Fragmin 10.000 IE/4 ml - Stechampullen

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

30-06-2014

Fachinformation Fachinformation (SPC)

30-06-2014

Wirkstoff:
DALTEPARIN NATRIUM
Verfügbar ab:
Pfizer Corporation Austria GmbH
ATC-Code:
B01AB04
INN (Internationale Bezeichnung):
DALTEPARIN SODIUM
Einheiten im Paket:
10 Stück, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Dalteparin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-18734
Berechtigungsdatum:
1989-07-11

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Fragmin

®

10000 IE/4 ml - Stechampullen

Wirkstoff: Dalteparin-Natrium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Fragmin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fragmin beachten?

Wie ist Fragmin anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fragmin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Fragmin und wofür wird es angewendet?

Fragmin ist ein durch Spaltung aus hochmolekularem Heparin gewonnenes niedermolekulares Heparin–

Bruchstück (Dalteparin-Natrium). Fragmin beeinflusst den Ablauf der Blutgerinnung. Es verhindert die

Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in den Blutgefäßen. Im Vergleich zum herkömmlichen

Heparin besitzt Fragmin eine stark gerinnungshemmende Wirkung bei gleichzeitig verringertem

Nebenwirkungsrisiko.

Es wird zur Gerinnungshemmung bei Hämodialyse („Blutwäsche“) und Hämofiltration (Ersatz des

Wasseranteils des Blutes durch eine Elektrolytlösung) angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fragmin beachten?

Fragmin darf nicht angewendet werden,

wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Dalteparin-Natrium oder einen der

in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels, andere niedermolekulare

Heparine und/oder Heparin oder gegen Produkte aus Schweinefleisch bekannt ist.

wenn bei Ihnen eine durch Heparin ausgelöste Thrombozytopenie (zu niedrige Anzahl von

Blutplättchen) bekannt ist oder vermutet wird.

Schwangere, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, dürfen während der

Geburt auf keinen Fall eine Betäubung im Rückenmark (Kreuzstich) bekommen (siehe

„Schwangerschaft und Stillzeit“).

Bei Patienten mit schweren, dialysepflichtigen Nierenfunktionsstörungen muss der behandelnde Arzt

entscheiden, ob bei den nachstehenden Gegenanzeigen Fragmin angewendet werden darf:

bei Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem, Augen- und/oder Ohrenoperationen.

bei Blutungen im Gehirn, im Augeninneren oder aktuellen, aktiven Blutungen in anderen

Organen.

bei Blutungen in der Lunge, aktive Tuberkulose.

bei schweren Störungen der Blutgerinnung sowie bei Erkrankungen, die mit einer erhöhten

Blutungsneigung einhergehen, z.B. Mangel an Gerinnungsfaktoren, schwere Leber-, Nieren- oder

Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, stark verminderte Blutplättchenzahl, übermäßig starke

Menstruationsblutung.

bei Erkrankungen mit Verdacht auf eine Funktionsstörung des Gefäßsystems, z.B. Magen-

und/oder Darmgeschwüre, unkontrollierter schwerer Bluthochdruck, mit Blutung einhergehender

Schlaganfall, krankhafte Ausbuchtungen an der Hirnarterienwand, Erkrankungen der

Augennetzhaut, Glaskörperblutungen, Entzündung der Herzinnenhaut (mit oder ohne Sepsis),

drohende Fehlgeburt.

Fragmin sollte nicht angewendet werden,

wenn Sie Nieren- und Harnleitersteine haben.

bei chronischem Alkoholismus wegen der möglichen erhöhten Blutungsneigung.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt vor der Anwendung von Fragmin weiß,

wenn bei Ihnen der Verdacht auf einen bösartigen Tumor mit Blutungsneigung besteht.

wenn bei Ihnen eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung besteht oder wenn Sie ein

Magen/Zwölffingerdarmgeschwür in der Krankengeschichte haben.

wenn bei Ihnen ein Mangel an Blutplättchen oder eine Störung der Blutplättchenfunktion besteht

oder wenn Sie an nicht ausreichend behandeltem Bluthochdruck oder an einer

Netzhauterkrankung infolge von Bluthochdruck oder Diabetes mellitus leiden.

wenn Sie gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Serum-Kalium-Spiegel

erhöhen, oder ein Risikopatient sind (z.B. bei Diabetes mellitus, stoffwechselbedingter

Übersäuerung des Blutes, eingeschränkter Nierenfunktion oder chronischem Nierenversagen)

wird Ihr Arzt die Serum-Kaliumwerte kontrollieren.

wenn Sie gleichzeitig mit oralen gerinnungshemmenden Arzneimitteln (wie z.B. Marcoumar)

und/oder mit Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) behandelt werden (siehe „Anwendung von

Fragmin zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, eine Heparinallergie oder

andere Allergien haben, eine chronische oder akute Hämodialyse („Blutwäsche“) erhalten oder

andere Medikamente nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein.

Wenn bei Ihnen eine Operation mit Kreuzstich (Epidural- oder Spinalanästhesie) geplant ist,

sollten Sie sofort Ihren Arzt informieren wenn Sie danach eine der folgenden Beschwerden bei

sich feststellen: Rückenschmerzen, sensorische oder motorische Ausfälle (Gefühllosigkeit und

Schwäche in den unteren Gliedmaßen) sowie Darm- oder Blasenfunktionsstörungen.

Zur Anwendung von Fragmin bei der Vorbeugung von Klappenthrombosen bei Patienten mit

künstlichen Herzklappen liegen keine umfangreichen Erfahrungen vor. Die Anwendung von

Fragmin kann daher für diesen Zweck nicht empfohlen werden.

Erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere Blutungen, sollten Sie sofort Ihrem Arzt

melden. Eine höhere Blutungsneigung durch dieses niedermolekulare Heparin kann bei Patienten

über 80 Jahre auftreten.

Besondere Vorsicht ist in den ersten 36 Stunden nach der Geburt geboten.

Wenn Sie erhöhten Blutdruck haben, muss er laufend kontrolliert werden.

Die vom Arzt angeordneten regelmäßigen Kontrollen der Blutplättchen sind unbedingt

einzuhalten. Bei starkem Absinken der Blutplättchenzahl wird Ihr Arzt die Behandlung

abbrechen und Sie darüber informieren, ob Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere

Behandlung mit Fragmin oder anderen Heparinen erhalten dürfen.

Nach längerer Anwendung von Heparin könnte ein Risiko für eine Verminderung der

Knochenmasse (Osteoporose) bestehen. Dies wurde zwar mit Dalteparin bisher nicht beobachtet,

kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Kinder und Jugendliche

Dosierungsempfehlungen bei Kindern basieren auf klinischen Erfahrungen. Aus klinischen Studien liegen

nur begrenzte Daten vor, die Ihrem Arzt bei der Abschätzung der Dosierung von Fragmin helfen könnten.

Anwendung von Fragmin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Wie bei der Verwendung von hochmolekularem Heparin, sind folgende Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln nicht auszuschließen:

Wirkungsverstärkung durch bestimmte schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneimittel (z.B.

Aspirin), gerinnungshemmende Arzneimittel, Rheumapräparate (Phenylbutazon, Indomethacin), andere

gerinnungshemmende Mittel (z.B. Marcoumar), die Blutgefäße erweiternde Mittel (Dipyridamol),

Plasmaersatzmittel (Dextrane), Arzneimittel gegen erhöhten Harnsäurespiegel bei Gicht (Sulfinpyrazon,

Probenecid), intravenös verabreichte Arzneimittel für die Entwässerung (Etacrynsäure), intravenös

verabreichte Antibiotika (Penicillin) und Arzneimittel gegen Tumorerkrankungen.

Wirkungsabschwächung durch die Einnahme von Arzneimittel gegen Allergien (Antihistaminika),

bestimmte intravenös verabreichte Arzneimittel gegen Herzerkrankungen (Nitroglycerininfusion),

digitalishaltige Herzmedikamente, bestimmte Antibiotika (Tetracycline), Vitamin-C Präparate und

Nikotinmissbrauch.

Wirkungsabschwächung von Chinin und bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (trizyklischen

Antidepressiva).

Eine gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen, soll nur mit

besonders sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen (siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Patienten mit instabilen Koronargefäßerkrankungen (z.B. instabile Angina pectoris, Non-Q-wave

Myokardinfarkt) sollten oral Acetylsalicylsäure in niedriger Dosierung erhalten, sofern nicht

kontraindiziert.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Umfassende Erfahrungen bei schwangeren Frauen lassen kein Fehlbildungsrisiko erkennen. Fragmin

kann während der Schwangerschaft angewendet werden, Ihr Arzt wird allerdings den Nutzen für Sie

gegen das Risiko für das ungeborene Kind abwägen und entscheiden, ob Sie mit Fragmin behandelt

werden dürfen.

Im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin wurde über eine geringere Blutungsneigung und ein geringeres

Knochenbruchrisiko bei Osteoporose (Verminderung der Knochenmasse) berichtet.

In Untersuchungen an Tieren ergab sich kein Hinweis auf eine Schädigung des Fötus.

Wenn Sie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, dürfen Sie während der Geburt

auf keinen Fall eine Betäubung im Rückenmark (Kreuzstich) bekommen. Bei der Behandlung von

Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko, wie etwa bei Frauen während der letzten Phase der

Schwangerschaft, ist erhöhte Vorsicht geboten.

Bei schwangeren Frauen mit künstlichen Herzklappen unter Anwendung von gerinnungshemmenden

Höchstdosen von niedermolekularem Heparin wurde über ein Versagen der Therapie berichtet. Die

Anwendung von Fragmin bei schwangeren Frauen mit künstlichen Herzklappen wurde nicht ausreichend

untersucht.

Dalteparin-Natrium geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, jedoch erscheint ein

gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling unwahrscheinlich.

Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Die Entscheidung darüber, ob ab-

oder weitergestillt bzw. ob die Behandlung mit Fragmin fort- oder abgesetzt wird, wird Ihr Arzt unter

Abwägung der Vorteile des Stillens für das Kind bzw. der Fragmin-Therapie für die Mutter treffen.

Die bislang vorliegenden klinischen Daten liefern keine Hinweise darauf, dass Dalteparin-Natrium die

Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Fragmin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

3.

Wie ist Fragmin anzuwenden?

Fragmin wird angewendet zur intravenösen Injektion und Infusion durch medizinisches Fachpersonal.

Diese Darreichungsform ist nicht für die Anwendung durch den Patienten vorgesehen.

Verwenden Sie nur klare farblose bis gelbliche Lösungen.

Die Dosierung und Dauer der Behandlung wird von Ihrem Arzt sorgfältig auf Sie abgestimmt.

Im Allgemeinen werden folgende Dosierungen empfohlen:

Gerinnungshemmung bei Hämodialyse („Blutwäsche“) und Hämofiltration (Ersatz des

Wasseranteils des Blutes durch eine Elektrolytlösung)

Bei Patienten mit niedrigem Blutungsrisiko

Bolusinjektion i.v. von 30 - 40 IE Fragmin/kg KG, anschließende Infusion von 10 - 15 IE Fragmin/kg

KG/Stunde.

Bei einer Hämodialyse/Hämofiltration, die bis zu 4 Stunden dauert, kann auch eine Bolus i.v.-Injektion

von 5000 IE verabreicht werden.

Die Anti-Faktor Xa-Spiegel im Plasma sollen im Bereich von 0,5 - 1,0 IE/ml liegen.

Bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko

Bolusinjektion i.v. von 5 - 10 IE Fragmin/kg KG, anschließend eine Infusion von 4 - 5 IE Fragmin/kg

KG/Stunde.

Die Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel sollen im Bereich von 0,2 - 0,4 IE/ml liegen.

Die Anti-Faktor Xa-Spiegel sollen durch einen Anti-Faktor Xa-Test auf der Basis eines chromogenen

Peptid-Substrates (z.B. Coatest

Heparin, Chromogenix) überwacht werden.

Spezielle Dosierungshinweise

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Wenn Sie eine schwere Nierenfunktionsstörung haben, wird Ihr Arzt die Fragmin-Dosis auf der Basis

spezieller Gerinnungstests (Anti-Faktor Xa Spiegel) so anpassen, dass die bestmögliche

gerinnungshemmende Wirkung beim kleinstmöglichen Blutungsrisiko sichergestellt werden kann.

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern die Nierenfunktion nicht eingeschränkt

ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Dosis orientiert sich am Alter und Körpergewicht des Kindes. Jüngere Kinder können dabei pro kg

Körpergewicht geringfügig höhere Fragmin-Dosierungen benötigen als Erwachsene. Ihr Arzt wird die

richtige Dosis festlegen. Während der Behandlung werden Blutproben durch medizinisches Fachpersonal

abgenommen, um die Wirkung von Fragmin zu kontrollieren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

In Abhängigkeit von der Dosierung und häufiger bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren können

vermehrt Blutungen auftreten, insbesondere aus Haut, Schleimhaut, Wunden, Magen-Darm-Trakt und im

Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane. Die meisten Blutungen sind leichter Art. Schwere Blutungen

wurden ebenfalls beschrieben, diese können in Einzelfällen tödlich verlaufen. Die am häufigsten

berichtete Nebenwirkung ist ein Bluterguss (Hämatom) an der Injektionsstelle.

Zur Einteilung der Häufigkeit von Nebenwirkungen werden die folgenden Kategorien angewendet:

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10000

Sehr selten: Weniger als 1 Behandelter von 10000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

Häufig:

Leichte vorübergehende Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) zu

Beginn der Behandlung. Komplikationen kommen in diesen Fällen im Allgemeinen nicht

vor und die Behandlung kann fortgeführt werden.

Nicht bekannt:

Allergisch bedingte schwere Thrombozytopenie, welche mit arteriellen und venösen

Thrombosen verbunden sein kann und die blutgerinnungshemmende Wirkung von

Heparin vermindern kann. Wenn bei Ihnen diese Form der Verringerung der

Blutplättchenzahl auftritt, dürfen Sie auch in Zukunft nie mehr mit einem heparinhaltigen

Präparat behandelt werden (siehe „Fragmin darf nicht angewendet werden, ...“).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Überempfindlichkeit gegenüber Dalteparin-Natrium.

Sehr selten:

In Einzelfällen wurde ein allergischer Schock beobachtet.

Nicht bekannt:

Allergische Reaktionen. Allergische Erscheinungen umfassen Anzeichen wie Übelkeit,

Kopfschmerzen, Temperaturanstieg, Gliederschmerzen, Schnupfen, Tränenfluss,

Nesselausschlag, Erbrechen, Jucken, Atemnot, Bronchialkrampf und Blutdruckabfall.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten:

Unterfunktion der Nebenniere mit erhöhten Kalium- und verminderten

Natriumkonzentrationen im Serum, Austrocknung und Kollaps, besonders bei Patienten

mit eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetes mellitus (siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt:

Blutungen im Schädel (können in Einzelfällen tödlich verlaufen).

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Blutungen.

Nicht bekannt:

Blutdruckabfall, verlangsamter Herzschlag, Blutungen in verschiedenen Bereichen

(können in Einzelfällen tödlich verlaufen), Gehirnblutungen (können in Einzelfällen

tödlich verlaufen), in Einzelfällen kann eine mit Taubheitsgefühl verbundene Verengung

der Blutgefäße, bei Männern auch eine schmerzhafte Dauererektion ohne sexuelle

Erregung auftreten.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Nicht bekannt:

Blut im Stuhl, Blutungen im hinteren Bauchfell (können in Einzelfällen tödlich

verlaufen).

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Vorübergehender Anstieg der Leberwerte, der sich nach Absetzen der Behandlung meist

wieder normalisiert und klinisch nicht von Bedeutung ist.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten:

Untergang von Hautarealen (Hautnekrose), vorübergehender Haarausfall.

Nicht bekannt:

Ausschlag, Blutungen, kleine, punktförmige Blutungen der Haut oder Schleimhäute.

Skelettmuskulatur, Bindegewebs und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt:

Nach längerer Anwendung von Heparin könnte ein Risiko für eine Verminderung der

Knochenmasse (Osteoporose) bestehen. Dies wurde zwar mit Dalteparin bisher nicht

beobachtet, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt:

Blutungen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane.

Allgemeine Beschwerden und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Kleinere Blutergüsse und Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich:

Hautreaktionen an der Injektionsstelle (Verhärtungen, Rötungen, allergische Reaktionen

und Verfärbungen).

Selten:

Blutungen an der Injektionsstelle.

Untersuchungen

Nicht bekannt:

Erhöhung der Thyroxinwerte und Kaliumretention, Verfälschung von HDL-Cholesterin

und Blutzuckerwerten sowie der Ergebnisse des Bromsulphtalein-Tests.

Verletzungen, Vergiftungen und durch Eingriffe bedingte Kompliaktionen

Nicht bekannt:

Blutergüsse im Bereich der Wirbelsäule bzw. des Rückenmarks.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Nebenwirkungen bei Kindern denen bei Erwachsenen entsprechen. Über die

möglichen Nebenwirkungen einer Langzeitanwendung bei Kindern liegen nur wenige Informationen vor.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Fragmin aufzubewahren?

Nicht über Raumtemperatur (25°C) lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fragmin enthält

Der Wirkstoff ist Dalteparin-Natrium. 1 Stechampulle enthält:

Dalteparin-Natrium

10000 IE Anti-Faktor Xa*

(mittleres Molekulargewicht 5600 - 6400)

(ca. 5000 IE aPTT)

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

*) Die aPTT ist ein Maß für die gerinnungshemmende Wirkung, während die Anti-Xa-Aktivität die

antithrombotische Wirkung widerspiegelt.

Wie Fragmin aussieht und Inhalt der Packung

Weißglas-Durchstichflasche mit Gummistopfen und Flipp-off-Verschlüssen.

10 Stechampullen zu 4 ml.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien

Hersteller: Pfizer Manufacturing Belgium NV, Puurs, Belgien

Z.Nr.: 1-18734

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2014.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Spezielle Dosierungshinweise

Patienten mit Niereninsuffizienz

In klinischen Studien, die mit Fragmin durchgeführt wurden, ist als Grenze für schwer niereninsuffiziente

Patienten ein Serum-Kreatinin von >dem 3fachen des oberen Normwertes festgelegt worden. Aus diesen

Studien ging hervor, dass die Fragmin-Dosis bei diesen Patienten so angepasst werden soll, dass eine

therapeutische Anti-Faktor Xa-Konzentration von 1 IE/ml (zwischen 0,5 und 1,5 IE/ml) 4 bis 6 Stunden

nach Verabreichung erreicht wird. Wenn der Anti-Faktor Xa-Spiegel unter oder über dem therapeutischen

Bereich liegt, sollte die Fragmin-Dosis entsprechend nach oben oder unten korrigiert werden. Die

Messung des Anti-Faktors Xa sollte nach 3 - 4 Dosierungen erneut vorgenommen und die

Dosisanpassung so lange wiederholt werden, bis der therapeutische Bereich erreicht wird.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern die Nierenfunktion nicht eingeschränkt

ist. (siehe Abschnitt 4.4)

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Dalteparin-Natrium nicht nachgewiesen. In den

Abschnitten 5.1 und 5.2 sind die derzeit vorliegenden Daten aufgeführt. Es können jedoch keine

Dosierungsangaben gemacht werden.

Kontrolle des Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels bei Kindern

Bei bestimmten Patientenpopulationen, wie z.B. bei Kindern, sollte bei Anwendung von Fragmin ca. 4

Stunden nach der Applikation eine Bestimmung des maximalen Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels

erwogen werden. Bei therapeutischer Anwendung mit Einmalgabe sollten die ca. 4 Stunden nach der

Applikation gemessenen maximalen Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel üblicherweise zwischen 0,5 und 1,0

IE/ml liegen. Bei eingeschränkter und instabiler physiologischer Nierenfunktion, wie etwa bei

Neugeborenen, wird eine engmaschige Kontrolle der Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel empfohlen. Bei

prophylaktischer Anwendung sollten sich die Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel üblicherweise zwischen 0,2

und 0,4 IE/ml bewegen.

Wie bei allen Antikoagulanzien besteht auch bei Anwendung von Fragmin die Gefahr systemischer

Blutungen. Bei frisch operierten Patienten sollte die Anwendung von Fragmin in hohen Dosen mit

erhöhter Vorsicht erfolgen. Nach Behandlungsbeginn sollten die Patienten engmaschig auf

Blutungskomplikationen kontrolliert werden. Das kann durch die üblichen Kontrolluntersuchungen bei

den Patienten, sorgfältige Beobachtung der Wunddrainage und regelmäßige Bestimmung von

Hämoglobin sowie des Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels erfolgen.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion und Infusion.

- Überdosierung

Inaktivierung von Fragmin im Notfall:

Die gerinnungshemmende Wirkung von Dalteparin kann durch Protamin (1 mg) neutralisiert werden.

Während die induzierte Verlängerung der Gerinnungszeit vollständig normalisiert wird, wird die Anti-

Faktor Xa-Aktivität nur zu etwa 25 - 50% aufgehoben: 1 mg Protamin hebt die Wirkung von 100 IE

(Anti-Faktor Xa) Dalteparin auf.

Protamin sollte jedoch nur in Notfällen eingesetzt werden und eine Überdosierung von Protamin sollte

vermieden werden, da Protamin selbst einen gerinnungshemmenden Effekt ausübt.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

(FACHINFORMATION)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fragmin

10000 IE/4 ml - Stechampullen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Stechampulle enthält:

Dalteparin-Natrium

10000 IE Anti-Faktor Xa

(mittleres Molekulargewicht 5600 - 6400)

(ca. 5000 IE aPTT)

*) Die aPTT ist ein Maß für die gerinnungshemmende Wirkung, während die Anti-Xa-Aktivität die

antithrombotische Wirkung widerspiegelt.

Dalteparin entspricht der Ph.Eur. und internen Spezifikationen.

Die Aktivität wird in internationalen Einheiten (IE) des 1. Internationalen Standards für niedermolekulare

Heparine angegeben.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

Klare farblose bis gelbliche Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Antikoagulation bei Hämodialyse und Hämofiltration

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bei Patienten mit niedrigem Blutungsrisiko

Bolusinjektion i.v. von 30 - 40 IE Fragmin/kg KG, anschließende Infusion von 10 - 15 IE Fragmin/kg

KG/Stunde.

Bei einer Hämodialyse/Hämofiltration, die bis zu 4 Stunden dauert, kann auch eine Bolus i.v.-Injektion

von 5000 IE verabreicht werden.

Die Anti-Faktor Xa-Spiegel im Plasma sollen im Bereich von 0,5 - 1,0 IE/ml liegen.

Bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko

Bolusinjektion i.v. von 5 - 10 IE Fragmin/kg KG, anschließend eine Infusion von 4 - 5 IE Fragmin/kg

KG/Stunde.

Die Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel sollen im Bereich von 0,2 - 0,4 IE/ml liegen.

Die Anti-Faktor Xa-Spiegel sollen durch einen Anti-Faktor Xa-Test auf der Basis eines chromogenen

Peptid-Substrates (z.B. Coatest

Heparin, Chromogenix) überwacht werden.

Spezielle Dosierungshinweise

Patienten mit Niereninsuffizienz

In klinischen Studien, die mit Fragmin durchgeführt wurden, ist als Grenze für schwer niereninsuffiziente

Patienten ein Serum-Kreatinin von >dem 3fachen des oberen Normwertes festgelegt worden. Aus diesen

Studien ging hervor, dass die Fragmin-Dosis bei diesen Patienten so angepasst werden soll, dass eine

therapeutische Anti-Faktor Xa-Konzentration von 1 IE/ml (zwischen 0,5 und 1,5 IE/ml) 4 bis 6 Stunden

nach Verabreichung erreicht wird. Wenn der Anti-Faktor Xa-Spiegel unter oder über dem therapeutischen

Bereich liegt, sollte die Fragmin-Dosis entsprechend nach oben oder unten korrigiert werden. Die

Messung des Anti-Faktors Xa sollte nach 3 - 4 Dosierungen erneut vorgenommen und die

Dosisanpassung so lange wiederholt werden, bis der therapeutische Bereich erreicht wird.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern die Nierenfunktion nicht eingeschränkt

ist. (siehe Abschnitt 4.4)

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Dalteparin-Natrium nicht nachgewiesen. In den

Abschnitten 5.1 und 5.2 sind die derzeit vorliegenden Daten aufgeführt. Es können jedoch keine

Dosierungsangaben gemacht werden.

Kontrolle des Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels bei Kindern

Bei bestimmten Patientenpopulationen, wie z.B. bei Kindern, sollte bei Anwendung von Fragmin ca. 4

Stunden nach der Applikation eine Bestimmung des maximalen Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels

erwogen werden. Bei therapeutischer Anwendung mit Einmalgabe sollten die ca. 4 Stunden nach der

Applikation gemessenen maximalen Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel üblicherweise zwischen 0,5 und 1,0

IE/ml liegen. Bei eingeschränkter und instabiler physiologischer Nierenfunktion, wie etwa bei

Neugeborenen, wird eine engmaschige Kontrolle der Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel empfohlen. Bei

prophylaktischer Anwendung sollten sich die Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel üblicherweise zwischen 0,2

und 0,4 IE/ml bewegen.

Wie bei allen Antikoagulanzien besteht auch bei Anwendung von Fragmin die Gefahr systemischer

Blutungen. Bei frisch operierten Patienten sollte die Anwendung von Fragmin in hohen Dosen mit

erhöhter Vorsicht erfolgen. Nach Behandlungsbeginn sollten die Patienten engmaschig auf

Blutungskomplikationen kontrolliert werden. Das kann durch die üblichen Kontrolluntersuchungen bei

den Patienten, sorgfältige Beobachtung der Wunddrainage und regelmäßige Bestimmung von

Hämoglobin sowie des Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels erfolgen.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion und Infusion.

4.3

Gegenanzeigen

Fragmin darf nicht angewendet werden bei

Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff Dalteparin-Natrium oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile der Arzneispezialität, andere niedermolekulare

Heparine und/oder Heparin, einschließlich anamnestisch gesicherter oder vermuteter

immunologisch bedingter Heparin-induzierter Thrombozytopenie (Typ II) oder gegen Produkte

aus Schweinefleisch.

Schwangereren, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, ist die epidurale

Anästhesie unter der Geburt absolut kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6).

Bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz sind die nachstehenden Gegenanzeigen wegen der

Notwendigkeit einer Gerinnungshemmung bei extrakorporaler Zirkulation als relativ anzusehen; eine

besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich bei

Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem, Augen- und/oder Ohrenoperationen.

intrakraniellen, intraokularen Blutungen oder anderen aktuellen aktiven Blutungsprozessen.

Blutungen in der Lunge, aktive Tuberkulose.

schwerwiegenden Gerinnungsstörungen und Erkrankungen, die mit einer erhöhten

Blutungsbereitschaft einhergehen, zum Beispiel: hämorrhagische Diathese, Mangel an

Gerinnungsfaktoren, schwere Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, schwere

Thrombozytopenie, Hypermenorrhoe.

Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefäßsystems besteht, zum Beispiel:

Magen- und/oder Darmgeschwüre, unkontrollierte schwere Hypertonie (RR

diast.

> 105 mm Hg),

hämorrhagischer apoplektischer Insult, Hirnarterienaneurysma, Retinopathien,

Glaskörperblutungen, akute septische Endokarditis oder subakute Endokarditis (Endocarditis

lenta), Abortus imminens.

Hohe Dosen von Dalteparin, wie sie bei akuter tiefer Venenthrombose, Lungenembolie und instabiler

Koronararterienerkrankung gebräuchlich sind, dürfen wegen der erhöhten Blutungsgefahr nicht an

Patienten verabreicht werden, die für eine Spinal- oder Epiduralanästhesie vorgesehen sind oder bei

denen sonst eine Rückenmarkspunktion durchgeführt wird (siehe Abschnitt 4.4).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Fragmin sollte nicht angewendet werden bei

Nieren- und Harnleitersteinen.

chronischem Alkoholismus wegen der möglicherweise erhöhten Blutungsneigung.

Fragmin sollte nur unter erhöhter Vorsicht angewendet werden bei

Verdacht auf Malignom mit Blutungsneigung.

Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz und peptischen Ulcera in der Anamnese.

Thrombozytopenie und Störungen der Thrombozytenfunktion, unbehandelter Hypertonie sowie

bei hypertensiver oder diabetischer Retinopathie.

gleichzeitiger Behandlung mit oralen Antikoagulanzien und/oder Acetylsalicylsäure (siehe

Abschnitt 4.5).

Bei Langzeitbehandlung von instabiler Koronararterienerkrankung, z.B. vor einer Revaskularisation,

sollte bei beeinträchtigter Nierenfunktion (Serumkreatinin > 150 µmol/l) eine Dosisreduktion in

Erwägung gezogen werden.

Spinal- oder Epiduralanästhesie

Bei Spinal- oder Epiduralanästhesien, die gleichzeitig mit unfraktionierten oder niedermolekularen

Heparinen, insbesondere bei intravenöser Applikation, angewendet werden, können spinale und epidurale

Hämatome entstehen. Diese können zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung bis

hin zu langdauernder oder permanenter Paralyse führen. Das Risiko für solche Ereignisse ist erhöht bei

Einsatz von Epidural-Verweilkathetern für die Verabreichung von Analgetika oder bei Anwendung von

Substanzen, welche die Hämostase beeinflussen, wie z.B. NSAR, Thrombozytenaggregationshemmer

oder andere Antikoagulanzien. Bei traumatischer oder wiederholter Epidural- oder Spinalpunktion scheint

das Risiko ebenfalls erhöht zu sein. Die Patienten sind in der postoperativen Phase sorgfältig neurologisch

zu überwachen, wobei insbesondere auf persistierende sensorische oder motorische Ausfälle zu achten ist.

Bei Gabe von Dalteparin zur Thromboseprophylaxe sollte der Epidural- oder Spinalkatheter erst 10 – 12

Stunden nach Verabreichung der Dalteparin-Dosen gesetzt bzw. entfernt werden. Bei Gabe höherer

therapeutischer Dalteparin-Dosen (etwa 100 – 120 IE/kg alle 12 Stunden oder 200 IE/kg einmal täglich)

sollte der Zeitraum mindestens 24 Stunden betragen.

Sollte nach klinischem Ermessen des behandelnden Arztes im Rahmen einer Epidural- oder

Spinalanästhesie eine Antikoagulation indiziert sein, sind äußerste Vorsicht und eine engmaschige

Überwachung geboten, um Anzeichen einer neurologischen Beeinträchtigung wie Rückenschmerzen,

sensorische oder motorische Ausfälle (Gefühllosigkeit und Schwäche in den unteren Extremitäten) sowie

Darm- oder Blasenfunktionsstörungen frühzeitig zu erkennen. Das Pflegepersonal sollte dahingehend

geschult werden, diese Symptome zu erkennen. Patienten sollten angewiesen werden, Arzt oder

Pflegepersonal unverzüglich über das Auftreten derartiger Beschwerden zu informieren.

Bei Verdacht auf ein Epidural- oder Spinalhämatom sind unverzüglich diagnostische und therapeutische

Maßnahmen, wie etwa eine Rückenmarksdekompression, zu ergreifen (siehe Abschnitt 4.3).

Adäquate Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Fragmin in der Prävention von

Klappenthrombosen bei Patienten mit künstlichen Herzklappen sind bislang nicht durchgeführt worden.

Prophylaktische Fragmin-Dosen sind nicht ausreichend, um bei Patienten mit künstlichen Herzklappen

Klappenthrombosen zu verhindern. Die Anwendung von Fragmin kann für diesen Zweck nicht empfohlen

werden.

Vorsicht ist auch bei Eingriffen an der Prostata, Spinal-, Organ-, Lumbalpunktionen, Infiltrationen und

nach cerebralen Thrombosen geboten.

Blutungen

Hohe Dosen von Dalteparin, wie sie bei tiefer Venenthrombose, Lungenembolie und instabiler

Koronararterienerkrankung gebräuchlich sind, sollten bei Patienten, an denen vor kurzem ein

chirurgischer Eingriff vorgenommen wurde oder bei Patienten mit anderen Erkrankungen, die ein

erhöhtes Risiko für Blutungen vermuten lassen, nur mit Vorsicht angewendet werden.

Thrombozytopenie

Kontrollen der Thrombozytenzahl sollten

vor Beginn der Heparingabe,

am 1. und 4. Tag nach Beginn der Heparingabe und

anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 - 4 Tage erfolgen.

Besondere Vorsicht ist bei rasch auftretender Thrombozytopenie sowie bei schwerer Thrombozytopenie

(< 100000/µl) in Verbindung mit positiven oder unbekannten Ergebnissen von In-vitro-Tests auf

Thrombozyten-Antikörper geboten. Bei raschem oder starkem Absinken der Thrombozytenwerte (siehe

Abschnitt 4.8) muss die Behandlung mit Heparin sofort abgesetzt und die Frage abgeklärt werden, ob eine

immunologisch bedingte, Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II) vorliegt. Sollte dies der Fall

sein, muss der Patient darüber informiert werden, dass bei ihm nie mehr eine Heparintherapie (auch nicht

mit einem anderen niedermolekularen Heparin) durchgeführt werden darf (siehe Abschnitt 4.3).

Wurde der Patient wegen einer thromboembolischen Erkrankung mit Heparin behandelt oder sind

thromboembolische Komplikationen als Folge der Heparin-induzierten Thrombozytopenie aufgetreten,

müssen andere Antithrombotika als Heparin eingesetzt werden.

Beim Auftreten einer immunologisch bedingten Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT Typ II) ist

die Fortführung einer Hämodialysebehandlung unter Heparinisierung nicht mehr möglich und der Patient

muss gegebenenfalls auf eine alternative Nierenersatztherapie umgestellt werden.

Patienten mit akutem Nierenversagen sollten sorgfältig und in Übereinstimmung mit dem individuellen

Krankheitsverlauf überwacht werden.

Kontrolle des Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegels

Eine Überwachung der gerinnungshemmenden Wirkung ist in der Regel nicht erforderlich, sollte jedoch

bei speziellen Patientengruppen in Erwägung gezogen werden, wie etwa bei Kindern, bei Patienten mit

Niereninsuffizienz oder mit starkem Unter- oder Übergewicht, bei Schwangeren oder Patienten mit

erhöhtem Risiko für Hämorrhagie oder Rethrombosierung.

Globale Gerinnungstests, wie z.B. aPTT, eignen sich nicht zur Überwachung der Antikoagulation.

Fragmin beeinflusst die Gerinnungsparameter aPTT oder TZ nur geringfügig. Eine Dosiserhöhung mit

dem Ziel, die aPTT zu verlängern, könnte daher ein Risiko für eine Überdosierung und für Blutungen

darstellen. Zur Überwachung kann ein funktioneller Anti-Faktor Xa-Test auf der Basis eines

chromogenen Peptid-Substrates (z.B. Coatest

Heparin, Chromogenix) empfohlen werden.

In Fällen, wo eine exakte Überwachung der Antikoagulanzientherapie erforderlich ist, wie bei

Operationen an Patienten mit künstlichen Herzklappen, ist die Thromboseprophylaxe mit Vollheparin und

eine begleitende Überwachung im aPTT-System oder mit Hilfe der Thrombinzeit zu empfehlen.

Patienten unter chronischer Hämodialyse mit Dalteparin benötigen in der Regel weniger

Dosisanpassungen und daher auch weniger Kontrollen der Anti-Xa-Spiegel. Patienten mit akuter

Hämodialyse könnten hingegen instabiler sein und bei diesen Patienten sollten daher die Anti-Xa-Spiegel

umfassender überwacht werden.

Hyperkaliämie

Heparin und niedermolekulares Heparin kann die Aldosteronsekretion der Nebennieren beeinträchtigen

und so zu einer Hyperkaliämie führen, besonders bei Patienten mit Diabetes mellitus, chronischer

Niereninsuffizienz, vorbestehender metabolischer Azidose, erhöhten Serumkaliumwerten oder

Behandlung mit kaliumsparenden Arzneimitteln. Das Risiko einer Hyperkaliämie scheint sich mit der

Dauer der Therapie zu erhöhen, ist aber normalerweise reversibel. Bei Risikopatienten sollten die

Serumkaliumwerte vor Beginn der Heparintherapie gemessen und danach regelmäßig überwacht werden,

vor allem bei einer Behandlung über mehr als 7 Tage.

Austauschbarkeit mit anderen Antikoagulanzien

Dalteparin darf nicht im Austausch (Dosis für Dosis in IE) für unfraktioniertes Heparin, andere

niedermolekulare Heparine oder synthetische Polysaccharide verabreicht werden. All diese Arzneimittel

weisen Unterschiede hinsichtlich Ausgangsmaterials, Herstellungsverfahren, physikalisch-chemischen,

biologischen und klinischen Eigenschaften auf und haben folglich unterschiedliche biochemische

Eigenschaften und Dosierungsempfehlungen. Die speziellen Hinweise für jedes Arzneimittel müssen

beachtet werden.

Osteoporose

Eine Langzeitbehandlung mit Heparin wurde mit einem Risiko für Osteoporose in Zusammenhang

gebracht. Diese wurde zwar mit Dalteparin bisher nicht beobachtet, ein Risiko für Osteoporose kann

allerdings nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Allgemeine Warnhinweise

Wegen der Gefahr von Hämatomen sind intramuskuläre Injektionen während der Anwendung dieses

niedermolekularen Heparins zu vermeiden; dies gilt vor allem dann, wenn die 24-Stunden-Dosis von

Dalteparin mehr als 5000 IE beträgt.

Ein erhöhter Blutdruck ist laufend zu kontrollieren.

Besondere Vorsicht ist in den ersten 36 Stunden nach der Geburt geboten.

Wenn bei Patienten mit instabilen Koronargefäßerkrankungen (z.B. instabile Angina pectoris, Non Q-

wave Myokardinfarkt) ein transmuraler Infarkt auftritt, kann eine thrombolytische Behandlung angezeigt

sein. Dies erfordert kein Absetzen der Fragmin-Behandlung, kann aber das Blutungsrisiko

möglicherweise erhöhen.

Kinder und Jugendliche

Bei der Behandlung von Kindern sind die klinischen Erfahrungen begrenzt. Wenn Dalteparin bei Kindern

eingesetzt wird, sollten die Plasma-Anti-Faktor Xa-Spiegel überwacht werden.

Anwendung bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten (vor allem Patienten im Alter von 80 Jahren und älter) könnte ein erhöhtes Risiko

für Blutungskomplikationen innerhalb des therapeutischen Dosierungsbereiches bestehen. Eine

sorgfältige klinische Überwachung wird daher empfohlen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wie bei der Verwendung von unfragmentiertem Heparin sind folgende Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln nicht auszuschließen:

Wirkungsverstärkung durch Thrombozytenaggregationshemmer, NSAR, GPIIb/IIIa-

Rezeptorantagonisten, Acetylsalicylsäure, Vitamin K-Antagonisten, Thrombolytika,

Dipyridamol, Dextrane, Phenylbutazon, Indomethacin, Sulfinpyrazon, Probenecid, Etacrynsäure

i.v., Penicillin i.v. und Zytostatika.

Da NSAR und Acetylsalicylsäure in analgetischer/entzündungshemmender Dosierung die

Bildung von gefäßerweiternden Prostaglandinen vermindern und so den renalen Blutfluss und die

renale Ausscheidung reduzieren, ist bei der Anwendung von Dalteparin gemeinsam mit NSAR

und Acetylsalicylsäure in hoher Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz besondere

Vorsicht geboten.

Wirkungsabschwächung durch Antihistaminika, Digitalisglykoside, Tetracycline, Ascorbinsäure,

Nikotinabusus und intravenöse Nitroglycerininfusion.

Verdrängung folgender Stoffe aus der Plasma-Eiweiß-Bindung: Phenytoin, Chinidin,

Propranolol, Benzodiazepine und Bilirubin.

Bindung basischer Medikamente, z. B. Chinin, trizyklische Antidepressiva und Abschwächung

deren Wirkung.

Eine gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen, soll nur mit

besonders sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Hinweis: Patienten mit instabilen Koronargefäßerkrankungen (z.B. instabile Angina pectoris, Non-Q-

wave Myokardinfarkt) sollten oral Acetylsalicylsäure in niedriger Dosierung erhalten, sofern nicht

kontraindiziert.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Dalteparin ist nicht Plazenta-gängig. Umfassende Daten für schwangere Frauen (mehr als 1000

Schwangerschaften) lassen weder ein Fehlbildungsrisiko noch eine fetale/neonatale Toxizität erkennen.

Fragmin kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht

notwendig ist.

Zur Anwendung von Dalteparin während der Schwangerschaft liegen mehr als 2000 publizierte Fälle

(Studien, Fallserien und Fallberichte) vor. Im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin wurde über eine

geringere Blutungsneigung und ein geringeres Frakturrisiko bei Osteoporose berichtet. Die

umfangreichste prospektive Studie mit der Bezeichnung „Efficacy of Thromboprophylaxis as an

Intervention during Gravidity“ (EThIG) untersuchte 810 schwangere Frauen nach einer

schwangerschaftsspezifischen Risikostratifizierung (niedriges, hohes oder sehr hohes Risiko einer

venösen Thromboembolie); die verabreichten Dalteparin-Tagesdosen lagen zwischen 50 und 150 IE/kg

Körpergewicht (in Einzelfällen bei bis zu 200 IE/kg Körpergewicht). Zur Anwendung von

niedermolekularen Heparinen während der Schwangerschaft liegen allerdings nur begrenzte Daten aus

randomisierten kontrollierten Studien vor.

Tierexperimentelle Studien lieferten keine Hinweise auf teratogene oder fetotoxische Eigenschaften von

Dalteparin (siehe Abschnitt 5.3).

Unter der Geburt ist die epidurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit gerinnungshemmenden

Arzneimitteln behandelt werden, absolut kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei der Behandlung von

Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko, wie etwa bei Frauen in der Perinatalphase, ist erhöhte Vorsicht

geboten (siehe Abschnitt 4.4). Bei schwangeren Frauen im letzten Trimenon wurden Anti-Xa-

Halbwertzeiten von 4 bis 5 Stunden für Dalteparin gemessen.

Bei schwangeren Frauen mit künstlichen Herzklappen unter antikoagulatorischen Höchstdosen von

niedermolekularem Heparin wurde über ein Versagen der Therapie berichtet. Die Anwendung von

Fragmin bei schwangeren Frauen mit künstlichen Herzklappen wurde nicht ausreichend untersucht

Stillzeit

Es gibt nur wenige Daten über die Ausscheidung von Dalteparin in die Muttermilch. In einer Studie an 15

stillenden Frauen, die prophylaktische Dosen von Dalteparin erhielten, wurden geringe Mengen einer

Anti-Xa-Aktivität in der Muttermilch gefunden, welche einem Milch-Plasma-Verhältnis von < 0,025 -

0,224 entsprachen. Da die orale Absorption von niedermolekularem Heparin extrem niedrig ist, ist eine

eventuell vorhandene klinische Bedeutung für den gestillten Säugling unwahrscheinlich.

Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Die Entscheidung darüber, ob ab-

oder weitergestillt bzw. ob die Behandlung mit Fragmin fort- oder abgesetzt wird, sollte unter Abwägung

der Vorteile des Stillens für das Kind bzw. der Fragmin-Therapie für die Mutter getroffen werden.

Fertilität

Die bislang vorliegenden klinischen Daten liefern keine Hinweise darauf, dass Dalteparin-Natrium die

Fertilität beeinträchtigt. Im Tierversuch zeigte Dalteparin-Natrium keine Auswirkungen auf Fertilität,

Kopulationsverhalten oder peri- und postnatale Entwicklung.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dalteparin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

In Abhängigkeit von der Dosierung und häufiger bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren können

vermehrt Blutungen auftreten, insbesondere aus Haut, Schleimhaut, Wunden, Gastrointestinaltrakt und

Urogenitaltrakt. Die meisten Blutungen sind leichter Art. Schwere Blutungen wurden ebenfalls

beschrieben, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang. Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung ist ein

Hämatom an der Injektionsstelle.

Nebenwirkungen wurden bei etwa 3% der Patienten mit prophylaktischer Behandlung beschrieben.

Die beschriebenen Nebenwirkungen, die möglicherweise mit Dalteparin in Zusammenhang stehen

könnten, werden in der folgenden Tabelle nach Systemorganklassen und nach folgenden

Häufigkeitskategorien angeführt: Häufig (≥ 1/100, < 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100); Selten (≥

1/10000, < 1/1000); Sehr selten (< 1/10000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig:

Leichte Thrombozytopenie (Typ I) mit Thrombozytenwerten zwischen 100000/µl

und 150000/µl (kann bei Beginn der Behandlung auftreten und ist zumeist unter

Behandlung reversibel).

Nicht bekannt:

Schwere Antikörper-vermittelte Thrombozytopenie (Typ II) mit

Thrombozytenwerten unter 100000/µl und raschem Abfall auf weniger als 50% des

Ausgangswertes innerhalb von 6 - 14 Tagen bei Nicht-Sensibilisierten bzw. wenigen

Stunden bei Sensibilisierten (kann verbunden sein mit Thrombose, Thromboembolie

oder Verbrauchskoagulopathie und die blutgerinnungshemmende Wirkung des

Heparins kann vermindert sein). In solchen Fällen ist Fragmin sofort abzusetzen und

der Patient ist darüber zu informieren, dass bei ihm in Zukunft keine heparinhaltigen

Arzneimittel mehr angewendet werden dürfen (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Überempfindlichkeit gegenüber Dalteparin-Natrium.

Sehr selten:

In Einzelfällen wurde anaphylaktischer Schock nach Heparingabe beobachtet. Dies

ist besonders bei früherer Verabreichung von Dalteparin-Natrium und/oder Heparin

zu beachten.

Nicht bekannt:

Anaphylaktische Reaktionen. Allergische Erscheinungen beinhalten Symptome wie

Übelkeit, Kopfschmerzen, Temperaturanstieg, Gliederschmerzen, Rhinitis,

Tränenfluss, Urtikaria, Erbrechen, Pruritus, Dyspnoe, Bronchospasmen und

Blutdruckabfall.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten:

Hypoaldosteronismus mit Hyperkaliämie und metabolischer Azidose, vor allem bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetes mellitus (siehe Abschnitt

4.4).

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt:

Intrakranielle Blutungen (einige mit tödlichem Ausgang).

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Blutungen.

Nicht bekannt:

Hypotonie, Bradykardie, Blutungen an verschiedenen Stellen (einige mit tödlichem

Ausgang), zerebrale Blutungen (einige mit tödlichem Ausgang), in Einzelfällen

Priapismus und Vasospasmen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Nicht bekannt:

Melaena, retroperitoneale Blutungen (einige mit tödlichem Ausgang).

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Vorübergehende Erhöhung der Serum-Transaminasen (SGOT/AST, SGPT/ALT) auf

mehr als das Dreifache des oberen Normwertes, zumeist ohne Anstieg des Serum-

Bilirubins (nach Absetzen der Behandlung ist der Transaminasen-Anstieg reversibel

und klinisch bis auf differentialdiagnostische Überlegungen nicht bedeutsam).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten:

Hautnekrose, vorübergehende Alopezie.

Nicht bekannt:

Ausschlag, Blutungen (Haut, Schleimhaut), Petechien, Purpura.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt:

Eine Langzeitbehandlung mit Heparin wurde mit einem Risiko für Osteoporose in

Zusammenhang gebracht. Diese wurde zwar mit Dalteparin bisher nicht beobachtet,

ein Risiko für Osteoporose kann allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt:

Blutungen im Urogenitaltrakt.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Subkutane Hämatome und Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich:

Lokale Gewebsreaktionen (Verhärtungen, Rötungen, allergische Reaktionen und

Verfärbungen) an der Injektionsstelle.

Selten:

Blutungen an der Injektionsstelle.

Untersuchungen

Nicht bekannt:

Möglicher Anstieg des Thyroxins sowie reversible Kaliumretention, Verfälschung

des HDL-Cholesterins, der Blutzuckerwerte und des Ergebnisses des

Bromsulphtalein-Tests.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Nicht bekannt:

Spinal- und Epiduralhämatome (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entsprechen. Die Sicherheit einer Langzeitanwendung von Dalteparin wurde nicht

nachgewiesen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Inaktivierung von Fragmin im Notfall:

Die gerinnungshemmende Wirkung von Dalteparin kann durch Protamin (1 mg) neutralisiert werden.

Während die induzierte Verlängerung der Gerinnungszeit vollständig normalisiert wird, wird die Anti-

Faktor Xa-Aktivität nur zu etwa 25 – 50% aufgehoben: 1 mg Protamin hebt die Wirkung von 100 IE

(Anti-Faktor Xa) Dalteparin auf.

Protamin sollte jedoch nur in Notfällen eingesetzt werden und eine Überdosierung von Protamin sollte

vermieden werden, da Protamin selbst einen gerinnungshemmenden Effekt ausübt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, Heparingruppe. ATC-Code: B01AB04

Fragmin ist ein durch Spaltung aus Heparin-Natrium gewonnenes niedermolekulares Heparinfragment

mit einem mittleren Molekulargewicht von 6000 (Dalteparin-Natrium).

Fragmin besitzt eine hohe Affinität zu Antithrombin III und bildet mit diesem einen Komplex, der zu

einer starken Hemmung von Faktor Xa führt. Ebenso werden Faktor XIIa und Kallikrein gehemmt.

Wenig beeinflusst werden durch Fragmin dagegen Thrombin und die Faktoren IXa und XIa. So ist die

Hemmwirkung von Fragmin auf den Faktor Xa stärker als die Beeinflussung der aPTT. Dieser selektive

Wirkungsmechanismus lässt ein günstigeres Verhältnis von antithrombotischer Wirksamkeit und

Blutungsrisiko als unter herkömmlichem Heparin erwarten, bei dem im allgemeinen ein Verhältnis von

Anti-Faktor Xa zu aPTT-Aktivität von 1:1 beobachtet wird. Die Thrombozytenfunktion wird im

Gegensatz zu Standardheparin durch Fragmin wesentlich weniger beeinflusst. Die durch herkömmliches

Heparin provozierte Plättchenfaktor-4-Freisetzung ist in Gegenwart von Fragmin deutlich geringer

ausgeprägt. Außerdem hat Fragmin praktisch keinen Einfluss auf die Thrombozytenadhäsion und -

aggregation.

Ein weiterer Unterschied besteht im Hinblick auf die lipolytische Wirkung. Die Heparin-induzierte

Steigerung der Lipoproteinlipaseaktivität und damit der Anstieg freier Fettsäuren sind nach Gabe von

Fragmin geringer ausgeprägt.

In einer großangelegten internationalen randomisierten, kontrollierten Multicenter-Studie namens

PROTECT (PROphylaxis for ThromboEmbolism in Critical Care Trial) wurde die

thromboprophylaktische Wirkung von Dalteparin 5000 IE einmal täglich mit der von unfraktioniertem

Heparin 5000 IE zweimal täglich bei 3746 schwer kranken nicht chirurgischen (76%) und chirurgischen

Patienten, die über einen Zeitraum von mindestens 3 Tagen in der Intensivstation versorgt wurden,

untersucht. Der primäre Endpunkt war das Auftreten einer im Rahmen des periodisch durchgeführten

Kompressionsultraschalls diagnostizierten proximalen tiefen Beinvenenthrombose (DVT). Etwa 90% der

Patienten benötigten eine mechanische Beatmung. Eine Behandlung mit der Prüfmedikation war für die

Dauer des Aufenthalts auf der Intensivstation über einen Zeitraum von maximal 90 Tagen erlaubt. Die

mediane Studiendauer in beiden Gruppen betrug 7 Tage (Interquartilspanne, 4 bis 12 Tage). Die

Beurteilung allfälliger Thrombose- bzw. Blutungsereignisse erfolgte in verblindeter Form.

Hinsichtlich einer proximalen DVT in den Beinen war zwischen beiden Gruppen kein signifikanter

Unterschied feststellbar (5,1% in der Dalteparin-Gruppe und 5,8% in der mit unfraktioniertem Heparin

behandelten Gruppe, Risikoquotient 0,92 [95%-Konfidenzintervall: 0,68 bis 1,23]; P = 0,57).

Eine signifikante Risikoreduktion von 49% wurde beim sekundären Endpunkt Lungenembolie unter

Dalteparin gesehen (absoluter Unterschied 1,0% [95%-Konfidenzintervall: 0,30 bis 0,88]; P = 0,01).

Keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen lagen hinsichtlich der Raten schwerer

Blutungen (Risikoquotient 1,00 [95%-Konfidenzintervall: 0,75 bis 1,34]; P = 0,98) oder in Bezug auf

Todesfälle im Krankenhaus (Risikoquotient 0,92 [95%-Konfidenzintervall: 0,80 bis 1,05]; P = 0,21) vor.

Kinder und Jugendliche

Bei der Behandlung von Kindern sind die Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Dalteparin

begrenzt. Wenn Dalteparin bei diesen Patienten eingesetzt wird, sollten die Plasma-Anti-Faktor Xa-

Spiegel überwacht werden.

In der größten prospektiven Studie wurden Wirksamkeit, Sicherheit und das Verhältnis von Dosis zur

Anti-Faktor Xa-Aktivität von Dalteparin in der Prophylaxe und Therapie von arteriellen- und

Venenthrombosen bei 48 pädiatrischen Patienten untersucht (Nohe et al., 1999).

Studie Nohe et al. (1999): Demografische Daten und Studiendesign

Studiendesign

Patienten

Diagnose

Indikation, Fragmin-Dosis, Ziel-anti-Faktor Xa-Aktivität,

Therapiedauer

Monozentrische,

offene Studie;

n = 48

Alter:

Frühgeburt

(31 Wochen)

bis 18 Jahre

Geschlecht:

32 Jungen, 16

Mädchen

Arterielle- und

Venenthrombosen;

PVOD; PPH

Prophylaxe:

n = 10

95 ± 52 IE Anti-

Faktor Xa/kg KG,

s.c., einmal täglich

0,2 - 0,4 IE/ml

3 - 6 Monate

Primärtherapie:

n = 25

129 ± 43 IE Anti-

Faktor Xa/kg KG,

s.c., einmal täglich

0,4 - 1,0 IE/ml

3 - 6 Monate

Sekundärtherapie:

n = 13

129 ± 43 IE Anti-

Faktor Xa/kg KG,

s.c., einmal täglich

0,4 - 1,0 IE/ml

3 - 6 Monate

In dieser Studie traten bei den 10 Patienten, die Dalteparin zur Thromboseprophylaxe erhielten, keine

thromboembolischen Ereignisse auf. Bei den 23 Patienten, die Dalteparin zur primären

Thrombosetherapie von arteriellen- und Venenthrombosen erhielten, kam es bei 7/23 (30%) zu einer

kompletten Rekanalisation, bei ebenfalls 7/23 (30%) zu einer partiellen Rekanalisation und bei 9/23

(40%) zu keiner Rekanalisation. Bei den 8 Patienten, die Dalteparin zur Sekundärtherapie nach

erfolgreicher Thrombolyse erhielten, wurde die Rekanalisation aufrechterhalten oder verbessert. Bei 5

Patienten, die Dalteparin zur Sekundärtherapie nach erfolgloser Thrombolyse erhielten, konnte keine

Rekanalisation festgestellt werden. Geringfügige Blutungen, die bei 2/48 Kindern (4%) berichtet wurden,

gingen nach einer Dosisreduktion zurück. Die Thrombozytenzahl der Patienten lag zwischen 37000 und

574000/µl. Die Autoren schrieben eine Thrombozytenzahl unter dem Normalwert (150000/µl) einer

immunsuppressiven Therapie zu. Eine Verminderung der Thrombozytenzahl um mehr als 50% gegenüber

dem Ausgangswert als Zeichen einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie vom Typ 2 (HIT 2) wurde

bei keinem Patient beobachtet. Sowohl bei der Prophylaxe- als auch bei den Therapie-Gruppen stand die

Dalteparin-Dosis (IE Anti-Faktor Xa/kg KG) zur Erreichung der Ziel-anti-Faktor Xa-Aktivität (IE/ml) in

umgekehrten Verhältnis zum Alter (r

= 0,64, p = 0,017; r

= 0,13; p = 0,013). Die Vorhersehbarkeit der

antithrombotischen Wirkung von gewichtsabhängigen Dosierungen scheint im Vergleich zu Erwachsenen

bei Kindern verringert zu sein. Möglicherweise hängt dies mit einer veränderten Plasmaeiweißbindung

zusammen (siehe Abschnitt 5.2).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Halbwertszeit nach i.v. Injektion beträgt 2 Stunden und ist daher etwa doppelt so lang wie die von

Heparin.

Nach subkutaner Injektion beträgt die Halbwertszeit von Fragmin 228

40 Minuten und damit ca. das

Doppelte der Halbwertszeit von unfragmentiertem Heparin.

Die absolute Bioverfügbarkeit, gemessen als Anti-Faktor Xa-Aktivität bei gesunden Probanden betrug 87

6% und damit ca. das Neunfache der Bioverfügbarkeit herkömmlichen Heparins. Die Erhöhung der

Dosis von 2500 IE auf 10000 IE hatte einen allgemeinen Anstieg der Anti-Faktor Xa AUC zur Folge, die

proportional um etwa ein Drittel erhöht war.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen für die Dalteparin Anti-Faktor Xa-Aktivität betrug 40 – 60 ml/kg.

Biotransformation

Nach i.v. Gaben von 40 IE/kg und 60 IE/kg betrug die terminale Halbwertzeit 2,1

0,3 bzw. 2,3

Stunden. Nach subkutaner Gabe wurden längere Halbwertzeiten (3 – 5 Stunden) beobachtet, was

möglicherweise auf die verzögerte Resorption zurückzuführen ist.

Die Metabolisierung von Dalteparin-Natrium findet zu einem großen Teil im retikuloendothelialen

System innerhalb der Leber, der Nieren, der Milz und der Lunge statt. Jedoch können die

niedermolekularen Heparine auch in geringer Rate unmetabolisiert mit dem Urin ausgeschieden werden.

Dalteparin-Natrium besitzt eine hohe Bindungskapazität an Antithrombin III. Untersuchungsergebnisse

über Bindungen an andere Plasmaproteine liegen bisher nicht vor.

Elimination

Die Elimination von Dalteparin-Natrium erfolgt in erster Linie über den Urin. Nur ein minimaler Anteil

wird in den Fäzes gefunden. Die biologische Aktivität der renal ausgeschiedenen Fragmente ist jedoch

nicht ausreichend charakterisiert. Im Urin wird weniger als 5% der Anti-Xa-Aktivität wiedergefunden.

Die Serum-Clearance Werte von Dalteparin Anti-Faktor Xa IE betrugen bei gesunden Probanden nach

einmaligen i.v. Bolusgaben von 30 und 120 Anti-Faktor Xa IE/kg im Mittel 24,6

5,4 bzw. 15,6

ml/h/kg. Die entsprechenden Eliminationshalbwertszeiten betragen 1,47

0,3 bzw. 2,5

0,3 Stunden.

Hämodialyse

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigt sich eine längere Halbwertszeit. Bei

dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz betrug die mittlere terminale

Halbwertszeit der Anti-Faktor Xa-Aktivität nach einer i.v. Einzelgabe von 5000 IE Dalteparin 5,7

Stunden, d.h. wesentlich länger, als die bei gesunden Probanden beobachteten Werte. Bei dieser

Patientengruppe kann daher eine größere Anreicherung vorausgesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Säuglinge unter etwa 2 bis 3 Monaten oder solche mit einem Körpergewicht unter 5 kg haben aufgrund

ihres höheren Verteilungsvolumens einen erhöhten Bedarf an NMH pro kg KG. Weitere

Erklärungsalternativen für den erhöhten Bedarf an NMH pro kg KG bei kleinen Kindern sind u.a. eine

veränderte Pharmakokinetik von Heparin und/oder eine verminderte antithrombotische Wirkung von

Heparin bei Kindern durch eine verringerte Plasmakonzentration von Antithrombin.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Ergebnisse der präklinischen Studien zeigten keinerlei Organtoxizität, unabhängig von der

Verabreichungsart, Dosis oder Behandlungsdauer. Mutagene Wirkungen traten nicht auf. Es wurden

keine embryotoxischen oder teratogenen Wirkungen und keine Auswirkungen auf die

Reproduktionsfähigkeit oder peri- und postnatale Entwicklung gesehen.

Langzeit-Studien an Tieren zum kanzerogenen Potential von Dalteparin liegen nicht vor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Fragmin darf nicht mit Dihydroergotamin gemischt werden, da die Möglichkeit von Ausfällungen

besteht.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über Raumtemperatur (25°C) lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Weißglas-Durchstichflasche mit Gummistopfen und Flipp-off-Verschlüssen.

10 Stechampullen zu 4 ml

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Fragmin ist in Glasflaschen und Plastikbehältnissen mit Natriumchlorid-Lösung 0,9% und Glucose-

Lösung zur Infusion 5% kompatibel. Die Kompatibilität von Fragmin mit anderen Arzneimitteln wurde

nicht untersucht.

Nur klare farblose bis gelbliche Lösungen verwenden.

Nur zur einmaligen Entnahme.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien

8.

ZULASSUNGSNUMMER

1-18734

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Juli 1989

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. Dezember 2010

10.

STAND DER INFORMATION

05/2014

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen