Galantamin easypharm 5 mg/ml - Injektionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

13-06-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-06-2018

Wirkstoff:
GALANTAMIN HYDROBROMID
Verfügbar ab:
Easypharm GmbH & Co KG
ATC-Code:
N06DA04
INN (Internationale Bezeichnung):
GALANTAMINE HYDROBROMIDE
Einheiten im Paket:
1 x 10 Ampullen, Laufzeit: 36 Monate,10 x 10 Ampullen, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Galantamin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-29144
Berechtigungsdatum:
2010-04-22

Lesen Sie das vollständige Dokument

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Galantamin easypharm 2,5 mg/ml –Injektionslösung

Galantamin easypharm 5 mg/ml – Injektionslösung

Wirkstoff: Galantamin Hydrobromid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen

-

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

-

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal.

-

Wenn Sie Pflegekraft sind und Galantamin einer Person geben, die Sie betreuen, ist es wichtig, dass Sie

diese Gebrauchsinformation an deren Stelle lesen.

-

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Galantamin easypharm und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Galantamin easypharm beachten?

Wie ist Galantamin easypharm anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Galantamin easypharm aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Galantamin easypharm und wofür wird es angewendet?

Ihr Arzt hat festgestellt, dass Sie an einer Demenz vom Alzheimer-Typ leiden. Zu den Beschwerden dieser Krankheit

gehören fortschreitender Gedächtnisverlust, zunehmende Verwirrtheit und Verhaltensstörungen. In Folge der

Krankheit fällt es den Patienten zunehmend schwerer, ihre alltäglichen Aktivitäten durchzuführen.

Es wird angenommen, dass die Demenz vom Alzheimer-Typ auf einen Mangel an Acetylcholin zurückzuführen ist.

Acetylcholin ist ein Stoff im Gehirn, der für die Übertragung von Botschaften zwischen den Gehirnzellen

verantwortlich ist.

Die Anwendung von Galantamin easypharm gleicht den Mangel an Acetylcholin aus.

Wofür wird Galantamin easypharm angewendet?

Zur Behandlung der Beschwerden einer leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Galantamin easypharm beachten?

Galantamin easypharm darf nicht angewendet werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Galantamin oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben.

wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Galantamin easypharm anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Galantamin easypharm ist erforderlich

insbesondere

wenn Sie an bestimmten Herzerkrankungen leiden.

wenn Ihr Kaliumspiegel im Blut zu niedrig oder zu hoch ist.

wenn Sie Magengeschwüre haben oder früher hatten.

wenn Sie an akuten Bauchschmerzen leiden.

wenn Sie an bestimmten Krankheiten des Nervensystems leiden (zum Beispiel Epilepsie, Parkinson-

Krankheit).

wenn Sie Atemwegserkrankungen haben, die das Atmen beeinträchtigen (zum Beispiel Asthma,

Lungenentzündung).

wenn Sie vor kurzem eine Darmoperation hatten.

wenn Sie vor kurzem eine Blasenoperation hatten.

wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben.

wenn bei Ihnen eine Operation unter Allgemeinanästhesie vorgesehen ist.

Unter diesen Umständen muss Ihr Arzt die Behandlung sorgfältig überwachen. Er wird entscheiden, ob die

Behandlung mit Galantamin easypharm für Sie geeignet ist. In einigen Fällen wird er Ihnen eine Dosis von

Galantamin easypharm empfehlen, die sich von der empfohlenen Standarddosis unterscheidet.

Galantamin easypharm soll nur bei einer Alzheimer Erkrankung angewendet werden und nicht bei anderen

Formen von Gedächtnisverlust oder Verwirrung.

Häufig verlieren Patienten mit Alzheimer-Krankheit an Gewicht. Die Behandlung mit

Galantamin easypharm kann ebenfalls zu einem Gewichtsverlust führen. Daher wird Ihr Arzt während der

Behandlung mit Galantamin easypharm Ihr Gewicht kontrollieren.

Anwendung von Galantamin easypharm mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden oder vor kurzem angewendet

haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Galantamin easypharm und einige andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Diese gegenseitige

Beeinflussung der Wirkung wird auch als Wechselwirkung bezeichnet.

Sie sollen Galantamin easypharm nicht mit anderen Arzneimitteln anwenden, die in gleicher Weise wirken (bekannt

als Cholinomimetika). Hierzu gehören zum Beispiel:

Ambenonium

Donepezil

Neostigmin

Pyridostigmin

Rivastigmin

Pilocarpin

Galantamin easypharm kann mit so genannten Anticholinergika Wechselwirkungen haben, zum Beispiel mit

bestimmten Arzneimitteln zur Linderung von Magenkrämpfen, Durchfall oder Krampfanfällen

bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung der Parkinson-Krankheit

bestimmten Arzneimitteln zur Vorbeugung gegen Reisekrankheit

Sie sollen Ihren Arzt auch informieren, wenn Sie Arzneimittel einnehmen

bei bestimmten Herzerkrankungen (zum Beispiel Digoxin)

bei Bluthochdruck (zum Beispiel Betablocker, bestimmte Kalziumkanal-Blocker)

bei Depression (zum Beispiel Paroxetin, Fluoxetin)

bei Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Amiodaron, Chinidin)

bei Pilzinfektionen (zum Beispiel Ketoconazol)

bei Infektion mit HI-Viren (zum Beispiel den HIV-Proteasehemmer Ritonavir)

die das Potenzial haben, schwere Herzrhythmusstörungen hervorzurufen

Ihr Arzt wird entscheiden, ob Galantamin easypharm für Sie geeignet ist.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu

werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels ihren Arzt um Rat.

Er wird entscheiden, ob Sie Galantamin easypharm anwenden können.

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff Galantamin in die Muttermilch übertritt. Aus diesem Grund sollen Sie während

der Behandlung mit Galantamin easypharm nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Galantamin easypharm kann gelegentlich Schwindelgefühl und Müdigkeit hervorrufen. Dies kann

möglicherweise Ihre Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wenn Sie sich schwindlig oder schläfrig fühlen,

sollten Sie

kein Fahrzeug im Straßenverkehr lenken,

keine Maschinen bedienen,

keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten,

keine Tätigkeiten durchführen, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern.

Befragen Sie hierzu bitte auch Ihren Arzt.

3.

Wie ist Galantamin easypharm anzuwenden?

Eine Behandlung mit Galantamin easypharm darf nur unter ärztlicher Überwachung stattfinden. Die Anwendung

durch Nicht-Ärzte darf nur nach entsprechendem Training erfolgen. Eine zuverlässige Person sollte dafür sorgen,

dass Sie Galantamin easypharm regelmäßig anwenden.

Zur subkutanen Anwendung.

Sie sollen das Arzneimittel zweimal täglich anwenden.

Ihre eigene Dosis von Galantamin easypharm kann sich von der Dosis unterscheiden, die anderen Patienten

verschrieben wurde. Ihr Arzt wird entscheiden, welche tägliche Dosis Sie anwenden sollen. Befolgen Sie bitte die

Anweisungen Ihres Arztes genau.

Trinken Sie während der Behandlung mit Galantamin easypharm auf jeden Fall eine ausreichende Menge

Flüssigkeit. Außerdem wird Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen Ihr Gewicht kontrollieren.

Wenn Sie Galantamin easypharm zum ersten Mal anwenden, wird Ihre Dosis schrittweise erhöht werden. Ihr Arzt

wird Ihnen erklären, welches Ihre Anfangsdosis ist und wann Sie die Dosis erhöhten sollen.

Es wird das folgende Dosierungsschema empfohlen:

Anfangsdosis

In den ersten 2-4 Behandlungswochen sollen Sie Galantamin easypharm 2,5mg Ampullen zweimal täglich

anwenden.

Ihre gesamte Tagesdosis wird dann 5 mg Galantamin easypharm betragen.

Erhaltungsdosis:

Nach 2 - 4 Wochen kann Ihr Arzt Ihre Dosis bei Bedarf erhöhen: Dann sollten Sie zweimal täglich Galantamin

easypharm 5mg Ampullen anwenden. Ihre gesamte Tagesdosis wird nach 4 Wochen dann 10 mg Galantamin

easypharm betragen.

Nach weiteren 4 Wochen kann Ihr Arzt Ihre Dosis bei Bedarf weiter erhöhen:

Die maximale Einzeldosis beträgt 10mg subkutan. Die Tagesdosis soll 25mg nicht übersteigen.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Wenn Sie an einer mittelschweren Funktionsstörung leiden, wird Ihr Arzt Ihre eigene Dosis bei Bedarf anpassen. Bei

schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung darf das Arzneimittel nicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Galantamin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Galantamin

easypharm zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Galantamin easypharm angewendet haben, als Sie sollten

können folgende Beschwerden auftreten:

starke Übelkeit, Erbrechen, Muskelschwäche, Magenkrämpfe, Verlust der Darm- oder Blasenkontrolle, vermehrter

Speichelfluss, Tränenfluss, Schwitzen, langsamer Herzschlag, Blutdruckabfall, Kurzatmigkeit, Krampfanfälle,

Kollaps, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust.

Informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine größere Menge Galantamin easypharm angewendet haben als

Sie sollten oder wenn eine andere Person das Arzneimittel angewendet hat. Heben Sie eine Packung des

Arzneimittels auf, damit Ihr Arzt sich vergewissern kann, welches Arzneimittel Sie angewendet haben. Er wird dann

entscheiden, was zu tun ist.

Wenn Sie die Anwendung von Galantamin easypharm vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Dosis von Galantamin easypharm an, wenn Sie die

vorherige Anwendung vergessen haben. Wenden Sie die nächste Dosis Galantamin easypharm zur üblichen Zeit an.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Galantamin easypharm über mehrere Tage vergessen haben, anzuwenden. Er

wird Ihnen sagen, wie Sie mit der Anwendung wieder anfangen sollen.

Wenn Sie die Anwendung von Galantamin easypharm abbrechen

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit Ihrem Arzt zu sprechen. Der Erfolg Ihrer Behandlung könnte

gefährdet werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Die möglichen Nebenwirkungen von Galantamin easypharm können zu Beginn der Behandlung stärker ausgeprägt

sein.

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten):

Erbrechen, Übelkeit

Laufende Nase

Harnwegsinfektionen

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

Appetitverlust, Gewichtsverlust

Halluzinationen

Schlaflosigkeit

Verwirrtheit

Depression

Schwindelgefühl

Schläfrigkeit

Zittern

kurzzeitiger Bewusstseinsverlust

Kopfschmerz

Benommenheit

verlangsamte Herztätigkeit (Bradykardie)

zu hoher Blutdruck (Hypertonie)

Durchfall

Magenschmerzen

Reizmagen (Dyspepsie)

vermehrtes Schwitzen

Muskelkrämpfe

leichte Ermüdbarkeit

Fieber

Unwohlsein

Stürze, Verletzungen

Gelegentlich (betrifft weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten):

Überempfindlichkeit

Austrocknung

niedrige Kaliumspiegel im Blut

Halluzinationen

Kribbel- oder Taubheitsgefühl

übermäßige Müdigkeit

Geschmacksstörungen

Krampfanfälle

verschwommenes Sehen

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Beeinträchtigte Überleitung im Herzen (Atrioventrikulärer Block) Herzrhythmusstörungen

Myokardinfarkt, verminderter Blutfluss zum Herzen

Herzrasen

zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Hitzewallungen

Durchblutungsstörung des Gehirns (auch transiente ischämische Attacke),

Brechreiz

Anstieg der Leberenzyme im Blut

Muskelschwäche

Selten (betrifft weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten):

allgemeine körperliche Unruhe

Aggression

Entzündung der Leber (Hepatitis)

Hautausschlag

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich gemeldeter Einzelfälle):

Blutung im Magen-Darm-Bereich

Schluckschwierigkeiten (Dysphagie)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses

Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Galantamin easypharm aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und

Feuchtigkeit zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Galantamin easypharm nach dem auf der Ampulle

und dem Karton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist,

wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Galantamin easypharm enthält:

Der Wirkstoff ist: Galantamin Hydrobromid

1 Ampulle enthält 2,5 mg oder 5 mg Galantamin Hydrobromid

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

Wie Galantamin easypharm aussieht und Inhalt der Packung

Farblose bis leicht gelbliche Injektionslösung

1x 10 Ampullen zu 1 ml, 10 x 10 Ampullen zu 1 ml aus farblosem Glas

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Zulassungsinhaber: Easypharm Generika

Perlhofgasse 2/2, A-2372 Gießhübl

Hersteller: Sopharma PLC, 16 Iliensko Chauesse Str., 1220 Sofia, Bulgarien

Z.Nr. 1-29143

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2017

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Galantamin easypharm 2,5 mg/ml – Injektionslösung

Galantamin easypharm 5 mg/ml – Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Ampulle enthält 2,5 mg oder 5 mg Galantamin Hydrobromid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Farblose bis leicht gelbliche Injektionslösung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Galantamin ist indiziert zur symptomatischen Behandlung leichter bis mittelschwerer Demenz vom

Alzheimer-Typ.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene/Ältere Patienten

Eine Behandlung mit Galantamin darf nur unter ärztlicher Überwachung

stattfinden. Eine Anwendung durch Nicht-Ärzte darf nur nach entsprechendem Training erfolgen.

Zur subkutanen Anwendung.

Galantamin soll zweimal täglich, vorzugsweise jeweils am Morgen und am Abend angewendet werden.

Während der Behandlung soll eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt sein (siehe Abschnitt

4.8).

Vor Behandlungsbeginn

Die Diagnose einer vermuteten Demenz vom Alzheimer-Typ soll entsprechend den aktuellen klinischen

Richtlinien gestellt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Es wird das folgende Dosierungsschema empfohlen:

Anfangsdosis

In den ersten 2-4 Behandlungswochen soll Galantamin 2,5mg/ml – Injektionslösung zweimal täglich

angewendet werden.

Erhaltungsdosis

Die Verträglichkeit und Dosierung von Galantamin sollen regelmäßig überprüft werden, möglichst

innerhalb von 3 Monaten nach Behandlungsbeginn. Danach sollen klinischer Nutzen von Galantamin und

Verträglichkeit der Behandlung für den Patienten entsprechend den klinischen Richtlinien regelmäßig

überprüft werden. Die Erhaltungsbehandlung kann so lange fortgesetzt werden, wie ein therapeutischer

Nutzen besteht und die Behandlung mit Galantamin für den Patienten verträglich ist. Eine Beendigung der

Therapie soll erwogen werden, wenn kein therapeutischer Effekt mehr erkennbar ist oder wenn der Patient

die Behandlung nicht verträgt.

Die Möglichkeit einer Überdosierung durch Veränderungen der individuellen pharmakokinetischen

Gegebenheiten ist zu bedenken, es sollte daher während der gesamten Behandlung auf entsprechende

Symptome geachtet werden (siehe auch: Abschnitte 4.9 und 5.2)

Nach den ersten 4 Wochen kann die Dosis auf zweimal täglich Galantamin 5 mg/ml – Injektionslösung

erhöht werden. Eine Erhöhung bis zu einer Erhaltungsdosis von 25 mg/Tag kann individuell nach

sorgfältiger Beurteilung der Behandlung im Hinblick auf den therapeutischen Nutzen und die

Verträglichkeit in Betracht gezogen werden.

Bei einzelnen Patienten, die kein erhöhtes Ansprechen zeigen oder eine Dosis von 25 mg/Tag

nicht vertragen, soll eine Dosisreduktion auf 15 mg/Tag erwogen werden.

Bei plötzlichem Absetzen der Therapie (z.B. zur Operationsvorbereitung) tritt kein Rebound-

Effekt auf.

Die maximale Einzeldosis beträgt 10 mg subkutan. Die Tagesdosis soll 25 mg nicht übersteigen

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Galantamin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit mäßigen bis schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen können die Galantamin-

Plasmaspiegel erhöht sein.

Bei mäßigen Leberfunktionsstörungen wird, basierend auf dem pharmakokinetischen Modell, empfohlen,

dass die Dosierung mit einmal täglich 2,5 mg Galantamin (vorzugsweise morgens) begonnen und für

mindestens eine Woche aufrecht erhalten werden soll. Danach soll die Behandlung mit zweimal täglich

2,5 mg für mindestens vier Wochen fortgesetzt werden. Bei diesen Patienten soll eine Tagesdosis von 5

mg zweimal täglich nicht überschritten werden.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score > 9) ist die Anwendung von

Galantamin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit leichten Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 9 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei

Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 9 ml/min) ist die Anwendung

von Galantamin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Begleitmedikation

Bei Patienten, die potente Cytochrom P450-2D6- oder 3A4-Inhibitoren erhalten, kann eine Reduktion der

Galantamin -Dosis erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Nachdem keine Daten zur Anwendung von Galantamin bei Patienten mit schweren

Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score > 9) und schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-

Clearance < 9 ml/min) vorliegen, ist Galantamin bei diesen Personen kontraindiziert. Bei Patienten, bei

denen sowohl signifikante Nieren- als auch Leberfunktionsstörungen vorliegen, ist Galantamin

kontraindiziert.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Galantamin ist für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ indiziert. Der

Nutzen von Galantamin bei Patienten mit anderen Formen der Demenz oder anderen Formen von

Gedächtnisstörungen ist bisher nicht gezeigt worden.

In zwei klinischen Studien mit einer Dauer von 2 Jahren bei Personen mit sogenannter leichter kognitiver

Beeinträchtigung („mild cognitive impairment“, leichtere Formen der Gedächtnisstörung, die nicht die

Kriterien der Alzheimer-Demenz erfüllen) zeigte sich unter Therapie mit Galantamin keinerlei Nutzen,

weder hinsichtlich Verlangsamung des kognitiven Abbaus noch Verminderung der Konversion zur

Demenz. Die Mortalitätsrate war in der Galantamin-Gruppe signifikant höher als in der Plazebogruppe,

14/1026 (1,4%) Patienten in der Galantamin-Gruppe und 3 /1022 (0,3%) Patienten in der Plazebo-Gruppe.

Die Todesfälle hatten verschiedene Ursachen. Ungefähr die Hälfte der Todesfälle in der Galantamin-

Gruppe schienen Folge verschiedener vaskulärer Ursachen zu sein (Myokardinfarkt, Schlaganfall,

plötzlicher Tod). Die Relevanz dieser Beobachtung für die Behandlung von Patienten mit Alzheimer-

Demenz ist unbekannt. Zur Alzheimer-Demenz sind Plazebo- kontrollierte Studien mit einer Dauer von nur

6 Monaten durchgeführt worden. In diesen Studien zeigte sich in den Galantamin-Gruppen keine erhöhte

Mortalität.

Die Diagnose Demenz vom Alzheimer-Typ soll von einem erfahrenen Arzt entsprechend den aktuellen

Richtlinien erfolgen. Die Behandlung mit Galantamin soll durch einen Arzt überwacht und nur dann

begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, welche die regelmäßige

Medikamentenanwendung des Patienten überwacht.

Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren an Gewicht. Der Gewichtsverlust dieser Patienten wurde mit

der Behandlung mit Cholinesterase-Hemmern, darunter auch Galantamin, in Zusammenhang gebracht. Das

Gewicht der Patienten soll während der Behandlung überwacht werden.

Wie andere Cholinomimetika soll auch Galantamin bei den folgenden Erkrankungen mit Vorsicht

angewendet werden:

Herzerkrankungen:

Aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkungsweise können Cholinomimetika vagotone

Effekte auf die Herzfrequenz haben (z.B. Bradykardie). Die Möglichkeit solcher Reaktionen kann

insbesondere für Patienten mit „Sick-Sinus-Syndrom“, anderen supraventrikulären Störungen des

Reizleitungssystems, bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Herzfrequenz signifikant

herabsetzen, (z.B. Digoxin und Beta-Blocker) oder für Patienten mit nicht korrigierten Elektrolytstörungen

(z.B. Hyperkaliämie, Hypokaliämie) bedeutsam sein.

Daher soll bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, die mit Galantamin behandelt werden,

vorsichtig vorgegangen werden, z.B. unmittelbar nach einem Myokardinfarkt, neu aufgetretenem

Vorhofflimmern, AV-Block II oder höhergradig instabiler Angina pectoris oder dekompensierter

Herzinsuffizienz, besonders NYHA-Gruppe II-IV.

In einer gepoolten Analyse Plazebo-kontrollierter Studien an Patienten mit Alzheimer-Demenz, die mit

Galantamin behandelt wurden, wurde eine erhöhte Inzidenz bestimmter kardiovaskulärer unerwünschter

Ereignisse beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Patienten mit erhöhtem Risiko zur Bildung peptischer Ulzera, z.B. anamnestisch bekannten

Ulkuserkrankungen oder Prädisposition für diese Erkrankungen, einschließlich solche Patienten, die

gleichzeitig nichtsteroidale Antiphlogistika (NSARs) erhalten, sollen hinsichtlich entsprechender

Symptome überwacht werden. Die Anwendung von Galantamin wird bei Patienten mit gastrointestinaler

Obstruktion oder nach einer Operation des Gastrointestinal-Traktes nicht empfohlen.

Erkrankungen des Nervensystems:

Obwohl Cholinomimetika als mögliche Auslöser von Krampfanfällen gelten, kann diese Anfallsaktivität

jedoch auch ein Symptom der Alzheimer Krankheit sein. In seltenen Fällen kann ein Anstieg des

cholinergen Tonus Parkinsonsymptome verschlechtern.

In einer gepoolten Analyse Plazebo-kontrollierter Studien bei Patienten mit Alzheimer-Demenz, die mit

Galantamin behandelt wurden, wurden gelegentlich zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet (siehe

Abschnitt 4.8). Wenn Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen Galantamin verabreicht wird, ist dies

zu berücksichtigen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Cholinomimetika

sollen

Patienten

anamnestisch

bekanntem

schwerem

Asthma,

obstruktiven

Atemwegserkrankungen

oder

akuten

pulmonalen

Infektionen

(z.B.

Pneumonie)

Vorsicht

verschrieben werden.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Die Anwendung von Galantamin wird bei Obstruktion der ableitenden Harnwege oder nach einer

Blasenoperation nicht empfohlen.

Chirurgische und medizinische Eingriffe:

Als Cholinomimetikum verstärkt Galantamin wahrscheinlich, besonders bei Vorliegen eines

Pseudocholinesterase-Defizits, eine Muskelrelaxation vom Succinyltyp während der Anästhesie.

Weitere:

Galantamin easypharm enthält Natriumchlorid.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Aufgrund seines Wirkmechanismus soll Galantamin nicht gleichzeitig mit anderen Cholinomimetika (wie

z.B. Ambenonium, Donepezil, Neostigmin, Pyridostigmin, Rivastigmin oder systemisch verabreichtem

Pilocarpin) angewendet werden.

Galantamin kann die Wirkung von Anticholinergika antagonisieren. Soll die Behandlung mit

Anticholinergika, wie z.B. Atropin, abrupt beendet werden, könnte die Wirkung von Galantamin verstärkt

werden.

Wie bei Cholinomimetika zu erwarten, sind pharmakodynamische Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

möglich, die die Herzfrequenz signifikant herabsetzen wie Digoxin, Beta-Blocker, bestimmte

Kalciumkanal-Blocker und Amiodaron.

Bei Medikamenten, die Torsades de Pointes verursachen können, ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen soll

ein EKG in Betracht gezogen werden.

Aufgrund seiner cholinomimetischen Eigenschaften kann Galantamin wahrscheinlich, besonders bei

Vorliegen eines Pseudocholinesterase-Defizits die Wirkung von Muskelrelaxantien vom Succinylcholin-

Typ während einer Anästhesie verstärken.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

An der Elimination von Galantamin sind mehrere hepatische Abbauwege und renale Ausscheidung

beteiligt. Die Wahrscheinlichkeit von klinisch relevanten Wechselwirkungen ist gering. Trotzdem kann es

in Einzelfällen zum Auftreten von signifikanten Wechselwirkungen mit klinischer Relevanz kommen.

Arzneimittel, die den Metabolismus von Galantamin beeinflussen

Herkömmliche Interaktionsstudien zeigten eine Erhöhung der Galantamin-Bioverfügbarkeit um ca. 40%

bei gleichzeitiger Verabreichung von Paroxetin (einem potenten CYP2D6-Inhibitor) und von 30% und

12% während gleichzeitiger Behandlung mit Ketoconazol und Erythromycin (beide CYP3A4-Inhibitoren).

Daher kann bei Patienten zu Beginn einer Behandlung mit potenten Inhibitoren von CYP2D6 (z.B.

Chinidin, Paroxetin, Fluvoxamin oder Fluoxetin) oder CYP3A4 (z.B. Ketoconazol oder Ritonavir) eine

erhöhte Inzidenz von cholinergen Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit und Erbrechen, auftreten. Unter

diesen Umständen kann je nach Verträglichkeit eine Reduktion der Erhaltungsdosis von Galantamin

erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Memantin, ein N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptor-Antagonist, hatte bei einer Dosis von 10 mg

einmal am Tag für 2 Tage, gefolgt von 10 mg zweimal am Tag für 12 Tage, im Steady-State keine

Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Galantamin (als Galantamin Retardkapseln 16 mg einmal

täglich).

Auswirkung von Galantamin auf die Metabolisierung anderer Arzneimittel

Therapeutische Dosen von Galantamin 24 mg/Tag hatten keinen Einfluss auf die Kinetik von Digoxin,

obwohl pharmakodynamische Wechselwirkungen möglich sind (siehe auch Pharmakodynamische

Wechselwirkungen).

Therapeutische Dosen von Galantamin 24 mg/Tag haben keinen Einfluss auf die Kinetik und

Prothrombinzeit von Warfarin.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Galantamin liegen keine klinischen Daten während einer Schwangerschaft vor. Tierexperimentelle

Studien zeigten Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Bei Verschreibung von Galantamin an

schwangere Frauen ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Galantamin in die Muttermilch übertritt. Studien an stillenden Frauen liegen nicht

vor. Daher sollen Patientinnen während einer Behandlung mit Galantamin nicht stillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Galantamin hat einen geringen bis mäßigen Einfluß auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Die Symptome umfassen Schwindel und Somnolenz hauptsächlich während der

ersten Wochen nach Behandlungsbeginn.

4.8 Nebenwirkungen

Die nachfolgende Tabelle bildet die aus sieben Placebo-kontrollierten, doppelblinden klinischen Studien

(N=4457), fünf offenen klinischen Studien (N=1454) und aus Spontanmeldungen nach Markteinführung

mit Galantamin stammenden Daten ab.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die berichtet wurden, waren Übelkeit (25%) und Erbrechen (13%). Sie

traten hauptsächlich während der Titrationsphase auf, hielten in den meisten Fällen weniger als eine Woche

an, wobei bei den meisten Patienten nur eine Episode auftrat. Verschreibung eines Antiemetikums und

Gewährleistung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr können in diesen Fällen hilfreich sein.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr

häufig (

1/10)

Häufig (

1/100, < 1/10)

Gelegentlich (

1/1.000, < 1/100)

Selten (

1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nebenwirkungen Häufigkeit

Systemorganklassen

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr Selten

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Rhinitis,

Harnwegs-

infektionen

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfind-

lichkeit

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Verminderter

Appetit;

Anorexie

Dehydratation,

Hypokaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Halluzination;

Depression (sehr

selten mit

Suizidalität),

Verwirrtheit,

Schlaflosigkeit

visuelle

Halluzination

akustische

Halluzination

Aggression,

Agitiertheit

Erkrankungen des

Nervensystems

Synkope;

Schwindel;

Tremor;

Kopfschmerz;

Somnolenz;

Lethargie

Parästhesie;

Dysgeusie;

Hypersomnie

Krampfanfälle

Augenerkrankungen

Verschwommen-

sehen

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Tinnitus

Herzerkrankungen

Bradykardie

supraventrikuläre

Extrasystolen;

AV-Block I.

Grades;

Sinusbradykardie

; Palpitationen

Gefäßerkrankungen

Hypertonie

Hypotonie;

Hitzewallungen,

Zerebrovaskuläre

Erkrankung

Transiente

ischämische

Attacke

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Erbrechen;

Übelkeit

Abdominal-

schmerz;

Abdominal-

schmerz im

Oberbauch;

Diarrhoe;

Dyspepsie;

Magen-

beschwerden;

Abdominal-

beschwerden

Brechreiz

Leber- und

Gallenerkrankungen

Hepatitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Vermehrtes

Schwitzen

Hautausschlag

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelkrampf

Muskelschwäche

Allgemeine Erkran-

kungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit;

Asthenie;

Malaise, Fieber,

Unwohlsein

Untersuchungen

Gewichtsabnahm

Anstieg der

Leberenzyme

Verletzung, Vergiftung

und durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Sturz, Verletzung

* Bei Einnahme von Antidementiva vom Typ Acetylcholinesterase-Hemmer wurde von Klasseneffekten

einschließlich Konvulsionen/Krampfanfälle berichtet (siehe Abschnitt 4.4, Erkrankungen des

Nervensystems)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome

Anzeichen und Symptome einer signifikanten Überdosierung mit Galantamin sind voraussichtlich ähnlich

wie bei anderen Cholinomimetika. Diese Effekte betreffen im Allgemeinen das zentrale Nervensystem, das

parasympathische Nervensystem und die neuromuskulären Synapsen. Neben Muskelschwäche oder

Faszikulationen können sich einige oder alle Anzeichen einer cholinergen Krise entwickeln: Starke

Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinale Krämpfe, Speichelfluss, Tränenfluss,

Blasen- und Darmentleerung, Schwitzen, Bradykardie, Hypotonie, Kollaps und Krampfanfälle.

Zunehmende Muskelschwäche verbunden mit trachealer Hypersekretion und Bronchospasmen, kann zu

einer lebensbedrohlichen Behinderung der Atemwege führen.

Es gab Postmarketingberichte über Torsades de Pointes, QT-Verlängerung, Bradykardie, ventrikuläre

Tachykardie und kurzen Bewusstseinsverlust im Zusammenhang mit versehentlicher Überdosierung von

Galantamin. In einem Fall, bei dem die Dosis bekannt war, wurden an einem Tag acht 4 mg Tabletten (32

mg in Summe) eingenommen.

Zwei zusätzliche Fälle einer unbeabsichtigten Einnahme von 32 mg (Übelkeit, Erbrechen und trockener

Mund; Übelkeit, Erbrechen und retrosternale Schmerzen im Brustkorb) und einer Einnahme von 40 mg

(Erbrechen) führten zu einem kurzen Krankenhausaufenthalt zur Beobachtung mit vollständiger

Wiederherstellung. Ein Patient, dem 24 mg/Tag verschrieben wurden und in dessen Anamnese

Halluzinationen während der letzten 2 Jahre aufscheinen, erhielt irrtümlicherweise 24 mg zweimal täglich

über 34 Tage und entwickelte Halluzinationen, die eine Krankenhausaufenthalt notwendig machten. Ein

anderer Patient, dem 16 mg/Tag der oralen Lösung verschrieben wurden, nahm versehentlich 160 mg (40

ml) ein; es traten Schweißsekretion, Erbrechen, Bradykardie und nach einer Stunde vorübergehende,

ausgeprägte Benommenheit (near-syncope) auf, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machten.

Diese Symptome gingen innerhalb von 24 Stunden zurück.

Behandlung

Wie bei allen Fällen einer Überdosierung sind allgemeine unterstützende Maßnahmen angezeigt. Bei

massiver Überdosierung können Anticholinergika wie Atropin als allgemeines Antidot für

Cholinomimetika eingesetzt werden. Initial wird eine Dosis von 0,5 bis 1,0 mg i.v. mit weiteren Dosen

entsprechend der klinischen Reaktion empfohlen.

Da sich die Therapiemaßnahmen bei Überdosierung ständig weiterentwickeln, ist es ratsam, sich mit der

Vergiftungszentrale in Verbindung zu setzen, um Informationen über die neuesten Empfehlungen zur

Behandlung bei Überdosierung zu erhalten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-Demenz-Präparate; ATC-Code: N06DA04.

Galantamin, ein tertiäres Alkaloid, ist ein selektiver, kompetitiver und reversibler Inhibitor der

Acetylcholinesterase. Zusätzlich verstärkt Galantamin die intrinsische Aktivität von Acetylcholin an

nicotinergen Rezeptoren, vermutlich durch Bindung an eine allosterische Rezeptorbindungsstelle. Als

Folge kann bei Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ eine gesteigerte Aktivität des cholinergen

Systems, verbunden mit einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, erzielt werden.

Klinische Studien

Die klinischen Studien wurden bei oraler Verabreichung durchgeführt. Studien mit oraler Verabreichung

können zur Beurteilung herangezogen werden, da der Wirkstoff per os sehr gut verfügbar ist.

Die Dosierungen von Galantamin, die in Plazebo-kontrollierten klinischen Studien mit einer Dauer von 5

bis 6 Monate wirksam waren, betrugen 16, 24 und 32 mg/Tag. Von diesen Dosierungen wurden 16 und 24

mg/Tag mit dem besten Nutzen-Risiko-Verhältnis ermittelt; diese sind gleichzeitig die empfohlenen

Erhaltungsdosen. Die Wirksamkeit von Galantamin wurde anhand von Beurteilungskriterien

nachgewiesen, welche die drei Hauptsymptomkomplexe der Erkrankung und eine globale Skala umfassen:

ADAS-Cog (ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung kognitiver Fähigkeiten), DAD und ADCS-

ADL-Inventory (Messungen der grundlegenden und instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens), das

Neuropsychiatrische Inventar (eine Skala zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten) und CIBIC-plus

(eine globale Bewertung durch einen unabhängigen Arzt, basierend auf einem klinischen Interview mit

dem Patienten und der Betreuungsperson).

Zusammengesetzt Responder-Analyse, basierend auf einer Verbesserung im ADAS-Cog/11 um

mindestens 4 Punkte gegenüber dem Ausgangswert und CIBIC-plus unverändert oder verbessert

(1- 4) sowie DAD/ADL-Score unverändert oder verbessert. Siehe Tabelle.

Verbesserung im ADAS-Cog/11 um mindestens 4 Punkte gegenüber dem

Ausgangswert und CIBIC-plus unverändert oder verbessert

Änderung im DAD ≥0 GAL-USA-1 und

GAL-INT-1 (Monat 6)

Änderung im ADCS/ADL-Inventory

≥0 GAL- USA-10 (Monat 5)

Vergleich mit

Plazebo

Vergleich mit Plazebo

Behandlung

n (%) der

Responder

Diff

(95%CI)

n (%)

Respond

p-Wert†

Diff

(95%C

p-Wert†

Klassische ITT

Plazebo

21 (5,0)

18 ( 6,6)

Gal 16 mg/Tag

39 (14,7)

8,1 (3/13)

0,003

Gal 24 mg/Tag

60 (14,2)

9,2 (5/13)

<0,001

40 (15,3)

8,7 (3/14)

0,002

Trad. LOCF *

Plazebo

23 (5,6)

17 (6,5)

Gal 16 mg/Tag

36 (14,2)

7,7 (2/13)

0,005

Gal 24 mg/Tag

58 (14,5)

8,9 (5/13)

<0,001

40 (15,8)

9,3 (4/15)

0,001

† CMH: Test zur Bestimmung des Unterschieds gegenüber Plazebo. * LOCF (Last Observation Carried

Forward): Auswertung nach dem letzten Beobachtungswert.

Die Ergebnisse einer 26-wöchigen doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studie, in der Patienten mit

vaskulärer Demenz und Patienten, die an der Alzheimer-Erkrankung und einer begleitenden

zerebrovaskulären Erkrankung („gemischte Demenz“) litten, eingeschlossen waren, zeigen, dass der

symptomatische Effekt von Galantamin bei Patienten, die an der Alzheimer-Erkrankung und einer

begleitenden zerebrovaskulären Erkrankung leiden, erhalten bleibt (siehe Abschnitt 4.4 Erkrankungen des

Nervensystems). In einer post-hoc Subgruppenanalyse wurden keine statistisch signifikanten Effekte in der

Gruppe der Patienten, die nur an vaskulärer Demenz litten, beobachtet.

In einer zweiten 26-wöchigen Plazebo-kontrollierten Studie an Patienten mit Verdacht auf vaskuläre

Demenz konnte kein klinischer Nutzen einer Behandlung mit Galantamin gezeigt werden.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Galantamin ist eine basische Verbindung mit einer Ionisationkonstanten (pKa) von 8,2. Die Substanz ist

leicht lipophil und hat einen Verteilungskoeffizienten (Log P) zwischen n-Octanol/Puffer-Lösung (pH 12)

von 1,09. Die Löslichkeit in Wasser (pH 6) beträgt 31 mg/ml. Galantamin besitzt drei chirale Zentren; die

natürlich vorkommende Form ist die S, R, S-Form. Galantamin wird zu einem Teil über verschiedene

Cytochrom-Isoenzyme, hauptsächlich CYP2D6 und CYP3A4, metabolisiert. Einige der Metaboliten, die

während des Abbaus von Galantamin entstehen, haben sich in vitro als wirksam erwiesen, besitzen in vivo

jedoch keine Bedeutung

Allgemeine Merkmale von Galantamin

Resorption

Die Resorption ist schnell, mit einer t

von ungefähr 1 Stunde sowohl nach Tabletten als auch nach

Lösung zum Einnehmen. Die absolute Bioverfügbarkeit von Galantamin ist hoch (88,5 ± 5,4%). Das

Vorhandensein von Nahrung verlangsamt die Resorptionsrate und senkt C

um ungefähr 25%, ohne dass

das Ausmaß der Resorption (AUC) beeinflusst wird.

Die Bioäquivalenz zwischen der oralen und der subkutanen Gabe von Galantamin (einmalig je 10 mg)

wurde für die Parameter C

, AUC und T1/2 nachgewiesen.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen beträgt 175 l. Die Plasmaproteinbindung ist niedrig (18%).

Metabolismus

Bei zu 75% des verabreichten Galantamins werden in metabolisierter Form ausgeschieden. In vitro-

Untersuchungen deuten darauf hin, dass CYP2D6 an der Metabolisierung zu O-Desmethyl- Galantamin

und CYP3A4 an der Bildung von N-Oxid-Galantamin beteiligt ist. Bei der Ausscheidung der gesamten

Radioaktivität mit Urin und Fäzes zeigte sich kein Unterschied zwischen schwachen und starken CYP2D6-

Metabolisierern. Im Plasma machten Galantamin und sein Glucuronid bei schwachen und starken

Metabolisierern den größten Anteil der Radioaktivität der Probe aus. Nach Einmaldosis konnte keiner der

aktiven Metaboliten von Galantamin (Norgalantamin, O-Desmethyl- Galantamin und O-Desmethyl-

Norgalantamin) in seiner unkonjugierten Form im Plasma schwacher und starker Metabolisierer

nachgewiesen werden. Nach Mehrfachdosis konnte Norgalantamin im Plasma von Patienten nachgewiesen

werden, der Anteil betrug jedoch nicht mehr als 10% des Galantamin-Spiegels. In vitro-Untersuchungen

deuteten darauf hin, dass das inhibitorische Potenzial von Galantamin auf die wichtigsten Isoenzyme des

menschlichen Cytochrom-P450-Enzymsystems sehr niedrig ist.

Ausscheidung

Die Galantamin-Plasmakonzentration nimmt bi-exponentiell ab, die terminale Halbwertzeit beträgt bei

gesunden Probanden etwa 7-8 Stunden. Die typische orale Clearance in der Zielpopulation beträgt etwa

200 ml/min; aus der Populationsanalyse lässt sich eine interindividuelle Variabilität von 30% ableiten.

Sieben Tage nach Gabe einer oralen Einmaldosis von 4 mg ³H-Galantamin wurden 90-97%

der Radioaktivität im Urin und 2,2 – 6,3% in den Fäzes nachgewiesen. Nach i.v. Infusion und oraler

Verabreichung wurden innerhalb von 24 Stunden 18-22% der verabreichten Dosis als unverändertes

Galantamin mit dem Urin ausgeschieden. Die renale Clearance betrug dabei 68,4 ± 22,0 ml/min; dies

entspricht 20-25% der totalen Plasmaclearance.

Dosis-Linearität

Nach wiederholter oraler Gabe von 12 und 16 mg Galantamin zweimal täglich als Tabletten schwankten

die mittleren Tal- und Spitzen-Plasmakonzentrationen zwischen 29 – 97 ng/ml bzw. 42 – 137 ng/ml. Die

Pharmakokinetik von Galantamin ist im Dosisbereich von 4 – 16 mg zweimal täglich linear. Bei Patienten,

die 12 oder 16 mg zweimal täglich einnahmen, wurde keine Akkumulation von Galantamin zwischen

Monat 2 und Monat 6 beobachtet.

Charakteristische Merkmale bei Patienten

Daten aus klinischen Studien deuten darauf hin, dass Plasmakonzentrationen von Galantamin bei

Alzheimer- Patienten im Vergleich zu jungen gesunden Probanden um 30% bis 40% erhöht sind. Basierend

auf der pharmakokinetischen Populationsanalyse liegt die Clearance bei Frauen um 20% niedriger als bei

Männern.

Bezüglich der Clearance von Galantamin wurden keine größeren Effekte des Alters an sich oder der Rasse

nachgewiesen. Die Galantamin-Clearance bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern ist um etwa 25%

niedriger als bei starken Metabolisierern, eine Bimodalität der Population wird jedoch nicht beobachtet.

Daher wird der Metabolisierungsstatus des Patienten als nicht klinisch relevant in der Gesamtpopulation

angesehen.

Die Pharmakokinetik von Galantamin bei Probanden mit leichten Leberfunktionsstörungen (Child- Pugh-

Score 5-6) war vergleichbar mit der gesunder Probanden. Bei Patienten mit mittelschweren

Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score 7-9) waren die AUC und die Halbwertzeit von Galantamin

um etwa 30% erhöht (siehe Abschnitt 4.2).

Wie in einer Studie an Patienten mit Nierenfunktionsstörungen beobachtet wurde, sinkt die Ausscheidung

von Galantamin mit abnehmender Creatinin-Clearance. Verglichen mit Alzheimer- Patienten sind die

Spitzen- und Tal-Plasmakonzentrationen von Patienten mit einer Creatinin- Clearance 79 ml/min nicht

erhöht. Deshalb ist eine Zunahme von Nebenwirkungen nicht zu erwarten und eine Dosisanpassung nicht

erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Pharmakokinetisches/ Pharmakodynamisches Verhältnis

Es wurde keine offensichtliche Korrelation zwischen durchschnittlichen Plasmakonzentrationen und

Wirksamkeitsparametern (d.h. Änderung im ADAS-Cog11 and CIBIC-plus in Monat 6) in großen Phase-

III Studien bei einer Dosierung von 12 und 16 mg zweimal täglich beobachtet.

Bei Patienten, bei denen eine Synkope auftrat, waren die Plasmakonzentrationen vergleichbar mit denen

anderer Patienten bei gleicher Dosierung.

Es wurde gezeigt, dass das Auftreten von Übelkeit mit höheren Spitzen-Plasmakonzentrationen korreliert

(siehe Abschnitt 4.5).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Daten deuten mit Ausnahme der Gefahren, die aufgrund des pharmakokinetischen

Effekts von Galantamin erwartet werden, auf keine besonderen Gefahren für den Menschen hin. Diese

Annahme beruht auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Gentoxizität und zum kanzerogenen Potenzial.

Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten eine leichte Entwicklungsverzögerung bei Ratten und

Kaninchen nach Dosierungen, die unter der Toxizitätsschwelle für die trächtigen Weibchen liegen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25° C lagern. Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Primärverpackung: 10 Ampullen aus farblosem Glas (I) 2,5 mg/1 ml oder 5 mg/ 1ml in einer

Blisterpackung

Sekundärverpackung: 1 oder 10 Blisterpackungen in einem Überkarton, Kontrollnummer und Feile in

jedem Karton. Ist der obere Teil einer Ampulle mit einem farbigen Punkt oder einem Ring versehen, muss

die Feile nicht zum Öffnen der Ampulle verwendet werden.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

entsorgen.

7 INHABER DER ZULASSUNGEN

Easypharm Generika GmbH

Perlhofgasse 2/2

A-2372 Gießhübl

8 ZULASSUNGSNUMMERN

Galantamin easypharm 2,5 mg/ml – Injektionslösung:

Z.Nr: 1-29143

Galantamin easypharm 5 mg/ml – Injektionslösung:

Z.Nr: 1-29144

9

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

22.04.2010

10 STAND DER INFORMATION

Dezember 2017

Rezeptpflicht/Apothekenpflicht

Rezept- und apothekenpflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

1 von 11

National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Galantamin easypharm 5 mg/ml - Injektionslösung

Teil I:

Informationen über das Verfahren________________________________2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation ______________________3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ________________4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung ____________________________7

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 25.05.2016 erstellt.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

2 von 11

Teil I:

Informationen über das Verfahren

1. Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Galantamin easypharm 5 mg/ml - Injektionslösung

2. Antragstyp

Arzneispezialität – human (Zulassung gemäß § 10a Abs. 1 des

Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983, zuletzt geändert durch das

Bundesgesetz BGBl. I Nr. 146/2009)

3. Wirkstoff

GALANTAMIN HYDROBROMID

4. Darreichungsform

Injektionslösung

5. Stärke

5 mg/ml

6. Zulassungsinhaber

Easypharm GmbH & Co KG

Perlhofgasse 2/2/5

2372 Gießhübl

Österreich

7. Verfahrensnummer

950724

8. Zulassungsnummer

1-29144

9. Zulassungsdatum

22.04.2010

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

3 von 11

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=1-

29144&type=DOTC_FACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=1-

29144&type=DOTC_GEBR_INFO

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

4 von 11

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Galantamin easypharm 5 mg/ml - Injektionslösung handelt es sich um farblose bis

leicht gelbliche Injektionslösung, welche in Ampullen aus farblosem Glas (erste

hydrolytische Klasse 5 mg/ 1ml) in einer Blisterpackung verpackt ist.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist GALANTAMIN HYDROBROMID.

Der Wirkstoff ist ein weißes Pulver.

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Spezifikation

Wirkstoffes

entspricht

Anforderungen

aktuellen

wissenschaftlichen

Standes.

Durch

Vorlage

entsprechender

Daten

Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Stabilität

Wirkstoffes

wurde

unter

Bedingungen

getestet.

übermittelten

Ergebnisse

Stabilitätsuntersuchungen

belegen

festgesetzte

Retest-Periode.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

5 von 11

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

Ampulle Galantamin easypharm mit 1 ml Injektionslösung enthält 5 mg Galantamin

Hydrobromid.

Hilfsstoffe:

2.3.b.

Hersteller

Der für die Chargenfreigabe verantwortliche Hersteller ist Sopharma PLC, 16, Iliensko

Chaussee Str. -, 1220 Sofia, Bulgarien.

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend

befunden. Der Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform

relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor,

welche die Einhaltung der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels Ampullen aus farblosem Glas ( erste hydrolytische

Klasse 5 mg/ 1ml in einer Blisterpackung

entspricht den aktuellen, gesetzlichen

Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 3 Jahren

festgelegt. Als Lagerungsbedingungen werden empfohlen:

Nicht über 25° C aufbewahren. Nicht einfrieren!

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu

schützen.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Galantamin easypharm 5 mg/ml - Injektionslösung

wurde adäquat belegt.

Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

6 von 11

3.

Nichtklinische Aspekte

Basierend auf den vorgelegten und bekannten präklinischen Daten wurden die Abschnitte

„Schwangerschaft und Stillzeit“, „Präklinische Daten zur Sicherheit“ und „Überdosierung“ der

Produktinformation unter Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der

Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien genehmigt.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

präklinischen

Daten

deuten

Ausnahme

Gefahren,

aufgrund

pharmakokinetischen

Effekts

Galantamin

erwartet

werden,

keine

besonderen

Gefahren für den Menschen hin. Diese Annahme beruht auf konventionellen Studien zur

Sicherheitspharmakologie,

Toxizität

wiederholter

Gabe,

Gentoxizität

kanzerogenen Potenzial.

Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten eine leichte Entwicklungsverzögerung bei Ratten

und Kaninchen

nach Dosierungen,

die unter der Toxizitätsschwelle

für die trächtigen

Weibchen liegen.

4.

Klinische Aspekte

Basierend

vorgelegten

bekannten

klinischen

Daten

wurden

klinisch-

pharmakologischen Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der

aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien

genehmigt.

Hinsichtlich des Wirkstoffe

ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-Demenz-Präparate; ATC-Code: N06DA04.

Galantamin, ein tertiäres Alkaloid, ist ein selektiver, kompetitiver und reversibler Inhibitor der

Acetylcholinesterase.

Zusätzlich

verstärkt

Galantamin

intrinsische

Aktivität

Acetylcholin an nicotinergen Rezeptoren, vermutlich durch Bindung an eine allosterische

Rezeptorbindungsstelle. Als Folge kann bei Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ eine

gesteigerte

Aktivität

des cholinergen

Systems, verbunden

mit einer Verbesserung

kognitiven Fähigkeiten, erzielt werden.

Klinische Studien

Die klinischen Studien wurden bei oraler Verabreichung durchgeführt. Studien mit oraler

Verabreichung können zur Beurteilung herangezogen werden, da der Wirkstoff per os sehr

gut verfügbar ist.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

7 von 11

Die Dosierungen von Galantamin, die in plazebokontrollierten klinischen Studien mit einer

Dauer von 5 bis 6 Monate wirksam waren, betrugen 16, 24 und 32 mg/Tag. Von diesen

Dosierungen wurden 16 und 24 mg/Tag mit dem besten Nutzen-Risiko-Verhältnis ermittelt;

diese sind gleichzeitig die empfohlenen Erhaltungsdosen. Die Wirksamkeit von Galantamin

wurde

anhand

Beurteilungskriterien

nachgewiesen,

welche

drei

Hauptsymptomkomplexe der Erkrankung und eine globale Skala umfassen: ADAS-Cog (ein

leistungsbezogenes Instrument zur Messung kognitiver Fähigkeiten), DAD und ADCS-ADL-

Inventory (Messungen der grundlegenden und instrumentellen Aktivitäten des täglichen

Lebens),

Neuropsychiatrische

Inventar

(eine

Skala

Erfassung

Verhaltensauffälligkeiten)

CIBIC-plus

(eine

globale

Bewertung

durch

einen

unabhängigen Arzt, basierend auf einem klinischen Interview mit dem Patienten und der

Betreuungsperson).

Zusammengesetzt

Responder-Analyse,

basierend

auf

einer

Verbesserung

im

ADAS-Cog/11

um

mindestens

4

Punkte

gegenüber

dem

Ausgangswert

und

CIBIC-plus

unverändert

oder

verbessert

(1-

4)

sowie

DAD/ADL-Score

unverändert oder verbessert. Siehe Tabelle.

Verbesserung

ADAS-Cog/11

mindestens

Punkte

gegenüber

Ausgangswert und CIBIC-plus unverändert oder verbessert

Änderung im DAD ≥0 GAL-USA-1 und

GAL-INT-1 (Monat 6)

Änderung im ADCS/ADL-Inventar ≥0 GAL-

USA-10 (Monat 5)

Vergleich

Plazebo

Vergleich mit Plazebo

Behandlung

Responde

Diff

(95%CI)

Respon

Wert†

Diff

(95%CI)

Wert†

Klassische ITT

Plazebo

21 (5,0)

6,6)

mg/Tag

(14,7)

8,1 (3/13)

0,003

mg/Tag

60 (14,2)

9,2 (5/13)

<0,001

(15,3)

8,7 (3/14)

0,002

Trad. LOCF *

Plazebo

23 (5,6)

17 (6,5)

mg/Tag

(14,2)

7,7 (2/13)

0,005

58 (14,5)

8,9 (5/13)

<0,001

9,3 (4/15)

0,001

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

8 von 11

Ergebnisse

einer

26-wöchigen

doppelblinden,

plazebokontrollierten

Studie,

Patienten mit vaskulärer Demenz und Patienten, die an der Alzheimer-Erkrankung und einer

begleitenden zerebrovaskulären Erkrankung („gemischte Demenz“) litten, eingeschlossen

waren, zeigen, dass der symptomatische Effekt von Galantamin bei Patienten, die an der

Alzheimer-Erkrankung und einer begleitenden zerebrovaskulären Erkrankung leiden, erhalten

bleibt. In einer post-hoc Subgruppenanalyse wurden keine statistisch signifikanten Effekte in

der Gruppe der Patienten, die nur an vaskulärer Demenz litten, beobachtet.

In einer zweiten 26-wöchigen plazebokontrollierten Studie an Patienten mit Verdacht auf

vaskuläre Demenz konnte kein klinischer Nutzen einer Behandlung mit Galantamin gezeigt

werden.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Galantamin ist eine basische Verbindung mit einer Ionisationkonstanten (pKa 8,2). Die

Substanz ist leicht lipophil und hat einen Verteilungskoeffizienten (Log P) zwischen n-

Octanol/Puffer-Lösung (pH 12) von 1,09. Die Löslichkeit in Wasser (pH 6) beträgt 31 mg/ml.

Galantamin besitzt drei chirale Zentren; die natürlich vorkommende Form ist die S, R, S-

Form.

Galantamin

wird

einem

Teil

über

verschiedene

Cytochrom-Isoenzyme,

hauptsächlich CYP2D6 und CYP3A4, metabolisiert. Einige der Metaboliten, die während des

Abbaus von Galantamin entstehen, haben sich

in vitro

als wirksam erwiesen, besitzen

in vivo

jedoch keine Bedeutung

Allgemeine Merkmale von Galantamin

Resorption

Die Resorption ist schnell, mit einer tmax von ungefähr 1 Stunde sowohl nach Tabletten als

auch nach Lösung zum Einnehmen. Die absolute Bioverfügbarkeit von Galantamin ist hoch

(88,5 ± 5,4%). Das Vorhandensein von Nahrung verlangsamt die Resorptionsrate und senkt

Cmax um ungefähr 25%, ohne dass das Ausmaß der Resorption (AUC) beeinflusst wird.

Die Bioäquivalenz zwischen der oralen und der subkutanen Gabe von Galantamin (einmalig

je 10 mg) wurde für die Parameter C

, AUC und T1/2 nachgewiesen.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen beträgt 175 l. Die Plasmaproteinbindung ist niedrig (18%).

Metabolismus

Bei zu 75% des verabreichten Galantamins werden in metabolisierter Form ausgeschieden.

In vitro

- Untersuchungen deuten darauf hin, dass CYP2D6 an der Metabolisierung zu O-

Desmethyl-Galantamin und CYP3A4 an der Bildung von N-Oxid-Galantamin beteiligt ist. Bei

mg/Tag

(15,8)

† CMH: Test zur Bestimmung des Unterschieds gegenüber Plazebo. * LOCF (Last Observation Carried

Forward): Auswertung nach dem letzten Beobachtungswert.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

9 von 11

Ausscheidung

gesamten

Radioaktivität

Urin

Fäzes

zeigte

sich

kein

Unterschied zwischen schwachen und starken CYP2D6- Metabolisierern. Im Plasma machten

Galantamin und sein Glucuronid bei schwachen und starken Metabolisierern den größten

Anteil der Radioaktivität der Probe aus. Nach Einmaldosis

konnte keiner der aktiven

Metaboliten von Galantamin (Norgalantamin, O-Desmethyl-Galantamin und O-Desmethyl-

Norgalantamin)

seiner

unkonjugierten

Form

Plasma

schwacher

starker

Metabolisierer nachgewiesen werden. Nach Mehrfachdosis konnte Norgalantamin im Plasma

von Patienten nachgewiesen werden, der Anteil betrug jedoch nicht mehr als 10% des

Galantamin-Spiegels.

In vitro

-Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das inhibitorische

Potenzial von Galantamin auf die wichtigsten Isoenzyme des menschlichen Cytochrom-P450-

Enzymsystems sehr niedrig ist.

Ausscheidung

Die Galantamin-Plasmakonzentration nimmt bi-exponentiell ab, die terminale Halbwertzeit

beträgt bei gesunden Probanden etwa 7-8 Stunden. Die typische orale Clearance in der

Zielpopulation

beträgt

etwa

ml/min;

Populationsanalyse

lässt

sich

eine

interindividuelle

Variabilität

ableiten.

Sieben

Tage

nach

Gabe

einer

oralen

Einmaldosis von 4 mg ³H-Galantamin wurden 90-97% der Radioaktivität im Urin und 2,2 –

6,3% in den Fäzes nachgewiesen. Nach i.v. Infusion und oraler Verabreichung wurden

innerhalb von 24 Stunden 18-22% der verabreichten Dosis als unverändertes Galantamin mit

dem Urin ausgeschieden. Die renale Clearance betrug dabei 68,4 ± 22,0 ml/min; dies

entspricht 20-25% der totalen Plasmaclearance.

Dosis-Linearität

Nach wiederholter oraler Gabe von 12 und 16 mg Galantamin zweimal täglich als Tabletten

schwankten die mittleren Tal- und Spitzen-Plasmakonzentrationen zwischen 29 – 97 ng/ml

bzw. 42 – 137 ng/ml. Die Pharmakokinetik von Galantamin ist im Dosisbereich von 4 – 16

mg zweimal täglich linear. Bei Patienten, die 12 oder 16 mg zweimal täglich einnahmen,

wurde keine Akkumulation von Galantamin zwischen Monat 2 und Monat 6 beobachtet.

Charakteristische Merkmale bei Patienten

Daten aus klinischen Studien deuten darauf hin, dass Plasmakonzentrationen von Galantamin

bei Alzheimer- Patienten im Vergleich zu jungen gesunden Probanden um 30% bis 40%

erhöht sind. Basierend auf der pharmakokinetischen Populationsanalyse liegt die Clearance

bei Frauen um 20% niedriger als bei Männern.

Bezüglich der Clearance von Galantamin wurden keine größeren Effekte des Alters an sich

oder

Rasse

nachgewiesen.

Galantamin-Clearance

schwachen

CYP2D6-

Metabolisierern ist um etwa 25% niedriger als bei starken Metabolisierern, eine Bimodalität

der Population wird jedoch nicht beobachtet. Daher wird der Metabolisierungsstatus des

Patienten als nicht klinisch relevant in der Gesamtpopulation angesehen.

Die Pharmakokinetik von Galantamin bei Probanden mit leichten Leberfunktionsstörungen

(Child-Pugh- Score 5-6) war vergleichbar mit der gesunder Probanden. Bei Patienten mit

mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score 7-9) waren die AUC und die

Halbwertzeit von Galantamin um etwa 30% erhöht.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

10 von 11

Wie in einer Studie an Patienten mit Nierenfunktionsstörungen beobachtet wurde, sinkt die

Ausscheidung

Galantamin

abnehmender

Creatinin-Clearance.

Verglichen

Alzheimer-Patienten sind die Spitzen- und Tal-Plasmakonzentrationen von Patienten mit einer

Creatinin-Clearance 79 ml/min nicht erhöht. Deshalb ist eine Zunahme von Nebenwirkungen

nicht zu erwarten und eine Dosisanpassung nicht erforderlich.

Pharmakokinetisches/ Pharmakodynamisches Verhältnis

wurde

keine

offensichtliche

Korrelation

zwischen

durchschnittlichen

Plasmakonzentrationen und Wirksamkeitsparametern (d.h. Änderung im ADAS-Cog11 and

CIBIC-plus in Monat 6) in großen Phase-III Studien bei einer Dosierung von 12 und 16 mg

zweimal täglich beobachtet.

Patienten,

denen

eine

Synkope

auftrat,

waren

Plasmakonzentrationen

vergleichbar mit denen anderer Patienten bei gleicher Dosierung.

wurde

gezeigt,

dass

Auftreten

Übelkeit

höheren

Spitzen-

Plasmakonzentrationen korreliert.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die

Pharmakovigilanz verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung

sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen

Nebenwirkungen

Verfügung

steht.

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den Anforderungen des von der

Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die Erfassung,

Überprüfung

Vorlage

Berichten

über

Nebenwirkungen,

einschließlich

technischen Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems, das der Antragsteller einführen wird, wurde vorgelegt.

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Die Gebrauchsinformation wurde gemäß den Anforderungen des Artikels 59 (3) und 61 (1)

der Direktive 2001/83/EC durch die Ergebnisse eines Lesbarkeitstests (Readabilitytest)

bewertet und erstellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebrauchsinformation die Kriterien der Lesbarkeit gemäß der

„Guideline on the Readability of the Labelling and Package Leaflet of Medicinal Products for

human Use“ erfüllt.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

11 von 11

vorliegenden

Gutachten

haben

eine

positive

Nutzen-Risiko-Bewertung

für

gegenständliche Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma Easypharm GmbH & Co KG auf Zulassung gemäß § 10a Abs. 1 in

Verbindung mit § 20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983, zuletzt geändert

durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 146/2009 wurde mit Bescheid des Bundesamtes für

Sicherheit im Gesundheitswesen vom 22.04.2010 stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-

Verlautbarungen unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten

können

unter

https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

abgerufen

werden.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen