Fosavance 70/2800 Wochentabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
acidum alendronicum, cholecalciferolum
Verfügbar ab:
MSD Merck Sharp & Dohme AG
ATC-Code:
M05BB03
INN (Internationale Bezeichnung):
acidum alendronicum, cholecalciferolum
Darreichungsform:
Wochentabletten
Zusammensetzung:
Säure alendronicum 70 mg, natrii alendronas trihydricus 91.37 mg, cholecalciferolum 70 µg Endwerte. cholecalciferolum 2800 U. I., excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Osteoporose
Zulassungsnummer:
57386
Berechtigungsdatum:
2005-11-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

15-05-2021

Patienteninformation

Fosavance® Wochentabletten (70/2800, 70/5600)

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Fosavance und wann wird es angewendet?

Fosavance enthält Alendronat, ein sogenanntes Bisphosphonat und Vitamin D. Es stoppt den bei

Frauen nach der Menopause (Wechseljahre) und auch den bei Männern auftretenden

Knochenschwund (Osteoporose). Fosavance hilft den Knochen wieder aufzubauen und trägt dazu

bei, dass der Knochen weniger leicht bricht und dient zur Sicherstellung der Versorgung mit Vitamin

D. Fosavance enthält eine Wochenration Vitamin D.

Fosavance erhalten Sie ausschliesslich auf Verschreibung des Arztes bzw. Ihrer Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Was ist Osteoporose und warum sollte sie behandelt werden?

Unter Osteoporose versteht man ein Dünner- und Schwächerwerden der Knochen, wie dies häufig

bei Frauen nach der Menopause aber auch bei Männern beobachtet wird.

Im frühen Stadium zeigt die Osteoporose üblicherweise keine Symptome. Wenn sie unbehandelt

bleibt, können Knochenbrüche auftreten. Obwohl Brüche normalerweise schmerzhaft sind, können

Wirbelbrüche auch unbemerkt bleiben bis sie durch einen Verlust an Körpergrösse entdeckt werden.

Die Knochenbrüche können während normalen alltäglichen Aktivitäten auftreten, wie z.B. beim

Aufstehen oder bei leichten Belastungen, welche beim normalen Knochen nicht zu einem Bruch

führen würden. Die Brüche treten üblicherweise an der Hüfte, an der Wirbelsäule oder am

Handgelenk auf und können nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch erhebliche

Deformierungen (wie stark gebeugte Haltung durch Verkrümmung der Wirbelsäule) und

Behinderungen (Mobilitätsverlust).

Osteoporose bei Frauen nach der Menopause

Die Menopause tritt ein, wenn die Eierstöcke entfernt werden oder aufhören, das weibliche Hormon

Östrogen zu produzieren. Nach der Menopause wird Knochen schneller abgebaut als aufgebaut, so

dass Knochenschwund auftritt und die Knochen schwächer werden. Je früher die Menopause eintritt,

desto grösser ist das Osteoporoserisiko.

Osteoporose bei Männern

Es gibt manche Faktoren, die zu einer Osteoporose bei Männern führen können.

Was sollte man über Vitamin D wissen?

Vitamin D ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der für die Kalziumaufnahme und gesunde Knochen

erforderlich ist. Die Hauptquelle ist die Einstrahlung von Sonnenlicht im Sommer, die zur Bildung

von Vitamin D in der Haut führt. Kleidung oder Sonnenschutz kann dazu führen, dass wir nicht

genügend Sonnenlicht erhalten. Zusätzlich verliert die Haut mit zunehmendem Alter die Fähigkeit

zur Vitamin D-Bildung. Nur sehr wenige Lebensmittel sind natürliche Vitamin D-Quellen.

Ein Vitamin D-Mangel führt zu unzureichender Kalziumaufnahme und niedrigen Phosphatspiegeln

(Mineralstoffe für den Knochenaufbau). Auch wenn Sie kalziumreiche Kost zu sich nehmen oder ein

Kalziumergänzungsmittel einnehmen, kann der Körper Kalzium nicht richtig aufnehmen, wenn ihm

nicht genügend Vitamin D zur Verfügung steht. Ein Vitamin D-Mangel kann zu einer verminderten

Knochenmasse und Osteoporose (Knochenschwund) führen, ein schwerer Vitamin D-Mangel kann

Muskelschwäche verursachen, die wiederum zu Stürzen und einem somit erhöhten Risiko für Brüche

führen kann.

Wie kann die Osteoporose behandelt werden?

Zusätzlich zu Fosavance kann Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin auch eine oder mehrere

Veränderungen in Ihren Lebensgewohnheiten empfehlen:

Sport: Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie mit irgendeinem Übungsprogramm

beginnen, da bei schon bestehender Osteoporose gewisse Sportarten eher riskant sind.

Essen: Beachten Sie eine ausgewogene Ernährung. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Sie über eine

Änderung Ihrer Ernährung oder eine Ergänzung zur Diät beraten.

Warum ist eine kontinuierliche Behandlung wichtig?

Die Langzeitbehandlung ist wichtig, um ein weiteres Fortschreiten des Knochenschwundes zu

verhindern, den Knochen wieder aufzubauen und dadurch das Risiko für Knochenbrüche zu

vermindern und die Versorgung mit Vitamin D sicherzustellen. Es ist deshalb wichtig, dass Sie die

Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin bezüglich der Einnahme von Fosavance befolgen.

Wann darf Fosavance nicht eingenommen/angewendet werden?

Nehmen Sie Fosavance nicht ein, wenn Sie auf irgendeinen der Inhaltsstoffe überempfindlich

(allergisch) reagieren.

Sie dürfen Fosavance ebenfalls nicht einnehmen, wenn Sie

·bestimmte Beschwerden in der Speiseröhre haben,

·nicht in der Lage sind, nach Einnahme von Fosavance mindestens 30 Minuten lang aufrecht zu

stehen, zu sitzen oder zu gehen

·an einer akuten Entzündung des Magen-Darm-Traktes leiden,

·Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen gesagt hat, dass Sie gegenwärtig einen tiefen Kalziumspiegel im

Blut haben,

·an einem mangelhaften Einbau von Mineralstoffen in das Skelett leiden,

·eine schwer eingeschränkte Nierenfunktion haben,

·schwanger sind oder stillen.

Die Anwendung und Sicherheit von Fosavance bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) ist

bisher nicht geprüft worden. Fosavance ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet und darf nicht

an Kinder und Jugendliche abgegeben werden.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Fosavance Vorsicht geboten?

Berichten Sie Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin über alle

medizinischen oder zahnmedizinischen Probleme, die Sie haben oder früher gehabt haben, inklusive

über Ihnen bekannte Nierenleiden, sowie über Allergien und ob Sie rauchen oder früher geraucht

haben. Wenn Sie Schluckprobleme oder regelmässig schwerwiegende Verdauungsprobleme haben,

informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie Fosavance einnehmen.

Nahrungsmittel und Getränke (ausgenommen Leitungswasser), sowie andere Arzneimittel, die

innerhalb 30 Minuten nach der Einnahme von Fosavance eingenommen werden, vermindern die

Wirkung von Fosavance, weil diese die Aufnahme von Alendronat in den Körper verhindern. Dies

gilt insbesondere für Antazida (Arzneimittel gegen Magenbrennen wie z.B. Alucol®, Gelusil®,

Rennie®, Ulcogant®), Kalziumzusätze und Vitamine (siehe auch «Wie verwenden Sie die

Fosavance Wochentablette?»).

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin immer über alle Arzneimittel, die Sie gerade einnehmen

oder einzunehmen gedenken (insbesondere Vitamin-D-Analoga, wie Rocaltrol®), auch über solche,

die Sie ohne Rezept erhalten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Unter Fosavance wurde über Nebenwirkungen berichtet, welche die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können. Die individuelle Reaktion auf

Fosavance kann variieren (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Fosavance haben?»).

Darf Fosavance während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Nehmen Sie Fosavance nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Wie verwenden Sie die Fosavance Wochentablette?

Um vollumfänglich von Fosavance zu profitieren und damit eine Reizung der Speiseröhre verhindert

wird, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

·Wählen Sie denjenigen Wochentag der am besten in Ihren Terminplan passt. Nehmen Sie an diesem

von Ihnen gewählten Tag jede Woche eine Wochentablette Fosavance.

·Nehmen Sie Fosavance Wochentablette morgens nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen,

zusammen mit genügend Leitungswasser (2 dl), andere Getränke wie Mineralwasser, Fruchtsaft, Tee

oder Kaffee können die Wirkung vermindern.

·Die Tablette darf nicht gelutscht oder gekaut werden.

·Es ist wichtig, dass Fosavance mit Leitungswasser und nicht mit Mineralwasser eingenommen wird.

Sollte das Leitungswasser ungeniessbar sein (z.B. auf Reisen), ist ein kalziumarmes (weniger als

100 mg Kalzium pro Liter), kohlensäurefreies Wasser zu verwenden.

·Bleiben Sie für mindestens 30 Minuten in aufrechter Haltung (sitzen, stehen oder gehen), nachdem

Sie Fosavance eingenommen haben, und legen Sie sich bis zur ersten Nahrungsaufnahme nicht

wieder hin. So gelangt die Fosavance Tablette rasch in den Magen und kann ihre Wirkung optimal

entfalten, zudem wird so eine Reizung der Speiseröhre verhindert. Aus diesem Grund sollten Sie

Fosavance auf keinen Fall vor dem Aufstehen oder vor dem Schlafengehen einnehmen.

·Nehmen Sie während den 30 Minuten nach Einnahme von Fosavance keine andere Nahrung,

Getränke oder andere Arzneimittel (einschliesslich Antazida, Kalziumzusätze und Vitamine) zu sich.

Normales Leitungswasser ist erlaubt. Fosavance wirkt nur dann, wenn es mit Wasser auf leeren

Magen eingenommen wird.

·Falls Beschwerden oder Schmerzen beim Schlucken oder Brustschmerzen auftreten, oder

Sodbrennen auftritt oder sich verschlimmert, nehmen Sie Fosavance nicht weiter ein und

verständigen Sie Ihren Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

·Falls Sie einmal eine Tablette vergessen haben, warten Sie bis zum nächsten Morgen und nehmen

Sie dann die Tablette ein. Nehmen Sie nie zwei Tabletten am gleichen Tag ein. Nehmen Sie die

nächste Wochentablette wie gewohnt an dem von Ihnen ursprünglich gewählten Wochentag ein.

·Es ist wichtig, dass Sie Fosavance solange einnehmen, wie es Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

verschrieben hat. Da nicht bekannt ist, wie lange Sie Fosavance einnehmen sollten, sollten Sie die

Notwendigkeit dieses Arzneimittel weiterhin einzunehmen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

periodisch besprechen, um zu entscheiden, ob Fosavance immer noch richtig ist für Sie.

·Sollten Sie zuviele Tabletten eingenommen haben: Trinken Sie ein volles Glas Milch und setzen Sie

sich sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung. Versuchen Sie nicht zu erbrechen und

legen Sie sich nicht hin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung des Arzneimittels. Sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie das Gefühl haben, das

Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark.

Welche Nebenwirkungen kann Fosavance haben?

Bei einigen Patientinnen und Patienten können Magen-Darmstörungen (z.B. Magenschmerzen,

Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Völlegefühl, Durchfall, Blähungen,

Schluckstörungen, Übelkeit, Erbrechen, schwarzer und/oder blutiger Stuhl) auftreten. Es können

schwerwiegende Verdauungsstörungen, wie Reizung oder Geschwürbildung der Speiseröhre

auftreten, welche Brustschmerzen, Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim

Schlucken verursachen können. Dies kann insbesondere dann auftreten, wenn die Patientinnen oder

Patienten die Wochentablette Fosavance mit weniger als 2 dl Leitungswasser einnehmen und/oder

wenn sie sich innerhalb von weniger als 30 Minuten nach Einnahme bzw. vor Einnahme der ersten

Mahlzeit wieder hinlegen. Eine solche Reizung kann sich verstärken, wenn die Behandlung mit

Fosavance trotz Auftreten der Symptome fortgesetzt wird.

Es können Kopfschmerzen, Knochen-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen auftreten, die selten

schwerwiegend sind. Patienten die schwerwiegende Knochen-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen

beobachten, sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren. Bei den meisten Patienten verschwinden

die Symptome nach dem Absetzen des Arzneimittels. Schwellungen der Gelenke oder

Anschwellungen der Hände und Füsse können ebenfalls selten auftreten. Vorübergehende

grippeähnliche Symptome (selten mit Fieber), typischerweise bei Beginn der Behandlung, sind

aufgetreten. In seltenen Fällen wurde Juckreiz, Augenschmerzen oder Augenentzündungen,

Ohrenschmerzen oder Hautausschlag beobachtet, der gelegentlich durch Sonnenlicht verschlimmert

wurde. Über Haarausfall wurde berichtet. Selten können schwere Hautreaktionen auftreten.

Allergische Reaktionen, wie Nesselfieber oder Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder

Rachen, was Atem- oder Schluckprobleme verursachen kann, treten selten auf. Schwindel oder ein

veränderter Geschmackssinn können auftreten. Magengeschwüre (wenige davon schwerwiegend)

sind selten aufgetreten. Geschwüre im Mund können auftreten, wenn die Tablette gekaut oder

gelutscht wird.

Selten wurde nach Zahnextraktion über verspätete Heilung und Infektionen im Kiefer berichtet.

Es wurden Fälle von Oberschenkelfrakturen ohne Gewalteinwirkung berichtet. Kontaktieren Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie neue oder ungewöhnliche Schmerzen im Bereich der Hüfte

oder des Oberschenkels bemerken.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin sofort, wenn Sie

solche oder andere ungewöhnliche Symptome beobachten.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Bewahren Sie Fosavance Wochentabletten in der Originalpackung bei einer Temperatur nicht über

30 °C auf. Vor Licht und Feuchtigkeit schützen. Tabletten bis zur Einnahme im Originalblister

aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in der Fosavance Wochentablette enthalten?

Die Fosavance Wochentablette enthält als Wirkstoff 70 mg Alendronat (als Alendronat-Natrium)

sowie Vitamin D3 (2800 IU) oder 70 mg Alendronat (als Alendronat-Natrium) sowie Vitamin D3

(5600 IU) und Hilfsstoffe zur Herstellung der Tablette.

Zulassungsnummer

57386 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie die Fosavance Wochentabletten? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Fosavance Wochentabletten sind in Monatspackungen zu 4 und Dreimonatspackungen zu 12

Tabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Auslieferung

Grünenthal Pharma AG, Mitlödi, Glarus Süd.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

WPPI-MK0217A-T-052015/CHE-2015-011133

Fachinformation

Fosavance®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Alendronat als Alendronat Natriumtrihydrat, Cholecalciferol.

