Fraxiparine 0,3 duo Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Nadroparin-Calcium
Verfügbar ab:
Aspen Pharma Trading Limited
ATC-Code:
B01AB06
INN (Internationale Bezeichnung):
Nadroparin Calcium
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Nadroparin-Calcium 2850.I.E. AXa
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
40539.01.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Fraxiparine

®

0,3 duo

2.850 I.E. / 0,3 ml Injektionslösung

Nadroparin-Calcium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen

,

denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Fraxiparine 0,3 duo und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo beachten?

Wie ist Fraxiparine 0,3 duo anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fraxiparine 0,3 duo aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Fraxiparine 0,3 duo und wofür wird es angewendet?

Fraxiparine 0,3 duo ist ein Antithrombotikum aus der Klasse der niedermolekularen

Heparinfragmente.

Fraxiparine 0,3 duo wird angewendet zur:

Perioperativen Thromboseprophylaxe:

Peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei Patienten mit

niedrigem oder mittlerem thromboembolischen Risiko (z. B. Allgemeinchirurgie),

Peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei Patienten mit hohem

thromboembolischen Risiko (z. B. orthopädische Chirurgie, wie Hüftersatzchirurgie),

Vorbeugung um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern wenn Sie eine akute

Erkrankung haben, die eine eingeschränkte Mobilität nach sich zieht.

Therapie tiefer Venenthrombosen.

Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der

Hämodialyse und Hämofiltration.

Hinweis:

Das Arzneimittel steht in verschiedenen Wirkstärken zur Verfügung, die nicht alle gleichermaßen für

alle Anwendungsgebiete geeignet sind (siehe Abschnitt 3. Wie ist Fraxiparine 0,3 duo anzuwenden?).

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo beachten?

Fraxiparine 0,3 duo darf nicht angewendet werden,

bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff Nadroparin-Calcium, gegen Heparin

oder einen der sonstigen Bestandteile von Fraxiparine 0,3 duo in Abschnitt 6

bei bestehendem oder aus der Vorgeschichte bekanntem Heparin-bedingten Abfall der Zahl der

Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II), oder einem Abfall der Zahl der Blutplättchen mit

Nadroparin-Calcium in der Vorgeschichte

bei Organschädigungen, die zu Blutungen neigen können, wie:

akuten Magen-Darmgeschwüren

Hirnblutungen

Gefäßerweiterung (Aneurysma) im Gehirn

bei Gerinnungsstörungen (Neigung zu Blutungen, Mangel an Gerinnungsfaktoren, ausgeprägte

Verminderung der Blutplättchenzahl)

Hirnschlag, der durch Blutung im Gehirn verursacht ist

bei schwerem, unkontrollierbarem Bluthochdruck

bei schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion

bei schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/Min.),

ausgenommen während einer Hämodialysebehandlung

bei infektiöser Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)

bei Verletzungen und operativen Eingriffen am Zentralnervensystem sowie am Auge und Ohr

bei Blutungen im Auge oder anderen aktiven Blutungsprozessen

bei Netzhauterkrankungen (Retinopathien), Glaskörperblutungen

bei drohender Fehlgeburt (Abortus imminens)

bei der Behandlung tiefer Venenthrombosen: Regionalanästhesie (Spinal- oder

Epiduralanästhesie), Lumbalpunktion

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo ist erforderlich bei

Thrombozytopenie und Störungen der Thrombozytenfunktion

Funktionsstörungen der Niere, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse

Unkontrollierbarem Bluthochdruck (Hypertonie)

Peptischen Geschwüren in der Vorgeschichte

Verdacht auf Malignome mit Blutungsneigung

Gefäßerkrankungen der Augen

Nach kürzlich erfolgter Operation am Gehirn, am Rückenmark oder am Auge

Nieren- und/oder Harnleitersteinen

Lumbalpunktion

Spinal- oder Epiduralanästhesie

Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Kaliumspiegel im Blutserum erhöhen,

sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern (orale Antikoagulantien) oder

Plättchenaggregationshemmern (z. B. Acetylsalicylsäure)

Hochdosierter Nadroparin-Calcium-Behandlung bei kürzlich operierten Patienten

Patienten über 65 Jahren

Patienten unter 18 Jahren

Wegen der Gefahr von Blutungskomplikationen, die zu neurologischen Ausfallerscheinungen und

vollständiger Lähmung der Extremitäten (Paraplegie) führen können, sollte Fraxiparine 0,3 duo mit

Vorsicht und nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung bei Patienten mit

Lumbalpunktion, Spinal- oder Epiduralanästhesie, die eine präventive Behandlung mit Fraxiparine

0,3 duo erhalten, angewendet werden.

Bisher liegen keine Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten klinischen Studien vor, die die

sichere Anwendung höherer Dosen von Fraxiparine 0,3 duo (wie z. B. zur Prophylaxe tiefer

Beinvenenthrombosen bei Patienten mit hohem thromboembolischen Risiko angewendet) bei

gleichzeitiger Anwendung rückenmarksnaher Anästhesieverfahren belegen. Die Patienten sind nach

Anwendung eines rückenmarksnahen Anästhesieverfahrens sorgfältig neurologisch zu überwachen,

wobei insbesondere auf persistierende sensorische und motorische Ausfälle zu achten ist, da

Fraxiparine 0,3 duo an der Einstichstelle eine Blutung ins Rückenmark verursachen kann.

Wegen der Gefahr einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie ist die Thrombozytenzahl während

der Behandlung mit Fraxiparine 0,3 duo regelmäßig zu kontrollieren.

Kontrollen der Thrombozytenzahlen werden empfohlen vor Beginn der Therapie, am ersten Tag der

Therapie und anschließend regelmäßig alle drei bis vier Tage sowie am Ende der Therapie.

Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung eine leichte vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I)

mit Thrombozytenwerten zwischen 100.000/Mikroliter und 150.000/Mikroliter auf (verursacht durch

vorübergehende Thrombozytenaktivierung). Komplikationen kommen in diesen Fällen im

Allgemeinen nicht vor. Die Behandlung kann daher fortgeführt werden.

Selten werden Antikörper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten

deutlich unter 100.000/Mikroliter oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50 % des

Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht sensibilisierten Patienten beginnt der Thrombozytenabfall

hauptsächlich 6 bis 21 Tage nach Behandlungsbeginn, bei sensibilisierten unter Umständen innerhalb

von Stunden. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und

venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der

Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna. In solchen Fällen ist Fraxiparine 0,3 duo sofort

abzusetzen und eine andere antithrombotische Behandlung in Betracht zu ziehen. Der Patient muss

darüber informiert werden, dass bei ihm in Zukunft keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr

angewendet werden dürfen.

Heparin kann die adrenale Sekretion von Aldosteron unterdrücken, was zu einer Hyperkaliämie führen

kann, insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Kaliumplasmaspiegel oder bei Patienten mit Risiko für

erhöhte Kaliumplasmaspiegel, wie Diabetes mellitus, dauerhafter Beeinträchtigung der

Nierenfunktion, vorbestehender stoffwechselbedingter Azidose oder der Einnahme von

Medikamenten, die den Kaliumplasmaspiegel erhöhen (z. B. ACE-Hemmer, nicht-steroidale

Antiphlogistika [NSAIDs]). Das Risiko einer Hyperkaliämie scheint mit der Dauer der Therapie

anzusteigen, ist aber in der Regel reversibel. Die Kaliumplasmaspiegel sollten bei Risikopatienten

kontrolliert werden.

Werden Patienten mit Niereninsuffizienz (siehe Abschnitt 2. Fraxiparine 0,3 duo darf nicht

angewendet werden) wegen einer tiefen Venenthrombose behandelt, so sollten die Laborwerte

überwacht werden, vorzugsweise anhand von anti-Xa-Spiegel-Bestimmungen (amidolytische Methode

mit chromogenem Substrat). Die anti-Xa-Aktivität kann am 2. und 4. Tag kontrolliert werden, etwa

3 Stunden nach s. c. Applikation, und sollte im Bereich 0,5 bis 1,2 I.E. anti-Xa/ml liegen.

Bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Störung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30

und < 60 ml/min) sollte eine Verringerung der Dosis in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt

3. Wie ist Fraxiparine 0,3 duo anzuwenden?).

Hinweis:

Fraxiparine 0,3 duo darf nicht in einen Muskel (i.m.) oder in eine Vene (i.v.) gespritzt werden.

Aufgrund des Risikos der Bildung von Blutergüssen während der Fraxiparine 0,3 duo-Therapie sollte

die intramuskuläre Injektion anderer Arzneimittel vermieden werden.

In sehr seltenen Fällen wurden Hautschäden, gewöhnlich an der Einstichstelle, beobachtet, denen

gerötete (Purpura) oder schmerzhafte, entzündete (erythematöse) Hautstellen vorangehen. In diesen

Fällen sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Da keine Untersuchungen zur Kompatibilität vorliegen, darf der Inhalt der Fertigspritze Fraxiparine

0,3 duo nicht mit anderen Präparaten gemischt werden.

Wenn Sie eine bekannte Latex-Allergie haben, sollten Sie vor der Anwendung von Fraxiparine 0,3

duo Ihren Arzt oder Apotheker darüber informieren, da der Nadelschutz der Fertigspritzen

Naturkautschuk enthalten kann, der bei auf Latex empfindlich reagierenden Personen schwere

allergische Reaktionen auslösen kann.

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen

Erfahrungen vor. Die Anwendung bei Kindern wird deshalb nicht empfohlen.

Ältere Menschen

Eine Anpassung der Dosierung für ältere Patienten ist nicht notwendig, es sei denn, es liegt eine

Nierenfunktionsstörung vor. Bei älteren Patienten wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung die

Nierenfunktion zu überprüfen.

Vorbeugung um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern wenn Sie eine akute Erkrankung haben,

die eine eingeschränkte Mobilität nach sich zieht:

Bei älteren Patienten ist eventuell eine Dosisreduzierung auf 0,3 ml (2.850 I.E. Anti-Xa) angebracht.

Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor

kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Die folgenden Arzneimittel können die Wirkungen von Fraxiparine 0,3 duo verstärken und das Risiko

für Blutungen erhöhen:

Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen (orale Antikoagulantien)

Acetylsalicylsäure (oder andere Salicylate)

Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel (Antiphlogistika, NSAIDs)

Thrombozytenaggregationshemmer

Systemische Nebennierenrindenhormone ([Gluco-] Kortikosteroide)

Dextran

Die Wechselwirkung von Heparin mit Nitroglycerin intravenös, die zu einer Wirkungsabschwächung

von Heparin führen kann, kann für Fraxiparine 0,3 duo ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Arzneimittel, die den Kaliumspiegel im Blutserum erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger

medizinischer Überwachung gleichzeitig mit Fraxiparine 0,3 duo angewendet werden.

Die Gabe von Fraxiparine 0,3 duo sollte bei Patienten, die auf orale Antikoagulantien umgestellt

werden, so lange fortgesetzt werden, bis eine stabile INR (International Normalized Ratio) im

gewünschten Bereich erreicht worden ist.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können

.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme / Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Versuche an Tieren haben keinen Hinweis auf fruchtschädigende Einflüsse ergeben. Es liegen jedoch

nur begrenzte klinische Informationen vor, inwieweit der Wirkstoff in den Mutterkuchen (Plazenta)

übergeht. Über die Anwendung in der Schwangerschaft liegen ebenfalls nur begrenzte klinische

Erfahrungen vor, die keine unerwünschten Wirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit

des Ungeborenen/Neugeborenen gezeigt haben. Wegen der begrenzten klinischen Erfahrungen wird

eine Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Es liegen nur begrenzte Informationen darüber vor, ob Nadroparin-Calcium in die Muttermilch

übergeht. Deshalb wird von einer Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo während der Stillzeit

abgeraten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zur Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

vor.

3.

Wie ist Fraxiparine 0,3 duo anzuwenden?

Nehmen Sie Fraxiparine 0,3 duo immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Falls vom Arzt nicht anders

verordnet ist die übliche Dosis:

Dosierung

In Abhängigkeit von der Dosierung sind die entsprechenden Abfüllungen zwischen 0,2 bis 1,0 ml

anzuwenden.

Die Fertigspritzen zu 0,6 ml, 0,8 ml und 1,0 ml weisen eine Graduierung in 0,1-ml-Schritten auf. Für

Patienten in der Indikation „Therapie tiefer Venenthrombosen”, die eine Dosierung von 0,5 ml, 0,7 ml

oder 0,9 ml entsprechend ihrem individuellen Körpergewicht benötigen, kann die korrekte Dosierung

dadurch erhalten werden, dass die jeweils höher dosierte Fertigspritze verwendet wird, nachdem die

überschüssige Menge von 0,1 ml vor Gebrauch entfernt wurde.

Fraxiparine 0,3 duo mit 2 Fertigspritzen ist für den Prophylaxebeginn geeignet. Für die weitere

Behandlung stehen andere Packungsgrößen zur Verfügung.

Perioperative Thromboseprophylaxe

Allgemeinchirurgie mit Risiko thromboembolischer Komplikationen

0,3 ml (2.850 I.E. anti-Xa) subkutan 2 Stunden vor der Operation. Danach 0,3 ml (2.850 I.E. anti-Xa)

subkutan jeden Morgen bis zur vollständigen Mobilisierung des Patienten, mindestens jedoch für die

Dauer von 7 Tagen.

Allgemeinchirurgie mit zusätzlichen Risikofaktoren und bei elektiven Hüftoperationen

Die Initialdosierungen sollten 12 Stunden vor und 12 Stunden nach der Operation injiziert werden.

Diese Dosen und die folgenden täglichen Einmaldosen sollen in Übereinstimmung mit dem unten

angeführten Schema an das Körpergewicht angepasst werden. Die Behandlung sollte so lange, wie das

Thromboserisiko besteht - mindestens jedoch 10 Tage - fortgesetzt werden.

Orthopädische Eingriffe

s.c. Injektion 1-mal täglich

Gewicht in kg

Präoperativ und

postoperativ für 3 Tage

Ab 4. postoperativen Tag

< 50

0,2 ml

0,3 ml

50 bis 69

0,3 ml

0,4 ml

0,4 ml

0,6 ml

Vorbeugung um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern wenn Sie eine akute Erkrankung haben,

die eine eingeschränkte Mobilität nach sich zieht

Nadroparin wird einmal täglich subkutan verabreicht. Die Dosis sollte dem Körpergewicht, wie in der

nachstehenden Tabelle angegeben, angepasst werden. Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt

werden, wie das Risiko einer Thromboembolie fortbesteht.

Körpergewicht

Einmal täglich

(kg)

Injektionsvolumen (ml)

I.E. Anti-Xa

≤70

3.800

>70

5.700

Bei älteren Patienten ist eventuell eine Dosisreduzierung auf 0,3 ml (2.850 I.E. Anti-Xa) angebracht.

Therapie tiefer Venenthrombose

Fraxiparine 0,3 duo sollte zweimal täglich (alle 12 Stunden) subkutan injiziert werden, und zwar in

einer dem Körpergewicht des Patienten angepassten Dosierung (siehe nachfolgende Tabelle).

Gewicht in kg

Behandlung von tiefen Venenthrombosen

s.c. Injektion 2-mal täglich

< 50

0,4 ml

50 bis 59

0,5 ml

60 bis 69

0,6 ml

70 bis 79

0,7 ml

80 bis 89

0,8 ml

0,9 ml

Mit der Gabe von oralen Antikoagulantien sollte am ersten Tag begonnen werden. Die

Behandlungsdauer mit Fraxiparine 0,3 duo beträgt mindestens 5 Tage und sollte so lange fortgesetzt

werden, bis eine ausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist.

Gerinnungshemmung während der Hämodialyse und Hämofiltration

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden. Fraxiparine 0,3 duo wird

üblicherweise jeweils zu Dialysebeginn als Einmaldosis in den arteriellen Schenkel verabreicht. In

nachfolgender Tabelle sind die empfohlenen Anfangsdosen für Patienten ohne erhöhtes Blutungsrisiko

aufgeführt. Bei Dialysen, die länger als 4 Stunden dauern, kann während der Dialyse zusätzlich eine

geringere Dosis verabreicht werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen in den ersten

Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend

angepasst werden.

Gewicht in kg

Gerinnungshemmung während der Hämodialyse

und Hämofiltration in den arteriellen Schenkel

bei Dialysebeginn

< 50

0,3 ml

50 bis 69

0,4 ml

0,6 ml

Art der Anwendung

Die Fertigspritze ist für die subkutane Injektion vorgesehen.

Bei subkutaner Applikation von Fraxiparine 0,3 duo ist die seitliche Bauchwand der übliche

Injektionsort; alternativ kann Fraxiparine 0,3 duo in den Oberschenkel injiziert werden.

Der Einstich der Injektionsnadel erfolgt senkrecht in eine mit Daumen und Zeigefinger gebildete

Hautfalte; diese muss bis zum Abschluss der Injektion vorsichtig, aber gut festgehalten werden. Die

Einstichstelle sollte nicht massiert werden.

Während einer Dialyse wird Fraxiparine 0,3 duo in den arteriellen Schenkel appliziert.

Dauer der Behandlung

Die Anwendungsdauer wird individuell vom Arzt festgelegt und ist abhängig von der jeweiligen

Indikation (siehe Dosierung).

Wenn Sie eine größere Menge von Fraxiparine 0,3 duo angewendet haben, als Sie sollten

Bei Hämodialyse-Patienten und bei der Behandlung von tiefen Venenthrombosen sollte eine

Verlängerung des aPTT-Wertes nur als ein Zeichen einer Überdosierung betrachtet werden.

Dosiserhöhungen mit dem Ziel einer aPTT-Verlängerung bergen die Gefahr einer Überdosierung oder

von Blutungen in sich. Blutungen stellen das Hauptzeichen einer Überdosierung dar. Eine

Überwachung der Thrombozytenzahl und anderer Gerinnungsparameter ist anzuraten.

Geringfügige Blutungen erfordern selten eine spezifische Behandlung, häufig ist es ausreichend, die

nächste Fraxiparine 0,3 duo-Dosis zu reduzieren oder zu verzögern. Die Gabe von Protaminsulfat

sollte nur erwogen werden, wenn der Zustand des Patienten ernst ist.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Fraxiparine 0,3 duo wird weitgehend neutralisiert, aber es

verbleibt eine gewisse anti-Xa-Restaktivität (etwa 25 %). 6 mg Protaminsulfat neutralisieren etwa

950 I.E. anti-Xa Nadroparin-Calcium.

Wenn Sie die Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo vergessen haben

Wenn eine Injektion mit Fraxiparine 0,3 duo vergessen wurde, so sollte trotzdem ab sofort die tägliche

Gabe weitergeführt werden. Auf keinen Fall dürfen deshalb zwei Injektionen hintereinander gegeben

werden.

Wenn Sie die Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo abbrechen

Um einen zuverlässigen Thromboseschutz zu gewährleisten, ist es notwendig, die Injektionen für die

vom Arzt angegebene Dauer einzuhalten. Wenn dies nicht möglich ist, z. B. beim Auftreten von

Nebenwirkungen, halten Sie bitte unverzüglich Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Fraxiparine 0,3 duo Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Beschwerden, auf die Sie achten müssen

Allergische Reaktionen

: Diese treten bei der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo selten auf. Die

Anzeichen sind:

Erhöhte und juckende Hautrötungen (Nesselausschlag)

Schwellungen, manchmal im Gesicht oder Mund (Angioödem), die Schwierigkeiten beim

Atmen verursachen

Hautschäden an der Injektionsstelle.

Gehen Sie sofort zum Arzt,

wenn Sie eines dieser Symptome haben und wenden Sie Fraxiparine 0,3

duo nicht weiter an.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nebenwirkungen

Bisher wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet. Bei etwa 3 % der prophylaktisch behandelten

Patienten traten Nebenwirkungen auf.

Sehr häufig:

Blutgerinnsel (Hämatome) an der Einstichstelle, in einigen Fällen mit Knötchen (Granulome)

Blutungen an verschiedenen Stellen

Häufig:

Irritationen an der Einstichstelle

Offene oder versteckte Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten,

Wunden sowie im Bereich des Magen-Darm- und Urogenitaltraktes), die zu Blutarmut

(hämorrhagische Anämie) führen können

Erhöhung der Leberwerte (Aminotransferasen, Gamma-GT), LDH und Lipase

Anstieg der Kalium-Konzentration im Blutserum

Gelegentlich:

Leichte, vorübergehende Verminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ I)

(siehe Abschnitt 2. Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo ist

erforderlich bei)

Selten:

Calciumablagerungen an der Einstichstelle (Kalzinose), insbesondere bei Patienten mit

schwerer Nierenfunktionsstörung

Allergische Reaktionen mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Temperaturanstieg,

Kopfschmerzen, Nesselsucht (Urtikaria), Hautjucken (Pruritus), Atemnot (Dyspnoe),

Verkrampfung der oberen Luftwege (Bronchospasmus), Blutdruckabfall

Vorübergehender Aldosteronmangel (Hypoaldosteronismus)

Schwerer, Heparin-bedingter Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II),

(siehe Abschnitt 2. Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo ist

erforderlich bei)

Vermehrung der Blutplättchen (Thrombozytose)

Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Eosinophilie)

Anaphylaktoide Reaktionen, anaphylaktischer Schock, Angioödem

Hautausschlag, Hautrötung (Erythem)

Haarausfall (Alopezie)

Hautschäden (Hautnekrosen) an der Einstichstelle (siehe Abschnitt 2. Besondere Vorsicht bei

der Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo ist erforderlich bei)

Sehr selten:

Anstieg der Zahl an Thrombozyten (Thrombozythämie) über 1.000.000/mm

, hauptsächlich

postoperativ beobachtet

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Hautreaktionen)

Anhaltende schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus)

Gewebeschäden an der Einstichstelle (Nekrose)

Nicht bekannt:

Kopfschmerzen

Migräne

Fälle von schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen, wie z. B. Hirn- und Augenblutungen,

wurden berichtet.

Peridurale Blutungen im Lumbalbereich nach Katheter-Spinalanästhesie, die zu Paraplegie führten,

wurden beobachtet.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Gegenmaßnahmen

Blutungen stellen das Hauptzeichen einer Überdosierung dar. Bitte informieren Sie sofort Ihren Arzt,

wenn bei Ihnen Probleme/Komplikationen mit Blutungen auftreten.

Geringfügige Blutungen erfordern selten eine spezifische Behandlung. Häufig ist es ausreichend, die

nächste Fraxiparine 0,3 duo-Dosis zu reduzieren oder zu verzögern.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden

5.

Wie ist Fraxiparine 0,3 duo aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und Fertigspritze angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Fraxiparine 0,3 duo darf nicht mit anderen Präparaten gemischt werden.

Sie dürfen Fraxiparine 0,3 duo nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Trübungen oder Verfärbungen der Lösung.

Nur klare Injektionslösungen verwenden. Nur für den einmaligen Gebrauch, unverbrauchte

Restlösungen vernichten.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Nicht über 30°C lagern.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fraxiparine 0,3 duo enthält

Der Wirkstoff ist:

Nadroparin-Calcium

Eine Fertigspritze Fraxiparine 0,3 duo mit 0,3 ml Injektionslösung enthält 2.850 I.E. anti-Xa

Nadroparin-Calcium (entsprechend 95 bis 130 I.E. anti-Xa/mg).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Calciumhydroxid/Salzsäure 10 % (zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke.

