Fluconazol Redibag 2 mg/ml Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluconazol
Verfügbar ab:
Baxter Deutschland GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluconazole
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Fluconazol 2.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
61426.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Fluconazol Redibag 2 mg/ml Infusionslösung

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage bitte sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen

bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder

Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Fluconazol Redibag und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Fluconazol Redibag beachten?

Wie ist Fluconazol Redibag anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fluconazol Redibag aufzubewahren?

Weitere Informationen

WAS IST FLUCONAZOL REDIBAG UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Fluconazol Redibag gehört zu einer Gruppe von Medikamenten zur Behandlung von Pilzinfektionen bei Patienten

mit intaktem Immunsystem und bei Patienten vor einer Knochenmarktransplantation.

Erwachsene

Ihr Arzt kann Ihnen Fluconazol Redibag verabreichen, um Pilzinfektionen der folgenden Art zu behandeln:

Durch Candida hervorgerufene Pilzinfektionen mit Befall der inneren Organe

Durch Candida hervorgerufene schwere Infektionen der Schleimhäute, z. B. der oberen Atemwege, des

Mundes, der Speiseröhre und des Rachens, wenn eine orale Verabreichung nicht möglich ist.

Durch Kryptokokken hervorgerufene Hirnhautentzündung (Meningitis)

Außerdem kann Ihnen Fluconazol Redibag vorbeugend gegen Pilzerkrankungen verabreicht werden (wenn Sie

eine

Knochenmarktransplantation

erhalten

werden),

oder

Vermeidung

Rückfällen

einer

Hirnhautentzündung, wenn Sie AIDS-Patient sind und an einer durch Pilze hervorgerufenen Meningitis gelitten

haben.

Kinder und Jugendliche

Ihr Arzt kann Ihnen Fluconazol Redibag verabreichen, um Pilzinfektionen der folgenden Art zu behandeln:

Durch Candida hervorgerufene Pilzinfektionen mit Befall der inneren Organe

Durch Candida hervorgerufene schwere Infektionen der Schleimhäute, z. B. der oberen Atemwege, des

Mundes, der Speiseröhre und des Rachens, wenn eine orale Verabreichung nicht möglich ist.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON FLUCONAZOL REDIBAG BEACHTEN?

Fluconazol Redibag darf nicht angewendet werden,

wenn bei Ihnen schon einmal eine allergische Reaktion auf einen der Bestandteile von Fluconazol Redibag

oder auf andere Azol-Derivate aufgetreten ist (andere Arzneimittel, die Ihnen zur Behandlung von

Pilzinfektionen gegeben wurden). Dabei kann es sich um Juckreiz, Hautrötungen oder Atembeschwerden

gehandelt haben.

wenn Sie Medikamente einnehmen, die den Herzrhythmus beeinflussen können, wie z. B. Cisaprid (ein

Mittel gegen Brechreiz), Astemizol (ein Mittel gegen Allergien), Terfenadin (ein Mittel gegen Allergien),

Pimozid (ein Mittel zur Behandlung psychischer Störungen) sowie Chinidin (ein Mittel zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen)

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fluconazol Redibag ist erforderlich,

wenn Sie unter Nierenproblemen leiden,

wenn Sie an Leberproblemen leiden, denn in seltenen Fällen – vor allem bei Patienten mit schweren

Grunderkrankungen – wurde über Lebertoxizität (bis hin zum Tod) berichtet. Es ist unklar, ob diese auf

das Arzneimittel Fluconazol zurückzuführen ist,

wenn Sie an Herzkrankheiten, einschließlich Herzrhythmusproblemen, leiden, da manche Arzneimittel

aus der Klasse der Fluconazole Herzrhythmusstörungen hervorrufen können,

wenn Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat, dass Ihr Kalium-, Kalzium- oder Magnesiumwert im Blut außerhalb

des Normbereichs liegt,

Bei Anwendung von Fluconazol Redibag mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Anwendung von Fluconazol Redibag und bestimmten Arzneimitteln kann die Wirkung von

Fluconazol beeinträchtigt werden. Dies gilt beispielsweise für folgende Arzneimittel:

Astemizol (Mittel gegen Allergien)

Cisaprid (Mittel gegen Brechreiz)

Terfenadin (Mittel gegen Allergien)

Diuretika wie Hydrochlorothiazid, die zur Behandlung von Wassereinlagerung im Gewebe und

Bluthochdruck eingesetzt werden

Rifampicin oder Rifabutin (Antibiotika)

Mutterkornalkaloide (Mittel zur Verengung von Blutgefäßen und zur Behandlung von Migräne)

Alfetanil (Schmerzmittel - Analgetikum)

Amitriptylin (Mittel zur Behandlung von Depressionen)

Warfarin- oder Cumarinpräparate (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung)

Antiretrovirale Arzneimittel (zur Behandlung von Viruserkrankungen, z. B. Nevirapin bei Patienten mit

HIV-Infektion)

Benzodiazepin (Beruhigungsmittel)

Kalzium-Kanal-Blocker: Nifedipin, Isradipin, Nicardipin, Felodipin (Mittel gegen Bluthochdruck)

Carbamazepin (Mittel zur Behandlung von Epilepsie)

Celecoxib (Mittel zur Behandlung von Entzündungen)

Cyclosporin, Tacrolimus und Sirolimus (Immunsuppressiva, d.h. Mittel

zur Unterdrückung der

Immunabwehr)

Halofantrin (Mittel gegen Malaria)

Atorvastatin, Simvastatin, Fluvastatin (vor allem zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut)

Losartan (Mittel gegen Bluthochdruck)

Methadon (ein Opiatersatzstoff)

Orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel zum Einnehmen)

Phenytoin (Mittel zur Behandlung der Epilepsie)

Prednison (ein Steroid)

Oral einzunehmende Sulfonylharnstoffe wie Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid oder Tolbutamid (zur

Behandlung von Diabetes)

Theophyllin (Mittel zur Behandlung von Asthma)

Trimetrexat (Mittel zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenentzündung: Pneumocystis

carinii)

Xanthin-Basen, Isoniazid und andere Arzneimittel zur Behandlung epileptischer Anfälle

Zidovudin (auch bezeichnet als AZT) und Didanosin (Mittel zur Behandlung von Patienten mit

HIV-Infektion)

Amphotericin B (Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen)

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor

kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt unbedingt vor Beginn der Behandlung, wenn Sie schwanger sind oder glauben,

dass Sie schwanger sein könnten. Ihr Arzt wird dann entscheiden, ob Ihnen Fluconazol verabreicht werden soll.

Wenn Sie Kinder bekommen können, sollten Sie während der Behandlung mit Fluconazol unbedingt eine

zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung anwenden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen. Fluconazol geht beim Menschen in die Muttermilch über. Vom

Stillen wird abgeraten, wenn Sie Fluconazol in hohen Dosen oder wiederholt erhalten. Ihr Arzt wird Sie beraten.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, sind durch Fluconazol

Redibag nicht zu erwarten. Beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen muss Ihnen jedoch

bewusst sein, dass es gelegentlich zu Schwindelgefühl oder Krampfanfällen kommen kann.

Wichtige Warnhinweise über bestimmte Bestandteile von Fluconazol Redibag

Bei der Behandlung mit Fluconazol Redibag ist besondere Vorsicht geboten, wenn Sie eine kochsalzarme Diät

einhalten müssen. Bitte beachten Sie:

50 ml Infusionslösung enthalten 7,7 mmol (177 mg) Natrium.

100 ml Infusionslösung enthalten 15,4 mmol (354 mg) Natrium.

200 ml Infusionslösung enthalten 30,8 mmol (709 mg) Natrium.

WIE IST FLUCONAZOL REDIBAG ANZUWENDEN?

Fluconazol Redibag wird als gebrauchsfertige Lösung vertrieben und muss nicht weiter verdünnt werden.

Das Arzneimittel wird Ihnen von Ihrem Arzt als intravenöse Infusion verabreicht. Dabei wird Ihnen eine Nadel in

eine Vene eingeführt, über die dann das Arzneimittel langsam in Ihren Körper fließt.

Das Arzneimittel darf vor der Infusion nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Übliche Dosis

Ihr Arzt bestimmt, wie viel Sie benötigen und wann Ihnen das Arzneimittel gegeben wird.

Dies hängt von Ihrem Alter, Ihrem Gewicht, Ihrer Krankengeschichte, anderen derzeit eingenommenen

Medikamenten und der zu behandelnden Infektion ab.

Im Folgenden werden die üblichen Dosen von Fluconazol Redibag für verschiedene Infektionen aufgeführt. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, warum Ihnen Fluconazol Redibag

verabreicht wird.

Erwachsene

Indikation

Empfohlene Dosis

Empfohlene

Behandlungsdauer

Durch Candida hervorgerufene

Pilzinfektionen mit Befall der inneren

Organe

400 - 800 mg am ersten Tag,

danach 200 - 400 mg einmal

täglich.

Abhängig vom Ansprechen

auf die Behandlung

Durch Candida hervorgerufene

Harnwegsinfektionen

100 mg am ersten Tag,

danach 100 mg einmal

täglich.

