Farmorubicin 50 mg HL Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Epirubicinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Pfizer Pharma PFE GmbH
ATC-Code:
L01DB03
INN (Internationale Bezeichnung):
Epirubicin hydrochloride
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Epirubicinhydrochlorid 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
21825.00.00

palde-8v15frhn-pv-50

22.08.2018

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

FARMORUBICIN

®

50 mg HL

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Epirubicinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn Sie enthält wichtig Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was ist Farmorubicin 50 mg HL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Farmorubicin 50 mg HL beachten?

Wie ist Farmorubicin 50 mg HL anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Farmorubicin 50 mg HL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Farmorubicin 50 mg HL und wofür wird es angewendet?

Farmorubicin 50 mg HL ist ein zytostatisch wirksames Antibiotikum der Anthrazyklin-Gruppe.

Farmorubicin 50 mg HL wird angewendet bei:

Mammakarzinom

Fortgeschrittenem Ovarialkarzinom

Kleinzelligem Bronchialkarzinom

Fortgeschrittenem Magenkarzinom

Fortgeschrittenem Weichteilsarkom

Anwendung in der Harnblase: Vorbeugung des Wiederauftretens (adjuvante Therapie und

Rezidivprophylaxe) oberflächlicher Harnblasenkarzinome (Ta, T1) nach operativer Entfernung

des Tumors durch die Harnröhre (transurethrale Resektion).

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Farmorubicin 50 mg HL beachten?

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Epirubicinhydrochlorid, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.)

oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels oder

anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen sind,

wenn Sie an ausgeprägter Knochenmarkdepression (z. B. nach erfolgter Vorbehandlung

mit Chemo- und/ oder Strahlentherapie) leiden,

wenn bei Ihnen ausgeprägte Entzündungen der Schleimhäute im Mund- und/ oder

Magen-Darm-Bereich vorliegen,

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22.08.2018

wenn Sie an akuten systemischen Infektionen erkrankt sind,

wenn bei Ihnen eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Leberfunktion vorliegt,

wenn bei Ihnen eine Herzmuskelschwäche (muskuläre Herzinsuffizienz) Grad IV

(Ruheinsuffizienz) festgestellt wurde,

wenn Sie einen akuten Herzinfarkt haben oder einen Herzinfarkt hatten, der zur

Herzmuskelschwäche (muskulären Herzinsuffizienz) Grad III und IV geführt hat,

wenn bei Ihnen Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie) bestehen,

wenn bei Ihnen akute entzündliche Herzerkrankungen vorliegen,

wenn Sie eine instabile Angina pectoris haben,

wenn bei Ihnen ausgeprägte Rhythmusstörungen mit schwerwiegenden Auswirkungen

auf Herz-Kreislauf-Funktionen (Hämodynamik), auch in der Vorgeschichte bestehen,

wenn Sie in der vorausgegangenen Behandlung mit Epirubicin, anderen Anthrazyklinen

oder Anthracendionen bis zur maximalen Kumulativdosis behandelt wurden,

wenn Sie stillen

Zur Instillation in die Harnblase darf Farmorubicin 50 mg HL nicht angewendet werden, wenn

bei Ihnen

ein Harnwegsinfekt,

eine Blasenentzündung,

großes Restharnvolumen,

eine Schrumpfblase,

invasive Tumoren der Blasenwand,

Probleme bei der Katheterisierung,

Blut im Urin vorliegt.

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht

werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Farmorubicin 50 mg HL anwenden.

Während die Behandlung mit hohen Epirubicin-Dosen (z. B. ≥ 90 mg/m

alle 3 bis 4 Wochen)

generell zu ähnlichen Nebenwirkungen wie bei den Standarddosen (z. B. < 90 mg/m

alle 3 bis

4 Wochen) führt, können die Ausprägungen einer Neutropenie und Stomatitis/ Mukositis hierbei

verstärkt sein. Die Therapie mit hohen Dosen von Epirubicin erfordert daher eine besondere

Kontrolle im Hinblick auf mögliche klinische Komplikationen einer ausgeprägten

Myelosuppression.

Herzfunktion

Kardiotoxizität stellt ein Risiko der Behandlung mit Anthrazyklinen dar. Diese kann sich in frühen

(z. B. akuten) oder späten (z. B. verzögerten) Ereignissen manifestieren.

Frühe Ereignisse (Soforttyp): Frühe kardiotoxische Ereignisse von Epirubicin sind hauptsächlich

Sinustachykardie und/ oder EKG-Veränderungen wie z. B. unspezifische

ST-Strecken-Veränderungen. Weiterhin wurden Tachyarrhythmien (einschließlich vorzeitige

ventrikuläre Kontraktionen, ventrikuläre Tachykardie und Bradykardie) sowie atrioventrikulärer-

und Schenkelblock beobachtet. Diese Erscheinungen führen nicht notwendigerweise zur

Entwicklung einer verzögerten Kardiotoxizität, sie sind selten klinisch relevant und üblicherweise

kein Grund, einen Abbruch der Epirubicin-Therapie zu erwägen.

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Späte Ereignisse (Spättyp): Verzögerte kardiotoxische Ereignisse entwickeln sich üblicherweise

später im Laufe der Behandlung mit Epirubicin oder innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach

Beendigung der Therapie. Es wurden jedoch auch schon spätere Ereignisse (mehrere Monate

bis Jahre nach Therapieende) berichtet. Eine verzögerte Kardiomyopathie manifestiert sich in

Form einer verminderten linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) und/ oder als Symptome

einer dekompensierten Herzinsuffizienz wie beispielsweise Dyspnoe, Lungenödem, Ödeme der

Extremitäten, Kardiomegalie und Hepatomegalie, Oligurie, Aszites, Pleuraerguss und

Galopprhythmus. Eine lebensbedrohliche dekompensierte Herzinsuffizienz ist die schwerste

Form einer durch Anthrazykline ausgelösten Kardiomyopathie und repräsentiert die

dosislimitierende, kumulative Toxizität des Arzneimittels.

Das Risiko einer dekompensierten Herzinsuffizienz nimmt mit einer kumulativen

Epirubicin-Gesamtdosis über 900 mg/m

rapide zu. Diese Gesamtdosis sollte nur unter größter

Vorsicht überschritten werden.

Die Herzfunktion muss vor Therapiebeginn, während und nach Beendigung der Therapie

überwacht werden (EKG, Radionukleidangiographie oder Echokardiographie [zur Bestimmung

der LVEF]), um das Risiko schwerer kardialer Störungen zu verringern. Dies gilt besonders für

Patienten mit Risikofaktoren für eine erhöhte Toxizität oder bei erhöhten kumulativen

Anthrazyklin-Dosen. Durch regelmäßige Kontrolle der LVEF und einen sofortigen Abbruch der

Therapie mit Epirubicin beim Auftreten erster Zeichen einer gestörten Organfunktion kann das

Risiko kardialer Störungen vermindert werden.

Im Hinblick auf das Risiko einer Kardiomyopathie sollte eine kumulative Epirubicin-Gesamtdosis

von 900 mg/m

nur unter größter Vorsicht überschritten werden.

Aktive oder stumme Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geplante oder momentan laufende

Bestrahlungen im Bereich des Mediastinums oder Perikards, vorangegangene Therapien mit

anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen, die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln,

die die kardiale Kontraktibilität verringern können, oder mit kardiotoxischen Substanzen (z. B.

Trastuzumab) stellen Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität dar. Abhängig vom Vorhandensein

dieser Risikofaktoren kann die Kardiotoxizität von Epirubicin auch schon bei niedrigeren

kumulativen Gesamtdosen auftreten.

Bei Patienten, die Trastuzumab als Monotherapie oder in Kombination mit Anthrazyklinen wie

Epirubicin erhielten, wurde eine Herzinsuffizienz (New York Heart Association [NYHA]-Klassen

II–IV) beobachtet. Der Schweregrad der Herzinsuffizienz, die mit dem Versterben der Patienten

assoziiert wurde, reichte von mäßig bis schwer.

Trastuzumab und Anthrazykline wie Epirubicin dürfen derzeit nur im Rahmen einer streng

kontrollierten klinischen Studie mit kardiologischer Überwachung kombiniert gegeben werden.

Wenn Sie zuvor Anthrazykline erhielten, besteht bei einer Trastuzumab-Behandlung ebenfalls

das Risiko einer Kardiotoxizität, das jedoch geringer ist als bei einer gleichzeitigen Gabe von

Trastuzumab und Anthrazyklinen.

Die berichtete Halbwertzeit von Trastuzumab beträgt etwa 28-38 Tage. Trastuzumab kann sich

bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen in Ihrem Blutkreislauf befinden. Wenn Sie nach dem

Absetzen von Trastuzumab Anthrazykline wie Epirubicin erhalten, besteht daher u. U. ein

erhöhtes Risiko einer Kardiotoxizität. Ärzte sollten daher eine Anthrazyklin-basierte Behandlung

bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab vermeiden, sofern dies möglich ist.

Während einer Behandlung mit Anthrazyklinen wie Epirubicin muss Ihre Herzfunktion streng

überwacht werden.

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Wenn sich während einer Trastuzumab-Behandlung, die sich an eine Epirubicin-

Behandlung anschließt, eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickelt, so sollte diese

mit den Standardmedikamenten behandelt werden.

Die Toxizität von Epirubicin und anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen ist

wahrscheinlich additiv.

Hämatologische Toxizität

Wie andere zytotoxische Substanzen, so kann auch Epirubicin zu einer Myelosuppression

führen. Kontrollen des Blutbilds (insbesondere Leukozyten, Thrombozyten, Erythrozyten) sind

vor und während jedes Behandlungszyklus erforderlich. Eine dosisabhängige, reversible

Leukopenie und/ oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist die überwiegende Manifestation der

hämatologischen Toxizität von Epirubicin und die häufigste akute dosislimitierende Toxizität

dieses Arzneimittels. Leukopenie und Neutropenie sind üblicherweise schwerer bei Hochdosis-

Schemata und erreichen den Nadir in den meisten Fällen zwischen dem 10. und 14. Tag nach

Verabreichung des Arzneimittels. Dies ist normalerweise vorübergehend, wobei das weiße

Blutbild/ die Neutrophilenzahl in den meisten Fällen bis zum 21. Tag auf normale Werte

zurückgeht. Thrombopenie und Anämie können ebenfalls auftreten. Klinische Folgen einer

schweren Myelosuppression schließen Fieber, Infektionen, Sepsis/ Septikämie, septischen

Schock, Hämorrhagie, Gewebehypoxie oder Tod ein.

Sekundäre Leukämie

Bei Patienten, die mit Anthrazyklinen einschließlich Epirubicin behandelt wurden, wurden

sekundäre Leukämien mit oder ohne präleukämischer Phase berichtet. Zu sekundären

Leukämien kommt es häufiger, wenn diese Substanzen zusammen mit DNA-schädigenden

antineoplastischen Wirkstoffen oder mit einer Bestrahlung eingesetzt werden, bei Patienten, die

mit hohen Dosen Zytostatika vorbehandelt sind oder wenn die Dosis des Anthrazyklins erhöht

wurde. Diese Leukämien haben eine Latenzzeit von 1 bis 3 Jahren.

Gastrointestinaltrakt

Epirubicin führt zu Erbrechen. Mukositis/ Stomatitis treten bald nach der Applikation auf und

können sich, wenn sie schwer verlaufen, innerhalb von wenigen Tagen zu Schleimhautulzera

entwickeln. Die meisten Patienten erholen sich bis zur 3. Therapiewoche von dieser

Nebenwirkung.

Leberfunktion

Epirubicin wird größtenteils über das hepatobiliäre System eliminiert. Vor und während der

Behandlung mit Epirubicin sollten Gesamtbilirubin und die AST-Spiegel kontrolliert werden. Bei

Patienten mit erhöhten Bilirubin- oder AST-Werten kann die Clearance verzögert sein, mit der

Konsequenz einer erhöhten Gesamttoxizität. Bei diesen Patienten werden niedrigere

Dosierungen empfohlen. Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion sollten Epirubicin

nicht erhalten.

Nierenfunktion

Vor und während der Behandlung mit Epirubicin sollte das Serumkreatinin kontrolliert werden.

Bei Patienten mit einem Serumkreatinin > 5 mg/dl muss eine Dosisanpassung vorgenommen

werden.

Auswirkungen an der Injektionsstelle

Zu einer Phlebosklerose (venösen Sklerose) kann es durch eine Injektion in ein kleines Gefäß

oder durch wiederholte Injektionen in dieselbe Vene kommen. Durch genaues Befolgen der

empfohlenen Anwendungshinweise kann das Risiko einer Phlebitis/ Thrombophlebitis an der

Injektionsstelle vermindert werden.

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Extravasation

Eine Extravasation von Epirubicin während der intravenösen Gabe kann zu lokalen Schmerzen,

schweren Gewebeschäden (Vesikation, schwere Cellulitis) und Nekrosen führen. Sollten bei der

intravenösen Gabe von Epirubicin Symptome einer Extravasation auftreten, muss die Infusion

sofort abgebrochen werden. Die Nebenwirkung einer Extravasation von Anthrazyklinen kann

durch die umgehende Einleitung einer gezielten Behandlung mit z. B. Dexrazoxan (Hinweise

zum Gebrauch siehe entsprechende Fachinformationen) vermieden oder verringert werden.

Schmerzen des Patienten können durch Kühlung des betroffenen Hautareals mit Hyaluronsäure

und DMSO vermindert werden. Anschließend sollte der Patient noch engmaschig überwacht

werden, da Nekrosen auch noch nach mehreren Wochen auftreten können.

Beim Auftreten einer Extravasation sollte wegen einer möglichen Exzision ein plastischer

Chirurg herangezogen werden.

Sonstiges

Thrombophlebitis und thromboembolische Erscheinungen einschließlich Lungenembolie (in

einigen Fällen mit tödlichem Verlauf) wurden, wie auch bei anderen zytotoxischen Substanzen,

unter der Therapie mit Epirubicin berichtet.

Tumorlyse-Syndrom

Wegen des extensiven Purinkatabolismus bei schneller, arzneimittelinduzierter Lyse

neoplastischer Zellen (Tumorlyse-Syndrom) kann es unter Epirubicin zu einer Hyperurikämie

kommen. Nach Beginn der Behandlung sollten die Harnsäure-, Kalium-, Calciumphosphat- und

Kreatininwerte überprüft werden. Hydratation, Alkalisierung des Urins und prophylaktische Gabe

von Allopurinol zur Vermeidung einer Hyperurikämie können das Risiko potenzieller

Komplikationen des Tumorlyse-Syndroms senken.

Immunsuppressive Effekte/ erhöhte Infektanfälligkeit

Die Verabreichung von Lebendimpfstoff oder attenuiertem Lebendimpfstoff an Patienten, die

durch Chemotherapeutika, einschließlich Epirubicin, immunsupprimiert sind, kann zu schweren

oder tödlich verlaufenden Infektionen führen. Eine Impfung mit Lebendimpfstoff sollte während

der Behandlung mit Epirubicin vermieden werden. Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe

können verwendet werden, jedoch kann die Immunantwort auf solche Impfstoffe vermindert

sein.

Geschlechtsorgane

Epirubicin kann genotoxisch sein. Männer und Frauen sollten unter der Behandlung mit

Epirubicin einen wirksamen Empfängnisschutz betreiben. Nach Beendigung der Therapie sollte

bei Patienten mit Kinderwunsch gegebenenfalls und soweit verfügbar eine genetische Beratung

erfolgen.

Chemische Unverträglichkeiten (Inkompatibilitäten)

Wegen chemischer Unverträglichkeit sollte Farmorubicin 50 mg HL nicht mit Heparin gemischt

werden. Wenn Farmorubicin 50 mg HL in Kombination mit anderen Zytostatika verabreicht wird,

sollte keine direkte Mischung erfolgen.

Ebenso sollte Farmorubicin 50 mg HL nicht mit einer alkalischen Lösung zusammengebracht

werden (Hydrolyse).

Anwendung von Farmorubicin 50 mg HL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Da Epirubicin meist als Teil einer Kombinationstherapie mit anderen Zytostatika verwendet wird,

kann sich die Gesamttoxizität, insbesondere hinsichtlich der Knochenmarkschädigung und der

Schädigung des Magen-Darm-Trakts, verstärken.

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Die gleichzeitige Anwendung von Epirubicin und anderen kardiotoxischen Substanzen (z. B.

5-Fluorouracil, Cyclophosphamid, Cisplatin, Taxane) oder einer Strahlentherapie des

Mediastinums verstärken die Kardiotoxizität von Epirubicin. Daher ist hier, sowie bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen kardioaktiven Substanzen (z. B. Calciumantagonisten),

eine besonders sorgfältige Überwachung der Herzfunktion während der gesamten Therapie

erforderlich.

Auch Patienten, die erst nach Beendigung einer Therapie mit anderen kardiotoxischen

Substanzen, speziell solchen mit einer langen Halbwertszeit (z. B. Trastuzumab), Anthrazykline

erhalten, können einem erhöhten Risiko für kardiotoxische Erscheinungen unterliegen. Die

Halbwertszeit von Trastuzumab beträgt etwa 28-38 Tage und die Substanz kann bis zu

27 Wochen im Körper verbleiben. Daher sollte eine Anthrazyklin-Therapie wenn möglich bis zu

27 Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab vermieden werden. Wenn Anthrazykline vor

diesem Zeitpunkt angewendet werden, wird eine engmaschige Kontrolle der Herzfunktion

empfohlen.

Bei einer (Vor-)Behandlung mit Medikamenten, welche die Knochenmarkfunktion beeinflussen

(z. B. Zytostatika, Sulfonamide, Chloramphenicol, Diphenylhydantoin, Amidopyrin-Derivate,

antiretrovirale Arzneimittel), ist die Möglichkeit einer ausgeprägten Störung der Hämatopoese

zu beachten. Die Dosierung von Epirubicin ist gegebenenfalls zu modifizieren. Bei Kombination

mit anderen Zytostatika (z. B. Cytarabin, Cisplatin, Cyclophosphamid) können die toxischen

Wirkungen der Epirubicin-Therapie verstärkt sein.

Epirubicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert; jede Begleitmedikation, die die

Leberfunktion beeinflusst, kann auch die Verstoffwechselung oder die Pharmakokinetik von

Epirubicin und infolgedessen Wirksamkeit und/ oder Toxizität beeinflussen. Die Kombination

von Epirubicin mit potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln kann bei Beeinträchtigung des

hepatischen Metabolismus und/ oder der biliären Ausscheidung von Epirubicin zu einer

Erhöhung der Toxizität der Substanz führen. Dies kann zu einer Verstärkung der

Nebenwirkungen führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Zytostatika erhöht sich das Risiko für das Auftreten

gastrointestinaler Nebenwirkungen.

Arzneimittel, die zu einer Verzögerung der Harnsäureausscheidung führen (z. B. Sulfonamide,

bestimmte Diuretika), können bei gleichzeitiger Anwendung von Epirubicin zu einer verstärkten

Hyperurikämie führen.

Epirubicin bindet an Heparin; es kann zu Ausfällungen und Wirkungsverlust beider Wirkstoffe

kommen.

Die gleichzeitige Anwendung von Verapamil vermindert die systemische Verfügbarkeit von

Epirubicin durch eine Erhöhung der Clearance. Dadurch kommt es zu einer erhöhten

systemischen Verfügbarkeit der Epirubicin-Metaboliten. Dexverapamil kann die

Pharmakokinetik von Epirubicin verändern und dessen knochenmarksuppressiven Effekt

eventuell verstärken.

Cimetidin erhöht die AUC („Area under the curve“) von Epirubicin um 50 %. Aus diesem Grund

sollte eine Behandlung mit Cimetidin bei Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid unterbrochen

werden.

Wird Paclitaxel vor der Gabe von Epirubicin verabreicht, kann dies erhöhte

Plasmakonzentrationen von unverändertem Epirubicin und dessen Metaboliten hervorrufen. Die

Metaboliten sind jedoch weder toxisch noch pharmakologisch aktiv. Die gleichzeitige Gabe von

Paclitaxel oder Docetaxel beeinflusste die Pharmakokinetik von Epirubicin nicht, wenn das

Taxan nach dem Anthrazyklin verabreicht wurde.

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Diese Kombination kann angewendet werden, wenn die beiden Wirkstoffe zeitlich versetzt

(mindestens 24 Stunden) verabreicht werden.

Patienten, die Epirubicin erhalten, sollten nicht mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden.

Abgetötete oder inaktivierte Vakzine können verabreicht werden – der Impferfolg kann jedoch

verringert sein.

Eine Studie zeigte, dass Docetaxel die Plasmakonzentrationen der Metaboliten von Epirubicin

erhöhen kann, wenn es unmittelbar nach Epirubicin verabreicht wird.

Chinin kann die initiale Verteilung des Epirubicin vom Blut in das Körpergewebe beschleunigen

und die Verteilung von Epirubicin auf die roten Blutkörperchen beeinflussen.

Durch die gleichzeitige Gabe von Interferon-alpha-2b kann es sowohl zu einer Verringerung der

terminalen Halbwertszeit als auch der Gesamtclearance von Epirubicin kommen.

Wenn Sie ein Anthrazyklin in Kombination mit Dexrazoxan erhalten, kann es häufiger zu einer

Knochenmarkdepression kommen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/ angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/ Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Farmorubicin 50 mg HL kann Missbildungen beim Kind verursachen, wenn es während der

Schwangerschaft angewendet wird. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie

schwanger sind oder während der Behandlung schwanger werden. Sie dürfen Farmorubicin

50 mg HL während einer Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, Ihr Arzt hat dies

ausdrücklich angeordnet.

