Flunazul 100 mg Hartkapsel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluconazol
Verfügbar ab:
Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH - Geschäftsanschrift -
ATC-Code:
J02AC01
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluconazole
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Fluconazol 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
53727.01.00

Seite 1

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Flunazul® 100 mg Hartkapseln

Flunazul® 200 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Fluconazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es

nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn

diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Flunazul® mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Flunazul® beachten?

Wie ist Flunazul® einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Flunazul® aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Seite 2

1.

Was ist Flunazul und wofür wird es angewendet?

Flunazul enthält den Wirkstoff Fluconazol. Flunazul gehört zur Arzneimittelklasse der

so genannten „Antimykotika“.

Flunazul wird angewendet zur Behandlung von Infektionen, die durch Pilze verursacht

sind. Es kann darüber hinaus auch zur Vorbeugung von Candida-Infektionen angewendet

werden. Candida ist ein Hefepilz und der häufigste Erreger von Pilzinfektionen.

Erwachsene

Ihr Arzt kann Ihnen dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von

Infektionen verordnen:

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Kokzidioidomykose – eine Erkrankung der Bronchien und Atemwege

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im

Harntrakt nachweisbar sind

Schleimhautsoor – Infektionen der Mund- und Rachenschleimhaut und

Zahnfleischentzündung

Genitalsoor – Infektionen der Scheide oder des Penis

Hautinfektionen – z. B. Fußpilz, Ringelflechte, Pilzinfektionen im Leistenbereich,

Nagelpilz

Darüber hinaus können Sie Flunazul aus den folgenden Gründen erhalten:

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis

zur Vorbeugung von Rückfällen eines Schleimhautsoors

zur Verminderung von Rückfällen bei Scheidensoor

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn Ihr Immunsystem

geschwächt ist und nicht richtig arbeitet)

Kinder und Jugendliche (0 bis 17 Jahre)

Bei Kindern kann dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von

Pilzinfektionen verordnet werden:

Schleimhautsoor – Infektion der Mund- und Rachenschleimhaut

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im

Harntrakt nachweisbar sind

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Darüber hinaus kann Flunazul

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn das Immunsystem

geschwächt ist und nicht richtig arbeitet),

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis verordnet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Flunazul beachten?

Flunazul darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Fluconazol, andere Arzneimittel, die Sie gegen eine

Pilzinfektion eingenommen haben, oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Mögliche Beschwerden sind Juckreiz, Hautrötung

und Atemprobleme.

wenn Sie Astemizol oder Terfenadin einnehmen (Arzneimittel aus der Gruppe der

Antihistaminika, die bei Allergien eingesetzt werden)

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wenn Sie Cisaprid einnehmen (Arzneimittel gegen Magenbeschwerden)

wenn Sie Pimozid einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung psychischer

Erkrankungen)

wenn Sie Chinidin einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen)

wenn Sie Erythromycin einnehmen (Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Flunazul einnehmen, wenn

Sie:

Leber- oder Nierenprobleme haben

eine Herzerkrankung haben, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen

einen zu hohen oder zu niedrigen Gehalt an Kalium, Calcium oder Magnesium im

Blut haben

schwere Hautreaktionen entwickeln (wie Juckreiz, Hautrötung oder Atemprobleme)

Anzeichen einer „Nebenniereninsuffizienz“ zeigen, bei der die Nebennieren keine

ausreichenden Mengen bestimmter Steroidhormone, wie beispielsweise Cortisol,

bilden (chronische oder lang anhaltendende Müdigkeit, Muskelschwäche,

Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Abdominalschmerz).

Einnahme von Flunazul zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Astemizol, Terfenadin (ein Antihistaminikum

zur Behandlung von Allergien), Cisaprid (wird bei Magenverstimmungen eingenommen),

Pimozid (wird zur Behandlung von psychischen Erkrankungen eingenommen), Chinidin

(wird zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingenommen) oder Erythromycin (ein

Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen) anwenden, da diese nicht zusammen mit

Flunazul eingenommen werden dürfen (siehe Abschnitt „Flunazul darf nicht

eingenommen werden“).

Bei einigen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen mit Flunazul möglich. Informieren Sie

unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden:

Rifampicin oder Rifabutin (Antibiotika gegen Infektionen)

Alfentanil, Fentanyl (Narkosemittel)

Amitriptylin, Nortriptylin (Arzneimittel gegen Depressionen)

Amphotericin B, Voriconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Blutverdünnende Arzneimittel, die Blutgerinnsel verhindern (Warfarin oder ähnliche

Arzneimittel)

Benzodiazepine (Midazolam, Triazolam oder ähnliche Arzneimittel), die als

Schlafmittel oder gegen Angst eingesetzt werden

Carbamazepin, Phenytoin (Arzneimittel gegen Krampfanfälle [„Epilepsie“])

Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Felodipin und Losartan (gegen Hypertonie

[Bluthochdruck])

Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus oder Tacrolimus (zur Vorbeugung einer

Transplantatabstoßung)

Cyclophosphamid, Vinca-Alkaloide (Vincristin, Vinblastin oder ähnliche Arzneimittel)

zur Behandlung von Krebserkrankungen

Halofantrin (Arzneimittel gegen Malaria)

Statine (Atorvastatin, Simvastatin und Fluvastatin oder ähnliche Arzneimittel) zur

Senkung eines hohen Cholesterinspiegels

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Methadon (gegen Schmerzen)

Celecoxib, Flurbiprofen, Naproxen, Ibuprofen, Lornoxicam, Meloxicam, Diclofenac

(Nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR])

Orale Kontrazeptiva („Pille“ zur Verhütung)

Prednison (Steroid)

Zidovudin, auch unter der Abkürzung AZT bekannt; Saquinavir (eingesetzt bei

Patienten mit HIV-Infektion)

Arzneimittel gegen Diabetes mellitus wie Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid oder

Tolbutamid

Theophyllin (eingesetzt bei Asthma)

Vitamin A (Nahrungsergänzungsmittel)

Ivacaftor (eingesetzt bei zystischer Fibrose)

Amiodaron (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen)

Hydrochlorothiazid (Diuretikum)

Einnahme von Flunazul zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie können die Kapseln zu den Mahlzeiten oder unabhängig von den Mahlzeiten

einnehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Nach einer einmaligen Einnahme von bis zu 200 mg Flunazul können Sie weiter stillen.

Wenn Sie wiederholt Flunazul einnehmen, sollten Sie nicht weiter stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen ist zu berücksichtigen, dass

es gelegentlich zu Schwindelgefühl oder („epileptischen“) Krampfanfällen kommen kann.

Flunazul enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Flunazul daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten

Zuckern leiden.

3.

Wie ist Flunazul einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Nehmen Sie die Kapseln ungeöffnet und unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Sie

sollten die Kapseln möglichst jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einnehmen.

Die folgende Tabelle gibt die empfohlenen Dosen des Arzneimittels bei den

verschiedenen Arten von Infektionen an:

Erwachsene

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Erkrankung

Dosis

Behandlung von

Kryptokokkenmeningitis

Am 1. Tag 400 mg und dann 1-mal täglich

200 – 400 mg über 6 bis 8 Wochen oder falls erforderlich

länger. Manchmal wird die Dosis auf bis zu 800 mg erhöht.

Vorbeugung von Rückfällen von

Kryptokokkenmeningitis

1-mal täglich 200 mg, bis Ihr Arzt die Behandlung beendet

Behandlung von

Kokzidioidomykose

1-mal täglich 200 – 400 mg über 11 bis 24 Monate oder

auch länger, falls nötig. Manchmal wird die Dosis auf bis zu

800 mg erhöht.

Zur Behandlung innerer

Pilzinfektionen, die durch

Candida verursacht sind

Am 1. Tag 800 mg und dann 1-mal täglich 400 mg, bis Ihr

Arzt die Behandlung beendet

Behandlung von Infektionen der

Mund- und Rachenschleimhaut

und Zahnfleischentzündung

Am 1. Tag 200 – 400 mg und dann 100 – 200 mg, bis Ihr

Arzt die Behandlung beendet

Behandlung von Schleimhautsoor

– die Dosis ist vom infizierten

Körperbereich abhängig

1-mal täglich 50 – 400 mg über 7 bis 30 Tage, bis Ihr Arzt

die Behandlung beendet

Vorbeugung von Rückfällen von

Schleimhautinfektionen im Mund-

und Rachenbereich

1-mal täglich 100 – 200 mg oder 3-mal pro Woche 200 mg,

solange das Infektionsrisiko besteht

Behandlung von Genitalsoor

Einmalig 150 mg

Verminderung von Rückfällen bei

Scheidensoor

150 mg jeden 3. Tag über insgesamt 3 Dosen (an Tag 1, 4

und 7) und anschließend 1-mal wöchentlich für 6 Monate,

solange das Infektionsrisiko besteht

Behandlung von Pilzinfektionen

der Haut und Nägel

Abhängig vom infizierten Körperbereich 1-mal täglich

50 mg, 1-mal wöchentlich 150 mg,

300 – 400 mg 1-mal wöchentlich über 1 bis 4 Wochen (bei

Fußpilz kann die Behandlungsdauer bis zu 6 Wochen

betragen, bei Nagelinfektionen so lange behandeln, bis der

infizierte Nagel ersetzt ist)

Vorbeugung von Infektionen

durch Candida (wenn das

Immunsystem geschwächt ist

und nicht richtig arbeitet)

1-mal täglich 200 – 400 mg, solange das Infektionsrisiko

besteht

Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren

Wenden Sie die von Ihrem Arzt verordnete Dosis an (dies kann entweder die Dosis für

Erwachsene oder die Dosis für Kinder sein).

Kinder bis 11 Jahre

Bei Kindern beträgt die Höchstdosis 400 mg pro Tag.

Die Dosis wird auf der Grundlage des Körpergewichts des Kindes (in Kilogramm) berechnet.

Erkrankung

Tagesdosis

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Schleimhautsoor und Racheninfektionen mit Candida

Dosis und Behandlungsdauer sind vom Schweregrad

und vom genauen Ort der Infektion abhängig

3 mg je kg Körpergewicht

(Am 1. Tag können 6 mg je

kg Körpergewicht verabreicht

werden.)

Kryptokokkenmeningitis oder innere Pilzinfektionen

durch Candida

6 – 12 mg je kg

Körpergewicht

Vorbeugung von Infektionen durch Candida bei

Kindern (wenn das Immunsystem nicht richtig arbeitet)

3 – 12 mg je kg

Körpergewicht

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 0 bis 4 Wochen

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 3 bis 4 Wochen:

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 2 Tage. Die

Höchstdosis beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 48 Stunden.

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von unter 2 Wochen:

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 3 Tage. Die

Höchstdosis beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 72 Stunden.

Ältere Patienten

Sofern Sie keine Nierenprobleme haben, sollten Sie die übliche Erwachsenen-Dosis

einnehmen.

Patienten mit Nierenproblemen

Ihr Arzt kann Ihre Dosis abhängig von der Funktionsfähigkeit Ihrer Nieren ändern.

Wenn Sie eine größere Menge von Flunazul eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln auf einmal einnehmen, kann dies zu Unwohlsein führen. Setzen Sie

sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses

in Verbindung. Eine Überdosierung kann zum Beispiel dazu führen, dass Sie Dinge hören,

sehen, fühlen oder denken, die nicht real sind (Halluzinationen, Verfolgungswahn).

Möglicherweise ist eine Behandlung angebracht, die die Beschwerden lindert (mit Maßnahmen

zur Unterstützung der Körperfunktion und Magenspülung, falls erforderlich).

Wenn Sie die Einnahme von Flunazul vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, sollten Sie diese einnehmen, sobald Sie daran denken.

Lassen Sie die vergessene Dosis jedoch aus, wenn es fast Zeit für die nächste Dosis ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei einigen Menschen kommt es zu allergischen Reaktionen, allerdings sind schwerwiegende

allergische Reaktionen selten. Wenn bei Ihnen eine oder mehrere Nebenwirkungen auftreten,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn

bei Ihnen eine oder mehrere der folgenden Beschwerden auftreten:

Plötzliches pfeifendes Atemgeräusch, Atemprobleme oder Engegefühl im Brustkorb

Anschwellen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen

Juckreiz am gesamten Körper, Hautrötung oder juckende rote Flecken auf der Haut

Hautausschlag

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Schwere Hautreaktionen wie ein blasenbildender Hautausschlag (der auch den

Mund und die Zunge betreffen kann)

Flunazul kann Ihre Leberfunktion beeinträchtigen. Folgende Symptome einer

Leberfunktionsstörung können auftreten:

Müdigkeit

Appetitlosigkeit

Erbrechen

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen Ihrer Augen (Gelbsucht)

Flunazul kann die Funktion Ihrer Nebennieren und die Menge an gebildeten

Steroidhormonen beeinträchtigen. Folgende Symptome einer

Nebennierenfunktionsstörung können auftreten:

Müdigkeit

Muskelschwäche

Appetitlosigkeit

Gewichtsverlust

Abdominalschmerz

Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, beenden Sie sofort die Einnahme von

Flunazul und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Andere Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelten von 100):

Kopfschmerzen

Magenbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Anstieg von Blut- oder Leberwerten

Hautausschlag

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelten von 1.000):

Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen, die zu Hautblässe und

Schwäche oder Atemnot führen kann

Appetitminderung

Unfähigkeit zu schlafen, Schläfrigkeit

„Epileptische“ Krampfanfälle, Schwindelgefühl, Drehschwindel, Kribbeln, Stechen

oder Taubheitsgefühl, Veränderung des Geschmacksempfindens

Verstopfung, Verdauungsprobleme, Blähungen, Mundtrockenheit

Muskelschmerzen

Leberschädigung und Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht)

Quaddeln, Blasenbildung (Nesselsucht), Juckreiz, vermehrtes Schwitzen

Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Fieber

Seltene Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelten von 10.000):

Zu niedrige Anzahl von weißen Blutkörperchen, die an der Infektionsabwehr

beteiligt sind, sowie von Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen

Rote oder violette Hautverfärbung, die durch eine niedrige Zahl an Blutplättchen

verursacht sein kann, andere Änderungen bei den Blutzellen

Veränderung der Blutchemie (hoher Cholesterinspiegel, Fettgehalt)

Niedriger Kaliumgehalt im Blut

Zittern

Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG), Veränderungen der Herzfrequenz

oder des Herzrhythmus

Leberversagen

Allergische Reaktionen (manchmal schwer ausgeprägt), wie ein ausgedehnter

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blasenbildender Hautausschlag und Abschälen der Haut, schwere Hautreaktionen,

Anschwellen der Lippen oder des Gesichts

Haarausfall

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

können

Nebenwirkungen

auch

direkt

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de/ anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittel zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Flunazul aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf!

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser (über Toilette oder Waschbecken). Nicht

benötigtes Arzneimittel kann in den Hausmüll gegeben werden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was eine Hartkapsel Flunazul enthält:

Der Wirkstoff ist Fluconazol.

1 Hartkapsel Flunazul 100 mg enthält 100 mg Fluconazol.

1 Hartkapsel Flunazul 200 mg enthält 200 mg Fluconazol.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, vorverkleisterte Stärke (Mais),

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], hochdisperses Siliciumdioxid,

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Titandioxid (E171).

Wie Flunazul aussieht und Inhalt der Packung:

Weiße Kapseln; Packungen mit 20, 50 und 100 Hartkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer

und Hersteller

Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH, D-96045 Bamberg, Telefon: 0951/6043-0, Telefax:

0951/604329.

E-Mail: info@dr-pfleger.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2019.

Seite 9

Ihre Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH wünscht Ihnen gute Besserung.

Flunazul® 100 mg / 200 mg

Hartkapseln

Zur Behandlung von Pilzinfektionen

Seite 1

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

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Pfleger

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1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Flunazul ® 100 mg Hartkapseln

Flunazul ® 200 mg Hartkapseln

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Flunazul 100 mg

1 Hartkapsel enthält 100 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Hartkapsel enthält 99 mg Lactose-

Monohydrat.

Flunazul 200 mg

1 Hartkapsel enthält 200 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Hartkapsel enthält 198 mg Lactose-

Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Hartkapsel

Die Hartgelatinekapsel zu 100 mg hat einen weißen Körper. Die Kapselgröße entspricht

Nr. 2.

Die Hartgelatinekapsel zu 200 mg hat einen weißen Körper. Die Kapselgröße entspricht

Nr. 0.

4.

Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Flunazul wird bei den folgenden Pilzinfektionen angewendet (siehe Abschnitt 5.1).

Anwendung von Flunazul bei Erwachsenen zur Behandlung von

Kryptokokkenmeningitis (siehe Abschnitt 4.4)

Kokzidioidomykose (siehe Abschnitt 4.4)

invasiven Candidosen

Schleimhaut-Candidosen, einschließlich oropharyngeale und ösophageale

Candidosen, Candidurien und chronisch-mukokutane Candidosen

chronisch-atrophischen oralen Candidosen (Mundhöhlenerkrankungen bei

Zahnprothesenträgern), wenn zahnhygienische oder lokale Maßnahmen nicht

ausreichen

akuten oder rezidivierenden Vaginal-Candidosen, wenn eine lokale Therapie nicht

geeignet ist

Candida-Balanitis, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Dermatomykosen, einschließlich Tinea pedis, Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea

versicolor und Candida-Infektionen der Haut, bei denen eine systemische Behandlung

angezeigt ist

Tinea unguium (Onychomykose), wenn andere Wirkstoffe nicht geeignet erscheinen

Anwendung von Fluconazol bei Erwachsenen zur Prophylaxe von

rezidivierender Kryptokokkenmeningitis, bei Patienten mit hohem Rezidivpotenzial

rezidivierenden oropharyngealen und ösophagealen Candidosen bei HIV-Patienten mit

hohem Rückfallrisiko

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rezidivierender Vaginal-Candidosen zur Verringerung der Inzidenz (4 oder mehr

Episoden pro Jahr)

Candida-Infektionen bei Patienten mit anhaltender Neutropenie (wie z. B. Patienten

unter Chemotherapie bei bösartigen Bluterkrankungen oder Patienten mit

hämatopoetischer Stammzelltransplantation [siehe Abschnitt 5.1])

Anwendung von Fluconazol bei termingerechten Neugeborenen, Säuglingen,

Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren:

Zur Prävention rezidivierender Kryptokokkenmeningitis kann Fluconazol als

Erhaltungstherapie bei Kindern mit hohem Rückfallrisiko (siehe Abschnitt 4.4) eingesetzt

werden. Fluconazol wird zur Behandlung von Schleimhaut-Candidosen (oropharyngeal

und ösophageal), invasiven Candidosen, Kryptokokkenmeningitis sowie zur Prophylaxe

von Candida-Infektionen bei abwehrgeschwächten Patienten angewendet.

Die Therapie kann begonnen werden, bevor Ergebnisse von Kulturen und andere

Laborwerte vorliegen. Sobald diese Ergebnisse verfügbar sind, sollte die antiinfektive

Therapie entsprechend angepasst werden.

Die offiziellen Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antimykotika sind zu

berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung sollte sich an Art und Schweregrad der Pilzinfektion orientieren. Bei

Infektionen, bei denen wiederholte Gaben notwendig sind, sollte die Behandlung so

lange fortgesetzt werden, bis die klinischen Parameter oder Laborwerte bestätigen, dass

die aktive Pilzinfektion abgeklungen ist. Eine unzureichende Behandlungsdauer kann ein

Wiederauftreten der aktiven Pilzinfektion zur Folge haben.

Erwachsene:

Siehe Tabelle 1

Tabelle 1

Indikationen

Dosierung

Behandlungsdauer

Kryptokokkosen

Behandlung von

Kryptokokken-

meningitis

Anfangsdosis: 400

mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 200 mg bis

400 mg pro Tag

Üblicherweise mindestens

6 bis 8 Wochen. Bei

lebensbedrohlichen

Infektionen kann die

Tagesdosis auf 800 mg

erhöht werden.

Erhaltungstherapie zur

Rezidivprophylaxe von

Kryptokokken-

meningitis bei

Patienten mit hohem

Rückfallrisiko

200 mg pro Tag

Unbegrenzt bei einer

Tagesdosis von 200 mg.

Kokzidioidomykose

200 mg bis 400 mg

Abhängig vom Patienten

11 bis 24 Monate oder

länger. Bei einigen

Infektionen und speziell bei

Meningen-Infektionen kann

die Gabe von 800 mg pro

Tag erwogen werden.

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Indikationen

Dosierung

Behandlungsdauer

Invasive Candidosen

Anfangsdosis: 800

mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 400 mg pro

Im Allgemeinen wird

empfohlen, die Behandlung

bei Candidämien nach der

ersten negativen Blutkultur

und nach dem Abklingen

der Candidämie-Symptome

noch für weitere 2 Wochen

fortzusetzen.

Behandlung von

Schleimhaut-

Candidosen

– Oropharyngeale

Candidose

Anfangsdosis: 200

mg bis 400 mg an

Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg pro Tag

7 bis 21 Tage (bis zur

Remission der

oropharyngealen

Candidose). Bei Patienten

mit stark geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

– Ösophageale

Candidose

Anfangsdosis: 200

mg bis

400 mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg pro Tag

14 bis 30 Tage (bis zur

Remission der

ösophagealen Candidose).

Bei Patienten mit stark

geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

– Candidurie

200 mg bis 400 mg

pro Tag

7 bis 21 Tage. Bei

Patienten mit stark

geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

– Chronisch-atrophische

Candidose

50 mg pro Tag

14 Tage

– Chronisch-

mukokutane Candidose

50 mg bis 100 mg

pro Tag

Bis zu 28 Tagen, abhängig

vom Schweregrad der

Infektion und des

zugrundeliegenden

Immundefekts sowie der

Infektion auch länger.

Rezidivprophylaxe

von Schleimhaut-

Candidosen bei HIV-

Patienten mit hohem

Rezidivrisiko

– Oropharyngeale

Candidose

100 mg bis 200 mg

täglich oder

200 mg 3-mal

wöchentlich

Bei Patienten mit

chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit.

– Ösophageale

Candidosen

100 mg bis 200 mg

täglich oder

200 mg 3-mal

wöchentlich.

Bei Patienten mit

chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit.

Genital-Candidosen

– Akute Vaginal-

Candidose

– Candida-Balanitis

150 mg

Einzeldosis

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Indikationen

Dosierung

Behandlungsdauer

– Behandlung und

Prophylaxe von

rezidivierenden Vaginal-

Candidosen (vier oder

mehr Episoden pro

Jahr)

150 mg jeden 3.Tag

über insgesamt 3

Dosen (Tag 1, 4 und

7), anschließend

Erhaltungsdosis mit

150 mg einmal

wöchentlich

Erhaltungsdosis: 6 Monate.

Dermatomykosen

– Tinea pedis,

– Tinea corporis,

– Tinea cruris,

– Candida -Infektionen

150 mg 1-mal

wöchentlich oder 50

mg 1-mal täglich

2 bis 4 Wochen. Bei Tinea

pedis kann eine

Behandlung über bis zu 6

Wochen notwendig sein.

Tinea versicolor

300 mg bis 400 mg

1-mal wöchentlich

1 bis 3 Wochen

50 mg 1-mal täglich

2 bis 4 Wochen

Tinea unguium

(Onychomykose)

150 mg 1-mal

wöchentlich

Die Behandlung sollte

fortgesetzt werden, bis der

infizierte Nagel erneuert

wurde (der gesunde Nagel

nachwächst). Das

Nachwachsen von

Fingernägeln bzw.

Zehennägeln dauert

üblicherweise 3 bis 6 bzw.

6 bis 12 Monate. Die

Wachstumsgeschwindigkeit

kann jedoch individuell und

altersabhängig stark

variieren. Nach

erfolgreicher Behandlung

von langfristigen

chronischen Infektionen

kann gelegentlich eine

Deformierung des Nagels

fortbestehen.

Prophylaxe von

Candida-Infektionen

bei Patienten mit

anhaltender

Neutropenie

200 mg bis 400 mg

Die Behandlung sollte

mehrere Tage vor dem

erwarteten Beginn der

Neutropenie begonnen und

nach Abklingen der

Neutropenie (wenn die

Neutrophilenzahl wieder

auf >1.000 Zellen/mm

angestiegen ist) noch über

weitere 7 Tage fortgesetzt

werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Dosierung ist in Abhängigkeit der Nierenfunktion anzupassen (siehe Eingeschränkte

Nierenfunktion).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einmaliger Verabreichung ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion (einschließlich Kindern und Jugendlichen), die mehrere

Dosen Fluconazol erhalten sollen, sollte abhängig von der für die jeweilige Indikation

empfohlenen Tagesdosis eine Anfangsdosis von 50 mg bis 400 mg verabreicht werden.

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Im Anschluss an diese initiale Aufsättigungsdosis sollte sich die Tagesdosis

(entsprechend der Indikation) an der Tabelle 2 orientieren:

Tabelle 2

Kreatinin-

Clearance (ml/min)

Prozent der

empfohlenen Dosis

>50

100 %

≤50 (keine Dialyse)

50 %

Regelmäßige

Dialyse

100% nach jeder

Dialysesitzung

Patienten mit regelmäßiger Dialysebehandlung sollten nach der Dialyse 100 % der

empfohlenen Dosis erhalten. An dialysefreien Tagen sollten die Patienten eine

entsprechend Ihrer Kreatinin-Clearance verringerte Dosis erhalten.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da nur begrenzte Daten zu Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vorliegen, muss

Fluconazol bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine Höchstdosis von 400 mg pro Tag nicht

überschritten werden. Wie auch bei den entsprechenden Infektionen bei Erwachsenen,

orientiert sich die Behandlungsdauer am klinischen und mykologischen Ansprechen.

Fluconazol wird als tägliche Einmalgabe verabreicht.

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nierenfunktion siehe

Dosierung unter „Eingeschränkte Nierenfunktion“. Bei Kindern und Jugendlichen mit

eingeschränkter Nierenfunktion wurde die Pharmakokinetik von Fluconazol nicht

untersucht (zu termingerechten Neugeborenen, die häufig eine primäre renale Unreife

aufweisen, siehe den nachfolgenden Abschnitt).

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (im Alter von 28 Tagen bis 11 Jahren):

Siehe Tabelle 3

Tabelle 3

Indikation

Dosierung

Empfehlungen

– Schleimhaut-Candidosen

Anfangsdosis: 6

mg/kg

Nachfolgende Dosis:

3 mg/kg pro Tag

Die Anfangsdosis kann am 1.

Tag verabreicht werden, um

schneller Steady-State-

Konzentrationen zu erreichen

– Invasive Candidosen

– Kryptokokkenmeningitis

Dosis: 6 bis 12 mg/kg

pro Tag

Abhängig vom Schweregrad

der Erkrankung

– Erhaltungstherapie zur

Prävention rezidivierender

Kryptokokkenmeningitis bei

Kindern mit hohem Rezidivrisiko

Dosis: 6 mg/kg pro

Abhängig vom Schweregrad

der Erkrankung

– Prophylaxe von Candida –

Infektionen bei

abwehrgeschwächten Patienten

Dosis: 3 bis 12 mg/kg

pro Tag

Abhängig von Schweregrad

und Dauer der vorliegenden

Neutropenie (siehe Dosierung

bei Erwachsenen)

Seite 6

Jugendliche (im Alter von 12 bis 17 Jahren):

Der verordnende Arzt muss abhängig vom Körpergewicht und der pubertären

Entwicklung beurteilen, welche Dosierung (die Dosierung für Erwachsene oder die

Dosierung für Kinder) geeignet ist. Die klinischen Daten zeigen, dass Kinder eine höhere

Fluconazol-Clearance aufweisen als Erwachsene. Eine Dosis von 100, 200 und 400 mg

bei Erwachsenen entspricht bei Kindern einer Dosis von 3, 6 und 12 mg/kg, um eine

vergleichbare systemische Exposition zu erreichen.

In der Pädiatrie wurden die Sicherheit und die Wirksamkeit bei Genital-Candidosen nicht

untersucht. Die derzeit vorliegenden Daten zu anderen Indikationen bei Kindern und

Jugendlichen werden in Abschnitt 4.8 beschrieben. Wenn bei Jugendlichen (12 bis 17

Jahre) die Behandlung einer Genital-Candidose unbedingt notwendig ist, sollte die

Dosierung wie bei Erwachsenen erfolgen.

Termingerechte Neugeborene (0 bis 27 Tage):

Neugeborene scheiden Fluconazol langsam aus. Es liegen nur wenige

pharmakokinetische Daten vor, die diese Dosierungen bei Neugeborenen unterstützen

(siehe Abschnitt 5.2).

Siehe Tabelle 4

Tabelle 4

Altersgruppe

Dosierung

Empfehlungen

Neugeborene

(0 bis 14 Tage)

Verabreichung der mg/kg-Dosis für

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder alle 72

Stunden

Eine Höchstdosis von 12

mg/kg alle 72 Stunden sollte

nicht überschritten werden

Neugeborene

(15 bis 27 Tage)

Verabreichung der mg/kg-Dosis für

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder alle 48

Stunden

Eine Höchstdosis von 12

mg/kg alle 48 Stunden sollte

nicht überschritten werden

Art der Anwendung

Die Kapseln sollen ungeöffnet und unzerkaut unabhängig von den Mahlzeiten

eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, verwandte Azolderivate oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Auf Grundlage der Ergebnisse einer Wechselwirkungsstudie mit Mehrfachgabe ist die

gleichzeitige Verabreichung mit Terfenadin kontraindiziert, wenn der Patient wiederholte

Fluconazol-Dosen in Höhe von 400 mg oder mehr pro Tag erhält. Ebenso ist bei mit

Fluconazol behandelten Patienten die gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel

kontraindiziert, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern und über das

Cytochrom (CYP)-P450-Isoenzym 3A4 metabolisiert werden, wie z. B. Cisaprid,

Astemizol, Pimozid, Chinidin und Erythromycin (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Tinea capitis

Fluconazol wurde zur Behandlung einer Tinea capitis bei Kindern untersucht. Es zeigte

sich keine Überlegenheit gegenüber Griseofulvin und die Gesamterfolgrate lag unter 20

%. Daher sollte Fluconazol nicht bei Tinea capitis angewendet werden.

Seite 7

Kryptokokkose

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von Kryptokokkosen

an anderen Lokalitäten (z. B. pulmonale oder kutane Kryptokokkosen) sind begrenzt, so

dass keine Dosierungsangaben gemacht werden können.

Tiefe endemische Mykosen

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von anderen

endemischen Mykosen, wie z. B. Parakokzidioidomykose, lymphokutane Sporotrichose

und Histoplasmose sind begrenzt, so dass keine Dosierungsangaben gemacht werden

können.

Nieren

Fluconazol muss bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet

werden (siehe Abschnitt 4.2).

Nebenniereninsuffizienz

Ketoconazol kann bekanntermaßen eine Nebenniereninsuffizienz auslösen und dies

könnte, obwohl selten beobachtet, auch für Fluconazol gelten. Nebenniereninsuffizienz

in Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Behandlung mit Prednison wird in Abschnitt

4.5 „Einfluss von Fluconazol auf andere Arzneimittel“ beschrieben.

Leber und Gallenwege

Fluconazol muss bei Patienten mit Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet

werden. In seltenen Fällen war die Anwendung von Fluconazol mit einer

schwerwiegenden Hepatotoxizität verbunden, die in einigen Fällen zum Tod führte.

Hiervon waren insbesondere Patienten mit schweren Grunderkrankungen betroffen. In

den Fällen einer durch Fluconazol ausgelösten Hepatotoxizität ließ sich kein

Zusammenhang mit der Tagesdosis, der Behandlungsdauer sowie Alter und Geschlecht

des Patienten herstellen. Die Hepatotoxizität war in der Regel nach Absetzen von

Fluconazol reversibel. Patienten, bei denen während der Behandlung mit Fluconazol

eine Abweichung der Leberwerte auftritt, müssen engmaschig auf das Auftreten einer

schwereren Leberschädigung überwacht werden. Die Patienten sollten auf mögliche

Symptome einer schwerwiegenden Leberschädigung hingewiesen werden (ausgeprägte

Asthenie, Anorexie, anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Ikterus). Die Behandlung mit

Fluconazol sollte sofort abgebrochen werden und der Patient sollte einen Arzt

aufsuchen.

Herz-Kreislauf-System

Einige Azole einschließlich Fluconazol gingen mit einer Verlängerung des QT-Intervalls

im EKG einher. Im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung wurde in sehr seltenen

Fällen bei mit Fluconazol behandelten Patienten über eine Verlängerung des QT-

Intervalls und Torsade de pointes berichtet. Diese Berichte betrafen unter anderem

schwerkranke Patienten mit vielfältigen verzerrenden Risikofaktoren wie strukturellen

Herzerkrankungen, Elektrolytanomalien und Begleitmedikationen, die ebenfalls

ursächlich gewesen sein könnten. Fluconazol muss bei Patienten mit diesen potenziell

proarrhythmischen Störungen mit Vorsicht angewendet werden.

Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-

Intervall verlängern und über das Cytochrom P450 (CYP) 3A4 metabolisiert werden, ist

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Halofantrin

Es wurde gezeigt, dass Halofantrin in der empfohlenen therapeutischen Dosis das QT

Intervall verlängert und ein CYP3A4-Substrat ist. Die gleichzeitige Anwendung von

Fluconazol und Halofantrin wird daher nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

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Dermatologische Reaktionen

In seltenen Fällen entwickelten Patienten unter einer Fluconazol-Behandlung exfoliative

Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale

Nekrolyse. AIDS-Patienten neigen bei vielen Arzneimitteln eher zur Ausbildung schwerer

Hautreaktionen. Wenn sich bei einem Patienten, der wegen einer oberflächlichen

Pilzinfektion behandelt wird, ein auf Fluconazol zurückgeführter Hautausschlag entwickelt,

sollte die Behandlung mit diesem Arzneimittel abgebrochen werden. Patienten mit

invasiven/systemischen Pilzinfektionen, bei denen es zu einem Hautausschlag kommt,

müssen sorgfältig beobachtet werden und Fluconazol sollte abgesetzt werden, sobald

Blasen auftreten oder sich ein Erythema multiforme entwickelt.

Überempfindlichkeit

In seltenen Fällen wurde eine Anaphylaxie beschrieben (siehe Abschnitt 4.3).

Cytochrom P450

Fluconazol ist ein starker CYP2C9-Inhibitor und ein mäßiger CYP3A4-Inhibitor. Darüber

hinaus ist Fluconazol ein Inhibitor von CYP2C19. Mit Fluconazol behandelte Patienten,

die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die eine enge therapeutische Breite aufweisen und

über CYP2C9, CYP2C19 oder CYP3A4 metabolisiert werden, müssen überwacht

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Terfenadin

Patienten, die gleichzeitig Fluconazol in Dosen von weniger als 400 mg/Tag und

Terfenadin erhalten, müssen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitte 4.3 und

4.5).

Flunazul Hartkapseln enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären

Galaktose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galaktose-Malabsorption sollten

Flunazul Hartkapseln nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel ist kontraindiziert:

Cisaprid: Bei Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und Cisaprid erhielten, wurden

kardiale Ereignisse einschließlich Torsade de pointes beschrieben. In einer kontrollierten

Studie, in der 1-mal täglich 200 mg Fluconazol zusammen mit 4-mal täglich 20 mg

Cisaprid verabreicht wurde, kam es zu einem signifikanten Anstieg der Cisaprid-

Plasmakonzentration und zu einer Verlängerung des QT

-Intervalls. Die gleichzeitige

Behandlung mit Cisaprid und Fluconazol ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Terfenadin:

Da bei Patienten, die Azol-Antimykotika in Verbindung mit Terfenadin

erhielten, sekundär zu einer QTc-Verlängerung schwerwiegende

Herzrhythmusstörungen auftraten, wurden Wechselwirkungsstudien durchgeführt. In

einer Studie mit einer Tagesdosis von 200 mg Fluconazol konnte keine Verlängerung

des QTc-Intervalls nachgewiesen werden. In einer anderen Studie, in der Fluconazol in

Dosen von 400 mg und 800 mg pro Tag verabreicht wurde, bewirkte Fluconazol in einer

Dosis von 400 mg pro Tag und darüber bei gemeinsamer Verabreichung einen

signifikanten Anstieg der Terfenadin-Plasmakonzentration. Die gleichzeitige Gabe von

Fluconazol in Tagesdosen von 400 mg oder darüber und Terfenadin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3). Bei gleichzeitiger Gabe von Fluconazol in Dosen unter 400 mg pro

Tag mit Terfenadin muss die Behandlung engmaschig überwacht werden.

Astemizol: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Astemizol kann die Clearance von

Astemizol verringern. Die daraus resultierende erhöhte Astemizol-Plasmakonzentration

Seite 9

kann zu einer Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen zu Torsade de

pointes führen. Die gleichzeitige Anwendung von Astemizol und Fluconazol ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Pimozid: Auch wenn dies weder in vitro noch in vivo untersucht wurde, könnte die

gleichzeitige Gabe von Fluconazol mit Pimozid zu einer Hemmung des Pimozid-

Metabolismus führen. Erhöhte Pimozid-Plasmakonzentrationen können zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen zu Torsade de pointes führen.

Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Pimozid ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Chinidin: Auch wenn dies weder in vitro noch in vivo untersucht wurde, könnte die

gleichzeitige Gabe von Fluconazol mit Chinidin zu einer Hemmung des Chinidin-

Metabolismus führen. Die Anwendung von Chinidin war mit einer Verlängerung des QT-

Intervalls und in seltenen Fällen mit Torsade de pointes verbunden. Die gleichzeitige

Anwendung von Fluconazol und Chinidin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Erythromycin: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Erythromycin kann das Risiko

einer Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall, Torsade de pointes) und damit eines

plötzlichen Herztods erhöhen. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Erythromycin

ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel wird nicht empfohlen:

Halofantrin: Fluconazol kann über eine hemmende Wirkung auf CYP3A4 die

Plasmakonzentration von Halofantrin erhöhen. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol

und Halofantrin kann das Risiko einer Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall, Torsade

de pointes) und damit eines plötzlichen Herztods erhöhen. Diese Kombination sollte

vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Amiodaron: die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol und Amiodaron kann zu einer

Verlängerung der QT-Zeit führen. Deshalb ist bei dieser Wirkstoffkombination Vorsicht

geboten, besonders bei hohen Dosen von Fluconazol (800mg).

Bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden anderen Arzneimittel ist Vorsicht

geboten und eine Dosisanpassung erforderlich:

Einfluss anderer Arzneimittel auf Fluconazol

Rifampicin: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Rifampicin führte zu einer

Verringerung der Fluconazol-AUC um 25 % und zu einer Verkürzung der Halbwertzeit von

Fluconazol um 20 %. Daher ist bei Patienten, die gleichzeitig Rifampicin erhalten, eine

Dosiserhöhung von Fluconazol in Betracht zu ziehen.

Wechselwirkungsstudien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von

oralem Fluconazol mit Nahrung, Cimetidin, Antazida oder nach Ganzkörperbestrahlung

im Rahmen einer Knochenmarktransplantation die Resorption von Fluconazol nicht in

klinisch relevanter Weise beeinträchtigt.

Hydrochlorothiazid: In einer pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie an gesunden

Probanden, die Fluconazol erhielten, erhöhte die gleichzeitige Mehrfachgabe von

Hydrochlorothiazid die Plasmakonzentration von Fluconazol um 40 %. Ein Effekt dieser

Größenordnung sollte keine Änderung des Fluconazol-Dosierungsschemas bei

Patienten, die gleichzeitig Diuretika erhalten, erforderlich machen.

Seite 10

Einfluss von Fluconazol auf andere Arzneimittel

Fluconazol ist ein starker Inhibitor des Cytochrom P450-(CYP)-Isoenzymes 2C9 und ein

mäßiger CYP3A4-Inhibitor. Darüber hinaus ist Fluconazol ein Inhibitor des Izoenzymes

CYP2C19. Zusätzlich zu den weiter unten beschriebenen beobachteten / dokumentierten

Wechselwirkungen besteht ein Risiko für erhöhte Plasmakonzentrationen anderer über

CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 metabolisierter Wirkstoffe, wenn diese gemeinsam mit

Fluconazol verabreicht werden. Daher ist bei derartigen Kombinationen Vorsicht geboten

und die Patienten sollten sorgfältig überwacht werden. Aufgrund der langen Halbwertzeit

von Fluconazol hält die enzymhemmende Wirkung von Fluconazol noch 4 bis 5 Tage

nach Beendigung der Behandlung an (siehe Abschnitt 4.3).

Alfentanil: Bei gesunden Probanden erhöhte sich bei gleichzeitiger Gabe von 400 mg

Fluconazol und 20 μg/kg intravenösem Alfentanil die AUC

von Alfentanil, vermutlich

durch eine CYP3A4-Hemmung, um das 2-Fache. Gegebenenfalls ist eine

Dosisanpassung von Alfentanil erforderlich.

Amitriptylin, Nortriptylin: Fluconazol verstärkt die Wirkung von Amitriptylin und

Nortriptylin. Zu Beginn einer Kombinationstherapie und nach 1 Woche können die 5-

Nortriptylin- und/oder S-Amitriptylin-Konzentrationen bestimmt werden. Falls erforderlich

sollte die Dosis von Amitriptylin/Nortriptylin angepasst werden.

Amphotericin B: Die gleichzeitige Verabreichung von Fluconazol und Amphotericin B hatte

bei infizierten normalen und immunsupprimierten Mäusen folgende Wirkungen: einen

kleinen additiven antimykotischen Effekt auf systemische Infektionen mit C. albicans,

keine Wechselwirkungen bei intrakraniellen Infektionen mit Cryptococcus neoformans und

einen Antagonismus der beiden Wirkstoffe bei systemischen Infektionen mit Aspergillus

fumigatus. Die klinische Bedeutung der Ergebnisse dieser Untersuchungen ist nicht

bekannt.

Antikoagulanzien: Nach der Markteinführung wurden, wie auch unter anderen Azol-

Antimykotika, bei gleichzeitig mit Fluconazol und Warfarin behandelten Patienten

Blutungsereignisse (Blutergüsse, Nasenbluten, gastrointestinale Blutungen, Hämaturie

und Meläna) beobachtet, die in Verbindung mit einer verlängerten Prothrombinzeit

standen. Unter der gleichzeitigen Behandlung mit Fluconazol und Warfarin war die

Prothrombinzeit, vermutlich über eine Hemmung des Warfarin-Metabolismus durch

CYP2C9, bis zum 2-fachen verlängert. Bei Patienten, die Antikoagulanzien vom

Cumarin- oder Indandion-Typ zusammen mit Fluconazol erhalten, muss die

Prothrombinzeit sorgfältig überwacht werden. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung

des Antikoagulans notwendig.

Benzodiazepine (kurzwirksam), z.B. Midazolam, Triazolam: Nach oraler Anwendung von

Midazolam führte Fluconazol zu einem deutlichen Anstieg der Serumkonzentration und

psychomotorischen Wirkung von Midazolam. Die gleichzeitige orale Einnahme von 200

mg Fluconazol und 7,5 mg Midazolam erhöhte die AUC und die Halbwertzeit von

Midazolam um das 3,7- bzw 2,2-Fache. Die gleichzeitige tägliche Gabe von 200 mg

Fluconazol und 0,25 mg Triazolam oral erhöhte die AUC und die Halbwertzeit von

Triazolam um das 4,4- bzw. 2,3-Fache. Unter gleichzeitiger Behandlung mit Fluconazol

wurde eine Potenzierung und Verlängerung der Wirkung von Triazolam beobachtet.

Wenn bei einem mit Fluconazol behandelten Patienten die gleichzeitige Anwendung von

Benzodiazepinen erforderlich ist, ist eine Verringerung der Benzodiazepin-Dosis in

Betracht zu ziehen und der Patient entsprechend zu überwachen.

Carbamazepin: Fluconazol hemmt den Metabolismus von Carbamazepin, und es wurde

ein Anstieg der Carbamazepin-Serumkonzentration um 30 % beobachtet. Es kann zu

einer Carbamazepin-Toxizität kommen. Abhängig von den gemessenen

Seite 11

Konzentrationen bzw. Auswirkungen kann eine Dosisanpassung von Carbamazepin

erforderlich sein.

Calciumkanalblocker: Bestimmte Calciumkanalblocker (Nifedipin, Isradipin, Amlodipin,

Verapamil und Felodipin) werden durch CYP3A4 metabolisiert. Fluconazol kann die

systemische Exposition von Calciumkanalblockern erhöhen. Eine engmaschige

Überwachung auf Nebenwirkungen wird empfohlen.

Celecoxib: Unter der gleichzeitigen Gabe von Fluconazol (200 mg pro Tag) und Celecoxib

(200 mg) kam es zu einem Anstieg der maximalen Plasmakonzentration von Celecoxib

um 68 % und der AUC um 134 %. Bei gemeinsamer Verabreichung mit Fluconazol ist

möglicherweise die Hälfte der Celecoxib-Dosis ausreichend.

Cyclophosphamid: Die gemeinsame Verabreichung von Cyclophosphamid und

Fluconazol hat erhöhte Bilirubin- und Kreatinin-Serumkonzentrationen zur Folge. Bei

Anwendung dieser Kombination müssen die Risiken erhöhter Bilirubin- und Kreatinin-

Serumkonzentrationen verstärkt beachtet werden.

Fentanyl: Es wurde ein Fall einer Fentanyl-Intoxikation aufgrund einer möglichen

Fentanyl-Fluconazol-Wechselwirkung mit tödlichem Ausgang beschrieben. Darüber

hinaus wurde bei gesunden Probanden gezeigt, dass Fluconazol die Elimination von

Fentanyl signifikant verzögerte. Erhöhte Fentanyl-Konzentrationen können zu einer

Atemdepression führen. Die Patienten sollten im Hinblick auf eine Atemdepression

engmaschig überwacht werden. Eine Dosisanpassung des Fentanyl kann notwendig

werden.

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren: Bei gleichzeitiger Gabe von Fluconazol und HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitoren, die über CYP3A4 (wie Atorvastatin und Simvastatin) oder

CYP2C9 (wie Fluvastatin) metabolisiert werden, ist das Myopathie- und

Rhabdomyolyse-Risiko erhöht. Wenn die gleichzeitige Anwendung als notwendig

erachtet wird, müssen die Patienten auf Symptome einer Myopathie und

Rhabdomyolyse beobachtet und die Kreatinin-Kinase-Konzentration überwacht werden.

Die Behandlung mit dem HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor sollte bei einem deutlichen

Anstieg der Kreatinkinase-Konzentrationen oder bei Nachweis oder Verdacht auf eine

Myopathie oder Rhabdomyolyse abgebrochen werden.

Immunsuppressoren (z. B. Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus)

Ciclosporin: Fluconazol bewirkt einen signifikanten Anstieg der Konzentration und AUC

von Ciclosporin. Bei gleichzeitiger Behandlung mit täglich 200 mg Fluconazol und 2,7

mg/kg Ciclosporin zeigte sich eine Erhöhung der AUC von Ciclosporin um das 1,8-fache.

Diese Kombination kann angewendet werden, wenn die Ciclosporin-Dosis abhängig von

der Ciclosporin-Konzentration reduziert wird.

Everolimus: Obwohl dies weder in vivo noch in vitro untersucht wurde, könnte

Fluconazol die Serumkonzentration von Everolimus durch eine CYP3A4-Hemmung

erhöhen.

Sirolimus: Fluconazol erhöht wahrscheinlich durch eine Hemmung des Metabolismus

von Sirolimus über CYP3A4 und P-Glykoprotein die Plasmakonzentration von Sirolimus.

Diese Kombination kann angewendet werden, wenn die Dosis von Sirolimus

entsprechend der Wirkung/gemessenen Konzentration angepasst wird.

Tacrolimus: Fluconazol kann durch Hemmung des intestinalen Tacrolimus-Metabolismus

über CYP3A4 die Serumkonzentration von oral verabreichtem Tacrolimus bis zu 5-fach

erhöhen. Bei intravenöser Gabe von Tacrolimus wurden keine signifikanten

Seite 12

pharmakokinetischen Änderungen beobachtet. Erhöhte Tacrolimus-Serumspiegel sind

mit einer Nephrotoxizität in Verbindung gebracht worden. Die Dosierung von oral

verabreichtem Tacrolimus sollte abhängig von der Tacrolimus-Konzentration reduziert

werden.

Losartan: Fluconazol hemmt den Metabolismus von Losartan in seinen aktiven

Metaboliten (E-3174), der für den Großteil der Angiotensin-II-Rezeptor-antagonisierenden

Wirkung einer Behandlung mit Losartan verantwortlich ist. Der Blutdruck der Patienten

sollte kontinuierlich überwacht werden.

Methadon: Fluconazol kann die Serumkonzentration von Methadon erhöhen.

Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung von Methadon erforderlich.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Bei gemeinsamer Verabreichung mit Fluconazol

war die C

und AUC von Flurbiprofen im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von

Flurbiprofen um 23 % bzw. 81 % erhöht. In vergleichbarer Weise waren bei gemeinsamer

Verabreichung von Fluconazol und Ibuprofen (400 mg als Racemat) die C

und AUC

des pharmakologisch aktiven Isomers [S-(+)-Ibuprofen] gegenüber der alleinigen

Verabreichung von Ibuprofen (als Racemat) um 15 % bzw. 82 % erhöht.

Auch wenn dies nicht speziell untersucht wurde, kann Fluconazol die systemische

Exposition von anderen über CYP2C9 metabolisierten NSAR (wie Naproxen, Lornoxicam,

Meloxicam und Diclofenac) erhöhen. Es wird eine engmaschige Überwachung auf

NSAR-abhängige Nebenwirkungen und Toxizitäten empfohlen. Gegebenenfalls kann

eine Dosisanpassung der NSAR erforderlich sein.

Phenytoin: Fluconazol hemmt den hepatischen Metabolismus von Phenytoin. Die

gleichzeitige, wiederholte i.v.-Gabe von 200 mg Fluconazol und 250 mg Phenytoin führte

zu einer Erhöhung der AUC

und C

von Phenytoin um 75% bzw. 128 %. Bei

gemeinsamer Verabreichung sollten die Phenytoin-Serumkonzentrationen überwacht

werden, um eine Phenytoin-Toxizität zu vermeiden.

Prednison: Es gibt einen Fallbericht von einem Patient mit Lebertransplantat, der mit

Prednison behandelt wurde und nach Absetzen einer 3-monatigen Fluconazol-Therapie

eine akute Nebennierenrindeninsuffizienz entwickelte. Das Absetzen von Fluconazol hatte

wahrscheinlich eine verstärkte Aktivität von CYP3A4 zur Folge, die den Prednison-

Metabolismus verstärkte. Patienten, die eine Langzeitbehandlung mit Fluconazol und

Prednison erhalten, müssen nach Absetzen von Fluconazol sorgfältig auf eine

Nebenniereninsuffizienz überwacht werden.

Rifabutin: Fluconazol erhöht die Serumkonzentration von Rifabutin, wodurch die AUC von

Rifabutin um bis zu 80 % erhöht wird. Es gab Berichte über Fälle von Uveitis bei

Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und Rifabutin erhielten. Bei einer

Kombinationstherapie müssen Symptome einer Rifabutin-Toxizität in Betracht gezogen

werden.

Saquinavir: Durch eine Hemmung des hepatischen Metabolismus von Saquinavir über

CYP3A4 und eine Hemmung von P-Glykoprotein erhöht Fluconazol die AUC und C

von Saquinavir um etwa 50 % bzw. 55 %. Interaktionen mit Saquinavir/Ritonavir wurden

nicht untersucht und können eventuell ausgeprägter ausfallen. Gegebenenfalls ist eine

Dosisanpassung von Saquinavir erforderlich.

Sulfonylharnstoffe: Es wurde gezeigt, dass Fluconazol bei gesunden Probanden die

Serumhalbwertzeit von gleichzeitig verabreichten oralen Sulfonylharnstoffen verlängert

(z.B. Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid, Tolbutamid). Bei gemeinsamer

Verabreichung werden häufige Kontrollen des Blutzuckerspiegels und eine

entsprechende Reduktion der Sulfonylharnstoff-Dosis empfohlen.

Seite 13

Theophyllin: In einer plazebokontrollierten Wechselwirkungsstudie bewirkt die Gabe von

200 mg Fluconazol über 14 Tage eine Reduktion der mittleren Plasma-Clearance von

Theophyllin um 18 %. Patienten, die hohe Theophyllin-Dosen erhalten oder ein

anderweitig erhöhtes Risiko für eine Theophyllin-Toxizität aufweisen, müssen während

einer Behandlung mit Fluconazol auf Zeichen einer Theophyllin-Toxizität überwacht

werden. Wenn Zeichen einer Toxizität auftreten, ist die Behandlung zu modifizieren.

Vinca-Alkaloide: Auch wenn dies nicht eigens untersucht wurde, kann Fluconazol die

Plasmaspiegel der Vinca-Alkaloide (z. B. Vincristin und Vinblastin) erhöhen und zu einer

Neurotoxizität führen. Diese Wirkung ist unter Umständen auf einen hemmenden

Einfluss auf CYP3A4 zurückzuführen.

Vitamin A: Es liegt ein Fallbericht vor, demzufolge ein Patient, der eine

Kombinationstherapie mit all-trans-Retinoidsäure (eine Säureform von Vitamin A) und

Fluconazol erhielt, unerwünschte ZNS- Nebenwirkungen im Sinne eines Pseudotumor

cerebri entwickelte, die sich nach Absetzen der Fluconazol-Behandlung zurückbildeten.

Die Kombination kann angewendet werden, allerdings ist das Auftreten von

unerwünschten ZNS-Nebenwirkungen zu berücksichtigen.

Voriconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer): Die gleichzeitige orale Gabe

von Voriconazol (400 mg alle 12 Stunden am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 12 Stunden

über 2,5 Tage) und Fluconazol (400 mg am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 24 Stunden

über 4 Tage) an 8 gesunde, männliche Probanden führte zu einer durchschnittlichen

Erhöhung von C

und AUC von Voriconazol um 57% (90-%-KI: 20 %, 107 %) und 79 %

(90-%-KI: 40 %, 128 %). Die Reduktion der Dosis und/oder der Applikationsfrequenz, die

zu einer Vermeidung dieses Effekts führen würde, wurde nicht bestimmt. Wenn

Voriconazol im Anschluss an Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung

wegen möglicher Nebenwirkungen von Voriconazol empfohlen.

Zidovudin: Fluconazol bewirkt über eine Reduktion der oralen Zidovudin-Clearance um

etwa 45 % einen Anstieg der C

und AUC von Zidovudin um 84 % bzw. 74 %. In

vergleichbarer Weise wurde die Halbwertzeit von Zidovudin unter der

Kombinationstherapie mit Fluconazol um etwa 128 % verlängert. Patienten, die diese

Arzneimittelkombination erhalten, müssen sorgfältig auf Zidovudin-bedingte

Nebenwirkungen überwacht werden. Eine Reduktion der Zidovudin-Dosis kann in

Betracht gezogen werden.

Azithromycin: Eine offene, randomisierte, dreiarmige Cross-over-Studie an 18 gesunden

Probanden untersuchte den Einfluss einer oralen Einzeldosis von 1200 mg Azithromycin

auf die Pharmakokinetik einer oralen Einzeldosis von 800 mg Fluconazol sowie den

Einfluss von Fluconazol auf die Pharmakokinetik von Azithromycin. Es wurden keine

signifikanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Fluconazol und

Azithromycin beobachtet.

Orale Kontrazeptiva: Es wurden zwei Pharmakokinetikstudien zu einem kombinierten

oralen Kontrazeptivum und wiederholter Verabreichung von Fluconazol durchgeführt. In

der Studie mit 50 mg Fluconazol ergaben sich keine relevanten Auswirkungen auf die

Hormonspiegel, während 200 mg pro Tag die AUC von Ethinylestradiol und

Levonorgestrel um 40 % bzw. 24 % erhöhten. Die wiederholte Gabe von Fluconazol in

diesen Dosierungen hat demnach wahrscheinlich keinen nachteiligen Einfluss auf die

Wirksamkeit des kombinierten oralen Kontrazeptivums.

Ivacaftor: Die gleichzeitige Gabe von Ivacaftor, einem CFTR (cystic fibrosis

transmembrane conductance regulator)-Wirkungsverstärker, erhöht die

Ivacaftorexposition 3-fach und Hydroxymethyl-Ivacaftor (M1) Exposition 1,9-fach. Eine

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Verringerung der Ivacaftor-Dosis auf 150 mg täglich wird bei Patienten empfohlen, die

schwache CYP3A4 Hemmer wie Fluconazol und Erythromycin begleitend einnehmen.

4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Beobachtungsstudie weist auf ein erhöhtes Risiko für Spontanaborte bei Frauen

hin, die während des ersten Schwangerschaftstrimesters mit Fluconazol behandelt

werden.

Es gab Meldungen über mehrere angeborene Anomalien (einschließlich Brachycephalie,

Ohrmuscheldysplasie, vergrößerter vorderer Fontanelle, gebogenen Femurs und

radiohumeraler Synostose) bei Säuglingen, deren Mütter mindestens drei Monate lang

hohe Dosen (täglich 400-800 mg) von Fluconazol zur Behandlung von

Kokzidioidomykose erhalten hatten. Der Zusammenhang zwischen der Anwendung von

Fluconazol und diesen Ereignissen ist unklar.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt

5.3).

Fluconazol in Standarddosen und kurzzeitige Behandlungen sollten nicht während der

Schwangerschaft angewendet werden, sofern es nicht eindeutig erforderlich ist.

Fluconazol in hohen Dosen und/oder eine verlängerte Behandlung sollten nicht während

der Schwangerschaft angewendet werden, sofern es sich nicht um potenziell

lebensbedrohliche Infektionen handelt.

Stillzeit

Fluconazol geht in die Muttermilch über und erreicht dort niedrigere Konzentrationen als

im Plasma. Nach einmaliger Anwendung einer Standarddosis von 200 mg Fluconazol

oder weniger kann das Stillen fortgesetzt werden. Nach wiederholter Anwendung oder

hohen Fluconazol-Dosen wird vom Stillen abgeraten.

Fertilität

Fluconazol hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten

(siehe Abschnitt 5.3).

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Fluconazol auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass es unter Fluconazol mitunter zu

Schwindelgefühl und Krampfanfällen (siehe Abschnitt 4.8) kommen kann und dass sie

sich beim Auftreten derartiger Beschwerden nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen

und keine Maschinen bedienen dürfen.

4.8. Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen (>1/10) sind Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen,

Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, ein Anstieg von Alanin-Aminotransferasen (ALT bzw.

ALAT), Aspartat-Aminotransferasen (AST bzw. ASAT) oder alkalischer Phosphatase und

Hautausschlag.

Seite 15

Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter einer Behandlung mit Fluconazol in den

folgenden Häufigkeiten beobachtet und beschrieben: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100;

<1/10); gelegentlich (≥1/1.000; <1/100); selten (≥1/10.000; <1/1.000); sehr selten

(<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Siehe Tabelle 5

Kinder und Jugendliche

Art und Häufigkeit der außer bei der Indikation Genital-Candidose in klinischen Studien

an Kindern und Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen und Laborwertänderungen

waren mit den bei Erwachsenen beschriebenen vergleichbar.

Tabelle 5

Systemorganklassen

Häufig

≥1 / 100,

<1 / 10

Gelegentlich

≥1 / 1.000,

<1 / 100

Selten

≥1 / 10.000,

<1 / 1.000

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Anämie

Agranulozytose,

Leukopenie,

Neutropenie,

Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaxie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Appetitminderung

Hyper-

cholesterinämie,

Hypertriglyzeridämie

Hypokaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Somnolenz,

Insomnie

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Krampfanfälle,

Parästhesien,

Schwindelgefühl,

Änderung des

Geschmacks-

empfindens

Tremor

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo

Herzerkrankungen

Torsade de pointes

(siehe Abschnitt 4.4),

QT-Verlängerung

(siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Gastro-

intestinaltrakts

Abdominelle

Schmerzen,

Erbrechen,

Diarrhö, Übelkeit

Obstipation,

Dyspepsie,

Blähungen,

Mundtrockenheit

Leber- und

Gallenerkrankungen

Anstieg der Alanin-

Aminotransferase

(siehe Abschnitt 4.4),

Anstieg der Aspartat-

Amino-transferase

(siehe Abschnitt 4.4),

Anstieg der

alkalischen

Phosphatase im Blut

(siehe Abschnitt 4.4)

Cholestase (siehe

Abschnitt 4.4),

Ikterus (siehe

Abschnitt 4.4),

Bilirubinanstieg

(siehe Abschnitt

4.4)

Leberversagen

(siehe Abschnitt 4.4),

hepatozelluläre

Nekrose

(siehe Abschnitt 4.4),

Hepatitis (siehe

Abschnitt 4.4),

Leberzellschädigung

(siehe Abschnitt 4.4)

Seite 16

Systemorganklassen

Häufig

≥1 / 100,

<1 / 10

Gelegentlich

≥1 / 1.000,

<1 / 100

Selten

≥1 / 10.000,

<1 / 1.000

Erkrankungen der Haut und

des Unterhaut-zellgewebes

Hautausschlag (siehe

Abschnitt 4.4)

Arzneimittel-

ausschlag* (siehe

Abschnitt 4.4),

Urtikaria (siehe

Abschnitt 4.4),

Pruritus,

vermehrtes

Schwitzen

Toxische epidermale

Nekrolyse (siehe

Abschnitt 4.4),

Stevens-Johnson-

Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4), akute

generalisierte

exanthematöse

Pustulose (siehe

Abschnitt 4.4),

exfoliative Dermatitis,

Angioödem,

Gesichtsödem,

Alopezie

Skelett-muskulatur-,

Bindegewebs- und Knochen-

erkrankungen

Myalgie

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am Ver-

abreichungsort

Abgeschlagen-

heit, Unwohlsein,

Asthenie,

Fieber

* Einschließlich fixes Arzneimittelexanthem

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses

Arzneimittels.

Angehörige

Gesundheitsberufen

sind

aufgefordert,

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee

3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9. Überdosierung

Es gab Fälle von Fluconazol-Überdosierungen, bei denen zugleich über Halluzinationen

und paranoides Verhalten berichtet wurde. Im Falle einer Überdosierung kann eine

symptomatische Therapie angemessen sein (falls erforderlich mit unterstützenden

Maßnahmen und einer Magenspülung). Fluconazol wird vorwiegend im Urin

ausgeschieden. Eine forcierte Diurese würde die Elimination wahrscheinlich

beschleunigen. Eine 3-stündige Hämodialyse vermindert die Plasmaspiegel um etwa 50

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Klassifizierung

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur systemischen Anwendung, Triazol-

Derivate

ATC-Code: J02AC01

Seite 17

Wirkmechanismus

Fluconazol ist ein antimykotisches Triazol-Derivat. Sein primärer Wirkmechanismus

besteht in der Hemmung der Cytochrom-P450-vermittelten 14-alpha-Lanosterol-

Demethylierung bei Pilzen, die ein essenzieller Schritt der Ergosterol-Biosynthese von

Pilzen ist. Die Akkumulation von 14-alpha-Methyl-Sterolen korreliert mit dem

nachfolgenden Ergosterol-Verlust in der Zellmembran der Pilze und könnte für die

antimykotische Wirkung von Fluconazol verantwortlich sein. Es hat sich gezeigt, dass

Fluconazol eine höhere Selektivität für Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als für

verschiedene Cytochrom-P450-Enzymsysteme bei Säugetieren hat. Die Gabe von 50

mg Fluconazol pro Tag über einen Zeitraum von bis zu 28 Tagen hatte keinen Einfluss

auf die Testosteron-Plasmakonzentrationen bei Männern oder die

Steroidkonzentrationen bei Frauen im gebärfähigen Alter. 200 mg bis 400 mg

Fluconazol pro Tag haben bei gesunden männlichen Probanden keinen klinisch

relevanten Einfluss auf die endogenen Steroidspiegel oder eine ACTH-stimulierte

Reaktion. Wechselwirkungsstudien mit Phenazon zeigen, dass die einmalige oder

wiederholte Verabreichung von 50 mg Fluconazol dessen Metabolismus nicht

beeinflusst.

In-vitro -Wirkspektrum

Fluconazol weist in vitro eine antimykotische Wirksamkeit gegen die meisten klinisch

geläufigen Candida-Spezies auf (einschließlich C. albicans, C. parapsilosis und C.

tropicalis). C. glabrata zeigt ein breites Empfindlichkeitsspektrum, während C. krusei

gegen Fluconazol resistent ist. Darüber hinaus ist Fluconazol in vitro wirksam gegen

Cryptococcus neoformans und Cryptococcus gattii sowie gegen die endemischen

Schimmelpilze Blastomyces dermatiditis, Coccidioides immitis, Histoplasma capsulatum

und Paracoccidioides brasiliensis.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

In tierexperimentellen Untersuchungen zeigte sich bei experimentellen Mykosen durch

Candida -Spezies eine Korrelation zwischen den MHK-Werten und der Wirksamkeit. In

klinischen Studien wurde ein nahezu linearer Zusammenhang im Verhältnis 1 : 1

zwischen der AUC und der Fluconazol-Dosis beobachtet. Darüber hinaus besteht ein

direkter, wenn auch unvollständiger Zusammenhang zwischen der AUC oder Dosis und

einem erfolgreichen klinischen Ansprechen auf die Behandlung bei oralen Candidosen

und in geringeren Maß auch bei Candidämien. Ebenso ist eine Heilungschance bei

Infektionen, die durch Stämme mit einer höheren MHK für Fluconazol ausgelöst wurden,

weniger wahrscheinlich.

Resistenzmechanismen

Candida -Spezies haben eine Reihe von Resistenzmechanismen gegen Azol-

Antimykotika entwickelt. Pilzstämme, die einen oder mehrere dieser

Resistenzmechanismen ausgebildet haben, weisen bekanntermaßen eine hohe

minimale Hemmkonzentration (MHK) für Fluconazol auf, was negative Auswirkungen auf

die In-vivo –Wirksamkeit und die klinische Wirksamkeit hat. Es gibt Berichte über

Superinfektionen mit anderen Candida -Spezies als C. albicans, die oft von Natur aus

nicht für Fluconazol empfindlich sind (z. B. Candida krusei). In diesen Fällen kann eine

alternative antimykotische Therapie notwendig sein.

Breakpoints (gemäß EUCAST)

Ausgehend von einer Analyse der pharmakokinetischen/pharmakodynamischen (PK/PD)

Daten sowie der Daten zur In-vitro -Empfindlichkeit und zum klinischen Ansprechen hat

die EUCAST-AFST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing –

Subcommittee on Antifungal Susceptibility Testing) Fluconazol-Breakpoints für Candida-

Spezies festgelegt (EUCAST Fluconazole rational document (2007) – version 2).Diese

wurden unterteilt in speziesunabhängige Breakpoints, die überwiegend auf der Basis

von PK/PD-Daten bestimmt wurden und unabhängig von der MHK-Verteilung bei

Seite 18

bestimmten Spezies sind, und speziesabhängige Breakpoints für diejenigen Erreger, die

am häufigsten für Infektionen beim Menschen verantwortlich sind. Diese Breakpoints

sind in der Tabelle 6 aufgeführt.

Tabelle 6

Antimykotikum

Speziesabhängige Breakpoints

(S≤/R>)

Speziesunabhängige

Breakpoints

S≤/R>

Candida

albicans

Candida

glabrata

Candida

krusei

Candida

parapsilosis

Candida

tropicalis

Fluconazol

S = sensibel, R = resistent

A = Speziesunabhängige Breakpoints wurden überwiegend auf der Basis von PK/PD-

Daten bestimmt und sind unabhängig von der MHK-Verteilung bei bestimmten Spezies.

Sie gelten nur für Erreger ohne spezifische Breakpoints.

– = Empfindlichkeitstestung nicht empfohlen, da das betreffende Antimykotikum für

diese Spezies nur wenig geeignet ist.

uE = Es gibt unzureichende Evidenz dafür, dass die betreffende Spezies ein gutes Ziel

für eine Therapie mit diesem Antimykotikum darstellt.

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fluconazol nach intravenöser und oraler

Verabreichung sind ähnlich.

Resorption

Fluconazol wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert und die Plasmaspiegel (und

die systemische Bioverfügbarkeit) betragen mehr als 90 % der Konzentrationen nach

intravenöser Gabe. Bei oraler Einnahme wird die Resorption durch eine gleichzeitige

Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Die maximalen Plasmakonzentrationen werden bei

nüchternen Patienten zwischen 0,5 und 1,5 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die

Plasmakonzentrationen verhalten sich dosisproportional. Nach mehrfacher 1-mal

täglicher Gabe von Fluconazol werden nach 4 bis 5 Tagen Plasmaspiegel in Höhe von

90 % des Steady State erreicht. Bei Gabe einer Aufsättigungsdosis (an Tag 1) in Höhe

des Doppelten der üblichen Tagesdosis können an Tag 2 Plasmaspiegel in der

Größenordnung von ca. 90 % des Steady States erreicht werden.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen entspricht im Wesentlichen dem

Gesamtkörperwasser. Die Plasmaproteinbindung ist niedrig (11 bis 12 %).

Fluconazol erzielt eine gute Penetration in alle untersuchten Körperflüssigkeiten. Die

Fluconazol-Konzentrationen in Speichel und Sputum sind mit den

Plasmakonzentrationen vergleichbar. Bei Patienten mit einer durch eine Pilzinfektion

hervorgerufenen Meningitis beträgt der Fluconazol-Spiegel im Liquor ungefähr 80 % der

entsprechenden Werte im Plasma.

Fluconazol erreicht im Stratum corneum, in der Epidermis/Dermis und im Schweiß hohe

Konzentrationen, die über der Serumkonzentration liegen Es akkumuliert im Stratum

corneum. Unter einer Dosis von einmal täglich 50 mg betrug die Fluconazol-

Konzentration nach 12 Tagen 73 μg/g und 7 Tage nach Behandlungsende immer noch

5,8 μg/g. Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg betrug die Fluconazol-

Seite 19

Konzentration im Stratum corneum am 7. Tag 23,4 μg/g und 7 Tage nach der zweiten

Dosis immer noch 7,1 μg/g. Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg betrug die

Fluconazol-Konzentration nach 4 Monaten in gesunden Nägeln 4,05 μg/g und in

erkrankten Nägeln 1,8 μg/g. Selbst 6 Monate nach Therapieende war Fluconazol noch in

Nagelproben nachweisbar.

Biotransformation

Fluconazol wird nur zu einem geringen Teil metabolisiert. Von einer radioaktiv

markierten Dosis werden nur 11 % in veränderter Form im Urin ausgeschieden.

Fluconazol ist ein selektiver Inhibitor der Isoenzyme CYP2C9 und CYP3A4 (siehe

Abschnitt 4.5). Fluconazol hemmt darüber hinaus auch das Isoenzym CYP2C19.

Elimination

Die Plasmaeliminationshalbwertzeit von Fluconazol beträgt etwa 30 Stunden. Die

Substanz wird vorwiegend renal ausgeschieden, wobei etwa 80 % der verabreichten

Dosis im Urin als unveränderter Arzneistoff auftreten. Die Fluconazol-Clearance ist

proportional zur Kreatinin-Clearance. Es gibt keine Hinweise auf zirkulierende

Metaboliten. Die lange Plasmaeliminationshalbwertzeit ist die Grundlage für die

Einzeldosis-Therapie bei Vaginal-Candidosen und die 1-mal tägliche bzw. 1-mal

wöchentliche Dosierung bei den anderen Indikationen.

Pharmakokinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <20 ml/min) erhöht sich die

Halbwertzeit von 30 auf 98 Stunden. Dementsprechend muss die Dosis reduziert

werden. Fluconazol wird durch eine Hämodialyse und in geringerem Maße durch eine

Peritonealdialyse eliminiert. Im Rahmen einer 3-stündigen Hämodialyse wurden etwa 50

% des Fluconazols aus dem Blut entfernt.

Pharmakokinetik bei Kindern

In 5 Studien wurden bei 113 pädiatrischen Patienten Pharmakokinetikdaten erhoben (2

Studien mit Einmalgabe, 2 Studien mit Mehrfachgabe und 1 Studie mit Frühgeborenen).

Wegen einer Änderung bei der Formulierung im Studienverlauf lassen sich die

Ergebnisse einer Studie nicht interpretieren. Weitere Daten liegen aus einer

Compassionate-Use-Studie vor.

Nach Verabreichung von 2 bis 8 mg/kg/Tag Fluconazol an Kinder im Alter zwischen 9

Monaten und 15 Jahren wurde eine AUC von ca. 38 µg x h / ml je 1 mg / kg- Dosiseinheit

beobachtet. Die durchschnittliche Plasmaeliminationshalbwertzeit von Fluconazol bewegte

sich zwischen 15 und 18 Stunden und das Verteilungsvolumen betrug nach Mehrfachgabe

ca. 880 ml / kg. Nach Einmalgabe wurde eine höhere Fluconazol-

Plasmaeliminationshalbwertzeit von etwa 24 Stunden beobachtet. Diese ist vergleichbar

mit der Plasmaeliminationshalbwertzeit von Fluconazol nach einmaliger i. v.-Gabe von 3

mg / kg an Kinder im Alter von 11 Tagen bis 11 Monaten. Das Verteilungsvolumen betrug

in dieser Altersgruppe ca. 950 ml / kg.

Die Erfahrungen mit Fluconazol bei Neugeborenen beschränken sich auf

Pharmakokinetikstudien bei Frühgeborenen. Bei 12 Frühgeborenen, die im Durchschnitt

um die 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden, betrug das Durchschnittsalter bei

der ersten Dosis 24 Stunden (Spanne 9 bis 36 Stunden) und das mittlere Geburtsgewicht

0,9 kg (Spanne 0,75 bis 1,1 kg). 7 Patienten beendeten die Studie, in der maximal 5

intravenöse Infusionen von 6 mg/kg Fluconazol im Abstand von 72 Stunden verabreicht

wurden. Die durchschnittliche Halbwertzeit (Stunden) betrug 74 (Spanne 44 bis 185) an

Tag 1 und verringerte sich im Laufe der Zeit auf durchschnittlich 53 (Spanne 30 bis 131)

an Tag 7 und 47 (Spanne 27 bis 68) an Tag 13. Die Fläche unter der Kurve (Mikrogramm

x h / ml) betrug 271 (Spanne 173 bis 385) an Tag 1 und erhöhte sich auf durchschnittlich

Seite 20

490 (Spanne 292 bis 734) an Tag 7 mit anschließender Verringerung auf durchschnittlich

360 (Spanne 167 bis 566) an Tag 13. Das Verteilungsvolumen (ml / kg) betrug 1.183

(Spanne 1.070 bis1.470) an Tag 1 und erhöhte sich im Laufe der Zeit auf durchschnittlich

1.184 (Spanne 510 bis 2.130) an Tag 7 und 1.328 (Spanne 1040 bis 1680) an Tag 13.

Pharmakokinetik bei älteren Patienten

Es wurde eine Pharmakokinetikstudie mit 22 Personen im Alter von 65 Jahren und älter

durchgeführt, die orale Einzeldosen von 50 mg Fluconazol erhielten. 10 der Patienten

erhielten begleitend Diuretika. Die C

betrug 1,54 μg/ml und wurde 1,3 Stunden nach

Einnahme erreicht. Die durchschnittliche AUC lag bei 76,4 ± 20,3 μg × h/ml und die

mittlere terminale Halbwertzeit bei 46,2 Stunden. Diese pharmakokinetischen Werte

liegen über den analogen Parametern, die bei jungen männlichen Probanden gefunden

wurden. Die Begleitmedikation mit Diuretika hatte keine signifikante Änderung von AUC

oder C

zur Folge. Darüber hinaus waren die Kreatinin-Clearance (74 ml/min), der

prozentuale Wirkstoffanteil, der unverändert im Urin wiedergefunden wurde (0 bis 24 h:

22 %), und die geschätzte renale Clearance von Fluconazol (0,124 ml/min/kg) bei

älteren Menschen generell niedriger als bei jüngeren Probanden. Daher scheint die

veränderte Disposition von Fluconazol bei älteren Menschen mit der häufig

eingeschränkten Nierenfunktion in dieser Gruppe zusammenzuhängen.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

In präklinischen Studien wurden Effekte nur unter Expositionen beobachtet, die

beträchtlich höher waren als beim Menschen, und die damit auf eine geringe Bedeutung

für die therapeutische Anwendung hinweisen.

Kanzerogenes Potenzial

Bei Mäusen und Ratten, die über 24 Monate mit oralen Dosen von 2,5 mg/kg/Tag, 5

mg/kg/Tag oder 10 mg/kg/Tag (etwa dem 2- bis 7-Fachen der empfohlenen Dosis beim

Menschen) behandelt wurden, ergaben sich keine Hinweise auf ein kanzerogenes

Potenzial von Fluconazol. Bei männlichen Ratten kam es unter einer Behandlung mit 5

und 10 mg/kg/Tag zu einem vermehrten Auftreten von hepatozellulären Adenomen.

Reproduktionstoxizität

Fluconazol hatte bei männlichen und weiblichen Ratten, die mit oralen Tagesdosen von

5, 10 oder 20 mg/kg oder mit parenteralen Dosen von 5, 25 oder 75 mg/kg behandelt

wurden, keinen Einfluss auf die Fertilität. Unter 5 oder 10 mg/kg zeigten sich keine

Auswirkungen auf die Feten; unter 25 und 50 mg/kg und höheren Dosen wurde bei den

Feten eine Zunahme anatomischer Varianten (überzählige Rippen, Erweiterung des

Nierenbeckens) und eine verzögerte Ossifikation beobachtet. Unter Dosen im Bereich

von 80 bis 320 mg/kg war die embryonale Sterblichkeit bei den Ratten erhöht und unter

den fetalen Missbildungen wurden verkrümmte („wellenförmige“) Rippen,

Gaumenspalten und eine gestörte kraniofaziale Ossifikation beobachtet. Unter 20 mg/kg

per os war das Einsetzen des Geburtsvorgangs leicht verzögert und bei 20 mg/kg und

40 mg/kg intravenös wurden bei einigen Muttertieren eine Dystokie und ein verlängerter

Geburtsvorgang beobachtet. Die Störungen des Geburtsvorgangs unter diesen

Dosierungen spiegelten sich in einer leicht erhöhten Zahl an Totgeburten und einer

verminderten neonatalen Überlebensrate wider. Derartige Auswirkungen auf den

Geburtsvorgang lassen sich durch die für diese Spezies spezifischen

östrogensenkenden Eigenschaften hoher Fluconazol-Dosen erklären. Bei mit Fluconazol

behandelten Frauen wurden keine derartigen hormonellen Veränderungen beobachtet

(siehe Abschnitt 5.1).

Seite 21

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat,

vorverkleisterte Stärke (Mais),

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

hochdisperses Siliciumdioxid,

Natriumdodecylsulfat,

Gelatine,

Titandioxid (E171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blisterpackung

Flunazul 100 mg: 20 / 50 / 100 Hartkapseln

Flunazul 200 mg: 20 / 50 / 100 Hartkapseln

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH

D-96045 Bamberg

Telefon: (0951) 6043-0

Telefax: (0951) 604329

E-Mail: info@dr-pfleger.de

8.

Zulassungsnummern

Flunazul 100 mg: 53727.01.00

Flunazul 200 mg: 53727.02.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung

Flunazul 100 mg: 23.06.2003

Flunazul 200 mg: 23.06.2003

10. Stand der Information

Februar 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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