Fluvastatin AL 40 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluvastatin-Natrium
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluvastatin sodium
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Fluvastatin-Natrium 42.12mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
66501.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Fluvastatin AL 40 mg Hartkapseln

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Fluvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Fluvastatin AL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Fluvastatin AL beachten?

Wie ist Fluvastatin AL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fluvastatin AL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Fluvastatin AL und wofür wird es angewendet?

Fluvastatin AL

enthält den Wirkstoff Fluvastatin-Natrium, der zu einer Gruppe von

Arzneimitteln gehört, die als Statine bekannt sind und die lipidsenkende

Arzneimittel darstellen. Sie senken die Fette (Lipide) in Ihrem Blut. Sie werden

angewendet bei Patienten, deren Krankheit nicht allein durch Diät und Bewegung

kontrolliert werden kann.

Fluvastatin AL

ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von erhöhten

Spiegeln von Blutfetten bei Erwachsenen angewendet wird, insbesondere

des gesamten Cholesterins und des sogenannten „schlechten“ oder LDL-

Cholesterins, das mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und

Schlaganfall verbunden ist,

bei erwachsenen Patienten mit hohen Blutspiegeln von Cholesterin,

bei erwachsenen Patienten mit hohen Blutspiegeln sowohl von

Cholesterin als auch Triglyzeriden (einer anderen Art von Blutfetten).

Ihr Arzt kann Ihnen Fluvastatin AL

auch verschreiben, um weitere

schwerwiegende, das Herz betreffende Ereignisse (z.B. Herzinfarkt) zu

verhindern bei Patienten nach einer Herzkatheter-Therapie mit einem Eingriff

an den Herzkranzgefäßen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Fluvastatin AL beachten?

Bitte halten Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Arztes. Diese

Anweisungen können von den Informationen in dieser Packungsbeilage

abweichen.

Bitte lesen Sie die folgenden Informationen, bevor Sie mit der Einnahme von

Fluvastatin AL

beginnen.

Fluvastatin AL darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Fluvastatin oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind,

wenn Sie zurzeit Leberprobleme haben oder wenn die Werte bestimmter

Leberenzyme (Transaminasen) aus unbekanntem Grund dauerhaft erhöht

sind,

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe unter Abschnitt 2:

Schwangerschaft und Stillzeit).

Wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft, nehmen Sie Fluvastatin AL

nicht ein und informieren Sie Ihren Arzt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Fluvastatin AL

einnehmen:

wenn Sie früher eine Lebererkrankung hatten. Leberfunktionstests werden

normalerweise durchgeführt, bevor Sie die Behandlung mit Fluvastatin AL

beginnen, wenn die Dosis gesteigert werden soll sowie in unterschiedlichen

Abständen während des Behandlungsverlaufs, um etwaige Nebenwirkungen

festzustellen.

wenn Sie eine Nierenerkrankung haben,

wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben (Hypothyreose),

wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie bereits Muskelerkrankungen

aufgetreten sind,

wenn es bei Ihnen während der Behandlung mit einem anderen Arzneimittel

zur Senkung der Blutfette zu Muskelproblemen gekommen ist,

wenn Sie regelmäßig große Mengen Alkohol trinken,

wenn Sie eine schwere Infektion haben,

wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben (Anzeichen können

Schwindel oder Benommenheit sein),

wenn bei Ihnen kontrollierte oder unkontrollierte starke

Muskelzuckungen auftreten,

wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist,

wenn Sie schwere metabolische, endokrine oder

Elektrolyterkrankungen, wie einen dekompensierten Diabetes und niedrige

Kaliumwerte im Blut, haben,

wenn Sie an schwerwiegenden Atemproblemen leiden.

wenn Sie Antibiotika einnehmen, die Fusidinsäure enthalten (siehe unter

Abschnitt 2: Anwendung von Fluvastatin AL zusammen mit anderen

Arzneimitteln).

Wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchführen, bevor er Ihnen

Fluvastatin AL

verschreibt.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen

anhaltende Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses

Zustands sind möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel

notwendig.

Während der Behandlung mit Fluvastatin AL wird Ihr Arzt Sie engmaschig

überwachen, wenn Sie eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) haben oder das

Risiko besteht, dass Sie eine Blutzuckererkrankung entwickeln. Das Risiko,

eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln besteht, wenn Sie erhöhte Blutzucker-

und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Ältere Menschen (über 70 Jahre)

Wenn Sie über 70 Jahre alt sind, wird Ihr Arzt prüfen, ob bei Ihnen

Risikofaktoren für Muskelerkrankungen vorliegen. Bei Ihnen können spezielle

Blutuntersuchungen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 9 Jahren wurde Fluvastatin AL

nicht untersucht und ist bei

diesen Kindern nicht zur Anwendung vorgesehen. Für Informationen zur

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen über 9 Jahre siehe Abschnitt 3: Wie ist

Fluvastatin AL einzunehmen?

Es gibt keine Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen mit der Anwendung von

Fluvastatin AL

in Kombination mit Nikotinsäure, Colestyramin oder Fibraten.

Anwendung von Fluvastatin AL zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Fluvastatin AL

kann entweder allein oder in Kombination mit anderen

cholesterinsenkenden Arzneimitteln angewendet werden, die Ihnen der Arzt

verschrieben hat.

Nach der Anwendung von Austauscherharzen, z.B. Colestyramin (in erster Linie

bei der Behandlung von hohem Cholesterin angewendet), warten Sie bitte

mindestens 4 Stunden, bevor Sie Fluvastatin AL

einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker, wenn Sie folgende Arzneimittel

anwenden:

Ciclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems),

Fibrate (z.B. Gemfibrozil), Nikotinsäure oder

Gallensäureaustauscherharze (Arzneimittel zur Senkung der Spiegel des

„schlechten“ Cholesterins),

Fluconazol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen),

Rifampicin (ein Antibiotikum),

Phenytoin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie),

Orale Gerinnungshemmer wie Warfarin (ein Arzneimittel zur Verminderung

der Blutgerinnung),

Glibenclamid (ein Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes),

Colchicine (zur Behandlung von Gicht),

Fusidinsäure (ein Antibiotikum– siehe unter Abschnitt 2: Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen).

Einnahme von Fluvastatin AL mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie können Fluvastatin AL

mit oder ohne Nahrung einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen Fluvastatin AL

nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder

stillen, da der Wirkstoff Ihr ungeborenes Kind schädigen kann und nicht bekannt

ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Verwenden Sie eine zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung

während der gesamten Zeit der Behandlung mit Fluvastatin AL.

Wenn Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwanger werden,

beenden Sie die Einnahme von Fluvastatin AL

und suchen Sie Ihren Arzt auf.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Fluvastatin AL

auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

Fluvastatin AL enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Fluvastatin AL daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Fluvastatin AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich

nicht sicher sind. Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.

Ihr Arzt wird Ihnen eine cholesterinarme Diät empfehlen. Führen Sie diese Diät

auch während der Einnahme von Fluvastatin AL

weiter fort.

