Foradil P Hartkapsel mit Pulver zur Inhalation

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Formoterolfumarat-Dihydrat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Formoterol Fumarate Dihydrate (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Hartkapsel mit Pulver zur Inhalation
Zusammensetzung:
Formoterolfumarat-Dihydrat (Ph.Eur.) 12.µg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
52590.00.00

0851/1180/81-ZGR001b

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen.

Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker.

Gebrauchsinformation

Foradil P

Wirkstoff: Formoterolfumarat

Zusammensetzung

1 Kapsel mit 25 mg Pulver enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

g Formoterolfumarat 2 H

O entsprechend 9,8

g Formoterol.

Sonstiger Bestandteil:

Lactose-Monohydrat 25 mg

Darreichungsform und Inhalt

Kapseln mit je 25 mg Pulver zum Inhalieren

50, 100 (Doppelpackung), 200 (Vierfachpackung) Stück

Kapseln nicht einnehmen!

Stoff- oder Indikationsgruppe

Foradil P gehört zur Substanzklasse der Broncholytika und Antiasthmatika, selektiver

-Adrenozeptor-Agonist

(bronchialerweiternde Substanz)

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Novartis Pharma AG,

Am Gänslehen 4 – 6

Stein

83451 Piding

(Schweiz)

Tel.: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

Zur Langzeitbehandlung des mittelschweren bis schweren Asthma bronchiale bei Patienten, die eine regelmäßige

bronchialerweiternde Therapie benötigen in Verbindung mit einer entzündungshemmenden (inhalative und/oder

orale Kortikoide) Dauertherapie.

Die Behandlung mit Kortikoiden ist regelmäßig weiterzuführen.

Gegenanzeigen

Wann darf Foradil P nicht angewendet werden?

Foradil P darf nicht angewendet werden:

- bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Formoterol und/oder andere Bestandteile des

Arzneimittels und/oder andere

-Rezeptor-anregende Wirkstoffe

- bei bekannten Herzerkrankungen, die mit einer Herzrhythmusstörung (Beschleunigung des Herzschlages,

schwerwiegende Störung der Erregungsleitung des Herzens), Herzklappenfehlern (idiopathische-subvalvuläre

Aortenstenose), Herzmuskelverdickung (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) oder bestimmten EKG-

Veränderungen (verlängertes QT-Intervall, QT

> 0,44 sec.) einhergehen

- bei schwerer Überfunktion der Schilddrüse (Thyreotoxikose).

Bis zum Vorliegen umfangreicher Erfahrungen soll Foradil P bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet

werden.

Wann darf Foradil P erst nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt angewendet werden?

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Foradil P nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer

Vorsicht anwenden dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben

bei Ihnen früher einmal zutrafen.

schwere

Herzerkrankungen,

insbesondere

frischer

Herzinfarkt,

koronare

Herzkrankheit,

schwere

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

- okklusive Gefäßerkrankungen (Erkrankungen mit Einengung der Blutgefäße) insbesondere Arteriosklerose,

Bluthochdruck (Hypertonie) und krankhafte Ausweitungen der Gefäßwand (Aneurysmen)

- Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse)

- schwer kontrollierbarer Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

- Phäochromozytom (bestimmte Erkrankung des Nebennierenmarks).

Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen bisher nicht vor. Obwohl im Tierversuch

keine keimschädigende oder Mißbildungen auslösende Wirkung festgestellt werden konnte, ist die Anwendung

von Foradil P während der Schwangerschaft, vor allem in den ersten drei Monaten, nur bei zwingenden Gründen

nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt angezeigt.

Wegen der bekannten wehenhemmenden Wirkung von

-Rezeptoren-anregenden Wirkstoffen, wie in Foradil P

enthalten, ist für die Anwendung kurz vor der Entbindung ebenso eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses erforderlich.

Da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff beim Menschen in die Muttermilch übertritt, soll vorsichtshalber abgestillt

werden.

Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu berücksichtigen?

Bis zum Vorliegen umfangreicher Erfahrungen soll Foradil P bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet

werden.

Bei älteren Patienten ist im allgemeinen keine Dosisanpassung notwendig, es ist aber auf die im höheren

Lebensalter häufigeren Begleiterkrankungen und Zusatzmedikationen zu achten (s. Kap. Vorsichtsmaßnahmen,

Wechselwirkungen und Nebenwirkungen).

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Wenn eine Narkose unter Verwendung von halogenierten Anästhetika geplant ist, sollte darauf geachtet werden,

daß Foradil P innerhalb von mindestens 12 Stunden vor Narkosebeginn möglichst nicht mehr angewendet wird.

Bei der Inhalation von Foradil P in hohen Dosen kann der Blutzuckerspiegel ansteigen. Bei Diabetikern sollten

engmaschige Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.

Bei bestimmten Patienten sollten regelmäßige Kaliumspiegel-Kontrollen im Blut vorgenommen werden (siehe

Nebenwirkungen).

Bei Patienten mit tachykarden Herzrhythmusstörungen (beschleunigter und/oder unregelmäßiger Herzschlag)

darf die Anwendung von Foradil P nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Überwachung) erfolgen.

Verschlimmert sich die Atemnot nach der Inhalation akut (paradoxe Bronchospastik), so sollte die Behandlung

sofort abgesetzt und der Behandlungsplan von der Ärztin/dem Arzt überprüft werden.

Spezielle Therapiehinweise:

Die Behandlung von Bronchialasthma sollte dem Schweregrad entsprechend stufenweise erfolgen. Der Erfolg

der Therapie sollte durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen überprüft werden. Es ist für den Patienten

möglicherweise gefährlich, den Gebrauch von

-Sympathomimetika wie Foradil P selbst zu erhöhen.

Eine plötzliche und zunehmende Verschlechterung der Asthmabeschwerden kann lebensbedrohlich sein, deshalb

muß unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ein ansteigender Bedarf von

-Sympathomimetika wie Foradil P ist ein Anzeichen für eine Verschlechterung der

Grunderkrankung. In dieser Situation muß der Therapieplan durch die Ärztin/den Arzt überdacht werden. Ggf.

muß der Therapieplan durch eine Kombination mit entzündungshemmenden Arzneimitteln festgesetzt werden.

Unter Umständen ist eine Dosisanpassung einer bereits bestehenden entzündungshemmenden Therapie oder die

zusätzliche Gabe weiterer Arzneimittel notwendig.

Zur ärztlichen Beurteilung des Krankheitsverlaufes sowie des Therapieerfolges der atemwegserweiternden und

entzündungshemmenden Behandlung ist eine tägliche Selbstkontrolle nach ärztlicher Anleitung wichtig. Dies

erfolgt zum Beispiel durch die Aufzeichnung des mit dem Peak-flow-Meter gemessenen Atemstoßes.

