mg Glatirameracetat (1:9).

Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.) und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Glatirameracetat AbZ aussieht und Inhalt der Packung

Glatirameracetat AbZ Injektionslösung in einer Fertispritze ist eine klare Lösung.

Glatirameracetat AbZ ist erhältlich in Packungen mit 3 oder 12 Fertigspritzen mit 1 ml

Injektionslösung oder in einer Bündelpackung mit 36 (3 Packungen mit jeweils 12) Fertigspritzen mit

1 ml Injektionslösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

AbZ-Pharma GmbH

Graf-Arco-Straße 3

89079 Ulm

Hersteller

Teva Pharmaceuticals Europe B.V.

Piet Heinkade 107

1019 GM Amsterdam

Niederlande

oder

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Straße 3

89143 Blaubeuren

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland

Glatirameracetat AbZ 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

Österreich

Copaxobene 40mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

Belgien

Glataxon 40 mg/ml solution injectable en seringue préremplie /

oplossing voor injectie in een voorgevulde spuit / Injektionslösung in

einer Fertigspritze

Luxemburg

Glaxaton 40 mg/1ml solution injectable en seringue préremplie

Kroatien

Glatirameracetat Pliva 40 mg/ml otopina za injekciju u napunjenoj

štrcaljki

Finnland

Glatiramer acetate Teva 40 mg/ml injektioneste, liuos, esitäytetty ruisku

Polen

Glatiramer acetate Teva

Portugal

Acetato de Glatirâmero Mepha

Slowakei

Glatirameracetát Teva 40 mg/ml injekčný roztok naplnený v injekčnej

striekačke

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2021.

Versionscode: Z06

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Glatirameracetat AbZ 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung (1 Fertigspritze) enthält 40 mg Glatirameracetat (1:9)*, entsprechend 36 mg

Glatiramer.

Glatirameracetat ist das Acetatsalz von synthetischen Polypeptiden, die vier natürlich

vorkommende Aminosäuren enthalten:

-Glutaminsäure,

-Alanin,

-Tyrosin und

-Lysin. Die

Spannen der Molarfraktionen betragen 0,129 – 0,153; 0,392 – 0,462; 0,086 – 0,100 bzw.

0,300 – 0,374. Das durchschnittliche Molekulargewicht von Glatirameracetat liegt im Bereich von

5.000 bis 9.000 Dalton. Aufgrund der Komplexität der Zusammensetzung kann kein spezifisches

Polypeptid charakterisiert werden, auch in Hinblick auf die Aminosäuresequenz, obwohl die

endgültige Glatirameracetat-Zusammensetzung nicht vollkommen zufällig ist.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion)

Klare Lösung.

Die Injektionslösung hat einen pH-Wert von 5,0 – 7,0 und eine Osmolarität von etwa 300 mOsmol/l.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Glatirameracetat AbZ wird angewendet zur Behandlung der schubförmigen multiplen Sklerose (MS)

(wichtige Informationen über die Patientengruppe, in der die Wirksamkeit belegt wurde, siehe

Abschnitt 5.1).

Glatirameracetat AbZ ist nicht indiziert bei primär oder sekundär progredienter MS.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Der Beginn der Behandlung mit Glatirameracetat AbZ sollte von einem Neurologen oder von einem in

der Behandlung der MS erfahrenen Arzt überwacht werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis bei Erwachsenen beträgt 40 mg Glatirameracetat (entsprechend einer

Fertigspritze), angewendet als subkutane Injektion dreimal wöchentlich mit mindestens 48-stündigem

Abstand.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen keine Erkenntnisse über die notwendige Behandlungsdauer des

Patienten vor.

Die Entscheidung über eine Langzeitbehandlung ist vom behandelnden Arzt individuell zu treffen.

Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es liegen keine speziellen Studien mit Glatirameracetat bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion vor (siehe Abschnitt 4.4).

Ältere Patienten

Es liegen keine speziellen Studien mit Glatirameracetat bei älteren Patienten vor.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Glatirameracetat bei Kindern und Jugendlichen ist nicht

erwiesen. Zur Anwendung von Glatirameracetat bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen

nicht genügend Daten vor, um eine Empfehlung zur Anwendung geben zu können. Daher ist

Glatirameracetat bei dieser Patientengruppe nicht anzuwenden.

Art der Anwendung

Glatirameracetat AbZ ist zur subkutanen Anwendung bestimmt.

Die Patienten sind in die Technik der Selbstinjektion einzuweisen und bei der ersten Selbstinjektion

und in den darauf folgenden 30 Minuten von medizinischem Fachpersonal zu überwachen.

Die Injektionsstelle ist bei jeder Injektion zu wechseln, um das Risiko möglicher Irritationen oder

Schmerzen an der Injektionsstelle zu verringern. Mögliche Injektionsstellen für die Selbstinjektion

sind: Bauch, Arme, Hüften oder Oberschenkel.

Glatirameracetat AbZ ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Glatirameracetat AbZ ist ausschließlich subkutan zu injizieren. Glatirameracetat AbZ darf nicht

intravenös oder intramuskulär angewendet werden.

Der behandelnde Arzt sollte den Patienten aufklären, dass innerhalb von Minuten nach einer Injektion

von Glatirameracetat Reaktionen mit mindestens einem der folgenden Symptome auftreten können:

Gefäßerweiterung (Flush), Brustschmerzen, Dyspnoe, Herzklopfen oder Tachykardie (siehe

Abschnitt 4.8). Die meisten dieser Symptome sind von kurzer Dauer und gehen spontan ohne weitere

Folgen zurück. Bei Auftreten eines schweren unerwünschten Ereignisses muss der Patient die

Anwendung von Glatirameracetat unverzüglich abbrechen und seinen behandelnden Arzt oder einen

Notfallarzt benachrichtigen. Über die Einleitung einer symptomatischen Behandlung entscheidet der

Arzt.

Es gibt keine Hinweise dafür, dass für bestimmte Patientengruppen bezüglich dieser Reaktionen ein

besonderes Risiko besteht. Trotzdem ist Vorsicht geboten, wenn Glatirameracetat bei Patienten mit

bereits bestehenden Herzerkrankungen angewendet wird. Diese Patienten sollten während der

Behandlung regelmäßig kontrolliert werden.

Über Konvulsionen und/oder anaphylaktoide oder allergische Reaktionen wurde selten berichtet.

In seltenen Fällen kann es zu ernsthaften Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Bronchospasmus,

Anaphylaxie oder Urtikaria) kommen. Bei schwerwiegenden Reaktionen ist eine entsprechende

Therapie einzuleiten und die Behandlung mit Glatirameracetat AbZ abzubrechen.

Unter der Langzeittherapie mit täglicher Gabe von Glatirameracetat wurden in den Seren der Patienten

Antikörper gegen Glatirameracetat gefunden. Diese erreichten nach einer durchschnittlichen

Behandlungsdauer von 3

4 Monaten ihre maximale Konzentration und nahmen danach bis zu einer

Konzentration wieder ab, die geringfügig höher war als die Ausgangskonzentration.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass diese Antikörper gegen Glatirameracetat neutralisierend wirken

oder die klinische Wirksamkeit von Glatirameracetat beeinflussen könnten.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte während der Behandlung mit Glatirameracetat

die Nierenfunktion überwacht werden. Obwohl es keine Hinweise auf eine Ablagerung von

Immunkomplexen in den Glomeruli von Patienten gibt, kann diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen

werden.

Seit der Markteinführung wurde unter Behandlung mit Glatirameracetat über seltene Fälle eines

schweren Leberschadens (einschließlich Hepatitis mit Ikterus, Leberversagen und in Einzelfällen

Lebertransplantation) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Leberschäden traten Tage bis Jahre nach Beginn

der Behandlung mit Glatirameracetat auf. In diesen Fällen wurde u. a. über folgende Begleitumstände

berichtet: übermäßiger Alkoholkonsum, bestehender oder anamnestisch bekannter Leberschaden

sowie Anwendung von anderen potenziell hepatotoxischen Medikamenten. Bei einem klinisch

bedeutsamen Leberschaden ist ein Absetzen von Glatirameracetat in Betracht zu ziehen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen zwischen Glatirameracetat und anderen Arzneimitteln wurden nicht systematisch

untersucht.