14 - 30 Tage

Schwere Infektionen der Schleimhäute

100 mg am ersten Tag,

danach 100

mg einmal

täglich.

7 - 30 Tage

Behandlung von durch Kryptokokken

hervorgerufener Hirnhautentzündung

(Meningitis)

400 mg am ersten Tag,

danach 200 - 400 mg einmal

täglich.

Normalerweise 6 - 8

Wochen

Zur Vermeidung von Rückfällen einer

Kryptokokken-Meningitis bei

AIDS-Patienten

200 mg täglich

Ihr Arzt wird Sie beraten

Vorbeugend gegen Pilzerkrankungen,

wenn Sie eine

Knochenmarktransplantation erhalten

werden

400 mg einmal täglich.

Abhängig vom Ansprechen

auf die Behandlung

In einigen Fällen kann bei Schleimhautinfektionen eine tägliche Dosis von über 100 mg nötig sein. Ihr Arzt wird

Sie beraten.

Kinder

Neugeborene

Hinweis: Es gibt nur eingeschränkte

Informationen über die Dosis, die bei

Neugeborenen anzuwenden ist. Ihr Arzt

wird Sie beraten.

bis zu 2 Wochen alt

Bei allen Pilzinfektionen

6 – 12 mg/kg alle 72 Stunden

3-4 Wochen alt

Bei allen Pilzinfektionen

6 – 12 mg/kg alle 48 Stunden

Kinder ab 4 Wochen

Durch Candida oder Kryptokokken

hervorgerufene Pilzinfektionen mit

Befall der inneren Organe

6 - 12 mg/kg täglich.

Infektionen der Schleimhäute

3 mg/kg täglich.

Eine maximale Dosis von 12 mg/kg alle 72 Stunden darf bei Kindern in den ersten beiden Lebenswochen nicht überschritten werden

Bei Kindern in der 3. bis 4. Lebenswoche dürfen 12 mg/kg alle 48 Stunden nicht überschritten werden.

Bei Kindern unter 5 Jahren darf die Dosis nicht mehr als 400 mg betragen.

Ältere Patienten

Sofern keine Nierenprobleme bestehen, soll die übliche Dosis für Erwachsene verabreicht werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Ihr Arzt kann die Dosis möglicherweise je nach der Funktion Ihrer Nieren ändern.

Wenn Sie wissen möchten, welche Dosen Sie erhalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

In Abschnitt 6., „Weitere Informationen", finden Sie Informationen, die für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt sind.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Fluconazol Redibag Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Wenn Sie sich während oder nach der Infusion des Arzneimittels anders fühlen als sonst, informieren Sie bitte

unverzüglich Ihren Arzt. Die Infusion muss dann abgebrochen werden. Ihr Arzt wird die geeigneten Maßnahmen

einleiten.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Häufig (weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten)

Gelegentlich (weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten)

Selten (weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten)

Häufige Nebenwirkungen sind:

Kopfschmerzen

Übelkeit

Erbrechen

Magenbeschwerden

Durchfall

Bluttests, die Veränderungen Ihrer Leberfunktion zeigen

Hautausschlag (Exanthem)

Folgende Nebenwirkungen traten gelegentlich bei Patienten auf, denen dieses Arzneimittel verabreicht wurde:

Auffällige Blutwerte

Schlafstörungen

Schläfrigkeit

Krämpfe

Schwindelgefühl

Prickeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen

Zittern

Benommenheit

Trockener Mund

Vermehrtes Schwitzen

Störungen des Geschmackssinns

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Verstopfung (Obstipation)

Verdauungsstörungen

Blähungen

Auffällige Urin- oder sonstige biochemische Werte

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen Ihrer Augen aufgrund von Leberproblemen

Leberschäden

Juckreiz

Muskelschmerzen

Müdigkeit

Allgemeines Krankheitsgefühl

Schwäche

Fieber

Folgende Nebenwirkungen traten selten bei Patienten auf, denen dieses Arzneimittel verabreicht wurde:

Schwere allergische Reaktionen

Schwere Lebertoxizität

Schwere Hautreaktionen

Manche Menschen reagieren allergisch auf Arzneimittel. Informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen

eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:

Plötzliches Keuchen, Atemnot oder Engegefühl in der Brust

Schwellung der Augenlider, des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder des Rachens

Schluckbeschwerden

Hautknötchen oder juckende rote Flecken

Juckreiz am gesamten Körper.

Wenn Sie an AIDS leiden, sind Sie möglicherweise anfälliger für Nebenwirkungen.

Folgende Nebenwirkungen traten unter Bedingungen auf, bei denen das Arzneimittel möglicherweise nicht die

Ursache ist:

Andere Infektionen, die durch resistente Keime hervorgerufen werden

Verringerung oder Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen

Verringerung der Blutplättchenzahl, wodurch ein höheres Risiko für Blutungen oder Blutergüsse besteht

Schwellungen des Gesichts aufgrund von angesammelter Flüssigkeit

Hoher Cholesterinspiegel

Geringer

Kalziumspiegel

Blut,

Muskelschwäche,

Muskelzuckungen

oder

Herzrhythmusstörungen führen kann

Krampfanfälle

Herzrhythmusstörungen, lebensbedrohliche Unregelmäßigkeiten im Herzschlag

Leberversagen

Leberentzündung (Hepatitis)

Haarausfall (Glatze)

Fluconazol Redibag kann eine Verringerung in der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) verursachen,

was Ihre Abwehr gegen Infektionen schwächen kann. Wenn Sie eine Infektion mit Symptomen wie Fieber oder

einer ernsthaften Verschlechterung Ihres Allgemeinzustands bemerken, oder wenn Fieber zusammen mit

örtlichen Entzündungen wie Schmerzen im Hals/Rachen/Mund oder Probleme beim Wasserlassen auftreten,

suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf. Ein Bluttest wird durchgeführt, um zu prüfen, ob möglicherweise eine starke

Verminderung der weißen Blutzellen (Agranulozytose) vorliegt. Bitte informieren Sie Ihren Arzt unbedingt über alle

Arzneimittel, die Sie einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihnen unwohl wird oder wenn andere Beschwerden auftreten, deren Ursache

Ihnen nicht klar ist.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen auftritt oder Sie Nebenwirkungen

bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

WIE IST FLUCONAZOL REDIBAG AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Nicht einfrieren.

Der Arzt stellt sicher, dass das Haltbarkeitsdatum auf dem Etikett nicht überschritten ist. Restmengen verwerfen.

Nur verwenden, wenn die Lösung klar ist und keine sichtbaren Partikel aufweist, und wenn der Beutel unversehrt

ist.

WEITERE INFORMATIONEN

Diese Packungsbeilage enthält nicht alle Informationen zu diesem Arzneimittel. Bei Fragen oder Unklarheiten

wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Was Fluconazol Redibag enthält

Der Wirkstoff ist Fluconazol.

1 ml Infusionslösung enthält 2 mg Fluconazol

50 ml Infusionslösung enthalten 100 mg Fluconazol

100 ml Infusionslösung enthalten 200 mg Fluconazol

200 ml Infusionslösung enthalten 400 mg Fluconazol

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Fluconazol Redibag ist eine Infusionslösung zur intravenösen Anwendung

Wie Fluconazol Redibag aussieht und Inhalt der Packung

Fluconazol Redibag wird in einem flexiblen Kunststoffbeutel geliefert.

Die Beutel enthalten 50 ml, 100 ml bzw. 200 ml Fluconazol.

Die Lösung in den Beuteln ist klar, farblos und frei von Partikeln.

Packungsgrößen: 10 x 50 ml, 20 x 50 ml, 10 x 100 ml, 20 x 100 ml, 10 x 200 ml, 20 x 200 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstr. 4

85716 Unterschleißheim

Deutschland

www.baxter.de

Hersteller:

Baxter SA

Boulevard René Branquart, 80

7860 Lessines

Belgien

Stand der Information:

Februar 2007

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Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dieser Abschnitt enthält praktische Hinweise zur Verabreichung. Vollständige Angaben zur Dosierung, Art und

Dauer der Anwendung (einschließlich Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion) sowie

Gegenanzeigen, Warnhinweise etc. und entnehmen Sie bitte der Fachinformation.

Obwohl keine spezifischen Inkompatibilitäten bekannt sind, soll Fluconazol Redibag 2 mg /ml Infusionslösung

nicht mit anderen intravenös zu verabreichenden Medikamenten vermischt werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung:

Die Beutel sind ausschließlich für den Einmalgebrauch bestimmt.

Nur verwenden, wenn die Lösung klar ist und keine sichtbaren Partikel aufweist, und wenn der Beutel unversehrt

ist.

Den Beutel erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Schutzhülle nehmen.

Keine Beutel miteinander verbinden. Ein solcher Gebrauch kann zu einer Luftembolie durch Lufteinschlüsse im

Primärbeutel führen, die asperiert werden können, bevor der Inhalt des Sekundärbeutels vollständig appliziert ist.

Die Lösung unter aseptischen Bedingungen mit einem sterilen Infusionssystem applizieren. Das Infusionssystem

mit der Lösung spülen, um es zu entlüften.

