Fluconazol-GRY 100 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluconazol
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
ATC-Code:
J02AC01
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluconazole
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Fluconazol 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
56728.01.00

Gebrauchsinformation:

Information für den Anwender

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Fluconazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Fluconazol-GRY

®

100 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Fluconazol-GRY

®

100 mg beachten?

3. Wie ist Fluconazol-GRY

®

100 mg einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Fluconazol-GRY

®

100 mg aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Fluconazol-GRY

®

100 mg und wofür wird es angewendet?

Fluconazol gehört zur Arzneimittelklasse der so genannten „Antimykotika“. Der Wirkstoff in

Fluconazol-GRY

®

100 mg ist Fluconazol.

Fluconazol-GRY

®

100 mg wird angewendet zur Behandlung von Infektionen, die durch Pilze

verursacht sind. Es kann darüber hinaus auch zur Vorbeugung von Candida-Infektionen angewendet

werden. Candida ist ein Hefepilz und der häufigste Erreger von Pilzinfektionen.

Erwachsene

Ihr Arzt kann Ihnen dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von Infektionen

verordnen:

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Kokzidioidomykose – eine Erkrankung der Bronchien und Atemwege

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im Harntrakt

nachweisbar sind

Schleimhautsoor – Infektionen der Mund- und Rachenschleimhaut und Zahnfleischentzündung

Genitalsoor – Infektionen der Scheide oder des Penis

Hautinfektionen – z. B. Fußpilz, Borkenflechte, Pilzinfektionen im Leistenbereich, Nagelpilz

Darüber hinaus können Sie Fluconazol-GRY

®

100 mg aus den folgenden Gründen erhalten:

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis

zur Vorbeugung von Rückfällen eines Schleimhautsoors

zur Verminderung von Rückfällen bei Scheidensoor

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist und

nicht richtig arbeitet)

Kinder und Jugendliche (0 bis 17 Jahre)

Bei Kindern kann dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von Pilzinfektionen

verordnet werden:

Schleimhautsoor – Infektion der Mund- und Rachenschleimhaut

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im Harntrakt

nachweisbar sind

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Darüber hinaus kann Fluconazol-GRY

®

100 mg

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn das Immunsystem geschwächt ist und

nicht richtig arbeitet),

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis verordnet werden.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Fluconazol-GRY

®

100 mg beachten?

Fluconazol-GRY

®

100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Fluconazol, andere Arzneimittel, die Sie gegen eine Pilzinfektion

eingenommen haben oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

Mögliche Beschwerden sind Juckreiz, Hautrötung und Atemprobleme.

wenn Sie

Astemizol oder Terfenadin einnehmen (Arzneimittel aus der Gruppe der

Antihistaminika, die bei Allergien eingesetzt werden).

wenn Sie Cisaprid einnehmen (Arzneimittel gegen Magenbeschwerden).

wenn Sie Pimozid einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen).

wenn Sie Chinidin einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen).

wenn Sie Erythromycin einnehmen (Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Fluconazol-GRY

®

100 mg einnehmen,

wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben,

wenn Sie eine Herzerkrankung haben, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen,

wenn Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Gehalt an Kalium, Kalzium oder Magnesium im

Blut haben,

wenn Sie schwere Hautreaktionen haben (wie Juckreiz, Hautrötung oder Atemprobleme).

wenn Sie Anzeichen einer „Nebenniereninsuffizienz“ zeigen, bei der die Nebennieren keine

ausreichenden Mengen bestimmter Steroidhormone, wie beispielsweise Cortisol, bilden (chronische oder

lang anhaltende Müdigkeit, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Abdominalschmerz).

Einnahme von Fluconazol-GRY

®

100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Astemizol, Terfenadin (ein Antihistaminikum zur

Behandlung von Allergien), Cisaprid (wird bei Magenverstimmungen eingenommen), Pimozid (wird

zur Behandlung von psychischen Erkrankungen eingenommen), Chinidin (wird zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen eingenommen) oder Erythromycin (ein Antibiotikum zur Behandlung von

Infektionen) anwenden, da diese nicht zusammen mit Fluconazol eingenommen werden dürfen (siehe

Abschnitt „Fluconazol-GRY

®

100 mg darf nicht eingenommen werden“).

Bei einigen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen mit Fluconazol möglich. Informieren Sie unbedingt

Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden:

Rifampicin oder Rifabutin (Antibiotika gegen Infektionen)

Alfentanil, Fentanyl (Narkosemittel)

Amitriptylin, Nortriptylin (Arzneimittel gegen Depressionen)

Amphotericin B, Voriconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Blutverdünnende Arzneimittel, die Blutgerinnsel verhindern (Warfarin oder ähnliche

Arzneimittel)

Benzodiazepine (Midazolam, Triazolam oder ähnliche Arzneimittel), die als Schlafmittel oder

gegen Angst eingesetzt werden

Carbamazepin, Phenytoin (Arzneimittel gegen Krampfanfälle [„Epilepsie“])

Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Felodipin und Losartan (gegen Hypertonie [Bluthochdruck])

Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus oder Tacrolimus (zur Vorbeugung einer

Transplantatabstoßung)

Cyclophosphamid, Vinca-Alkaloide (Vincristin, Vinblastin oder ähnliche Arzneimittel) zur

Behandlung von Krebserkrankungen

Halofantrin (Arzneimittel gegen Malaria)

Amiodaron (wird zur Behandlung von Herzproblemen eingenommen)

Statine (Atorvastatin, Simvastatin und Fluvastatin oder ähnliche Arzneimittel) zur Senkung

eines hohen Cholesterinspiegels

Methadon (gegen Schmerzen)

Celecoxib, Flurbiprofen, Naproxen, Ibuprofen, Lornoxicam, Meloxicam, Diclofenac

(Nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR])

Orale Kontrazeptiva („Pille“ zur Verhütung)

Prednison (Steroid)

Zidovudin, auch unter der Abkürzung AZT bekannt; Saquinavir (bei Patienten mit HIV-

Infektion)

Arzneimittel gegen Diabetes mellitus wie Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid oder

Tolbutamid

Theophyllin (bei Asthma)

Vitamin A (Nahrungsergänzungsmittel)

Hydrochlorothiazid („Wassertablette“)

Einnahme von Fluconazol-GRY

®

100 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Kapseln können zu den Mahlzeiten oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen ist zu berücksichtigen, dass es

gelegentlich zu Schwindelgefühl oder („epileptischen“) Krampfanfällen kommen kann.

Fluconazol-GRY

®

100 mg enthält Lactose

Fluconazol-GRY

®

100 mg enthält eine geringe Menge Lactose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie

Fluconazol-GRY

®

100 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Fluconazol-GRY

®

100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Nehmen Sie die Kapseln ganz mit einem Glas Wasser ein. Sie sollten die Kapseln möglichst jeden Tag

um die gleiche Uhrzeit einnehmen.

Die Kapseln können mit oder ohne eine Mahlzeit eingenommen werden.

Die folgende Tabelle gibt die üblichen Dosen des Arzneimittels bei den verschiedenen Arten von

Infektionen an:

Erwachsene

Erkrankung

Dosis

Behandlung von Kryptokokkenmeningitis

Am 1. Tag 400 mg und dann 1-mal täglich

200 mg bis 400 mg über 6 bis 8 Wochen oder

falls erforderlich länger. Manchmal wird die

Dosis auf bis zu 800 mg erhöht.

Vorbeugung von Rückfällen von

Kryptokokkenmeningitis

1-mal täglich 200 mg bis Ihr Arzt die

Behandlung beendet

Behandlung von Kokzidioidomykose

1-mal täglich 200 mg bis 400 mg über 11 bis

24 Monate oder auch länger, falls nötig.

Manchmal wird die Dosis auf bis zu 800 mg

erhöht.

Zur Behandlung innerer Pilzinfektionen, die durch

Candida verursacht sind

Am 1. Tag 800 mg und dann 1-mal täglich

400 mg bis Ihr Arzt die Behandlung beendet

Behandlung von Infektionen der Mund- und

Rachenschleimhaut und Zahnfleischentzündung

Am 1. Tag 200 mg bis 400 mg und dann 100

mg bis 200 mg bis Ihr Arzt die Behandlung

beendet

Behandlung von Schleimhautsoor – die Dosis ist vom

infizierten Körperbereich abhängig

1-mal täglich 50 mg bis 400 mg über 7 bis 30

Tage bis Ihr Arzt die Behandlung beendet

Vorbeugung von Rückfällen von Infektionen der

Mund- und Rachenschleimhaut

1-mal täglich 100 mg bis 200 mg oder 3-mal

pro Woche 200 mg, solange das

Infektionsrisiko besteht

Behandlung von Genitalsoor

Einmalig 150 mg

Verminderung von Rückfällen bei Scheidensoor

150 mg jeden 3. Tag über insgesamt 3 Dosen

(an Tag 1, 4 und 7) und anschließend 1-mal

wöchentlich für 6 Monate, solange das

Infektionsrisiko besteht

Behandlung von Pilzinfektionen der Haut und Nägel

Abhängig vom infizierten Körperbereich 1-

mal täglich 50 mg, 1-mal wöchentlich 150

mg, 300 mg bis 400 mg 1-mal wöchentlich

über 1 bis 4 Wochen (bei Fußpilz kann die

Behandlungsdauer bis zu 6 Wochen betragen,

bei Nagelinfektionen so lange behandeln, bis

der infizierte Nagel ersetzt ist)

Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn

das Immunsystem geschwächt ist und nicht richtig

arbeitet)

1-mal täglich 200 mg bis 400 mg, solange das

Infektionsrisiko besteht

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren

Wenden Sie die von Ihrem Arzt verordnete Dosis an (dies kann entweder die Dosis für Erwachsene

oder die Dosis für Kinder sein).

Kinder bis 11 Jahre

Bei Kindern beträgt die Höchstdosis 400 mg pro Tag.

Die Dosis wird auf der Grundlage des Körpergewichts des Kindes (in Kilogramm) berechnet.

Erkrankung

Tagesdosis

Schleimhautsoor und Racheninfektionen mit Candida

– Dosis und Behandlungsdauer sind vom

Schweregrad und vom genauen Ort der Infektion

abhängig

3 mg je kg Körpergewicht (Am 1. Tag

können 6 mg je kg Körpergewicht

verabreicht werden.)

Kryptokokkenmeningitis oder innere Pilzinfektionen

durch Candida

6 mg bis 12 mg je kg Körpergewicht

Vorbeugung von Infektionen durch Candida bei

Kindern (wenn das Immunsystem nicht richtig

arbeitet)

3 mg bis 12 mg je kg Körpergewicht

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 0 bis 4 Wochen

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 3 bis 4 Wochen:

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 2 Tage. Die Höchstdosis

beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 48 Stunden.

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von unter 2 Wochen:

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 3 Tage. Die Höchstdosis

beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 72 Stunden.

Es kann sein, dass Ihr Arzt Ihnen eine andere Dosis verordnet als in den Tabellen genannt. Nehmen

Sie Ihr Arzneimittel immer so ein, wie es Ihnen Ihr Arzt verordnet hat. Bitte fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ältere Patienten

Sofern Sie keine Nierenprobleme haben, sollten Sie die übliche Erwachsenen-Dosis einnehmen.

Patienten mit Nierenproblemen

Ihr Arzt kann Ihre Dosis abhängig von der Funktionsfähigkeit Ihrer Nieren ändern.

Wenn Sie eine größere Menge von Fluconazol-GRY

®

100 mg eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln auf einmal einnehmen, kann dies zu Unwohlsein führen. Setzen Sie sich

unverzüglich mit Ihrem Arzt oder der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses in

Verbindung. Eine Überdosierung kann zum Beispiel dazu führen, dass Sie Dinge hören, sehen, fühlen

oder denken, die nicht real sind (Halluzinationen, Verfolgungswahn). Möglicherweise ist eine auf die

Beschwerden gerichtete Behandlung erforderlich (falls erforderlich mit die Körperfunktionen

unterstützenden Maßnahmen und einer Magenspülung).

Wenn Sie die Einnahme von Fluconazol-GRY

®

100 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn

Sie eine Dosis vergessen haben, sollten Sie diese einnehmen, sobald Sie daran denken. Lassen Sie die

vergessene Dosis jedoch aus, wenn es fast Zeit für die nächste Dosis ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei einigen Menschen kommt es zu allergischen Reaktionen, allerdings sind schwerwiegende

allergische Reaktionen selten. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eine oder

mehrere der folgenden Beschwerden auftreten.

Plötzliches pfeifendes Atemgeräusch, Atemprobleme oder Engegefühl im Brustkorb

Anschwellen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen

Juckreiz am gesamten Körper, Hautrötung oder juckende rote Flecken auf der Haut

Hautausschlag

Schwere Hautreaktionen wie ein blasenbildender Hautausschlag (der auch den Mund und die

Zunge betreffen kann)

Fluconazol kann Ihre Leberfunktion beeinträchtigen. Folgende Symptome einer

Leberfunktionsstörung können auftreten:

Müdigkeit

Appetitlosigkeit

Erbrechen

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen Ihrer Augen (Gelbsucht)

Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, beenden Sie sofort die Einnahme von Fluconazol-

GRY

®

100 mg und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Andere Nebenwirkungen:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bitte außerdem, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen

Magenbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Anstieg von Blut- oder Leberwerten

Hautausschlag

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen, die zu Hautblässe und Schwäche oder

Atemnot führen kann

Appetitminderung

Unfähigkeit zu schlafen, Schläfrigkeit

„Epileptische“ Krampfanfälle, Schwindelgefühl, Drehschwindel, Kribbeln, Stechen oder

Taubheitsgefühl, Veränderung des Geschmacksempfindens

Verstopfung, Verdauungsprobleme, Blähungen, Mundtrockenheit

Muskelschmerzen

Leberschädigung und Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht)

Quaddeln, Blasenbildung (Nesselsucht), Juckreiz, vermehrtes Schwitzen

Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Fieber

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Zu niedrige Anzahl von weißen Blutkörperchen, die an der Infektionsabwehr beteiligt sind,

sowie von Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen

Rote oder violette Hautverfärbung, die durch eine niedrige Zahl an Blutplättchen verursacht sein

kann, andere Änderungen bei den Blutzellen

Veränderung der Blutchemie (hoher Cholesterinspiegel, Fettgehalt)

Niedriger Kaliumgehalt im Blut

Zittern

Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG), Veränderungen der Herzfrequenz oder des

Herzrhythmus

Leberversagen

Allergische Reaktionen (manchmal schwer ausgeprägt), wie ein ausgedehnter blasenbildender

Hautausschlag und Abschälen der Haut, schwere Hautreaktionen, Anschwellen der Lippen oder

des Gesichts

Haarausfall

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Fluconazol-GRY

®

100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 30 °C lagern.

Kapseln nicht in ein anderes Behältnis umfüllen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Fluconazol-GRY

®

100 mg enthält

Der Wirkstoff ist Fluconazol.

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Fluconazol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumdodecylsulfat,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Die Kapselhülle enthält Gelatine und die folgenden Farbstoffe: Titandioxid und Brillantblau FCF (E

133).

Wie Fluconazol-GRY

®

100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln sind Hartgelatinekapseln mit blauem undurchsichtigem

Oberteil und weißem undurchsichtigem Unterteil.

Fluconazol-GRY

®

100 mg ist in Packungen mit 30, 50, 60 und 100 Hartkapseln erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Teva Pharmaceutical Works Private Limited Company

Pallagi út 13

4042 Debrecen

Ungarn

oder:

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Fluconazol-GRY

100 mg Hartkapseln

Italien:

Fluconazolo ratiopharm 100 mg

Vereinigtes Königreich:

Teva Fluconazole 100 mg Capsules

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2018

Versionscode: Z09

Formatiert: Unterstrichen

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fluconazol-GRY

®

50 mg Hartkapseln

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

Fluconazol-GRY

®

150 mg Hartkapseln

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Fluconazol-GRY

®

50 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 50 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Jede Hartkapsel enthält 47 mg Lactose-Monohydrat.

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Jede Hartkapsel enthält 94 mg Lactose-Monohydrat.

Fluconazol-GRY

®

150 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 150 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Jede Hartkapsel enthält 141 mg Lactose-Monohydrat.

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 200 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Jede Hartkapsel enthält 188 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Fluconazol-GRY

®

50 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit hellblau opaquem Oberteil und weiß opaquem Unterteil

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit blau opaquem Oberteil und weiß opaquem Unterteil

Fluconazol-GRY

®

150 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit hellblau opaquem Oberteil und hellblau opaquem Unterteil

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

Gelatinekapseln mit dunkelviolettem opaquem Oberteil und weiß opaquem Unterteil

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Anwendung von Fluconazol bei Erwachsenen zur Behandlung von

Kryptokokkenmeningitis (siehe Abschnitt 4.4)

Kokzidioidomykose (siehe Abschnitt 4.4)

invasiven Candidosen

Schleimhaut-Candidosen, einschließlich oropharyngeale und ösophageale Candidosen,

Candidurien und chronisch-mukokutane Candidosen

chronisch-atrophischen oralen Candidosen (Mundhöhlenerkrankungen bei

Zahnprothesenträgern), wenn zahnhygienische oder lokale Maßnahmen nicht ausreichen

akuten oder rezidivierenden Vaginal-Candidosen, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Candida-Balanitis, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Dermatomykosen, einschließlich Tinea pedis, Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea versicolor

und Candida-Infektionen der Haut, bei denen eine systemische Behandlung angezeigt ist

Tinea unguium (Onychomykose), wenn andere Wirkstoffe nicht geeignet erscheinen.

Anwendung von Fluconazol bei Erwachsenen zur Prophylaxe von

rezidivierender Kryptokokkenmeningitis, bei Patienten mit hohem Rezidivpotenzial

rezidivierenden oropharyngealen und ösophagealen Candidosen bei HIV-infizierten Patienten

mit hohem Rückfallrisiko

Verringerung der Inzidenz rezidivierender Vaginal-Candidosen (4 oder mehr Episoden pro

Jahr)

Candida-Infektionen bei Patienten mit anhaltender Neutropenie (wie z. B. Patienten unter

Chemotherapie bei bösartigen Bluterkrankungen oder Patienten mit hämatopoetischer

Stammzelltransplantation [siehe Abschnitt 5.1])

Anwendung von Fluconazol bei termingerechten Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern, Kindern

und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren:

Fluconazol wird zur Behandlung von Schleimhaut-Candidosen (oropharyngeal und ösophageal),

invasiven Candidosen, Kryptokokkenmeningitis sowie zur Prophylaxe von Candida-Infektionen bei

abwehrgeschwächten Patienten angewendet. Zur Prävention rezidivierender Kryptokokkenmeningitis

kann Fluconazol als Erhaltungstherapie bei Kindern mit hohem Rückfallrisiko (siehe Abschnitt 4.4)

eingesetzt werden.

Die Therapie kann begonnen werden, bevor Ergebnisse von Kulturen und andere Laborwerte

vorliegen. Sobald diese Ergebnisse verfügbar sind, sollte die antiinfektive Therapie entsprechend

angepasst werden.

Die offiziellen Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antimykotika sind zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung sollte sich an Art und Schweregrad der Pilzinfektion orientieren. Bei Infektionen, bei

denen wiederholte Gaben notwendig sind, sollte die Behandlung so lange fortgesetzt werden, bis die

klinischen Parameter oder Laborwerte bestätigen, dass die aktive Pilzinfektion abgeklungen ist. Eine

unzureichende Behandlungsdauer kann ein Wiederauftreten der aktiven Pilzinfektion zur Folge haben.

Erwachsene:

Indikationen

Dosierung

Behandlungsdauer

Kryptokokkosen

- Behandlung von

Kryptokokkenmeningitis.

Anfangsdosis:

400 mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 200 mg bis

400 mg pro Tag

Üblicherweise mindestens

6 bis 8 Wochen. Bei

lebensbedrohlichen

Infektionen kann die

Tagesdosis auf 800 mg

erhöht werden.

- Erhaltungstherapie zur

Rezidivprophylaxe von

Kryptokokkenmeningitis

bei Patienten mit hohem

Rückfallrisiko.

200 mg pro Tag

Unbegrenzt bei einer

Tagesdosis von 200 mg.

Kokzidioidomykose

200 mg bis 400 mg

Abhängig vom Patienten 11

bis 24 Monate oder länger.

Bei einigen Infektionen und

speziell bei Meningen-

Infektionen kann die Gabe

von 800 mg pro Tag

erwogen werden.

Invasive Candidosen

Anfangsdosis:

800 mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 400 mg pro

Im Allgemeinen wird

empfohlen, die Behandlung

bei Candidämien nach der

ersten negativen Blutkultur

und nach dem Abklingen

der Candidämie-Symptome

noch für weitere 2 Wochen

fortzusetzen.

Behandlung von

Schleimhaut-

Candidosen

- Oropharyngeale

Candidose

Anfangsdosis: 200

mg bis 400 mg an

Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg pro Tag

7 bis 21 Tage (bis zur

Remission der

oropharyngealen

Candidose). Bei Patienten

mit stark geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

- Ösophageale Candidose

Anfangsdosis: 200

mg bis 400 mg an

Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg pro Tag

14 bis 30 Tage (bis zur

Remission der

ösophagealen Candidose).

Bei Patienten mit stark

geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

- Candidurie

200 mg bis 400 mg

pro Tag

7 bis 21 Tage. Bei

Patienten mit stark

geschwächter

Immunabwehr kann die

Behandlungsdauer

verlängert werden.

- Chronisch-atrophische

Candidose

50 mg pro Tag

14 Tage

- Chronisch-mukokutane

Candidose

50 mg bis 100 mg

pro Tag

Bis zu 28 Tagen, abhängig

vom Schweregrad der

Infektion und des

zugrundeliegenden

Immundefekts sowie der

Infektion auch länger.

Rezidivprophylaxe

von Schleimhaut-

Candidosen bei

HIV-Patienten mit

hohem Rezidivrisiko

- Oropharyngeale

Candidose

100 mg bis 200 mg

täglich oder 200 mg

3-mal wöchentlich

Bei Patienten mit

chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit .

- Ösophageale

Candidosen

100 mg bis 200 mg

täglich oder 200 mg

3-mal wöchentlich .

Bei Patienten mit

chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit.

Genital-Candidosen

- Akute Vaginal-

Candidose

- Candida-Balanitis

150 mg

Einzeldosis

- Behandlung und

Prophylaxe von

rezidivierenden Vaginal-

Candidosen (vier oder

mehr Episoden pro Jahr)

150 mg jeden 3.

Tag über insgesamt

3 Dosen (Tag 1, 4

und 7),

anschließend

Erhaltungsdosis mit

150 mg einmal

wöchentlich

Erhaltungsdosis: 6 Monate.

Dermatomykosen

- Tinea pedis,

- Tinea corporis,

- Tinea cruris,

Candida

-Infektionen

150 mg 1-mal

wöchentlich oder

50 mg 1-mal täglich

2 bis 4 Wochen. Bei

Tinea

pedis

kann eine

Behandlung über bis zu 6

Wochen notwendig sein.

- Tinea versicolor

300 mg bis 400 mg

1-mal wöchentlich

1 bis 3 Wochen

50 mg 1-mal

täglich

2 bis 4 Wochen

- Tinea unguium

Onychomykose

150 mg 1-mal

wöchentlich

Die Behandlung sollte

fortgesetzt werden, bis der

infizierte Nagel erneuert

wurde (der gesunde Nagel

nachwächst). Das

Nachwachsen von

Fingernägeln bzw.

Zehennägeln dauert

üblicherweise 3 bis 6 bzw.

6 bis 12 Monate.

Wachstumsgeschwindigkeit

kann jedoch individuell und

altersabhängig stark

variieren. Nach

erfolgreicher Behandlung

von langfristigen

chronischen Infektionen

kann gelegentlich eine

Deformierung des Nagels

fortbestehen.

Prophylaxe von

Candida-Infektionen

bei Patienten mit

anhaltender

Neutropenie

200 mg bis 400 mg

Die Behandlung sollte

mehrere Tage vor dem

erwarteten Beginn der

Neutropenie begonnen und

nach Abklingen der

Neutropenie (wenn die

Neutrophilenzahl wieder

auf >1.000 Zellen/mm

angestiegen ist) noch über

weitere 7 Tage fortgesetzt

werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Dosierung ist in Abhängigkeit der Nierenfunktion anzupassen (siehe

Eingeschränkte

Nierenfunktion

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei einmaliger Verabreichung ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion (einschließlich von Kindern und Jugendlichen), die mehrere Dosen Fluconazol

erhalten sollen, sollte abhängig von der für die jeweilige Indikation empfohlenen Tagesdosis eine

Anfangsdosis von 50 bis 400 mg verabreicht werden. Im Anschluss an diese initiale

Aufsättigungsdosis sollte sich die Tagesdosis (entsprechend der Indikation) an der folgenden Tabelle

orientieren:

Kreatinin-Clearance (ml/min)

Prozent der empfohlenen Dosis

>50

100 %

≤50 (keine Dialyse)

50 %

Regelmäßige Dialyse

100 % nach jeder Dialysesitzung

Patienten mit regelmäßiger Dialysebehandlung sollten nach der Dialyse 100 % der empfohlenen Dosis

erhalten. An dialysefreien Tagen sollten die Patienten eine entsprechend Ihrer Kreatinin-Clearance

verringerte Dosis erhalten.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da nur begrenzte Daten zu Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vorliegen, muss Fluconazol

bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und

4.8).

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine Höchstdosis von 400 mg pro Tag nicht überschritten

werden.

Wie auch bei den entsprechenden Infektionen bei Erwachsenen, orientiert sich die Behandlungsdauer

am klinischen und mykologischen Ansprechen. Fluconazol wird als tägliche Einmalgabe verabreicht.

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nierenfunktion siehe Dosierung

unter „

Eingeschränkte Nierenfunktion

”. Bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter

Nierenfunktion wurde die Pharmakokinetik von Fluconazol nicht untersucht (zu termingerechten

Neugeborenen, die häufig eine primäre renale Unreife aufweisen, siehe den nachfolgenden Abschnitt).

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (im Alter von 28 Tagen bis 11 Jahren):

Indikation

Dosierung

Empfehlungen

- Schleimhaut-Candidosen

Anfangsdosis: 6 mg/kg

Nachfolgende Dosis: 3 mg/kg

pro Tag

Die Anfangsdosis kann am 1. Tag

verabreicht werden, um schneller

Steady-State-Konzentrationen zu

erreichen

- Invasive Candidosen

- Kryptokokkenmeningitis

Dosis: 6 bis 12 mg/kg pro Tag

Abhängig vom Schweregrad der

Erkrankung

- Erhaltungstherapie zur

Prävention rezidivierender

Kryptokokkenmeningitis

bei Kindern mit hohem

Rezidivrisiko

Dosis: 6 mg/kg pro Tag

Abhängig vom Schweregrad der

Erkrankung

- Prophylaxe von

Candida

Infektionen bei

abwehrgeschwächten

Patienten

Dosis: 3 bis 12 mg/kg pro Tag

Abhängig von Schweregrad und

Dauer der vorliegenden Neutropenie

(siehe Dosierung bei Erwachsenen)

Jugendliche (im Alter von 12 bis 17 Jahren):

Der verordnende Arzt muss abhängig vom Körpergewicht und der pubertären Entwicklung beurteilen,

welche Dosierung (die Dosierung für Erwachsene oder die Dosierung für Kinder) geeignet ist. Die

klinischen Daten zeigen, dass Kinder eine höhere Fluconazol-Clearance aufweisen als Erwachsene.

Eine Dosis von 100, 200 und 400 mg bei Erwachsenen entspricht bei Kindern einer Dosis von 3, 6 und

12 mg/kg, um eine vergleichbare systemische Exposition zu erreichen.

In der Pädiatrie wurde die Sicherheit und Wirksamkeit bei Genital-Candidosen nicht untersucht. Die

derzeit vorliegenden Daten zu anderen Indikationen bei Kindern und Jugendlichen werden in

Abschnitt 4.8 beschrieben. Wenn bei Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) die Behandlung einer Genital-

Candidose unbedingt notwendig ist, sollte die Dosierung wie bei Erwachsenen erfolgen.

Termingerechte Neugeborene (0 bis 27 Tage):

Neugeborene scheiden Fluconazol langsam aus. Es liegen nur wenige pharmakokinetische Daten vor,

die diese Dosierungen bei Neugeborenen unterstützen (siehe Abschnitt 5.2).

Altersgruppe

Dosierung

Empfehlungen

Neugeborene (0 bis 14 Tage)

Verabreichung der mg/kg-

Dosis für Säuglinge,

Kleinkinder und Kinder alle

72 Stunden

Eine Höchstdosis von 12

mg/kg alle 72 Stunden sollte

nicht überschritten werden

Neugeborene (15 bis 27 Tage)

Verabreichung der mg/kg-

Dosis für Säuglinge,

Kleinkinder und Kinder alle

48 Stunden

Eine Höchstdosis von 12

mg/kg alle 48 Stunden sollte

nicht überschritten werden

Art der Anwendung

Abhängig vom klinischen Zustand des Patienten kann Fluconazol entweder oral oder als intravenöse

Infusion verabreicht werden. Bei einem Wechsel von der intravenösen zur oralen Verabreichung und

umgekehrt ist keine Änderung der Tagesdosis erforderlich.

Die Kapseln sollen ganz und unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, verwandte Azolderivate oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Auf Grundlage der Ergebnisse einer Wechselwirkungsstudie mit Mehrfachgabe ist die gleichzeitige

Verabreichung mit Terfenadin kontraindiziert, wenn der Patient wiederholte Fluconazol-Dosen in

Höhe von 400 mg oder mehr pro Tag erhält. Ebenso ist bei mit Fluconazol behandelten Patienten die

gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel kontraindiziert, die bekanntermaßen das QT-

Intervall verlängern und über das Cytochrom(CYP)-P450-Isoenzym 3A4 metabolisiert werden, wie

z. B. Cisaprid, Astemizol, Pimozid, Chinidin und Erythromycin (siehe auch Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Tinea capitis

Fluconazol wurde zur Behandlung einer

Tinea capitis

bei Kindern untersucht. Es zeigte sich keine

Überlegenheit gegenüber Griseofulvin und die Gesamterfolgrate lag unter 20 %. Daher sollte

Fluconazol nicht bei

Tinea capitis

angewendet werden.

Kryptokokkose

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von Kryptokokkosen an anderen

Lokalitäten (z. B. pulmonale oder kutane Kryptokokkosen) sind begrenzt, sodass keine

Dosierungsangaben gemacht werden können.

Tiefe endemische Mykosen

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von anderen endemischen

Mykosen, wie z. B. Parakokzidioidomykose, lymphokutane Sporotrichose und Histoplasmose sind

begrenzt, sodass keine Dosierungsangaben gemacht werden können.

Nieren

Fluconazol muss bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Leber und Gallenwege

Fluconazol muss bei Patienten mit Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden.

In seltenen Fällen war die Anwendung von Fluconazol mit einer schwerwiegenden Hepatotoxizität

verbunden, die in einigen Fällen zum Tod führte. Hiervon waren insbesondere Patienten mit schweren

Grunderkrankungen betroffen. In den Fällen einer durch Fluconazol ausgelösten Hepatotoxizität ließ

sich kein Zusammenhang mit der Tagesdosis, der Behandlungsdauer sowie Alter und Geschlecht des

Patienten herstellen. Die Hepatotoxizität war in der Regel nach Absetzen von Fluconazol reversibel.

Patienten, bei denen während der Behandlung mit Fluconazol eine Abweichung der Leberwerte

auftritt, müssen engmaschig auf das Auftreten einer schwereren Leberschädigung überwacht werden.

Die Patienten sollten auf mögliche Symptome einer schwerwiegenden Leberschädigung hingewiesen

werden (ausgeprägte Asthenie, Anorexie, anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Ikterus). Die

Behandlung mit Fluconazol sollte sofort abgebrochen werden und der Patient sollte einen Arzt

aufsuchen.

Herz-Kreislauf-System

Einige Azole einschließlich Fluconazol gingen mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG

einher. Im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung wurde in sehr seltenen Fällen bei mit

Fluconazol behandelten Patienten über eine Verlängerung des QT-Intervalls und

Torsade de pointes

berichtet. Diese Berichte betrafen unter anderem schwerkranke Patienten mit vielfältigen verzerrenden

Risikofaktoren wie strukturellen Herzerkrankungen, Elektrolytanomalien und Begleitmedikationen,

die ebenfalls ursächlich gewesen sein könnten.

Fluconazol muss bei Patienten mit diesen potenziell proarrhythmischen Störungen mit Vorsicht

angewendet werden. Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen

das QT-Intervall verlängern und über das Cytochrom P450 (CYP) 3A4 metabolisiert werden, ist

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Nebenniereninsuffizienz

Es ist bekannt, dass Ketoconazol eine Nebenniereninsuffizienz verursacht. Gleiches könnte,

wenngleich selten beobachtet, auch für Fluconazol gelten.

Nebenniereninsuffizienz bei gemeinsamer Anwendung mit Prednison ist in Abschnitt 4.5 beschrieben.

Halofantrin

Es wurde gezeigt, dass Halofantrin in der empfohlenen therapeutischen Dosis das QT

-Intervall

verlängert und ein CYP3A4-Substrat ist. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und

Halofantrin wird daher nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Dermatologische Reaktionen

In seltenen Fällen entwickelten Patienten unter einer Fluconazol-Behandlung exfoliative

Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse. AIDS-

Patienten neigen bei vielen Arzneimitteln eher zur Ausbildung schwerer Hautreaktionen. Wenn sich

bei einem Patienten, der wegen einer oberflächlichen Pilzinfektion behandelt wird, ein auf Fluconazol

zurückgeführter Hautausschlag entwickelt, sollte die Behandlung mit diesem Arzneimittel

abgebrochen werden. Patienten mit invasiven/systemischen Pilzinfektionen, bei denen es zu einem

Hautausschlag kommt, müssen sorgfältig beobachtet werden und Fluconazol sollte abgesetzt werden,

sobald Blasen auftreten oder sich ein

Erythema multiforme

entwickelt.

Überempfindlichkeit

In seltenen Fällen wurde eine Anaphylaxie beschrieben.

Cytochrom P450

Fluconazol ist ein starker CYP2C9-Inhibitor und ein mäßiger CYP3A4-Inhibitor. Darüber hinaus ist

Fluconazol ein Inhibitor von CYP2C19. Mit Fluconazol behandelte Patienten, die gleichzeitig

Arzneimittel erhalten, die eine enge therapeutische Breite aufweisen und über CYP2C9, CYP2C19

oder CYP3A4 metabolisiert werden, müssen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Terfenadin

Patienten, die gleichzeitig Fluconazol in Dosen von weniger als 400 mg/Tag und Terfenadin erhalten,

müssen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Sonstige Bestandteile

Die Kapseln enthalten Lactosemonohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Fluconazol nicht

einnehmen.

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

Aufgrund des Gehalts an Azorubin kann

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

allergische

Reaktionen hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel ist kontraindiziert:

Cisaprid: Bei Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und Cisaprid erhielten, wurden kardiale Ereignisse

einschließlich

Torsade de pointes

beschrieben. In einer kontrollierten Studie, in der 1-mal täglich

200 mg Fluconazol zusammen mit 4-mal täglich 20 mg Cisaprid verabreicht wurde, kam es zu einem

signifikanten Anstieg der Cisaprid-Plasmakonzentration und zu einer Verlängerung des QT

-Intervalls.

Die gleichzeitige Behandlung mit Cisaprid und Fluconazol ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Terfenadin: Da bei Patienten, die Azol-Antimykotika in Verbindung mit Terfenadin erhielten,

sekundär zu einer QT

-Verlängerung schwerwiegende Herzrhythmusstörungen auftraten, wurden

Wechselwirkungsstudien durchgeführt. In einer Studie kam es unter 200 mg Fluconazol pro Tag nicht

zu einer Verlängerung des QT

-Intervalls. In einer anderen Studie, in der Fluconazol in Dosen von

400 mg und 800 mg pro Tag verabreicht wurde, bewirkte Fluconazol in einer Dosis von 400 mg pro

Tag und darüber bei gemeinsamer Verabreichung einen signifikanten Anstieg der Terfenadin-

Plasmakonzentration. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol in Tagesdosen von 400 mg oder darüber

und Terfenadin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei gleichzeitiger Gabe von Fluconazol in

Dosen unter 400 mg pro Tag mit Terfenadin muss die Behandlung engmaschig überwacht werden.

Astemizol: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Astemizol kann die Clearance von Astemizol

verringern. Die daraus resultierende erhöhte Astemizol-Plasmakonzentration kann zu einer

Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen zu

Torsade de pointes

führen. Die gleichzeitige

Anwendung von Astemizol und Fluconazol ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Pimozid: Auch wenn dies weder

in vitro

noch

in vivo

untersucht wurde, könnte die gleichzeitige Gabe

von Fluconazol mit Pimozid zu einer Hemmung des Pimozid-Metabolismus führen. Erhöhte Pimozid-

Plasmakonzentrationen können zu einer Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen zu

Torsade de pointes

führen. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Pimozid ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Chinidin: Auch wenn dies weder

in vitro

noch

in vivo

untersucht wurde, könnte die gleichzeitige Gabe

von Fluconazol mit Chinidin zu einer Hemmung des Chinidin-Metabolismus führen. Die Anwendung

von Chinidin war mit einer Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen mit

Torsade de

pointes

verbunden. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Chinidin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Erythromycin: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Erythromycin kann das Risiko einer

Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall,

Torsade de pointes

) und damit eines plötzlichen Herztods

erhöhen. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Erythromycin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel wird nicht empfohlen:

Halofantrin: Fluconazol kann über eine hemmende Wirkung auf CYP3A4 die Plasmakonzentration

von Halofantrin erhöhen. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Halofantrin kann das Risiko

einer Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall,

Torsade de pointes

) und damit eines plötzlichen

Herztods erhöhen. Diese Kombination sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Amiodaron: Die gemeinsame Gabe von Fluconazol und Amiodaron könnte eine QT-Verlängerung

verstärken. Daher ist Vorsicht geboten, wenn beide Medikamente kombiniert werden, insbesondere

bei hohen Dosen von Fluconazol (800 mg).

Bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden anderen Arzneimittel ist Vorsicht geboten und eine

Dosisanpassung erforderlich:

Einfluss anderer Arzneimittel auf Fluconazol

Rifampicin: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Rifampicin führte zu einer Verringerung der

Fluconazol-AUC um 25 % und zu einer Verkürzung der Halbwertszeit von Fluconazol um 20 %.

Daher ist bei Patienten, die gleichzeitig Rifampicin erhalten, eine Dosiserhöhung von Fluconazol in

Betracht zu ziehen.

Wechselwirkungsstudien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von oralem Fluconazol

mit Nahrung, Cimetidin, Antazida oder nach Ganzkörperbestrahlung im Rahmen einer

Knochenmarktransplantation die Resorption von Fluconazol nicht in klinisch relevanter Weise

beeinträchtigt.

Hydrochlorothiazid: In einer Studie zu pharmakokinetischen Wechselwirkungen kam es bei

gleichzeitiger mehrfacher Verabreichung von Hydrochlorothiazid bei gesunden Freiwilligen, die

Fluconazol erhielten, zu einem Anstieg der Fluconazol-Konzentration im Plasma um 40%. Eine

Auswirkung dieser Größenordnung dürfte keine Veränderung des Fluconazol-Dosisregimes bei

Patienten unter gleichzeitiger Diuretika-Therapie erforderlich machen.

Einfluss von Fluconazol auf andere Arzneimittel

Fluconazol ist ein starker Inhibitor des Cytochrom(CYP)-450-Isoenzyms 2C9 und ein mäßiger

CYP3A4-Inhibitor. Darüber hinaus ist Fluconazol ein Inhibitor des Isoenzyms CYP2C19. Zusätzlich

zu den weiter unten beschriebenen beobachteten/dokumentierten Wechselwirkungen besteht ein

Risiko für erhöhte Plasmakonzentrationen anderer über CYP2C9 und CYP3A4 metabolisierter

Wirkstoffe, wenn diese gemeinsam mit Fluconazol verabreicht werden. Daher ist bei derartigen

Kombinationen Vorsicht geboten und die Patienten sollten sorgfältig überwacht werden. Aufgrund der

langen Halbwertszeit von Fluconazol hält die enzymhemmende Wirkung von Fluconazol noch 4 bis 5

Tage nach Beendigung der Behandlung an (siehe Abschnitt 4.3).

Alfentanil: Bei gesunden Probanden erhöhte sich bei gleichzeitiger Gabe von 400 mg Fluconazol und

20 μg/kg intravenösem Alfentanil die AUC

von Alfentanil, vermutlich durch eine CYP3A4-

Hemmung, um das 2-Fache. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung von Alfentanil erforderlich.

Amitriptylin, Nortriptylin: Fluconazol verstärkt die Wirkung von Amitriptylin und Nortriptylin. Zu

Beginn einer Kombinationstherapie und nach 1 Woche können die 5-Nortriptylin- und/oder S-

Amitriptylin-Konzentrationen bestimmt werden. Falls erforderlich sollte die Dosis von

Amitriptylin/Nortriptylin angepasst werden.

Amphotericin B: Die gleichzeitige Verabreichung von Fluconazol und Amphotericin B hatte bei

infizierten normalen und immunsupprimierten Mäusen folgende Wirkungen: einen kleinen additiven

antimykotischen Effekt auf systemische Infektionen mit

C. albicans

, keine Wechselwirkungen bei

intrakraniellen Infektionen mit

Cryptococcus neoformans

und einen Antagonismus der beiden

Wirkstoffe bei systemischen Infektionen mit

A. fumigatus

. Die klinische Bedeutung der Ergebnisse

dieser Untersuchungen ist nicht bekannt.

Antikoagulantien: Nach der Markteinführung wurden, wie auch unter anderen Azol-Antimykotika, bei

gleichzeitig mit Fluconazol und Warfarin behandelten Patienten Blutungsereignisse (Blutergüsse,

Nasenbluten, gastrointestinale Blutungen, Hämaturie und Meläna) beobachtet, die in Verbindung mit

einer verlängerten Prothrombinzeit standen. Unter der gleichzeitigen Behandlung mit Fluconazol und

Warfarin war die Prothrombinzeit, vermutlich über eine Hemmung des Warfarin-Metabolismus durch

CYP2C9, bis zum 2-Fachen verlängert. Bei Patienten, die Antikoagulantien vom Cumarin-Typ oder

Indandione zusammen mit Fluconazol erhalten, muss die Prothrombinzeit sorgfältig überwacht

werden. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung des Antikoagulans notwendig.

Benzodiazepine (kurzwirksam), z. B. Midazolam, Triazolam: Nach oraler Anwendung von Midazolam

führte Fluconazol zu einem deutlichen Anstieg der Serumkonzentration und psychomotorischen

Wirkung von Midazolam. Die gleichzeitige orale Einnahme von 200 mg Fluconazol und 7,5 mg

Midazolam erhöhte die AUC und die Halbwertszeit von Midazolam um das 3,7- bzw. 2,2-Fache. Die

gleichzeitige tägliche Gabe von 200 mg Fluconazol und 0,25 mg Triazolam oral erhöhte die AUC und

die Halbwertszeit von Triazolam um das 4,4- bzw. 2,3-Fache. Unter gleichzeitiger Behandlung mit

Fluconazol wurde eine Potenzierung und Verlängerung der Wirkung von Triazolam beobachtet. Wenn

bei einem mit Fluconazol behandelten Patienten die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen

erforderlich ist, ist eine Verringerung der Benzodiazepin-Dosis in Betracht zu ziehen und der Patient

entsprechend zu überwachen.

Carbamazepin: Fluconazol hemmt den Metabolismus von Carbamazepin, und es wurde ein Anstieg

der Carbamazepin-Serumkonzentration um 30 % beobachtet. Es kann zu einer Carbamazepin-

Toxizität kommen. Abhängig von den gemessenen Konzentrationen bzw. Auswirkungen kann eine

Dosisanpassung von Carbamazepin erforderlich sein.

Calciumkanalblocker: Bestimmte Calciumkanalblocker (Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Verapamil

und Felodipin) werden durch CYP3A4 metabolisiert. Fluconazol kann die systemische Exposition von

Calciumkanalblockern erhöhen. Eine engmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen wird

empfohlen.

Celecoxib: Unter der gleichzeitigen Gabe von Fluconazol (200 mg pro Tag) und Celecoxib (200 mg)

kam es zu einem Anstieg der maximalen Plasmakonzentration von Celecoxib um 68 % und der AUC

um 134 %. Bei gemeinsamer Verabreichung mit Fluconazol ist möglicherweise die Hälfte der

Celecoxib-Dosis ausreichend.

Cyclophosphamid: Die gemeinsame Verabreichung von Cyclophosphamid und Fluconazol hat erhöhte

Bilirubin- und Kreatinin-Serumkonzentrationen zur Folge. Bei Anwendung dieser Kombination

müssen die Risiken erhöhter Bilirubin- und Kreatinin-Serumkonzentrationen verstärkt beachtet

werden.

Fentanyl: Es wurde ein Fall einer Fentanyl-Intoxikation aufgrund einer möglichen Fentanyl-

Fluconazol-Wechselwirkung mit tödlichem Ausgang beschrieben. Darüber hinaus wurde bei gesunden

Probanden gezeigt, dass Fluconazol die Elimination von Fentanyl signifikant verzögerte. Erhöhte

Fentanyl-Konzentrationen können zu einer Atemdepression führen. Die Patienten sollten im Hinblick

auf eine Atemdepression engmaschig überwacht werden. Eine Dosisanpassung des Fentanyl kann

notwendig werden.

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren: Bei gleichzeitiger Gabe von Fluconazol und HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren, die über CYP3A4 (wie Atorvastatin und Simvastatin) oder CYP2C9 (wie

Fluvastatin) metabolisiert werden, ist das Myopathie- und Rhabdomyolyse-Risiko erhöht. Wenn die

gleichzeitige Anwendung als notwendig erachtet wird, müssen die Patienten auf Symptome einer

Myopathie und Rhabdomyolyse beobachtet und die Kreatinkinase-Konzentrationen überwacht

werden. Die Behandlung mit dem HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor sollte bei einem deutlichen Anstieg

der Kreatinkinase-Konzentrationen oder bei Nachweis oder Verdacht auf eine Myopathie oder

Rhabdomyolyse abgebrochen werden.

Immunsuppressoren (z. B. Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus)

Ciclosporin: Fluconazol bewirkt einen signifikanten Anstieg der Konzentration und AUC von

Ciclosporin. Bei gleichzeitiger Behandlung mit täglich 200 mg Fluconazol und 2,7 mg/kg Ciclosporin

zeigte sich eine Erhöhung der AUC von Ciclosporin um das 1,8-Fache. Diese Kombination kann

angewendet werden, wenn die Ciclosporin-Dosis abhängig von der Ciclosporin-Konzentration

reduziert wird.

Everolimus: Obwohl dies weder in vivo noch in vitro untersucht wurde, kann Fluconazol die

Serumkonzentration von Everolimus durch eine CYP3A4-Hemmung erhöhen.

Sirolimus: Fluconazol erhöht wahrscheinlich durch eine Hemmung des Metabolismus von Sirolimus

über CYP3A4 und P-Glykoprotein die Plasmakonzentration von Sirolimus. Diese Kombination kann

angewendet werden, wenn die Dosis von Sirolimus entsprechend der Wirkung/gemessenen

Konzentration angepasst wird.

Tacrolimus: Fluconazol kann durch Hemmung des intestinalen Tacrolimus-Metabolismus über

CYP3A4 die Serumkonzentration von oral verabreichtem Tacrolimus bis zu 5-fach erhöhen. Bei

intravenöser Gabe von Tacrolimus wurden keine signifikanten pharmakokinetischen Änderungen

beobachtet. Erhöhte Tacrolimus-Serumspiegel waren mit einer Nephrotoxizität verbunden. Die

Dosierung von oral verabreichtem Tacrolimus sollte abhängig von der Tacrolimus-Konzentration

reduziert werden.

Losartan: Fluconazol hemmt den Metabolismus von Losartan in seinen aktiven Metaboliten (E-3174),

der für den Großteil der Angiotensin-II-Rezeptor-antagonisierenden Wirkung einer Behandlung mit

Losartan verantwortlich ist. Der Blutdruck der Patienten sollte kontinuierlich überwacht werden.

Methadon: Fluconazol kann die Serumkonzentration von Methadon erhöhen. Gegebenenfalls ist eine

Dosisanpassung von Methadon erforderlich.

Nichtsteroidale Antirheumatika: Bei gemeinsamer Verabreichung mit Fluconazol war die C

AUC von Flurbiprofen im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Flurbiprofen um 23 % bzw.

81 % erhöht. In vergleichbarer Weise waren bei gemeinsamer Verabreichung von Fluconazol und

Ibuprofen (400 mg als Razemat) die C

und AUC des pharmakologisch aktiven Isomers [S-(+)-

Ibuprofen] gegenüber der alleinigen Verabreichung von Ibuprofen (als Razemat) um 15 % bzw. 82 %

erhöht.

Auch wenn dies nicht speziell untersucht wurde, kann Fluconazol die systemische Exposition von

anderen über CYP2C9 metabolisierten NSAR (wie Naproxen, Lornoxicam, Meloxicam und

Diclofenac) erhöhen. Es wird eine engmaschige Überwachung auf NSAR-abhängige Nebenwirkungen

und Toxizitäten empfohlen. Gegebenenfalls kann eine Dosisanpassung der NSAR erforderlich sein.

Phenytoin: Fluconazol hemmt den hepatischen Metabolismus von Phenytoin. Die gleichzeitige,

wiederholte i.v.-Gabe von 200 mg Fluconazol und 250 mg Phenytoin führte zu einer Erhöhung der

und C

von Phenytoin um 75 % bzw. 128 %. Bei gemeinsamer Verabreichung sollten die

Phenytoin-Serumkonzentrationen überwacht werden, um eine Phenytoin-Toxizität zu vermeiden.

Prednison: Es gibt einen Fallbericht von einem Patienten mit Lebertransplantat, der mit Prednison

behandelt wurde und nach Absetzen einer 3-monatigen Fluconazol-Therapie eine akute

Nebennierenrindeninsuffizienz entwickelte. Das Absetzen von Fluconazol hatte wahrscheinlich eine

verstärkte Aktivität von CYP3A4 zur Folge, die den Prednison-Metabolismus verstärkte. Patienten,

die eine Langzeitbehandlung mit Fluconazol und Prednison erhalten, müssen nach Absetzen von

Fluconazol sorgfältig auf eine Nebenniereninsuffizienz überwacht werden.

Rifabutin: Fluconazol erhöht die Serumkonzentration von Rifabutin, wodurch die AUC von Rifabutin

um bis zu 80 % erhöht wird. Es gab Berichte über Fälle von Uveitis bei Patienten, die gleichzeitig

Fluconazol und Rifabutin erhielten. Bei einer Kombinationstherapie müssen Symptome einer

Rifabutin-Toxizität in Betracht gezogen werden.

Saquinavir: Durch eine Hemmung des hepatischen Metabolismus von Saquinavir über CYP3A4 und

eine Hemmung von P-Glykoprotein erhöht Fluconazol die AUC und C

von Saquinavir um etwa

50 % bzw. 55 %. Interaktionen mit Saquinavir/Ritonavir wurden nicht untersucht und können

eventuell ausgeprägter ausfallen. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung von Saquinavir erforderlich.

Sulfonylharnstoffe: Es wurde gezeigt, dass Fluconazol bei gesunden Probanden die

Serumhalbwertszeit von gleichzeitig verabreichten oralen Sulfonylharnstoffen verlängert (z. B.

Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid, Tolbutamid). Bei gemeinsamer Verabreichung werden

häufige Kontrollen des Blutzuckerspiegels und eine entsprechende Reduktion der Sulfonylharnstoff-

Dosis empfohlen.

Theophyllin: In einer placebokontrollierten Wechselwirkungsstudie bewirkte die Gabe von 200 mg

Fluconazol über 14 Tage eine Reduktion der mittleren Plasma-Clearance von Theophyllin um 18 %.

Patienten, die hohe Theophyllin-Dosen erhalten oder ein anderweitig erhöhtes Risiko für eine

Theophyllin-Toxizität aufweisen, müssen während einer Behandlung mit Fluconazol auf Zeichen einer

Theophyllin-Toxizität überwacht werden. Wenn Zeichen einer Toxizität auftreten, ist die Behandlung

zu modifizieren.

Vinca-Alkaloide: Auch wenn dies nicht eigens untersucht wurde, kann Fluconazol die Plasmaspiegel

der Vinca-Alkaloide (z. B. Vincristin und Vinblastin) erhöhen und zu einer Neurotoxizität führen.

Diese Wirkung ist unter Umständen auf einen hemmenden Einfluss auf CYP3A4 zurückzuführen.

Vitamin A: Es liegt ein Fallbericht vor, demzufolge ein Patient, der eine Kombinationstherapie mit

All-trans-Retinoidsäure (eine Säureform von Vitamin A) und Fluconazol erhielt, unerwünschte ZNS-

Nebenwirkungen im Sinne eines

Pseudotumor cerebri

entwickelte, die sich nach Absetzen der

Fluconazol-Behandlung zurückbildeten. Die Kombination kann angewendet werden, allerdings ist das

Auftreten von unerwünschten ZNS-Nebenwirkungen zu berücksichtigen.

Voriconazol (CYP2C9- und CYP3A4-Hemmer): Die gleichzeitige orale Gabe von Voriconazol

(400 mg alle 12 Stunden am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 12 Stunden über 2,5 Tage) und

Fluconazol (400 mg am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 24 Stunden über 4 Tage) an 8 gesunde,

männliche Probanden führte zu einer durchschnittlichen Erhöhung von C

und AUC

um 57 % (90-

%-KI: 20 %, 107 %) und 79 % (90-%-KI: 40 %, 128 %). Die Reduktion der Dosis und/oder der

Applikationsfrequenz, die zu einer Vermeidung dieses Effekts führen würde, wurde nicht bestimmt.

Wenn Voriconazol im Anschluss an Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung wegen

möglicher Nebenwirkung von Voriconazol empfohlen.

Zidovudin: Fluconazol bewirkt über eine Reduktion der oralen Zidovudin-Clearance um etwa 45 %

einen Anstieg der C

und AUC von Zidovudin um 84 % bzw. 74 %. In vergleichbarer Weise wurde

die Halbwertszeit von Zidovudin unter der Kombinationstherapie mit Fluconazol um etwa 128 %

verlängert. Patienten, die diese Arzneimittelkombination erhalten, müssen sorgfältig auf Zidovudin-

bedingte Nebenwirkungen überwacht werden. Eine Reduktion der Zidovudin-Dosis kann in Betracht

gezogen werden.

Azithromycin: Eine offene, randomisierte, dreiarmige Cross-over-Studie an 18 gesunden Probanden

untersuchte den Einfluss einer oralen Einzeldosis von 1200 mg Azithromycin auf die Pharmakokinetik

einer oralen Einzeldosis von 800 mg Fluconazol sowie den Einfluss von Fluconazol auf die

Pharmakokinetik von Azithromycin. Es wurden keine signifikanten pharmakokinetischen

Wechselwirkungen zwischen Fluconazol und Azithromycin beobachtet.

Orale Kontrazeptiva: Es wurden zwei Pharmakokinetikstudien zu einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum und wiederholter Verabreichung von Fluconazol durchgeführt. In der Studie mit 50

mg Fluconazol ergaben sich keine relevanten Auswirkungen auf die Hormonspiegel, während 200 mg

pro Tag die AUC von Ethinylestradiol und Levonorgestrel um 40 % bzw. 24 % erhöhten. Die

wiederholte Gabe von Fluconazol in diesen Dosierungen hat demnach wahrscheinlich keinen

nachteiligen Einfluss auf die Wirksamkeit des kombinierten oralen Kontrazeptivums.

Den behandelnden Ärzten sollte bewusst sein, dass mit anderen Arzneimitteln zwar keine Studien über

die Arzneistoff-Wechselwirkung durchgeführt wurden, dass derartige Wechselwirkungen aber

durchaus bestehen können.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Beobachtungsstudie weist auf ein erhöhtes Risiko für Spontanaborte bei Frauen hin, die während

des ersten Schwangerschaftstrimesters mit Fluconazol behandelt werden.

Es gibt Berichte über multiple kongenitale Missbildungen (wie Brachyzephalie, Dysplasien der Ohren,

vergrößerte vordere Fontanelle, Femurverkrümmung und radiohumerale Synostose) bei Kindern,

deren Mütter mindestens 3 Monate oder länger hohe Fluconazol-Dosen (400 bis 800 mg/Tag) zur

Behandlung einer Kokzidioidomykose erhielten. Der Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen

und Fluconazol ist unklar.

Tierexperimentelle Studien zeigen eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Fluconazol darf in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als

Kurzzeittherapie angewendet werden.

Hohe Fluconazol-Dosen und/oder eine längerfristige Behandlung dürfen in der Schwangerschaft nur

bei lebensbedrohlichen Infektionen angewendet werden.

Stillzeit

Fluconazol geht in die Muttermilch über und erreicht dort niedrigere Konzentrationen als im Plasma.

Nach einmaliger Anwendung einer Standarddosis von 200 mg Fluconazol oder weniger kann das

Stillen fortgesetzt werden. Nach wiederholter Anwendung oder hohen Fluconazol-Dosen wird vom

Stillen abgeraten.

Fertilität

Fluconazol hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Fluconazol auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass es unter Fluconazol mitunter zu Schwindelgefühl und

Krampfanfällen (siehe Abschnitt 4.8) kommen kann und dass sie sich beim Auftreten derartiger

Beschwerden nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen dürfen.

4.8

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen (>1/10) sind Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen, Diarrhoe,

Übelkeit, Erbrechen, ein Anstieg von GOT, GPT oder alkalischer Phosphatase und Hautausschlag.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter einer Behandlung mit Fluconazol in den folgenden

Häufigkeiten beobachtet und beschrieben: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100; <1/10); gelegentlich

(≥1/1.000; <1/100); selten (≥1/10.000; <1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse

Häufig

Gelegentlich

Selten

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Anämie

Agranulozytose,

Leukopenie,

Thrombopenie,

Neutropenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaxie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Appetitminderung

Hypercholesterinämie,

Hypertriglyzeridämie,

Hypokaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Somnolenz, Insomnie

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Krampfanfälle,

Parästhesien,

Schwindelgefühl,

Änderung des

Geschmacksempfindens

Tremor

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Vertigo

Herzerkrankungen

Torsade de pointes

(siehe

Abschnitt 4.4), QT-

Verlängerung (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Abdominelle Schmerzen,

Erbrechen, Diarrhoe,

Übelkeit

Obstipation, Dyspepsie,

Blähungen,

Mundtrockenheit

Leber- und

Gallenerkrankungen

Anstieg der Glutamat-

Pyruvattransaminase

(siehe Abschnitt 4.4),

Anstieg der Glutamat-

Oxalazetattransaminase

(siehe Abschnitt 4.4),

Anstieg der alkalischen

Phosphatase im Blut

(siehe Abschnitt 4.4)

Cholestase (siehe

Abschnitt 4.4), Ikterus

(siehe Abschnitt 4.4),

Bilirubinanstieg (siehe

Abschnitt 4.4)

Leberversagen (siehe

Abschnitt 4.4),

hepatozelluläre Nekrose

(siehe Abschnitt 4.4),

Hepatitis (siehe Abschnitt

4.4),

Leberzellschädigung

(siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Hautausschlag (siehe

Abschnitt 4.4)

Arzneimittelausschlag*

(siehe Abschnitt 4.4),

Urtikaria (siehe Abschnitt

4.4), Pruritus, vermehrtes

Schwitzen

Toxische epidermale

Nekrolyse, (siehe

Abschnitt 4.4), Stevens-

Johnson-Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4), akute

generalisierte

exanthematöse Pustulose

(siehe Abschnitt 4.4),

exfoliative Dermatitis,

Angioödem,

Gesichtsödem, Alopezie

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Myalgie

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Abgeschlagenheit,

Unwohlsein, Asthenie,

Fieber

einschließlich fixes Arzneimittelexanthem

Kinder und Jugendliche

Art und Häufigkeit der außer bei der Indikation Genital-Candidose in klinischen Studien an Kindern

und Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen und Laborwertänderungen waren mit den bei

Erwachsenen beschriebenen vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Es gab Fälle von Fluconazol-Überdosierungen, bei denen zugleich über Halluzinationen und

paranoides Verhalten berichtet wurde.

Maßnahmen

Im Falle einer Überdosierung kann eine symptomatische Therapie angemessen sein (falls erforderlich

mit unterstützenden Maßnahmen und einer Magenspülung).

Fluconazol wird vorwiegend im Urin ausgeschieden. Eine forcierte Diurese würde die Elimination

wahrscheinlich beschleunigen. Eine 3-stündige Hämodialyse vermindert die Plasmaspiegel um etwa

50 %.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Klassifizierung

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur systemischen Anwendung, Triazol-Derivate

ATC-Code: J02AC01

Wirkmechanismus

Fluconazol ist ein antimykotisches Triazol-Derivat. Sein primärer Wirkmechanismus besteht in der

Hemmung der Cytochrom-P450-vermittelten 14-alpha-Lanosterol-Demethylierung bei Pilzen, die ein

essenzieller Schritt der Ergosterol-Biosynthese von Pilzen ist. Die Akkumulation von 14-alpha-

Methyl-Sterolen korreliert mit dem nachfolgenden Ergosterol-Verlust in der Zellmembran der Pilze

und könnte für die antimykotische Wirkung von Fluconazol verantwortlich sein. Es hat sich gezeigt,

dass Fluconazol eine höhere Selektivität für Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als für verschiedene

Cytochrom-P450-Enzymsysteme bei Säugetieren hat.

Die Gabe von 50 mg Fluconazol pro Tag über einen Zeitraum von bis zu 28 Tagen hatte keinen

Einfluss auf die Testosteron-Plasmakonzentrationen bei Männern oder die Steroidkonzentrationen bei

Frauen im gebärfähigen Alter. 200 mg bis 400 mg Fluconazol pro Tag hat bei gesunden männlichen

Probanden keinen klinisch relevanten Einfluss auf die endogenen Steroidspiegel oder eine ACTH-

stimulierte Reaktion. Wechselwirkungsstudien mit Phenazon zeigen, dass die einmalige oder

wiederholte Verabreichung von 50 mg Fluconazol dessen Metabolismus nicht negativ beeinflusst.

In-vitro

-Wirkspektrum

Fluconazol weist

in vitro

eine antimykotische Wirksamkeit gegen die meisten klinisch geläufigen

Candida

-Spezies auf (einschließlich

C. albicans, C. parapsilosis

C. tropicalis

C. glabrata

zeigt

ein breites Empfindlichkeitsspektrum und

C. krusei

ist gegen Fluconazol resistent.

Darüber hinaus ist Fluconazol

in vitro

wirksam gegen

Cryptococcus neoformans

Cryptococcus

gattii

sowie gegen die endemischen Schimmelpilze

Blastomyces dermatiditis, Coccidioides immitis,

Histoplasma capsulatum

Paracoccidioides brasiliensis

PK/PD-Beziehung

In tierexperimentellen Untersuchungen zeigte sich bei experimentellen Mykosen durch

Candida

Spezies eine Korrelation zwischen den MHK-Werten und der Wirksamkeit. In klinischen Studien

wurde ein nahezu linearer Zusammenhang im Verhältnis 1:1 zwischen der AUC und der Fluconazol-

Dosis beobachtet. Darüber hinaus besteht ein direkter, wenn auch unvollständiger Zusammenhang

zwischen der AUC oder Dosis und einem erfolgreichen klinischen Ansprechen auf die Behandlung bei

oralen Candidosen und in geringeren Maß auch bei Candidämien. Ebenso ist eine Heilungschance bei

Infektionen, die durch Stämme mit einer höheren MHK für Fluconazol ausgelöst wurden, weniger

wahrscheinlich.

Resistenzmechanismen

Candida

-Spezies haben eine Reihe von Resistenzmechanismen gegen Azol-Antimykotika entwickelt.

Pilzstämme, die einen oder mehrere dieser Resistenzmechanismen ausgebildet haben, weisen

bekanntermaßen eine hohe minimale Hemmkonzentration (MHK) für Fluconazol auf, was negative

Auswirkungen auf die

In-vivo

-Wirksamkeit und die klinische Wirksamkeit hat.

Es gibt Berichte über Fälle von Superinfektionen mit anderen

Candida

-Spezies als

C. albicans,

die oft

von Natur aus nicht für Fluconazol empfindlich sind (z. B.

Candida krusei

). In diesen Fällen kann eine

alternative antimykotische Therapie notwendig sein.

Breakpoints (gemäß EUCAST)

Ausgehend von einer Analyse der pharmakokinetischen/pharmakodynamischen (PK/PD) Daten sowie

der Daten zur

In-vitro

-Empfindlichkeit und zum klinischen Ansprechen hat die EUCAST-AFST

(European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing – Subcommittee on Antifungal

Susceptibility Testing) Fluconazol-Breakpoints für

Candida

-Spezies festgelegt (EUCAST Fluconazole

rational document (2007) - version 2). Diese wurden unterteilt in speziesunabhängige Breakpoints, die

überwiegend auf der Basis von PK/PD-Daten bestimmt wurden und unabhängig von der MHK-

Verteilung bei bestimmten Spezies sind, und speziesabhängige Breakpoints für diejenigen Erreger, die

am häufigsten für Infektionen beim Menschen verantwortlich sind. Diese Breakpoints sind in der

folgenden Tabelle aufgeführt:

Antimykotikum

Speziesabhängige Breakpoints (S≤/R>)

Speziesunabhängige

Breakpoints

S≤/R>

Candida

albicans

Candida

glabrata

Candida

krusei

Candida

parapsilosis

Candida

tropicalis

Fluconazol

S = sensibel, R = resistent

A = Speziesunabhängige Breakpoints wurden überwiegend auf der Basis von PK/PD-Daten bestimmt

und sind unabhängig von der MHK-Verteilung bei bestimmten Spezies. Sie gelten nur für Erreger

ohne spezifische Breakpoints.

-- = Empfindlichkeitstestung nicht empfohlen, da das betreffende Antimykotikum für diese Spezies

nur wenig geeignet ist.

uE = Es gibt unzureichende Evidenz dafür, dass die betreffende Spezies ein gutes Ziel für eine

Therapie mit diesem Antimykotikum darstellt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fluconazol nach intravenöser und oraler Verabreichung

sind ähnlich.

Resorption

Fluconazol wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert und die Plasmaspiegel (und die systemische

Bioverfügbarkeit) betragen mehr als 90 % der Konzentrationen nach intravenöser Gabe. Bei oraler

Einnahme wird die Resorption durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Die

maximalen Plasmakonzentrationen werden bei nüchternen Patienten zwischen 0,5 und 1,5 Stunden

nach der Einnahme erreicht, bei einer Plasmaeliminationshalbwertszeit von etwa 30 Stunden. Die

Plasmakonzentrationen verhalten sich dosisproportional. Nach mehrfacher 1-mal täglicher Gabe von

Fluconazol werden nach 4 bis 5 Tagen Plasmaspiegel in Höhe von 90 % des Steady State erreicht. Bei

Gabe einer Aufsättigungsdosis (an Tag 1) in Höhe des Doppelten der üblichen Tagesdosis können an

Tag 2 Plasmaspiegel in der Größenordnung von ca. 90 % des Steady States erreicht werden.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen entspricht im Wesentlichen dem Gesamtkörperwasser. Die

Plasmaproteinbindung ist niedrig (11 bis 12 %).

Fluconazol erzielt eine gute Penetration in alle untersuchten Körperflüssigkeiten. Die Fluconazol-

Konzentrationen in Speichel und Sputum sind mit den Plasmakonzentrationen vergleichbar. Bei

Patienten mit einer durch eine Pilzinfektion hervorgerufenen Meningitis beträgt der Fluconazol-

Spiegel im Liquor ungefähr 80 % der entsprechenden Werte im Plasma.

Fluconazol erreicht im Stratum corneum, in der Epidermis/Dermis und im Schweiß hohe

Konzentrationen, die über der Serumkonzentration liegen. Es akkumuliert im Stratum corneum. Unter

einer Dosis von einmal täglich 50 mg betrug die Fluconazol-Konzentration nach 12 Tagen 73 μg/g und

7 Tage nach Behandlungsende immer noch 5,8 μg/g. Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg

betrug die Fluconazol-Konzentration im Stratum corneum am 7. Tag 23,4 μg/g und 7 Tage nach der

zweiten Dosis immer noch 7,1 μg/g.

Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg betrug die Fluconazol-Konzentration nach 4

Monaten in gesunden Nägeln 4,05 μg/g und in erkrankten Nägeln 1,8 μg/g. Selbst 6 Monate nach

Therapieende war Fluconazol noch in Nagelproben nachweisbar.

Biotransformation

Fluconazol wird nur zu einem geringen Teil metabolisiert. Von einer radioaktiv markierten Dosis

werden nur 11 % in veränderter Form im Urin ausgeschieden. Fluconazol ist ein selektiver Inhibitor

der Isoenzyme CYP2C9 und CYP3A4 (siehe Abschnitt 4.5). Fluconazol hemmt darüber hinaus auch

das Isoenzym CYP2C19.

Elimination

Die Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol beträgt etwa 30 Stunden. Die Substanz wird

vorwiegend renal ausgeschieden, wobei etwa 80 % der verabreichten Dosis im Urin als unveränderter

Wirkstoff auftreten. Die Fluconazol-Clearance ist proportional zur Kreatinin-Clearance. Es gibt keine

Hinweise auf zirkulierende Metaboliten.

Die lange Plasmaeliminationshalbwertszeit ist die Grundlage für die Einzeldosis-Therapie bei

Vaginal-Candidosen und die 1-mal tägliche bzw. 1-mal wöchentliche Dosierung bei den anderen

Indikationen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <20 ml/min) erhöht sich die

Halbwertszeit von 30 auf 98 Stunden. Dementsprechend muss die Dosis reduziert werden. Fluconazol

wird durch eine Hämodialyse und in geringerem Maße durch eine Peritonealdialyse eliminiert. Im

Rahmen einer 3-stündigen Hämodialyse wurden etwa 50 % der Substanz aus dem Blut entfernt.

Kinder und Jugendliche

In 5 Studien wurden bei 113 pädiatrischen Patienten Pharmakokinetikdaten erhoben (2 Studien mit

Einmalgabe, 2 Studien mit Mehrfachgabe und 1 Studie mit Frühgeborenen). Wegen einer Änderung

bei der Formulierung im Studienverlauf lassen sich die Ergebnisse einer Studie nicht interpretieren.

Weitere Daten liegen aus einer Compassionate-Use-Studie vor.

Nach Verabreichung von 2 bis 8 mg/kg/Tag Fluconazol an Kinder im Alter zwischen 9 Monaten und

15 Jahren wurde eine AUC von ca. 38 μg x h/ml je 1-mg/kg-Einheit der Dosis beobachtet. Die

durchschnittliche Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol bewegte sich zwischen 15 und 18

Stunden und das Verteilungsvolumen betrug nach Mehrfachgabe ca. 880 ml/kg. Nach Einmalgabe

wurde eine höhere Fluconazol-Plasmaeliminationshalbwertszeit von etwa 24 Stunden beobachtet.

Diese ist vergleichbar mit der Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol nach einmaliger i.v.-

Gabe von 3 mg/kg an Kinder im Alter von 11 Tagen bis 11 Monaten. Das Verteilungsvolumen betrug

in dieser Altersgruppe ca. 950 ml/kg.

Die Erfahrungen mit Fluconazol bei Neugeborenen beschränken sich auf Pharmakokinetikstudien bei

Frühgeborenen. Bei 12 Frühgeborenen, die im Durchschnitt um die 28. Schwangerschaftswoche

geboren wurden, betrug das Durchschnittsalter bei der ersten Dosis 24 Stunden (Spanne 9 bis 36

Stunden) und das mittlere Geburtsgewicht 0,9 kg (Spanne 0,75 bis 1,1 kg). 7 Patienten beendeten die

Studie, in der maximal fünf intravenöse Infusionen von 6 mg/kg Fluconazol im Abstand von 72

Stunden verabreicht wurden. Die durchschnittliche Halbwertszeit (Stunden) betrug 74 (Spanne 44 bis

185) an Tag 1 und verringerte sich im Laufe der Zeit auf durchschnittlich 53 (Spanne 30 bis 131) an

Tag 7 und 47 (Spanne 27 bis 68) an Tag 13. Die Fläche unter der Kurve (Mikrogramm x h/ml) betrug

271 (Spanne 73 bis 385) an Tag 1 und erhöhte sich auf durchschnittlich 490 (Spanne 292 bis 734) an

Tag 7 mit anschließender Verringerung auf durchschnittlich 360 (Spanne 167 bis 566) an Tag 13. Das

Verteilungsvolumen (ml/kg) betrug 1.183 (Spanne 1.070 bis 1.470) an Tag 1 und erhöhte sich im

Laufe der Zeit auf durchschnittlich 1.184 (Spanne 510 bis 2.130) an Tag 7 und 1.328 (Spanne 1.040

bis 1.680) an Tag 13.

Ältere Patienten

Es wurde eine Pharmakokinetikstudie mit 22 Personen im Alter von 65 Jahren und älter durchgeführt,

die orale Einzeldosen von 50 mg Fluconazol erhielten. 10 der Patienten erhielten begleitend Diuretika.

Die C

betrug 1,54 μg/ml und wurde 1,3 Stunden nach Einnahme erreicht. Die durchschnittliche

AUC lag bei 76,4 ± 20,3 μg x h/ml und die mittlere terminale Halbwertszeit bei 46,2 Stunden. Diese

pharmakokinetischen Werte liegen über den analogen Parametern, die bei jungen männlichen

Probanden gefunden wurden. Die Begleitmedikation mit Diuretika hatte keine signifikante Änderung

von AUC oder C

zur Folge. Darüber hinaus waren die Kreatinin-Clearance (74 ml/min), der

prozentuale Wirkstoffanteil, der unverändert im Urin wiedergefunden wurde (0 bis 24 h: 22 %), und

die geschätzte renale Clearance von Fluconazol (0,124 ml/min/kg) bei älteren Menschen generell

niedriger als bei jüngeren Probanden. Daher scheint die veränderte Disposition von Fluconazol bei

älteren Menschen mit der häufig eingeschränkten Nierenfunktion in dieser Gruppe

zusammenzuhängen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In präklinischen Studien wurden nur unter Expositionen Auswirkungen beobachtet, die als

ausreichend über der Exposition beim Menschen liegend bewertet werden. Diese Tatsache weist auf

eine geringe Bedeutung für den klinischen Alltag hin.

Kanzerogenes Potenzial

Bei Mäusen und Ratten, die über 24 Monate mit oralen Dosen von 2,5 mg/kg/Tag, 5 mg/kg/Tag oder

10 mg/kg/Tag behandelt wurden, ergaben sich keine Hinweise auf ein kanzerogenes Potenzial von

Fluconazol. Bei männlichen Ratten kam es unter einer Behandlung mit 5 und 10 mg/kg/Tag zu einem

vermehrten Auftreten von hepatozellulären Adenomen.

Reproduktionstoxizität

Fluconazol hatte bei männlichen und weiblichen Ratten, die mit oralen Tagesdosen von 5, 10 oder 20

mg/kg oder mit parenteralen Dosen von 5, 25 oder 75 mg/kg behandelt wurden, keinen Einfluss auf

die Fertilität.

Unter 5 oder 10 mg/kg zeigten sich keine Auswirkungen auf die Feten; unter 25 und 50 mg/kg und

höheren Dosen wurde bei den Feten eine Zunahme anatomischer Varianten (überzählige Rippen,

Erweiterung des Nierenbeckens) und eine verzögerte Ossifikation beobachtet. Unter Dosen im Bereich

von 80 bis 320 mg/kg war die embryonale Sterblichkeit bei den Ratten erhöht und unter den fetalen

Missbildungen wurden verkrümmte („wellenförmige“) Rippen, Gaumenspalten und eine gestörte

kraniofaziale Ossifikation beobachtet.

Unter 20 mg/kg per os war das Einsetzen des Geburtsvorgangs leicht verzögert und bei 20 mg/kg und

40 mg/kg intravenös wurden bei einigen Muttertieren eine Dystokie und ein verlängerter

Geburtsvorgang beobachtet. Die Störungen des Geburtsvorgangs unter diesen Dosierungen spiegelten

sich in einer leicht erhöhten Zahl an Totgeburten und einer verminderten neonatalen Überlebensrate

wider. Derartige Auswirkungen auf den Geburtsvorgang lassen sich durch die für diese Spezies

spezifischen östrogensenkenden Eigenschaften hoher Fluconazol-Dosen erklären. Bei mit Fluconazol

behandelten Frauen wurden keine derartigen hormonellen Veränderungen beobachtet (siehe Abschnitt

5.1).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Fluconazol-GRY

®

50 mg/-100 mg/-150 mg Hartkapseln

Kapselinhalt:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumdodecylsulfat,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Kapselhülle:

Titandioxid (E 171), Brillantblau FCF (E 133), Gelatine.

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

Kapselinhalt:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumdodecylsulfat,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Kapselhülle:

Titandioxid (E 171), Brillantblau FCF (E 133), Azorubin (E 122), Gelatine.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Fluconazol-GRY

®

50 mg Hartkapseln

Transparente oder weiße undurchsichtige PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung mit

20 Hartkapseln

50 Hartkapseln

100 Hartkapseln

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

Transparente oder weiße undurchsichtige PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung mit

30 Hartkapseln

50 Hartkapseln

60 Hartkapseln

100 Hartkapseln

Fluconazol-GRY

®

150 mg Hartkapseln

Transparente oder weiße undurchsichtige PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung mit

1 Hartkapsel

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

Transparente oder weiße undurchsichtige PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung mit

20 Hartkapseln

50 Hartkapseln

100 Hartkapseln

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Fluconazol-GRY

®

50 mg Hartkapseln

56728.00.00

Fluconazol-GRY

®

100 mg Hartkapseln

56728.01.00

Fluconazol-GRY

®

150 mg Hartkapseln

56728.02.00

Fluconazol-GRY

®

200 mg Hartkapseln

56728.03.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 19. August 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. Oktober 2007

10.

STAND DER INFORMATION

März 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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