Foradil P sollte genau entsprechend der Dosierungsrichtlinien - siehe „Dosierungsanleitung“- verabreicht

werden.

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren

Halt beachten?

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern,

daß die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Warnhinweis:

Kommt es trotz der verordneten Behandlung zu keiner befriedigenden Besserung oder gar zu einer

Verschlechterung Ihres Leidens, ist ärztliche Beratung erforderlich, um die Therapie gegebenenfalls durch eine

Kombination mit anderen Arzneimitteln - entzündungshemmenden wie Kortikoiden, die Bronchien erweiternden

wie Theo-phyllin - oder eine Änderung der Dosierung neu festzulegen. Bei akuter oder sich rasch

verschlimmernder Atemnot muß unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine erhebliche

Überschreitung, insbesondere der vorgegebenen Einzeldosen, aber auch der Tagesdosis kann gefährlich sein

wegen der Wirkungen auf das Herz (Herzrhythmusstörungen, Blutdruckanstieg) in Verbindung mit

Veränderungen der Salzkonzentrationen in Körperflüssigkeiten (Elektrolytverschiebungen) und muß deshalb

vermieden werden.

Es ist wiederholt über ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen und Todesfälle bei der Behandlung des

Asthma bronchiale mit

-Sympathomimetika zur Inhalation berichtet worden, ohne daß die ursächlichen

Zusammenhänge bisher hinreichend geklärt werden konnten.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Foradil P?

Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch gleichzeitige Anwendung anderer Mittel beeinflußt werden.

Fragen Sie daher Ihre Ärztin/Ihren Arzt, wenn Sie andere Mittel ständig anwenden, bis vor kurzem angewendet

haben oder gleichzeitig mit Foradil P anwenden wollen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob unter diesen

Umständen mit Unverträglichkeiten zu rechnen ist oder ob besondere Maßnahmen, wie z.B. eine andere

Dosierung, erforderlich sind, wenn Sie diese Arzneimittel anwenden.

Bei gleichzeitiger Therapie mit Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazinen, Antihistaminika und

trizyklischen Antidepressiva können Nebenwirkungen in Form von Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre

Arrhythmien) und spezifischen EKG-Veränderungen (QT-Zeit-Verlängerung) auftreten.

Die gleichzeitige Einnahme von anderen

-Stimulatoren, Katecholaminen, Anticholinergika und Kortikoiden

kann die Wirkung von Foradil P verstärken.

Die gleichzeitige Gabe von Foradil P und Theophyllin kann zu einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung und

zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre (Herz-Kreislauf-) Nebenwirkungen führen.

Auch Substanzen, die ihrerseits sympathomimetische Effekte verstärken, wie L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin

oder Alkohol, können die Herz-Kreislauf-Regulation im Zusammenwirken mit Foradil P beeinflussen.

Wegen einer möglichen Potenzierung sympathomimetischer Effekte (Wirkungsverstärkung) ist die gleichzeitige

Anwendung von Foradil P und Monoaminoxidasehemmstoffen (MAO-Inhibitoren, z.B. Tranylcypromin) oder

trizyklischen Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Imipramin oder Doxepin) nicht angezeigt.

gleichzeitige

Verabreichung

harntreibenden

Medikamenten,

Nebennierenrindenhormonen,

Abführmitteln (Laxantien) oder Xanthinderivaten (z.B. Theophyllin) kann die kaliumsenkende Wirkung von

Foradil P verstärken.

Ein niedriger Kaliumspiegel kann bei digitalisierten Patienten zum Auftreten von Herzrhythmusstörungen

führen.

Bei der Anwendung halogenierter Anästhetika, wie z.B. Halothan, Methoxyfluran oder Enfluran, muß bei

Patienten, die mit Foradil P behandelt werden, mit einem erhöhten Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen

und Blutdrucksenkung gerechnet werden.

-Rezeptoren-Blocker können die Wirkung von Foradil P abschwächen oder hemmen. Allgemein wirkende

(nicht-selektive)

-Rezeptoren-Blocker (einschließlich Augentropfen) sollten bei Asthma nicht verordnet

werden. Insbesondere letztere, aber auch besonders am Herzen wirkende (kardioselektive)

-Rezeptoren-Blocker

können einen Asthmaanfall auslösen.

Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche Genußmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Während der Behandlung mit Foradil P sollten Sie auf den regelmäßigen Genuß von Alkohol verzichten, da

ansonsten ein Teil der Nebenwirkungen verstärkt auftreten kann, insbesondere Nebenwirkungen, die das

Nervensystem betreffen (z.B. Schwindel); so daß die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt Foradil P nicht anders verordnet hat. Bitte

halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Foradil P sonst nicht richtig wirken kann!

Wieviel von Foradil P und wie oft sollten Sie Foradil P anwenden?

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Für Erwachsene, einschließlich älteren Patienten, sowie Kinder ab 6 Jahren gelten folgende Empfehlungen (die

Anwendung bei Kindern darf nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen):

Erwachsene:

In der Regel morgens und abends je 1 Inhalationskapsel. In schweren Fällen max. bis zu 2 Inhalationskapseln

morgens und abends.

Kinder ab 6 Jahren:

Morgens und abends je 1 Inhalationskapsel.

Die maximale Tagesdosis beträgt 48

g Formoterolfumarat 2 H

O (= 4 Inhalationskapseln) und soll nicht

überschritten werden. Eine höhere Dosierung läßt im allgemeinen keinen zusätzlichen Nutzen erwarten, die

Wahrscheinlichkeit des Auftretens auch schwerwiegender Nebenwirkungen kann aber erhöht werden.

Foradil P führt wegen seiner 12stündigen Wirkungsdauer normalerweise bei 2mal täglicher Dosierung zu einer

ausreichenden Kontrolle der Asthmasymptome während des Tages und der Nacht.

Wichtige Hinweise:

Foradil P kann jedoch eine notwendige Basistherapie der Grunderkrankung nicht ersetzen. Die Dauerbehandlung

-Sympathomimetika sollte von einer entzündungshemmenden Dauertherapie mit Kortikoiden zur Inhalation

und/oder oralen Kortikoiden begleitet werden. Eine zu Beginn der Behandlung mit Foradil P bereits bestehende

Basistherapie mit Steroiden (oral oder inhaliert) muß in jedem Fall fortgesetzt werden.

Wie sollten Sie Foradil P anwenden?

Die Kapseln sind ausschließlich zum Inhalieren aus dem Inhalator bestimmt und dürfen nicht eingenommen

werden.

Die Anwendung bei Kindern darf nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen. Die korrekte Handhabung des

Inhalators ist für den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung.

Die Inhalationskapsel sollte erst unmittelbar vor der Anwendung aus der Packung entnommen und in den

Inhalator eingelegt werden.

1. Die Kappe des Inhalators abziehen.

2. Den unteren Teil des Inhalators festhalten und das Mundstück in Pfeilrichtung drehen.

3. Die Inhalationskapsel mit trockenen Händen in die dafür vorgesehene Mulde im unteren Teil des Inhalators

einlegen.

4. Das Mundstück in die Ausgangsposition zurückdrehen. Der Inhalator ist nun wieder geschlossen.

5. Den Inhalator aufrecht halten (Mundstück nach oben), die beiden blauen Knöpfe bis zum Anschlag

durchdrücken und danach unbedingt wieder loslassen.

Beim Eindrücken der Knöpfe wird die Kapsel durchstoßen und kann dabei zersplittern. Kleine Gelatinestücke

können bei der nachfolgenden Inhalation in den Mund- oder Rachenraum gelangen. Die Gelatinestücke sind

harmlos und werden nach dem Verschlucken verdaut.

Das Risiko, daß eine Kapsel zersplittert, kann reduziert werden, wenn die Kapsel erst unmittelbar vor

Anwendung aus der Packung entnommen und nach dem Einlegen in den Inhalator nur einmal durchstochen

wird (durch einmaliges Betätigen der blauen Knöpfe).

6. Sollten die Bedienungsknöpfe einmal klemmen, können diese durch ein kurzes Ziehen in die

Ausgangsposition zurückgebracht werden.

7. Zunächst vollständig ausatmen. Dann das Mundstück in den Mund nehmen und fest mit den Lippen

umschließen. Den Kopf leicht zurückbeugen und durch das Inhalationsgerät langsam aber kräftig und so tief

wie möglich einatmen. Beim Einatmen sollten Sie ein schwirrendes Geräusch hören, das durch die Rotation

der Kapsel im Inhalator entsteht. Sollten Sie das Geräusch nicht hören, steckt die Kapsel wahrscheinlich fest.

Öffnen Sie den Inhalator wie unter 2. beschrieben und lösen Sie die Kapsel aus der Öffnung heraus. Versuchen

Sie nicht, die Kapsel durch mehrfaches Betätigen der Knöpfe zu lösen.

8. Wenn Sie das schwirrende Geräusch gehört haben, den Inhalator wieder absetzen, den Atem möglichst

ungefähr 10 Sekunden anhalten (ansonsten solange wie möglich) und langsam durch die Nase wieder

ausatmen. Anschließend den Inhalator öffnen und prüfen, ob die gesamte Pulvermenge inhaliert wurde. Sollte

etwas Pulver in der Kapsel übrig geblieben sein, wiederholen Sie die Punkte 7 und 8, inhalieren Sie also

nochmal.

9. Nach Gebrauch den Inhalator öffnen, die leere Kapsel entfernen, das Mundstück schließen und die Kappe auf

das Gerät setzen.

Wichtig:

Nicht durch das Gerät ausatmen, da sonst der Kapselinhalt nicht mehr inhaliert werden kann und sich die

Feuchtigkeit der Atemluft im Gerät niederschlägt. Der alte Inhalator sollte nach Beendigung der Packung nicht

weiterverwendet werden. Benutzen Sie immer den neuen in der Packung mitgelieferten Inhalator.

Reinigen des Inhalators:

Um Pulverreste zu entfernen mit einem trockenen Tuch oder mit dem der Packung beigelegten Pinsel das

Mundstück und die Kapselöffnung reinigen.

Wie lange sollten Sie Foradil P anwenden?

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und ist von der

Ärztin/dem Arzt individuell zu entscheiden.

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung, die im allgemeinen einer Dauerbehandlung bedarf. Die

Behandlung von Bronchialasthma sollte dem Schweregrad entsprechend stufenweise erfolgen. Der Erfolg der

Therapie sollte durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen überprüft werden.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Foradil P in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche

Überdosierung)?

Die Symptome bzw. Anzeichen einer Überdosierung entsprechen den Nebenwirkungen. Diese treten dann sehr

schnell und ggf. in verstärktem Umfang in Erscheinung.

Symptome bzw. Anzeichen einer Überdosierung sind:

Herzklopfen, unregelmäßiger und/oder beschleunigter Herzschlag, heftiges Zittern, insbesondere an den Händen,

Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Brustschmerzen.

Treten diese Beschwerden auf, soll unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Foradil P angewendet oder eine Anwendung vergessen

haben?

Sollten Sie eine Einzeldosis vergessen, sollten Sie in keinem Fall die Dosis beim nächsten Mal erhöhen!

Eine nachträgliche Anwendung ist nicht erforderlich, im Bedarfsfall aber möglich. Der zeitliche Abstand bis zur

nächsten regulären Einnahme sollte mindestens 6 Stunden betragen.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Informieren Sie auf jeden Fall Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt über die Unterbrechung oder

Beendigung der Behandlung und nennen Sie ihr/ihm bitte die Gründe (Nebenwirkungen etc.).

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Foradil P auftreten?

Abhängig von der Dosierung und der individuellen Empfindlichkeit können gelegentlich auftreten:

- feinschlägiger Tremor (Zittern der Finger oder Hände), Übelkeit, Störungen des Geschmacksempfindens, Miß-

empfindungen im Mund- und Rachenbereich, Schwitzen, Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindel sowie selten

Muskelkrämpfe (diese Nebenwirkungen können sich bei Fortführung der Behandlung im Verlaufe von 1-2

Wochen zurückbilden). In Einzelfällen können periphere Ödeme (Schwellungen der Gliedmaßen) auftreten.

Tachykardie

(beschleunigter

Herzschlag),

Tachyarrhythmie

(Herzrhythmusstörungen

erhöhter

Herzschlagfrequenz), Palpitationen (Herzklopfen) sowie in seltenen Fällen ventrikuläre Extrasystolen

(Herzrhythmusstörungen mit Extraschlägen des Herzmuskels), Angina pectoris (anfallsweiser Brustschmerz

infolge Verengung der Herzkranzgefäße) und Beeinflussung des Blutdrucks (Senkung oder Steigerung)

- metabolische Veränderungen (Beeinflussung des Stoffwechsels), wie Hypokaliämie (Senkung des

Blutkaliumspiegels), Hyperglykämie (Erhöhung des Blutzuckerspiegels), Anstieg des Blutspiegels von Insulin,

freien Fettsäuren, Glycerol und Ketonkörpern.

Es gibt Hinweise darauf, daß unter einer Therapie mit Foradil P eine Senkung des Blutkaliumspiegels in

größerem Ausmaß als unter einer Therapie mit kurzwirksamen

-Sympathomimetika (Salbutamol) auftreten

kann. Daher ist insbesondere bei Patienten mit niedrigen Ausgangskaliumwerten oder besonderen Risiken

hinsichtlich einer Senkung des Blutkaliumspiegels dieser Wert regelmäßig zu kontrollieren und ggf. Kalium

zuzuführen, auch wenn unter einer bisherigen Therapie mit kurzwirksamen

-Sympathomimetika keine Senkung

dieses Spiegels zu beobachten war. Die Hypokaliämie kann besonders ausgeprägt sein bei Patienten, die

gleichzeitig mit Kortikosteroiden, Theophyllin und/oder harntreibenden Medikamenten (Diuretika) behandelt

werden.

Zusätzlich kann durch Sauerstoffmangel die Senkung des Kaliumspiegels durch

-Mimetika verstärkt werden.

In diesen Fällen und bei Patienten, die mit einem digitalishaltigen Medikament behandelt werden, sollten

regelmäßige Kalium-Kontrollen im Blut vorgenommen werden.

Vereinzelt

über

zentralnervös

stimulierende

(anregende)

Wirkungen

nach

Inhalation

Sympathomimetika berichtet worden, die sich in Übererregbarkeit, hyperaktiven Verhaltensauffälligkeiten

(Verhaltensstörungen

krankhaft

vermehrter

Aktivität),

Schlafstörungen

sowie

Halluzinationen

(Sinnestäuschungen) äußerten. Diese Beobachtungen wurden überwiegend bei Kindern im Alter bis zu 12 Jahren

gemacht.

Es liegen Berichte über das Auftreten unerwarteter Anfälle von Atemnot (paradoxe Bronchospasmen) nach Gabe

-Sympathomimetika vor.

Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Juckreiz, Exanthem (Hautausschlag), starker

Blutdruckabfall, Thrombopenie (Verminderung der Blutplättchen), Angioödem (Gewebeschwellung), Urtikaria

(Nesselsucht) und Nephritis (Entzündung der Nieren), beschrieben worden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker mit.

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Informieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt über die bei Ihnen aufgetretenen Nebenwirkungen. Gegebenenfalls muß

eine Dosisanpassung durch Ihre Ärztin/Ihren Arzt vorgenommen werden. Ändern Sie nicht ohne Rücksprache

mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt die Dosierung.

Bei schwerwiegenden Nebenwirkungen ist Foradil P sofort abzusetzen und umgehend eine Ärztin/ein Arzt zu

benachrichtigen.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf der Faltschachtel und der inneren Verpackung aufgedruckt.

Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum! Der alte Inhalator sollte nach Beendigung der

Packung nicht weiterverwendet werden. Benutzen Sie immer den neuen in der Packung mitgelieferten Inhalator.

Wie ist Foradil P aufzubewahren?

Vor Feuchtigkeit schützen.

Nicht über 25 °C lagern.

Stand der Information

Juli 1999

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Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

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Fachinformation

Foradil P

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Foradil P

Pulver zur Inhalation

Wirkstoff: Formoterolfumarat

2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht

allgemein bekannt ist. Der pharmazeutische Unternehmer hat daher für dieses Arzneimittel der

zuständigen Bundesbehörde einen Erfahrungsbericht nach § 49 Abs. 6 AMG vorzulegen.

3. Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Broncholytika und Antiasthmatika

Selektiver Bronchodilatator, adrenerger

-Stimulator

3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil

1 Kapsel mit 25 mg Pulver enthält:

g Formoterolfumarat 2 H

O entsprechend 9,8

g Formoterol

3.3 Sonstiger Bestandteil

Lactose-Monohydrat 25 mg

Das Molekulargewicht beträgt: 840,92

4. Anwendungsgebiete

Zur Langzeitbehandlung des mittelschweren bis schweren Asthma bronchiale bei Patienten, die eine

regelmäßige

bronchialerweiternde

Therapie

benötigen

Verbindung

einer

entzündungshemmenden (inhalative und/oder orale Kortikoide) Dauertherapie.

Die Behandlung mit Kortikoiden ist regelmäßig weiterzuführen.

5. Gegenanzeigen

Foradil P darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber der

Wirksubstanz und/oder anderen Bestandteilen des Arzneimittels und/oder anderen

-Stimulatoren,

tachykarden Rhythmusstörungen, AV-Block III. Grades, idiopathischer subvalvulärer Aortenstenose,

hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, verlängertem QT

-Intervall z.B. angeborenem oder

arzneimittelinduziertem (QT-Intervall > 0,44 Sekunden) und Thyreotoxikose.

Foradil P sollte nur bei strenger Indikationsstellung und mit Vorsicht angewendet werden bei:

- schweren Herzerkrankungen, insbesondere frischem Herzinfarkt, koronarer Herzkrankheit,

dekompensierter Herzinsuffizienz

- okklusiven Gefäßerkrankungen insbesondere Arteriosklerose, Hypertonie und Aneurysmen

- Hyperthyreose

- schwer kontrollierbarem Diabetes mellitus

- Phäochromozytom.

Dezember 2002

Fachinformation

Foradil P

-Sympathomimetika können blutzuckersteigernd wirken; deshalb ist bei Diabetikern initial bei

Therapiebeginn mit Foradil P eine engmaschigere Kontrolle nötig.

Bis zum Vorliegen umfangreicher Erfahrungen soll Foradil P bei Kindern unter 6 Jahren nicht

angewendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen bisher nicht vor. Obwohl im

Tierversuch keine embryotoxische oder teratogene Wirkung festgestellt werden konnte, ist die

Anwendung von Foradil P während der Schwangerschaft, vor allem in den ersten drei Monaten, nur

bei zwingenden Gründen angezeigt.

Wegen der bekannten wehenhemmenden Wirkung von

-Sympathomimetika, wie in Foradil P

enthalten, ist für die Anwendung kurz vor der Entbindung ebenfalls eine sorgfältige Abwägung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich.

Da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff beim Menschen in die Muttermilch übertritt, soll vorsichtshalber

abgestillt werden.

Hinweise:

Wenn eine Narkose unter Verwendung von halogenierten Anästhethika geplant ist, sollte darauf

geachtet werden, daß Foradil P innerhalb von mindestens 12 Stunden vor Narkosebeginn möglichst

nicht mehr angewendet wird.

Bei der Inhalation von Foradil P in hohen Dosen kann der Blutzuckerspiegel ansteigen. Bei

Diabetikern sollten engmaschige Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.

Bei bestimmten Patienten sollten regelmäßige Kaliumspiegel-Kontrollen im Blut vorgenommen werden

(siehe Nebenwirkungen).

Bei Patienten mit tachykarden Herzrhythmusstörungen (beschleunigter und/oder unregelmäßiger

Herzschlag) darf die Anwendung von Foradil P nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen (z.B.

Überwachung) erfolgen.