Wie Fraxiparine 0,3 duo aussieht und Inhalt der Packung

Die Fraxiparine 0,3 duo Fertigspritze enthält eine klare bis schwach opalisierende, farblose oder leicht

gelbe, leicht braune oder leicht dunkelgelbe Lösung. Der zylinderförmige Hohlraum besteht aus Glas.

Die Kanüle besteht aus rostfreiem Stahl und wird durch eine Schutzkappe geschützt, die

Naturkautschuk (Latex) enthalten kann. Der bewegliche Kolben besteht aus hellgrünem Kunststoff.

Fraxiparine 0,3 duo ist als Packung mit 2 Fertigspritzen zu je 0,3 ml Injektionslösung erhältlich.

Schritt für Schritt Anleitung:

Teile der Fraxiparine-Fertigspritze:

Nadelschutz

Kolben

Spritzenflügel

Sicherheitszylinder

Hinweise zum Gebrauch

1. Waschen Sie Ihre Hände sorgfältig mit Seife und Wasser und trocknen Sie sie anschließend

mit einem Handtuch.

2. Nehmen Sie die Spritze aus dem Karton und prüfen Sie:

ob das Verfalldatum nicht überschritten ist

ob die Spritze geöffnet oder beschädigt ist

3. Setzen oder legen Sie sich bequem hin

Wählen Sie eine Hautstelle in der unteren Bauchregion,

mindestens 5 cm unter dem Nabel (Bild

A

Wechseln Sie die Einstichstelle

links und rechts

an der

unteren Bauchregion bei jeder Injektion. Dies hilft, mögliche

Beschwerden an der Einstichstelle zu vermindern. Wenn es

nicht möglich ist, in die untere Bauchregion zu injizieren,

fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Bild A

4. Reinigen Sie die Einstichstelle mit einem Alkohol-Pad.

5. Entfernen Sie den Nadelschutz,

indem Sie ihn erst drehen

und dann in einer geraden Linie vom Spritzenkörper

wegziehen (Bild

B

.

Werfen Sie den Nadelschutz weg.

Wenn das Volumen in der Spritze höher ist als das, welches

Sie benötigen, müssen Sie den Überschuss entfernen,

bevor

Sie

spritzen.

Halten Sie die Spritze senkrecht, so dass die Nadel nach

unten zeigt.

Drücken Sie den Kolben vorsichtig nach unten, bis sich

Bild B

die untere Seite der eingeschlossenen Luftblase an der

Markierung mit dem Volumen, das Ihr Arzt Ihnen

verschrieben hat, befindet.

Lassen Sie die Flüssigkeit, die aus der Nadel kommt, auf

ein Taschentuch tropfen und werfen Sie es weg.

Die Spritze ist nun gebrauchsfertig.

Wichtiger Hinweis:

Berühren Sie vor der Injektion nichts mit der Nadel

und nicht die Nadel selbst.

Es ist normal, wenn Sie in der Fertigspritze eine

Luftblase sehen.

Versuchen Sie nicht diese Luftblase

zu entfernen, bevor Sie die Injektion durchführen

Sie könnten ansonsten ein Teil des Arzneimittels

verlieren.

6. Drücken Sie sanft die Haut, die gereinigt wurde

zusammen, so dass sich eine Hautfalte bildet.

Halten Sie

diese Hautfalte während der gesamten Dauer der Injektion

zwischen Daumen und Zeigefinger (Bild

C

Bild C

7. Halten Sie die Fertigspritze fest am Spritzenflügel

Stechen Sie die komplette Länge der Nadel im rechten Winkel

in die Hautfalte (Bild

D

Bild D

8

Spritzen Sie den GESAMTEN Inhalt der Fertigspritze

unter die Haut, indem Sie den Kolben soweit wie möglich

nach unten drücken

(Bild

E

). Danach ziehen Sie die Nadel

sanft aus der Haut.

Bild E

9.

Nach der Anwendung halten Sie die Fertigspritze mit

einer Hand am Sicherheitszylinder fest. Ziehen Sie mit der

anderen Hand den Spritzenflügel fest zurück

. Dadurch

wird der Zylinder entriegelt. Schieben Sie den Zylinder über

die Spritze, bis sie über der Nadel einrastet (Bild

F

Bild F

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Aspen Pharma Trading Limited, 3016 Lake Drive, Citywest Business Campus, Dublin 24, Irland

Tel: 0049 3056796862

Mitvertrieb:

Aspen Germany GmbH

Montgelasstraße 14

81679 München

Deutschland

Hersteller:

Aspen Notre Dame De Bondeville

1 rue de l’Abbaye, 76960 Notre Dame de Bondeville

Frankreich

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

FACHINFORMATION (ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES

ARZNEIMITTELS)

1.

BEZEICHNUNG

DES

ARZNEIMITTELS

Fraxiparine

®

0,3 duo

2.850 I.E. / 0,3 ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE

UND

QUANTITATIVE

ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält 9.500 I.E. anti-Xa Nadroparin-Calcium, entsprechend 95 bis 130 I.E.

anti-Xa/mg, ein niedermolekulares Heparin mit einem mittleren Molekulargewicht von 4.500 Dalton.

1 Fertigspritze mit 0,3 ml Injektionslösung enthält 2.850 I.E. anti-Xa Nadroparin-Calcium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung. Die Lösung ist steril und klar, pH 5,0 bis 7,5. Die Fraxiparine 0,3 Duo Fertigspritze

enthält eine klare bis schwach opalisierende, farblose oder leicht gelbe, leicht braune oder leicht

dunkelgelbe Lösung.

4.

KLINISCHE

ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Perioperative Thromboseprophylaxe:

Peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei Patienten mit

niedrigem oder mittlerem thromboembolischen Risiko (z. B. Allgemeinchirurgie).

Peri- und postoperative Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei Patienten mit

hohem thromboembolischen Risiko (z. B. orthopädische Chirurgie, wie

Hüftersatzchirurgie).

Prophylaxe einer venösen thromboembolischen Erkrankung bei Patienten mit einer akuten

Erkrankung (wie z. B. akute Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, schwerer Infektionen sowie

rheumatischer Erkrankungen) und eingeschränkter Mobilität mit erhöhtem Risiko für eine venöse

Thromboembolie.

Therapie tiefer Venenthrombosen.

Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der

Hämodialyse und Hämofiltration.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Art der Anwendung

Bei subkutaner Applikation von Fraxiparine 0,3 duo ist die seitliche Bauchwand der übliche

Injektionsort; alternativ kann Fraxiparine 0,3 duo in den Oberschenkel injiziert werden. Der Einstich

der Injektionsnadel erfolgt senkrecht in eine mit Daumen und Zeigefinger gebildete Hautfalte; diese

muss bis zum Abschluss der Injektion vorsichtig, aber gut festgehalten werden. Die Einstichstelle

sollte nicht massiert werden. Während einer Dialyse wird Fraxiparine 0,3 duo in den arteriellen

Schenkel appliziert.

Dosierung

Perioperative Thromboseprophylaxe

Allgemeinchirurgie mit Risiko thromboembolischer Komplikationen

0,3 ml (2.850 I.E. anti-Xa) subkutan 2 Stunden vor der Operation, danach 0,3 ml (2.850 I.E. anti-Xa)

subkutan jeden Morgen bis zur vollständigen Mobilisierung des Patienten, mindestens aber für die

Dauer von 7 Tagen.

Allgemeinchirurgie mit zusätzlichen Risikofaktoren und bei elektiven Hüftoperationen

Die Initialdosierungen sollten 12 Stunden vor und 12 Stunden nach der Operation injiziert werden.

Diese Dosen und die folgenden täglichen Einmaldosen sollten in Übereinstimmung mit dem im

Folgenden aufgeführten Schema an das Körpergewicht angepasst werden. Die Behandlung sollte so

lange wie das Thromboserisiko besteht - mindestens jedoch 10 Tage - fortgesetzt werden.

