Fulvestrant Zentiva 250 mg/5 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-01-2022

Wirkstoff:
fulvestrantum
Verfügbar ab:
Helvepharm AG
ATC-Code:
L02BA03
INN (Internationale Bezeichnung):
fulvestrantum
Darreichungsform:
Injektionslösung in einer Fertigspritze
Zusammensetzung:
fulvestrantum 250 mg, alcohol benzylicus 500 mg, benzylis benzoas 750 mg, ethanolum 96 per centum 500 mg, ricini oleum raffinatum q.s. ad solutionem pro 5 ml, corresp. ethanolum 12.17 % V/V.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Cytostatikum
Zulassungsnummer:
68281
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-02-2020

Fulvestrant Zentiva®

Helvepharm AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Fulvestrantum.

Hilfsstoffe

Ethanolum 96% 100 mg, Alcohol benzylicus (E1519) 100 mg, Benzylis benzoas 150 mg, Ricini oleum

q.s. ad solutionem pro 1 ml corresp. Ethanolum 12.17 % V/V..

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in einer Fertigspritze zur intramuskulären (i.m.) Injektion.

Eine Fertigspritze enthält 250 mg Fulvestrant in 5 ml Injektionslösung (entsprechend 50mg/ml). Die

Injektionslösung ist klar, farblos bis gelb und viskös.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Monotherapie

Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden, Östrogenrezeptor-positiven

Mammakarzinoms bei Frauen mit natürlicher oder induzierter Menopause, deren Erkrankung nach einer

Hormontherapie fortgeschritten ist.

Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden, Östrogenrezeptor-positiven, humaner

epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativen Mammakarzinoms bei

postmenopausalen Frauen ohne endokrine Vortherapie.

Kombinationstherapie mit Palbociclib

Fulvestrant Zentiva ist angezeigt zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor

(HR)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem lokal

fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom in Kombination mit Palbociclib bei Frauen, die

zuvor eine endokrine Therapie erhielten.

Bei prä- oder perimenopausalen Frauen soll die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten

(LHRH = Luteinizing Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden.

Dosierung/Anwendung

MonotherapieFulvestrant Zentiva wird am Tag 1, 15 und 29 sowie danach monatlich in einer Dosierung

von 500 mg i.m. appliziert, das heisst je eine Fertigspritze in jede Gesässhälfte (Glutealbereich). Die

Injektion soll langsam über 1-2 Minuten erfolgen.

Bei der Injektion von Fulvestrant Zentiva im dorsoglutealen Bereich ist Vorsicht geboten auf Grund der

Nähe des darunterliegenden Ischiasnervs.

Kombinationstherapie mit Palbociclib

Bei der kombinierten Behandlung von Fulvestrant mit Palbociclib ist die empfohlene Dosis von

Palbociclib 125 mg einmal täglich während 21 Tagen, gefolgt von einer siebentägigen Pause (Schema

3/1), was einen vollständigen Zyklus von 28 Tagen ergibt. Bitte beachten Sie die Fachinformation zu

Palbociclib. Fulvestrant Zentiva wird in der Kombinationstherapie mit Palbociclib analog zur

Monotherapie dosiert.

Vor Beginn und im Verlauf der Kombinationsbehandlung mit Palbociclib und Fulvestrant sollten prä-

und perimenopausale Frauen mit LHRH Agonisten entsprechend der lokalen klinischen Praxis behandelt

werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Fulvestrant wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Bei Patientinnen mit einer Leberinsuffizienz

Child-Pugh A und B wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»). Fulvestrant

Zentiva sollte bei diesen Patientinnen nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Anwendung von

Fulvestrant wurde bei Patientinnen mit einer Leberinsuffizienz Child-Pugh C nicht untersucht und ist

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen» und «Pharmakokinetik»).

Bei Patientinnen mit Lebermetastasen und Erhöhung der Transaminasen und/oder des Bilirubins wird

keine Dosisanpassung empfohlen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patientinnen mit einer Kreatinin-Clearance grösser als 30 ml/min wird keine Dosisanpassung

empfohlen. Die Sicherheit und Wirksamkeit ist bei Patientinnen mit einer Kreatinin-Clearance von

weniger als 30 ml/min nicht untersucht worden. Bei diesen Patientinnen sollte Fulvestrant Zentiva nur

mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patientinnen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Fulvestrant Zentiva ist nicht indiziert bei Kindern und Jugendlichen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Leberinsuffizienz Child-Pugh C.

Schwangerschaft, Stillzeit.

Bitte beachten Sie für die Kombinationstherapie mit Palbociclib die entsprechenden Kontraindikationen

in der Fachinformation von Palbociclib (siehe «Kontraindikationen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Monotherapie

In klinischen Studien bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom wurde Fulvestrant

einigen Patientinnen mit erhöhten Transaminasen verabreicht (ALT höher als der obere Grenzwert des

normalen Referenzbereichs, aber niedriger als das Doppelte des oberen Grenzwertes). Es bestand kein

eindeutiger Zusammenhang zwischen der Fulvestrant-Clearance und der Transaminasenerhöhung. Das

Sicherheitsprofil bei Patientinnen mit erhöhten Transaminasen war mit jenem bei Patientinnen mit

normalen Leberwerten vergleichbar.

Wie bei allen i.m.-Verabreichungen sollte die Behandlung mit Fulvestrant Zentiva bei Blutungsneigung,

Thrombozytopenie oder Behandlung mit Antikoagulantien mit Vorsicht erfolgen.

Thromboembolische Ereignisse wurden in den klinischen Studien beobachtet und sind bei

postmenopausalen Frauen mit Brustkrebs ein häufiges Ereignis. Bei der Behandlung mit Fulvestrant

Zentiva sollten entsprechende Risikofaktoren abgeklärt werden.

Langzeiteffekte von Fulvestrant auf den Knochen sind nicht untersucht. Aufgrund des

Wirkungsmechanismus besteht ein potentielles Risiko einer Osteoporose.

Folgende Ereignisse in Bezug auf die Injektionsstelle wurden bei der Anwendung der Fulvestrant

Injektion berichtet: Ischiasbeschwerden, Neuralgien, neuropathische Schmerzen und periphere

Neuropathie. Bei der Anwendung von Fulvestrant Zentiva an der dorsoglutealen Injektionsstelle ist

Vorsicht geboten auf Grund der Nähe des darunterliegenden Ischiasnervs (Siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Kombinationstherapie mit Palbociclib

Hämatologische Störungen

In klinischen Studien mit Palbociclib wurden verminderte Werte für neutrophile Granulozyten

beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Bei Patienten, die Palbociclib in Kombination mit

Fulvestrant (Studie 1023) erhielten, wurde verringerte Neutrophilenzahl vom Grad 3 in 55% bzw. Grad

4 in 11% der Fälle berichtet.

Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einer Neutropenie eines beliebigen Schweregrades betrug 15

Tage (min. 13-max. 317 Tage). Die mediane Dauer der Neutropenien vom Grad ≥3 betrug 7 Tage.

Das grosse Blutbild sollte vor Beginn der Behandlung mit Palbociclib und zu Beginn jedes Zyklus sowie

jeweils an Tag 15 der ersten beiden Zyklen und bei klinischer Indikation kontrolliert werden.

Bei Auftreten einer Neutropenie beachten Sie bitte die Massnahmen in der Fachinformation von

Palbociclib.

Infektionen

Aufgrund seiner myelosuppressiven Eigenschaften kann Palbociclib für Infektionen prädisponieren.

Infektionen, unabhängig vom Schweregrad, wurden bei Patienten, die mit Palbociclib plus Fulvestrant

behandelt wurden, häufiger (47%) gemeldet als bei Patienten in der jeweiligen Kontrollgruppe (31%).

Infektionen vom Grad 3 und 4 traten bei 3% bzw. 1% der mit Palbociclib in Kombinationen mit

Fulvestrant behandelten Patienten auf, verglichen mit 3% bzw. 0% in der entsprechenden

Kontrollgruppe.

Die Patienten sind hinsichtlich Anzeichen und Symptomen einer Infektion zu überwachen und

medizinisch angemessen zu behandeln. Die Patienten sind aufzufordern, sich bei Fieber umgehend beim

Arzt zu melden.

