Fingolimod Genericon 0,5 mg Hartkapseln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-01-2022

Fachinformation Fachinformation (SPC)

20-09-2014

Wirkstoff:
FINGOLIMODHYDROCHLORID
Verfügbar ab:
Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H.
ATC-Code:
L04AA27
INN (Internationale Bezeichnung):
FINGOLIMOD hydrochloride
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
140844
Berechtigungsdatum:
2021-09-29

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Fingolimod Genericon 0,5 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Fingolimod

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Fingolimod Genericon und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Fingolimod Genericon beachten?

Wie ist Fingolimod Genericon einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Fingolimod Genericon aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Fingolimod Genericon und wofür wird es angewendet?

Was ist Fingolimod Genericon?

Fingolimod Genericon enthält den Wirkstoff Fingolimod.

Wofür wird Fingolimod Genericon angewendet?

Fingolimod Genericon wird zur Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose (MS)

bei Erwachsenen und bei Kindern und Jugendlichen (ab einem Alter von 10 Jahren) angewendet, und

zwar bei:

Patienten, die auf andere MS-Behandlungen nicht ansprechen.

oder

Patienten, die an einer schnell fortschreitenden schweren Form der MS leiden.

Fingolimod Genericon kann MS nicht heilen, es hilft jedoch, die Anzahl der Schübe zu verringern und

die Verschlechterung der durch MS hervorgerufenen körperlichen Behinderung zu verzögern.

Was ist Multiple Sklerose?

MS ist eine chronische Erkrankung, die das Zentralnervensystem (ZNS), bestehend aus dem Gehirn

und dem Rückenmark, beeinträchtigt. Bei MS zerstört eine Entzündung die schützende Hülle (das

sogenannte Myelin) der Nervenfasern im ZNS, wodurch die Nerven nicht mehr richtig funktionieren.

Dieser Vorgang wird als Demyelinisierung bezeichnet.

Die schubförmig-remittierend verlaufende MS ist durch wiederholt auftretende Schübe von

neurologischen Symptomen gekennzeichnet, die Anzeichen einer Entzündung innerhalb des ZNS sind.

Die Symptome sind von Patient zu Patient verschieden, typisch sind jedoch Probleme beim Gehen,

Taubheitsgefühl, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen. Die bei einem Schub auftretenden Beschwerden

können vollständig verschwinden, sobald der Schub vorüber ist, einige Beschwerden können jedoch

bestehen bleiben.

Wie wirkt Fingolimod Genericon?

Fingolimod Genericon hilft, das ZNS gegen Angriffe des Immunsystems zu schützen, indem es

bestimmte weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) daran hindert, sich frei im Körper zu bewegen, und

diese vom Gehirn und vom Rückenmark fernhält. Auf diese Weise wird die durch MS verursachte

Nervenschädigung begrenzt. Fingolimod Genericon reduziert auch einige der Immunreaktionen im

Körper.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Fingolimod Genericon beachten?

Fingolimod Genericon darf nicht eingenommen werden,

wenn Ihre

Immunabwehr geschwächt

ist (durch ein Immunschwächesyndrom, eine

Erkrankung oder durch Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken).

wenn Sie eine

schwere aktive Infektion oder aktive chronische Infektion

wie Hepatitis

oder Tuberkulose haben.

wenn Sie eine

aktive Krebserkrankung

haben.

wenn Sie

schwerwiegende Leberprobleme

haben.

wenn Sie in den

letzten 6 Monaten einen Herzinfarkt, Engegefühl in der Brust,

Schlaganfall oder Warnung vor einem Schlaganfall oder bestimmte Arten von

Herzinsuffizienz

gehabt haben.

wenn Sie bestimmte Arten von

unregelmäßigem oder anormalem Herzrhythmus

(Arrhythmie) haben, einschließlich Patienten, bei denen vor Beginn mit Fingolimod

Genericon das Elektrokardiogramm (EKG) ein verlängertes QT-Intervall zeigt.

wenn Sie

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen einnehmen oder kürzlich

eingenommen haben

, z.B. Chinidin, Disopyramid, Amiodaron oder Sotalol.

wenn Sie

schwanger sind oder eine Frau im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässige

Verhütungsmethode anwendet

wenn Sie

allergisch gegen Fingolimod

oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder Sie sich nicht sicher sind,

sprechen Sie mit Ihrem

Arzt bevor Sie Fingolimod Genericon einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Fingolimod Genericon einnehmen:

wenn Sie schwere Atemprobleme während des Schlafes haben (schwere Schlafapnoe).

wenn Ihnen gesagt wurde, dass Sie ein auffälliges EKG (Elektrokardiogramm) haben.

wenn Sie an Symptomen eines verlangsamten Herzschlages leiden (wie z.B. Schwindel,

Übelkeit oder Herzklopfen).

wenn Sie Arzneimittel einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, die Ihre

Herzfrequenz verlangsamen

(z.B. Beta-Blocker, Verapamil, Diltiazem oder Ivabradin,

Digoxin, Cholinesterasehemmer oder Pilocarpin).

wenn Sie an plötzlicher Bewusstlosigkeit oder Ohnmachtsanfällen (Synkopen) leiden

oder gelitten haben.

wenn Sie sich impfen lassen wollen.

wenn Sie noch nicht an Windpocken erkrankt waren.

wenn Sie an Sehstörungen

oder anderen Anzeichen einer Schwellung im zentralen

Sehbereich (Makula) am Augenhintergrund (eine als Makulaödem bezeichnete Erkrankung,

siehe unten), an Augenentzündungen oder -infektionen (Uveitis) leiden oder gelitten haben

oder

wenn Sie Diabetes

(was Probleme mit den Augen verursachen kann) haben.

wenn Sie Leberprobleme haben.

wenn Sie

hohen Blutdruck haben, der nicht mit Arzneimitteln kontrolliert werden kann.

wenn Sie

schwerwiegende Lungenprobleme

oder Raucherhusten haben.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder Sie sich nicht sicher sind,

sprechen Sie mit Ihrem

Arzt, bevor Sie Fingolimod Genericon einnehmen.

Niedrige Herzfrequenz (Bradykardie) und unregelmäßiger Herzschlag

Zu Behandlungsbeginn oder nach Einnahme der ersten Dosis von 0,5 mg beim Wechsel von einer

Tagesdosis von 0,25 mg verlangsamt Fingolimod Genericon die Herzfrequenz. Als Folge können Sie

sich schwindlig oder müde fühlen oder Ihren Herzschlag bewusster wahrnehmen. Auch Ihr Blutdruck

kann absinken.

Wenn diese Wirkungen schwerwiegend sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, weil

möglicherweise eine sofortige Behandlung erforderlich ist.

Fingolimod Genericon kann auch einen

unregelmäßigen Herzschlag verursachen, insbesondere nach Einnahme der ersten Dosis. Ein

unregelmäßiger Herzschlag normalisiert sich für gewöhnlich innerhalb eines Tages. Eine niedrige

Herzfrequenz normalisiert sich in der Regel innerhalb eines Monats. Während dieses Zeitraums sind

in der Regel keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf den Herzschlag zu erwarten.

Ihr Arzt wird Sie darum bitten, nach der ersten Einnahme von Fingolimod Genericon oder nach

Einnahme der ersten Dosis von 0,5 mg beim Wechsel von einer Tagesdosis von 0,25 mg für

mindestens 6 Stunden in der Praxis oder Klinik zu bleiben, damit stündlich Puls und Blutdruck

gemessen werden, um im Falle einer Nebenwirkung, die zu Beginn der Behandlung auftreten kann,

erforderliche Maßnahmen einleiten zu können. Es soll ein EKG vor der Erstgabe von Fingolimod

Genericon und nach der sechsstündigen Überwachung durchgeführt werden. Es kann sein, dass Ihr

Arzt während der 6 Stunden Ihr Herz mittels EKG kontinuierlich überwacht. Wenn Sie nach der

sechsstündigen Überwachung eine sehr langsame oder verringerte Herzfrequenz haben, oder wenn Ihr

EKG Auffälligkeiten zeigt, kann es sein, dass Sie für einen längeren Zeitraum überwacht werden

müssen (mindestens für 2 weitere Stunden und möglicherweise über Nacht), bis sich diese

zurückgebildet haben. Das Gleiche kann gelten, wenn Sie die Behandlung mit Fingolimod Genericon

nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen, in Abhängigkeit von der Dauer der Unterbrechung und

der Dauer der vorhergehenden Fingolimod Genericon-Einnahme.

Wenn Sie einen unregelmäßigen oder anormalen Herzschlag oder ein Risiko dafür haben, wenn Ihr

EKG Auffälligkeiten zeigt, oder wenn Sie Herzerkrankungen oder Herzversagen haben, könnte

Fingolimod Genericon für Sie nicht geeignet sein.

Wenn Sie in der Vergangenheit an plötzlichen Ohnmachtsanfällen oder verringerter Herzfrequenz

gelitten haben, könnte Fingolimod Genericon für Sie nicht geeignet sein. Ein Kardiologe

(Herzspezialist) wird Sie untersuchen und festlegen, wie Sie die Behandlung mit Fingolimod

Genericon beginnen sollen, einschließlich einer Überwachung über Nacht.

Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die Herzfrequenz verlangsamen können, dann könnte

Fingolimod Genericon für Sie nicht geeignet sein. Ein Kardiologe wird Sie untersuchen und

überprüfen, ob Sie stattdessen andere Arzneimittel einnehmen können, die Ihre Herzfrequenz nicht

verlangsamen, um eine Behandlung mit Fingolimod Genericon zu ermöglichen. Wenn ein Wechsel

auf ein anderes Arzneimittel nicht möglich ist, wird der Kardiologe Ihnen empfehlen, wie Sie die

Behandlung mit Fingolimod Genericon beginnen sollen, einschließlich einer Überwachung über

Nacht.

Wenn Sie noch nicht an Windpocken erkrankt waren

Wenn Sie noch nicht an Windpocken erkrankt waren, wird Ihr Arzt Ihren Immunstatus gegen das

verursachende Virus (Varicella-Zoster-Virus) prüfen. Wenn Sie nicht gegen das Virus geschützt sind,

müssen Sie unter Umständen eine Impfung erhalten, bevor Sie mit der Fingolimod Genericon-

Therapie beginnen. In diesem Fall wird Ihr Arzt den Beginn der Behandlung mit Fingolimod

Genericon bis einen Monat nach Abschluss des vollständigen Impfzyklus verschieben.

Infektionen

Fingolimod Genericon senkt die Anzahl der weißen Blutkörperchen (insbesondere die

Lymphozytenzahl). Weiße Blutkörperchen bekämpfen Infektionen. Während Sie Fingolimod

Genericon einnehmen (und bis zu 2 Monate nach Beendigung der Einnahme), können Sie anfälliger

für Infektionen sein. Eine bereits bestehende Infektion kann sich verschlechtern. Infektionen könnten

schwer und lebensbedrohend verlaufen. Wenn Sie glauben, an einer Infektion zu leiden, Fieber haben,

sich fühlen, als ob Sie Grippe hätten, Gürtelrose oder Kopfschmerzen haben, die mit einem steifen

Nacken, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Ausschlag und/oder Verwirrtheit oder Krampfanfällen

einhergehen (dies können Symptome einer Meningitis und/oder Enzephalitis sein, die durch eine

Pilzinfektion oder Herpes-Virusinfektion verursacht werden können), benachrichtigen Sie sofort Ihren

Arzt, weil es schwerwiegend und lebensbedrohlich sein könnte.

Wenn Sie vermuten, dass sich Ihre MS-Erkrankung verschlechtert (z.B. Schwäche oder visuelle

Veränderungen), oder wenn Sie irgendwelche neuen Symptome bemerken, sprechen Sie sofort mit

Ihrem Arzt, da dies Symptome einer seltenen Erkrankung des Gehirns sein können, die durch eine

Infektion verursacht wird und Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML) genannt wird.

PML ist ein ernstzunehmender Zustand, der zu schwerer Behinderung oder zum Tod führen kann. Ihr

Arzt wird eine MRT-Untersuchung in Betracht ziehen, um diesen Zustand zu beurteilen und darüber

zu entscheiden, ob Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon beenden müssen.

Bei Patienten unter Behandlung mit Fingolimod Genericon wurden Infektionen mit humanem

Papillomavirus (HPV), einschließlich Papillom, Dysplasie, Warzen und HPV-bedingte

Krebserkrankungen berichtet. Ihr Arzt kann Ihnen daher Krebsvorsorgeuntersuchungen und eine

Impfung gegen humanes Papillomavirus empfehlen. Wenn Sie eine Frau sind, wird Ihr Arzt Ihnen

auch ein HPV-Vorsorge-Screening empfehlen.

Makulaödem

Wenn Sie an Sehstörungen oder anderen Anzeichen einer Schwellung im zentralen Sehbereich

(Makula) am Augenhintergrund, an Augenentzündungen oder Infektionen (Uveitis-) leiden oder

gelitten haben oder wenn Sie Diabetes haben, bittet Ihr Arzt Sie vielleicht, vor dem Beginn der

Behandlung mit Fingolimod Genericon eine Augenuntersuchung vornehmen zu lassen.

Möglicherweise wird Sie Ihr Arzt drei bis vier Monate nach Beginn der Fingolimod Genericon-

Therapie bitten, eine Augenuntersuchung vornehmen zu lassen.

Die Makula ist ein kleiner Bereich der Netzhaut am Augenhintergrund, mit dem Sie Umrisse, Farben

und Details klar und scharf sehen können. Fingolimod Genericon könnte eine Schwellung in der

Makula, ein so genanntes Makulaödem, verursachen. Die Schwellung tritt für gewöhnlich in den

ersten vier Monaten nach Beginn der Behandlung mit Fingolimod Genericon auf.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Makulaödem entwickelt, ist höher, wenn Sie

Diabetes

haben

oder bereits an einer als Uveitis bezeichneten Augenentzündung erkrankt waren. In diesen Fällen wird

Ihr Arzt Sie zu regelmäßigen Augenuntersuchungen auffordern, um ein eventuelles Makulaödem zu

erkennen.

Wenn Sie bereits ein Makulaödem hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie wieder mit der

Einnahme von Fingolimod Genericon beginnen.

Ein Makulaödem kann die gleichen Sehstörungen verursachen wie ein MS-Schub (Optikusneuritis).

Im Frühstadium sind manchmal keine Symptome vorhanden. Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt

über alle Veränderungen Ihrer Sehkraft. Ihr Arzt bittet Sie vielleicht, eine Augenuntersuchung

vornehmen zu lassen, insbesondere wenn

das Zentrum Ihres Blickfeldes verschwommen ist oder Schatten aufweist;

sich ein „blinder Fleck“ im Zentrum Ihres Blickfeldes entwickelt;

Sie Probleme mit der Wahrnehmung von Farben oder feinen Details haben.

Leberfunktionstests

Wenn Sie schwere Leberprobleme haben, nehmen Sie Fingolimod Genericon nicht ein. Fingolimod

Genericon könnte Ihre Leberfunktion beeinflussen. Sie werden vermutlich keine Symptome

bemerken, wenn sich jedoch Ihre Haut oder das Weiße in Ihren Augen gelb verfärbt, der Urin

ungewöhnlich dunkel ist (braun gefärbt), Schmerzen im rechten Magenbereich (Bauch), Müdigkeit,

oder unerklärliche Übelkeit und Erbrechen auftreten oder Sie sich weniger hungrig als gewöhnlich

fühlen,

benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt.

Wenn eines dieser Symptome nach Beginn der Behandlung mit Fingolimod Genericon bei Ihnen

auftritt,

benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt.

Vor, während und nach der Behandlung wird Ihr Arzt Bluttests zur Kontrolle Ihrer Leberfunktion

anordnen. Falls diese Testergebnisse ein Leberproblem aufzeigen, ist die Behandlung mit Fingolimod

Genericon zu unterbrechen.

Bluthochdruck

Da Fingolimod Genericon eine leichte Erhöhung des Blutdrucks verursachen kann, wird Ihr Arzt

möglicherweise regelmäßig Ihren Blutdruck kontrollieren.

Lungenprobleme

Fingolimod Genericon wirkt sich geringfügig auf die Lungenfunktion aus. Bei Patienten mit einer

schweren Lungenerkrankung oder mit Raucherhusten ist möglicherweise die Wahrscheinlichkeit von

Nebenwirkungen erhöht.

Blutbild

Die gewünschte Wirkung der Fingolimod Genericon-Behandlung ist eine Verringerung der Anzahl

weißer Blutkörperchen in Ihrem Blut. Der Normalwert wird üblicherweise innerhalb von 2 Monaten

nach Beendigung der Therapie wieder erreicht. Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt

werden soll, informieren Sie bitte den Arzt, dass Sie Fingolimod Genericon einnehmen. Andernfalls

könnte der Arzt vielleicht die Testergebnisse nicht richtig interpretieren. Darüber hinaus müsste für

bestimmte Blutuntersuchungen eventuell mehr Blut als üblich entnommen werden.

Bevor Sie mit der Einnahme von Fingolimod Genericon beginnen, wird Ihr Arzt überprüfen, ob Sie

genügend weiße Blutkörperchen im Blut haben, und er wird dies möglicherweise regelmäßig

kontrollieren. Falls Sie nicht genügend weiße Blutkörperchen haben, müssen Sie die Behandlung mit

Fingolimod Genericon unter Umständen unterbrechen.

Posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES)

Selten wurde bei mit Fingolimod Genericon behandelten Multiple-Sklerose-Patienten von

Beschwerden, dem sogenannten posterioren reversiblen Enzephalopathiesyndrom (PRES) berichtet.

Die Symptome können plötzliches Auftreten von starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Anfälle und

Sehstörungen einschließen. Wenn eines dieser Symptome während der Behandlung mit Fingolimod

Genericon bei Ihnen auftritt, benachrichtigen Sie Ihren Arzt sofort, da es schwerwiegend sein könnte.

Krebserkrankungen

Hautkrebs ist bei Multiple-Sklerose-Patienten, die mit Fingolimod Genericon behandelt wurden,

berichtet worden. Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt, wenn Sie Haut-Knötchen (z.B. glänzende

Knötchen), Flecken oder offene Stellen bemerken, die nicht innerhalb einiger Wochen abheilen.

Hautkrebs-Symptome können anormales Wachstum oder Veränderungen von Hautgewebe sein (z.B.

ungewöhnliche Leberflecken), mit einer Änderung von Farbe, Form oder Größe im Verlauf. Bevor Sie

mit der Einnahme von Fingolimod Genericon beginnen, ist eine Untersuchung Ihrer Haut erforderlich,

um zu prüfen, ob Haut-Knötchen vorhanden sind. Ihr Arzt wird auch während Ihrer Behandlung mit

Fingolimod Genericon regelmäßige Hautuntersuchungen durchführen. Wenn Sie Probleme mit Ihrer

Haut entwickeln, kann Ihr Arzt Sie an einen Dermatologen überweisen, der nach Rücksprache

entscheiden kann, dass eine regelmäßige dermatologische Untersuchung für Sie wichtig ist.

Bei mit Fingolimod Genericon behandelten MS-Patienten wurde über eine Krebsart des

Lymphsystems (Lymphom) berichtet.

Exposition gegenüber der Sonne und Schutz vor der Sonne

Fingolimod schwächt Ihr Immunsystem. Dies erhöht Ihr Risiko für die Entwicklung von Krebs,

insbesondere Hautkrebs. Reduzieren Sie Ihre Exposition gegenüber der Sonne und UV-Strahlen

durch:

Das Tragen von angemessener Schutzkleidung.

Das regelmäßige Auftragen von Sonnencreme mit einem hohen UV-Schutz.

Ungewöhnliche Gehirnläsionen in Verbindung mit einem MS-Schub

Bei mit Fingolimod Genericon behandelten Patienten wurden in seltenen Fällen ungewöhnlich große

Gehirnläsionen in Verbindung mit einem MS-Schub berichtet. Bei einem schweren Schub wird Ihr

Arzt erwägen, ein MRT durchzuführen, um den Zustand zu beurteilen und er wird entscheiden, ob es

notwendig ist, dass Sie Fingolimod Genericon absetzen.

Umstellung von anderen Behandlungen auf Fingolimod Genericon

Ihr Arzt wird Sie möglicherweise direkt von Beta-Interferon, Glatirameracetat oder Dimethylfumarat

auf Fingolimod Genericon umstellen, sofern keine Hinweise auf Auffälligkeiten aufgrund Ihrer

vorhergehenden Behandlung bestehen. Ihr Arzt wird möglicherweise eine Blutuntersuchung

durchführen, um solche Auffälligkeiten auszuschließen. Nach der Behandlung mit Natalizumab

müssen Sie eventuell 2-3 Monate warten, bevor Sie mit der Behandlung mit Fingolimod Genericon

beginnen können. Um von Teriflunomid umzustellen, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise empfehlen,

eine gewisse Zeit zu warten oder ein Verfahren zur beschleunigten Elimination durchzuführen. Wenn

Sie mit Alemtuzumab behandelt wurden, ist eine sorgfältige Beurteilung und Diskussion mit Ihrem

Arzt notwendig, um zu entscheiden, ob Fingolimod Genericon für Sie geeignet ist.

Frauen im gebärfähigen Alter

Wenn Fingolimod Genericon während der Schwangerschaft eingenommen wird, kann es das

ungeborene Baby schädigen. Bevor Sie mit der Einnahme von Fingolimod Genericon beginnen, wird

Ihr Arzt Sie über das Risiko aufklären und Sie bitten, einen Schwangerschaftstest durchzuführen, um

sicherzustellen, dass Sie nicht schwanger sind. Ihr Arzt wird Ihnen eine Karte geben, die Ihnen erklärt,

weshalb Sie während der Behandlung mit Fingolimod Genericon nicht schwanger werden sollen. Die

Karte erklärt außerdem, was Sie tun können, um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit

Fingolimod Genericon zu vermeiden. Sie müssen während der Behandlung und für 2 Monate nach

Beendigung der Einnahme eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt

„Schwangerschaft und Stillzeit“).

Verschlechterung der MS nach Beendigung der Behandlung mit Fingolimod Genericon

Beenden Sie nicht die Einnahme von Fingolimod Genericon oder ändern Sie nicht die Dosis, ohne

zuvor mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie glauben, dass sich Ihre MS verschlechtert hat,

nachdem Sie die Behandlung mit Fingolimod Genericon beendet haben. Die Verschlechterung Ihrer

MS kann schwerwiegend sein (siehe „Wenn Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon abbrechen“

in Abschnitt 3 und auch Abschnitt 4 „Mögliche Nebenwirkungen“).

Ältere Patienten

Die Erfahrungen mit Fingolimod Genericon bei älteren Patienten (über 65 Jahre) sind begrenzt. Wenn

Sie irgendwelche Bedenken haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Kinder und Jugendliche

Fingolimod Genericon ist nicht zur Anwendung bei Kindern unter 10 Jahren bestimmt, da es bei MS-

Patienten dieser Altersgruppe nicht untersucht wurde.

Die oben aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Kinder und

Jugendliche. Die folgenden Informationen sind besonders wichtig für Kinder und Jugendliche sowie

ihre Betreuungspersonen:

Bevor Sie mit der Einnahme von Fingolimod Genericon beginnen, überprüft Ihr Arzt Ihren

Impfstatus. Wenn Sie bestimmte Impfungen noch nicht hatten, kann es notwendig sein, dass

Sie diese Impfungen erhalten, bevor die Therapie mit Fingolimod Genericon begonnen

werden kann.

Wenn Sie Fingolimod Genericon das erste Mal einnehmen oder wenn Sie von einer

Tagesdosis von 0,25 mg zu einer Tagesdosis von 0,5 mg wechseln, überwacht Ihr Arzt Ihre

Herzfrequenz und Ihren Herzschlag (siehe „Niedrige Herzfrequenz (Bradykardie) und

unregelmäßiger Herzschlag“ oben).

Wenn während oder vor der Einnahme von Fingolimod Genericon Krampfanfälle bei Ihnen

auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Wenn Sie an Depressionen oder Angstzuständen leiden oder wenn Sie während der Einnahme

von Fingolimod Genericon depressiv oder ängstlich werden, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Sie müssen dann eventuell engmaschiger überwacht werden.

Einnahme von Fingolimod Genericon zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken oder modulieren,

darunter andere

Arzneimittel zur Behandlung von MS,

wie z.B. Interferon beta, Glatirameracetat,

Natalizumab, Mitoxantron, Teriflunomid, Dimethylfumarat oder Alemtuzumab. Sie dürfen

Fingolimod Genericon nicht zusammen mit solchen Arzneimitteln einnehmen, da dies den

Effekt auf das Immunsystem verstärken könnte (siehe auch „Fingolimod Genericon darf nicht

eingenommen werden“).

Kortikosteroide,

wegen einer möglichen zusätzlichen Wirkung auf das Immunsystem.

Impfstoffe.

Falls Sie eine Impfung benötigen, fragen Sie erst Ihren Arzt um Rat. Während

und bis zu 2 Monate nach der Behandlung mit Fingolimod Genericon dürfen Sie nicht mit

bestimmten Impfstoffen (abgeschwächten Lebendimpfstoffen) geimpft werden, da diese die

Infektion auslösen könnten, die sie eigentlich verhindern sollen. Andere Impfstoffe wirken

möglicherweise nicht so gut wie sonst, wenn sie während dieser Phase verabreicht werden.

Arzneimittel, die die Herzfrequenz verlangsamen

(z.B. Beta-Blocker, wie Atenolol). Durch

Einnahme von Fingolimod Genericon zusammen mit solchen Arzneimitteln könnte der Effekt

auf den Herzschlag in den ersten Tagen nach Beginn der Behandlung mit Fingolimod

Genericon verstärkt werden.

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen,

wie Chinidin, Disopyramid, Amiodaron oder

Sotalol. Sie dürfen Fingolimod Genericon nicht anwenden, wenn Sie ein derartiges

Arzneimittel einnehmen, da es die Wirkung auf den unregelmäßigen Herzschlag verstärken

könnte (siehe auch „Fingolimod Genericon darf nicht eingenommen werden“).

Andere Arzneimittel:

Proteaseinhibitoren, Antiinfektiva wie Ketoconazol, Azol-Antimykotika,

Clarithromycin oder Telithromycin.

Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Efavirenz oder echtes

Johanniskraut (mögliches Risiko für eine herabgesetzte Wirksamkeit von Fingolimod

Genericon).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um

Rat.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft, wenn Sie beabsichtigen schwanger zu werden oder wenn Sie

schwanger werden könnten und keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, dürfen Sie

Fingolimod Genericon nicht einnehmen. Wenn Fingolimod Genericon während der Schwangerschaft

eingenommen wird, besteht das Risiko, dass das ungeborene Baby geschädigt wird. Die Rate der

angeborenen Missbildungen, die bei Babys beobachtet wurden, die während der Schwangerschaft

Fingolimod Genericon ausgesetzt waren, ist etwa doppelt so hoch wie die Rate in der

Allgemeinbevölkerung (in der die Rate angeborener Missbildungen etwa 2-3 % beträgt). Die am

häufigsten gemeldeten Missbildungen sind Fehlbildungen des Herzens, der Nieren und des Muskel-

Skelett-Systems.

Daher, wenn Sie im gebärfähigen Alter sind:

wird Ihr Arzt Sie vor Behandlungsbeginn mit Fingolimod Genericon über das Risiko für das

ungeborene Baby aufklären und Sie bitten, einen Schwangerschaftstest durchzuführen, um

sicherzustellen, dass Sie nicht schwanger sind.

Sie müssen während der Behandlung mit Fingolimod Genericon und zwei Monate nach

Beendigung der Einnahme eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, um eine

Schwangerschaft zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über zuverlässige

Verhütungsmethoden.

Ihr Arzt wird Ihnen eine Karte geben, die erklärt, warum Sie während Sie mit Fingolimod Genericon

behandelt werden, nicht schwanger werden sollen.

Wenn Sie während der Behandlung mit Fingolimod Genericon schwanger werden,

benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt.

Ihr Arzt wird entscheiden, die Behandlung abzubrechen

(siehe „Wenn Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon abbrechen“ im Abschnitt 3 und auch

Abschnitt 4 „Mögliche Nebenwirkungen“). Es werden spezielle vorgeburtliche Untersuchungen

durchgeführt.

Stillzeit

Während der Behandlung mit Fingolimod Genericon wird empfohlen nicht zu stillen.

Fingolimod Genericon kann in die Muttermilch übertreten, und es besteht das Risiko für

schwerwiegende Nebenwirkungen für das Baby.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ob Ihre Erkrankung das sichere Führen von Fahrzeugen, auch eines

Fahrrades, und das Bedienen von Maschinen erlaubt. Es ist nicht zu erwarten, dass Fingolimod

Genericon Ihre Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst.

Allerdings werden Sie zu Beginn der Therapie für 6 Stunden in der Arztpraxis bzw. im Krankenhaus

bleiben müssen, nachdem Sie die erste Dosis Fingolimod Genericon eingenommen haben. Ihre

Fähigkeit, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen und Maschinen zu bedienen, ist während und

eventuell nach diesem Zeitraum möglicherweise beeinträchtigt.

Wie ist Fingolimod Genericon einzunehmen?

Die Behandlung mit Fingolimod Genericon wird von einem Arzt überwacht, der Erfahrung mit der

Behandlung von Multipler Sklerose hat.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene:

Die Dosis beträgt eine 0,5 mg Kapsel pro Tag.

Kinder und Jugendliche (ab dem Alter von 10 Jahren):

Die Dosis hängt vom Körpergewicht ab:

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht bis zu 40 kg:

eine 0,25 mg Kapsel pro Tag.

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht über 40 kg:

eine 0,5 mg Kapsel pro Tag.

Kinder und Jugendliche, die mit einer 0,25 mg Kapsel pro Tag beginnen und später ein stabiles

Körpergewicht von über 40 kg erreichen, werden von Ihrem Arzt angewiesen, auf eine 0,5 mg Kapsel

pro Tag zu wechseln. In diesem Fall wird empfohlen, die Beobachtungsphase wie bei der ersten Dosis

zu wiederholen.

Sie dürfen die empfohlene Dosis nicht überschreiten.

Fingolimod Genericon Hartkapseln sind nur in der Stärke 0,5 mg erhältlich. Für Dosierungen unter

0,5 mg wird daher ein anderes Arzneimittel benötigt.

Fingolimod Genericon ist zum Einnehmen bestimmt.

Nehmen Sie Fingolimod Genericon einmal täglich mit einem Glas Wasser ein. Die Fingolimod

Genericon-Kapseln müssen immer im Ganzen geschluckt werden, ohne sie zu öffnen. Fingolimod

Genericon kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wenn Sie Fingolimod Genericon jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen, wird Ihnen das helfen, sich

an die Einnahme zu erinnern.

Wenn Sie wissen möchten, wie lange Fingolimod Genericon eingenommen werden soll, fragen Sie

Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie eine größere Menge von Fingolimod Genericon eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viel Fingolimod Genericon eingenommen haben, verständigen Sie unverzüglich Ihren

Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon vergessen haben

Wenn Sie Fingolimod Genericon weniger als einen Monat eingenommen haben und Sie die Einnahme

einer Dosis einen ganzen Tag lang vergessen haben, rufen Sie Ihren Arzt an, bevor Sie die nächste

Dosis einnehmen. Ihr Arzt kann entscheiden, Sie unter ärztliche Beobachtung zu stellen, wenn Sie die

nächste Dosis einnehmen.

Wenn Sie Fingolimod Genericon mindestens einen Monat eingenommen haben und Sie die Einnahme

Ihrer Behandlung mehr als zwei Wochen vergessen haben, rufen Sie Ihren Arzt an, bevor Sie die

nächste Dosis einnehmen. Ihr Arzt kann entscheiden, Sie unter ärztliche Beobachtung zu stellen, wenn

Sie die nächste Dosis einnehmen. Wenn Sie jedoch die Einnahme Ihrer Behandlung bis zu zwei

Wochen vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis wie geplant ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon abbrechen

Beenden Sie nicht die Einnahme von Fingolimod Genericon oder ändern Sie nicht die Dosis, ohne

zuvor mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Nach Beendigung der Einnahme kann Fingolimod Genericon noch bis zu zwei Monate in Ihrem

Körper nachgewiesen werden. Die Anzahl Ihrer weißen Blutkörperchen (Lymphozytenzahl) kann

während dieser Zeit ebenfalls niedrig bleiben, und die in dieser Packungsbeilage beschriebenen

Nebenwirkungen können weiterhin auftreten. Nach der Beendigung der Fingolimod Genericon-

Therapie werden Sie eventuell 6-8 Wochen warten müssen, bevor Sie eine andere MS-Therapie

beginnen können.

Wenn Sie die Einnahme von Fingolimod Genericon nach einer Pause von mehr als zwei Wochen

wieder fortsetzen wollen, kann die Auswirkung auf die Herzfrequenz, die normalerweise beim ersten

Behandlungsbeginn beobachtet wird, wieder auftreten und Sie müssen dann für die Wiederaufnahme

der Therapie in der Praxis oder Klinik überwacht werden. Beginnen Sie die Behandlung mit

Fingolimod Genericon nach einer Pause von mehr als zwei Wochen nicht wieder, ohne mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Ihr Arzt wird entscheiden, ob und wie Sie nach Absetzen von Fingolimod Genericon überwacht

werden müssen. Benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie glauben, dass sich Ihre MS

verschlechtert hat nachdem Sie die Behandlung mit Fingolimod Genericon abgesetzt haben. Die

Verschlechterung Ihrer MS kann schwerwiegend sein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein oder werden

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Husten mit Schleimauswurf, Beschwerden in der Brust, Fieber (Anzeichen einer

Lungenerkrankung)

Herpesvirus-Infektion (Herpes simplex oder Herpes zoster) mit Symptomen wie

Bläschenbildung, Brennen, Juckreiz oder Schmerzen der Haut, typischerweise am Oberkörper

oder im Gesicht. Andere Symptome können Fieber und Schwächegefühl in den frühen Stadien

der Infektion sein, gefolgt von Taubheitsgefühl, Juckreiz oder roten Flecken mit starken

Schmerzen

Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), unregelmäßiger Herzrhythmus

Ein bestimmter Hautkrebs-Typ, Basalzellkarzinom (BCC) genannt, der oft in Form von

glänzenden Knötchen in Erscheinung tritt, aber auch andere Formen annehmen kann

Es ist bekannt, dass Depressionen und Angstzustände bei Patienten mit Multipler Sklerose

vermehrt auftreten. Bei Kindern und Jugendlichen, die Fingolimod Genericon erhielten,

wurden ebenfalls Depressionen und Angstzustände berichtet

Gewichtsverlust

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Lungenentzündung mit Symptomen wie Fieber, Husten, Schwierigkeiten beim Atmen

Makulaödem (Schwellung im zentralen Sehbereich der Netzhaut am Augenhintergrund) mit

Symptomen wie Schattenbildung oder einem „blinden Fleck“ im zentralen Sehbereich,

verschwommenem Sehen, Problemen bei der Erkennung von Farben oder Details

Abnahme der Blutplättchen, welche das Risiko für Blutungen oder blaue Flecken erhöht

Malignes Melanom (eine Art von Hautkrebs, der sich gewöhnlich aus einem ungewöhnlichen

Leberfleck entwickelt). Mögliche Anzeichen von Melanomen sind Leberflecken, deren Größe,

Form, Erhebung oder Farbe sich über die Zeit ändern oder neue Leberflecken. Die

Leberflecken können jucken, bluten oder ulzerieren

Krampfanfälle (bei Kindern und Jugendlichen häufiger als bei Erwachsenen)

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Das sogenannte posteriore reversible enzephalopathische Syndrom (PRES). Symptome

können plötzliches Auftreten von starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Anfälle und/oder

Sehstörungen umfassen

Lymphom (ein Krebs-Typ, der das Lymphsystem betrifft)

Plattenepithelkarzinom: eine Art von Hautkrebs, die als festes rotes Knötchen, Wunde mit

Kruste oder neue Wunde auf einer bestehenden Narbe auftreten kann

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Auffälligkeiten im Elektrokardiogramm (T-Wellen-Inversion)

Tumor im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem humanen Herpes-Virus 8 (Kaposi-

Sarkom)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Allergische Reaktionen, einschließlich Symptome von Hautausschlag oder Nesselsucht,

Schwellung der Lippen, der Zunge oder des Gesichts, deren Auftreten am Tag des

Behandlungsbeginns mit Fingolimod Genericon am wahrscheinlichsten sind

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Fingolimod Genericon 0,5 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Fingolimod Genericon 0,5 mg Hartkapseln

Jede 0,5 mg Hartkapsel enthält 0,5 mg Fingolimod (als Hydrochlorid).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel (Kapsel).

Fingolimod Genericon 0,5 mg Hartkapseln

Kapseln der Größe 3, mit weißem bis gebrochen weißem Kapselkörper und gelber Kapselkappe. Die

Kapselkappe ist mit der Aufschrift „C886 0.5 mg“ bedruckt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Fingolimod Genericon ist als krankheitsmodifizierende Monotherapie von hochaktiver schubförmig-

remittierend verlaufender Multipler Sklerose bei folgenden Gruppen erwachsener Patienten und

Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 10 Jahren angezeigt:

Patienten mit hochaktiver Erkrankung trotz Behandlung mit einem vollständigen und

angemessenen Zyklus mit mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie (Ausnahmen

und Informationen zu Auswaschphasen siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

oder

Patienten mit rasch fortschreitender schwerer schubförmig-remittierend verlaufender Multipler

Sklerose, definiert durch zwei oder mehr Schübe mit Behinderungsprogression in einem Jahr,

und mit einer oder mehr Gadolinium anreichernden Läsionen im MRT des Gehirns oder mit

einer signifikanten Erhöhung der T2-Läsionen im Vergleich zu einer kürzlich durchgeführten

MRT.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Der Beginn und die Überwachung der Therapie ist durch einen Arzt vorzunehmen, der Erfahrung in

der Behandlung der Multiplen Sklerose besitzt.

Dosierung

Bei Erwachsenen ist die empfohlene Dosierung von Fingolimod Genericon die einmal tägliche

Einnahme einer 0,5 mg Kapsel.

Bei Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 10 Jahren) hängt die empfohlene Dosierung vom

Körpergewicht ab:

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht ≤ 40 kg: einmal tägliche Einnahme einer

0,25 mg Kapsel.

Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht > 40 kg: einmal tägliche Einnahme einer

0,5 mg Kapsel.

Kinder und Jugendliche, die mit 0,25 mg Kapseln beginnen und später ein stabiles Körpergewicht über

40 kg erreichen, sind auf die 0,5 mg Kapseln umzustellen.

Bei der Umstellung von der 0,25 mg Tagesdosis auf eine 0,5 mg Tagesdosis wird bei Gabe der ersten

Dosis dieselbe Überwachung wie bei Therapiebeginn empfohlen.

Genau wie bei Therapiebeginn wird eine Überwachung wie bei Erstgabe empfohlen, wenn die

Therapie unterbrochen wird für:

einen Tag oder mehrere Tage während der ersten zwei Behandlungswochen.

mehr als sieben Tage während der dritten und vierten Behandlungswoche.

mehr als zwei Wochen nach einem Behandlungsmonat.

Falls die Unterbrechung der Behandlung kürzer ist als oben dargestellt, ist die Behandlung mit der

nächsten Dosis wie geplant fortzusetzen (siehe Abschnitt 4.4).

Fingolimod Genericon Hartkapseln sind nicht in der Stärke 0,25 mg erhältlich. Für Kinder und

Jugendliche mit einem Körpergewicht ≤ 40 kg ist daher ein anderes Arzneimittel erforderlich.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei Patienten ab 65 Jahren

Fingolimod Genericon mit Vorsicht anzuwenden, da keine

ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen (siehe Abschnitt 5.2).

Nierenfunktionsstörungen

Die Anwendung von Fingolimod Genericon bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurde in den

Zulassungsstudien zur Multiplen Sklerose nicht untersucht. Basierend auf Studien zur klinischen

Pharmakologie ist bei Patienten mit leichten bis schweren Nierenfunktionsstörungen keine

Dosisanpassung erforderlich.

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klasse C) darf Fingolimod Genericon nicht

angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Obwohl bei leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen

keine Dosisanpassung erforderlich ist, ist die Therapie bei diesen Patienten mit Vorsicht einzuleiten

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fingolimod Genericon bei Kindern im Alter unter 10 Jahren ist

bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Kindern im Alter von 10-12 Jahren

vor (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1).

Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel ist zum Einnehmen bestimmt.

Fingolimod Genericon kann entweder zu den oder außerhalb der Mahlzeiten eingenommen werden

(siehe Abschnitt 5.2).

Die Kapseln sind immer im Ganzen zu schlucken, ohne sie zu öffnen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Immundefizienzsyndrom.

Patienten mit einem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen, einschließlich

immungeschwächte Patienten (einschließlich derer, die derzeit eine immunsuppressive

Therapie erhalten oder durch eine vorhergehende Therapie immungeschwächt sind).

Schwere aktive Infektionen, aktive chronische Infektionen (Hepatitis, Tuberkulose).

Aktive maligne Erkrankungen.

Schwere Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klasse C).

Patienten, die in den letzten 6 Monaten einen Myokardinfarkt (MI), instabile Angina pectoris,

einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA), eine dekompensierte

Herzinsuffizienz (stationäre Behandlung erforderlich) oder eine Herzinsuffizienz der New

York Heart Association (NYHA) Klasse III/IV hatten (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit schweren Herzrhythmusstörungen, die eine anti-arrhythmische Behandlung mit

Antiarrhythmika der Klasse Ia oder Klasse III erfordern (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit einem atrioventrikulären (AV)-Block 2. Grades Mobitz Typ II oder einem AV-

Block 3. Grades, oder Sick-Sinus-Syndrom, wenn sie keinen Herzschrittmacher tragen (siehe

Abschnitt 4.4).

Patienten mit einem bestehenden QTc-Intervall ≥ 500 ms (siehe Abschnitt 4.4).

Während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bradyarrhythmie

Der Therapiebeginn resultiert in einer vorübergehenden Abnahme der Herzfrequenz und könnte

zudem mit einer Verzögerung der atrioventrikulären Überleitung, einschließlich einzelner Berichte

über vorübergehende, sich spontan zurückbildende komplette AV-Blocks, assoziiert sein (siehe

Abschnitte 4.8 und 5.1).

Nach der ersten Dosis setzt die Senkung der Herzfrequenz innerhalb einer Stunde ein und erreicht die

niedrigsten Werte innerhalb der ersten 6 Stunden. Dieser Effekt nach der Einnahme tritt weiterhin auf

in den folgenden Tagen, wenn auch normalerweise in geringerer Ausprägung, und klingt meistens

innerhalb der darauffolgenden Wochen ab. Bei kontinuierlicher Einnahme kehrt die durchschnittliche

Herzfrequenz innerhalb eines Monats auf den Ausgangswert zurück. Dennoch kann bei einzelnen

Patienten die Herzfrequenz am Ende des ersten Monats nicht auf den Ausgangswert zurückgekehrt

sein. Die Überleitungsstörungen waren üblicherweise vorübergehend und asymptomatisch. Sie

erforderten in der Regel keine Behandlung und waren innerhalb der ersten 24 Stunden nach

Behandlungsbeginn abgeklungen. Falls notwendig, kann die durch Fingolimod induzierte Abnahme

der Herzfrequenz durch parenterale Gabe von Atropin oder Isoprenalin rückgängig gemacht werden.

Alle Patienten müssen vor der Erstgabe von Fingolimod und 6 Stunden nach der ersten Dosis mit

einem EKG und Blutdruckmessungen überwacht werden. Alle Patienten müssen für den Zeitraum von

6 Stunden mit stündlichen Messungen von Puls und Blutdruck auf Zeichen und Symptome einer

Bradykardie überwacht werden. Es wird eine kontinuierliche (Echtzeit-)EKG-Überwachung während

dieser ersten 6 Stunden empfohlen.

Dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei der ersten Einnahme werden auch empfohlen, wenn Patienten

von der 0,25 mg Tagesdosis auf die 0,5 mg Tagesdosis umgestellt werden.

Falls nach Einnahme Symptome ähnlich denen einer Bradyarrhythmie auftreten, sind gegebenenfalls

entsprechende Maßnahmen einzuleiten und der Patient ist bis zum Rückgang der Symptome zu

überwachen. Falls der Patient eine pharmakologische Behandlung während der Überwachungsphase

der Erstgabe benötigt, dann hat die Überwachung über Nacht in einer Klinik zu erfolgen und die

Überwachung wie bei der Erstdosis ist auch nach der zweiten Dosis von Fingolimod zu wiederholen.

Wenn die Herzfrequenz 6 Stunden nach der ersten Gabe am niedrigsten ist (und vermutet wird, dass

sich der maximale pharmakodynamische Effekt am Herzen noch nicht manifestiert hat), ist die

Überwachung für mindestens 2 weitere Stunden fortzuführen, bis die Herzfrequenz wieder steigt.

Wenn 6 Stunden nach der ersten Gabe die Herzfrequenz bei Erwachsenen < 45 Schläge pro Minute,

bei Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 12 Jahren < 55 Schläge pro Minute oder bei Kindern

im Alter von 10 bis unter 12 Jahren < 60 Schläge pro Minute ist oder wenn das EKG neu aufgetretene

AV-Blocks 2. Grades oder höhergradige AV-Blockierungen zeigt oder wenn ein QTc-Intervall

≥ 500 ms auftritt, ist zusätzlich eine Fortführung der Überwachung (mindestens über Nacht) und bis

zur Rückbildung erforderlich. Eine verlängerte Überwachung (mindestens über Nacht) soll auch

erfolgen, wenn ein AV-Block 3. Grades zu jeglichem Zeitpunkt während der Überwachungsphase

nach der ersten Dosis auftritt.

Die Auswirkungen auf die Herzfrequenz und die AV-Überleitung können abhängig von der Dauer der

Unterbrechung und der Zeit seit Beginn der Behandlung bei einer Wiederaufnahme der Behandlung

erneut auftreten. Genau wie bei Therapiebeginn wird eine Überwachung wie bei Erstgabe empfohlen,

wenn die Therapie unterbrochen wird (siehe Abschnitt 4.2).

Es wurden sehr seltene Fälle von T-Wellen-Inversion bei erwachsenen Patienten berichtet, die mit

Fingolimod behandelt wurden. Im Falle einer T-Wellen-Inversion muss der behandelnde Arzt

sicherstellen, dass keine damit in Zusammenhang stehenden Anzeichen oder Symptome einer

myokardialen Ischämie vorliegen. Bei Verdacht auf myokardiale Ischämie wird empfohlen, einen

Kardiologen zu konsultieren.

Aufgrund des Risikos für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen oder eine erhebliche Bradykardie

soll Fingolimod nicht bei Patienten mit sinusatrialen Blockierungen, mit anamnestisch bekannter

symptomatischer Bradykardie, wiederkehrenden Synkopen oder Herzstillstand, Patienten mit

signifikanter QT-Verlängerung (QTc > 470 ms [erwachsene Frauen], QTc > 460 ms [Mädchen] oder

> 450 ms [Männer und Jungen]) oder Patienten mit unkontrollierter Hypertonie oder schwerer

Schlafapnoe angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Bei diesen Patienten ist eine Behandlung mit

Fingolimod nur dann in Betracht zu ziehen, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken

überwiegt und vor Behandlungsbeginn ein Kardiologe konsultiert wurde, um die am besten geeignete

Überwachung festzulegen. Hierbei wird eine verlängerte Überwachung, mindestens über Nacht, für

den Therapiebeginn empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.5).

Fingolimod wurde nicht untersucht bei Patienten mit Arrhythmien, die eine Behandlung mit

Antiarrhythmika der Klasse Ia (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol)

erfordern. Antiarrhythmika der Klasse Ia und der Klasse III wurden bei Patienten mit Bradykardie in

Zusammenhang mit Fällen von Torsade de pointes gebracht (siehe Abschnitt 4.3).

Die Erfahrungen bei der Anwendung von Fingolimod sind begrenzt bei Patienten, die gleichzeitig mit

Beta-Blockern, Kalziumkanal-Blockern, die eine Abnahme der Herzfrequenz herbeiführen (z.B.

Verapamil oder Diltiazem), oder anderen Wirkstoffen, die die Herzfrequenz verlangsamen können

(z.B. Ivabradin, Digoxin, Cholinesterasehemmern oder Pilocarpin), behandelt werden. Da die

Therapieinitiierung mit Fingolimod auch mit einer Verlangsamung der Herzfrequenz assoziiert ist

(siehe auch Abschnitt 4.8 „Bradyarrhythmie“), kann die gleichzeitige Gabe dieser Wirkstoffe während

des Therapiebeginns mit schweren Bradykardien und Herzblockaden assoziiert sein. Aufgrund des

potenziell additiven Effekts auf die Herzfrequenz ist die Therapie mit Fingolimod nicht bei Patienten

zu initiieren, die gleichzeitig mit diesen Wirkstoffen behandelt werden (siehe auch Abschnitt 4.5). Bei

diesen Patienten ist eine Behandlung mit Fingolimod nur dann in Betracht zu ziehen, wenn der zu

erwartende Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Wird bei diesen Patienten die Behandlung mit

Fingolimod in Betracht gezogen, ist vor Behandlungsbeginn ein Kardiologe zu konsultieren, um auf

ein Arzneimittel zu wechseln, das keine Abnahme der Herzfrequenz herbeiführt. Wenn die

Behandlung zur Abnahme der Herzfrequenz nicht abgesetzt werden kann, muss ein Kardiologe

konsultiert werden, um eine geeignete Überwachung während des Therapiebeginns zu gewährleisten.

Hierbei wird eine verlängerte Überwachung, mindestens über Nacht, empfohlen (siehe auch Abschnitt

4.5).

QT-Intervall

In einer ausführlichen QT-Intervall-Studie führten Dosierungen von 1,25 bzw. 2,5 mg Fingolimod im

Steady State, wenn noch ein negativ-chronotroper Effekt durch Fingolimod vorhanden war, zu einer

Verlängerung des QTcI mit einem oberen Grenzwert des 90 %-Konfidenzintervalls ≤ 13,0 ms. Es

existiert keine Dosis- oder Expositions-Wirkungsbeziehung zwischen Fingolimod und der QTcI-

Verlängerung. In Zusammenhang mit der Fingolimod-Therapie gibt es keine einheitlichen Anzeichen

für eine erhöhte Inzidenz von QTcI-Ausreißern, weder hinsichtlich des Absolutwerts noch hinsichtlich

einer Veränderung gegenüber dem Ausgangswert.

Die klinische Relevanz dieses Ergebnisses ist nicht bekannt. In Studien zur Multiplen Sklerose trat

keine klinisch relevante Verlängerung des QTc-Intervalls auf, allerdings waren Risikopatienten für

QT-Verlängerung in die klinischen Studien nicht eingeschlossen.

Arzneimittel, die das QTc-Intervall verlängern können, sind bei Patienten mit relevanten

Risikofaktoren, z.B. Hypokaliämie oder angeborene QT-Verlängerung, zu vermeiden.

Immunsuppressive Wirkung

Fingolimod hat eine immunsupressive Wirkung, die bei Patienten ein Infektionsrisiko begünstigt,

einschließlich opportunistischer Infektionen, die tödlich sein können, und erhöht das Risiko für die

Entwicklung von Lymphomen und anderer Malignitäten, insbesondere der Haut. Ärzte haben

Patienten sorgfältig zu überwachen, insbesondere solche mit Begleiterscheinungen oder bekannten

Risikofaktoren wie einer vorhergehenden immunsupressiven Therapie. Wenn dieses Risiko vermutet

wird, ist die Beendigung der Therapie durch den Arzt im Einzelfall in Erwägung zu ziehen (siehe

Abschnitt 4.4 „Infektionen“ und „Kutane Neoplasien“ und Abschnitt 4.8 „Lymphome“).

Infektionen

Ein zentraler pharmakodynamischer Effekt von Fingolimod ist die dosisabhängige Reduktion der

peripheren Lymphozytenzahl bis auf 20-30 % vom Ausgangswert. Dies ist auf das reversible

Zurückhalten (Sequestrierung) von Lymphozyten im Lymphgewebe zurückzuführen (siehe Abschnitt

5.1).

Vor Therapiebeginn mit Fingolimod ist ein aktuelles (d.h. nicht älter als 6 Monate oder nach Absetzen

der vorherigen Therapie erstelltes) großes Blutbild (CBC) durchzuführen. Zusätzlich wird empfohlen,

Untersuchungen des CBC regelmäßig während der Behandlung, bei Monat 3 und danach mindestens

jährlich, und bei Anzeichen einer Infektion durchzuführen. Bei einer bestätigten

Gesamtlymphozytenzahl von < 0,2 x 10

/l ist die Behandlung bis zur Besserung zu pausieren, da in

klinischen Studien eine Gesamtlymphozytenzahl von < 0,2 x 10

/l zu einer Unterbrechung der

Fingolimod-Behandlung führte.

Bei Patienten mit schweren aktiven Infektionen ist der Behandlungsbeginn mit Fingolimod zu

verschieben, bis die Infektion abgeklungen ist.

Die Wirkung von Fingolimod auf das Immunsystem kann das Risiko für Infektionen, einschließlich

opportunistischer Infektionen, erhöhen (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit Symptomen einer

Infektion während der Therapie sind effektive diagnostische und therapeutische Maßnahmen

anzuwenden. Bei der Bewertung eines Patienten mit einer vermuteten Infektion, die schwerwiegend

sein könnte, ist die Überweisung an einen in der Behandlung von Infektionen erfahrenen Arzt in

Betracht zu ziehen. Patienten sind anzuweisen, ihrem Arzt während der Behandlung Symptome einer

Infektion sofort zu melden.

Falls bei einem Patienten eine schwere Infektion auftritt, ist ein Absetzen von Fingolimod in Betracht

zu ziehen und vor Wiederaufnahme der Behandlung eine Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen.

Die Elimination von Fingolimod nach Beendigung der Therapie kann bis zu zwei Monate dauern und

die Überwachung auf Infektionen ist demzufolge über diesen Zeitraum fortzusetzen. Die Patienten

sind anzuweisen, bis zu 2 Monate nach Absetzen von Fingolimod Anzeichen einer Infektion zu

melden.

Herpes-Virusinfektion

Schwerwiegende, lebensbedrohliche und manchmal tödliche Fälle einer Enzephalitis, Meningitis oder

Meningoenzephalitis, die durch Herpes Simplex und Varizella-Zoster-Viren verursacht wurden, traten

zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Behandlung mit Fingolimod auf. Falls eine Herpes-

Enzephalitis, Herpes-Meningitis oder Herpes-Meningoenzephalitis auftritt, ist Fingolimod abzusetzen

und eine geeignete Behandlung für die jeweilige Infektion einzuleiten.

Vor Therapiebeginn mit Fingolimod müssen Patienten auf ihre Immunität gegen Varizellen

(Windpocken) überprüft werden. Es wird empfohlen, dass Patienten ohne eine ärztlich bestätigte

anamnestische Windpockenerkrankung oder ohne Dokumentation einer vollständigen Impfung mit

einem Varizellen-Impfstoff vor dem Beginn einer Therapie mit Fingolimod einen Antikörper-Test auf

Varizella-Zoster-Virus (VZV) durchführen lassen. Bei Patienten mit negativem Antikörpertest soll vor

Beginn einer Therapie mit Fingolimod ein vollständiger Impfdurchlauf mit einem Varizellen-Impfstoff

erfolgen (siehe Abschnitt 4.8). Der Behandlungsbeginn mit Fingolimod soll danach um einen Monat

aufgeschoben werden, damit die Impfung ihre volle Wirkung entfalten kann.

Kryptokokkenmeningitis

Fälle von Kryptokokkenmeningitis (eine Pilzinfektion), manche mit tödlichem Ausgang, wurden in

der Postmarketing-Phase nach etwa 2-3 Jahren Behandlung berichtet, obwohl ein genauer

Zusammenhang mit der Behandlungsdauer nicht bekannt ist (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten, die

Symptome und Anzeichen aufweisen, die auf eine Kryptokokkenmeningitis hindeuten (z.B.

Kopfschmerzen, die mit psychischen Veränderungen wie Verwirrtheit, Halluzinationen und/oder

Veränderungen der Persönlichkeit einhergehen), sind umgehend diagnostische Maßnahmen

einzuleiten. Wenn eine Kryptokokkenmeningitis diagnostiziert wird, ist Fingolimod abzusetzen und

eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Eine multidisziplinäre Konsultation (z.B. mit Spezialisten

für Infektionskrankheiten) ist, bei begründeter Wiederaufnahme der Behandlung mit Fingolimod,

einzuberufen.

Progressive Multifokale Leukenzephalopathie

Nach Markteinführung wurde unter Fingolimod-Therapie Progressive Multifokale

Leukenzephalopathie (PML) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). PML ist eine opportunistische Infektion,

die durch das John-Cunningham-Virus (JCV) verursacht wird und tödlich verlaufen oder zu schweren

Behinderungen führen kann. Fälle von PML ohne vorherige Natalizumab-Exposition sind nach etwa

2-3 Jahren Monotherapie aufgetreten. Obwohl das geschätzte Risiko mit zunehmender Exposition im

Laufe der Zeit zuzunehmen scheint, ist ein genauer Zusammenhang mit der Behandlungsdauer nicht

bekannt. Weitere PML-Fälle sind bei Patienten aufgetreten, die mit Natalizumab vorbehandelt wurden,

welches einen bekannten Zusammenhang mit PML aufweist. PML kann nur bei einer vorliegenden

JCV-Infektion auftreten. Wird ein JCV-Test durchgeführt, ist zu berücksichtigen, dass der Einfluss

einer Lymphopenie auf die Genauigkeit der anti-JCV-Antikörper-Tests bei Fingolimod-behandelten

Patienten nicht untersucht wurde. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass ein negativer anti-JCV-

Antikörper-Test die Möglichkeit einer anschließenden JCV-Infektion nicht ausschließt. Vor Beginn

einer Fingolimod-Behandlung soll eine MRT-Aufnahme (in der Regel innerhalb von 3 Monaten vor

Behandlungsbeginn) als Referenz vorliegen. MRT-Befunde können auffällig sein bevor klinische

Anzeichen oder Symptome auftreten. Bei Routine-MRT-Untersuchungen (gemäß den nationalen und

lokalen Empfehlungen) sollen Ärzte auf Läsionen achten, die auf eine PML hindeuten könnten. Die

MRT-Bildgebung ist als Teil einer engen Überwachung von Patienten mit einem erhöhten PML-

Risiko zu erwägen. Bei mit Fingolimod behandelten Patienten wurden Fälle von asymptomatischer

PML berichtet, die auf MRT-Befunden und positiven JCV-DNA-Tests im Liquor basierten. Wird eine

PML-Infektion vermutet, soll zu diagnostischen Zwecken sofort eine MRT-Untersuchung

durchgeführt und die Behandlung mit Fingolimod ausgesetzt werden, bis eine PML-Infektion

ausgeschlossen werden konnte.

Infektionen mit humanem Papillomavirus

Infektionen mit humanem Papillomavirus (HPV), einschließlich Papillom, Dysplasie, Warzen und

HPV-bedingte Krebserkrankungen, wurden unter der Behandlung mit Fingolimod nach der

Markteinführung berichtet. Aufgrund der immunsuppressiven Eigenschaften von Fingolimod ist vor

Therapiebeginn mit Fingolimod eine Impfung gegen HPV unter Berücksichtigung der

Impfempfehlungen in Betracht zu ziehen. Eine Krebsvorsorge, einschließlich Pap-Test, wird gemäß

Versorgungsstandard empfohlen.

Makulaödem

Bei 0,5 % der mit Fingolimod 0,5 mg behandelten Patienten wurde über Makulaödeme mit oder ohne

visuelle Symptome berichtet, die vorwiegend in den ersten 3 bis 4 Behandlungsmonaten auftraten

(siehe Abschnitt 4.8). Aus diesem Grund wird 3 bis 4 Monate nach Behandlungsbeginn eine

ophthalmologische Beurteilung empfohlen. Falls Patienten im Laufe der Behandlung über

Sehstörungen berichteten, ist eine Funduskopie unter Einbeziehung der Makula durchzuführen.

Bei Patienten mit anamnestisch bekannter Uveitis oder Diabetes mellitus besteht ein erhöhtes Risiko

für Makulaödeme (siehe Abschnitt 4.8). Zur Anwendung von Fingolimod bei Multiple-Sklerose-

Patienten mit Diabetes mellitus liegen keine Untersuchungen vor. Es wird empfohlen, bei Multiple-

Sklerose-Patienten mit Diabetes mellitus oder anamnestisch bekannter Uveitis vor Behandlungsbeginn

eine ophthalmologische Untersuchung durchzuführen und diese im Laufe der Behandlung zu

wiederholen.

Die Weiterbehandlung bei Patienten mit Makulaödem wurde nicht untersucht. Es wird empfohlen,

dass Fingolimod nach dem Auftreten eines Makulaödems abgesetzt wird. Die Entscheidung für oder

gegen die Wiederaufnahme der Behandlung nach dem Abklingen des Makulaödems muss unter

Abwägung des potenziellen Nutzens und der Risiken für den einzelnen Patienten erfolgen.

Leberschäden

Erhöhte Leberenzyme, insbesondere Alanin-Aminotransaminase (ALT) aber auch Gamma-

Glutamyltransferase (GGT) und Aspartat-Transaminase (AST) wurden bei Patienten mit Multipler

Sklerose, die mit Fingolimod behandelt wurden, berichtet. Es wurde auch über einige Fälle von

akutem Leberversagen, die eine Lebertransplantation erforderten, und klinisch relevanten

Leberschäden berichtet. Anzeichen einer Leberschädigung, einschließlich deutlich erhöhter

Leberenzymwerte im Serum und erhöhtem Gesamtbilirubin, traten bereits 10 Tage nach der ersten

Dosis auf und wurden auch nach längerer Einnahme berichtet. Im Rahmen klinischer Studien kam es

bei 8,0 % der erwachsenen Patienten unter Fingolimod 0,5 mg gegenüber 1,9 % der Placebo-Patienten

zu einem Anstieg der ALT auf das 3-Fache der Obergrenze des Normalwerts (ULN) und darüber. Ein

Anstieg auf mehr als das 5-Fache der ULN trat bei 1,8 % der Fingolimod- und 0,9 % der Placebo-

Patienten auf. In klinischen Studien wurde Fingolimod abgesetzt, falls der Anstieg das 5-Fache des

ULN überstieg. Bei erneuter Exposition gegenüber Fingolimod traten bei einigen Patienten erneut

erhöhte Lebertransaminasen-Werte auf, was auf einen Zusammenhang mit Fingolimod hindeutet. Im

Rahmen klinischer Studien kam es zu allen Zeitpunkten während der Behandlung zu erhöhten

Transaminase-Werten, wenngleich die meisten Fälle während der ersten 12 Monate auftraten. Die

Serumtransaminase-Werte normalisierten sich innerhalb von rund 2 Monaten nach Absetzen von

Fingolimod.

Fingolimod wurde bei Patienten mit bestehenden schweren Leberschäden (Child-Pugh-Klasse C) nicht

untersucht und darf daher bei diesen Patienten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Aufgrund der immunsuppressiven Eigenschaften von Fingolimod ist mit dem Beginn der Behandlung

bei Patienten mit aktiver viraler Hepatitis abzuwarten, bis diese abgeklungen ist.

Vor Beginn der Behandlung sollen aktuelle (d.h. aus den letzten 6 Monaten) Transaminasen- und

Bilirubin-Werte verfügbar sein. Die Lebertransaminasen-Spiegel und Serumbilirubin sind, in

Abwesenheit klinischer Symptome, in den Monaten 1, 3, 6, 9 und 12 der Therapie und regelmäßig

danach bis 2 Monate nach Absetzen von Fingolimod zu überprüfen. Wenn die Lebertransaminasen

größer als das 3-Fache, aber kleiner als das 5-Fache der ULN sind ohne gleichzeitige Erhöhung des

Serumbilirubins und ohne klinische Symptome, ist eine häufigere Überwachung einschließlich der

Messung von Serumbilirubin und alkalischer Phosphatase (ALP) einzuleiten, um festzustellen, ob

weitere Erhöhungen auftreten und abzuklären, ob eine alternative Ätiologie der Leberfunktionsstörung

vorliegt. Wenn die Lebertransaminasen auf mehr als das 5-Fache der ULN oder auf mehr als das 3-

Fache der ULN mit gleichzeitigem Anstieg des Serumbilirubins ansteigen, soll die Behandlung mit

Fingolimod unterbrochen werden. Die Überwachung der Leberfunktion ist fortzusetzen. Wenn sich

die Serumspiegel wieder normalisieren (einschließlich der Entdeckung einer alternativen Ursache für

die Leberfunktionsstörung), kann Fingolimod auf der Grundlage einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-

Bewertung für den Patienten wieder gestartet werden.

Bei Patienten mit Anzeichen einer Leberfunktionsstörung, z.B. ungeklärte Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gelbsucht und/oder dunkel verfärbter Urin, sind

die Leberenzymwerte und Bilirubin sofort zu testen, und die Behandlung abzusetzen, wenn sich eine

signifikante Schädigung der Leber bestätigt. Die Behandlung ist nicht wieder aufzunehmen, wenn

keine plausible alternative Ätiologie für die Anzeichen und Symptome der Leberschädigung

festgestellt werden kann.

Obwohl keine Daten vorliegen, die belegen, dass Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung

einem erhöhten Risiko für den Anstieg der Leberfunktionswerte unter Einnahme von Fingolimod

unterliegen, ist Fingolimod bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung in der Vorgeschichte mit

besonderer Vorsicht anzuwenden.

Auswirkungen auf den Blutdruck

Patienten mit nicht medikamentös eingestellter Hypertonie waren von der Teilnahme an klinischen

Studien vor der Zulassung ausgeschlossen. Fingolimod ist bei Patienten mit unkontrolliertem

Bluthochdruck nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden.

In klinischen Studien zu MS zeigten Patienten, die mit Fingolimod 0,5 mg behandelt wurden, einen

durchschnittlichen Anstieg des systolischen Blutdrucks um etwa 3 mmHg und um etwa 1 mmHg des

diastolischen Drucks, der erstmals ca. 1 Monat nach Behandlungsbeginn festzustellen war und

während der Behandlung anhielt. In der zweijährigen placebokontrollierten Studie wurde Hypertonie

als Nebenwirkung bei 6,5 % der mit Fingolimod 0,5 mg und 3,3 % der mit Placebo behandelten

Patienten beobachtet. Aus diesem Grund ist der Blutdruck während der Behandlung regelmäßig zu

kontrollieren.

Auswirkungen auf die Atemwege

Geringfügige, dosisabhängige Reduktionen der Werte für die Einsekundenkapazität (FEV

) und

Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO) traten nach einmonatiger Behandlung mit

Fingolimod auf und blieben im weiteren Verlauf stabil. Bei Patienten mit schwerer

Atemwegserkrankung, Lungenfibrose oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung ist Fingolimod

nur mit besonderer Vorsicht anwenden (siehe Abschnitt 4.8).

Posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom

Es wurde in klinischen Studien und nach Markteinführung über seltene Fälle eines posterioren

reversiblen Enzephalopathiesyndroms (PRES) bei einer Dosis von 0,5 mg berichtet (siehe Abschnitt

4.8). Die berichteten Symptome umfassten plötzliches Auftreten von starken Kopfschmerzen,

Übelkeit, Erbrechen, veränderter mentaler Status, Sehstörungen und Anfälle. Die Symptome von

PRES sind üblicherweise reversibel, können sich aber auch zu einem ischämischen Schlaganfall oder

einer zerebralen Hämorrhagie entwickeln. Verzögerung bei Diagnose und Therapie kann zu

fortdauernden neurologischen Folgeerscheinungen führen. Bei Verdacht auf PRES ist Fingolimod

abzusetzen.

Vorherige Behandlung mit Immunsuppressiva oder immunmodulatorischen Therapien

Es wurden keine Studien durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Fingolimod bei

Patienten zu untersuchen, die von Teriflunomid, Dimethylfumarat oder Alemtuzumab auf Fingolimod

umgestellt wurden. Bei der Umstellung von Patienten von einer anderen krankheitsmodifizierenden

Therapie auf Fingolimod müssen die Halbwertszeit und Wirkungsweise der anderen Therapie

berücksichtigt werden, um einen additiven Immuneffekt zu vermeiden und gleichzeitig das Risiko für

eine Krankheitsreaktivierung zu minimieren. Ein großes Blutbild wird vor der Initiierung mit

Fingolimod empfohlen, um sicher zu gehen, dass Immuneffekte der vorherigen Therapie (z.B.

Zytopenie) abgeklungen sind.

Mit Fingolimod kann generell sofort nach Absetzen von Interferon oder Glatirameracetat begonnen

werden.

Für Dimethylfumarat ist die Auswaschphase ausreichend zu bemessen, damit das große Blutbild

wiederhergestellt wird, bevor die Behandlung mit Fingolimod begonnen wird.

Wegen der langen Halbwertszeit von Natalizumab dauert die Elimination normalerweise bis zu 2-3

Monate nach Absetzen. Teriflunomid wird ebenfalls langsam aus dem Plasma eliminiert. Ohne ein

Verfahren zur beschleunigten Elimination kann die Clearance von Teriflunomid aus dem Plasma

einige Monate bis 2 Jahre dauern. Ein Verfahren zur beschleunigten Eliminierung, wie es in der

Fachinformation von Teriflunomid definiert ist, wird empfohlen, oder alternativ hat die

Auswaschphase nicht kürzer als 3,5 Monate zu sein. Deshalb ist bei der Umstellung von Natalizumab

oder Teriflunomid auf Fingolimod besondere Vorsicht aufgrund der potenziellen gleichzeitigen

Immuneffekte geboten.

Alemtuzumab hat schwere und anhaltende immunsuppressive Effekte. Da die tatsächliche Dauer

dieser Effekte unbekannt ist, wird der Beginn einer Behandlung mit Fingolimod nach Alemtuzumab

nicht empfohlen, es sei denn, der Nutzen dieser Behandlung überwiegt eindeutig die Risiken für den

individuellen Patienten.

Eine Entscheidung für eine längere gleichzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden hat nach

sorgfältiger Abwägung zu erfolgen.

Anwendung zusammen mit potenten CYP450-Induktoren

Die Kombination von Fingolimod mit potenten CYP450-Induktoren ist mit Vorsicht anzuwenden. Die

gleichzeitige Anwendung mit echtem Johanniskraut wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Maligne Erkrankungen

Kutane maligne Erkrankungen

Bei Patienten, die Fingolimod einnehmen, wurden Basalzellkarzinome (BCC) und andere kutane

Neoplasien berichtet, einschließlich malignem Melanom, Plattenepithelkarzinom, Kaposi-Sarkom und

Merkelzellkarzinom (siehe Abschnitt 4.8). Eine Überwachung von Hautläsionen muss gewährleistet

sein und eine medizinische Beurteilung der Haut wird bei Behandlungsbeginn und danach alle 6 bis 12

Monate empfohlen, unter Berücksichtigung einer klinischen Bewertung. Der Patient ist an einen

Dermatologen zu überwiesen, wenn verdächtige Läsionen entdeckt werden.

Da es ein potentielles Risiko für maligne Hautveränderungen gibt, sind Patienten, die mit Fingolimod

behandelt werden, vor ungeschützter Exposition gegenüber Sonnenstrahlung zu warnen. Diese

Patienten sollen keine gleichzeitige Phototherapie mit UV-B-Strahlung oder PUVA-

Photochemotherapie erhalten.

Lymphome

In klinischen Studien und nach Markteinführung wurden Fälle von Lymphomen beobachtet (siehe

Abschnitt 4.8). Die gemeldeten Fälle waren heterogener Natur, hauptsächlich Non-Hodgkin-

Lymphome, einschließlich B-Zell- und T-Zell-Lymphomen. Fälle von kutanem T-Zell-Lymphom

(Mycosis fungoides) wurden beobachtet. Es wurde auch ein tödlicher Fall eines Epstein-Barr-Virus

(EBV)-positiven B-Zell-Lymphoms beobachtet. Bei Verdacht auf ein Lymphom ist die Behandlung

abzusetzen.

Frauen im gebärfähigen Alter

Aufgrund des Risikos für den Fötus ist Fingolimod während der Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, kontraindiziert. Vor Beginn

der Behandlung müssen Frauen im gebärfähigen Alter über dieses Risiko für den Fötus aufgeklärt

werden, einen negativen Schwangerschaftstest vorweisen und während der Behandlung und für 2

Monate nach Absetzen der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.6 und die Ärzteinformation [RMP-Schulungsmaterial]).

Tumefactive Läsionen

In der Postmarketing-Phase wurden in seltenen Fällen tumefactive Läsionen im Zusammenhang mit

einem MS-Schub berichtet. Bei schweren Schüben ist ein MRT durchzuführen, um tumefactive

Läsionen ausschließen zu können. Der Abbruch der Behandlung ist vom Arzt von Fall zu Fall unter

Berücksichtigung des individuellen Nutzens und Risikos zu erwägen.

Rückkehr von Krankheitsaktivität nach Absetzen von Fingolimod

Nach Beendigung von Fingolimod wurde bei einigen Patienten in seltenen Fällen eine

schwerwiegende Krankheitsverschlimmerung in der Postmarketing-Phase beobachtet. Im Allgemeinen

wurde dies innerhalb von 12 Wochen nach Absetzen von Fingolimod beobachtet, aber auch bis zu 24

Wochen nach Absetzen von Fingolimod berichtet. Beim Absetzen einer Fingolimod-Therapie ist daher

Vorsicht geboten. Wenn das Absetzen von Fingolimod als notwendig erachtet wird, ist die

Möglichkeit des Wiederauftretens einer außergewöhnlich hohen Krankheitsaktivität zu

berücksichtigen und die Patienten sind auf relevante Anzeichen und Symptome zu überwachen und

bei Bedarf ist eine geeignete Behandlung einzuleiten (siehe unten „Beendigung der Behandlung“).

Beendigung der Behandlung

Wenn entschieden wurde, die Behandlung mit Fingolimod zu beenden, ist, basierend auf der

Halbwertszeit, ein 6-wöchiges Intervall ohne Behandlung nötig, um Fingolimod aus dem Blutkreislauf

zu entfernen (siehe Abschnitt 5.2). Nach Abbruch der Behandlung kehrt die Lymphozytenzahl

innerhalb von 1 bis 2 Monaten bei den meisten Patienten wieder in den Normbereich zurück (siehe

Abschnitt 5.1), obwohl eine vollständige Wiederherstellung bei manchen Patienten deutlich länger

dauern kann. Die Einleitung anderer Arzneimitteltherapien in diesem Zeitraum führt zu einer

gleichzeitigen Exposition mit Fingolimod. Die Gabe von Immunsuppressiva kurz nach Absetzen von

Fingolimod kann einen additiven Effekt auf das Immunsystem haben und Vorsicht ist

dementsprechend angebracht.

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