Orthopädische Eingriffe

s.c. Injektion 1-mal täglich

Gewicht

in kg

Präoperativ und

postoperativ

für 3 Tage

Ab 4. postoperativen

< 50

0,2 ml

0,3 ml

50 bis 69

0,3 ml

0,4 ml

0,4 ml

0,6 ml

Prophylaxe einer venösen thromboembolischen Erkrankung bei Patienten mit einer akuten

Erkrankung (wie z. B. akute Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, schwerer Infektionen sowie

rheumatischer Erkrankungen) und eingeschränkter Mobilität mit erhöhtem Risiko für eine venöse

Thromboembolie

Nadroparin wird einmal täglich subkutan verabreicht. Die Dosis sollte dem Körpergewicht, wie in der

nachstehenden Tabelle angegeben, angepasst werden. Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt

werden, wie das Risiko einer Thromboembolie fortbesteht.

Körpergewicht

(kg)

Einmal täglich

Injektionsvolumen (ml)

I.E. Anti-Xa

≤70

3.800

>70

5.700

Bei älteren Patienten ist eventuell eine Dosisreduzierung auf 0,3 ml (2.850 I.E. Anti-Xa) angebracht.

Therapie tiefer Venenthrombose

Fraxiparine 0,3 duo sollte zweimal täglich (alle 12 Stunden), üblicherweise für die Dauer von

10 Tagen, s.c. injiziert werden, und zwar in einer dem Körpergewicht des Patienten angepassten

Dosierung (siehe nachfolgende Tabelle). Mit der Gabe von oralen Antikoagulantien sollte am ersten

Tag begonnen werden. Die Behandlungsdauer mit Fraxiparine 0,3 duo beträgt mindestens 5 Tage und

sollte so lange fortgesetzt werden, bis eine ausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist.

Gewicht

in kg

Behandlung von tiefen

Venenthrombosen

s.c. Injektion

2-mal täglich

< 50

0,4 ml

50 bis 59

0,5 ml

60 bis 69

0,6 ml

70 bis 79

0,7 ml

80 bis 89

0,8 ml

0,9 ml

Die Fertigspritzen zu 0,6 ml, 0,8 ml und 1,0 ml weisen eine Graduierung in 0,1-ml-Schritten auf. Für

Patienten, die eine Dosierung von 0,5 ml, 0,7 ml oder 0,9 ml entsprechend ihrem individuellen

Körpergewicht benötigen, kann die korrekte Dosierung dadurch erhalten werden, dass die jeweils

höher dosierte Fertigspritze verwendet wird, nachdem die überschüssige Menge von 0,1 ml vor

Gebrauch entfernt wurde.

Fraxiparine 0,3 duo mit 2 Fertigspritzen ist für den Prophylaxebeginn geeignet. Für die weitere

Behandlung stehen andere Packungsgrößen zur Verfügung.

Gerinnungshemmung während der Hämodialyse und Hämofiltration

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden. Fraxiparine 0,3 duo wird

üblicherweise jeweils zu Dialysebeginn als Einmaldosis in den arteriellen Schenkel verabreicht. In

nachfolgender Tabelle sind die empfohlenen Anfangsdosen für Patienten ohne erhöhtes Blutungsrisiko

aufgeführt. Bei Dialysen, die länger als 4 Stunden dauern, kann während der Dialyse zusätzlich eine

geringere Dosis verabreicht werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen in den ersten

Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend

angepasst werden.

Gewicht

in kg

Gerinnungshemmung

während der Hämodialyse und

Hämofiltration

intraarterielle Injektion bei

Dialysebeginn

< 50

0,3 ml

50 bis 69

0,4 ml

0,6 ml

Kontrollen während der Therapie

Wegen der Gefahr einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie ist die Thrombozytenzahl während

der Behandlung mit Fraxiparine 0,3 duo regelmäßig zu kontrollieren.

Kontrollen der Thrombozytenzahlen werden empfohlen vor Beginn der Therapie, am 1. Tag der

Therapie und anschließend regelmäßig alle drei bis vier Tage sowie am Ende der Therapie.

Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung eine leichte, vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I)

mit Thrombozytenwerten zwischen 100.000/Mikroliter und 150.000/Mikroliter auf (verursacht durch

vorübergehende Thrombozytenaktivierung). Komplikationen kommen in diesen Fällen im

Allgemeinen nicht vor. Die Behandlung kann daher fortgeführt werden.

Selten werden Antikörper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten

deutlich unter 100.000/Mikroliter oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50 % des

Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht sensibilisierten Patienten beginnt der Thrombozytenabfall

hauptsächlich 6 bis 21 Tage nach Behandlungsbeginn, bei sensibilisierten unter Umständen innerhalb

weniger Stunden. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und

venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der

Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna. In solchen Fällen ist Fraxiparine 0,3 duo sofort

abzusetzen und eine andere antithrombotische Behandlung in Betracht zu ziehen. Der Patient muss

darüber informiert werden, dass bei ihm in Zukunft keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr

angewendet werden dürfen.

Kinder und Jugendliche

Nadroparin wird nicht für Kinder und Jugendliche empfohlen, da die Daten zur Sicherheit und zur

Wirksamkeit nicht ausreichen, um Dosierungen für Patienten unter 18 Jahren festzulegen.

Ältere Menschen

Eine Dosisanpassung für ältere Patienten ist nicht notwendig, es sei denn, es liegt eine

Nierenfunktionsstörung vor. Es wird empfohlen, die Nierenfunktion vor Beginn der Behandlung zu

überprüfen (siehe

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

unten und unter Abschnitt 5.2).

Prophylaxe einer venösen thromboembolischen Erkrankung bei Patienten mit einer akuten

Erkrankung (wie z. B. akute Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, schwerer Infektionen sowie

rheumatischer Erkrankungen) und eingeschränkter Mobilität mit erhöhtem Risiko für eine

venöse Thromboembolie:

Bei älteren Patienten ist eventuell eine Dosisreduzierung auf 0,3 ml (2.850 I.E. Anti-Xa) angebracht.

Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion

Es wurden keine Studien bei Patienten mit einer Beeinträchtigung der Leberfunktion durchgeführt.

Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

Mittelgradige und schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion ist mit steigender Exposition

gegenüber Nadroparin verbunden. Diese Patienten unterliegen einem erhöhten Risiko einer

Thromboembolie und einer Hämorrhagie.

Therapie tiefer Venenthrombosen

Werden Patienten mit Niereninsuffizienz (siehe Abschnitt 4.3) wegen einer tiefen Venenthrombose

behandelt, so sollten die Laborwerte überwacht werden, vorzugsweise anhand von anti-Xa-Spiegel-

Bestimmungen (amidolytische Methode mit chromogenem Substrat). Die anti-Xa-Aktivität kann am 2.

und 4. Tag kontrolliert werden, etwa 3 Stunden nach s.c. Applikation, und sollte im Bereich 0,5 bis

1,2 I.E. anti-Xa/ml liegen.

Prophylaxe thromboembolischer Störungen

Bei Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 50 ml/min) ist

eine Dosisreduktion nicht erforderlich.

Falls angesichts der individuellen Risikofaktoren für Hämorrhagie und Thromboembolie bei Patienten

mit mittelgradiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min und

< 50 ml/min) vom verschreibenden Arzt eine Dosisreduktion als angemessen erachtet wird, sollte die

Dosis um 25 bis 33 % reduziert werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Nadroparin ist bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

unter 30 ml/min) kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3, Gegenanzeigen).

4.3

Gegenanzeigen

Fraxiparine 0,3 duo darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Nadroparin-Calcium, Heparin oder einen der in

Abschnitt 6.1 aufgeführten sonstigen Bestandteile

Aktuellen oder aus der Anamnese bekannten Heparin-assoziierten Thrombozytopenien (Typ II)

oder aus der Anamnese bekannten Nadroparin-assoziierten Thrombozytopenien (siehe

Abschnitt 4.4)

Intraokularen Blutungen oder anderen aktiven Blutungsprozessen oder erhöhtem Risiko für

Blutungen in Bezug auf Störungen der Hämostase (hämorrhagische Diathese, Mangel an

Gerinnungsfaktoren, schwere Thrombozytopenie), außer bei Verbrauchskoagulopathie, die nicht

durch Heparin induziert ist

Organläsionen, die zu Blutungen neigen können, wie akuten Magen-Darm-Geschwüren,

zerebralen Blutungen und zerebralem Aneurysma

Hämorrhagischem Schlaganfall

Akut infektiöser Endokarditis

Schwerem, unkontrollierbaren Bluthochdruck

Schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion

Schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min),

ausgenommen bei Hämodialysebehandlung

Verletzungen und operativen Eingriffen am Zentralnervensystem sowie am Auge und Ohr

Retinopathien, Glaskörperblutungen

Abortus imminens

Behandlung von tiefen Venenthrombosen: Regionalanästhesie (Spinal- oder

Epiduralanästhesie), Lumbalpunktion

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Thrombozytopenie und Störungen der Thrombozytenfunktion.

Heparin-induzierte Thrombozytopenie

Aufgrund der Möglichkeit einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie

sollte die

Thrombozytenzahl während der gesamten Dauer der Nadroparin-Behandlung kontrolliert

werden

Es wurden seltene Fälle einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie, die gelegentlich schwer

verliefen, berichtet, diese können mit arterieller oder venöser Thrombose verbunden sein. Eine

derartige Diagnose sollte in den folgenden Situationen in Erwägung gezogen werden:

Thrombozytopenie

Jede signifikante Reduktion der Thrombozytenzahl (30 bis 50 % im Vergleich zum

Ausgangswert)

Verschlechterung der initialen Thrombose im Verlauf der Therapie

Thrombose, die im Verlauf der Therapie auftritt

Verbrauchskoagulopathie

In diesem Fall muss die Nadroparin-Behandlung abgebrochen werden.

Diese Effekte sind wahrscheinlich immuno-allergischer Natur und werden im Fall einer ersten

Behandlung hauptsächlich zwischen dem 5. und dem 21. Behandlungstag berichtet. Sie können aber

auch wesentlich früher auftreten, wenn aus der Anamnese eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie

hervorgeht.

Falls in der Vorgeschichte eine Thrombozytopenie mit Heparin aufgetreten ist (entweder Standard-

oder niedermolekulares Heparin), kann eine Behandlung mit Nadroparin, falls notwendig, in

Erwägung gezogen werden. In solchen Fällen ist mindestens täglich eine sorgfältige klinische

Überwachung und die Kontrolle der Thrombozytenzahl durchzuführen. Falls eine Thrombozytopenie

auftritt, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Wenn eine Thrombozytopenie mit Heparin auftritt (entweder Standardheparin oder niedermolekulares

Heparin), sollte die Substitution mit einer anderen Antithrombotika-Klasse in Erwägung gezogen

werden. Falls nicht verfügbar kann die Substitution mit einem anderen niedermolekularen Heparin in

Betracht gezogen werden, wenn die Anwendung von Heparin unumgänglich ist. In solchen Fällen

sollte die Kontrolle der Thrombozytenzahl mindestens täglich erfolgen und die Behandlung sollte so

schnell wie möglich abgebrochen werden, da Fälle einer initialen Thrombozytopenie beschrieben

wurden, die nach der Substitution fortdauerten (siehe Abschnitt 4.3).

In-vitro

-Thrombozytenaggregationstests sind bei der Diagnose der Heparin-induzierten

Thrombozytopenie nur von begrenztem Wert.

Vorsicht sollte ausgeübt werden, wenn Nadroparin in den folgenden Situationen angewendet

wird, da diese mit einem erhöhten Risiko für Blutungen verbunden sein können:

Leberinsuffizienz

Schwere arterielle Hypertonie

Peptische Ulzeration in der Vorgeschichte, bei Verdacht auf intrakranielle Tumore mit

Blutungsneigung oder anderen organischen Läsionen, die zur Blutung neigen

Gefäßerkrankungen der Chorio-Retina

Während der postoperativen Phase nach einer Operation am Gehirn, am Rückenmark oder

am Auge

Gleichzeitige Behandlung mit oralen Antikoagulantien

Fraxiparine 0,3 duo sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Beeinträchtigung der

Leber- oder der Pankreasfunktion, bei Nieren- und/oder Harnleitersteinen, bei Patienten, die

Arzneimittel einnehmen, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen, sowie bei Patienten, die sich vor

kurzem einer Operation unterzogen haben und eine hochdosierte Fraxiparine 0,3 duo-Behandlung

erhalten.

Hyperkaliämie

Heparin kann die adrenale Sekretion von Aldosteron unterdrücken, was zu einer Hyperkaliämie führen

kann, insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Kaliumplasmaspiegel oder bei Patienten mit Risiko für

erhöhte Kaliumplasmaspiegel, wie Diabetes mellitus, dauerhafter Beeinträchtigung der

Nierenfunktion, vorbestehender stoffwechselbedingter Azidose oder der Einnahme von

Medikamenten, die den Kaliumplasmaspiegel erhöhen (z. B. ACE-Hemmer [Angiotensin-Converting-

Enzym], nicht-steroidale Antiphlogistika [NSAIDs]). Das Risiko einer Hyperkaliämie scheint mit der

Dauer der Therapie anzusteigen, ist aber in der Regel reversibel. Die Kaliumplasmaspiegel sollten bei

Risikopatienten kontrolliert werden.

Spinal- oder Epiduralanästhesie/Lumbalpunktion und die begleitende Gabe von Arzneimitteln

Wegen der Gefahr einer Hämatombildung, welche zu anhaltenden neurologischen

Ausfallerscheinungen und Paraplegie führen kann, sind Lumbalpunktion, Spinal- oder

Epiduralanästhesie kontraindiziert bei Patienten, die eine kurative Behandlung mit Fraxiparine 0,3 duo

erhalten (siehe Abschnitt 4.3). Fraxiparine 0,3 duo sollte unter Vorsicht und nach sorgfältiger

individueller Nutzen-Risiko-Abwägung bei Patienten angewendet werden, die eine präventive

Behandlung erhalten und die eine Lumbalpunktion, Spinal- oder Epiduralanästhesie bekommen. Das

Risiko eines spinalen/epiduralen Hämatoms wird erhöht durch einen epiduralen Verweil-Katheter oder

durch die gleichzeitige Gabe von anderen Medikamenten, die ebenfalls die Blutgerinnung

beeinflussen, wie NSAIDs, Plättchenaggregationshemmer oder andere Antikoagulantien. Das Risiko

scheint sich auch durch traumatische oder wiederholte Epidural- oder Spinalpunktionen zu erhöhen.

Bisher liegen keine Ergebnisse aus randomisierten, kontrollierten klinischen Studien vor, die die

sichere Anwendung höherer Dosen von Fraxiparine 0,3 duo (wie z. B. zur Prophylaxe tiefer

Venenthrombosen bei Patienten mit hohem thromboembolischen Risiko angewendet) bei

gleichzeitiger Anwendung rückenmarksnaher Anästhesieverfahren belegen.

Daher sollte die gleichzeitige Verschreibung einer neuraxialen Blockade und einer Therapie mit

Antikoagulantien in folgenden Situationen nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Bewertung

erfolgen:

Bei Patienten, die bereits mit Antikoagulantien behandelt werden, muss der Nutzen einer

neuraxialen Blockade sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden.

Bei Patienten, für die eine elektive Operation mit neuraxialer Blockade geplant ist, muss der

Nutzen einer antikoagulativen Therapie sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden.

Im Fall von Patienten mit Lumbalpunktion, Spinal- oder Epiduralanästhesie sollten mindestens

12 Stunden zwischen der Nadroparin-Injektion bei prophylaktischer Dosis, oder 24 Stunden bei

Behandlungsdosis, und der Einführung oder der Entfernung des Spinal-/Epiduralkatheters oder der

Nadel vergehen, wobei die Produkteigenschaften und das Patientenprofil berücksichtigt werden

sollten. Für Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion können längere Intervalle erwogen

werden. Nachfolgende Dosen sollten erst verabreicht werden, wenn mindestens vier Stunden

vergangen sind. Die erneute Verabreichung von Nadroparin sollte verschoben werden, bis der

chirurgische Eingriff beendet ist.

Die Patienten sollten hinsichtlich Anzeichen und Symptomen neurologischer Beeinträchtigung, wie

Rückenschmerz, sensorische und motorische Defizite (Taubheitsgefühl und Schwäche in den unteren

Extremitäten), Darm- und/oder Blasenfunktionsstörung, häufig kontrolliert werden. Falls eine

neurologische Störung festgestellt wird, sollte unverzüglich mit einer Behandlung begonnen werden.

Das Krankenpflegepersonal sollte darin ausgebildet sein, solche Anzeichen und Symptome zu

erkennen. Die Patienten sollten angewiesen werden ihren Arzt unverzüglich zu informieren, falls sie

eines dieser Symptome wahrnehmen.

Falls Anzeichen oder Symptome von spinalen Hämatomen vermutet werden, sollte umgehend eine

Diagnosestellung und Behandlung, einschließlich Rückenmarksdekompression, eingeleitet werden.

Falls während des Setzens des Katheters eine signifikante oder offensichtliche Blutung auftritt, sollte

eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung stattfinden, bevor mit der Heparin-Therapie begonnen oder

diese fortgesetzt wird.

Salicylate, nicht-steroidale Antiphlogistika und Thrombozytenaggregationshemmer

In der Prophylaxe oder Behandlung venöser thromboembolischer Erkrankungen und zur Vorbeugung

der Gerinnung während der Hämodialyse wird die gleichzeitige Anwendung von Acetylsalicylsäure,

anderen Salicylaten, nicht-steroidalen Antiphlogistika und Thrombozytenaggregationshemmern nicht

empfohlen, da diese das Risiko einer Blutung erhöhen können. Wo solche Kombinationen nicht

vermieden werden können, sollte eine sorgfältige klinische und biologische Überwachung

durchgeführt werden.

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo bei Kindern liegen keine klinischen Erfahrungen vor.

Die Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo bei Kindern wird deshalb nicht empfohlen, bis weitere Daten

vorliegen.

Ältere Menschen

Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung die Nierenfunktion zu überprüfen (siehe Abschnitt

4.3).

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Nadroparin wird hauptsächlich über die Niere ausgeschieden, was zu erhöhter Nadroparin-Exposition

bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung führt (siehe Abschnitt 5.2). Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion sollten mit Vorsicht behandelt werden, da sie einem erhöhten Blutungsrisiko

ausgesetzt sind.

Für Patienten mit leichter bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min und

< 60 ml/min), die eine kurative Behandlung erhalten, kann eine reduzierte Dosis in Erwägung gezogen

werden (siehe Abschnitt 4.2). Die Entscheidung, ob eine Dosisreduktion für einen Patienten, der eine

prophylaktische Therapie erhält und eine Kreatinin-Clearance ≥ 30 und < 50 ml/min aufweist,

angemessen ist, sollte auf Basis der ärztlichen Bewertung des individuellen Patientenrisikos für eine

Blutung versus dem Risiko einer Thromboembolie erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Hautnekrosen

In sehr seltenen Fällen wurden unter Standard- oder niedermolekularem Heparin Hautnekrosen,

gewöhnlich an der Einstichstelle, beobachtet, denen eine Purpura oder infiltrierte oder schmerzhafte

erythematöse Hautstellen, mit oder ohne generellen Symptomen, vorangingen. In diesen Fällen sollte

die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Latex-Allergie

Der Nadelschutz der Fertigspritzen kann Naturkautschuk enthalten, der bei auf Latex empfindlich

reagierenden Personen schwere allergische Reaktionen auslösen kann.

Fraxiparine 0,3 duo darf nicht intramuskulär oder intravenös injiziert werden.

Aufgrund des Risikos der Bildung von Hämatomen während der Fraxiparine 0,3 duo-Therapie sollte

die intramuskuläre Injektion anderer Arzneimittel vermieden werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Nadroparin sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten, die orale Antikoagulantien,

systemische (Gluco-) Kortikosteroide und Dextrane erhalten. Die gleichzeitige Anwendung von

Acetylsalicylsäure (oder anderen Salicylaten), nicht-steroidalen Antiphlogistika und

Thrombozytenaggregationshemmern wird nicht empfohlen, da diese das Risiko für eine Blutung

erhöhen können (siehe Abschnitt 4.4).

Die Wechselwirkung von Heparin mit Nitroglycerin intravenös, die zu einer Wirkungsabschwächung

von Heparin führen kann, kann für Fraxiparine 0,3 duo nicht ausgeschlossen werden. Arzneimittel, die

den Kaliumspiegel im Serum erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer

Überwachung gleichzeitig mit Fraxiparine 0,3 duo angewendet werden.

Die Gabe von Fraxiparine 0,3 duo sollte bei Patienten, die auf orale Antikoagulantien umgestellt

werden, so lange fortgesetzt werden, bis eine stabile INR (International Normalized Ratio) im

gewünschten Bereich erreicht worden ist.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Es liegen keine klinischen Studien zur Wirkung von Nadroparin auf die Fertilität vor.

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien haben keine Hinweise auf fruchtschädigende oder fetotoxische Einflüsse

ergeben. Es liegen jedoch nur begrenzte klinische Informationen über eine Plazentagängigkeit vor.

Erfahrungen, beruhend auf einer begrenzten Zahl von Anwendungen von Nadroparin während der

Schwangerschaft, haben keine unerwünschten Wirkungen auf die Schwangerschaft oder die

Gesundheit des Fetus/Neugeborenen gezeigt. Weitere epidemiologische Daten liegen nicht vor.

Deshalb wird eine Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo während der Schwangerschaft nicht

empfohlen, es sei denn, dass der therapeutische Nutzen das potenzielle Risiko übersteigt.

Stillzeit

Es liegen nur begrenzte Informationen darüber vor, ob Nadroparin-Calcium in die Muttermilch

übergeht. Deshalb wird von einer Anwendung von Fraxiparine 0,3 duo während der Stillzeit

abgeraten.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es sind keine Daten zur Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen verfügbar.

4.8

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen hämorrhagische Manifestationen, leichte Hämatome an der

Injektionsstelle, offene oder versteckte Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut,

Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes), erhöhte

Transaminasen, Reaktionen an der Injektionsstelle, ein Anstieg der Serum-Kalium-Konzentration und

ein Anstieg der Aminotransferasen-, Gamma-GT-, LDH- und Lipase-Konzentration.

Bei etwa 3 % der prophylaktisch behandelten Patienten traten Nebenwirkungen auf.

Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit

angegeben.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Erkrankungen

des Blutes und

Lymphsystems

Hämorrhagi

sche

Manifestati

onen an

verschieden

en Stellen

(inklusive

Fälle von

spinalen

Hämatomen

), häufiger

Patienten

mit anderen

Offene oder

versteckte

Blutungskompli

-kationen

(insbesondere

an Haut,

Schleimhäuten,

Wunden sowie

im Bereich des

Gastrointestinal

- und

Urogenital-

traktes), die zu

hämorrhagische

Leichte,

vorübergehende

Thrombozyto-

penie (Typ I)

Thrombozyto-

penie

(einschließlich

Antikörper-

vermittelter

Heparin-

induzierter

Thrombozyto-

penien (Typ II)

siehe Abschnitt

4.4),

Thrombozytose

Eosinophilie,

Thrombo-

zythämie

über

1.000.000/m

hauptsächlic

postoperativ

beobachtet

Risikofakto

ren (siehe

Abschnitte

4.3 und 4.4)

n Anämien

führen können

die nach

Absetzen

reversibel ist

Erkrankungen

Immunsystems

Anaphylaktisch

er Schock,

Anaphylaktoide

Reaktionen,

Angioödem

Überempfind

lich-

keitsreaktion

(einschließli

ch kutane

Reaktionen)

Erkrankungen

Nervensystems

Kopfschmerz

Migräne

Endokrine

Erkrankungen

Reversibler

Hypoaldostero-

nismus

Stoffwechsel-

Ernährungs-

störungen

Reversible

Hyperkaliäm

ie in

Zusammenh

ang mit

Heparin-

induzierter

Aldosteron-

Suppression,

insbesondere

Risikopatient

en (siehe

Abschnitt

4.4)

Erkrankungen

Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

Priapismus

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzell-

gewebes

Hautausschlag,

Urtikaria,

Erythem,

Pruritus

Alopezie

Hautnekrose

normalerwei

se an der

Injektionsste

lle (siehe

Abschnitt

4.4)

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichung

s-ort

Leichte

Hämatome

an der

Injektionsst

elle

In einigen

Fällen kann

Auftreten

von festen

Knötchen

bemerkt

werden,

was nicht

auf eine

Verkapselu

ng von

Heparin

hinweist.

Diese

Knötchen

verschwind

normalerwe

ise nach

wenigen

Tagen

Reaktionen an

Injektionsstelle

Kalzifikation an

Injektionsstelle

Kalzifikation

tritt häufiger bei

Patienten mit

gestörtem

Calcium-

Phosphat-

Produkt auf,

wie in einigen

Fällen von

chronischer

Nierenin-

suffizienz

Allergische

Reaktionen mit

Symptomen

wie Übelkeit,

Erbrechen,

Temperatur-

anstieg,

Kopfschmerz,

Urtikaria,

Pruritus,

Dyspnoe,

Bronchospasmu

s, Hypotonie

Untersuchunge

Anstieg der

Serum-Kalium-

Konzentration

Anstieg der

Aminotrans-

ferase-,

Gamma-GT-,

LDH- und

Lipase-

Konzentration

Erhöhte

Transaminasen,

gewöhnlich

vorübergehend

Fälle von schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen, wie z. B. intrakranielle Blutungen und

Augenblutungen, wurden ebenfalls berichtet.

Peridurale Blutungen im Lumbalbereich nach Katheter-Spinalanästhesie, die zu Paraplegie führten,

wurden beobachtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei Hämodialyse-Patienten und bei der akuten Therapie der tiefen Venenthrombose sollte die

Verlängerung des aPTT-Wertes nur als Ausmaß der Überdosierung betrachtet werden.

Dosiserhöhungen mit dem Ziel einer aPTT-Verlängerung bergen die Gefahr einer Überdosierung oder

von Blutungen in sich. Blutungen stellen das Hauptzeichen einer Überdosierung dar. Eine

Überwachung der Thrombozytenzahl und anderer Gerinnungsparameter ist anzuraten.

Geringfügige Blutungen erfordern selten eine spezifische Behandlung, häufig ist es ausreichend, die

nächste Fraxiparine 0,3 duo-Dosis zu reduzieren oder zu verzögern. Die Gabe von Protaminsulfat

sollte nur erwogen werden, wenn der Zustand des Patienten ernst ist.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Fraxiparine 0,3 duo wird weitgehend neutralisiert, aber es

verbleibt eine gewisse anti-Xa-Restaktivität (etwa 25 %). 6 mg Protaminsulfat neutralisieren etwa

950 I.E. anti-Xa Nadroparin. Bei der Menge an Protamin, die injiziert werden soll, sollte die Zeit

berücksichtigt werden, die seit der Heparin-Injektion vergangen ist; eine Reduktion der Protamin-

Dosis kann angemessen sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE

EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotikum, ATC-Code: B01A B06

Fraxiparine 0,3 duo ist das Calciumsalz von Nadroparin, einem niedermolekularen Heparin mit einem

mittleren Molekulargewicht von etwa 4.500 Dalton; es wird durch Depolymerisation von

Standardheparin hergestellt. Strukturell handelt es sich um ein Glykosaminoglykan. Nadroparin

hemmt vor allem den Faktor Xa sowie in geringerem Ausmaß Thrombin. Die Hemmung wird

teilweise über den Plasmaproteasehemmer Antithrombin III vermittelt. Nadroparin hat im Vergleich

zu Heparin eine geringere Wirkung auf die Thrombozytenfunktion und -aggregation und nur einen

geringen Einfluss auf die primäre Blutstillung.

Die biologische Aktivität verschiedener niedermolekularer Heparine kann nicht mit einem Test

ausgedrückt werden, der einfache Dosisvergleiche zwischen verschiedenen Präparaten erlaubt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter wurden über die Messung der anti-Xa-Aktivität im Plasma

bestimmt. Nach subkutaner Injektion wird die maximale anti-Xa-Aktivität (c

) nach etwa 3 Stunden

) erreicht. Die Eliminationshalbwertszeit nach subkutaner Injektion beträgt etwa 3,5 Stunden.

Nach intravenöser Injektion wird die maximale anti-Xa-Konzentration im Plasma innerhalb von

weniger als 10 Minuten erreicht, die Halbwertszeit beträgt etwa 2 Stunden. Die Bioverfügbarkeit

hinsichtlich der anti-Xa-Aktivität ist fast vollständig (etwa 98 %).

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Im Rahmen einer klinischen Studie über die Pharmakokinetik von intravenös verabreichtem

Nadroparin bei Patienten mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion unterschiedlicher Ausprägung

wurde eine Korrelation zwischen der Nadroparin-Clearance und der Kreatinin-Clearance festgestellt.

Im Vergleich zu gesunden Probanden waren bei Patienten mit mittelgradiger Beeinträchtigung der

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 36–43 ml/min) sowohl die mittlere AUC wie auch die

Eliminationshalbwertszeit um 52 bzw. 39 % erhöht. Bei diesen Patienten war die mittlere Plasma-

Clearance von Nadroparin auf 63 % des Normalwerts gesenkt. In der Studie wurden starke

interindividuelle Schwankungen beobachtet. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 10–20 ml/min) waren die mittlere AUC und die

Eliminationshalbwertszeit im Vergleich zu gesunden Probanden um 95 bzw. 112 % erhöht. Die

Plasma-Clearance von Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion war im Vergleich

zu Patienten mit normaler Nierenfunktion um 50 % vermindert. Bei Hämodialyse-Patienten mit

schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 3–6 ml/min) waren die mittlere

AUC und die Eliminationshalbwertszeit im Vergleich zu gesunden Probanden um 62 % bzw. 65 %

erhöht. Die Plasma-Clearance von Hämodialyse-Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion war im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion um 67 % vermindert

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Nicht relevant.

6.

PHARMAZEUTISCHE

ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Calciumhydroxid/Salzsäure 10 % (zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30°C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Fertigspritze, bestehend aus Typ-I-Glaszylinder mit Edelstahlkanüle mit Nadelschutz aus Natur-

und/oder Styrol-Butadien-Kautschuk, einem Sicherheitszylinder aus Polypropylen und einem Kolben

mit Dichtlippe aus Butylchlorid-Elastomer.

Packung mit 2 nicht graduierten Fertigspritzen zu je 0,3 ml Injektionslösung.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Hinweis für die Handhabung:

Vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbung prüfen. Verwerfen Sie Injektionslösungen,

deren Aussehen sich geändert hat. Nur für den einmaligen Gebrauch. Verwerfen Sie unverbrauchte

Restlösungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER

DER

ZULASSUNG

Aspen Pharma Trading Limited

3016 Lake Drive

Citywest Business Campus

Dublin 24

Irland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Zul.-Nr.: 40539.01.00

9.

DATUM

DER

ERTEILUNG

DER

ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG

DER

ZULASSUNG

25.08.1997/07.07.2005

10.

STAND

DER

INFORMATION

Juni 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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