Feminac 35 Dragees

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-08-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
ethinylestradiolum, cyproteroni acetas
Verfügbar ab:
Spirig HealthCare AG
ATC-Code:
G03HB01
INN (Internationale Bezeichnung):
ethinylestradiolum, cyproteroni acetas
Darreichungsform:
Dragees
Zusammensetzung:
ethinylestradiolum 35 µg, cyproteroni acetas 2 mg, color.: E 104, E 132, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Androgenisierungserscheinungen
Zulassungsnummer:
56722
Berechtigungsdatum:
2004-05-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-08-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-08-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-08-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Feminac 35®

Spirig HealthCare AG

Was ist Feminac 35 und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Feminac 35 ist ein Arzneimittel, welches 2 Hormone enthält: Ethinylestradiol, ein weibliches

Hormon (ein sogenanntes Östrogen), und Cyproteronacetat, das einerseits die Wirkung männlicher

Hormone hemmt und andererseits Gelbkörperhormon-Eigenschaften hat.

Feminac 35 wird vom Arzt oder von der Ärztin bei Frauen verschrieben, welche von männlichen

Hormonen abhängige Krankheiten haben wie:

·Mässig schwere bis schwere Akne (mit oder ohne stark fettiger Haut, d.h. Seborrhoe), wenn lokale

Therapien oder orale Antibiotikatherapien zu keiner Verbesserung führten,

·krankhaft vermehrte Gesichts- und Körperbehaarung (Hirsutismus).

Ist die vermehrte Behaarung erst vor kurzem aufgetreten oder hat sie sich in letzter Zeit erheblich

verstärkt, muss der Arzt oder die Ärztin wegen der notwendigen diagnostischen Abklärung der

Ursachen ausdrücklich darauf hingewiesen werden.

Obwohl Feminac 35 auch empfängnisverhütend wirkt, darf es nur bei Patientinnen zum Einsatz

kommen, die aufgrund der oben beschriebenen Krankheitsbilder hormonell behandelt werden

müssen und darf nicht mit einem anderen hormonalen Empfängnisverhütungsmittel gleichzeitig

angewendet werden.

Wichtige Informationen über Feminac 35

·Feminac 35 bewirkt eine leichte Zunahme des Risikos für ein Blutgerinnsel in den Venen und

Arterien, insbesondere im ersten Jahr der Einnahme oder bei Wiederaufnahme der Einnahme von

Feminac 35 nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen.

·Achten Sie bitte aufmerksam auf Symptome eines Blutgerinnsels und wenden Sie sich an ihren

Arzt, wenn Sie vermuten, diese zu haben (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Feminac 35

Vorsicht geboten?», «Beeinflussung der Blutgerinnung, Risiko für Gefässerkrankungen»).

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte lesen Sie die Informationen zu Blutgerinnseln in der Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von

Feminac 35 Vorsicht geboten?», bevor Sie mit der Einnahme von Feminac 35 beginnen. Es ist

besonders wichtig, die Informationen zu den Symptomen eines Blutgerinnsels zu lesen (vgl. «So

erkennen Sie ein Blutgerinnsel»).

Bevor Sie mit der Einnahme von Feminac 35 beginnen, oder Feminac 35 erneut einnehmen, sollte

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von

eigenen Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine

und gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Einnahme von Feminac 35 empfehlen sich regelmässige ärztliche

Kontrolluntersuchungen nach Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Dabei wird

er/sie eventuell vorliegende Risiken (wie Alter, Gewicht, chirurgischer Eingriff, Änderung Ihres

Gesundheitszustandes und/oder Ihrer Risikofaktoren) gegen den erwarteten Nutzen abwägen und mit

Ihnen über das Fortführen der Therapie entscheiden.

Feminac 35 hat eine ähnliche Zusammensetzung wie eine kombinierte Verhütungspille, darf jedoch

nicht ausschliesslich zur Empfängnisverhütung eingenommen werden.

Falls eine Schwangerschaft während der Einnahme von Feminac 35 auftritt, ist das Risiko von

Missbildungen erhöht. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Feminac 35 regelmässig gemäss den

Dosierungsempfehlungen eingenommen wird, damit eine zuverlässige Empfängnisverhütung

gewährleistet ist. Falls Sie bisher ein hormonales Empfängnisverhütungsmittel eingenommen haben

und Sie mit der Einnahme von Feminac 35 beginnen wollen, fragen Sie bitte zunächst Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin. Vorgängig eingenommene hormonelle Empfängnisverhütungsmittel müssen

abgesetzt werden (vgl. «Wie verwenden Sie Feminac 35?» – «Beginn der Einnahme»).

Direkt nach der Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht. Sie sollten

deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Einnahme von Feminac 35

beginnen können.

Feminac 35 schützt nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) bzw. anderen Geschlechtskrankheiten.

Wann darf Feminac 35 nicht eingenommen werden?

Feminac 35 darf nicht eingenommen werden, wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf

Sie zutrifft.

Wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie dies Ihrem Arzt

mitteilen. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche andere Behandlung für Sie besser

geeignet ist.

·wenn Sie ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäss der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge

(Lungenembolie) oder eines anderen Organs haben (oder in der Vergangenheit hatten);

·wenn Sie jemals einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten;

·wenn Sie eine Angina pectoris (eine Erkrankung, die schwere Brustschmerzen verursacht und ein

erstes Anzeichen auf einen Herzinfarkt sein kann) oder eine transitorische ischämische Attacke

(vorübergehende Symptome eines Schlaganfalls) haben (oder früher einmal hatten);

·wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer Störung der Blutgerinnung leiden - beispielsweise Protein-

C-Mangel, Protein-S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden oder Antiphospholipid-

Antikörper;

·wenn ein Geschwister oder ein Elternteil in relativ jungem Alter (unter 50 Jahren) ein Blutgerinnsel

hatte;

·wenn bei Ihnen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren für das Auftreten eines Blutgerinnsels

vorliegen, wie z.B. Übergewicht oder Alter >35 Jahre (vgl. im Kapitel «Wann ist bei der Einnahme

von Feminac 35 Vorsicht geboten?»- «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene

erhöhen» und «Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen»);

·wenn Sie an einer bestimmten Form von Migräne (sog. «Migräne mit Aura» die mit Empfindungs-,

Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht) leiden oder in der Vergangenheit

gelitten haben;

·wenn Sie an schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Gefässkomplikationen leiden;

·wenn Sie stark erhöhten Blutdruck haben;

·wenn Sie stark erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyzeride) haben;

·wenn Sie Brust- oder Gebärmutterkrebs haben oder hatten, bei dem Geschlechtshormone eine Rolle

spielen oder spielten;

·wenn Sie nicht abgeklärte Scheidenblutungen haben;

·wenn Sie an schweren Lebererkrankungen (z.B. Gelbsucht) leiden oder gelitten haben, solange die

Leberwerte abnormal sind;

·wenn Sie Lebertumore haben oder hatten;

·wenn Sie an Hepatitis C leiden und antivirale Arzneimittel einnehmen, welche Ombitasvir,

Paritaprevir, Ritonavir, Dasabuvir oder eine Kombination dieser Wirkstoffe enthalten;

·bei bestehender oder vermuteter Schwangerschaft;

·während der Stillzeit;

·wenn Sie gleichzeitig ein hormonales Empfängnisverhütungsmittel anwenden;

·bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Feminac 35.

Wenn einer der oben genannten Punkte während der Einnahme von Feminac 35 neu auftritt,

konsultieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin und verwenden Sie nicht-hormonale kontrazeptive Methoden.

Feminac 35 ist nicht zur Behandlung bei Männern angezeigt.

Wann ist bei der Einnahme von Feminac 35 Vorsicht geboten?

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe aufsuchen (vgl. Tabelle «So

erkennen Sie ein Blutgerinnsel»):

·neu auftretende Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen;

·plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache;

·unerklärliche Beinschmerzen mit oder ohne Schwellung;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörung;

·plötzlicher starker Schmerz im Oberbauch oder Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den Arm;

·plötzliches Auftreten von Schwindel, Schwächegefühlen, Gefühlsstörungen;

·Kollaps mit oder ohne Krampfanfälle;

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während der Genesung nach Unfall oder

Operation;

·deutlicher Blutdruckanstieg bei mehreren Messungen;

·Depression;

·Gelbsucht;

·Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten bestehen

oder einmal bestanden haben oder sich während der Behandlung mit Feminac 35 verschlimmern oder

zum ersten Mal auftreten:

·wenn Sie unregelmässige Monatsblutungen, gewisse Brustveränderungen, Brustkrebs in der Familie

oder gutartige Geschwülste der Gebärmutter (sogenannte Myome) haben;

·wenn Sie Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (sogenannte Ödeme) haben;

·wenn Sie schwere Nierenerkrankungen haben;

·wenn Sie Epilepsie oder Veitstanz (Chorea minor) haben;

·wenn Sie Depressionen haben;

·wenn Sie erhöhte Blutfettspiegel (Hypertriglyceridämie) haben oder diese Erkrankung in Ihrer

Familie vorgekommen ist. Unter Anwendung der Wirkstoffkombination

Cyproteronacetat/Ethinylestradiol (wie sie in Feminac 35 enthalten ist) bei Hypertriglyceridämie

wurde über ein erhöhtes Risiko für Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) berichtet;

·wenn Sie an einer Venenentzündung leiden (oberflächliche Thrombophlebitis);

·wenn Sie Krampfadern (Varizen) haben;

·wenn Sie Gelbsucht oder Gallenblasenerkrankungen haben;

·wenn Sie an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmerkrankung) leiden;

·wenn Sie an systemischem Lupus erythematodes leiden (SLE; eine Erkrankung, die Ihr natürliches

Abwehrsystem beeinträchtigt);

·wenn Sie an einem hämolytisch-urämischen Syndrom leiden (HUS; eine Störung der Blutgerinnung,

die zu Nierenversagen führt);

·wenn Sie eine Sichelzellanämie haben (eine seltene Bluterkrankung);

·wenn Sie eine Herpes-Erkrankung während einer früheren Schwangerschaft (Herpes gestationis)

hatten;

·wenn Sie Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose) haben;

·wenn Sie an einer Störung des Blutfarbstoffaufbaus (Porphyrie) leiden.