Wieviel von Fluvastatin AL einzunehmen ist

Der Dosisbereich für Erwachsene beträgt 20 bis 80 mg pro Tag und hängt

vom Ausmaß der Cholesterinsenkung, die erreicht werden soll, ab.

Dosisanpassungen können von Ihrem Arzt in vierwöchigen oder längeren

Abständen vorgenommen werden.

Bei Kindern (ab einem Alter von 9 Jahren) liegt die übliche Anfangsdosis

bei 20 mg pro Tag. Die tägliche Höchstdosis beträgt 80 mg.

Dosisanpassungen können von Ihrem Arzt in sechswöchigen Abständen

vorgenommen werden.

Ihr Arzt teilt Ihnen genau mit, wie viele Kapseln von Fluvastatin AL

einnehmen sollen.

Je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, kann der Arzt Ihre Dosis

erhöhen oder vermindern.

Wann Fluvastatin AL einzunehmen ist

Nehmen Sie Ihre Dosis abends oder zum Schlafengehen ein. Wenn Sie

Fluvastatin AL zweimal täglich einnehmen, nehmen Sie eine Kapsel morgens

und eine abends oder zum Schlafengehen ein.

Sie können Fluvastatin AL

mit oder ohne Nahrung einnehmen. Schlucken Sie

die Kapseln als Ganzes mit einem Glas Wasser.

Wenn Sie eine größere Menge von Fluvastatin AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine größere Menge von Fluvastatin AL

eingenommen

haben, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt. Sie benötigen möglicherweise eine

medizinische Behandlung.

Wenn Sie die Einnahme von Fluvastatin AL vergessen haben

Nehmen Sie eine Dosis ein, sobald Sie das Versäumnis bemerkt haben. Holen

Sie die Einnahme jedoch nicht nach, wenn Ihr nächster Einnahmezeitpunkt in

weniger als 4 Stunden bevorsteht. In diesem Fall nehmen Sie bitte Ihre nächste

Dosis zum üblichen Zeitpunkt ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein,

wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Fluvastatin AL abbrechen

Um den Nutzen Ihrer Behandlung aufrecht zu erhalten, beenden Sie nicht die

Einnahme von Fluvastatin AL, solange es Ihnen Ihr Arzt nicht sagt. Sie müssen

mit der Einnahme von Fluvastatin AL

wie angewiesen fortfahren, um die Spiegel

des „schlechten“ Cholesterins niedrig zu halten. Fluvastatin AL

führt keine

Heilung Ihrer Erkrankung herbei, sondern trägt lediglich dazu bei, diese unter

Kontrolle zu halten. Ihre Cholesterinwerte müssen im Rahmen der

Verlaufsbeobachtung regelmäßig kontrolliert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Manche seltene oder sehr seltene Nebenwirkungen können

schwerwiegend sein:

Sie benötigen sofort medizinische Hilfe

wenn es bei Ihnen zu Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder

Muskelschwäche unklarer Ursache kommt. Dabei kann es sich um

Frühzeichen eines potenziell schwerwiegenden Abbaus der Muskulatur

handeln, der sich verhindern lässt, indem der Arzt die Behandlung mit

Fluvastatin so schnell wie möglich beendet. Diese Nebenwirkungen wurden

auch bei anderen Arzneimitteln dieser Klasse (Statine) beobachtet.

wenn es bei Ihnen zu ungewohnter Müdigkeit oder Fieber, einer Gelbfärbung

von Haut und Augenweiß oder einer Dunkelfärbung des Harns kommt

(Zeichen einer Hepatitis),

wenn bei Ihnen Zeichen einer Hautreaktion auftreten, z.B. Hautausschlag,

Nesselsucht, Rötung, Juckreiz, Schwellung von Gesicht, Augenlidern und

Lippen,

wenn es bei Ihnen zu einer Schwellung der Haut, Schwierigkeiten beim

Atmen oder Schwindel kommt (Zeichen einer schweren allergischen

Reaktion),

wenn Sie stärker als sonst zu Blutungen oder Blutergüssen neigen (Zeichen

einer verminderten Anzahl von Blutplättchen),

wenn sich bei Ihnen rote oder violette Hautläsionen bilden (Zeichen einer

Entzündung der Blutgefäße),

wenn Sie einen roten, fleckigen Hautausschlag vor allem im Gesicht haben,

möglicherweise in Verbindung mit Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit,

Appetitverlust (Zeichen einer Lupus-erythematodes-ähnlichen Reaktion),

wenn Sie an starken Schmerzen im Oberbauch leiden (Zeichen einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung).

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, informieren Sie bitte

umgehend Ihren Arzt.

Weitere Nebenwirkungen: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sie Sie

beunruhigen.

Häufig: Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden,

Bauchschmerzen, Übelkeit.

Sehr selten: Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen, gestörte

oder herabgesetzte Empfindlichkeit.

Nicht bekannt: anhaltende Muskelschwäche.

Weitere mögliche Nebenwirkung:

Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder

Fieber.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel

des gleichen Typs) berichtet wurden:

Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit und Alpträume,

Gedächtnisverlust,

Störungen der Sexualfunktion,

Depressionen,

Blutzuckererkrankung (Diabetes): Das Risiko für die Entwicklung einer

Blutzuckererkrankung wird größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und

Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Ihr Arzt wird Sie während der Behandlung mit Fluvastatin AL überwachen.

Sehnenerkrankung, manchmal bis hin zu einem Sehnenriss

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Fluvastatin AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über +25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fluvastatin AL enthält

Der Wirkstoff ist: Fluvastatin.

1 Hartkapsel enthält 40 mg Fluvastatin als Fluvastatin-Natrium.

Die sonstigen Bestandteile sind

Kapselinhalt

Crospovidon (Typ A), Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.),

Povidon K 30, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

Kapselhülle

Gelatine, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

2

O (E172), Eisen(III)-oxid (E172),

Titandioxid (E 171).

Wie Fluvastatin AL aussieht und Inhalt der Packung

Karamellfarbige, opake Kapsel mit gelblichem Pulverinhalt.

Fluvastatin AL 40 mg ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Hartkapseln

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel

oder

ALIUD

PHARMA GmbH, Gottlieb-Daimler-Straße 19, D-89150 Laichingen

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2015.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Fluvastatin AL 20 mg Hartkapseln

Fluvastatin AL 40 mg Hartkapseln

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Fluvastatin AL 20 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 20 mg Fluvastatin als Fluvastatin-Natrium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Hartkapsel enthält 89,64 mg

Lactose-Monohydrat.

Fluvastatin AL 40 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 40 mg Fluvastatin als Fluvastatin-Natrium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Hartkapsel enthält 179,27 mg

Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Hartkapsel

Karamellfarbige, opake Kapsel mit gelblichem Pulverinhalt.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Dyslipidämie

Behandlung von Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie oder

gemischter Dyslipidämie zusätzlich zu einer Diät, wenn die Diät und andere

nichtpharmakologische Behandlungen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion)

unzureichend sind.

Sekundärprävention bei koronarer Herzkrankheit

Sekundärprävention schwerer unerwünschter kardialer Ereignisse bei

Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit nach perkutaner Koronarintervention

(siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

Dyslipidämie

Die Patienten sollten vor Beginn der Behandlung mit Fluvastatin AL auf eine

cholesterinarme Standarddiät gesetzt werden, die auch während der

Behandlung beibehalten werden sollte.

Die Anfangs- und die Erhaltungsdosis sollten entsprechend dem LDL-C-

Ausgangswert und dem angestrebten Behandlungsziel individuell festgelegt

werden.

Der empfohlene Dosisbereich beträgt 20 bis 80 mg/Tag. Bei Patienten, die eine

LDL-C-Reduktion um <25% benötigen, kann eine Anfangsdosis von 20 mg

Fluvastatin als Einmaldosis abends gegeben werden. Bei Patienten, die eine

LDL-C-Reduktion um ≥25% benötigen, liegt die empfohlene Anfangsdosis bei

40 mg Fluvastatin abends. Die Dosis kann auf bis zu 80 mg täglich auftitriert

werden, gegeben in Form einer Einzeldosis zu einer beliebigen Tageszeit oder

als 40 mg Dosis 2-mal täglich.

Die maximale lipidsenkende Wirkung wird unabhängig von der angewendeten

Dosis innerhalb von 4 Wochen erreicht. Dosisanpassungen sollten in

Abständen von mindestens 4 Wochen vorgenommen werden.

Sekundärprävention bei koronarer Herzkrankheit

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nach perkutaner Koronarintervention

beträgt die geeignete Dosis 80 mg täglich.

Fluvastatin AL ist wirksam als Monotherapie. Wenn Fluvastatin AL in

Kombination mit Colestyramin oder anderen Austauscherharzen verabreicht

wird, sollte das Arzneimittel mindestens 4 Stunden nach dem Austauscherharz

gegeben werden, um signifikante Wechselwirkungen infolge einer Bindung des

Arzneimittels an das Austauscherharz zu vermeiden. Bei gleichzeitiger

Anwendung mit einem Fibrat oder Niacin ist es erforderlich, Nutzen und Risiko

der gleichzeitigen Behandlung sorgfältig zu prüfen (zur Anwendung mit Fibraten

oder Niacin siehe Abschnitt 4.5).

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Vor Beginn einer Behandlung mit Fluvastatin AL bei Kindern und Jugendlichen

ab 9 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie sollten die

Patienten auf eine cholesterinarme Standarddiät gesetzt werden, die auch

während der Behandlung beibehalten werden sollte.

Die empfohlene Anfangsdosis liegt bei 20 mg Fluvastatin. Dosisanpassungen

sollten im Abstand von 6 Wochen erfolgen. Die Dosis sollte entsprechend dem

LDL-C-Ausgangswert und dem angestrebten Behandlungsziel individuell

festgelegt werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 80 mg entweder als Dosis

von 40 mg Fluvastatin 2-mal täglich oder als Einmaldosis.

Die Anwendung von Fluvastatin in Kombination mit Nikotinsäure, Colestyramin

oder Fibraten wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Fluvastatin wurde nur bei Kindern ab 9 Jahren mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie untersucht.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Fluvastatin wird über die Leber eliminiert, und weniger als 6% einer

verabreichten Dosis werden mit dem Urin ausgeschieden. Eine leichte bis

schwere Niereninsuffizienz bleibt ohne Auswirkungen auf die Pharmakokinetik

von Fluvastatin. Bei diesen Patienten ist daher keine Dosisanpassung

erforderlich. Da es jedoch nur geringe Erfahrung mit Dosen >40 mg/Tag bei

schweren Nierenfunktionsstörungen (Creatininclearance <0,5 ml/s oder 30

ml/min) gibt, sollten solche Dosen mit Vorsicht angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Fluvastatin AL ist bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung oder einer unklaren

anhaltenden Erhöhung der Transaminasen im Serum kontraindiziert (siehe

Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Ältere Population

Es ist keine Dosisanpassung bei dieser Population erforderlich.

Art der Anwendung

Fluvastatin AL kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden und ist als

Ganzes mit einem Glas Wasser zu schlucken.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

aktive Lebererkrankung oder eine unklare anhaltende

Erhöhung der

Transaminasen im Serum (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.8),

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Leberfunktion

Wie bei anderen Lipidsenkern wird empfohlen, bei allen Patienten vor Beginn

der Behandlung, 12 Wochen nach Behandlungsbeginn bzw. einer

Dosiserhöhung und anschließend in regelmäßigen Abständen die

Leberfunktionswerte zu bestimmen. Sollte es zu einem anhaltenden Anstieg der

Aspartataminotransferase oder Alaninaminotransferase auf mehr als das 3-

Fache des oberen Normwerts kommen, ist die Behandlung zu beenden. In sehr

seltenen Fällen wurde eine möglicherweise arzneimittelbedingte Hepatitis

beobachtet, die nach dem Absetzen der Behandlung wieder abgeklungen ist.

Fluvastatin AL sollte bei Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese

oder starkem Alkoholkonsum mit Vorsicht angewendet werden.

Skelettmuskulatur

Während einer Behandlung mit Fluvastatin ist es selten zu einer Myopathie

gekommen. Über Myositis und Rhabdomyolyse wurde in sehr seltenen Fällen

berichtet. Bei Patienten mit unklaren diffusen Myalgien, Muskelempfindlichkeit

oder Muskelschwäche und/oder einer deutlichen Erhöhung der Kreatinkinase

(CK) ist an eine Myopathie, eine Myositis oder eine Rhabdomyolyse zu denken.

Die Patienten sollten daher angewiesen werden, unklare Muskelschmerzen,

Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche sofort zu berichten, vor allem bei

gleichzeitigem Krankheitsgefühl oder Fieber.

Kreatinkinasemessungen

Bisher spricht nichts dafür, dass bei asymptomatischen Patienten unter

Behandlung mit Statinen die Gesamt-CK-Werte oder andere

Muskelenzymwerte im Plasma routinemäßig überwacht werden müssen. Wenn

die CK-Werte bestimmt werden müssen, sollte dies nicht nach starker

körperlicher Belastung oder bei Vorliegen einer anderen plausiblen Erklärung

für eine CK-Erhöhung erfolgen, da die Interpretation der Werte dadurch

erschwert wird.

Vor der Behandlung

Wie alle anderen Statine sollte auch Fluvastatin bei Patienten mit

prädisponierenden Faktoren für eine Rhabdomyolyse und deren

Komplikationen mit Vorsicht verordnet werden. Vor Beginn der Behandlung mit

Fluvastatin sollte in folgenden Situationen eine Messung der Kreatinkinase

erfolgen:

eingeschränkte Nierenfunktion,

Hypothyreose,

erbliche Muskelkrankheiten in der persönlichen oder familiären Anamnese,

unter vorangegangener Behandlung mit Statinen oder Fibraten aufgetretene

Muskeltoxizität,

Alkoholmissbrauch,

Sepsis,

Hypotonie,

starke Muskelzuckungen,

größere chirurgische Eingriffe,

schwere metabolische, endokrine oder Elektrolyterkrankungen.

Bei älteren Patienten (Alter >70 Jahre) sollte die Notwendigkeit einer

solchen Messung auf Grundlage des Vorliegens von weiteren

prädisponierenden Faktoren für eine Rhabdomyolyse ermittelt werden.

In solchen Situationen ist das mit der Behandlung einhergehende Risiko

sorgfältig gegen den möglichen Nutzen abzuwägen. Zudem sollte eine klinische

Überwachung erfolgen. Wenn die CK-Ausgangswerte signifikant erhöht sind

(>5x ULN; upper limit of normal; obere Normgrenze), sollte zur Bestätigung der

Werte innerhalb von 5 bis 7 Tagen eine weitere Messung vorgenommen

werden. Falls die CK-Ausgangswerte weiterhin signifikant erhöht sind (>5x

ULN), sollte nicht mit der Behandlung begonnen werden.

Während der Behandlung

Wenn es bei Patienten unter Fluvastatin zu Muskelsymptomen wie Schmerzen,

Schwäche oder Krämpfen kommt, sollten die CK-Werte bestimmt werden. Bei

deutlich erhöhten Werten (>5x ULN) sollte die Behandlung abgebrochen

werden.

Bei stark ausgeprägten und mit täglichen Beschwerden einhergehenden

Muskelsymptomen ist eine Beendigung der Behandlung zu erwägen, auch

dann, wenn sich der Anstieg der CK-Werte auf ≤5x ULN beläuft.

Wenn die Symptome abgeklungen sind und sich die CK-Werte wieder

normalisiert haben, kann eine Wiederaufnahme der Behandlung mit Fluvastatin

oder einem anderen Statin in der niedrigsten Dosis und unter engmaschiger

Überwachung in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten, die Immunsuppressiva (einschließlich Ciclosporin), Fibrate,

Nikotinsäure oder Erythromycin in Kombination mit anderen HMG-CoA-

Reduktasehemmern erhalten hatten, wurde über ein erhöhtes Myopathierisiko

berichtet. Nach der Markteinführung wurde unter einer gleichzeitigen

Anwendung von Fluvastatin mit Ciclosporin und Fluvastatin mit Colchicin in

Einzelfällen über Myopathie berichtet. Fluvastatin AL sollte bei Patienten, die

derartige Begleitmedikationen erhalten, mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Eine gleichzeitige Anwendung von Fluvastatin und Fusidinsäure wird nicht

empfohlen, sodass bei einer Therapie mit Fusidinsäure ein vorübergehendes

Absetzen von Fluvastatin erwogen werden sollte (siehe Abschnitt 4.5).

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen

Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-

mediated necrotizing myopathy; IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika

einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte

Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen

fortbestehen.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, besonders bei Langzeittherapie, in Ausnahmefällen

eine interstitielle Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die

auftretenden Beschwerden können dabei Dyspnoe, unproduktiven Husten und

allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber)

einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle

Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den

Blutzuckerspiegel erhöhen und bei manchen Patienten, die ein hohes Risiko für

die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes mellitus haben, eine Hyperglykämie

hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert. Dieses

Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine

aufgewogen und sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung

führen. In Übereinstimmung mit nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten

(Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI >30 kg/m

, erhöhte

Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die

relevanten Laborwerte überwacht werden.

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Bei Patienten unter 18 Jahren wurden die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit

nicht über einen Zeitraum von mehr als 2 Jahren untersucht. Daten zu den

Auswirkungen einer Langzeitbehandlung auf die körperliche, intellektuelle und

sexuelle Reifung liegen nicht vor. Die langfristige Wirksamkeit einer Therapie

mit Fluvastatin im Kindesalter im Hinblick auf eine Verminderung der Morbidität

und Mortalität im Erwachsenenalter wurde nicht ermittelt (siehe Abschnitt 5.1).

Fluvastatin wurde nur bei Kindern ab 9 Jahren mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie untersucht (Einzelheiten siehe Abschnitt 5.1). Bei

präpubertären Kindern sollten die potenziellen Risiken und Vorteile vor der

Behandlung sorgfältig abgewogen werden, da die Erfahrung in dieser

Altersgruppe sehr begrenzt ist.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Fluvastatin bei Patienten mit

der sehr seltenen homozygoten familiären Hypercholesterinämie vor.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Fluvastatin AL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Fibrate und Niacin

Die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin mit Bezafibrat, Gemfibrozil, Ciprofibrat

oder Niacin (Nikotinsäure) hat keinen klinisch relevanten Effekt auf die

Bioverfügbarkeit von Fluvastatin oder der anderen Lipidsenker. Da bei

Patienten unter Behandlung mit anderen HMG-CoA-Reduktasehemmern in

Kombination mit irgendeinem dieser Wirkstoffe ein erhöhtes Myopathie-

und/oder Rhabdomyolyserisiko beobachtet wurde, sollten Nutzen und Risiko

der gleichzeitigen Behandlung sorgfältig abgewogen und derartige

Kombinationen nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Colchicin

In Einzelfällen wurde eine muskelschädigende Wirkung, einschließlich

Muskelschmerzen, Muskelschwäche und Rhabdomyolyse, bei gleichzeitiger

Anwendung mit Colchicin berichtet. Nutzen und Risiko der gleichzeitigen

Behandlung sollten sorgfältig abgewogen und derartige Kombinationen mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Ciclosporin

Studien an Nierentransplantationspatienten weisen darauf hin, dass die

Bioverfügbarkeit von Fluvastatin (bis zu einer Dosis von 40 mg/Tag) bei

Patienten unter einem stabilen Ciclosporin-Regime nicht in klinisch relevantem

Maß erhöht ist. Die Ergebnisse einer anderen Studie, in der

nierentransplantierte Patienten unter einem stabilen Ciclosporin-Regime mit

Fluvastatin-Tabletten (80 mg Fluvastatin) behandelt wurden, zeigten, dass die

Exposition (AUC) und die Höchstkonzentration (C

) von Fluvastatin

gegenüber historischen Daten von gesunden Freiwilligen um das 2-Fache

erhöht waren. Obwohl diese Anstiege der Fluvastatinspiegel nicht klinisch

signifikant waren, sollte diese Kombination mit Vorsicht angewendet werden.

Anfangs- und Erhaltungsdosis von Fluvastatin sollten bei Kombination mit

Ciclosporin so niedrig wie möglich sein.

Sowohl Fluvastatin Kapseln (40 mg Fluvastatin) als auch Fluvastatin

Retardtabletten (80 mg Fluvastatin) hatten bei gleichzeitiger Gabe keinen

Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin.

Warfarin und andere Cumarinderivate

In einer Studie an gesunden Freiwilligen hatte die gleichzeitige Gabe von

Fluvastatin und Warfarin (als Einmalgabe) im Vergleich zu Warfarin alleine

keine nachteiligen Auswirkungen auf die Warfarin-Konzentrationen im Plasma

und die Prothrombinzeit.

Bei Patienten, die gleichzeitig Fluvastatin und Warfarin oder andere

Cumarinderivate erhalten hatten, wurde jedoch sehr selten über vereinzelte

Blutungsepisoden und/oder eine verlängerte Prothrombinzeit berichtet. Bei

Patienten, die Warfarin oder andere Cumarinderivate erhalten, sollte daher zu

Beginn der Behandlung mit Fluvastatin, bei Absetzen der Behandlung sowie bei

Dosisänderungen die Prothrombinzeit kontrolliert werden.

Rifampicin

Die Anwendung von Fluvastatin bei gesunden Freiwilligen, die mit Rifampicin

(Rifampin) vorbehandelt wurden, ging mit einer um etwa 50% verminderten

Bioverfügbarkeit von Fluvastatin einher. Obwohl bisher keine klinischen

Hinweise auf eine Veränderung der lipidsenkenden Wirkung von Fluvastatin

vorliegen, kann bei Patienten unter einer Langzeittherapie mit Rifampicin (z.B.

zur Behandlung einer Tuberkulose) eine entsprechende Anpassung der Dosis

von Fluvastatin erforderlich sein, um eine zufriedenstellende Senkung der

Lipidspiegel zu gewährleisten.

Orale Antidiabetika

Bei Patienten, die zur Behandlung eines nicht insulinabhängigen (Typ 2)

Diabetes mellitus (NIDDM) orale Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid [Glyburid],

Tolbutamid) erhalten, führt die zusätzliche Gabe von Fluvastatin nicht zu

klinisch relevanten Veränderungen der Blutzuckerkontrolle. Bei NIDDM-

Patienten unter Behandlung mit Glibenclamid (n = 32) führte die gleichzeitige

Gabe von Fluvastatin (40 mg 2-mal täglich über einen Zeitraum von 14 Tagen)

zu einer Erhöhung der mittleren C

, der AUC und der t

von Glibenclamid um

etwa 50%, 69% bzw. 121%.

Glibenclamid (5 bis 20 mg täglich) induzierte einen Anstieg der mittleren Cmax

und AUC von Fluvastatin um 44% bzw. 51%. In dieser Studie waren keine

Veränderungen der Glucose-, Insulin- und C-Peptid-Spiegel festzustellen.

Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit Glibenclamid (Glyburid) und

Fluvastatin sind jedoch weiterhin in geeigneter Weise zu überwachen, wenn die

Dosis von Fluvastatin auf 80 mg täglich erhöht wird.

Ionenaustauscherharze

Fluvastatin muss mindestens 4 Stunden nach dem Austauscherharz (z.B.

Colestyramin) angewendet werden, um signifikante Wechselwirkungen infolge

einer Bindung des Arzneimittels an das Austauscherharz zu vermeiden.

Fluconazol

Bei gesunden Freiwilligen, die mit Fluconazol (CYP2C9-Hemmer) vorbehandelt

wurden, kam es nach der Gabe von Fluvastatin zu einem Anstieg der

Exposition und der Plasmaspitzenspiegel von Fluvastatin um etwa 84% bzw.

44%. Obwohl es keine klinischen Hinweise auf ein geändertes Sicherheitsprofil

von Fluvastatin bei Patienten, die 4 Tage mit Fluconazol vorbehandelt wurden,

gab, sollte Fluvastatin nur mit Vorsicht gemeinsam mit Fluconazol angewendet

werden.

Histamin-H

2

-Rezeptor-Antagonisten und Protonenpumpeninhibitoren

Die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin mit Cimetidin, Ranitidin oder Omeprazol

führt zu einer erhöhten Bioverfügbarkeit von Fluvastatin, die jedoch nicht

klinisch relevant ist.

Phenytoin

Das Ausmaß der Änderungen in der Pharmakokinetik von Phenytoin bei

gleichzeitiger Anwendung von Fluvastatin ist relativ gering und klinisch nicht

signifikant. Daher ist eine routinemäßige Überwachung des Plasmaspiegels von

Phenytoin während der gleichzeitigen Anwendung von Fluvastatin ausreichend.

Kardiovaskuläre Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Gabe von Fluvastatin mit Propranolol, Digoxin, Losartan oder

Amlodipin kommt es nicht zu klinisch relevanten pharmakokinetischen

Wechselwirkungen. Auf Grundlage der pharmakokinetischen Daten ist keine

spezielle Überwachung oder Dosisanpassung erforderlich, wenn Fluvastatin

gemeinsam mit diesen Wirkstoffen angewendet wird.

Itraconazol und Erythromycin

Die gleichzeitige Anwendung von Fluvastatin mit den hoch wirksamen

Cytochrom-P450-(CYP-)3A4-Hemmern Itraconazol und Erythromycin hat nur

einen minimalen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Fluvastatin. Da dieses

Enzym nur in geringem Maß an der Verstoffwechselung von Fluvastatin beteiligt

ist, dürfte ein Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Fluvastatin durch andere

CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ciclosporin) unwahrscheinlich sein.

Grapefruitsaft

Da Fluvastatin nicht mit anderen CYP3A4-Substraten in Wechselwirkung tritt,

dürfte es zwischen Fluvastatin und Grapefruitsaft nicht zu Wechselwirkungen

kommen.

Fusidinsäure

Fluvastatin darf nicht zusammen mit Fusidinsäure angewendet werden. Bei

Patienten, die diese Kombination bekommen haben, sind Fälle von

Rhabdomyolyse (einschließlich einiger mit Todesfolge) berichtet worden. Bei

Patienten, bei denen eine Behandlung mit systemisch angewendeter

Fusidinsäure als unbedingt notwendig erachtet wird, sollte die Statin-

Behandlung während der Behandlung mit Fusidinsäure ausgesetzt werden.

Patienten sollten angewiesen werden, sofort einen Arzt zu konsultieren, wenn

sie irgendwelche Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -

empfindlichkeit bemerken.

Die Statin-Behandlung kann sieben Tage nach der letzten Fusidinsäure-Dosis

fortgesetzt werden. In Ausnahmefällen, wenn eine länger andauernde

Behandlung mit systemisch angewendeter Fusidinsäure notwendig ist, z.B. bei

der Behandlung schwerer Infektionen, muss über eine gleichzeitige Anwendung

von Fluvastatin AL und Fusidinsäure von Fall zu Fall neu entschieden werden,

und die Behandlung darf nur unter enger medizinischer Kontrolle stattfinden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine wirksame Verhütungsmethode

anwenden.

Falls eine Patientin während der Einnahme von Fluvastatin AL schwanger wird,

ist die Behandlung zu beenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Verwendung von Fluvastatin

während der Schwangerschaft vor.

Da HMG-CoA-Reduktasehemmer die Synthese von Cholesterin und

möglicherweise von anderen biologisch aktiven Cholesterinderivaten

reduzieren, könnte es im Fall einer Anwendung bei Schwangeren zu einer

Schädigung des Feten kommen. Aus diesem Grund ist Fluvastatin AL während

der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Basierend auf den präklinischen Daten ist zu erwarten, dass Fluvastatin in die

Muttermilch ausgeschieden wird. Es gibt keine hinreichenden Informationen

über die Wirkungen von Fluvastatin bei Neugeborenen/Säuglingen.

Fluvastatin AL ist bei stillenden Müttern kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

In tierexperimentellen Studien wurden keine Wirkungen auf die männliche und

weibliche Fertilität beobachtet.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen von Fluvastatin auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

durchgeführt.

4.8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen bestehen in milden

gastrointestinalen Symptomen, Insomnie und Kopfschmerzen.

Nebenwirkungen (Tabelle 1) werden nach abnehmender Häufigkeit aufgeführt.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100)

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:

Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten:

Anaphylaktische Reaktion.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Insomnie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen.

Sehr selten:

Parästhesie, Dysästhesie, Hypästhesie, die auch in Verbindung

mit der zugrunde liegenden Hyperlipidämie auftreten können.

Gefäßerkrankungen

Sehr selten:

Vaskulitis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

In Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle

Lungenkrankheit (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Dyspepsie, Abdominalschmerzen, Übelkeit.

Sehr selten:

Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:

Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Urtikaria.

Sehr selten:

Andere Hautreaktionen (z.B. Ekzem, Dermatitis, bullöses

Exanthem), Gesichtsödem, Angioödem.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten:

Myalgie, Muskelschwäche, Myopathie.

Sehr selten:

Rhabdomyolyse, Myositis, Lupus-erythematodes-ähnliche

Reaktionen.

Nicht bekannt: Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt

4.4).

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit und Albträume,

Gedächtnisverlust,

Störung der Sexualfunktion,

Depressionen,

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder

dem Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥5,6 mmol/l, BMI >30

kg/m

, erhöhte Triglyzeridwerte, bestehende Hypertonie).

Tendinopathie, gelegentlich verkompliziert durch Sehnenrupturen.

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Das Sicherheitssprofil von Fluvastatin bei Kindern und Jugendlichen mit

heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie, das bei 114 Patienten zwischen

9 und 17 Jahren innerhalb von 2 offenen, nicht vergleichenden klinischen

Studien untersucht wurde, fiel ähnlich aus wie bei erwachsenen Patienten.

Auswirkungen auf das Wachstum und die sexuelle Reifung haben sich in keiner

der beiden Studien gezeigt. Die Studien waren jedoch kaum geeignet, eine

Auswirkung der Behandlung auf diese Bereiche festzustellen.

Untersuchungen

Mit HMG-CoA-Reduktasehemmern und anderen Lipidsenkern wurden

Anomalien der biochemischen Leberfunktionswerte in Zusammenhang

gebracht. Auf Grundlage einer gepoolten Analyse von kontrollierten klinischen

Studien kam es zu bestätigten Anstiegen der Alaninaminotransferase- oder

Aspartataminotransferasespiegel auf mehr als das 3-Fache der ULN bei 0,2%

der Patienten unter Fluvastatin Kapseln 20 mg/Tag, 1,5% bis 1,8% der

Patienten unter Fluvastatin Kapseln 40 mg/Tag, 1,9% der Patienten unter

Fluvastatin Retardtabletten 80 mg/Tag und 2,7% bis 4,9% der Patienten unter

Fluvastatin Kapseln 40 mg 2-mal täglich. Die Mehrzahl der Patienten mit diesen

abnormen Werten zeigte dabei keine Symptome. Zu ausgeprägten Anstiegen

der CK-Spiegel auf mehr als das 5-Fache der ULN ist es nur bei einer sehr

geringen Anzahl von Patienten gekommen (0,3 bis 1,0%).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Erfahrungen mit einer Überdosierung von Fluvastatin sind bisher begrenzt.

Für den Fall einer Überdosierung von Fluvastatin steht keine spezielle

Behandlung zur Verfügung. Sollte es zu einer Überdosierung kommen, ist der

Patient symptomatisch zu behandeln, falls nötig sind unterstützende

Maßnahmen einzuleiten. Die Leberfunktionswerte und CK-Spiegel im Serum

sollten überwacht werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

ATC-Code: C10AA04

Fluvastatin ist ein vollsynthetischer, cholesterinsenkender Wirkstoff, der die

HMG-CoA-Reduktase kompetitiv hemmt. Dieses Enzym ist verantwortlich für

die Umwandlung von HMG-CoA in Mevalonsäure, einer Vorstufe der Sterole, zu

denen auch das Cholesterin gehört. Fluvastatin wirkt hauptsächlich in der Leber

und liegt als Razemat zweier Erythro-Enantiomere vor, wobei eines dieser

Enantiomere für die pharmakologische Wirkung verantwortlich ist. Die

Hemmung der Cholesterinbiosynthese führt zu einer Senkung des

Cholesteringehalts in Leberzellen, wodurch die Synthese von LDL-Rezeptoren

stimuliert und damit die Aufnahme von LDL-Partikeln erhöht wird. Diese

Mechanismen bewirken letztlich eine Senkung der Cholesterinkonzentration im

Plasma.

Fluvastatin bewirkt bei Patienten mit Hypercholesterinämie und gemischter

Dyslipidämie eine Verminderung der Gesamt-C-, LDL-C-, Apo-B- und der

Triglyceridspiegel sowie eine Anhebung der HDL-C-Spiegel.

In 12 placebokontrollierten Studien an Patienten mit Hyperlipoproteinämie des

Typs IIa oder IIb erfolgte bei 1.621 Patienten über einen Zeitraum von

mindestens 6 Wochen eine Monotherapie mit Fluvastatin in täglichen

Dosierungen von 20 mg, 40 mg und 80 mg (40 mg 2-mal täglich). In einer

Analyse nach 24 Wochen hat sich gezeigt, dass Tagesdosen von 20 mg, 40 mg

und 80 mg eine dosisabhängige Verminderung der Gesamt-C-, LDL-C-, Apo-B-

und der Triglyceridspiegel sowie einen Anstieg der HDL-C-Spiegel bewirkt

hatten (siehe Tabelle 2).

Fluvastatin 80 mg Retardtabletten wurden im Rahmen von 3 pivotalen Studien,

in denen eine aktive Behandlung über 24 Wochen erfolgte, bei mehr als 800

Patienten angewendet und mit Fluvastatin 40 mg Kapseln 1-mal oder 2-mal

täglich verglichen. Bei Anwendung als einzelne Tagesdosis von 80 mg

verminderten Fluvastatin Retardtabletten signifikant die Gesamt-C-, LDL-C-,

Triglycerid-(TG-) und Apo-B-Spiegel (siehe Tabelle 2).

Das therapeutische Ansprechen wird innerhalb von 2 Wochen gut erreicht, das

maximale Ansprechen innerhalb von 4 Wochen. Nach einer Therapie über 4

Wochen lag die mediane Verminderung des LDL-C bei 38%, und in Woche 24

(Endpunkt) belief sich die mediane LDL-C-Senkung auf 35%. Außerdem

wurden signifikante Anstiege der HDL-C-Werte verzeichnet.

Tabelle 2:

Mediane prozentuale Veränderung der Lipidwerte zwischen Studienbeginn

und Woche 24

Placebokontrollierte Studien (Fluvastatin Kapseln) und verumkontrollierte

Studien (Fluvastatin Retardtabletten)

Gesamt-C

LDL-C

Apo B

HDL-C

Dosis

% ∆

% ∆

% ∆

% ∆

% ∆

Alle Patienten

Fluvastatin 20 mg

Fluvastatin 40 mg

Fluvastatin 40 mg

2-mal täglich

Fluvastatin 80 mg

TG-Ausgangswert

≥200 mg/dl

Fluvastatin 20 mg

Fluvastatin 40 mg

Fluvastatin 40 mg

2-mal täglich

Fluvastatin 80 mg

Daten zu Fluvastatin Kapseln aus 12 placebokontrollierten Studien

Daten zu Fluvastatin 80 mg Retardtabletten aus drei 24-wöchigen

kontrollierten Studien

In der Lipoprotein and Coronary Atherosclerosis Study (LCAS) wurde bei

Patienten und Patientinnen (35 bis 75 Jahre alt) mit koronarer Herzkrankheit

und LDL-C-Ausgangsspiegeln von 3,0 bis 4,9 mmol/l (115 bis 190 mg/dl) die

Wirkung von Fluvastatin auf Koronaratherosklerose mittels quantitativer

Koronarangiographie beurteilt. In dieser randomisierten, doppelblinden,

kontrollierten klinischen Studie wurden 429 Patienten entweder mit Fluvastatin

40 mg/Tag oder mit Placebo behandelt. Die Koronarangiogramme wurden bei

Studienbeginn sowie nach einer Behandlung über 2,5 Jahre ausgewertet. Dabei

lagen 340 auswertbare Angiogramme von insgesamt 429 Patienten vor.

Die Messung der Veränderung des minimalen Lumendurchmessers hat

ergeben, dass die Behandlung mit Fluvastatin über einen Zeitraum von 2,5

Jahren das Fortschreiten von koronaren atherosklerotischen Läsionen um

0,072 mm verlangsamte (Fluvastatin -0,028 mm vs. Placebo -0,100 mm) (95%-

Konfidenzintervalle für den Behandlungsunterschied von -0,1222 bis -0,022

mm).

Es wurde kein direkter Zusammenhang zwischen den angiographischen

Befunden und dem Risiko kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt.

In einer Fluvastatin Intervention Prevention Study wurde die Wirkung von

Fluvastatin auf schwere unerwünschte kardiale Ereignisse (MACE; major

adverse cardiac events, d.h. Herztod, nichttödlicher Myokardinfarkt und

koronare Revaskularisierung) bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit

untersucht, die sich zuvor einer erfolgreichen perkutanen Koronarintervention

unterzogen hatten. An der Studie nahmen Patienten und Patientinnen (18 bis

80 Jahre alt) mit Gesamt-C-Ausgangswerten in einem Bereich von 3,5 bis 7,0

mmol/l (135 bis 270 mg/dl) teil.

In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bewirkte

Fluvastatin (n = 844), verabreicht mit einer Dosis von 80 mg täglich über 4

Jahre, eine signifikante Reduktion des Risikos eines ersten MACE um 22% (p =

0,013) gegenüber Placebo (n = 833). Der primäre Endpunkt „MACE“ trat bei

21,4% der mit Fluvastatin behandelten Patienten auf gegenüber 26,7% der mit

Placebo behandelten Patienten (absolute Risikodifferenz: 5,2%, 95%-

Konfidenzintervalle: 1,1 bis 9,3). Diese günstigen Wirkungen waren besonders

bemerkenswert bei Patienten mit Diabetes mellitus und bei Patienten mit

Mehrgefäßerkrankung.

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fluvastatin Kapseln/Retardtabletten bei

Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 16 Jahren mit heterozygoter

familiärer Hypercholesterinämie wurden über einen Zeitraum von 2 Jahren im

Rahmen von 2 offenen, nicht kontrollierten klinischen Studien untersucht. Dabei

erhielten 114 Patienten (66 Jungen und 48 Mädchen) Fluvastatin entweder als

Kapseln (20 mg/Tag bis 40 mg 2-mal täglich) oder als 80 mg Retardtabletten 1-

mal täglich. Das Dosistitrationsschema beruhte dabei auf dem Ansprechen der

LDL-C-Werte.

In die erste Studie wurden 29 präpubertäre Jungen im Alter von 9 bis 12 Jahren

mit einem LDL-C-Spiegel über der 90. Altersperzentile und einem Elternteil mit

primärer Hypercholesterinämie sowie entweder einer vorzeitigen ischämischen

Herzerkrankung in der Familienanamnese oder Sehnenxanthom aufgenommen.

Der mittlere LDL-C-Ausgangswert lag bei 226 mg/dl entsprechend 5,8 mmol/l

(Bereich: 137 – 354 mg/dl, entsprechend 3,6 – 9,2 mmol/l). Die Behandlung

wurde bei allen Patienten mit Fluvastatin Kapseln 20 mg täglich eingeleitet,

wobei diese Dosis im Abstand von 6 Wochen auf 40 mg täglich und dann auf 80

mg täglich (40 mg 2-mal täglich) erhöht wurde, um einen LDL-C-Zielwert von

96,7 bis 123,7 mg/dl (2,5 mmol/l bis 3,2 mmol/l) zu erreichen.

In die zweite Studie wurden 85 männliche und weibliche Patienten zwischen 10

und 16 Jahren aufgenommen, bei denen ein LDL-C-Wert >190 mg/dl

(entsprechend 4,9 mmol/l) oder ein LDL-C-Wert >160 mg/dl (entsprechend 4,1

mmol/l) sowie mindestens ein Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit oder

ein LDL-C-Wert >160 mg/dl (entsprechend 4,1 mmol/l) sowie ein

nachgewiesener LDL-Rezeptordefekt vorlagen. Der mittlere LDL-C-

Ausgangswert betrug 225 mg/dl, entsprechend 5,8 mmol/l (Bereich: 148 - 343

mg/dl, entsprechend 3,8 - 8,9 mmol/l). Die Behandlung wurde bei allen

Patienten mit Fluvastatin Kapseln 20 mg täglich eingeleitet, wobei diese Dosis

im Abstand von 6 Wochen auf 40 mg täglich und dann auf 80 mg täglich

(Fluvastatin 80 mg Retardtablette) erhöht wurde, um einen LDL-C-Zielwert von

<130 mg/dl (3,4 mmol/l) zu erreichen. 70 Patienten waren pubertär oder

postpubertär (n = 69 ausgewertet im Hinblick auf Wirksamkeit).

In der ersten Studie (an präpubertären Jungen) senkte Fluvastatin mit

Tagesdosen zwischen 20 und 80 mg die Gesamt-C- und LDL-C-Spiegel im

Plasma um 21% bzw. 27%. Im Mittel wurde ein LDL-C-Wert von 161 mg/dl,

entsprechend 4,2 mmol/l erreicht (Bereich: 74 – 336 mg/dl, entsprechend 1,9 –

8,7 mmol/l). In der zweiten Studie (an pubertären oder postpubertären Mädchen

und Jungen) bewirkten Fluvastatin-Tagesdosen zwischen 20 und 80 mg eine

Verminderung der Gesamt-C- und LDL-C-Spiegel im Plasma um 22% bzw.

28%. Der im Mittel erreichte LDL-C-Wert belief sich auf 159 mg/dl,

entsprechend 4,1 mmol/l (Bereich: 90 - 295 mg/dl, entsprechend 2,3 – 7,6

mmol/l).

Bei den meisten Patienten in beiden Studien (83% in der ersten Studie und

89% in der zweiten Studie) erfolgte eine Dosistitration bis zur Tageshöchstdosis

von 80 mg. Zum Zeitpunkt des Studienendpunkts hatten 26 – 30% der

Patienten in beiden Studien den LDL-C-Zielwert von <130 mg/dl (3,4 mmol/l)

erreicht.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Fluvastatin wird nach oraler Verabreichung einer Lösung bei nüchternen

Freiwilligen rasch und vollständig (98%) resorbiert. Nach oraler Gabe von

Fluvastatin 80 mg Retardtabletten sowie im Vergleich zu den Kapseln fällt die

Resorptionsrate von Fluvastatin um nahezu 60% langsamer aus, während sich

die mittlere Verweildauer von Fluvastatin um ungefähr 4 Stunden erhöht. Nach

einer Mahlzeit wird der Wirkstoff mit einer verminderten Geschwindigkeit

resorbiert.

Verteilung

Fluvastatin wirkt hauptsächlich in der Leber, die auch das wichtigste Organ für

dessen Verstoffwechselung darstellt. Die auf Grundlage systemischer

Blutkonzentrationen ermittelte absolute Bioverfügbarkeit beträgt 24%. Das

scheinbare Verteilungsvolumen (Vz/f) des Arzneimittels beträgt 330 Liter. Mehr

als 98% des zirkulierenden Wirkstoffs werden an Plasmaproteine gebunden,

und diese Bindung wird weder durch die Konzentration von Fluvastatin noch

durch Warfarin, Salicylsäure oder Glyburid beeinflusst.

Biotransformation

Fluvastatin wird vorwiegend in der Leber metabolisiert. Im Blut zirkulieren

vorrangig Fluvastatin sowie der pharmakologisch inaktive Metabolit N-

Desisopropyl-Propionsäure. Die hydroxylierten Metaboliten sind zwar

pharmakologisch aktiv, zirkulieren jedoch nicht systemisch. Da mehrere

alternative Cytochrom-P450-(CYP450-)Stoffwechselwege für die

Biotransformation von Fluvastatin existieren, erweist sich die Metabolisierung

von Fluvastatin als relativ unempfindlich gegenüber einer CYP450-Hemmung.

Fluvastatin induzierte ausschließlich eine Hemmwirkung auf die

Metabolisierung von Substanzen, die über CYP2C9 verstoffwechselt werden.

Obwohl demzufolge die Möglichkeit einer kompetitiven Wechselwirkung

zwischen Fluvastatin und CYP2C9-Substraten wie zum Beispiel Diclofenac,

Phenytoin, Tolbutamid und Warfarin besteht, deuten die klinischen Daten

darauf hin, dass derartige Wechselwirkungen unwahrscheinlich sind.

Elimination

Bei gesunden Freiwilligen werden nach Verabreichung von 3H-Fluvastatin etwa

6% der Radioaktivität im Urin und 93% der Radioaktivität in den Fäzes

ausgeschieden, wobei weniger als 2% der gesamten ausgeschiedenen

Radioaktivität auf Fluvastatin entfallen. Für die Clearance von Fluvastatin aus

dem Plasma (CL/f) beim Menschen wurde ein Wert von 1,8 ± 0,8 l/min

berechnet. Die Plasmakonzentrationen im Steady State deuten nicht darauf hin,

dass es nach Anwendung von 80 mg täglich zu einer Kumulation von

Fluvastatin kommt. Nach oraler Gabe von 40 mg Fluvastatin belief sich die

terminale Dispositionshalbwertszeit auf 2,3 ± 0,9 Stunden.

Merkmale bei Patienten

Die Plasmakonzentrationen von Fluvastatin sind in der Allgemeinbevölkerung

weder alters- noch geschlechtsabhängig. Dennoch wurde bei Frauen und

älteren Menschen ein verstärktes Ansprechen auf die Behandlung verzeichnet.

Da Fluvastatin überwiegend biliär ausgeschieden wird und einem ausgeprägten

präsystemischen Metabolismus unterliegt, könnte es bei Patienten mit

Leberinsuffizienz potenziell zu einer Wirkstoffkumulation kommen (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.4).

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Es stehen keine Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern zur Verfügung.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die konventionellen Studien einschließlich der Studien zur

Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe,

Kanzerogenität und Reproduktionstoxizität wiesen nicht auf andere Risiken für

die Patienten hin als solche, die nach dem pharmakologischen

Wirkungsmechanismus zu erwarten sind. Eine Reihe von Veränderungen, die

für HMG-CoA-Reduktasehemmer üblich sind, wurde in den Toxizitätsstudien

identifiziert. Aufgrund der klinischen Beobachtungen werden

Leberfunktionstests ohnehin empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Weitere

Toxizitäten, die bei Tieren beobachtet wurden, waren entweder für den

Menschen nicht relevant oder traten bei Expositionswerten auf, die ausreichend

über der maximalen Exposition beim Menschen liegen, was auf eine geringe

Relevanz in der klinischen Anwendung hindeutet. Trotz der theoretischen

Überlegungen bezüglich der Rolle von Cholesterin in der Entwicklung des

Embryos wiesen die tierexperimentellen Studien nicht auf ein embryotoxisches

und teratogenes Potenzial von Fluvastatin hin.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Crospovidon(Typ A), Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.),

Povidon K 30, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

Kapselhülle:

Gelatine, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172),

Titandioxid (E 171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über +25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/Aluminium/Polyamid/PVC-Blisterpackungen

Originalpackung mit 30, 50 und 100 Hartkapseln.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333/9651-0

Telefax: 07333/9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

66500.00.00

66501.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

25. 07. 2008 / 06.08.2013

10. Stand der Information

Juni 2015

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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