Fludarabinmedac 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fludarabinphosphat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Pharmachemie B.V.
INN (Internationale Bezeichnung):
Fludarabine Phosphate (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung
Zusammensetzung:
Fludarabinphosphat (Ph.Eur.) 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
65680.00.00

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Fludarabinmedac 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder

Infusionslösung

Fludarabinphosphat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Fludarabinmedac 25 mg/ml und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fludarabinmedac 25 mg/ml beachten?

Wie ist Fludarabinmedac 25 mg/ml anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fludarabinmedac 25 mg/ml aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Fludarabinmedac 25 mg/ml und wofür wird es angewendet?

Fludarabinmedac 25 mg/ml gehört zur Gruppe der zytotoxischen Arzneimittel (Arzneimittel gegen

Krebs), d.h. Arzneimittel, die das Wachstum von Krebszellen hemmen.

Fludarabinmedac 25 mg/ml wird zur Behandlung der chronischen lymphatischen B-Zell-Leukämie (B-

CLL) bei Patienten mit einer ausreichenden Bildung gesunder Blutzellen eingesetzt. Die

Erstbehandlung der chronischen lymphatischen Leukämie mit Fludarabinphosphat sollte nur bei

Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium begonnen werden, die krankheitsbedingte

Symptome aufweisen oder bei denen ein Fortschreiten der Krankheit erkennbar ist.

Die CLL ist ein Krebs der weißen Blutkörperchen, den sogenannten Lymphozyten.

Wenn bei Ihnen ein CLL diagnostiziert wird, werden zu viel Lymphozyten produziert. Diese arbeiten

entweder nicht richtig oder sind zu jung (unreif), um die normalen Abwehrfunktionen weißer

Blutkörperchen ausführen zu können. Wenn zu viele dieser abnormalen Lymphozyten vorhanden sind,

verdrängen sie die gesunden Blutzellen im Knochenmark (wo die meisten neuen Blutzellen gebildet

werden). Sie verdrängen gesunde Blutzellen im Blut und in anderen Organen. Ohne ausreichend

gesunde Blutzellen können Infektionen, Anämie, Blutergüsse, übermäßige Blutungen (stark blutend)

auftreten und sogar in Organversagen resultieren.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Fludarabinmedac 25 mg/ml beachten?

Fludarabinmedac 25 mg/ml darf nicht angewendet werden,

wenn Sie

allergisch

gegen Fludarabinphosphat oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Ihre

Nierenfunktion

stark eingeschränkt ist. Aufgrund Ihrer Nierenfunktion wird Ihr Arzt

entscheiden, ob Fludarabinmedac 25 mg/ml angewendet werden kann oder nicht.

wenn Sie an einer bestimmten Art von

Anämie

(dekompensierte hämolytische Anämie, das ist

ein Mangel an roten Blutkörperchen) leiden. Ihr Arzt wird Sie informiert haben, wenn Sie diese

Erkrankung haben.

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

wenn Sie

stillen

(siehe auch „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Fludarabinmedac 25 mg/ml anwenden.

Wenn Ihr Knochenmark nicht richtig funktioniert oder im Fall eines geschwächten oder

unterdrückten Immunsystems oder schwerer Infektionen in Ihrer Krankengeschichte.

Ihr Arzt kann beschließen, Ihnen dieses Arzneimittel nicht zu verabreichen oder vorbeugende

Maßnahmen treffen.

-

Wenn Sie sich sehr unwohl fühlen oder wenn Sie ungewöhnliche Blutergüsse und stärkere

Blutungen nach einer Verletzung bemerken oder wenn Sie häufig an Infektionen leiden.

Sollte etwas davon auf Sie vor Beginn der Behandlung zutreffen, informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn es während der Behandlung zu einer roten bis bräunlichen Verfärbung des Urins

kommt oder wenn Sie einen Ausschlag oder Bläschen auf der Haut bemerken.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Diese Symptome könnten Zeichen einer Verminderung der Blutzellen sein, die durch die Krankheit

selbst oder durch die Therapie hervorgerufen werden kann. Diese Symptome können bis zu einem

Jahranhalten, unabhängig davon, ob Sie zuvor Fludarabinmedac 25 mg/ml erhalten haben oder nicht.

Während der Behandlung mit Fludarabinmedac 25 mg/ml könnte Ihr Immunsystem auch verschiedene

Bereiche Ihres Körpers oder Ihre roten Blutkörperchen angreifen (sog. „Autoimmunstörungen“).

Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein. In diesem Fall wird der Arzt Ihre Behandlung beenden

und Ihnen eventuell weitere Behandlungen verabreichen, zum Beispiel Transfusion von bestrahltem

Blut (siehe unten) und Adrenokortikoide.

Während der Behandlung mit Fludarabinmedac 25 mg/ml werden Sie regelmäßig Blutbildkontrollen

haben und Sie werden engmaschig beobachtet.

Wenn Sie ungewöhnliche Nervensymptome bemerken, zum Beispiel Sehstörungen

Informieren Sie Ihren Arzt.

Die Wirkung der Langzeitanwendung von Fludarabinmedac 25 mg/ml auf das zentrale Nervensystem

ist nicht bekannt. Einige Patienten tolerierten jedoch bis zu 26 Behandlungszyklen mit der

empfohlenen Dosis. Bei Patienten, die das Vierfache der empfohlenen Dosis erhalten hatten, wurde

über Erblindung, Koma und Todesfälle berichtet. Einige dieser Symptome sind verzögert rund

60 Tage nach Beendigung der Behandlung und danach aufgetreten.

Wenn Sie Schmerzen in der Seite oder Blut im Urin bemerken oder weniger Harn abgeben

können.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Falls Sie an einer sehr schweren Form der Erkrankung leiden, ist Ihr Körper möglicherweise

nicht in der Lage, alle Abfallprodukte der Zellen zu beseitigen

, die durch Fludarabinmedac

25 mg/ml zerstört wurden. Dieses Phänomen wird als „Tumor-Zerfall-Syndrom“ bezeichnet und kann

zu Nierenversagen und Herzproblemen führen und bereits in der ersten Behandlungswoche auftreten.

Ihr Arzt wird darauf achten und Ihnen ggf. andere Arzneimittel verschreiben, um dies zu verhindern.

Wenn bei Ihnen eine Stammzellentnahme erfolgen soll

und Sie mit Fludarabinmedac

25 mg/ml behandelt werden (bzw. wurden).

Informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie eine Bluttransfusion benötigen und mit Fludarabinmedac 25 mg/ml behandelt

werden (bzw. wurden).

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie eine Bluttransfusion benötigen, wird Ihr Arzt darauf achten, dass Sie ausschließlich

bestrahltes Blut erhalten. Nach Transfusion von nicht bestrahltem Blut kam es zu schweren

Komplikationen und sogar Todesfällen.

Wenn Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel oder nach deren Abschluss

Hautveränderungen bemerken.

Informieren Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie an Hautkrebs leiden oder gelitten haben

kann es während oder nach der Fludarabinmedac-Therapie zu einer Verschlechterung oder einem

Wiederaufflammen kommen. Sie könnten während oder nach der Fludarabinmedac-Therapie an

Hautkrebs erkranken.

Was Sie während der Behandlung mit Fludarabinmedac 25 ml/mg außerdem beachten müssen

Fortpflanzungsfähige Männer und Frauen müssen

während und mindestens 6 Monate nach

der Behandlung

wirksame empfängnisverhütende Maßnahmen anwenden

. Es ist nicht

auszuschließen, dass Fludarabinmedac 25 mg/ml zu Schäden am Ungeborenen führt. Ihr Arzt

wird den Nutzen Ihrer Behandlung sorgfältig gegen ein mögliches Risiko für ein ungeborenes

Kind abwägen und im Falle einer Schwangerschaft Fludarabinmedac 25 mg/ml bei Ihnen nur

anwenden, wenn es unumgänglich ist.