Beobachtungen aus vorliegenden klinischen Studien und Erfahrungen nach der Markteinführung

deuten nicht auf bedeutsame Wechselwirkungen zwischen Glatirameracetat und häufig bei MS-

Patienten angewendeten Therapien hin, einschließlich der gleichzeitigen Anwendung von

Kortikosteroiden über bis zu 28 Tage.

In-vitro

-Untersuchungen weisen darauf hin, dass Glatirameracetat in starkem Maße an Plasmaproteine

gebunden ist. Jedoch wird Glatirameracetat nicht durch Phenytoin oder Carbamazepin aus der

Bindung an Plasmaproteine verdrängt und verdrängt selbst diese Substanzen nicht. Da

Glatirameracetat trotzdem theoretisch das Potenzial besitzt, die Verteilung von proteingebundenen

Substanzen zu beeinflussen, ist die gleichzeitige Gabe solcher Arzneimittel sorgfältig zu überwachen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien haben keine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Bisherige Erfahrungen an schwangeren Frauen deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine

fetale/neonatale Toxizität hin. Bislang liegen keine relevanten epidemiologischen Daten vor. Aus

Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Glatirameracetat während der Schwangerschaft

vermieden werden, es sei denn, dass der Nutzen für die Mutter das Risiko für den Fetus überwiegt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Glatirameracetat oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen. Bei

Ratten wurden keine signifikanten Wirkungen auf die Nachkommen beobachtet, mit Ausnahme einer

leichten Verminderung der Körpergewichtszunahmen bei den Nachkommen von Müttern, denen

während der Trächtigkeit und der gesamten Laktation der Wirkstoff verabreicht wurde (siehe

Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung

darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit

Glatirameracetat verzichtet werden soll/die Behandlung mit Glatirameracetat zu unterbrechen ist.

Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu

berücksichtigen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Die Sicherheitsdaten zu Glatirameracetat wurden überwiegend mit Glatirameracetat 20 mg/ml als

einmal tägliche subkutane Injektion ermittelt. In diesem Abschnitt werden die gesammelten

Sicherheitsdaten aus vier placebokontrollierten Studien mit Glatirameracetat 20 mg/ml einmal täglich

und einer placebokontrollierten Studie mit Glatirameracetat 40 mg/ml dreimal wöchentlich dargelegt.

Ein direkter Vergleich der Sicherheit von Glatirameracetat 20 mg/ml (einmal täglich) und 40 mg/ml

(dreimal wöchentlich) in der gleichen Studie wurde nicht durchgeführt.

Glatirameracetat 20 mg/ml (einmal täglich)

In allen klinischen Studien mit Glatirameracetat 20 mg/ml wurden als häufigste Nebenwirkungen

Reaktionen an der Injektionsstelle beobachtet und von der Mehrheit der Patienten, die

Glatirameracetat erhielten, berichtet. In kontrollierten Studien war die Zahl der Patienten, die von

diesen Reaktionen mindestens einmal berichteten, in der Gruppe, die mit Glatirameracetat 20 mg/ml

behandelt wurde (70 %), höher als in der Gruppe, die Placebo-Injektionen erhielt (37 %). Zu den

häufigsten Reaktionen an der Injektionsstelle, die von Patienten unter Glatirameracetat 20 mg/ml

häufiger berichtet wurden als von Patienten unter Placebo, gehören: Erythem, Schmerz,

Quaddelbildung, Pruritus, Ödem, Entzündung und Überempfindlichkeit.

