Fosinopril-comp PUREN 20 mg/ 12,5 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fosinopril-Natrium, Hydrochlorothiazid
Verfügbar ab:
Actavis Group hf.
ATC-Code:
C09BA09
INN (Internationale Bezeichnung):
Fosinopril Sodium, Hydrochlorothiazide
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Fosinopril-Natrium 20.mg; Hydrochlorothiazid 12.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
61010.00.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Fosinopril-comp PUREN 20 mg/12,5 mg Tabletten

Fosinopril-Natrium/Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Fosinopril-comp PUREN und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Fosinopril-comp PUREN beachten?

Wie ist Fosinopril-comp PUREN einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fosinopril-comp PUREN aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Fosinopril-comp PUREN und wofür wird es angewendet?

Die Wirkstoffe in Fosinopril-comp PUREN sind Fosinopril und Hydrochlorothiazid. Fosinopril gehört zur

Arzneimittelgruppe der so genannten Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmer. ACE-Hemmer

wirken durch Erweiterung der Blutgefäße im Körper, wodurch der Druck in den Gefäßen vermindert

wird.

Hydrochlorothiazid gehört zur Arzneimittelgruppe der Diuretika. Diuretika helfen dem Körper,

zusätzliche Flüssigkeit auszuscheiden und werden bei Patienten mit Bluthochdruck angewendet. Da

sie wasserausscheidend wirken, werden Diuretika häufig „Wassertabletten“ genannt.

Fosinopril-comp PUREN wird zur Behandlung des Bluthochdrucks (Hypertonie) angewendet, wenn

die Kombination zweier Wirkstoffe für notwendig erachtet wird. Dies ist im Allgemeinen dann der Fall,

wenn sich Fosinopril alleine nicht als ausreichend wirksam zur adäquaten Senkung Ihres Blutdrucks

erwiesen hat.

Fosinopril-comp PUREN kann auch die Kombination beider Einzelwirkstoffe (20 mg Fosinopril und

12,5 mg Hydrochlorothiazid) ersetzen, wenn Sie vorher mit der entsprechenden Wirkstoffmenge

einzeln auf beide Wirkstoffe im gleichen Verhältnis eingestellt wurden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Fosinopril-comp PUREN beachten?

Fosinopril-comp PUREN darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Fosinopril-Natrium, Thiazide, Sulfonamide, andere ACE-Hemmer oder

einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schon früher Schwellungen der Beine, Arme, des Gesichts, der Schleimhäute oder

Zunge und/oder des Rachens (Angioödeme) hatten, mit oder ohne Behandlung mit einem ACE-

Hemmer.

wenn in Ihrer Familie Angioödeme vorgekommen sind.

wenn Sie schwere Nierenprobleme haben.

wenn Sie schwere Leberprobleme haben.

bei fehlender Urinausscheidung.

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wenn Sie mehr als 3 Monate schwanger sind.

(Es wird empfohlen, Fosinopril-comp PUREN auch in der frühen Phase der Schwangerschaft

nicht anzuwenden, siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben und mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält, behandelt werden.

wenn Sie Sacubitril/Valsartan, ein Arzneimittel zur Behandlung einer chronischen Herzschwäche

bei Erwachsenen, eingenommen haben oder einnehmen, weil sich dadurch das Risiko eines

Angioödems (schnelle Schwellung unter der Haut z. B. im Rachenbereich) erhöht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Fosinopril-comp PUREN einnehmen:

wenn Sie Nierenprobleme haben, sich einer Dialyse unterziehen müssen oder ein

Nierentransplantat haben.

wenn Ihnen bekannt ist, dass Ihr Herzmuskel vergrößert ist oder Sie Probleme mit den

Herzklappen haben.

wenn Sie eine Lebererkrankung haben.

wenn Sie eine Behandlung zur Verringerung der Überempfindlichkeit gegen Bienen- oder

Wespenstiche (Hyposensibilisierung) durchführen.

wenn Sie wegen einiger Erkrankungen (z. B. Sklerodermie, Lupus erythematodes) Probleme mit

Ihrem Immunsystem haben oder bestimmte Arzneimittel einnehmen (z. B. Allopurinol,

Procainamid, Lithium, Steroide oder Arzneimittel zur Krebsbehandlung – siehe Abschnitt

„Einnahme von Fosinopril-comp PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

wenn bei Ihnen schon einmal Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen

(Angioödem) aufgetreten sind.

wenn Sie starke Bauchschmerzen bekommen (mit oder ohne Übelkeit oder Erbrechen

(intestinales Angioödem).

während einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese (eine Behandlung zur Verminderung des

Cholesterins im Blut).

wenn Sie an Diabetes mellitus leiden.

wenn Sie an Gicht leiden.

wenn Sie Herzprobleme haben – eine Verengung einiger Blutgefäße im Gehirn oder im Herzen

oder ein niedriges Blutvolumen.

wenn Sie aufgrund von Erbrechen oder Durchfall, Gebrauch von Diuretika, Kaliumersatzstoffen,

kaliumsparenden Salzersatzstoffen oder salzarmer Diät dehydriert sind.

wenn Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel Husten bekommen.

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

einen Angiotensin-II-Rezeptoren-Antagonisten (diese werden auch als Sartane bezeichnet –

z. B. Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund

von Diabetes mellitus haben.

Aliskiren.

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, kann das Risiko eines Angioödems

erhöht sein:

Racecadotril, ein Arzneimittel zur Behandlung von Durchfall.

Arzneimittel, die zur Verhinderung der Abstoßung von transplantierten Organen oder

zur Krebsbehandlung eingesetzt werden (z. B. Temsirolimus, Sirolimus, Everolimus).

Vildagliptin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes.

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wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine unerwartete

Hautläsion entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine hochdosierte

Langzeitanwendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer

Hautkrebs) erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange

Sie Fosinopril-comp PUREN einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten).

Die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN in der frühen Phase der Schwangerschaft wird nicht

empfohlen, und Fosinopril-comp PUREN darf nicht mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat

eingenommen werden, da die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN in diesem Stadium zu

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schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe Abschnitt „Schwangerschaft

und Stillzeit“).

Teilen Sie Ihrem Arzt oder Zahnarzt mit, bevor ein operativer (Zahn-)Eingriff vorgenommen wird, dass

Sie mit Fosinopril-comp PUREN behandelt werden, da während einer Narkose das Risiko besteht,

dass Ihr Blutdruck sehr stark abfällt.

Dopingtest

Das in diesem Arzneimittel enthaltene Hydrochlorothiazid kann bewirken, dass ein Dopingtest positiv

ausfällt.

Hautfarbe

Dieses Arzneimittel kann bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe weniger wirksam sein als bei

hellhäutigen Menschen.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B. Kalium)

in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Abschnitt "Fosinopril-comp PUREN darf nicht eingenommen werden“.

Einnahme von Fosinopril-comp PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Ihre Behandlung kann beeinflusst werden, wenn Sie Fosinopril-comp PUREN zusammen mit

bestimmten anderen Arzneimitteln einnehmen/anwenden.

Es ist insbesondere wichtig für Ihren Arzt zu wissen, ob Sie bereits mit den folgenden Arzneimitteln

behandelt werden:

Andere blutdrucksenkende Arzneimittel einschließlich Methyldopa, Nitrate, Betablocker,

Calciumantagonisten, Diuretika oder Vasodilatatoren, da sie den Blutdruck weiter senken

können.

Diuretika (Wassertabletten) wie Furosemid, Spironolacton, Triamteren oder Amilorid, da diese

den Blutdruck weiter senken oder die Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut verändern können.

Schmerzmittel und nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR) (z. B. Acetylsalicylsäure oder

Indometacin), da sie die Wirkung von Fosinopril-comp PUREN vermindern oder die

Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure verstärken können.

Magnesium- oder Aluminium-haltige Arzneimittel (bei Sodbrennen) können die Wirkung von

Fosinopril-comp PUREN verringern. Sie sollten daher mindestens zwei Stunden zwischen der

Einnahme solcher Arzneimittel und der von Fosinopril-comp PUREN vergehen lassen.

Calciumsalze und Vitamin D; gleichzeitig mit Fosinopril-comp PUREN eingenommen, können

diese zu erhöhten Calciumspiegeln führen.

Insulin und Tabletten gegen Diabetes, da Fosinopril-comp PUREN deren Wirkung beeinflussen

kann, insbesondere während der ersten Woche der gemeinsamen Behandlung.

Eine Dosisanpassung kann notwendig sein.

Antidepressiva (z. B. Amitriptylin), Barbiturate (z. B. Phenobarbital), starke Schmerzmittel (z. B.

Morphine) und/oder Sedativa, da einige die blutdrucksenkende Wirkung von Fosinopril-comp

PUREN steigern können.

Lithium (angewendet bei manischer Depression), da Fosinopril-comp PUREN die Lithiumspiegel

im Blut erhöhen kann.

Digoxin und Digitoxin, da Fosinopril-comp PUREN deren Nebenwirkungen verstärken kann.

Sogenannte Sympathomimetika, wie z. B. Salbutamol, Ephedrin, welche zur Behandlung von

Bronchitis und Asthma eingesetzt werden und einige Arzneimittel gegen Erkältung, Husten oder

Grippesymptome, da sie die blutdrucksenkende Wirkung von Fosinopril-comp PUREN

vermindern können.

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Adrenalin (Epinephrin), da Fosinopril-comp PUREN deren Wirkung vermindern kann.

ACTH (ein Hormon), Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salicylate oder Laxantien, da

sie den Kaliumverlust aus dem Körper verstärken können.

Allopurinol, Procainamid, Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Azathioprin), Steroide oder

Arzneimittel zur Krebsbehandlung (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil oder Methotrexat), da sie

auf einige Blutbestandteile wirken können. Weiterhin müssen eventuell einige Arzneimittel gegen

Gicht, wie Allopurinol und Benzbromaron, höher dosiert werden, da Hydrochlorothiazid dazu

neigt, den Harnsäurespiegel zu erhöhen.

Colestyramin oder Colestipol (bei hohen Blutfettwerten), da diese die Resorption von Fosinopril-

comp PUREN verringern können.

Muskelrelaxanzien vom Curaretyp (z. B. Tubocurarin), die im Zusammenhang mit einer Operation

angewendet werden, da Fosinopril-comp PUREN zu einer Steigerung der muskelrelaxierenden

Wirkung führen kann.

Einige Antiarrhythmika, einige Antipsychotika und andere Arzneimittel, die bekanntermaßen

Torsade de pointes (rascher und unkontrollierter Herzschlag) hervorrufen können, dürfen nicht

gleichzeitig mit Fosinopril-comp PUREN eingenommen werden.

Wenn Sie Ganglienblocker oder periphere adrenerge Rezeptorenblocker einnehmen.

Diaxozid zur Behandlung von niedrigem Blutzucker und Bluthochdruck.

Die Ergebnisse einiger Labortests wie der Digoxintest (Kit RIA Digi-Tab

), Parathyroidtest oder

ein Test auf proteingebundenes Jod (PBI) können beeinflusst werden.

Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel), kaliumsparende Diuretika und andere

Arzneimittel, die den Kaliumgehalt in Ihrem Blut erhöhen können (z. B. Trimethoprim und

Cotrimoxazol zur Behandlung von bakteriellen Infekten; Ciclosporin, ein Arzneimittel zur

Unterdrückung des Immunsystems, um die Abstoßung von transplantierten Organen zu

verhindern; und Heparin, ein Arzneimittel zur Blutverdünnung und Vermeidung von

Blutgerinnseln).

Ihr Arzt muss unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen

treffen:

wenn Sie einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren einnehmen (siehe auch

Abschnitte „Fosinopril-comp PUREN darf nicht eingenommen werden“ und "Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen").

Einnahme von Fosinopril-comp PUREN zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Wenn Sie während der Einnahme von Fosinopril-comp PUREN Alkohol trinken, können Sie

Schwindel/Ohnmacht, Müdigkeit oder Schwäche empfinden, da das Arzneimittel dann Ihren Blutdruck

zu stark senkt. Eine Diät mit viel Kochsalz kann die Wirkung von Fosinopril-comp PUREN vermindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden

könnten). In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Fosinopril-comp PUREN vor einer

Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen und er wird Ihnen ein

anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von Fosinopril-comp PUREN in der frühen

Schwangerschaft wird nicht empfohlen und Fosinopril-comp PUREN darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN in

diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Die Einnahme von

Fosinopril-comp PUREN wird stillenden Müttern nicht empfohlen. Ihr Arzt wird eine andere

Behandlung auswählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solange Ihr Kind im Neugeborenenalter ist

oder wenn es eine Frühgeburt war.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wenn Ihnen schwindelig wird, Sie müde werden oder Sie Probleme beim Sehen haben, dürfen Sie

kein Fahrzeug fahren oder Maschinen bedienen während Sie Fosinopril-comp PUREN einnehmen.

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Fosinopril-comp PUREN enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Fosinopril-comp PUREN erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Fosinopril-comp PUREN einzunehmen?

Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem halben Glas Wasser am Morgen mit oder außerhalb

einer Mahlzeit ein.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Für Erwachsene mit Bluthochdruck beträgt die empfohlene Dosis eine Tablette täglich.

Wenn Sie Nierenprobleme haben oder schon älter sind, ist möglicherweise eine Dosisanpassung

notwendig.

Kinder und Jugendliche

Die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht

empfohlen.

Wenn Sie eine größere Menge Fosinopril-comp PUREN eingenommen haben, als Sie sollten

Fragen Sie sofort Ihren Arzt, die nächstgelegene Notfallpraxis oder eine Giftnotrufzentrale um Rat.

Wenn Sie die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN vergessen haben

Nehmen Sie nicht die vergessene Dosis ein, sondern fahren Sie mit dem normalen

Einnahmerhythmus fort. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN abbrechen

Beenden Sie die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN nur, wenn Ihr Arzt Ihnen dies mitgeteilt hat.

Wenn Sie die Einnahme von Fosinopril-comp PUREN beenden, kann Ihr Blutdruck wieder ansteigen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und müssen sofort medizinisch

behandelt werden:

Sie sollten sofort Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie eines der folgenden Symptome bei sich bemerken:

Schwerwiegende Erkrankung mit starkem Abschälen und Anschwellen der Haut,

Blasenbildung der Haut, Mund, Augen, Genitalien und Fieber. Hautausschlag mit rosa-roten

Flecken, vor allem an den Handflächen oder Fußsohlen, die Blasen bilden können (Erythema

multiforme und toxische epidermale Nekrolyse sind seltene Nebenwirkungen, die Häufigkeit

des Stevens-Johnson-Syndroms ist nicht bekannt).

Schwere allergische Reaktion mit Schwellungen von Gesicht, Zunge und Rachen, die große

Schwierigkeiten beim Atmen verursachen kann (anaphylaktische Reaktion ist eine seltene

Nebenwirkung, die Häufigkeit eines angioneurotischen Ödems ist nicht bekannt).

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Hohe Zuckerspiegel im Urin und Blut, Elektrolytungleichgewicht (niedriges Kalium und Natrium im

Blut), Anstieg der Lipide (Cholesterin und Triglyceride) im Blut, erhöhte Harnsäurespiegel im Blut.

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Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Halsschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, Erkältung),

Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schläfrigkeit, trockener Husten, Hautentzündungen,

beschleunigter Puls (Tachykardie), bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags (Palpitationen),

Magenreizung, Verstopfung, Muskel- und Knochenschmerzen, reversible Erhöhung von Substanzen

(Kreatinin, Harnstoff), die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verwirrtheit, Ohrenschmerzen, Geschmacksstörungen, Appetitverlust, Mundtrockenheit, Blähungen,

laufende Nase, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Entzündung von Luftröhre und Bronchien

(Tracheobronchitis), Atembeschwerden, Fieber, Gewebeschwellung, üblicherweise in den unteren

Gliedmaßen (periphere Ödeme), plötzlicher Tod, vermehrtes Schwitzen, Brustschmerzen (nicht vom

Herzen ausgehend), Gewichtszunahme, Herzversagen, Herzrhythmusstörungen, verminderter

Blutfluss zum Gehirn, Zittern, vorübergehender Abfall des Hämoglobins, Abnahme der Anzahl roter

Blutkörperchen, verminderte Nierenfunktion, Blutdruckanstieg, Schock. Bluttests können veränderte

Werte zeigen (z. B. erhöhtes Kalium), hohe Proteinspiegel im Urin.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes oder kutane Lupus erythematodes-ähnliche

Reaktion (eine Krankheit, bei der das eigene Immunsystem den Körper angreift; diese verursacht

Gelenkschmerzen, Hautausschläge und Fieber), Nasenbluten, Entzündung des Kehlkopfes, welche

Heiserkeit oder vorübergehenden, vollständigen Verlust der Stimme verursacht, Lungenentzündung,

Läsionen im Mund, geschwollene Zunge, Schluckbeschwerden, Speicheldrüsenschwellungen

(Sialadentitis), Gelenkentzündung, Gedächtnisstörungen, Desorientiertheit, Sprachschwierigkeiten,

Schlafstörungen, Unruhe, Blähungen, Erhöhung der Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen

(Eosinophilie), verminderte Bildung von Blutzellen, Blutungen (Hämorrhagie), Durchblutungsstörungen

in Armen und Beinen (periphere Gefäßerkrankung), Nierenfunktionsstörungen, Prostatabeschwerden,

Schwächegefühl in den Beinen, leichter Anstieg von Hämoglobin, Hyponatriämie.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Akutes Nierenversagen, Ödeme im Darmtrakt (intestinale Ödeme), Darmverschluss (Ileus),

Leberversagen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Halsschmerzen, Blutarmut, Veränderungen einiger Blutzellen (Leukopenie, Neutropenie,

Agranulozytose, Thrombozytopenie), abnorme Vergrößerung der Lymphknoten, Gicht, verringerte

Chloridwerte im Blut, ungewöhnlich hoher Säuregehalt im Blut und in Körpergeweben (metabolische

Azidose), Depression, Schläfrigkeit, Nadelstiche in der Haut (Parästhesien), reduzierter Tastsinn

(Hypästhesie), Ohnmacht, Kraftlosigkeit, Schlaganfall, vorübergehendes Verschwommensehen,

Sehstörungen (Gelbsehen), Tinnitus (Ohrgeräusche), Schwindel, Veränderungen im Herzrhythmus,

Brustschmerzen, Herzinfarkt, niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall beim Aufrichten (kann

Benommenheit oder Ohnmacht hervorrufen), Muskelbewegungsschmerzen, welche im Ruhezustand

nachlassen, Hitzegefühl, Entzündung der Blutgefäße, Verstopfung der Nasennebenhöhlen,

Lungenentzündung, Flüssigkeit in der Lunge, Atembeschwerden (Keuchen), Erbrechen, Durchfall,

Bauchschmerzen, Krankheitsgefühl, Verdauungsstörungen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse

(Pankreatitis), Entzündung der Magenschleimhaut und/oder der Speiseröhre,

Geschmacksveränderungen, Gelbfärbung der Haut und Augenweißes (Gelbsucht), Leberentzündung,

Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz, Lichtempfindlichkeit, Muskelschmerzen, rote oder

violette Verfärbungen der Haut, Muskelkrämpfe, häufiges Wasserlassen, Schwierigkeiten beim

Wasserlassen, Nierenversagen, sexuelle Funktionsstörungen, abnormer Leberfunktionstest (erhöhte

Werte von Transaminasen, Laktatdehydrogenase, alkalische Phosphatase, Bilirubin im Blut), abnorme

Elektrolyt-, Harnsäure-, Zucker-, Magnesium-, Cholesterin-, Triglycerid- und Calciumwerte im Blut,

Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs).

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Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Fosinopril-comp PUREN aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 ºC lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fosinopril-comp PUREN enthält

Die Wirkstoffe sind Fosinopril-Natrium und Hydrochlorothiazid. 1 Tablette enthält 20 mg

Fosinopril-Natrium und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose-Monohydrat, Croscarmellose-Natrium, vorverkleisterte

Stärke (Mais), Glyceroldibehenat (Ph.Eur.), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Eisen(III)-oxid

(E172), Titandioxid (E171).

Wie Fosinopril-comp PUREN aussieht und Inhalt der Packung

Hellorange, runde, flache Tabletten ohne Filmüberzug mit einem Durchmesser von 9 mm und der

Markierung „FH“ auf einer Seite.

Fosinopril-comp PUREN ist in Packungen mit 50 (N2) und 100 (N3) Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Actavis Group hf.

Reykjavikurvegur 76 – 78

220 Hafnarfjördur

Island

Mitvertrieb

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

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Hersteller

Actavis hf.

Reykjavikurvegur 78

220 Hafnarfjördur

Island

Balkanpharma-Dupnitsa AD

3 Samokovsko Shosse Str.

Dupnitsa 2600

Bulgarien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Fosinopril-comp PUREN 20 mg/12,5 mg Tabletten

Niederlande:

Fosinoprilnatrium/Hydrochloorthiazide Aurobindo 20/12,5 mg, tabletten

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2019.

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Fachinformation

Fosinopril-comp PUREN 20 mg/12,5 mg Tabletten

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fosinopril-comp PUREN 20 mg/12,5 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthält 20 mg Fosinopril-Natrium und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 222,1 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Hellorange, runde, flache Tabletten ohne Filmüberzug mit einem Durchmesser von 9 mm und der

Markierung „FH“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Fosinopril-comp PUREN ist indiziert zur Behandlung einer essentiellen Hypertonie bei Patienten, die

auf eine Monotherapie mit Fosinopril nicht adäquat angesprochen haben.

Die fixe Dosiskombination kann auch die Kombination von 20 mg Fosinopril und 12,5 mg

Hydrochlorothiazid bei Patienten ersetzen, die auf die einzelnen Wirkstoffe im gleichen Verhältnis

eingestellt waren.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Die fixe Kombination ist nicht zur Initialtherapie oder Dosiseinstellung geeignet.

Eine individuelle Dosistitration mit den Einzelkomponenten ist anzuraten. Wenn es klinisch angebracht

erscheint, kann unmittelbar von einer Monotherapie auf die fixe Kombination umgestellt werden.

Erwachsene

Die empfohlene Dosierung beträgt bei Patienten, bei denen eine Kombinationsbehandlung angezeigt

ist, 1 Tablette Fosinopril-comp PUREN einmal täglich.

Bei Patienten mit Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel (z. B. bei Erbrechen/Durchfall, begleitender

Diuretika-Therapie), gleichzeitig vorhandener Herzinsuffizienz oder schwerer Hypertonie kann es zu

einem übermäßigen Blutdruckabfall kommen.

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Patienten mit Niereninsuffizienz

Für Patienten mit leichter bis mittelgradiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance > 30 ml/min,

Serumkreatinin etwa

3 mg/dl bzw. 265

mol /l) wird die übliche Dosierung von

Fosinopril/Hydrochlorothiazid empfohlen. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-

Clearance < 30 ml/min) wird die Anwendung von Fosinopril/Hydrochlorothiazid jedoch nicht

empfohlen, da Schleifendiuretika dann Thiaziden vorzuziehen sind.

Kinder und Jugendliche

Die Kombination von Fosinopril und Hydrochlorothiazid wird für Kinder und Heranwachsende unter 18

Jahren aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Bei Patienten mit normaler Nieren- und Leberfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig, da keine

signifikanten Unterschiede in den pharmakokinetischen Parametern im Vergleich mit jüngeren

Menschen festgestellt wurden.

Art der Anwendung

Die Einnahme des Arzneimittels kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die angegebene

Tagesmenge sollte als Einmaldosis morgens mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Dauer der Behandlung

Eine Behandlung mit diesen Tabletten kann abhängig vom klinischen Erfolg, wenn keine

Nebenwirkungen auftreten, zeitlich unbeschränkt durchgeführt werden.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

4.3

Gegenanzeigen

Fosinopril-comp PUREN darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere ACE-Hemmer, Hydrochlorothiazid, andere

Thiazide sowie Sulfonamide (mögliche Kreuzreaktionen beachten) oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile. Überempfindlichkeitsreaktionen treten eher bei Patienten mit

anamnestisch bekannten Allergien oder Bronchialasthma auf.

bei angioneurotischen Ödemen in Folge einer früheren ACE-Hemmer-Therapie.

bei hereditären oder idiopathischen angioneurotischen Ödemen.

bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min).

bei schweren Leberfunktionsstörungen (Präkoma/Coma hepaticum).

bei Anurie.

im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Die gleichzeitige Anwendung von Fosinopril-comp PUREN mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist

bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73

) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Gleichzeitige Anwendung einer Sacubitril/Valsartan-Therapie. Die Behandlung mit Fosinopril darf

frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden (siehe auch

Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Angioödem an Kopf und Hals

Bei Patienten, die mit ACE-Hemmern (einschließlich Fosinopril-Natrium) behandelt wurden, wurden

Angioödeme beobachtet. Wenn ein Angioödem Zunge, Glottis oder Larynx betrifft, kann eine

Atemwegsobstruktion – auch mit tödlichem Ausgang – auftreten. Eine Notfalltherapie ist umgehend

einzuleiten. Auf Gesicht, Mundschleimhaut, Lippen und Extremitäten beschränkte Schwellungen

bildeten sich meist nach Absetzen von Fosinopril zurück, nur in einigen Fällen war eine ärztliche

Behandlung erforderlich. Selbst bei Fällen mit ausschließlicher Schwellung der Zunge ohne Atemnot

kann eine längere Beobachtung des Patienten notwendig sein, da eine Behandlung mit

Antihistaminika und Kortikosteroiden nicht immer ausreicht.

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Sehr selten wurden Todesfälle aufgrund von Angioödemen mit Larynx- oder Zungenödemen

beschrieben. Bei Beteiligung von Zunge, Glottis oder Larynx ist eine Atemwegsobstruktion

wahrscheinlich, insbesondere bei Patienten mit einer Atemwegsoperation in der Vorgeschichte. In

diesen Fällen muss sofort eine Notfallbehandlung eingeleitet werden; unter Umständen ist die Gabe

von Adrenalin und/oder Freihaltung der Atemwege erforderlich. Der Patient muss unter engmaschiger

ärztlicher Beobachtung bleiben, bis die Symptome vollständig und dauerhaft abgeklungen sind.

ACE-Hemmer verursachen häufiger Angioödeme bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe als bei

hellhäutigen Menschen.

Bei Patienten mit anamnestisch bekanntem Angioödem ohne Zusammenhang zu einer ACE-Hemmer-

Behandlung ist das Risiko erhöht, dass während einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer ein

Angioödem auftritt (siehe Abschnitt 4.3).

Überempfindlichkeit/Angioödem

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten

Risikos eines Angioödems kontraindiziert. Eine Behandlung mit Sacubitril/Valsartan darf frühestens 36

Stunden nach der letzten Dosis Fosinopril begonnen werden. Eine Behandlung mit Fosinopril darf

frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan begonnen werden (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.5).

Eine gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus,

Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen

(z. B. Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Atembeschwerden) (siehe Abschnitt

4.5). Vorsicht ist geboten, wenn die Behandlung mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus,

Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten begonnen wird, die bereits einen ACE-

Hemmer einnehmen.

Anaphylaktoide Reaktionen bei Hämodialysepatienten

Bei Patienten unter Dialyse mit High-Flux-Membranen (z. B. AN 69) und gleichzeitiger Anwendung

eines ACE-Hemmers wurden anaphylaktoide Reaktionen beschrieben. Bei diesen Patienten ist die

Anwendung einer anderen Dialysemembran oder einer anderen antihypertensiven Wirkstoffklasse in

Erwägung zu ziehen.

Anaphylaktoide Reaktionen während einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese

Selten traten bei mit einem ACE-Hemmer behandelten Patienten während einer LDL-Apherese mit

Dextransulfat lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen auf. Diese Reaktionen konnten durch das

vorübergehende Aussetzen des ACE-Hemmers vor jeder Apherese vermieden werden.

Intestinales Angioödem

Selten wurden bei Patienten unter ACE-Hemmer-Behandlung intestinale Angioödeme beschrieben.

Die betroffenen Patienten hatten Bauchschmerzen (mit oder ohne Übelkeit oder Erbrechen); in

einigen Fällen war zuvor noch kein Gesichtsödem aufgetreten und die C1-Esterase-Spiegel waren

normal. Das Angioödem wurde durch Verfahren wie Abdominal-CT oder -Sonographie diagnostiziert

oder bei chirurgischen Eingriffen festgestellt, die Symptome klangen nach Absetzen des ACE-

Hemmers ab. Wenn ein Patient unter ACE-Hemmern über Bauchschmerzen klagt, ist

differenzialdiagnostisch an ein intestinales Angioödem zu denken.

Anaphylaktoide Reaktionen bei Hyposensibilisierung

Bei zwei Patienten, die unter Behandlung mit dem ACE-Hemmer Enalapril standen, traten bei einer

Hyposensibilisierung mit Bienen-/Wespengift lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen auf. Diese

Reaktionen konnten vermieden werden, wenn der ACE-Hemmer vorübergehend ausgesetzt wurde,

sie traten aber bei versehentlicher erneuter Exposition wieder auf. Bei mit ACE-Hemmern behandelten

Patienten, die sich einer Hyposensibilisierungstherapie unterziehen, ist daher besondere Vorsicht

geboten.

Neutropenie/Agranulozytose

Neutropenien/Agranulozytose, Thrombozytopenien und Anämien wurden unter Behandlung mit ACE-

Hemmern beobachtet. Eine Neutropenie tritt bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne

weitere Komplikationsfaktoren selten auf. Agranulozytose und Knochenmarkdepression treten häufig

bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion auf, insbesondere wenn sie gleichzeitig unter

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einer Gefäßkollagenose wie systemischem Lupus erythematodes oder Sklerodermie leiden.

Neutropenie und Agranulozytose sind nach Absetzen des ACE-Hemmers reversibel. Bei

Kollagenosen, immunsuppressiver Behandlung, Einnahme von Allopurinol oder Procainamid oder

einer Kombination dieser Risikofaktoren muss Fosinopril mit äußerster Vorsicht angewendet werden,

insbesondere wenn zusätzlich Hinweise auf eine Nierenfunktionsstörung vorliegen. Einige solche

Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in manchen Fällen nicht auf eine intensive

Antibiotikatherapie ansprachen. Wird Fosinopril bei Vorliegen der genannten Risikofaktoren

angewendet, wird empfohlen, das weiße Blutbild regelmäßig zu kontrollieren. Die Patienten sollten

angewiesen werden, ihrem Arzt alle Symptome mitzuteilen, die auf eine Infektion hinweisen können.

Selten wurde auch unter Thiazid-Behandlung über Agranulozytose und Knochenmarkdepression

berichtet.

Hypotonie

Eine symptomatische Hypotonie tritt bei Patienten mit einer unkomplizierten Hypertonie selten auf. Bei

mit Fosinopril-Natrium behandelten Hypertonikern kommt eine Hypotonie insbesondere dann vor,

wenn ein Volumen- und/oder Salzmangel (z. B. infolge einer diuretischen Langzeittherapie, salzarmer

Diät, Dialyse, Diarrhö oder Erbrechen) oder eine schwere reninabhängige Hypertonie vorliegt (siehe

Abschnitte 4.5 und 4.8). Vor Beginn einer Therapie mit Fosinopril/Hydrochlorothiazid ist ein

bestehender Volumen- und/oder Elektrolytmangel zu korrigieren. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko

für eine symptomatische Hypotonie müssen Therapiebeginn und Dosiseinstellung engmaschig

überwacht werden. Dies gilt auch für Patienten mit kardialer oder zerebrovaskulärer Ischämie, bei

denen ein übermäßiger Blutdruckabfall zu einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Bei Patienten mit kardialer Stauungsinsuffizienz (mit oder ohne gleichzeitige Niereninsuffizienz) kann

eine ACE-Hemmer-Behandlung zu einem ausgeprägten Blutdruckabfall führen, der mit Oligurie,

Azotämie sowie selten mit akutem Nierenversagen und Tod verbunden sein kann. Bei diesen

Patienten ist die Therapie mit Fosinopril-Natrium/HCT unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht

einzuleiten. Die Patienten sind in den ersten zwei Wochen und bei jeder Dosissteigerung genau zu

beobachten.

Thiazide können die Wirkung anderer Antihypertensiva potenzieren. Nach einer Sympathektomie

können Thiaziddiuretika ebenfalls verstärkt blutdrucksenkend wirken.

Bei Auftreten einer Hypotonie sollte der Patient flach hingelegt werden und, falls erforderlich, eine

intravenöse Infusion mit physiologischer Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) erhalten. Eine vorübergehende

hypotensive Reaktion ist keine Kontraindikation für die weitere Anwendung, die ohne Schwierigkeiten

fortgesetzt werden kann, sobald der Blutdruck nach erfolgter Volumenexpansion wieder angestiegen

ist.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der

Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS

durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder

Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden.

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative

blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei

denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und,

wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

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Fetale/neonatale Morbidität und Mortalität

Bei Anwendung in der Schwangerschaft können ACE-Hemmer Schädigungen und sogar den Tod des

Fetus verursachen.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion können hohe Fosinopril-Plasmaspiegel auftreten. In

seltenen Fällen wurde unter ACE-Hemmer-Therapie ein Syndrom beobachtet, das mit einem

cholestatischen Ikterus beginnt und in eine fulminante, manchmal letale Lebernekrose übergeht. Der

zugrunde liegende Pathomechanismus ist nicht bekannt. Wenn ein Patient unter ACE-Hemmer-

Therapie einen Ikterus oder ausgeprägten Anstieg der Leberenzymwerte entwickelt, ist der ACE-

Hemmer abzusetzen und eine angemessene medizinische Nachsorge durchzuführen.

Leberfunktionsstörung

Fosinopril/Hydrochlorothiazid ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder progredienten

Lebererkrankungen mit Vorsicht anzuwenden, da selbst geringfügige Verschiebungen des

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts ein hepatisches Koma auslösen können (siehe Abschnitt 4.3).

Der Fosinopril-Plasmaspiegel kann bei Patienten mit Leberfunktionsstörung erhöht sein. In einer

Studie mit Patienten mit alkoholischer oder biliärer Zirrhose war die Gesamt-Clearance von

Fosinoprilat vermindert und die Plasma-AUC etwa auf das 2-fache erhöht.

Nierenfunktionsstörung

Bei Nierenfunktionseinschränkungen ist keine Anpassung der Initialdosis von Fosinopril erforderlich.

Routinemäßige Kontrollen von Kalium und Kreatinin sind ohnehin Teil der medizinischen

Standardbetreuung dieser Patienten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3). Bei Patienten mit schweren

Nierenerkrankungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m

) ist Fosinopril/Hydrochlorothiazid

jedoch mit Vorsicht anzuwenden. Hydrochlorothiazid-Kumulationseffekte und eine durch

Hydrochlorothiazid ausgelöste Azotämie können bei Patienten mit Niereninsuffizienz auftreten. Bei

prädisponierten Patienten können auch Nierenfunktionsänderungen infolge der Hemmung des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems durch Fosinopril auftreten.

Bei herzinsuffizienten Patienten kann der zu Beginn der Behandlung mit ACE-Hemmern auftretende

Blutdruckabfall zu einer zusätzlichen Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Fälle von akutem,

meist reversiblem Nierenversagen wurden in dieser Situation beobachtet.

Bei Patienten mit bilateraler Nierenarterienstenose an einer oder beiden Nieren kann es unter

Behandlung mit ACE-Hemmern zu einem Anstieg des Harnstoff- und Kreatininspiegels kommen, der

sich normalerweise nach Absetzen der Therapie zurückbildet. Dies kommt insbesondere bei Patienten

mit Niereninsuffizienz vor. Liegt außerdem eine renovaskuläre Hypertonie vor, besteht ein erhöhtes

Risiko für einen starken Blutdruckabfall und eine Niereninsuffizienz. Bei diesen Patienten muss die

Behandlung unter engmaschiger ärztlicher Überwachung begonnen werden. Da eine

Diuretikabehandlung zu diesen Komplikationen beitragen kann, müssen Diuretika abgesetzt und die

Nierenfunktion während der ersten Wochen der Behandlung mit Fosinopril-Natrium überwacht

werden.

Einige hypertensive Patienten ohne ersichtliche vorbestehende Nierengefäßerkrankung zeigten,

insbesondere bei Anwendung von Fosinopril-Natrium mit einem Diuretikum, einen Anstieg des

Harnstoff- und Kreatininspiegels, der meist jedoch geringfügig und vorübergehend war. Dies kommt

insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Niereninsuffizienz vor. Eine Dosisreduktion und/oder

das Absetzen des Diuretikums und/oder des ACE-Hemmers können erforderlich sein.

Störungen des Elektrolythaushalts

Bei jedem Patienten unter Diuretikabehandlung sind die Serumelektrolyte in regelmäßigen Abständen

zu kontrollieren, denn Thiazide (einschließlich Hydrochlorothiazid) können Flüssigkeits- oder

Elektrolytstörungen hervorrufen (Hypokaliämie, Hyponatriämie, hypochlorämische Alkalose). Zeichen

eines Flüssigkeits- oder Elektrolytungleichgewichts, z. B. Mundtrockenheit, Durst, Schwäche,

Lethargie, Schläfrigkeit, Unruhe, Muskelschmerzen/-krämpfe, Muskelschwäche, Hypotonie, Oligurie,

Tachykardie oder gastrointestinale Störungen wie Übelkeit/Erbrechen sind regelmäßig zu überprüfen.

Unter Behandlung mit Thiaziddiuretika kann sich – insbesondere bei starker Diurese oder Vorliegen

einer schweren Leberzirrhose – eine Hypokaliämie entwickeln; die gleichzeitige Fosinopril-Anwendung

wirkt der Diuretika-induzierten Hypokaliämie jedoch bis zu einem gewissen Grad entgegen. Das Risiko

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einer Hypokaliämie ist besonders hoch bei Patienten mit Leberzirrhose, bei starker Diurese, bei

unzureichender oraler Elektrolytaufnahme sowie unter gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden

oder ACTH (siehe Abschnitt 4.5). Bei ödematösen Patienten kann bei heißem Wetter eine

Verdünnungshyponatriämie auftreten. In der Summe der Wirkungen von Fosinopril und

Hydrochlorothiazid kann der Serumkaliumspiegel ansteigen, abfallen oder unverändert bleiben. Ein

auftretender Chloridmangel ist meist leichtgradig und erfordert in der Regel keine Behandlung.

Thiazide können die renale Calciumausscheidung vermindern und einen zeitweiligen, leichten Anstieg

des Calciumspiegels verursachen, ohne dass bekannte Störungen des Calciummetabolismus

vorliegen. Bei wenigen Patienten wurden unter Langzeittherapie mit Thiaziden pathologische

Veränderungen der Nebenschilddrüsen mit Hyperkalzämie und Hypophosphatämie beobachtet. Die

üblichen Komplikationen eines Hyperparathyreoidismus, wie Nephrolithiasis, Knochenresorption und

peptische Ulzera, traten nicht auf. Vor einer Untersuchung der Nebenschilddrüsenfunktion sollten

Thiazide ggf. abgesetzt werden. Es wurde gezeigt, dass Thiazide die renale Magnesiumausscheidung

erhöhen, was zu einer Hypomagnesiämie führen kann.

Metabolische Störungen

Unter Thiazidbehandlung können eine Hyperurikämie sowie bei bestimmten Patienten akute

Gichtanfälle auftreten. Bei Diabetikern kann der Insulinbedarf verändert sein und ein latenter Diabetes

kann sich während einer Thiazidbehandlung manifestieren. Auch erhöhte Cholesterin- und

Triglyzeridspiegel wurden in Verbindung mit einer Behandlung mit Thiaziddiuretika beobachtet.

Husten

Unter Anwendung von ACE-Hemmern (einschließlich Fosinopril) kann Husten auftreten. Dieser ist

typischerweise trocken, hartnäckig und verschwindet nach Absetzen der Therapie. Durch ACE-

Hemmer verursachter Husten muss in die Differenzialdiagnose eines Hustens einbezogen werden.

Operationen/Anästhesie

Fosinopril kann bei Patienten, die sich einem chirurgischen Eingriff oder einer Anästhesie mit

blutdrucksenkenden Wirkstoffen unterziehen, die Bildung von Angiotensin II, die infolge der

kompensatorischen Reninfreisetzung auftritt, blockieren. Falls eine Hypotonie auftritt, die vermutlich

auf diesem Mechanismus beruht, kann sie durch Volumenexpansion behoben werden.

Systemischer Lupus erythematodes

Es wurde beschrieben, dass Thiaziddiuretika eine Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen

Lupus erythematodes auslösen können.

Aorten- und Mitralklappenstenose / hypertrophe Kardiomyopathie

Wie andere ACE-Hemmer ist Fosinopril-Natrium bei Patienten mit Mitralklappenstenose und

Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B. durch Aortenstenose oder hypertrophe

Kardiomyopathie) mit Vorsicht anzuwenden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung bei Kindern ist bisher noch nicht erwiesen.

Anwendung bei älteren Patienten

Von den Patienten, die Fosinopril/Hydrochlorothiazid in klinischen Studien erhielten, waren 20 %

65 bis 75 Jahre alt. Insgesamt wurden keine Unterschiede zu jüngeren Patienten bezüglich der

Wirksamkeit und Sicherheit beobachtet, eine verstärkte Empfindlichkeit bei einzelnen älteren

Menschen ist jedoch nicht auszuschließen.

Anwendung nach einer Nierentransplantation

Da keine Erfahrungen mit Fosinopril bei Patienten nach kürzlich erfolgter Nierentransplantation

vorliegen, wird die Anwendung von Fosinopril bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Ethnische Zugehörigkeit

Wie bei anderen ACE-Hemmern kann die blutdrucksenkende Wirkung von Fosinopril-Natrium bei

Patienten mit schwarzer Hautfarbe schwächer sein als bei anderen Bevölkerungsgruppen; dies ist

möglicherweise dadurch bedingt, dass schwarze Patienten mit Bluthochdruck häufiger einen niedrigen

Renin-Spiegel haben.

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Serumkalium

ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie bewirken, da sie die Freisetzung von Aldosteron

verhindern. Die Wirkung ist im Allgemeinen bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht

bedeutsam. Allerdings kann es bei Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion und/oder bei

Patienten, die Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel), kaliumsparende Diuretika,

Trimethoprim oder Cotrimoxazol (auch als Trimethoprim/Sulfamethoxazol bekannt) und insbesondere

Aldosteron-Antagonisten oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker einnehmen, zu einer Hyperkaliämie

kommen. Kaliumsparende Diuretika und Angiotensin-Rezeptor-Blocker sollten bei Patienten, die ACE-

Hemmer erhalten, mit Vorsicht angewendet werden. Serumkalium und Nierenfunktion sind zu

überwachen (siehe Abschnitt 4.5).

Diabetes mellitus

Bei Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden, sollte die

Blutzuckereinstellung während des ersten Monats der Behandlung mit einem ACE-Hemmer sorgfältig

überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5)

Hydrochlorothiazid

Metabolische und endokrine Wirkungen

Unter Behandlung mit Thiaziden kann die Glucosetoleranz vermindert sein. Bei Diabetikern kann eine

Dosisanpassung von Insulin oder oralen Antidiabetika erforderlich werden (siehe Abschnitt 4.5). Ein

latenter Diabetes mellitus kann sich während der Behandlung mit Thiaziden manifestieren.

Erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridspiegel wurden unter Behandlung mit Thiaziden beobachtet. Bei

bestimmten Patienten kann eine Thiazidtherapie eine Hyperurikämie oder Gichtanfälle auslösen.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde

ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und

Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ)

beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC

beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen

geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle

verdächtigen Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche vorbeugende

Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z. B. Einschränkung der

Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV- Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines

angemessenen Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht

werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen

bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden (siehe auch

Abschnitt 4.8).

Sonstige Warnhinweise

Überempfindlichkeitsreaktionen können bei Patienten mit oder ohne Allergien oder Bronchialasthma in

der Vorgeschichte auftreten.

Fosinopril-Natrium/Hydrochlorothiazid

Risiko einer Hypokaliämie

Die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiaziddiuretikum schließt das Auftreten einer

Hypokaliämie nicht aus. Der Kaliumspiegel sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Dopingtest

Das in diesem Arzneimittel enthaltene Hydrochlorothiazid kann zu einem positiven Dopingtest führen.

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4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Fosinopril-Natrium

Diuretika

Wenn ein Diuretikum einem Patienten unter Fosinopril-Behandlung zusätzlich gegeben wird, ist die

blutdrucksenkende Wirkung normalerweise additiv.

Bei Patienten, die schon Diuretika einnehmen, insbesondere solche, bei denen die diuretische

Behandlung erst kürzlich begonnen wurde, kann gelegentlich ein starker Abfall des Blutdrucks

auftreten, wenn zusätzlich Fosinopril-Natrium gegeben wird. Die Möglichkeit einer symptomatischen

Hypotonie unter Fosinopril-Natrium kann durch Absetzen des Diuretikums vor Beginn der Fosinopril-

Behandlung vermindert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kaliumsparende Diuretika, Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige SalzersatzmittelObwohl der

Serumkaliumwert üblicherweise im Normbereich bleibt, kann bei einigen Patienten, die mit Fosinopril

behandelt werden, eine Hyperkaliämie auftreten. Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton,

Triamteren oder Amilorid), Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltige Salzersatzmittel können zu

einem signifikanten Anstieg des Serumkaliums führen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Fosinopril

zusammen mit anderen Mitteln gegeben wird, die das Serumkalium erhöhen, wie Trimethoprim und

Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol), weil Trimethoprim bekanntermaßen wie ein

kaliumsparendes Diuretikum wie Amilorid wirkt. Deshalb wird die Kombination von Fosinopril mit den

vorgenannten Arzneimitteln nicht empfohlen. Wenn die gleichzeitige Anwendung angezeigt ist, muss

sie mit Vorsicht und unter regelmäßiger Kontrolle des Serumkaliums erfolgen.

Ciclosporin

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Ciclosporin kann eine Hyperkaliämie auftreten.

Es wird empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.

Heparin

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Heparin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Es

wird empfohlen, das Serumkalium zu überwachen.Arzneimittel, die das Risiko eines Angioödems

erhöhen

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten

Risikos eines Angioödems kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

Eine gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B.

Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines

Angioödems führen (siehe Abschnitt 4.4).

Lithium

Reversible Anstiege der Serumlithiumkonzentration und -toxizität wurden während gleichzeitiger

Anwendung von Lithium und ACE-Hemmern berichtet. Die Anwendung von Fosinopril-Natrium wird

nicht empfohlen, wenn sich jedoch die Kombination als notwendig erweist, muss eine sorgfältige

Überwachung des Serumlithiumspiegels erfolgen.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einschließlich Acetylsalicylsäure ≥ 3 g/Tag

Die chronische Anwendung von NSAR kann die blutdrucksenkende Wirkung eines ACE-Hemmers

vermindern. NSAR und ACE-Hemmer üben eine additive Wirkung auf das Serumkalium aus und

können eine Verminderung der Nierenfunktion bewirken. Diese Wirkung ist im Allgemeinen reversibel.

In seltenen Fällen tritt ein Nierenversagen auf, insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion, wie ältere oder dehydrierte Patienten.

Andere Antihypertonika

Die Kombination mit anderen antihypertonisch wirkenden Stoffen, wie Betablockern, Methyldopa,

Calciumantagonisten und Diuretika, kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.

Die Kombination mit Glyceroltrinitrat und anderen Nitraten oder anderen Vasodilatatoren kann den

Blutdruck weiter senken.

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Trizyklische Antidepressiva / Antipsychotika / Anästhetika

Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Anästhetika, trizyklischer Antidepressiva und Antipsychotika

zusammen mit ACE-Hemmern kann eine weitere Blutdrucksenkung bewirken (siehe Abschnitt 4.4).

Sympathomimetika

Sympathomimetika können die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern vermindern.

Antidiabetika

Epidemiologische Studien lassen darauf schließen, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-

Hemmern und Antidiabetika (Insuline, orale Antidiabetika) einen verstärkten blutzuckersenkenden

Effekt mit Risiko einer Hypoglykämie bewirkt. Dieses Phänomen schien mit höherer

Wahrscheinlichkeit während der ersten Wochen einer Kombinationsbehandlung und bei Patienten mit

Nierenfunktionseinschränkung aufzutreten.

Acetylsalicylsäure, Thrombolytika, Betablocker, Nitrate

Fosinopril-Natrium kann gleichzeitig mit Acetylsalicylsäure (in herzwirksamen Dosen), Thrombolytika,

Betablockern und/oder Nitraten angewendet werden.

Immunsuppressiva, Zytostatika, systemische Kortikosteroide oder Procainamid, Allopurinol

Die Kombination von Fosinopril-Natrium mit Immunsuppressiva und/oder Arzneimitteln, die eine

Leukopenie verursachen können, muss vermieden werden.

Alkohol

Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Fosinopril-Natrium.

Antazida

Antazida (z. B. Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Dimeticon) können die Resorption von

Fosinopril-Natrium verringern, daher muss die Einnahme beider Arzneimittel mindestens 2 Stunden

auseinander liegen.

Laboruntersuchungen

Fosinopril-Natrium kann eine falsche Messung der Serumdigoxinspiegel mittels der Kohle-

Absorptionsmethode (Kit RIA Digi-Tab

für Digoxin) bewirken. Andere Kits, die mit Antikörpern

beschichtete Röhrchen verwenden, können stattdessen eingesetzt werden.

Es wird eine

Unterbrechung der Fosinopril-Natrium-Behandlung einige Tage vor Messung der

Nebenschilddrüsenfunktion empfohlen.

Hydrochlorothiazid

Alkohol, Barbiturate und Narkoanalgetika

Die Potenzierung einer orthostatischen Hypotonie kann auftreten.

Amphotericin B (parenteral), Carbenoxolon, Kortikosteroide, Corticotropin (ACTH) oder

motilitätsfördernde Laxantien

Hydrochlorothiazid kann ein Elektrolytungleichgewicht, insbesondere eine Hypokaliämie, verstärken.

Blutzuckersenkende Arzneimittel (orale Arzneimittel und Insulin)

Thiazide können den Blutzuckerspiegel erhöhen, daher kann eine Dosisanpassung der Antidiabetika

notwendig werden (siehe Abschnitt 4.4).

Calciumsalze und Vitamin D

Durch verminderte Ausscheidung können bei gleichzeitiger Anwendung mit Thiaziddiuretika erhöhte

Serumcalciumspiegel auftreten.

Digitalisglycoside

Es besteht das erhöhte Risiko einer Digitalisintoxikation in Verbindung mit einer Thiazid induzierten

Hypokaliämie.

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Cholestyramin und Cholestipol

Diese können die Resorption von Hydrochlorothiazid verzögern oder vermindern. Daher sollten

Sulfonamiddiuretika mindestens 1 Stunde vor oder 4 – 6 Stunden nach Einnahme dieser Arzneimittel

eingenommen werden.

Pressorische Amine (z. B. Epinephrin)

Möglicherweise verminderte Reaktion auf Vasopressoren, jedoch nicht in dem Maße, dass ihre

Anwendung a priori ausgeschlossen werden muss.

Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluoruracil, Methotrexat)

Hydrochlorothiazid erhöht die Knochenmarkstoxizität (insbesondere Granulozytopenie) durch

verminderte renale Ausscheidung zytotoxischer Substanzen.

Arzneimittel gegen Gicht (z. B. Allopurinol, Benzbromaron)

Da der Harnsäurespiegel im Blut unter Hydrochlorothiazid ansteigen kann, wird möglicherweise eine

Dosisanpassung der Gichtmedikation erforderlich. Eine Dosissteigerung von Probenecid oder

Sulfinpyrazon kann notwendig sein.

Arzneimittel, die Torsade de pointes hervorrufen

Aufgrund des Hypokaliämie-Risikos ist bei der Anwendung von Hydrochlorothiazid mit Arzneimitteln,

die eine Torsade de pointes auslösen können (z. B. einige Antiarrhythmika, einige Antipsychotika und

andere Arzneimittel, die Torsade de pointes verursachen) Vorsicht geboten.

Arzneimittel, die bei chirurgischen Eingriffen angewendet werden

Die Wirkung von nicht depolarisierenden Muskelrelaxanzien, prä-anästhetischen und anästhetischen

Arzneimitteln (z. B. Tubocurarinchlorid und Gallamintriethiodid), die bei chirurgischen Eingriffen

angewendet werden, können durch Hydrochlorothiazid verstärkt werden; daher können

Dosisanpassungen erforderlich sein. Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen sollten vor der Operation

kontrolliert und möglichst korrigiert werden. Bei Patienten, die Fosinopril/Hydrochlorothiazid und

pressorische Amine (z. B. Noradrenalin) einnehmen, ist bei einem chirurgischen Eingriff besondere

Vorsicht geboten. Prä-anästhetische und anästhetische Arzneimittel sollten in verringerter Dosis

verabreicht und, wenn möglich, sollte die Behandlung mit Hydrochlorothiazid eine Woche vor der

Operation unterbrochen werden.

Klinische Chemie

Hydrochlorothiazid kann eine diagnostische Interferenz des Bentiromidtests verursachen. Thiazide

können den Serum-PBI (Protein Bound Iodine)-Spiegel ohne Anzeichen einer

Schilddrüsenfunktionsstörung erhöhen.

Andere Diuretika und blutdrucksenkende Arzneimittel

Der Thiazidanteil von Fosinopril-comp PUREN kann die Wirkung anderer blutdrucksenkender

Arzneimittel – insbesondere von Ganglienblockern oder peripheren adrenergen Rezeptorenblockern –

potenzieren. HCT kann mit Diazoxid interagieren; Blutzucker, Harnsäurespiegel und Blutdruck sollten

regelmäßig kontrolliert werden.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf

das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie, Hyperkaliämie

und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) einhergeht

(siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Fosinopril-Natrium/Hydrochlorothiazid

Kaliumsparende Diuretika und Kaliumersatzstoffe

ACE-Hemmer schwächen den Diuretika induzierten Kaliumverlust ab. Kaliumsparende Diuretika (z. B.

Spironolacton, Triamteren oder Amilorid), Kaliumersatzstoffe oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe

können das Serumkalium deutlich ansteigen lassen, insbesondere bei Patienten mit

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Nierenfunktionseinschränkung. Ist die gleichzeitige Anwendung wegen einer erwiesenen

Hypokaliämie angezeigt, muss diese mit Vorsicht unter häufiger Messung des Serumkaliums erfolgen

(siehe Abschnitt 4.4).

Lithium

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lithium mit ACE-Hemmern wurde ein reversibler Anstieg der

Serumlithiumkonzentration und -toxizität beobachtet. Eine gleichzeitige Anwendung mit Diuretika kann

das schon mit dem ACE-Hemmer vorhandene Risiko einer Lithiumtoxizität erhöhen. Die Kombination

von Fosinopril-Natrium und Hydrochlorothiazid mit Lithium wird daher nicht empfohlen; erweist sich die

Kombination als notwendig, muss eine sorgfältige Beobachtung des Serumlithiums stattfinden.

Inhibitoren der endogenen Prostaglandinsynthese

Bei einigen Patienten schwächen diese Substanzen die Wirkung der Diuretika ab. Außerdem wurde

beschrieben, dass Indometacin die blutdrucksenkende Wirkung anderer ACE-Hemmer (insbesondere

bei der sog. „Low-Renin“-Hypertonie) verringern kann. Andere nichtsteroidale Antirheumatika (z. B.

Acetylsalicylsäure) haben möglicherweise eine ähnliche Wirkung.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von ACE-Hemmern wird während des ersten Trimesters nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Die Anwendung von Fosinopril-comp PUREN ist kontraindiziert während des zweiten

und dritten Trimesters einer Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

ACE-Hemmer

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein

geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sofern ein Fortsetzen der

ACE-Hemmer-Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger

zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für

Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit

ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu

beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab

dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion

und des Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf

Hypotonie untersucht werden (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).

Hydrochlorothiazid

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien

sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von

Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer

Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus,

Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion,

ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei

Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur

Anwendung kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen

Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Seite 12 von 19

Stillzeit

Fosinopril

Da nur begrenzte Erkenntnisse zur Anwendung von Fosinopril-comp PUREN in der Stillzeit vorliegen,

wird Fosinopril-comp PUREN nicht empfohlen. Eine alternative antihypertensive Therapie mit einem

besser geeigneten Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere wenn

Neugeborene oder Frühgeborene gestillt werden.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika,

angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die

Anwendung von Fosinopril-comp PUREN während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Fosinopril-

comp PUREN während der Stillzeit angewandt wird, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei der Therapie mit Fosinopril-Natrium, anderen ACE-

Hemmern und Hydrochlorothiazid beobachtet:

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1000 bis < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000 bis < 1/1000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Systemorganklassen

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig

Infektion der oberen Atemwege

Gelegentlich

Rhinitis

Selten

Sialadenitis

Nicht bekannt

Pharyngitis

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildungen

(einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

(Basalzellkarzinom und

Plattenepithelkarzinom)

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

Gelegentlich

Vorübergehender Abfall der

Hämoglobinkonzentration, Abfall des

Hämatokrits

Selten

Eosinophilie, Knochenmarkdepression

Nicht bekannt

Lymphadenopathie, Leukopenie,

Neutropenie, Agranulozytose,

Thrombozytopenie, Anämie (aplastische und

hämolytische Formen)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Hyperglykämie, Glukosurie, Hyperurikämie,

Elektrolytstörungen (einschl. Hyponatriämie

und Hypokaliämie), Anstieg von Cholesterin

und Triglyzeriden

Gelegentlich

Anorexie, Hyperkaliämie

Nicht bekannt

Gicht, hypochlorämische Alkalose,

metabolische Alkalose

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Verwirrtheit

Seite 13 von 19

Selten

Unruhe, Schlafstörungen

Nicht bekannt

Depression, Libidostörung

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Schwindelgefühl

Gelegentlich

Verändertes Geschmacksempfinden, Tremor

Selten

Sprachstörungen, Gedächtnisstörungen,

Desorientiertheit

Nicht bekannt

Somnolenz, Parästhesien, Hypästhesien,

Synkope, Schlaganfall

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Sehstörungen, Xanthopsie (Gelbsehen),

vorübergehendes Verschwommensehen

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Gelegentlich

Ohrenschmerzen

Nicht bekannt

Tinnitus, Schwindel

Herzerkrankungen

Häufig

Tachykardie, Palpitationen

Gelegentlich

Herzstillstand, Überleitungsstörungen

Nicht bekannt

Arrhythmie, Angina pectoris, Myokardinfarkt

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich

Hypertonie, Schock, vorübergehende

Ischämie

Selten

Hämorrhagie, periphere

Durchblutungsstörungen

Nicht bekannt

Hypotonie, orthostatische Hypotonie,

Claudicatio intermittens, nekrotisierende

Vaskulitis, Flush

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und

Mediastinums

Häufig

Husten

Gelegentlich

Dyspnoe, Tracheobronchitis, Sinusitis

Selten

Epistaxis, Laryngitis/Heiserkeit, Pneumonie

Nicht bekannt

Verstopfung der Nasennebenhöhlen,

Atemnot, Pneumonitis, Lungenödem,

Bronchospasmus

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Obstipation, Magenreizung

Gelegentlich

Mundtrockenheit, Meteorismus

Selten

Orale Läsionen, Zungenschwellung,

geblähtes Abdomen, Schluckstörungen

Sehr selten

Intestinales Angioödem, (Sub-)Ileus

Nicht bekannt

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö,

Bauchschmerzen, Dyspepsie, Gastritis,

Ösophagitis, Pankreatitis, Dysgeusie

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten

Leberversagen

Nicht bekannt

Hepatitis, cholestatischer Ikterus

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig

Dermatitis

Gelegentlich

Vermehrtes Schwitzen

Selten

Lupus-erythematodes-ähnliche Hautreaktion,

Wiederauftreten eines kutanen Lupus

erythematodes, anaphylaktische Reaktion,

toxische epidermale Nekrolyse

Nicht bekannt

Angioödem, Exanthem, Stevens-Johnson-

Syndrom, Purpura, Pruritus, Urtikaria,

Photosensibilitätsreaktion,

Symptomenkomplex*

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig

Muskuloskelettale Schmerzen

Selten

Arthritis

Nicht bekannt

Myalgien, Muskelkrämpfe, Arthralgien

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Gelegentlich

Interstitielle Nephritis, Proteinurie

Selten

Renale Dysfunktion, Prostataerkrankungen

Sehr selten

Akutes Nierenversagen

Nicht bekannt

Pollakisurie, Dysurie, Niereninsuffizienz

Erkrankungen der

Nicht bekannt

Sexuelle Dysfunktion

Seite 14 von 19

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig

Fatigue, Schwäche

Gelegentlich

Fieber, periphere Ödeme, plötzlicher Tod,

Thoraxschmerzen

Selten

Schwäche in einer Extremität

Nicht bekannt

Ödem, thorakale Schmerzen, Asthenie

Untersuchungen

Häufig

Reversibler Anstieg harnpflichtiger

Substanzen (Kreatinin, Harnstoff)

Gelegentlich

Gewichtszunahme

Selten

Leichter Anstieg des Hämoglobins,

Hyponatriämie

Nicht bekannt

Pathologische Leberwerte (Anstieg von

Transaminasen, Laktatdehydrogenase,

alkalischer Phosphatase und Bilirubin),

pathologische Blutspiegel von Elektrolyten,

Harnsäure, Glucose, Magnesium, Cholesterin,

Triglyceriden, Calcium

* Ein Symptomenkomplex wurde beschrieben, der eine oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen

umfassen kann: Fieber, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie/Arthritis, Nachweis von antinukleären

Antikörpern (ANA), erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), Eosinophilie und Leukozytose,

Exanthem, Photosensibilität oder andere dermatologische Manifestationen.

In klinischen Studien mit Fosinopril/Hydrochlorothiazid unterschied sich die Häufigkeit der

Nebenwirkungen bei älteren (> 65 Jahre) und jüngeren Patienten nicht.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen

Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC

festgestellt (siehe auch Abschnitt 4.4 und 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

In Abhängigkeit vom Ausmaß der Überdosierung sind folgende Symptome möglich:

Schwere Hypotonie, Bradykardie, Kreislaufschock, Elektrolytstörungen, Nierenversagen, anhaltende

Diurese, Bewusstseinsstörungen (bis zum Koma), Konvulsionen, Paresen, Herzrhythmusstörungen,

paralytischer Ileus.

Behandlung

Die empfohlene Behandlung bei Überdosierung besteht aus intravenöser Infusion physiologischer

Kochsalzlösung.

Nach Einnahme einer Überdosis muss der Patient unter enger Überwachung bleiben, vorzugsweise

unter intensivmedizinischen Bedingungen. Serumelektrolyte und Kreatinin müssen öfter überprüft

werden. Als weitere Maßnahmen werden induziertes Erbrechen und/oder Magenspülung sowie die

Korrektur von Dehydrierung, Elektrolytstörungen und Hypotonie durch etablierte Verfahren empfohlen.

Resorptionsverhindernde Maßnahmen wie Magenspülung, Gabe resorbierender Substanzen und

Natriumsulfat innerhalb von 30 min nach Einnahme sowie rasche Elimination müssen durchgeführt

werden, wenn die Einnahme erst kürzlich zurückliegt. Bei Blutdruckabfall muss der Patient in

Seite 15 von 19

Schocklagerung gebracht werden und es muss eine rasche Salz- und Volumensubstitution erfolgen.

Eine Therapie mit Angiotensin II kann erwogen werden. Bradykardie oder starke vagale Reaktionen

müssen mit Atropin behandelt werden. Der Einsatz eines Schrittmachers kann erwogen werden.

Fosinoprilat ist nicht dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: ACE-Hemmer und Diuretika

ATC Code: C09BA09

Fosinopril-comp PUREN ist eine Kombination aus einem Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer

(Fosinopril-Natrium) mit einem Diuretikum (Hydrochlorothiazid).

Fosinopril-Natrium

Wirkmechanismus

Fosinopril-Natrium ist die Ester-Vorstufe des langwirksamen ACE-Hemmers Fosinoprilat. Nach oraler

Gabe wird Fosinopril rasch und vollständig zum aktiven Fosinoprilat metabolisiert. Fosinopril-Natrium

enthält eine Phosphinsäuregruppe, die an die aktive Bindungsstelle des Peptidyl-Dipeptidase

Angiotensin-Converting-Enzyms bindet, wodurch die Umwandlung des Dekapeptids Angiotensin I in

das Oktapeptid Angiotensin II verhindert wird. Die daraus resultierende Senkung des Angiotensin II-

Spiegels führt zur Reduktion der Vasokonstriktion und Abnahme der Aldosteronsekretion; dies kann

eine schwache Erhöhung des Serumkaliums und einen Natrium- und Flüssigkeitsverlust bewirken. In

der Regel kam es zu keinen klinisch relevanten Veränderungen von renalem Plasmafluss und

glomerulärer Filtrationsrate.

ACE-Hemmung verhindert ebenfalls die Degradation des potenten Vasodepressors Bradykinin und

zeigt daher blutdrucksenkende Wirkung; Fosinopril-Natrium zeigt bei Patienten mit niedrigen

Reninspiegeln eine therapeutische Wirksamkeit.

Pharmakodynamische Wirkungen

Fosinopril-Natrium führt bei Patienten mit Hypertonie zu einer Senkung des Blutdrucks im Liegen und

im Stehen, ohne dass die Herzfrequenz kompensatorisch ansteigt.

Bei Hypertonie bewirkte Fosinopril-Natrium innerhalb einer Stunde nach oraler Gabe eine Senkung

des Blutdrucks, die maximale Wirkung wurde nach 3 – 6 Stunden erreicht. Unter der normalen

Tagesdosis hält der blutdrucksenkende Effekt über 24 Stunden an. Bei Patienten, die eine niedrigere

Dosis einnahmen, kann die Wirkung am Ende des Dosisintervalls vermindert sein. Orthostatische

Wirkung und Tachykardie sind selten, können aber bei Patienten mit Salzarmut oder bei Hypovolämie

auftreten (siehe Abschnitt 4.4). Bei einigen Patienten kann zur Einstellung des optimalen Blutdrucks

eine Behandlungsdauer von 3 – 4 Wochen notwendig sein. Fosinopril-Natrium und Thiaziddiuretika

haben additive Wirkungen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan Alone and

in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The Veterans Affairs

Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit einem

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“–Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer

zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit

nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung

und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Seite 16 von 19

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit

diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease

Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer Standardtherapie

mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Diabetes

mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer Erkrankung einen

Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter Ereignisse vorzeitig

beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der Aliskiren-Gruppe

numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse und besondere

schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie, Nierenfunktionsstörung).

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazid. Thiazide wirken direkt an den Nieren, indem sie die

Natriumchlorid- und die damit verbundene Wasserausscheidung vermehren.

Ihr klinisch relevanter Hauptangriffsort ist der frühdistale Tubulus. Dort hemmen sie den

elektroneutralen Na-Cl-Cotransport in der luminalen Zellmembran. Kalium und Magnesium werden

vermehrt ausgeschieden, Calcium vermindert ausgeschieden. Hydrochlorothiazid bewirkt eine geringe

Bicarbonatausscheidung und die Chlorid-Ausscheidung überschreitet die Ausscheidung des Natriums.

Unter Hydrochlorothiazid kann sich eine metabolische Azidose entwickeln.

Hydrochlorothiazid wird wie andere organische Säuren aktiv im proximalen Tubulus sezerniert. Die

diuretische Wirkung bleibt bei metabolischer Azidose oder metabolischer Alkalose erhalten.

Als Mechanismen der antihypertensiven Wirkung von Hydrochlorothiazid werden ein veränderter

Natriumhaushalt, eine Reduktion des extrazellulären Wasser- und Plasmavolumens, eine Änderung

des renalen Gefäßwiderstandes sowie eine reduzierte Ansprechbarkeit auf Norepinephrin und

Angiotensin II diskutiert.

Die Elektrolyt- und Wasserausscheidung von Hydrochlorothiazid setzt nach 2 Stunden ein, erreicht ein

Wirkungsmaximum nach 3 – 6 Stunden und hält 6 – 12 Stunden an. Die antihypertensive Wirkung tritt

erst nach 3 – 4 Tagen ein und kann bis zu einer Woche nach Therapieende anhalten.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen

Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC

beobachtet. Eine Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71.533 Fällen von BCC und 8.629 Fällen

von SCC mit Kontrollgruppen von 1.430.833 bzw. 172.462 Personen. Eine hohe HCTZ-Dosierung (≥

50.000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29 (95 %

Konfidenzintervall: 1,23 - 1,35) für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68 – 4,31) für SCC.

Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung

ermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen Zusammenhang zwischen Lippenkrebs (SCC)

und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von Lippenkrebs wurden mittels eines

risikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63.067 Personen abgeglichen.

Es wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-Ratio von 2,1 (95 %

Konfidenzintervall: 1,7 - 2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition (~ 25.000 mg) auf eine Odds-

Ratio von 3,9 (3,0 - 4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis (~ 100.000 mg) auf eine Odds-Ratio

von 7,7 (5,7 - 10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).

Fosinopril-Natrium/Hydrochlorothiazid

Untersuchungen zur kardiovaskulären Morbidität und Mortalität bei Anwendung von Fosinopril-comp

PUREN (fixe Kombination aus Fosinopril und Hydrochlorothiazid) liegen bislang nicht vor. In

epidemiologischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass bei Langzeitanwendung von

Hydrochlorothiazid kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität reduziert sind.

Fosinopril-comp PUREN hat sowohl eine antihypertensive als auch diuretische Wirkung. Fosinopril

und Hydrochlorothiazid können allein und kombiniert zur Bluthochdruck-Behandlung eingesetzt

werden.

In klinischen Prüfungen war die blutdrucksenkende Wirkung von Fosinopril und Hydrochlorothiazid

synergistisch.

Seite 17 von 19

Die maximale Blutdrucksenkung war 2 bis 6 Stunden nach Verabreichung der Kombination erreicht,

wobei die antihypertensive Wirkung über 24 Stunden anhielt.

Fosinopril kann den mit HCT einhergehenden Kaliumverlust abschwächen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Fosinopril-Natrium

Resorption

Fosinopril wird nach oraler Verabreichung zu 30 – 40 % resorbiert. Die Resorption von Fosinopril wird

nicht durch Nahrung im Gastrointestinaltrakt beeinflusst, die Resorptionsrate kann jedoch vermindert

sein. Die rasche und vollständige Hydrolyse des aktiven Fosinoprilats erfolgt in der gastrointestinalen

Mucosa und in der Leber. Die Zeitdauer bis zum Erreichen der C

ist dosisunabhängig, C

wird

nach etwa 3 Stunden erreicht und fällt mit der maximalen Hemmung der Blutdruckreaktion auf

Angiotensin I 3 – 6 Stunden nach der Einnahme zusammen. Nach Einzel- oder Mehrfachdosen sind

die pharmakokinetischen Parameter (C

, AUC) direkt proportional zur eingenommenen Fosinopril-

Dosis.

Verteilung

Fosinoprilat besitzt eine hohe Eiweißbindung (> 95 %), hat ein relativ geringes Verteilungsvolumen

und besitzt eine hohe Eiweißbindung im Blut.

Biotransformation

Eine Stunde nach oraler Verabreichung von Fosinopril-Natrium liegt weniger als 1 % des Fosinoprils

im Plasma unverändert vor; 75

% als aktives Fosinoprilat, 15 – 20 % als (inaktives) Fosinoprilat-

Glucuronid, der Rest (

5 %) als 4-Hydroxymetabolit des (aktiven) Fosinoprilats.

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung wurde Fosinoprilat ungefähr zu gleichen Teilen über Leber und

Niere ausgeschieden. Bei Bluthochdruckpatienten mit normaler Nieren- und Leberfunktion betrug die

wirksame T

von Fosinoprilat ca. 11,5 Stunden, nach wiederholter Verabreichung von Fosinopril. Die

Elimination von Fosinopril erfolgt sowohl über die Leber als auch über die Harnwege.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 80 ml/min) ist die

Gesamtkörperclearance von Fosinoprilat etwa halbiert gegenüber Nierengesunden, wobei keine

deutlichen Unterschiede in Resorption, Bioverfügbarkeit und Plasmaproteinbindung beobachtet

werden. Die Clearance von Fosinoprilat ändert sich durch den Grad der Niereninsuffizienz nicht; die

verminderte renale Elimination wird durch gesteigerte Ausscheidung über die Leber/Galle

kompensiert. Eine leichte Erhöhung der AUC-Werte (weniger als das Doppelte der Normalwerte)

wurde bei Patienten mit höhergradiger, einschließlich terminaler (Kreatininclearance < 10 ml/min)

Niereninsuffizienz beobachtet.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion (durch Alkohol oder biliäre Zirrhose) ist das Ausmaß

der Hydrolyse von Fosinopril kaum reduziert, obwohl die Geschwindigkeit der Hydrolyse verlangsamt

sein kann; die vollständige Fosinopril-Clearance beträgt etwa die Hälfte derer bei Patienten mit

normaler Leberfunktion.

Hydrochlorothiazid

Bioverfügbarkeit

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe zu etwa 80 % im Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die

systemische Verfügbarkeit beträgt 71 ± 15 %.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt 65 %, das relative Verteilungsvolumen

0,5 – 1,1 l/kg.

Seite 18 von 19

Metabolismus und Exkretion

Hydrochlorothiazid wird bei gesunden Menschen zu mehr als 95 % in unveränderter Form renal

ausgeschieden.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt bei normaler Nierenfunktion 2,5 Stunden. Maximale

Plasmaspiegel werden normalerweise nach 2 – 5 Stunden erreicht. Dieser Zeitraum ist bei

Nierenfunktionsstörungen verlängert und beträgt bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz etwa

20 Stunden.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb von 1 – 2 Stunden ein. Ihre Dauer beträgt 10 – 20 Stunden,

abhängig von der Dosis, die blutdrucksenkende Wirkung hält bis zu 24 Stunden an.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Daten basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei

wiederholter Gabe, Genotoxizität und kanzerogenes Potenzial lassen keine speziellen Gefahren für

den Menschen erkennen.

In Tierexperimenten wurde gezeigt, dass Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer einen negativen

Effekt auf die späte Fetalentwicklung hat, was zu Fetalsterblichkeit und kongenitalen Missbildungen

insbesondere des Schädels führt. Fetotoxizität, intra-uterine Wachstumsstörungen und persistierender

Ductus arteriosus wurden ebenfalls beobachtet. Diese Entwicklungsstörungen werden vermutlich

teilweise durch die direkte Auswirkung des ACE-Hemmers auf das fetale Renin-Angiotensin-System

und teilweise durch die Ischämie verursacht, teilweise durch die bei mütterlicher Hypotonie, die

Herabsetzung des feto-plazentalen Kreislaufs und der Sauerstoff-/Nahrungsversorgung des Feten

(siehe Abschnitt 4.6).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Titandioxid (E171)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Eisen(III)-oxid (E172)

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Croscarmellose-Natrium

Glyceroldibehenat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Al/Al-Blisterpackungen mit 50 (N2) und 100 (N3) Tabletten.

Seite 19 von 19

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER

Actavis Group hf.

Reykjavikurvegur 76 – 78

220 Hafnarfjördur

Island

Mitvertrieb

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

8.

ZULASSUNGSNUMMER

61010.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

21. Juni 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 07. Januar 2013

10.

STAND DER INFORMATION

03.2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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