Farmorubicin 10 mg Stechampulle

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-04-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-04-2021

Wirkstoff:
EPIRUBICIN HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
Pfizer Corporation Austria GmbH
ATC-Code:
L01DB03
INN (Internationale Bezeichnung):
EPIRUBICIN HYDROCHLORIDE
Einheiten im Paket:
1 Stechampulle (Glas), Laufzeit: 36 Monate,1 Stechampulle (Kunststoff), Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Epirubicin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20181
Berechtigungsdatum:
1993-09-28

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Farmorubicin

10 mg Stechampulle

Farmorubicin

50 mg Stechampulle

Farmorubicin

200 mg Stechampulle

Wirkstoff: Epirubicinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Farmorubicin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Farmorubicin beachten?

Wie ist Farmorubicin anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Farmorubicin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Farmorubicin und wofür wird es angewendet?

Epirubicinhydrochlorid – der Wirkstoff in Farmorubicin – gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen,

die Anthrazykline genannt werden. Diese zellschädigenden Wirkstoffe werden zur Behandlung von

Krebs eingesetzt.

Epirubicinhydrochlorid wird als Einzelsubstanz oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln für

die Behandlung von folgenden Krebserkrankungen angewendet:

Brustkrebs

Magenkrebs

Lungenkrebs

Eierstockkrebs

Prostatakrebs

Dickdarmkrebs

Weichteilsarkome (bösartige Tumoren der Weichteilgewebe, wie Fettgewebe, Muskelgewebe oder

Bindegewebe)

Epirubicinhydrochlorid wird auch intravesikal angewendet (d. h. in die Harnblase eingebracht), um

frühen (oberflächlichen) Blasenkrebs zu behandeln oder um dem Wiederauftreten von Blasenkrebs

nach einer Operation vorzubeugen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Farmorubicin beachten?

Farmorubicin darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Epirubicinhydrochlorid oder ähnliche Arzneimittel (mit der

Bezeichnung Anthrazykline oder Anthrazendione) oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile von Farmorubicin sind

wenn Sie stillen

wenn die Bildung von Blutzellen in Ihrem Knochenmark aufgrund einer vorherigen Behandlung

mit anderen zellschädigenden Arzneimitteln oder einer Strahlentherapie dauerhaft vermindert ist

wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben

wenn Sie Herzbeschwerden haben oder hatten (z. B. Herzrhythmusstörungen, verminderte

Herzfunktion, Herzinfarkt, Erkrankung des Herzmuskels, akute Entzündung des Herzens, instabile

Angina pectoris)

wenn Ihnen Epirubicinhydrochlorid oder andere Anthrazykline (z. B. Doxorubicin und

Daunorubicin) sowie Anthrazendione (andere Arzneimittel gegen Krebs) bei einer vorhergehenden

Behandlung in der höchsten Dosierung verabreicht wurden

wenn Sie eine akute systemische (den gesamten Organismus betreffend) Infektion haben

Bei Anwendung in der Blase darf Ihnen Epirubicin nicht verabreicht werden,

wenn Sie an einer Infektion der Harnwege leiden

wenn Sie an einer Blasenentzündung leiden

wenn Sie Blut im Harn haben

wenn der Tumor in die Blasenwand eingedrungen ist

wenn es Schwierigkeiten gibt, den Katheter in die Blase einzuführen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Farmorubicin bei Ihnen angewendet wird,

wenn Ihre Leber oder Ihre Nieren nicht richtig funktionieren

wenn Sie während der Infusion ein unangenehmes Gefühl, Rötung, Schwellung oder Schmerzen an

oder in der Nähe der Injektionsstelle feststellen. Dies können Zeichen eines Austritts des

Arzneimittels in das umgebende Gewebe sein. Informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt.

wenn Sie mit Trastuzumab (einem Arzneimittel zur Behandlung verschiedener Krebsarten)

behandelt werden oder kürzlich behandelt wurden. Trastuzumab kann bis zu 7 Monate nach

Absetzen im Körper verbleiben. Da Trastazumab das Herz schädigen kann, sollten Sie

Farmorubicin bis zu 7 Monate nach Absetzen von Trastazumab nicht anwenden. Falls

Farmorubicin vor dieser Zeit angewendet wird, sollte Ihre Herzfunktion sorgfältig überwacht

werden.

wenn die Anzahl Ihrer weißen und roten Blutkörperchen sowie die Ihrer Blutplättchen vermindert

ist. Ihr Arzt wird dies regelmäßig überprüfen.

weshalb der Harnsäurespiegel im Blut regelmäßig kontrolliert werden soll. Ihr Arzt wird diesen

regelmäßig überprüfen.

wenn Sie an einer Schleimhaut- oder Mundschleimhautentzündung (wunde Lippen oder

Geschwüre im Mund) leiden

wenn Sie sexuell aktiv sind: Sowohl Männer als auch Frauen müssen während der Behandlung mit

Epirubicinhydrochlorid sowie 6 Monate danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden,

um den Eintritt einer Schwangerschaft zu vermeiden (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und

Stillzeit“).

wenn Sie zuvor im Brustbereich mit einer Strahlentherapie behandelt wurden oder Arzneimittel

bekommen haben, die Nebenwirkungen auf Ihr Herz haben könnten. Ihr Arzt wird regelmäßige

Untersuchungen durchführen, um sicherzugehen, dass Ihr Herz einwandfrei arbeitet.

wenn Sie vor kurzem geimpft wurden oder geimpft werden möchten. Informieren Sie Ihren Arzt,

falls Sie vor kurzem eine Impfung mit einem sog. „Lebendimpfstoff“ (z. B. gegen Masern, Mumps

u. a.) erhalten haben oder erwägen.

wenn Sie an Gefäßerkrankungen leiden, im Hinblick auf Thromboembolien einschließlich

Lungenembolie

Anwendung von Farmorubicin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arznei-

mittel einzunehmen/anzuwenden.

Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Sie mit einem der folgenden Arzneimittel behandelt werden:

andere Arzneimittel, die auf das Herz einwirken, z. B. bestimmte Arzneimittel gegen Krebs (wie

Trastuzumab) oder Kalziumkanalblocker (zur Behandlung von Bluthochdruck, Schmerzen im

Brustkorb oder unregelmäßigem Herzschlag), oder wenn Sie eine Strahlentherapie des Brustkorbs

erhalten

andere Arzneimittel, die auf die Leber einwirken

Cimetidin (zur Verminderung der Magensäure)

Paclitaxel und Docetaxel (zur Behandlung einiger Formen von Krebs)

Dexverapamil (zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten)

Chinin (zur Behandlung der Malaria und zur Behandlung von Wadenkrämpfen)

Interferon alfa-2b (zur Behandlung von einigen Krebsformen, Lymphomen und bestimmter

Formen von Hepatitis)

andere Arzneimittel, die das Knochenmark schädigen können, z. B. andere Krebsmedikamente,

bestimmte Antibiotika (Sulfonamide oder Chloramphenicol), Diphenylhydantoin (zur Behandlung

von Epilepsien), Amidopyrine (bestimmte Schmerzmittel) oder bestimmte antiretrovirale

Wirkstoffe (zur Behandlung der HIV-Infektion/AIDS): Diese Arzneimittel können die Blutbildung

beeinträchtigen.

Dexrazoxan (zur Vorbeugung gegen eine Herzschädigung bei Anwendung von Anthrazyklinen)

Sie sollten Ihren Arzt auch informieren, falls bei Ihnen eine Impfung vorgesehen ist.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Studien an Schwangeren wurden nicht durchgeführt. Ergebnisse von Tierversuchen lassen jedoch

darauf schließen, dass Epirubicin bei Anwendung an schwangeren Frauen den Fötus schädigen kann.

Daher ist es wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

Farmorubicin darf nicht bei Schwangeren verwendet werden, es sei denn, dies ist nach Einschätzung

des behandelnden Arztes unbedingt erforderlich. Vermeiden Sie den Eintritt einer Schwangerschaft

während und bis 6 Monate nach einer Behandlung (sowohl wenn Sie selbst Farmorubicin erhalten als

auch wenn Ihr Partner/Ihre Partnerin behandelt wird). Falls Sie während der Behandlung mit

Farmorubicin schwanger werden, wird eine genetische Beratung empfohlen.

Stillzeit

Stillende Frauen müssen vor Beginn einer Behandlung mit Farmorubicin abstillen.

Fortpflanzungsfähigkeit

Männern, die später ein Kind zeugen möchten, wird empfohlen, sich vor Beginn der Behandlung mit

Farmorubicin hinsichtlich der Möglichkeit beraten zu lassen, Samen zu konservieren.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen von Farmorubicin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen wurden nicht ausführlich untersucht.

Farmorubicin enthält Natrium.

Farmorubicin 10 mg Stechampulle enthält 17,7 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speise-

salz) pro 5 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 0,9 % der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Farmorubicin 50 mg Stechampulle enthält 88,5 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speise-

salz) pro 25 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 4,4 % der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Farmorubicin 200 mg Stechampulle enthält 354 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speise-

salz) pro 100 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 17,7 % der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Farmorubicin anzuwenden?

Zur intravenösen oder intravesikalen Anwendung

Farmorubicin wird Ihnen nur unter Aufsicht eines Arztes verabreicht, der für diese Art der Behandlung

entsprechend geschult ist. Vor und während der Behandlung mit Farmorubicin wird Ihr Arzt

verschiedene Laborwerte untersuchen (z. B. die Anzahl der Blutkörperchen, den Harnsäurespiegel im

Blut, Ihre Leberfunktion) und Ihre Herzfunktion sorgfältig überwachen. Ihre Herzfunktion wird auch

nach Abschluss der Behandlung mit Farmorubicin noch einige Wochen lang überwacht werden.

Die Dosierung von Farmorubicin hängt von der Art Ihrer Erkrankung ab, von Ihrem Ansprechen auf

die Behandlung sowie davon, welche anderen Arzneimittel Sie verabreicht erhalten.

Injektion oder Infusion in die Vene

Die Dosierung von Farmorubicin wird anhand Ihrer Körperoberfläche bestimmt. Diese wird aus Ihrer

Körpergröße und Ihrem Körpergewicht ermittelt.

Die Standarddosis von Farmorubicin beträgt 60 – 90 mg/m² Körperoberfläche.

Höhere Dosierungen (100 – 135 mg/m

Körperoberfläche) können Sie eventuell im Rahmen einer

Behandlung gegen Lungenkrebs oder Brustkrebs erhalten.

Die Dosierung ist geringer, wenn die Anzahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen in

Ihrem Körper vermindert ist, wenn Sie Leber- oder Nierenbeschwerden haben oder wenn das

Arzneimittel zusammen mit anderen zellschädigenden Arzneimitteln angewendet wird.

Farmorubicin wird Ihnen als intravenöse Injektion, d. h. in ein Blutgefäß, über drei bis fünf Minuten

verabreicht.

Das Arzneimittel kann alternativ auch mit Glukose (Zuckerlösung) oder Natriumchlorid (Salzlösung)

verdünnt und dann langsam infundiert werden. Dies geschieht in der Regel als ca. 30-minütige

Dauertropfinfusion in eine Vene. Üblicherweise wird Farmorubicin alle 3 (oder 4) Wochen verabreicht.

Während der Anwendung von Farmorubicin muss die Infusions- oder Spritzennadel sicher in der Vene

liegen. Falls die Nadel herausrutscht oder sich lockert, fließt die Lösung in das Gewebe außerhalb der

Vene. Sie können in diesem Fall Beschwerden oder Schmerzen verspüren – informieren Sie dann bitte

sofort den Arzt oder das Pflegepersonal.

Einbringung in die Harnblase (intravesikale Instillation)

Farmorubicin kann Ihnen auch direkt in die Blase verabreicht (instilliert) werden, um oberflächlichen

Blasenkrebs zu behandeln oder um ein erneutes Auftreten von Blasenkrebs nach einer Operation zu

verhindern.

Die Dosierung richtet sich nach der Art Ihres Harnblasentumors.

Bei dieser Anwendungsart dürfen Sie vor jeder Behandlung 12 Stunden lang keine Flüssigkeit zu sich

nehmen, damit das Arzneimittel nicht zu stark durch den Harn verdünnt wird.

Nach der Instillation muss die Lösung 1 bis 2 Stunden lang in der Harnblase verbleiben. Sie müssen

während dieser Zeit gelegentlich umgelagert werden, damit alle Bereiche der Harnblase gleichmäßig

in Kontakt mit dem Arzneimittel kommen.

Bei der anschließenden Blasenentleerung müssen Sie sorgfältig darauf achten, dass die entleerte

Flüssigkeit nicht in Kontakt mit der Haut kommt. Sollte dies doch einmal geschehen, waschen Sie

bitte den betroffenen Hautbereich gründlich, aber ohne Reiben oder Bürsten, mit Wasser und Seife.

Wenn eine größere Menge Farmorubicin angewendet wurde als vorgesehen

Wurde Ihnen eine höhere Dosis von Farmorubicin verabreicht als erforderlich, werden besonders Ihre

Herzfunktion und die Anzahl Ihrer Blutkörperchen sorgfältig überwacht werden. Die auftretenden

Nebenwirkungen können ausgeprägter sein.

Hinweis für den Arzt

Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Anwendung von Farmorubicin vergessen haben

Farmorubicin muss nach einem festen Zeitplan verabreicht werden. Halten Sie deshalb bitte alle

Termine genau ein. Falls Sie einmal eine Dosis versäumen, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

Ihr Arzt wird dann festlegen, wann Sie die nächste Dosis Farmorubicin erhalten.

Wenn Sie die Anwendung von Farmorubicin abbrechen

Wenn Sie die Behandlung mit Farmorubicin abbrechen, hört die Wirkung auf das Wachstum des

Tumors auf. Beenden Sie die Behandlung mit Farmorubicin nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Wenn Sie an einer Leber- und/oder Nierenfunktionsstörung leiden, kann Ihr Arzt die Dosierung

entsprechend anpassen.

Bei schwer vorbehandelten Patienten oder bei Patienten mit neoplastischer Knochenmarkinfiltration

kann eine Dosisreduzierung oder eine Verlängerung der Intervalle zwischen den Zyklen notwendig

werden.

Wird Farmorubicin in Kombination mit anderen zellschädigenden Arzneimitteln angewendet, muss

die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit liegen nicht vor.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Infektionen

Augenentzündung mit roten, tränenden Augen (Konjunktivitis)

verminderte Anzahl von roten Blutzellen (Anämie), kann mit Müdigkeit und Lethargie verbunden

sein

verminderte Anzahl weißer Blutzellen (Leukopenie) mit höherer Wahrscheinlichkeit von

Infektionen und Fieber

verminderte Anzahl bestimmter Arten weißer Blutzellen - Neutrophile und Granulozyten

(Granulozytopenie und Neutropenie)

verminderte Anzahl von Blutplättchen, die bei der Blutgerinnung helfen (Thrombozytopenie),

wodurch Sie leichter Blutergüsse und Blutungen haben könnten

verminderte Anzahl einer bestimmten Art weißer Blutzellen bei gleichzeitigem Fieber (febrile

Neutropenie)

Hornhautentzündung des Auges (Keratitis)

Hitzewallung

Venenentzündung (Phlebitis)

Übelkeit

Erbrechen

Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)

Schleimhautentzündung

Durchfall

Haarausfall

Hautschäden

Rotfärbung des Harns für 1 bis 2 Tage nach der Verabreichung (Chromaturie)

Ausbleiben der Monatsblutungen (Amenorrhoe)

allgemeine Befindlichkeitsstörung

Fieber

Veränderungen der Werte für bestimmte Leberenzyme (Transaminasen)

Blasenentzündung (Zystitis) nach direkter Verabreichung von Farmorubicin in die Blase

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

verminderter Appetit/Appetitmangel

Flüssigkeitsverlust (Dehydratation)

schwere Herzrhythmusstörung (ventrikuläre Tachykardie)

Störung des Erregungsleitungssystems des Herzens (AV-Block, Schenkelblock)

langsamer Herzschlag (Bradykardie)

kongestive Herzinsuffizienz (verminderte Herzfunktion mit Kurzatmigkeit (Dyspnoe),

Wasseransammlung in den Beinen (Ödeme), Vergrößerung der Leber, Flüssigkeitsansammlung in

der Bauchhöhle (Aszites), Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem), Flüssigkeits-

ansammlung zwischen Brustkorb und Lunge (Pleuraerguss) oder Herzjagen (Galopprhythmus))

Blutung

Hautrötung

Schmerzen im Magen-Darm-Trakt

Entzündung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt (Erosion)

Geschwür im Magen-Darm-Trakt (gastrointestinaler Ulkus)

Entzündung der Speiseröhre

Ausschlag/Juckreiz

abnormale Verfärbung der Nägel

Hautstörungen

abnormale Verfärbung der Haut

Rötung an der Infusionsstelle

Schüttelfrost

Veränderung der Herzfunktion ohne Beschwerden (verminderte linksventrikuläre Auswurffraktion)

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

systemische Infektion mit hohem Fieber, Schüttelfrost, allgemeinem Unwohlsein aufgrund einer

Blutvergiftung (Sepsis)

Lungeninfektion (Pneumonie)

bestimmte Arten von Blutkrebs (akute myeloische Leukämie, akute lymphatische Leukämie)

Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Embolie)

Verschluss einer Arterie durch ein Blutgerinnsel (arterielle Embolie)

Venenentzündung aufgrund eines Blutgerinnsels (Thrombophlebitis)

Verschluss eines Blutgefäßes in der Lunge durch ein Blutgerinnsel (Lungenembolie) mit

Brustschmerzen und Atemlosigkeit

Blutung im Magen-Darm-Trakt

Nesselausschlag (Urtikaria)

Hautrötung (Erythem)

Schwächegefühl (Asthenie)

Selten

(kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

schwere Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktischeReaktion)

erhöhter Harnsäuregehalt im Blut (Hyperurikämie)

Schwindel

herzschädigende Wirkungen wie Veränderungen im EKG, verschiedene Formen von Herz-

rhythmusstörungen (Arrhythmien) oder Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie)

fehlende Samenzellen in der Samenflüssigkeit (Azoospermie)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Schock bei Blutvergiftung (septischer Schock)

Blutungen und Sauerstoffmangel im Gewebe aufgrund einer Knochenmarkdepression

Schock (lebensbedrohlicher Zustand mit hohem Blutdruck)

Bauchbeschwerden

Auftreten von dunklen Flecken im Mund (orale Pigmentation)

Schmerzen oder Brennen im Magen-Darm-Trakt

Lichtempfindlichkeitsreaktion

Hautröte/Hitzegefühl, stärkere Pigmentierung der Haut und der Nägel, Lichtempfindlichkeit,

erhöhte Empfindlichkeit der mit Strahlentherapie behandelten Haut („Recall-Phänomen“)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: +43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Farmorubicin aufzubewahren?

Im Kühlschrank lagern (2 bis 8 °C).

Bei Kühlschranktemperatur kann die Injektionslösung gelieren. Nach 2 bis maximal 4 Stunden bei

kontrollierter Raumtemperatur (15 bis 25 °C) wird das gelierte Produkt wieder leicht viskös bis flüssig.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „Verw bis:“ und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nur zur einmaligen Entnahme

Nur klare Lösungen verwenden und vor Anwendung auf Zimmertemperatur bringen.

Die für Zytostatika vorgesehenen Entsorgungsvorschriften sind einzuhalten.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Farmorubicin enthält

Der Wirkstoff ist Epirubicinhydrochlorid.

1 Durchstechflasche enthält 10 mg Epirubicinhydrochlorid.

1 Durchstechflasche enthält 50 mg Epirubicinhydrochlorid.

1 Durchstechflasche enthält 200 mg Epirubicinhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, 0,5N Salzsäure.

Wegen möglicher chemischer Unverträglichkeit sollte Farmorubicin weder mit Heparin noch mit

anderen Arzneimitteln gemischt werden, insbesondere nicht mit alkalischen Lösungen.

Wie Farmorubicin aussieht und Inhalt der Packung

Konzentrat zur Herstellung einer klaren Infusionslösung oder einer klaren Lösung zur intravesikalen

Anwendung

pH-Wert: 2,5 – 3,5

Farmorubicin 10 mg

Stechampulle

Die Packung enthält eine 5 ml Durchstechflasche

Farmorubicin 50 mg

Stechampulle

Die Packung enthält eine 25 ml Durchstechflasche

Farmorubicin 200 mg

Stechampulle

Die Packung enthält eine 100 ml Durchstechflasche

Glas: Durchstechflasche aus farblosem Glas mit Gummistopfen und Flip-off-Verschlüssen

Kunststoff: Durchstechflasche aus Polypropylen mit Gummistopfen und Flip-off-Verschlüssen

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien

Hersteller

Pfizer Service Company BV, 1930 Zaventem, Belgien

Farmorubicin

10 mg, Z. Nr.:

1-20181

Farmorubicin

50 mg, Z. Nr.:

1-20179

Farmorubicin

200 mg, Z. Nr.:

1-21019

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April

2021.

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Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte und medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Überdosierung

Akute Überdosierung von Epirubicin führt zu schwerer Myelosuppression (in erster Linie Leukopenie

und Thrombozytopenie), toxischen gastrointestinalen Reaktionen (vorwiegend Mucositis) und akuten

Herzfunktionsstörungen. Eine latente Herzinsuffizienz wurde im Zusammenhang mit der Anwendung

von Anthrazyklinen einige Monate bis Jahre nach Abschluss der Behandlung festgestellt.

Die Patienten müssen sorgfältig überwacht werden. Treten Anzeichen einer Herzinsuffizienz auf,

sollten die Patienten nach den üblichen Richtlinien behandelt werden.

Behandlung

Symptomatisch

Epirubicin ist nicht dialysierbar.

Empfehlungen für eine sichere Handhabung

Wegen der Toxizität der Substanz werden folgende Schutzmaßnahmen für das Personal empfohlen:

Ausschluss von Schwangeren vom Umgang mit diesem Arzneimittel

Tragen von Schutzkleidung (Schutzbrille, Mantel, Einmalhandschuhe und -maske) bei der

Vorbereitung der Lösung auf einem dazu bestimmten Arbeitsplatz, möglichst mit Entlüftung

Die Arbeitsfläche soll mit einem saugenden, plastikbeschichteten Papier zur Einmalverwendung

bedeckt werden.

Alle Gegenstände, die zur Anwendung oder Reinigung verwendet werden, inklusive Handschuhe,

sind in Hochrisikoabfallbehältern der Hochtemperaturverbrennung zuzuführen.

Die Reinigung von mit Epirubicin kontaminierten Gegenständen ist mit einer 10 %igen

Natriumhypochloritlösung möglich. Die dabei auftretende Entfärbung weist auf die oxydative

Zerstörung der Wirksubstanz hin und signalisiert den Verlust der zytostatischen Potenz.

Wenn Epirubicin mit Haut oder Schleimhaut in Berührung kommt, ist sorgfältiges Waschen mit

Wasser und Seife zu empfehlen.

FACHINFORMATION

(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Farmorubicin

10 mg Stechampulle

Farmorubicin

50 mg Stechampulle

Farmorubicin

200 mg Stechampulle

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Durchstechflasche enthält 10 mg bzw. 50 mg bzw. 200 mg Epirubicinhydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Farmorubicin 10 mg Stechampulle enthält 17,7 mg Natrium pro 5 mg Durchstechflasche.

Farmorubicin 50 mg Stechampulle enthält 88,5 mg Natrium pro 25 ml Durchstechflasche.

Farmorubicin 200 mg Stechampulle enthält 354 mg Natrium pro 100 ml Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer klaren Infusionslösung oder einer klaren Lösung zur intravesikalen

Anwendung

Klare und sterile rote Lösung

pH-Wert: 2,5 - 3,5

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epirubicinhydrochlorid wird bei Erwachsenen angewendet.

Epirubicinhydrochlorid ist als Einzelsubstanz und vorwiegend in der Kombinationstherapie für die

Behandlung von folgenden malignen Erkrankungen angezeigt:

Mammakarzinom im Früh- und Fortgeschrittenenstadium

Magentumoren

kleinzelliges und nichtkleinzelliges Lungenkarzinom

Ovarialkarzinom

hormonrefraktäres Prostatakarzinom

kolorektale Karzinome

Weichteilsarkome

Bei intravesikaler Anwendung hat sich Epirubicinhydrochlorid bei der Behandlung folgender Erkrankungen

als wirksam erwiesen:

papilläres Übergangszellkarzinom der Harnblase

Carcinoma-in-situ der Harnblase

intravesikale Rezidivprophylaxe oberflächlicher Blasenkarzinome nach transurethraler Resektion

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Epirubicinhydrochlorid ist ausschließlich zur intravenösen oder intravesikalen Anwendung bestimmt.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Epirubicinhydrochlorid bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht

untersucht.

Intravenöse Verabreichung

Dosierung

Um eine kardiale Toxizität zu vermeiden, sollte eine kumulative Gesamtdosis von 900 - 1000 mg/m²

Epirubicinhydrochlorid nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 4.4).

Die Höhe der Gesamtdosis in einem Zyklus hängt von der Verwendungsart (d. h. als Einzeltherapie oder als

Kombination mit anderen zytotoxischen Substanzen) und von der Indikation ab.

Standarddosierung

In der Monotherapie beträgt die empfohlene Dosierung für Erwachsene 60 - 90 mg/m

Körperoberfläche.

Epirubicinhydrochlorid sollte intravenös über 3 - 5 Minuten injiziert werden. Die Dosierung sollte alle 21

Tage wiederholt werden, abhängig vom Blutbild des Patienten und seiner Knochenmarksfunktion.

Treten Toxizitätsanzeichen, einschließlich schwerer Neutropenie/neutropenischem Fieber und

Thrombozytopenie, auf (die bis Tag 21 anhalten können), kann eine Dosisanpassung oder ein Aufschub der

nächstfolgenden Dosis erforderlich sein.

Hochdosierung

Kleinzelliges Bronchialkarzinom (nicht vorbehandelt)

Bei Anwendung als Monotherapeutikum zur Hochdosistherapie des Bronchialkarzinoms sollte

Epirubicinhydrochlorid nach folgendem Schema angewendet werden: 120 mg/m

Körperoberfläche an Tag

1; jede 3. Woche

Bei der Hochdosisbehandlung kann Epirubicinhydrochlorid als intravenöse Bolusinjektion über 3 - 5

Minuten oder als Infusion über bis zu 30 Minuten verabreicht werden.

Mammakarzinom

Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms

Bis zu 135 mg/m

Körperoberfläche Epirubicinhydrochlorid in der Monotherapie und bis zu 120 mg/m

Körperoberfläche in der Kombinationstherapie am Tag 1, alle 3 - 4 Wochen

Für die adjuvante Behandlung von Patienten in frühem Erkrankungsstadium mit positivem

Lymphknotenbefund werden intravenöse Epirubicinhydrochlorid-Dosierungen von 100 mg/m

Körperoberfläche (als Einzeldosis an Tag 1) und 120 mg/m

(verteilt auf zwei Dosen an Tag 1 und Tag 8)

alle 3 - 4 Wochen in Kombination mit intravenöser Gabe von Cyclophosphamid und 5-Fluorouracil sowie

oraler Gabe von Tamoxifen empfohlen.

Niedrigere Dosierungen (60 - 75 mg/m² bei Standarddosierung und 105 - 120 mg/m² bei Hochdosierung)

wird bei Patienten empfohlen, deren Knochenmarksfunktion durch eine vorangegangene Chemotherapie

oder Strahlentherapie, durch das Alter oder durch neoplastische Infiltration des Knochenmarks beeinträchtigt

wurde. Die Gesamtdosis für einen Zyklus kann an 2 - 3 aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden.

Die folgenden Dosierungen von Epirubicinhydrochlorid werden für gewöhnlich in der Monotherapie und der

Kombinationschemotherapie zur Behandlung verschiedener anderer Tumorarten eingesetzt:

Epirubicinhydrochlorid-Dosierung (mg/m²)

a

Krebsindikation

Monotherapie

Kombinationstherapie

fortgeschrittenes

Ovarialkarzinom

60 - 90

50 - 100

Magenkarzinom

60 - 90

kleinzelliges

Bronchialkarzinom

Harnblasenkrebs

Intravesikale Verabreichung von

50 mg/50 ml oder 80 mg/50 ml

(Carcinoma in situ)

Prophylaxe:

50 mg/50 ml einmal wöchentlich

über 4 Wochen, dann einmal

monatlich über 11 Monate

Die Dosierungen werden normalerweise an Tag 1, oder an Tag 1, 2 und 3 in 21-Tage-Intervallen

verabreicht.

Kombinationstherapie

Wird Epirubicinhydrochlorid in Kombination mit anderen zytotoxischen Arzneimitteln angewendet, muss

die Dosierung entsprechend angepasst werden. Die üblicherweise verwendeten Dosierungen sind in der oben

stehenden Tabelle angegeben.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Nierenfunktionsstörung

Obwohl wegen Mangel an Daten keine spezifische Dosierungsempfehlung bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion abgegeben werden kann, sollten bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Serumkreatinin > 5 mg/dl) die Anfangsdosierungen reduziert werden.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion (Bilirubin 1,2 - 3 mg/100 ml oder BSP Retention 9 - 15 %)

ist eine Reduktion der Initialdosis um 50 % angebracht. Bei starker Beeinträchtigung der Leberfunktion

(Bilirubin > 3 mg/100 ml oder BSP Retention > 15 %) ist es notwendig, die Initialdosis um 75 % zu

reduzieren.

Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung dürfen kein Epirubicinhydrochlorid erhalten (siehe 4.3

Gegenanzeigen).

Kinder und Jugendliche

Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit liegen nicht vor.

Andere Patientengruppen

Bei schwer vorbehandelten Patienten oder bei Patienten mit neoplastischer Knochenmarkinfiltration kann

eine Dosisreduzierung oder eine Verlängerung der Intervalle zwischen den Zyklen notwendig werden (siehe

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Intravesikale Verabreichung

Epirubicinhydrochlorid kann zur Behandlung eines oberflächlichen Harnblasenkarzinoms und eines

Carcinoma in situ, und vorbeugend, um ein Rezidiv nach einer transurethralen Resektion zu verhindern,

intravesikal verabreicht werden. Es darf nicht intravesikal zur Behandlung von invasiven Tumoren, die in die

Harnblasenwand penetriert sind, verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3); eine systemische oder

chirurgische Therapie ist in diesen Situationen geeigneter.

Es werden verschiedene Dosierungsschemata angewendet. Die Folgenden können als Richtlinien verwendet

werden:

Oberflächlicher Harnblasenkrebs: wöchentlich eine Blasenspülung mit 50 mg/50 ml (verdünnt mit einer

physiologischen Kochsalzlösung oder mit sterilem Wasser) über 8 Wochen. Eine Dosisreduktion von 30 mg

pro 50 ml wird im Fall einer lokalen Toxizität (chemische Cystitis) empfohlen.

Carcinoma in situ: bis zu 80 mg/50 ml (abhängig von der Verträglichkeit für den Patienten)

Eine Rezidivprophylaxe nach transurethraler Resektion: 4-mal eine wöchentliche Verabreichung von 50

mg/50 ml gefolgt von 11-mal eine monatliche Instillation der gleichen Dosis

Um eine unerwünschte Verdünnung mit dem Urin zu vermeiden, soll der Patient 12 Stunden vor der

Instillation keine Flüssigkeit mehr einnehmen. Das dürfte die Urinproduktion auf etwa 50 ml pro Stunde

begrenzen. Der Patient ist während der Verweilzeit des Arzneimittels in situ alle 15 Minuten um eine

Vierteldrehung zu drehen, um die Blasenschleimhaut des Beckens möglichst großflächig mit der Lösung in

Kontakt zu bringen. Im Allgemeinen ist eine Einwirkungsdauer von einer Stunde angezeigt, der Patient ist

danach anzuhalten, zu urinieren.

Art der Anwendung

Zur intravenösen oder intravesikalen Anwendung

Für Anweisungen zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Verabreichung siehe auch Abschnitt 6.6.

In der Regel wird Epirubicinhydrochlorid intravenös verabreicht. Die intravesikale Verabreichung erwies

sich als gut geeignet bei der Behandlung von oberflächlichem Blasenkarzinom sowie in der Prophylaxe von

Tumorrezidiven nach transurethraler Resektion.

Intravenöse Verabreichung

Farmorubicin Stechampullen sind keine Infusionsflaschen, der Inhalt muss mit steriler Nadel und Spritze

entnommen werden. Die Verabreichung der Arzneimittellösung erfolgt als Bolusinjektion im Rahmen einer

Kurzzeitinfusion in physiologischer Kochsalzlösung. Zunächst wird die korrekte Lage der Infusionsnadel

durch die Gabe von ca. 5 ml Infusionsflüssigkeit überprüft. Anschließend wird die Epirubicinlösung in den

Schlauch der angelegten Infusion gespritzt, nachdem dieser oberhalb der Zulaufstelle abgeklemmt worden

ist. Durch diese Maßnahme wird ein mögliches Zurückfließen der Epirubicinlösung vermieden. Die

Gesamtmenge der Arzneimittellösung wird langsam i. v. verabreicht. Nach erfolgter Applikation wird die

Schlauchklemme entfernt und es wird mit dem Rest der Infusionslösung gespült. Diese Technik verringert

das Risiko einer Thrombose.

Epirubicinhydrochlorid sollte in den Schlauch einer frei fließenden i. v. Infusion (0,9 % Natriumchlorid oder

5 % Glucoselösung) eingeführt werden. Um die Gefahr einer Thrombose oder perivenösen Extravasation zu

minimieren, sollte die Infusionsdauer, je nach Dosis und Volumen, zwischen 3 und 20 Minuten betragen.

Wegen der Gefahr einer Extravasation, die auch bei ausreichendem Blutrückfluss beim Aspirieren auftreten

kann, wird ein direkter Einstich nicht empfohlen.

Intravesikale Verabreichung

Für die intravesikale Anwendung werden Lösungen von 30 - 80 mg Epirubicinhydrochlorid pro 50 ml

Kochsalzlösung verwendet.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Anthrazykline oder Anthrazendione oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

Intravenöse Applikation

akute systemische Infektionen

persistierende Knochenmarksdepression

schwere Leberfunktionsstörung

instabile Angina pectoris

schwere Herzinsuffizienz

schwere Arrhythmien

kürzlich überstandener Myokardinfarkt

Myokardiopathie

vorangegangene Behandlungen mit Epirubicinhydrochlorid und/oder anderen Anthrazyklinen und

Anthrazendionen bis zur jeweiligen maximalen kumulativen Dosis (siehe Abschnitt 4.4)

Intravesikale Applikation

Harnwegsinfekte

Blasenentzündung

Hämaturie

invasive Tumoren mit Penetration der Blase

Probleme bei der Katheterisierung

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Die Behandlung sollte nur unter Überwachung von Ärzten mit entsprechender Erfahrung in der

Tumorbehandlung erfolgen. Die Anwendung ist streng nach Vorschrift durchzuführen.

Die Patienten sollten sich von akuten toxischen Wirkungen vorangegangener zytotoxischer Therapien (wie z.

B. Stomatitis, Neutropenie, Thrombozytopenie und generalisierte Infektionen) erholen, bevor die

Behandlung mit Epirubicin begonnen wird.

Die unerwünschten Ereignisse, die bei einer Behandlung mit hohen Dosierungen von Epirubicinhydrochlorid

(z. B. ≥ 90 mg/m² alle 3 bis 4 Wochen) beobachtet werden, sind mit denen einer Behandlung mit

Standarddosierungen (< 90 mg/m² alle 3 bis 4 Wochen) vergleichbar. Jedoch kann der Schweregrad einer

Neutropenie sowie einer Stomatitis/Mukositis ausgeprägter sein.

Die Behandlung mit hohen

Epirubicinhydrochloriddosen erfordert eine besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher klinischer

Komplikationen verursacht durch schwere Knochenmarksdepression.

Herzfunktion

Kardiotoxizität ist ein Risiko bei der Behandlung mit Anthrazyklinen, und kann sich durch früh (d. h. akute)

oder spät auftretende (d. h. verzögerte) Nebenwirkungen äußern. Früh auftretende (d. h. akute)

Nebenwirkungen (Soforttyp): Der SOFORTTYP ist dosisunabhängig und charakterisiert durch unspezifische

EKG-Veränderungen (ST-Streckensenkung, Sinustachykardie und supraventrikuläre und ventrikuläre

Extrasystolen). Tachyarrhythmien einschließlich ventrikulärer Extrasystolen, ventrikulärer Tachykardie und

Bradykardie sowie AV-Block und Schenkelblock wurden ebenfalls beschrieben. Diese Erscheinungen sind

nur selten von klinischer Relevanz und im Allgemeinen reversibel. Meist kann die Therapie fortgesetzt

werden.

Spät auftretende (d. h. verzögerte) Nebenwirkungen (Spättyp): Der SPÄTTYP ist dosisabhängig und stellt

eine kumulative Organtoxizität in Form einer Kardiomyopathie dar. Verzögerte Kardiotoxizität tritt

normalerweise im späteren Verlauf oder innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach der Behandlung mit Epirubicin

auf, jedoch wurde auch über noch später auftretende Nebenwirkungen (mehrere Monate bis Jahre nach

Abschluss der Behandlung) berichtet. Verzögert auftretende Kardiomyopathie äußert sich durch eine

verminderte linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) und/oder Anzeichen und Symptome einer

kongestiven Herzinsuffizienz wie Dyspnoe, Lungenödem, abhängiges Ödeme, Kardiomegalie,

Hepatomegalie, Oligurie, Aszites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Lebensbedrohliche kongestive

Herzinsuffizienz ist die schwerste Form Anthrazyklin-induzierter Kardiomyopathie und repräsentiert die

kumulative Dosis limitierende Toxizität des Arzneimittels.

Das Risiko einer kongestiven Herzinsuffizienz steigt mit steigender kumulativer Gesamtdosis von

Epirubicinhydrochlorid von mehr als 900 mg/m² rasch an. Diese kumulative Dosis sollte nur mit äußerster

Vorsicht überschritten werden (siehe Abschnitt 5.1).

Die Herzfunktion sollte vor Beginn einer Behandlung mit Epirubicinhydrochlorid überprüft werden und

muss auch während der Therapie überwacht werden, um so das Risiko einer schweren kardialen

Beeinträchtigung auf ein Minimum zu reduzieren. Dieses Risiko kann durch eine regelmäßige Kontrolle der

linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) während der Behandlung reduziert werden. Bei den ersten

Anzeichen einer Funktionsstörung sollte Epirubicin sofort abgesetzt werden. Als quantitative Methoden zur

wiederholten Kontrolle der Herzfunktion (Bestimmung der LVEF) zählen Multi-Gated

Radionuklidangiographie (MUGA) oder Echokardiographie (ECHO). Es wird eine Kontrolle der

Herzfunktion vor Beginn der Behandlung mit EKG und entweder MUGA oder Echokardiographie

empfohlen, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren für erhöhte Kardiotoxizität. Wiederholte Kontrollen

der linksventrikulären Auswurffraktion mittels MUGA oder Echokardiographie sollten durchgeführt werden,

vor allem bei höheren kumulativen Anthrazyklindosen. Die verwendete Untersuchungsmethode sollte bei

allen Verlaufskontrollen und im Rahmen der Nachbeobachtung dieselbe sein.

In Anbetracht des Risikos einer Kardiomyopathie sollte eine kumulative Epirubicinhydrochlorid-Dosis von

900 mg/m² nur mit äußerster Vorsicht überschritten werden.

Eine durch Anthrazykline induzierte Kardiomyopathie ist verbunden mit einer andauernden QRS-

Niedervoltage, einer Verlängerung des systolischen Zeitintervalls über die normalen Werte hinaus (PEP)

sowie mit einer Abnahme der Auswurffraktion (LVET). Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG)

können auf eine durch Anthrazykline induzierte Kardiomyopathie hindeuten, doch das EKG ist weder eine

empfindliche noch eine spezifische Methode, um eine durch Anthrazykline hervorgerufene Kardiotoxizität

zu verfolgen.

Risikofaktoren für kardiale Toxizität schließen eine aktive oder latente Herz-Kreislauferkrankung,

vorhergehende oder gleichzeitige Strahlentherapie im Bereich des Mediastinums/Perikards, vorhergehende

Behandlung mit anderen Anthrazyklinen oder Anthrazendionen, die gleichzeitige Anwendung anderer

Arzneimittel, die die Kontraktionsfähigkeit des Herzens herabsetzen oder kardiotoxisch wirken (z. B.

Trastuzumab), ein (siehe Abschnitt 4.5), wobei das Risiko bei älteren Patienten höher ist.

Bei Patienten, die Trastuzumab als Monotherapie oder in Kombination mit Anthrazyklinen wie Epirubicin

erhielten, wurde eine Herzinsuffizienz (New York Heart Association [NYHA]-Klasse II - IV) beobachtet.

Die Herzinsuffizienz kann mäßig bis schwer sein und zum Tod führen.

Trastuzumab und Anthrazykline wie Epirubicin dürfen derzeit nur im Rahmen einer streng kontrollierten

klinischen Studie mit kardiologischer Überwachung kombiniert gegeben werden. Bei Patienten, die zuvor

Anthrazykline erhalten hatten, besteht bei einer Behandlung mit Trastuzumab ebenfalls das Risiko einer

Kardiotoxizität, das jedoch geringer ist als bei der gleichzeitigen Gabe von Trastuzumab und

Anthrazyklinen.

Die berichtete Halbwertszeit von Trastuzumab ist variabel. Die Substanz kann bis zu 7 Monate im Kreislauf

verbleiben. Ärzte sollten daher nach Möglichkeit eine auf Anthracyclinen basierende Therapie für bis zu 7

Monate nach dem Absetzen von Trastuzumab vermeiden. Falls dies nicht möglich ist, sollte die

Herzfunktion der Patienten sorgfältig überwacht werden.

Wenn sich während einer Behandlung mit Trastuzumab, die sich an eine Behandlung mit Epirubicin

anschließt, eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickelt, so sollte diese mit geeigneten

Standardmedikamenten behandelt werden.

Die Herzfunktion muss besonders engmaschig bei Patienten überwacht werden, die hohe kumulative Dosen

bekommen sowie bei denjenigen mit Risikofaktoren. Jedoch kann kardiale Toxizität durch Epirubicin auch

bei niedrigeren kumulativen Dosen auftreten, unabhängig davon, ob Risikofaktoren vorhanden sind.

Es ist wahrscheinlich, dass die Toxizität von Epirubicin und anderer Anthrazykline oder Anthrazendione

additiv ist.