Bitte beachten Sie die Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen zu Palbociclib in der Fachinformation

von Palbociclib (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dieses Arzneimittel enthält 500 mg Benzylalkohol pro 5 ml (1 Fertigspritze). Benzylalkohol kann

allergische Reaktionen hervorrufen. Grosse Mengen sollten wegen des Risikos der Akkumulation und

Toxizität («metabolische Azidose») nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden,

insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.

Dieses Arzneimittel enthält 12 Vol.-% Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 480 mg pro 5 ml (1 Fertigspritze),

entsprechend 12 ml Bier, 5 ml Wein pro 5 ml (1 Fertigspritze). Gesundheitliches Risiko für Patienten,

die unter Alkoholismus leiden. Ist bei Patienten mit erhöhtem Risiko auf Grund einer Lebererkrankung

oder Epilepsie zu berücksichtigen.

Interaktionen

Keines der relevanteren Cytochrom P450 (CYP) Isoenzyme wird in vitro durch Fulvestrant signifikant

gehemmt. Die Ergebnisse aus einer klinischen Studie zur Pharmakokinetik, in der Fulvestrant zusammen

mit Midazolam verabreicht wurde, deuten ebenfalls darauf hin, dass therapeutische Dosierungen von

Fulvestrant keine hemmende Wirkung auf CYP 3A4 haben. Eine klinische Studie mit Rifampicin hat

keine Veränderung der Fulvestrant-Clearance infolge der Induktion von CYP 3A4 gezeigt. Resultate

einer klinischen Studie mit Ketoconazol, einem potenten CYP 3A4-Inhibitor, zeigte ebenfalls keine

klinisch relevante Veränderung der Fulvestrant-Clearance.

Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeiten von Fulvestrant und Östradiol kann Fulvestrant mit den in den

in Immunoassays verwendeten Antikörpern kreuzreagieren und zu falsch erhöhten Östradiol-

Messwerten führen.

Wirkung von Fulvestrant auf Palbociclib

Daten aus einer klinischen Studie bei Patientinnen mit Mammakarzinom zeigten, dass bei gleichzeitiger

Gabe von Fulvestrant und Palbociclib keine klinisch relevanten Interaktionen zwischen diesen beiden

Arzneimitteln auftraten.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Wie bei einem wirksamen Antiöstrogen zu erwarten, haben Tierstudien eine Reproduktionstoxizität

gezeigt. In Dosierungen, vergleichbar mit der klinischen Dosierung beeinflusste Fulvestrant in

Tierstudien entsprechend seiner antiöstrogenen Wirkung die Fortpflanzung und embryonale/fetale

Entwicklung (siehe «Präklinische Daten»). Das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt.

Fulvestrant Zentiva sollte daher bei schwangeren Frauen nicht angewendet werden. Patientinnen im

gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Fulvestrant Zentiva und während 2 Jahren nach

der letzten Dosis eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.

Stillzeit

In der Milch der Ratte wird Fulvestrant in erheblich höheren Konzentrationen als im Rattenplasma

gefunden. Es ist nicht bekannt, ob Fulvestrant in der menschlichen Muttermilch ausgeschieden wird.

Das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt. Patientinnen, die Fulvestrant Zentiva erhalten,

sollten nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung mit Fulvestrant wurde über Asthenie berichtet. Daher sollten Patientinnen, bei

denen dieses Symptom auftritt, beim Führen von Fahrzeugen und beim Bedienen von Maschinen

besonders vorsichtig sein.

Unerwünschte Wirkungen

Monotherapie

Bei ungefähr 47% der Patientinnen traten unerwünschte Wirkungen auf; es brachen jedoch lediglich

0,9% der Patientinnen die Therapie aufgrund einer unerwünschten Wirkung während der klinischen

Studien ab. Die am häufigsten angegebenen unerwünschten Wirkungen sind Hitzewallungen, Übelkeit

und Reaktionen an der Injektionsstelle, die normalerweise leichter Art sind.

Die nachfolgenden Angaben basieren auf den Sicherheitsdaten von insgesamt 889 Patientinnen, welche

in sechs II/III-Studien gegenüber einer Fulvestrant-Dosis von 500 mg exponiert waren (siehe auch

«Eigenschaften/Wirkungen»)

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen sind wie folgt definiert: «sehr häufig» (≥1/10); «häufig»

(≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1'000, <1/100); «selten» (≥1/10'000, <1/1'000); «sehr selten»

(<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: urogenitale Infektionen (gewöhnlich leicht).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: reduzierte Thrombozytenzahl.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr häufig: Hypersensitivitätsreaktionen (14%).

Häufig: Urtikaria, Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie (normalerweise leicht).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen (meist leicht), Schwindel.

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hitzewallungen (13%).

Häufig: tiefe Venenthrombosen.

Gelegentlich: Lungenembolie, zerebrovaskulärer Insult.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Dyspnoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Nausea (10%).

Häufig: Erbrechen, Diarrhoe.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr häufig: Erhöhung der Leberenzyme (mehrheitlich <2x obere Grenze des Normbereiches): AST

19%, ALP 18%, ALT 17%.

Häufig: Bilirubinerhöhung.

Gelegentlich: Erhöhung der Gamma-GT, Hepatitis, Leberversagen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Rash (gewöhnlich leicht) (11%).

Häufig: Pruritus.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Schmerzen des Muskel-Skelett-Systems (32%; insbesondere Arthralgien).

Häufig: Arthritis.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: vaginale Blutungen.

Gelegentlich: vaginale Candidose, Leukorrhö.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (18%; wie vorübergehende leichte Schmerzen,

Entzündung, Neuralgien sowie neuropathische oder ischiadiforme Schmerzen), Asthenie (14%).

Häufig: Müdigkeit, Fieber, Schmerzen, periphere Neuropathie, Ischialgie.

Gelegentlich: Blutungen an der Injektionsstelle, Hämatome an der Injektionsstelle, Neuralgie.

Kombinationstherapie mit Palbociclib

Die hier wiedergegebenen Daten beziehen sich auf die Palbociclib-Exposition von insgesamt 345

Patienten mit HR-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Mammakarzinom in einer

randomisierten Studie in Kombination mit Fulvestrant.

Bei 36% der Patienten wurden Dosisreduktionen aufgrund von unerwünschten Wirkungen

vorgenommen.

Bei 6% der Patienten kam es zu einem dauerhaften Abbruch der Behandlung aufgrund von

unerwünschten Wirkungen.

Die am häufigsten (≥20%) berichteten unerwünschten Wirkungen aller Grade waren Neutropenie,

Leukopenie, Infektionen, Fatigue, Nausea, Anämie, Stomatitis, Kopfschmerzen, Diarrhoe und

Thrombozytopenie.

Die am häufigsten (≥1%) berichteten schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen bei Patienten, die

Palbociclib plus Fulvestrant erhielten (Studie 1023), waren Infektionen (4.1%), Pyrexie (1.4%) und

Neutropenie (1.2%).

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen sind wie folgt definiert: «sehr häufig» (≥1/10); «häufig»

(≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1'000, <1/100); «selten» (≥1/10'000, <1/1'000); «sehr selten»

(<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig: Infektionen (47.2%).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Neutropenie (83.2%), Leukopenie (53.0%), Anämie (29.6%), Thrombozytopenie (22.6%).

Gelegentlich: Febrile Neutropenie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Verminderter Appetit (15.9%).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (25.8%).

Häufig: Dysgeusie.

Augenerkrankungen

Häufig: Vermehrter Tränenfluss, verschwommenes Sehen, trockene Augen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Epistaxis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Nausea (33.9%), Stomatitis (28.1%), Diarrhoe (23.5%), Erbrechen (18.8%).

Häufig: Mundtrockenheit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht, Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Alopezie (18.0%), Ausschlag (16.8%).

Häufig: Hauttrockenheit.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Arthralgie (15.9%).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Fatigue (41.2%). Pyrexie (12.8%).

Häufig: Asthenie.

Bitte beachten Sie die unerwünschten Wirkungen zu Palbociclib in der Fachinformation von Palbociclib

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder

schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System)

anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Es gibt vereinzelte Berichte von Überdosierung von Fulvestrant im Menschen. Falls eine Überdosierung

eintritt, soll die Behandlung symptomatisch erfolgen. Tierstudien deuten darauf hin, dass sich unter

höheren Fulvestrantdosen keine anderen Wirkungen zeigen als solche, die direkt oder indirekt in

Zusammenhang mit der antiöstrogenen Wirkung stehen.

Bitte beachten Sie die Fachinformation von Palbociclib für Informationen zur Überdosierung unter

Palbociclib.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

L02BA03

Wirkungsmechanismus

Fulvestrant, ein synthetisches Steroid, ist ein Östrogenrezeptor-Antagonist ohne partiell agonistische

(östrogenartige) Wirkung. Es bindet kompetitiv und mit einer hohen, dem Östradiol vergleichbaren

Affinität an Östrogenrezeptoren. Fulvestrant führt ferner dosisabhängig zu einer Downregulierung des

Östrogen- und Progesteronrezeptors.

Fulvestrant hemmt in vitro reversibel das Wachstum von östrogenempfindlichen humanen

Mammakarzinomzellen und in vivo die Entwicklung von Tumoren aus Xenotransplantaten bei

Nacktmäusen. Fulvestrant hemmt in vitro das Wachstum von Tamoxifen-resistenten

Mammakarzinomzellen und in vivo das Wachstum von Tamoxifen-resistenten Mammakarzinomen.

Wirkungen auf das in-vivo Gewebe des Mammakarzinoms

Klinische Studien an postmenopausalen Frauen mit primärem Mammakarzinom haben gezeigt, dass

Fulvestrant das ER-Protein in ER-positiven Tumoren dosierungsabhängig signifikant reduziert. Es

wurde auch eine signifikante Reduktion der Progesteron-Rezeptoren (PR) (Marker für die Östrogen-

Aktivität) beobachtet. Diese Resultate sind mit den präklinischen konsistent, die zeigen, dass Fulvestrant

keine intrinsische östrogene Aktivität besitzt.

Pharmakodynamik

Siehe oben.

Klinische Wirksamkeit

Wirkungen auf das fortgeschrittene Mammakarzinom

In der Studie CONFIRM wurden 736 postmenopausale Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom

behandelt, die ein Rezidiv der Erkrankung während oder nach einer adjuvanten Hormontherapie oder

eine Progression in der Folge einer Hormontherapie der fortgeschrittenen Erkrankung zeigten. Die

Studie umfasste 423 Patientinnen, deren Erkrankung während einer Antiöstrogentherapie wieder

aufgetreten oder fortgeschritten war (AE-Untergruppe), und 313 Patientinnen, deren Erkrankung

während einer Aromatasehemmer-Therapie wieder aufgetreten oder fortgeschritten war (AI-

Untergruppe). In dieser Studie wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Fulvestrant 500 mg versus

Fulvestrant 250 mg verglichen.

Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Progression (TTP). Die TTP für Fulvestrant 500 mg war

signifikant länger als diejenige für Fulvestrant 250 mg, 6,5 vs. 5,5 Monate (HR = 0,80; CI 0,68 – 0,94;

p=0,006). Zu den entscheidenden sekundären Endpunkten hinsichtlich der Wirksamkeit zählten die

objektive Ansprechrate (ORR), die klinische Benefitrate (CBR) und das Gesamtüberleben (OS). Die

finale Überlebensanalyse bei einer Datenreife von 75% ergab, dass das mediane Gesamtüberleben unter

Fulvestrant 500 mg 26,4 versus 22,3 Monate unter Fulvestrant 250 mg betrug und mit einem 19%-igen

Rückgang des Sterberisikos von Fulvestrant 500 mg im Vergleich zu Fulvestrant 250 mg verbunden war

[HR = 0,81; 95% CI 0,69-0,96; p = 0,016 (nominaler p-Wert ohne Multiplizitätsbereinigung)]. Die

objektive Ansprechrate war ähnlich für Fulvestrant 500 mg und 250 mg (13,8% vs. 14,6%; Odds ratio

0,94 [95% CI 0,57, 1,55]; p=0,795).

FALCON (Studie D699BC00001) war eine randomisierte, doppelblinde, double-dummy,

multizentrische Phase III Studie, welche die Wirksamkeit und Sicherheit von Fulvestrant 500 mg mit

Anastrozol 1 mg bei postmenopausalen Frauen mit ER-positivem und/ oder PgR-positivem, HER2-

negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs ohne vorgängige endokrine Therapie

verglich. Insgesamt wurden 462 Patientinnen 1:1 randomisiert, entweder in den Fulvestrant 500 mg Arm

oder in den Anastrozol 1 mg Arm.

Die Randomisierung wurde stratifiziert nach Tumorstadium (lokal fortgeschritten oder metastasierend),

nach vorgängiger Chemotherapie für die fortgeschrittene Erkrankung und nach Messbarkeit der

Krankheit.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war das vom Prüfarzt nach RECIST 1.1 (Response

Evaluation Criteria in Solid Tumors) evaluierte PFS. Die wichtigsten sekundären Endpunkte zur

Wirksamkeit beinhalteten das OS und die ORR.

Die in die Studie eingeschlossenen Patientinnen hatten ein medianes Alter von 63 (36-90) Jahren. Die

Mehrheit der Patientinnen (87,0%) wies zu Studienbeginn eine Metastasierung auf. 55,0% der

Patientinnen hatten viszerale Metastasen. Insgesamt erhielten 17,1% der Patientinnen zuvor ein

Chemotherapie Regimen für ihre fortgeschrittene Erkrankung; 84,2% der Patientinnen hatte messbare

Metastasen. Es wurden circa 40% der Patienten in Russland und in der Ukraine eingeschlossen.

Patienten, welche im osteuropäischen Raum eingeschlossen wurden, erhielten häufiger eine vorgängige

neoadjuvante und/oder adjuvante Chemotherapie im Vergleich zur restlichen Studienpopulation (27.1%

vs. 9.8%).

Im Fulvestrant Arm wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS beobachtet verglichen mit

dem Anastrozol Arm [HR=0,797 (95% CI: 0,637-0,999; 2-seitiges p=0,0486)]. Zum Zeitpunkt der

Auswertung waren in der Fulvestrant Gruppe 143 (62.2%) Patientinnen ohne Progression, verglichen

mit 166 (71.6%) in der Anastrozol Gruppe. Das mediane PFS lag bei 16,6 Monaten (95% CI: 13,83;

20,99) im Fulvestrant Arm und bei 13,8 Monaten (95% CI: 11,99;16,59) im Anastrozol Arm. Zum

Zeitpunkt der Analyse waren die Daten zum Gesamtüberleben (OS) noch nicht reif (31%). Es gab zu

diesem Zeitpunkt keinen statistisch signifikanten Unterschied bzgl. des OS in den beiden

Behandlungsarmen (HR 0.875; 95% CI 0.629–1.217; 2-seitiger p=0.4277).

In der Subgruppe der Patientinnen ohne viszerale Metastasen (n=208), lag das HR bei 0,592 (95% CI:

0,419; 0,837) zwischen Fulvestrant und Anastrozol, mit einem medianen PFS von 22.3 Monaten (95%

CI 16.62–32.79) im Fulvestrant Arm gegenüber 13.8 Monate (11.04–16.59) im Anastrozol Arm. In der

Subgruppe der Patientinnen mit viszeralen Metastasen (n=254), lag das HR bei 0,993 (95% CI: 0,740;

1,331) zwischen Fulvestrant und Anastrozol, mit einem medianen PFS von 13.8 Monaten (11.04–16.53)

im Fulvestrant Arm gegenüber 15.9 Monate (11.27–16.89) im Anastrozol Arm.

Zwei klinische Phase III Studien wurden an insgesamt 851 postmenopausalen Frauen mit

fortgeschrittenem Mammakarzinom und Rezidiv während oder nach adjuvanter Hormontherapie oder

einer Progression unter einer Hormontherapie durchgeführt.

Verglichen wurde Fulvestrant 250 mg 1x monatlich versus Anastrozol 1 mg. In beiden Studien war

Fulvestrant 250 mg in Bezug auf das objektive Ansprechen, den klinischen Benefit (CR, PR und SD),

die Zeit bis zur Progression, die Zeit bis zum Versagen der Therapie und die Lebensqualität mindestens

gleich wirksam wie Anastrozol.

Kombinationstherapie mit Palbociclib

Die Anwendung von Palbociclib plus Fulvestrant im Vergleich zu Placebo plus Fulvestrant bei Frauen

mit HR-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Mammakarzinom, deren Erkrankung nach

vorausgegangener endokriner Therapie fortgeschritten war, wurde in einer internationalen,

randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Parallelgruppen-Studie (Studie 1023, N=521)

untersucht.

Die Patientinnen wurden hinsichtlich dokumentierter Sensitivität gegenüber einer vorausgegangenen

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