Gemcitabin Profusio 38mg/ml Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Gemcitabinhydrochlorid
Verfügbar ab:
ZytoService Deutschland GmbH Leipzig
INN (Internationale Bezeichnung):
Gemcitabine hydrochloride
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Gemcitabinhydrochlorid 1140.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
79588.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Gemcitabin Profusio 1 g

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Gemcitabin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie

mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie

diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben.

Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen

schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich

beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in

dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie

bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Gemcitabin Profusio

und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Gemcitabin Profusio

beachten?

Wie ist Gemcitabin Profusio

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Gemcitabin Profusio

aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST GEMCITABIN PROFUSIO

UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Gemcitabin Profusio

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

„Zytostatika“ genannt werden. Diese Arzneimittel zerstören sich teilende

Zellen, einschließlich Krebszellen.

Gemcitabin Profusio

kann, abhängig von der Krebsart, alleine oder in

Kombination mit anderen Zytostatika gegeben werden.

Gemcitabin Profusio

wird zur Behandlung von folgenden Krebsarten

angewendet:

Lungenkrebs vom „nichtkleinzelligen“ Typ (NSCLC), alleine oder in

10.06.2011

Kombination mit Cisplatin

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Brustkrebs, zusammen mit Paclitaxel

Ovarialkarzinom, zusammen mit Carboplatin

Harnblasenkarzinom, zusammen mit Cisplatin

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON GEMCITABIN PROFUSIO

BEACHTEN?

Gemcitabin Profusio

darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegenüber Gemcitabin oder

einem der sonstigen Bestandteile von Gemcitabin Profusio

sind

wenn Sie stillen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Gemcitabin Profusio

ist erforderlich,

Bei Ihnen werden vor der ersten Infusion Blutuntersuchungen

durchgeführt, um zu überprüfen, ob Ihre Nieren- und Leberfunktion

ausreichend sind. Vor jeder Infusion werden Blutuntersuchungen

durchgeführt, um zu überprüfen, ob Sie genügend Blutzellen haben, um

Gemcitabin Profusio

zu erhalten. Ihr Arzt wird möglicherweise die Dosis

ändern oder die Behandlung unterbrechen, sofern es Ihr

Allgemeinzustand erfordert und wenn Ihre Blutzellwerte zu niedrig sind.

Periodisch werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um Ihre Nieren- und

Leberfunktion zu überprüfen.

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn:

Sie eine Lebererkrankung, Herz- oder Gefäßerkrankung haben oder

zuvor hatten.

Sie kürzlich eine Strahlentherapie hatten oder eine solche Therapie bei

Ihnen geplant ist.

Sie kürzlich geimpft wurden.

Sie Atemprobleme bekommen, sich sehr schwach fühlen und sehr

blass sind (kann ein Zeichen von Nierenversagen sein).

Männern wird empfohlen, während und bis zu 6 Monate nach der

Behandlung mit Gemcitabin Profusio

kein Kind zu zeugen. Wenn Sie

während der Behandlung oder bis zu 6 Monate danach ein Kind zeugen

wollen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Sie

können vor Behandlungsbeginn eine Beratung über eine

Spermakonservierung in Anspruch nehmen.

Bei Anwendung von Gemcitabin Profusio

mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere

Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben,

10.06.2011

einschließlich Impfungen und nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder eine

Schwangerschaft planen. Die Anwendung von Gemcitabin Profusio

sollte

während der Schwangerschaft vermieden werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen

das mögliche Risiko einer Anwendung von Gemcitabin Profusio

während

der Schwangerschaft besprechen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie stillen.

Wenn Sie mit Gemcitabin Profusio

behandelt werden, müssen Sie

abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Gemcitabin Profusio

kann dazu führen, dass Sie sich müde fühlen,

insbesondere im Zusammenwirken mit Alkohol. Fahren Sie kein Fahrzeug

oder bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie sicher sind, dass die

Behandlung mit Gemcitabin Profusio

Sie nicht müde macht.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Gemcitabin

Profusio

Gemcitabin Profusio

enthält Natrium aber weniger als 1 mmol (23 mg)

Natrium pro Infusionslösung, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

WIE IST GEMCITABIN PROFUSIO

ANZUWENDEN?

Die übliche Dosis von Gemcitabin Profusio

beträgt 1000-1250 mg pro

Quadratmeter Ihrer Körperoberfläche. Ihre Körpergröße und Gewicht

werden gemessen, um Ihre Körperoberfläche zu berechnen. Ihr Arzt wird

die Körperoberfläche verwenden, um die richtige Dosis für Sie zu

berechnen. Die Dosis wird möglicherweise in Abhängigkeit von Ihren

Blutzellzahlen und Ihrem Allgemeinzustand angepasst oder die

Behandlung verschoben.

Wie häufig Sie Ihre Infusionen mit Gemcitabin Profusio

erhalten, hängt

von der Krebsart ab, für die sie behandelt werden.

Ein Krankenhausapotheker oder ein Arzt wird das Gemcitabin Profusio

Pulver auflösen, bevor es bei Ihnen angewendet wird.

Sie werden Gemcitabin Profusio

immer als Infusion in eine Ihrer Venen

erhalten. Die Infusion dauert etwa 30 Minuten.

10.06.2011

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen

Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Gemcitabin Profusio

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Die Häufigkeiten der beobachteten Nebenwirkungen sind definiert als:

Sehr häufig:

betreffen mehr als 1 Behandelten von 10

Häufig:

betreffen 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:betreffen 1 bis 10 Behandelte 1000

Selten:

betreffen 1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten:

betreffen weniger als 1 Behandelten von 10 000

Unbekannt:

Die Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt

werden

Sie müssen Ihren Arzt sofort informieren, wenn Sie folgendes bei

sich bemerken:

Fieber oder Infektion (häufig): wenn Sie eine Körpertemperatur von 38°C

oder darüber haben, schwitzen oder andere Anzeichen einer Infektion

haben (weil Sie dann möglicherweise weniger weiße Blutzellen als normal

haben, was sehr häufig ist)

Unregelmäßigen Puls (Arrhythmie) (Häufigkeit unbekannt)

Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Wundsein im Mund verspüren

(häufig)

Allergische Reaktionen: wenn Sie einen Hautausschlag (sehr häufig) /

Juckreiz (häufig) oder Fieber (sehr häufig) entwickeln

Müdigkeit, sich schwach fühlen, rasch in Atemnot geraten oder blass

aussehen (weil Sie dann möglicherweise weniger Hämoglobin als normal

haben, was sehr häufig ist)

Bluten des Zahnfleisches, aus der Nase oder des Mundes oder eine

andere Blutung, die nicht zum Stillstand kommt, einen rötlichen oder

rosafarbenen Urin oder unerwartete Blutergüsse (weil Sie dann

möglicherweise weniger Blutplättchen haben als normal, was sehr häufig

ist)

Atemnot (eine leichte Atemnot unmittelbar nach der Infusion mit Gembaris

ist sehr häufig, die aber rasch abklingt, allerdings können gelegentlich

oder selten schwerere Lungenprobleme auftreten)

Nebenwirkungen mit Gemcitabin Profusio

können sein:

Sehr häufige Nebenwirkungen

niedrige Hämoglobinwerte (Anämie)

niedrige Anzahl weißer Blutzellen

10.06.2011

niedrige Anzahl von Blutplättchen

Atemnot

Erbrechen

Übelkeit

Hautausschlag- allergischer Hautauschlag, häufig juckend

Haarausfall

Veränderung von Leberwerten: Blutwerte außerhalb des Normbereichs

Blut im Urin

von der Norm abweichender Urintest: Protein im Urin

Grippeähnliche Symptome einschließlich Fieber

Ödeme (Schwellung der Knöchel, Finger, Füße, Gesicht)

Häufige Nebenwirkungen

Fieber verbunden mit einer niedrigen Anzahl weißer Blutzellen (febrile

Neutropenie)

Anorexie (verminderter Appetit)

Kopfschmerzen

Schlaflosigkeit

Schläfrigkeit

Husten

Laufende Nase

Verstopfung

Durchfall

Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Wundsein im Mund

Juckreiz

Schwitzen

Muskelschmerzen

Rückenschmerzen

Fieber

Schwäche

Schüttelfrost

Gelegentliche Nebenwirkungen

interstitielle Pneumonitis (Vernarbung der Lungenbläschen)