Verschlimmert sich die Atemnot nach der Inhalation akut (paradoxe Bronchospastik), so sollte die

Behandlung sofort abgesetzt und der Behandlungsplan von der Ärztin/dem Arzt überprüft werden.

6. Nebenwirkungen

Nach der Inhalation kann es selten zu Husten oder zu einem paradoxen Bronchospasmus kommen. In

diesem Fall sollte das Präparat sofort abgesetzt und die Therapie anders festgesetzt werden.

Abhängig von der Dosierung und der individuellen Empfindlichkeit können gelegentlich auftreten:

- Feinschlägiger Tremor, Übelkeit, Störungen des Geschmacksempfindens, Mißempfindungen im

Mund- und Rachenbereich, Schwitzen, Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindel

sowie selten

Muskelkrämpfe (diese Nebenwirkungen können sich bei Fortführung der Behandlung im Verlaufe

von 1 – 2 Wochen zurückbilden). In Einzelfällen können periphere Ödeme auftreten.

- Tachykardie, Tachyarrhythmie, Palpitationen sowie in seltenen Fällen ventrikuläre Extrasystolen,

Angina pectoris und Beeinflussung des Blutdrucks (Senkung oder Steigerung)

- Metabolische Veränderungen, wie Hypokaliämie, Hyperglykämie, Anstieg des Blutspiegels von

Insulin, freien Fettsäuren, Glycerol und Ketonkörpern.

Es gibt Hinweise darauf, daß unter einer Therapie mit Formoterol eine Senkung des Blut-

kaliumspiegels in größerem Ausmaß als unter einer Therapie mit kurzwirksamen

-Sym-

pathomimetika (Salbutamol) auftreten kann. Daher ist insbesondere bei Patienten mit niedrigen

Ausgangskaliumwerten oder besonderen Risiken hinsichtlich einer Senkung des Blutkaliumspiegels

dieser Wert regelmäßig zu kontrollieren und ggf. Kalium zuzuführen, auch wenn unter einer bisherigen

Therapie mit kurzwirksamen

-Sympathomimetika keine Senkung dieses Spiegels zu beobachten war.

Die Hypokaliämie kann besonders ausgeprägt sein bei Patienten mit schwerem Asthma, die

gleichzeitig mit Theophyllin, Kortikoiden und/oder Diuretika behandelt werden.

Zusätzlich kann eine Hypoxie die hypokaliämische Wirkung von

-Sympathomimetika verstärken.

Dezember 2002

Fachinformation

Foradil P

In diesen Fällen und bei Patienten, die ein Digitalispräparat erhalten, sollten Serum-Kaliumspiegel-

Kontrollen erfolgen.

Vereinzelt ist über zentralnervös stimulierende Wirkungen nach Inhalation von

-Sympathomimetika

berichtet worden, die sich in Übererregbarkeit, hyperaktiven Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen

sowie Halluzinationen äußerten. Diese Beobachtungen wurden überwiegend bei Kindern im Alter bis

zu 12 Jahren gemacht.

Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Juckreiz, Exanthem, starker Blutdruckabfall,

Thrombopenie, Angioödem, Urtikaria und Nephritis beschrieben worden.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Medikamente wie Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazine, Antihistaminika und trizyklische

Antidepressiva können sowohl mit QT-Intervall-Verlängerungen vergesellschaftet sein als auch mit

einem erhöhten Risiko an ventrikulären Arrhythmien. Sie können damit mögliche Effekte von Foradil P

verstärken.

Die gleichzeitige Verabreichung von anderen adrenergisch wirksamen Substanzen wie

-Stimulatoren,

Katecholaminen oder sonstiger Substanzen mit ähnlichem Wirkungscharakter muß wegen möglicher

gegenseitiger Verstärkung kardiovaskulärer Effekte besonders sorgfältig erwogen werden. Die

gleichzeitige Gabe von Foradil P und Theophyllin kann zu einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung

führen, es muß aber auch mit einer Zunahme unerwünschter Wirkungen, z.B. Herzrhythmusstörungen

gerechnet werden. Auch Substanzen, die ihrerseits sympathomimetische Effekte verstärken, wie L-

Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin oder Alkohol, können die Herz-Kreislauf-Regulation im Zusammenwirken

mit Foradil P beeinflussen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Diuretika, Steroiden, Laxantien oder Xanthinderivaten, wie z.B.

Theophyllin kann die hypokaliämische Wirkung von Foradil P verstärken.

Hypokaliämie kann bei digitalisierten Patienten zum Auftreten von Arrhythmien führen.

-Rezeptorenblocker können die Wirkung von Foradil P abschwächen oder antagonisieren.

Nichtselektive

-Rezeptorenblocker (einschließlich Augentropfen) sollten bei Asthma nicht verordnet

werden. Insbesondere letztere aber auch kardioselektive

-Rezeptorenblocker können einen

Asthmaanfall auslösen.

Wegen einer möglichen Potenzierung sympathomimetischer Effekte ist die gleichzeitige Anwendung

von Foradil P und Monoaminoxidasehemmstoffen (MAO-Inhibitoren, z.B. Tranylcypromin) oder

trizyklischen Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Imipramin oder Doxepin) nicht angezeigt. Bei der

Anwendung halogenierter Anästhetika, wie z.B. Halothan, Methoxyfluran oder Enfluran, muß bei

Patienten, die mit Foradil

P behandelt werden, mit einem erhöhten Risiko für schwere

Herzrhythmusstörungen und Blutdrucksenkung gerechnet werden.

8. Warnhinweise

Foradil P sollte genau entsprechend der Dosierungsrichtlinien — siehe ,,10.‘‘ — verabreicht werden.

Kommt es trotz der verordneten Therapie zu keiner befriedigenden Besserung oder gar zu einer

Verschlechterung des Leidens ist ärztliche Beratung erforderlich, um die Therapie ggf. unter

Hinzuziehung anderer Medikamente (Kortikoide, Theophylline) neu festzulegen.

Bei akuter oder sich rasch verschlechternder Atemnot muß unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch

genommen werden.

Eine erhebliche Überschreitung, insbesondere der vorgegebenen Einzeldosen, aber auch der

Tagesdosis kann gefährlich sein wegen der Wirkungen auf das Herz (Herzrhythmusstörungen,

Blutdruckanstieg) in Verbindung mit Veränderungen der Salzkonzentrationen in Körperflüssigkeiten

(Elektrolytverschiebungen) und muß deshalb vermieden werden.

Es ist wiederholt über ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen und Todesfälle bei der

Behandlung des Asthma bronchiale mit

-Sympathomimetika zur Inhalation berichtet worden, ohne

daß die ursächlichen Zusammenhänge bisher hinreichend geklärt werden konnten.

Dezember 2002

Fachinformation

Foradil P

Wenn eine Narkose unter Verwendung von halogenierten Anästhethika geplant ist, sollte darauf

geachtet werden, daß Foradil P innerhalb von mindestens 12 Stunden vor Narkosebeginn möglichst

nicht mehr angewendet wird.

Bei der Inhalation von Foradil P in hohen Dosen kann der Blutzuckerspiegel ansteigen. Bei

Diabetikern sollten engmaschige Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.

Bei bestimmten Patienten sollten regelmäßige Kaliumspiegel-Kontrollen im Blut vorgenommen werden

(siehe Nebenwirkungen).

Hinweis für Verkehrsteilnehmer:

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, daß die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Für Erwachsene, einschließlich älteren Patienten, sowie Kinder ab 6 Jahren gelten folgende

Empfehlungen (die Anwendung bei Kindern darf nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen):

Erwachsene:

In der Regel morgens und abends je 1 Inhalationskapsel. In schweren Fällen max. bis zu 2

Inhalationskapseln morgens und abends.

Kinder ab 6 Jahren:

Morgens und abends je 1 Inhalationskapsel.

Die maximale Tagesdosis beträgt 48

g Formoterolfumarat 2 H

O (= 4 Inhalationskapseln) und soll

nicht überschritten werden.

Eine

höhere

Dosierung

läßt

allgemeinen

keinen

zusätzlichen

Nutzen

erwarten,

Wahrscheinlichkeit des Auftretens auch schwerwiegender Nebenwirkungen kann aber erhöht werden.

Foradil P führt wegen seiner 12stündigen Wirkungsdauer normalerweise bei 2mal täglicher Dosierung

zu einer ausreichenden Kontrolle der Asthmasymptome während des Tages und der Nacht.

Wichtige Hinweise:

Foradil P kann jedoch eine notwendige Basistherapie der Grunderkrankung nicht ersetzen. Die

Dauerbehandlung mit

-Sympathomimetika sollte von einer entzündungshemmenden Dauertherapie

mit Kortikoiden zur Inhalation und/oder oralen Kortikoiden begleitet werden. Eine zu Beginn der

Behandlung mit Foradil P bereits bestehende Basistherapie mit Steroiden (oral oder inhaliert) muß in

jedem Fall fortgesetzt werden.

Spezielle Therapiehinweise:

Die Behandlung von Bronchialasthma sollte dem Schweregrad entsprechend stufenweise erfolgen.

Der Erfolg der Therapie sollte durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen überprüft werden. Es ist

für den Patienten möglicherweise gefährlich, den Gebrauch von

-Sympathomimetika wie Foradil P

selbst zu erhöhen.

Eine plötzliche und zunehmende Verschlechterung der Asthmabeschwerden kann lebensbedrohlich

sein, deshalb muß unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ein ansteigender Bedarf von

-Sympathomimetika wie Foradil P ist ein Anzeichen für eine

Verschlechterung der Grunderkrankung. In dieser Situation muß der Therapieplan durch die Ärztin/den

Arzt überdacht und ggf. durch eine Kombination mit entzündungshemmenden Arzneimitteln, eine

Dosisanpassung einer bereits bestehenden entzündungshemmenden Therapie oder die zusätzliche

Gabe weiterer Arzneimittel neu festgesetzt werden.

Dezember 2002

Fachinformation

Foradil P

Zur ärztlichen Beurteilung des Krankheitsverlaufes sowie des Therapieerfolges der atem-

wegserweiternden und entzündungshemmenden Behandlung ist eine tägliche Selbstkontrolle nach

ärztlicher Anleitung wichtig. Dies erfolgt zum Beispiel durch die Aufzeichnung des mit dem Peak-flow-

Meter gemessenen Atemstoßes.

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und ist von der

Ärztin/dem Arzt individuell zu entscheiden.

Die Kapseln sind ausschließlich zum Inhalieren aus dem Inhalator bestimmt und dürfen nicht

eingenommen werden.

Die Anwendung bei Kindern darf nur unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgen.

Die korrekte Handhabung des Inhalators ist für den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung,

deshalb sollte der Gebrauch des Inhalators dem Patienten von der Ärztin/dem Arzt erläutert werden.

Die Inhalationskapsel sollte erst unmittelbar vor der Anwendung aus der Packung entnommen und in

den Inhalator eingelegt werden. Es ist wichtig dem Patienten zu erklären, daß die Gelatinekapsel

zersplittern kann und daß deshalb kleine Gelatinestücke bei der Inhalation in den Mund- oder

Rachenraum gelangen können. Die Gelatinestücke sind harmlos und werden nach dem Verschlucken

verdaut. Das Risiko des Zersplitterns der Kapsel kann minimiert werden, wenn die Kapsel nur einmal

(durch einmaliges Betätigen der blauen Druckknöpfe des Inhalators) durchstochen wird.

1. Die Kappe des Inhalators abziehen.

2. Den unteren Teil des Inhalators festhalten und das Mundstück in Pfeilrichtung drehen.

3. Die Inhalationskapsel mit trockenen Händen in die dafür vorgesehene Öffnung im unteren Teil des

Inhalators einlegen.

Dezember 2002

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Foradil P

4. Das Mundstück in die Ausgangsposition zurückdrehen. Der Inhalator ist nun wieder geschlossen.

5. Den Inhalator aufrecht halten (Mundstück nach oben), die beiden blauen Knöpfe bis zum Anschlag

eindrücken und danach unbedingt wieder loslassen.

6. Sollten die Bedienungsknöpfe einmal klemmen, können diese durch ein kurzes Ziehen in die

Ausgangsposition zurückgebracht werden.

7. Zunächst vollständig ausatmen. Dann das Mundstück in den Mund nehmen und fest mit den Lippen

umschließen. Den Kopf leicht zurückbeugen und durch das Inhalationsgerät langsam aber kräftig

und so tief wie möglich einatmen.

Dezember 2002

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Foradil P

8. Inhalator wieder absetzen, den Atem möglichst ungefähr 10 Sekunden anhalten (ansonsten solange

wie möglich) und langsam durch die Nase wieder ausatmen. Anschließend den Inhalator öffnen und

prüfen, ob die gesamte Pulvermenge inhaliert wurde. Sollte etwas Pulver in der Kapsel übrig

geblieben sein, die Punkte 7 und 8 wiederholen, also nochmal inhalieren.

9. Nach Gebrauch die leere Kapsel entfernen, das Mundstück schließen und die Kappe auf das Gerät

setzen.

Wichtig:

Nicht durch das Gerät ausatmen, da sonst der Kapselinhalt nicht mehr inhaliert werden kann, und sich

die Feuchtigkeit der Atemluft im Gerät niederschlägt.

Reinigen des Inhalators:

Um Pulverreste zu entfernen mit einem trockenen Tuch oder mit dem der Packung beigelegten Pinsel

das Mundstück und die Kapselöffnung reinigen.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

a) Symptome einer Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung treten die bereits benannten Nebenwirkungen sehr schnell und ggf. in

verstärktem Umfang in Erscheinung.

Typische Symptome sind:

Tachykardie, Palpitationen, Arrhythmien, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Brustschmerzen und heftiger

Tremor insbesondere an den Händen, aber auch am ganzen Körper.

Bei Überdosierung von Foradil P kann es verstärkt zu Verschiebungen von Kalium in den

Intrazellularraum mit der Folge einer Hypokaliämie sowie zu Hyperglykämie, Hyperlipidämie und

Hyperketonämie kommen.

Treten diese Beschwerden auf, soll unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

b) Therapie bei Überdosierung

Die Behandlung nach

-sympathomimetischer Überdosierung erfolgt hauptsächlich symptomatisch.

Nachfolgend sind eine Reihe zu empfehlender Maßnahmen angeführt:

- Für den Fall, daß große Mengen des Arzneimittels geschluckt wurden, sollte eine Magenspülung

erwogen werden. Aktivkohle und Abführmittel können die unerwünschte Resorption des

Sympathomimetikums günstig beeinflussen.

- Die kardialen Symptome können mit einem kardioselektiven

-Rezeptorenblocker behandelt werden,

hierbei ist jedoch ein erhöhtes Risiko für die Auslösung einer Bronchospastik bei Patienten mit

Asthma bronchiale zu beachten.

- Zur kardialen Überwachung ist EKG-Monitoring angezeigt.

Falle

ausgeprägteren

Blutdrucksenkungen

eine

Volumensubstitution

(z.B.

Plasmaersatzmittel) zu empfehlen.

Es muß mit der Entwicklung einer Hypokaliämie gerechnet werden, so daß entsprechende Kontrollen

des Elektrolythaushaltes und ggf. Substitutionen zu empfehlen sind.

Zu beachten ist dabei auch eine eventuell vorausgehende Behandlung mit anderen Pharmaka, die

eine Hypokaliämie verursachen können.

Dezember 2002

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Foradil P

13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung

erforderlich sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Formoterol, die aktive Substanz von Foradil P, ist ein überwiegend selektiver

-Stimulator.

Formoterol

wirkt

bronchodilatatorisch

Patienten

reversiblen

obstruktiven

Atemwegserkrankungen. Der Wirkeintritt liegt binnen 1 – 3 Minuten. Noch 12 Stunden nach Inhalation

ist die Bronchodilatation signifikant vorhanden. Bei therapeutischen Gaben von Formoterol sind die

kardiovaskulären Nebenwirkungen im allgemeinen gering und treten nur gelegentlich auf. Formoterol

hemmt die Freisetzung von Histamin und Leukotrienen aus passiv sensibilisierten humanen

Lungenzellen. In tierexperimentellen Untersuchungen hatte Formoterol einige antiinflammatorische

Eigenschaften: Verhinderung von Ödemen und der Akkumulation von Entzündungszellen.

Beim Menschen ist Foradil

P wirksam zur Prophylaxe von Bronchospasmen, die durch

Inhalationsantigene, Anstrengungsreiz, kalte Luft, Histamine oder durch Methacholin-Provokation

hervorgerufen werden.

13.2 Toxikologische Eigenschaften

a) Akute Toxizität

Siehe auch Abschnitt 12. ,,Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel‘‘.

Die in akuten Toxizitätsprüfungen festgestellten Veränderungen weisen auf eine Kardiostimulation hin.

Dies ist von anderen

-Stimulatoren bekannt und wird für diese Substanzklasse als typisch betrachtet.

In den Tierversuchen mit einmaliger Inhalation von Formoterol unter experimentellen Bedingungen,

die sich bezüglich Formoterol-Konzentration und Expositionsdauer um einen Faktor von 30 bis 22 000

von der Einmal-Inhalation beim Menschen unterschieden, sind herabgesetzte Motilität, Tachypnoe,

Anstieg der Herzfrequenz, Auftreten von Extrasystolen und Salivation beobachtet worden. Letale

Dosen verursachten präterminal Krämpfe und Atemlähmung.

b) Chronische Toxizität

In den oralen Toxizitätsstudien an Tieren wurden bereits nach kurzzeitiger Gabe von Formoterol in

täglichen Dosen, die aufgrund pharmakokinetischer Berechnungen etwa dem 10fachen oder mehr der

maximalen

täglichen

Humanexposition

entsprechen,

dosisabhängig

meist

einzelzellige

Herzmuskeldegenerationen (fibrotische Veränderungen) gefunden. Dieser Befund nahm aber bei

längerdauernder Verabreichung (Ratte und Maus 24 Monate, Hund 12 Monate) nicht mehr zu. Aus

den übrigen Befunden in chronischen Toxizitätsstudien ergaben sich keine Hinweise auf toxische

Effekte beim Menschen.

c) Reproduktionstoxikologie

Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben keine Hinweise auf ein teratogenes Potential

ergeben. Bei 60 mg/kg p.o., was aufgrund pharmakokinetischer Berechnungen — bezogen auf die

systemische Exposition — einer 8000fachen maximal zulässigen Inhalationsdosis am Menschen

entspricht, wurden bei Rattenfeten, jedoch nicht mehr bei den neugeborenen Ratten, wellenförmige

Rippen und eine Verzögerung der Skelettverknöcherung beobachtet. Bei Verabreichung vom Beginn

der Fetalentwicklung bis zum Ende der Laktationsphase traten bei Ratten vermehrt Totgeburten und

eine erhöhte Neugeborenensterblichkeit auf. Nach oraler Applikation wurde Formoterol bei Ratten in

der Muttermilch nachgewiesen. Die Exposition von Ratten über die Muttermilch hat bei einer täglichen

Dosis von 6 mg/kg Auswirkungen auf die Entwicklung der Nachkommen gezeigt. Exponierte Jungtiere

zeigten eine geringere Gewichtszunahme. Es wurden keine Fertilitätsstörungen bei männlichen und

weiblichen Ratten beobachtet.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung beim Menschen während der Schwangerschaft und

Stillzeit vor.

d) Kanzerogenität

Aus Kanzerogenitätsstudien an Maus und Ratte (orale Applikation über 2 Jahre) läßt sich kein

kanzerogenes Potential von Formoterol für den Menschen ableiten.

Dezember 2002

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Foradil P

Bei Mäusen rief Formoterol in Dosierungen, die im Vergleich zur therapeutischen Anwendung beim

Menschen zu ca. 1000fach höheren Formoterol-Plasmakonzentrationen führten, Nebennierenrinden-

adenome und Hepatome und Karzinome der Leber hervor. In der niedrigsten getesteten Dosierung,

bei der die Formoterol-Plasmakonzentration ca. 200fach höher als bei therapeutischer Anwendung

beim Menschen war, hatte Formoterol bei Mäusen keine tumorigenen Effekte.

An der Ratte sind 2 Kanzerogenitätsstudien, welche unterschiedliche Dosisbereiche abdecken,

durchgeführt worden. Formoterol rief ein erhöhtes Auftreten von mesovarialen Leiomyomen, von

Ovarialzysten und von gutartigen Granulosa-/Thekazelltumoren hervor. Diese Effekte treten auch bei

der Behandlung von Ratten mit anderen

-Sympathomimetika auf.

Formoterol führte bei Ratten in Dosierungen, die zu Formoterol-Plasmakonzentrationen führten, die

ca. um den Faktor 100 – 1000 höher lagen als bei therapeutischer Anwendung von Formoterol beim

Menschen, zu einem gehäuften Auftreten von Mamma-Adenokarzinomen und von Adenomen und

Karzinomen der C-Zellen der Schilddrüse. Bei niedrigeren Dosierungen hatte Formoterol bei Ratten

kein tumorigenes Potential.

e) Mutagenität

Mutagenitätsstudien zeigten in vivo und in vitro keinen genotoxischen Effekt.

13.3 Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik inhalierter Substanzen unterscheidet sich nicht grundlegend von der oraler

Formulierungen, wenn man die üblichen Parameter wie maximale Plasmakonzentration, Halbwertszeit

und Elimination betrachtet. Trotzdem müssen die pharmakokinetischen Charakteristiken einer

inhalierten Substanz anders bewertet werden, da nur rund 10 % der inhalierten Substanzmenge direkt

an den Wirkort gelangen und dort eine topische Wirkung entfalten, während rund 90 % der

Substanzmenge verschluckt und im Gastrointestinaltrakt resorbiert werden. Die so erreichten und

gemessenen Plasma-Wirkstoffkonzentrationen müssen deshalb nicht mit der pharmakologischen

Wirkung korrelieren. Die relativ hohen lokalen Wirkstoffkonzentrationen in der Bronchialschleimhaut

werden durch die Diffusion des Wirkstoffes durch die Epithelzellen und einen teilweisen Abtransport

über die Mikrozirkulation rasch verteilt. Die in den Epithelzellen verbliebene Substanzmenge

diffundiert

wäßrige

Biophase

Bronchialmuskelzellen

interagiert

membranständigen Rezeptoren durch Anlagerung an die Lipiddoppelschicht der Zellmembran.

Ebenso wie bei anderen per inhalationem eingenommenen Substanzen werden 90 % der inhalierten

Formoterol-Dosis

verschluckt

Gastrointestinaltrakt

resorbiert.

Deshalb

können

pharmakokinetischen Charakteristika der oralen Formulierung auf die Inhalationspulverform

übertragen werden.

Orale Dosen bis zu 300

g Formoterol werden im Gastrointestinaltrakt rasch resorbiert.

Die maximale Plasmakonzentration der unveränderten Substanz wird nach 0,5 – 1 Stunde erreicht.

Über 65 % einer oralen Dosis von 80

g werden resorbiert.

Innerhalb eines Dosierungsbereichs (orale Applikation) von 20 – 300

g liegt Dosislinearität vor.

Wiederholte tägliche Verabreichung von 40 – 160

g/Tag führt aufgrund der kurzen Halbwertszeit nicht

zu einer Akkumulation. Die Pharmakokinetik von Formoterol zeigt bei Frauen und Männern keine

signifikanten Unterschiede.

Die Plasmaproteinbindung liegt bei 61 – 64 % (34 % an Albumin), wobei es bei therapeutischen Dosen

nicht zu einer Absättigung der Bindungsstellen kommt.

Formoterol

wird

primär

über

eine

direkte

Glukuronidierung

metabolisiert

vollständig

ausgeschieden.

Eine

weitere

Metabolisierung ist

O-Demethylierung

nachfolgender

Glukuronidierung, auch hier erfolgt eine vollständige Ausscheidung.

Die Elimination von Formoterol scheint polyphasisch zu verlaufen, deshalb ist die beschriebene

Halbwertszeit abhängig von den jeweils betrachteten Zeitintervallen. Auf der Basis von Plasma- oder

Blutkonzentrationen 6, 8 oder 12 h nach der oralen Applikation wurde eine Eliminationshalbwertszeit

von 2 – 3 Stunden bestimmt. Aus der renalen Ausscheidungsrate zwischen 3 und 16 h nach der

Inhalation wurde eine Halbwertszeit von 5 Stunden berechnet.

Dezember 2002

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Foradil P

Der Wirkstoff und die Metaboliten werden vollständig ausgeschieden, 2/3 einer oral applizierten Dosis

mit dem Urin, 1/3 mit den Faezes. Nach der Inhalation von Formoterol werden durchschnittlich

6 – 9 % der Substanz unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die renale Clearance von Formoterol

ist 150 ml/min.

13.4 Bioverfügbarkeit

Die Wirkstoffkonzentration von Formoterol ist nach Inhalation therapeutischer Dosen im Plasma mit

der vorhandenen Methodik nicht quantifizierbar.

Mit der bisher empfindlichsten Methode der Flüssigchromatographie können Plasmakonzentrationen

von 20 pg/ml noch gemessen werden. Eine Plasmakonzentration dieser Größenordnung wird mit der

empfohlenen Tageshöchstdosis von Foradil P nicht erreicht.

Die Analyse der renal ausgeschiedenen aktiven Substanz ergab jedoch, daß Formoterol schnell

resorbiert wird. Nach Applikation von 12 bis 96

g wird die maximale Ausscheidung innerhalb von 1

bis 2 Stunden erreicht.

Die kumulative renale Ausscheidung von Formoterol nach Applikation des Inhalationspulvers (12 – 24

g) und zwei verschiedenen Aerosol-Formulierungen (12 – 96

g) zeigt, daß der Anstieg des

systemisch verfügbaren Formoterol linear zur applizierten Dosis verläuft.

14. Sonstige Hinweise

Bei bestimmten Patienten sollten Serum-Kaliumspiegel-Kontrollen durchgeführt werden (s. unter 6.

Nebenwirkungen).

15. Dauer der Haltbarkeit

Wie im Bezugsland angegeben.

Foradil P soll nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr angewendet

werden.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Vor Feuchtigkeit schützen!

Nicht über 25 °C lagern/aufbewahren!

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

Packung mit

50 Kapseln + 1 Inhalator

100 Kapseln + 2 Inhalatoren (Doppelpackung)

200 Kapseln + 4 Inhalatoren (Vierfachpackung)

250 Kapseln + 5 Inhalatoren (Fünffachpackung)

Anstaltspackungen

18. Stand der Information

Juli 1999

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651 / 704 - 0

Dezember 2002

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