Wenn Sie oder Ihr Partner mit Farmorubicin 50 mg HL behandelt werden, muss während der

Behandlung und für 6 Monate nach deren Ende eine wirksame Verhütungsmethode

angewendet werden. Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, wird eine

genetische Beratung empfohlen.

Die Behandlung mit Farmorubicin 50 mg HL kann Unfruchtbarkeit verursachen. Männliche

Patienten sollten daher vor der Behandlung mit Farmorubicin 50 mg HL eine Konservierung von

Sperma in Betracht ziehen.

Farmorubicin 50 mg HL kann einem gestillten Kind schaden, daher muss das Stillen vor Beginn

einer Behandlung mit Farmorubicin 50 mg HL beendet werden.

Bei Frauen vor den Wechseljahren kann Epirubicin Amenorrhö und eine vorzeitige Menopause

verursachen.

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Epirubicin kann Episoden von Übelkeit und Erbrechen verursachen, die vorübergehend die

Fähigkeit, Auto zu fahren und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen können.

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Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Farmorubicin 50 mg

HL

Aufgrund des Gehaltes an Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) kann bei Anwendung dieses

Arzneimittels Urtikaria (Nesselsucht) auftreten. Möglich sind auch Spätreaktionen wie

Kontaktdermatitis. Selten sind Sofortreaktionen mit Urtikaria und Bronchospasmus

(Bronchialkrampf).

3.

Wie ist Farmorubicin 50 mg HL anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker

an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Behandlung sollte nur von Ärzten, die in der Tumorbehandlung erfahren sind, in einer Klinik

oder in Zusammenarbeit mit einer Klinik erfolgen. Insbesondere die dosisintensivierte

Behandlung erfordert eine engmaschige Überwachung der Patienten wegen möglicher

Komplikationen aufgrund der starken Knochenmarkdepression. Die Anwendung ist streng nach

Vorschrift durchzuführen.

Es gelten folgende Empfehlungen:

Konventionelle Dosierung

Intervalltherapie mit 75 bis 90 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche als Einzeldosis

jede 3. Woche

Polychemotherapie

Wenn Farmorubicin 50 mg HL in Kombinationsschemata mit anderen Zytostatika angewandt

wird, sollte die Dosis der Toxizität der anderen Zytostatika angepasst werden.

Eine Dosisreduktion (60 bis 75 mg/m² bzw. 105 bis 120 mg/m² bei dosisintensivierten

Schemata) oder längere Intervalle zwischen den Behandlungszyklen können notwendig sein bei

der Therapie von sehr alten Patienten, bei Patienten mit neoplastischer Knochenmarkinfiltration

sowie bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion durch vorangegangene Chemo- oder

Strahlentherapie bereits geschädigt wurde.

Außerdem kann bei palliativem Behandlungskonzept zur Verringerung der Nebenwirkungen

oder bei Patienten, bei denen Epirubicinhydrochlorid aus medizinischen Gründen nicht in der

oben genannten Dosierung verabreicht werden kann, folgende Dosierung angewendet werden:

wöchentliche Verabreichung von 20 bis 30 mg/m² Körperoberfläche

Dosisintensivierte Behandlung von fortgeschrittenen kleinzelligen Bronchialkarzinomen

Intervalltherapie mit 120 mg Epirubicinhydrochlorid/m

Körperoberfläche als Einzeldosis jede

3. Woche

Besonderer Hinweis

Bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion bereits durch vorhergehende Chemotherapie oder

Bestrahlung bzw. durch Infiltration von Tumorzellen geschädigt ist, wird eine Dosisreduzierung

auf 105 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche empfohlen.

Dosisintensivierte Behandlung beim Mammakarzinom (gilt nicht als Standardtherapie) zur

Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms:

135 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche in der Monotherapie bzw. 120 mg/m²

Körperoberfläche in der Kombinationstherapie alle 3 bis 4 Wochen

adjuvanten Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Frühstadium und positivem

Lymphknotenstatus:

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100 bis 120 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche alle 3 bis 4 Wochen

Sowohl in der adjuvanten Therapie als auch in der Therapie des metastasierten

Mammakarzinoms sollten bei der Patientin verstärkt die hämatologischen und kardiologischen

Parameter sowie auch die wichtigen Organfunktionen überwacht werden.

Eine sorgfältige hämatologische Kontrolle ist notwendig, da eine Knochenmarkdepression bei

dosisintensivierter Behandlung häufig auftritt. Eine schwere Neutropenie (neutrophile

Granulozyten unter 500/µl über maximal 7 Tage) wurde meist nur während 10 bis 14 Tagen

nach Beginn der Behandlung beobachtet und ist vorübergehend. Im Allgemeinen hat sich das

Knochenmark bis zum 21. Tag wieder erholt. Aufgrund dieser kurzen Dauer bedürfen

üblicherweise nur wenige Patienten der Aufnahme in eine Klinik oder besonderer Maßnahmen

zur Behandlung schwerer Infektionen.

Eine Thrombozytopenie (Plättchenzahl unter 100.000/µl) tritt nur bei wenigen Patienten auf und

ist selten schwer.

Rezidivprophylaxe (adjuvante Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms

Die Instillationstherapie sollte 7 bis 10 Tage nach operativer Entfernung des Tumors durch die

Harnröhre (transurethrale Resektion) begonnen werden.

Dosierung: 50 mg Epirubicinhydrochlorid (entspr. 25 ml rekonstituierter Lösung Farmorubicin

HL). Der Katheter wird mit 5 ml physiologischer Kochsalzlösung nachgespült. Wenn eine

weitere Verdünnung erforderlich ist, sollte die Epirubicin-Konzentration im Instillationsmedium

1,0 mg/ml nicht unterschreiten.

Folgendes Schema hat sich bewährt:

12 Instillationen in folgenden Abständen:

3 Instillationen im Abstand von 1 Woche

6 Instillationen im Abstand von 2 Wochen

3 Instillationen im Abstand von 4 Wochen.

Die Gesamtdauer der Therapie ist 28 Wochen.

Weitere Dosierungsschemata sind in der Literatur beschrieben.

Beurteilung der Leberfunktion

Epirubicin wird vorwiegend über Galle und Leber ausgeschieden. Bei beeinträchtigter

Leberfunktion oder Gallenabflussstörungen kann eine verzögerte Ausscheidung des

Arzneimittels auftreten, wobei sich die Gesamttoxizität erhöht. Daher sollte die Leberfunktion

(Bilirubin, SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase) vor der Behandlung mit Epirubicin überprüft

und bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion die Dosis erniedrigt werden. Empfehlungen

für die Dosisverringerung bei beeinträchtigter Leberfunktion richten sich nach den

Plasmabilirubinspiegeln:

Bilirubin

Dosisreduktion um

1,2 bis 3,0 mg/100 ml

50 %

3,1 bis 5,0 mg/100 ml

75 %

Beurteilung der Nierenfunktion

Aufgrund der nicht ausreichenden klinischen Datenlage kann keine Dosierungsempfehlung für

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gegeben werden.

Im Falle einer sehr schweren Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 10 ml/min oder

Serumkreatinin > 5 mg/dl) kann im Einzelfall eine initiale Dosissenkung auf 75 % erwogen

werden.

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Vor der Behandlung mit Epirubicin sollten Laborwerte sowie die Herzfunktion sorgfältig

untersucht werden; während eines jeden Behandlungszyklus sind die Patienten sorgfältig und

regelmäßig zu kontrollieren.

Art der Anwendung

Vor der Anwendung ist die rekonstituierte Injektionslösung auf Partikelfreiheit zu überprüfen.

Injektionslösungen, die Partikel aufweisen, dürfen nicht verwendet werden und sind

entsprechend den Entsorgungsvorschriften für Zytostatika zu entsorgen.

Hinweise zum Gebrauch und zur Handhabung

Zur Rekonstitution kann das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung mit 25 ml isotonischer

(0,9%iger) Kochsalzlösung gelöst werden. Die Lösung ist rot gefärbt. Bei Rekonstitution unter

aseptischen Bedingungen kann die gebrauchsfertige Lösung vor direktem Licht geschützt über

einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) bzw. 48 Stunden bei

Kühlschranktemperatur (2 °C bis 8 °C) aufbewahrt werden. Aus mikrobiologischer Sicht sollte

die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige

Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen

der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung

nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger

als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Das Lösungsmittel wird der Durchstechflasche mit Trockensubstanz hinzugefügt, wobei diese

mit der roten Lösung ständig geschwenkt wird.

Farmorubicin 50 mg HL Durchstechflaschen sind keine Infusionsflaschen. Der gelöste Inhalt

muss mit steriler Spritze und Nadel entnommen werden.

Beim Umgang mit Farmorubicin 50 mg HL muss Schutzkleidung getragen werden. Wenn

Farmorubicin 50 mg HL mit der Haut oder Schleimhaut in Berührung kommt, ist sorgfältiges

Waschen mit Wasser und Seife zu empfehlen.

Eine Handbürste sollte allerdings nicht verwendet werden, um die Haut nicht zusätzlich

mechanisch zu schädigen.

Bei Kontakt mit Haut oder Augen sollte sofort sorgfältig mit Wasser oder mit Wasser und Seife

oder mit Natriumbicarbonat-Lösung gespült und ein Arzt aufgesucht werden.

Die Empfehlungen „Sichere Handhabung von Zytostatika“ des Merkblattes M 620 der

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sollten beachtet werden.

Intravenöse Applikation

Farmorubicin 50 mg HL wird intravenös appliziert.

Eine versehentliche intraarterielle oder eine paravenöse Applikation von Farmorubicin 50 mg

HL muss bei der systemischen Verabreichung unbedingt ausgeschlossen werden.

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht

werden!

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22.08.2018

Da paravasale Injektionen von Epirubicin schwerwiegende Gewebeschädigungen und auch

Nekrosen verursachen können, wird empfohlen, das Arzneimittel bevorzugt in den Schlauch

einer laufenden i.v.-Infusion mit 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung zu geben. Zur Überprüfung der

korrekten Lage der Infusionsnadel werden zuvor einige ml einer Infusionslösung (z. B. 0,9%ige

NaCl-Lösung) verabreicht. Die Gesamtmenge von Farmorubicin 50 mg HL wird innerhalb von

10 bis 15 Minuten i.v. verabreicht. Venensklerosierungen können durch Injektion in zu kleine

Venen oder wiederholte Injektionen in dieselbe Vene verursacht werden. Nach erfolgter

Verabreichung wird die Vene mit dem Rest der Infusionslösung gespült.

Instillation in die Blase

Das Instillat sollte für 1 bis 2 Stunden in der Blase verbleiben, jedoch nicht weniger als

30 Minuten. Die Patienten sollten einige Stunden vor der Instillation möglichst wenig trinken, um

eine Verdünnung des Instillats mit Urin zu vermeiden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll. Eine zeitliche

Begrenzung der Anwendung ist nicht vorgesehen.

Die Dauer der Behandlung wird durch Erreichen der kumulativen Maximaldosis (900 mg/m

KOF) limitiert.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Farmorubicin 50 mg HL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn eine größere Menge Farmorubicin 50 mg HL angewendet wurde als beabsichtigt

Anzeichen einer Überdosierung

Sehr hohe Einzeldosen von Farmorubicin 50 mg HL können eine Herzmuskelschwäche (akute

Myokarddegeneration) innerhalb von 24 Stunden und eine schwere Knochenmarkdepression

innerhalb von 10 bis 14 Tagen verursachen.

Eine akute Überdosierung kann zu toxischen gastrointestinalen Erscheinungen (vor allem

Mukositis) und akuten Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems führen.

Im Falle einer Überdosierung wurde späteres Herzversagen bis zu 6 Monate nach der

Behandlung mit Anthrazyklinen beobachtet.

Behandlung einer Überdosierung

Beim Auftreten von Intoxikationserscheinungen sollte die Applikation von Epirubicin sofort

abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden.

Bei kardialer Beteiligung ist ein Kardiologe hinzuzuziehen.

Bei ausgeprägter Myelosuppression sollte die Substitution der fehlenden Blutbestandteile und

die Verlegung des Patienten in einen keimfreien Raum erwogen werden.

Epirubicin ist in vivo nicht effektiv dialysierbar.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Paravasate

Eine paravenöse Fehlinjektion führt zu lokaler Nekrose und Thrombophlebitis. Sollte im Bereich

der Infusionsnadel ein brennendes Gefühl entstehen, deutet dies auf eine paravenöse

Applikation hin.

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22.08.2018

Therapie von Paravasaten

Bei erfolgten Paravasaten ist die Infusion oder Injektion sofort zu stoppen; die Kanüle sollte

zunächst belassen werden, um sie nach einer kurzen Aspiration zu entfernen. Es wird

empfohlen, Dimethylsulfoxid (DMSO) 99 % über ein Areal zweifach so groß wie das betroffene

Areal lokal zu applizieren (4 Tropfen auf 10 cm² Hautoberfläche) und dies dreimal täglich über

einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen zu wiederholen. Gegebenenfalls sollte eine

Wundausschneidung (Débridement) in Erwägung gezogen werden. Wegen des

gegensätzlichen Mechanismus sollte eine Kühlung des Areals, z. B. zur Schmerzreduktion,

sequenziell mit der DMSO-Applikation erfolgen (Gefäßverengung vs. Gefäßerweiterung).

Andere Maßnahmen sind in der Literatur umstritten und von nicht eindeutigem Wert.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch Farmorubicin 50 mg HL Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Infektionen

Augenentzündung mit roten und tränenden Augen

Geringe Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie), sodass Sie sich müde und lethargisch fühlen

können

Anzahl der weißen Blutkörperchen (Abwehr von Infektionen) kann abfallen und somit die

Möglichkeit von Infektionen und Fieber erhöhen (Leukopenie)

Verminderte Thrombozytenanzahl (Plättchen im Blut, die das Blut gerinnen lassen) kann

auftreten, wodurch Sie schneller blaue Flecke bekommen oder schneller bluten können, wenn

Sie sich verletzen

Reduktion weißer Blutkörperchen – Neutrophile und Granulozyten (Neutropenie und

Granulozytopenie)

Verminderung bestimmter Arten von weißen Blutzellen begleitet durch Fieber (Febrile

Neutropenie)

Entzündung des transparenten Teils des Auges – Kornea

Hitzewallungen

Venenentzündung

Übelkeit

Erbrechen

Schmerzhafte Entzündung und Ulzeration der Schleimhäute im Verdauungstrakt

Entzündung der Mundschleimhaut

Durchfall

Haarausfall

Hautläsion

Rotfärbung des Urins für 1 bis 2 Tage nach der Anwendung von Epirubicin

Ausbleiben der Menstruation

Unwohlsein

Fieber

Änderungen einiger Leberenzymkonzentrationen

Nach direkter Verabreichung von Epirubicin in die Blase ist eine Entzündung (Zystitis) möglich

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Blasenentzündung

Appetitlosigkeit

Verlust von Wasser und Körperflüssigkeiten

Schwere Herzrhythmusstörung (ventrikuläre Tachykardie)

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Kardiale Reizleitungsstörungen

Herzrhythmusstörungen (z.B. AV-Block, Schenkelblock)

Langsamer Herzschlag (Bradykardie)

Unzureichendes Pumpen des Herzens, das Kurzatmigkeit, Flüssigkeitsansammlung und

abnormalen Herzschlag verursachen kann

Blutung

Errötung

Schmerzen hinter dem Brustbein, Verdauungsbeschwerden und Schluckbeschwerden aufgrund

von Entzündungen in der Speiseröhre

Schmerzen oder Brennen im Magen-Darm-Trakt

Bauchschmerzen

Schleimhautentzündung des Magen-Darm-Trakts

Blutungen im Magen-Darm-Trakt

Geschwüre im Magen-Darm-Trakt

Mundschleimhautläsionen, Schmerzen und Brennen im Mund, Blutungen und Auftreten von

dunklen Flecken im Mund

Hautausschlag, Juckreiz

Abnormale Verfärbung der Nägel

Hautveränderungen

Abnormale Verfärbung der Haut

Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen

Blut im Urin

Häufiges Wasserlassen

Schüttelfrost

Rötung an der Infusionsstelle

Reduzierte Herzfunktion

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Lungeninfektion (Pneumonie)

Hohes Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Unwohlsein, möglicherweise kalte Arme oder Beine

durch Blutvergiftung

Bestimmte Arten von Blutkrebs (akute myeloische Leukämie, akute lymphatische Leukämie)

Verschluss eines (arteriellen) Blutgefäßes

Schwellungen und Schmerzen in Beinen und Armen aufgrund einer Blutgefäßentzündung,

möglicherweise einschließlich einer Blutgerinnung

Blutgerinnsel in den Lungen, die Brustschmerzen und Atemnot verursachen

Nesselsucht

Hautrötung

Gefühl der Schwäche

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Plötzliche lebensbedrohliche allergische Reaktion. Symptome sind Anzeichen von Allergien, wie

z.B. Hautausschlag, Juckreiz und Nesselsucht, Schwellungen des Gesichts, der Lippen, der

Zunge oder anderer Körperteile, Kurzatmigkeit, Keuchen oder Atembeschwerden

Allergische Reaktionen

Erhöhte Harnsäure im Blut

Herzschädigung (Kardiotoxizität)

Abwesenheit von Spermazellen im Sperma

Schwindel

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Lebensbedrohlicher Zustand, der bei zu niedrigem Blutdruck durch eine Blutvergiftung

(septischer Schock) auftritt

Schmerzen an der Injektionsstelle, schwere Entzündungen der weichen Hautschichten

(Zellulitis)

Schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie, anaphylaktischer Schock, anaphylaktoide

Reaktion)

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Lebensbedrohlicher Zustand aufgrund zu niedrigen Blutdrucks

Verdickung des Blutgefäßes und Schmerzen an der Injektionsstelle

Unzureichende Sauerstoffversorgung des Gewebes durch Hemmung der Blutzellenproduktion

im Knochenmark

Dunkle Flecken im Mund

Hautrötungen oder andere bräunungsähnliche Reaktionen bei Sonneneinstrahlung oder UV-

Strahlen

Schmerzen

Gewebetod nach Arzneimittelaustritt aus der Eintrittsvene. In diesem Fall wird die

Verabreichung von Epirubicin sofort unterbrochen.

Kopfschmerzen

Hautveränderungen bei zuvor strahlenbehandelter Haut

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können

Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Farmorubicin 50 mg HL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und auf dem Etikett nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Bei Rekonstitution unter aseptischen Bedingungen kann die gebrauchsfertige Lösung vor

direktem Licht geschützt über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C bis

25 °C) bzw. 48 Stunden bei Kühlschranktemperatur (2 °C bis 8 °C) aufbewahrt werden. Aus

mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn

die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

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22.08.2018

Was Farmorubicin 50 mg HL enthält

Der Wirkstoff ist: Epirubicinhydrochlorid

1 Durchstechflasche Farmorubicin 50 mg HL mit 310 mg Pulver enthält 50 mg

Epirubicinhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (als Lösungsvermittler), Lactose-Monohydrat

Wie Farmorubicin 50 mg HL aussieht und Inhalt der Packung

Farmorubicin 50 mg HL ist ein rotes, gefriergetrocknetes Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung in Durchstechflaschen aus farblosem Glas.

Originalpackung mit 1 Durchstechflasche mit 310 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

Hersteller

ACTAVIS ITALY S.p.A.

Viale Pasteur 10

20014 Nerviano (Milan)

Italien

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2018.

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15.12.2017

PFIZER ((Logo))

FARMORUBICIN

50 mg HL

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

FARMORUBICIN

50 mg HL

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Epirubicinhydrochlorid

1 Durchstechflasche Farmorubicin 50 mg HL mit 310 mg Pulver enthält 50 mg

Epirubicinhydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil: Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Mammakarzinom

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom

Kleinzelliges Bronchialkarzinom

Fortgeschrittenes Magenkarzinom

Fortgeschrittenes Weichteilsarkom

Intravesikale Anwendung zur Rezidivprophylaxe (adjuvante Therapie) oberflächlicher

Harnblasenkarzinome (Ta, T1) nach TUR

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Konventionelle Dosierung

Intervalltherapie mit 75-90 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche als Einzeldosis

jede 3. Woche

Polychemotherapie

Wenn Farmorubicin 50 mg HL in Kombinationsschemata mit anderen Zytostatika angewandt

wird, sollte die Dosis der Toxizität der anderen Zytostatika angepasst werden.

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Eine Dosisreduktion (60-75 mg/m² bzw. 105-120 mg/m² bei dosisintensivierten Schemata)

oder längere Intervalle zwischen den Behandlungszyklen können notwendig sein bei der

Therapie von sehr alten Patienten, bei Patienten mit neoplastischer Knochenmarkinfiltration

sowie bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion durch vorangegangene Chemo- oder

Strahlentherapie bereits geschädigt wurde.