In seltenen Fällen können bräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) auftreten, insbesondere wenn

sich diese Erscheinung in einer vorausgegangenen Schwangerschaft gezeigt hat. Wenn Sie dazu

neigen, sollten Sie längere Sonnenbäder und ultraviolette Strahlen während der Einnahme von

Feminac 35 meiden.

Bei Patientinnen mit erblichem oder erworbenem Angioödem (Schwellung der Haut und

Schleimhäute) kann die Einnahme von Östrogenen ein Angioödem auslösen oder die Symptome

verstärken.

Beeinflussung der Blutgerinnung, Risiko für Gefässerkrankungen:

Als Thrombose wird die Bildung eines Blutgerinnsels bezeichnet, welches ein Blutgefäss verstopfen

kann.

Bei der Einnahme von Feminac 35 ist Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels höher, als

wenn Sie Feminac 35 nicht einnehmen.

Blutgerinnsel können auftreten

·in Venen (sog. «Venenthrombose», «venöse Thromboembolie»);

·in den Arterien (sog «Arterienthrombose», «arterielle Thromboembolie»).

Am häufigsten ereignet sich eine Thrombose in den tiefen Beinvenen (tiefe Venenthrombose). Wenn

sich ein Blutgerinnsel von der Venenwand loslöst, kann es weiterwandern und die Lungenarterien

verstopfen, was zu einer sogenannten Lungenembolie führt. Blutgerinnsel können sehr selten auch in

den Blutgefässen des Herzens auftreten, was zu einem Herzinfarkt führen kann. Blutgerinnsel oder

aufgeplatzte Blutgefässe im Gehirn können einen Schlaganfall verursachen.

Sehr selten können sich Blutgerinnsel in anderen Körperteilen, einschliesslich Leber, Darm, Nieren

oder Auge bilden.

Venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse können in seltenen Fällen zu schwerwiegenden

bleibenden Gesundheitsschäden führen oder tödlich sein.

SO ERKENNEN SIE EIN BLUTGERINNSEL

Beim Auftreten folgender Zeichen sollten Sie die Einnahme von Feminac 35 unverzüglich abbrechen

und sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen:

Tritt bei Ihnen eines dieser Anzeichen auf?

Woran könnten Sie leiden?

Schwellung eines Beins oder längs einer Vene im Bein oder Fuss

vor allem wenn gleichzeitig Folgendes auftritt:

·Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur

beim Stehen oder Gehen bemerkt wird;

·Erwärmung des betroffenen Beins;

·Änderung der Hautfarbe des Beins, z.B. Rot- oder Blaufärbung

oder selten aufkommende Blässe.

Tiefe Beinvenenthrombose

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung;

·plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem evtl. Blut

Lungenembolie

ausgehustet werden kann;

·stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt;

·starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag;

·starke Magenschmerzen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt, da

einige dieser Symptome wie Husten oder Kurzatmigkeit mit einer

leichteren Erkrankung wie z.B. einer Entzündung der Atemwege

(z.B. einem grippalen Infekt) verwechselt werden können.

Symptome, die meistens in einem Auge auftreten:

·sofortiger Verlust des Sehvermögens oder

·schmerzloses verschwommenes Sehen, welches zu einem Verlust

des Sehvermögens fortschreiten kann.

Thrombose einer Netzhautvene

(Blutgerinnsel in einer Vene

oder Arterie im Auge)

·Brustschmerz, Unwohlsein, Druck, Schweregefühl;

·Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des

Brustbeins;

·Völlegefühl, Verdauungsstörungen oder Erstickungsgefühl;

·in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlende

Beschwerden im Oberkörper;

·Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;

·extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;

·schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

Herzinfarkt

·plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms

oder Beins, die auf einer Köperseite besonders ausgeprägt ist;

·plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;

·plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl,

Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen

unbekannter Ursache;

·Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne

Krampfanfall.

Schlaganfall

In manchen Fällen können die Symptome eines Schlaganfalls

kurzfristig sein und mit einer nahezu sofortigen und vollständigen

Erholung einhergehen. Sie sollten sich aber trotzdem dringend in

ärztliche Behandlung begeben, da Sie erneut einen Schlaganfall

erleiden könnten.

·Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung einer Extremität;

·starke Magenschmerzen (akutes Abdomen).

Blutgerinnsel, die andere

Blutgefässe verstopfen

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Vene erhöht?

Das Risiko für venöse Thromboembolien ist während des ersten Anwendungsjahres am höchsten.

Dieses erhöhte Risiko besteht ab der erstmaligen Einnahme von Feminac 35 oder bei der erneuten

Einnahme (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden behandlungsfreien Zeitraum).

Daten einer grossen Studie weisen darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko vorwiegend während den

ersten 3 Monaten besteht.

Nach dem ersten Jahr sinkt das Risiko, es bleibt aber stets geringfügig höher als wenn Feminac 35

nicht eingenommen würde.

Wenn Sie die Einnahme von Feminac 35 beenden, kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel in wenigen

Wochen auf den Normalwert zurück.

Wie gross ist das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels?

Das Gesamtrisiko für ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge mit Feminac 35 ist gering, ist aber

mehrfach höher als bei Frauen, die keine Feminac 35 einnehmen:

·Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein kombiniertes hormonales

Kontrazeptivum oder Feminac 35 anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel.

·Das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels ist entsprechend Ihrer persönlichen medizinischen

Vorgeschichte unterschiedlich hoch (siehe folgenden Abschnitt «Faktoren, die das Risiko für ein

Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen»).

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene erhöhen

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) nimmt zu:

·mit steigendem Alter (insbesondere ab einem Alter von ungefähr 35 Jahren);

·bei Übergewicht (Body-Mass-lndex über 30 kg/m2);

·bei früherem Auftreten eines Blutgerinnsels (Beinthrombose, Lungenembolie oder anderswo), bei

einem Geschwister oder Elternteil in jungen Lebensjahren (jünger als 50 Jahre), oder falls Sie oder

einer Ihrer nahen Verwandten bekannte oder vermutete vererbliche Störungen der Blutgerinnung

haben. In diesem Fall sollten Sie vor Beginn der Einnahme von Feminac 35 einen Spezialisten

aufsuchen. Gewisse Blutfaktoren, welche die Veranlagung für venöse Thrombosen erhöhen,

schliessen APC-Resistenz (aktiviertes Protein C–Faktor V-Leiden- Mutation), Homozystein,

Antithrombin III-Mangel, Protein C-Mangel, Protein S-Mangel, Antiphospholipid- Antikörper

(Antikardiolipin- Antikörper, Lupus- Antikoagulans) ein. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine

Thrombophilie ergibt, ist die Einnahme von Feminac 35 kontraindiziert (siehe «Wann darf Feminac

35 nicht eingenommen werden?»);

·wenn Sie am polyzystischen Ovarialsyndrom leiden (einer Störung der Eierstöcke, die kombiniert

sein kann mit Zeichen eines verstärkten Einflusses männlicher Hormone [z.B. vermehrte Gesichts-

und Körperbehaarung] und mit erhöhtem Thromboserisiko);

·bei längerfristiger Immobilisierung, grösseren chirurgischen Eingriffen, jedem chirurgischen

Eingriff an den Beinen oder wenn ein Bein eingegipst ist, sowie schweren Verletzungen. In diesen

Fällen sollte Feminac 35 abgesetzt werden (bei geplanten chirurgischen Eingriffen mind. 4 Wochen

vorher). Der Arzt, die Ärztin entscheidet, wann mit der Einnahme von Feminac 35 wieder begonnen

werden kann (frühestens 2 Wochen nach vollständiger Mobilisierung).

Andere Risikofaktoren sind systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom,

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sichelzellanämie und Krebs.

Wenn mehr als einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder eine dieser Erkrankungen besonders schwer

ist, kann Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht sein.

Bis zu 12 Wochen nach einer Entbindung ist das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht.

Sie sollten deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, wann Sie wieder mit der Einnahme von

Feminac 35 beginnen können.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, auch wenn

Sie nicht sicher sind. Ihr Arzt kann dann entscheiden Feminac 35 abzusetzen.

Wann ist das Risiko für Blutgerinnsel in einer Arterie erhöht?

Genau wie ein Blutgerinnsel in einer Vene kann auch ein Gerinnsel in einer Arterie schwerwiegende

Probleme verursachen. Es kann zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen

Es ist wichtig zu beachten, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund der

Einnahme von Feminac 35 sehr gering ist, jedoch ansteigen kann:

·mit zunehmendem Alter (älter als 35 Jahre);

·wenn Sie rauchen. Bei der Einnahme von Feminac 35 wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn Sie nicht mit dem Rauchen aufhören können und älter als 35 Jahre sind, kann Ihr Arzt Ihnen

raten, eine andere Therapie anzuwenden;

·wenn Sie übergewichtig sind (Body-Mass-lndex über 30 kg/m2);

·wenn Sie einen hohen Blutdruck haben;

·wenn einer Ihrer nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre) einen Herzinfarkt

oder Schlaganfall hatte. In diesem Fall könnten Sie ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen

Herzinfarkt oder Schlaganfall haben;

·wenn Sie oder einer Ihrer nächsten Angehörigen einen hohen Blutfettspiegel (Cholesterin oder

Triglyceride) haben;

·wenn Sie Migräne und insbesondere Migräne mit Aura haben;

·wenn Sie am polyzystischen Ovarialsyndrom leiden (einer Störung der Eierstöcke, die kombiniert

sein kann mit Zeichen eines verstärkten Einflusses männlicher Hormone [z.B. vermehrte Gesichts-

und Körperbehaarung] und mit erhöhtem Thromboserisiko);

·wenn Sie an Herzproblemen leiden (Herzklappenerkrankung, Rhythmusstörung namens

Vorhofflimmern);

·wenn Sie Zucker (Diabetes) haben;

·wenn Sie systemischen Lupus erythematodes haben (SLE - eine Krankheit, die Ihr natürliches

Abwehrsystem beeinträchtigt).

Wenn mehr als einer dieser Punkte auf Sie zutrifft oder eine dieser Erkrankungen besonders schwer

ist, kann Ihr Risiko für die Ausbildung eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht sein.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn es bei einer der oben erwähnten Punkte während der Einnahme von

Feminac 35 zu einer Veränderung kommt, zum Beispiel wenn Sie mit dem Rauchen anfangen, bei

einem nahen Angehörigen aus unbekannter Ursache eine Thrombose auftritt, oder wenn Sie stark

zunehmen.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs wurde bei Frauen, die kombinierte Hormon-Präparate wie Feminac 35 anwenden,

geringfügig öfter festgestellt als bei Frauen gleichen Alters, die keine solchen Präparate anwenden.

10 Jahre nach Absetzen dieser Präparate besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht

bekannt, ob der Unterschied durch diese Präparate verursacht wird. Möglicherweise wurden diese

Frauen nur sorgfältiger und öfter untersucht, so dass der Brustkrebs früher erkannt wurde.

In seltenen Fällen sind nach Langzeitanwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Feminac 35 enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren

Blutungen führen und das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist der Arzt

oder die Ärztin zu informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von

selbst bald vorübergehen.

Bei Frauen, die kombinierte Hormon-Präparate wie Feminac 35 über längere Zeit anwenden, treten

häufiger Fälle von Gebärmutterhalskrebs auf. Das höchste Risiko für Gebärmutterhalskrebs ist eine

lang andauernde Infektion mit dem Papillomavirus (HPV-Infektion). Die Langzeiteinnahme von

Feminac 35 könnte zu diesem erhöhten Risiko beitragen.

Die oben genannten Tumoren können lebensbedrohlich sein oder tödlich verlaufen.

Die in Feminac 35 enthaltenen Hormone können die Ergebnisse bestimmter Blutuntersuchungen

beeinflussen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, dass Sie Feminac 35 einnehmen,

wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt wird.

Jedes Dragée von Feminac 35 enthält 41 mg Laktose. Wenn Sie an der seltenen hereditären

Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden und eine

laktosefreie Diät einhalten, sollten Sie diese Menge beachten.

Psychiatrische Erkrankungen

Manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie Feminac 35 anwenden berichten über

Depression oder depressive Verstimmung. Depressionen können schwerwiegend sein und

gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und

depressive Symptome auftreten, lassen Sie sich so rasch wie möglich von einem Arzt/einer Ärztin

medizinisch beraten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Gewisse Arzneimittel können bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von Feminac 35

beeinträchtigen.

Dazu gehören Arzneimittel zur Behandlung von:

·Epilepsie (Primidon, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat)

·Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin)

·Infektionen mit dem HIV- und Hepatitis C-Virus (sogenannte Proteaseinhibitoren und

Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-lnhibitoren)

·Pilzinfektionen (Griseofulvin)

·Bluthochdruck in den Lungenarterien wie Bosentan

·Narkolepsie wie Modafinil

·bestimmten Infektionen, bei denen längerfristig (über 10 Tage) Antibiotika eingenommen werden

müssen (Tetracycline)

·depressiven Verstimmungen (Johanniskrautpräparate (siehe unten)).

Wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel kurzfristig (bis zu 10 Tagen) anwenden, können Sie

Feminac 35 weiterhin einnehmen. Während der Behandlung und für 28 Tage nach dem Beenden der

Behandlung mit diesem Arzneimittel müssen Sie jedoch zusätzliche, nichthormonale Massnahmen

zur Empfängnisverhütung, z.B. Kondome, anwenden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Wird die gleichzeitige Behandlung mit dem Arzneimittel über das Ende der aktuellen Packung von

Feminac 35 fortgesetzt, ist die nächste Packung ohne Unterbrechung, also ohne die übliche

Einnahmepause (siehe «Wie verwenden Sie Feminac 35?») anzufangen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

wird Sie darüber instruieren.

Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder Apotheker bzw. Apothekerin über

das weitere Vorgehen, falls Sie längerfristig (d.h. über mehr als 10-14 Tage) Antibiotika einnehmen

müssen (z.B. bei Entzündungen der Knochen oder bei Borreliose).

Wenn Sie Feminac 35 einnehmen, sollen Sie nicht gleichzeitig ein Johanniskrautpräparat

(Hypericum) gegen Depressionen anwenden, da die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt

werden kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde

berichtet.

Einige Arzneimittel sowie Grapefruitsaft können die Wirkstoffkonzentration von Feminac 35 im Blut

erhöhen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

oder Grapefruitsaft einnehmen:

·Antipilzmittel, die Wirkstoffe wie z.B. Itraconazol, Voriconazol, oder Fluconazol enthalten,

·bestimmte Antibiotika (sogenannte Makrolide), die als Wirkstoff Clarithromycin oder Erythromycin

enthalten,

·bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen (mit den Wirkstoffen

Diltiazem oder Verapamil),

·Schmerz- und Entzündungshemmer, die als Wirkstoff Etoricoxib enthalten,

·Arzneimittel zur Senkung hoher Cholesterinblutspiegel, die als Wirkstoff Atorvastatin oder

Rosuvastatin enthalten.

Fachinformation

Feminac 35®

Spirig HealthCare AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Cyproteroni acetas, Ethinylestradiolum.

Hilfsstoffe: Color.: E104, E132; Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dragée zu 2 mg Cyproteronacetat und 0,035 mg Ethinylestradiol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mässig schwere bis schwere Akne aufgrund von Androgenempfindlichkeit (mit oder ohne Seborrhö)

und/oder Hirsutismus bei Patientinnen im gebärfähigen Alter.

Feminac 35 sollte erst nach Versagen einer topischen Therapie oder systemischer

Antibiotikabehandlungen zur Aknetherapie angewendet werden.

Da es sich bei Feminac 35 gleichzeitig um ein hormonales Kontrazeptivum handelt, darf es nicht in

Kombination mit anderen hormonalen Kontrazeptiva angewendet werden (siehe Kapitel

«Kontraindikationen»).

Ist ein Hirsutismus erst vor kurzem aufgetreten oder hat er sich in letzter Zeit erheblich verstärkt,

müssen die Ursachen (androgenbildender Tumor oder adrenaler Enzymdefekt) differential-

diagnostisch abgeklärt werden.

Dosierung/Anwendung

Feminac 35 enthält Cyproteronacetat. Cyproteronacetat darf bei Frauen im gebärfähigen Alter

grundsätzlich nur unter wirksamem Konzeptionsschutz angewendet werden. Feminac 35 muss daher

unbedingt regelmässig gemäss den nachfolgenden Dosierungsempfehlungen angewendet werden, um

eine adäquate kontrazeptive Wirksamkeit zu gewährleisten.

Die Dragées sind in der auf der Packung angegebenen Reihenfolge jeweils möglichst zur gleichen

Tageszeit vorzugsweise mit FIüssigkeit einzunehmen. Vorgängig angewendete hormonelle

Kontrazeptiva sollten abgesetzt werden. Es wird an 21 aufeinanderfolgenden Tagen täglich ein

Dragée eingenommen. Darauf folgt jeweils eine 7tägige Einnahmepause, bevor die nächste Packung

begonnen wird. Während der Einnahmepause kommt es üblicherweise zu einer Entzugsblutung, die

normalerweise 2–3 Tage nach der letzten Dragée-Einnahme einsetzt und noch andauern kann, wenn

bereits die nächste Packung begonnen wird.

Die unregelmässige Einnahme von Feminac 35 kann zu Zwischenblutungen führen und die

therapeutische und kontrazeptive Sicherheit verschlechtern.

Behandlungsdauer

Die Zeit bis zur Linderung der Symptome beträgt mindestens drei Monate. Die Dauer der

Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Androgenisierungserscheinungen und ihrem

Ansprechen auf die Behandlung; im Allgemeinen beträgt sie mehrere Monate. Der behandelnde Arzt

sollte regelmässig überprüfen, ob eine Weiterbehandlung indiziert ist.

Wenn es Wochen oder Monate nach dem Absetzen zu Rezidiven kommt, kann die Behandlung mit

Feminac 35 wieder aufgenommen werden.

Im Falle einer Wiederaufnahme von Feminac 35 (nach einem 4-wöchigen oder längerem pillenfreien

Intervall) muss das erhöhte Risiko venöser Thromboembolien (VTE) berücksichtigt werden (siehe

auch Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Beginn der Einnahme

Frauen, die im letzten Monat keine hormonalen Kontrazeptiva angewendet haben

Mit der Dragée-Einnahme ist am 1. Zyklustag (= 1. Tag der Menstruation) zu beginnen. Ein Beginn

ist auch vom 2.–5. Tag möglich, wobei dann während der ersten 7 Tage der Dragée-Einnahme im 1.

Zyklus die zusätzliche Anwendung nichthormonaler Kontrazeptionsmethoden (z.B Kondome; nicht

jedoch Kalendermethode nach Knaus-Ogino oder Temperaturmethode;) empfohlen wird.

Wechsel von einem kombinierten hormonalen Kontrazeptivum (CHC); einschliesslich

transdermalem Patch oder Vaginalring

Mit der Einnahme von Feminac 35 sollte am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen

Tablette des bisherigen CHC begonnen werden, spätestens jedoch am Tag nach der letzten

wirkstofffreien (Placebo) Tablette des bisherigen CHC. Im Falle eines transdermalen Patches oder

eines Vaginalrings sollte mit der Einnahme von Feminac 35 am Tag nach der Entfernung des letzten

Rings bzw. des letzten Patches begonnen werden, spätestens aber an jenem Tag, an welchem die

nächste Anwendung des Patches bzw. des Vaginalrings fällig wäre.

Wechsel von einem Gestagen-Monopräparat (Minipille, Injektion, Implantat, Gestagen-abgebendes

Intrauterinsystem [IUS])

Die Umstellung von der Minipille kann an jedem beliebigen Tag erfolgen, von einem Implantat bzw.

Gestagen-abgebenden IUS frühestens am Tag der Entfernung und von einem Injektionspräparat zum

Zeitpunkt, an dem die nächste Injektion fällig wäre. In all diesen Fällen sind während der ersten 7

Tage der Dragée-Einnahme zusätzliche nichthormonale Kontrazeptionsmethoden anzuwenden.

Nach einem Abort im 1. Trimenon

Mit der Einnahme von Feminac 35 kann sofort begonnen werden. Zusätzliche

Kontrazeptionsmassnahmen sind dann nicht erforderlich.

Nach einem Abort im 2. Trimenon oder einer Geburt

Bei der Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt nach einer Geburt bzw. nach einem Abort im 2.

Trimenon (wieder) mit der Anwendung von Feminac 35 begonnen werden kann, ist zu

berücksichtigen, dass postpartal das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöht ist

(während bis zu 12 Wochen; vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In jedem Fall sollte nach einer Geburt bzw. einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung von

Feminac 35 frühestens zwischen dem 21. und dem 28. Tag begonnen werden. Bei einem späteren

Beginn wird an den ersten 7 Tagen der Anwendung die zusätzliche Anwendung nicht-hormonaler

Kontrazeptionsmethoden empfohlen. Hat in der Zwischenzeit bereits Geschlechtsverkehr

stattgefunden, ist vor Beginn der Einnahme eine Schwangerschaft auszuschliessen oder die erste

Monatsblutung abzuwarten.

Vorgehen bei vergessener Dragée-Einnahme

Wird innerhalb von 12 Stunden bemerkt, dass die Einnahme des Dragées zum üblichen Zeitpunkt

vergessen wurde, soll das Dragée sofort eingenommen werden. Die folgenden Dragées sind wieder

zur gewohnten Tageszeit einzunehmen. Der kontrazeptive Schutz wird dann nicht beeinträchtigt.

Wird die Dragée-Einnahme mehr als 12 Stunden über den üblichen Zeitpunkt hinaus vergessen, ist

der Konzeptionsschutz möglicherweise reduziert.

Für die versäumte Einnahme gelten die folgenden zwei Grundregeln:

1.Die Einnahme darf nie länger als 7 Tage unterbrochen werden.

2.Eine regelmässige Einnahme über mindestens 7 Tage ist erforderlich, um wirkungsvoll die

Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse zu unterdrücken.

Daraus ergibt sich in Abhängigkeit von der Einnahmewoche folgendes Vorgehen:

Erste Einnahmewoche

Das vergessene Dragée soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt

wird – auch dann, wenn dadurch an einem Tag 2 Dragées einzunehmen sind. Die weiteren Dragées

sollen wieder zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Während der folgenden 7 Tage ist

zusätzlich eine nichthormonale Methode der Kontrazeption anzuwenden. Hat in den

vorangegangenen 7 Tagen Geschlechtsverkehr stattgefunden, muss die Möglichkeit einer

Schwangerschaft berücksichtigt werden. Je mehr Dragées vergessen wurden und je näher dies beim

einnahmefreien Intervall liegt, desto grösser ist das Risiko einer Schwangerschaft.

Zweite Einnahmewoche

Das vergessene Dragée soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt

wird – auch dann, wenn dadurch an einem Tag 2 Dragées einzunehmen sind. Die weiteren Dragées

sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Vorausgesetzt, dass an den 7 vorangegangenen

Tagen eine regelmässige Einnahme erfolgte, ist keine zusätzliche kontrazeptive Massnahme

erforderlich. War dies nicht der Fall oder wurde mehr als 1 Dragée vergessen, sind während der

nächsten 7 Tage zusätzlich nichthormonale Kontrazeptionsmethoden anzuwenden.

Dritte Einnahmewoche

Es besteht wegen des bevorstehenden einnahmefreien Intervalls ein erhöhtes

Schwangerschaftsrisiko. Wird eine der beiden folgenden Einnahmemöglichkeiten angewendet, sind

keine zusätzlichen kontrazeptiven Massnahmen erforderlich, sofern die Einnahme an den

vorangegangenen 7 Tagen regelmässig erfolgte. Andernfalls sollte die erste der beiden

Einnahmemöglichkeiten befolgt und während der nächsten 7 Tage zusätzlich eine nichthormonale

Kontrazeptionsmethode angewendet werden.

1.Das vergessene Dragée soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt

wird – auch dann, wenn dadurch an einem Tag 2 Dragées einzunehmen sind. Die weiteren Dragées

sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Die Dragée-Einnahme aus der nächsten Packung

ist unmittelbar danach, d.h. ohne Einhaltung des einnahmefreien Intervalls, zu beginnen. Es ist

unwahrscheinlich, dass vor Ende der 2. Packung eine Entzugsblutung auftritt, jedoch kann es gehäuft

zu Schmier- bzw. Durchbruchsblutung kommen.

2.Die Einnahme der Dragées aus der aktuellen Packung wird abgebrochen. Nach einem

einnahmefreien Intervall von bis zu 7 Tagen (einschliesslich jener Tage, an denen die Einnahme

vergessen wurde) soll die nächste Packung angefangen werden.

Sollte es im nächsten einnahmefreien Intervall zu keiner Entzugsblutung kommen, muss die

Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Verhalten bei gastrointestinalen Störungen

Im Falle schwerer gastrointestinaler Störungen ist die Resorption möglicherweise unvollständig und

zusätzliche kontrazeptive Methoden sollten angewendet werden.

Bei Erbrechen innerhalb von 3–4 Stunden nach der Dragée-Einnahme sind die Grundregeln des

Abschnitts «Vorgehen bei vergessener Dragée-Einnahme» zu beachten. Damit das gewohnte

Einnahmeschema beibehalten werden kann, muss das zusätzlich einzunehmende Dragée aus einer

Reservepackung entnommen werden.

Verschieben der Menstruation

Hinausschieben der Menstruation

Die Einnahme ist ohne einnahmefreies Intervall aus der nächsten Packung fortzusetzen. Dabei kann

die Menstruation so lange wie gewünscht (längstens bis zum Ende der zweiten Packung)

hinausgezögert werden. Während dieser Zeit kann es zu Schmier- und Durchbruchsblutungen

kommen. Die regelmässige Einnahme von Feminac 35 wird dann nach der üblichen 7-tägigen Pause

fortgesetzt.

Vorverlegen der Menstruation

Der Beginn der Menstruation kann auf einen anderen Wochentag verschoben werden, indem das

einnahmefreie Intervall beliebig verkürzt wird. Je kürzer das Intervall ist, desto unwahrscheinlicher

kommt es zu einer Entzugsblutung bzw. desto häufiger treten während der Einnahme der nächsten

Packung Schmier- und Durchbruchsblutungen auf (ähnlich wie beim Hinausschieben der

Menstruation).

Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten

Wie bei allen Östrogen-Gestagen-Kombinationen kann es unter Feminac 35, insbesondere in den

ersten Monaten der Einnahme, zu unregelmässigen Blutungen (Schmier- bzw.

Durchbruchsblutungen) kommen. Daher ist eine diagnostische Abklärung unregelmässiger

Blutungen erst nach einer Anpassungsphase von ca. 3 Zyklen sinnvoll.

Persistieren die Blutungsunregelmässigkeiten oder treten sie erstmals nach zuvor regelmässigen

Zyklen auf, müssen auch nichthormonal bedingte Ursachen in Betracht gezogen werden. Demnach

sind entsprechende diagnostische Massnahmen zum Ausschluss einer Schwangerschaft oder einer

malignen Erkrankung angezeigt. Diese Abklärungen können eine Kürettage einschliessen.

Die Entzugsblutung kann während des einnahmefreien Intervalls ausbleiben. Falls Feminac 35

entsprechend den Dosierungsanweisungen eingenommen wurde, ist eine Schwangerschaft

unwahrscheinlich. Wurde Feminac 35 allerdings vor der ersten ausgebliebenen Entzugsblutung nicht

vorschriftsgemäss eingenommen oder sind zwei Entzugsblutungen ausgeblieben, muss vor der

weiteren Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cyproteronacetat 2 mg/Ethinylestradiol 0.035 mg wurde

überwiegend an erwachsenen Patientinnen untersucht. Insbesondere zu Patientinnen <16 Jahren

liegen nur limitierte Daten vor. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei

Erwachsenen empfohlen. Bei Mädchen vor der Pubertät besteht keine Indikation.

Geriatrische Patientinnen

Feminac 35 ist nach der Menopause nicht indiziert.

Leberinsuffizienz

Feminac 35 ist bei Patientinnen mit schweren Lebererkrankungen kontraindiziert.

Niereninsuffizienz

Feminac 35 wurde bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht und es können keine

Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Kontraindikationen

·Bestehende oder vorausgegangene arterielle oder venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie, Angina pectoris, Myokardinfarkt, transitorische ischämische

Attacke, zerebrovaskulärer Insult);

·vererbte oder erworbene Prädisposition für venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse

wie z.B. Resistenz gegenüber aktiviertem Protein C (APC-Resistenz, z.B. bei Faktor V Leiden

Mutation), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie

und Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupus-Antikoagulans);

·Familienanamnese mit bekannter, idiopathischer venöser Thromboembolie (VTE) bei einem

Geschwister oder Elternteil im relativ jungen Alter (etwa unter 50 Jahren) (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»/Abschnitt «Risikofaktoren für eine VTE»);

·Vorliegen schwerer oder gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für venöse oder arterielle

thromboembolische Ereignisse wie sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

beschrieben sind;

·Diabetes mellitus mit Gefässkomplikationen

·schwere arterielle Hypertonie;

·schwere Dyslipoproteinaemie;

·Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (auch in der Anamnese);

·bestehende oder vermutete maligne Erkrankungen der Genitalorgane oder der Mammae, wenn diese

sexualhormonabhängig sind;

·ungeklärte vaginale Blutungen;

·bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumore;

·bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange abnorme

Leberfunktionsparameter bestehen;

·gleichzeitige Anwendung zusammen mit der Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir (Arzneimittel zur Therapie der Hepatitis

C). Frühestens 2 Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel kann wieder mit der Anwendung

begonnen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»);

·bestehende oder vermutete Schwangerschaft;

·Stillzeit;

·gleichzeitige Verwendung eines anderen hormonalen Kontrazeptivums;

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Feminac 35 ist nicht zur Behandlung von Männern angezeigt.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Feminac 35 darf aufgrund seiner Risiken (siehe insbesondere die Abschnitte «Risiko für venöse

Thromboembolien» und «Risiko für arterielle Thromboembolien») nur für die Behandlung der

mässig schweren bis schweren Akne eingesetzt werden.

Feminac 35 enthält das Gestagen Cyproteronacetat und das Östrogen Ethinylestradiol und wird

während 21 Tagen des weiblichen Zyklus eingenommen. Obwohl Feminac 35 eine ähnliche

Zusammensetzung aufweist wie ein kombiniertes hormonales Kontrazeptivum (CHC), ist eine

Verwendung ausschliesslich zur Kontrazeption nicht indiziert. Es gelten jedoch dieselben

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen wie bei CHC, welche nachfolgend beschrieben werden.

Die Anwendung von Feminac 35 erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für

arterielle Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung

berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle

Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientin auf die Informationen zu venösen und

arteriellen thromboembolischen Ereignissen hinzuweisen, insbesondere auf die möglichen

Symptome von VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im

Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und

Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»).

Der Nutzen einer Anwendung von Feminac 35 sollte gegen die nachfolgend aufgeführten

Erkrankungen/Risiken - unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem

Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren - abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden,

bevor man sich zur Anwendung von Feminac 35 entschliesst (siehe auch «Kontraindikationen»). Die

Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen

Ratschläge zu befolgen.

Vor Beginn der Einnahme oder erneuter Anwendung von Feminac 35 soll eine sorgfältige Eigen-

und Familienanamnese erhoben sowie unter Beachtung der Kontraindikationen und

Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung

durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Krankheiten sowie Risikozustände feststellen und

eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Während der Anwendung empfehlen sich Kontrollen

in etwa halbjährlichen bis jährlichen Abständen, wobei die Kontraindikationen (z.B. eine

transitorische ischämische Attacke) oder Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser (VTE) oder

arterieller Thrombosen (ATE), vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut

überprüft werden sollten, da diese während der Einnahme eines oralen Kontrazeptivums zum ersten

Mal auftreten können.

Diese Untersuchungen schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen und

Beckenorgane (inkl. Zervixzytologie) sowie relevante Laboruntersuchungen ein.

Die Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollte sich dabei an etablierten Richtlinien orientieren

und individuell abgestimmt werden.

Gründe für das sofortige Absetzen

Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten

Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen

Arzt/eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung Feminac 35

entscheiden wird:

·erstmaliges Auftreten oder Exazerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprach- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;

·erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen (vgl. «Symptome einer VTE (tiefe

Venenthrombose und Lungenembolie)» und «Symptome einer ATE)»);

·mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation (z.B. nach

Unfall oder Operation);

·klinisch relevanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);

·Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus;

·starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;

·Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

Die Anwendung von Feminac 35 erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung. Die

Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin

getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

·Das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Feminac 35.

·Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?

·Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten

3 Monate).

·Es gibt zudem Hinweise, dass das Risiko für VTE erhöht ist, wenn die Anwendung von Feminac 35

nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird.

·Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die Anwenderin die behandelnden Ärzte

darüber informieren, dass sie Feminac 35 anwendet.

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die kein CHC anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im

Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei einer einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von

ihren zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Epidemiologische Studien an Frauen, die niedrig dosierte (<50 µg Ethinylestradiol) CHC anwenden,

ergaben, dass im Verlauf eines Jahres bei ca. 5 bis 12 von 10'000 Frauen eine VTE auftritt.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Inzidenz von VTE bei Anwenderinnen der

Cyproteronacetat/Ethinylestradiol-Kombination, wie sie in Feminac 35 enthalten ist, 1.5 bis 2-mal so

gross ist wie bei Anwenderinnen von Levonorgestrel-haltigen CHC, und möglicherweise ähnlich

dem Risiko für Desogestrel/Gestoden/Drospirenon-haltige CHC.

Eine venöse Thromboembolie kann in 1-2% der Fälle letal verlaufen.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen der Cyproteronacetat/Ethinylestradiol-Kombination, wie

sie in Feminac 35 enthalten ist, auch über venöse Thrombosen ausserhalb der Extremitäten berichtet,

z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen

Venen.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von Feminac 35

kann deutlich ansteigen, wenn bei der Patientin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, vor allem wenn

mehrere Risikofaktoren vorliegen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-

Abwägung beachtet werden, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse überadditiv

erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das

Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Feminac 35 ist kontraindiziert, wenn bei

einer Patientin mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko

für eine Venenthrombose aussetzen.

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor

Anmerkung

Adipositas (Body-Mass-lndex über

30 kg/m2)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders

wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Längere Immobilisierung, grössere

Operationen, jeder chirurgische

Eingriff an Beinen oder Hüfte,

neurochirurgische Operation oder

schweres Trauma

In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung von Feminac 35

zu unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens vier

Wochen vorher) und erst zwei Wochen nach der kompletten

Mobilisierung wieder aufzunehmen. Falls gewünscht, ist eine

andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um eine

ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen

werden, wenn Feminac 35 nicht vorab abgesetzt wurde.

Positive Familienanamnese (jede

venöse Thromboembolie bei einem

Geschwister oder Elternteil,

insbesondere in relativ jungen

Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre)

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die

Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen,

bevor eine Entscheidung über die Anwendung von Feminac 35

getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, ist die Anwendung von Feminac 35 kontraindiziert.

Andere Erkrankungen, die mit

einem erhöhten VTE-Risiko

assoziiert sind

systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch urämisches

Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellanämie, maligne

Erkrankungen

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung wie beispielsweise eine Flugreise von >4 Stunden

Dauer, kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Patientinnen mit

weiteren Risikofaktoren.

Ob ein möglicher Zusammenhang zwischen Varikose bzw. spontan auftretender oberflächlicher

Thrombophlebitis und tiefer Venenthrombose bestehen könnte, ist unklar.

Das im Wochenbett erhöhte VTE Risiko muss insbesondere dann berücksichtigt werden, wenn nach

einer Entbindung (wieder) mit der Anwendung von Feminac 35 begonnen werden soll (vgl.

«Schwangerschaft/Stillzeit»). Neuere Daten deuten darauf hin, dass das Risiko bis 12 Wochen

postpartal erhöht sein kann.

Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome,

unverzüglich einen Arzt/eine Ärztin zu kontaktieren und das medizinische Fachpersonal darüber zu

informieren, dass sie Feminac 35 anwendet.

·Symptome einer Beinvenenthrombose können sein:

·unilaterale Schwellung in einem Bein und/oder Fuss oder entlang einer Vene im Bein;

·Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen

spürbar sind;

·Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

·Symptome einer Lungenembolie können sein:

·plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot, Anstrengungsintoleranz;

·plötzliches Auftreten von Husten, ev. mit blutigem Sputum;

·plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann;

·starke Benommenheit, Schwindel, oder Angstgefühl;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als

Zeichen häufiger oder weniger schwerer Erkrankungen (z.B. Atemwegsinfektionen) missdeutet

werden.

Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)

Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung der Cyproteronacetat/Ethinylestradiol-

Kombination, wie sie in Feminac 35 enthalten ist, mit einem erhöhten Risiko für arterielle

thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder transitorische ischämische

Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen wird, Feminac 35 zu

verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber aufzuklären, wie

eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich erhöhen können.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen der Cyproteronacetat/Ethinylestradiol-Kombination, wie

sie in Feminac 35 enthalten ist, auch über arterielle Thrombosen in anderen Blutgefässen (wie z.B.

hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.

Risikofaktoren für ATE

Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische

Komplikationen bei Anwenderinnen von Feminac 35 besteht v.a. bei Patientinnen, die bereits

Risikofaktoren für solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der

Nutzen-Risiko-Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische

Ereignisse überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In

diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund

eines schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE

haben, ist Feminac 35 kontraindiziert

Tabelle: Risikofaktoren für ATE

Risikofaktor

Anmerkung

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Rauchen

Patientinnen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn Sie

Feminac 35 anwenden möchten. Bei Patientinnen über

35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist Feminac 35

kontraindiziert.

Arterielle Hypertonie

Diabetes mellitus

Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden

Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC

kontraindiziert.

Dyslipoproteinämie

Adipositas (Body-Mass-lndex über 30

kg/m2)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig bei Patientinnen mit zusätzlichen

Risikofaktoren.

Positive Familienanamnese (jede arterielle

Thromboembolie bei einem Geschwister

oder Elternteil, insbesondere in relativ

jungen Jahren, d.h. jünger als 50 Jahre)

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die

Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu

überweisen, bevor eine Entscheidung über die

Anwendung von Feminac 35 getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie

ergibt, ist die Anwendung von Feminac 35

kontraindiziert.

Migräne

Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads einer

Migräne während der Anwendung von Feminac 35 kann

ein Prodromalsymptom eines zerebrovaskulären

Ereignisses darstellen und Grund für ein sofortiges

Absetzen sein.

Andere Erkrankungen, die mit einem

erhöhten ATE-Risiko assoziiert sind.

Hyperhomocysteinämie, Herzklappenerkrankungen,

Vorhofflimmern, systemischer Lupus erythematodes,

Sichelzellanämie, maligne Erkrankungen.

Symptome einer ATE

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome,

unverzüglich einen Arzt/eine Ärztin zu kontaktieren und das medizinische Fachpersonal darüber zu

informieren, dass sie Feminac 35 anwendet.

·Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein:

·plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer

Körperhälfte;

·plötzliche Verwirrtheit;

·Verständnisprobleme oder undeutliche Aussprache (bis hin zur Aphasie);

·plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen (z.B. Doppelbilder);

·plötzliche Gehstörungen;

·Schwindel;

·Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;

·plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

·Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

·Symptome eines Myokardinfarktes können sein:

·Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust,

im Arm oder hinter dem Brustbein;

·Beschwerden, welche in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;

·Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;

·Schwitzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel;

·extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;

·Tachykardie oder Arrhythmien.

·Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein:

·plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Zyanose einer Extremität;

·akutes Abdomen.

Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen

Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische

Komplikationen ist eine gerinnungsphysiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt,

welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.

Sonstige Hinweise zu VTE- und ATE-Risiken

Es ist zu beachten, dass die Patientenpopulation, in welcher eine Indikation für die Anwendung von

Feminac 35 besteht, vermutlich auch Patientinnen enthält, welche z.B. aufgrund eines polyzystischen

Ovarialsyndroms bereits ein angeborenes erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen.

Tumorerkrankungen

Einige epidemiologische Untersuchungen deuten auf ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko unter

Langzeitanwendung von CHC hin.

Der stärkste Risikofaktor für ein Zervixkarzinom ist die persistierende Humanpapillomaviren (HPV)-

Infektion. Einige epidemiologische Studien ergaben Hinweise, dass die Langzeitanwendung von

CHC zu diesem erhöhten Risiko beitragen könnte. Es ist jedoch nicht bekannt, in wie weit auch

andere Faktoren zu diesem erhöhten Risiko beitragen wie z.B. Zervix-Screening und Sexualverhalten

inklusive des Gebrauchs von Barriere-Kontrazeptiva.

Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ergeben, dass das relative Risiko (RR) der

Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die CHC anwenden, geringfügig erhöht ist

(RR = 1.24). Nach Absetzen der CHC sinkt das erhöhte Risiko kontinuierlich ab und ist nach 10

Jahren nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem 40. Lebensjahr selten sind, ist bei

Frauen, die ein CHC anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, die zusätzlich diagnostizierte

Anzahl an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Mammakarzinom-Gesamtrisiko gering. Diese

Studien liefern keine Hinweise auf eine Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf

eine bei Anwenderinnen von CHC frühzeitigere Erkennung, als auch auf biologische Wirkungen von

CHC oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Mammakarzinome bei Frauen, die

ein CHC angewendet haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit

fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein CHC angewendet haben.

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Feminac 35 enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Lebertumore beobachtet, die vereinzelt zu lebensgefährlichen

intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine

Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor

in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und gegebenenfalls das Präparat

abgesetzt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Patientinnen, die Feminac 35 einnehmen, sollen nicht gleichzeitig mit Johanniskrautpräparaten

(Hypericum) behandelt werden, da die Wirksamkeit beeinträchtigt sein kann. Über

Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde berichtet (vgl. auch

«Interaktionen»).

Bei Patientinnen mit bestehender oder familiärer Hypertriglyzeridämie ist unter der Einnahme von

Feminac 35 möglicherweise mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko zu rechnen.

Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über geringfügige Blutdruckanstiege berichtet

wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Kommt es unter Einnahme von Feminac

35 zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (nach wiederholter Messung), sollte dieses

abgesetzt werden. Wo es angezeigt erscheint, kann die erneute Einnahme von Feminac 35 erwogen

werden, wenn sich die Blutdruckwerte (unter Behandlung) normalisiert haben.

Unter Anwendung von CHC wurde über eine reduzierte Glukosetoleranz berichtet. Diabetikerinnen

sowie Frauen mit reduzierter Glukosetoleranz sollten daher während der Anwendung von Feminac

35 sorgfältig überwacht werden. Eine Anpassung der antidiabetischen Therapie ist jedoch im

Allgemeinen nicht erforderlich.

Akute oder chronische Leberfunktionsstörungen machen die Unterbrechung der Einnahme von

Feminac 35 notwendig, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben (siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Kontraindikationen»).

Beim Wiederauftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft

oder während einer früheren Anwendung von Sexualsteroiden aufgetreten ist, muss Feminac 35

abgesetzt werden.

Bei Patientinnen mit Hepatitis C, welche gleichzeitig ein Ethinylestradiol-haltiges CHC anwendeten,

wurde unter Anwendung der Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne

Dasabuvir signifikant häufiger ein Anstieg der ALT (einschliesslich Fällen einer Erhöhung auf über

das Fünffache, in Einzelfällen auf über das 20-Fache der Obergrenze des Normbereiches beobachtet

als bei Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden (siehe

«Interaktionen»). Feminac 35 muss daher vor Beginn einer Therapie mit dieser

Wirkstoffkombination abgesetzt werden. Unter der Voraussetzung, dass normale Leberwerte

vorliegen, kann frühestens 2 Wochen, besser jedoch 4 Wochen nach dem Absetzen der

Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir wieder mit der

Anwendung von Feminac 35 begonnen werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass bei einem

Intervall von weniger als 4 Wochen aufgrund der enzyminduzierenden Eigenschaften von Ritonavir

der kontrazeptive Schutz von Feminac 35 noch beeinträchtigt sein kann und daher vorübergehend

zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden muss, um einen ausreichenden

Konzeptionsschutz sicherzustellen (siehe «Interaktionen/Enzyminduktoren»).

Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Über eine Cholelithiasis und andere

Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Cholezystitis) wurde im Zusammenhang mit der Anwendung

hormoneller Kontrazeptiva berichtet.

Bei einigen Patientinnen kann es nach dem Absetzen von Feminac 35 zu Amenorrhö oder

Oligomenorrhö kommen, insbesondere wenn dieser Zustand schon vor Beginn der Anwendung

vorlag. Die Patientin sollte auf diese Möglichkeit hingewiesen werden.

Die folgenden Erkrankungen können sowohl während einer Schwangerschaft wie auch während der

Anwendung eines CHC auftreten oder ungünstig beeinflusst werden, doch lassen die verfügbaren

Daten keine eindeutigen Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung von CHC zu:

Cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus; Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus

erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Chorea minor; Herpes gestationis; Otosklerose-

bedingter Hörverlust. Die Anwendung von CHC wurde ausserdem auch mit dem Auftreten von

Enteritis regionalis Crohn sowie Colitis ulcerosa assoziiert.

Bei Patientinnen mit hereditärem Angioödem können exogen zugeführte Estrogene Symptome eines

Angioödems auslösen oder verschlimmern.

Bei prädisponierten Patientinnen kann die Einnahme von Feminac 35 gelegentlich ein Chloasma

verursachen, das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Patientinnen, die hierzu

neigen, sollten sich deshalb nicht zu starker UV-Strahlung aussetzen.

Die Patientinnen sind darüber aufzuklären, dass hormonale Kontrazeptiva nicht vor HIV-Infektionen

(AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Jedes Dragée von Feminac 35 enthält 41 mg Laktose pro Dragée. Patientinnen mit der seltenen

hereditären Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption, die eine

laktosefreie Diät einhalten, sollten diese Menge beachten.

Interaktionen

Um potentielle Interaktionen zu erkennen, sollte auch die Fachinformation der gleichzeitig

verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Feminac 35

Enzyminduktoren: Interaktionen mit Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme (wie z.B. CYP3A4)

induzieren und dadurch eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen verursachen können, können

die antiandrogene Wirkung von Feminac 35 reduzieren sowie zu Durchbruchblutungen führen

und/oder den kontrazeptiven Schutz aufheben. Dies gilt z.B. für Barbiturate, Bosentan,

Carbamazepin, Felbamat, Griseofulvin, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin,

Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum)

enthalten.

Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden. Die maximale

Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2-3 Wochen erreicht und kann während 4 oder mehr

Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel andauern. Patientinnen, die mit einem dieser

Arzneimittel behandelt werden, müssen vorübergehend zusätzlich eine nicht-hormonale

Kontrazeptionsmethode anwenden. Die Barrieremethode sollte während der gleichzeitigen

Anwendung der Arzneimittel und für weitere 28 Tage nach Absetzen der Behandlung verwendet

werden. Wird die gleichzeitige medikamentöse Behandlung über das Ende des aktuellen Feminac 35-

Zyklus hinaus fortgesetzt, so ist der nächste Einnahmezyklus ohne Unterbrechung, d.h. ohne

Einhaltung des üblichen einnahmefreien Intervalles, zu beginnen.

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease und der

Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase zu einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der

Plasmakonzentrationen von Östrogenen oder Gestagenen führen können. Diese Veränderungen

können in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Enzyminhibitoren: Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B.

Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin),

Diltiazem, Verapamil und Grapefruitsaft können die Plasmaspiegel von Östrogenen und/oder

Gestagenen erhöhen und dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

Etoricoxib-Dosen von 60 bis 120 mg/Tag bewirkten bei gleichzeitiger Einnahme eines kombinierten

hormonalen Kontrazeptivums mit 0.035 mg Ethinylestradiol eine Erhöhung der

Plasmakonzentrationen von Ethinylestradiol auf das 1.4- beziehungsweise auf das 1.6-Fache. Die

klinische Relevanz dieser Veränderung ist nicht bekannt.

Auch die HMG-CoA-Reduktasehemmer Atorvastatin und Rosuvastatin können die

Plasmakonzentrationen der Sexualhormone erhöhen (jeweils etwa 20-30%ige Erhöhung der AUC

von Östrogen- und Gestagenkomponente) und dadurch unter Umständen zum vermehrten Auftreten

unerwünschter Wirkungen führen.

Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf:

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine

Interaktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen

Interaktionen zu rechnen. Bei der Beratung der Patientin sollte jedoch berücksichtigt werden, dass

unter Umständen die Grunderkrankung (z.B. Geschlechtskrankheiten), deretwegen das Antibiotikum

eingesetzt wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode nahelegen kann. Sollte es unter

der antibiotischen Therapie zu Durchfällen und/oder Erbrechen kommen, sind ausserdem die

Angaben im Abschnitt «Verhalten bei gastrointestinalen Störungen» in der Rubrik

«Dosierung/Anwendung» zu beachten.

Über mögliche Interaktionen bei längerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. Behandlung

einer Borreliose oder einer Osteomyelitis; Tetracycline zur Therapie der Akne) liegen keine

ausreichenden Daten vor. In diesem Fall wird während der Antibiotikatherapie sowie in den ersten 7

Tagen nach Absetzen die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode empfohlen.

Einfluss von Feminac 35 auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Östrogen-Gestagen-Kombinationen können die hepatischen mikrosomalen Enzyme hemmen oder die

hepatische Konjugation, hauptsächlich die Glucuronidierung, induzieren. Entsprechend können die

Plasma- und Gewebekonzentrationen anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder

gesenkt (z.B. Lamotrigin, siehe unten) werden. Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung

ausgewählter Substanzen der folgenden Arzneimittelklassen beeinflusst werden: Analgetika,

Antidepressiva, Antidiabetika, Antimalariamittel, Benzodiazepine, β-Blocker, Kortikosteroide und

orale Antikoagulantien.

Ethinylestradiol zeigte in vitro eine Hemmung von CYP1A1, CYP1A2, CYP2C19, CYP3A4/5,

CYP2C8 und CYP2J2. In klinischen Studien führte die Anwendung eines hormonalen

Ethinylestradiol-haltigen Kontrazeptivums zu einer mässigen (z.B. Melatonin und Tizanidin) bzw.

geringfügigen (z.B. Theophyllin) Erhöhung der Plasmakonzentrationen von CYP1A2-Substraten

sowie zu einer geringen oder fehlenden Erhöhung der Exposition von CYP3A4-Substraten (z.B.

Midazolam).

Lamotrigin

Eine Interaktionsstudie mit dem Antiepileptikum Lamotrigin und einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante

Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der

Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige

Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es ist

nicht bekannt, in wieweit diese Befunde auf andere kombinierte Kontrazeptiva mit anderer

Gestagenkomponente und/oder anderer Östrogendosis übertragbar sind. Es ist jedoch davon

auszugehen, dass diese Präparate (einschliesslich Feminac 35) ein vergleichbares

Interaktionspotential aufweisen.

Beginnt eine Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, neu mit der Anwendung von Feminac 35, kann

daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotrigin-Konzentration

sollte zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei ist insbesondere auch zu

beachten, dass es zu einem deutlichen Anstieg des Lamotriginspiegels (unter Umständen in den

toxischen Bereich) kommen kann, wenn Feminac 35 abgesetzt wird (sowie eventuell während der

7tägigen Einnahmepausen).

Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus

In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Anwendung Ethinylestradiol-haltiger CHC

zusammen mit der in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten Wirkstoffkombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegenüber Patientinnen, welche

ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant häufiger zu einem

Anstieg der ALT (einschliesslich Fällen eines Anstiegs auf über das Fünffache, in Einzelfällen auf

über das 20-Fache der oberen Grenze des Normbereiches [ULN]). Feminac 35 muss daher vor

Beginn einer Therapie mit einer solchen antiviralen Kombination abgesetzt werden (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Einnahme von Feminac 35 ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der

Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung

eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und

der Arzt/die Ärztin zu konsultieren.

In tierexperimentellen Studien führte die Gabe von Cyproteronacetat während der hormonsensiblen

Differenzierungsphase der Genitalorgane (etwa ab Tag 45 der Gravidität) bei männlichen Föten zu

Feminisierungserscheinungen (siehe «Präklinische Daten»). Bei neugeborenen männlichen Kindern,

die in utero Cyproteronacetat ausgesetzt waren, wurden allerdings keine Zeichen einer Feminisierung

beobachtet.

Stillzeit

Die Einnahme von Feminac 35 ist während der Stillzeit kontraindiziert. Cyproteronacetat geht in die

Muttermilch über. Ungefähr 0,2% der mütterlichen Dosis erreichen das Neugeborene über die Milch,

was einer Dosis von ca. 1 µg/kg entspricht. 0,02% der täglichen mütterlichen Dosis von

Ethinylestradiol können via Muttermilch das Neugeborene erreichen.

Zum postpartalen Risiko thromboembolischer Ereignisse bei der Mutter siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Untersuchung der Fahrtüchtigkeit oder der Fähigkeit, Maschinen zu

bedienen, durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von

Feminac 35 sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind insbesondere arterielle und venöse

Thromboembolien.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit

zusammengefasst, welche in den klinischen Studien sowie während der Marktüberwachung unter

Anwendung von Cyproteronacetat und Ethinylestradiol beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind

definiert als häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100); selten (≥1/10'000 bis

<1/1'000); sehr selten (<1/10'000).

Infektionen

Selten: vermehrte Vaginalinfektionen (insbesondere durch Candida albicans).

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Natrium- und Flüssigkeitsretention.

Selten: Gewichtsabnahme, Verminderung der Glukosetoleranz.

Psychische Störungen

Häufig: depressive Zustände, veränderter Gemütszustand.

Gelegentlich: Abnahme der Libido.

Selten: Zunahme der Libido.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Migräne.

Selten: Schwindel, Zunahme epileptischer Anfälle.

Augen

Selten: Beschwerden beim Tragen von Kontaktlinsen.

Ohren

Sehr selten: Hörstörungen.

Herz, Gefässe

Selten: Blutdruckanstieg, venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie) arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. transitorische ischämische Attacken,

Schlaganfall, Herzinfarkt).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: gastrointestinale Beschwerden, Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen, Diarrhoe.

Leber, Galle

Selten: cholestatischer Ikterus, anikterische Hepatitis, Verstärkung einer Porphyrie, Lebertumore.

Haut

Häufig: Hautausschläge.

Gelegentlich: Urtikaria, Chloasma.

Selten: Pruritus, Erythema nodosum, Erythema multiforme.

Muskel-Skelett-System

Selten: Beinkrämpfe.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Spannungsgefühl in der Brust, Brustschmerzen.

Gelegentlich: Vergrösserung der Brust, Zwischenblutungen, Amenorrhoe.

Selten: Galaktorrhoe, vermehrte Vaginalsekretion

Bei Anwenderinnen von CHC wurde darüber hinaus über folgende unerwünschte Wirkungen

berichtet: Herpes simplex, fibrozystische Veränderungen der Brust, Mammakarzinom,

Zervixdysplasie, Zervixkarzinom, Hypertriglyzeridämie, Otosklerose-bedingter Hörverlust, fokal-

noduläre Hyperplasie der Leber, Akne, Alopezie, Dysmenorrhoe, Vaginitis, Grössenzunahme von

Uterusmyomen, Ödeme.

Überdosierung

Es liegen keine Meldungen über schwerwiegende Folgen bei Überdosierung vor. Symptome einer

Überdosierung sind: Übelkeit, Erbrechen und vaginale Blutungen. Letztere können nach

versehentlicher Einnahme des Präparates auch bei Mädchen vor der Menarche auftreten.

Es gibt kein spezifisches Antidot. Eine allfällige Behandlung hat symptomatisch zu erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code G03HB01

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Feminac 35 enthält eine Kombination aus Ethinylestradiol und Cyproteronacetat. Letzteres besitzt

gestagene und antiandrogene Wirkung. Als Folge der kompetitiven Verdrängung der Androgene von

den Rezeptoren der Erfolgsorgane durch Cyproteronacetat kommt es zu einer allmählichen

Rückbildung der Androgenisierungerscheinungen, unabhängig davon, ob erhöhte Androgenwerte

oder eine erhöhte periphere Empfindlichkeit Ursache der Störung sind. Diese antigonadotrope

Wirkung wird durch Ethinylestradiol verstärkt, da es zu einer Zunahme der Plasmakonzentration des

Sexualhormon-bindenden Globulins (SHGB) führt. Somit werden freie, biologisch verfügbare

Androgene in der Zirkulation reduziert. Diese Senkung der Androgenkonzentration hat einen

zusätzlichen Therapieeffekt. Vermehrte Talgdrüsenfunktion bei Akne und Seborrhö sowie

pathologische Behaarung bei Hirsutismus werden günstig beeinflusst.

Die kontrazeptive Wirkung von Feminac 35 beruht auf verschiedenen Faktoren, von denen die

Ovulationshemmung sowie Veränderungen des Cervixsekrets die wichtigsten darstellen. Darüber

hinaus werden die Bedingungen für die Nidation infolge morphologischer und enzymatischer

Veränderungen des Endometriums verschlechtert.

Pharmakokinetik

Cyproteronacetat (CPA)

Absorption

CPA wird nach oraler Gabe rasch und vollständig resorbiert. Die Einnahme von Feminac 35 führt

nach 1,6 Stunden zu einem maximalen Serumspiegel von 15 ng/ml. Die absolute Bioverfügbarkeit

von CPA beträgt 88%.

Distribution

CPA liegt im Serum nahezu ausschliesslich (96–97%) in Albumin-gebundener Form vor. Etwa 3,5–

4% liegen in freier Form vor. Die durch Ethinylestradiol induzierte Zunahme der SHBG-

Konzentration beeinflusst die relative Bindung an Serumproteine nicht. Das Verteilungsvolumen von

CPA beträgt ungefähr 986 ± 437 l.

Steady-State-Bedingungen

Die Pharmakokinetik von CPA wird durch die SHBG-Spiegel nicht beeinflusst. Bei täglicher

Einnahme nehmen die Serumspiegel um das 2,5-fache zu, wobei der Steady-State in der zweiten

Hälfte des Verabreichungszyklus erreicht wird.

Metabolismus

Cyproteronacetat wird praktisch vollständig metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Plasma ist das

15β-Hydroxy-Cyproteronacetat, welches via das Cytochrom P450 Enzym CYP3A4 gebildet wird.

Elimination

Die Serumkonzentrationen von Cyproteronacetat sinken biphasisch mit Halbwertszeiten von 0,8

Stunden und 2,3–3,3 Tagen ab. Die Clearance beträgt 3,6 ml × min–1 × kg–1. Cyproteronacetat wird

vorwiegend in Form von Metaboliten über die Niere und die Galle in einem Verhältnis von 1:2

ausgeschieden. Deren Halbwertszeit beträgt 1,8 Tage. Ein Teil der verabreichten Dosis von CPA

wird unverändert über die Galle ausgeschieden.

Ethinylestradiol (EE2)

Absorption

Oral verabreichtes EE2 wird rasch und vollständig resorbiert. Nach einmaliger Einnahme von

Feminac 35 werden nach 1,6 Stunden maximale EE2-Spiegel von etwa 71 pg/ml gefunden.

Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt infolge präsystemischer Metabolisierung (First-pass-Effekt)

ca. 45% (mit Variationen von 20–65%).

Distribution

EE2 wird in hohem Ausmass, aber nicht spezifisch, an Serumalbumin gebunden (98%) und induziert

eine Erhöhung der Serumkonzentrationen von SHBG.

Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 2,8–8,6 l/kg.

Steady-State-Bedingungen

Entsprechend der variablen terminalen Halbwertszeit werden Steady-State-Serumspiegel von

Ethinylestradiol in der zweiten Zyklushälfte erreicht. Die Steady-State-Serumspiegel sind gegenüber

der Einmalgabe um ca. 60% erhöht.

Metabolismus

Ethinylestradiol wird präsystemisch sowohl in der Schleimhaut des Dünndarms als auch in der Leber

metabolisiert. Cytochrom 3A4 ist am Metabolismus beteiligt.

In der Dünndarmschleimhaut wird es konjugiert, in der Leber durch Phase-I-Metabolismus

(Hauptmetaboliten: 2-Hydroxyethinylestradiol und 2-Methoxyethinylestradiol) und Konjugation

abgebaut. Die Glucuronsäure- und Sulfatkonjugate von Ethinylestradiol und Phase-I-Metaboliten

unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf.

Elimination

Die Ethinylestradiol-Serumspiegel nehmen biphasisch mit einer terminalen Halbwertszeit von ca.

10–20 Stunden ab. Die totale Clearance beträgt ca. 2,3–7 ml/min/kg. Ethinylestradiol wird

vollständig metabolisiert, seine Metaboliten werden mit dem Urin und der Galle im Verhältnis von

4:6 mit einer Halbwertszeit von ca. 24 Stunden eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Daten zur Pharmakokinetik von Cyporteronacetat und Ethinylestradiol bei Patientinnen mit Leber-

oder Niereninsuffizienz liegen nicht vor.

Rauchen hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von CPA.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Toxizität nach

wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen

Hinweise auf besondere Risiken für den Menschen, wenn auch in epidemiologischen Studien ein

erhöhtes Risiko für Leberkarzinome nachgewiesen werden konnte, welches vorwiegend bei nicht an

Leberzirrhose erkrankten und HBV und HCV negativen Frauen bei Langzeitgebrauch (>6 Jahre)

beobachtet wurde.

Ethinylestradiol

Bei Versuchstieren zeigte Ethinylestradiol bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen

Effekt, welcher als Spezies-spezifisch gilt; Missbildungen des Urogenitaltrakts und Feminisierung

männlicher Feten wurden beobachtet. Die Übertragung dieser tierexperimentellen Resultate auf den

Menschen ist umstritten.

Cyproteronacetat

Systemische Toxizität

In den üblichen Studien zur chronischen Toxizität zeigen die präklinischen Daten keine speziellen

Risiken für den Menschen.

Embryotoxizität/Teratogenität

Untersuchungen zur Embryotoxizität der Wirkstoffkombination zeigten keine Wirkungen, die auf

einen teratogenen Effekt bei Behandlung während der Organogenese vor der Entwicklung der

externen Genitalien hindeuten. Die Verabreichung von Cyproteronacetat während der

hormonempfindlichen Differenzierungsphase der Sexualorgane führte bei höheren Dosierungen zu

Anzeichen einer Feminisierung männlicher Föten. Die Beobachtung neugeborener männlicher

Kinder, welche in utero Cyproteronacetat ausgesetzt gewesen waren, zeigt keine Anzeichen einer

Feminisierung.

Genotoxizität und Karzinogenität

Anerkannte first-line Tests zur Genotoxitität ergaben negative Resultate für Cyproteronacetat.

Weitere Tests zeigten jedoch, dass Cyproteronacetat in Leberzellen von Ratten und Affen sowie bei

frisch isolierten menschlichen Hepatozyten DNS-Addukte (und eine Zunahme der Reparaturaktivität

der DNS) verursachen konnte, der DNS-Addukte-Level in Hundeleberzellen war äusserst gering.

Diese Bildung von DNA-Addukten trat bei systemischen Expositionen auf, die bei den empfohlenen

Dosierungsschemen für Cyproteronacetat erwartet werden könnten. Als in vivo Folgen der

Behandlung mit Cyproteronacetat kam es zu einer grösseren Häufigkeit von fokalen, möglicherweise

präneoplastischen Leberläsionen, in denen bei weiblichen Ratten die zellulären Enzyme verändert

waren, sowie zu einer Zunahme der Mutationshäufigkeit bei transgenen Ratten, die ein bakterielles

Gen als Mutationsziel trugen.

Insgesamt lassen die Ergebnisse keinen Einwand gegen die Verwendung von Feminac 35 beim

Menschen zu, wenn es gemäss den Angaben für die entsprechende Indikation und in der

empfohlenen Dosierung eingesetzt wird.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Sexualsteroide können die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen wie die biochemischen

Parameter der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion sowie die Plasmaspiegel von

(Transport-) Proteinen, z.B. des Kortikosteroid-bindenden Globulins und der Lipid-/Lipoprotein-

Fraktionen, die Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels und der Blutgerinnung und Fibrinolyse. Im

Allgemeinen bleiben diese Veränderungen jedoch innerhalb des Normbereichs.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Feminac 35 nicht über 30 °C und vor Licht geschützt in der Originalpackung aufbewahren. Für

Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

56722 (Swissmedic).

Packungen

Feminac 35 1× 21 Dragées (Kalenderpackung) (B)

Feminac 35 3× 21 Dragées (Kalenderpackung) (B)

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen.

Stand der Information

Dezember 2017.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen