Foclivia Injektionssuspension in einer Durchstechflasche

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
haemagglutininum Influenza A (H5N1), neuraminidasum inactivatum (Virus-Stamm A/Vietnam/1194/2004 NIBRG-14)
Verfügbar ab:
Emergent BioSolutions Berna GmbH
ATC-Code:
J07BB02
INN (Internationale Bezeichnung):
haemagglutininum influenzae A (H5N1), neuraminidasum inactivatum (Virus-Stamm A/Vietnam/1194/2004 NIBRG-14)
Darreichungsform:
Injektionssuspension in einer Durchstechflasche
Zusammensetzung:
haemagglutininum Influenza A (H5N1) und neuraminidasum inactivatum (Virus-Stamm A/Vietnam/1194/2004 NIBRG-14) 7.5 µg, adjuvans MF59C.1: squalenum, polysorbatum 80, sorbitani trioleas, natrii citras dihydricus, acid citricum monohydricum, excipiens: natrii chloridum, kalii chloridum, kalii dihydrogenophosphas, dinatrii phosphas dihydricus, magnesium, chloridum hexahydricum, calcium chloridum dihydricum, conserv.: thiomersalum 50 µg, Wasser iniectabilia q.s. zu der suspension 0,5 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Impfstoffe
Therapiebereich:
Pandemischer Influenza Impfstoff
Zulassungsnummer:
66161
Berechtigungsdatum:
2018-04-20

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-02-2020

Fachinformation

Foclivia®

Zusammensetzung

Pandemischer Influenza-Impfstoff (H5N1) (Oberflächenantigen, inaktiviert, adjuvantiert)

Wirkstoff

Influenzavirus-Oberflächenantigen (Hämagglutinin** und Neuroaminidase)* vom Stamm:

A/Vietnam/1194/2004 (H5N1)

* in Eiern gezüchtet

** in Mikrogramm Hämagglutinin ausgedrückt

Adjuvans

Adjuvans MF59C.1 enthält:

Squalen (9,75 mg), Polysorbat 80 (1,175 mg), Sorbitan-Trioleat (1,175 mg),

Natriumcitratdihydrat (0,66 mg) Zitronensäuremonohydrat (0,04 mg)

Jede Dosis enthält zudem folgende Hilfsstoffe:

Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Kaliumdihydrogenphosphat, Dinatriumhydrogenphosphatdihydrat,

Magnesiumchloridhexahydrat, Kalziumchloriddihydrat, und Wasser für Injektionszwecke.

Die Mehrdosenbehältnisse enthalten zusätzlich 50 µg Thiomersal pro 0,5 ml Dosis als

Konservierungsmittel.

Eine Überdosierung von bis zu 15 % der HA-Konzentration wird bei diesem Stamm zugegeben.

Das Endbehältnis enthält Überfüllung (bis zu 0,05 ml bei der Fertigspritze).

Der Impfstoff enthält vorwiegend aufgereinigte Hämagglutinin- (HA-) und Neuraminidase- (NA-)

Oberflächenantigene aus der Influenzavirus-Zusammensetzung, die von der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der BAG für die Pandemie empfohlen wird.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Foclivia® 0,5 ml Injektionssuspension in einer Fertigspritze oder in einem Mehrdosenbehältnis.

Pandemischer Influenza-Impfstoff (Oberflächenantigen, inaktiviert, adjuvantiert).

Oberflächenantigen: 7,5 µg Hämagglutinin pro Dosis

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Aktive Immunisierung im Rahmen einer deklarierten Pandemie gegen die Stämme

A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) und A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) NIBRG-23 bei Erwachsenen >18

Jahren. Die aktuelle Datenlage erlaubt keine Abschätzung des Nutzen-Risiko-Verhältnis betreffend

anderer Stämme.

Foclivia sollte gemäss den offiziellen Empfehlung/amtlichen Richtlinien eingesetzt werden.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Erwachsene und ältere Personen: 0,5 ml zu einem gewählten Zeitpunkt.

Eine zweite Dosis des Impfstoffs sollte nach einem Zeitraum von mindestens 3 Wochen verabreicht

werden.

Foclivia wurde nach Grundimmunisierung an Tag 1 und Tag 22 bei Erwachsenen im Alter von 18-

60 Jahren sowie bei älteren Menschen über 60 Jahren geprüft.

Kinder und Jugendliche:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Foclivia bei Personen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht

erwiesen.