Hilfsstoffe: Tabletten: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Wochentabletten: 70 mg Alendronat als Alendronat Natriumtrihydrat 91,37 mg und 70 µg oder

140 µg Cholecalciferol entsprechend 2800 IU bzw. 5600 IU Vitamin D.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Fosavance ist indiziert zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach der Menopause und bei

Männern wenn eine adäquate Vitamin D Versorgung nicht gewährleistet ist.

Dosierung/Anwendung

Behandlung der Osteoporose

Die empfohlene Dosierung beträgt eine Wochentablette 70 mg/2800 IU pro Woche. Die optimale

Anwendungsdauer ist nicht bestimmt worden. Bei allen Patienten unter Bisphosphonat-Therapie

sollte die Notwendigkeit für das Fortsetzen der Therapie auf periodischer Basis reevaluiert werden

(siehe «Klinische Wirksamkeit»). Die Patienten sollten zusätzlich Calcium und/oder Vitamin D

erhalten, wenn die Aufnahme mit der Nahrung ungenügend ist (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Der Arzt bzw. die Ärztin sollte die Vitamin D Aufnahme aus

Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln berücksichtigen. Für Patienten, die Vitamin D

nicht aus anderen Quellen erhalten, beträgt die empfohlene Dosierung eine Wochentablette zu 70

mg/5600 IU pro Woche. Fosavance 70 mg/2800 IU und 70 mg/5600 IU entsprechen einer

Wochendosis von Vitamin D basierend auf einer Tagesdosis von 400 IU bzw. 800 IU.

Fosavance sollte mindestens eine halbe Stunde vor dem ersten Essen, Trinken oder der Einnahme

von anderen Arzneimitteln mit einem vollen Glas (Leitungs-)Wasser eingenommen werden, da

andere Getränke (wie z.B. Mineralwasser, Fruchtsaft, Kaffee), Nahrungsmittel und gewisse

Arzneimittel die Absorption von Alendronat beeinträchtigen können (siehe «Interaktionen» und

«Pharmakokinetik»).

Um den Transport zum Magen zu erleichtern und dem Risiko von Reizungen/Nebenwirkungen am

Oesophagus vorzubeugen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

·soll Fosavance nur nach dem Aufstehen mit einem vollen Glas Wasser geschluckt werden;

·die Patienten sollen die Tablette nicht kauen und vermeiden, dass sich die Tablette bereits im Mund

auflöst;

·die Patienten sollten sich nach Einnahme von Fosavance frühestens nach 30 Minuten und nach der

ersten Nahrungsaufnahme bei Bedarf wieder hinlegen;

·Fosavance soll nicht vor dem Schlafengehen oder vor dem Aufstehen eingenommen werden.

Spezielle Populationen

Bei älteren Patienten oder solchen mit leicht und mässig gradig eingeschränkter Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) ist keine Anpassung der Dosierung notwendig. Fosavance

wird bei Patienten mit stärker ausgeprägter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min)

aufgrund mangelnder Erfahrungen nicht empfohlen (siehe «Kontraindikationen»).

Kinder und Jugendliche

Fosavance ist bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht worden. Das Arzneimittel sollte deshalb

nicht an Patienten unter 18 Jahren verabreicht werden.

Kontraindikationen

Akute Entzündungen des GI-Traktes.

Klinisch manifeste Osteomalazie.

Erkrankungen des Oesophagus, die den Transport in den Magen verzögern können, wie Strikturen

oder Achalasie.

Unvermögen, 30 Minuten lang eine aufrechte Haltung einzunehmen (sitzen, stehen oder gehen).

Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min.

Überempfindlichkeit auf irgendeinen Bestandteil des Produkts.

Hypokalzämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Alendronat

Eine Hypokalzämie muss vor Einleitung der Behandlung mit Fosavance korrigiert werden (siehe

«Kontraindikationen»). Deshalb ist bei diesen Patienten auf eine angemessene Calciumzufuhr zu

achten. Andere Störungen des Mineralstoffwechsels (z.B. ein Mangel an Vitamin D) sollten ebenfalls

behandelt werden (siehe auch «Interaktionen»). Bei Patienten mit diesen Störungen sollten das

Serum-Calcium monitoriert und auf Symptome der Hypokalzämie während der Therapie mit

Fosavance geachtet werden.

Im Rahmen der Behandlung mit Alendronat können geringe asymptomatische Senkungen des

Serum-Calciums und -Phosphats auftreten, besonders bei Patienten, die Corticoide erhalten, kann die

Calciumabsorption vermindert sein. Jedoch wurden selten Fälle symptomatischer Hypokalzämie

berichtet, manche auch schwer, die oft bei Patienten mit entsprechenden prädisponierenden Faktoren

auftraten (z.B. Hypoparathyreoidismus, Vitamin-D-Mangel und Calcium-Malabsorption) (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

Fosavance kann, ebenso wie andere Präparate, die Bisphosphonate enthalten, eine lokale Irritation

der Mukosa des oberen Gastrointestinaltraktes verursachen. Es wurde über Nebenwirkungen am

Oesophagus – wie Oesophagitis, Ulcera und Erosion des Oesophagus, selten gefolgt von Strikturen

oder Perforationen – während einer Therapie mit Alendronat berichtet. In einigen Fällen waren diese

Nebenwirkungen schwer und erforderten eine Hospitalisierung. Der Arzt sollte daher auf Anzeichen

oder Symptome einer möglichen Reaktion des Oesophagus achten und die Patienten sollen

angewiesen werden, bei Auftreten von Schluckbeschwerden, Schluckschmerzen, retrosternalen

Schmerzen bzw. Auftreten oder Verschlechterung von Sodbrennen, Fosavance abzusetzen und sich

an ihren Arzt zu wenden. Das Risiko unerwünschter Wirkungen auf den Oesophagus scheint bei

Patienten, die Fosavance nicht vorschriftsgemäss einnehmen und/oder nach dem Auftreten von

ösophagealen Symptomen weiterhin einnehmen, grösser zu sein. Für die Wirksamkeit und gute

Verträglichkeit ist es daher besonders wichtig, dass den Patienten die Dosierungsanleitung erklärt

wird und darauf zu achten, dass sie diese auch verstanden haben (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Die Patienten sollen darauf hingewiesen werden, dass eine Missachtung der Anwendungshinweise

das Risiko von Nebenwirkungen im Oesophagus erhöhen kann.

Während in den grossen klinischen Studien mit Alendronat kein erhöhtes Risiko festgestellt werden

konnte, gab es seltene Postmarketing Berichte von gastrischen und duodenalen Ulcera, einige

schwerwiegend und mit Komplikationen.

Aufgrund einer möglichen Reizung der Mukosa durch Alendronat und dem möglichen Potential zur

Verschlechterung einer bereits vorliegenden Erkrankung soll Fosavance bei bestehenden Problemen

im oberen Gastrointestinaltrakt – wie Schluckbeschwerden, ösophagealem Reflux, Barrett's

Ösophagus, Gastritis, Duodenitis oder Ulcera – nur mit Vorsicht gegeben werden.

Lokalisierte Osteonekrose des Kiefers im Allgemeinen in Verbindung mit Zahnextraktion und/oder

lokaler Infektion (einschliesslich Osteomyelitis), verbunden mit verzögerter Heilung, wurde selten

mit oralen Bisphosphonaten berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die meisten Fälle traten

bei Krebspatienten auf, die mit intravenös verabreichten Bisphosphonaten behandelt wurden.

Bekannte Risikofaktoren für lokalisierte Kiefernekrose sind maligne Erkrankungen und deren

Behandlungen (z.B. Chemotherapie, Radiotherapie, Kortikosteroide, Angiogenese-Inhibitoren),

schlechte Mundhygiene, Ko-Morbiditäten wie vorbestehende parodontale und dentale Erkrankungen,

Anämie, Koagulopathie, Infektionen sowie Rauchen. Patienten, die lokalisierte Kiefernekrosen

entwickeln, sollten die Behandlung eines entsprechenden Spezialisten erhalten und ein

Therapieabbruch sollte basierend auf der individuellen Nutzen-Risikosituation erwogen werden.

Operative Zahnbehandlungen können die Problematik verstärken. Wenn bei Patienten invasive

dentalchirugische Massnahmen (wie Zahnextraktion, Implantate) notwendig sind, sollte der

behandelnde Arzt und/oder Dentalchirurg den Behandlungsplan, einschliesslich

Bisphosphonatbehandlung, für jeden Patienten individuell nach entsprechender Nutzen-

Risikoanalyse anpassen.

Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen wurden bei Patienten unter Behandlung mit

Bisphosphonaten beobachtet. Diese Symptome wurden in den Berichten nach Markteinführung

selten als schwerwiegend und/oder einschränkend beschrieben (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Der Zeitraum bis zum Auftreten dieser Symptome variierte von einem Tag bis zu mehreren Monaten

nach Beginn der Behandlung. Bei den meisten Patienten verschwanden die Symptome nach dem

Absetzen der Behandlung wieder. Bei einem Teil der Patienten traten die Symptome nach

Wiederaufnahme mit dem gleichen oder einem anderen Bisphosphonat wieder auf.

Über «low-energy» Frakturen, welche subtrochanter oder im Bereich des proximalen Femurschaftes

lokalisiert sind, ist bei einer geringen Anzahl von Patienten, welche über längere Zeit (gewöhnlich

länger als 3 Jahre) mit Bisphosphonaten behandelt wurden, berichtet worden. Einige davon waren

Stressfrakturen (wobei einige davon als Insuffizienz-Frakturen bezeichnet wurden), welche in

Abwesenheit eines offensichtlichen Traumas aufgetreten sind. Einige Patienten verspürten

vorausgehend Schmerzen in der betroffenen Lokalisation, oft assoziiert mit radiologischen Zeichen

einer Stressfraktur, welche der kompletten Fraktur Wochen bis Monate vorausgingen. Ungefähr ein

Drittel dieser Frakturen waren bilateral. Deshalb sollte bei Patienten, welche eine Femurschaft-

Stressfraktur erlitten haben, der kontralaterale Femur ebenfalls untersucht werden. Stressfrakturen

mit ähnlicher Klinik sind auch bei Patienten bekannt, welche nicht mit Bisphosphonaten behandelt

wurden. Patienten mit vermuteten Stressfrakturen sollten evaluiert werden, inklusive Evaluation von

bekannten Ursachen und Risikofaktoren (z.B. Vitamin D Mangel, Malabsorption,

Glucocorticoidbehandlung, vorausgehende Stressfrakturen, Arthritis oder Fraktur der unteren

Extremität, extreme oder erhöhte körperliche Belastung, Diabetes mellitus, chronischer

Alkoholabusus) und angemessen orthopädisch behandelt werden. Bei Patienten mit Stressfrakturen

sollte bis zur Evaluation des Patienten ein Absetzen der Bisphosphonat-Therapie in Betracht gezogen

werden, basierend auf einer individuellen Risiko-Nutzen-Analyse.

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie wenn sie eine Dosis der Fosavance

Wochentablette vergessen haben, diese auch noch am nächsten Morgen einnehmen können. Sie

sollten keinesfalls 2 Tabletten am selben Tag einnehmen. Es sollte dann wieder zum wöchentlichen

Einnahmeschema übergegangen und die Tablette am ursprünglich gewählten Wochentag

eingenommen werden.

Neben Hormonmangel, Alter und Glucocorticoidbehandlung sollten auch andere Ursachen für eine

Osteoporose in Betracht gezogen werden.

In klinischen Studien erhielten viele Patienten neben Alendronat auch Multivitamin-Präparate (inkl.

Vitamin D-Präparate), jedoch sind die zeitlichen Einnahmevorschriften zu beachten. Die zusätzliche

Gabe von aktiven Vitamin D-Analoga (z.B. Calcitriol) mit Fosavance ist nicht untersucht worden

und wird deshalb nicht empfohlen.

Cholecalciferol

Vitamin D3 kann das Ausmass einer Hyperkalzämie und/oder Hyperkalziurie verstärken, wenn es an

Patienten mit Krankheiten, die mit einer unbehandelten Überproduktion von Calcitriol in Verbindung

stehen, verabreicht wird (z.B. Leukämie, Lymphom, Sarkoidose). Bei diesen Patienten sind Urin und

Serum-Calcium zu überwachen.

Patienten mit einer Malabsorption nehmen möglicherweise nicht ausreichend Vitamin D3 auf.

Interaktionen

Alendronat

Nahrungsmittel mit hohem Calciumgehalt, wie z.B. Milch und Milchprodukte, und zusätzliche

Calciumgaben (Mineralpräparate, Vitamine mit Mineralzusatz), Antacida, Magnesium und gewisse

oral eingenommene Arzneimittel beeinflussen die Absorption von Alendronat. Aus diesem Grund

müssen Patienten nach der Einnahme von Fosavance mindestens eine halbe Stunde warten, bevor sie

ein anderes Arzneimittel oder Nahrungsmittel/Getränke einnehmen. Eine Co-Medikation mit aktiven

Vitamin-D-Analoga (z.B. Calcitriol) oder Fluorid zur Behandlung der Osteoporose ist nicht

untersucht worden und wird nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In Studien wo bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose Fosamax (Alendronat) in Kombination

mit Östrogenen (intravaginal, transdermal oder oral) verabreicht wurde, wurden keine

unerwünschten Wirkungen beobachtet, welche mit der gleichzeitigen Einnahme der beiden

Substanzen in Zusammenhang standen.

Im Hinblick einer Interaktion auf die Proteinbindung, die Ausscheidung im Urin oder den

Metabolismus von anderen Arzneimitteln wurden keine systematischen Studien mit Alendronat

durchgeführt; es werden jedoch keine klinisch bedeutsamen Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

erwartet (siehe «Pharmakokinetik»). In Osteoporosestudien bei Männern und postmenopausalen

Frauen und glucocorticoid-induzierter Osteoporose bei Männern und postmenopausalen Frauen

wurden auch keine entsprechenden Beobachtungen gemacht.

Intravenös verabreichtes Ranitidin verdoppelte die Bioverfügbarkeit von oral appliziertem

Alendronat. Die klinische Relevanz dieses Befundes, sowie ob auch orale

Protonenpumpeninhibitoren ähnliche Erhöhungen solchen Ausmasses bewirken, ist nicht bekannt.

Da die Anwendung von NSAR mit gastrointestinalen Irritationen einhergehen kann, sollen NSAR

nur mit Vorsicht gleichzeitig mit Alendronat angewendet werden.

Cholecalciferol

Olestra, Mineralöle, Orlistat und Gallenionentauscher (z.B. Cholestyramin, Colestipol) können die

Absorption von Vitamin D behindern. Antikonvulsiva, Cimetidine und Thiazide können den

Stoffwechsel von Vitamin D erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien mit Alendronat bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man

verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Fosavance sollte deshalb

schwangeren Frauen nicht verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Fosavance wurde bei stillenden Müttern nicht untersucht und sollte deshalb nicht angewendet

werden (siehe «Kontraindikationen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es sind keine Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt worden. Jedoch können gewisse unerwünschte Wirkungen,

über welche bei der Anwendung von Fosavance berichtet wurden, die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Die individuelle Reaktion auf Fosavance

kann variieren (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien und/oder nach

Markteinführung mit Alendronat beobachtet: häufig: ≥1/100, <1/10; gelegentlich: ≥1/1000, <1/100;

selten: ≥1/10'000, <1/1000; sehr selten <1/10'000, einschliesslich Einzelfälle:

Störungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Urticaria und Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Symptomatische Hypokalzämie, im Allgemeinen in Verbindung mit prädisponierenden

Faktoren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Über Schwindel und Dysgeusie wurde seit der Markteinführung berichtet.

Augenleiden

Selten: Uveitis, Skleritis, Episkleritis.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Bauchschmerzen, Dyspepsie, Verstopfung, Diarrhö, Flatulenz, Oesophagusulkus,

Dysphagie, Völlegefühl, Reflux.

Gelegentlich: Nausea, Erbrechen, Gastritis, Oesophagitis, Oesophaguserosionen, Melaena.

Selten: oesophageale Strikturen, oropharyngeale Ulcera; gastrische Ulcera, duodenale Ulcera, obere

gastrointestinale PUB (Perforationen, Ulcera, Blutung) (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag, Pruritus, Erythem, Alopezie.

Selten: Hautausschlag mit Photosensibilität.

Sehr selten und Einzelfälle: schwerwiegende Hautreaktionen, einschliesslich Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufig: muskuloskeletale Schmerzen (Knochen, Muskel oder Gelenk).

Selten: geschwollene Gelenke, schwere muskuloskeletale Schmerzen (Knochen, Muskel oder

Gelenk) (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Über lokalisierte Osteonekrose des Kiefers im Allgemeinen in Verbindung mit Zahnextraktion

und/oder lokaler Infektion (einschliesslich Osteomyelitis), verbunden mit verzögerter Heilung, wurde

seit Markteinführung berichtet.

Über «low-energy» Frakturen des Femurschafts wurde seit Markteinführung berichtet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Allgemeine Störungen

Selten: periphere Ödeme, transiente Symptome im Sinne einer Akut-Phasen-Reaktion (Myalgie,

Malaise, Asthenie und Fieber) wurden beobachtet, die meist bei Therapiebeginn auftraten.

Funktionstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Seit der Markteinführung wurde über Vertigo und selten über Cholesteatom des äusseren

Gehörgangs (fokale Osteonekrose) berichtet.

Laborresultate

In klinischen Studien wurde ein asymptomatisches, leichtes und vorübergehendes Absinken von

Serum-Calcium und -Phosphat bei etwa 18 bzw. 10% der Patientinnen unter Alendronat 10 mg pro

Tag versus 12 bzw. 3% unter Placebo beobachtet. Ein Absinken von Serum-Calcium unter 8,0 mg/dl

(2,0 mmol/l) und von Serum-Phosphat ≤2,0 mg/dl (0,65 mmol/l) wurde jedoch in beiden

Behandlungsgruppen gleich häufig beobachtet.

Überdosierung

Alendronat

Über die Behandlung einer Überdosierung von Alendronat beim Menschen liegen keine spezifischen

Informationen vor. Hypokalzämie, Hypophosphatämie und obere gastrointestinale unerwünschte

Wirkungen, wie Magenverstimmung, Sodbrennen, Oesophagitis, Gastritis oder Ulcera können auf

orale Überdosierung zurückgehen. Es sollen Milch oder Antazida verabreicht werden, welche

Alendronat binden. Aufgrund des Risikos einer Oesophagusirritation sollte kein Erbrechen

herbeigeführt werden und der Patient soll in aufrechter Position bleiben.

Cholecalciferol

Bei Dosierungen unter 10'000 IU täglich wurde bei Langzeittherapie bei gesunden Erwachsenen

keine Vitamin D Toxizität dokumentiert. In einer klinischen Studie mit gesunden Erwachsenen war

eine Tagesdosis von 4000 IU Vitamin D3 über bis zu 5 Monaten nicht mit einer Hyperkalziurie oder

Hyperkalzämie verbunden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M05BB

Wirkungsmechanismus

Alendronat

Alendronat ist ein Bisphosphonat, das sich aufgrund von tierexperimentellen Studien vorwiegend in

Zonen der Knochenresorption (speziell unter Osteoklasten) anlagert und die osteoklastische

Knochenresorption ohne direkte Auswirkungen auf die Knochenbildung hemmt. Weil

Knochenbildung und Knochenresorption gekoppelt sind, nimmt als Folge die Knochenbildung ab,

allerdings weniger stark als die Knochenresorption. Dies führt zu einer fortschreitenden Zunahme der

Knochenmasse. Unter einer Behandlung mit Alendronat wird normaler Knochen gebildet und

Alendronat in einer pharmakologisch inaktiven Form in die Matrix integriert.

Cholecalciferol

Vitamin D3 wird in der Haut mittels UV Licht durch Umwandlung von 7-Dehydrocholesterol zu

Provitamin D3 produziert. Anschliessend erfolgt die nicht-enzymatische Isomerisierung zu Vitamin

D3. Bei unzureichender Sonnenexposition ist Vitamin D3 ein essentieller Nahrungsfaktor. Vitamin

D3 aus der Haut und aus der Nahrung (gespeichert in Chylomikronen) wird in der Leber zu 25-

Hydroxyvitamin D3 umgewandelt. Die Umwandlung zum aktiven calciummobilisierenden Hormon

1,25-Dihydroxyvitamin D3 (Calcitriol) in der Niere erfolgt durch das Parathormon und

Hypophosphatämie. Die Hauptwirkung von 1,25-Dihydroxyvitamin D3 ist die Erhöhung der

intestinalen Resorption von Calcium und Phosphat sowie die Regulierung von Serum-Calcium, des

renalen Calciums und der Phosphatausscheidung, der Knochenbildung und Knochenresorption.

Klinische Wirksamkeit

Studien mit Fosavance

Die Wirkung von Fosavance (70 mg Alendronat/2800 IU Vitamin D3) auf den Vitamin D-Status

wude in einer 15-wöchigen, multinationalen Studie an 717 postmenopausalen Frauen und Männern

mit Osteoporose gezeigt (mittlerer Serum-Ausgangswert von 25-Hydroxyvitamin D: 22,2 ng/ml [56

nmol/l); Bereich 9–90 ng/ml [22,5–225 nmol/l]). Die Patienten erhielten Fosavance (70 mg/2800 IU)

(n= 350 Frauen, 10 Männer) oder Fosamax (70 mg Alendronat) (n= 332 Frauen, 25 Männer) einmal

wöchentlich; weitere Vitamin D Ergänzungsmittel waren untersagt. Der Anteil an Patienten mit

einem Serumwert von 25-Hydroxyvitamin D ≥15 ng/ml (37,5 nmol/l) war signifikant höher unter

Fosavance (70 mg/2800 IU) (89%) als unter Alendronat allein (68%). Der Anteil an Patienten mit

einem Serumwert von 25-Hydroxyvitamin D ≥9 ng/ml (22,5 nmol/l) war signifikant höher unter

Fosavance (70 mg/2800 IU) (99%) als unter Alendronat allein (87%). Hinsichtlich der Mittelwerte

von Serum-Calcium, Phosphat oder Calcium im 24-Stundenharn gab es keine Unterschiede zwischen

den Behandlungsgruppen.

Die Wirksamkeit von Fosavance (70 mg Alendronat/2800 IU Vitamin D3) mit einer zusätzlichen

Dosis von 2800 IU Vitamin D3, Gesamtdosis 5600 IU pro Woche, wurde in einer 24-Wochen

Extensionsstudie bei 652 postmenopausalen Frauen und bei Männern mit Osteoporose gezeigt.

Patienten der Vitamin D 2800 Gruppe erhielten Fosavance (70 mg/2800 IU) (N= 305 Frauen, 21

Männer) und diejenigen in der Vitamin D 5600 Gruppe erhielten einmal pro Woche zusätzlich 2800

IU Vitamin D (N= 314 Frauen, 12 Männer), weitere Vitamin D Supplemente waren erlaubt. Nach 24

Wochen waren die mittleren Serumwerte von 25-Hydroxyvitamin D in der Vitamin D 5600 Gruppe

signifikant höher (27,9 ng/ml; 70 nmol/l) als in der Vitamin D 2800 Gruppe (25,6 ng/ml; 64 nmol/l).

Der Anteil an Patienten mit einem Serumwert von 25-Hydroxyvitamin D ≥15 ng/ml (37,5 nmol/l)

war in der Vitamin D 5600 Gruppe höher als in der Vitamin D 2800 Gruppe (96,9% vs. 94,4%). Der

Anteil an Patienten mit einem Serumwert von 25-Hydroxyvitamin D ≥9 ng/ml (22,5 nmol/l) war in

der Vitamin D 5600 Gruppe höher als in der Vitamin D 2800 Gruppe (100% vs. 99,7%). Hinsichtlich

der Mittelwerte von Serum-Calcium, Phosphat oder Calcium im 24-Stundenharn gab es keine

Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Am Ende der 24-Wochenextension gab es keine

Unterschiede in Bezug auf den Anteil Patienten mit Hypercalciurie.

Fosamax Studien

Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen

Wirkung auf die Knochendichte

Die Wirksamkeit einer täglichen Dosis von 10 mg Fosamax bei Frauen mit Osteoporose nach der

Menopause konnte in 4 klinischen Studien mit einer Dauer von 2 oder 3 Jahren bestätigt werden. Bei

den mit 10 mg Fosamax pro Tag behandelten Patientinnen betrug die durchschnittliche Zunahme der

Knochendichte (Bone Mineral Density [BMD]) in Lendenwirbelsäule, Schenkelhals und Trochanter

nach 3 Jahren im Vergleich zu Placebo in Lendenwirbelsäule 8,82%, Schenkelhals 5,90% und

Trochanter 7,81% (gepoolte Daten der beiden grössten Studien mit praktisch gleicher Studienanlage,

alle Studienteilnehmer in beiden Gruppen erhielten 500 mg Calciumsupplement).

Diese Zunahmen waren in jeder Studie und für jede der untersuchten Lokalisationen statistisch

signifikant sowohl im Vergleich zu den Ausgangswerten als auch im Vergleich mit der Placebo-

Kontrollgruppe. Auch die Knochendichte des gesamten Skeletts nahm in beiden Studien signifikant

zu, sodass angenommen werden kann, dass die Knochenmasse im Bereich von Wirbelsäule und

Hüfte nicht zu Lasten anderer Skeletteile zunahm. Eine Zunahme der Knochendichte wurde schon

nach 3 Monaten und anschliessend während der ganzen Behandlungsdauer von 3 Jahren beobachtet.

Somit kehrt Fosamax das Fortschreiten der Osteoporose um.

In der 2-Jahresextension dieser Studien ergab die tägliche Behandlung mit Fosamax eine

kontinuierliche Zunahme der Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Trochanter (absolute

zusätzliche Erhöhung zwischen 3 und 5 Jahren: Lendenwirbelsäule 0,94%, Trochanter 0,88%). Die

Knochendichte an Schenkelhals, Handgelenk sowie die Gesamtknochendichte konnte erhalten

werden.

Die Wirksamkeit von Fosamax war unabhängig von Alter, Rasse, Knochenumsatzrate vor der

Therapie, Nierenfunktion (siehe auch «Kinetik spezieller Patientengruppen») und Begleitmedikation

(siehe auch «Interaktionen»).

Bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose wurde der Verlauf nach Absetzen einer ein-

oder zweijährigen Behandlung mit Fosamax geprüft. Nachdem die Behandlung mit Fosamax

abgesetzt wurde, kehrte die Knochenumsatzrate stufenweise wieder auf das Niveau vor Behandlung

zurück und es wurde weder eine weitere Zunahme der Knochenmasse noch ein beschleunigter

Knochenabbau beobachtet. Diese Daten weisen darauf hin, dass die tägliche Behandlung mit

Fosamax fortgesetzt werden muss, um eine progressive Steigerung der Knochenmasse zu erreichen.

Die therapeutische Äquivalenz der Fosamax Wochentablette mit Fosamax 10 mg täglich wurde in

Einjahresstudien bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose gezeigt. Der mittlere Anstieg der

Knochendichte an der Lendenwirbelsäule nach einem Jahr war 5,1% (4,8, 5,4%; 95%CI) in der

Gruppe mit der Wochentablette und 5,4% (5,0, 5,8%, 95% CI) in der Gruppe mit 10 mg Fosamax

täglich. Die beiden Behandlungsgruppen waren ebenfalls vergleichbar in Bezug auf die

Knochendichteerhöhung an anderen Stellen des Skeletts. Mit der Wochentablette wurde nur die

Beeinflussung der Knochendichte nicht aber die Auswirkung auf die Häufigkeit der Frakturen

untersucht. Diese Daten unterstützen aber die Erwartung, dass die Fosamax Wochentablette die

Frakturinzidenz ähnlich wie die tägliche Behandlung reduziert.

Wirkung auf die Frakturhäufigkeit

Eine Auswertung der gepoolten 3-Jahres-Daten der zwei grossen Studien von postmenopausalen

Frauen mit Osteoporose (N=881; Fosamax: 526, Placebo: 355) ergab eine statistisch signifikante und

klinisch relevante Abnahme der Anzahl der Patientinnen, die unter Fosamax einmal täglich eine oder

mehrere Wirbelfrakturen erlitten hatten um 48%, im Vergleich zur mit Placebo behandelten Gruppe

(p=0,034; 3,2% unter Fosamax vs. 6,2% unter Placebo). Wurden alle Patientinnen mit

Wirbelfrakturen analysiert, so wurde unter Fosamax ein geringerer Verlust an Körpergrösse (5,9 mm

vs. 23,3 mm) gemessen, bedingt durch eine Reduktion der Zahl und des Schweregrades der

Frakturen.

Die 3-Jahres-Ergebnisse der Fracture-Intervention-Studie (FIT) bei postmenopausalen Frauen mit

Osteoporose, die mindestens eine vertebrale (Kompressions-)Fraktur vor Beginn der Studie

aufwiesen, zeigten weiter die Reduktion der Frakturinzidenz durch Fosamax. Die Behandlung mit

Fosamax ergab eine statistisch signifikante und klinisch relevante Reduktion des Anteils Patientinnen

mit: einer oder mehr neuen Wirbelfrakturen (Fosamax 7,9% vs. Placebo 15,0%; eine 47%ige

Senkung); zwei oder mehr neuen Wirbelfrakturen (0,5% vs. 4,9%; eine 90%ige Reduktion); einer

oder mehr schmerzhaften Wirbelfrakturen (2,3% vs. 5,0%; eine 54%ige Reduktion); irgendeiner

klinischen (d.h. schmerzhaften) Fraktur (13,8% vs. 18,1%; eine 26%ige Reduktion); Hüftfrakturen

(1,1% vs. 2,2%; eine 51%ige Reduktion, p= 0,047) und Handgelenkfrakturen (2,2% vs. 4,1%; eine

48%ige Reduktion, p= 0,013). Die Auswertung von gepoolten Daten aus 5 anderen Osteoporose-

Studien ergab eine proportional ähnliche Reduktion von Hüft- und Handgelenksfrakturen.

Über drei Jahre war die Reduktion der Häufigkeit von Wirbelfrakturen (Fosamax vs. Placebo) in der

Vertebral-Fracture-Studie von FIT (in der alle Frauen mindestens eine Wirbelfraktur als

Einschlusskriterium aufwiesen) kongruent mit den Ergebnissen der vorangegangenen zwei grossen

Studien (siehe oben), bei denen 20% der Frauen eine Wirbelfraktur vor Beginn der Studie hatten.

Gesamthaft zeigen diese konsistenten Resultate die Wirksamkeit von Fosamax zur Reduktion der

Inzidenz von osteoporotischen Frakturen im Bereich der Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenk und

somit im Bereich der häufigsten Lokalisationen von osteoporotischen Frakturen bei

postmenopausalen Frauen.

Behandlung von Osteoporose bei Männern

Obwohl Osteoporose bei Männern weniger häufig ist als bei postmenopausalen Frauen, kommt ein

signifikanter Teil der osteoporotischen Frakturen bei Männern vor. Die Prävalenz von vertebralen

Deformierungen scheint bei Männern und Frauen ähnlich zu sein. Die 2-jährige Behandlung von

Männern mit Osteoporose mit Fosamax in einer Dosierung von 10 mg täglich reduzierte die renale

Ausscheidung von cross-linked N-Telopeptiden vom Typ I Kollagen um ca. 60% und die

knochenspezifische alkalische Phosphatase um ca. 40%. Ähnliche Reduktionen wurden in einer

Einjahresstudie mit Fosamax 70 mg wöchentlich bei Männern beobachtet.

Die Wirksamkeit von Fosamax wurde bei Männern mit Osteoporose in zwei klinischen Studien

untersucht.

In einer 2 Jahresstudie hatten alle Patienten (Alter 31 bis 87, Durchschnitt 63 Jahre) entweder 1) eine

Knochendichte (BMD) T-score ≤–2 am Schenkelhals und ≤–1 an der Lendenwirbelsäule, oder 2)

eine vorliegende osteoporotische Fraktur und einen BMD T-score ≤–1 am Schenkelhals. 86 Männer

hatten verminderte freie Testosteronspiegel bei Studienbeginn. Männer mit einer ernsthafteren

Erkrankung des oberen Gastrointestinaltraktes (Ulcus usw.) innerhalb eines Jahres vor Studienbeginn

waren von der Studienteilnahme ausgeschlossen. Die Patienten der Placebo- bzw. Verum-Gruppen

erhielten 500 mg Calcium und 400 IU Vitamin D täglich. Nach 2 Jahren war die durchschnittliche

Erhöhung der Knochendichte unter Fosamax 10 mg täglich im Vergleich zu Placebo wie folgt:

Lendenwirbelsäule 5,3%; Schenkelhals 2,6%; Trochanter 3,1% und Gesamtknochendichte 1,6% (alle

p ≤0,001). Konsistent mit den umfangreicheren Studien bei postmenopausalen Frauen reduzierte

Fosamax 10 mg täglich bei Männern die Inzidenz von neuen vertebralen Frakturen (beurteilt mit

quantitativer Röntgendiagnostik) relativ zu Placebo (0,8% vs. 7,1%, p= 0,017) und entsprechend

auch den Grössenverlust (–0,6 vs. –2,4 mm; p= 0,022).

In einer Einjahresstudie (Alter 38 bis 91, Durchschnitt 66 Jahre) war die durchschnittliche Erhöhung

der Knochendichte unter Behandlung mit Fosamax 70 mg wöchentlich im Vergleich zu Placebo an

folgenden Stellen signifikant: Lendenwirbelsäule 2,8% (p ≤0,001); Schenkelhals 1,9% (p= 0,007);

Trochanter 2,0% (p ≤0,001) und Gesamtknochendichte 1,2% (p= 0,018). Die Erhöhungen der

Knochendichte waren vergleichbar mit denjenigen, die nach einem Jahr in der Studie mit 10 mg

Fosamax beobachtet wurden.

Die Wirksamkeit von Fosamax war in beiden Studien unabhängig von Alter, Gonadenfunktion oder

Ausgangswert der Knochendichte (Schenkelhals und Lendenwirbelsäule).

Pharmakokinetik

Absorption

Alendronat

Verglichen mit einer intravenösen Referenzdosis entsprach die mittlere biologische Verfügbarkeit

nach oraler Einnahme von Alendronat bei Frauen 0,64% bei Dosen von 5 bis 70 mg, welche nach

nächtlicher Nahrungskarenz und 2 Stunden vor einem standardisierten Frühstück verabreicht wurden.

Das Alendronat der Fosavance Tabletten (70 mg/2800 IU) und (70 mg/5600 IU) und der Fosamax

Wochentablette (70 mg) ist bioäquivalent.

Bei Männern war die orale Bioverfügbarkeit ähnlich (0,6%) wie bei Frauen. Wenn Alendronat eine

oder ½ Stunde vor einem standardisierten Frühstück verabreicht wurde, verminderte sich die

Bioverfügbarkeit in beiden Gruppen um ca. 40%. Die beiden umfangreichsten kontrollierten Studien

bei Frauen mit Osteoporose nach der Menopause zeigten, dass Fosamax 10 mg pro Tag, eine Stunde

vor dem ersten Essen oder Getränk eingenommen, wirksam ist. In den Osteoporosestudien war

Fosamax bei Einnahme mindestens 30 Minuten vor der ersten Nahrungsaufnahme wirksam.

Die Bioverfügbarkeit reduzierte sich dagegen auf zu vernachlässigende Werte, wenn Alendronat mit

oder bis zu 2 Stunden nach einem standardisierten Frühstück eingenommen wurde. Die gleichzeitige

Einnahme von Alendronat mit Kaffee oder Orangensaft verminderte die Bioverfügbarkeit um ca.

60%.

Bei gesunden Probanden veränderte die orale Gabe von Prednison (dreimal täglich 20 mg für 5 Tage)

die orale Bioverfügbarkeit von Alendronat nicht wesentlich (eine mittlere Erhöhung von 20 bis

44%).

Cholecalciferol

Nach der Gabe von Fosavance (70 mg/2800 IU) nach nächtlichem Fasten und zwei Stunden vor

Aufnahme eines standardisierten Frühstücks betrug die mittlere Fläche unter der Serum-

Konzentration-Zeit-Kurve (AUC0–120 h) (nicht adjustiert für endogenes Vitamin D) für Vitamin D3

296,4 ng × h/ml. Die mittlere Cmax von Vitamin D3 betrug 5,9 ng/ml und die Medianzeit bis zum

Erreichen der maximalen Serumkonzentration (Tmax) 12 Stunden. Nach Einnahme von Fosavance

(70 mg/5600 IU) nach nächtlichem Fasten und zwei Stunden vor Aufnahme eines standardisierten

Frühstücks betrug die mittlere Fläche unter der Serum-Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0–80 h)

(nicht adjustiert für endogenes Vitamin D) für Vitamin D3 490,2 ng × h/ml. Die mittlere Cmax von

Vitamin D3 betrug 12,2 ng/ml und die Medianzeit bis zum Erreichen der maximalen

Serumkonzentration (Tmax) 10,6 Stunden. Die Bioverfügbarkeit von Vitamin D3 in Fosavance ist

der von allein verabreichtem Vitamin D3 vergleichbar.

Distribution

Alendronat

Präklinische Studien zeigen, dass sich Alendronat nach der Einnahme vorübergehend in die

Weichteile verteilt, sich dann aber schnell in den Knochen verlagert oder im Urin ausgeschieden

wird. Das durchschnittliche Verteilungsvolumen im Steady-state, ausserhalb des Knochens, ist beim

Menschen mindestens 28 l. Nach oraler Einnahme in therapeutischer Dosis ist die Konzentration des

Wirkstoffs im Plasma zu niedrig, um nachgewiesen werden zu können (unter 5 ng/ml). Im

menschlichen Plasma wird Alendronat zu ca. 78% an Proteine gebunden.

Cholecalciferol

Nach der Resorption geht Vitamin D3 als Bestandteil von Chylomikronen ins Blut über. Vitamin D3

wird rasch verteilt, hauptsächlich in die Leber, wo es zu 25-Hydroxyvitamin D3, der

Hauptspeicherform, metabolisiert wird. Kleinere Mengen gehen in Fett- und Muskelgewebe und

werden dort als Vitamin D3 gespeichert, um später in den Kreislauf abgegeben zu werden.

Zirkulierendes Vitamin D3 ist an Vitamin D-bindendes Protein gebunden.

Metabolismus

Alendronat

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Alendronat bei Mensch oder Tier metabolisiert wird.

Cholecalciferol

Vitamin D3 wird in der Leber rasch zu 25-Hydroxyvitamin D3 hydrolysiert und dann in der Niere zu

1,25-Dihydroxyvitamin D3, der biologisch aktiven Form, metabolisiert. Vor der Ausscheidung

kommt es zu weiterer Hydrolysierung. Ein kleiner Anteil Vitamin D3 wird vor Ausscheidung

glukuronidiert.

Elimination

Alendronat

Nach einer einmaligen intravenösen Dosis von 14C-Alendronat wurden ca. 50% der Radioaktivität

innerhalb von 72 Stunden im Urin ausgeschieden; nahezu keine Radioaktivität konnte im Stuhl

wiedergefunden werden. Nach einer einmaligen iv-Dosis von 10 mg betrug die renale Clearance von

Alendronat 71 ml/min. Die Plasmakonzentration fiel um mehr als 95% innerhalb von 6 Stunden nach

iv-Injektion. Die terminale Halbwertszeit beim Menschen, welche die Freisetzung der Substanz aus

dem Skelett reflektiert, wird auf mehr als 10 Jahre geschätzt, und ist abhängig von der Umbaurate

des Knochens. Bei der Ratte wird Alendronat weder durch saure noch basische Transportsysteme der

Niere ausgeschieden, sodass beim Menschen keine Beeinflussung der Ausscheidung anderer

Arzneimittel durch diese Systeme zu erwarten ist.

Cholecalciferol

Bei Verabreichung von radioaktiv markiertem Vitamin D3 an gesunde Probanden betrug die mittlere

Ausscheidung der Radioaktivität im Urin nach 48 Stunden 2,4%, in den Fäzes nach 4 Tagen 4,9%. In

beiden Fällen wurde die Radioaktivität fast ausschliesslich als Metaboliten der Ausgangssubstanz

ausgeschieden. Die mittlere Halbwertszeit von Vitamin D3 im Serum beträgt ca. 24 Stunden nach

einer oralen Dosis von Fosavance (70 mg/2800 IU).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Präklinische Studien zeigen, dass nicht im Knochen eingelagertes Alendronat im Urin rasch

ausgeschieden wird. In Tierversuchen mit kumulativen chronischen Gaben von iv-Dosen bis zu 35

mg/kg wurden keine Anzeichen für eine Sättigung der Aufnahme in den Knochen gefunden.

Obschon dazu keine klinischen Ergebnisse vorliegen, kann man davon ausgehen, dass ähnlich wie im

Tierversuch, die Ausscheidung von Alendronat bei eingeschränkter Nierenfunktion absinkt. Deshalb

könnte bei Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion eine erhöhte Einlagerung von

Alendronat im Skelett erwartet werden (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Kontraindikationen»).

Leberinsuffizienz: es wurden keine Studien durchgeführt. Da Alendronat nicht metabolisiert und

nicht biliär ausgeschieden wird, sind wahrscheinlich keine Wechselwirkungen zu erwarten.

Präklinische Daten

Alendronat

Die präklinischen Daten auf Grundlage konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur

chronischen Toxizität, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen keine weiteren

Gefahren für den Menschen erkennen, welche nicht in den Rubriken «Kontraindikationen» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» berücksichtigt sind. Studien an Ratten zeigten, dass die

Gabe von Alendronat an trächtige Ratten mit dem Auftreten von Dystokie bei den Muttertieren

einherging, die auf eine Hypocalcämie zurückzuführen war. In Studien verursachten hohe Dosen bei

Ratten ein vermehrtes Auftreten von unvollständiger Ossifikation bei den Feten. Die Bedeutung

dieser Beobachtung für den Menschen ist nicht bekannt.

In Fortpflanzungsstudien mit Alendronat bei Tieren zeigten sich keine Nebenwirkungen bei Ratten

mit Dosen bis 25 mg/kg/Tag und bei Kaninchen mit Dosen bis 35 mg/kg/Tag.

Cholecalciferol

Es sind keine für die Anwendung von Fosavance relevanten präklinischen Daten bekannt. In

Tierstudien wurden bei weit höheren Dosen als der therapeutischen Dosis beim Menschen

reproduktionstoxische Wirkungen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Fosavance darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Lagerungshinweis

Fosavance Tabletten nicht über 30 °C lagern. Vor Licht und Feuchtigkeit schützen. Tabletten bis zur

Einnahme im Originalblister aufbewahren.

Zulassungsnummer

57386 (Swissmedic).

Packungen

Fosavance 70/2800 Wochentabl 4 (B)

Fosavance 70/2800 Wochentabl 12 (B)

Fosavance 70/5600 Wochentabl 4 (B)

Fosavance 70/5600 Wochentabl 12 (B)

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Auslieferung

Grünenthal Pharma AG, Mitlödi, Glarus Süd.

Stand der Information

März 2016.

S-WPC-MK0217A-T-052015/CHE-2016-012663

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