Wenn Sie stillen möchten oder bereits stillen

, sollten Sie während einer Behandlung mit

Fludarabinmedac 25 mg/ml nicht damit beginnen bzw. fortsetzen.

Wenn Sie eine Impfung benötigen, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt

, da die

Verwendung von Lebendimpfstoffen während und nach der Behandlung mit Fludarabinmedac

25 mg/ml vermieden werden muss.

Wenn Sie Nierenprobleme haben oder älter als 65 Jahre sind

, werden bei Ihnen regelmäßig

Blut-und/oder andere Laboruntersuchungen durchgeführt, um Ihre Nierenfunktion zu

kontrollieren. Wenn Sie an schwerwiegenden Nierenproblemen leiden, dürfen Sie dieses

Arzneimittel nicht erhalten

(

siehe auch, „Fludarabinmedac 25 mg/ml darf nicht eingenommen

werden“ und Abschnitt 3, „Wie ist Fludarabinmedac 25 mg/ml einzunehmen?“

)

Wenn Sie Leberprobleme

haben

, sollte Ihr Arzt Ihnen dieses Arzneimittel nur unter

besonderer Vorsicht verabreichen.

Wenn Sie älter als 75 Jahre sind

, werden Sie Fludarabinmedac 25 mg/ml unter besonderer

Vorsicht erhalten.

Kinder

Die Sicherheit dieses Arzneimittels bei Kindern wurde nicht nachgewiesen.

Anwendung von Fludarabinmedac 25 mg/ml zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

kürzlich eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Es ist besonders wichtig, Ihren Arzt über folgende Arzneimittel zu informieren:

Pentostatin

Deoxycoformycin

) das ebenfalls zur Behandlung der B-Zell-Leukämie eingesetzt

wird. Die Kombination dieser Arzneimittel kann zu schweren Lungenkomplikationen führen.

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Dipyridamol

, das zur Verhinderung einer zu starken Blutgerinnung eingesetzt wird, oder

vergleichbare Wirkstoffe. Diese können die Wirksamkeit von Fludarabinmedac 25 mg/ml

herabsetzen.

Cytarabin

Ara-C

), das zur Behandlung der chronisch-lymphatischen Leukämie eingesetzt

wird. Im Fall einer Kombination von Fludarabinmedac 25 mg/ml und Cytarabin können die

Spiegel der aktiven Form von Fludarabinmedac 25 mg/ml in leukämischen Zellen ansteigen.

Allerdings zeigten sich keine Veränderungen hinsichtlich der Gesamt-Blutspiegel oder der

Elimination aus dem Blut.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Sie dürfen Fludarabinmedac 25 mg/ml nicht erhalten, wenn Sie schwanger sind, da Studien an Tieren

und die begrenzten Daten zur Anwendung beim Menschen gezeigt haben, dass möglicherweise die

Gefahr von Fehlbildungen des ungeborenen Kindes besteht. Als Frau im gebärfähigen Alter müssen

Sie eine Schwangerschaft vermeiden. Wenn Sie trotzdem schwanger werden, teilen Sie dies

unverzüglich Ihrem Arzt mit (siehe auch „Was Sie während der Behandlung mit

Fludarabinmedac mg/ml außerdem beachten müssen“).

Männer und Frauen, die noch fortpflanzungsfähig sind, müssen während und bis zu 6 Monate nach der

Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Fludarabinphosphat bei Frauen, die mit diesem Arzneimittel behandelt

werden, in die Muttermilch übertritt. In Tierstudien wurde Fludarabinphosphat allerdings in der

Muttermilch nachgewiesen. Deshalb darf während der Behandlung mit diesem Arzneimittel nicht

gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Fludarabinmedac 25 mg/ml kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigen, da z.B. Ermüdung, Schwäche, Sehstörungen, Verwirrtheit, Agitiertheit

und Anfälle beobachtet worden sind.

Fludarabinmedac 25 mg/ml enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Fludarabinmedac 25 mg/ml anzuwenden?

Wenden Sie Fludarabinmedac 25 mg/ml immer genau nach der Anweisung Ihres Arztes an. Ihr Arzt

wird entscheiden, wann und wie lange Sie Fludarabinmedac 25 mg/ml erhalten werden.

Fludarabinmedac 25 mg/ml sollte unter Aufsicht eines qualifizierten Arztes mit Erfahrung in der

Anwendung von Zytostatika erfolgen.

Hinweise zur Verdünnung, Handhabung und Beseitigung des Arzneimittels, siehe „Die folgenden

Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:“ am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Die verabreichte Menge von Fludarabinmedac 25 mg/ml (die Dosis) hängt von Ihrer Körperoberfläche

ab. Technisch wird diese in Quadratmetern (m²) gemessen, tatsächlich aber anhand der Körpergröße

und des Gewichts berechnet.

Allgemeine Richtlinie

Die empfohlene Dosis beträgt 25 mg/m² Körperoberfläche pro Tag. Sie kann entweder als Injektion

oder als Infusion an 5 aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht werden. Dieser 5-Tage-

Behandlungszyklus wird alle 28 Tage wiederholt, bis Ihr Arzt entscheidet, dass die bestmögliche

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Wirkung erreicht worden ist. Im Allgemeinen ist dies nach 6 Zyklen oder anders gesagt nach ca.

6 Monaten. Falls die Nebenwirkungen zu stark sind, kann die Dosis erniedrigt oder der Beginn des

nächsten Zyklus verzögert werden.

Wenn Sie Nierenprobleme haben, werden Sie eine erniedrigte Dosis erhalten und regelmäßigen

Blutuntersuchungen haben.

Wenn Sie eine größere Menge Fludarabinmedac 25 mg/ml erhalten haben, als Sie sollten

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel für eine Überdosierung von Fludarabinmedac 25 mg/ml. Wenn

Sie zu viel Fludarabinmedac 25 mg/ml erhalten haben, wird der Arzt die Behandlung abbrechen und

die Symptome behandeln.

Hohe Dosen von Fludarabinmedac 25 mg/ml stehen in Zusammenhang mit irreversiblen Schäden des

zentralen Nervensystems, die durch verzögert auftretende Blindheit, Koma und Tod gekennzeichnet

sind.

Hohe Dosen stehen aufgrund der verminderten Aktivität des Knochenmarks

(Knochenmarkssuppression) ebenfalls in Zusammenhang mit einer starken Verminderung der Anzahl

verschiedener Blutzelltypen (schwere Thrombozytopenie [verminderte Blutplättchenzahl], begleitet

von Blutergüssen und Blutungen) und Neutropenie (eine Verminderung von weißen Blutkörperchen,

begleitet von einem erhöhten Infektionsrisiko).

Wenn eine Dosis von Fludarabinmedac 25 mg/ml ausgelassen wurde

Ihr Arzt wird die Zeitpunkte, an denen Sie dieses Arzneimittel erhalten, festlegen. Wenn Sie glauben,

dass eine Dosis ausgelassen wurde, wenden Sie sich so rasch wie möglich an Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie nicht genau wissen, was die nachstehenden Nebenwirkungen bedeuten, bitten Sie Ihren Arzt

um eine Erklärung.

Einige Nebenwirkungen können lebensbedrohlich sein.

Wenn Sie Atemprobleme, Husten oder Schmerzen in der Brust mit oder ohne Fieber

haben.

Dies könnte auf eine Lungeninfektion hindeuten.

Wenn Sie ungewöhnliche Blutergüsse oder stärkere Blutungen nach einer Verletzung

bemerken oder wenn Sie offensichtlich häufiger Infektionen bekommen

. Die Ursache

könnte eine Verminderung der Blutzellen sein. Dadurch könnte auch ein erhöhtes Risiko von

(schweren) Infektionen bestehen, verursacht durch Organismen, die bei Gesunden

normalerweise keine Erkrankung hervorrufen (

opportunistische Infektionen

). Zu solchen

Infektionen zählt eine späte Reaktivierung von Viren, etwa Herpes zoster

Wenn Sie Schmerzen in der Seite oder Blut im Urin bemerken oder weniger Harn

abgeben

können

. Möglicherweise handelt es sich um Zeichen eines

Tumor-Zerfall-Syndroms

(siehe Abschnitt 2 unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Wenn Sie Haut- und/oder Schleimhautreaktionen mit Rötung, Entzündung,

Bläschenbildung und Ablösung bemerken

. Dies könnte auf eine schwere allergische

Reaktion hindeuten (

Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson Syndrom

Wenn Sie Palpitationen haben (plötzlich Ihren Herzschlag spüren) oder Schmerzen in

der Brust haben

. Es könnte sich um Hinweise auf Herzprobleme handeln.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine der aufgeführten Nebenwirkungen bemerken.

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Im Folgenden findet sich eine Auflistung der möglichen Nebenwirkungen, geordnet nach

Häufigkeit

. Die seltenen Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) wurden

vorwiegend seit der Markteinführung beobachtet.

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

(teilweise schwere) Infektionen;

Infektionen aufgrund eines unterdrückten Immunsystems (

opportunistische Infektionen

Lungenentzündung (

Pneumonie

) mit möglichen Symptomen wie Atemproblemen und/oder

Husten mit oder ohne Fieber;

Verminderung der Zahl der Blutplättchen (

Thrombozytopenie

) mit möglicher

Blutergussbildung und Blutungen;

verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (

Neutropenie

verminderte Anzahl roter Blutkörperchen (

Anämie

Husten;

Erbrechen, Durchfall, Krankheitsgefühl (

Übelkeit

Fieber;

Müdigkeit (

Fatigue

Schwäche.

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Andere Blutkrebserkrankungen (

myelodysplastisches Syndrom, akute myeloische Leukämie

Die Mehrzahl dieser Patienten wurde vorher, gleichzeitig oder nachher mit anderen

Arzneimitteln gegen Krebs (

Alkylanzien, Topoisomerase-Hemmern

) oder Bestrahlung

behandelt.)

Knochenmarkdepression (

Myelosuppression

Starker Appetitverlust mit nachfolgendem Gewichtsverlust (

Anorexie

Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Extremitäten (

periphere Neuropathie

Sehstörungen;

Entzündung der Mundschleimhaut (

Stomatitis

Hautausschlag;

Schwellung infolge starker Flüssigkeitseinlagerung (

Ödem

Entzündung der Schleimhaut des gesamten Verdauungstrakts, d.h. vom Mund bis zum After

Mukositis

Schüttelfrost;

Allgemeines Unwohlsein.

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Autoimmunerkrankung (siehe Abschnitt 2, unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“);

Tumor-Zerfall-Syndrom (siehe Abschnitt 2, unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“);

Verwirrtheit;

Lungentoxizität;

Vernarbungen auf der Lunge (

Lungenfibrose

), Lungenentzündung (

Pneumonitis

Kurzatmigkeit (

Dyspnoe

Blutung in Magen oder Darm;

Abnorme Werte der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenenzyme.

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Erkrankungen des Lymphsystems infolge einer Virusinfektion (

EBV-assoziierte

lymphoproliferative Erkrankung

Koma;

Krampfanfälle;

Erregung;

Erblindung;

Entzündung oder Schädigung des Sehnervs (

Optikusneuritis, Optikusneuropathie

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Herzversagen;

Herzrhythmusstörungen (

Arrhythmie

Hautkrebs;

Haut- und/oder Schleimhautreaktionen mit Rötung, Entzündung, Bläschenbildung und

Ablösung (

Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Blasenentzündung, die Schmerzen beim Wasserlassen verursachen und zu Blut im Urin führen

kann (

hämorrhagische Zystitis

Lungenblutungen (pulmonale Hämorrhagie)

Hirnblutungen (zerebrale Hämorrhagie)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Fludarabinmedac 25 mg/ml aufzubewahren?

Bewahren Sie Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Nicht einfrieren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fludarabinmedac 25 mg/ml enthält

Der Wirkstoff ist Fludarabinphosphat (Ph. Eur.).

1 ml Konzentrat enthält 25 mg Fludarabinphosphat.

Jede Durchstechflasche mit2 ml Lösung enthält 50 mg Fludarabinphosphat.

Die sonstigen Bestandteile sind Mannitol (E 421), Natriumhydroxid (E 524, zur pH-Anpassung)

und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Fludarabinmedac 25 mg/ml aussieht und Inhalt der Packung

Fludarabinmedac 25 mg/ml ist eine klare, farblose oder leicht gelbbraune Lösung, im Wesentlichen

partikelfrei, in einer Klarglas-Durchstechflasche mit Gummistopfen, Aluminiumversiegelung und

Kunststoff-Snap-Cap. Jede Packung enthält eine bzw. fünf Durchstechflaschen.

Pharmazeutischer Unternehmer

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

PO Box 552

2003 RN Haarlem

Niederlande

Mitvertrieb:

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Hersteller

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

PO Box 552

2003 RN Haarlem

Niederlande

oder

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland

Fludarabinmedac 25 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer

Injektionslösung oder Infusionslösung

Niederlande

Fludarabine TEVA 25 mg/ml, concentraat voor oplossing voor

intraveneuze injectie/infusie

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2016.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise zur Verdünnung, Handhabung und Beseitigung

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf das Arzneimittel außer mit den unten

aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Verdünnung

Die auf Basis der Körperoberfläche des Patienten errechnete erforderliche Dosis wird in eine Spritze

aufgezogen.

Zur intravenösen Bolusinjektion ist diese Dosis weiter in 10 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Injektionslösung zu verdünnen. Zur Infusion kann die erforderliche Dosis in 100 ml Natriumchlorid

9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt und über ca. 30 Minuten infundiert werden.

In klinischen Untersuchungen wurde Fludarabin in 100 ml oder 125 ml 5%iger Glukoselösung oder

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt.

pal (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Visuelle Prüfung vor Gebrauch

Nur klare und farblose Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet werden. Bei versehrtem Behältnis

darf das Produkt nicht verwendet werden.

Aufbewahrung nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Aufbrauchstabilität der Injektions- bzw. Infusionslösung wurde für

die nachfolgend dargestellten Bedingungen und Zeiträume nachgewiesen:

Behältnis

Lösungsmittel zur

Verdünnung

Konzentration

Nachgewiesene Stabilität

PVC-freier

Beutel

0,9%ige Kochsalz-

lösung

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

5%ige Glukoselösung

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

Glasbehältnis

0,9%ige Kochsalz-

lösung

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

5%ige Glukoselösung

0,3 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder 3 Tage bei maximal 25 °C und

Licht.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden.

Andernfalls trägt der Anwender die Verantwortung für Aufbewahrungszeiten und -bedingungen in

Gebrauch befindlicher Lösungen, wobei eine Aufbewahrungsdauer von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C

nicht überschritten werden sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Handhabung und Entsorgung

Schwangeres Personal muss vom Umgang mit Fludarabinphosphat ausgeschlossen werden.

Die Verfahren für eine ordnungsgemäße Handhabung gemäß den lokalen Bestimmungen für

zytotoxische Arzneimittel sind einzuhalten.