Als unmittelbare Post-Injektions-Reaktion wurde eine Reaktion in Verbindung mit mindestens einem

der folgenden Symptome beschrieben: Gefäßerweiterung (Hautrötung), Brustschmerz, Dyspnoe,

Herzklopfen oder Tachykardie (siehe Abschnitt 4.4). Diese Reaktion kann innerhalb von Minuten

nach einer Injektion von Glatirameracetat auftreten. Über mindestens ein Symptom der unmittelbaren

Post-Injektions-Reaktion wurde wenigstens einmal von 31 % der Patienten, die mit Glatirameracetat

20 mg/ml behandelt wurden, gegenüber 13 % der Patienten, die Placebo erhielten, berichtet.

In der folgenden Tabelle sind alle unerwünschten Ereignisse aufgeführt, die häufiger bei mit

Glatirameracetat 20 mg/ml behandelten als bei mit Placebo behandelten Patienten auftraten. Die Daten

wurden erhoben aus vier grundlegenden, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien, in

denen insgesamt 512 Patienten mit Glatirameracetat 20 mg/Tag und 509 Patienten mit Placebo bis zu

36 Monate behandelt wurden. In drei Studien zur schubförmig remittierenden MS („relapsing

remitting multiple sclerosis“, RRMS) wurden insgesamt 269 Patienten mit Glatirameracetat

20 mg/Tag und 271 Patienten mit Placebo bis zu 35 Monate behandelt. Die vierte Studie bei Patienten

mit einer ersten klinischen Episode und einem hohen Risiko, eine klinisch gesicherte MS zu

entwickeln, schloss 243 mit Glatirameracetat 20 mg/Tag behandelte Patienten und 238 mit Placebo

behandelte Patienten ein, die bis zu 36 Monate behandelt wurden.

Systemorganklasse

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Infektionen, Influenza

Bronchitis,

Gastroenteritis, Herpes

simplex, Otitis media,

Rhinitis, Zahnabszess,

Candida-Mykose der

Vagina*

Abszess, Zellulitis,

Furunkel, Herpes zoster,

Pyelonephritis

Gutartige, bösartige

und unspezifische

Neubildungen (einschl.

Zysten und Polypen)

benignes Haut-

Neoplasma, Neoplasma

Hautkrebs

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Lymphadenopathie*

Leukozytose,

Leukopenie,

Splenomegalie,

Thrombozytopenie,

abnorme Lymphozyten-

Morphologie

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsre

aktionen

Endokrine

Erkrankungen

Struma, Hyperthyreose

Stoffwechsel- und Er-

nährungsstörungen

Anorexie,

Gewichtszunahme*

Alkohol-Intoleranz,

Gicht, Hyperlipidämie,

erhöhtes Blutnatrium,

verringertes

Serumferritin

Psychiatrische

Erkrankungen

Angst*, Depression

Nervosität

abnorme Träume,

Verwirrtheit, Euphorie,

Halluzinationen,

Feindseligkeit, Manie,

Persönlichkeitsstörung,

Suizidversuch

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Dysgeusie, erhöhter

Muskeltonus, Migräne,

Sprachstörungen,

Synkope, Tremor*

Karpaltunnelsyndrom,

kognitive Störungen,

Konvulsion,

Dysgraphie, Dyslexie,

Dystonie, motorische

Störungen, Myoklonus,

Neuritis,

neuromuskuläre

Blockade, Nystagmus,

Lähmung,

Peroneuslähmung,

Stupor,

Gesichtsfeldstörungen

Augenerkrankungen

Diplopie, Funktions-

störungen der Augen*

Katarakt, Schädigung

der Hornhaut,

Trockenes Auge,

Augenblutung, Ptosis,

Mydriasis,

Optikusatrophie

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Funktionsstörungen der

Ohren

Herzerkrankungen

Palpitationen*,

Tachykardie*

Extrasystolen,

Sinusbradykardie,

paroxysmale

Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Vasodilatation*

Krampfadern

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe*

Husten, saisonale

Rhinitis

Apnoe, Nasenbluten,

Hyperventilation,

Laryngospasmus,

Funktionsstörungen der

Lunge, Gefühl des

Erstickens

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit*

anorektale

Funktionsstörungen,

Obstipation,

Zahnkaries, Dyspepsie,

Dysphagie,

Darminkontinenz,

Erbrechen*

Kolitis,

Dickdarmpolypen,

Enterokolitis,

Aufstoßen,

ösophageales Geschwür,

Parodontitis, rektale

Blutung, Vergrößerung

der Speicheldrüse

Leber- und

Gallenerkrankungen

abnormer

Leberfunktionstest

Cholelithiasis,

Hepatomegalie,

Leberschaden, toxische

Hepatitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Rash*

Ekchymose,

Hyperhidrose, Pruritus,

Störungen der Haut*,

Urtikaria

Angioödem,

Kontaktdermatitis,

Erythema nodosum,

Hautknötchen

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankunge

n

Arthralgie,

Rückenschmerzen*

Nackenschmerzen

Arthritis, Bursitis,

Flankenschmerzen,

Muskelatrophie,

Osteoarthritis

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Harndrang,

Pollakisurie,

Harnretention

Hämaturie,

Nephrolithiasis,

Harnwegserkrankungen,

Harnanomalie

Schwangerschaft,

Wochenbett und

perinatale

Erkrankungen

Abort

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Brustschwellung,

Erektionsstörung,

Beckenvorfall,

Priapismus,

Funktionsstörungen der

Prostata, anormaler

Zervix-Abstrich,

Störungen der Testis,

Vaginalblutung,

Störungen der Vulva

und der Vagina

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie,

Brustschmerzen*,

Reaktionen an der

Injektionsstelle*

Schmerz*

Schüttelfrost*,

Gesichtsödem*,

Atrophie an der

Injektionsstelle

, lokale

Reaktionen*,

peripheres Ödem,

Ödem, Pyrexie

Zyste, Katergefühl,

allgemeine

Unterkühlung,

unmittelbare Post-

Injektions-Reaktion,

Entzündung, Nekrose an

der Injektionsstelle,

Schleimhautstörungen

Verletzung,

Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte

Komplikationen

Post-Impfungs-Syndrom

Mehr als 2 % (>2/100) häufigeres Auftreten in der mit Glatirameracetat behandelten Gruppe als in

der Placebo-Gruppe. Bei Nebenwirkungen ohne das Zeichen * beträgt der Unterschied zwischen

beiden Gruppen 2 % oder weniger.

Der Begriff „Reaktionen an der Injektionsstelle“ (verschiedene Arten) umfasst alle

Nebenwirkungen, die an der Injektionsstelle auftreten können, mit Ausnahme von Atrophie sowie

Nekrose an der Injektionsstelle, die in der Tabelle separat aufgeführt sind.

Einschließlich lokalisierter Lipodystrophie an den Injektionsstellen.

In der oben erwähnten vierten Studie folgte dem placebo-kontrollierten Zeitraum eine offene

Behandlungsphase (siehe Abschnitt 5.1). Es wurde keine Veränderung im bekannten Risikoprofil von

Glatirameracetat 20 mg/ml während dem offenen Folgezeitraum von bis zu 5 Jahren beobachtet.

Seltene (≥ 1/10.000, < 1/1.000) Berichte von anaphylaktoiden Reaktionen stammen von MS-Patienten,

die in unkontrollierten Studien mit Glatirameracetat behandelt wurden, und aus Erfahrungen mit

Glatirameracetat nach der Markteinführung.

Glatirameracetat 40 mg/ml (dreimal wöchentlich)

Die Sicherheit von Glatirameracetat 40 mg/ml wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten

klinischen Studie bei Patienten mit schubförmig remittierender MS an insgesamt 943 Patienten, die

12 Monate lang dreimal wöchentlich Glatirameracetat 40 mg/ml erhielten, und 461 Patienten, die

Placebo erhielten, untersucht.

Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen, die bei dreimal wöchentlich mit Glatirameracetat

40 mg/ml behandelten Patienten beobachtet wurden, die gleichen wie die bereits bekannten und

ausgewiesenen Nebenwirkungen von täglich angewendetem Glatirameracetat 20 mg/ml. Insbesondere

wurden Reaktionen an der Injektionsstelle und unmittelbare Post-Injektions-Reaktionen für

Glatirameracetat 40 mg/ml dreimal wöchentlich seltener berichtet als für Glatirameracetat 20 mg/ml

einmal täglich (35,5 % vs. 70 % für Reaktionen an der Injektionsstelle und 7,8 % vs. 31 % für

unmittelbare Post-Injektions-Reaktionen).

Reaktionen an der Injektionsstelle wurden von 36 % der mit Glatirameracetat 40 mg/ml behandelten

Patienten berichtet, verglichen mit 5 % der mit Placebo behandelten Patienten. Unmittelbare Post-

Injektions-Reaktionen wurden von 8 % der Patienten unter Glatirameracetat 40 mg/ml und 2 % der

Patienten unter Placebo berichtet.

Es wurden einige spezifische Nebenwirkungen beobachtet:

Anaphylaktische Reaktionen wurden bei MS-Patienten, die Glatirameracetat 20 mg/ml in

nicht kontrollierten klinischen Studien erhalten hatten, und nach der Markteinführung

selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000) beobachtet. Diese Reaktionen wurden von 0,3 % der

Patienten unter Glatirameracetat 40 mg/ml berichtet (gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100).

Es wurden keine Nekrosen an der Injektionsstelle berichtet.

Hauterythem und Schmerzen in Extremitäten, die für Glatirameracetat 20 mg/ml nicht

ausgewiesen sind, wurden von 2,1 % der Patienten unter Glatirameracetat 40 mg/ml

berichtet (häufig: ≥ 1/100, < 1/10).

Arzneimittelbedingte Leberschäden und toxische Hepatitis wurden von jeweils einem

Patienten (0,1 %) unter Glatirameracetat 40 mg/ml berichtet (gelegentlich: ≥ 1/1.000,

< 1/100).

Seit der Markteinführung wurde unter Behandlung mit Glatirameracetat über seltene Fälle eines

schweren Leberschadens (einschließlich Hepatitis mit Ikterus, Leberversagen und in Einzelfällen

Lebertransplantation) berichtet. Der schwere Leberschaden hat sich nach Absetzen der Behandlung in

den meisten Fällen zurückgebildet. Leberereignisse sind Tage bis Jahre nach Beginn der Behandlung

mit Glatirameracetat aufgetreten. Bei einem klinisch bedeutsamen Leberschaden ist ein Absetzen von

Glatirameracetat in Betracht zu ziehen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Einige Fälle einer Überdosierung von Glatirameracetat (bis zu 300 mg Glatirameracetat) wurden

berichtet. In diesen Fällen traten keine anderen als die in Abschnitt 4.8 aufgeführten Nebenwirkungen

auf.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sind die Patienten zu überwachen und gegebenenfalls ist eine

entsprechende symptomatische und unterstützende Therapie einzuleiten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel, andere

Immunstimulanzien

ATC-Code: L03AX13

Wirkmechanismus

Der Mechanismus, durch den Glatirameracetat seine therapeutische Wirkung bei schubförmig

verlaufenden Formen der MS entfaltet, ist nicht vollständig geklärt, es könnte jedoch eine Modulation

von Immunprozessen beteiligt sein. Tierexperimentelle Studien und Studien an MS-Patienten legen

nahe, dass Glatirameracetat auf die Zellen der angeborenen Immunantwort wirkt, u. a. Monozyten,

dendritische Zellen und B-Zellen, die wiederum adaptive Funktionen von B- und T-Zellen

modulieren, welche die Sekretion von antiinflammatorischen und regulatorischen Zytokinen auslösen.

Ob die therapeutische Wirkung durch die vorstehend beschriebenen zellulären Effekte vermittelt wird,

ist nicht bekannt, da die Pathophysiologie von MS nur teilweise aufgeklärt ist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Schubförmig remittierende Multiple Sklerose

Eine 12-monatige placebokontrollierte Studie belegt die Wirksamkeit der dreimal wöchentlichen

subkutanen Anwendung von Glatirameracetat 40 mg/ml bei der Senkung der Schubhäufigkeit.

In der pivotalen klinischen Studie war die schubförmig remittierende Multiple Sklerose charakterisiert

durch entweder mindestens einen dokumentierten Schub in den letzten 12 Monaten, mindestens zwei

dokumentierte Schübe in den letzten 24 Monaten oder einen dokumentierten Schub vor 12 bis

24 Monaten mit mindestens einer dokumentierten T1-Gadolinium-anreichernden Läsion bei einer in

den letzten 12 Monaten durchgeführten magnetresonanztomographischen Untersuchung.

Primärer Ergebnisparameter war die Gesamtanzahl an bestätigten Schüben. Sekundäre MRT-

Ergebnisse waren die kumulative Anzahl neuer/vergrößerter T2-Läsionen und die kumulative Anzahl

anreichernder Läsionen auf T1-gewichteten Aufnahmen, jeweils bestimmt in den Monaten 6 und 12.

Insgesamt 1404 Patienten wurden randomisiert im Verhältnis 2:1 einer Behandlung mit

Glatirameracetat 40 mg/ml (n = 943) oder Placebo (n = 461) zugeordnet. Beide Behandlungsgruppen

waren hinsichtlich der Ausgangsmerkmale mit den Krankheitsmerkmalen der MS und den

Magnetresonanztomografie(MRT)-Parametern vergleichbar. In den 2 Jahren vor dem Screening

erlitten die Patienten im Median 2,0 Schübe.

Im Vergleich zu Placebo zeigten Patienten, die dreimal wöchentlich Glatirameracetat 40 mg/ml

erhielten, relevante und statistisch signifikante Reduktionen bei den primären und sekundären

Ergebnisparametern, was mit dem Behandlungseffekt von einmal täglich angewendetem

Glatirameracetat 20 mg/ml übereinstimmt.

In der nachstehenden Tabelle sind die Werte für die primären und sekundären Ergebnisparameter der

Intention-to-Treat-Population aufgeführt.

Ergebnisparameter

Adjustierte mittlere

Schätzungen

p-Wert

Glatiramerace

tat

(40 mg/ml)

(n = 943)

Placebo

(n = 461)

Annualisierte Schubrate (ARR)

0,331

0,505

p < 0,000

Absolute Risikodifferenz*

(95%-Konfidenzintervall)

-0,174 [-0,2841 bis -0,0639]

Kumulative Anzahl neuer/vergrößerter

T2-Läsionen in den Monaten 6 und 12

3,650

5,592

p < 0,000

Rate Ratio** (95%-Konfidenzintervall)

0,653 [0,546 bis 0,780]

Kumulative Anzahl an anreichernden

Läsionen auf T1-gewichteten Aufnahmen in

den Monaten 6 und 12

0,905

1,639

p < 0,000

Rate Ratio** (95%-Konfidenzintervall)

0,552 [0,436 bis 0,699]

*Absolute Risikodifferenz ist definiert als Differenz zwischen der adjustierten mittleren ARR

von GA 40 mg dreimal wöchentlich und der adjustierten mittleren ARR von Placebo.

** Rate Ratio ist definiert als das Verhältnis der adjustierten mittleren Raten von GA 40 mg

dreimal wöchentlich und Placebo.

Ein direkter Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Glatirameracetat 20 mg/ml (einmal

täglich) und 40 mg/ml (dreimal wöchentlich) in der gleichen Studie wurde nicht durchgeführt.

Glatirameracetat 40 mg/ml: Der Anteil von Patienten mit einer nach 3 Monaten bestätigten

Progression von Behinderungen war ein exploratorischer Endpunkt in einer 12-monatigen

placebokontrollierten Studie (GALA). Zu einer bestätigten Progression von Behinderungen nach

3 Monaten kam es bei 3 % der Patienten in der Placebogruppe und bei 3,5 % der mit Glatirameracetat

behandelten Patienten (Odds Ratio, OR [95%-KI]: 1,182 [0,661, 2,117] [p-Wert = 0,5726]).

Einschließlich der offenen Verlängerung der Studie (bis zu 7 Jahre) war die Zeit bis zur bestätigten

Progression von Behinderungen nach 6 Monaten ein exploratorischer Endpunkt. Die Hazard Ratio

(HR) [95%-KI] für die Intent-to-treat-Kohorte zum Vergleich der Gruppe, die frühzeitig eine

Behandlung mit Glatirameracetat begann, mit der Gruppe mit einem verzögerten Behandlungsbeginn

betrug 0,892 [0,688, 1,157] (p-Wert = 0,3898).

Der Nutzen von Glatirameracetat bei Patienten mit primär oder sekundär progredienter Erkrankung

wurde bislang noch nicht nachgewiesen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Es wurden keine pharmakokinetischen Studien an Patienten durchgeführt.

In-vitro

-Daten und

begrenzte Daten von gesunden Probanden zeigen, dass subkutan angewendetes Glatirameracetat leicht

resorbiert wird. Der überwiegende Teil der Dosis wird bereits im subkutanen Gewebe schnell in

kleinere Fragmente abgebaut.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen

Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen, die nicht bereits in anderen

Abschnitten der Fachinformation aufgeführt sind. Aufgrund fehlender pharmakokinetischer Daten am

Menschen können keine Aussagen über die Expositionsmargen zwischen Mensch und Tier getroffen

werden.

Von einigen wenigen Ratten und Affen, die über mindestens 6 Monate behandelt worden waren,

liegen Berichte über Immunkomplexablagerungen in den Glomeruli der Nieren vor. In einer 2-Jahres-

Studie an Ratten wurden keinerlei Hinweise auf eine glomeruläre Ablagerung von Immunkomplexen

gefunden.

Bei sensibilisierten Tieren (Meerschweinchen oder Mäuse) wurde nach Verabreichung von

Glatirameracetat über anaphylaktische Reaktionen berichtet. Die Relevanz dieser Ergebnisse für den

Menschen ist nicht bekannt.

Nach wiederholter Verabreichung bei Tieren wurden häufig toxische Reaktionen an der

Injektionsstelle beobachtet.

Bei Ratten wurde eine leichte, aber im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikante

Verminderung der Körpergewichtszunahme von Nachkommen beobachtet, deren Mütter während der

Trächtigkeit und der gesamten Laktation mit subkutanen Dosen von ≥ 6 mg/kg/Tag behandelt wurden

(das 2,83-Fache der maximal empfohlenen täglichen Humandosis für einen 60 kg schweren

Erwachsenen auf Basis von mg/m

). Es wurden keine anderen bedeutsamen Wirkungen auf das

Wachstum und die Verhaltensentwicklung der Nachkommen festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Fertigspritzen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Im Kühlschrank lagern (2 °C

8 °C).

Nicht einfrieren.

Ist eine Lagerung im Kühlschrank nicht möglich, können die Fertigspritzen einmalig bis zu einem

Monat zwischen 15 °C und 25 °C aufbewahrt werden.

Wenn die Fertigspritzen nicht innerhalb eines Monats angewendet wurden und sich noch in der

Originalverpackung befinden, müssen sie wieder im Kühlschrank gelagert werden (2 °C

8 °C).

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Fertigspritze bestehend aus einem Spritzenzylinder aus farblosem Typ-I-Glas mit aufgesteckter

Kanüle, einer blauen Kolbenstange aus Polypropylen (alternativ Polystyrol), einem Kolbenstopfen aus

Synthesekautschuk und einem Kanülenschutz.

Jede Fertigspritze ist einzeln in einer Blisterpackung aus PVC verpackt.

Glatirameracetat AbZ ist erhältlich in Packungen mit 3 oder 12 Fertigspritzen mit 1 ml

Injektionslösung oder in einer Bündelpackung mit 36 (3 Packungen mit 12) Fertigspritzen mit 1 ml

Injektionslösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Straße 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

2201435.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 12. Oktober 2018

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2020

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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