Art der Anwendung:

Die Impfung ist als intramuskuläre Injektion in den Deltamuskel oder den anterolateralen

Oberschenkel zu verabreichen (je nach Muskelmasse).

Kontraindikationen

Anamnese mit anaphylaktischer (d. h. lebensbedrohlicher) Reaktion gegen einen der Bestandteile

dieses Impfstoffs (inkl. Thiomersal bei Verwendung des Mehrdosenbehältnis) oder Restbestandteile

von Ei, Hühnereiweiss, Kanamycin und Neomycinsulfat, Bariumsulfat, Formaldehyd und

Cetyltrimethylammoniumbromid (CTAB). Im Fall einer Pandemie, die durch den in diesem

Impfstoff enthaltenen Stamm hervorgerufen wurde, kann es jedoch angezeigt sein, Personen mit

einer solchen anaphylaktischen Reaktion in der Anamnese den Impfstoff dennoch zu verabreichen,

vorausgesetzt, dass Vorrichtungen für die Wiederbelebung im Bedarfsfall sofort verfügbar sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Besondere Vorsicht ist geboten bei Verabreichung dieses Impfstoffs an Personen mit bekannter

Überempfindlichkeit (anaphylaktische Reaktionen ausgenommen) gegen den Wirkstoff, einen der

Hilfsstoffe (inkl. Thiomersal bei Verwendung des Mehrdosenbehältnis) oder Rückstände (Ei und

Hühnereiweiss, Ovalbumin, Kanamycin und Neomycinsulfat, Bariumsulfat, Formaldehyd und

Cetyltrimethylammoniumbromid [CTAB]).

Foclivia enthält höchstens 0,1 µg Ovalbumin pro 0,5 ml Dosis.

Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen ist für den Fall seltener anaphylaktischer Ereignisse nach

Verabreichung des Impfstoffs dafür zu sorgen, dass eine angemessene medizinische Behandlung und

Überwachung sofort verfügbar sind.

Der Impfstoff darf unter keinen Umständen intravaskulär, subkutan oder intradermal verabreicht

werden.

Fälle von Konvulsionen mit und ohne Fieber sind bei Personen beobachtet worden, die mit einem

anderen monovalenten, mit MF59C.1 adjuvantierten Impfstoff geimpft wurden. Die febrilen

Konvulsionen traten mehrheitlich bei Kindern und Jugendlichen auf. Einige Fälle wurden auch bei

Personen mit Epilepsie in der Anamnese beobachtet. Daher ist besondere Vorsicht geboten, wenn der

Impfstoff Personen mit Epilepsie verabreicht wird, und der Arzt sollte diese Personen (oder deren

Eltern) über das mögliche Auftreten von Konvulsionen aufklären(siehe Abschnitt , „Unerwünschte

Wirkungen“).

Synkopen (Ohnmachtsanfälle) können nach oder sogar vor einer Impfung als psychogene Reaktion

auf die Injektion mit der Nadel bzw. die Aussicht darauf auftreten. Dies kann mit verschieden

neurologischen Symptomen einhergehen, z. B. transitorische Sehstörungen, Parästhesie oder tonisch-

klonische Bewegungen der Extremitäten während der Erholungszeit (siehe Abschnitt „Unerwünschte

Wirkungen“). Es ist wichtig, dass Vorkehrungen getroffen werden, um Verletzungen infolge von

Ohnmachtsanfällen vorzubeugen.

Zu Personen mit Komorbiditäten einschliesslich immungeschwächter Personen liegen für diesen

Impfstoff nur sehr begrenzte Daten vor. Die Antikörperreaktion von Patienten mit endogener oder

iatrogener Immunsuppression kann unzureichend ausfallen. Möglicherweise wird nicht bei allen

Impflingen eine schützende Immunantwort hervorgerufen (siehe Abschnitt

„Eigenschaften/Wirkungen“).

Auch bei Patienten, die wegen Organtransplantation unter medikamentöser Immunsuppression

stehen, ist die Erfahrung beschränkt und ein potentieller Einfluss von Foclivia auf das Transplantat

wurde nicht ausreichend untersucht.

Foclivia wurde nicht bei Patienten, die an manifesten Autoimmunerkrankungen leiden, untersucht.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es durch das Adjuvans in Kombination mit den Antigenen zu einer

Verstärkung der Autoimmunerkrankung kommen kann. Bei Patienten mit florider, schwerer

Autoimmunerkrankung wird von einer Impfung abgeraten ausser die Impfung ist auf Grund der

Gefährlichkeit des pandemischen Erregers spezifisch angezeigt.

Bei Autoimmunerkrankungen muss der behandelnde Arzt nach entsprechender expliziter

Impfempfehlung des BAG die möglichen Vor- und Nachteile einer Impfung sorgfältig abwägen

(siehe Abschnitt „Unerwünschte Wirkungen“).

Bei Patienten mit fieberhaften Erkrankungen oder akuten Infektionen ist die Immunisierung

aufzuschieben, falls die pandemische Situation dies zulässt.

Da im Fall einer Pandemie eine zweite Dosis empfohlen wird, ist zu beachten, dass keine Daten zur

Sicherheit, Immunogenität oder Wirksamkeit vorliegen, die die Austauschbarkeit dieses Impfstoffs

mit anderen monovalenten pandemischen Influenzaimpfstoffen belegen.

Von dem Impfstoff ist Schutz ausschliesslich gegen solche Grippeerkrankungen zu erwarten, die

durch das Virus hervorgerufen wurden, von dem die in diesem Impfstoff enthaltenen Virusantigene

stammen.

Interaktionen

Es liegen keine Studien von ausreichender methodischer Qualität vor, die die Interaktion von

saisonalen Influenza Impfstoffen zusammen mit Foclivia untersucht haben. Es wurden keine

Interaktionsstudien mit Nicht-Influenza Impfstoffen durchgeführt. Foclivia soll deshalb

vorzugsweise ohne gleichzeitige Gabe anderer Impfstoffe verabreicht werden.

Wenn die gleichzeitige Verabreichung mit einem anderen Impfstoff in Betracht gezogen wird, sind

die Impfungen an unterschiedlichen Gliedmassen vorzunehmen. Es ist zu bedenken, dass die

unerwünschten Wirkungen verstärkt werden können.

Bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie kann das immunologische Ansprechen schwächer

ausfallen.

Nach einer Influenzaimpfung können bei serologischen Tests auf Basis der ELISA-Methode zum

Nachweis von Antikörpern gegen das Humane Immundefizienz-Virus-1 (HIV-1), Hepatitis C und

insbesondere HTLV-1 falsch positive Ergebnisse auftreten.

Der Western-Blot-Test liefert in diesem Fall ein negatives Ergebnis. Die vorübergehenden

falsch positiven Ergebnisse werden möglicherweise durch die Produktion von IgM in Reaktion auf

den Impfstoff hervorgerufen.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen mit Foclivia keine ausreichenden Daten bei schwangeren Frauen vor.

Das medizinische Fachpersonal muss den Nutzen und die potenziellen Risiken der Verabreichung

des Foclivia-Impfstoffs an Schwangere unter Berücksichtigung der offiziellen Empfehlungen des

BAG abwägen.

Stillzeit

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Foclivia während der Stillzeit vor. Der potenzielle Nutzen

für die Mutter und die Risiken für den Säugling sollten vor der Verabreichung von Foclivia an

stillende Mütter unter Berücksichtigung der offiziellen Empfehlungen des BAG abgewägt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten aus Humanstudien zur Fertilität vor.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Einige der im Abschnitt .„Unerwünschte Wirkungen“ aufgeführten Wirkungen können die

Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Erfahrungen zur klinischen Sicherheit wurden in klinischen Studien mit Erwachsenen zwischen 18

und 60 Jahre und mit älteren Menschen > 60 Jahren erhalten, die dem MF59C.1 -adjuvanten A /

H5N1-Impfstoff mit den Stämmen A / Vietnam / 1194/2004 (H5N1), Clade 1 und A / Truthahn /

Türkei / 1/05 (H5N1), Clade 2.2. ausgesetzt wurden.

Die gemeldeten unerwünschten Wirkungen sind mit den folgenden Häufigkeitsangaben aufgeführt:

Sehr häufig (³1/10),

Häufig (³1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (³1/1.000 bis <1/100),

Selten (³1/10.000 bis <1/1.000),

Sehr selten (<1/10.000).

aH5N1 – Erwachsene Population (A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) und A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1)

NIBRG-23)

Die unerwünschte Wirkungen sind in klinischen Studien mit den Stämmen A/Vietnam/1194/2004

(H5N1) und A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) NIBRG-23 untersucht worden (V87P1, V87P1E1,

V87P2, V87P3, V87P5, V87P11, V87P12, V87P13 und V87_17, an denen mehr als

4.700 Erwachsenen einschliesslich älterer Menschen aH5N1 (mit mindestens 3,75 µg HA)

verabreicht wurde. Erwachsene Teilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren und ältere Teilnehmer über

60 Jahren erhielten den Impfstoff.

Art und Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen, die nach der Dosis von 7,5 μg HA gemeldet g HA gemeldet

wurden, sind nachstehend aufgeführt:

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (26%)

Selten: Krämpfe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Schwitzen

Gelegentlich: Urtikaria

Selten: geschwollene Augen

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Myalgie (34%)

Häufig: Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle (59%), Müdigkeit (24%), Rötung an der

Injektionsstelle (24%), Verhärtung an der Injektionsstelle (21%), Schwellung an der Injektionsstelle

(15%), Unwohlsein (13%), Schüttelfrost (13%).

Häufig: Ekchymose an der Injektionsstelle

Gelegentlich: Fieber, grippeähnliches Syndrom

Selten: Anaphylaxie

Neu aufgetretene chronische Erkrankungen bei Erwachsenen ab 18 Jahren

Nach Verabreichung der Impfung mit Foclivia (A/H5N1 Impfstamm) wurde ein einziger Fall von

Multiple Sklerose berichtet, der nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Impfstoff gebracht

wurde.Zudem gab es eine anaphylaktische Reaktion, die kausal Foclivia zugeordnet wurde.

Unerwünschte Wirkungen laut Spontanmeldungen aus der Anwendungsbeobachtung nach

Markteinführung

Es liegen keine Daten aus der Anwendungsbeobachtung nach Verabreichung mit dem aH5N1-

Pandemieimpfstoff Foclivia vor.

Die folgenden zusätzlichen unerwünschten Wirkungen wurden in der Post-Marketing-Überwachung

nach der Anwendung verschiedener anderer Influenza Impfstoffe (mit oder ohne Adjuvans

MF59C.1) gemeldet.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Lymphadenopathie

Selten (>1/10.000, <1/1.000): Thrombozytopenie (in einigen Fällen reversible Thrombozytenzahl

unter 5.000/ mm3).

Erkrankungen des Immunsystems

Allergische Reaktionen, Anaphylaxie einschliesslich Dyspnoe, Bronchospasmus, Larynxödem, in

seltenen Fällen zum Schockzustand führend.

Sehr selten (<1/10.000): Vaskulitis mit transitorischer renaler Beteiligung und exsudativem

Erythema multiforme.

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Synkope, Präsynkope, neurologische Störungen wie

Neuralgie, Parästhesie, Konvulsionen und Neuritis.

Sehr selten (<1/10.000): Neurologische Erkrankungen wie Enzephalomyelitis und Guillain-Barré-

Syndrom.

Herzerkrankungen

Palpitation, Tachykardie

Erkrankungen der Atemwege

Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Diarrhö.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Generalisierte Hautreaktionen einschliesslich Pruritus, Urtikaria oder unspezifischem Exanthem;

Angioödem, ausgedehnte Schwellung der injizierten Extremität über mehr als eine Woche, Cellulitis-

ähnliche Reaktion an der Injektionsstelle (in einigen Fällen Schwellung, Schmerzen und Rötung von

mehr als 10 cm Ausmass und mehr als 1 Woche Dauer).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskelschwäche, Schmerzen in den Gliedmassen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J07BB02

Pharmakotherapeutische Gruppe: Influenzaimpfstoffe

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

In diesem Abschnitt wird die klinische Erfahrung mit den aH5N1 Stämmen A/Vietnam/1194/2004

(H5N1) Clade 1 und A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) Clade 2.2 nach Verabreichung von zwei Dosen

mit dem Adjuvans MF59C.1 beschrieben. Zusätzlich werden Daten zur Kreuzprotektion auf den

Stamm A/Indonesia/5/05 (H5N1) Clade 2.1 aufgeführt. Antikörper, die im Hämagglutinin-

Inhibitionstest (HI-Test) gemessen werden, wurden in der Literatur mit einer klinischen

Schutzwirkung gegenüber Influenzaviren der Typen A und B bei Erwachsenen assoziiert. Bei einem

HI-Antikörpertiter von 1/40 oder höher beträgt die Schutzwirkung bei Erwachsenen ca. 50% vor

einer Exposition gegenüber Influenzaviren der Typen A und B.

Klinische Wirksamkeit

Immunreaktion auf homologe Impfstämme [A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1 und

A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) Clade 2.2]

Vier Phase II bzw. Phase III Studien im Foclivia Entwicklungsprogramm hatten ausreichend grosse

Stichprobenumfänge, die aussagekräftige Angaben zur immunologischen Wirksamkeit im HI-Test

von 7,5 µg Hämagglutinin zusammen mit MF59C.1 bei Foclivia auf den Impfstamm zulassen. Die

Studien Phase II V87P1, Phase III V87P13 und Phase II V87_17 verwendeten 7,5 µg Hämagglutinin

vom Impfstamm A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1 zusammen mit MF59C.1, während in der

Phase II Studie V87P11 7,5 µg Hämagglutinin vom Impfstamm A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1)

NIBRG-23 Clade 2.2 zusammen mit MF59C.1 verwendet wurde. Foclivia wurde in den 4 Studien

(Phase II V87P1, Phase III V87P13, Phase II V87_17, Phase II V87P11) mit 2 Dosen im Abstand

von 3 Wochen verabreicht.

Die 4 Phase II bzw. Phase III Studien wurden in folgenden Ländern durchgeführt:

Phase II Studie V87P1: 4 Studienzentren in Italien.

Phase III Studie V87P13: 27 Studienzentren in Deutschland und Finnland, von denen 8 Zentren

immunologische Daten lieferten.

Phase II Studie V87_17: 12 Studienzentren in Polen und der Türkei

Phase II Studie V87P11: 2 Studienzentren in Ungarn

Die Ergebnisse im HI-Test mit den CHMP-Kriterien der 2fach drei Wochen auseinander

verabreichten Dosierung 7,5 µg Hämagglutinin zusammen mit MF59C.1 sind in den nachfolgenden

Tabellen mit den jeweils geimpften und analysierten Probandenzahlen kategorisiert nach

Altersgruppen Erwachsene 18-60 Jahre sowie Erwachsene >60 Jahre aufgeführt.

Erwachsene (18–60 Jahre)

Immunantwort nach 2 Impfungen mit 7,5µg MF59-adjuvantiertem aH5N1 Impfstoff in 18 bis 60-

jährige Erwachsene

V87P1

V87P11

V87P13

V87_17

A/Vietnam/

1194/2004

A/turkey/Turkey/

1/05

A/Vietnam/

1194/2004

A/Vietnam/

1194/2004

N=149-151

N =182-192

N=195-197

N = 151-153

% SP (95%

(65-80)

70.3

(63.3-76.7)

(53-67)

(55-71)

GMR (95%

(12-21)

(14-26)

(5.52-9.14)

(7.15-15)

% SC (95%

(65-80)

(62-76)

(49-63)

(55-71)

SP = Seroprotektion; SC = Serokonversion oder signifikante Zunahme; GMR = relativer Anstieg des

geometrischer Mittelwerts. HI-Test Zahlen sind fett hervorgehoben, wenn die CHMP-Kriterien

erfüllt sind.

Die Seroprotektionsrate muss bei Erwachsenen 18-60 Jahre >70% erreichen.

Seroprotektionsraten sind als Prozentanteil jener Personen definiert, in denen ein HI-Antikörper Titer

von 1/40 oder höher erreicht wurde. In der Literatur wurde ein HI-Antikörpertiter von 1/40 oder

höher mit einer Schutzwirkung von ca. 50% vor einer Exposition gegenüber Influenzaviren der

Typen A und B assoziiert.

Ältere Erwachsene (>60 Jahre)

Immunantwort nach 2 Impfungen mit 7,5µg MF59-adjuvantiertem aH5N1 Impfstoff in > 60-jährige

ältere Erwachsene

V87P1

V87P11

V87P13

V87_17

A/Vietnam/

1194/2004

A/turkey/Turkey/

1/05

A/Vietnam/

1194/2004

A/Vietnam/

1194/2004

N = 81-84

N =132-148

N = 205-210

N =64-153

% SP (95%

(64-84)

64.2

(55.9-71.9)

(50-64)

(55-73)

GMR (95%

9.52

(6.55-14)

(7.54-14)

5.15

(4.15-6.4)

7.69

(4.99-12)

% SC (95%

(55-77)

(54-70)

(43-57)

(52-71)

SP = Seroprotektion; SC = Serokonversion oder signifikante Zunahme; GMR = relativer Anstieg des

geometrischer Mittelwerts. HI-Test Zahlen sind fett hervorgehoben, wenn die CHMP-Kriterien

erfüllt sind.

Die Seroprotektionsrate muss bei älteren Erwachsenen >60 Jahre >60% erreichen.

Seroprotektionsraten sind als Prozentanteil jener Personen definiert, in denen ein HI-Antikörper Titer

von 1/40 oder höher erreicht wurde. In der Literatur wurde ein HI-Antikörpertiter von 1/40 oder

höher mit einer Schutzwirkung von ca. 50% vor einer Exposition gegenüber Influenzaviren der

Typen A und B assoziiert.

Immunreaktion auf heterologe Stämme [A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1, A/H5N1/Indonesia/

5/05 (H5N1) Clade 2.1, A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) NIBRG-23 Clade 2.2]

Zwei Phase II (V87P11) bzw. Phase III (V87P13) Studien im Foclivia Entwicklungsprogramm

hatten ausreichend grosse Stichprobenumfänge, die aussagekräftige Angaben zur immunologischen

Wirksamkeit im HI-Test von 7,5 µg Hämagglutinin zusammen mit MF59C.1 auf heterologe, vom

Impfstamm abweichende Virusstämme zulassen (Kreuzprotektion).

Impfung mit 2 Dosen A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1 (Phase III Studie V87P13) zeigte im

Abstand von 3 Wochen eine beschränkte Kreuzprotektion im HI-Test sowohl bei Erwachsenen 18-60

Jahre als auch bei älteren Erwachsenen >60 Jahre auf A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) NIBRG-23

Clade 2.2, wie es die folgende Tabelle zeigt.

In der Phase III Studie V87P13 wurde die Kreuzprotektion auf den A/Indonesia/5/05 (H5N1) Clade

2.1 Stamm nicht mit dem HI-Test untersucht.

Immunreaktion auf den heterologen Stamm A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1) NIBRG-23 Clade 2.2

nach Impfung mit 2 Dosen A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1 im Abstand von 3 Wochen in

V87P13

Erwachsene 18-60 Jahre Ältere Erwachsene > 60 Jahre

A/turkey/Turkey/1/05

A/turkey/Turkey/1/05

N = 197

N = 207

% SP (95% CI)

(18-30)

(19-32)

GMR (95% CI)

1.92

(1.64-2.25)

1.79

(1.56-2.06)

% SC (95% CI)

(14-25)

(14-25)

SP = Seroprotektion; SC = Serokonversion oder signifikante Zunahme; GMR = relativer Anstieg des

geometrischer Mittelwerts. HI-Test Zahlen sind fett hervorgehoben, wenn die CHMP-Kriterien

erfüllt sind.

Die Seroprotektionsrate muss bei Erwachsenen 18-60 Jahre >70% erreichen.

Die Seroprotektionsrate muss bei älteren Erwachsenen >60 Jahre >60% erreichen.

Seroprotektionsraten sind als Prozentanteil jener Personen definiert, in denen ein HI-Antikörper Titer

von 1/40 oder höher erreicht wurde. In der Literatur wurde ein HI-Antikörpertiter von 1/40 oder

höher mit einer Schutzwirkung von ca. 50% vor einer Exposition gegenüber Influenzaviren der

Typen A und B assoziiert.

Impfung mit 2 Dosen A/turkey /1/05 (H5N1) NIBRG-23 Clade 2.2 im Abstand von 3 Wochen

(Phase II Studie V87P11) zeigte eine beschränkte Kreuzprotektion im HI-Test sowohl bei

Erwachsenen 18-60 Jahre als auch bei älteren Erwachsenen >60 Jahre auf A/Vietnam/1194/2004

(H5N1) Clade 1 und A/Indonesia/5/05 (H5N1) Clade 2.1, wie es die folgende Tabelle zeigt.

Immunreaktion auf die heterologen Stämme A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) Clade 1 und

A/Indonesia/5/05 (H5N1) Clade 2.1 nach Impfung mit 2 Dosen A/turkey/Turkey/1/05 (H5N1)

NIBRG-23 Clade 2.2 im Abstand von 3 Wochen in V87P11

V87P11 Erwachsene

(18-60 Jahre)

V87P11 Ältere Erwachsene

(> 60 Jahre)

A/Indonesia/

5/05

A/Vietnam/

1194/2004

A/Indonesia/

5/05

A/Vietnam/1194/2004

N = 194

N = 148

% SP (95% CI)

(43-57)

(40-55)

(26-42)

(31-48)

% SC (95%

(42-56)

(37-51)

(25-41)

(26-42)

GMR (95%

4.71

(3.74-5.93)

4.25

(3.36-5.37)

2.69

(2.18-3-32)

(2.2-3.55)

SP = Seroprotektion; SC = Serokonversion oder signifikante Zunahme; GMR = relativer Anstieg des

geometrischer Mittelwerts. HI-Test Zahlen sind fett hervorgehoben, wenn die CHMP-Kriterien

erfüllt sind.

Die Seroprotektionsrate muss bei Erwachsenen 18-60 Jahre >70% erreichen.

Die Seroprotektionsrate muss bei älteren Erwachsenen >60 Jahre >60% erreichen.

Seroprotektionsraten sind als Prozentanteil jener Personen definiert, in denen ein HI-Antikörper Titer

von 1/40 oder höher erreicht wurde. In der Literatur wurde ein HI-Antikörpertiter von 1/40 oder

höher mit einer Schutzwirkung von ca. 50% vor einer Exposition gegenüber Influenzaviren der

Typen A und B assoziiert.

Pharmakokinetik

nicht zutreffend

Präklinische Daten

Basierend auf tierexperimentellen Studien, die zur Beurteilung der Sicherheit von Impfstoffen

geeignet sind, lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen

In einer Studie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität wurde bei trächtigen Kaninchen die

Auswirkung von aH5N1 auf die embryofetale und postnatale Entwicklung untersucht. Die Tiere

erhielten drei intramuskuläre Dosen aH5N1 vor der Paarung und zwei weitere Dosen während der

Trächtigkeit. Auf das Körpergewicht bezogen entsprach jede einzelne 0,5-ml-Dosis, die den

Kaninchen (4 kg) verabreicht wurde, etwa dem 25-Fachen der Dosis für erwachsene Menschen

(50 kg). Es wurden keine nachteiligen Auswirkungen auf Paarung, weibliche Fruchtbarkeit,

Trächtigkeit, embryofetale Entwicklung oder postnatale Entwicklung beobachtet. Es traten keine mit

der Impfung assoziierten fetalen Fehlbildungen oder sonstigen Anzeichen von Teratogenität auf.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf das Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Der Impfstoff darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2-8°C) lagern.

Nicht einfrieren.

Im der Originalverpackung aufbewahren. Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt

vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Die Mehrfachdosis-Durchstechflasche muss innerhalb 7 Tage nach Öffnung aufgebraucht werden.

Hinweise für die Handhabung

Vor der Anwendung den Impfstoff auf Raumtemperatur aufwärmen lassen. Vor der Anwendung

vorsichtig schütteln. Suspension vor der Verabreichung visuell überprüfen. Falls Partikeln vorhanden

sind und/oder bei abnormalem Aussehen ist der Impfstoff zu verwerfen.

Zwischen den Anwendungen ist die Mehrfachdosis-Durchstechflasche im Kühlschrank (2-8oC) zu

lagern.

Nicht verwendeter Impfstoff oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

Zulassungsnummer

66156, 66161 (Swissmedic)

Packungen

Fertigspritze zu 0,5ml (Glas, Typ I) mit Kolbenstopfen (Bromobutylkautschuk). Packungen zu 1 und

Durchstechflasche à 5,0ml mit 10 Dosen Impfstoff (Glas, Typ I) mit Stopfen (Halobutylkautschuk)

Packungen zu 10.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrössen in den Verkehr gebracht.

[Abgabekategorie B]

Zulassungsinhaberin

Paxvax Berna GmbH, Köniz, Sitz: Oberriedstrasse 68, CH-3174 Thörishaus

Stand der Information

März 2017

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