Krämpfe in den Atemwegen (Keuchen)

von der Norm abweichende Röntgenaufnahme/Computertomographie

der Brust (Vernarbung der Lunge)

Seltene Nebenwirkungen

Herzattacke (Herzinfarkt)

niedriger Blutdruck

Abschuppung der Haut; Geschwür oder Blasenbildung

Reaktionen an der Injektionsstelle

Sehr seltene Nebenwirkungen

erhöhte Anzahl von Blutplättchen

anaphylaktische Reaktion (schwere Überempfindlichkeit/allergische

Reaktion)

Abschälen der Haut und schwere Blasenbildung der Haut

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit

unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie)

akutes Atemnotsyndrom beim Erwachsenen (schwere

Lungenentzündung, die ein Lungenversagen verursacht)

10.06.2011

„Radiation Recall“- (ein Hautausschlag ähnlich einem schweren

Sonnenbrand), kann auf der Haut auftreten, die vorher einer

Strahlentherapie ausgesetzt war

Flüssigkeit in der Lunge

Strahlentoxizität -Vernarbung der Lungenbläschen verbunden mit einer

Strahlentherapie

Ischämische Kolitis (Entzündung der inneren Auskleidung des

Dickdarms, verursacht durch eine verminderte Blutversorgung)

Herzversagen

Nierenversagen

Gangrän der Finger oder Zehen

schwerer Leberschaden, einschließlich Leberversagen

Schlaganfall

Sie können einige dieser Symptome und/oder Begleitumstände haben.

Sie müssen Ihren Arzt unverzüglich informieren, wenn Sie Anzeichen für

diese Nebenwirkungen bemerken.

Wenn Sie sich wegen möglicher Nebenwirkungen sorgen, sprechen Sie

bitte mit Ihrem Arzt darüber.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen

bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST GEMCITABIN PROFUSIO

AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Etikett nach

Verwendbar bis/Verw. bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen :

Nicht angebrochene Durchstechflasche

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren!

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Angebrochene Durchstechflasche

Nach Öffnen der Durchstechflasche sollte der Inhalt zubereitet und, falls

zutreffend, weiter verdünnt werden.

Zubereitete Lösungen sollten unverzüglich verwendet werden; sie dürfen

nicht gekühlt aufbewahrt werden, da es zu Ausfällungen kommen kann.

Gemcitabin Profusio

darf nicht verwendet werden, wenn Zeichen von

Partikelbildung auftreten.

10.06.2011

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Gemcitabin Profusio

enthält:

Der Wirkstoff ist: Gemcitabin (als Hydrochlorid).

Eine Durchstechflasche Gemcitabin Profusio

enthält 1 g Gemcitabin.

1 Milliliter der zubereiteten Lösung enthält 38 mg Gemcitabin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.), Natriumacetat-

Trihydrat und Natriumhydroxid-Lösung (4 %) (zur pH-Einstellung).

Wie Gemcitabin Profusio

aussieht und Inhalt der Packung:

Gemcitabin Profusio

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung,

ist ein

weißes bis weißliches, kompaktes Pulver.

Die in 0,9% Natriumchloridlösung zubereitete Lösung ist klar bis leicht

opaleszent und farblos bis schwach gelblich.

Gemcitabin Profusio

ist in farblose Glasflaschen mit

Bromobutylgummistopfen abgefüllt. Jede Durchstechflasche wird mit oder

ohne Plastikschutzhülle verpackt.

Packungsgrößen

Eine Durchstechflasche mit 1 g Gemcitabin.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

PGD Profusio Leipzig GesundHeits GmbH Deutschland

Mommsenstraße 4

04329 Leipzig

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt geändert im Juni 2011.

10.06.2011

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches

Fachpersonal bestimmt:

Handhabungshinweise

Zytotoxisch

Handhabung

Bei der Zubereitung und Entsorgung der Infusionslösung müssen die

üblichen Vorsichtsmaßnahmen für Zytostatika beachtet werden. Die

Handhabung der Infusionslösung sollte in einer Sicherheitsbox

geschehen. Es sollten ein Schutzkittel und Handschuhe getragen werden.

Steht keine Sicherheitsbox zur Verfügung, sollten eine Maske und

Sicherheitsgläser getragen werden.

Bei Kontakt der Zubereitung mit den Augen kann es zu schwerwiegenden

Reizungen kommen.

Die Augen sollten sofort und gründlich ausgewaschen werden. Kommt es

zu einer bleibenden Reizung, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn

Lösung auf die Haut gerät, sollten Sie gründlich mit Wasser spülen.

Anleitung für die Zubereitung (und für den Fall einer weiteren

Verdünnung)

Das einzige zugelassene Lösungsmittel zur Zubereitung von sterilem

Gemcitabin-Pulver ist Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) – Lösung zur

Injektion (ohne Konservierungsmittel). Aufgrund der Löslichkeit, beträgt

die maximale Gemcitabin Konzentration nach Auflösung 40 mg/ml.

Zubereitungen mit höheren Konzentrationen als 40 mg/ml können zu

einer unvollständigen Auflösung führen und sollten daher vermieden

werden.

Verwenden Sie während der Zubereitung und weiteren

Verdünnungen von Gemcitabin zur intravenösen Anwendung eine

aseptische Technik.

Für die Zubereitung werden zu der 200 mg Durchstechflasche 5 ml

sterile Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion (ohne

Konservierungsmittel) oder zu der 1000 mg Durchstechflasche 25 ml

sterile Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion (ohne

Konservierungsmittel) hinzugefügt. Das Gesamtvolumen nach der

Auflösung beträgt 5,26 ml (200 mg Durchstechflasche) bzw. 26,3 ml

(1000 mg Durchstechflasche). Dieses ergibt eine Gemcitabin-

Konzentration von 38 mg/ml, die das Verdrängungsvolumen durch

das lyophilisierte Pulver mit einberechnet. Zur vollständigen

Auflösung gut schütteln. Eine weitere Verdünnung mit steriler

Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion ohne

Konservierungsmittel ist möglich. Die zubereitete Lösung ist eine

klare farblose bis leicht strohfarbene Lösung.

Parenterale Arzneimittel sind vor der Anwendung visuell auf Partikel

und Verfärbungen zu überprüfen. Werden Partikel gefunden, darf die

Lösung nicht verabreicht werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu entsorgen.

10.06.2011

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Gemcitabin Profusio 200 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Gemcitabin Profusio 1 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Gemcitabin Profusio 200 mg:

Wirkstoff:

1 Durchstechflasche enthält 200 mg Gemcitabin (als Hydrochlorid)

Sonstiger Bestandteil:

Eine 1 g Durchstechflasche enthält ca. 0,15 mmol (3,56 mg) Natrium.

Gemcitabin Profusio 1 g:

Wirkstoff:

1 Durchstechflasche enthält 1 g Gemcitabin (als Hydrochlorid)

Sonstiger Bestandteil:

Eine 1 g Durchstechflasche enthält ca. 0,77 mmol (17,81 mg) Natrium.

1 ml der zubereiteten Infusionslösung (siehe Abschnitt 6.6) enthält 38 mg

Gemcitabin als Hydrochlorid.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Weißes bis weißliches, kompaktes Pulver. Nach Rekonstitution mit 0,9 %

Natriumchloridlösung ist die Lösung klar bis leicht opaleszent und farblos bis

schwach gelblich.

Der pH der in 0,9 % Natriumchloridlösung rekonstituierten Lösung ist 3,0 ± 0,3.

Die Osmolarität der in 0,9 % Natriumchloridlösung rekonstituierten Lösung

(38 mg/ml Gemcitabinhydrochlorid) beträgt 775 mOsm/l.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Gemcitabin ist in Kombination mit Cisplatin zur Behandlung des lokal

fortgeschrittenen oder metastasierten Harnblasenkarzinoms angezeigt.

10.06.2011

- 2 -

Gemcitabin ist zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder

metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas angezeigt.

Gemcitabin ist in Kombination mit Cisplatin als Erstlinientherapie von Patienten mit

lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom

(NSCLC) angezeigt. Eine Gemcitabin-Monotherapie kann bei älteren Patienten

oder solchen mit einem Performance Status 2 in Betracht gezogen werden.

Gemcitabin ist in Kombination mit Carboplatin zur Behandlung von Patientinnen

mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem epithelialen Ovarialkarzinom, bei

Patientinnen mit einem Rezidiv nach einer rezidivfreien Zeit von mindestens 6

Monaten nach einer platinbasierten Erstlinientherapie angezeigt.

Gemcitabin ist angezeigt in Kombination mit Paclitaxel für die Behandlung von

Patientinnen mit nicht operablem, lokal rezidiviertem oder metastasiertem

Brustkrebs, bei denen es nach einer adjuvanten/neoadjuvanten Chemotherapie zu

einem Rezidiv kam. Die vorausgegangene Chemotherapie sollte ein Anthracyclin

enthalten haben, sofern dieses nicht klinisch kontraindiziert war.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Gemcitabin sollte nur durch einen Arzt mit

Chemotherapieerfahrung bei Krebserkrankungen erfolgen.

Empfohlene Dosierung

Harnblasenkarzinom Kombinationstherapie

Die empfohlene Dosis für Gemcitabin beträgt 1000 mg/m² Körperoberfläche

(KOF), über einen Zeitraum von 30 Minuten intravenös infundiert. Die Dosis sollte

an den Tagen 1, 8 und 15 jedes 28-tägigen Behandlungszyklus in Kombination mit

Cisplatin gegeben werden. Cisplatin wird in einer Dosis von 70 mg/m² KOF am Tag

1 nach Gemcitabin oder am Tag 2 jedes 28-tägigen Behandlungszyklus gegeben.

Dieser vierwöchige Zyklus wird anschließend wiederholt. Eine Dosisreduktion,

abhängig von dem beim Patienten auftretenden Toxizitätsgrad, kann entweder

während eines laufenden Behandlungszyklus oder beim nächsten

Behandlungszyklus erfolgen.

Pankreaskarzinom

Die empfohlene Dosis für Gemcitabin beträgt 1000 mg/m² KOF über einen

Zeitraum von 30 Minuten intravenös infundiert. Dies sollte während eines

Zeitraums von bis zu sieben Wochen einmal wöchentlich wiederholt werden.

Danach folgt eine Woche Pause. In den anschließenden Behandlungszyklen sollte

die Infusion über einen Zeitraum von 3 Wochen einmal wöchentlich gegeben

werden, gefolgt von einer Woche Pause. Eine Dosisreduktion, abhängig vom

Toxizitätsgrad, kann entweder während eines laufenden Behandlungszyklus oder

beim nächsten Behandlungszyklus erfolgen.

Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom Monotherapie

Die empfohlene Dosis für Gemcitabin beträgt 1000 mg/m² KOF als 30-minütige

intravenöse Infusion. Diese wird einmal wöchentlich für einen Zeitraum von 3

Wochen wiederholt, gefolgt von einer Woche Pause. Dieser 4-Wochen-Zyklus wird

anschließend wiederholt. Eine Dosisreduktion, abhängig von Grad der Toxizität

beim Patienten, kann entweder während eines laufenden Behandlungszyklus oder

beim nächsten Behandlungszyklus erfolgen.

10.06.2011

- 3 -

Kombinationstherapie

Die empfohlene Dosis für Gemcitabin beträgt 1250 mg/m² KOF an den Tagen 1

und 8 des Behandlungszyklus (21 Tage) als 30-minütige intravenöse Infusion. Eine

Dosisreduktion, abhängig vom Grad der Toxizität beim Patienten, kann entweder

während eines laufenden Behandlungszyklus oder beim nächsten

Behandlungszyklus erfolgen. Cisplatin wurde in Dosierungen von einmal 75-100

mg/m

alle 3 Wochen eingesetzt.

Brustkrebs Kombinationstherapie

Für die Kombination von Gemcitabin mit Paclitaxel werden eine intravenöse

Infusion von Paclitaxel (175 mg/m

KOF) über einen Zeitraum von etwa 3 Stunden

am Tag 1 jedes 21-tägigen Behandlungszyklus und anschließend an den Tagen 1

und 8 eine intravenöse Infusion von Gemcitabin (1250 mg/m

KOF) über einen

Zeitraum von 30 Minuten empfohlen. Eine Dosisreduktion, abhängig von dem bei

der Patientin auftretenden Toxizitätsgrad, kann entweder während eines laufenden

Behandlungszyklus oder beim nächsten Behandlungszyklus erfolgen. Vor der

Anwendung der Kombination von Gemcitabin und Paclitaxel sollte die Patientin

eine absolute Granulozytenzahl von mindestens 1500 (x 10

/l) haben.

Ovarialkarzinom Kombinationstherapie

Für Gemcitabin in Kombination mit Carboplatin wird eine Dosis von 1000 mg

Gemcitabin/m

KOF an den Tagen 1 und 8 jedes 21-tägigen Behandlungszyklus,

über einen Zeitraum von 30 Minuten intravenös infundiert, empfohlen. Nach

Gemcitabin wird Carboplatin am Tag 1 gegeben, wobei eine Area under curve

(AUC) von 4,0 mg/ml·min erreicht werden sollte. Eine Dosisreduktion, abhängig

vom Toxizitätsgrad, kann entweder während eines laufenden Behandlungszyklus

oder beim nächsten Behandlungszyklus erfolgen.

Monitoring der Toxizitäten und Dosisanpassung aufgrund der Toxizität

Dosisanpassung aufgrund nicht hämatologischer Toxizität

Regelmäßige körperliche Untersuchungen und eine Kontrolle der Nieren- und

Leberfunktion müssen durchgeführt werden, um nicht-hämatologische Toxizitäten

festzustellen. Eine Dosisreduktion, abhängig von dem bei dem Patienten

auftretenden Toxizitätsgrad, kann entweder während eines laufenden

Behandlungszyklus oder beim nächsten Behandlungszyklus erfolgen. Generell

muss eine Therapie mit Gemcitabin bei schwerer (Grade 3 oder 4) nicht-

hämatologischer Toxizität, mit Ausnahme von Übelkeit/Erbrechen, abhängig von

der Beurteilung des behandelnden Arztes ausgesetzt werden oder die Dosis

reduziert werden. Die nächste Gabe muss ausgesetzt werden, bis die Toxizität

nach Beurteilung des Arztes abgeklungen ist.

Zu Dosisanpassungen von Cisplatin, Carboplatin und Paclitaxel in einer

Kombinationstherapie, sehen Sie bitte in den entsprechenden Fachinformationen

nach.

Dosisanpassung aufgrund der hämatologischen Toxizität:

Beginn eines Zyklus

Bei allen Indikationen muss der Patient vor jeder Dosis hinsichtlich Thrombozyten-

und Granulozytenzahl überwacht werden. Die Patienten müssen mindestens

absolute Granulozytenzahlen von 1500 (x 10

/l) und Thrombozytenzahlen von

100.000 (x 10

/l) vor dem Beginn eines Zyklus haben.

10.06.2011

- 4 -

Innerhalb eines Zyklus

Dosisanpassungen von Gemcitabin innerhalb eines Zyklus müssen nach

folgenden Tabellen vorgenommen werden:

Dosisanpassung von Gemcitabin innerhalb eines Zyklus für Blasenkarzinom, NSCLC

und Pankreaskarzinom, bei Monotherapie oder in Kombination mit Cisplatin

absolute Granulozytenzahl

(x 10

6

/l)

Thrombozytenzahl

(x 10

6

/l)

Prozent der Standard-

Gemcitabindosis (%)

> 1000 und

> 100.000

500 - 1000 oder

50.000 - 100.000

< 500 oder

< 50.000

Unterbrechung der

Behandlung *

* Die ausgesetzte Behandlung kann innerhalb eines Zyklus erst wieder begonnen

werden, wenn die Gesamtgranulozytenzahl mindestens 500 x 10

/l und die

Thrombozytenzahl 50.000 x 10

/l erreicht.

Dosisanpassung von Gemcitabin innerhalb eines Zyklus für Brustkrebs in Kombination

mit Paclitaxel

absolute Granulozytenzahl

(x 10

6

/l)

Thrombozytenzahl

(x 10

6

/l)

Prozent der Standard-

Gemcitabindosis (%)

≥ 1200 und

>75.000

1000 - <1200 oder

50.000 -75.000

700 - <1000 und

≥ 50.000

< 700 oder

< 50.000

Unterbrechung der

Behandlung *

*Die ausgesetzte Behandlung kann im gleichen Zyklus nicht wieder begonnen

werden. Die Behandlung kann an Tag 1 des nächsten Zyklus wieder begonnen

werden, wenn die Gesamtgranulozytenzahl mindestens 1.500 x 10

/l und die

Thrombozytenzahl 100.000 x 10

/l erreicht.

Dosisanpassung von Gemcitabin innerhalb eines Zyklus für

Ovarialkarzinom, in Kombination mit Carboplatin

absolute

Granulozytenzahl

(x 10

6

/l)

Thrombozytenzahl (x

10

6

/l)

Prozent der Standard-

Gemcitabindosis (%)

> 1500 und

≥ 100.000

1000 -1500 oder

75.000 -100.000

< 1000 oder

< 75.000

Unterbrechung der

Behandlung *

*Die ausgesetzte Behandlung kann im gleichen Zyklus nicht wieder begonnen

werden. Die Behandlung kann an Tag 1 des nächsten Zyklus wieder begonnen

10.06.2011

- 5 -

werden, wenn die Gesamtgranulozytenzahl mindestens 1.500 x 10

/l und die

Thrombozytenzahl 100.000 x 10

/l erreicht.

10.06.2011

- 6 -

Dosisanpassung aufgrund hämatologischer Toxizitäten bei zukünftigen

Behandlungszyklen für alle Indikationen

Die Gemcitabindosis sollte auf 75% der ursprünglichen Dosis des Zyklus reduziert

werden, wenn folgende hämatologische Toxizitäten auftreten:

absolute Granulozytenzahl < 500 x 10

/l länger als 5 Tage

absolute Granulozytenzahl < 100 x 10

/l länger als 3 Tage

febrile Neutropenie

Thrombozyten < 25.000 x 10

Verschieben des nächsten Behandlungszyklus um mehr als eine Woche

aufgrund von Toxizität

Art der Anwendung

Das Arzneimittel wird während der Infusion gut vertragen und kann ambulant

gegeben werden. Wenn es zu einem Extravasat kommt, muss im Allgemeinen die

Infusion sofort gestoppt und in einem anderen Blutgefäß neu begonnen werden. Der

Patient sollte nach der Infusion sorgfältig überwacht werden.

Hinweise zur Zubereitung, siehe Abschnitt 6.6.

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Gemcitabin muss bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz mit Vorsicht

angewendet werden, da es zu wenige Informationen aus klinischen Prüfungen für

eine klare Dosisempfehlung für diese Patienten gibt. (siehe Abschnitte 4.4. und

5.2.).

Ältere Patienten (> 65 Jahre)

Gemcitabin wurde bei Patienten über 65 Jahren gut vertragen. Es gibt keine

Anhaltspunkte, dass eine Dosisanpassung bei Älteren, außer der bei allen Patienten

empfohlenen erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche (< 18 Jahren)

Gemcitabin wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Gemcitabin oder einen der sonstigen Bestandteile.

Stillen (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Verlängerung der Infusionszeit und Verkürzung des Zeitabstands zwischen

den Dosen erhöhen die Toxizität.

Hämatologische Toxizität

Gemcitabin kann die Knochenmarksfunktion unterdrücken. Dies manifestiert sich

als Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie.

Patienten, die Gemcitabin erhalten, müssen vor jeder Dosis hinsichtlich

Thrombozyten-, Leukozyten- und Granulozytenzahl überwacht werden. Ein

10.06.2011

- 7 -

Aussetzen oder eine Anpassung der Therapie sollte in Erwägung gezogen werden,

wenn eine Gemcitabin-induzierte Knochenmarkdepression aufgetreten ist. (siehe

Abschnitt 4.2.). Allerdings ist die Myelosuppression von kurzer Dauer und führt

üblicherweise nicht zu Dosisreduktionen und selten zum Absetzen.

Die peripheren Blutwerte können weiter absinken, nachdem die Behandlung mit

Gemcitabin beendet wurde. Bei Patienten mit eingeschränkter

Knochenmarkfunktion sollte die Behandlung mit Vorsicht begonnen werden. Wie

bei anderen Behandlungen mit zytotoxischen Substanzen, muss das Risiko einer

kumulativen Knochenmarkshemmung beachtet werden, wenn Gemcitabin

zusammen mit anderer Chemotherapie gegeben wird.

Leberinsuffizienz

Wird Gemcitabin Patienten mit Lebermetastasen oder Hepatitis, Alkoholismus oder

Leberzirrhose in der Vorgeschichte gegeben, kann es zu einer Verschlechterung

der bestehenden Leberinsuffizienz kommen.

Nieren und Leberfunktion (einschließlich virologische Tests) müssen in

regelmäßigen Abständen anhand der Blutwerte überprüft werden.

Gemcitabin muss bei Patienten mit Leberinsuffizienz oder Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden, da es zu wenige

Informationen aus klinischen Prüfungen für eine klare Dosisempfehlung für diese

Patienten gibt (siehe Abschnitt 4.2.)

Gleichzeitige Strahlentherapie

Gleichzeitige Strahlentherapie (gleichzeitig oder im Abstand von ≤ 7 Tagen): Es

wurden Toxizitäten berichtet (siehe Abschnitt 4.5 zu weiteren Einzelheiten und

Empfehlungen).

Lebendimpfstoffe

Gelbfieberimpfungen und andere attenuierte Lebendimpfstoffe werden bei

Patienten, die mit Gemcitabin behandelt werden, nicht empfohlen (siehe Abschnitt

4.5).

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Aufgrund des Risikos von kardialen und/oder vaskulären Funktionsstörungen mit

Gemcitabin, ist besondere Vorsicht bei Patienten mit kardiovaskulären Ereignissen

in der Anamnese erforderlich.

Lungenerkrankungen

Auswirkungen auf die Lunge, manchmal schwerwiegende (wie Lungenödem,

interstitielle Pneumonitis oder akutes Atemnotsyndrom beim Erwachsenen

(ARDS)) wurden im Zusammenhang mit einer Gemcitabin-Therapie berichtet. Die

Ätiologie dieser Ereignisse ist nicht bekannt. In solchen Fällen muss der Abbruch

der Gemcitabin-Behandlung in Betracht gezogen werden. Frühzeitig angewandte

unterstützende Maßnahmen können zur Besserung der Beschwerden beitragen.

Erkrankungen der Nieren

Klinische Befunde, übereinstimmend mit einem hämolytisch-urämischen Syndrom

(HUS), wurden selten berichtet bei Patienten, die Gemcitabin erhielten (siehe

Abschnitt 4.8.). Die Behandlung mit Gemcitabin sollte bei den ersten Anzeichen

einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie abgebrochen werden, wie bei

schnell abnehmenden Hämoglobinwerten mit gleichzeitiger Thrombozytopenie,

Erhöhung von Serumbilirubin, Serumkreatinin, Harnstoff oder LDH. Ein

Nierenversagen ist möglicherweise bei Absetzen der Therapie nicht reversibel und

kann eine Dialyse erfordern.

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- 8 -

Fertilität

In Fertilitätsstudien hat Gemcitabin bei männlichen Mäusen eine

Hypospermatogenese verursacht (siehe Abschnitt 5.3). Daher wird Männern, die

mit Gemcitabin behandelt werden, empfohlen während der Behandlung und bis zu

6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich wegen der Möglichkeit einer

Infertilität durch die Therapie mit Gemcitabin über eine Kryokonservierung von

Sperma beraten zu lassen (siehe Abschnitt 4.6).

Natrium

Gemcitabin Profusio

200 mg enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg)

Natrium pro Infusionslösung.

Gemcitabin Profusio 1 g enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium

pro Infusionslösung.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Es wurden keine speziellen Wechselwirkungsstudien durchgeführt (siehe Abschnitt

5.2).

Strahlentherapie

Gleichzeitig (gleichzeitig oder im Abstand von ≤ 7 Tagen): Die Toxizität dieser

kombinierten Behandlung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab,

einschließlich der Gemcitabin Dosis, der Häufigkeit der Gemcitabin Gabe, der

Strahlendosis, der Vorbereitung der Strahlenanwendung, dem bestrahlten Gewebe

und dem bestrahlten Volumen. Präklinische und klinische Studien haben gezeigt,

dass Gemcitabin eine strahlensensibilisierende Wirkung hat. In einer einzelnen

klinischen Studie, in der Patienten mit nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom in bis

zu 6 aufeinander folgenden Wochen jeweils bis zu 1000 mg/m

Gemcitabin

gleichzeitig mit einer Bestrahlung des Thorax gegeben wurde, wurden

schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Mukositiden,

insbesondere Ösophagitis und Pneumonitis, beobachtet, speziell bei Patienten, bei

denen ein großes Volumen bestrahlt wurde (mittlere Behandlungsvolumina 4795

). Später durchgeführte Studien haben gezeigt, dass es möglich ist,

Gemcitabin in niedrigerer Dosierung gleichzeitig mit einer Strahlentherapie zu

geben bei berechenbarer Toxizität, wie eine Phase II-Studie bei NSCLC-Patienten,

in der eine Bestrahlung des Thorax mit Dosen von 66 Gy gleichzeitig mit

Gemcitabin (600 mg/m² vier mal) und Cisplatin (80 mg/m² zwei mal) innerhalb von

6 Wochen gegeben wurde. Das optimale Dosierungsschema für die sichere

Anwendung von Gemcitabin zusammen mit therapeutischen Strahlendosen ist

jedoch nicht für alle Tumorarten bekannt.

Nicht gleichzeitig (im Abstand von > 7 Tagen): Die Analyse der Daten ergibt keine

erhöhte Toxizität, wenn Gemcitabin mehr als 7 Tage vor oder nach einer

Bestrahlung gegeben wird, mit Ausnahme eines „Radiation Recall“ Phänomens.

Aus den Daten lässt sich schließen, dass eine Behandlung mit Gemcitabin

begonnen werden kann, nachdem die akuten Wirkungen der Strahlentherapie

abgeklungen sind bzw. mindestens eine Woche nach der Bestrahlung.

Strahlenschäden am bestrahlten Gewebe (z.B. Ösophagitis, Kolitis und

Pneumonitis) wurden im Zusammenhang mit der gleichzeitigen und

nichtgleichzeitigen Anwendung von Gemcitabin berichtet.

Andere

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- 9 -

Eine Gelbfieberimpfung und andere attenuierte Lebendimpfstoffe werden nicht

empfohlen aufgrund des Risikos einer systemischen, möglicherweise tödlichen

Erkrankung, insbesondere bei immunsupprimierten Patienten.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Gemcitabin bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität

gezeigt (siehe Abschnitt 5.3.). Aufgrund der Ergebnisse aus tierexperimentellen

Studien und des Wirkungsmechanismus von Gemcitabin, darf die Substanz nicht

in der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig

erforderlich. Frauen sollten angewiesen werden, während einer Behandlung mit

Gemcitabin nicht schwanger zu werden und ihren behandelnden Arzt unverzüglich

zu informieren, wenn dieses trotzdem eintreten sollte.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Gemcitabin in die Muttermilch ausgeschieden wird und

Nebenwirkungen beim gestillten Kind nicht ausgeschlossen werden können.

Während einer Gemcitabin-Behandlung muss abgestillt werden.

Fertilität

In Fertilitätsstudien verursachte Gemcitabin bei männlichen Mäusen eine

reversible Hypospermatogenese (siehe Abschnitt 5.3). Daher wird Männern

empfohlen, während der Behandlung mit Gemcitabin und bis zu 6 Monate danach

kein Kind zu zeugen und sich wegen der Möglichkeit der Infertilität durch eine

Gemcitabin-Therapie über eine Kryokonservierung von Sperma beraten zu lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Jedoch kann Gemcitabin leichte bis

mäßige Schläfrigkeit verursachen, insbesondere im Zusammenwirken mit Alkohol.

Die Patienten müssen vor der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder dem

Bedienen von Maschinen gewarnt werden, bis gesichert ist, dass sie nicht schläfrig

werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer

Gemcitabin-Behandlung gehören: Übelkeit mit oder ohne Erbrechen, erhöhte

Transaminasen (AST, ALT) und alkalische Phosphatase, berichtet bei etwa 60%

der Patienten; Proteinurie und Hämaturie, berichtet bei etwa 50% der Patienten;

Atemnot, berichtet bei 10-40% der Patienten (die höchste Inzidenz bei Patienten

mit Lungenkrebs); allergische Hautausschläge treten bei etwa 25% der Patienten

auf und sind bei etwa 10% der Patienten mit Juckreiz verbunden.

Die Häufigkeit und der Schweregrad der Nebenwirkungen hängen von der Dosis,

der Infusionsgeschwindigkeit und dem Abstand zwischen den einzelnen Dosen ab

(siehe Abschnitt 4.4). Dosisbegrenzende Nebenwirkungen sind eine Abnahme der

Thrombozyten-, Leukozyten- und Granulozytenzahl (siehe Abschnitt 4.2).

10.06.2011

- 10 -

Daten aus klinischen Prüfungen

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100)

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Die folgende Tabelle von Nebenwirkungen und Häufigkeiten beruht auf Daten aus

klinischen Studien. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen

nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Systemorganklassen

Häufigkeitsgruppe

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

Sehr häufig

Leukopenie (Neutropenie Grad 3 =

19,3%;

Grad 4 = 6%). Die Knochenmarkssuppression

ist üblicherweise leicht bis mäßig und betrifft

meistens die Granulozytenzahl (siehe

Abschnitt 4.2)

Thrombozytopenie

Anämie

Häufig

Febrile Neutropenie

Sehr selten

Thrombozytose

Erkrankungen des

Immunsystems

Sehr selten

Anaphylaktoide Reaktion

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Häufig

Appetitlosigkeit

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen

Schläfrigkeit

Schlaflosigkeit

Herzerkrankungen

Selten

Myokardinfarkt

Gefäßerkrankungen

Selten

Hypotonie

Systemorganklassen

Häufigkeitsgruppe

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Sehr häufig

Dyspnoe - üblicherweise leicht und schnell ohne

Behandlung abklingend

Häufig

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- 11 -

Husten

Schnupfen

Gelegentlich

interstitielle Pneumonitis (siehe Abschnitt 4.4)

Bronchospasmus - üblicherweise leicht und

vorübergehend, kann aber auch parenterale

Behandlung erfordern

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit

Erbrechen

Häufig

Durchfall

Stomatitis und Ulzeration der Mundschleimhaut

Verstopfung

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr häufig

Erhöhung von Transaminasen (AST und ALT),

alkalischer Phosphatase Häufig

erhöhtes Bilirubin

Selten

Erhöhte Gammaglutamyl Transferase (GGT)

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Allergischer Hautausschlag, häufig begleitet von

Juckreiz

Haarausfall

Häufig

Juckreiz

Schwitzen

Selten

Ulzeration

Blasen- und Geschwürbildung

Abschuppung

Sehr selten

Schwere Hautreaktionen, einschließlich

Abschuppung und Ausschlag mit Blasenbildung

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig

Rückenschmerzen

Muskelschmerzen

Systemorganklassen

Häufigkeitsgruppe

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig

Hämaturie

Leichte Proteinurie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

am Verabreichungsort

Sehr häufig

Grippeähnliche Symptome -die häufigsten

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- 12 -

Symptome waren Fieber, Kopfschmerzen,

Rückenschmerzen, Schüttelfrost,

Muskelschmerzen, Schwäche und Appetitlosigkeit.

Husten, Schnupfen, Unwohlsein, Schwitzen und

Schlafstörungen wurden auch berichtet.

Ödeme/periphere Ödeme, einschließlich

Gesichtsödeme. Die Ödeme sind üblicherweise

reversibel nach Beendigung der Behandlung.

Häufig

Fieber

Asthenie

Schüttelfrost

Selten

Reaktionen an der Injektionsstelle, üblicherweise

leichter Art

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe

bedingte Komplikationen

Strahlenschäden (siehe Abschnitt 4.5)

Erfahrungen nach der Markteinführung (Spontanberichte), Häufigkeit unbekannt

(kann aus den vorliegenden Daten nicht bestimmt werden)

Erkrankungen des Nervensystems

Schlaganfall

Herzerkrankungen

Arrythmie - überwiegend supraventrikulär, Herzinsuffizienz

Gefäßerkrankungen

Klinische Anzeichen einer peripheren Vaskulitis und eines Gangräns

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Lungenödem, Akutes Atemnotsyndrom beim Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ischämische Kolitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Schwere Lebertoxizität, einschließlich Leberversagen und Tod

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Schwere Hautreaktionen, einschließlich Abschuppung und Ausschlag mit

Blasenbildung, Lyell Syndrom, Steven-Johnson

Syndrom

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- 13 -

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenversagen (siehe Abschnitt 4.4) Hämolytisch-urämisches Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4)

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

„Radiation Recall“

Kombinationstherapie bei Brustkrebs

Die Häufigkeit von Grad 3 und 4 hämatologischen Toxizitäten, insbesondere

Neutropenie, nimmt zu, wenn Gemcitabin in Kombination mit Paclitaxel eingesetzt

wird. Allerdings ist die Zunahme dieser Nebenwirkungen nicht mit einer erhöhten

Inzidenz von Infektionen oder Blutungsereignissen verbunden. Fatigue und febrile

Neutropenie treten häufiger auf, wenn Gemcitabin in Kombination mit Paclitaxel

verwendet wird. Fatigue, die nicht mit einer Anämie verbunden ist, klingt

üblicherweise nach dem ersten Zyklus ab.

Grad 3 und 4 Nebenwirkungen

Paclitaxel versus Gemcitabin plus Paclitaxel

Anzahl (%) der Patienten

Paclitaxel Arm (N =

259)

Gemcitabin plus Paclitaxel

Arm (N = 262)

Grad 3

Grad 4

Grad 3

Grad 4

Hämatologisch

Anämie

5 (1,9)

1 (0,4)

15 (5,7)

3 (1,1)

Thrombozytopenie

14 (5,3)

1 (0,4)

Neutropenie

11 (4,2)

17 (6,6)*

82 (31,3)

45 (17,2) *

Nicht-Hämatologisch

febrile Neutropenie

3 (1,2)

12 (4,6)

1 (0,4)

Fatigue

3 (1,2)

1 (0.4)

15 (5,7)

2 (0,8)

Diarrhoe

5 (1,9)

8 (3,1)

Motorische Neuropathie

2 (0,8)

6 (2,3)

1 (0,4)

Sensorische Neuropathie

9 (3,5)

14 (5,3)

1 (0,4)

*Eine für mehr als 7 Tage anhaltende Grad 4 Neutropenie trat bei 12,6% der

Patienten im Kombinationsarm und 5,0% der Patienten im Paclitaxelarm auf.

Kombinationstherapie bei Harnblasenkarzinom

Grad 3 und 4 Nebenwirkungen

MVAC versus Gemcitabin plus Cisplatin

Anzahl (% ) der Patienten

MVAC (Methotrexat,

Vinblastin, Doxorubicin

und Cisplatin) Arm

(N=196)

Gemcitabin plus Cisplatin

Arm (N=200)

Grad 3

Grad 4

Grad 3

Grad 4

Hämatologisch

Anämie

30 (16)

4 (2)

47 (24)

7 (4)

Thrombozytopenie

15 (8)

25 (13)

57 (29)

57 (29)

Nicht-Hämatologisch

Übelkeit und Erbrechen

37 (19)

3 (2)

44 (22)

0 (0)

Diarrhoe

15 (8)

1 (1)

6 (3)

0 (0)

Infektion

19 (10)

10 (5)

4 (2)

1 (1)

Stomatitis

34 (18)

8 (4)

2 (1)

0 (0)

10.06.2011

- 14 -

Kombinationtherapie beim Ovarialkarzinom

Grad 3 und 4 Nebenwirkungen

Carboplatin versus Gemcitabin plus Carboplatin

Anzahl (% ) der Patienten

Carboplatin Arm

(N=174)

Gemcitabin plus

Carboplatin Arm (N=175)

Grad 3

Grad 4

Grad 3

Grad 4

Hämatologisch

Anämie

10 (5,7)

4 (2,3)

39 (22,3)

9 (5,1)

Neutropenie

19 (10,9)

2 (1,1)

73 (41,7)

50 (28,6)

Thrombozytopenie

18 (10,3)

2 (1,1)

53 (30,3)

8 (4,6)

Leukopenie

11 (6,3)

1 (0,6)

84 (48,0)

9 (5,1)

Nicht-Hämatologisch

Hämorrhagie

0 (0)

0 (0)

3 (1,8)

0 (0)

febrile Neutropenie

0 (0)

0 (0)

2 (1,1)

0 (0)

Infektion ohne Neutropenie

0 (0)

0 (0)

0 (0)

1 (0,6)

Eine sensorische Neuropathie war ebenso häufiger im Kombinationsarm als bei

Carboplatin-Monotherapie.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein Antidot bei einer Überdosierung mit Gemcitabin. Einzeldosen von bis

zu 5700 mg/m² Körperoberfläche wurden alle 2 Wochen als intravenöse Infusion

über einen Zeitraum von 30 Minuten gegeben, mit klinisch akzeptabler Toxizität.

Wenn der Verdacht einer Überdosierung besteht, sollten die Blutzellwerte des

Patienten überwacht werden und eine geeignete Behandlung, wie benötigt,

begonnen werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Pyrimidin Analoga,

ATC-Code:

L01BC05

10.06.2011

- 15 -

Zytotoxische Aktivität in Zellkulturmodellen:

Gemcitabin wirkt in zahlreichen Kulturen von menschlichen und murinen

Tumorzellen deutlich zytotoxisch. Es wirkt zellphasenspezifisch, wobei

hauptsächlich Zellen während der DNS-Synthese (S-Phase) abgetötet werden;

unter bestimmten Bedingungen wird die Zellprogression am Übergang von der G1-

zur S-Phase blockiert. Die zytotoxische Wirkung von Gemcitabin in vitro ist sowohl

konzentrations- als auch zeitabhängig.

Antitumor-Aktivität in präklinischen Modellen:

Die Antitumoraktivität von Gemcitabin in Tumormodellen am Tier ist abhängig von

der Häufigkeit der Verabreichung. Wird Gemcitabin täglich verabreicht, ist die

Letalität unter den Tieren bei relativ geringer Antitumor-Aktivität deutlich erhöht.

Wenn dagegen Gemcitabin jeden dritten oder vierten Tag verabreicht wird, können

Mäusen nicht-letale Dosen mit beachtlicher Aktivität gegen eine Reihe von

Tumoren verabreicht werden.

Wirkmechanismus

Zellmetabolismus und Wirkmechanismus: Gemcitabin (dFdC), ein Pyrimidin-

Antimetabolit, wird durch Nucleosidkinasen intrazellulär zu dem wirksamen

Diphosphat-Nukleosid (dFdCDP) und Triphosphat-Nukleosid (dFdCTP)

metabolisiert. Die zytotoxische Wirkung von Gemcitabin beruht auf der Hemmung

der DNA Synthese durch zwei Wirkungen von dFdCDP und dFdCTP. Zum einen

blockiert dFdCDP die Ribonukleotidreduktase, die die Reaktion katalysiert, welche

Deoxynukleosidtriphosphate (dCTP) für die DNS-Synthese liefert. Die Hemmung

dieses Enzyms durch dFdCDP bewirkt eine allgemeine Reduktion der

Konzentration von Deoxynukleosiden und speziell von dCTP. Zum zweiten

konkurriert dFdCTP mit dCTP um den Einbau in die DNS (Selbst-Potenzierung).

Außerdem kann in geringem Ausmaß ebenfalls Gemcitabin in die RNS eingebaut

werden. Durch die Reduktion an intrazellulärem dCTP wird der Einbau von

dFdCTP in die DNS verstärkt. Die DNS-Polymerase Epsilon ist nicht in der Lage,

Gemcitabin zu entfernen und die gebildeten DNS-Stränge zu reparieren. Nachdem

Gemcitabin in die DNS eingebaut wurde, erfolgt der Einbau eines weiteren

Nukleotids in den DNS-Strang. Nach diesem Einbau resultiert eine vollständige

Hemmung der weiteren DNS-Synthese (maskierter Kettenabbruch). Nach Einbau

in die DNS scheint Gemcitabin den programmierten Zelltod (Apoptose) zu

induzieren.

Klinische Daten

Harnblasenkarzinom

Eine randomisierte Phase III Studie mit 405 Patienten mit fortgeschrittenem oder

metastasierten Urothelkarzinom zeigte keine Unterschiede zwischen den zwei

Behandlungsarmen Gemcitabin/Cisplatin versus

Methotrexat/Vinblastin/Adriamycin/Cisplatin (MVAC), in Bezug auf das mittlere

Überleben (12,8 und 14,8 Monate, p=0,547), Zeit bis zur Tumorprogression (7,4

und 7,6 Monate, p=0,842) und Ansprechrate (49,4% und 45,7%, p=0,512).

Allerdings hatte die Kombination von Gemcitabin und Cisplatin ein besseres

Toxizitätsprofil als MVAC.

Pankreaskarzinom

In einer randomisierten Phase III Studie bei 126 Patienten mit fortgeschrittenem

oder metastasierten Pankreaskarzinom, zeigte Gemcitabin eine statistisch

signifikant höhere Ansprechrate hinsichtlich eines klinischen Nutzen („clinical

benefit response“) als 5-Fluorouracil (23,8% und 4,8%, p=0,0022). Ebenso wurde

bei Patienten, die mit Gemcitabin behandelt wurden, im Vergleich zu 5-Fluorouracil

eine statistisch signifikante Verlängerung der Zeit bis zum Progress von 0,9 auf 2,3

Monate (log-rank p<0,0002) und eine statistisch signifikante Verlängerung des

10.06.2011

- 16 -

mittleren Überlebens von 4,4 auf 5,7 Monate (log-rank p<0,0024) beobachtet.

Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom

In einer randomisierten Phase III Studie bei 522 Patienten mit inoperablem, lokal

fortgeschrittenem oder metastasierten NSCLC, zeigte Gemcitabin in Kombination

mit Cisplatin eine statistisch signifikant höhere Ansprechrate als Cisplatin alleine

(31,0% und 12,0%, p<0,0001). Eine statistisch signifikante Verlängerung der Zeit

bis zur Progression, von 3,7 auf 5,6 Monate (log-rank p<0,0012) und eine

statistisch signifikante Verlängerung des mittleren Überlebens von 7,6 Monaten auf

9,1 Monate (log-rank p<0,004) wurde bei Patienten, die mit Gemcitabin/Cisplatin

behandelt wurden beobachtet, verglichen mit Cisplatin alleine.

In einer anderen randomisierten Phase III Study von 135 Patienten mit NSCLC im

Stadium IIIB oder IV zeigte eine Kombination von Gemcitabin und Cisplatin eine

statistisch signifikant höhere Ansprechrate als eine Kombination von Cisplatin und

Etoposid (40,6% und 21,2 %, p=0,025). Eine statistisch signifikante Verlängerung

der Zeit bis zum Progress von 4,3 auf 6,9 Monate (p=0,014) wurde bei mit

Gemcitabin/Cisplatin im Vergleich zu den mit Etoposid/Cisplatin behandelten

Patienten beobachtet.

In beiden Studien wurde eine vergleichbare Verträglichkeit in den zwei

Behandlungsarmen gefunden.

Ovarialkarzinom

In einer randomisierten Phase III Studie, wurden 356 Patienten mit

fortgeschrittenem epithelialen Ovarialkarzinom mit einem Rezidiv mindestens 6

Monate nach Abschluss einer platinhaltigen Therapie randomisiert auf eine

Therapie mit Gemcitabin und Carboplatin (GCb) oder Carboplatin (Cb). Es wurde

eine statistisch signifikante Verlängerung der Zeit bis zur Tumorprogression, von

5,8 auf 8,6 Monate (log rank p= 0,0038) bei den mit GCb behandelten Patienten

beobachtet, verglichen mit den mit Cb behandelten Patienten. Unterschiede in der

Ansprechrate von 47,2% in dem GCb Arm versus 30,9% im Cb Arm (p=0,0016)

und ein mittleres Überleben von 18 Monaten (GCb) versus 17,3 (Cb) (p=0,73)

waren günstiger im GCb Arm.

Brustkrebs

In einer randomisierten Phase III Studie mit 529 Patienten mit inoperablem, lokal

rezidivierenden oder metastasierten Brustkrebs mit Rezidiv nach einer adjuvanten/

neoadjuvanten Chemotherapie, zeigte Gemcitabin in Kombination mit Paclitaxel

eine statistisch signifikante Verlängerung der Zeit bis zur bestätigten

Tumorprogression von 3,98 auf 6,14 Monaten (log-rank p=0,0002) bei mit

Gemcitabine/Paclitaxel behandelten Patienten verglichen mit Paclitaxel

behandelten Patienten. Nach 377 Todesfällen betrug das Gesamtüberleben 18,6

Monate versus 15,8 Monate (HR 0,82, p=0,0489) bei den mit

Gemcitabin/Paclitaxel verglichen mit den mit Paclitaxel behandelten Patienten, und

die Gesamtansprechrate betrug 41,4% und 26,2% (p= 0,0002).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Gemcitabin wurde in sieben klinischen Studien an

insgesamt 353 Patienten untersucht. Die 121 Frauen und 232 Männer waren

zwischen 29 und 79 Jahren alt. Von diesen Patienten litten etwa 45 % an einem

nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom und 35 % an einem Pankreaskarzinom. Die

folgenden pharmakokinetischen Parameter wurden bei Dosierungen zwischen 500

und 2592 mg/m

, die über 0,4 bis 1,2 Stunden infundiert wurden, erhoben.

Die Plasma-Spitzen-Konzentration ermittelt innerhalb von 5 Minuten nach Ende

der Infusion waren: 3,2 -45,5 µg/ml. Nach einer Infusion von 1000 mg/m

/30 min

werden Konzentrationen der Muttersubstanz von über 5 µg/ml für etwa 30 min

10.06.2011

- 17 -

nach Infusion erreicht; in der daran anschließenden Stunde liegen sie über 0,4 µg/

Verteilung

Das Verteilungsvolumen des zentralen Kompartimentes betrug: 12,4 l/m

Frauen und 17,5 l/m

bei Männern (die interindividuelle Variabilität betrug 91,9 %).

Das Verteilungsvolumen des peripheren Kompartimentes betrug: 47,4 l/m

(nicht

geschlechtsabhängig).

Die Plasmaproteinbindung war vernachlässigbar gering.

Halbwertszeit: 42 -94 Minuten in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht. Bei dem

empfohlenen Dosierungsschema ist die Ausscheidung von Gemcitabin innerhalb

von 5 -11 Stunden nach Infusionsbeginn nahezu vollständig abgeschlossen. Bei

einmaliger Gabe pro Woche kumuliert Gemcitabin nicht.

Metabolismus:

Gemcitabin wird durch die Cytidindeaminase rasch in der Leber, den Nieren, im

Blut und weiteren Organen metabolisiert. Durch intrazellulären Metabolismus

entstehen Gemcitabinmono-, -di- und triphosphat (dFdCMP, dFdCDP und

dFdCTP), von denen dFdCDP und dFdCTP als aktive Metaboliten angesehen

werden. Diese intrazellulären Metaboliten wurden nicht im Plasma und im Urin

gefunden. Der primäre Metabolit 2'-Deoxy-2', 2'-difluoruridin (dFdU) ist inaktiv und

kommt im Plasma und im Urin vor.

Ausscheidung

Systemische Clearance: 29,2 l/Stunde/m

bis 92,2 l/Stunde/m

, abhängig vom

Geschlecht und vom Alter (die interindividuelle Variabilität betrug 52,2 %). Die

Clearancewerte für Frauen liegen etwa 25 % unter denen für Männer. Die

Clearance verringert sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen im höheren

Alter. Die niedrigeren Clearancewerte für Frauen und Männer machen für die

empfohlenen Gemcitabin-Dosen von 1000 mg/m² als 30-minütige Infusion jedoch

keine Dosisreduktion erforderlich.

Ausscheidung im Harn: weniger als 10 % werden als unverändertes Gemcitabin

ausgeschieden.

Renale Clearance: 2 - 7 l/Stunde/m

Innerhalb einer Woche werden 92 % -98 % der Gemcitabin-Dosis ausgeschieden,

99 % davon im Urin, hauptsächlich in Form von dFdU. 1 % der Dosis wird über

den Faeces ausgeschieden.

Kinetik von dFdCTP

Dieser Metabolit wird in peripheren mononuklearen Blutzellen gefunden; auf diese

Zellen beziehen sich die folgenden Angaben. Die intrazellulären Konzentrationen

steigen in Relation zur verabreichten Gemcitabindosis von 35 -350 mg/m

/30 min,

wobei steady-state Konzentrationen von 0,4 - 5 µg/ml erreicht werden. Plasma-

Konzentrationen von über 5 µg Gemcitabin/ml führen offenbar zu einer

intrazellulären Sättigung von dFdCTP.

Halbwertszeit der terminalen Elimination: 0,7 - 12 Stunden.

Kinetik von dFdU

Plasma-Spitzen-Konzentration (3 - 15 min nach einer 30-minütigen Infusion von

1000 mg/m

): 28 - 52 µg/ml. Plasma-Talspiegel nach einmaliger Gabe pro Woche:

0,07 -1,12 µg/ml wobei keine Kumulation ersichtlich ist. Triphasischer

Plasmakonzentrationsverlauf gegen die Zeit; mittlere terminale Halbwertszeit 65

Stunden (33 - 84 Stunden).

Bildung von dFdU aus der Muttersubstanz: 91 % - 98 %.

Mittleres Verteilungsvolumen des zentralen Kompartiments: 18 l/m

(11 -22 l/m

10.06.2011

- 18 -

Mittleres Verteilungsvolumen im steady-state (V

): 150 l/m

(96 - 228 l/m

Gewebeverteilung: ausgedehnt

Mittlere Clearance: 2,5 l/Stunde/m

(1 - 4 l/Stunde/m

Urinausscheidung: vollständig.

Gemcitabin und Paclitaxel Kombinationstherapie

Eine Kombinationstherapie änderte die Pharmakokinetik von Gemcitabine oder

Paclitaxel nicht.

Gemcitabin und Carboplatin Kombinationstherapie

Die Pharmakokinetik von Gemcitabin war in Kombination mit Carboplatin nicht

verändert.

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- 19 -

Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine leicht bis mäßig eingeschränkte Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate 30

ml/min - 80 ml/min) hat keine gleichbleibende, signifikante Wirkung auf die

pharmakokinetischen Eigenschaften von Gemcitabin.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien mit Mehrfachdosierung von einer Dauer bis zu 6 Monaten mit Mäusen

und Hunden war das wesenliche Ergebnis eine von Dosierungsintervall und Dosis

abhängige reversible Hemmung der Hämatopoese.

Gemcitabin ist mutagen in vitro (Mutationstest) und in vivo (Knochenmark

Mikronukleus Test). Langzeitstudien am Tier zum kanzerogenen Potential wurden

nicht durchgeführt.

In Fertilitätsstudien verursachte Gemcitabin bei männlichen Mäusen eine

reversible Hypospermatogenese. Auf die Fertilität von weiblichen Mäusen wurde

keine Wirkung festgestellt.

Die Auswertung von Tierstudien hat eine Reproduktionstoxizität gezeigt, wie z.B.

Geburtsfehler und andere Einflüsse auf die Entwicklung des Embryos oder Fötus,

auf den Verlauf der Gestation oder auf die peri- und postnatale Entwicklung.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.)

Natriumacetat-Trihydrat

Natriumhydroxid-Lösung (4 %) (zur pH Einstellung)

6.2

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit

anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Pulver: 2 Jahre

Zubereitete Lösung:

Eine chemische und physikalische Stabilität wurde für 24 Stunden bei 25°C

gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die Lösung unmittelbar verwendet

werden. Wird sie nicht unmittelbar verwendet, ist der Anwender verantwortlich für

Aufbewahrungszeit und -bedingungen.

Die zubereitete Gemcitabin-Lösung darf nicht gekühlt aufbewahrt werden, da es zu

Ausfällungen kommen kann.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Für die Lagerungsbedingungen des zubereiteten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

10.06.2011

- 20 -

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

200 mg:

Das Pulver ist verpackt in 10 ml farblosen Durchstechflaschen aus Glas (Typ I),

verschlossen mit einem Bromobutylgummi-Stopfen und abgedichtet mit einem

Aluminium Verschluss mit einer Polypropylen-Abdeckkappe. Die

Durchstechflasche wird mit oder ohne Plastikschutzhülle verpackt.

1 g:

Das Pulver ist verpackt in 50 ml farblosen Durchstechflaschen aus Glas (Typ I),

verschlossen mit einem Bromobutylgummi-Stopfen und abgedichtet mit einem

Aluminium Verschluss mit einer Polypropylen-Abdeckkappe. Die

Durchstechflasche wird mit oder ohne Plastikschutzhülle verpackt.

1 Durchstechflasche mit 200 mg Gemcitabin

1 Durchstechflasche mit 1 g Gemcitabin

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung

Handhabung

Bei der Zubereitung und Entsorgung der Infusionslösung müssen die üblichen

Vorsichtsmaßnahmen für Zytostatika beachtet werden. Die Handhabung der

Infusionslösung sollte in einer Sicherheitsbox geschehen. Es sollten ein

Schutzkittel und Handschuhe getragen werden. Steht keine Sicherheitsbox zur

Verfügung, sollten eine Maske und Sicherheitsgläser getragen werden.

Bei Kontakt der Zubereitung mit den Augen kann es zu schwerwiegenden

Reizungen kommen. Die Augen sollten sofort und gründlich ausgewaschen

werden. Kommt es zu einer bleibenden Reizung, sollte ein Arzt aufgesucht

werden. Wenn Lösung auf die Haut gerät, sollten Sie gründlich mit Wasser spülen.

Anleitung für die Zubereitung (und für den Fall einer weiteren Verdünnung)

Das einzige zugelassene Lösungsmittel zur Zubereitung von sterilem Gemcitabin-

Pulver ist Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) – Lösung zur Injektion (ohne

Konservierungsmittel). Aufgrund des Lösungsverhaltens, beträgt die maximale

Gemcitabin Konzentration nach Auflösung 40 mg/ml. Das Zubereiten von höheren

Konzentrationen als 40 mg/ml können zu einer unvollständigen Auflösung führen

und sollten daher vermieden werden.

1. Verwenden Sie für die Zubereitung und jede weitere Verdünnung von

Gemcitabin zur intravenösen Anwendung eine aseptische Technik.

2. Für die Zubereitung werden zu der 200 mg Durchstechflasche 5 ml sterile

Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion (ohne Konservierungsmittel) oder zu

der 1000 mg Durchstechflasche 25 ml sterile Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) zur

Injektion (ohne Konservierungsmittel) hinzugefügt. Das Gesamtvolumen nach der

Auflösung beträgt 5,26 ml (200 mg Durchstechflasche) bzw. 26,3 ml (1000 mg

Durchstechflasche). Dieses ergibt eine Gemcitabin-Konzentration von 38 mg/ml,

die das Verdrängungsvolumen durch das lyophilisierte Pulver mit einberechnet.

Zur vollständigen Auflösung gut schütteln. Eine weitere Verdünnung mit steriler

Kochsalzlösung 9 mg/ml (0,9%) zur Injektion ohne Konservierungsmittel ist

möglich. Die resultierende Lösung ist klar und farblos bis schwach gelblich.

3. Parenterale Arzneimittel sind vor der Anwendung visuell auf Partikel und

Verfärbungen zu überprüfen. Werden Partikel gefunden, darf die Lösung nicht

verabreicht werden.

10.06.2011

- 21 -

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PGD Profusio Leipzig GesundHeits GmbH Deutschland

Mommsenstraße 4

04329 Leipzig

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Gemcitabin Profusio 200 mg: 79587.00.00

Gemcitabin Profusio 1 g: 79588.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

22.03.2010

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2011

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

10.06.2011

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