Bei der Handhabung von Fludarabinphosphatlösung ist Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, Latex-

Schutzhandschuhe und Schutzbrille zu tragen, um einen Kontakt mit der Substanz beim Zerbrechen

der Durchstechflasche oder anderweitigem versehentlichem Verschütten zu vermeiden. Sollten Haut

oder Schleimhaut mit der Lösung in Berührung kommen, so muss der betroffene Bereich sorgfältig

mit Wasser und Seife gereinigt werden. Bei Kontakt mit den Augen sind diese gründlich mit reichlich

Wasser auszuspülen. Eine Exposition durch Einatmen muss vermieden werden.

Das Arzneimittel ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel oder

Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fludarabinmedac 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung

2

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Konzentrat enthält 25 mg Fludarabinphosphat.

Jede Durchstechflasche mit 2 ml enthält 50 mg Fludarabinphosphat.

Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung

Natrium, weniger als 1 mmol (23 mg) pro Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung.

Fludarabinmedac 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung ist

eine klare, farblose oder leicht gelbbraune Lösung und im Wesentlichen partikelfrei.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung der chronisch-lymphatischen B-Zell-Leukämie (CLL) bei Patienten mit ausreichend

Knochenmarkreserven.

Die First-Line-Behandlung mit Fludarabinphosphat sollte nur eingeleitet werden bei Patienten mit

fortgeschrittener Erkrankung im RAI-Stadium III/IV (Binet-Stadium C) oder bei Patienten im RAI-

Stadium I/II (Binet-Stadium A/B), wenn krankheitsbezogene Symptome oder Hinweise auf eine

progressive Erkrankung vorliegen.

4.2

Dosierung, und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Die empfohlene Dosis beträgt 25 mg Fludarabinphosphat/m² Körperoberfläche täglich intravenös an

5 aufeinanderfolgenden Tagen alle 28 Tage. Die erforderliche Dosis (auf Basis der Körperoberfläche

des Patienten errechnet) wird in eine Spritze aufgezogen. Zur intravenösen Bolusinjektion wird diese

Dosis weiter in 10 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt. Alternativ kann die

erforderliche Dosis zur Infusion in 100 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt

und über ca. 30 Minuten infundiert werden (siehe auch Abschnitt 6.6).

Die optimale Behandlungsdauer ist noch nicht eindeutig festgelegt worden. Die Dauer der Behandlung

hängt vom Behandlungserfolg und der Verträglichkeit des Arzneimittels ab.

Es wird empfohlen Fludarabin bis zum Eintreten eines Behandlungserfolgs zu verabreichen

(normalerweise 6 Zyklen) und dann ist das Arzneimittel abzusetzen.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Zur Anwendung von Fludarabinphosphat bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen keine

Daten vor. In dieser Patientengruppe sollte Fludarabinphosphat mit Vorsicht gegeben und angewendet

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Diese Patienten sind

engmaschig bezüglich übermäßiger Toxizität zu überwachen und die Dosis ist entsprechend

anzupassen oder das Arzneimittel abzusetzen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Die Gesamtclearance des Hauptmetaboliten im Plasma, 2F-ara-A, weist eine Korrelation mit der

Kreatininclearance auf, was auf die Bedeutung des renalen Ausscheidungswegs für die Elimination

der Substanz hinweist. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigten eine erhöhte

Gesamtexposition (AUC von 2F-ara-A). Klinische Daten bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

(Kreatininclearance < 70 ml/min) liegen nur in begrenztem Umfang vor. Aus diesem Grund sollte bei

Verdacht auf eine Nierenfunktionsstörung und bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, die

Kreatininclearance bestimmt werden. Wenn die Kreatininclearance zwischen 30 und 70 ml/min liegt,

sollte die Dosis um bis zu 50 % reduziert und eine engmaschige hämatologische Überwachung zur

Beurteilung der Toxizität durchgeführt werden. Fludarabinphosphat ist bei Patienten mit einer

Kreatininclearance von < 30 ml/min kontraindiziert.

Kinder und Jugendliche

Fludarabinphosphat wird nicht zur Behandlung von Kindern empfohlen aufgrund des Fehlens von

Daten zur Unbedenklichkeit und/oder Wirksamkeit.

Ältere Patienten

Da zur Anwendung von Fludarabinphosphat bei älteren Personen (> 75 Jahre) nur wenige Daten

vorliegen, ist bei Anwendung von Fludarabinphosphat bei diesen Patienten Vorsicht geboten (siehe

auch Abschnitt 4.4).

Bei Patienten ab 65 Jahren sollte vor Behandlungsbeginn die Kreatinin-Clearance bestimmt werden,

siehe “Patienten mit Nierenfunktionsstörungen” und Abschnitt 4.4.

Art der Anwendung

Fludarabinphosphat darf nur unter Aufsicht eines qualifizierten Arztes mit ausreichender Erfahrung in

der Anwendung antineoplastischer Therapien angewendet werden.

Es wird dringend empfohlen, dass Fludarabinphosphat nur intravenös angewendet wird. Es sind keine

Fälle bekannt, in denen paravenös verabreichtes Fludarabinphosphat zu schweren lokalen

Nebenwirkungen geführt hat. Trotzdem ist die unbeabsichtigte paravenöse Verabreichung zu

vermeiden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Nierenfunktionsstörung und Kreatinin-Clearance von < 30 ml/Min.

Dekompensierte hämolytische Anämie.

Schwangerschaft und Stillen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Knochenmarkdepression

Über schwere Knochenmarkdepression, vor allem Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie,

wurde bei mit Fludarabinphosphat behandelten Patienten berichtet. In einer Phase-I-Studie mit

intravenöser Anwendung bei erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren betrug die mediane Zeit

zum Nadir 13 Tage (Streubreite 3 – 25 Tage) für Granulozyten und 16 Tage (Streubreite 2 – 32 Tage)

für Thrombozyten. Die meisten Patienten wiesen bereits zu Studienbeginn infolge ihrer Erkrankung

oder aufgrund einer früheren myelosuppressiven Behandlung hämatologische Beeinträchtigungen auf.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Kumulative Myelosuppression kann festgestellt werden. Obwohl eine durch Chemotherapie induzierte

Knochenmarkdepression oft reversibel ist, erfordert die Anwendung von Fludarabinphosphat eine

sorgfältige hämatologische Überwachung.

Fludarabinphosphat ist ein starker antineoplastischer Wirkstoff mit potenziell erheblichen toxischen

Nebenwirkungen. Behandelte Patienten sollten engmaschig auf Zeichen hämatologischer und nicht-

hämatologischer Toxizität überwacht werden. Eine regelmäßige Beurteilung des peripheren Blutbilds

wird empfohlen, um die Entwicklung einer Anämie, Neutropenie und Thrombozytopenie festzustellen.

Bei erwachsenen Patienten wurden mehrere Fälle von zu Panzytopenie führender „Trilineage“-

Knochenmarkshypoplasie oder Aplasie berichtet, die in einigen Fällen zum Tode führten. Die Dauer

der klinisch signifikanten Zytopenie betrug in den berichteten Fällen zwischen etwa 2 Monaten und

etwa 1 Jahr. Die Episoden traten dabei sowohl bei vorbehandelten als auch bei unbehandelten

Patienten auf.

Wie bei anderen zytotoxischen Substanzen ist bei der Anwendung von Fludarabinphosphat Vorsicht

geboten, wenn eine weitere Entnahme hämatopoetischer Stammzellen in Betracht gezogen wird.

Autoimmunerkrankungen

Unabhängig von Autoimmunprozessen oder positiven Coombs-Reaktionen in der Vorgeschichte

wurde über das Auftreten lebensbedrohlicher und manchmal tödlicher Autoimmunphänomene (siehe

Abschnitt 4.8) berichtet, die während oder nach der Behandlung mit Fludarabinphosphat auftraten. Bei

der Mehrzahl der Patienten, die eine hämolytische Anämie entwickelten, trat diese nach

Wiederbehandlung mit Fludarabinphosphat erneut auf. Mit Fludarabinphosphat behandelte Patienten

sollten engmaschig auf Anzeichen einer Hämolyse überwacht werden.

Bei Hämolyse wird ein Abbruch der Behandlung mit Fludarabinphosphat empfohlen. Die häufigsten

Behandlungsmaßnahmen für autoimmunhämolytische Anämien sind Bluttransfusionen (bestrahltes

Blut, siehe unten) und Adrenokortikoidpräparate.

Neurotoxizität

Die Wirkung einer Langzeitgabe von Fludarabinphosphat auf das zentrale Nervensystem ist nicht

bekannt. Jedoch vertrugen Patienten die empfohlene Dosis in einigen Studien über relativ lange

Behandlungszeiträume (bis zu 26 Behandlungszyklen). Die Patienten sollten engmaschig auf

Anzeichen von neurologischen Nebenwirkungen überwacht werden.

Bei hochdosierter Anwendung in Dosisfindungsstudien bei Patienten mit akuter Leukämie führte

Fludarabinphosphat i.v. zu schweren neurologischen Auswirkungen, einschließlich Erblindung, Koma

und Tod. Die Symptome traten 21 bis 60 Tage nach der letzten Dosis auf. Diese schwere ZNS-

Toxizität trat bei 36 % der Patienten auf, die intravenös mit 4-mal größeren Dosen (96 mg/m²/Tag

über 5 – 7 Tage) als die empfohlene Dosis behandelt worden waren. Bei Patienten, die Dosen im

Bereich der für die chronische lymphatische Leukämie (CLL) empfohlenen Dosis erhielten, kam eine

ZNS-Toxizität selten (Koma, Krampfanfälle und Agitiertheit) oder gelegentlich (Verwirrtheit) vor

(siehe Abschnitt 4.8).

Die Berichte aus den Erfahrungen nach der Zulassung haben gezeigt, dass Neurotoxizität früher oder

später als in den klinischen Studien aufgetreten ist.

Tumorlyse-Syndrom

Über ein Tumorlyse-Syndrom wurde bei Patienten mit großer Tumorlast berichtet. Da die Wirkung

von Fludarabinphosphat bereits in der ersten Behandlungswoche einsetzen kann, sind bei Patienten,

bei denen das Risiko einer solchen Komplikation besteht, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu

treffen.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Transfusionsbedingte Graft-versus-Host-Erkrankung

Nach Transfusion von nicht bestrahltem Blut wurde bei mit Fludarabinphosphat behandelten Patienten

eine transfusionsbedingte Graft-versus-Host-Erkrankung (Reaktion der transfundierten

immunkompetenten Lymphozyten auf den Wirt) beobachtet. Sehr häufig ist ein tödlicher Ausgang als

Folge dieser Krankheit berichtet worden. Um das Risiko einer transfusionsbedingten Graft-versus-

Host-Erkrankung möglichst gering zu halten, sollten daher Patienten, die eine Bluttransfusion

benötigen und die sich einer Behandlung mit Fludarabinphosphat unterziehen oder eine Behandlung

erhalten haben, nur bestrahltes Blut erhalten.

Hautkrebs

Bei einigen Patienten traten während oder nach einer Fludarabinphosphat-Therapie eine

Verschlechterung oder ein Aufflammen vorbestehender Hautkrebsläsionen sowie neue Vorkommen

von Hautkrebs auf.

Eingeschränkter Gesundheitszustand

Bei Patienten mit eingeschränktem Gesundheitszustand sollte Fludarabinphosphat mit Vorsicht und

nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden. Dies trifft insbesondere auf

Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion (Thrombozytopenie, Anämie

und/oder Granulozytopenie), Immunschwäche oder opportunistischen Infektionen in der

Vorgeschichte zu.

Nierenfunktionsstörungen

Die Gesamtclearance des Hauptmetaboliten im Plasma, 2F-ara-A, weist eine Korrelation mit der

Kreatinin-Clearance auf, was auf die Bedeutung des renalen Ausscheidungswegs für die Elimination

der Substanz hinweist. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigten eine erhöhte

Gesamtexposition (AUC von 2F-ara-A). Klinische Daten von Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

(Kreatinin-Clearance < 70 ml/Min) liegen nur in begrenztem Umfang vor.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz muss Fludarabinphosphat mit Vorsicht angewendet werden. Bei

Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und

70 ml/Min) sollte die Dosis um bis zu 50 % reduziert und der Patient engmaschig überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 30 ml/Min ist

Fludarabinmedac kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollte Fludarabinphosphat mit Vorsicht angewendet

werden, da es zu Lebertoxizität führen kann. Fludarabinphosphat sollte nur angewendet werden, wenn

der erwartete Nutzen jedes potenzielle Risiko überwiegt. Solche Patienten sind engmaschig auf

übermäßige Toxizität zu überwachen und entsprechend ist die Dosis anzupassen oder das Arzneimittel

abzusetzen (siehe auch Abschnitt 4.2.)

Ältere Patienten

Da zur Anwendung von Fludarabin bei älteren Personen (> 75 Jahre) nur wenige Daten vorliegen, ist

bei Anwendung von Fludarabin bei diesen Patienten Vorsicht geboten.

Bei Patienten ab 65 Jahren sollte vor Behandlungsbeginn die Kreatinin-Clearance bestimmt werden,

siehe “Nierenfunktionsstörungen” und Abschnitt 4.2.

Kinder und Jugendliche

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Es liegen keine Daten über die Verwendung von Fludarabinphosphat bei Kindern vor. Daher wird

Fludarabinmedac zur Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte Fludarabinphosphat nur bei absoluter Notwendigkeit (z. B.

lebensbedrohliche Situation, keine sicherere Alternativbehandlung ohne Beeinträchtigung des

therapeutischen Nutzens verfügbar, Behandlung nicht vermeidbar) angewendet werden. Es kann dem

Fetus schaden (siehe Abschnitte 4.6 und 5.3). Die Anwendung von Fludarabinphosphat sollte von der

verordnenden Person nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die

potenziellen Risiken für den Fetus rechtfertigt.

Frauen dürfen während der Behandlung mit Fludarabinphosphat nicht schwanger werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen über die potenziellen Gefahren für den Fetus in Kenntnis gesetzt

werden.

Empfängnisverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter und zeugungsfähige Männer müssen während und bis zu 6 Monaten

nach Beendigung der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Impfung

Während und nach der Behandlung mit Fludarabinphosphat ist eine Impfung mit Lebendimpfstoffen

zu vermeiden.

Weiterbehandlungsoptionen nach Initialbehandlung mit Fludarabin

Die Überführung einer Initialbehandlung mit Fludarabinphosphat auf Chlorambucil bei Patienten, die

nicht auf Fludarabinphosphat ansprachen, ist zu vermeiden, da die meisten Patienten, die resistent

gegenüber Fludarabinphosphat waren, auch eine Resistenz gegenüber Chlorambucil zeigten.

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstechflasche, d.h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In einer klinischen Untersuchung mit Fludarabinphosphat in Kombination mit Pentostatin

(Deoxycoformycin) zur Behandlung der refraktären chronisch-lymphatischen Leukämie (CLL) kam es

zum unannehmbar gehäuften Auftreten tödlich verlaufender Lungentoxizität. Die Anwendung von

Fludarabinphosphat in Kombination mit Pentostatin wird daher nicht empfohlen.

Dipyridamol und andere Adenosinaufnahmehemmer können die therapeutische Wirksamkeit von

Fludarabinphosphat verringern.

Klinische Studien und

in vitro

-Experimente haben gezeigt, dass sich die intrazelluläre

Spitzenkonzentration und die intrazelluläre Exposition von Ara-CTP (aktiver Metabolit von

Cytarabin) in leukämischen Zellen während der Anwendung von Fludarabinphosphat in Kombination

mit Cytarabin erhöhte. Die Plasmakonzentration von Ara-C und die Eliminationsrate von Ara-CTP

blieben unbeeinflusst.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die präklinischen Daten aus Studien an Ratten verweisen auf den Transfer von Fludarabinphosphat

und/oder seinen Metaboliten durch die Plazenta. Die Ergebnisse aus Studien zur Embryotoxizität bei

i.v. Anwendung an Ratten und Kaninchen zeigen ein embryoletales und teratogenes Potenzial bei den

therapeutischen Dosierungen (siehe Abschnitt 5.3).

Es liegen sehr begrenzte Daten über die Anwendung von Fludarabinphosphat bei Schwangeren im

ersten Trimenon vor.

Fludarabinphosphat sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist

eindeutig erforderlich (z. B. lebensbedrohliche Situation, keine sicherere Alternativbehandlung ohne

Beeinträchtigung des therapeutischen Nutzens verfügbar, Behandlung nicht vermeidbar).

Fludarabinphosphat kann dem Fetus schaden. Die Anwendung von Fludarabinphosphat sollte von der

verordnenden Person nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen die

potenziellen Risiken für den Fetus rechtfertigt.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen über die potenziellen Gefahren für den Fetus in Kenntnis gesetzt

werden.

Sowohl sexuell aktive Männer als auch Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu

mindestens 6 Monaten nach Beendigung der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethoden

anwenden (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden

wird.

Präklinische Daten deuten jedoch darauf hin, dass Fludarabinphosphat und/oder seine Metaboliten

vom Blut in die Milch übertreten.

Wegen des Risikos schwerer unerwünschter Wirkungen beim gestillten Säugling ist

Fludarabinphosphat während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Es liegen keine Daten beim Menschen zur Wirkung von Fludarabinphosphat auf die Fertilität vor. Bei

Tieren hat Fludarabinphosphat unerwünschte Wirkungen auf das männliche Fortpflanzungssystem

gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Fludarabinphosphat kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigen, da z. B. Ermüdung, Schwäche, Sehstörungen, Verwirrtheit, Agitiertheit und Anfälle

beobachtet wurden.

4.8

Nebenwirkungen

Wie die Erfahrungswerte aus der Anwendung von Fludarabinphosphat zeigen, sind die häufigsten

Nebenwirkungen Myelosuppression (Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie), Infektionen

einschließlich Pneumonie, Husten, Fieber, Ermüdung, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö.

Andere häufig berichtete Ereignisse sind Schüttelfrost, Ödem, Unwohlsein, periphere Neuropathie,

Sehstörungen, Anorexie, Mukositis, Stomatitis und Hautausschläge.

Bei Patienten, die mit Fludarabinphosphat behandelt wurden, traten schwere opportunistische

Infektionen auf. Es wurden tödliche Ausgänge infolge von schwerwiegenden unerwünschten

Ereignissen gemeldet.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

In der nachstehenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach MedDRA-Systemorganklassen

(MedDRA SOK) aufgeführt. Die Häufigkeiten basieren auf den in klinischen Studien erhobenen

Daten, ungeachtet eines kausalen Zusammenhangs mit Fludarabinphosphat. Die seltenen

Nebenwirkungen wurden hauptsächlich im Rahmen der Erfahrungen nach Zulassung erfasst.

Systemorgan-

klasse gemäß

MedDRA-

Datenbank

Sehr häufig

1/10

Häufig

≥ 1/100 bis

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000 bis

< 1/100

Selten

1/10.000 bis

< 1/1.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar

Infektionen

und parasitäre

Erkrankungen

Infektionen/

opportunisti-

sche

Infektionen

(wie

Reaktivierung

latenter viraler

Infektionen,

z. B.

progressive

multifokale

Leukoenzephal-

opathie, Herpes

zoster Virus,

Epstein-Barr-

Virus),

Pneumonie

Lymphoprolifera-

tive Erkrankung

(in Verbindung

mit EBV)

Gutartige,

bösartige und

unspezifische

Neubildungen

(einschl. Zysten

und Polypen)

Myelo-

dysplastisches

Syndrom und

akute myeloische

Leukämie

(hauptsächlich in

Verbindung mit

einer

vorhergehenden,

begleitenden oder

anschließenden

Therapie mit

alkylierenden

Substanzen,

Topoisomerase-

Hemmern oder

Bestrahlung)

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystems

Neutropenie,

Anämie,

Thrombozyto-

penie

Myelosuppres-

sion

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Systemorgan-

klasse gemäß

MedDRA-

Datenbank

Sehr häufig

1/10

Häufig

≥ 1/100 bis

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000 bis

< 1/100

Selten

1/10.000 bis

< 1/1.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar

Erkrankungen

des

Immunsystems

Autoimmun-

störung

(einschließlich

autoimmun-

hämolytischer

Anämie,

Evans-

Syndrom,

thrombozyto-

penischer

Purpura,

erworbener

Hämophilie,

Pemphigus)

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

Anorexie

Tumorlyse-

Syndrom

(einschließlich

Nierenversa-

gen,

metabolischer

Azidose,

Hyperkaliämie,

Hypokalzämie,

Hyperurikä-

mie,

Hämaturie,

Uratkristallu-

rie, Hyper-

phosphatämie)

Erkrankungen

des

Nervensystems

Periphere

Neuropathie

Verwirrtheit

Koma,

Anfälle,

Agitiertheit

Hirnblutung

Augen-

erkrankungen

Sehstörungen

Erblindung,

Optikusneuritis,

Neuropathie des

Nervus opticus

Herz-

erkrankungen

Herzinsuffizienz,

Arrhythmie

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Systemorgan-

klasse gemäß

MedDRA-

Datenbank

Sehr häufig

1/10

Häufig

≥ 1/100 bis

< 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000 bis

< 1/100

Selten

1/10.000 bis

< 1/1.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Husten

Lungentoxizi-

tät

(einschließlich

Lungenfibrose,

Pneumonitis,

Dyspnoe)

Lungenblutung

Erkrankungen

des

Gastrointestina

l-trakts

Erbrechen,

Diarrhö,

Übelkeit

Stomatitis

Gastrointesti-

nalblutung,

Pankreas-

enzyme

anomal

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Leberenzyme

anomal

Erkrankungen

der Haut und

des

Unterhautzell-

gewebes

Ausschlag

Hautkrebs,

Nekrolyse

epidermal

toxisch (Lyell-

Typ), Stevens-

Johnson-

Syndrom

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Hämorrha-

gische Zystitis

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am

Verabreichung

sort

Fieber,

Ermüdung,

Schwäche

Ödem,

Mukositis,

Schüttelfrost,

Unwohlsein

Es wird der jeweils geeignetste MedDRA-Begriff zur Beschreibung einer Nebenwirkung aufgeführt.

Synonyme oder zugehörige Erkrankungen werden nicht aufgeführt, sollten jedoch berücksichtigt

werden. Die Begriffe zur Darstellung der Nebenwirkungen basieren auf der MedDRA-Version 12.0.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Hohe Dosen von Fludarabinphosphat sind mit einer irreversiblen Zentralnervensystemtoxizität in

Zusammenhang gebracht worden, die durch eine verzögert auftretende Erblindung, Koma und Tod

charakterisiert sind. Hohe Dosen stehen auch aufgrund einer Knochenmarksuppression mit schweren

Thrombozytopenien und Neutropenien im Zusammenhang. Es gibt kein bekanntes spezifisches

Antidot gegen eine Überdosierung von Fludarabinphosphat. Die Behandlung besteht aus dem

Absetzen des Arzneimittels und unterstützenden Maßnahmen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Wirkstoffe, Purin-Analoga

ATC-Code L01B B05

Fludarabinmedac 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung

enthält Fludarabinphosphat, ein wasserlösliches fluoriniertes Nukleotid-Analagon der antiviralen

Substanz Vidarabin (Ara-A; 9-ß-D-Arabinofuranosyladenin), das relativ stabil gegenüber der

Desaminierung durch Adenosin-Desaminase ist.

Fludarabinphosphat wird rasch zu 2F-Ara-A dephosphoryliert. Dieses wird in die Zellen

aufgenommen und dann intrazellulär durch Deoxycytidin-Kinase zum aktiven Triphosphat, 2F-Ara-

ATP, phosphoryliert. Dieser Metabolit verhindert die DNA-Synthese durch Hemmung der

Ribonukleotid-Reduktase, der DNA-Polymerasen α/δ und ε sowie der DNA-Primase und DNA-

Ligase. Darüber hinaus findet die partielle Hemmung der RNA-Polymerase II und die folgende

Reduktion der Proteinsynthese statt.

Obwohl einige Aspekte des Wirkungsmechanismus von 2F-Ara-ATP bis jetzt unklar sind, kann

angenommen werden, dass die Wirkungen auf die DNA, RNA und Proteinsynthese zur Hemmung des

Zellwachstums beitragen, wobei die DNA-Synthesehemmung als dominierender Faktor

hervorzuheben ist. In-vitro-Untersuchungen haben zusätzlich gezeigt, dass die Einwirkung von 2F-

Ara-A auf CLL-Lymphozyten eine ausgeprägte DNA-Fragmentierung und Zelltod auslöst, die

charakteristisch für die Apoptose sind.

In einer Phase-III-Studie bei nicht vorbehandelten Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie

vom B-Zell-Typ wurden 19 Patienten mit Fludarabinphosphat und 199 Patienten mit Chlorambucil

(40 mg/m², q 4 Wochen) behandelt. Folgende Ergebnisse konnten gezeigt werden: Statistisch

signifikant höheres Gesamtansprechen und komplette Rücklaufquote nach First-Line-Therapie mit

Fludarabinphosphat im Vergleich zu Chlorambucil (61,1 %

vs.

37,6 % bzw. 14,9 %

vs.

3,4 %);

statistisch signifikant längere Ansprechdauer (19

vs.

12,2 Monaten) und längere Zeit bis zur

Progression (17

vs.

13,2 Monaten) bei Patienten in der Fludarabinphosphat-Gruppe. Das mediane

Überleben der beiden Patientengruppen betrug für Fludarabinphosphat 56,1 Monate und 55,1 Monate

für Chlorambucil; ein nicht-signifikanter Unterschied wurde ebenfalls mit dem Performance-Status

gezeigt. Der Anteil von Patienten mit berichteten Toxizitäten war zwischen den mit

Fludarabinphosphat-Patienten (89,7 %) bzw. Chlorambucil-Patienten (89,9 %) vergleichbar. Während

der Unterschied in der Gesamtinzidenz hämatologischer Toxizität zwischen beiden

Behandlungsgruppen nicht signifikant war, machte ein signifikant größerer Anteil der

Fludarabinphosphat-Patienten Toxizitäten der weißen Blutzellen (p = 0,0054) und Lymphozyten

(p = 0,0240) durch als die Chlorambucil-Patienten. Der Anteil der Patienten, die Übelkeit, Erbrechen

und Diarrhö durchmachten, war für die Fludarabinphosphat-Patienten signifikant weniger (p < 0,0001,

p < 0,0001 bzw. p = 0,0489) als für Chlorambucil-Patienten. Lebertoxizitäten wurden ebenfalls für

einen signifikant (p = 0,0487) geringeren Anteil der Patienten in der Fludarabinphosphat-Gruppe als in

der Chlorambucil-Gruppe berichtet.

Patienten, die initial auf Fludarabinphosphat ansprechen, haben eine gute Chance, erneut auf eine

Fludarabinphosphat-Monotherapie anzusprechen.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Eine randomisierte Studie mit Fludarabinphosphat und Cyclophosphamid, Adriamycin und

Prednisolon (CAP) bei 208 CLL-Patienten im Binet-Stadium B bzw. C ergab in einer Untergruppe

von 103 vorbehandelten Patienten die folgenden Ergebnisse: Das Gesamtansprechen und der

Prozentsatz der kompletten Rücklaufquote waren unter der Behandlung mit Fludarabinphosphat höher

als unter der CAP-Behandlung (45 %

vs.

26 % bzw. 13 %

vs.

6 %). Die Ansprechdauer sowie das

Gesamtüberleben waren unter Fludarabinphosphat und CAP ähnlich. Während der festgesetzten

Behandlungsdauer von 6 Monaten lag die Anzahl der Todesfälle bei 9 (Fludarabinphosphat) bzw. 4

(CAP).

Post-hoc Analysen, die nur Daten von bis zu 6 Monaten nach Behandlungsbeginn verwendeten,

zeigten in der Untergruppe der vorbehandelten Patienten im Binet-Stadium C einen Unterschied

zwischen den Überlebenszeit-Kurven für Fludarabinphosphat- bzw. CAP zugunsten von CAP.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Plasma- und Urinpharmakokinetik von Fludarabinphosphat (2F-Ara-A)

Das pharmakokinetische Verhalten von Fludarabin (2F-Ara-A) wurde nach schneller intravenöser

Bolusinjektion, nach Kurzzeitinfusion sowie nach kontinuierlicher Infusion von Fludarabinphosphat

(2F-Ara-AMP) untersucht.

2F-Ara-AMP ist ein wasserlösliches Prodrug, das im menschlichen Organismus durch quantitative

Dephosphorylierung rasch und zum Nukleosid Fludarabin (2F-Ara-A) metabolisiert wird. Nach

Einzelinfusion von 25 mg 2F-Ara-AMP pro m² Körperoberfläche über 30 Minuten bei Krebspatienten

erreichte 2F-Ara-A mittlere maximale Konzentrationen im Plasma von 3,5 – 3,7 µM am Ende der

Infusion. Die entsprechenden 2F-Ara-A-Spiegel nach der fünften Applikation zeigten eine mäßige

Kumulation mit maximalen Spiegeln von 4,4 – 4,8 µM am Ende der Infusion. Während einer

fünftägigen Behandlungszeit stiegen die Talspiegel im Plasma von 2F-Ara-A um einen Faktor von

etwa 2 an. Eine Kumulation von 2F-Ara-A über mehrere Behandlungszyklen kann ausgeschlossen

werden. Die postmaximalen 2F-Ara-A-Plasmaspiegel fielen in drei Dispositionsphasen ab: die initiale

Halbwertszeit lag bei ca. 5 Minuten, die intermediäre Halbwertszeit betrug 1 – 2 Stunden und die

terminale Halbwertszeit ca. 20 Stunden.

Eine vergleichende Untersuchung von Studien zur Pharmakokinetik von 2F-Ara-A ergab eine mittlere

Gesamtplasmaclearance (CL) von 79±40 ml/min/m² (2,2±1,2 ml/min/kg) und ein mittleres

Verteilungsvolumen (Vss) von 83±55 l/m² (2,4±1,6 l/kg). Die Daten wiesen eine hohe

interindividuelle Variabilität auf. Die 2F-Ara-A-Plasmaspiegel und die Flächen unter der Plasmakurve

nahmen linear mit der Dosis zu; dagegen blieben die Halbwertszeiten, die Plasmaclearance und die

Verteilungsvolumina unabhängig von der Dosis konstant, was auf ein dosislineares

pharmakokinetisches Verhalten hinweist.

Das Auftreten von Neutropenie und Hämatokritveränderungen zeigten, dass die zytotoxische Wirkung

von Fludarabinphosphat zu einer dosisabhängigen Hemmung der Hämatopoese führt.

2F-Ara-A wird im Wesentlichen über die Nieren eliminiert. 40 – 60 % der i.v.-Dosis werden mit dem

Urin ausgeschieden. In Massenbilanzstudien mit ³H-2F-Ara-AMP an Labortieren wurde eine

vollständige Ausscheidung der radioaktiv markierten Substanzen mit dem Urin beobachtet. Ein

anderer Metabolit, 2F-Ara-Hypoxanthin, der Hauptmetabolit von 2F-Ara-AMP beim Hund, wurde

beim Menschen nur zu einem geringen Maß nachgewiesen. Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion weisen eine verminderte Gesamtkörperclearance auf, die eine Dosisreduktion anzeigt.

In-vitro-Untersuchungen mit menschlichen Plasmaproteinen zeigten keine ausgeprägte Proteinbindung

von 2F-Ara-A.

Zelluläre Pharmakokinetik von Fludarabintriphosphat

2F-Ara-A wird nach aktiver Aufnahme in leukämischen Zellen zum Mono-, Di- und schließlich zum

Triphosphat rephosphoryliert. Das Fludarabintriphosphat, 2F-Ara-ATP, ist der wichtigste

intrazelluläre Metabolit und der einzige Metabolit, der eine zytotoxische Aktivität aufweist. Maximale

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

2F-Ara-ATP-Spiegel in leukämischen Lymphozyten von CLL-Patienten wurden im Median 4 Stunden

nach der Applikation gemessen und wiesen erhebliche Schwankungen auf mit einer medianen

Höchstkonzentration von ca. 20 µM. Die 2F-Ara-ATP-Spiegel in den leukämischen Zellen lagen

beträchtlich über den maximalen 2F-Ara-A-Spiegeln im Plasma, was für eine Anreicherung in den

Zielzellen spricht. Die In-vitro-Inkubation von leukämischen Lymphozyten zeigte eine lineare

Beziehung zwischen der extrazellulären Exposition mit 2F-Ara-A (Produkt der 2F-Ara-A-

Konzentration und der Inkubationsdauer) und der intrazellulären Anreicherung von 2F-Ara-ATP. Die

medianen Halbwertszeiten für die Elimination von 2F-Ara-ATP aus den Zielzellen betrugen 15 und

23 Stunden.

Eine eindeutige Korrelation zwischen der Pharmakokinetik von 2F-Ara-A und der Wirksamkeit der

Behandlung bei Krebspatienten wurde nicht gefunden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In tierexperimentellen Studien zur akuten Toxizität und Toxizität bei wiederholter Gabe zeigte sich die

toxische Wirkung vor allem im Knochenmark, den lymphatischen Organen, der Schleimhaut des

Magen-Darm-Traktes, den Nieren und den männlichen Fortpflanzungsorganen. Bei hoher Dosierung

wurde eine Neurotoxizität beobachtet.

Fludarabinphosphat erwies sich in Tieren als teratogen und verursachte in Dosen, die etwa gleich hoch

oder niedriger als die therapeutische Dosis waren, Skelett- und äußere Missbildungen.

Untersuchungen zur Genotoxizität ergaben in Genmutationsassays und im Dominant-Letal-Test bei

männlichen Mäusen negative Ergebnisse für Fludarabinphosphat. Hingegen induzierte

Fludarabinphosphat klastogene Wirkungen im Chromosomenaberrationstest ohne metabolische

Aktivierung in chinesischen Hamsterovarial-(CHO)-Zellen und im Mausmikrokerntest in vivo.

Es wurden keine Karzinogenitätsstudien durchgeführt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (E 421)

Natriumhydroxid (E 524, zur pH-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel außer mit den unter

Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche

3 Jahre

Nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Aufbrauchstabilität der Injektions- bzw. Infusionslösung wurde für

die nachfolgend dargestellten Bedingungen und Zeiträume nachgewiesen:

Behältnis

Lösungsmittel zur

Verdünnung

Konzentration

Nachgewiesene Stabilität

0,9%ige Kochsalz-

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

PVC-freier

Beutel

lösung

oder bei maximal 25 °C und Licht

5%ige Glukoselösung

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

Glasbehältnis

0,9%ige Kochsalz-

lösung

0,3 – 6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

5%ige Glukoselösung

0,3 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder bei maximal 25 °C und Licht

6 mg/ml

5 Tage im Kühlschrank (2 °C – 8 °C)

oder 3 Tage bei maximal 25 °C und

Licht.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte das Präparat sofort verwendet werden. Andernfalls

trägt der Anwender die Verantwortung für Aufbewahrungszeiten und -bedingungen in Gebrauch

befindlicher Lösungen, wobei eine Aufbewahrungsdauer von 2 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht

überschritten werden sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen stattgefunden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Eine Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit Bromobutylgummistopfen, Aluminiumversiegelung und

Polypropylen-Snap-Cap, die 2 ml Lösung enthält.

Packungsgrößen: 1 Durchstechflasche oder 5 Durchstechflaschen.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Verdünnung

Die auf Basis der Körperoberfläche des Patienten errechnete erforderliche Dosis wird in eine Spritze

aufgezogen.

Zur intravenösen Bolusinjektion ist diese Dosis weiter in 10 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)

Injektionslösung zu verdünnen. Zur Infusion kann die erforderliche Dosis in 100 ml Natriumchlorid

9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt und über ca. 30 Minuten infundiert werden.

In klinischen Untersuchungen wurde Fludarabinphosphat in 100 ml oder 125 ml 5%iger

Glukoselösung oder Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung verdünnt.

Visuelle Prüfung vor Gebrauch

Nur klare und farblose Lösungen ohne Partikel dürfen verwendet werden. Bei versehrtem Behältnis

darf das Produkt nicht verwendet werden.

Handhabung und Entsorgung

Schwangeres Personal muss vom Umgang mit Fludarabinphosphat ausgeschlossen werden.

Die Verfahren für eine ordnungsgemäße Handhabung gemäß den lokalen Bestimmungen für

zytotoxische Arzneimittel sind einzuhalten.

spc (DE) Fludarabinmedac 25 mg/ml concentrate for solution for injection/infusion

National version: 05/2016

Bei der Handhabung von Fludarabinphosphatlösung ist Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, Latex-

Schutzhandschuhe und Schutzbrille zu tragen, um einen Kontakt mit der Substanz beim Zerbrechen

der Durchstechflasche oder anderweitigem versehentlichem Verschütten zu vermeiden. Sollten Haut

oder Schleimhaut mit der Lösung in Berührung kommen, so muss der betroffene Bereich sorgfältig

mit Wasser und Seife gereinigt werden. Bei Kontakt mit den Augen sind diese gründlich mit reichlich

Wasser auszuspülen. Eine Exposition durch Einatmen muss vermieden werden.

Das Arzneimittel ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel oder

Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

PO Box 552

2003 RN Haarlem

Niederlande

Mitvertrieb:

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

65680.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Juli 2007

10.

STAND DER INFORMATION

05.2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen