Flolan 1,5 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

26-03-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

26-03-2021

Wirkstoff:
NATRIUM EPOPROSTENOLAT
Verfügbar ab:
GlaxoSmithKline Pharma GmbH
ATC-Code:
B01AC09
INN (Internationale Bezeichnung):
SODIUM EPOPROSTENOLATE
Einheiten im Paket:
1 Stechampulle, 2 Glycinpuffer und 1 Filter zur aseptischen Infusionsbereitung, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Epoprostenol
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-23932
Berechtigungsdatum:
2001-01-16

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Flolan 0,5 mg – Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung

Flolan 1,5 mg – Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Epoprostenol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Flolan und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Flolan beachten?

Wie ist Flolan anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Flolan aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Flolan und wofür wird es angewendet?

Was ist Flolan?

Flolan enthält als Wirkstoff Epoprostenol. Epoprostenol gehört zu der Arzneimittelgruppe der

Prostaglandine, welche die Gerinnung des Blutes hemmen und zu einer Erweiterung der Blutgefäße

führen.

Wofür wird Flolan angewendet?

Flolan wird angewendet, um eine Lungenerkrankung, die sogenannte „pulmonale arterielle

Hypertonie“ zu behandeln. Dabei ist der Druck in den Blutgefäßen der Lunge hoch. Flolan erweitert

die Blutgefäße, um so den Blutdruck in den Lungen zu senken.

Flolan wird angewendet, um die Gerinnung des Blutes während einer Nieren Dialyse (Blutwäsche) in

einer Notfallsituation zu verhindern, wenn Heparin nicht verwendet werden kann.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Flolan beachten?

Flolan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch

gegen Flolan oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine

Herzschwäche

haben.

wenn sich nach Beginn dieser Behandlung eine Wasseransammlung in Ihren Lungen zu bilden

beginnt, die Kurzatmigkeit hervorruft.

Wenn Sie meinen, dass einer der angeführten Punkte auf Sie zutrifft,

wenden Sie Flolan nicht an

, bis

Sie mit Ihrem Arzt darüber gesprochen haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Flolan anwenden:

Wenn Sie irgendwelche Probleme mit

Blutungen

haben.

Wenn Sie eine natriumkontrollierte Diät befolgen.

Hautschädigungen an der Injektionsstelle

Flolan wird in eine Vene injiziert. Es ist wichtig, dass das Arzneimittel nicht aus der Vene in das

umgebende Gewebe rinnt. Sollte das passieren, könnte die Haut geschädigt werden.

Die Symptome dabei sind:

Empfindlichkeit (Schmerzhaftigkeit)

Brennen

Stechen

Schwellung

Rötung

Blasenbildung und Abschuppung der Haut könnte darauf folgen. Während der Behandlung mit Flolan

ist es wichtig, dass Sie die Injektionsstelle überprüfen.

Fragen Sie sofort im Krankenhaus um Rat

, wenn die Injektionsstelle wund, schmerzhaft oder

geschwollen ist oder Sie Blasenbildung oder Abschuppung beobachten.

Auswirkung von Flolan auf den Blutdruck und den Herzschlag

Flolan kann bewirken, dass Ihr Herz schneller oder langsamer schlägt. Auch Ihr Blutdruck kann zu

niedrig werden. Während einer Behandlung mit Flolan werden Ihr Herzschlag und Blutdruck

kontrolliert. Die Symptome eines niedrigen Blutdrucks umfassen

Schwindel

Ohnmacht

Die Anwendung von Flolan kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Informieren Sie Ihren Arzt

, wenn Sie diese Symptome bekommen. Ihre Dosierung sollte

möglicherweise herabgesetzt oder Ihre Infusion gestoppt werden.

Anwendung von Flolan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Einige Arzneimittel können die Wirkungsweise von Flolan beeinflussen oder es wahrscheinlicher

machen, dass Sie Nebenwirkungen bekommen. Flolan kann auch die Wirkungsweise einiger anderer

Arzneimittel beeinflussen, wenn es gleichzeitig angewendet wird.

Das beinhaltet:

Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck

Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln

Arzneimittel zur Auflösung von Blutgerinnseln

Arzneimittel zur Behandlung von Entzündungen oder Schmerzen (sogenannte „NSAR“)

Digoxin (zur Behandlung von Herzkrankheiten)

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker

, wenn Sie eines der genannten Arzneimittel verwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat, da Ihre Symptome sich während der Schwangerschaft verschlimmern könnten.

Es ist nicht bekannt

, ob die Bestandteile von Flolan in die Muttermilch übergehen.

Während einer

Behandlung mit Flolan sollten Sie Ihr Kind nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Ihre Behandlung könnte einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen

haben.

Fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Maschinen

, außer Sie fühlen sich gut.

Flolan enthält Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz)

Dieses medizinische Produkt enthält Natrium Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen,

sollten Sie dies berücksichtigen.

Rekonstituierte konzentrierte Lösung:

Dieses Arzneimittel enthält 73 mg Natrium (Hauptbestandteil

von Kochsalz/Speisesalz) in jeder Durchstechflasche der konzentrierten Lösung. Dies entspricht 4%

der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

Dieses Arzneimittel enthält 3 mg Natrium

(Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) in jeder Durchstechflasche des Pulvers. Dies entspricht

0,2% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung.

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung:

Dieses Arzneimittel enthält 70 mg

Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) in jeder Durchstechflasche des Pulvers. Dies

entspricht 4% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung.

Wie ist Flolan anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird entscheiden wie viel Flolan richtig für Sie ist. Die Menge, die Ihnen verabreicht wird,

richtet sich nach Ihrem Körpergewicht und der Art Ihrer Krankheit. Je nachdem, wie gut Sie auf die

Behandlung ansprechen, kann Ihre Dosierung erhöht oder vermindert werden.

Flolan wird als langsame Infusion (Tropf) in eine Vene verabreicht.

Arterieller Lungenhochdruck (Pulmonale arterielle Hypertonie)

Ihre erste Behandlung wird Ihnen in einem Krankenhaus verabreicht werden, da Ihr Arzt Sie

überwachen und die beste Dosierung für Sie finden muss.

Sie werden mit einer Infusion von Flolan beginnen. Die Dosierung wird erhöht, bis sich Ihre

Symptome bessern und jegliche Nebenwirkungen handhabbar sind. Wenn die beste Dosierung

gefunden wurde, wird ein Permanent- Schlauch (Katheter) in eine Ihrer Venen eingebracht. Sie

können dann über eine Infusionspumpe behandelt werden.

Nieren Dialyse

Es wird Ihnen für die Dauer Ihrer Dialyse eine Infusion Flolan verabreicht.

Anwendung von Flolan zu Hause (nur für die Behandlung des arteriellen Lungenhochdrucks

(pulmonale arterielle Hypertonie))

Wenn Sie Flolan selbst zu Hause anwenden, wird Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal Ihnen

zeigen, wie Flolan vorzubereiten und anzuwenden ist. Sie werden Ihnen auch erklären, wie Sie die

Anwendung beenden können, wenn es notwendig sein sollte. Die Anwendung von Flolan muss

schrittweise beendet werden. Es ist sehr wichtig, dass Sie

allen

ihren Anweisungen sorgfältig Folge

leisten.

Flolan ist ein Pulver in einer Glasdurchstechflasche. Vor der Verwendung muss das Pulver in der

mitgelieferten Flüssigkeit aufgelöst werden. Die Flüssigkeit enthält kein Konservierungsmittel. Wenn

etwas von der Flüssigkeit überbleibt, muss sie weggeworfen werden.

Versorgung des Injektionskatheters

Wenn Ihnen ein Katheter in Ihre Vene gelegt wurde, ist es

sehr wichtig

, diesen Bereich sauber zu

halten, da Sie sonst eine Infektion bekommen könnten. Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal

wird Ihnen zeigen, wie der Katheter und der Bereich herum zu reinigen sind. Es ist sehr wichtig, dass

Sie allen ihren Anweisungen sorgfältig Folge leisten.

Wenn Sie eine größere Menge von Flolan erhalten haben, als Sie sollten

Begeben Sie sich umgehend in medizinische Behandlung

, wenn Sie glauben zu viel Flolan

angewendet oder zu viel verabreicht bekommen zu haben. Symptome einer Überdosierung umfassen

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, schnelle Herzfrequenz, Wärme und ein kribbelndes Gefühl,

oder das Gefühl, sie könnten ohnmächtig werden (kraftlos/schwindelig).

Wenn Sie die Anwendung von Flolan vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie die Anwendung von Flolan abbrechen

Flolan muss schrittweise abgesetzt werden. Wenn die Behandlung zu schnell abgesetzt wird, können

Sie schwere Nebenwirkungen bekommen wie Schwindel, Schwächegefühl und Atembeschwerden.

Wenn Sie Probleme mit der Infusionspumpe oder dem Injektionskatheter haben, die die Behandlung

mit Flolan stoppen oder verhindern,

informieren Sie sofort Ihren Arzt, das medizinische

Fachpersonal oder das Krankenhaus

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sagen Sie es Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal sofort, da dies Zeichen einer

Blutinfektion oder niedrigen Blutdrucks oder einer schweren Blutung sein können:

Sie spüren Ihr Herz schneller schlagen, oder Sie haben Brustschmerzen oder sind kurzatmig.

Sie fühlen sich schwindelig oder kraftlos, vor allem wenn Sie stehen.

Sie haben Fieber oder Schüttelfrost.

Sie haben häufiger oder länger andauernde Blutungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind:

Sehr häufige Nebenwirkungen

Das betrifft mehr als

1 von 10 Behandelten

Kopfschmerzen

Kieferschmerzen

Schmerzen

Erbrechen

Übelkeit

Durchfall

Rötung des Gesichts (Hitzegefühl)

Häufige Nebenwirkungen

Das betrifft bis zu

1 von 10 Behandelten

Blutinfektion (Sepsis)

Erhöhter Herzschlag

Langsamer Herzschlag

Niedriger Blutdruck

Erhöhte Neigung zu Blutungen an verschiedenen Stellen und Blutergüssen (beispielsweise

Nasen- oder Zahnfleischbluten)

Magenbeschwerden oder –schmerzen

Brustschmerzen

Gelenksschmerzen

Angstgefühle, Nervosität

Hautausschlag

Schmerzen an der Injektionsstelle

Häufige Nebenwirkungen, die bei Bluttests auftreten können

Verminderte Anzahl der Blutplättchen (Zellen, die die Blutgerinnung unterstützen)

Gelegentliche Nebenwirkungen

Das betrifft bis zu

1 von 100 Behandelten

Schwitzen

Trockener Mund

Seltene Nebenwirkungen

Das betrifft bis zu

1 von 1.000 Behandelten

Infektionen an der Injektionsstelle

Sehr seltene Nebenwirkungen

Das betrifft bis zu

1 von 10.000 Behandelten

Engegefühl im Bereich der Brust

Müdigkeit, Schwäche

Erregung

Blässe

Rötung an der Injektionsstelle

Überfunktion der Schilddrüse

Verstopfung des Injektionskatheters

Andere Nebenwirkungen

Es ist nicht bekannt, wie viele Behandelte davon betroffen sind:

vergrößerte oder überaktive Milz

Ansammlung von Flüssigkeit in den Lungen (Lungenödem)

Erhöhter Blutzuckerspiegel

Schwellung aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle

das Herz pumpt zu viel Blut, was zu Kurzatmigkeit, Erschöpfung, Anschwellen der Beine und

des Bauches aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung und zu andauerndem Husten führen kann

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Flolan aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden.

Nicht über 25 °C lagern.

Bewahren Sie Flolan an einem trockenen Ort auf.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht einfrieren.

Arterieller Lungenhochdruck (Pulmonale arterielle Hypertonie)

Für Lösungen ≤ 150.000 ng/ml:

Frisch zubereitete Flolanlösung (entweder als konzentrierte Lösung oder weiter verdünnte Lösung)

kann sofort angewendet werden oder für die Dauer von maximal 8 Tagen im Kühlschrank (2 bis 8 °C)

in einer Arznei-Kassette aufbewahrt und innerhalb von maximal

72 Stunden bei bis zu 25 °C oder

48 Stunden bei bis zu 30 °C oder

24 Stunden bei bis zu 35 °C oder

12 Stunden bei bis zu 40 °C

verwendet werden.

Für Lösungen > 150.000 ng/ml und ≤ 300.000 ng/ml:

Rekonstituierte Lösungen, die bis zu 7 Tage bei 2 bis 8 °C gelagert wurden, können bis zu 24 Stunden

bei 25 °C verabreicht werden.

Frisch hergestellte rekonstituierte Lösungen, oder Lösungen, die nicht länger als 5 Tage bei 2 bis 8 °C

gelagert wurden, können bis zu

48 Stunden bei bis zu 25 °C oder

24 Stunden bei bis zu 35 °C

verabreicht werden.

Jede unverbrauchte Lösung ist nach diesem Zeitraum zu verwerfen.

Nieren Dialyse

Sobald das Flolan Pulver aufgelöst und verdünnt wurde, kann jede nicht benötigte Lösung bei 25 °C

gelagert und innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Flolan enthält

Der Wirkstoff ist Epoprostenol Natrium. Flolan Injektionen sind in unterschiedlichen Stärken

verfügbar.

Jede Durchstechflasche enthält entweder:

0,5 mg Epoprostenol Natrium oder

1,5 mg Epoprostenol Natrium

Für weitere wichtige Informationen über Natrium siehe Abschnitt 2.

Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol, Glycin, Natriumchlorid, Natriumhydroxid und Wasser.

Wie Flolan aussieht und Inhalt der Packung

Injektion:

Flolan ist eine Injektionslösung, hergestellt aus Pulver und Lösungsmittel. Das Pulver ist weiß oder

grauweiß und die Lösung ist klar und farblos.

Es sind sechs Packungen von Flolan zur Verwendung bei der Behandlung von arteriellem

Lungenhochdruck erhältlich; der Inhalt jeder Packung umfasst:

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver und eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel, einen

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver und zwei Durchstechflaschen mit Lösungsmittel,

zwei Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver und eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel, einen

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver und zwei Durchstechflaschen mit Lösungsmittel,

zwei Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver.

Es ist nur eine Packung von Flolan zur Verwendung bei der Behandlung bei renaler Dialsyse

erhältlich, der Inhalt jeder Packung umfasst:

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver und eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel, einen

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

GlaxoSmithKline Pharma GmbH, Wien

Hersteller

GlaxoSmithKline Manufacturing S.p.A, Parma, Italien

Zulassungsnummern

Flolan 0,5 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung: 1-20059

Flolan 1,5 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung: 1-23932

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2021.

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Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Pulmonale arterielle Hypertonie

Es sind sechs Packungen zur Verwendung bei Behandlung pulmonaler arterieller Hypertonie

verfügbar:

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver, mit einer Durchstechflasche mit Lösungsmittel,

einem Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver, mit zwei Durchstechflaschen mit Lösungsmittel,

zwei Adaptern für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver, mit einer Durchstechflasche mit Lösungsmittel,

einem Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver, mit zwei Durchstechflaschen mit Lösungsmittel,

zwei Adaptern für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver.

Es werden nicht alle Packungsgrößen in allen Märkten in den Verkehr gebracht.

Anfänglich muss eine Packung, die das Lösungsmittel enthält, verwendet werden. Während der

Dauertherapie mit Flolan können Lösungen mit höheren Konzentrationen erforderlich sein. Die

Endkonzentration der Lösung kann durch Zufügen von weiteren 0,5 mg oder 1,5 mg

Durchstechflaschen gefriergetrocknetes Flolan erhöht werden.

Es dürfen nur Durchstechflaschen, die die gleiche Menge gefriergetrocknetes Flolan wie in der

Starterpackung enthalten, verwendet werden, um die Endkonzentration der Lösung zu erhöhen.

Mit Lösungsmittel (pH 11,7-12,3) hergestellte Epoprostenol Lösung darf nicht mit Zubereitungs- oder

Verabreichungsmaterialien verwendet werden, die Polyethylenterephthalat (PET) oder

glykolmodifiziertes Polyethylenterephthalat (PETG) enthalten. Basierend auf verfügbaren Daten von

internen Testungen und publizierter Literatur sind wahrscheinlich kompatible Zubereitungs- und

Verabreichungsmaterialien unter anderem:

Modifiziertes Acrylat

Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS)

Cyclo-Olefin-Polymere

Polyamide

Polyethersulfone

Polyethylene

Polyisoprene

Polyolefin

Polypropylene

Polytetrafluorethylene (PTFE)

Polyurethane

Polyvinylchlorid (PVC) (plastiziert mit Bis(2-ethylhexyl)-phthalat [DEHP])

Polyvinylidenfluorid (PVDF)

Silikon

Zur Verwendung geeignete ambulante Pumpen sind unter anderem:

CADD-Legacy 1

CADD-Legacy PLUS Pumpe

CADD-Solis VIP (variierbares Infusionsprofil)

hergestellt von Smiths Medical.

Kompatibles Pumpenzubehör ist unter anderem:

CADD Einwegmedikationskassettenbehälter 50 ml und 100 ml von Smiths Medical.

CADD Erweiterungsset mit 0,2 – Mikron Einbaufilter (CADD Erweiterungsset mit männlichem

Luer-Lock-Anschluss, Klemme, luftabscheidendem 0,2-Mikron-Filter und integriertem Anti-

Siphon-Ventil mit männlichem Luer-Lock-Anschluss) von Smiths Medical. Das

Erweiterungsset und der Einbaufilter müssen mindestens alle 48 Stunden ausgetauscht werden.

Rekonstitution:

Nur das mitgelieferte Lösungsmittel zur Rekonstitution verwenden.

Ungefähr 10 ml Lösungsmittel durch den Adapter für Durchstechflaschen* in eine sterile

Spritze aufziehen.

Die Spritze vom Adapter entfernen. Die Nadel an der Spritze anbringen, die 10 ml

Lösungsmittel in die Durchstechflasche mit Flolan Pulver injizieren und vorsichtig schütteln,

bis sich das Pulver gelöst hat.

Die so hergestellte Flolan-Lösung in die Spritze aufziehen, die Nadel entfernen, die Lösung

durch den Adapter* in das restliche Lösungsmittelvolumen zurückinjizieren und gründlich

mischen.

*Anstelle des Adapters für Durchstechflaschen kann alternativ eine Nadel verwendet werden.

Diese Lösung wird nun als konzentrierte Lösung bezeichnet und enthält entweder 10.000 (für die 0,5

mg Stärke) oder 30.000 Nanogramm pro ml Flolan (für die 1,5 mg Stärke). Nur konzentrierte

Lösungen sind zur weiteren Verdünnung vor der Anwendung geeignet. Verwenden Sie für jede

zusätzlich erforderliche sterile Durchstechflasche für Lösungsmittel einen neuen Adapter für

Durchstechflaschen. Wenn 0,5 mg oder 1,5 mg Flolan Pulver mit 50 ml Lösungsmittel rekonstituiert

ist, hat die fertige Injektion einen pH-Wert von ungefähr 12 und der Natriumionengehalt liegt bei

ungefähr 73 mg.

Verdünnung:

Flolan kann entweder als konzentrierte Lösung oder in verdünnter Form zur Behandlung pulmonaler

arterieller Hypertonie verwendet werden. Nur konzentrierte Lösungen sind zur weiteren Verdünnung

mit dem sterilen Lösungsmittel vor der Anwendung geeignet. Nur das mitgelieferte Lösungsmittel darf

zur weiteren Verdünnung des rekonstituierten Flolans verwendet werden, unter Verwendung eines

neuen Adapters für Durchstechflaschen für jede zusätzlich erforderliche Durchstechflasche mit

sterilem Lösungsmittel.

Die 0,9 % Natriumchloridlösung darf nicht verwendet werden, wenn Flolan zur Behandlung

pulmonaler arterieller Hypertonie verwendet wird, da der notwendige pH-Wert nicht beibehalten wird.

Flolan Lösungen sind bei niedrigem pH-Wert weniger stabil.

Epoprostenol darf bei pulmonaler arterieller Hypertonie nicht mit anderen parenteralen

Lösungsmitteln oder Arzneimitteln angewendet werden.

Die finale an den Patienten zu verabreichende Lösung muss durch einen 0,22 oder 0,20 Mikrofilter

gefiltert werden. Die Verwendung eines Einbaufilters als Teil des Infusionssets während der

Verabreichung ist zu bevorzugen. Sollte eine Filtration mittels Einbaufilter nicht möglich sein, muss

alternativ die gebrauchsfertige Lösung (entweder als konzentrierte oder weiter verdünnte Lösung) vor

der Aufbewahrung in der Medikationskassette durch den beigelegten sterilen 0,22 Mikron Einbaufilter

gefiltert werden. Dafür wird starker, aber nicht übermäßiger Druck angewendet; die typische Zeit, die

zur Filtration von 50 ml Lösung benötigt wird, ist 70 Sekunden.

Wenn während der Verabreichung ein Einbaufilterr verwendet wurde, muss er nach Austausch des

Infusionssets verworfen werden.

Wenn statt dessen während der Zubereitung ein Spritzenfilter verwendet wurde, darf das

Spritzenfilterset nur einmal während der Zubereitung verwendet werden und ist danach zu verwerfen.

Häufig verwendete Konzentrationen zur Behandlung pulmonaler arterieller Hypertonie sind wie folgt:

5.000 Nanogramm/ml – eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Flolan rekonstituiert und verdünnt

mit Lösungsmittel auf ein Gesamtvolumen von 100 ml

10.000 Nanogramm/ml – zwei Durchstechflaschen mit je 0,5 mg Flolan rekonstituiert und

verdünnt mit Lösungsmittel auf ein Gesamtvolumen von 100 ml

15.000 Nanogramm/ml – eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Flolan rekonstituiert und verdünnt

mit Lösungsmittel auf ein Gesamtvolumen von 100 ml

30.000 Nanogramm/ml – zwei Durchstechflaschen mit 1,5 mg Flolan rekonstituiert und

verdünnt mit Lösungsmittel auf ein Gesamtvolumen von 100 ml

Berechnung der Infusionsgeschwindigkeit:

Die Infusionsrate kann mit folgender Formel berechnet werden:

Infusionsrate =

Dosis (Nanogramm /kg/min) x Körpergewicht (kg)

(ml/min)

Konzentration der Lösung (Nanogramm/ml)

Infusionsrate (ml/h) = Infusionsrate (ml/min) x 60

Höhere Infusionsraten und daher höher konzentrierte Lösungen können bei der Langzeitverabreichung

von Flolan notwendig sein.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Trocken aufbewahren.

Nicht einfrieren.

Für weitere Informationen zur Stabilität nach der Rekonstitution siehe Abschnitt 5 (Wie ist Flolan

aufzubewahren?)

Das Lösungsmittel enthält keine Konservierungsmittel, daher sollte die Durchstechflasche nur einmal

verwendet und danach verworfen werden.

Renale Dialyse

Es gibt nur eine Packung zur Anwendung bei Renaler Dialyse:

Eine Durchstechflasche mit 0,5 mg Pulver und eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel, ein

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Mit sterilem Lösungsmittel (pH 12) hergestellte Epoprostenol Lösung darf nicht mit Zubereitungs-

oder Verabreichungsmaterialien verwendet werden, die PET oder PETG (siehe Abschnitt 6.2)

enthalten. Basierend auf verfügbaren Daten von internen Testungen und publizierter Literatur sind

wahrscheinlich kompatible Zubereitungs- und Verabreichungsmaterialien unter anderem:

Modifiziertes Acrylat

Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS)

Cyclo-Olefin-Polymere

Polyamide

Polyethersulfone

Polyethylene

Polyisoprene

Polyolefin

Polypropylene

Polytetrafluorethylene (PTFE)

Polyurethane

Polyvinylchlorid (PVC) (plastiziert mit Bis(2-ethylhexyl)-phthalat [DEHP])

Polyvinylidenfluorid (PVDF)

Silikon

Rekonstitution:

Nur das mitgelieferte Lösungsmittel zur Rekonstitution verwenden.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Flolan 1,5 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Epoprostenol 1,5 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung:

Jede Durchstechflasche enthält Epoprostenol Natrium entsprechend 1,5 mg Epoprostenol.

Ein ml der rekonstituierten konzentrierten Lösung enthält 30.000 Nanogramm Epoprostenol (als

Epoprostenol Natrium) (1,5 mg Epoprostenol in 50 ml Lösungsmittel).

Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Die Menge an Natrium in der rekonstituierten konzentrierten Lösung entspricht ungefähr 73 mg.

Die Menge an Natrium im Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung entspricht ungefähr 3 mg pro

Durchstechflasche.

Die Menge an Natrium im Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung entspricht

ungefähr 70 mg pro Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.

Weißes oder gebrochen weißes gefriergetrocknetes Pulver

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung

Klare, farblose Lösung (pH 11,7-12,3)

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Flolan wird angewendet für:

Pulmonale arterielle Hypertonie

Flolan ist indiziert zur Behandlung pulmonaler arterielle Hypertonie (PAH) (idiopathische oder

vererbbare PAH und mit Bindegewebserkrankungen assoziierte PAH) bei Patienten mit Symptomen

der WHO Funktionsklasse III-IV zur Verbesserung der körperlichen Belastungsfähigkeit (siehe

Abschnitt 5.1).

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Epoprostenol ist nur indiziert zur intravenösen Dauerinfusion.

Die Behandlung darf nur von einem Arzt begonnen und überwacht werden, der in der Behandlung

pulmonaler arterieller Hypertonie erfahren ist.

Kurzzeitdosierung (Akutdosierung):

Dieses Verfahren soll in einem Krankenhaus mit entsprechender Reanimationsausrüstung

durchgeführt werden.

Das Verfahren der Kurzzeitdosierung, verabreicht entweder über einen peripheren oder zentralen

Venenkatheter, wird für die Bestimmung der Langzeit-Infusionsrate benötigt. Die Infusionsrate wird

mit 2 Nanogramm/kg/min begonnen und dann in Schritten von 2 Nanogramm/kg/min alle 15 min oder

länger erhöht bis der maximale hämodynamische Nutzen erreicht wird oder bis dosislimitierende

pharmakologische Effekte auftreten.

Wenn die anfängliche Infusionsrate von 2 Nanogramm/kg/min nicht vertragen wird, soll eine

niedrigere, für den Patienten besser verträgliche Dosierung, ermittelt werden.

Langzeit-Dauerinfusion:

Die Langzeit-Dauerinfusion von Flolan soll über einen zentralen Venenkatheter erfolgen. Kurzzeitige

periphere i.v. Infusionen können angewendet werden, bis der zentrale Zugang gelegt ist.

Langzeitinfusionen sollen mit Dosierungen begonnen werden, die um 4 Nanogramm/kg/min unterhalb

der maximal verträglichen Infusionsrate liegen, die durch die Kurzzeitdosierung ermittelt wurde.

Wenn die maximal tolerierte Infusionsrate unter 5 Nanogramm/kg/min liegt, soll die Langzeitinfusion

mit 1 Nanogramm/kg/min begonnen werden.

Dosisanpassung:

Die Änderungen der Langzeitinfusionsrate sollen aufgrund des Fortbestehens, des Wiederauftretens

oder der Verschlechterung der Symptome von pulmonaler arterieller Hypertonie beim Patienten oder

aufgrund des Auftretens von unerwünschten Reaktionen in Folge von zu hohen Dosen von Flolan

vorgenommen werden.

Im Allgemeinen wird erwartet, dass im Laufe der Zeit eine Erhöhung der anfänglichen Langzeitdosis

notwendig ist. Eine Dosiserhöhung soll in Betracht gezogen werden, wenn die Symptome pulmonaler

arterieller Hypotonie weiterbestehen oder nach Besserung erneut auftreten. Die Infusionsrate soll in

Schritten von 1 bis 2 Nanogramm/kg/min in solchen Zeitabständen erhöht werden, die für eine

Beurteilung des klinischen Ansprechens ausreichen; diese Zeitabstände sollten mindestens 15 min

betragen. Nach Festsetzen der neuen Infusionsrate sollte der Patient beobachtet werden, der Blutdruck

in aufrechter Position und liegend sowie die Herzfrequenz für einige Stunden überwacht werden, um

die Verträglichkeit der neuen Dosis sicherzustellen.

Während der Langzeitinfusion kann das Auftreten dosisbezogener pharmakologischer Effekte ähnlich

jener während der Bestimmung der Infusionsrate eine Verringerung der Infusionsrate erfordern,

jedoch können unerwünschte Reaktionen fallweise ohne Dosisanpassung abklingen. Eine

Dosisreduktion soll in Schritten zu 2 Nanogramm/kg/min und alle 15 Minuten oder länger erfolgen bis

die dosislimitierenden Effekte abklingen. Ein plötzliches Absetzen von Flolan oder eine plötzliche,

starke Reduktion der Infusionsrate sollen aufgrund des potentiell tödlichen Reboundeffekts (siehe

Abschnitt 4.4) vermieden werden. Außer in lebensbedrohenden Situationen (z.B. bei Bewusstlosigkeit,

Kollaps etc.) darf die Infusionsrate von Flolan nur nach Anordnung eines Arztes angepasst werden.

Ältere Patienten

Es gibt keine ausreichenden Daten für die Anwendung von Flolan bei pulmonaler arterieller

Hypertonie bei Patienten über 65 Jahre. Im Allgemeinen muss bei älteren Patienten die Dosiswahl

sorgfältig erfolgen, unter Berücksichtigung einer größeren Häufigkeit abnehmender hepatischer,

renaler oder kardialer Funktion und der Begleiterkrankungen oder anderer Arzneimitteltherapien.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Epoprostenol bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nicht

erwiesen.

Art der Anwendung

Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. vor der Anwendung des Arzneimittels

Frisch hergestellte Infusionslösungen (entweder als konzentrierte Lösung oder weiter verdünnte

Lösung) können sofort verabreicht oder vor Anwendung bis zu 8 Tage bei 2 °C bis 8 °C gelagert

werden. Nach dieser Herstellung bzw Lagerung soll die Infusionslösung innerhalb von 72 Stunden bei

bis zu 25 °C oder 48 Stunden bei bis zu 30 °C oder 24 Stunden bei bis zu 35 °C oder 12 Stunden bei

bis zu 40 °C verwendet werden.

Die mit Lösungsmittel (pH 11,7-12,3) hergestellte Epoprostenol Lösung darf nicht mit Zubereitungs-

oder Verabreichungsmaterialien verwendet werden, die Polyethylenterephthalat (PET) oder

glykolmodifiziertes Polyethylenterephthalat (PETG, siehe Abschnitt 6.2 und 6.6) enthalten.

Die rekonstituierte Lösung muss vor der Verabreichung überprüft werden. Bei Verfärbung oder in

Gegenwart von Partikeln ist die Anwendung verboten.

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt

6.6.

Epoprostenol darf nicht als Bolusinjektion verabreicht werden.

Gegenanzeigen

Flolan ist kontraindiziert bei Patienten:

mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

mit Herzinsuffizienz, die durch eine schwere linksventrikuläre Dysfunktion verursacht wird.

Flolan darf nicht dauerhaft bei Patienten angewendet werden, die während der

Dosisbestimmung ein Lungenödem entwickelt haben.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Aufgrund des hohen pH-Werts der fertigen Infusionslösung muss darauf geachtet werden, eine

Extravasation während der Verabreichung und damit das Risiko von Gewebeschäden zu vermeiden.

Flolan ist ein starker pulmonaler und systemischer Vasodilatator. Die während der Infusion

auftretenden kardiovaskulären Wirkungen klingen innerhalb von 30 Minuten nach Ende der

Verabreichung ab.

Flolan ist ein starker Inhibitor der Thrombozytenaggregation. Deshalb sollte das erhöhte Risiko für

hämorrhagische Komplikationen in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten mit anderen

Risikofaktoren für Blutungen (siehe Abschnitt 4.5).

Bei starkem Blutdruckabfall während der Verabreichung von Flolan muss die Dosis verringert oder

die Infusion abgebrochen werden. Bei Überdosierung kann der Blutdruckabfall massiv sein und bis

zur Bewusstlosigkeit führen (siehe Abschnitt 4.9).

Blutdruck und Herzfrequenz sollten während der Verabreichung von Flolan überwacht werden.

Flolan kann die Herzfrequenz sowohl verringern als auch erhöhen. Es wird vermutet, dass diese

Änderung sowohl von der basalen Herzfrequenz als auch von der Konzentration des verabreichten

Flolan abhängt.

Die Wirkungen von Flolan auf die Herzfrequenz können durch die gleichzeitige Anwendung von

Arzneimitteln, welche die kardiovaskulären Reflexe beeinflussen, überlagert werden.

Äußerste Vorsicht ist bei Patienten mit koronar arterieller Erkrankung angebracht.

Es wurde über erhöhte Serum – Glukosespiegel berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Das Lösungsmittel enthält keine Konservierungsmittel, daher sollte die Durchstechflasche nur einmal

verwendet und danach verworfen werden.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält Natrium. Dies sollte bei Patienten unter kontrollierter Natriumdiät

beachtet werden.

Die Menge an Natrium in der rekonstituierten konzentrierten Lösung entspricht ungefähr 73 mg,

entsprechend ungefähr 4% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Die Menge an Natrium im Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung entspricht ungefähr 3 mg pro

Durchstechflasche, entsprechend ungefähr 0,2% der von der WHO für einen Erwachsenen

empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Die Menge an Natrium im Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung entspricht

ungefähr 70 mg pro Durchstechflasche, entsprechend ungefähr 4% der von der WHO für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Bei einigen Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie traten während der Dosistitration

pulmonale Ödeme auf, welche mit einer pulmonal-venösen Verschlusserkrankung assoziiert sein

können. Flolan darf nicht dauerhaft bei Patienten, die während der Dosisanpassung pulmonale Ödeme

entwickeln, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Ein plötzliches Absetzen oder Unterbrechung der Infusion muss vermieden werden, außer in

lebensbedrohlichen Situationen. Eine abrupte Unterbrechung der Therapie kann ein Wiederauftreten

der pulmonalen arteriellen Hypertonie verursachen, was zu Schwindel, Asthenie, verstärkter Dyspnoe

oder Tod führen kann (siehe Abschnitt 4.2).

Flolan wird als Dauerinfusion mittels einer kleinen portablen Infusionspumpe über einen permanenten

Zentralvenenkatheter verabreicht. Daher erfordert die Therapie mit Flolan die Bereitschaft des

Patienten zur sterilen Rekonstitution und Verabreichung des Arzneimittels, einen sorgfältigen Umgang

mit dem zentralvenösen Dauerkatheter sowie den Zugang zur intensiven und fortlaufenden

Patientenschulung.

Sterile Techniken müssen bei der Zubereitung des Arzneimittels und der Pflege des Katheters

eingehalten werden. Sogar kurze Unterbrechungen der Flolanzufuhr können zu einer raschen

Verschlechterung der Symptomatik führen. Die Entscheidung, Flolan bei pulmonaler arterieller

Hypertonie zu verabreichen, muss auf dem Verständnis des Patienten basieren, dass sich die Therapie

mit Flolan mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen langen Zeitraum, möglicherweise über Jahre

erstrecken wird und der Fähigkeit des Patienten, einen permanenten i.v. Katheter sowie eine

Infusionspumpe zu akzeptieren und muss sorgfältig überlegt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wenn Flolan Patienten verabreicht wird, die gleichzeitig Antikoagulantien erhalten, ist die

standardmäßige Überwachung der Antikoagulation ratsam.

Die gefäßerweiternde Wirkung von Flolan kann oder wird durch die gleichzeitige Verabreichung

anderer Vasodilatoren verstärkt.

Wie bei anderen Prostaglandin-Analoga kann Flolan die thrombolytische Wirkung des

Gewebeplasminogenaktivators (t-PA) durch Erhöhung der hepatischen Clearance von t-PA verringern.

Wenn NSARs oder andere Arzneimittel, welche die Thrombozytenaggregation beeinflussen,

gleichzeitig angewendet werden, kann Flolan das Risiko einer Blutung erhöhen.

Patienten unter Digoxin können erhöhte Digoxinkonzentrationen nach Beginn der Flolantherapie

zeigen. Obwohl dies vorübergehend ist, kann es bei Patienten, die für eine Digoxin-Toxizität anfällig

sind, klinische Signifikanz erlangen.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Epoprostenol bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

In Abwesenheit alternativer Arzneimittel kann Epoprostenol bei Frauen angewendet werden, die sich

für das Fortführen der Schwangerschaft entschieden haben, trotz des bekannten Risikos der

pulmonalen arteriellen Hypertension während der Schwangerschaft.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Epoprostenol oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein

Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlung

mit Flolan unterbrochen werden.

Fertilität

Es gibt keine Daten zur Wirkung von Epoprostenol auf die Fertilität beim Menschen.

Reproduktionsstudien an Tieren haben keine Wirkung auf die Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Pulmonale arterielle Hypertonie und ihre Behandlung kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinflussen.

Nebenwirkungen

Die unten angeführten Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen und Häufigkeit geordnet. Die

Häufigkeit ist wie folgt definiert: sehr häufig ≥ 1/10 (≥ 10 %), häufig ≥ 1/100 und < 1/10 (≥ 1 % und <

10 %), gelegentlich ≥ 1/1.000 und < 1/100 (≥ 0,1 % und < 1 %), selten ≥ 1/10.000 und < 1/1.000 (≥

0,01 % und < 0,1 %) und sehr selten <1/10.000 (< 0,01 %), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage

der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Sepsis, Septikämie (hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Verabreichungssystem

für Flolan)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig

Verringerung der Thrombozytenzahl, Blutungen an verschiedenen Stellen (z.B.:

pulmonal, gastrointestinal, Nasenbluten, intrakranial, postprozedural, retroperitoneal)

Nicht bekannt

Splenomegalie, Hypersplenismus

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten

Hyperthyreose

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Ängstlichkeit, Nervosität

Sehr selten

Agitation

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Kopfschmerzen

Herzerkrankungen

Häufig

Tachykardie

, Bradykardie

Nicht bekannt

High-Output Herzinsuffizienz

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig

Gesichtsröte (auch bei anästhesierten Patienten)

Häufig

Hypotonie

Sehr selten

Blässe

Nicht bekannt

Aszites

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums

Nicht bekannt

Lungenödem

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Häufig

Darmkolik, manchmal berichtet als Bauchbeschwerden

Gelegentlich

Trockener Mund

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautausschlag

Gelegentlich

Schwitzen

Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig

Kieferschmerzen

Häufig

Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig

Schmerzen (unspezifisch)

Häufig

Schmerzen an der Injektionsstelle

, Brustschmerzen

Selten

Lokale Infektionen

Sehr selten

Erythem an der Injektionsstelle

, Okklusion des langen i.v. Katheters

, Müdigkeit,

Brustenge

Untersuchungen

Nicht bekannt

erhöhter Serumglukose – Spiegel

* assoziiert mit dem Verabreichungssystem für Flolan

1 Es wurden Katheter-bedingte Infektionen durch Organismen berichtet, die nicht immer als pathogen angesehen wurden

(einschließlich Micrococcus).

2 Es wurde über Tachykardie berichtet infolge von Flolan bei Dosen bis zu 5 Nanogramm/kg/min.

3 Bradykardie („Vagusreflex“), manchmal begleitet von orthostatischer Hypotonie, trat bei gesunden Freiwilligen bei

Dosierungen von Flolan von mehr als 5 Nanogramm/kg/min auf. Bradykardie, verbunden mit einem beträchtlichen Abfall des

systolischen und diastolischen Blutdrucks, folgte nach einer i.v. Gabe von 30 Nanogramm/kg/min an gesunden Freiwilligen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Überdosierung

Das Hauptsymptom bei Überdosierung ist vermutlich Hypotonie.

Im Allgemeinen führt eine Überdosierung von Flolan zu gesteigerten pharmakologischen Effekten des

Arzneimittels (z.B. Hypotonie und Komplikationen einer Hypotonie).

Bei Auftreten einer Überdosierung ist die Dosis zu verringern oder die Infusion zu unterbrechen und

nach Bedarf geeignete unterstützende Maßnahmen einzuleiten z.B. Plasmavolumen - Expansion

und/oder Anpassung des Pumpendurchflusses.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel; Thrombozytenaggregationshemmer

ausgenommen Heparin, ATC-Code: B01AC09

Wirkmechanismus

Epoprostenol Natrium, das Mononatriumsalz von Epoprostenol, ist ein natürlich vorkommendes

Prostaglandin, das in der Intima der Blutgefäße gebildet wird. Epoprostenol ist der stärkste bekannte

Hemmer der Thrombozytenaggregation. Es ist auch ein starker Vasodilator.

Viele Wirkungen von Epoprostenol beruhen auf der Stimulierung der Adenylatcyklase, die zu einem

erhöhten intrazellulären Cyclo-Adenosin 3‘5‘ Monophosphat (cAMP) Spiegel führt. Eine sequentielle

Stimulierung der Adenylatcyclase gefolgt von der Aktivierung der Phosphodiesterase wurde bei

humanen Thrombozyten beschrieben. Erhöhte cAMP Spiegel regulieren die intrazelluläre

Kalziumkonzentration durch Stimulierung des Kalziumabtransports und so wird die

Thrombozytenaggregation letztendlich durch die Reduktion des zytoplasmatischen Kalziums

gehemmt, wodurch sich die Form der Thrombozyten ändert und wovon die Aggregation und die

Ablösungsvorgänge abhängen.

Pharmakodynamische Wirkungen

Eine Infusion von 4 Nanogramm/kg/min über 30 Minuten hat keine signifikante Wirkung auf

Herzfrequenz oder Blutdruck gezeigt, obwohl bei diesem Spiegel Gesichtsröte auftreten kann.

Intravenöse Infusionen von Epoprostenol von bis zu 15 Minuten zeigten einen dosisabhängigen

Anstieg des Herzindex (CI) und Herzschlagvolumens (SV) sowie eine dosisabhängige Abnahme des

pulmonalen vaskulären Widerstands (PVR), des totalen peripheren Widerstands (TPR) und des

mittleren systemischen arteriellen Blutdrucks (SAPm). Die Wirkungen von Epoprostenol auf den

mittleren pulmonalarteriellen Blutdruck (PAPm) bei Patienten mit PAH waren variabel und

geringfügig.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In 2 prospektiven, offenen, randomisierten Studien mit einer Dauer von 8 (N=25) und 12 Wochen

(N=81) wurden kontinuierliche Dauerinfusionen von Epoprostenol bei Patienten mit idiophatischer

oder vererbbarer PAH untersucht, wobei Epoprostenol plus konventionelle Therapie mit

konventioneller Therapie allein verglichen wurde. Die konventionelle Therapie war bei Patienten

unterschiedlich und beinhaltete einige oder alle der folgenden Therapien: Antikoagulantien bei fast

allen Patienten; orale Vasodilatoren, Diuretika, Digoxin bei der Hälfte bis zweidrittel der Patienten;

zusätzlicher Sauerstoff bei ungefähr der Hälfte der Patienten. Bis auf 2 Patienten mit New York Heart

Association (NYHA) Funktionsklasse II, gehörten alle Patienten entweder der Funktionsklasse III

oder IV an. Da die Ergebnisse dieser 2 Studien ähnlich waren, werden die gepoolten Ergebnisse

beschrieben. Die kombinierten mittleren Ausgangswerte des 6 Minuten Gehtests lagen in der

konventionellen Therapiegruppe bei 266 Meter und in der Gruppe Epoprostenol plus konventionelle

Therapie bei 301 Meter.

Die Verbesserungen vom Ausgangswert für Herzindex (0,33 vs. -0,12 l/min/m

), Herzschlagvolumen

(6,01 vs. -1,32 ml/Herzschlag), arterielle Sauerstoffsättigung (1.62 vs. -0,85 %), mittlerer

pulmonalarterieller Druck (-5,39 vs. 1,45 mm Hg), mittlerer rechtsatrialer Druck (-2,26 vs. 0,59 mm

Hg), pulmonaler Gesamtwiderstand (-4,52 vs. 1,41 Wood U), pulmonalvaskulärer Widerstand (-3,60

vs. 1,27 Wood U) und systemischer vaskulärer Widerstand (-4,31 vs. 0,18 Wood U) waren statistisch

signifikant zwischen Patienten, die Epoprostenol dauerhaft erhielten und jenen, die es nicht erhielten.

Der mittlere systemische arterielle Druck unterschied sich statistisch nicht signifikant zwischen beiden

Gruppen (-4,33 vs. -3,05 mm Hg). Diese hämodynamischen Verbesserungen scheinen zu bestehen,

wenn Epoprostenol für mindestens 36 Monate in einer offenen, nicht randomisierten Studie

verabreicht wurde.

Es wurde eine statistisch signifikante Verbesserung der Belastungsfähigkeit (p=0,001) beobachtet, wie

mit 6MWT bei Patienten gemessen, die Epoprostenol dauerhaft intravenös zusammen mit

konventioneller Therapie (N=52) für 8 oder 12 Wochen erhielten, verglichen mit jenen, die die

konventionelle Therapie allein (N=54) erhielten (kombinierte Veränderungen der Woche 8 und 12

vom Ausgangswert –Median: 49 vs. -4 Meter; Mittelwert: 55 vs. -4 Meter). Verbesserungen waren

bereits während der ersten Therapiewoche sichtbar. Am Ende des Behandlungszeitraums in der 12

Wochen Studie, war das Überleben für Patienten in der NYHA Funktionsklasse III und IV verbessert.

Acht von 40 (20 %) Patienten, die nur konventionelle Therapie erhielten, verstarben, während keiner

der 41 Patienten, die Epoprostenol erhielten, verstarb (p=0,003).

Kontinuierliche Dauerinfusionen von Epoprostenol bei Patienten mit PAH/SSD wurden in einer

offenen, prospektiven, randomisierten, zwölfwöchigen Studie untersucht, in der Epoprostenol plus

konventioneller Therapie (N=56) mit konventioneller Therapie allein (N=55) verglichen wurde.

Ausgenommen 5 NYHA Funktionsklasse II Patienten gehörten alle Patienten entweder der

Funktionsklasse III oder IV an. Konventionelle Therapie variierte bei den Patienten und schloss einige

oder alle der folgenden Therapien ein: Antikoagulantien bei fast allen Patienten, zusätzlicher

Sauerstoff und Diuretika bei zwei Drittel der Patienten, orale Vasodilatoren bei 40 % der Patienten

und Digoxin bei einem Drittel der Patienten. Der primäre Wirkungsendpunkt dieser Studie war die

Verbesserung des 6MWT. Der mittlere Ausgangswert lag bei der konventionellen Therapiegruppe bei

240 Metern und bei der Epoprostenol plus konventionelle Therapiegruppe bei 270 Metern. Ein

statistisch signifikanter Anstieg in der CI und eine statistisch signifikante Verringerung der PAPm,

RAPm, PVR und SAPm nach 12 Behandlungswochen wurde bei Patienten beobachtet, die

Epoprostenol dauerhaft erhielten, verglichen mit jenen, die es nicht erhielten.

Über 12 Wochen wurde ein statistischer Unterschied (p<0,001) in der Veränderung vom

Ausgangswert im 6MWT in der Gruppe, die Epoprostenol und konventionelle Therapie erhielt,

verglichen zur Gruppe, die konventionelle Therapie allein erhielt, beobachtet (Median: 63,5 vs. -36,0

Meter; Mittelwert: 42,9 vs. -40,7 Meter).

Verbesserungen waren bei manchen Patienten am Ende der ersten Therapiewoche ersichtlich. Ein

Anstieg der Belastungsfähigkeit wurde begleitet von der statistisch signifikanten Verbesserung der

Dyspnoe gemessen mit dem Borg Dyspnoe Index. Bei Woche 12 verbesserte sich die NYHA

Funktionsklasse bei 21 von 51 (41 %) Patienten, die mit Epoprostenol behandelt wurden, verglichen

zu keiner Verbesserung der 48 Patienten, die nur mit konventioneller Therapie behandelt wurden.

Jedoch zeigten mehr Patienten in beiden Behandlungsgruppen (28/51 [55 %] unter Epoprostenol und

35/48 [73 %] unter konventioneller Therapie allein) keine Änderung der Funktionsklasse und 2/51 (4

%) unter Epoprostenol und 13/48 (27 %) unter konventioneller Therapie allein zeigten eine

Verschlechterung.

Es wurde kein statistischer Unterschied im Überleben über 12 Wochen bei PAH/SSD Patienten

beobachtet, die mit Epoprostenol behandelt wurden, verglichen mit jenen, die die konventionelle

Therapie allein erhielten. Am Ende des Behandlungszeitraums verstarben 4 von 56 (7 %) Patienten,

die Epoprostenol erhielten, während 5 von 55 (9 %) Patienten, die konventionelle Therapie allein

erhielten, verstarben.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Aufgrund der chemischen Instabilität, der hohen Wirksamkeit und der kurzen Halbwertzeit von

Epoprostenol, konnte kein präziser Test gefunden werden, der zur Quantifizierung von Epoprostenol

in biologischen Flüssigkeiten geeignet wäre.

Intravenös verabreichtes Epoprostenol verteilt sich schnell zwischen Blut und Gewebe.

Beim normalen physiologischen pH-Wert und Körpertemperatur, zerfällt Epoprostenol spontan zu 6-

Oxo-Prostaglandin F

alpha, obwohl es auch einen gewissen enzymatischen Abbau zu anderen

Produkten gibt.

Nach der Gabe von radioaktiv markierten Epoprostenol beim Menschen, wurden mindestens 16

Metaboliten gefunden, von denen 10 strukturell identifiziert wurden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Prostaglandinen, wird Epoprostenol während der Passage durch den

Pulmonalkreislauf nicht metabolisiert.

Es wird angenommen, dass Halbwertszeit des spontanen Zerfalls zu 6-Oxo-Prostaglandin F

alpha

beim Menschen nicht mehr als 6 Minuten beträgt und auch nur 2 bis 3 Minuten betragen kann, wie

aufgrund von

in vitro

Abbauraten von Epoprostenol im menschlichen Blut geschätzt worden ist.

Nach Gabe von radioaktiv markierten Epoprostenol beim Menschen betrugen die renale Recovery der

Radioaktivität 82 % und die biliäre Recovery 4 %.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, Reproduktions und Entwicklungtoxizität lassen die präklinischen Daten keine

besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Es wurden keine Langzeitstudien zur

Kanzerogenität von Epoprostenol an Tieren durchgeführt.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

Mannitol

Glycin

Natriumchlorid

Natriumhydroxid (zur pH Einstellung)

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung:

Glycin

Natriumchlorid

Natriumhydroxid (zur pH Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Zubereitungs- oder Verabreichungsmaterialien, die PET oder PETG enthalten, können bei der

Verwendung mit Epoprostenol Lösung, zubereitet mit Lösungsmittel (pH 11,7 – 12,3), beschädigt

werden und dürfen daher nicht verwendet werden (siehe Abschnitt 6.6).

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflaschen

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

3 Jahre

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung:

36 Monate

Stabilität während der Verabreichung

Für Lösungen ≤ 150.000 ng/ml:

Frisch hergestellte Infusionslösungen (entweder als konzentrierte Lösung oder weiter verdünnte

Lösung) können sofort verabreicht oder vor Anwendung bis zu 8 Tage bei 2 °C bis 8 °C gelagert

werden. Nach dieser Herstellung bzw. Lagerung soll die Infusionslösung innerhalb von

72 Stunden bei bis zu 25 °C oder

48 Stunden bei bis zu 30 °C oder

24 Stunden bei bis zu 35 °C oder

12 Stunden bis zu 40 °C

verwendet werden.

Jede unverbrauchte Lösung ist nach diesem Zeitraum zu verwerfen.

Für Lösungen > 150.000 ng/ml und ≤ 300.000 ng/ml:

Rekonstituierte Lösungen, die bis zu 7 Tage bei 2 bis 8 °C gelagert wurden, können bis zu 24 Stunden

bei 25 °C verabreicht werden.

Frisch hergestellte rekonstituierte Lösungen, oder Lösungen, die nicht länger als 5 Tage bei 2 bis 8 °C

gelagert wurden, können bis zu

48 Stunden bei bis zu 25 °C

24 Stunden bei bis zu 35 °C

verabreicht werden.

Jede unverbrauchte Lösung ist nach diesem Zeitraum zu verwerfen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

Durchstechflaschen nicht über 25 °C lagern. Vor Licht schützen. Trocken aufbewahren. Nicht

einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren.

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung:

Durchstechflaschen nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren. Vor Licht schützen. In der

Originalverpackung aufbewahren.

Das Lösungsmittel enthält kein Konservierungsmittel; daher soll die Durchstechflasche nur einmal

verwendet und danach verworfen werden.

Für Lagerungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt

6.3.

Art und Inhalt des Behältnisses

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

Klare (Typ 1) Glasdurchstechflasche mit synthetischem Butylgummistoppel und einer

Aluminiumkappe mit einem Abrisseinsatz.

Lösungsmittel zur Herstellung einer parenteralen Lösung

Klare Plastikdurchstechflasche mit synthetischem Butylgummistoppel und äußerer Aluminiumkappe

mit einem violetten Plastikklappdeckel.

Adapter für Durchstechflaschen:

Ein Polycarbonat-Adapter mit PTFE-Filter und Silikondorn

Packungsgrößen:

Es sind drei Darreichungsformen mit 1,5 mg zur Verwendung bei Behandlung pulmonaler arterieller

Hypertonie verfügbar:

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver und eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel, ein

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver und zwei Durchstechflaschen mit Lösungsmittel, zwei

Adapter für Durchstechflaschen und eine Filtereinheit.

Eine Durchstechflasche mit 1,5 mg Pulver.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

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