Hämatotoxizität

Wie andere zytotoxische Substanzen kann auch Epirubicin eine Knochenmarksdepression verursachen. Die

hämatologischen Werte sollten vor und während jedes Behandlungszyklus mit Epirubicin untersucht werden,

einschließlich Differentialblutbild der weißen Blutkörperchen. Eine dosisabhängige reversible Leukopenie

und/oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist die vorherrschende Manifestation der Hämatotoxizität von

Epirubicin und ist die häufigste dosislimitierende Toxizität dieser Substanz. Leukopenie und Neutropenie

sind bei Hochdosisschemata im Allgemeinen schwerer, wobei der Nadir in den meisten Fällen zwischen dem

10. und 14. Tag nach Verabreichung der Substanz erreicht wird; sie sind üblicherweise vorübergehend – die

Zahl der Leukozyten/Neutrophilen kehrt in den meisten Fällen bis zum 21. Tag zu den Normalwerten

zurück. Thrombozytopenie und Anämie können auch auftreten. Die klinischen Folgen einer schweren

Knochenmarksdepression umfassen Fieber, Infektionen, Sepsis/Septikämie, septischen Schock,

Hämorrhagie, Gewebehypoxie oder Tod.

Sekundäre Leukämie

Sekundäre Leukämie, mit oder ohne präleukämische Phase, wurde bei Patienten, die mit Anthrazyklinen,

einschließlich Epirubicin, behandelt wurden, beobachtet. Sekundäre Leukämie tritt häufiger auf, wenn solche

Substanzen in Kombination mit DNA-schädigenden antineoplastischen Wirkstoffen oder in Kombination mit

einer Strahlentherapie angewendet werden, wenn die Patienten intensiv mit zytotoxischen Substanzen

vorbehandelt wurden, oder wenn die Dosierung der Anthrazykline gesteigert wurde. Diese Leukämien

können eine Latenzperiode von 1 - 3 Jahren haben (siehe Abschnitt 5.1).

Gastrointestinal

Epirubicin ist emetogen. Mucositis und Stomatitis treten im Allgemeinen bereits frühzeitig nach einer

Verabreichung auf und können bei starker Ausprägung innerhalb weniger Tage zu Schleimhautulzerationen

führen. Bei den meisten Patienten bildet sich dieses Erscheinungsbild innerhalb von drei Wochen

Behandlung zurück.

Leberfunktion

Epirubicin wird primär hepatobiliär ausgeschieden. Vor Beginn und während der Behandlung mit Epirubicin

sollten daher die Serumwerte für Gesamtbilirubin und AST überprüft werden. Bei Patienten mit erhöhtem

Bilirubin oder AST kann die Clearance vermindert sein, wodurch sich die Toxizität insgesamt erhöhen kann.

Bei solchen Patienten werden daher niedrigere Dosen empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Bei

Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist die Anwendung von Epirubicin kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3 Gegenanzeigen).

Nierenfunktion

Die Serumkreatininwerte sollten vor und während der Therapie überprüft werden. Bei Patienten mit

Serumkreatininwerten > 5 mg/dl ist eine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2 Dosierung, Art

und Dauer der Anwendung).

Extravasation

Epirubicinhydrochlorid ist nur bei sicher intravasaler Injektion zu applizieren, da eine paravenöse Injektion

zu lokaler Nekrose und Thrombophlebitis führt.

Die Extravasation von Epirubicinhydrochlorid während der intravenösen Injektion kann lokale Schmerzen,

schwere Gewebsschädigung (Blasenbildung, schwere Cellulitis) und Nekrose verursachen. Sollten während

der intravenösen Injektion von Epirubicinhydrochlorid Anzeichen und Symptome einer Extravasation

auftreten, sollte die Infusion sofort unterbrochen werden. Die Nebenwirkung einer Extravasation von

Anthrazyklinen kann durch die umgehende Einleitung einer gezielten Behandlung mit z. B. Dexrazoxan

(Hinweise zur Anwendung siehe jeweilige Fachinformation) vermieden oder verringert werden. Der

Schmerz des Patienten kann durch Kühlung der betroffenen Stelle mit Hyaluronsäure und DMSO gelindert

werden. Der Patient sollte in der Folge engmaschig überwacht werden, da eine Nekrose auch einige Wochen

nach einer Extravasation auftreten kann; ein plastischer Chirurg sollte bezüglich einer möglichen Exzision zu

Rate gezogen werden.

Nebenwirkungen an der Injektionsstelle

Phlebosklerose kann durch Injizieren in eine kleine Vene oder durch wiederholten Einstich in die gleiche

Vene auftreten. Genaue Befolgung der empfohlenen Verabreichungsmethoden reduziert die Gefahr einer

Phlebitis/Thrombophlebitis an der Injektionsstelle (siehe Abschnitt 4.2 Dosierung und Art der Anwendung).

Immunsuppressive Wirkungen/verstärkte Anfälligkeit für Infektionen

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder lebend-attenuierten Impfstoffen bei Patienten mit einer

Immunbeeinträchtigung durch eine Chemotherapie, einschließlich Epirubicin, kann zu schwerwiegenden

oder potenziell letalen Infektionen führen (siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

und sonstige Wechselwirkungen). Eine Impfung mit Lebendimpfstoff sollte während der Behandlung mit

Epirubicin vermieden werden. Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe können verwendet werden, jedoch

kann die Immunantwort auf solche Impfstoffe vermindert sein.

Sonstige

Wie bei anderen zytotoxischen Präparaten wurde auch nach Gabe von Epirubicinhydrochlorid über

Thrombophlebitis, thromboembolischen Erscheinungen, inklusive Lungenembolien (teilweise mit fatalem

Ausgang) berichtet.

Tumorlyse-Syndrom

Aufgrund des hochgradigen Purinkatabolismus, der die rasche Auflösung der neoplastischen Zellen

gewöhnlich begleitet (Tumorlyse-Syndrom), kann die Behandlung mit Epirubicin Hyperurikämie

verursachen. Blutharnsäure-, Kalium-, Calciumphosphat- und Kreatininspiegel sollten nach der

Initialbehandlung kontrolliert werden. Hydratation, Urinalkalisierung und Prophylaxe mit Allopurinol zur

Vermeidung einer Hyperurikämie kann die Gefahr von möglichen Komplikationen eines Tumorlyse-

Syndroms minimieren.

Geschlechtsorgane

Epirubicin kann genotoxisch sein. Männer und Frauen, die mit Epirubicin behandelt werden, sollten eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Patienten, die nach Abschluss der Behandlung einen

Kinderwunsch haben, sollte geraten werden, genetische Beratung in Anspruch zu nehmen, falls erforderlich

und möglich.

Männern, die mit Epirubicin behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6

Monate danach kein Kind zu zeugen, und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen

Infertilität durch die Therapie über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Zusätzliche Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für andere Arten der Verabreichung

Intravesikal

Die Verabreichung von Epirubicinhydrochlorid kann Symptome einer chemischen Zystitis (wie Dysurie,

Polyurie, Nykturie, Strangurie, Hämaturie, Blasenbeschwerden, Nekrose der Blasenwand) und

Blasenkonstriktion verursachen. Besonderes Augenmerk ist auf Probleme bei der Katheterisierung zu richten

(z. B. Uretherobstruktion aufgrund von vesikalen Tumoren).

Intraarteriell

Eine intraarterielle Verabreichung von Epirubicinhydrochlorid (Transkatheterembolisierung für lokale oder

regionale Therapien eines primären hepatozellulären Karzinoms oder von Lebermetastasen) kann (zusätzlich

zu einer systemischen Toxizität mit ähnlichen qualitativen Auswirkungen wie nach intravenöser

Verabreichung von Epirubicinhydrochlorid) auch lokale oder regionale Ereignisse verursachen, die auch

gastroduodenale Ulzera (wahrscheinlich aufgrund eines Reflux der Arzneimittel in die Magenarterie) und

eine Verengung der Gallengänge aufgrund einer Arzneimittel-induzierten sklerosierenden Cholangitis

umfassen können. Diese Applikationsroute kann zu ausgedehnter Nekrose des perfundierten Gewebes

führen.

Angaben zu sonstigen Bestandteilen

Farmorubicin 10 mg Stechampulle enthält 17,7 mg Natrium pro 5 mg Durchstechflasche, entsprechend

0,9 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit

der Nahrung von 2 g.

Farmorubicin 50 mg Stechampulle enthält 88,5 mg Natrium pro 25 ml Durchstechflasche, entsprechend

4,4 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit

der Nahrung von 2 g.

Farmorubicin 200 mg Stechampulle enthält 354 mg Natrium pro 100 ml Durchstechflasche, entsprechend

17,7 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit

der Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Epirubicin wird hauptsächlich in Kombination mit anderen Zytostatika verwendet. Additive Toxizität kann

auftreten, insbesondere in Bezug auf Knochenmarks-/hämatologische sowie gastrointestinale Effekte (siehe

Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung). Die Anwendung von

Epirubicin in Kombinationsschemata mit anderen potentiell kardiotoxischen und mit anderen kardioaktiven

Substanzen (z. B. Kalziumkanalblockern) erfordert eine kontinuierliche Überwachung der Herzfunktionen.

Epirubicin wird weitgehend in der Leber metabolisiert. Jede Begleittherapie, die die Leberfunktion

beeinflusst, kann auch die Verstoffwechselung, Pharmakokinetik und die therapeutische Wirksamkeit bzw.

Toxizität von Epirubicin beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichts-

maßnahmen für die Anwendung).

Anthrazykline, einschließlich Epirubicin, sollten nur dann in Kombination mit kardiotoxischen Substanzen

angewendet werden, wenn die Herzfunktion des Patienten engmaschig überwacht wird. Bei Patienten, die

Anthrazykline nach Beendigung einer Behandlung mit anderen kardiotoxischen Mitteln, insbesondere

solchen mit einer langen Halbwertzeit, wie etwa Trastuzumab, erhalten, kann ebenfalls ein erhöhtes Risiko

für Kardiotoxizität bestehen (siehe Abschnitt 4.4).

Eine Impfung mit Lebendimpfstoff sollte während der Behandlung mit Epirubicin vermieden werden.

Totimpfstoffe oder inaktivierte Impfstoffe können verwendet werden, jedoch kann die Immunantwort auf

solche Impfstoffe vermindert sein.

Die gleichzeitige Gabe von Cimetidin erhöht die AUC von Epirubicin um 50 % und sollte für die Dauer der

Epirubicinbehandlung abgesetzt werden.

Wenn Paclitaxel vor Epirubicin verabreicht wird, kann es die Serumkonzentrationen von Epirubicin und

seinen Metaboliten erhöhen, wobei letztere weder toxisch noch aktiv sind. Die Koadministration von

Paclitaxel oder Docetaxel hat keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Epirubicin, vorausgesetzt,

dass Epirubicin vor den Taxanen verabreicht wird.

Eine solche Kombination kann eingesetzt werden, wenn die Gabe der beiden Wirkstoffe zeitlich versetzt

erfolgt. Zwischen der Epirubicin- und der Paclitaxel Infusion sollten wenigstens 24 Stunden liegen.

Dexverapamil kann die Pharmakokinetik von Epirubicin verändern und erhöht möglicherweise dessen

knochenmarksupprimierenden Wirkungen.

Eine Studie zeigte, dass Docetaxel die Plasmakonzentrationen der Metaboliten von Epirubicin erhöhen kann,

wenn es unmittelbar nach Epirubicin verabreicht wird.

Chinin kann die initiale Verteilung von Epirubicin aus dem Blut in die Gewebe beschleunigen und die

Aufnahme von Epirubicin in die Erythrozyten beeinflussen.

Die gleichzeitige Anwendung mit Interferon-alpha-2b kann zu einer Verminderung der terminalen

Eliminationshalbwertzeit und der Gesamtclearance von Epirubicin führen.

Die Möglichkeit einer markanten Störung der Hämatopoese muss bei einer (Vor)behandlung mit

Arzneimitteln, die die Knochenmarkfunktion beeinflussen (z. B. Zytostatika, Sulfonamid, Chloramphenicol,

Diphenylhydantoin, Amidopyrinderivate, antiretrovirale Wirkstoffe), berücksichtigt werden.

Bei Patienten, die ein Anthrazyklin in Kombination mit Dexrazoxan erhalten, kann es häufiger zu einer

Knochenmarkdepression kommen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Siehe auch Abschnitt 5.3.

Beeinträchtigung der Fertilität

Epirubicin könnte Chromosomenschäden an humanen Spermatozoen verursachen. Männer, die mit Epirubicin

behandelt werden, sollten wirksame Methoden zur Kontrazeption einsetzen und aufgrund der Möglichkeit einer

irreversiblen Infertilität durch die Therapie eine Beratung zur Spermakonservierung einholen.

Epirubicin kann bei prämenopausalen Frauen zu Amenorrhoe oder frühzeitiger Menopause führen.

Schwangerschaft

Studien an Schwangeren wurden nicht durchgeführt. Ergebnisse von Tierversuchen lassen jedoch darauf

schließen, dass Epirubicin bei Anwendung an schwangeren Frauen den Fötus schädigen kann. Frauen im

gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, eine Schwangerschaft während der Behandlung zu

vermeiden und effektive Verhütungsmethoden anzuwenden. Wenn Epirubicin während der Schwangerschaft

verabreicht wird oder wenn eine Patientin während der Behandlung schwanger wird, sollte sie auf mögliche

Risiken für den Fötus geprüft werden. Epirubicin sollte in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden,

wenn der mögliche Nutzen der Behandlung für die Mutter die möglichen Risiken für den Fötus rechtfertigen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Epirubicin in die Muttermilch übertritt. Da jedoch viele Arzneimittel, einschließlich

anderer Anthrazykline, in die Muttermilch übertreten und schwere Nebenwirkungen bei Säuglingen

verursachen können, müssen Frauen vor einer Epirubicinbehandlung abstillen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet und während der Behandlung mit Epirubicin mit den

folgenden Häufigkeiten beschrieben:

System-

organklasse

Sehr häufig

(> 1/10)

Häufig

(≥

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(≥

1/1.000 bis

1/100)

Selten

(≥

1/10.000

bis

1/1.000)

Sehr selten

(≤

1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit

auf

Grundlage

der verfüg-

baren Daten

nicht

abschätzbar)

Infektionen

und

parasitäre

Erkrankun-

gen

Infektion

Konjunkti-

vitis

Sepsis

Pneumonie

septischer

Schock

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