Additiva sind nicht zulässig.

Nach einmaligem Gebrauch verwerfen.

Restmengen verwerfen

Angebrochene Beutel nicht erneut anschließen.

Öffnen

Den Beutel erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Schutzhülle nehmen.

Den Innenbeutel fest zusammendrücken und so auf kleinste Undichtigkeiten überprüfen. Sind undichte Stellen

vorhanden, die Lösung verwerfen, da die Sterilität nicht mehr gewährleistet ist.

kann

vorkommen,

dass

Kunststoffbeutel

eine

geringfügige

Trübung

aufweist,

Feuchtigkeitsabsorption während der Sterilisation zurückzuführen ist. Dies ist normal und beeinträchtigt weder die

Qualität noch die Sicherheit der Lösung. Die Trübung nimmt langsam wieder ab.

Prüfen, ob die Lösung klar ist und keine fremden Partikel aufweist. Wenn sie trübe ist oder Fremdpartikel enthält,

die Lösung verwerfen.

Vorbereiten der Anwendung

Für die Vorbereitung und Anwendung sterile Materialien verwenden.

Das Behältnis an der Halterung aufhängen.

Ein Verabreichungsset anschließen. Bitte die vollständige Anleitung zum Anschließen und Spülen des

Infusionsbestecks und zum Verabreichen der Lösung der Gebrauchsinformation des Infusionsbestecks

entnehmen.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fluconazol Redibag 2 mg/ml Infusionslösung

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Infusionslösung enthält 2 mg Fluconazol

50 ml Infusionslösung enthalten 100 mg Fluconazol

100 ml Infusionslösung enthalten 200 mg Fluconazol

200 ml Infusionslösung enthalten 400 mg Fluconazol

Sonstiger Bestandteil:

1 ml enthält 9 mg Natriumchlorid.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung.

Klare, farblose Lösung, weitgehend frei von Partikeln.

Die Lösung ist isoosmotisch.

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Erwachsene

Behandlung von Mykosen, die durch Candida, Kryptokokken und andere auf Fluconazol ansprechende

Hefearten hervorgerufen werden, insbesondere:

Systemische Candidose (einschließlich disseminierte, tiefe Infektionen und Peritonitis)

Schwere Candidosen der Schleimhäute (einschließlich oropharyngeale Candidose, ösophageale

Candidose und nicht-invasive bronchopulmonale Candidose), wenn eine orale Verabreichung

nicht möglich ist.

Kryptokokken-Meningitis bei Erwachsenen

Prophylaxe gegen tiefe Candidainfektionen (vor allem Candida albicans) bei Patienten mit

Neutropenie wegen einer Knochenmarktransplantation.

Offizielle Richtlinien zum ordnungsgemäßen Gebrauch antifungaler Wirkstoffe sind zu beachten. Vor

Einleitung der Behandlung sind Proben zur mikrobiologischen Analyse zu nehmen und daraufhin die

Eignung der Therapie zu bestätigen (siehe Abschnitt 4.2, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung,

und 5.1, Pharmakodynamische Eigenschaften).

Bei manchen Patienten mit schwerer Kryptokokken-Meningitis kann das mykologische Ansprechen

während der Therapie mit Fluconazol langsamer sein als bei anderen Therapien (siehe Abschnitt 4.4).

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Kinder und Jugendliche

Behandlung von Mykosen, die durch Candida und andere auf Fluconazol ansprechende Hefearten

hervorgerufen werden, insbesondere:

Systemische Candidose (einschließlich disseminierte, tiefe Infektionen und Peritonitis)

Schwere Candidosen der Schleimhäute (einschließlich oropharyngeale Candidose, ösophageale

Candidose und nicht-invasive bronchopulmonale Candidose), wenn eine orale Verabreichung

nicht möglich ist.

Offizielle Richtlinien zum ordnungsgemäßen Gebrauch antifungaler Wirkstoffe sind zu beachten. Vor

Einleitung der Behandlung sind Proben zur mikrobiologischen Analyse zu nehmen und daraufhin die

Eignung der Therapie zu bestätigen (siehe Abschnitt 4.2, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung,

und 5.1, Pharmakodynamische Eigenschaften).

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Fluconazol ist von einem Arzt einzuleiten, der in der Behandlung von invasiven

Pilzinfektionen erfahren ist. Die Dosis richtet sich nach der Art und dem Schweregrad der Infektion.

Die Behandlung von Infektionen, die mehrere Dosen erfordern, ist so lange fortzusetzen, bis die

klinischen Parameter oder die Laborergebnisse zeigen, dass die aktive Infektion abgeklungen ist. Eine

zu kurze Behandlungszeit kann zu Rezidiven der aktiven Infektion führen.

Fluconazol ist auch für die orale Therapie erhältlich. Der Patient soll so bald wie möglich von der

intravenösen auf die orale Verabreichung umgestellt werden.

Bei einer Umstellung von der

intravenösen auf die orale Verabreichung ist eine Änderung der täglichen Fluconazol-Dosis nicht

erforderlich.

Erwachsene

Spezifische Dosierungsempfehlungen sind in Tabelle

1

dargestellt.

Ältere Patienten:

Sofern kein Hinweis auf eine eingeschränkte Nierenfunktion besteht, soll die übliche Dosis für

Erwachsene angewendet werden.

Siehe Tabelle

1

.

Seite 2 von 19

Tabelle

1

– Dosierungsrichtlinien für einen durchschnittlichen Erwachsenen bei intravenöser Anwendung

Die Behandlung mit Fluconazol ist von einem Arzt einzuleiten, der in der Behandlung von invasiven Pilzinfektionen erfahren ist.

Indikation

Anfängliche

Tagesdosis

(mg)

Folgende

Tagesdosis

(mg)

Empfohlene

Behandlungsdauer

Zusätzliche

Leitlinien

Systemische Candidose:

Candidämie, disseminierte Candidose und

andere Formen der invasiven

Candidainfektion

400 – 800

200 – 400

Abhängig vom

klinischen

Ansprechen

Bei der Wahl der Dosis sind lokale Informationen über die

Resistenzsituation von Fluconazol mit einzubeziehen (siehe

Abschnitt 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften). In

Fällen, in denen noch keine gesicherten Daten zum

Ansprechen des Pathogens vorliegen, soll zu Beginn die

höhere Dosis in Betracht gezogen werden.

In den meisten Fällen ist möglicherweise eine Initialdosis

von 800 mg am ersten Tag und anschließend 400 mg täglich

zu bevorzugen.

Candidurie

14 – 30 Tage

Schwere Candidosen der Schleimhäute:

Nur in Fällen anwenden, in denen eine orale

Verabreichung nicht möglich ist.

Oropharyngeale Candidose

7 – 14 Tag

In einigen Fällen kann eine tägliche Dosis von über 100 mg

und eine längere Behandlung nötig sein.

Sonstige Candidainfektionen der

Schleimhäute

(mit Ausnahme der Genital-Candidose)

14 – 30 Tage

Bei AIDS-Patienten muss die Dauer der Erhaltungstherapie

sorgfältig gegen das erhöhte Risiko einer Fluconazol-

Resistenz abgewogen werden.

Therapie der Kryptokokken-Meningitis:

Anfangstherapie

200 – 400

Üblicherweise

6 – 8 Wochen

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem klinischen und

mykologischen Ansprechen.

Rezidivprophylaxe bei AIDS-Patienten

Siehe zusätzliche

Leitlinien

Bei AIDS-Patienten muss die Dauer der Erhaltungstherapie

sorgfältig gegen das erhöhte Risiko einer Fluconazol-

Resistenz abgewogen werden (siehe Abschnitt 5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften). Bei AIDS-Patienten

kann eine lebenslange Anwendung des Arzneimittels

erforderlich sein.

Prophylaxe gegen tiefe

Candida

infektionen:

Bei Patienten mit Neutropenie wegen einer

Knochenmarktransplantation

Siehe zusätzliche

Leitlinien

Die Anwendung von Fluconazol soll mehrere Tage vor dem

Auftreten der erwarteten Neutropenie beginnen und nach

Anstieg der Neutrophilenzahl auf über 1000 Zellen pro mm

sieben Tage lang fortgesetzt werden.

Seite 3 von 19

Pädiatrische Anwendung

Fluconazol Redibag 2 mg/ml Infusionslösung darf bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nur

angewendet werden, wenn es keine therapeutische Alternative gibt, da zur Wirksamkeit und Sicherheit

keine ausreichenden Daten vorliegen.

Spezifische Dosierungsempfehlungen sind in Tabelle

2

dargestellt.

Wie bei ähnlichen Infektionen bei Erwachsenen richtet sich die Behandlungsdauer nach dem

klinischen und mykologischen Ansprechen. Es ist zu beachten, dass aufgrund der langsameren

Elimination bei Neugeborenen die Dosierungsintervalle länger sind.

Es gibt wenige pharmakokinetische Daten, die diese Dosierung bei Neugeborenen unterstützen (siehe

Abschnitt 5.2, Pharmakokinetische Eigenschaften).

Tabelle

2

– Dosierungsrichtlinien für pädiatrische Patienten bei intravenöser Anwendung

Alter

Indikation(en)

Empfohlene

Dosierung

Zusätzliche Leitlinien

Neugeborene

Hinweis:

Es gibt wenige pharmakokinetische Daten über die Dosierung bei Neugeborenen (siehe

Abschnitt 5.2, Pharmakokinetische Eigenschaften).

2 Wochen oder

jünger

Alle unten aufgeführten

Indikationen

6 – 12 mg/kg alle

72 Stunden

Eine maximale Dosis von 12 mg/kg

alle 72 Stunden darf bei Kindern in

den ersten beiden Lebenswochen

nicht überschritten werden.

3 - 4 Wochen

Alle unten aufgeführten

Indikationen

6 – 12 mg/kg alle

48 Stunden

Bei Kindern in der 3. bis 4.

Lebenswoche dürfen 12 mg/kg alle

48 Stunden nicht überschritten

werden.

Kinder ab

4 Wochen

Hinweis:

Bei Kindern bis zu fünf Jahren darf eine maximale Tagesdosis von 400 mg nicht

überschritten werden.

Systemische Candidose

6 – 12 mg/kg/Tag.

Candidosen der

Schleimhäute

3 mg/kg/Tag.

Am ersten Tag kann eine

Initialdosis von 6 mg/kg eingesetzt

werden, um die Steady-State-

Konzentrationen schneller zu

erreichen.

Patienten (erwachsene und pädiatrische Patienten) mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Siehe Tabelle

1 und 3

.

Fluconazol wird hauptsächlich in unveränderter Form im Urin ausgeschieden.

Eine Anpassung bei der Einzeldosisbehandlung ist nicht erforderlich (Tabelle

1

).

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird eine Initialdosis von 100 - 400 mg angewendet.

Die anschließende Tagesdosis (entsprechend der Indikation) soll den Angaben in Tabelle

3

entsprechen.

Die Pharmakokinetik von Fluconazol bei Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde nicht

untersucht.

Seite 4 von 19

Tabelle

3

– Erforderliche Dosisanpassungen im Anschluss an die Initialdosis

bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

(Je nach klinischem Zustand können weitere Dosisanpassungen erforderlich sein)

Kreatinin-Clearance (ml/min)

Prozentualer Anteil der empfohlenen

Dosis

> 50

Normales Dosierungsschema (100 %)

11-50

Hälfte der normalen Tagesdosis (50 %)

Dialysepatienten

Eine Dosis nach jeder Dialysebehandlung

Wechselwirkungen, die eine Dosisanpassung erfordern

Bei empfohlener gleichzeitiger Gabe von Rifampicin oder Hydrochlorothiazid ist möglicherweise eine

Anpassung der in den Tabellen 1 bis 3 angegebenen Dosierungspläne erforderlich.

Weitere Einzelheiten siehe Abschnitt 4.5, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen.

Art der Anwendung

Nur zur intravenösen Anwendung

Fluconazol wird in isotonischer Kochsalzlösung mit einem Elektrolytgehalt von Na

154 mmol und

154 mmol pro 1000 ml aufgelöst und kann dann direkt als Infusion verabreicht werden. Siehe

Abschnitt 4.4 "Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung". Die

Infusionsrate darf bei Erwachsenen 20 mg (10 ml)/Minute nicht überschreiten.

Bei Kindern wird empfohlen, eine Infusionsrate von 10 mg (5 ml)/Minute nicht zu überschreiten.

Bei Frühgeborenen soll die Infusionsdauer mindestens 15 Minuten betragen.

Bei Patienten, die eine Natrium- oder Flüssigkeitsrestriktion benötigen, ist die Infusionsrate zu

berücksichtigen, da Fluconazol aus einer Salzlösung besteht. In solchen Fällen ist eine längere

Infusionsdauer anzusetzen.

Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Fluconazol, andere Azolderivate oder einen der sonstigen

Bestandteile.

Fluconazol darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die zum einen zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls führen und zum anderen über CYP3A4 metabolisiert werden, wie

zum Beispiel Cisaprid, Astemizol, Terfenadin, Pimozid und Chinidin.

Siehe auch Abschnitt 4.4, Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, und

4.5, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen.

Seite 5 von 19

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es gibt Hinweise, dass das mykologische Ansprechen während der Therapie mit Fluconazol bei

manchen Patienten mit Kryptokokken-Meningitis langsamer ist als bei einer Therapie mit

Amphotericin B in Kombination mit Flucytosin. Dies ist bei Patienten mit schwerer Kryptokokken-

Meningitis bei der Therapieentscheidung zu berücksichtigen.

Bei einigen Patienten, besonders bei solchen mit schweren Grunderkrankungen wie AIDS und

malignen Erkrankungen, wurden während der Behandlung mit Fluconazol Veränderungen der Blut-,

Leber- und Nierenwerte sowie der Ergebnisse anderer biochemischer Funktionstests beobachtet. Die

klinische Bedeutung und der Zusammenhang mit der Behandlung sind jedoch unklar.

Da ein kausaler Zusammenhang mit Fluconazol nicht ausgeschlossen werden kann, müssen Patienten

mit einer Verschlechterung der Leberwerte unter Fluconazol-Therapie auf Anzeichen schwererer

Leberschädigungen überwacht werden.

Fluconazol muss abgesetzt werden, sobald während der

Behandlung klinische Anzeichen oder Symptome auftreten, die auf eine Leberschädigung hinweisen.

Seltene Fälle von schwerer Leberinsuffizienz bis hin zum Tod wurden vor allem bei Patienten mit

schweren

Grunderkrankungen

berichtet.

offensichtlicher

Zusammenhang

zwischen

Hepatotoxizität und der Fluconazol-Tagesdosis, der Therapiedauer sowie Alter und Geschlecht des

Patienten konnte nicht hergestellt werden.

Patienten, bei denen sich während der Behandlung

abnorme Werte der Leberfunktionstests entwickeln oder ein signifikanter Anstieg bereits abnormer

Werte auftritt, müssen sorgfältig überwacht werden.

Der Nutzen der Behandlung muss gegen die

Risiken der Entwicklung einer schweren Leberschädigung abgewogen werden, falls die Behandlung

bei Patienten fortgesetzt wird, bei denen die Leberenzymwerte während der Fluconazol-Therapie

ansteigen. In den meisten Fällen war die Lebertoxizität nach Absetzen der Behandlung reversibel.

Bei der Anwendung von Fluconazol bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten.

Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 50 ml/min muss die Fluconazol-Dosis reduziert werden

(siehe Abschnitt 4.2, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung).

Einige Azole wurden mit einer Verlängerung des QT-Intervalls in Zusammenhang gebracht, die zu

schweren Herzrhythmusstörungen führen kann. Es wurde über seltene Fälle von Torsade de pointes

während der Behandlung mit Fluconazol berichtet.

Auch wenn der Zusammenhang zwischen Fluconazol und QT-Verlängerung nicht vollständig gesichert

wurde, ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Fluconazol bei Patienten, die über ein

proarrhythmisches Potenzial verfügen, z. B. durch:

Kongenitale oder dokumentierte erworbene QT-Verlängerung

Kardiomyopathie, insbesondere bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz

klinisch signifikante Bradykardie (einschließlich Sinusbradykardie)

Bestehende symptomatische Arrhythmien

Gleichzeitige Einnahme von Antiarrhythmika der Klasse IA oder III, von denen bekannt ist,

dass sie das QT-Intervall verlängern.

Der Patient muss sorgfältig überwacht werden,

einschließlich

EKG-Überwachung

(siehe Abschnitt

4.3,

Gegenanzeigen,

4.5,

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen)

Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die nicht über CYP3A4 metabolisiert werden,

von denen jedoch bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern (siehe Abschnitt 4.5,

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).

Es wurde gezeigt, dass Halofantrin in der empfohlenen therapeutischen Dosis das QTc-Intervall

verlängert und ein Substrat von CYP3A4 ist (siehe Abschnitt 4.5, Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).

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Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypokalziämie müssen vor Beginn der

Behandlung mit Fluconazol korrigiert werden.

Selten haben Patienten während der Behandlung mit Fluconazol exfoliative Hautreaktionen wie das

Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse entwickelt. AIDS-Patienten sind

bei vielen Arzneimitteln anfälliger für das Entstehen von schweren Hautreaktionen. Falls sich bei

Patienten mit invasiven/systemischen Pilzinfektionen Exantheme entwickeln, sind sie engmaschig zu

überwachen, und Fluconazol muss abgesetzt werden, wenn es zu bullösen Hautveränderungen oder

Erythema multiforme kommt.

In seltenen Fällen wurden, wie auch bei anderen Azolen, Anaphylaxie und anaphylaktische Reaktionen

beschrieben (siehe Abschnitt 4.8, Nebenwirkungen).

Bei gebärfähigen Frauen müssen geeignete kontrazeptive Maßnahmen erwogen werden, wenn eine

Langzeitbehandlung angezeigt ist (siehe Abschnitt 4.6, Schwangerschaft und Stillzeit).

Personen

unter

natriumkontrollierter

(kochsalzarmer)

Diät

oder

eingeschränkter

Flüssigkeitszufuhr sind die folgenden Natriumkonzentration zu berücksichtigen:

50 ml enthalten 7,7 mmol (177 mg) Natrium.

100 ml enthalten 15,4 mmol (354 mg) Natrium.

200 ml enthalten 30,8 mmol (709 mg) Natrium.

Siehe

auch

Abschnitt 4.5,

Wechselwirkungen

anderen

Arzneimitteln

sonstige

Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Fluconazol und den folgenden Arzneimitteln wurden

Wechselwirkungen berichtet:

Folgende Begleitmedikationen sind kontraindiziert (siehe auch Abschnitt

4.3, Gegenanzeigen):

Astemizol (CYP3A4-Substrat): Die gleichzeitige Behandlung mit Fluconazol und Astemizol

kann zu einer Verlängerung des QT-Intervalls, schweren Arrhythmien, Torsade de pointes bis hin

zum Herzstillstand führen (siehe Abschnitt 4.3, Gegenanzeigen).

Cisaprid (CYP3A4-Substrat): Bei Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und Cisaprid erhielten,

wurden kardiale Nebenwirkungen einschließlich Torsades de pointes berichtet. Die gleichzeitige

Behandlung mit Fluconazol und Cisaprid ist kontraindiziert.

Terfenadin (bei Dosen von 400 mg Fluconazol oder mehr; CYP3A4-Substrat):

Da bei

Patienten,

die Azol-Präparate

gleichzeitig

Terfenadin

erhielten,

schwere

kardiale

Dysrhythmien

sekundär

einer

Verlängerung

QTc-Intervalls

auftraten,

wurden

Interaktionsstudien durchgeführt.

Eine Studie mit 200 mg Fluconazol pro Tag zeigte keine

Verlängerung des QTc-Intervalls. Eine andere Studie mit 400 mg und 800 mg Fluconazol pro Tag

zeigte, dass 400 mg oder mehr Fluconazol pro Tag die Terfenadin-Plasmaspiegel signifikant

erhöht, wenn die beiden Arneimittel gleichzeitig eingenommen werden.

Die gleichzeitige

Behandlung mit Terfenadin und Fluconazol in Dosen von 400 mg oder mehr ist kontraindiziert.

Bei Fluconazol-Dosen unter 400 mg soll der Patient unbedingt engmaschig überwacht werden.

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Arzneimittel, die den Metabolismus und die Ausscheidung von Fluconazol beeinträchtigen

können

Hydrochlorothiazid: In einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden,

die gleichzeitig Fluconazol und multiple Dosen von Hydrochlorothiazid erhielten, stiegen die

Plasmakonzentrationen von Fluconazol um 40 %.

Auch wenn eine Wirkung in dieser

Größenordnung keine Anpassung der Fluconazol-Dosis erforderlich machen sollte bei Patienten,

die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden, sollte sich der verschreibende Arzt dieses

Zusammenhangs bewusst sein.

Rifampicin (CYP450-Induktor): Die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol und Rifampicin

führte zu einer Abnahme der Fluconazol-AUC um 25 % und der Halbwertzeit von Fluconazol um

20 %.

Bei Patienten, die gleichzeitig Rifampicin erhalten sollen, muss eine entsprechende

Änderung (Erhöhung) der Fluconazol-Dosis in Betracht gezogen werden.

Potenzielle Wirkungen von Fluconazol auf den Metabolismus anderer Arzneimittel

Fluconazol ist ein potenter Inhibitor des Cytochrom-P450-(CYP-)Isoenzyms 2C9 und ein mäßiger

Inhibitor

CYP3A4.

Neben

unten

aufgeführten

beobachteten/dokumentierten

Wechselwirkungen besteht die Gefahr erhöhter Plasmakonzentrationen anderer Arzneimittel, die über

CYP2C9 oder CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Secale-Alkaloide und Chinidin), wenn diese

gleichzeitig mit Fluconazol gegeben werden. Diese Kombinationen sind daher stets mit Vorsicht

anzuwenden, und der Patient muss sorgfältig überwacht werden. Die enzymhemmende Wirkung von

Fluconazol kann nach Beendigung der Behandlung mit Fluconazol aufgrund der langen Halbwertzeit

von Fluconazol noch 4 – 5 Tage lang anhalten.

Alfentanil (CYP3A4-Substrat): Die kombinierte intravenöse Gabe von 400 mg Fluconazol und

20 µg Alfentanil/kg vergrößerte bei gesunden Probanden die Alfentanil-AUC

um ca. das

Zweifache und verringerte die Clearance um 55 %, wahrscheinlich durch Hemmung von

CYP3A4. Bei der Anwendung dieser Kombinationen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Amitriptylin:

In mehreren Fallberichten wurden die Entwicklung von erhöhten Amitriptylin-

Konzentrationen und Zeichen für eine Trizyklika-Toxizität beschrieben, wenn Amitriptylin in

Kombination mit Fluconazol angewendet wurde. Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Gabe

von Fluconazol und Nortriptylin, dem aktiven Metaboliten von Amitriptylin, zu erhöhten

Nortriptylin-Spiegeln führte. Aufgrund des Risikos einer Amitriptylin-Toxizität sollte in Betracht

gezogen werden, die Amitriptylin-Spiegel zu überwachen und bei Bedarf Dosisanpassungen

vorzunehmen.

Antikoagulanzien (CYP2C9-Substrat): Es wurde gezeigt, dass die gleichzeitige Gabe von

Fluconazol während einer Warfarin-Therapie die Prothrombinzeit bis auf das Zweifache

verlängert. Dies ist wahrscheinlich auf die Hemmung des Warfarin-Stoffwechsels über CYP2C9

zurückzuführen. Die Prothrombinzeit muss bei Patienten unter Behandlung mit Cumarinderivaten

engmaschig überwacht werden.

Antiretrovirale Arzneimittel (CYP3A4-Substrat): Es wurde berichtet, dass der Serumspiegel

von antiretroviralen Arzneimitteln wie Nevirapin nach gleichzeitiger Anwendung mit Fluconazol

erhöht war.

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Benzodiazepine (CYP3A4-Substrat): Die gleichzeitige Anwendung von 400 mg Fluconazol und

7,5 mg oralem Midazolam vergrößerte die Midazolam-AUC um das 3,7-Fache und verlängerte

die Halbwertzeit von Midazolam um das 2,2-Fache. 100 mg Fluconazol, gleichzeitig mit 0,25 mg

oralem Triazolam gegeben, vergrößerten die Triazolam-AUC um das 2,5-Fache und verlängerten

die Halbwertzeit von Triazolam um das 1,8-Fache. Verstärkte und verlängerte Wirkungen von

Triazolam wurden bei gleichzeitiger Behandlung mit Fluconazol beobachtet. Falls es notwendig

ist, Patienten gleichzeitig mit einem Benzodiazepin und Fluconazol zu behandeln, sollte man eine

Reduktion der Benzodiazepin-Dosis in Betracht ziehen und den Patienten unbedingt engmaschig

überwachen.

Calciumantagonisten

(CYP3A4-Substrat):

Einige

Dihydropyridin-Calciumantagonisten

einschließlich Nifedipin, Isradipin, Nicardipin, Amlodipin und Felodipin werden über CYP3A4

metabolisiert. In Literaturberichten wurden ausgeprägte periphere Ödeme, Vertigo, Hypotonie,

Kopfschmerzen,

Gesichtsrötung

und/oder

erhöhte

Serumkonzentrationen

Calciumantagonisten nach der gleichzeitigen Anwendung des Azols Itraconazol und Felodipin,

Isradipin oder Nifedipin dokumentiert. Eine ähnliche Wechselwirkung kann daher auch unter

Fluconazol auftreten.

Carbamazepin (CYP3A4-Substrat):

Es wurde berichtet, dass der Serumspiegel von

Carbamazepin nach gleichzeitiger Anwendung von Fluconazol und Carbamazepin erhöht war.

Celecoxib (CYP2C9-Substrat): In einer klinischen Studie führte die gleichzeitige Behandlung

mit 200 mg Fluconazol täglich und 200 mg Celecoxib zu einer Erhöhung der C

von Celecoxib

um 68 % und zu einer Vergrößerung der Celecoxib-AUC um 134 %. Es wird angenommen, dass

diese Wechselwirkung durch die Hemmung des Cytochrom-P450-2C9-Metabolismus von

Celecoxib zustande kommt. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Fluconazol behandelt werden, wird

eine Halbierung der Celecoxib-Dosis empfohlen.

Ciclosporin (CYP3A4-Substrat):

Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen mit Ciclosporin

wurden bei Fluconazol-Dosen von 200 mg und mehr nachgewiesen. In einer pharmakokinetischen

Studie an nierentransplantierten Patienten, die 200 mg Fluconazol täglich und 2,7 mg Ciclosporin/

kg/Tag erhielten, war die Ciclosporin-AUC um das 1,8-Fache vergrößert und die Clearance um

55 % verringert. Es wird empfohlen, bei Patienten mit gleichzeitiger Fluconazol-Therapie die

Plasmakonzentrationen von Ciclosporin zu überwachen.

Didanosin: Die gleichzeitige Anwendung von Didanosin und Fluconazol scheint keine negativen

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik und Wirksamkeit von Didanosin zu haben. Es kann

vorteilhaft sein, Fluconazol zeitversetzt vor der Gabe von Didanosin zu verabreichen.

Halofantrin (CYP3A4-Substrat):

Arzneimittel, die CYP3A4 hemmen, führen zu einer

Hemmung des Halofantrin-Metabolismus und können eine Verlängerung des QT-Intervalls

verursachen. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Halofantrin wird nicht empfohlen.

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HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (CYP2C9- oder CYP3A4-Substrat):

Das Risiko einer

Myopathie ist erhöht, wenn Fluconazol gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren

verabreicht wird, die über CYP3A4 (z. B. Atorvastatin oder Simvastatin) oder über CYP2C9

(z. B. Fluvastatin) metabolisiert werden. Es kann zu einer Vergrößerung der Fläche unter der

Kurve (AUC) von Fluvastatin von bis zu 200 % aufgrund der Wechselwirkung zwischen

Fluvastatin und Fluconazol kommen. Falls die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren für erforderlich gehalten wird, ist Vorsicht geboten. Bei der

Kombination kann eine Dosisreduktion der HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren erforderlich sein.

Die Patienten müssen auf Anzeichen und Symptome von Myopathie oder Rhabdomyolyse

beobachtet und in Bezug auf ihre Kreatinkinase-(CK-)Spiegel überwacht werden. Die HMG-

CoA-Therapie muss abgesetzt werden, wenn die CK-Spiegel deutlich steigen oder wenn eine

Myopathie oder eine Rhabdomyolyse diagnostiziert oder vermutet wird.

Losartan (CYP2C9-Substrat): Fluconazol hemmt die Umwandlung von Losartan in dessen

aktiven Metaboliten (E-3174), der für einen großen Teil des Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonismus verantwortlich ist, zu dem es unter der Therapie mit Losartan kommt. Eine

gleichzeitige Behandlung mit Fluconazol könnte zu erhöhten Losartan-Konzentrationen und zu

verminderten Konzentrationen des aktiven Metaboliten führen. Es wird deshalb empfohlen, bei

Patienten, die diese Kombination erhalten, die Einstellung ihrer Hypertonie fortlaufend zu

überwachen.

Methadon (CYP3A4-Substrat): Es wurde über eine verstärkte Wirkung von Methadon nach der

gleichzeitigen Anwendung von Fluconazol und Methadon berichtet.

Eine pharmakokinetische

Studie zeigte eine mittlere Vergrößerung der Methadon-AUC um 35 %.

Orale Kontrazeptiva:

Zwei pharmakokinetische Studien wurden mit kombinierten oralen

Kontrazeptiva und mehrfacher Gabe von Fluconazol durchgeführt.

50 mg Fluconazol hatten

keine relevanten Auswirkungen auf die Hormonspiegel. 200 mg Fluconazol pro Tag vergrößerten

die AUC von Ethinylestradiol und Levonorgestrel um 40 % bzw. 24 %.

Es ist daher kaum

wahrscheinlich, dass eine mehrfache Gabe von Fluconazol in diesen Dosierungen die Wirkung

des kombinierten oralen Kontrazeptivums beeinflusst.

Phenytoin (CYP2C9-Substrat): Bei gleichzeitiger Verabreichung von Fluconazol und Phenytoin

kann der Phenytoin-Serumspiegel in einem klinisch bedeutsamen Ausmaß erhöht werden. Bei

Verabreichung von 200 mg Fluconazol und gleichzeitiger intravenöser Gabe von 250 mg

Phenytoin war die Phenytoin-AUC um 75 % vergrößert und die C

um 128 % erhöht. Falls eine

gleichzeitige Anwendung der beiden Substanzen erforderlich ist, muss die Phenytoin-

Konzentration überwacht und die Dosis angepasst werden, um eine therapeutisch wirksame

Konzentration aufrechtzuerhalten und toxische Konzentrationen zu vermeiden.

Prednison (CYP3A4-Substrat): Bei einem Lebertransplantatempfänger, der Prednison erhielt,

kam es zu einer Addison-Krise, nachdem ein dreimonatiger Therapiezyklus mit Fluconazol

abgesetzt wurde. Das Absetzen von Fluconazol verursachte wahrscheinlich einen Anstieg der

CYP3A4-Aktivität und führte zu einem verstärkten Abbau von Prednison. Patienten, die eine

Langzeittherapie mit Fluconazol und Prednison erhalten, sollten unbedingt engmaschig auf

Zeichen einer Nebenniereninsuffizienz überwacht werden, wenn Fluconazol abgesetzt wird.

Rifabutin (CYP3A4-Substrat): Es wurden Berichte publiziert über eine Wechselwirkung bei

gleichzeitiger Anwendung von Fluconazol und Rifabutin, die zu erhöhten Rifabutin-

Serumspiegeln führt. Es wurde über Uveitis bei Patienten berichtet, die mit dieser Kombination

behandelt wurden.

Patienten, die gleichzeitig Rifabutin und Fluconazol erhalten, müssen

engmaschig überwacht werden.

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Sulfonylharnstoff-Derivate (CYP2C9-Substrate): Es wurde nachgewiesen, dass Fluconazol bei

gleichzeitiger oraler Anwendung mit Sulfonylharnstoffen (Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid

und Tolbutamid) bei gesunden Probanden die Plasma-Halbwertzeit verlängert. Werden Fluconazol

und orale Sulfonylharnstoff-Derivate bei Diabetikern gleichzeitig gegeben, sollte die Möglichkeit

der Entwicklung einer Hypoglykämie berücksichtigt werden.

Der Blutzuckerspiegel muss

engmaschig überwacht werden.

Tacrolimus und Sirolimus (CYP3A4-Substrat): Die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol

und 0,15 mg Tacrolimus/kg zweimal täglich erhöhte bei Fluconazol-Dosen von 100 mg bzw.

200 mg die C

von Tacrolimus um das 1,4-Fache bzw. 3,1-Fache. Über renale Toxizität wurde

bei Patienten berichtet, die gleichzeitig Fluconazol und Tacrolimus erhielten. Auch wenn zu

Fluconazol und Sirolimus keine Interaktionsstudien durchgeführt wurden, dürfte eine ähnliche

Wechselwirkung wie bei Tacrolimus zu erwarten sein. Patienten, die gleichzeitig Tacrolimus oder

Sirolimus

Fluconazol

erhalten,

müssen

engmaschig

Tacrolimus-/Sirulimus-

Plasmakonzentrationen und Toxizität überwacht werden.

Theophyllin: Die Gabe von 200 mg Fluconazol über 14 Tage führte zu einer Senkung der

mittleren Plasma-Clearance von Theophyllin um 18 %. Patienten, die mit hohen Theophyllin-

Dosen behandelt werden oder bei denen andere Gründe für ein erhöhtes Risiko einer Theophyllin-

Toxizität bestehen, sind sorgfältig zu überwachen, und die Theophyllin-Dosis ist je nach Bedarf

anzupassen.

Trimetrexat: Fluconazol kann den Metabolismus von Trimetrexat hemmen und dadurch zu

erhöhten Trimetrexat-Plasmakonzentrationen führen. Falls die Kombination nicht vermieden

werden kann, müssen die Trimetrexat-Serumspiegel und die Trimetrexat-Toxizität engmaschig

überwacht werden.

Xanthin-Basen, andere Antiepileptika und Isoniazid: Bei gleichzeitiger Gabe von Xanthin-

Basen, anderen Antiepileptika und Isoniazid sind Kontrolluntersuchungen durchzuführen.

Zidovudin: Interaktionsstudien zeigten eine Vergrößerung der Zidovudin-AUC um ca. 20 % bzw.

70 % bei gleichzeitiger Einnahme mit 200 mg oder 400 mg Fluconazol täglich, wahrscheinlich

aufgrund der Hemmung der Glucuronidierung. Patienten, die diese Kombination erhalten, müssen

daher in Bezug auf Zidovudin-bedingte Nebenwirkungen überwacht werden.

Sonstige Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Amphotericin B: In tierexperimentellen In-vitro- und In-vivo-Studien wurde ein Antagonismus

zwischen Amphotericin B und Azolderivaten nachgewiesen.

Der Wirkmechanismus der

Imidazole besteht in der Hemmung der Ergosterol-Synthese in den Zellmembranen der Pilze.

Amphotericin B wirkt durch Bindung an Sterole in der Zellmembran und die Veränderung der

Membranpermeabilität. Klinische Wirkungen dieses Antagonismus sind bisher nicht bekannt, und

eine ähnliche Wirkung kann beim Amphotericin-B-Cholesterolsulfat-Komplex auftreten.

Arzneimittel, die eine QT-Verlängerung bewirken:

Fallberichte deuten darauf hin, dass

Fluconazol möglicherweise eine QT-Verlängerung hervorrufen kann, die schwere kardiale

Arrhythmien zur Folge hat. Patienten, die gleichzeitig mit Fluconazol und anderen Arzneimitteln

behandelt wurden, die das QT-Intervall verlängern, müssen sorgfältig überwacht werden, da eine

additive Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann.

Interaktionsstudien haben gezeigt, dass es zu keiner klinisch bedeutsamen Änderung der Resorption

Fluconazol

kommt,

wenn

nach

Ganzkörperbestrahlung

Rahmen

einer

Knochenmarktransplantation verabreicht wird.

Seite 11 von 19

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Daten von mehreren hundert schwangeren Frauen, die während des ersten Trimenons mit

Standarddosen (unter 200 mg/Tag) von Fluconazol als Einmaldosis oder als Mehrfachdosis behandelt

wurden, zeigen keine Nebenwirkungen auf den Fötus.

Es liegen Berichte über multiple kongenitale Anomalien (einschließlich Brachyzephalie, Ohrdysplasie,

übergroße vordere Fontanelle, Femurverkrümmung und humeroradiale Synostose) bei Kindern vor,

deren Mütter für die Dauer von 3 Monaten oder länger mit Fluconazol in hoher Dosierung

(400-800 mg/Tag) wegen Coccidioidomykose behandelt wurden. Der Zusammenhang zwischen diesen

Auswirkungen und Fluconazol ist unklar.

Tierstudien haben teratogene Wirkungen gezeigt (siehe Abschnitt 5.3, Präklinische Daten zur

Sicherheit).

Fluconazol in Standarddosen sowie als Kurzzeitbehandlung darf in der Schwangerschaft nur

angewendet werden, wenn dies unbedingt nötig ist.

Fluconazol in hohen Dosen und/oder in

längerfristigen Therapieschemata darf während der Schwangerschaft nur falls unbedingt erforderlich

angewendet werden (bei lebensbedrohlichen Infektionen). Aufgrund der potenziellen teratogenen

Wirkungen des Arzneimittels müssen gebärfähige Frauen während der Therapie geeignete

kontrazeptiver Maßnahmen ergreifen.

Stillzeit

Fluconazol geht in die Muttermilch über und erreicht in dieser Konzentrationen, die niedriger sind als

im Plasma.

Nach einmaliger Einnahme einer Standarddosis von 200 mg Fluconazol oder weniger

kann weiter gestillt werden. Nach Mehrfacheinnahme oder hohen Dosen von Fluconazol wird vom

Stillen abgeraten.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nach den Erfahrungen mit der Anwendung von Fluconazol sind negative Auswirkungen auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen unwahrscheinlich.

Beim Führen von

Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen können jedoch Nebenwirkungen auftreten

(Schwindelgefühl oder Krampfanfälle; siehe Abschnitt 4.8, Nebenwirkungen).

4.10

Seite 12 von 19

4.11

Nebenwirkungen

In klinischen Studien kam es bei bis zu 10 % der Teilnehmer zu Nebenwirkungen. Ca. 1 % brachen

die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Die folgenden behandlungsbezogenen Nebenwirkungen wurden bei 4.048 Patienten berichtet, die in

klinischen Studien Fluconazol über sieben Tage oder länger erhielten.

Organsysteme

Sehr häufig

> 1/10

Häufig

> 1/100, < 1/10

Gelegentlich

(> 1/1.000,

< 1/100)

Selten

> 1/10.000,

< 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000,

nicht bekannt

(auf Grundlage

der verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Blut und

Lymphsystem

Anämie

Immunsystem

Anaphylaxie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Somnolenz

Zentrales und

peripheres

Nervensystem

Kopfschmerzen

Krämpfe

Schwindelgefühl

Parästhesie

Tremor

Vertigo

Autonomes

Nervensystem

Trockener Mund

Vermehrtes

Schwitzen

Sinnesorgane

Störungen des

Geschmacks-

sinns

Gastrointestinal-

trakt

Übelkeit

Erbrechen

Bauchschmerzen

Diarrhoe

Anorexie

Obstipation

Dyspepsie

Blähungen

Leber und

Gallensystem

Klinisch

signifikanter

Anstieg von

AST, ALT und

alkalischer

Phosphatase

Cholestase

Hepatozelluläre

Schädigung

Gelbsucht

Klinisch

signifikanter

Anstieg des

Gesamtbilirubins

Leberzellnekrose

Haut und

Hautanhangs-

gebilde

Hautausschlag

Juckreiz

Exfoliative

Hauterkrankungen

(Stevens-Johnson-

Syndrom)

Bewegungs-

apparat

Myalgie

Müdigkeit

Unwohlsein

Asthenie

Fieber

In klinischen Prüfungen wurden unerwünschte Wirkungen häufiger bei HIV-infizierten Patienten

(21 %) als bei nicht HIV-infizierten Patienten berichtet (13 %). Die Art der unerwünschten Wirkungen

bei HIV-infizierten und nicht HIV-infizierten Patienten waren jedoch vergleichbar.

Seite 13 von 19

Außerdem traten unter Bedingungen, bei denen ein Kausalzusammenhang ungesichert ist (z. B. offene

Studien, Erfahrungen nach dem Inverkehrbringen) folgende unerwünschte Wirkungen auf:

Systemorganklasse

Unerwünschtes Ereignis

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Infektion aufgrund resistenter Mikroorganismen

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Leukopenie

einschließlich Neutropenie und Agranulozytose,

Thrombozytopenie, Eosinophilie

Erkrankungen des Immunsystems

Angioödem, Gesichtsödem, Juckreiz, Urtikaria

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie, Hypokaliämie

Erkrankungen des Nervensystems

Krampfanfälle

Herzerkrankungen

QT-Verlängerung, Torsade de pointes (siehe Abschnitt 4.4, Besondere

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Leber- und Gallenerkrankungen

Leberversagen, Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Alopezie, Lyell-Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse)

4.12

Überdosierung

Bei einer Überdosierung ist der Patient symptomatisch mit unterstützenden Maßnahmen zu behandeln.

Fluconazol wird hauptsächlich im Urin ausgeschieden.

Eine forcierte Diurese kann daher die

Ausscheidungsrate

erhöhen.

Eine

Hämodialyse

über

drei

Stunden

vermindert

Plasmakonzentration um ca. 50 %.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antimykotika zur systemischen Anwendung, Triazol-Derivate.

ATC-Code: J02 AC01

Wirkmechanismus

Fluconazol gehört zur Gruppe der Triazol-Derivate antifungaler Wirkstoffe mit hauptsächlich

fungistatischer Wirkung. Es hemmt potent und selektiv die Ergosterol-Synthese von Pilzen, was zu

Defekten in der Zellmembran führt. Fluconazol besitzt eine hohe Spezifität für Cytochrome-P-450-

Enzyme von Pilzen.

Seite 14 von 19

Resistenzmechanismus

Je nach den beteiligten Hefearten zählt zu den wichtigsten Resistenzmechanismen gegen Fluconazol,

ebenso wie bei anderen Azol-Antimykotika, die Beeinträchtigung der Akkumulation des Arzneimittels

in der Zelle durch (i) Änderung der Aminosäurenzusammensetzung von Lanosterol-14

-Demethylase,

(ii) Erhöhen der Wirkstoff-Ausleitung, oder (iii) Änderung der Biosynthese von Ergosterol. Bei

Candida albicans beruht die Blockierung der Ergosterol-Synthese vermutlich hauptsächlich auf der

Blockierung der Sterol-C5,6-Desaturase, die durch ERG3 kodiert ist. Bei den resistenteren Arten, der

Candida glabrata, ist der Hauptmechanismus noch nicht vollständig geklärt; man nimmt aber an, dass

er auf die Up-Regulierung der CDR-Gene (CDR1, CDR2 und MMDR1) zurückzuführen ist, die für

die Ausleitung der Wirksubstanz aus den Zellen verantwortlich sind. Die Resistenz gegen Fluconazol

beinhaltet daher meist gleichzeitig eine Resistenz gegen andere Azol-Antimykotika.

Für

Cryptococcus neoformans wurde in den Studien nachgewiesen, dass für diese Spezies dieselben

Hauptmechanismen der Resistenz gelten, und dass diese durch eine vorherige Exposition gegenüber

Azol-Antimykotika beeinträchtigt werden können.

Eine sorgfältige Abwägung des Nutzens der geplanten Dosis im Vergleich zu den Risiken der

Entwicklung einer Resistenz ist daher bei Fluconazol ebenso notwendig wie bei jeder anderen

antimikrobiellen Chemotherapie.

Antimykotische Empfindlichkeit

[Quelle: Pfaller et al, 2006: ARTEMIS DISK Global Antifungal Surveillance Study.

Messer et al, 2006: SENTRY Antimicrobial Surveillance Program (2003)

Rex JH, 2000: IDSA Practice Guidelines for the Treatment of Candidiasis]

Das antimykotische Wirkungsspektrum von Fluconazol umfasst eine Reihe von Pathogenen, darunter

Candida-albicans-

Nicht-Candida-albicans-Spezies,

Kryptokokken-Spezies

andere

Dermatophyten.

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind – insbesondere für adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale

Informationen über die Resistenzsituation wünschenswert.

Interpretative Breakpoints für

Candida

-Spezies:

Klassifizierung

MIC

(

g/ml)

Spezies

Datenquelle

Empfindlich (S)

NMT 8

C.albicans,

C.parapsilosis,

C.lusitaniae,

C.kefyr,

C.dubliniensis,

C.pelliculosa.

Pfaller MA et al, 2006.

Messer SA et al, 2006

Rex JH, 2000

Dosisabhängige

Empfindlichkeit

(S-DD)

16-32

C.glabrata (ca. 17 % R),

C.guillermondii (ca. 10 % R),

C.famata (ca. 12 % R),

C.tropicalis (ca. 4 % R)

Pfaller MA et al, 2006

Messer SA et al, 2006

Rex JH 2000

Resistent (R)

Höher als 32

C.krusei,

C.rugosa,

C.inconspicua,

C.norvegensis,

C.lipolytica,

C.zeylanoides.

Pfaller MA et al, 2006

Messer SA et al, 2006

Rex JH, 2000

Es gibt Berichte über die Entstehung resistenter Isolate von Candida albicans bei AIDS-Patienten, die

eine Langzeittherapie mit Fluconazol erhalten haben.

Seite 15 von 19

Cryptococcus neoformans ist größtenteils empfindlich gegenüber Fluconazol.

Stämme mit einem

MIC-Wert von mehr als 32

g/ml gelten als resistent.

Die Wirkung von Fluconazol gegen Aspergillus-, Zygomycetes-, Microsporum- und Trychophyton-

Spezies ist geringfügig bis nicht vorhanden.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fluconazol nach intravenöser und nach oraler

Verabreichung sind vergleichbar.

Fluconazol wird nach oraler Einnahme gut resorbiert.

Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt über

90 %. Die orale Resorption wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt. Im

nüchternen Zustand werden die maximalen Plasmakonzentrationen 0,5 – 1,5 Stunden nach der

Einnahme erreicht. Bei einer Dosis einmal täglich werden nach 4 – 5 Tagen 90 % der Steady-State-

Konzentration erreicht.

Die Plasmakonzentration ist proportional zur Dosis. Nach Gabe von 200 mg Fluconazol beträgt C

ca. 4,6 mg/l, und die Plasmakonzentrationen im Steady-State nach 15 Tagen betragen ca. 10 mg/l.

Nach Gabe von 400 mg Fluconazol beträgt C

ca. 9 mg/l, und die Plasmakonzentrationen im Steady-

State nach 15 Tagen betragen ca. 18 mg/l. Die Einnahme einer doppelten Dosis am Tag 1 führt zu

Plasmakonzentrationen von ca. 90 % der Steady-State-Plasmakonzentration am Tag 2.

Verteilung:

Das Verteilungsvolumen von Fluconazol entspricht dem Gesamtkörperwasser. Die Proteinbindung im

Plasma ist niedrig (11 – 12 %).

Fluconazol penetriert gut in alle untersuchten Körperflüssigkeiten. Die Fluconazol-Spiegel in Speichel

und Sputum sind vergleichbar mit den Plasmaspiegeln.

Bei Patienten mit einer durch Pilze

hervorgerufenen Meningitis beträgt der Fluconazol-Spiegel im Liquor cerebrospinalis ungefähr 80 %

der entsprechenden Werte im Plasma.

Im Stratum corneum, in der Epidermis/Dermis und im exokrinen Schweiß werden höhere Fluconazol-

Konzentrationen erreicht als im Serum. Fluconazol akkumuliert im Stratum corneum. Beispielsweise

betrug die Fluconazol-Konzentration im Stratum corneum bei einer Dosierung von einmal

wöchentlich 150 mg nach zwei Dosen 23,3 µg/g und sieben Tage nach Behandlungsende immer noch

7,1 µg/g.

Biotransformation:

Der Abbau von Fluconazol ist gering. Lediglich 11 % einer radioaktiv markierten Dosis werden im

Urin als Metaboliten ausgeschieden.

Elimination:

Fluconazol wird hauptsächlich über die Niere ausgeschieden.

Ungefähr 80 % der Dosis werden

unverändert im Urin ausgeschieden.

Die Fluconazol-Clearance ist proportional zur Kreatinin-

Clearance. Es wurden keine zirkulierenden Metabolite gefunden.

Die durchschnittliche Plasma-Halbwertzeit beträgt ca. 30 Stunden. Die lange Plasma-Halbwertzeit

ermöglicht bei sämtlichen Indikationen eine Behandlung mit täglichen Einzeldosen.

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Pharmakokinetik bei Kindern:

Kinder scheiden Fluconazol schneller aus als Erwachsene.

Bei Kindern (nach der Neugeborenenphase) und Jugendlichen zwischen 5 und 15 Jahren beträgt die

Plasma-Halbwertzeit zwischen 15,2 und 17,6 Stunden.

Frühgeborene weisen im Vergleich zu reifen Babys eine kürzere Plasma-Halbwertzeit (ca. 70 Stunden)

und ein größeres Verteilungsvolumen (1,2 - 2,3 l/kg) auf. Innerhalb der ersten Woche nach der Geburt

und im Laufe der Neugeborenenphase steigt die Plasma-Clearance von Fluconazol (und die Plasma-

Halbwertzeit verringert sich).

Die Pharmakokinetik von Fluconazol bei Kindern mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde nicht

untersucht.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Daten aus konventionellen Studien zur chronischen Toxizität/allgemeinen Toxizität,

Gentoxizität und Karzinogenität zeigen keine speziellen Gefährdungen für den Menschen, die nicht

bereits in anderen Abschnitten der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels beschrieben

wurden.

In Studien zur Reproduktionstoxizität an Ratten wurde eine erhöhte Inzidenz von Hydronephrose und

Nierenbeckenerweiterung beschrieben, und die embryonale Letalität war erhöht. Es wurden sowohl

ein Anstieg anatomischer Variationen und Ossifikationsverzögerungen als auch verlängerte Geburten

und Dystokien festgestellt. In Studien zur Reproduktionstoxizität an Kaninchen wurden Fehlgeburten

verzeichnet.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Obwohl keine spezifischen Inkompatibilitäten bekannt sind, soll Fluconazol Redibag 2 mg /ml

Infusionslösung nicht mit anderen intravenös zu verabreichenden Medikamenten vermischt werden.

Siehe auch Abschnitt 6.6, Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung.

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Nicht einfrieren.

Seite 17 von 19

Art und Inhalt des Behältnisses

Fluconazol Redibag 2 mg /ml Infusionslösung wird in flexiblen Infusionsbeuteln aus Kunststoff

angeboten, die aus Polyolefin-Granulat hergestellt sind.

Drei Beutelgrößen sind erhältlich: 50 ml,

100 ml und 200 ml. Jeder Beutel ist in eine Aluminiumschutzhülle verpackt.

Packungsgrößen: 10 x 50 ml, 20 x 50 ml, 10 x 100 ml, 20 x 100 ml, 10 x 200 ml, 20 x 200 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die Beutel sind ausschließlich für den Einmalgebrauch bestimmt.

Nur verwenden, wenn die Lösung klar ist und keine sichtbaren Partikel aufweist, und wenn der Beutel

unversehrt ist.

Den Beutel erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Schutzhülle entnehmen.

Keine Beutel miteinander verbinden.

Ein solcher Gebrauch kann zu einer Luftembolie durch

Lufteinschlüsse im Primärbeutel führen, die aspiriert werden können, bevor der Inhalt des

Sekundärbeutels vollständig appliziert ist.

Die Lösung unter aseptischen Bedingungen mit einem sterilen Infusionssystem applizieren. Das

Infusionssystem mit der Lösung spülen, um es zu entlüften.

Additiva sind nicht zulässig.

Nach einmaligem Gebrauch verwerfen.

Restmengen verwerfen

Angebrochene Beutel nicht erneut anschließen.

Seite 18 von 19

1.

Öffnen

Den Beutel erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Schutzhülle nehmen.

Den Innenbeutel fest zusammendrücken und so auf kleinste Undichtigkeiten überprüfen.

Sind

undichte Stellen vorhanden, die Lösung verwerfen, da die Sterilität nicht mehr gewährleistet ist.

Es kann vorkommen, dass der Kunststoffbeutel durch Feuchtigkeitsabsorption während der

Sterilisation eine geringfügige Trübung aufweist.

Dies ist normal und beeinträchtigt weder die

Qualität noch die Sicherheit der Lösung. Die Trübung nimmt langsam wieder ab.

Prüfen, ob die Lösung klar ist und keine fremden Partikel aufweist. Wenn sie trübe ist oder

Fremdpartikel enthält, die Lösung verwerfen.

2.

Vorbereiten der Anwendung

Für die Vorbereitung und Anwendung sterile Materialien verwenden.

Das Behältnis an der Halterung aufhängen.

Ein Verabreichungsset anschließen. Bitte die vollständige Anleitung zum Anschließen und Spülen

des Infusionsbestecks und zum Verabreichen der Lösung der Gebrauchsinformation des

Infusionsbestecks entnehmen.

INHABER DER ZULASSUNG

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstr. 4

85716 Unterschleißheim

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Fluconazol Redibag 2 mg/ml, Infusionslösung Zul.-Nr.: 61426.00.00

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

12.05.2006

STAND DER INFORMATION

Februar 2007

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