Fuzeon Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
enfuvirtidum
Verfügbar ab:
Roche Pharma (Schweiz) AG
ATC-Code:
J05AX07
INN (Internationale Bezeichnung):
enfuvirtidum
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Praeparatio cryodesiccata: enfuvirtidum 90 mg, natrii carbonas, mannitolum, natrii hydroxidum aut acidum hydrochloridum, pro vitro corresp. natrium 1.037 mg. Solvens: aqua ad iniectabile pro vitro.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
HIV-Infektionen
Zulassungsnummer:
56282
Berechtigungsdatum:
2003-04-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Fuzeon®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Was ist Fuzeon und wann wird es angewendet?

Fuzeon enthält den Wirkstoff Enfuvirtide und gehört zur Substanzklasse der Fusionshemmer. Es

verhindert das Eindringen des humanen Immundefizienz-Virus (HIV) in die Zellen in Ihrem Blut, die

vom HI-Virus angegriffen werden (sogenannte CD4- oder T-Zellen). Es wirkt, indem es den Kontakt

des HI-Virus mit der Zellmembran blockiert. Dadurch wird das Eindringen des HI-Virus in die Zelle

und die Vermehrung des Virus verhindert.

Fuzeon wird in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von

Erwachsenen und Jugendlichen über 16 Jahren und von Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren, die

mit HIV (dem Virus, das AIDS verursacht) infiziert sind, und bei welchen die Virusvermehrung trotz

Behandlung mit anderen Anti-HIV Arzneimitteln nicht gestoppt werden konnte, angewendet. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin hat Ihnen Fuzeon verschrieben, um Ihre HIV-Infektion besser unter Kontrolle

zu bringen.

Verwenden Sie Fuzeon nur in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen HIV. Verwenden Sie

Fuzeon nicht als alleiniges Arzneimittel gegen HIV.

Fuzeon kann die HIV-Infektion oder Aids nicht heilen. Die Langzeitwirkungen von Fuzeon sind

gegenwärtig noch nicht bekannt. Auch unter der Kombinationsbehandlung mit Fuzeon und anderen

Anti-HIV-Arzneimitteln können bei Ihnen weiterhin Infektionen oder andere Erkrankungen

auftreten, die üblicherweise mit einer HIV-Infektion einhergehen. Aus diesen Gründen ist es wichtig,

dass Sie während der Therapie mit Fuzeon weiterhin Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren.

Fuzeon darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Durch Fuzeon wird das Risiko einer Übertragung der HIV-Infektion auf andere Personen durch

sexuellen Kontakt oder infiziertes Blut nicht verringert. Es ist wichtig, auch weiterhin entsprechende

Vorsichtsmassnahmen einzuhalten, um eine Übertragung von HIV auf andere Personen zu

verhindern.

Die Empfehlungen betreffend «Safer Sex» sind unbedingt zu befolgen.

Verwenden Sie niemals verschmutzte bzw. gebrauchte Nadeln oder teilen Sie diese niemals mit

anderen Personen.

Sie sollen bzw. Ihr Kind soll persönliche Gegenstände, an denen Blut oder andere

Körperflüssigkeiten haften, wie beispielsweise Zahnbürsten oder Rasierklingen, nicht mit anderen

Personen teilen.

Wann darf Fuzeon nicht angewendet werden?

Wenn Sie bzw. Ihr Kind überempfindlich (allergisch) auf Enfuvirtide oder andere Bestandteile von

Fuzeon reagieren, dürfen Sie Fuzeon nicht anwenden.

Wann ist bei der Anwendung von Fuzeon Vorsicht geboten?

Reaktionen an der Injektionsstelle (Jucken, Schwellung, Rötung, Schmerzen oder Empfindlichkeit,

Verhärtung der Haut oder Knoten) treten häufig auf. Die Injektionsstellen sind auf Infektionen und

eitrige Entzündungen sorgfältig zu überwachen. Sie werden genau instruiert, bei welchen Reaktionen

Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen sollten.

Wenn bei Ihnen bzw. bei Ihrem Kind Symptome auftreten wie Atemnot, hohes Fieber mit Erbrechen

und Hautausschlag, Schüttelfrost, Blut im Urin, Anschwellen der Füsse, Krankheitsgefühl und

Schwitzen, sowie Zittern, die auf eine Überempfindlichkeitsreaktion hinweisen können, müssen Sie

die Behandlung mit Fuzeon unterbrechen und sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie (bzw. Ihr Kind)

·schon einmal irgend eine Lungenerkrankung hatten,

·intravenös Drogen gebrauchen oder gebraucht haben,

·rauchen,

·schon einmal irgendwelche Nierenprobleme hatten.

Bei einigen Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion (AIDS) und bereits früher aufgetretenen

Begleitinfektionen können kurz nach Beginn der antiretroviralen Behandlung Anzeichen und

Symptome einer Entzündung von zurückliegenden Infektionen auftreten. Es wird angenommen, dass

diese Symptome auf eine Verbesserung der körpereigenen Immunantwort zurückzuführen sind.

Diese körpereigene Immunantwort ermöglicht es dem Körper Infektionen zu bekämpfen, die

möglicherweise ohne erkennbare Symptome vorhanden waren. Wenn Sie irgendwelche Anzeichen

einer Infektion bemerken, informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt beziehungsweise Ihre

Ärztin.

Zusätzlich zu den Begleitinfektionen können nach Beginn der Einnahme von Arzneimitteln zur

Behandlung Ihrer HIV-Infektion auch Autoimmunerkrankungen auftreten (ein Zustand, bei dem das

Immunsystem gesundes Körpergewebe angreift). Autoimmunerkrankungen können viele Monate

nach Beginn der Behandlung auftreten. Wenn Sie irgendwelche Anzeichen einer Infektion oder

andere Symptome, wie z.B. Muskelschwäche, eine Schwäche, die in den Händen und Füssen beginnt

und sich in Richtung Rumpf fortsetzt, Herzklopfen, Zittern oder Hyperaktivität bemerken,

informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um die notwendige Behandlung zu

erhalten.

Unter antiretroviraler Kombinationsbehandlung kann sich eventuell eine als Osteonekrose

bezeichnete Knochenerkrankung entwickeln (Absterben von Knochengewebe infolge unzureichender

Blutversorgung des Knochens). Zu den vielen Risikofaktoren für diese Erkrankung zählen u.a. die

Dauer der antiretroviralen Kombinationsbehandlung, die Anwendung von Kortikosteroiden,

Alkoholkonsum, eine starke Unterdrückung des Immunsystems oder ein höherer Body-Mass-Index

(Verhältniszahl zur Beurteilung des Körpergewichts). Anzeichen einer Osteonekrose sind

Gelenksteife, -beschwerden und -schmerzen (insbesondere in Hüfte, Knie und Schulter) sowie

Bewegungsschwierigkeiten. Falls Sie solche Anzeichen bemerken, informieren Sie bitte Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin.

Informieren Sie den Arzt oder Apotheker, bzw. die Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie (bzw. Ihr

Kind)

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen (oder äusserlich anwenden) oder vor kurzem

eingenommen haben.

Informieren Sie den behandelnden Arzt bzw. Ärztin ebenfalls, wenn Sie (bzw. Ihr Kind)

Nahrungsmittelzusätze (wie z.B. Vitamin- oder Mineralpräparate) und pflanzliche Präparate

einnehmen oder anwenden.

Wie gezeigt werden konnte, bestehen keine Wechselwirkungen zwischen Fuzeon und anderen Anti-

HIV-Arzneimitteln oder Rifampicin (ein Antibiotikum).

Der Einfluss von Fuzeon auf die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit,

Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, wurde nicht untersucht. Wenn Sie sich unter der

Behandlung mit Fuzeon schwindlig fühlen, sollten Sie nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.

Darf Fuzeon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, oder falls Sie stillen, sollte Fuzeon nur auf

ausdrückliche Anweisung Ihres darüber informierten Arztes oder Apothekers, bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin angewendet werden.

Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich benachrichtigen, wenn Sie schwanger sind,

schwanger sein könnten oder stillen. Es wird empfohlen, dass mit HIV infizierte Frauen ihre Kinder

nicht stillen, da die Möglichkeit einer Übertragung des HIV auf das Kind über die Muttermilch

besteht.

Wie verwenden Sie Fuzeon?

Fuzeon muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihre Ärztin angewendet werden.

Verabreichen Sie sich bzw. Ihrem Kind Fuzeon immer genau so, wie es Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin gesagt hat. Wenn Sie sich unsicher fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker,

bzw. an Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Lesen Sie vor der Anwendung die ausführliche «Anleitung zur Selbstinjektion von Fuzeon» am Ende

dieser Packungsbeilage aufmerksam durch.

Fuzeon muss subkutan (unter die Haut) gespritzt werden. Fuzeon darf nicht intravenös (in eine Vene)

oder intramuskulär (in einen Muskel) gespritzt werden. Fuzeon wirkt nicht, wenn Sie (bzw. Ihr Kind)

es schlucken.

Der Fuzeon Injektionslösung dürfen keine anderen Arzneimittel beigemischt werden.

Was ist die übliche Dosis von Fuzeon?

Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahren

Die übliche Dosis beträgt zweimal täglich 90 mg und wird als subkutane Injektion von 1 ml

Injektionslösung in den Oberarm, Vorderseite des Oberschenkels oder Bauch gespritzt.

Kinder von 6 bis 16 Jahren

Für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren beträgt die empfohlene Dosis von Fuzeon zweimal täglich

2 mg/kg und wird bis zu einer Höchstdosis von zweimal täglich 90 mg unter die Haut am Bauch oder

an der Vorderseite des Oberschenkels oder des Oberarms injiziert (siehe nachfolgende Richtlinien

für die Dosierung).

Richtlinien für die Dosierung bei Kindern

Gewicht

(kg)

Dosis bei zweimal täglicher

Injektion

(mg/Dosis)

Injektionsvolumen

(ml)*

11,0 bis 15,5 27

15,6 bis 20,0 36

20,1 bis 24,5 45

24,6 bis 29,0 54

29,1 bis 33,5 63

33,6 bis 38,0 72

38,1 bis 42,5 81

> 42,6

* (auf der Basis von 90 mg Enfuvirtide pro ml)

Die Injektion sollte nicht zweimal hintereinander an derselben Stelle verabreicht werden und auf

keinen Fall an einer Stelle, an der noch eine Reaktion von einer früheren Dosis zu spüren ist.

Injizieren Sie das Arzneimittel nicht in Muttermale, Narbengewebe, blaue Flecken (Blutergüsse)

oder um den Bauchnabel.

Anwendung von Fuzeon mit Nahrung und Getränken?

Fuzeon kann unabhängig von den Mahlzeiten gespritzt werden. Sie müssen jedoch die Anweisungen

in den Packungsbeilagen Ihrer anderen Arzneimittel befolgen.

Wann soll Fuzeon verabreicht werden?

Am besten wenden Sie Fuzeon immer zur selben Tageszeit an. Versuchen Sie sich bzw. Ihrem Kind

die beiden Dosen immer im gleichen Abstand zu verabreichen, am besten morgens gleich nach dem

Aufstehen und am Abend.

Wenn Sie sich bzw. Ihrem Kind mehr Fuzeon als vorgeschrieben gespritzt haben?

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. an Ihre Ärztin, wenn Sie sich bzw. Ihrem Kind mehr als

die empfohlene Dosis gespritzt haben.

Wenn Sie vergessen haben, sich bzw. Ihrem Kind Fuzeon zu spritzen?

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, spritzen Sie sich bzw. Ihrem Kind diese Dosis, sobald Sie sich

daran erinnern, ausser, wenn die nächste reguläre Dosis bereits in weniger als 6 Stunden fällig ist.

Spritzen Sie sich bzw. Ihrem Kind unter keinen Umständen eine doppelte Dosis, um eine vergessene

Dosis nachzuholen.

Wie lange sollten Sie Fuzeon anwenden?

Auch wenn Sie (bzw. Ihr Kind) sich besser fühlen, dürfen Sie Fuzeon nicht absetzen, ohne dies mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zu besprechen. Wenn Sie die Behandlung mit Fuzeon unterbrechen,

kann es sein, dass das HI-Virus im Blut schneller resistent wird, und der Virus-Blutspiegel wieder

ansteigt, als wenn Sie die Behandlung regelmässig und ohne Unterbrechung fortsetzen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Begeben Sie sich regelmässig zu Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Kontrolle, während Sie Fuzeon

spritzen.

Welche Nebenwirkungen kann Fuzeon haben?

Wie alle Medikamente kann Fuzeon Nebenwirkungen verursachen.

Die häufigste Nebenwirkung, die bei den meisten Patienten auftritt, sind Reaktionen an der

Injektionsstelle wie Jucken, Schwellung, Rötung, Schmerzen oder Empfindlichkeit, Verhärtung der

Haut oder Knoten. Diese Reaktionen treten im Allgemeinen in der ersten Behandlungswoche auf und

kommen im Verlauf der Behandlung mit Fuzeon immer wieder vor. Reaktionen an einer bestimmten

Injektionsstelle bilden sich meist innerhalb von weniger als einer Woche zurück.

Die Reaktionen an der Injektionsstelle können stärker sein, wenn Injektionen wiederholt an derselben

Stelle vorgenommen werden, oder wenn die Injektion tiefer als beabsichtigt (z.B. in einen Muskel)

verabreicht wurde.

Denken Sie daran, dass Reaktionen an der Injektionsstelle eine häufige Nebenwirkung bei der

Verabreichung von Fuzeon sind. Es ist wichtig, dass Sie bei derartigen Reaktionen mit der Fuzeon

Behandlung nicht aufhören. Wenn Sie über die Reaktion beunruhigt sind, konsultieren Sie Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin. Er bzw. sie wird Ihnen Rat zur Behandlung geben können.

Beachten Sie, dass es in seltenen Fällen zu einer Infektion an der Injektionsstelle kommen kann. Es

ist wichtig, dass Sie die am Ende der Packungsbeilage beschriebenen Anleitungen zur Injektion von

Fuzeon befolgen, um das Risiko einer Infektion zu verringern. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, wenn Sie an der Injektionsstelle Anzeichen einer Infektion (Absonderungen, Schmerzen,

Schwellung, Hitze und Rötung) feststellen.

Ausser den Reaktionen an der Injektionsstelle sind die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen

bei Patienten, die eine antiretrovirale Behandlung mit oder ohne Fuzeon erhalten hatten, Durchfall

und Übelkeit.

Es ist wichtig, dass Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie (bzw. Ihr Kind) an

Husten mit hohem Fieber, Kurzatmigkeit oder Atemnot leiden, weil diese Symptome darauf

hindeuten können, dass sich bei Ihnen bzw. bei Ihrem Kind eine Lungenentzündung entwickelt.

Patienten, die eine Lungenerkrankung hatten, die rauchen oder intravenös Drogen konsumieren,

haben ein grösseres Risiko, eine Lungenentzündung zu entwickeln.

Sehr häufige Nebenwirkungen von Fuzeon sind Schmerzen und Taubheit in den Händen, Füssen

oder Beinen (periphere Neuropathie), Gewichtsverlust, Schlafstörungen und Kopfschmerzen.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören: Nasennebenhöhlenentzündung, Ohreninfektion,

Mundsoor, Fieberblasen, örtliche Hautschwellungen, Grippe, entzündete Haarfollikel, geschwollene

Drüsen, Appetitlosigkeit, Depression, Angstgefühl, Alpträume, Reizbarkeit, verminderte

Berührungs- und Drucksensibilität der Haut, Aufmerksamkeitsstörung, Zittern, Schwindelgefühl,

Entzündung der Bindehaut des Auges, verstopfte Nase, Geschmacksstörungen, entzündete

Augenlider, Lungenentzündung, Husten, Verstopfung, Bauchschmerzen, Halsschmerzen,

Pankreasentzündung, saures Aufstossen, Hautjucken, -rötungen und -entzündungen, trockene Haut,

Nierensteine, Nachtschweiss, vermehrtes Schwitzen, Schwäche oder Verlust an Muskelstärke,

Muskelschmerzen, Schmerzen in Gelenken und Gliedern, Muskelkrämpfe, übermässige Müdigkeit,

grippeartige Symptome, erhöhte Blutfette, erhöhte Leberwerte, Blut im Urin, Diabetes.

Fuzeon kann in seltenen Fällen ernsthafte allergische Reaktionen hervorrufen. Wenn sich bei Ihnen

bzw. Ihrem Kind Symptome wie Atemnot, hohes Fieber mit Erbrechen und Hautausschlag,

Schüttelfrost, Blut im Urin, Anschwellen der Füsse, Krankheitsgefühl und Schwitzen, sowie Zittern

zeigen, die darauf hindeuten können, dass Sie (bzw. Ihr Kind) allergisch gegen dieses Arzneimittel

sind, dann müssen Sie das Arzneimittel sofort absetzen und umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

aufsuchen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Fuzeon für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zur Aufbewahrung der Durchstechflaschen mit Fuzeon Pulver und der Durchstechflaschen mit

Wasser für Injektionszwecke sind keine speziellen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Nach Zubereitung der Injektionslösung sollte diese sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort

verwendet wird, muss sie im Kühlschrank (2-8 °C) in der Original-Durchstechflasche und vor Licht

geschützt aufbewahrt und innerhalb von 24 Stunden verwendet werden.

Fuzeon darf nicht verwendet werden, wenn Sie Partikel im Pulver oder in der Lösung nach Zugabe

des Wassers für Injektionszwecke sehen. Das Wasser für Injektionszwecke darf nicht verwendet

werden, wenn Sie Partikel darin sehen oder das Wasser trüb ist.

Legen Sie alle gebrauchten Spritzen zur Entsorgung in den Abfallbehälter für gebrauchte Spritzen.

Den Behälter gut verschliessen und für Kinder unerreichbar aufbewahren. Ausser den Spritzen

können verwendete Gegenstände (Alkoholtupfer und Durchstechflaschen) als Abfall behandelt

werden, sofern kein Blut sichtbar ist. Wenn Blut sichtbar ist, sollten diese Gegenstände auch in den

Abfallbehälter für gebrauchte Spritzen gelegt werden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin, wie Sie den Behälter richtig entsorgen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Fuzeon enthalten?

Wirkstoff: Enfuvirtide.

Nach Rekonstitution mit dem mitgelieferten Lösungsmittel enthält 1 ml der hergestellten Lösung

90 mg Enfuvirtide.

Hilfsstoffe:

Pulver

Natriumkarbonat, wasserfrei

Mannitol

Natriumhydroxid

Salzsäure

Lösungsmittel

Wasser für Injektionszwecke

Zulassungsnummer

56282 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Fuzeon? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Fuzeon Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung werden in einer Packung

verkauft, die folgendes enthält:

60 Durchstechflaschen mit Fuzeon, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung,

60 Durchstechflaschen mit Wasser für Injektionszwecke (zum Auflösen des Fuzeon Pulvers)

60 3 ml-Spritzen,

60 1 ml-Spritzen,

180 Alkoholtupfer.

In dieser Packung finden Sie alles, was Sie zur Herstellung der Fuzeon Injektionslösung und für die

Injektionen brauchen. Diese Packung reicht für 30 Tage aus.

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, CH-4153 Reinach.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

ANLEITUNG ZUR SELBSTINJEKTION VON FUZEON

Im Folgenden finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Injektion von Fuzeon. Wenn Sie dazu

Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin.

Worauf sollen Sie achten, wenn Sie Linkshänder sind?

Die Abbildungen in dieser Anleitung sind für RechtshänderInnen. Wenn Sie LinkshänderIn sind,

gehen Sie so vor, wie es für Sie am natürlichsten ist. Wahrscheinlich finden Sie es am einfachsten,

wenn Sie die Spritze in der linken Hand und die Durchstechflasche zwischen Daumen und

Zeigefinger der rechten Hand halten.

Wann sollen Sie sich von einem Betreuer helfen lassen?

Die Injektion kann am Anfang an bestimmten Stellen, z.B. am Oberarm, schwierig sein. Ihr(e)

PartnerIn, ein(e) FreundIn oder ein Familienmitglied sollte bei der Injektion anwesend sein, sollten

Sie Hilfe brauchen. Ihr Betreuer sollte diese Anleitung zur Selbstinjektion von Fuzeon lesen. Um das

Risiko von Nadelstichverletzungen zu verringern, sollte Ihr Betreuer von Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin Anweisungen zur Verabreichung von Injektionen erhalten.

Welche Eigenschaften haben Ihre Sicherheitsspritzen?

Die Spritzen, die mit Fuzeon mitgeliefert werden, haben eine Nadel-Schutzvorrichtung, die an der

Nadel befestigt ist. Diese Sicherheitsvorrichtung dient dazu, die Nadel nach Gebrauch zu bedecken

und damit das Risiko von Nadelstichverletzungen zu vermindern.

Trotz dieses Sicherheitsmerkmals dieser Spritzen ist es wichtig, dass gebrauchte Spritzen richtig und

entsprechend den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin entsorgt werden.

Es gibt zwei Sicherheitsspritzen verschiedener Grösse:

·eine (grosse) 3 ml-Spritze und

·eine (kleine) 1 ml-Spritze.

Sicherheitstipps

·Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife, um das Risiko einer bakteriellen

Infektion zu verringern. Berühren Sie danach nichts mehr ausser dem Arzneimittel und dem

Zubehör.

·Beim Umgang mit der Spritze darf die Nadel nicht berührt werden. Auch die Gummimembran der

Durchstechflaschen darf nach der Reinigung mit einem Alkoholtupfer nicht mehr berührt werden.

·Überzeugen Sie sich, dass keine der Packungen in Ihrem Kit geöffnet wurde. Geöffnete Packungen

dürfen nicht verwendet werden.

·Benutzen Sie niemals eine Spritze mit einer verbogenen oder beschädigten Nadel.

·Fuzeon darf unter keinen Umständen mit Leitungswasser gemischt werden.

·Fuzeon darf unter keinen Umständen zusammen mit einem anderen injizierbaren Arzneimittel

gespritzt werden.

·Die einzige zulässige Verabreichungsart für Fuzeon ist die subkutane Injektion (Injektion unter die

Haut). Fuzeon darf nicht intravenös (in eine Vene) oder intramuskulär (in einen Muskel) gespritzt

werden.

·Legen Sie die gebrauchten Spritzen zur sicheren Entsorgung in Ihren speziellen Abfallbehälter für

gebrauchte Spritzen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. Ärztin oder Apothekerin,

wenn Sie Fragen zur sicheren Entsorgung dieser Materialien haben.

Erste Vorbereitungen

Bereitlegen der benötigen Materialien

Stellen Sie die folgenden Materialien bereit:

·eine Durchstechflasche mit Fuzeon (Glasbehälter mit weissem Pulver)

·eine Durchstechflasche mit Wasser für Injektionszwecke (Glasbehälter mit klarer, farbloser

Flüssigkeit)

·eine 3 ml-Spritze (die größere Spritze) mit einer 25 mm langen Nadel

·eine 1 ml-Spritze (die kleinere Spritze) mit einer 13 mm langen Nadel

·3 Alkoholtupfer

·Abfallbehälter für gebrauchte Spritzen zur sicheren Entsorgung von gebrauchten Spritzen

Öffnen der Spritzenpackungen und Entfernen der Durchstechflaschenverschlüsse

·Verpackungen und Verschlüsse in den Abfall werfen.

·Spritzen und Durchstechflaschen auf eine saubere Oberfläche legen.

Gründliches Händewaschen

·Nach dem Händewaschen mit Wasser und Seife nichts mehr ausser den Injektionsgegenständen und

der Injektionsstelle berühren.

Reinigen der Gummimembran der Durchstechflaschen

·Die Gummimembran jeder Durchstechflasche mit einem Alkoholtupfer reinigen und an der Luft

trocknen lassen.

·Nach dem Reinigen darf die Gummimembran nicht mehr berührt werden. Falls Sie sie berühren,

müssen Sie sie noch einmal mit einem Alkoholtupfer reinigen.

Mischen von Fuzeon

Aufziehen von Wasser für Injektionszwecke

·Nehmen Sie die grosse 3 ml-Spritze zur Hand. Ziehen Sie mit dem Zeigefinger die Nadel-

Schutzvorrichtung zur Spritze hin zurück.

·Vergewissern Sie sich, dass die Nadel korrekt sitzt, indem Sie die durchsichtige Plastikkappe

festhalten und die Nadel durch behutsames Drehen im Uhrzeigersinn festziehen. Wenden Sie dabei

nicht zuviel Kraft an, da sich die Nadel sonst lockern könnte.

·Um die durchsichtige Plastikkappe zu entfernen, drücken Sie gegen die Spritze und ziehen dann die

Kappe ab.

·Ziehen Sie ca. 1,1 ml Luft auf.

·Stechen Sie die Nadel der Spritze durch die Gummimembran der Durchstechflasche mit Wasser für

Injektionszwecke und spritzen Sie die Luft durch Druck auf den Kolben ein.

·Drehen Sie die Durchstechflasche um. Achten Sie darauf, dass die Nadelspitze sich stets unter der

Oberfläche des Wassers für Injektionszwecke befindet, damit keine Luftbläschen in die Spritze

gelangen.

·Ziehen Sie den Kolben langsam zurück, bis das Wasser für Injektionszwecke die 1,1 ml

Markierung erreicht. Beachten Sie bitte, dass die Durchstechflasche mehr Wasser für

Injektionszwecke enthält (2 ml), als Sie benötigen; Sie müssen nur 1,1 ml davon entnehmen, um Ihr

Arzneimittel vorschriftsgemäss zuzubereiten.

·Klopfen Sie vorsichtig gegen die Spritze, damit eventuell vorhandene Luftbläschen nach oben

aufsteigen.

·Wenn zuviel Luft in die Spritze gelangt, so drücken Sie diese vorsichtig mit dem Kolben in die

Durchstechflasche zurück, und ziehen Sie erneut Wasser für Injektionszwecke auf. Achten Sie

darauf, dass Sie 1,1 ml Wasser für Injektionszwecke in der Spritze haben.

·Ziehen Sie die Nadel aus der Durchstechflasche heraus. Achten Sie dabei darauf, dass die Nadel auf

keinen Fall mit den Fingern oder irgend einem anderem Gegenstand in Berührung kommt.

·Werfen Sie die Durchstechflasche in den Abfall. Die Durchstechflasche mit dem Lösungsmittel ist

nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Das Wasser für Injektionszwecke, das nach Entnahme der

für die Zubereitung erforderlichen Menge in der Flasche zurückbleibt, muss entsorgt werden.

Einspritzen von Wasser für Injektionszwecke in die Durchstechflasche mit Fuzeon Pulver

·Klopfen Sie leicht gegen die Durchstechflasche, um das Pulver aufzulockern.

·Halten Sie die mit Wasser für Injektionszwecke gefüllte Spritze am Zylinder fest, und stechen Sie

die Nadel leicht abgewinkelt durch die Gummimembran der Durchstechflasche.

·Drücken Sie den Spritzenkolben langsam hinunter. Lassen Sie das Wasser für Injektionszwecke

langsam entlang der Gefässinnenwand in die Durchstechflasche hineinlaufen. Achten Sie darauf,

dass Sie das Wasser nicht mit Druck auf das Pulver spritzen, da dieses zu Schaumbildung führen

kann. Wenn dies der Fall ist, kann es länger dauern, bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hat.

·Wenn Sie das gesamte Wasser für Injektionszwecke in die Durchstechflasche mit Fuzeon Pulver

gegeben haben, ziehen Sie die Spritze aus der Durchstechflasche heraus.

·Halten Sie mit einer Hand den Spritzenkörper fest und drücken Sie die Nadel-Schutzvorrichtung

behutsam auf eine flache Oberfläche bis sie die Nadel bedeckt. Daraufhin werden Sie ein Klicken

hören. Benutzen Sie nicht Ihre freie Hand um die Vorrichtung über die Nadel zu drücken.

·Legen Sie die Spritze zur Entsorgung in den Abfallbehälter für gebrauchte Spritzen.

Mischen des Wassers für Injektionszwecke mit dem Fuzeon Pulver

·Klopfen Sie 10 Sekunden lang vorsichtig mit der Fingerspitze gegen die Durchstechflasche, damit

sich das Pulver aufzulösen beginnt. Sie dürfen die Durchstechflasche nicht schütteln oder umdrehen,

da dies zu einer übermässigen Schaumbildung führt.

·Wenn sich das Pulver aufzulösen beginnt, stellen Sie die Durchstechflasche beiseite und warten, bis

es sich vollständig aufgelöst hat. Es kann bis zu 45 Minuten dauern, bis sich das Pulver ganz

aufgelöst hat.

·Um die Mischzeit zu reduzieren, kann die Durchstechflasche nach Zugabe des Wassers für

Injektionszwecke auch zwischen den Händen vorsichtig hin und her gerollt werden, bis sich das

Pulver vollständig aufgelöst hat.

·Stellen Sie sicher, dass kein Fuzeon Pulver an den Wänden der Durchstechflasche hängen

geblieben ist.

·Wenn Sie die Gummimembran versehentlich berühren, müssen Sie sie noch einmal mit einem

neuen Alkoholtupfer reinigen.

·Stellen Sie sicher, dass das Pulver vollständig aufgelöst ist, und dass die Bläschen, die eventuell

entstanden sind, sich gesetzt haben. Wenn noch Bläschen vorhanden sind, so klopfen Sie vorsichtig

an die Seite der Durchstechflasche, um das Absetzen zu unterstützen. Falls noch Schaum vorhanden

ist, lassen Sie die Durchstechflasche noch eine Weile stehen, damit sich das Pulver vollständig

auflösen kann.

·Wichtig! Vollständig aufgelöstes Fuzeon ergibt eine klare und schaumfreie Lösung.

·Wie bei allen injizierbaren Arzneimitteln muss die Lösung auf Partikel untersucht werden. Wenn

Partikel in der Lösung zu sehen sind, darf sie nicht verwendet werden. Bringen Sie die

Durchstechflasche in die Apotheke zurück. Lösen Sie eine neue Durchstechflasche mit Fuzeon

Pulver auf.

·Nach Mischen einer Dosis mit Wasser für Injektionszwecke muss sie entweder sofort verwendet

oder im Kühlschrank (2-8° C) in der Original-Durchstechflasche gelagert und innerhalb von 24

Stunden injiziert werden. Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank warten, bis sich die Lösung vor

der Anwendung wieder auf Raumtemperatur erwärmt hat.

Mischen zweier Fuzeon Dosen

·Wenn Sie um Zeit zu sparen Ihre beiden Tagesdosen bzw. die beiden Tagesdosen Ihres Kindes zur

gleichen Zeit vorbereiten, achten Sie darauf, dass Sie für jede Dosis eine neue Spritze, eine neue

Durchstechflasche mit Wasser für Injektionszwecke und eine neue Durchstechflasche mit Fuzeon

verwenden.

·Notieren Sie auf der zweiten Dosis das Datum und die Zeit des Mischens auf die

Durchstechflasche.

·Bewahren Sie dann die zweite Dosis in der Original-Durchstechflasche vor Licht geschützt im

Kühlschrank (2-8 °C) auf. Die Fuzeon Injektionslösung darf nicht in der Spritze aufbewahrt werden.

·Nach dem Mischen muss die Fuzeon Dosis innerhalb von 24 Stunden gespritzt werden.

·Bevor Sie die gekühlte Dosis Fuzeon verwenden, lassen Sie die Injektionslösung sich auf

Raumtemperatur erwärmen.

Vorbereitung zur Injektion

Auswählen der Injektionsstelle

·Sie können sich bzw. Ihrem Kind das Arzneimittel am Bauch, an den Oberschenkeln oder

Oberarmen spritzen. Jede Injektion sollte nicht zweimal an derselben Stelle und auch nicht an

Stellen durchgeführt werden, an denen noch eine Reaktion auf eine frühere Injektion vorhanden ist.

Sie dürfen das Arzneimittel nicht in Muttermale, Narbengewebe, Blutergüsse oder um den

Bauchnabel spritzen.

·Wählen Sie eine andere Stelle als bei der letzten Injektion, und achten Sie auf Stellen, an denen

noch eine Reaktion auf frühere Injektionen besteht (durch Drücken auf die Haut sind eventuelle

Knoten spürbar). Diese Stellen sollten bei der Injektion gemieden werden. Ausserdem sollten

Bereiche, die durch einen Gürtel oder die Taille von Kleidungsstücken gereizt werden können,

gemieden werden.

Reinigen der Injektionsstelle

·Reinigen Sie die Injektionsstelle gründlich mit einem neuen Alkoholtupfer. Beginnen Sie dabei in

der Mitte, und reinigen Sie die Stelle mit kreisförmigen Bewegungen von innen nach aussen. Lassen

Sie sie vollständig an der Luft trocknen.

Aufziehen von Fuzeon in die 1 ml-Spritze

·Wischen Sie die Gummimembran der Durchstechflasche mit Fuzeon noch einmal mit einem neuen

Alkoholtupfer ab, und lassen Sie sie dann an der Luft trocknen.

·Nehmen Sie nun die kleine 1 ml-Spritze zur Hand. Ziehen Sie mit dem Zeigefinger die Nadel-

Schutzvorrichtung zur Spritze hin zurück.

·Um die Plastikkappe zu entfernen, drücken Sie gegen die Spritze und ziehen dann die Kappe ab.

·Ziehen Sie 1 ml Luft auf. Achten Sie darauf, den Kolben nicht zu schnell bis zur 1 ml-Markierung

und/oder aus dem Spritzenkörper herauszuziehen.

·Stechen Sie die Nadel der Spritze durch die Gummimembran der Durchstechflasche mit Fuzeon,

und injizieren Sie die Luft durch drücken des Kolbens in die Durchstechflasche. Drehen Sie die

Durchstechflasche vorsichtig um.

·Achten Sie darauf, dass sich die Nadelspitze immer in der Lösung befindet, damit keine

Luftbläschen in die Spritze gelangen. Ziehen Sie den Kolben langsam zurück, bis die Lösung die

1,0 ml-Markierung erreicht. Achten Sie darauf, den Kolben nicht zu schnell bis zur 1 ml-Markierung

und/oder aus dem Spritzenkörper herauszuziehen.

·Klopfen Sie vorsichtig gegen die Spritze, damit eventuell vorhandene Luftbläschen nach oben

aufsteigen.

·Wenn zuviel Luft in die Spritze gelangt ist, drücken Sie diese vorsichtig mit dem Kolben in die

Durchstechflasche zurück, und ziehen Sie die Lösung noch einmal auf. Achten Sie darauf, dass Sie

1,0 ml der Lösung (bzw. die Menge, die Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschrieben hat) in der

Spritze haben. Dieser Schritt kann so oft wiederholt werden, bis sich die richtige Menge der Lösung

in der Spritze befindet.

·Ziehen Sie die Spritze aus der Durchstechflasche heraus.

Injizieren von Fuzeon

Tipp: Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann unter Umständen eine andere Injektionsmethode vorschlagen,

die vielleicht besser für Sie bzw. für Ihr Kind ist.

·Heben Sie eine möglichst grosse Hautfalte ab, ohne dass es unangenehm für Sie bzw. für Ihr Kind

ist.

·Stechen Sie die Nadel in einem Winkel von 45 Grad und bis etwa zur Hälfte in die Haut.

·Nach Einstechen der Nadel, lassen Sie die Hautfalte los, und halten Sie mit derselben Hand den

Spritzenzylinder, damit er sich nicht bewegt.

·Drücken Sie mit dem Daumen den Kolben der Spritze hinunter, um die Lösung zu injizieren.

·Nach Injektion der gesamten Dosis, ziehen Sie die Nadel aus der Haut.

·Halten Sie mit einer Hand den Spritzenkörper fest und drücken Sie die Nadel-Schutzvorrichtung

behutsam auf eine flache Oberfläche bis sie die Nadel bedeckt. Daraufhin werden Sie ein Klicken

hören. Benutzen Sie nicht Ihre freie Hand um die Vorrichtung über die Nadel zu drücken.

·Legen Sie die Spritze zur Entsorgung in den Abfallbehälter für gebrauchte Spritzen.

·Wenn Blut sichtbar ist, kleben Sie ein Pflaster auf die Injektionsstelle.

Entsorgung gebrauchter Materialien

Alle gebrauchten Spritzen zur Entsorgung direkt in den speziellen Abfallbehälter für gebrauchte

Spritzen legen. Den Behälter gut verschliessen und für Kinder unerreichbar aufbewahren.Ausserdem

müssen alle gebrauchten Alkoholtupfer und Durchstechflaschen, auch wenn diese noch

Arzneimittelreste oder Wasser für Injektionszwecke enthalten, richtig entsorgt werden. Die

Durchstechflaschen mit Fuzeon und Wasser für Injektionszwecke sind ausschliesslich zum

Einmalgebrauch vorgesehen. Ausser den Spritzen können gebrauchte Gegenstände (Alkoholtupfer

und leere Durchstechflaschen) in den normalen Abfall gegeben werden, sofern kein Blut sichtbar ist.

Wenn Blut sichtbar ist, sollten diese Gegenstände auch in den speziellen Abfallbehälter für

gebrauchte Spritzen gelegt werden.Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der sicheren

Entsorgung dieser Materialien haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. an

Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Fachinformation

Fuzeon®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Enfuvirtidum.

Hilfsstoffe

Fuzeon-Durchstechflaschen

Natriumcarbonat, Mannitol, Natriumhydroxid, Salzsäure.

Lösungsmittel

Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisses bis grauweisses, steriles, lyophilisiertes Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektionslösung.

Jede Fuzeon Durchstechflasche für den Einmalgebrauch enthält 108 mg Enfuvirtide. Vor der

subkutanen Injektion wird der Inhalt der Durchstechflasche mit 1,1 ml sterilem Wasser für

Injektionszwecke aufgelöst, was ein ungefähres Volumen von 1,2 ml ergibt, wovon dann 1 ml weiter

verwendet wird. Die fertig zubereitete Fuzeon Lösung enthält eine Dosis von 90 mg/ml Enfuvirtide

und besitzt einen pH-Wert von ca. 9,0.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Fuzeon ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung

vorbehandelter HIV-1-infizierter Erwachsener (>16 Jahre) und Kinder (6-16 Jahre) indiziert. Vor

Behandlungsbeginn mit Fuzeon sollten trotz anderer antiretroviraler Therapien Hinweise für HIV-1

Replikation bestehen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Fuzeon sollte nur von Ärzten verordnet werden, die Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektion

haben.

Erwachsene

Die empfohlene Dosis von Fuzeon ist zweimal täglich 90 mg subkutan, injiziert unter die Haut am

Bauch, oder an der Vorderseite des Oberschenkels oder des Oberarmes.

Die Injektion sollte nicht zweimal hintereinander an derselben Stelle verabreicht werden und sie

sollte auch nicht an einer Stelle erfolgen, an der eine Reaktion einer früheren Injektion sichtbar ist.

Fuzeon sollte auch nicht in Muttermale, Narben, blaue Flecken oder um den Bauchnabel injiziert

werden. Weitere detaillierte Informationen zur Herstellung der Fuzeon Injektionslösung sind unter

«Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung» sowie in der «Anleitung zur Selbstinjektion von

Fuzeon» am Ende der Packungsbeilage zu finden.

Die Entscheidung für einen Therapieabbruch sollte von Fall zu Fall vom Arzt oder von der Ärztin

basierend auf dem Virustiter, den CD4-Werten und unter Berücksichtigung der individuellen

Therapieoptionen gefällt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder

Für Kinder unter 6 Jahren existieren keine gesicherten Daten zur Dosierung von Fuzeon. Für

pädiatrische Patienten im Alter von 6 bis 16 Jahren beträgt die empfohlene Dosis von Fuzeon

zweimal täglich 2 mg/kg und wird bis zu einer Höchstdosis von zweimal täglich 90 mg unter die

Haut am Bauch oder an der Vorderseite des Oberschenkels oder des Oberarms injiziert (siehe

Tabelle 1). Die Injektion sollte nicht zweimal hintereinander an derselben Stelle verabreicht werden

und sie sollte auch nicht an einer Stelle erfolgen, an der eine Reaktion einer früheren Injektion

sichtbar ist.

Tabelle 1. Richtlinien für die Dosierung bei Kindern

Gewicht

(kg)

Dosis bei zweimal täglicher

Injektion

(mg/Dosis)

Injektionsvolumen

(ml)*

11,0 bis 15,5 27

15,6 bis 20,0 36

20,1 bis 24,5 45

24,6 bis 29,0 54

29,1 bis 33,5 63

33,6 bis 38,0 72

38,1 bis 42,5 81

≥42,6

* (auf der Basis von 90 mg Enfuvirtide pro ml)

Nierenfunktionsstörung

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, auch bei solchen unter

einer Hämodialyse, nicht erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörung

Es liegen noch keine Daten vor, um eine Dosisempfehlung für Patienten mit

Leberfunktionsstörungen zu geben (siehe «Pharmakokinetik»).

Korrekte Art der Anwendung (Applikationsart)

Fuzeon darf nur subkutan injiziert werden (siehe auch «Sonstige Hinweise, Hinweise für die

Handhabung»).

Kontraindikationen

Fuzeon darf nicht an Patienten mit bekannter systemischer Überempfindlichkeit gegenüber

Enfuvirtide oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung verabreicht werden. Reaktionen an

der Injektionsstelle werden nicht als systemische Hypersensitivitätsreaktionen betrachtet.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Fuzeon wird, wie andere antiretrovirale Arzneimittel auch, als Teil einer Kombinationstherapie

verordnet.

Die Patienten müssen darüber informiert werden, dass Fuzeon weder eine HIV-1-Infektion heilen

kann, noch dass die Verabreichung dieses Arzneimittels ein Ersatz für die Einhaltung der Praktiken

und Verhaltensweisen zur Verhinderung einer HIV-Übertragung ist.

Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

Nach Gabe von Fuzeon treten bei fast allen Patienten lokale Reaktionen an der Injektionsstelle auf.

In klinischen Studien waren bei 9% der Patienten für Reaktionen an der Injektionsstelle Analgetika

erforderlich. Reaktionen sind oft an mehreren Injektionsstellen feststellbar. Die Patienten müssen die

«Anleitung zur Selbstinjektion von Fuzeon» gut kennen, damit sie Fuzeon richtig injizieren und die

Symptome einer Hautreaktion oder lokalen Infektion richtig erkennen können.

Systemische Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfindlichkeitsreaktionen traten gelegentlich bei der Therapie mit Enfuvirtide auf. Bei

Reexposition können die Überempfindlichkeitsreaktionen wieder auftreten. Zu den

Überempfindlichkeitsreaktionen gehören Hautausschlag, Fieber, Übelkeit und Erbrechen,

Schüttelfrost, Rigor, tiefer Blutdruck und erhöhte Lebertransaminasewerte im Serum. Zu den

weiteren unerwünschten Wirkungen, die durch eine Immunreaktion auftreten könnten, zählen

primäre Immunkomplexreaktionen, Atemnot, Glomerulonephritis und Guillain-Barré Syndrom.

Patienten, die Symptome einer systemischen Überempfindlichkeitsreaktion zeigen, sollten die

Behandlung mit Enfuvirtide einstellen und sofort ärztlichen Rat einholen. Die Behandlung mit

Enfuvirtide sollte nach Auftreten von systemischen Symptomen, die auf eine

Überempfindlichkeitsreaktion mit einem möglichen Zusammenhang mit Enfuvirtide hinweisen, nicht

wieder aufgenommen werden. Risikofaktoren, die das Auftreten oder den Schweregrad einer

Überempfindlichkeit auf Enfuvirtide vorhersagen, sind nicht identifiziert worden.

Die Verabreichung von Fuzeon kann theoretisch zur Bildung von Anti-Enfuvirtide-Antikörpern

führen, die mit dem HIV-gp41-Glykoprotein kreuzreagieren. Dieses kann zu falsch positiven HIV-

Testergebnissen beim HIV-ELISA-Test führen. Fuzeon ist bei nicht-HIV infizierten Personen nicht

untersucht worden.

Immunrekonstitutionssyndrom (auch bekannt als Immune Reactivation Syndrome, Immune

Restoration Disease oder Immune Reconstitution Inflammation Syndrome)

Das Immunrekonstitutionssyndrom trat bei Patienten auf, die mit einer antiretroviralen

Kombinationstherapie, die auch Fuzeon beinhaltete, behandelt wurden. Während der Anfangsphase

einer antiretroviralen Kombinationstherapie kann sich bei Patienten, deren Immunsystem anspricht,

eine Entzündungsreaktion aufgrund indolenter oder residualer opportunistischer Infektionen (wie

z.B. Mycobacterium avium-Infektion, Zytomegalievirus, Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PCP),

Tuberkulose oder andere) entwickeln. Im Falle einer derartigen Entzündung ist eine rasche

Evaluation und Behandlung notwendig.

Autoimmunkrankheiten wie Morbus Basedow und das Guillain-Barré-Syndrom sind auch in

Zusammenhang mit einer Immunrekonstitution berichtet worden. Der Zeitpunkt ihres Auftretens ist

jedoch variabel und kann Monate nach dem Behandlungsbeginn stattfinden.

Die Sicherheit und Pharmakokinetik von Enfuvirtide ist bei Kindern im Alter von unter 6 Jahren

nicht untersucht worden. Daten zur Wirksamkeit bei Kindern von sechs Jahren und älter sind nur

limitiert vorhanden.

Klinische Studien mit Fuzeon hatten nicht genügend Patienten von 65 Jahren oder älter

eingeschlossen, um zu beurteilen, ob diese anders als jüngere Patienten auf das Medikament

ansprechen.

Osteonekrose

Obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von

Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden

Fälle von Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder

Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) berichtet. Die Patienten sind

darauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder

Schwierigkeiten beim Bewegen den Arzt aufzusuchen.

Interaktionen

Pharmakokinetische/Pharmakodynamische Interaktionen

Es gibt keinen Hinweis auf klinisch signifikante, pharmakokinetische Interaktionen zwischen

Enfuvirtide und gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die von CYP450-Enzymen metabolisiert

werden.

Bis heute wurden keine Interaktionen mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen festgestellt, die eine

Änderung der Dosierung von Enfuvirtide oder der anderen antiretroviralen Arzneimittel rechtfertigen

würde.

Klinisch beobachtete Interaktionen

Einfluss von Enfuvirtide auf den Metabolismus von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln

Gemäss den Ergebnissen einer In-vitro-Studie mit menschlichen Mikrosomen, ist Enfuvirtide kein

Inhibitor der CYP450-Enzyme und beeinflusst deswegen den Metabolismus von Arzneimitteln, die

durch CYP450-Enzymen metabolisiert werden nicht.

In einer In-vivo-Studie zum Stoffwechsel im Menschen hemmte Enfuvirtide in der empfohlenen

Dosis von 90 mg 2× täglich den Metabolismus von Substraten nicht, die durch CYP3A4 (Dapson),

CYP2D6 (Debrisoquin), CYP1A2 (Koffein), CYP2C19 (Mephenytoin) und CYP2E1

(Chlorzoxazon) metabolisiert werden.

Einfluss gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf den Metabolismus von Enfuvirtide

In separaten pharmakokinetischen Interaktionsstudien führte die gleichzeitige Verabreichung von

Ritonavir (n = 12), Saquinavir/Ritonavir (n = 12) und Rifampicin (n = 12) zu keinen klinisch

relevanten pharmakokinetischen Interaktionen mit Enfuvirtide (Tabelle 2).

Tabelle 2. Wirkung von Ritonavir, Saquinavir/Ritonavir und Rifampin auf die Steady-State-

Pharmakokinetik von Enfuvirtide (90 mg zweimal täglich)a

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel

Dosis des gleichzeitig

verabreichten Arzneimittels

% Änderung der Enfuvirtide

Pharmakokinetik-Parameterb (90% CI)

Cmax

Talspiegelkonzentration

Ritonavir

200 mg, bidc, 4 Tage

↑24

(↑9 -

↑41)

↑22

(↑8 -

↑37)

↑14

(↑2 - ↑28)

Saquinavir/Ritonavir

1000/100 mg, bidc, 4 Tage

12 ↔

↑14

(↑5 -

↑24)

↑26

(↑17 - ↑35)

Rifampin

600 mg, qdd, 10 Tage

12 ↔

↓15

(↓22 - ↓7)

a Alle Untersuchungen wurden bei HIV-1+ Patienten mit einem sequentiellen Crossover-

Wiederholungsplan durchgeführt.

b ↑ = Erhöhung; ↓ = Erniedrigung; ↔ = Keine Wirkung (↑ oder ↓ <10%)

c bid = 2 mal/Tag

d qd = 1 mal/Tag

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Fuzeon sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar

notwendig.

Enfuvirtide rief in Teratogenitätsstudien bei Ratten und Kaninchen bei Dosen, die bis zu 8,9 mal

höher waren, als die geschätzten therapeutischen Dosen, die im Menschen auftreten können, keine

negativen Wirkungen auf die Entwicklung des Embryos hervor (siehe «Präklinische Daten»). Es

liegen jedoch keine adäquaten und gut kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vor. Da

Reproduktionsstudien an Tieren nicht unbedingt die Auswirkungen beim Menschen vorhersagen

können, sollte Fuzeon während der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn der potenzielle

Nutzen das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Enfuvirtide beim Menschen in die Muttermilch übertritt.

Studien an Ratten haben gezeigt, dass in der Milch stillender Ratten nach Verabreichung von

radioaktiv markiertem Enfuvirtide Radioaktivität vorhanden war. Es ist nicht bekannt, ob die in der

Milch vorhandene Radioaktivität von dem radioaktiv markierten Enfuvirtide stammte oder von

radioaktiv markierten Metaboliten von Enfuvirtide (beispielsweise Aminosäuren- und

Peptidfragmente).

Wegen der potenziellen Gefahr einer HIV-Übertragung und der möglichen unerwünschten

Wirkungen bei gestillten Säuglingen sollten Mütter, die Fuzeon erhalten, nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind keine Studien über die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, bei

gleichzeitiger Einnahme von Fuzeon, durchgeführt worden. Das Profil der unerwünschten

Wirkungen von Fuzeon sollte berücksichtigt werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Der Arzt

oder die Ärztin ist vor dem Bedienen von Maschinen oder Lenken von Fahrzeugen um Rat zu fragen,

wenn sich die Patienten während der Behandlung mit Fuzeon schwindlig fühlen.

Unerwünschte Wirkungen

Erfahrungen aus klinischen Studien

Das globale Sicherheitsprofil von Fuzeon basiert auf der Untersuchung bei 2120 Patienten, die

mindestens eine Dosis Enfuvirtide während verschiedener klinischer Studien erhalten haben. Die

Patientenpopulation zur Untersuchung der Sicherheit bestand aus 2051 Erwachsenen (davon 1181

Erwachsene, welche die empfohlene Dosis während ≥24 Wochen erhielten, und 631 Erwachsene, die

während ≥48 Wochen behandelt wurden), sowie aus 69 Kindern (davon 44 Kinder, welche Fuzeon

während ≥24 Wochen erhielten, und 27 Kinder, die während ≥48 Wochen behandelt wurden).

Die Beurteilung der therapiebedingten unerwünschten Wirkungen bei erwachsenen Personen basiert

auf den gepoolten 48-Wochen-Resultaten zweier kontrollierter, randomisierter Phase III-Studien

TORO-1 (T20-301) und TORO-2 (T20-302) bei HIV-1 infizierten Erwachsenen. Enfuvirtide wurde

bei 663 Patienten subkutan in einer Dosierung von 90 mg 2× täglich, in Kombination mit einer

optimierten antiretroviralen Therapie (OB), verabreicht. Als Kontrollgruppe erhielten insgesamt 334

Patienten die optimierte antiretrovirale Therapie allein.

Die optimierte antiretrovirale Therapie (OB) bei diesen HIV-1 infizierten Erwachsenen mit früherer

Erfahrung und/oder früherer dokumentierter Resistenz und/oder Intoleranz gegenüber

Proteasehemmern, Nicht-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmern und Nukleosid-Reverse-

Transkriptase-Hemmern bestand aus 3 bis 5 antiretroviralen Wirkstoffen, ausgewählt auf der Basis

der Behandlungsvorgeschichte des Patienten sowie der Ausgangswerte der genotypischen und

phänotypischen Virusresistenz-Bestimmungen.

In den Studien TORO 1 und TORO 2 hatten die Patienten, die nur eine OB erhielten und den im

Prüfplan festgelegten Kriterien für eine fehlende virologische Response entsprachen, nach der 8.

Woche der Studie die Möglichkeit, die OB mit Fuzeon zu ergänzen. Nach 48 Studienwochen betrug

die kumulierte Exposition beim Therapieschema Fuzeon+OB 557 Patientenjahre, beim

Behandlungsschema OB allein 162 Patientenjahre. Aufgrund dieser unterschiedlichen

Expositionsdauer sind die bereinigten Resultate bezüglich der Sicherheit als Anzahl Patienten mit

einer unerwünschten Wirkung pro 100 Patientenjahre der Exposition ausgedrückt (ausgenommen

davon sind Reaktionen an der Injektionsstelle).

Reaktionen an der Injektionsstelle

Die nach Verabreichung von Fuzeon am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen waren

lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (ISR), die bei 98% der 663 Patienten, die an TORO-1 und

TORO-2 teilnahmen, auftraten (Tabelle 3). 4% der Patienten haben die Behandlung mit Fuzeon

aufgrund von ISR abgebrochen.

Die meisten ISR (85,6% in TORO-1 und TORO-2) traten innerhalb der ersten Woche der

Verabreichung auf. Sie verursachten Schmerzen von schwacher bis mässiger Intensität oder

Beschwerden an der Injektionsstelle, ohne aber die alltäglichen Aktivitäten des Patienten

einzuschränken. Bei 9,4% der Patienten traten Reaktionen an der Injektionsstelle auf, die eine

Anwendung von Analgetika erforderten oder die üblichen Aktivitäten einschränkten. Die Schmerzen

und Beschwerden im Zusammenhang mit den ISR nahmen im Laufe der Behandlung nicht zu.

Die Anzeichen und Symptome, welche für die Reaktionen an der Injektionsstelle typisch sind,

dauerten weniger als 7 Tage und die Anzahl der bei den einzelnen Studienbesuchen klar sichtbaren

Läsionen betrug bei 72% der Patienten weniger als 5.

Infektionen an der Injektionsstelle, einschliesslich Abszesse und Entzündungen des

Unterhautzellgewebes, traten bei 1,5% der Patienten auf.

Tabelle 3: Überblick über individuelle Symptome, die für lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

typisch sind, zusammengefasst aus den Studien TORO 1 und TORO 2 (in % der teilnehmenden

Patienten)

n = 663

Abbruch der Studie

aufgrund ISR

Ereignis

Fuzeon

+OBa

% der Ereignisse mit

Reaktionen

3. Grades

% der Ereignisse mit

Reaktionen

4. Grades

Schmerzen/Beschwerde

96,1%

11,0%b

Erythem

90,8%

23,8%c

10,5%c

Verhärtungen

90,2%

43,5%d

19,4%d

Knoten und Zysten

80,4%

29,1%e

0,2%e

Juckreiz

65,2%

3,9%f

Ekchymose

51,9%

8,7%g

4,7%g

a Ohne Unterscheidung des Schweregrades.

b Grad 3 = starke Schmerzen, die mit Analgetika behandelt werden müssen (oder mit narkotischen

Analgetika ≤72 Std.) und/oder begrenzte Aktivität; Grad 4 = starke Schmerzen mit Hospitalisierung

oder Verlängerung der Hospitalisierung, mit Todesfolge, oder mit anhaltender oder signifikanter

Behinderung/Arbeitsunfähigkeit, oder lebensbedrohend, oder medizinisch signifikant.

c Grad 3 = ≥50 mm, aber <85 mm mittlerer Durchmesser; Grad 4 = ≥85 mm mittlerer Durchmesser.

d Grad 3 = ≥25 mm, aber <50 mm mittlerer Durchmesser; Grad 4 = ≥50 mm mittlerer Durchmesser.

e Grad 3 = ≥3 cm; Grad 4 = mit Drainage.

f Grad 3 = Refraktorische oder topische Behandlung, bzw. orale oder parenterale Behandlung nötig;

Grad 4 = nicht definiert.

g Grad 3 = >3 cm, aber ≤5 cm; Grad 4 = >5 cm.

Andere unerwünschte Wirkungen

Die unten genannten Inzidenzdaten sind aus der zusammenfassenden Analyse für 48 Wochen

abgeleitet.

Überempfindlichkeitsreaktionen sind bei der Therapie mit Enfuvirtide gelegentlich aufgetreten

( ≤1%), und in seltenen Fällen sind die Überempfindlichkeitsreaktionen bei Reexposition erneut

aufgetreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Patienten, welche das Therapieschema Fuzeon+OB (n = 663) erhielten, waren Durchfall (31,7%

oder 38 pro 100 Patientenjahre) und Übelkeit (22,8% oder 27 pro 100 Patientenjahre) die mit

Ausnahme von Reaktionen an der Injektionsstelle am häufigsten gemeldeten Ereignisse. Diese

Ereignisse wurden auch bei Patienten, die das Therapieschema OB allein erhielten, sehr häufig

beobachtet: Durchfall (35,6% oder 73 pro 100 Patientenjahre), Übelkeit (24,3% oder 50 pro 100

Patientenjahre). Fälle von peripherer Neuropathie und Gewichtsabnahme wurden als häufige

Ereignisse gemeldet. Die Inzidenz der peripheren Neuropathie betrug 13,0% vs. 6,6% und diejenige

der Gewichtsabnahme 9,4% und 5,1% für das Therapieschema Fuzeon + OB im Vergleich zum

Therapieschema OB allein. Die Ergänzung der antiretroviralen Grundbehandlung mit Fuzeon hatte

im Allgemeinen keinen Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrades der meisten

Nebenwirkungen zur Folge.

In der Tabelle 4 sind Nebenwirkungen – ohne Berücksichtigung der Reaktionen an der

Injektionsstelle – zusammengestellt, die bei Patienten unter Fuzeon+OB (n = 663) häufiger auftraten

als bei Patienten unter OB allein (n = 334). Für die Häufigkeit wurde eine expositionsbereinigte

Quote von mindestens 2 Patienten pro 100 Patientenjahre gewählt (Daten der klinischen Studien

TORO 1 und TORO 2). Die Häufigkeit von Nebenwirkungen war ähnlich bei Patienten, die nach

fehlender virologischer Response auf Fuzeon umgestellt wurden. Die einzigen unerwünschten

Wirkungen, die zwischen dem Therapieschema Fuzeon+OB und dem Therapieschema OB allein ein

statistisch signifikantes Risikoverhältnis aufwiesen, waren Pneumonie und Lymphadenopathie. Die

meisten unerwünschten Wirkungen waren leichten oder mässigen Schweregrades.

Tabelle 4: Vergleich der Nebenwirkungen unter dem Therapieschema Fuzeon+OB und dem

Therapieschema OB allein, ohne Berücksichtigung der Reaktionen an der Injektionsstelle. Die

Nebenwirkungshäufigkeit musste mindestens 2 Patienten pro 100 Patientenjahre mit Exposition

betragen

Unerwünschte Wirkung (nach

Organsystemen)

Therapieschema

Fuzeon +OB

(N = 663)

Therapieschema

Fuzeon+OB regimen

(N = 663)

Therapieschema

OB allein regimen

(N = 334)

557 Patientenjahre

insgesamt

162 Patientenjahre

insgesamt

Inzidenz

Rate/100

Patientenjahre

Rate/100

Patientenjahre

Infektionen

Sinusitis

8,0%

Grippe

5,4%

Hautpapillom

5,6%

Pneumonie

3,0%

Ohreninfektion

1,8%

Blut- und Lymphsystem

Lymphadenopathie

5,0%

Immunsystem

Überempfindlichkeit

2,0%

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Verringerung des Appetits

7,2%

Anorexie (Appetitverlust)

3,2%

Hypertriglyceridämie

1,7%

Diabetes mellitus

1,7%

Psychiatrische Störungen

Angst

6,3%

Alpträume

2,0%

Reizbarkeit

2,0%

Nervensystem

Periphere Neuropathie

13,0%

15,4

13,6

Hypästhesie

2,4%

Aufmerksamkeitsstörungen

2,0%

Tremor

1,8%

Augen

Konjunktivitis

3,5%

Ohr und Innenohr

Schwindel

3,0%

Atmungsorgane

Verstopfte Nase

2,6%

Gastrointestinale Störungen

Pankreatitis

3,0%

Gastroösophageale Refluxkrankheit

2,3%

Haut

Hauttrockenheit

4,2%

Seborrhoisches Ekzem

2,0%

Erythem

1,8%

Akne

1,7%

Muskelskelettsystem

Muskelschmerzen

5,9%

Nieren und Harnwege

Nierensteine

2,0%

Allgemeine Störungen

Grippeähnliche Erkrankung

3,8%

Schwäche

2,3%

Untersuchungen

Gewichtsverlust (Gewichtsabnahme) 9,4%

11,1

10,5

Erhöhte Triglyceridspiegel im Blut

2,4%

Hämaturie

1,8%

Pneumonien

In den Studien TORO 1 und TORO 2 wurde bei den mit dem Therapieschema Fuzeon + OB

behandelten Patienten eine höhere Rate an bakteriellen Pneumonien (die Analyse umfasste

Bronchopneumonien und verwandte Begriffe) verglichen mit dem Kontrollarm unter dem

Therapieschema OB allein beobachtet (6,6 Patienten mit Pneumonieereignissen pro 100

Patientenjahre im Vergleich zu 0,6 Patienten mit Pneumonieereignissen pro 100 Patientenjahren). Zu

den Risikofaktoren für Pneumonien gehörten niedrige Anfangswerte der CD4-Lymphozytenzahl,

hohe Anfangswerte der Viruslast, Konsum intravenöser Drogen, Rauchen und Lungenerkrankungen

in der Anamnese. Da unklar war, ob die höhere Pneumonierate durch die Anwendung von Fuzeon

bedingt war, wurde eine Beobachtungsstudie bei HIV-infizierten Patienten (Fuzeon-Arm mit 2045

beobachteten Patientenjahren und Vergleichspopulation mit 3501 beobachteten Patientenjahren)

durchgeführt, um das Risiko einer Pneumonie durch Fuzeon bei gleichzeitiger Kontrolle anderer

bekannter Risikofaktoren sorgfältig zu beurteilen. Diese umfangreiche Beobachtungsstudie ergab

keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Pneumonierisiko von mit Fuzeon behandelten

Patienten und demjenigen von nicht mit Fuzeon behandelten Patienten, sofern die Vergleiche

bezüglich der Wirkungen ungleichmässiger Risikofaktoren bereinigt wurden. Das bereinigte

Risikoverhältnis für die Inzidenz von Pneumonien betrug 0,989 für bestätigte und wahrscheinliche

Pneumonien bei einer unteren Grenze des 95%-Konfidenzintervalls von 0,437 bzw. 0,862.

Weitere unerwünschte Wirkungen

Zusätzlich wurden bei der Auswertung der zwei zulassungsrelevanten Studien nach 24 Wochen die

unten stehenden unerwünschten Wirkungen oder Laborwertveränderungen gemeldet, die bei >2%

der Patienten auftraten und unter Fuzeon+OB häufiger waren als unter OB allein. Ein direkter

Zusammenhang zwischen diesen unerwünschten Wirkungen und Fuzeon ist nicht nachgewiesen

worden.

Infektionen: Orale Candidose, Herpex simplex, Follikulitis.

Psychiatrische Störungen: Schlafstörungen, Depression.

Nervensystem: Kopfschmerzen, Benommenheit (ausser Schwindel), Störungen des

Geschmacksempfindens.

Atmungsorgane: Husten.

Gastrointestinale Störungen: Schmerzen im Oberbauch, Verstopfung, Halsschmerzen.

Haut: Juckreiz, Nachtschweiss, vermehrtes Schwitzen.

Muskelskelettsystem: Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelkrämpfe.

Allgemeine Störungen: Asthenie.

Untersuchungen: Erhöhte Werte für Gamma-Glutamyltransferase, Amylase, Lipase und AST.

Laborwertveränderungen

Bei der Mehrzahl der Patienten zeigte sich bei keinem der Laborwerte eine Veränderung des

Toxizitätsgrades im Verlauf der Studie.

In der Tabelle 5 sind behandlungsbedingte Laborwertveränderungen aufgeführt, die bis zur 48.

Woche der gepoolten Studien TORO 1 und TORO 2 mit einer Häufigkeit von mindestens 2 Patienten

pro 100 Patientenjahre der Exposition auftraten und die (als abnorm veränderte Laborwerte des

Grades 3 oder 4) bei Patienten unter dem Therapieschema Fuzeon+OB häufiger beobachtet wurden

als unter OB allein.

Bis zur 48. Woche kam es bei den Patienten der Fuzeon+OB-Gruppe häufiger zu einer [über dem

oberen Grenzwert des Normalbereichs (ULN) von 0,7× 109/l liegenden] behandlungsbedingten

Eosinophilie (10,9% oder 12,9 pro 100 Patientenjahre) als unter dem Therapieschema mit OB allein

(2,7% oder 5,6 pro 100 Patientenjahre). Wird ein höherer Grenzwert für die Eosinophilie festgelegt

(1,4× 109/l), ergibt sich für beide Patientengruppen die ähnliche expositionsbereinigte Quote von 1,8

Patienten pro 100 Patientenjahre.

Tabelle 5: Laborwertveränderungen 3. und 4. Grades (expositionsbereinigt), die bei Patienten unter

Fuzeon+OB bzw. OB allein mit einer Häufigkeit von 2 Patienten pro 100 Patientenjahre auftraten

Laborparameter

Einteilung nach Schweregrad

Fuzeon+OB

pro 100 Patientenjahre

OB allein

pro 100 Patientenjahre

Exposition insgesamt (in

Patientenjahren)

557,0

162,1

ALAT

Grad 3 (>5-10× ULN)

Grad 4 (>10× ULN)

Creatinphosphokinase

Grad 3 (>5-10× ULN)

Grad 4 (>10× ULN)

Hämoglobin

Grad 3 (6,5-7,9 g/dl)

Grad 4 (<6,5 g/dl)

Pädiatrie

Fuzeon ist bei 69 pädiatrischen Patienten im Alter von 4 bis 16 Jahren untersucht worden, wobei die

Exposition zwischen 1 Dosis und >48 Wochen lag. Die in den klinischen Studien beobachteten

unerwünschten Wirkungen waren denjenigen bei Erwachsenen ähnlich.

Anwendungsbeobachtung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: kutane Amyloidose an der Injektionsstelle.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung beobachtet.

Die höchste Dosis, die 12 Patienten in einer klinischen Studie verabreicht wurde, war eine subkutane

Einmaldosis von 180 mg. Diese Patienten zeigten keine unerwünschten Wirkungen, die nicht auch

bei normaler Dosierung aufgetreten sind. In einer Studie im Rahmen des «Early Access Program»

verabreichte sich ein Patient einmal eine Einzeldosis von 180 mg Fuzeon. Es traten bei ihm in der

Folge keine Nebenwirkungen auf.

Es gibt kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung von Enfuvirtide. Die Behandlung einer

Überdosierung sollte in allgemeinen supportiven Massnahmen bestehen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J05AX07

Pharmakotherapeutische Gruppe: Virustatika zur systemischen Anwendung, Fusionsinhibitor.

Wirkungsmechanismus

Fuzeon (Enfuvirtide) ist ein lineares, synthetisches Peptid mit 36 Aminosäuren, das N-terminale

Ende ist acetyliert und das C-terminale Ende ist ein Carboxamid. Es besteht aus natürlich

vorkommenden L-Aminosäuren.

Fuzeon (Enfuvirtide) hemmt die Fusion von HIV-1 mit CD4+ Zellen und verhindert dadurch das

Eindringen des Virus in die Wirtszelle. Die antivirale Aktivität von Enfuvirtide resultiert aus seiner

Assoziation mit einem Heptad-Repeat Motiv, HR1, innerhalb der nativen gp41-Untereinheit auf der

Virusoberfläche. Durch diese Interaktion werden die strukturellen Veränderungen des gp41-

Glykoproteins von HIV-1, welche für die Fusion des Virus mit der Zellmembran erforderlich sind,

verhindert. Enfuvirtide benötigt keine intrazelluläre Aktivierung.

Pharmakodynamik

Antivirale Aktivität in-vitro

Die antivirale In-vitro-Aktivität von Enfuvirtide wurde durch Infektion von verschiedenen CD4+

Zelltypen (T-Lymphoblastoid-Zelllinien, Monozyten/Makrophagen und primäre periphere

mononukleäre Blutzellen (PBMC)) mit Labor- und klinische Isolate von HIV-1 untersucht.

Enfuvirtide zeigte sowohl gegen prototypische als auch gegen primäre Virusisolate eine selektive

Anti-HIV-1-Aktivität. Enfuvirtide wies eine mittlere EC50 von 0,016 µg/ml (SD = 0,057) gegen

klinische Virusisolate auf. Enfuvirtide hemmte auch die durch HIV-1-Hülle vermittelte Zell-Zell-

Fusion.

Enfuvirtide besitzt keine Aktivität gegen HIV-2.

In Studien zur Kombinationstherapie mit Enfuvirtide und Vertretern der verschiedenen Klassen

antiretroviraler Arzneimitteln (Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmer, Nicht-Nukleosid-

Reverse-Transkriptase-Hemmer und Proteasehemmer), darunter Zidovudin (ZDV), Lamivudin

(3TC), Nelfinavir (NFV), Indinavir (IDV) und Efavirenz (EFV), wurden additive bis synergistische

Wirkungen, aber keine antagonistische Wirkung beobachtet. Die Beziehung zwischen der In-vitro-

Empfindlichkeit von HIV-1 auf Enfuvirtide und der Hemmung der HIV-Vermehrung im Menschen

wurde noch nicht untersucht.

Resistenz gegenüber antiretroviralen Arzneimitteln

Unvollständige Virussuppression kann zur Entwicklung von Resistenzen gegen ein oder mehrere

Arzneimittel der Kombinationstherapie führen. Die Resistenz wird als Veränderung der

Virusempfindlichkeit gegen das Arzneimittel entweder in einer Kultur (= «phänotypische

Resistenz») oder anhand der Protease-Aminosäurensequenz (= «genotypische Resistenz») gemessen.

Bei der Entscheidung über ein neues Therapieregime bei Patienten, bei denen ein antiretrovirales

Therapieregime versagt hat, sollten die Resistenz- und Kreuzresistenzmuster der verschiedenen

Arzneimittel und die Behandlungsvorgeschichte des Patienten sorgfältig beachtet werden. Wenn

verfügbar, kann eine Resistenztestung angezeigt sein.

In-vitro-Resistenz auf Enfuvirtide

In-vitro selektierte HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegen Enfuvirtide, wiesen

Substitutionen der Aminosäuren 36-38 des gp41-Glykoproteins der Virushülle auf. Eine

phänotypische Analyse geklonter HIV-1-Mutanten mit Mutationen an den Positionen 36 bis 38

zeigte ein 5- bis 684fache reduzierte Empfindlichkeit auf Enfuvirtide.

In-vivo – Resistenz gegenüber Enfuvirtide

Das Auftreten von resistenten Viren gegen Enfuvirtide wird von der Wirksamkeit des ganzen

Therapieregimes beeinflusst. HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegen Enfuvirtide

wurden bei Patienten, die mit Fuzeon und anderen antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden,

gefunden. Virusisolate von solchen Patienten zeigten nach der Behandlung eine 4- bis 422-fach

reduzierte Empfindlichkeit im Vergleich zum Behandlungsbeginn und genotypische Veränderungen

des gp41-Glykoproteins in den Aminosäuren 36 bis 45. Die Aminosäuren-Substitutionen, die

beobachtet wurden, traten in abnehmender Häufigkeit an den Positionen 38, 43, 36, 40, 42 und 45

auf. Auch wurden Mutationen in der HR2 Region von gp41 beobachtet. Die Beziehung dieser

Substitutionen zur In-vivo-Wirksamkeit ist noch nicht bekannt.

Kreuzresistenz

Aufgrund seines neuen Wirkmechanismus war Enfuvirtide in-vitro gleichermassen wirksam gegen

Wildtyp-Laborisolate, klinische Isolate und Isolate mit einer Resistenz gegen 1, 2 oder 3 Klassen von

antiretroviralen Arzneimitteln (Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI), Nicht-Nukleosid-

Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) und Proteasehemmer (PI)). Alle Isolate reagierten

empfindlich auf Enfuvirtide.

Umgekehrt ist nicht zu erwarten, dass Mutationen an den Positionen 36-45 von gp41, die eine

Resistenz gegen Enfuvirtide erzeugen, eine Kreuzresistenz mit anderen Klassen von antiretroviralen

Arzneimitteln ergeben.

Klinische Wirksamkeit

Studien bei antiretroviral vorbehandelten Patienten: Die klinische Aktivität von Fuzeon (in

Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen) auf biologische Marker zur Bestimmung der

klinischen Wirksamkeit (Plasma-HIV-RNA-Spiegel und CD4-Zellzahlen) wurde in zwei

randomisierten, multizentrischen, kontrollierten Studien (TORO 1 und TORO 2) mit Fuzeon

während 24 Wochen untersucht. Die in den Studien eingeschlossenen HIV-1 infizierten Patienten

hatten entweder eine Virämie trotz HIV-Therapie von mindestens 3-6 Monaten mit Nukleosid- und

Nicht-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmern und Proteasehemmern, oder sie hatten eine

Virämie und eine dokumentierte Resistenz oder Intoleranz auf diese Wirkstoffe. Alle Patienten

erhielten eine optimierte antiretrovirale Therapie (OB), die aus 3 bis 5 antiretroviralen Wirkstoffen

bestand, ausgewählt auf der Basis der Behandlungsvorgeschichte des Patienten sowie der

Ausgangswerte der genotypischen und phänotypischen Virusresistenz-Bestimmungen. Die Patienten

wurden im Verhältnis 2:1 zu Fuzeon (2× tägl. 90 mg) + OB oder OB allein randomisiert.

Die demographischen Daten für die Studien TORO 1 und TORO 2 sind in Tabelle 6 dargestellt. Die

Patienten hatten eine Vorbehandlung mit einer medianen Anzahl von 12 antiretroviralen

Arzneimitteln über einen medianen Zeitraum von 7 Jahren.

Tabelle 6: Zusammengefasste demographische Daten der Patienten in TORO 1 und TORO 2, Intent-

to-treat- (ITT)-Behandlung

Fuzeon+OB

n = 661

OB allein

n = 334

Geschlecht

Männlich

Weiblich

Ethnische Herkunft

Weiss

Schwarz

Mittleres Alter (Jahre)

(16-67)

(24-82)

Mittlerer Ausgangswert der HIV-1-RNA (log10

Kopien/ml)

(3,5-6,7)

(3,7-7,1)

Mittlerer Ausgangswert der CD4-Zellzahl (Zellen/mm3)

(1-994)

(1-847)

Der Prozentsatz der Patienten, die nach 48 Wochen eine Viruslast von unter 400 Kopien/ml erzielten,

betrug unter der Therapie mit Fuzeon+OB 30%, gegenüber 12% bei Patienten, die nur mit OB

behandelt wurden (siehe Tabelle 7).

Bei Berücksichtigung der Ausgangswerte für die CD4-Zellen und die HIV-1-RNA-Konzentration

sowie der Zahl der vorgängig verabreichten antiretroviralen Medikamente bzw. der aktiven

antiretroviralen Medikamente im OB-Therapieschema, sank die Viruslast unter Fuzeon+OB bei

einem höheren Prozentsatz von Patienten sämtlicher Untergruppen auf <400 Kopien/ml. Patienten,

bei denen jedoch die Ausgangswerte der CD4-Zellzahl >100 Zellen/mm3 und der HIV-1-RNA-

Konzentration <5,0 log10 Kopien/ml betrug, die eine Vorbehandlung mit <10 antiretroviralen

Medikamenten erhalten hatten und/oder deren OB-Therapie 1 oder mehr antiretrovirale

Medikamente umfasste, hatten unter beiden Therapieschemen eine grössere Chance, HIV-1-RNA-

Spiegel von <400 Kopien/ml zu erzielen (siehe Tabelle 8 und Abbildungen 2a und 2b).

Tabelle 7: Resultate der randomisierten Behandlung nach 48 Wochen (zusammengefasste Studien

TORO 1 und TORO 2, ITT-Behandlung)

Ergebnis

Fuzeon+

90 mg 2×

täglich

allein

Behandlungsunterschiede

Konfide

nzinterva

p-value

(n = 661)

(n =

334)

HIV-1-RNA Log-Veränderung

gegenüber Ausgangswert (log10

Kopien/ml)a

-1,48

-0,63

-0,85

-1,073;

-0,628

<0,0001

CD4-Zellzahl – Veränderung

gegenüber Ausgangswert

(Zellen/mm3)b

46,4

25,1;

67,8

<0.0001

Abnahme der HIV-RNA-Werte um

≥1 log gegenüber Ausgangswertc

(37,4%)

(17,1%

Odds Ratio

3,02

2,16;

4,20

<0,0001

HIV-RNA-Werte <400

Kopien/mlc

(30,4%)

(12,0%

Odds Ratio

3,45

2,36;

5,06

<0,0001

HIV-RNA-Werte <50 Kopien/mlc

Odds Ratio

1,76;

<0,0001

(18,3%)

(7,8%)

2,77

4,37

Zeit bis zum virologischen

Versagend (Wochen)c

Therapieabbruch wegen

unerwünschter

Wirkungen/interkurrenter

Krankheiten/Laborwertveränderun

gene

Therapieabbruch wegen

Reaktionen an der Injektionsstellee

Entfällt

Therapieabbruch aus anderen

Gründene, f, g

a Aufgrund der zusammengefassten Daten der ITT-Population aus den Studien TORO 1 und TORO

2 (Viruslast nach 48 Wochen bei Patienten, die nicht zur Nachbeobachtung erschienen, die Therapie

abbrachen oder bei denen ein Ausbleiben der virologischen Response durch die letzte Beobachtung

ersetzt wurde [Last Observation Carried Forward, LOCF]).

b Last Value Carried Forward (LVCF).

c Abbrüche oder Ausbleiben der virologischen Response, die als Misserfolge eingestuft wurden.

d Fehlende virologische Response gemäss Prüfplan (Abnahme um weniger als 0,5 log nach 8

Wochen, um weniger als 1,0 log nach 16 Wochen oder Verschlechterung um 1,0 log nach vorheriger

Abnahme um 2,0 log); jedes Kriterium durch zweite Bestimmung der Viruslast ≥2 Wochen nach

dem ursprünglichen Wert bestätigt.

e Prozentsätze basieren auf Population, bei der die Sicherheit von Fuzeon+OB (n = 663) bzw. von

OB (n = 334) ermittelt wurde. Nenner für nicht-umgestellte Patienten: n = 112.

f Einschätzung durch Prüfer.

g Umfasst Abbrüche infolge Nichterscheinens zur Nachbeobachtung, Behandlungsverweigerung und

anderer Gründe.

Bei Patienten, die zwei oder mehr wirksame Arzneimittel in ihrer Basistherapie erhielten, war das

Erreichen von HIV-1-RNA-Werten unter 400 Kopien/ml wahrscheinlicher.

Tabelle 8: Prozentualer Anteil der auf die Therapie ansprechenden Patienten bezogen auf die Anzahl

der wirksamen antiretroviralen Arzneimittel in der Basistherapie über 24 Wochen

HIV-1-RNA-Werte

<400 Kopien/ml

HIV-1-RNA-Werte

<50 Kopien/ml

Anzahl der wirksamen antiretroviralen

Arzneimittel

Fuzeon + OB

Fuzeon + OB

0,0*

29,9

7,4*

13,9

4,2*

≥2

41,6

23,0* 20,6

9,3*

* p-Wert für die Differenz zwischen den Behandlungsarmen <0,05

Abbildung 1: Analyse der Dauer bis zum Ausbleiben der virologischen Response bis zur 48. Woche

(Therapieabbrüche = nicht auswertbar) (Zusammengefasste Studien TORO 1 und TORO 2, ITT-

Population)

1 Fehlende virologische Response gemäss Prüfplan (Abnahme um weniger als 0,5 log nach 8

Wochen, um weniger als 1,0 log nach 16 Wochen oder Verschlechterung um 1,0 log nach vorheriger

Abnahme um 2,0 log); jedes Kriterium durch zweite Bestimmung der Viruslast ≥2 Wochen nach

dem ursprünglichen Wert bestätigt.

Tabelle 9: Anteil der Patienten (nach Untergruppen), der nach 48 Wochen <400 Kopien/ml und <50

Kopien/ml erreichte (TORO 1 und TORO 2 zusammen, ITT)

Untergruppe

HIV-1-RNA

<400 Kopien/ml

HIV-1-RNA

<50 Kopien/ml

Fuzeon+OB

90 mg 2×

täglich

OB-allein

Fuzeon+OB

90 mg 2×

täglich

OB-allein

(n = 661)

(n = 334)

(n = 661)

(n = 334)

Ausgangswert für HIV-1-RNA <5,0 log101

Kopien/ml

118/269

(43,9%)

26/144

(18,1%)

77/269

(28,6%)

18/144

(12,5%)

Ausgangswert für HIV-1-RNA ≥5,0 log101

Kopien/ml

83/392

(21,2%)

14/190

(7,4%)

44/392

(11,2%)

8/190

(4,2%)

Zahl der zuvor verabreichten antiretroviralen

Medikamente ≤101

100/215

(46,5%)

29/120

(24,2%)

64/215

(29,8%)

19/120

(15,8%)

Zahl der zuvor verabreichten antiretroviralen

101/446

11/214

57/446

7/214

Medikamente >101

(22,6%)

(5,1%)

(12,8%)

(3,3%)

0 aktives antiretrovirales Medikament in der

Grundbehandlung1, 2

9/112

(8,0%)

0/53

(0%)

4/112

(3,5%)

0/53

(0%)

1 aktives antiretrovirales Medikament in der

Grundbehandlung1, 2

56/194

(28,9%)

7/95

(7,4%)

34/194

(17,5%)

3/95

(3,2%)

>2 aktive antiretrovirale Medikamente in der

Grundbehandlung1, 2

130/344

(37,8%)

32/183

(17,5%)

77/334

(22,4%)

22/183

(12,0%)

1 Therapieabbrüche oder Ausbleiben der virologischen Response gelten als Misserfolg

2 Basis: Genotype Sensitivity Score (GSS)

Abbildung 2a: Prozentualer Anteil der Patienten mit HIV-1-RNA-Konzentrationen von <400

Kopien/ml in der 48. Woche nach Untergruppen der Ausgangswerte für die CD4-Zellzahl (ITT-

Population; Therapieabbruch oder Ausbleiben der virologischen Response = Misserfolg)

Abbildung 2b: Durchschnittliche Veränderung der CD4-Zellzahl in der 48. Woche gegenüber den

Ausgangswerten nach CD4-Untergruppen der Ausgangswerte (TORO 1 und TORO 2

zusammengefasst. ITT-Population; Therapieabbruch oder Ausbleiben der virologischen Response =

LOCF)

Anwendung in der Pädiatrie

Für die Behandlung von Kindern über 3 Jahre liegen Wirksamkeitsdaten in beschränktem Umfang

vor.

Bei Studie T20-204 handelt es sich um eine laufende, offene Multizenterstudie zur Ermittlung der

Pharmakokinetik, Sicherheit und antiviralen Aktivität von Fuzeon bei 14 pädiatrischen Patienten im

Alter zwischen 3 und 12 Jahren, die mit handelsüblichen antiretroviralen Medikamenten aus

mindestens 2 Präparateklassen vorbehandelt worden sind.

In der Studie T20-204 erhielten die Patienten zusätzlich zu ihrer bestehenden antiretroviralen

Grundbehandlung zweimal täglich entweder 30 oder 60 mg/m2 Fuzeon. Nach 7 Tagen wurde die

Grundbehandlung auf 3 neue bzw. wirksame antiretrovirale Medikamente umgestellt, während

Fuzeon in der gleichen Dosierung weiter verabreicht wurde. Der Altersmedian der Patienten betrug 8

Jahre (Bereich: 3,7 bis 11,9 Jahre). Der Ausgangswert der CD4-Zellzahl betrug im Median 523

Zellen/µl, der Ausgangswert der HIV-1-RNA-Konzentration 4,4 log10 Kopien/ml. Im Anschluss an

die Analyse der Sicherheit, Pharmakokinetik und antiviralen Aktivität am 7. Tag wurden alle

Patienten ausser einem auf die Dosierung von 60 mg/m2 Fuzeon umgestellt. Die Veränderung der

HIV-1-RNA-Konzentration gegenüber dem Ausgangswert betrug bei 10 Kindern, welche die Dosis

zu 60 mg/m2 erhielten, am 7. Tag -1,15 log10 Kopien/ml.

Alle ausser 3 Patienten nahmen an der ganzen 48-wöchigen Therapie teil. Nach 48 Wochen hatte die

HIV-1-RNA-Konzentration bei 6 der 14 Patienten (43%) um >1 log10 abgenommen, und bei 4 der

14 Patienten (29%) lag sie unterhalb von 400 Kopien/ml. Die Veränderung der HIV-1-RNA-

Konzentration und der CD4-Zellzahl gegenüber dem Ausgangswert (für die As-treated-Population)

belief sich im Median auf -1,24 log10 Kopien/ml bzw. 237 Zellen/µl.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Enfuvirtide wurden bei HIV-1-infizierten Erwachsenen

und Kindern geprüft.

Absorption

Die Pharmakokinetik von Enfuvirtide ist sowohl für die intravenöse als auch für die subkutane

Verabreichung untersucht worden und beide Verabreichungsformen ergaben eine vergleichbare

Exposition.

Nach einer subkutan verabreichten Einzeldosis von 90 mg Enfuvirtide in das Abdomen von 12 HIV-

1 infizierten Patienten betrug die mittlere (± SD) Cmax 4,59 ± 1,5 µg/ml, die AUC

55,8 ± 12,1 µgh/ml und die mittlere Tmax betrug 8 Stunden (Bereich 3 bis 12 Stunden). Die

absolute Bioverfügbarkeit (bei Verwendung der 90 mg i.v.-Dosis als Referenz) lag bei 84,3 ± 15,5%.

Nach subkutaner Verabreichung von zweimal täglich 90 mg Fuzeon in Kombination mit anderen

antiretroviralen Wirkstoffen an 11 HIV-1 infizierte Personen, war die mittlere (± SD) Steady-State-

Cmax 5,0 ± 1,7 µg/ml, die Ctrough war 3,3 ± 1,6 µg/ml, AUC0-12h war 48,7 ± 19,1 µgh/ml und die

mittlere Tmax betrug 4 Stunden (Schwankungsbereich 4 bis 8 Stunden).

Die subkutane Absorption von Enfuvirtide ist proportional zur verabreichten Dosis über einen

Dosisbereich von 45 bis 180 mg. Die Absorption nach Verabreichung einer Dosis von 90 mg ist

vergleichbar bei Injektion in das Abdomen, den Oberschenkel oder den Oberarm.

Die durchschnittliche Plasmakonzentration im Fliessgleichgewicht nach Verabreichung von zweimal

täglich 90 mg Enfuvirtide ist in Abbildung 3 wiedergegeben.

Abbildung 3: Plasmakonzentration im Fliessgleichgewicht nach Verabreichung von zweimal täglich

90 mg Enfuvirtide (n = 11)

In vier separaten Studien (n = 9 bis 12) lag die mittlere minimale Plasmakonzentration («trough»-

Konzentration) im Fliessgleichgewicht zwischen 2,6 und 3,4 µg/ml.

Distribution

Das Steady-state-Verteilungsvolumen (± SD) nach einer intravenösen Injektion von 90 mg

Enfuvirtide (n = 12) betrug 5,5 ± 1,1 L.

Enfuvirtide wird in HIV-1-positivem Plasma über einen Plasmakonzentrationsbereich von 2 bis

10 µg/ml zu 92% an Plasmaproteine gebunden. Es wird überwiegend an Albumin und in geringerer

Menge an saures α-1-Glykoprotein gebunden. Enfuvirtide wurde weder durch Saquinavir, Nelfinavir,

Lopinavir, Efavirenz, Nevirapin, Amprenavir, Itraconazol, Midazolam noch Warfarin von seinen

Bindungsstellen verdrängt. Zudem verdrängte Enfuvirtide weder Efavirenz, Amprenavir, Midazolam

noch Warfarin von deren Bindungsstellen. (Es sind alle getesteten Arzneimittel aufgelistet). Die

Enfuvirtide-Spiegel, die bei einer kleinen Anzahl HIV-infizierter Patienten in der zerebrospinalen

Flüssigkeit gemessen wurden, wurden als vernachlässigbar klein angegeben. Das Molekül ist

möglicherweise zu gross, um die Blut-Hirn-Schranke passieren zu können.

Metabolismus

Da Enfuvirtide ein Peptid ist, ist zu erwarten, dass es in seine Aminosäurenbestandteile abgebaut

wird, die anschliessend im Körperpool wiederverwertet werden.

Mittels In-vitro-Studien mit menschlichen Mikrosomen konnte gezeigt werden, dass Enfuvirtide kein

Inhibitor der CYP450-Enzyme ist.

In In-vitro-Studien mit menschlichen Mikrosomen und Hepatozyten, konnte gezeigt werden, dass

nach Hydrolyse der Amidgruppe der C-terminalen Aminosäure (Phenylalanin) ein desamidierter

Metabolit gebildet wird, wobei die Bildung dieses Metaboliten nicht NADPH-abhängig ist. Dieser

Metabolit kann im menschlichem Plasma nach Verabreichung von Enfuvirtide nachgewiesen werden

und dessen AUC lag zwischen 2,4 und 15% der Enfuvirtide-AUC.

Elimination

Massenbilanzstudien zur Erforschung der/des Eliminationswege(s) von Enfuvirtide wurden beim

Menschen nicht durchgeführt. Jedoch zeigten solche Studien bei Nagern mit 3H-Enfuvirtide, dass 7

Tage nach der Dosis die verabreichte Radioaktivität nicht vollständig in den Fäzes gefunden wurde,

sondern dass ein Teil der Radioaktivität in den Skelettmuskeln gemessen werden konnte.

Nach einer subkutan verabreichten Einzeldosis von 90 mg Enfuvirtide (n = 12) betrug die mittlere (±

SD) Eliminationshalbwertzeit von Enfuvirtide 3,8 ± 0,6 h und die mittlere (± SD) Clearance war

24,8 ± 4,1 ml/h/kg.

Nach subkutaner Verabreichung von täglich zwei Dosen von 90 mg Enfuvirtide in Kombination mit

anderen antiretroviralen Wirkstoffen an 11 HIV-1 infizierte Personen, war die mittlere (± SD)

Clearance 30,6 ± 10,6 ml/h/kg.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Enfuvirtide ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht

worden.

Niereninsuffizienz

Die Analyse der Plasmakonzentrationswerte bei Patienten aus klinischen Studien deutet darauf hin,

dass bei Patienten mit leichter bis mässiger Nierenfunktionsstörung die Clearance von Enfuvirtide in

keinerlei klinisch relevantem Ausmass beeinträchtigt ist. In einer Niereninsuffizienzstudie war bei

Patienten mit schwerer oder terminaler Niereninsuffizienz im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion die AUC von Enfuvirtide im Durchschnitt um 43% bis 62% erhöht. Hämodialyse

verursacht keine signifikante Änderung der Enfuvirtide-Clearance. Weniger als 13% der Dosis

wurde während der Hämodialyse entfernt. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik von Enfuvirtide ist bei älteren Patienten über 65 Jahren nicht untersucht

worden.

Geschlecht und Gewicht

Eine Analyse der Plasmakonzentrationsdaten von Patienten aus klinischen Studien zeigte, dass die

Enfuvirtide-Clearance bei Frauen 20% niedriger ist als bei gleich schweren Männern, und dass die

Enfuvirtide-Clearance mit höherem bzw. tieferem Körpergewicht grösser bzw. geringer wird,

unabhängig vom Geschlecht (20% grösser bei Patienten mit 100 kg Körpergewicht und 20%

niedriger bei Patienten mit 40 kg Körpergewicht, im Vergleich zu einem 70 kg schweren

Referenzpatienten). Eine Dosisanpassung ist nicht nötig, da diese Unterschiede klinisch nicht

signifikant sind.

Ethnische Herkunft

Die Analyse der Plasmakonzentrationsdaten von Patienten aus klinischen Studien hat gezeigt, dass

sich die Enfuvirtide-Clearance bei Schwarzen und Kaukasiern nicht unterscheidet. In anderen PK-

Studien fand sich ebenfalls kein Unterschied zwischen Asiaten und Kaukasiern, nachdem die Daten

entsprechend dem Körpergewicht adjustiert worden sind.

Kinder

Die Pharmakokinetik von Enfuvirtide ist bei 32 Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren mit

Dosierungen von 0,5 bis 2,5 mg/kg untersucht worden. Jedoch sind die pharmakokinetische Daten

bei Kindern unter sechs Jahren limitiert.

Eine Dosis von 2× täglich 2 mg/kg (Höchstdosis 2× täglich 90 mg) ergab Enfuvirtide-

Plasmakonzentrationen, die vergleichbar waren mit denen, wie sie bei erwachsenen Patienten nach

einer Dosis von 90 mg 2× täglich erreicht werden.

Bei 25 Kindern im Alter von 5 bis 16 Jahren, die eine Injektion von 2× täglich 2 mg/kg in den

Oberarm, den vorderen Oberschenkel oder das Abdomen erhielten, war die mittlere AUC im Steady-

state 54,3 ± 23,5 µgh/ml, Cmax betrug 6,14 ± 2,48 µg/ml und Ctrough 2,93 ± 1,55 µg/ml.

Kein Kind musste die Fuzeon-Therapie aus Sicherheitsgründen beenden, 2 Kinder beendeten die

Therapie wegen ihrer Abneigung gegen Injektionen. Bei den HIV-1 infizierten Kindern im Alter von

3 bis 16 Jahren traten dieselben unerwünschten Wirkungen auf, wie sie auch bei den erwachsenen

Patienten in den klinischen Studien beobachtet worden sind.

Präklinische Daten

Enfuvirtide war weder mutagen noch klastogen in einer Serie von in-vivo und in-vitro Tests

einschliesslich des Ames-Tests (bakterielle Rückmutation), eines Säugetier-Genmutationstests in

Ovarienzellen eines AS52 chinesischen Hamsters und eines Mikronukleus-Tests in-vivo bei Mäusen.

Unerwünschte Wirkungen, die bei Tieren nach Exposition im humantherapeutischen Bereich

auftraten, die aber in klinischen Studien nicht beobachtet wurden, jedoch möglicherweise relevant

für die klinische Anwendung sind, waren die folgenden: In Studien bei Meerschweinchen zeigte sich,

dass Enfuvirtide möglicherweise eine verzögerte Kontaktüberempfindlicheitsreaktion hervorruft.

Enfuvirtide hatte keine unerwünschten Wirkungen bezüglich Fertilität bei männlichen oder

weiblichen Ratten, selbst bei Dosen, die 0,7, 2,5 und 8,3 mal höher waren, als die mit subkutaner

Injektion empfohlene tägliche Dosis (gemessen in mg/kg) für Erwachsene.

In Teratogenitätsstudien an Ratten und Kaninchen zeigte Enfuvirtide keine unerwünschten

Wirkungen auf den sich entwickelnden Foetus.

Mit Enfuvirtide sind keine Langzeitstudien bei Tieren zur Karzinogenität durchgeführt worden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Fuzeon darf nicht mit anderen Arzneimitteln ausser mit Wasser für Injektionszwecke aufgelöst

werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass Fuzeon zur Bildung von Anti-Enfuvirtide-Antikörpern

führen kann, die dann mit dem HIV gp-41-Glykoprotein kreuzreagieren können. Dies könnte beim

HIV-ELISA-Test zu einem falsch-positiven HIV-Testresultat führen. Eine Bestätigung mittels

Western Blot Test sollte ein negatives Resultat ergeben.

Zu Abweichungen von den normalen Laborwerten siehe «Klinische Untersuchungen» in

«Unerwünschte Wirkungen».

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Nach der Zubereitung mit Wasser für Injektionszwecke kann Fuzeon maximal 24 Stunden im

Kühlschrank (2-8 °C) und in der Original-Durchstechflasche aufbewahrt werden, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Besondere Lagerungshinweise

Für Fuzeon Pulver und Wasser für Injektionszwecke sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

notwendig.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Patienten und/oder Betreuer sollten zur Vermeidung von Infektionen an der Injektionsstelle vor der

ersten Verabreichung von Fuzeon über die Anwendung aseptischer Verfahren unterrichtet werden

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Dazu gehört die zweckmässige Anleitung zur Rekonstitution

und Selbstinjektion von Fuzeon, einschliesslich der aufmerksamen Durchsicht der

Patienteninformation über Fuzeon. Es wird empfohlen, die erste Injektion unter der Aufsicht von

entsprechend qualifiziertem medizinischem Personal durchzuführen. Es wird empfohlen, die

Kenntnis und Anwendung aseptischer Verfahren zur Selbstinjektion seitens des Patienten und/oder

Betreuers periodisch zu überprüfen.

Um Verletzungen durch Nadelstiche zu vermeiden, sollten Patienten und Betreuer über das richtige

Vorgehen für die Zubereitung und Injektion sowie die Entsorgung von Nadeln und Spritzen

unterrichtet werden. Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass Nadeln und Spritzen nicht

wieder verwendet werden dürfen; sie sollten auch zur richtigen Verwendung durchstichsicherer

Behälter zur Entsorgung gebrauchter Nadeln und Spritzen angeleitet werden. Die Patienten müssen

auf die sichere Entsorgung des vollen Behälters gemäss lokalen Vorschriften sowie auf die

Aufbewahrung des Behälters ausserhalb der Reichweite von Kindern hingewiesen werden. Betreuer,

die sich bei der Injektion am Patienten versehentlich eine Stichverletzung zuziehen, sollten dies

unverzüglich einer Krankenschwester oder einem Arzt melden.

Rekonstitution und Anwendung: Fuzeon darf nur mit 1,1 ml Wasser für Injektionszwecke

rekonstituiert werden. Nach Zugabe des Wassers für Injektionszwecke 10 Sekunden lang leicht mit

der Fingerspitze gegen die Durchstechflasche klopfen und diese vorsichtig zwischen den

Handflächen rollen, um Schaumbildung zu vermeiden und um sicherzustellen, dass alle

Arzneimittelpartikel mit der Flüssigkeit Kontakt haben und keine Reste an der Wand der Flasche

kleben bleiben. Die Durchstechflasche sollte anschliessend stehengelassen werden, bis sich das

Pulver vollständig aufgelöst hat. Das kann bis zu 45 Minuten dauern. Die Zeit des Lösungsvorgangs

lässt sich reduzieren, indem die Durchstechflasche bis zur vollständigen Lösung des Produkts leicht

zwischen den Handflächen gerollt wird. Vor Entnahme der Lösung zur Anwendung muss die

Durchstechflasche visuell kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass der Inhalt vollständig gelöst

und die Lösung klar sowie frei von Bläschen oder Partikeln ist. Sofern Partikel sichtbar sind, darf die

Durchstechflasche nicht verwendet werden und soll an die Apotheke zurückgegeben werden. Fuzeon

enthält keine Konservierungsmittel. Nach der Rekonstitution soll die Lösung sofort injiziert werden.

Falls dies nicht möglich ist, die rekonstituierte Lösung bis zum Gebrauch in der Original-

Durchstechflasche im Kühlschrank (2-8 °C) aufbewahren. Fuzeon muss nach der Rekonstitution

innerhalb von 24 Stunden verwendet werden. Die nächste Dosis Fuzeon kann im Voraus

rekonstituiert werden. In diesem Fall ist sie in der Original-Durchstechflasche im Kühlschrank (2-8

°C) zu lagern und innerhalb von 24 Stunden zu verwenden.

Die gekühlte rekonstituierte Lösung soll vor der Injektion auf Raumtemperatur gebracht werden. Die

Durchstechflasche nochmals visuell kontrollieren, um sicherzustellen, dass der Inhalt vollständig

gelöst und die Lösung klar, farblos sowie frei von Bläschen oder Partikeln ist.

Die rekonstituierte Lösung soll subkutan in den Oberarm, den Bauch oder den vorderen

Oberschenkel injiziert werden. Die Injektion sollte nicht zweimal hintereinander an derselben Stelle

verabreicht werden und sie sollte nur an einer Stelle erfolgen, an der keine Reaktion einer früheren

Injektion sichtbar ist. Das Medikament ausserdem nicht in Muttermale, Narbengewebe, blaue

Flecken oder den Bauchnabel injizieren. Eine Durchstechflasche ist jeweils nur zum einmaligen

Gebrauch bestimmt.

Die Freisetzung von Arzneimitteln in die Umwelt sollte auf ein Minimum begrenzt werden.

Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser entsorgt werden, und eine Entsorgung über den

Haushaltsabfall sollte vermieden werden. Nicht verwendete Reste des Medikaments, Nadeln sowie

Abfallmaterial nach den geltenden lokalen Vorschriften entsorgen.

Zulassungsnummer

56282 (Swissmedic).

Packungen

Fertigpackung für Patienten [A]

60 Durchstechflaschen mit Wirkstoff

60 Durchstechflaschen mit Lösungsmittel

60 3 ml-Spritzen

60 1 ml-Spritzen

180 Alkoholtupfer

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

März 2016.

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