Außerdem kann bei palliativem Behandlungskonzept zur Verringerung der Nebenwirkungen

oder bei Patienten, bei denen Epirubicinhydrochlorid aus medizinischen Gründen nicht in der

oben genannten Dosierung verabreicht werden kann, folgende Dosierung angewendet

werden:

wöchentliche Verabreichung von 20-30 mg/m² Körperoberfläche

Dosisintensivierte Behandlung von fortgeschrittenen kleinzelligen Bronchialkarzinomen

Intervalltherapie mit 120 mg Epirubicinhydrochlorid/m

Körperoberfläche als Einzeldosis jede

3. Woche

Besonderer Hinweis

Bei Patienten, deren Knochenmarkfunktion bereits durch vorhergehende Chemotherapie

oder Bestrahlung bzw. durch Infiltration von Tumorzellen geschädigt ist, wird eine

Dosisreduzierung auf 105 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche empfohlen.

Dosisintensivierte Behandlung beim Mammakarzinom (gilt nicht als Standardtherapie)

Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms:

135 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche in der Monotherapie bzw.

120 mg/m² Körperoberfläche in der Kombinationstherapie alle 3-4 Wochen

adjuvanten Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Frühstadium und

positivem Lymphknotenstatus:

100-120 mg Epirubicinhydrochlorid/m² Körperoberfläche alle 3-4 Wochen

Sowohl in der adjuvanten Therapie als auch in der Therapie des metastasierten

Mammakarzinoms sollten bei der Patientin verstärkt die hämatologischen und

kardiologischen Parameter sowie auch die wichtigen Organfunktionen überwacht werden.

Eine sorgfältige hämatologische Kontrolle ist notwendig, da eine Knochenmarkdepression

bei dosisintensivierter Behandlung häufig auftritt. Eine schwere Neutropenie (neutrophile

Granulozyten unter 500/µl über maximal 7 Tage) wurde meist nur während 10-14 Tagen

nach Beginn der Behandlung beobachtet und ist vorübergehend. Im Allgemeinen hat sich

das Knochenmark bis zum 21. Tag wieder erholt. Aufgrund dieser kurzen Dauer bedürfen

gewöhnlicherweise nur wenige Patienten der Aufnahme in eine Klinik oder besonderer

Maßnahmen zur Behandlung schwerer Infektionen.

Eine Thrombozytopenie (Plättchenzahl unter 100.000/µl) tritt nur bei wenigen Patienten auf

und ist selten schwer.

Rezidivprophylaxe (adjuvante Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms

Die Instillationstherapie sollte 7-10 Tage nach TUR begonnen werden.

Dosierung: 50 mg Epirubicinhydrochlorid (entspr. 25 ml rekonstituierter Lösung Farmorubicin

50 mg HL). Der Katheter wird mit 5 ml physiologischer Kochsalzlösung nachgespült. Wenn

eine weitere Verdünnung erforderlich ist, sollte die Epirubicin-Konzentration im

Instillationsmedium 1,0 mg/ml nicht unterschreiten.

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Folgendes Schema hat sich bewährt:

12 Instillationen in folgenden Abständen:

3 Instillationen im Abstand von 1 Woche

6 Instillationen im Abstand von 2 Wochen

3 Instillationen im Abstand von 4 Wochen.

Die Gesamtdauer der Therapie ist 28 Wochen.

Weitere Dosierungsschemata sind in der Literatur beschrieben.

Beurteilung der Leberfunktion

Epirubicin wird vorwiegend hepatobiliär ausgeschieden. Bei beeinträchtigter Leberfunktion

oder Gallenabflussstörungen kann eine verzögerte Ausscheidung des Arzneimittels

auftreten, wobei sich die Gesamttoxizität erhöht. Daher sollte die Leberfunktion (Bilirubin,

SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase) vor der Behandlung mit Epirubicin überprüft und bei

Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion die Dosis erniedrigt werden. Empfehlungen für

die Dosisverringerung bei beeinträchtigter Leberfunktion richten sich nach den

Plasmabilirubinspiegeln:

Bilirubin

Dosisreduktion um

1,2-3,0 mg/100 ml

50 %

3,1-5,0 mg/100 ml

75 %

Beurteilung der Nierenfunktion

Aufgrund der nicht ausreichenden klinischen Datenlage kann keine Dosierungsempfehlung

für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gegeben werden.

Im Falle einer sehr schweren Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 10 ml/min oder

Serumkreatinin > 5 mg/dl) kann im Einzelfall eine initiale Dosisreduktion auf 75 % erwogen

werden.

Art der Anwendung

Die Behandlung sollte nur von Ärzten, die in der Tumorbehandlung erfahren sind, in einer

Klinik oder in Kooperation mit einer Klinik erfolgen. Insbesondere die dosisintensivierte

Behandlung erfordert eine engmaschige Überwachung der Patienten wegen möglicher

Komplikationen aufgrund der starken Myelosuppression. Die Anwendung ist streng nach

Vorschrift durchzuführen.

Vor der Behandlung mit Epirubicin sollten Laborwerte sowie die Herzfunktion sorgfältig

untersucht werden; während eines jeden Behandlungszyklus sind die Patienten sorgfältig

und regelmäßig zu kontrollieren.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll. Eine zeitliche

Begrenzung der Anwendung ist nicht vorgesehen.

Die kumulative Maximaldosis (900 mg/m

KOF) darf nur nach strenger Nutzen-Risiko-

Abwägung überschritten werden.

Vor der Anwendung ist die rekonstituierte Injektionslösung auf Partikelfreiheit zu überprüfen.

Injektionslösungen, die Partikel aufweisen, dürfen nicht verwendet werden und sind

entsprechend den Entsorgungsvorschriften für Zytostatika zu entsorgen.

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15.12.2017

Hinweise zum Gebrauch und zur Handhabung

Zur Rekonstitution kann das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung mit 25 ml

isotonischer (0,9%iger) Kochsalzlösung gelöst werden. Die Lösung ist rot gefärbt. Bei

Rekonstitution unter aseptischen Bedingungen kann die gebrauchsfertige Lösung vor

direktem Licht geschützt über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur

(20-25 °C) bzw. 48 Stunden bei Kühlschranktemperatur (2-8 °C) aufbewahrt werden. Aus

mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die

Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2-8 °C aufzubewahren.

Das Lösungsmittel wird der Durchstechflasche mit Trockensubstanz hinzugefügt, wobei

diese mit der roten Lösung ständig geschwenkt wird.

Farmorubicin-50 mg-HL-Durchstechflaschen sind keine Infusionsflaschen. Der gelöste Inhalt

muss mit steriler Spritze und Nadel entnommen werden.

Beim Umgang mit Farmorubicin 50 mg HL muss Schutzkleidung getragen werden. Wenn

Farmorubicin 50 mg HL mit der Haut oder Schleimhaut in Berührung kommt, ist sorgfältiges

Waschen mit Wasser und Seife zu empfehlen.

Eine Handbürste sollte allerdings nicht verwendet werden, um die Haut nicht zusätzlich

mechanisch zu schädigen.

Bei Kontakt mit Haut oder Augen sollte sofort sorgfältig mit Wasser oder mit Wasser und

Seife oder mit Natriumbicarbonat-Lösung gespült und ein Arzt aufgesucht werden.

Die Empfehlungen „Sichere Handhabung von Zytostatika” des Merkblattes M 620 der

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sollten beachtet werden.

Intravenöse Applikation

Farmorubicin 50 mg HL wird intravenös appliziert.

Eine versehentliche intraarterielle oder eine paravenöse Applikation von Farmorubicin 50 mg

HL muss bei der systemischen Verabreichung unbedingt ausgeschlossen werden.

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht

werden!

Da paravasale Injektionen von Epirubicin schwerwiegende Gewebeschädigungen und auch

Nekrosen verursachen können, wird empfohlen, das Arzneimittel bevorzugt in den Schlauch

einer laufenden i.v.-Infusion mit 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung zu geben. Zur Überprüfung

der korrekten Lage der Infusionsnadel werden zuvor einige ml einer Infusionslösung (z. B.

0,9%ige NaCl-Lösung) verabreicht. Die Gesamtmenge der Farmorubicin 50 mg HL wird

innerhalb von 10-15 Minuten intravenös verabreicht. Venensklerosierungen können durch

Injektion in zu kleine Venen oder wiederholte Injektionen in dieselbe Vene verursacht

werden. Nach erfolgter Verabreichung wird die Vene mit dem Rest der Infusionslösung

gespült.

Intravesikale Applikation

Das Instillat sollte für 1-2 Stunden in der Blase verbleiben, jedoch nicht weniger als

30 Minuten. Die Patienten sollten einige Stunden vor der Instillation möglichst wenig trinken,

um eine Verdünnung des Instillats mit Urin zu vermeiden.

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15.12.2017

4.3

Gegenanzeigen

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.),

andere Anthrazykline/ Anthracendione oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

bei ausgeprägter Knochenmarkdepression (z. B. nach erfolgter Vorbehandlung mit

Chemo- und/ oder Strahlentherapie)

bei ausgeprägten Entzündungen der Schleimhäute im Mund- und/oder Magen-Darm-

Bereich

bei akuten systemischen Infektionen

bei ausgeprägter Beeinträchtigung der Leberfunktion

bei muskulärer Herzinsuffizienz Grad IV (Ruheinsuffizienz)

bei akutem Myokardinfarkt und abgelaufenem Myokardinfarkt, der zur muskulären

Herzinsuffizienz Grad III und IV geführt hat

bei Kardiomyopathie

bei akuten entzündlichen Herzerkrankungen

bei instabiler Angina pectoris

bei ausgeprägten Rhythmusstörungen mit gravierenden hämodynamischen

Auswirkungen, auch in der Vorgeschichte

bei vorausgegangener Behandlung mit Epirubicin, anderen Anthrazyklinen oder

Anthracendionen bis zur maximalen Kumulativdosis

Stillzeit

Patienten mit anderen Stadien der angeführten Herzerkrankungen und/ oder einer

Vorbehandlung mit anderen Anthrazyklinen bedürfen einer individuellen therapeutischen

Entscheidung, einschließlich der folgenden Verlaufskontrolle.

Bei intravesikaler Anwendung:

Harnwegsinfekt

Zystitis

Großes Restharnvolumen

Schrumpfblase

Invasive Tumoren der Blasenwand

Probleme bei der Katheterisierung

Hämaturie

Bei bestehendem Harnrückfluss aus der Blase ins Nierenbecken (vesikorenalem Reflux) sind

regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion erforderlich.

Hinweise

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit vorangegangener, gleichzeitiger oder geplanter

Radiotherapie geboten. Diese haben bei der Anwendung von Epirubicin ein erhöhtes Risiko

von Lokalreaktionen im Bestrahlungsfeld (Recall-Phänomen).

Eine vorangegangene Bestrahlung des Mediastinums erhöht die Kardiotoxizität von

Epirubicin.

Ein kardiales Monitoring wird empfohlen bei Epirubicin-Dosen über 450 mg/m

KOF; die

maximale kumulative Dosis sollte 900 mg/m

KOF nicht überschreiten.

Vor Beginn der Behandlung mit Epirubicin sollte sich der Patient von den toxischen

Auswirkungen (wie z. B. Stomatitis, Neutropenie, Thrombozytopenie und generalisierten

Infektionen) einer vorhergegangenen zytotoxischen Behandlung erholt haben.

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Eine Impfung mit Lebendvakzinen sollte im zeitlichen Zusammenhang mit einer Epirubicin-

Therapie nicht durchgeführt werden.

Der Kontakt des Patienten mit Polio-Impflingen sollte vermieden werden.

Farmorubicin 50 mg HL darf nicht oral, subkutan, intramuskulär oder intrathekal verabreicht

werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Aufgrund des Gehaltes an Methyl-4-hydroxybenzoat kann bei Anwendung dieses

Arzneimittels Urtikaria (Nesselsucht) auftreten. Möglich sind auch Spätreaktionen wie

Kontaktdermatitis. Selten sind Sofortreaktionen mit Urtikaria und Bronchospasmus

(Bronchialkrampf).

Während die Behandlung mit hohen Epirubicin-Dosen (z. B. ≥ 90 mg/m

alle 3-4 Wochen)

generell zu ähnlichen Nebenwirkungen wie bei den Standarddosen (z. B. < 90 mg/m

alle 3-4

Wochen) führt, können die Ausprägungen einer Neutropenie und Stomatitis/ Mukositis

hierbei verstärkt sein. Die Therapie mit hohen Dosen von Epirubicin erfordert daher eine

besondere Kontrolle im Hinblick auf mögliche klinische Komplikationen einer ausgeprägten

Myelosuppression.

Herzfunktion

Kardiotoxizität stellt ein Risiko der Behandlung mit Anthrazyklinen dar. Diese kann sich in

frühen (z. B. akuten) oder späten (z. B. verzögerten) Ereignissen manifestieren.

Frühe Ereignisse (Soforttyp): Frühe kardiotoxische Ereignisse von Epirubicin sind

hauptsächlich Sinustachykardie und/ oder EKG-Veränderungen wie beispielsweise

unspezifische ST-Strecken-Veränderungen. Weiterhin wurden Tachyarrhythmien

(einschließlich vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen, ventrikuläre Tachykardie und

Bradykardie) sowie atrioventrikulärer- und Schenkelblock beobachtet. Diese Erscheinungen

führen nicht notwendigerweise zur Entwicklung einer verzögerten Kardiotoxizität, sie sind

selten klinisch relevant und üblicherweise kein Grund, einen Abbruch der Epirubicin-Therapie

zu erwägen.

Späte Ereignisse (Spättyp): Verzögerte kardiotoxische Ereignisse entwickeln sich

üblicherweise später im Laufe der Behandlung mit Epirubicin oder innerhalb von 2-

3 Monaten nach Beendigung der Therapie. Es wurden jedoch auch schon spätere Ereignisse

(mehrere Monate bis Jahre nach Therapieende) berichtet. Eine verzögerte Kardiomyopathie

manifestiert sich in Form einer verminderten linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) und/

oder als Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz wie beispielsweise Dyspnoe,

Lungenödem, Ödeme der Extremitäten, Kardiomegalie und Hepatomegalie, Oligurie,

Aszites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Eine lebensbedrohliche dekompensierte

Herzinsuffizienz ist die schwerste Form einer durch Anthrazykline ausgelösten

Kardiomyopathie und repräsentiert die dosislimitierende kumulative Toxizität des

Arzneimittels.

Das Risiko einer dekompensierten Herzinsuffizienz nimmt mit einer kumulativen Epirubicin-

Gesamtdosis über 900 mg/m

rapide zu. Diese Gesamtdosis sollte nur unter größter Vorsicht

überschritten werden.

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15.12.2017

Die Herzfunktion muss vor Therapiebeginn, während und nach Beendigung der Therapie

überwacht werden (EKG, Radionuklidangiographie oder Echokardiographie [zur Bestimmung

der LVEF]), um das Risiko schwerer kardialer Störungen zu verringern. Dies gilt besonders

für Patienten mit Risikofaktoren für eine erhöhte Toxizität oder bei erhöhten kumulativen

Anthrazyklin-Dosen. Durch regelmäßige Kontrolle der LVEF und einen sofortigen Abbruch

der Therapie mit Epirubicin beim Auftreten ersten Zeichen einer gestörten Organfunktion

kann das Risiko kardialer Störungen vermindert werden.

Im Hinblick auf das Risiko einer Kardiomyopathie sollte eine kumulative Epirubicin-

Gesamtdosis von 900 mg/m

nur unter größter Vorsicht überschritten werden.

Aktive oder stumme Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geplante oder momentan laufende

Bestrahlungen im Bereich des Mediastinums oder Perikards, vorangegangene Therapien mit

anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen, die gleichzeitige Behandlung mit

Arzneimitteln, die die kardiale Kontraktibilität verringern können, oder mit kardiotoxischen

Substanzen (z. B. Trastuzumab) stellen Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität dar, wobei das

Risiko für ältere Menschen höher ist

Abhängig vom Vorhandensein dieser Risikofaktoren

kann die Kardiotoxizität von Epirubicin auch schon bei niedrigeren kumulativen

Gesamtdosen auftreten.

Bei Patienten, die Trastuzumab als Monotherapie oder in Kombination mit Anthrazyklinen

wie Epirubicin erhielten, wurde eine Herzinsuffizienz (New York Heart Association [NYHA]-

Klassen II–IV) beobachtet. Der Schweregrad der Herzinsuffizienz, die mit dem Versterben

der Patienten assoziiert wurde, reichte von mäßig bis schwer.

Trastuzumab und Anthrazykline, wie Epirubicin, dürfen derzeit nur im Rahmen einer streng

kontrollierten klinischen Studie mit kardiologischer Überwachung kombiniert gegeben werden

(siehe Abschnitt 4.5). Bei Patienten, die zuvor Anthrazykline erhielten, besteht bei einer

Trastuzumab-Behandlung ebenfalls das Risiko einer Kardiotoxizität, das jedoch geringer ist

als bei einer gleichzeitigen Gabe von Trastuzumab und Anthrazyklinen.

Die berichtete Halbwertzeit von Trastuzumab beträgt etwa 28-38 Tage. Trastuzumab kann

bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen im Blutkreislauf des Patienten verbleiben. Bei

Patienten, die nach dem Absetzen von Trastuzumab Anthrazykline wie Epirubicin erhalten,

besteht daher u. U. ein erhöhtes Risiko einer Kardiotoxizität. Ärzte sollten daher eine

Anthrazyklin-basierte Behandlung bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab

vermeiden, sofern dies möglich ist. Während einer Behandlung mit Anthrazyklinen wie

Epirubicin muss die Herzfunktion der Patienten streng überwacht werden.

Wenn sich während einer Trastuzumab-Behandlung, die sich an eine Epirubicin-Behandlung

anschließt, eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickelt, so sollte diese mit den

Standardmedikamenten behandelt werden.

Die Toxizität von Epirubicin und anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen ist

wahrscheinlich additiv.

Hämatologische Toxizität

Wie andere zytotoxische Substanzen, so kann auch Epirubicin zu einer Myelosuppression

führen. Kontrollen des Blutbilds (insbesondere Leukozyten, Thrombozyten, Erythrozyten)

sind vor und während jedes Behandlungszyklus erforderlich. Eine dosisabhängige, reversible

Leukopenie und/ oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist die überwiegende Manifestation

der hämatologischen Toxizität von Epirubicin und die häufigste akute dosislimitierende

Toxizität dieses Arzneimittels. Leukopenie und Neutropenie sind üblicherweise schwerer bei

Hochdosisschemata und erreichen den Nadir in den meisten Fällen zwischen dem 10. und

14. Tag nach Verabreichung des Arzneimittels. Dies ist normalerweise vorübergehend,

wobei das weiße Blutbild/ die Neutrophilenzahl in den meisten Fällen bis zum 21. Tag auf

normale Werte zurückgeht. Thrombopenie und Anämie können ebenfalls auftreten. Klinische

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– 8 –

15.12.2017

Folgen einer schweren Myelosuppression schließen Fieber, Infektionen, Sepsis/ Septikämie,

septischen Schock, Hämorrhagie, Gewebehypoxie oder Tod ein.

Sekundäre Leukämie

Bei Patienten, die mit Anthrazyklinen einschließlich Epirubicin behandelt wurden, wurden

sekundäre Leukämien mit oder ohne präleukämische Phase berichtet. Zu sekundären

Leukämien kommt es häufiger, wenn diese Substanzen zusammen mit DNA-schädigenden

antineoplatischen Wirkstoffen oder mit einer Bestrahlung eingesetzt werden, bei Patienten,

die mit hohen Dosen Zytostatika vorbehandelt sind, oder wenn die Dosis des Anthrazyklins

erhöht wurde. Diese Leukämien haben eine Latenzzeit von 1-3 Jahren.

Gastrointestinaltrakt

Epirubicin führt zu Erbrechen. Mukositis/ Stomatitis treten bald nach der Applikation auf und

können sich, wenn sie schwer verlaufen, innerhalb von wenigen Tagen zu Schleimhautulzera

entwickeln. Die meisten Patienten erholen sich bis zur 3. Therapiewoche von dieser

Nebenwirkung.

Leberfunktion

Epirubicin wird größtenteils über das hepatobiliäre System eliminiert. Vor und während der

Behandlung mit Epirubicin sollten Gesamtbilirubin und die AST-Spiegel kontrolliert werden.

Bei Patienten mit erhöhten Bilirubin- oder AST-Werten kann die Clearance verzögert sein,

mit der Konsequenz einer erhöhten Gesamttoxizität. Bei diesen Patienten werden niedrigere

Dosierungen empfohlen. Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion sollten Epirubicin

nicht erhalten.

Nierenfunktion

Vor und während der Behandlung mit Epirubicin sollte das Serumkreatinin kontrolliert

werden. Bei Patienten mit einem Serumkreatinin > 5 mg/dl muss eine Dosisanpassung

vorgenommen werden.

Auswirkungen an der Injektionsstelle

Zu einer Phlebosklerose (venösen Sklerose) kann es durch eine Injektion in ein kleines

Gefäß oder durch wiederholte Injektionen in dieselbe Vene kommen. Durch genaues

Befolgen der empfohlenen Anwendungshinweise kann das Risiko einer Phlebitis/

Thrombophlebitis an der Injektionsstelle vermindert werden.

Extravasation

Eine Extravasation von Epirubicin während der i.v.-Gabe kann zu lokalen Schmerzen,

schweren Gewebeschäden (Vesikation, schwere Cellulitis) und Nekrosen führen. Sollten bei

der i.v.-Gabe von Epirubicin Symptome einer Extravasation auftreten, muss die Infusion

sofort abgebrochen werden. Die Nebenwirkung einer Extravasation von Anthrazyklinen kann

durch die umgehende Einleitung einer gezielten Behandlung mit z. B. Dexrazoxan (Hinweise

zum Gebrauch siehe entsprechende Fachinformationen) vermieden oder verringert werden.

Die Schmerzen des Patienten können durch Kühlung des betroffenen Hautareals mit

Hyaluronsäure und DMSO vermindert werden. Anschließend sollte der Patient noch

engmaschig überwacht werden, da Nekrosen auch noch nach mehreren Wochen auftreten

können.

Beim Auftreten einer Extravasation sollte wegen einer möglichen Exzision ein plastischer

Chirurg herangezogen werden.

Sonstiges

Thrombophlebitis und thromboembolische Erscheinungen einschließlich Lungenembolie (in

einigen Fällen mit tödlichem Verlauf) wurden, wie auch bei anderen zytotoxischen

Substanzen, unter der Therapie mit Epirubicin berichtet.

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– 9 –

15.12.2017

Tumorlyse-Syndrom

Wegen des extensiven Purinkatabolismus bei schneller, arzneimittelinduzierter Lyse

neoplastischer Zellen (Tumorlyse-Syndrom) kann es unter Epirubicin zu einer Hyperurikämie

kommen. Nach Beginn der Behandlung sollten die Harnsäure-, Kalium-, Calciumphosphat-

und Kreatininwerte überprüft werden. Hydratation, Alkalisierung des Urins und

prophylaktische Gabe von Allopurinol zur Vermeidung einer Hyperurikämie können das

Risiko potenzieller Komplikationen des Tumorlyse-Syndroms senken.

Immunsuppressive Effekte/ erhöhte Infektanfälligkeit

Die Verabreichung von Lebendimpfstoff oder attenuiertem Lebendimpfstoff an Patienten, die

durch Chemotherapeutika, einschließlich Epirubicin, immunsupprimiert sind, kann zu

schweren oder tödlich verlaufenden Infektionen führen. Eine Impfung mit Lebendimpfstoff

sollte während der Behandlung mit Epirubicin vermieden werden. Totimpfstoffe oder

inaktivierte Impfstoffe können verwendet werden, jedoch kann die Immunantwort auf solche

Impfstoffe vermindert sein.

Geschlechtsorgane

Epirubicin kann genotoxisch sein. Männer und Frauen sollten unter der Behandlung mit

Epirubicin einen wirksamen Empfängnisschutz betreiben. Nach Beendigung der Therapie

sollte bei Patienten mit Kinderwunsch gegebenenfalls und soweit verfügbar eine genetische

Beratung erfolgen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da Epirubicin meist als Teil einer Kombinationstherapie mit anderen Zytostatika verwendet

wird, kann sich die Gesamttoxizität, insbesondere hinsichtlich der Myelosuppression und

gastrointestinalen Toxizität, verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung von Epirubicin und anderen kardiotoxischen Substanzen (z. B.

5-Fluorouracil, Cyclophosphamid, Cisplatin, Taxane) oder einer Strahlentherapie des

Mediastinums verstärken die Kardiotoxizität von Epirubicin. Daher ist hier, sowie bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen kardioaktiven Substanzen (z. B.

Calciumantagonisten), eine besonders sorgfältige Überwachung der Herzfunktion während

der gesamten Therapie erforderlich.

Auch Patienten, die erst nach Beendigung einer Therapie mit anderen kardiotoxischen

Substanzen, speziell solchen mit einer langen Halbwertzeit (z. B. Trastuzumab),

Anthrazykline erhalten, können einem erhöhten Risiko für kardiotoxische Erscheinungen

unterliegen. Die berichtete Halbwertzeit von Trastuzumab beträgt etwa 28-38 Tage, und die

Substanz kann bis zu 27 Wochen im Körper verbleiben. Daher sollte eine Anthrazyklin-

Therapie wenn möglich bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab vermieden

werden. Wenn Anthrazykline vor diesem Zeitpunkt angewendet werden, wird eine

engmaschige Kontrolle der Herzfunktion empfohlen.

Bei einer (Vor-) Behandlung mit Medikamenten, welche die Knochenmarkfunktion

beeinflussen (z. B. Zytostatika, Sulfonamide, Chloramphenicol, Diphenylhydantoin,

Amidopyrin-Derivate, antiretrovirale Arzneimittel), ist die Möglichkeit einer ausgeprägten

Störung der Hämatopoese zu beachten. Die Dosierung von Epirubicin ist gegebenenfalls zu

modifizieren. Bei Kombination mit anderen Zytostatika (z. B. Cytarabin, Cisplatin,

Cyclophosphamid) können die toxischen Wirkungen der Epirubicin-Therapie verstärkt sein.

Epirubicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert; jede Begleitmedikation, die die

Leberfunktion beeinflusst, kann auch die Verstoffwechslung oder die Pharmakokinetik von

Epirubicin und infolgedessen Wirksamkeit und/ oder Toxizität beeinflussen.

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– 10 –

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Die Kombination von Epirubicin mit potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln kann bei

Beeinträchtigung des hepatischen Metabolismus und/ oder der biliären Ausscheidung von

Epirubicin zu einer Erhöhung der Toxizität der Substanz führen. Dies kann zu einer

Verstärkung der Nebenwirkungen führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Zytostatika erhöht sich das Risiko für das Auftreten

gastrointestinaler Nebenwirkungen.

Arzneimittel, die zu einer Verzögerung der Harnsäureausscheidung führen (z. B.

Sulfonamide, bestimmte Diuretika), können bei gleichzeitiger Anwendung von Epirubicin zu

einer verstärkten Hyperurikämie führen.

Epirubicin bindet an Heparin; es kann zu Ausfällungen und Wirkungsverlust beider Wirkstoffe

kommen.

Die gleichzeitige Anwendung von Verapamil vermindert die systemische Verfügbarkeit von

Epirubicin durch eine Erhöhung der Clearance. Dadurch kommt es zu einer erhöhten

systemischen Verfügbarkeit der Epirubicin-Metaboliten. Dexverapamil kann die

Pharmakokinetik von Epirubicin verändern und dessen knochenmarksuppressiven Effekt

eventuell verstärken.

Cimetidin erhöht die AUC („Area under the curve“) von Epirubicin um 50 %. Aus diesem

Grund sollte eine Behandlung mit Cimetidin bei Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid

unterbrochen werden.

Wird Paclitaxel vor der Gabe von Epirubicin verabreicht, kann dies erhöhte

Plasmakonzentrationen von unverändertem Epirubicin und dessen Metaboliten hervorrufen.

Die Metaboliten sind jedoch weder toxisch noch pharmakologisch aktiv. Die gleichzeitige

Gabe von Paclitaxel oder Docetaxel beeinflusste die Pharmakokinetik von Epirubicin nicht,

wenn das Taxan nach dem Anthrazyklin verabreicht wurde.

Diese Kombination kann angewendet werden, wenn die beiden Wirkstoffe zeitlich versetzt

(mindestens 24 Stunden) verabreicht werden.

Patienten, die Epirubicin erhalten, sollten nicht mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden.

Abgetötete oder inaktivierte Vakzine können verabreicht werden – der Impferfolg kann

jedoch verringert sein.

Eine Studie zeigte, dass Docetaxel die Plasmakonzentrationen der Metaboliten von

Epirubicin erhöhen kann, wenn es unmittelbar nach Epirubicin verabreicht wird.

Chinin kann die initiale Verteilung des Epirubicin vom Blut in das Körpergewebe

beschleunigen und die Verteilung von Epirubicin auf die roten Blutkörperchen beeinflussen.

Durch die gleichzeitige Gabe von Interferon-alpha-2b kann es sowohl zu einer Verringerung

der terminalen Halbwertzeit als auch der Gesamtclearance von Epirubicin kommen.

Bei Patienten, die ein Anthrazyklin in Kombination mit Dexrazoxan erhalten, kann eine

Myelosuppression häufiger oder in schwerer Form auftreten.

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– 11 –

15.12.2017

4.6

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

Schwangerschaft

Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Epirubicin den Fötus schädigen kann. Wie die

meisten anderen antineoplastischen Wirkstoffe zeigte auch Epirubicin bei Tieren mutagene

und karzinogene Eigenschaften.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten vollständig über die Schädigungen des Fötus im Falle

des Auftretens einer Schwangerschaft während der Epirubicin-Therapie aufgeklärt werden.

Epirubicin sollte nicht bei schwangeren Frauen oder Frauen im gebärfähigen Alter, die

schwanger werden könnten, eingesetzt werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die

Mutter überwiegt die möglichen Risiken für den Fötus.

Frauen sollten während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung nicht schwanger werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Epirubicin in die Muttermilch ausgeschieden wird. Ein Risiko für das

gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Während der Therapie mit Epirubicin muss

das Stillen daher unterbrochen werden.

Fertilität

Es gibt keine schlüssigen Informationen darüber, ob Epirubicin die menschliche Fertilität

nachteilig beeinflusst oder teratogen wirkt. Epirubicin könnte bei menschlichen Spermien

Chromosomenschäden verursachen. Männern, die mit Epirubicin behandelt werden, wird

empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und

sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die

Therapie über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Sowohl Männer als auch Frauen, die Epirubicin erhalten, sollten auf die mögliche Gefahr

einer nachteiligen Wirkung auf die Nachkommen hingewiesen werden.

Bei prämenopausalen Frauen kann Epirubicin Amenorrhoe und vorzeitige Menopause

verursachen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Mit Epirubicin wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Fähigkeit, Auto

zu fahren und Maschinen zu bedienen, durchgeführt. Epirubicin kann jedoch Episoden von

Übelkeit und Erbrechen verursachen, die vorübergehend die Fähigkeit, Auto zu fahren und

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen können.

4.8

Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet und während der Behandlung mit Epirubicin

mit folgender Häufigkeit berichtet:

Systemorgan

klasse

Sehr häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100, <1/10

Gelegentli

≥1/1.000,

<1/100

Selten

≥1/10.00

<1/1.000

Sehr

selte

<1/10

.000

Nicht

bekannt

(Häufigkei

t auf

Grundlag

e der

verfügbar

en Daten

nicht

abschätzb

spcde-7v16frhn-pv-50

– 12 –

15.12.2017

Infektionen

parasitaere

Erkrankungen

Infektion,

Konjunktivitis

Bakterielle

Zystitis

Sepsis*,

Pneumoni

Septische

r Schock,

Zellulitis

Gutartige,

boesartige

unspezifische

Neubildungen

(einschl.

Zysten und

Polypen)

Akute

myeloisch

Leukaemi

akute

lymphatis

Leukaemi

Erkrankungen

des Blutes

und des

Lymphsystem

Anaemie,

Leukopenie,

Thrombozytop

enie,

Neutropenie,

Granulozytop

enie,

Febrile

Neutropenie

Erkrankungen

Immunsystem

Anaphyla

ktische

Reaktion

Hypersen

sitivität

Anaphyla

ktischer

Schock

Stoffwechsel-

Ernaehrungss

toerungen

Appetitlosigkei

Dehydratation

Hyperurik

aemie*

Augenerkrank

ungen

Keratitis

Herzerkranku

ngen

Ventrikuläre

Tachykardie,

AV-Block,

Schenkelblöck

Bradykardie,

kongestive

Herzinsuffizie

Kardiotox

izität

Gefaesserkra

nkungen

Hitzewallunge

Phlebitis*

Haemorrhage

Rötungen*

Embolie,

arterielle

Embolie*,

Thrombop

hlebitis*

Schock*,

Phleboskl

erose

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums

Lungene

mbolie*

Hypoxie

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– 13 –

15.12.2017

Mediastinums

Erkrankungen

Gastrointestin

altrakts

Übelkeit,

Erbrechen,

Stomatitis,

Schleimhaute

ntzündung,

Diarrhoe

Oesophagitis,

Gastrointestin

Schmerzen*,

Abdominale

Schmerzen,

Gastrointestin

ale Erosion*,

Gastrointestin

Hämorrhagien

Gastrointestin

ales

Geschwür*,

Mundschleimh

auterosion

Bukkale

Pigmentie

rung*

Erkankungen

der Haut und

Unterhautzell

gewebes

Alopezie,

Hauttoxizität

Hautausschla

g/Juckreiz,

Nägelverfärbu

ng*,

Hautstörunge

Hyperpigmenti

erung der

Haut*

Urtikaria*,

Erythem*

Fotosensit

Reaktion*

Erkrankungen

der Nieren

Harnwege

Chromaturie*

Dysurie

Haematurie

Pollakisurie

Erkrankungen

Geschlechtso

rgane und der

Brustdruese

Amenorrhoe

Azoosper

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichun

gsort

Unwohlsein,

Pyrexie*

Schüttelfrost*,

Erythem an

Infusionsstelle

Asthenie

Schmerze

Weichteiln

ekrose

Erkrankungen

Nervensyste

Schwind

Kopfschm

erzen

Untersuchung

Abnormale

Transaminase

spiegel

Verringerte

Ejektionsfrakti

Verletzung,

Vergiftung

und durch

Eingriffe

bedingte

Komplikation

Chemische

Zystitis

Recall-

Phaenom

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* Nebenwirkungen nach Anwendungsbeobachtung identifiziert.

Ein Resultat der Myelosuppresion.

einschließlich Hautausschlag, Juckreiz, Fieber, Schttelfrost.

z.B. EKG-Abnormalitäten, Arrhythmien, Kardiomyopathie.

Dyspnoe, Ödem, Hepatomegalie, Aszites, Lungenödem, Galopprhythmus werden

zusammen mit dieser Nebenwirkung genannt.

Rotfärbung des Urins für 1-2 Tage nach der Verabreichung.

nach versehentlicher paravenöser Injektion.

nach intravesikaler Verabreichung.

Hypersensitivität von bestrahlter Haut (Strahlungs-recall-Reaktion).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Sehr hohe Einzeldosen von Farmorubicin 50 mg HL können eine akute

Myokarddegeneration innerhalb von 24 Stunden und eine schwere Myelosuppression

innerhalb von 10-14 Tagen verursachen.

Eine akute Überdosierung kann zu toxischen gastrointestinalen Erscheinungen (vor allem

Mukositis) und akuten Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems führen.

Im Falle einer Überdosierung wurde späteres Herzversagen bis zu 6 Monate nach der

Behandlung mit Anthrazyklinen beobachtet.

Therapie

Beim Auftreten von Intoxikationserscheinungen sollte die Applikation von Epirubicin sofort

abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden.

Bei kardialer Beteiligung ist ein Kardiologe hinzuzuziehen.

Bei ausgeprägter Myelosuppression sollte die Substitution der fehlenden Blutbestandteile

und die Verlegung des Patienten in einen keimfreien Raum erwogen werden.

Epirubicin ist in vivo nicht effektiv dialysierbar.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Paravasate

Eine paravenöse Fehlinjektion führt zu lokaler Nekrose und Thrombophlebitis. Sollte im

Bereich der Infusionsnadel ein brennendes Gefühl entstehen, deutet dies auf eine

paravenöse Applikation hin.

Therapie von Paravasaten

Bei erfolgten Paravasaten ist die Infusion oder Injektion sofort zu stoppen; die Kanüle sollte

zunächst belassen werden, um sie nach einer kurzen Aspiration zu entfernen. Es wird

empfohlen, DMSO 99 % über ein Areal zweifach so groß wie das betroffene Areal lokal zu

applizieren (4 Tropfen auf 10 cm² Hautoberfläche) und dies dreimal täglich über einen

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– 15 –

15.12.2017

Zeitraum von mindestens 14 Tagen zu wiederholen. Gegebenenfalls sollte ein Débridement

in Erwägung gezogen werden. Wegen des gegensätzlichen Mechanismus sollte eine

Kühlung des Areals, z. B. zur Schmerzreduktion, sequenziell mit der DMSO-Applikation

erfolgen (Vasokonstriktion vs. Vasodilatation). Andere Maßnahmen sind in der Literatur

umstritten und von nicht eindeutigem Wert.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: zytotoxische Antibiotika; ATC-Code: L01DB03

Epirubicin ist ein 4´-Epimer des Anthrazyklin-Antibiotikums Doxorubicin. Die

pharmakologischen Eigenschaften entsprechen denen anderer Anthrazykline. Epirubicin ist

in allen Phasen des Zellzyklus aktiv und zeigt maximale zytotoxische Effekte in der S- und

-Phase des Zellzyklus. Der exakte antineoplastische Wirkungsmechanismus ist nicht

vollständig geklärt, beruht jedoch höchstwahrscheinlich auf der Fähigkeit, durch Interkalation

zwischen DNA-Basenpaaren Komplexe mit der DNA zu bilden. Dies führt zu einer sterischen

Behinderung der DNA- und RNA-Synthese. Die Interkalation scheint ferner mit dem

Topoisomerase-DNA-„cleavable complex” zu interferieren. Weitere Wirkmechanismen, die

diskutiert werden, sind die Bildung freier Radikale, eine direkte Membranwirkung sowie die

Chelatbildung mit Metallionen.

Epirubicin ist in vitro gegen verschiedene Tumorzelllinien wirksam. Die antineoplastische

Wirkung wurde auch in vivo an einem weiten Spektrum experimenteller Tumoren

nachgewiesen, darunter die Leukämien L1210 und P388, Sarkom SA180 (solide und

aszitische Form), Melanom B16, Mammakarzinom, Lewis-Lungenkarzinom und

Kolonkarzinom 38. Die Wirksamkeit gegen humane Tumoren, die in athymische Nacktmäuse

implantiert wurden, konnte ebenfalls nachgewiesen werden (Melanom, Mamma-, Lungen-,

Prostata- und Ovarialkarzinom). Bei intravesikaler Instillation von Epirubicin für die

Behandlung von oberflächlichen Harnblasenkarzinomen zeigt sich vernachlässigbare

systemische und geringe lokale Toxizität.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach i.v.-Gabe wird Epirubicin rasch in den meisten Geweben angereichert. Trotz des

großen Verteilungsvolumens von Epirubicin zeigen tierexperimentelle Untersuchungen, dass

Epirubicin nur in sehr geringem Maß die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

Epirubicin unterliegt einer triphasischen Plasmaclearance, charakterisiert durch eine schnelle

initiale Verteilungsphase (t

: 3,0-4,8 Minuten), gefolgt von einer intermediären

Eliminationsphase (t

: 1,1-2,6 Stunden) und einer langsamen terminalen Eliminationsphase

: 18-45 Stunden).

Das Verteilungsvolumen (V

) von Epirubicin beträgt 32-46 l/kg. Die Plasmaclearance liegt bei

30-100 l/h.

Epirubicin wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Ein aktiver Metabolit (Epirubicinol)

und 6 inaktive Metaboliten (Epirubicinol-Glukuronid, Epirubicin-Glukuronid sowie 4 Aglykone)

konnten identifiziert werden. Epirubicinol weist in vitro eine zehnmal geringere zytotoxische

Aktivität auf als Epirubicin. Für die anderen Metaboliten konnte keine signifikante Aktivität

oder Toxizität nachgewiesen werden.

Etwa 6-7 % einer verabreichten Dosis werden unverändert renal ausgeschieden, weniger als

5 % als Glukuronide und geringere Anteile als Epirubicinol. Nach hepatischer

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– 16 –

15.12.2017

Metabolisierung werden ca. 35 % einer verabreichten Dosis durch biliäre Exkretion eliminiert.

Die biliäre und renale Clearance betragen 8-33 bzw. 4-15 Stunden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Nach wiederholter Gabe von Epirubicin waren die Zielorgane bei Ratten, Kaninchen und

Hunden das hämatolymphatische System, der Gastrointestinaltrakt, Niere, Leber und die

Reproduktionsorgane. Epirubicin war auch kardiotoxisch bei Ratten, Kaninchen und Hund.

Epirubicin war, wie andere Anthrazykline, bei Ratten mutagen, genotoxisch, embryotoxisch

und karzinogen.

Es wurden keine Fehlbildungen bei Ratten oder Kaninchen beobachtet, aber wie andere

Anthrazykline und Zytostatika muss auch Epirubicin als potenziell teratogen betrachtet

werden.

Eine Studie zur lokalen Verträglichkeit bei Ratten und Mäusen zeigte, dass die Extravasation

von Epirubicin Gewebenekrosen verursacht.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (als Lösungsvermittler) und Lactose-Monohydrat

6.2

Inkompatibilitäten

Wegen chemischer Inkompatibilität sollte Farmorubicin 50 mg HL nicht mit Heparin gemischt

werden. Wenn Farmorubicin 50 mg HL in Kombination mit anderen Zytostatika verabreicht

wird, sollte keine direkte Mischung erfolgen.

Ebenso sollte Farmorubicin 50 mg HL nicht mit einer alkalischen Lösung zusammengebracht

werden (Hydrolyse).

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Bei Rekonstitution unter aseptischen Bedingungen kann die gebrauchsfertige Lösung vor

direktem Licht geschützt über einen Zeitraum von 24 Stunden bei Raumtemperatur (20-

25 °C) bzw. 48 Stunden bei Kühlschranktemperatur (2-8 °C) aufbewahrt werden. Aus

mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die

Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2-8 °C aufzubewahren.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

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– 17 –

15.12.2017

Durchstechflaschen aus farblosem Glas mit einem roten, lyophilisierten Pulver zur

Herstellung einer Injektionslösung

Originalpackung mit 1 Durchstechflasche mit 310 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

8.

ZULASSUNGSNUMMER

21825.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 09. Januar 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12. April 2010

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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