Ganfort Augentropfen

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
bimatoprostum, timololum
Verfügbar ab:
Allergan AG
ATC-Code:
S01ED51
INN (Internationale Bezeichnung):
bimatoprostum, timololum
Darreichungsform:
Augentropfen
Zusammensetzung:
bimatoprostum 0,3 mg, timololum 5 mg zu timololi maleas, conserv.: benzalkonii chloridum, excipiens ad-Lösung für 1 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Weitwinkelglaukom, okuläre Hypertension
Zulassungsnummer:
57630
Berechtigungsdatum:
2007-01-26

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

GANFORT®, Augentropfen

Was ist GANFORT® und wann wird es angewendet?

GANFORT® Augentropfen werden nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung

des Weitwinkelglaukoms (grüner Star) angewendet. GANFORT® enthält zwei verschiedene Wirkstoffe,

Bimatoprost und Timolol, welche beide den erhöhten Augeninnendruck senken. Bimatoprost gehört zur

Stoffklasse der sogenannten Prostamide und zählt zu den Prostaglandin-Analoga. Timolol gehört zu

einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Betablocker bezeichnet werden.

Ihr Auge enthält eine klare wässrige Flüssigkeit, die das Augeninnere ernährt. Flüssigkeit läuft ständig

aus dem Auge heraus. Um diese zu ersetzen, wird stets neue Flüssigkeit produziert. Wenn die

Flüssigkeit nicht schnell genug abfliessen kann, baut sich ein Druck im Augeninneren auf, und dies kann

schliesslich Ihr Sehvermögen schädigen (eine Erkrankung namens Glaukom). GANFORT® wirkt,

indem es die Produktion der Flüssigkeit reduziert und die Menge an abfliessender Flüssigkeit erhöht.

Dies führt zu einer Senkung des Augeninnendrucks.

GANFORT® wird zur Behandlung von erhöhtem Augeninnendruck bei Erwachsenen einschliesslich

älteren Patienten verwendet. Dieser erhöhte Augeninnendruck kann zu einem Glaukom führen. Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin verordnet GANFORT®, wenn andere Augentropfen, die Betablocker oder

Prostaglandin-Analoga enthalten, allein keine ausreichende Wirkung zeigten.

Was sollte dazu beachtet werden?

Es ist wichtig, dass der Augeninnendruck durch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin regelmässig überprüft wird.

Hinweis für Kontaktlinsenträger

Das in GANFORT® enthaltene Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Augenreizungen

verursachen und weiche Kontaktlinsen verfärben. Deshalb sollen Kontaktlinsen vor jeder Anwendung

von GANFORT® herausgenommen und erst 15 Minuten danach wiedereingesetzt werden.

GANFORT® sollte nicht eingetropft werden, während Sie Kontaktlinsen tragen.

Wann darf GANFORT® nicht angewendet werden?

·Wenn Sie eine Atemwegserkrankung haben wie Asthma oder schwere chronisch obstruktive Bronchitis

(schwere Lungenerkrankung, die krankhafte Atemgeräusche, Atemprobleme und/oder chronischen

Husten verursacht) oder früher daran gelitten haben.

·Wenn Sie Herzprobleme haben wie niedrige Herzfrequenz, Herzblock (Erregungsleitungsstörung) oder

Herzinsuffizienz.

·Wenn Sie auf einen der Wirkstoffe oder Hilfsstoffe von GANFORT® allergisch reagieren.

GANFORT® soll bei Personen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin hat dies trotzdem empfohlen.

Wann ist bei der Anwendung von GANFORT® Vorsicht geboten?

Bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden, teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, ob Sie jetzt an

einer der folgenden Erkrankungen leiden oder früher einmal daran gelitten haben:

·Erkrankungen der Herzkranzgefässe (Symptome können Brustschmerzen oder Engegefühl, Atemnot

oder Erstickungsanfälle umfassen), Herzinsuffizienz, niedriger Blutdruck

·Herzrhythmusstörungen wie z.B. langsamer Herzschlag

·Atemprobleme, Asthma oder chronisch obstruktive Atemwegserkrankung

·Durchblutungsstörungen (z.B. Raynaud-Erkrankung bzw. Raynaud-Syndrom)

·Überfunktion der Schilddrüse, da Timolol Anzeichen und Symptome einer Schilddrüsenerkrankung

maskieren kann

·Diabetes (Blutzuckerkrankheit), da Timolol Anzeichen und Symptome von niedrigem Blutzucker

maskieren kann

·Schwere allergische Reaktionen

·Probleme mit Nieren oder Leber

·Erkrankungen der Augenoberfläche

·Lösen einer der Schichten im Augapfel nach einer Operation zur Reduzierung des Augeninnendrucks

·Bekannte Risikofaktoren für Makulaödem (Schwellung der Netzhaut im Auge, die zur

Verschlechterung des Sehvermögens führt), z.B. Operation des grauen Stars.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin vor einer Narkose aufgrund eines chirurgischen Eingriffs,

dass Sie GANFORT® verwenden, da Timolol die Wirkung einiger während der Narkose verwendeter

Arzneimittel verändern kann.

GANFORT® kann eine Dunkelfärbung und ein verstärktes Wachstum der Wimpern sowie eine

Dunkelfärbung der Haut um das Augenlid verursachen. Auch kann bei längerer Anwendung die

Irisfärbung dunkler werden. Diese Veränderungen können bleibend sein und deutlich sichtbar werden,

wenn nur ein Auge behandelt wird.

In Bereichen, in denen GANFORT® Lösung mit der Hautoberfläche in Kontakt kommt, besteht die

Möglichkeit von Haarwachstum.

Für kurze Zeit nach der Anwendung von GANFORT® werden Sie möglicherweise verschwommen

sehen. Sie sollten erst dann wieder ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen, wenn Sie wieder

klarsehen können.

Die Wirkung von GANFORT® kann von anderen Arzneimitteln, die Sie verwenden, beeinträchtigt

werden bzw. GANFORT® kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinträchtigen. Dies gilt auch für

andere Augentropfen, die zur Behandlung des Glaukoms (grüner Star) verwendet werden.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie blutdrucksenkende Arzneimittel, Herzmedikamente, Arzneimittel

zur Behandlung von Diabetes, Chinidin (wird zur Behandlung von Herzerkrankungen und einigen Arten

von Malaria verwendet) oder Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, bekannt unter dem

Wirkstoffnamen Fluoxetin und Paroxetin, einnehmen oder deren Einnahme planen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder am Auge anwenden!

Darf GANFORT® während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

GANFORT® darf während der Schwangerschaft nur mit ausdrücklicher Genehmigung Ihres Arztes oder

Ihrer Ärztin angewendet werden. Orientieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind

oder schwanger werden möchten.

GANFORT® soll in der Stillzeit nicht angewendet werden. Timolol kann in die Muttermilch gelangen.

Wie verwenden Sie GANFORT®?

Wenden Sie GANFORT® immer genau nach den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin an. Wenn

Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Die übliche Dosierung beträgt entweder morgens oder abends 1 Tropfen GANFORT® in jedes zu

behandelnde Auge. Wenden Sie die Augentropfen jeden Tag zur gleichen Zeit an.

Falls Sie gleichzeitig noch andere Augenmittel anwenden, sollten zwischen dem Eintropfen von

GANFORT® und der Anwendung der anderen Augenmittel mindestens 5 Minuten vergehen.

Augensalben oder Augengels sollen zuletzt angewendet werden.

Die Anwendung und Sicherheit von GANFORT® bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist

bisher nicht geprüft worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Anweisungen über die Handhabung und Anwendung

Verwenden Sie den Inhalt der Flasche nicht, wenn vor dem ersten Anbrechen das Schutzsiegel am

Flaschenhals beschädigt ist.

1.Waschen Sie sich die Hände. Legen Sie den Kopf in den Nacken und sehen Sie nach oben.

2.Ziehen Sie das Unterlid vorsichtig nach unten, bis sich eine kleine Tasche bildet.

3.Drehen Sie die Flasche, bis die Öffnung nach unten zeigt, und drücken Sie auf die Flasche, bis ein

Tropfen in das zu behandelnde Auge fällt.

4.Lassen Sie das Unterlid los, und schliessen Sie Ihr Auge.

5.Während Sie das Auge geschlossen halten, drücken Sie Ihren Finger gegen den Winkel des

geschlossenen Auges (die Stelle, an der das Auge an die Nase angrenzt) und halten Sie den Finger zwei

Minuten lang in dieser Stellung. Dies hilft dabei zu verhindern, dass GANFORT® in den übrigen

Körper gelangt.

Wenn ein Tropfen nicht ins Auge gelangt, versuchen Sie es nochmals.

Um Infektionen vorzubeugen, berühren Sie weder das Auge noch andere Oberflächen mit der

Tropferspitze der Flasche. Sofort nach der Anwendung Flaschenverschluss wieder aufsetzen und

Flasche verschliessen.

Wenn Sie mehr GANFORT® angewendet haben, als Sie sollten, ist es unwahrscheinlich, dass es für Sie

schädlich ist. Träufeln Sie Ihren nächsten Tropfen zur gewohnten Zeit ins Auge ein. Falls Sie Bedenken

haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Falls Sie die Anwendung von GANFORT® einmal vergessen, sollten Sie diese nachholen, sobald Sie

sich daran erinnern. Fahren Sie mit der nächsten Dosierung zur gewohnten Zeit fort. Verdoppeln Sie

Ihre Dosis nicht, um vergessene Anwendungen nachzuholen.

Welche Nebenwirkungen kann GANFORT® haben?

Wie alle Arzneimittel kann auch GANFORT® Nebenwirkungen verursachen, obwohl nicht jeder diese

bekommt. Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von GANFORT® auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Wirkungen auf das Auge:

Rötung.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Wirkungen auf das Auge:

Brennen, Jucken, Stechen, Lichtempfindlichkeit, Augenschmerzen, verklebte Augen, trockene Augen,

Fremdkörpergefühl, kleine Verletzungen in der Augenoberfläche mit oder ohne Entzündung,

Schwierigkeiten klar zu sehen, gerötetes und juckendes Augenlid, Dunkelfärbung des Augenlids,

Dunkelfärbung der Haut um das Auge herum, Wimpernwachstum, tränende Augen, geschwollene

Augenlider, Augenreizung, verminderte Sehschärfe.

Wirkungen auf andere Regionen:

Kopfschmerzen, laufende Nase, Haarwachstum um das Auge herum, Schwindel.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Wirkungen auf das Auge:

Entzündung der Iris, Schwellung der Bindehaut (durchsichtige Schicht des Auges), schmerzende

Augenlider, müde Augen, eingewachsene Wimpern, Dunkelfärbung der Iris, die Augen erscheinen

eingesunken.

Einzelfälle

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

Wirkungen auf das Auge:

Zystoides Makulaödem (Schwellung der Netzhaut im Auge, die zur Verschlechterung des

Sehvermögens führt), verschwommenes Sehen, Unbehagen am Auge.

Wirkungen auf andere Regionen:

Atemnot, krankhafte Atemgeräusche, Symptome einer allergischen Reaktion (Schwellung, gerötete

Augen und Hautausschlag), veränderter Geschmackssinn, verringerter Puls, Schlafstörungen,

Albträume, Asthma, Haarausfall, Müdigkeit, Bluthochdruck, Verfärbung der Haut um das Auge herum.

Die folgenden Nebenwirkungen traten mit Bimatoprost allein auf und können somit möglicherweise

auch für GANFORT® zutreffen:

Linsentrübung, Dunkelfärbung der Wimpern, verstärktes Blinzeln, Zurückweichen des Augenlids von

der Augenoberfläche, Blutungen im Augenhintergrund (Netzhautblutungen), Entzündung im

Augeninnern, Schwäche, erhöhte Bluttestwerte, die zeigen, wie Ihre Leber arbeitet.

Weitere Nebenwirkungen wurden bei Patienten beobachtet, die Augentropfen mit Timolol verwendet

haben, und können daher möglicherweise auch unter GANFORT® auftreten. Wie andere am Auge

angewendete Arzneimittel wird Timolol in den Blutkreislauf aufgenommen. Dies kann ähnliche

Nebenwirkungen wie bei Betablockern, die gespritzt oder geschluckt werden, verursachen. Zu den

aufgeführten Nebenwirkungen gehören Reaktionen, die bei der Klasse der Betablocker beobachtet

wurden, wenn diese zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet wurden:

Schwere allergische Reaktionen mit Schwellungen und Atemproblemen, die lebensbedrohend sein

können, niedriger Blutzucker, Depression, Gedächtnisverlust, Halluzination, Ohnmacht, Schlaganfall,

verminderter Blutfluss zum Gehirn, Verschlechterung der Myasthenia gravis (erhöhte Muskelschwäche),

Kribbelgefühl, verringerte Empfindung der Augenoberfläche, Doppeltsehen, hängendes Augenlid,

Lösen einer der Schichten im Augapfel nach einer Operation zur Reduzierung des Augeninnendrucks,

Entzündung der Augenoberfläche, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Herzstillstand,

langsamer oder schneller Herzschlag, zu viel Flüssigkeitsansammlung (vor allem Wasser) im Körper,

Brustschmerzen, niedriger Blutdruck, geschwollene oder kalte Hände, Füsse und Extremitäten aufgrund

von Blutgefässverengungen, Husten, Übelkeit, Durchfall, Magenschmerzen, Krankheitsgefühl und

Kranksein, Verdauungsstörungen, Mundtrockenheit, rote schuppige Hautflecken, Hautausschlag,

Muskelschmerzen, vermindertes sexuelles Verlangen, sexuelle Dysfunktion.

Falls sich bei Ihnen eine der Nebenwirkungen verschlechtert, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin kontaktieren.

Dieses Arzneimittel enthält 2,68 mg Phosphat pro 1 ml.

Wenn Sie an einer schweren Schädigung der Hornhaut (durchsichtige Schicht an der Vorderseite des

Auges) leiden, können Phosphate aufgrund einer Kalziumanreicherung während der Behandlung in sehr

seltenen Fällen Trübungen (wolkige Flecken) der Hornhaut verursachen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Nach dem ersten Öffnen der Tropfflasche dürfen die Augentropfen nicht länger als 4 Wochen verwendet

werden. Verbleibende Restmengen nach dieser Zeit verwerfen. Dies hilft Infektionen zu verhindern.

Schreiben Sie sich das Datum des ersten Öffnens auf das dafür vorgesehene Feld auf der Faltschachtel

auf; dies hilft Ihnen sich daran zu erinnern.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in GANFORT® enthalten?

1 ml GANFORT® Augentropfen enthält:

Wirkstoffe

0,3 mg Bimatoprost und 5 mg Timolol (entspricht 6,8 mg Timolol-Maleat).

Hilfsstoffe

Konservierungsmittel: Benzalkoniumchlorid sowie weitere Hilfsstoffe zur Herstellung von

Augentropfen.

Zulassungsnummer

57630 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie GANFORT®? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind folgende Packungsgrössen erhältlich:

Tropfflasche mit 3 ml GANFORT® Augentropfen.

Mehrfachpackung mit 3 x 3 ml GANFORT® Augentropfen.

Zulassungsinhaberin

Allergan AG, Zürich

Diese Packungsbeilage wurde im November 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose

Zusammensetzung

GANFORT®

Wirkstoffe: Bimatoprostum, timololi maleas.

Hilfsstoffe: Conserv.: benzalkonii chloridum, excip. ad solutionem.

GANFORT® Unit Dose

Wirkstoffe: Bimatoprostum, timololi maleas.

Hilfsstoffe: Excip. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Augentropfen, Lösung.

1 ml enthält:

0,3 mg Bimatoprost,

5 mg Timolol (als 6,8 mg Timolol-Maleat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Senkung des intraokulären Drucks (IOD) bei Patienten mit chronischem Weitwinkelglaukom oder

okulärer Hypertension, die ungenügend auf topische Betablocker oder Prostaglandin-Analoga

ansprechen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und ältere Personen

Die empfohlene Dosierung beträgt 1 Tropfen GANFORT®/GANFORT® Unit Dose in das

betroffene Auge einmal täglich entweder morgens oder abends. Die Anwendung soll jeden Tag zur

gleichen Zeit erfolgen.

Vorhandene Literaturdaten von GANFORT® weisen darauf hin, dass die abendliche Anwendung

eine höhere augeninnendrucksenkende Wirkung als die morgendliche Anwendung hat. Bei der

Überlegung, ob die Anwendung morgens oder abends erfolgen soll, ist jedoch auch die

Wahrscheinlichkeit der Therapietreue (Compliance) zu berücksichtigen (siehe

„Eigenschaften/Wirkungen“).

Das Einzeldosisbehältnis ist nur zur einmaligen Verwendung bestimmt. Ein Einzeldosisbehältnis

reicht zur Behandlung beider Augen aus. Nicht verwendete Lösung ist sofort zu verwerfen. Wird

eine Anwendung vergessen, ist die Therapie mit der nächsten planmässigen Dosis fortzusetzen. Pro

Auge darf nicht mehr als 1 Tropfen pro Tag eingetropft werden.

Bei Verwendung von mehr als einem ophthalmologischen Arzneimittel sollen die verschiedenen

Produkte in Abständen von mindestens 5 Minuten eingeträufelt werden.

Auch durch Kompression des nasolakrimalen Kanals oder durch Schliessen der Augenlider für

2 Minuten wird die systemische Resorption verringert. Dies kann zu einer Reduzierung der

systemischen Nebenwirkungen und zu einer höheren lokalen Wirksamkeit führen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nieren- und Leberinsuffizienz

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose wurde bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und

Leberfunktion nicht untersucht. Deshalb ist bei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten.

Bei Patienten mit anamnestisch bekannter leichter Leberinsuffizienz oder anormalen ALT, AST

und/oder Bilirubinausgangswerten hatte Bimatoprost über 24 Monate keine unerwünschten

Wirkungen auf die Leberfunktion.

Es sind keine unerwünschten Wirkungen von okulär verabreichtem Timolol auf die Leberfunktion

bekannt.

Kinder und Jugendliche

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose wurde nur bei Erwachsenen untersucht. Daher ist die

Anwendung von GANFORT®/GANFORT® Unit Dose bei Kindern und Jugendlichen nicht

empfohlen.

Kontraindikationen

·Reaktive Atemwegserkrankung einschliesslich Bronchialasthma oder anamnestisch bekanntes

Bronchialasthma, schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

·Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom, sinuatrialer Block, atrioventrikulärer Block 2. und

3. Grades, der nicht durch einen Herzschrittmacher kontrolliert wird. Manifeste Herzinsuffizienz,

kardiogener Schock.

·Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie andere topisch verabreichte ophthalmische Arzneimittel können auch die Wirkstoffe

(Timolol/Bimatoprost) von GANFORT®/GANFORT® Unit Dose systemisch resorbiert werden. Bei

kombinierter Anwendung wurde keine Zunahme der systemischen Resorption der einzelnen

Wirkstoffe im Vergleich zu deren Verabreichung als Monotherapie beobachtet.

Aufgrund der Beta-adrenergen Komponente, Timolol, können die gleichen kardiovaskulären,

pulmonalen und anderen unerwünschten Wirkungen auftreten wie bei systemisch eingesetzten

Betablockern. Die Inzidenz systemischer Nebenwirkungen nach der topischen ophthalmischen

Verabreichung ist niedriger als bei einer systemischen Verabreichung. Informationen zur

Reduzierung der systemischen Resorption siehe „Dosierung/Anwendung“.

Herzerkrankungen

Bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (z.B. koronarer Herzerkrankung, Prinzmetal-

Angina und Herzinsuffizienz) sowie arterieller Hypotonie muss die Behandlung mit Betablockern

kritisch überprüft und es sollte eine Behandlung mit anderen Wirkstoffen in Erwägung gezogen

werden. Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen müssen auf Anzeichen einer

Verschlechterung dieser Erkrankungen sowie auf Nebenwirkungen hin überwacht werden.

Aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Leitungszeit dürfen Betablocker Patienten mit

einem AV-Block 1. Grades nur mit Vorsicht verabreicht werden.

Gefässerkrankungen

Patienten mit schweren peripheren Kreislaufstörungen bzw. -erkrankungen (z.B. schwere Formen der

Raynaud-Erkrankung bzw. des Raynaud-Syndroms) müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Atemwegserkrankungen

Die Atemwege betreffende Nebenwirkungen, einschliesslich Tod durch Bronchospasmus bei

Asthmapatienten, wurden nach der Verabreichung einiger ophthalmologischer Betablocker berichtet.

Bei Patienten mit leichter/moderater chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose mit Vorsicht und nur dann anzuwenden, wenn der mögliche

Nutzen das potentielle Risiko überwiegt.

Endokrine Erkrankungen

Beta-Rezeptorenblocker dürfen bei Patienten mit Neigung zu spontaner Hypoglykämie oder bei

Patienten mit labilem Diabetes nur mit Vorsicht verabreicht werden, da sie die Anzeichen und

Symptome einer akuten Hypoglykämie maskieren können.

Betablocker können Symptome einer Hyperthyreose maskieren.

Hornhauterkrankungen

Ophthalmische Betablocker können zu Augentrockenheit führen. Patienten mit

Hornhauterkrankungen sind mit Vorsicht zu behandeln.

Andere Betablocker

Die Wirkung auf den Augeninnendruck oder die bekannten Wirkungen einer systemischen

Betablockade können bei Patienten, die bereits einen systemischen Betablocker erhalten, durch die

Gabe von Timolol verstärkt werden. Die Reaktion dieser Patienten muss sorgfältig überwacht

werden. Die Anwendung von zwei topischen Betablockern wird nicht empfohlen (siehe

„Interaktionen“).

Anaphylaktische Reaktionen

Unter Betablockern reagieren Patienten mit Atopie oder schweren anaphylaktischen Reaktionen auf

verschiedene Allergene in der Anamnese möglicherweise stärker auf wiederholte Kontakte mit

solchen Allergenen, während sie möglicherweise nicht oder nur unzureichend auf die zur

Behandlung anaphylaktischer Reaktionen üblicherweise eingesetzte Dosierung von Adrenalin

ansprechen.

Aderhautablösung

Bei der Behandlung mit Substanzen, die die Kammerwassersekretion hemmen (z.B. Timolol,

Acetazolamid), wurde nach filtrierenden Operationen über Aderhautablösung berichtet.

Chirurgische Anästhesie

Ophthalmologische Betablocker können die systemische Wirkung von Beta-Agonisten z.B.

Adrenalin, blockieren. Der Anästhesist muss informiert werden, wenn der Patient Timolol erhält.

Augen

Patienten sollten vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit eines verstärkten

Wimpernwachstums, eine Dunkelfärbung des Augenlids oder der periokulären Haut informiert

werden, da diese unter der Behandlung mit Bimatoprost und GANFORT®/GANFORT® Unit Dose

beobachtet wurden. Zudem wurde eine verstärkte braune Irispigmentierung unter Behandlung mit

GANFORT® beobachtet. Die verstärkte Irispigmentierung wird wahrscheinlich bestehen bleiben

und kann – wenn nur ein Auge behandelt wird – ein unterschiedliches Aussehen der Augen zur Folge

haben. Die Irispigmentierung kann auch nach Absetzen von GANFORT® im Sinne einer bleibenden

Veränderung fortbestehen. Nach 12-monatiger Behandlung mit GANFORT® betrug die Häufigkeit

von Irispigmentation 0,2%. Nach 12-monatiger Behandlung mit Bimatoprost alleine betrug die

Häufigkeit 1,5% und erhöhte sich nach 3-jähriger Behandlung nicht. Die veränderte Pigmentierung

wird durch einen erhöhten Melaningehalt in den Melanozyten und nicht durch eine Erhöhung der

Melanozytenzahl verursacht (siehe „Präklinische Daten“). Die Langzeiteffekte einer verstärkten

Irispigmentierung sind nicht bekannt. Veränderungen der Irisfarbe aufgrund einer ophthalmischen

Anwendung von Bimatoprost sind möglicherweise erst nach mehreren Monaten oder Jahren

wahrnehmbar. Eine periorbitale Gewebepigmentierung wurde bei einigen Patienten als reversibel

berichtet.

Das Auftreten von Makulaödemen, einschliesslich zystoider Makulaödeme wurde unter der

Behandlung mit GANFORT® berichtet. GANFORT®/GANFORT® Unit Dose sollte daher bei

aphaken Patienten, pseudophaken Patienten mit Ruptur des hinteren Kapselsacks oder Patienten mit

bekannten Risikofaktoren für Makulaödem (z.B. intraokuläre Operationen, retinalen

Venenverschlüssen, entzündliche Augenerkrankungen und diabetische Retinopathie) mit Vorsicht

angewendet werden.

Die Anwendung von GANFORT®/GANFORT® Unit Dose sollte bei Patienten mit akuten

intraokulären Entzündungen (z.B. Uveitis) mit Vorsicht erfolgen, da sie die Entzündung

verschlimmern kann.

Haut

In Bereichen, in denen GANFORT®/GANFORT® Unit Dose-Lösung wiederholt mit der

Hautoberfläche in Kontakt kommt, besteht die Möglichkeit von Haarwachstum. Daher ist es wichtig,

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose nur anweisungsgemäss anzuwenden und zu vermeiden, dass

Flüssigkeit über die Wange oder andere Hautbereiche läuft.

Sonstige Erkrankungen

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose wurde bei Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen,

neovaskulärem, entzündlichem Weitwinkelglaukom, Kongenitalglaukom oder Engwinkelglaukom

nicht untersucht.

Studien zu Bimatoprost 0,3 mg/ml bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertonie haben

gezeigt, dass die häufigere Exposition des Auges gegenüber mehr als einer Bimatoprost-Dosis

täglich die IOD-senkende Wirkung vermindern kann. Patienten, die GANFORT®/GANFORT® Unit

Dose in Kombination mit anderen Prostaglandinanaloga verwenden, müssen auf Änderungen des

Augeninnendrucks hin überwacht werden.

Hilfsstoffe

Es ist bekannt, dass Benzalkoniumchlorid eine Keratitis punctata und/oder toxische ulzerierende

Keratitis auslösen kann. Daher ist bei häufiger oder langfristiger Anwendung von GANFORT® eine

Überwachung von Patienten mit Keratokonjunktivis sicca-Syndrom oder vorgeschädigter Hornhaut

angezeigt.

Das in GANFORT® enthaltene Konservierungsmittel, Benzalkoniumchlorid, kann zu

Augenreizungen führen. Vor dem Eintropfen von GANFORT® sollten Kontaktlinsen daher

herausgenommen werden und erst 15 Minuten nach Anwendung der Tropfen wieder eingesetzt

werden. Benzalkoniumchlorid kann Verfärbungen weicher Kontaktlinsen verursachen. Ein Kontakt

mit weichen Kontaktlinsen muss vermieden werden.

Interaktionen

Es wurden keine spezifischen Wechselwirkungsstudien mit der fixen Kombination

Bimatoprost/Timolol durchgeführt.

Es kann zu additiven Wirkungen mit Gefahr eines Blutdruckabfalls und/oder einer ausgeprägten

Bradykardie kommen, wenn eine ophthalmologische Betablocker-Lösung gleichzeitig mit oral

verabreichten Kalziumkanal-Blockern, Guanethidin, Betablockern, Parasympathikomimetika,

Antiarrhythmika (einschliesslich Amiodaron) und Digitalisglykosiden angewendet wird.

Eine verstärkte systemische Betablockade (z.B. verlangsamter Puls, Depression) wurde während der

kombinierten Behandlung mit CYP2D6-Hemmern (z.B. Quinidin, Fluoxetin, Paroxetin) und Timolol

berichet.

Gelegentlich wurde Mydriasis aufgrund der gleichzeitigen Anwendung von ophthalmischen

Betablockern und Adrenalin (Epinephrin) berichtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten Daten für die Anwendung mit der fixen Kombination

Bimatoprost/Timolol bei schwangeren Frauen vor.

In Tierstudien ist bei Bimatoprost und Timolol keine Teratogenität aufgetreten.

In Studien bei Nagetieren führte eine systemische Exposition von Bimatoprost, die 33 bis 97-fach

über derjenigen lag, die nach okulärer Anwendung beim Menschen entsteht, speziesspezifisch zu

Aborten.

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose darf in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei

denn, dies ist eindeutig erforderlich. Informationen zur Reduzierung der systemischen Resorption

siehe „Dosierung/Anwendung“.

Timolol

Epidemiologische Studien haben keine Hinweise auf Missbildungen ergeben, aber bei oraler Gabe

von Betablockern ein Risiko für intrauterine Wachstumsverzögerungen gezeigt. Darüber hinaus

wurden beim Neugeborenen Anzeichen und Symptome einer Betablockade (z.B. Bradykardie,

Blutdruckabfall, Atemnot und Hypoglykämie) beobachtet, wenn Betablocker bis zur Entbindung

verabreicht wurden. Wenn GANFORT®/GANFORT® Unit Dose bis zur Entbindung angewendet

wird, ist das Neugeborene in den ersten Lebenstagen sorgfältig zu überwachen.

Bimatoprost

Es liegen keine hinreichenden klinischen Daten von exponierten Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien mit Bimatoprost haben bei Dosen, die signifikant über den in der

klinischen Praxis zur Anwendung kommenden lagen, Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

„Präklinische Daten“).

Stillzeit

Timolol

Betablocker werden in die Muttermilch sezerniert. Bei den therapeutischen Dosen von Timolol in

Augentropfen ist es jedoch unwahrscheinlich, dass ausreichende Mengen in die Muttermilch

gelangen, um beim Säugling klinische Symptome einer Betablockade hervorrufen zu können.

Informationen zur Reduzierung der systemischen Resorption siehe „Dosierung/Anwendung“.

Bimatoprost

Es ist nicht bekannt, ob Bimatoprost beim Menschen in die Muttermilch sezerniert wird. Bei

säugenden Ratten wird Bimatoprost jedoch in die Milch sezerniert. GANFORT®/GANFORT® Unit

Dose soll in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit

oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Falls es nach dem Eintropfen vorübergehend zu verschwommenem Sehen kommt, sollte wie bei

anderen ophthalmologischen Arzneimitteln der Patient warten, bis er wieder klar sieht, bevor er am

Strassenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient.

Unerwünschte Wirkungen

GANFORT®

Die in klinischen Studien mit GANFORT® berichteten unerwünschten Wirkungen beschränken sich

auf die bereits für die einzelnen Wirkstoffe Bimatoprost und Timolol berichteten unerwünschten

Wirkungen. Es wurden keine neuen, für GANFORT® spezifischen Nebenwirkungen in klinischen

Studien beobachtet.

Die Mehrzahl der unerwünschten Wirkungen betraf das Auge, war meist von leichter Natur und in

keinem Fall schwerwiegend. Basierend auf 12-Monatsdaten aus klinischen Studien war die am

häufigsten berichtete Nebenwirkung konjunktivale Hyperämie (meist geringgradig bis leicht und

vermutlich von nicht-entzündlicher Natur) bei ca. 26% der Patienten und führte bei nur 1,5% der

Patienten zu einem Absetzen der Therapie.

Über die folgenden unerwünschten Wirkungen wurde in klinischen Studien mit GANFORT® oder

nach Markteinführung berichtet. Die Häufigkeit der unten aufgeführten möglichen unerwünschten

Wirkungen wird wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich

(<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10‘000), sehr selten (<1/10‘000), nicht bekannt (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Anzeichen oder Symptome von

allergischer Dermatitis, Angioödem, allergische Augenerkrankung.

Psychiatrische Erkrankungen

Nicht bekannt: Schlaflosigkeit, Albträume.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Nicht bekannt: Dysgeusie.

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Hyperämie der Bindehaut.

Häufig: Keratitis punctata superficialis, Hornhauterosion, Brennen der Augen, stechende

Augenschmerzen, Fremdkörpergefühl, Trockenheit der Augen, Liderythem, Augenschmerzen,

Photophobie, Augensekret, Sehstörungen, Juckreiz am Auge und am Augenlid, Verschlechterung der

Sehschärfe, Blepharitis, Augenlidödem, Augenreizungen, Epiphora, Wimpernwachstum.

Gelegentlich: Iritis, konjunktivales Ödem, Lidschmerzen, Asthenopie, Trichiasis,

Irishyperpigmentierung, Vertiefung der Augenlidfurche.

Nicht bekannt: zystoides Makulaödem, verschwommenes Sehen.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Bradykardie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Rhinitis.

Nicht bekannt: Asthma, Dyspnoe.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Augenlid-Pigmentierung, Hirsutismus, Hyperpigmentierung der periokulären Haut.

Nicht bekannt: Alopezie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Müdigkeit.

GANFORT® Unit Dose

Es wurden keine neuen, für GANFORT® Unit Dose spezifischen unerwünschten Wirkungen in

klinischen Studien beobachtet.

Die meisten unerwünschten Wirkungen, die für GANFORT® Unit Dose berichtet wurden, betrafen

die Augen und waren leichter Art. Keine unerwünschte Wirkung war schwerwiegend. Basierend auf

Daten einer klinischen Studie über einen Zeitraum von 12 Wochen, in der GANFORT® Unit Dose

einmal täglich verabreicht wurde, war die am häufigsten berichtete unerwünschte

Arzneimittelwirkung von GANFORT® Unit Dose eine Hyperämie der Bindehaut (meistens

geringgradig bis leicht ausgeprägt und vermutlich von nicht-entzündlicher Art) bei ca. 21% der

Patienten und führte bei 1,4% der Patienten zum Therapieabbruch.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurde in einer 12-wöchigen klinischen Studie mit

GANFORT® Unit Dose oder nach Markteinführung berichtet. Die Häufigkeit der unten aufgeführten

möglichen unerwünschten Wirkungen wird wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10,

≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10‘000), sehr selten (<1/10‘000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Anzeichen oder Symptome von

allergischer Dermatitis, Angioödem, allergische Augenerkrankung.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Hyperämie der Bindehaut (21%).

Häufig: Keratitis punctata, Augenreizung, Bindehautreizung, Augenjucken, Augenschmerzen,

Fremdkörpergefühl im Auge, trockenes Auge, gesteigerter Tränenfluss, Augenliderythem,

Photophobie, Wimpernwachstum.

Gelegentlich: Anomale Sinnesempfindungen des Auges, Jucken am Augenlid, Augenlidödem,

Asthenopie, Dunkelfärbung der Wimpern.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Bradykardie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Asthma, Dyspnoe.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hyperpigmentierung der Haut (periokulär).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Müdigkeit.

Zusätzliche unerwünschte Wirkungen, die mit einer der Komponenten beobachtet worden sind und

möglicherweise auch mit GANFORT®/GANFORT® Unit Dose auftreten können, sind:

Bimatoprost

Infektionen und parasitäre Erkrankungen: Infektionen (vor allem Erkältungen und Infektionen der

oberen Atemwege).

Augenerkrankungen: Katarakt, Dunkelfärbung der Wimpern, Blepharospasmus, Retraktion des

Augenlids, Netzhautblutung, Uveitis, periorbitales Erythem.

Gefässerkrankungen: Hypertonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle: Asthenie, periphere Ödeme.

Untersuchungen: anormale Leberfunktionstests (LFT).

Timolol

Wie andere topisch applizierte Augenarzneimittel werden Bimatoprost und Timolol absorbiert und

gelangen in den Blutkreislauf. Die Absorption von Timolol kann ähnliche Nebenwirkungen wie bei

systemischen Betablockern verursachen. Die Inzidenz systemischer Nebenwirkungen nach der

topischen ophthalmischen Verabreichung ist niedriger als bei einer systemischen Verabreichung.

Informationen zur Reduzierung der systemischen Resorption siehe „Dosierung/Anwendung“.

Weitere Nebenwirkungen, die bei ophthalmologischen Betablockern beobachtet wurden und die

möglicherweise bei GANFORT®/GANFORT® Unit Dose auftreten können, werden im Folgenden

aufgeführt:

Erkrankungen des Immunsystems: Systemische allergische Reaktionen einschliesslich Anaphylaxie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hypoglykämie.

Psychiatrische Erkrankungen: Depression, Gedächtnisverlust.

Erkrankungen des Nervensystems: Synkope, Apoplexie, Verstärkung der Symptome einer

Myasthenia gravis, Parästhesie, zerebrale Ischämie.

Augenerkrankungen: Verminderte Empfindlichkeit der Hornhaut, Diplopie, Ptosis, choroidale

Ablösung nach Filtrationschirurgie (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“), Keratitis.

Herzerkrankungen: Atrioventrikulärer Block, Herzstillstand, Arrhythmie, Herzversagen, kongestive

Herzinsuffizienz, Brustschmerzen, Palpitationen, Ödem.

Gefässerkrankungen: Hypotonie, Raynaud-Phänomen, kalte Hände und Füsse.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Bronchospasmus (vor allem bei

Patienten mit vorbestehender bronchospastischer Erkrankung), Husten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Diarrhoe, Dyspepsie, Mundtrockenheit,

Abdominalschmerzen, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Psoriasis-artiger Ausschlag oder

Verschlimmerung der Psoriasis, Hautausschlag.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Myalgie.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Sexuelle Dysfunktion, verminderte Libido.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Asthenie.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung mit GANFORT®/GANFORT® Unit Dose berichtet, und

dies ist auch bei der Anwendung am Auge nicht zu erwarten.

Bimatoprost

Falls GANFORT® versehentlich oral eingenommen wurde, könnte die folgende Information

hilfreich sein: bei zweiwöchiger oraler Verabreichung an Ratten und Mäusen hatten Dosen von bis

zu 100 mg/kg/Tag keinerlei toxische Wirkungen. Diese Dosis, in mg/m2 ausgedrückt, ist um

mindestens das 70-fache höher als die Dosis, die bei versehentlicher Einnahme eines

Flascheninhaltes GANFORT® durch ein Kind mit 10 kg Körpergewicht erreicht wird.

Diese Dosen sind mindestens um das 7,5-fache höher als die Menge an Bimatoprost, die bei

versehentlicher Einnahme des gesamten Inhalts einer Packung GANFORT® Unit Dose (90

Einzeldosisbehältnisse mit je 0,4 ml; 36 ml) durch ein Kind mit 10 kg Körpergewicht eingenommen

werden würde.

Timolol

Symptome einer systemischen Timolol-Überdosierung umfassen: Bradykardie, Hypotonie,

Bronchospasmus, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit und Herzstillstand. In einer Studie bei

Patienten mit Niereninsuffizienz konnte gezeigt werden, dass Timolol nicht leicht dialysierbar ist.

Im Falle einer Überdosierung soll die Behandlung symptomatisch und unterstützend erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: S01ED51

Wirkungsmechanismus

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose besteht aus 2 Wirksubstanzen: Bimatoprost und Timolol-

Maleat. Diese beiden Komponenten verringern den erhöhten intraokulären Druck (IOD) durch einen

ergänzenden Wirkmechanismus. Die kombinierte Wirkung führt zu einer zusätzlichen Reduktion des

IOD im Vergleich zu einer allein verabreichten Komponente. Der Unterschied in der mittleren

Senkung des IOD für Timolol ist statistisch signifikant. Der Unterschied in der mittleren Senkung

des IOD für Bimatoprost Monotherapie ist statistisch nicht signifikant.

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose weist einen raschen Wirkungseintritt auf.

Bimatoprost ist eine Substanz mit potenter augeninnendrucksenkender Wirkung. Es ist ein

synthetisches Prostamid, das zwar eine strukturelle Ähnlichkeit zu Prostaglandin F2a (PGF2a)

aufweist, jedoch nicht über die bekannten Prostaglandinrezeptoren wirkt. Bimatoprost ahmt selektiv

die Wirkungen von vor kurzem entdeckten körpereigenen Substanzen, sog. Prostamiden, nach. Die

Struktur des Prostamidrezeptors wurde jedoch noch nicht identifiziert.

Beim Menschen bewirkt Bimatoprost eine Senkung des Augeninnendrucks durch verstärkten

Kammerwasserabfluss über das Trabekelwerk und durch eine Erhöhung des uveo-skleralen

Abflusses.

Timolol ist ein nichtselektiver adrenerger b1- und b2-Rezeptorenblocker, welcher keine signifikante

sympathikomimetische Eigenwirkung (ISO) besitzt, keine direkte Wirkung auf das Myokard ausübt

und keine lokalanästhetischen (membranstabilisierenden) Eigenschaften aufweist. Timolol senkt den

IOD durch eine Abnahme der Kammerwasserproduktion. Der genaue Wirkungsmechanismus ist

nicht eindeutig geklärt, eine Hemmung der durch die endogene beta-adrenerge Stimulation erhöhten

Synthese von zyklischem AMP ist möglich.

Klinische Wirksamkeit

GANFORT®

Zwei 12-monatige doppelblinde Vergleichsstudien wurden an Patienten mit schwer zu

behandelndem, erhöhtem IOD durchgeführt. 533 Patienten erhielten GANFORT® einmal täglich,

265 Patienten Bimatoprost einmal täglich und 263 Patienten Timolol zweimal täglich. GANFORT®

senkte den IOD im Mittel signifikant stärker als Timolol; im Vergleich zu Bimatoprost aber war die

mittlere Senkung ähnlich und nicht statistisch höher.

Responder-Analysen aus den gepoolten Daten dieser Studien zeigen, dass 68% der mit GANFORT®

behandelten Patienten eine Abnahme des Tages-IOD von mehr als 20% gegenüber dem

Ausgangswert aufwiesen. Im Vergleich hierzu traf dies bei 58% resp. 38% für Bimatoprost resp.

Timolol Monotherapie zu. Bei Patienten, deren IOD mit Prostaglandin/Prostamid Monotherapie

ungenügend kontrolliert war, betrugen die entsprechenden Werte 68%, 49% resp. 32%.

GANFORT® war in allen Analysen statistisch überlegen (p ≤0,003). Zusätzlich konnte ein besseres

Sicherheitsprofil mit GANFORT® gegenüber Bimatoprost gezeigt werden.

GANFORT® Unit Dose

In einer 12-wöchigen randomisierten, doppelblinden Vergleichsstudie wurden die Wirksamkeit und

Sicherheit von GANFORT® Unit Dose mit der von GANFORT® Mehrdosen-Formulierung bei

Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertension verglichen. GANFORT® Unit Dose war der

GANFORT® Mehrdosen-Formulierung im Hinblick auf die augeninnendrucksenkende Wirkung

nicht unterlegen: Die Obergrenze des 95%igen Konfidenzintervalls für den Unterschied zwischen

den Behandlungen lag zu jedem untersuchten Zeitpunkt (0, 2 und 8 Stunden) in Woche 12 (bei der

Primäranalyse) innerhalb der vordefinierten Spanne von 1,5 mm Hg sowie auch in den Wochen 2

und 6 für die mittlere Senkung des Augeninnendrucks des schlechteren Auges gegenüber dem

Ausgangswert (Augeninnendruck des schlechteren Auges bezieht sich auf das Auge mit dem

höheren mittleren tageszyklischen Augeninnendruck zum Ausgangswert). Tatsächlich wurde für die

Obergrenze des 95%igen-Konfidenzintervalls ein Wert von 0,14 mm Hg in Woche 12 nicht

überschritten.

Bei beiden Behandlungsgruppen ergab sich gegenüber dem Ausgangswert eine statistisch und

klinisch signifikante mittlere Senkung des Augeninnendrucks des schlechteren Auges zu allen im

Verlauf der Studie untersuchten Zeitpunkten (p <0,001). Die mittlere Änderung des

Augeninnendrucks des schlechteren Auges gegenüber dem Ausgangswert lag während des gesamten

12-wöchigen Studienzeitraums im Bereich von -9,16 bis -7,98 mm Hg bei der Gruppe mit

GANFORT® Unit Dose und im Bereich von -9,03 bis -7,72 mm Hg bei der Gruppe mit

GANFORT®.

GANFORT® Unit Dose erzielte – verglichen mit GANFORT® – zu allen untersuchten Zeitpunkten

in Woche 2, 6 und 12 eine äquivalente Senkung des Augeninnendrucks unabhängig vom behandelten

Auge (Durchschnitt beider Augen oder schlechteres Auge).

Wie sich aus Studien mit GANFORT® ergab, ist die IOD-senkende Wirkung von

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose der Wirkung bei gleichzeitiger Anwendung von Bimatoprost

(einmal täglich) und Timolol (zweimal täglich) nicht unterlegen.

Vorhandene Literaturdaten von GANFORT® weisen darauf hin, dass die abendliche Anwendung

eine höhere augeninnendrucksenkende Wirkung als die morgendliche Anwendung hat. Bei der

Überlegung, ob die Anwendung morgens oder abends erfolgen soll, ist jedoch auch die

Wahrscheinlichkeit der Therapietreue (Compliance) zu berücksichtigen.

Pharmakokinetik

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose

Bimatroprost- und Timolol-Plasmakonzentrationen wurden in einer Crossover-Studie bestimmt,

welche bei gesunden Freiwilligen die Monotherapie-Behandlungen gegen die GANFORT®-

Behandlung verglich. Die systemische Absorption der individuellen Komponenten war minimal und

wurde durch die kombinierte Verabreichung in einer einzigen Formulierung nicht beeinflusst.

In zwei 12-Monats-Studien, in denen die systemische Absorption gemessen wurde, wurde keine

Akkumulation der einzelnen Komponenten beobachtet.

Bimatoprost

Bimatoprost penetriert in vitro gut durch die menschliche Cornea und Sclera. Nach okulärer

Verabreichung ist die systemische Belastung durch Bimatoprost gering und eine

Wirkstoffakkumulation bleibt aus. Nach einmal täglicher Verabreichung von je einem Tropfen

0,03% Bimatoprost in beide Augen über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden innerhalb von

10 Minuten nach Verabreichung die Plasmaspitzenspiegel erreicht; innerhalb von 1,5 Stunden nach

Verabreichung sank die Konzentration im Blut unter die Nachweisgrenze (0,025 ng/ml). Die

Durchschnittswerte von Cmax und AUC0-24h waren an Tag 7 und Tag 14 ähnlich (0,08 ng/ml und

0,09 ng x h/ml). Dies lässt darauf schliessen, dass in der ersten Woche der Anwendung am Auge ein

Fliessgleichgewicht erreicht wird.

Die Verteilung von Bimatoprost ins Körpergewebe ist mässig; das systemische Verteilungsvolumen

beim Menschen beträgt im Fliessgleichgewicht 0,67 l/kg. Im menschlichen Blut wird Bimatoprost

vor allem im Plasma gefunden. Die Plasmaproteinbindung von Bimatoprost liegt bei ca. 88%.

Nach der Anwendung am Auge wird vor allem unverändertes Bimatoprost im zirkulierenden Blut

gefunden. Die Metabolisierung von Bimatoprost erfolgt danach durch Oxidation, Hydroxylierung, N-

Deethylierung, Desaminierung und Glukuronidierung und führt zu einer Vielzahl unterschiedlicher

Metaboliten.

Bimatoprost wird vorwiegend renal ausgeschieden. Bei gesunden Freiwilligen wurden bis zu 67%

einer intravenös verabreichten Dosis über den Urin und 25% der Dosis über die Fäzes ausgeschieden.

Die nach intravenöser Gabe bestimmte Eliminationshalbwertszeit betrug ca. 45 Minuten, die

Gesamt-Clearance aus dem Blut 1,5 l/h/kg.

Ältere Patienten

Nach zweimal täglicher Applikation lag die mittlere AUC0-24h bei älteren Patienten (³65 Jahre) mit

0,0634 ng x h/ml signifikant höher als bei jungen gesunden Erwachsenen (0,0218 ng x h/ml). Diese

Beobachtung ist jedoch klinisch nicht relevant, weil bei Älteren ebenso wie bei Jüngeren die

systemische Verfügbarkeit nach Anwendung am Auge sehr gering war. Es fanden sich keine

Anzeichen einer Akkumulation von Bimatoprost im Blut, und das Sicherheitsprofil war bei älteren

und jüngeren Patienten gleich.

Timolol

Nach okulärer Applikation von 0,5%igen Augentropfen bei Menschen, die sich einer Katarakt-

Operation unterzogen, betrug die Timolol-Spitzenkonzentration im Kammerwasser 898 ng/ml

1 Stunde nach Dosierung. Ein Teil der Dosis wird systemisch absorbiert, wo sie zum grossen Teil in

der Leber metabolisiert wird. Die Plasmahalbwertszeit von Timolol beträgt etwa 4-6 Stunden.

Timolol und seine Metaboliten werden via Nieren ausgeschieden. Timolol wird nicht umfangreich

ans Plasma gebunden.

Präklinische Daten

GANFORT®/GANFORT® Unit Dose

Studien zur Toxizität nach Mehrfachdosierungen wiesen kein spezielles Risiko für den Menschen

nach. Das okuläre und systemische Sicherheitsprofil der individuellen Komponenten wurde gut

untersucht.

Bimatoprost

Bei Affen wurden nach täglicher, okulärer Anwendung von Bimatoprostkonzentrationen ³0,03% über

ein Jahr eine Zunahme der Irispigmentierung sowie reversible, dosisabhängige periokuläre

Veränderungen beobachtet. Diese waren durch einen prominenten Sulcus oben und/oder unten und

einen erweiterten Lidspalt gekennzeichnet. Es scheint, dass die verstärkte Irispigmentierung durch

eine erhöhte Stimulation der Melaninproduktion in den Melanozyten und nicht durch eine Erhöhung

der Melanozytenzahl verursacht wurde. Keine Funktionsbeeinträchtigungen oder mikroskopischen

Veränderungen im Zusammenhang mit den periokulären Effekten wurden beobachtet, und der

Mechanismus, der den periokulären Veränderungen zugrunde liegt, ist nicht bekannt.

Bimatoprost erwies sich in einer Reihe von Untersuchungen in vitro und in vivo als weder mutagen

noch kanzerogen.

Bei Ratten, die bis zu 0,6 mg/kg/Tag Bimatoprost (ungefähr das 103-fache der zu erwartenden

Exposition beim Menschen) erhielten, fanden sich keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der

Fertilität. In Studien zur Embryonal- und Fetalentwicklung bei Mäusen und Ratten wurden unter

Dosierungen, die mindestens das 860-fache bzw. das 1700-fache der humantherapeutischen Dosis

betrugen, zwar Aborte, aber keine Entwicklungsstörungen beobachtet. Diese Dosierungen führten zu

einer systemischen Belastung, die mindestens um das 33-fache bzw. 97-fache höher, als die

systemische Belastung bei humantherapeutischer Anwendung am Auge lag. In Peri-/Postnatal-

Studien bei Ratten führten bei Dosen ³0,3 mg/kg/Tag (mindestens das 41-fache als die

humantherapeutische Anwendung) toxische Wirkungen bei den weiblichen Tieren zu verkürzter

Gestationszeit, Fetustod und vermindertem Körpergewicht der Jungtiere. Neurologisch bedingte

Verhaltensänderungen wurden bei den Jungtieren jedoch nicht beobachtet.

Timolol

Präklinische Daten wiesen kein spezielles Risiko für den Menschen nach; dies beruht auf

konventionellen Studien bezüglich Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach Mehrfachdosierungen,

Genotoxizität, karzinogenes Potential und Reproduktionstoxizität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet

werden.

GANFORT®

Nach dem ersten Öffnen der Tropfflasche dürfen die Augentropfen nicht länger als 4 Wochen

verwendet werden.

GANFORT® Unit Dose

Streifen mit 5 Einzeldosisbehältnissen sind in einem Aluminiumfolienbeutel verpackt.

Nach Öffnen des Beutels die Einzeldosisbehältnisse innerhalb von 7 Tagen verwenden.

Nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Enthält kein Konservierungsmittel.

Geöffnetes Einzeldosisbehältnis sofort nach Gebrauch verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

GANFORT®

Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.

GANFORT® Unit Dose

Nicht über 30°C lagern.

Einzeldosisbehältnisse im Folienbeutel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu

schützen.

Zulassungsnummer

57630, 65063 (Swissmedic)

Packungen

GANFORT® Augentropfen:

Tropfflasche zu 3 ml. [B]

Tropfflaschen zu 3 x 3 ml. [B]

GANFORT® Unit Dose Augentropfen:

30 x 0,4 ml Einzeldosisbehältnisse. [B]

90 x 0,4 ml Einzeldosisbehältnisse. [B]

Zulassungsinhaberin

Allergan AG, Zürich

Stand der Information

November 2016

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