Fosrenol 1000 mg Kautabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
Lanthan
Verfügbar ab:
Takeda Pharma AG
ATC-Code:
V03AE03
INN (Internationale Bezeichnung):
lanthanum
Darreichungsform:
Kautabletten
Zusammensetzung:
Lanthan 1 g lanthani(III) carbonas hydricum, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Phosphatbinder
Zulassungsnummer:
58073
Berechtigungsdatum:
2008-02-06

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Fosrenol Kautabletten

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden. Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht

später nochmals lesen.

Was ist Fosrenol und wann wird es angewendet?

Fosrenol ist ein Arzneimittel, das die Aufnahme von Phosphat aus der Nahrung in den Körper

reduziert, indem es Phosphat im Darm bindet. Wenn das Phosphat an Fosrenol gebunden ist, kann es

nicht mehr über die Darmwand aufgenommen werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine ausreichende Kontrolle der Phosphatspiegel im Blut

mehr möglich und der Phosphatgehalt des Blutes steigt an. Der Arzt spricht dann von einer

Hyperphosphatämie (starke Erhöhung des Phosphatgehalts im Blut). Fosrenol wird an

Dialysepatienten verordnet, um den Phosphatspiegel im Blut bei eingeschränkter Nierenfunktion

wieder zu senken.

Wann darf Fosrenol nicht eingenommen werden?

Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Lanthanumcarbonat-Hydrat oder einen der sonstigen

Bestandteile von Fosrenol sind;

wenn der Phosphatgehalt Ihres Blutes zu niedrig ist (Hypophosphataemia).

Wann ist bei der Einnahme von Fosrenol Vorsicht geboten?

Wenn Sie wissen, dass Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist. Sprechen Sie in diesem Fall zuerst mit

Ihrem Arzt, bevor Sie Fosrenol einnehmen. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihre Leber nicht in der

Lage ist, Fosrenol in ausreichendem Mass aus Ihrem Körper zu eliminieren.

Da Fosrenol die Aufnahme bestimmter Arzneimittel aus dem Verdauungstrakt beeinflussen kann,

müssen diese Arzneimittel im Abstand von mindestens 2 Stunden vor oder nach der Einnahme von

Fosrenol eingenommen werden. Davon sind zum Beispiel folgende Arzneimittel betroffen:

Chloroquin (Rheuma- und Malariamittel),

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ketokonazol (gegen Pilzinfektionen),

bestimmte Antibiotika (sog. Tetracycline oder Fluorchinolone),

Antazida auf der Basis von Aluminium, Magnesium oder Calcium,

Levothyroxin.

Es ist sehr wichtig, dass Fosrenol Tabletten vollständig zerkaut und auf keinen Fall als Ganzes

geschluckt oder unvollständig zerkaut werden. Dies vermindert das Risiko für Komplikationen im

Magen-Darm-Trakt wie Darmdurchbruch, Darmverschluss oder Verstopfung (siehe Rubrik «Welche

Nebenwirkungen kann Fosrenol haben?»).

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder vor

kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Darf Fosrenol während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft sollten Sie Fosrenol nicht einnehmen, sofern es der Arzt nicht für

absolut notwendig hält. Es ist nicht bekannt, ob das Mittel in die Muttermilch übertritt. Wenn Sie Ihr

Baby stillen, fragen Sie vor der Einnahme von Fosrenol Ihren Arzt um Rat.

Wie verwenden Sie Fosrenol?

Erwachsene

Nehmen Sie Fosrenol immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Ändern Sie nicht von sich aus

die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so

sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Fosrenol soll zusammen mit einer Mahlzeit oder unmittelbar danach eingenommen werden. Die

Tabletten müssen vor dem Schlucken vollständig zerkaut werden und dürfen nicht unzerkaut

geschluckt werden. Um das Zerkauen zu erleichtern, können die Tabletten zerbrochen werden.

Der Arzt wird Ihnen sagen, wieviele Tabletten Sie zu jeder Mahlzeit einnehmen sollen (Ihre

Tagesdosis wird zwischen den Mahlzeiten aufgeteilt). Die Zahl der Tabletten, die Sie einnehmen

müssen, ist abhängig von:

·Ihrer Ernährung (dem Phosphatgehalt der Nahrungsmittel, die Sie verzehren).

·Ihrem Phosphatspiegel im Blut.

Die übliche Tagesdosis Fosrenol beträgt zunächst 1 Tablette der richtigen Dosisstärke zu jeder

Mahlzeit (d.h. 3 Tabletten pro Tag). Ihr Arzt kontrolliert dann den Phosphatgehalt Ihres Blutes und

kann dann die Dosis entsprechend erhöhen, so dass die Konzentration für Sie angemessen ist.

Fosrenol entfaltet seine Wirkung, indem es das Phosphat aus der Nahrung im Darm bindet. Deshalb

ist es sehr wichtig, dass Sie Fosrenol zu jeder Mahlzeit einnehmen. Wenn Sie Zwischenmahlzeiten

einnehmen oder zwischen den Hauptmahlzeiten etwas essen, müssen Sie unter Umständen zusätzlich

Fosrenol einnehmen. Ihr Arzt, Ihr(e) Ernährungsberater(in) oder Ihre Pflegekraft wird Ihnen sagen,

was in diesem Fall zu tun ist.

Wenn Sie eine grössere Menge von Fosrenol eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, an die

Krankenschwester oder den Apotheker. Holen Sie sich bei diesen Stellen Rat und lassen Sie das

Risiko beurteilen. Die Symptome einer Überdosierung können Übelkeit und Kopfschmerzen sein.

Die Anwendung und Sicherheit von Fosrenol, Kautabletten bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren ist bisher nicht geprüft worden.

Wenn Sie die Einnahme von Fosrenol vergessen haben

Es ist wichtig, dass Sie Fosrenol zu jeder Mahlzeit einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme der Fosrenol Tabletten vergessen haben, dann nehmen Sie die nächste Dosis

mit Ihrer nächsten Mahlzeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Welche Nebenwirkungen kann Fosrenol haben?

Wie alle Arzneimittel kann Fosrenol Nebenwirkungen haben. Die Wahrscheinlichkeit für

Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen ist grösser, wenn Sie Fosrenol vor der Mahlzeit

einnehmen. Nehmen Sie die Tabletten deshalb immer während oder sofort nach der Mahlzeit ein.

Bestimmte Nebenwirkungen könnten schwerwiegend sein. Wenn es bei Ihnen zu einer der folgenden

Nebenwirkungen kommt, müssen Sie sich unverzüglich an einen Arzt wenden:

·Darmdurchbruch (zu den Anzeichen gehören: heftige Bauchschmerzen, Schüttelfrost, Fieber,

Übelkeit, Erbrechen oder eine Druckempfindlichkeit des Bauches). Diese Nebenwirkung tritt selten

auf.

·Darmverschluss (zu den Anzeichen gehören: heftige Blähungen; Bauchschmerzen, aufgetriebener

Leib, Bauchkrämpfe; starke Verstopfung). Diese Nebenwirkung tritt gelegentlich auf.

·Wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen erstmalige oder schwere Verstopfung

auftritt. Es könnte sich dabei um ein erstes Anzeichen eines Darmverschlusses handeln. Verstopfung

ist eine häufig auftretende Nebenwirkung (kann 1 von 10 Behandelten betreffen).

Sehr häufige Nebenwirkungen (betroffen sind mehr als 1 von 10 Patienten) sind: Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Juckreiz, Hautausschlag (Rash).

Häufige Nebenwirkungen (betroffen sind weniger als 1 von 10 Patienten) sind: Sodbrennen,

Blähungen.

Eine weitere häufige Nebenwirkung ist Hypokalzämie (zu wenig Kalzium im Blut). Die Symptome

dafür sind u.a. Kribbeln in Händen und Füssen, Muskel- und Bauchkrämpfe oder Spasmen der

Gesichts- und Fussmuskulatur.

Gelegentliche bis seltene Nebenwirkungen (betroffen sind weniger als 1 von 100 Patienten) sind:

Müdigkeit, Unwohlsein, Schmerzen in der Brust, Schwächegefühl, geschwollene Hände und Füsse,

Schmerzen im Körper, Schwindel, Benommenheit, Aufstoßen, Magen-Darm-Entzündung

(Gastroenteritis), Verdauungsstörung, Reizdarmsyndrom, Mundtrockenheit, Zahnbeschwerden,

Entzündung der Speiseröhre oder des Mundes, Durchfall, erhöhte Werte für bestimmte

Leberenzyme, Parathormon, Aluminium, Kalzium und Glukose im Blut, erhöhte oder verminderte

Phosphatspiegel im Blut, Durst, Gewichtsverlust, Gelenkschmerz, Muskelschmerz, Schwäche und

Dünnerwerden der Knochen (Osteoporose), Appetitverlust, gesteigerter Appetit, Entzündung des

Kehlkopfes, Haarausfall, vermehrtes Schwitzen, verändertes Geschmacksempfinden und erhöhte

Anzahl weißer Blutkörperchen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Packungsbeilage aufgeführt sind.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie das Präparat bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalverpackung an einem von

Kindern unerreichbaren Ort auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Fosrenol enthalten?

1 Kautablette 500 mg enthält Lanthanum (als Lanthanumcarbonat-Hydrat) und Hilfsstoffe.

1 Kautablette 750 mg enthält Lanthanum (als Lanthanumcarbonat-Hydrat) und Hilfsstoffe.

1 Kautablette 1000 mg enthält Lanthanum (als Lanthanumcarbonat-Hydrat) und Hilfsstoffe.

Die Hilfsstoffe sind Dextrat (hydratisiert), hochdisperse Kieselerde und Magnesiumstearat.

Zulassungsnummer

58073 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Fosrenol Kautabletten? Welche Packungen sind erhältlich?

Fosrenol Kautabletten erhalten Sie ausschliesslich in ihrer Apotheke gegen ärztliche Verschreibung.

Folgende Packungsgrössen sind erhältlich:

500 mg in Plastikflaschen zu 90 Tabletten.

750 mg in Plastikflaschen zu 90 Tabletten.

1000 mg in Plastikflaschen zu 90 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Shire Switzerland GmbH, Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Fosrenol®

Zusammensetzung

Eine Kautablette enthält:

Wirkstoff: Lanthan als Lanthancarbonathydrat.

Hilfsstoffe: Dextrate (hydratisiert), wasserfreies kolloidales Siliziumdioxid, Magnesiumstearat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 500 mg, 750 mg und 1’000 mg Lanthan.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Fosrenol ist indiziert als Phosphat-bindendes Mittel zur Kontrolle von Hyperphosphatämie bei

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die eine Hämodialysebehandlung oder eine

kontinuierliche, ambulante Peritonealdialyse (CAPD) erhalten.

Dosierung/Anwendung

Fosrenol ist für die orale Anwendung vorgesehen. Die Tabletten müssen vollständig zerkaut werden

und dürfen nicht unzerkaut geschluckt werden. Um das Zerkauen der Tabletten zu erleichtern,

können die Tabletten zerbrochen werden.

Erwachsene und Patienten fortgeschrittenen Alters (>65 Jahre)

Bei Patienten, die Fosrenol zum ersten Mal einnehmen, kann die Initialdosis auf der Grundlage der

Phosphatkonzentration im Serum individuell wie folgt festgelegt werden:

Serumphosphatspiegel vor der Behandlung Empfohlene anfängliche Fosrenol-Tagesdosis

>1,8 und ≤2,4 mmol/l

750 mg

>2,4 und ≤2,9 mmol/l

1'500 mg

>2,9 mmol/l

2'250 mg

Fosrenol soll zusammen mit oder unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die

Tagesdosis ist auf die einzelnen Mahlzeiten aufzuteilen. Um die Phosphat- und Flüssigkeitsaufnahme

zu kontrollieren, wird den Patienten geraten, die empfohlene Diät einzuhalten. Fosrenol wird in Form

von Kautabletten angeboten, so dass keine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme erforderlich ist. Die

Serumphosphatspiegel müssen überwacht werden, und die Fosrenol-Dosis wird alle 2 bis 3 Wochen

angepasst, bis akzeptable Serumphosphatspiegel erreicht sind. Anschliessend ist eine regelmässige

Kontrolle der Phosphatspiegel erforderlich.

Mit Dosen ab 750 mg wurde eine Kontrolle der Phosphatspiegel im Serum nachgewiesen, wobei die

meisten Patienten mit 1‘500 bis 3‘000 mg Lanthan pro Tag akzeptable Serumphosphatspiegel

erreichen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fosrenol bei Patienten unter 18 Jahren ist noch nicht

nachgewiesen.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist Vorsicht angezeigt, da für diese Patienten bisher

keine Daten vorliegen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Lanthancarbonathydrat oder gegen einen der weiteren Bestandteile.

Hypophosphatämie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Tierexperimentelle Untersuchungen mit Fosrenol haben gezeigt, dass Lanthan sich im Gewebe

ablagern kann. Bei 105 Knochenbiopsien von bis zu 4,5 Jahre lang mit Fosrenol behandelten

Patienten, wurden mit der Zeit steigende Lanthanspiegel festgestellt. Es wurden, zumeist nach

Langzeitanwendung, Fälle von Ablagerungen von Lanthan in der gastrointestinalen Mukosa

berichtet. Die klinische Signifikanz dieser Feststellung ist noch nicht bekannt.

Die Erfahrung aus klinischen Studien mit einer Studiendauer von mehr als 2 Jahren ist beschränkt. In

Einzelfällen wurden Studienteilnehmer bis zu 6 Jahren mit Fosrenol behandelt.

Fosrenol hat radio-opake Eigenschaften und kann deshalb den typischen Anschein eines

Diagnosticums während abdominaler Röntgenanwendungen erwecken.

Es liegen Fallberichte über gastrointestinale Obstruktion, Ileus, Subileus und gastrointestinale

Perforation im Zusammenhang mit Lanthan vor; in einigen Fällen war eine chirurgische oder

stationäre Behandlung erforderlich.

Bei allen Patienten mit einer Prädisposition zu gastrointestinaler Obstruktion, Ileus, Subileus und

gastrointestinaler Perforation ist Vorsicht geboten, so zum Beispiel bei Patienten mit veränderten

anatomischen Verhältnissen im Gastrointestinaltrakt (z.B. Divertikulose, Peritonitis, anamnestisch

bekannte gastrointestinale Operation, gastrointestinale Krebserkrankung und gastrointestinale

Ulzeration), Hypomotilitätsstörungen (z.B. Obstipation, diabetische Gastroparese) sowie bei

Anwendung in Kombination mit Medikamenten, die diese Auswirkungen bekanntermassen

verstärken.

Während der Behandlung mit Lanthancarbonat sollten sowohl Ärzte/Ärztinnen als auch Patienten

fortlaufend auf frühe Anzeichen und Symptome gastrointestinaler Störungen achten, insbesondere

auf Obstipation und abdominale Schmerzen/Distension, was auf einen Darmverschluss, Ileus oder

Subileus hindeuten kann.

Die Behandlung mit Lanthancarbonat sollte überdacht werden, wenn bei einem Patienten starke

Obstipation oder eine andere schwere gastrointestinale Symptomatik auftritt.

In die klinischen Studien mit Fosrenol wurden keine Patienten mit akuter Ulkuskrankheit, ulzeröser

Kolitis, Crohn's Krankheit oder Darmverschluss aufgenommen.

Fosrenol Tabletten müssen vollständig zerkaut werden und dürfen nicht als Ganzes geschluckt

werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Im Zusammenhang mit unzerkauten oder unvollständig

zerkauten Fosrenol Tabletten liegen Meldungen über schwerwiegende gastrointestinale

Komplikationen vor.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann sich eine Hypokalziämie entwickeln. Bei dieser

Patientenpopulation wird deshalb eine Kontrolle der Kalziumserumspiegel in regelmässigen

Zeitintervallen und die Gabe einer angemessenen Ergänzung empfohlen.

Vorübergehende, klinisch nicht relevante QT Verlängerungen wurden in einer klinischen Studie

festgestellt.

Störungen des Gallenflusses können zu erhöhten Gewebe-Ablagerungen und Plasmaspiegeln von

Lanthan führen.

Resorbiertes Lanthan wird vorwiegend hepatisch eliminiert. Eine regelmässige Kontrolle der

Leberparameter wird empfohlen.

Für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen keine Daten vor. Die Anwendung von Lanthan

sollte bei diesen Patienten nur mit Vorsicht erfolgen.

Interaktionen

Lanthancarbonathydrat kann den pH-Wert des Magens erhöhen. Bei Einnahme von Substanzen mit

Säure-abhängiger Absorption (z.B. Chloroquin, Hydroxychloroquin und Ketoconazol) wird deshalb

empfohlen, einen Zeitraum von 2 Stunden vor und nach der Anwendung von Fosrenol einzuhalten.

Bei gesunden Probanden zeigte die gleichzeitige Verabreichung eines Zitrats keinen Einfluss auf die

Resorption und die Pharmakokinetik von Lanthan.

Wie klinische Studien gezeigt haben, wurden die Serumspiegel der fettlöslichen Vitamine A, D, E

und K durch die Verabreichung von Fosrenol nicht beeinflusst.

Studien an freiwilligen Probanden haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von Fosrenol

mit Digoxin, Warfarin oder Metoprolol zu keinen klinisch relevanten Veränderungen des

pharmakokinetischen Profils dieser Arzneimittel führt.

In künstlichem Magensaft bildete Lanthancarbonathydrat keine unlöslichen Komplexe mit Warfarin,

Digoxin, Furosemid, Phenytoin, Metoprolol oder Enalapril, was auf ein geringes Potenzial zur

Beeinflussung der Resorption dieser Arzneimittel hinweist.

Koadministration von Lanthancarbonat 1,0 g dreimal täglich mit Ciprofloxazin 750 mg (am zweiten

Tag) führte bei gesunden Probanden zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit von Ciprofloxazin um

50%. Ebensolche Interaktionen sind mit anderen Fluorochinolonen und Tetrazyklinen wie z.B:

Doxycyclin zu erwarten.

Substanzen, für die eine Wechselwirkung mit Aluminium-, Magnesium- oder Kalcium-basierten

Antacida bekannt ist, können auch mit Fosrenol eine Wechselwirkung eingehen. Es wird daher

empfohlen, dass solche Medikamente nicht weniger als 2 Stunden vor oder nach der Einnahme von

Fosrenol eingenommen werden.

Bei der Einnahme von Phosphatbindern (inkl. Fosrenol) ist eine Reduktion der Absorption von

Levothyroxin zu erwarten. Deshalb sollte Levothyroxin 2 Stunden vor oder nach der Gabe von

Fosrenol eingenommen werden. Es wird eine engmaschigere Überwachung des TSH-Spiegels

empfohlen bei Patienten, welche beide Arzneimittel einnehmen.

Wie in-vitro-Studien gezeigt haben, ist Lanthancarbonathydrat kein Substrat für Zytochrom P450

und bewirkt keine signifikante Hemmung der Wirkungen der massgeblichen humanen Zytochrom-

P450-Isoenzyme.

Schwangerschaft, Stillzeit

Eine an Ratten durchgeführte Studie hat bei hohen Dosen eine Fortpflanzungstoxizität ergeben.

(siehe Abschnitt «Präklinische Daten»).

Über die Anwendung von Fosrenol bei Schwangeren liegen bisher keine ausreichenden Daten vor.

Das potenzielle Risiko für den Menschen ist bisher nicht bekannt.

Fosrenol darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar

notwendig.

Es ist nicht bekannt, ob Lanthan mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Während der Behandlung

mit Fosrenol wird deshalb vom Stillen abgeraten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Fosrenol kann Übelkeit und Schwindel verursachen, welches die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen beeinflussen kann.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen, mit Ausnahme von Kopfschmerzen und allergischen

Hautreaktionen, sind gastrointestinaler Natur; diese verringern sich, wenn Fosrenol gleichzeitig mit

der Nahrung eingenommen wird (vgl. «Dosierung/Anwendung») und klingen mit der Zeit bei

fortgesetzter Einnahme ab.

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten»

(≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10’000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Gastroenteritis, Laryngitis.

Erkrankungen des Blutes- und des Lymphsystems

Gelegentlich: Eosinophilie.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Hyperparathyreoidismus.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Häufig: Hypocalzämie.

Gelegentlich: Hyperkalzämie, Hyperglykämie, Hyperphosphatämie, Hypophosphatämie, Anorexie,

gesteigerter Appetit.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Benommenheit/Schwindel, Geschmacksstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Schwindel (Vertigo).

Erkrankungen des Gastrointestintrakts

Sehr häufig: Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen.

Häufig: Verstopfung, Dyspepsie, Blähungen.

Gelegentlich: Ileus, Subileus, Darmobstruktion, Reizkolon (IBS), Ösophagitis, Stomatitis, weicher

Stuhl, Verdauungsstörungen, nicht näher bestimmte Magen-Darm-Beschwerden, Mundtrockenheit,

Zahnverletzungen, Ruktuation.

Selten: Intestinale Perforation.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Alopezie, Schweissausbrüche.

Unbekannte Häufigkeit: Hautausschlag, Urticaria, Pruritus.

Sketlettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Osteoporose.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Asthenie, Brustschmerz, Müdigkeit, Unwohlsein, periphere Ödeme, Schmerzen, Durst.

Untersuchungen

Gelegentlich: Anstieg der Blutwerte von Aluminium, GGT, Lebertransaminasen und alkalischer

Phosphatase; Gewichtsverlust.

Post marketing Erfahrungen: Nach der Einführung von Fosrenol wurden Fälle von allergischen

Hautreaktionen (mit Hautausschlag, Urticaria, Pruritus) berichtet, welche in engem zeitlichen

Zusammenhang stehen mit der Lanthancarbonat-Therapie.

Es wurde zwar über eine Reihe weiterer, vereinzelt aufgetretener Reaktionen berichtet, doch keine

dieser Reaktionen wurde bei dieser Patientenpopulation als unerwartet angesehen.

Vorübergehende Veränderungen des QT-Intervalls wurden beobachtet, die jedoch nicht mit einer

Zunahme unerwünschter kardialer Ereignisse einhergingen.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Die höchste Tagesdosis Lanthan, die gesunden

Probanden im Rahmen einer Phase-I-Studie verabreicht wurde, waren 4‘718 mg für einen Zeitraum

von 3 Tagen. Die beobachteten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer und umfassten

Übelkeit und Kopfschmerzen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V03AE03

Pharmakotherapeutische Gruppe: Behandlung von Hyperphosphatämie

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik:

Fosrenol enthält Lanthancarbonathydrat. Die Wirkung von Lanthancarbonathydrat als

Phosphatbinder ist abhängig von der hohen Affinität der im sauren Milieu des Magens aus dem

Karbonatsalz freigesetzten Lanthanionen für das mit der Nahrung aufgenommene Phosphat. Es bildet

sich unlösliches Lanthanphosphat, das die Resorption von Phosphat aus dem Magen-Darm-Trakt

verringert.

In zwei Phase-II- und in zwei Phase-III-Studien wurden insgesamt 1‘130 Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz untersucht, die zur Erhaltung der Nierenfunktion eine Hämodialysebehandlung

oder eine kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse erhielten. Drei Studien wurden mit

Placebokontrolle durchgeführt (eine mit fester Dosierung und 2 mit einem Dosisanpassungsregime),

und eine Studie umfasste Kalziumcarbonat als wirksamen Vergleichsstoff. Im Lauf dieser Studien

erhielten 1‘016 Patienten Lanthancarbonathydrat, 267 Kalziumcarbonat und 176 Placebo.

Nach 4 Wochen Behandlung war in den beiden Studien mit Dosisanpassung bei 61% bis 82% der

mit Lanthancarbonathydrat behandelten Patienten eine Kontrolle der Serumphosphatspiegel erreicht,

verglichen mit 24% bis 31% der Patienten unter Placebo. Die mittleren Phosphatspiegel waren unter

Fosrenol um 0,45 mmol/l bis 0,6 mmol/l niedriger als unter Placebo.

Die Studie mit dem wirksamen Vergleichsstoff zeigte, dass die Serumphosphatspiegel am Ende der

5-wöchigen Dosisanpassungsphase bei 58% der Patienten in der Lanthan-Gruppe, verglichen mit

70% der Patienten in der Kalziumcarbonat-Gruppe, auf den Zielwert von 1,8 mmol/l gesenkt worden

waren. Nach 25 Wochen Behandlung betrug der Anteil von Patienten mit kontrollierten

Phosphatspiegeln 66% (Lanthancarbonathydrat) bzw. 64% (Kalziumcarbonat), wobei die mittlere

Senkung der Serumphosphatspiegel bei 0,89 ± 0,72 mmol/l bzw. 0,81 ± 0,50 mmol/l lag. Zusätzliche

langfristige Verlängerungsstudien haben gezeigt, dass nach fortgesetzter Verabreichung von

Lanthancarbonathydrat über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren eine wirksame Kontrolle der

Phosphatspiegel aufrechterhalten werden kann.

Nach 25 Wochen Behandlung war das Kalzium x Phosphat-Produkt in beiden Behandlungsgruppen

gegenüber dem Ausgangswert erniedrigt, wobei sich bei den mit Lanthancarbonathydrat behandelten

Patienten eine geringfügig grössere Senkung gegenüber dem Ausgangswert als bei den mit Kalzium

behandelten Patienten abzeichnete. Das mittlere Kalzium x Phosphat-Produkt betrug in der Lanthan-

Gruppe 6,037 bzw. 4,009 mmol 2/l2 und in der Kalziumcarbonat-Gruppe 6,024 bzw. 4,194 mmol

2/l2.

In Vergleichsstudien wurde Hyperkalziämie unter Fosrenol von 0,4% der Patienten berichtet,

verglichen mit 20,2% unter kalziumhaltigen Bindern. Die PTH-Konzentrationen im Serum können je

nach Kalziumserum-, Phosphat- und Vitamin-D-Status des Patienten schwanken. Ein direkter

Einfluss auf die PTH- Konzentrationen im Serum wurde für Fosrenol nicht nachgewiesen.

Bei langfristigen Knochenstudien wurde in den gemittelten Daten eine allmählich steigende Neigung

zu höheren Konzentrationen an Knochenlanthan beobachtet, wobei der Mittelwert von einem

Grundspiegel von 53 µg/kg innerhalb von 24 Monaten auf das Dreifache anstieg. Bei Patienten, die

mit Lanthancarbonathydrat behandelt wurden, stieg die Lanthankonzentration in den Knochen in den

ersten 12 Monaten der Lanthancarbonathydratbehandlung auf durchschnittlich 1328 µg/kg

(Schwankungsbereich: 122 bis 5513 µg/kg). Der Mittelwert und der Bereich der Konzentration nach

18 und 24 Monaten waren ähnlich hoch wie die Werte nach 12 Monaten. Der Mittelwert nach 54

Monaten Behandlungsdauer lag bei 4246 µg/kg (Schwankungsbereich: 1673 bis 9792 µg/kg).

Gepaarte Knochenbiopsien (zum Ausgangszeitpunkt und nach einem oder zwei Jahren), die bei

Patienten vorgenommen wurden, die für Fosrenol oder Kalziumkarbonat in der einen Studie und für

Fosrenol oder eine alternative Behandlung in einer zweiten Studie randomisiert wurden, zeigten

keinerlei Unterschiede hinsichtlich einer Ausbildung von Mineralisierungsmängeln zwischen beiden

Gruppen.

Pharmakokinetik

Da die Bindung von Lanthan an Phosphor aus der Nahrung im Lumen des Magens bzw. des oberen

Teils des Dünndarmes stattfindet, ist die therapeutische Wirkung von Fosrenol nicht vom

Lanthanspiegel im Plasma abhängig.

Lanthan kommt in der Umwelt vor. Die Messung der Hintergrundspiegel von Patienten mit

chronischer Niereninsuffizienz, die nicht mit Lanthancarbonathydrat behandelt wurden, im Rahmen

von klinischen Studien der Phase III ergab Plasmakonzentrationen von <0,05 bis 0,90 ng/ml sowie

Konzentrationen von <0,006 bis 1,0 µg/g in Knochenbiopsien.

Absorption

Lanthancarbonathydrat besitzt nur eine geringe Wasserlöslichkeit (<0,01 mg/ml bei pH 7,5) und wird

nach oraler Aufnahme nur in minimalen Mengen resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit nach

oraler Aufnahme wird beim Menschen auf <0,002% geschätzt.

Gesunde Probanden zeigten nach oraler Einmalgabe von 250 bis 1‘000 mg Lanthan einen Anstieg

von Plasma-AUC und Cmax in Abhängigkeit von der Dosis, der jedoch nicht proportional war und

mit einer durch die Auflösung begrenzten Resorption übereinstimmte. Die scheinbare

Plasmaeliminationshalbwertszeit von gesunden Probanden betrug 36 Stunden.

Bei Dialyse-Patienten, die 1‘000 mg Lanthan dreimal täglich über einen Zeitraum von 10 Tagen

erhielten, lagen die mittleren Höchstkonzentrationen (± SD) im Plasma bei 1,06 (± 1,04) ng/ml, und

die mittlere AUClast betrug 31,1 (± 40,5) ng.h/ml. Die regelmässige Überwachung der Blutspiegel

von 1707 Dialysepatienten, die Lanthancarbonathydrat für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren

einnahmen, zeigte über diesen Zeitraum keinen Anstieg der Lanthankonzentrationen im Plasma.

Distribution

Nach wiederholter oraler Verabreichung von Lanthancarbonathydrat kommt es weder bei Patienten

noch beim Tier zu einer Anreicherung von Lanthan im Plasma. Die kleine Fraktion von oral

verabreichtem Lanthan, die resorbiert wird, wird zum grössten Teil (>99,7%) an Proteine aus dem

menschlichen Plasma gebunden. In den tierexperimentellen Untersuchungen wurde eine breite

Verteilung dieser Fraktion in systemischen Geweben beobachtet, und zwar vorwiegend in Knochen,

Leber und im Magen-Darm-Trakt, einschliesslich der mesenteralen Lymphknoten. In

tierexperimentellen Langzeitstudien stiegen die Lanthankonzentrationen in mehreren Geweben,

einschliesslich Magen-Darm-Trakt, Knochen und Leber, im Lauf der Zeit auf Spiegel an, die um

mehrere Grössenordnungen über den Konzentrationen im Plasma lagen. In einigen Geweben

erreichte Lanthan einen scheinbaren Steady-State, z. B. in der Leber, während die Spiegel im Magen-

Darm-Trakt mit der Dauer der Behandlung anstiegen. Die Veränderung der Lanthanspiegel in den

Geweben nach dem Absetzen der Behandlung schwankte je nach Gewebe. Nach dem Absetzen der

Behandlung blieb ein relativ hoher Anteil von Lanthan länger als 6 Monate in Geweben nachweisbar

(der mediane prozentuale Anteil, der in den Knochen zurückblieb, betrug ≤ 100% (Ratte) bzw. ≤

87% (Hund) und der Anteil in der Leber ≤ 6% (Ratte) bzw. ≤ 82% (Hund). In Langzeitstudien an

Tieren wurden im Zusammenhang mit der Ablagerung von Lanthan im Gewebe nach oraler

Verabreichung hoher Dosen von Lanthancarbonathydrat keine unerwünschten Wirkungen beobachtet

(siehe Abschnitt «Präklinische Daten»). (Informationen über die Veränderungen der

Lanthankonzentrationen in Knochenbiopsien von Dialysepatienten nach einem Jahr Behandlung mit

lanthanhaltigen im Vergleich zu kalziumhaltigen Phosphatbindern siehe Abschnitt

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Metabolisierung

Lanthan wird nicht verstoffwechselt.

Studien an Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und gleichzeitiger Leberinsuffizienz sind

bisher nicht durchgeführt worden. Bei Patienten, die zum Zeitpunkt der Aufnahme in die klinische

Phase-III-Studie gleichzeitig bestehende Lebererkrankungen hatten, ergaben sich keine Hinweise für

einen Anstieg der Lanthanspiegel im Plasma oder für eine Verschlechterung der Leberfunktion nach

einer Behandlung mit Fosrenol über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren.

Eliminierung

Bei gesunden Probanden wird Lanthan vorwiegend über den Stuhl ausgeschieden, und nur etwa

0,000031% einer oralen Dosis werden über den Urin eliminiert. (Die renale Clearance liegt bei ca. 1

ml/min, was <2% einer Gesamtplasmaclearance entspricht.)

Nach intravenöser Verabreichung an Tiere wird Lanthan vorwiegend über die Fäzes ausgeschieden

(74% der Dosis), und zwar sowohl über die Galle als auch durch direktes Passieren der Darmwand.

Der renale Ausscheidungsweg hat nur eine untergeordnete Bedeutung.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur chronischen Toxizität lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

In einer Studie zur Sicherheitspharmakologie reduzierte Lanthancarbonathydrat die Magenazidität

bei Ratten, mit einer möglichen Hemmung der Magenentleerung.

Mutagenität und Kanzerogenese

Lanthancarbonathydrat zeigte bei Mäusen oder Ratten keine karzinogene Wirkung. Bei Mäusen war

in der Gruppe mit der hohen Dosis (1‘500 mg/kg/Tag) eine Zunahme von Magendrüsenadenomen

festzustellen. Diese neoplastische Reaktion bei der Maus wurde auf eine Verschlimmerung spontaner

pathologischer Magenveränderungen zurückgeführt, und ihr wurde nur eine geringe klinische

Bedeutung beigemessen.

Lanthancarbonathydrat zeigte negative Testresultate betreffend Mutagenität bei in vitro Ames Tests

mit Salmonella typhimurium und Escherichia coli Stämmen sowie bei in vitro HGPRT gene

Mutation und chromosomalen Aberrationstests in CHO-Zellen. Lanthancarbonathydrat ergab

ebenfalls negative Testresultate in einem oralen Mikrokern Test in Mäusen mit Dosierungen bis zu

2‘000 mg/kg und in DNA Synthesetests in Ratten unter einer i.v. verabreichten Dosis von

Lanthanchlorid von bis zu 0,1 mg/kg.

Reproduktionstoxizität

Bei Ratten, die ab dem 6. Trächtigkeitstag bis zum 20. Tag nach dem Werfen hohe Dosen

Lanthancarbonathydrat erhalten hatten, zeigten die Muttertiere keine Wirkungen. Bei den Jungtieren

wurden jedoch Gewichtsreduktionen und Verzögerungen bei einigen Entwicklungsmarkern (Öffnen

der Augen und der Vagina) festgestellt. Bei Kaninchen, die während der Trächtigkeit mit hohen

Tagesdosen Lanthancarbonathydrat behandelt wurden, waren Toxizitätserscheinungen bei den

Muttertieren mit verringertem Futterverzehr und verminderter Körpergewichtszunahme, Zunahme

von Prä- und Postimplantationsverlusten zu beobachten, und die Jungtiere wiesen ein verringertes

Gewicht auf.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern

Zulassungsnummer

58073 (Swissmedic).

Packungen

Weisse zylindrische Flaschen aus Hartpolyethylen mit Reyonspirale und einem kinder- und

manipulationssicheren Polypropylen-Schraubverschluss.

500 mg Mehrfachpackung zu 90 Kautabletten (B)

750 mg Mehrfachpackung zu 90 Kautabletten (B)

1‘000 mg Mehrfachpackung zu 90 Kautabletten (B)

Zulassungsinhaberin

Shire Switzerland GmbH, Zug

Stand der Information

September 2018

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