Eurotaxel 6 mg/ml

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

18-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

18-10-2018

Wirkstoff:
Paclitaxel
Verfügbar ab:
Lapharm GmbH Pharmazeutische Produkte (8151862)
ATC-Code:
L01CD01
INN (Internationale Bezeichnung):
Paclitaxel
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Paclitaxel (26509) 6 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
91796.00.00
Berechtigungsdatum:
2014-11-26

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Eurotaxel

®

6 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Paclitaxel

Die Bezeichnung Ihres Arzneimittels lautet „Eurotaxel 6 mg/ml“, im Folgenden wird es jedoch

„Eurotaxel“ genannt.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Eurotaxel

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Eurotaxel

beachten?

Wie ist Eurotaxel

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Eurotaxel

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Eurotaxel

®

und wofür wird es angewendet?

Paclitaxel gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die als Taxane bezeichnet werden. Diese Wirkstoffe

hemmen das Wachstum der Krebszellen.

Eurotaxel

wird angewendet zur Behandlung von:

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom):

zur Erstbehandlung (nach vorausgegangener Operation in Kombination mit dem Platin-haltigen

Arzneimittel Cisplatin);

nach Versagen einer Standardtherapie mit Platin-haltigen Arzneimitteln.

Brustkrebs (Mammakarzinom):

zur Erstbehandlung bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs oder Brustkrebs mit

Tochtergeschwülsten (metastasierendem Mammakarzinom). Eurotaxel

wird entweder mit einem

Anthrazyklin (z. B. Doxorubicin) oder mit einem als Trastuzumab bezeichneten Arzneimittel

kombiniert (bei Patientinnen, für die Anthrazyklin nicht geeignet ist und deren Krebszellen auf ihrer

Oberfläche ein Protein mit der Bezeichnung HER-2 tragen; siehe Packungsbeilage zu Trastuzumab);

als zusätzliche Therapie mit Anthrazyklin und Cyclophosphamid (AC);

als Second-Line-Behandlung für Patientinnen, die auf eine Standardtherapie mit Anthrazyklinen

nicht angesprochen haben oder für die eine solche Behandlung nicht möglich ist.

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom:

in Kombination mit Cisplatin, wenn chirurgische Maßnahmen und/oder Strahlentherapie nicht

möglich sind/ist.

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AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom:

wenn andere Behandlungen (d. h. liposomale Anthrazykline) versucht worden sind, aber keinen

Erfolg hatten.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Eurotaxel

®

beachten?

Eurotaxel

®

darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Paclitaxel oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind, insbesondere gegen polyoxyethyliertes Rizinusöl

(Macrogolglycerolricinoleat).

wenn Sie stillen.

wenn Sie zu wenige weiße Blutkörperchen (Neutrophilenzahl vor Behandlungsbeginn < 1,5 x 10

oder <1,0 x 10

/l bei Patienten mit Kaposi-Sarkom – Ihr Arzt wird Sie diesbezüglich beraten) in

Ihrem Blut haben. Zur Überprüfung wird Ihr Arzt Blutproben nehmen.

wenn Sie an einer schweren und unkontrollierten Infektion leiden (nur wenn Paclitaxel zur

Behandlung eines Kaposi-Sarkoms angewendet wird).

Wenn eine dieser Gegebenheiten auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor Beginn der Behandlung mit

Eurotaxel

mit Ihrem Arzt.

Eurotaxel

wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Eurotaxel

anwenden.

Um allergische Reaktionen zu minimieren, erhalten Sie vor der Anwendung von Eurotaxel

andere

Arzneimittel.

Wenn bei Ihnen allergische Reaktionen auftreten (z.B. Atemschwierigkeiten, Kurzatmigkeit,

Engegefühl im Brustkorb, Blutdruckabfall, Schwindel, Benommenheit, Hautreaktionen wie

Ausschlag oder Schwellungen).

Wenn Sie Fieber, starken Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Mundgeschwüre haben (Zeichen für

eine Unterdrückung der Funktion des Knochenmarks).

Wenn Sie Taubheitsgefühle, Kribbeln, nadelstichartige Empfindungen,

Berührungsempfindlichkeit oder Schwäche in Ihren Armen oder Beinen haben (Zeichen von

peripherer Neuropathie). Es kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Wenn Sie schwere Probleme mit der Leber haben. In diesem Fall wird die Anwendung von

Eurotaxel

nicht empfohlen.

Wenn Sie Erregungsleitungsstörungen des Herzens haben.

Wenn bei Ihnen während oder kurz nach der Behandlung mit Eurotaxel

schwere oder anhaltende

Durchfälle mit Fieber und Magenschmerzen auftreten. Es könnte sein, dass Ihr Dickdarm

entzündet ist (pseudomembranöse Kolitis).

Wenn Sie zuvor eine Bestrahlung des Brustkorbs hatten (dies kann die Gefahr einer

Lungenentzündung erhöhen).

Wenn Sie Schmerzen oder Rötungen im Mundraum haben (Zeichen einer Mucositis) und wegen

eines Kaposi-Sarkoms behandelt werden. Eine Dosisreduktion könnte in diesem Fall bei Ihnen

erforderlich sein.

Es wird empfohlen, aufgrund der Möglichkeit einer Extravasation, die Infusionsstelle während der

Verabreichung sorgfältig auf eine mögliche Infiltration zu überwachen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn eine dieser Angaben auf Sie zutrifft.

Eurotaxel

sollte immer in eine Vene verabreicht werden. Die Gabe von Eurotaxel

in die Arterien kann

zu einer Entzündung der Arterien führen, was sich in Form von Schmerzen, Schwellung, Rötung und

Wärmegefühl äußert.

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Anwendung von Eurotaxel

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Eurotaxel

zur selben Zeit wie die folgenden Präparate

einnehmen:

Medikamente zur Behandlung von Infektionen (d. h. Antibiotika wie Erythromycin, Rifampicin

usw.; fragen Sie Ihren Arzt, die Pflegekraft oder einen Apotheker, wenn Sie nicht sicher sind, ob

es sich bei dem Medikament, das Sie einnehmen, um ein Antibiotikum handelt), einschließlich

Medikamenten zur Behandlung von Pilzinfektionen (z. B. Ketoconazol).

Medikamente zur Stimmungsstabilisierung, die manchmal auch als Antidepressiva bezeichnet

werden (z. B. Fluoxetin).

Medikamente, die zur Behandlung von Krampfanfällen (Epilepsie) angewendet werden (z. B.

Carbamazepin, Phenytoin).

Medikamente, die zur Senkung Ihrer Blutfettwerte angewendet werden (z. B. Gemfibrozil).

Medikamente, die bei Sodbrennen oder Magengeschwüren angewendet werden (z. B. Cimetidin).

Medikamente, die zur Behandlung von HIV und AIDS angewendet werden (z. B. Ritonavir,

Saquinavir, Indinavir, Nelfinavir, Efavirenz, Nevirapin).

ein Medikament namens Clopidogrel, das zur Verhinderung von Blutgerinnseln angewendet wird.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein, bevor Sie

eine Behandlung mit Eurotaxel

erhalten. Wenn Sie schwanger werden könnten, müssen Sie während

der Behandlung eine wirksame und sichere Maßnahme zur Empfängnisverhütung anwenden.

Eurotaxel

sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist

eindeutig erforderlich. Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter und/oder ihre Partner

sollten für mindestens 6 Monate nach der Behandlung mit Eurotaxel

weitere Verhütungsmethoden

anwenden. Männlichen Patienten wird empfohlen, sich wegen der Möglichkeit einer irreversiblen

Unfruchtbarkeit durch die Therapie mit Eurotaxel

über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen. Es liegen keine Informationen darüber vor, ob

Paclitaxel beim Menschen in die Muttermilch übertritt. Weil es zu einer Schädigung des Säuglings

kommen kann, dürfen Sie bei der Behandlung mit Eurotaxel

nicht stillen. Setzen Sie das Stillen nicht

wieder fort, außer dass dies Ihnen von Ihrem Arzt gestattet wurde.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt

werden.

Es gibt keinen Grund für Sie, zwischen den Behandlungen mit Eurotaxel

nicht am Straßenverkehr

teilzunehmen. Sie sollten jedoch daran denken, dass Eurotaxel

Alkohol enthält und daher nicht direkt

nach einer Behandlung Auto fahren oder Maschinen bedienen, aufgrund möglicher Wirkungen auf das

zentrale Nervensystem. Generell sollten Sie kein Kraftfahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen, falls

Sie sich schwindelig oder benommen fühlen.

Eurotaxel

®

enthält Polyoxyl-Rizinusöl (Macrogolglycerolricinoleat) und Alkohol

Eurotaxel

enthält Polyoxyl-Rizinusöl, das schwerwiegende allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Wenn Sie allergisch gegen Rizinusöl sind, sprechen Sie vor der Anwendung von Eurotaxel

mit Ihrem

Arzt.

Eurotaxel

enthält Alkohol – jeder Milliliter Eurotaxel

®

enthält 0,396 g Alkohol. Eine Eurotaxel-Dosis

von 300 mg/50 ml enthält 20 g Alkohol. Dies entspricht 434 ml Bier oder 181 ml Wein.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken und Epileptikern.

Der Alkoholgehalt dieses Arzneimittels kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen.

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3.

Wie ist Eurotaxel

®

anzuwenden?

Damit allergische Reaktionen auf einem Minimum gehalten werden, erhalten Sie vor der

Anwendung von Eurotaxel

andere Arzneimittel. Diese Arzneimittel werden Ihnen in Form von

Tabletten oder als Infusion in eine Vene oder in beiden Formen verabreicht.

Über einen in die Infusionsleitung integrierten Filter erhalten Sie Eurotaxel

als Tropfinfusion in

Ihre Vene (als intravenöse Infusion). Eurotaxel

wird Ihnen durch eine medizinische Fachkraft

verabreicht, von der die Infusionslösung angesetzt wurde, bevor Sie sie erhalten. Die Ihnen gegebene

Dosis ist außerdem von den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchungen abhängig. Je nach Art und

Schweregrad der Krebserkrankung erhalten Sie Eurotaxel

entweder alleine oder in Kombination mit

einem weiteren Krebspräparat.

Eurotaxel

wird immer über einen Zeitraum von 3 oder 24 Stunden in eine Ihrer Venen infundiert.

Wenn Ihr Arzt es nicht anders verordnet, wird die Gabe alle 2 oder 3 Wochen wiederholt. Ihr Arzt

wird Ihnen mitteilen, wie viele Therapiezyklen mit Eurotaxel

bei Ihnen erforderlich sein werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

das medizinisches Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn Sie irgendwelche Anzeichen für allergische Reaktionen

feststellen. Hierzu können eine oder mehrere der folgenden Erscheinungen gehören:

Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush)

Hautreaktionen

Juckreiz

Beengungsgefühl im Brustkorb

Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden

Schwellung

Alle diese können Zeichen für schwerwiegende Nebenwirkungen sein.

Teilen Sie Ihrem Arzt sofort mit, wenn Sie folgendes bemerken:

Fieber, schweren Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Geschwüre im Mund (Zeichen für eine

Unterdrückung der Knochenmarkfunktion).

Taubheitsgefühl oder Schwäche in Ihren Armen oder Beinen (Zeichen einer peripheren

Neuropathie).

schwerer oder hartnäckiger Durchfall, mit Fieber und Magenschmerzen.

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Leichtere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung mit Hitzegefühl, Hautausschlag,

Juckreiz.

Infektionen: hauptsächlich der oberen Atemwege, der Harnwege.

Halsschmerzen oder Geschwüre im Mund, schmerzender und geröteter Mundraum, Durchfall,

Übelkeit oder Erbrechen.

Haarausfall (die Mehrzahl der Fälle von Haarausfall trat weniger als einen Monat nach Beginn

mit Paclitaxel ein; wenn es dazu kommt, ist der Haarausfall bei der Mehrheit der Patienten

ausgeprägt (über 50 %)).

Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen.

Gefühl der Taubheit, des Kribbelns oder der Schwäche in den Armen und Beinen (sämtliche

Symptome einer peripheren Neuropathie).

Untersuchungen können ergeben: verringerte Anzahl von Blutplättchen, weißer oder roter

Blutzellen, was Ihre Blutungsneigung erhöhen kann oder dazu führen kann, dass bei Ihnen

leichter blaue Flecken entstehen, niedriger Blutdruck.

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Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Vorübergehende leichte Veränderungen der Haut und Nägel, Reaktionen an der Injektionsstelle

(örtlich begrenzte Schwellungen, Schmerzen und Hautrötung).

Untersuchungen können ergeben: langsamere Herzfrequenz, starker Anstieg der Leberenzyme

(alkalische Phosphatase und AST - SGOT).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Durch Infektion bedingter Schock (als „septischer Schock“ bezeichnet).

Herzklopfen (Palpitationen), Fehlfunktion des Herzens (AV-Block, Kardiomyopathie), schneller

Herzschlag, Herzinfarkt, Atemnotsyndrom.

Erhebliche allergische Reaktionen, Müdigkeit, Schwitzen, Ohnmacht (Synkope), Anschwellen von

Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Hals.

Venenentzündung (Phlebitis).

Rückenschmerzen, Schmerzen im Brustkorb, Schmerzen an Händen und Füßen, Schüttelfrost,

Leibschmerzen (Bauchschmerzen).

Untersuchungen können ergeben: schwerer Anstieg der Bilirubin-Werte (Gelbsucht), hoher

Blutdruck und Blutgerinnsel.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Mangel an weißen Blutzellen mit Fieber und erhöhtem Infektionsrisiko (febrile Neutropenie).

Wirkungen auf die Nerven mit Gefühl der Schwäche in den Muskeln von Armen und Beinen

(motorische Neuropathie).

Herzversagen.

Kurzatmigkeit, Lungenembolie, Lungenfibrose, interstitielle Pneumonie, Dyspnoe,

Pleuraerguss.

Darmverschluss, Perforation der Darmwand, Darmentzündung (ischämische Kolitis),

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung (Erythem).

Blutvergiftung (Sepsis), Peritonitis, Pneumonie.

Pyrexie, Dehydratation, Asthenie, Ödem, allgemeines Unwohlsein.

Schwerwiegende und potenziell tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische

Reaktionen).

Untersuchungen können ergeben: Anstieg des Kreatinin-Werts, was auf eine Beeinträchtigung

der Nierenfunktion hinweist.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Unregelmäßiger, schneller Herzschlag (Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie).

Plötzliche Störung der blutbildenden Zellen (akute myeloische Leukämie, myelodysplastisches

Syndrom).

Störungen am Sehnerv und/oder Sehstörungen (Flimmerskotom).

Verlust oder Rückgang des Hörvermögens (Ototoxizität), Ohrgeräusche (Tinnitus), Drehschwindel

(Vertigo).

Husten.

Blutgerinnsel in den Blutgefäßen von Bauchraum und Darm (mesenterische Thrombose),

Darmentzündung, in manchen Fällen mit hartnäckigem, schwerem Durchfall (pseudomembranöse

Kolitis, neutropene Kolitis), Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Ascites), Entzündung der

Speiseröhre (Ösophagitis), Verstopfung.

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Fieber, Hautrötung, Schmerzen in den

Gelenken und/oder Entzündung der Augen (Stevens-Johnson-Syndrom), örtlich begrenztes

Abschälen der Haut (epidermale Nekrolyse), Rötungen mit unregelmäßigen roten (nässenden)

Hautveränderungen (Erythema multiforme), Entzündung der Haut mit Blasenbildung und

Ablösung der Haut (exfoliative Dermatitis), Urtikaria, Ablösen der Nägel (Patienten müssen

während der Behandlung ihre Hände und Füße vor Sonnenlicht schützen).

Appetitverlust (Anorexie).

Schwerwiegende und potenziell tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer

Schock).

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Störung der Leberfunktion (hepatische Nekrose, hepatische Enzephalopathie – beide mit Fällen mit

tödlichem Ausgang).

Verwirrtheitszustände.

Grand-Mal-Anfälle, Störungen der Gehirnnerven (autonome Neuropathie; Wirkung auf

unbeabsichtigte Körperfunktionen, was zu einem Darmverschluss und niedrigem Blutdruck führen

kann), Krämpfe, Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie), Schwindel, Kopfschmerzen,

Koordinationsstörungen (Ataxie).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

rascher Zerfall von Tumoren (Tumor-Lyse-Syndrom).

Flüssigkeitsansammlung in der Makula des Auges (Makula-Ödem), Wahrnehmung von

Lichterscheinungen wie Blitze im Auge (Photopsie), Ablagerungen im Glaskörper des Auges

(Glaskörpertrübung).

Entzündung der Venen (Phlebitis).

Verdickung und Verhärtung der Haut, sowie der Blutgefäße und inneren Organe (Sklerodermie).

„Schmetterlingserythem“ (systemischer Lupus erythematodes)

Disseminierte intravasale Gerinnung, oder „DIG“, wurde berichtet. Dies betrifft eine ernste

Erkrankung, bei der Menschen zu leicht bluten, zu leicht Blutgerinnsel bilden oder beides.

Polyoxyethyliertes Rizinusöl (Macrogolglycerolricinoleat) kann schwere allergische Reaktionen

hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Eurotaxel

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum (Verwendbar bis)

nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Ungeöffnete Durchstechflasche

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Einfrieren beeinträchtigt die ungeöffneten Durchstechflaschen nicht.

Nach Anbruch, vor Verdünnung (Lagerungsbedingungen)

Aus mikrobiologischer Sicht kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen maximal 28 Tage bei

25°C aufbewahrt werden. Andere Aufbewahrungszeiten und -bedingungen des angebrochenen

Arzneimittels obliegen der Verantwortung des Anwenders.

Nach Verdünnung (Lagerungsbedingungen)

Aus mikrobiologischer Sicht ist das verdünnte Arzneimittel sofort anzuwenden. Wenn es nicht sofort

angewendet wird, ist es im Kühlschrank zu lagern (2-8°C) und innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen,

es sei denn die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

vorgenommen. Für nähere Details zur Stabilität nach Verdünnung sehen Sie bitte im Abschnitt für

medizinisches Fachpersonal nach.

Sie dürfen die Lösung nicht verwenden, wenn Sie eine Trübung oder einen nicht lösbaren Niederschlag

bemerken.

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Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Eurotaxel

®

enthält

Der Wirkstoff ist: Paclitaxel

Jeder ml des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel. Eine

Durchstechflasche enthält 5 ml, 16,7 ml bzw. 50 ml (entsprechend 30 mg, 100 mg bzw. 300 mg

Paclitaxel).

Die sonstigen Bestandteile sind: Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.) und Ethanol (Alkohol).

Wie Eurotaxel

®

aussieht und Inhalt der Packung

Eurotaxel

ist eine klare, farblose bis leicht gelbe viskose Lösung, in Packungen mit 5 ml, 10x5 ml,

16,7 ml bzw. 50 ml Durchstechflaschen des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Lapharm GmbH - Pharmazeutische Produkte

Müller-zu-Bruck-Straße 12

83052 Bruckmühl

Deutschland

Tel.: 08062 / 728088-0

Fax: 08062 / 728088-9

E-Mail: info@lapharm.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2018.

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______________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Zubereitung der Infusionslösung:

Behältnisse und Infusionssets, die mit Eurotaxel

verwendet werden, müssen DEHP-frei sein.

Dadurch soll die Exposition der Patienten gegenüber dem Weichmacher DEHP [Bis-(2-

ethylhexyl)phthalat], welcher aus PVC-Infusionsbeuteln oder -Sets herausgelöst werden könnte,

minimiert werden. Die Verwendung von Filtervorrichtungen (z. B. IVEX-2), welche kurze Zulauf-

oder Ablauf-Stücke aus PVC aufweisen, führte zu keiner deutlichen Freisetzung von DEHP.

Die Handhabung von Eurotaxel

®

muss wie bei allen antineoplastischen Substanzen mit

besonderer Vorsicht erfolgen. Bei der Handhabung von Durchstechflaschen, die Paclitaxel

enthalten, sind immer Schutzhandschuhe zu tragen. Verdünnungen sind unter aseptischen

Bedingungen von erfahrenem Personal in besonders ausgewiesenen Räumen vorzunehmen. Bei

Hautkontakt muss die Haut mit Wasser und Seife gewaschen werden. Bei Kontakt mit

Schleimhäuten muss eine gründliche Spülung mit Wasser erfolgen.

Verwenden Sie keinen Chemo-Pin oder ähnliche Hilfsmittel mit Spikes, da dadurch der Stopfen der

Durchstechflasche beschädigt werden kann, was zu einem Sterilitätsverlust führt.

Schritt 1: Verdünnung des Konzentrats

Vor der Anwendung muss Eurotaxel

mit einem der folgenden Lösungsmittel verdünnt werden:

0,9 %ige Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke

5 %ige Glucose-Lösung für Injektionszwecke

5 %ige Glucose-Lösung und 0,9 %ige Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke

5 %ige Glucose-Lösung in Ringerlösung für Injektionszwecke

Die Endkonzentration von Paclitaxel in der Infusionslösung muss zwischen 0,3 mg/ml und

1,2 mg/ml liegen.

Nach der Verdünnung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf die Formulierung zurückzuführen

sind und durch Filtration nicht beseitigt werden. Im Versuch mit einem intravenösen Infusionssystem mit

In-Line Filter wurde kein signifikanter Wirkstoffverlust festgestellt.

Schritt 2: Verabreichung der Infusion

Bei allen Patienten ist vor der Anwendung eine Prämedikation mit Kortikosteroiden, Antihistaminika

und H

-Antagonisten erforderlich.

Wenden Sie Eurotaxel

erst dann wieder erneut an, wenn die Neutrophilenzahl ≥ 1.500/mm

(≥ 1.000/mm

bei Patienten mit Kaposi-Sarkom) und die Thrombozytenzahl ≥ 100.000/mm

(≥75.000/mm

bei Patienten mit Kaposi-Sarkom) beträgt.

Zur Vermeidung von Ausfällungen der Infusionslösung:

Verwenden Sie die Lösung sobald wie möglich nach Verdünnung.

Vermeiden Sie übermäßige Bewegungen, Vibrationen oder Schütteln.

Spülen Sie die Infusionssets vor der Anwendung gründlich.

Überprüfen Sie regelmäßig das Aussehen der Lösung und stoppen Sie die

Infusion bei Auftreten von Niederschlag.

Unter Lichteinfluss dürfen gebrauchsfertige Paclitaxel-Lösungen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-

Lösung oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung maximal 12 h bei 25°C gelagert werden.

Unter Lichtausschluss wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösungen

bei 5°C und bei 25°C für einen Zeitraum von 7 Tagen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-Lösung

und für einen Zeitraum von 14 Tagen nach Verdünnung mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung

nachgewiesen.

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Aus mikrobiologischer Sicht ist das verdünnte Arzneimittel sofort anzuwenden. Andernfalls kann es bis

zu 24 Stunden bei 2 – 8°C gelagert werden.

Eurotaxel

muss durch einen geeigneten In-Line Filter mit einer Mikroporenmembran mit einem

Porendurchmesser von ≤ 0,2 µm infundiert werden. Es sind DEHP-freie Behältnisse und Infusionssets

zu verwenden. Die Verwendung von Filtervorrichtungen (z. B. IVEX-2), welche kurze Zulauf- oder

Ablauf-Stücke aus PVC aufweisen, führte zu keiner deutlichen Freisetzung von DEHP.

Schritt 3: Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen für

zytotoxische Substanzen zu beseitigen.

Dosierung:

Die empfohlenen Dosierungen zur intravenösen Infusion von Eurotaxel

sind wie folgt:

Indikation

Dosis

Intervall zwischen den

Therapiekursen von

Eurotaxel

Ovarialkarzinom,

first-line

135 mg/m

über 24 Stunden, gefolgt von

Cisplatin 75 mg/m

oder

175 mg/m

über 3 Stunden, gefolgt von

Cisplatin 75 mg/m

3 Wochen

Ovarialkarzinom,

second-line

175 mg/m

über 3 Stunden

3 Wochen

Mammakarzinom,

adjuvant

175 mg/m

über 3 Stunden; im Anschluss an

eine Anthracyclin-/ Cyclophosphamid-

Behandlung (AC)

3 Wochen

Mammakarzinom,

first-line

(mit Doxorubicin)

220 mg/m

über 3 Stunden,

24 Stunden nach Doxorubicin

(50 mg/m

3 Wochen

Mammakarzinom,

first-line

(mit Trastuzumab)

175 mg/m

über 3 Stunden,

nach Trastuzumab

(siehe Fachinformation für Trastuzumab)

3 Wochen

Mammakarzinom,

second-line

175 mg/m

über 3 Stunden

3 Wochen

Fortgeschrittenes

nicht-kleinzelliges

Bronchialkarzinom

175 mg/m

über 3 Stunden, gefolgt von

Cisplatin 80 mg/m

3 Wochen

AIDS-assoziiertes

Kaposi-Sarkom

100 mg/m

über 3 Stunden

2 Wochen

Wenden Sie Eurotaxel

erst dann wieder erneut an, wenn die Neutrophilenzahl ≥ 1.500/mm

(≥ 1.000/mm

bei Patienten mit Kaposi- Sarkom) und die Thrombozytenzahl ≥ 100.000/mm

(≥ 75.000/mm

bei Patienten mit Kaposi-Sarkom) beträgt.

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Bei Patienten, die eine schwerwiegende Neutropenie (Neutrophilenzahl < 500/mm

für eine Woche oder

länger) oder schwerwiegende periphere Neuropathie entwickeln, sollte die Dosis in den nachfolgenden

Therapiekursen um 20 % (bei Patienten mit Kaposi-Sarkom um 25 %) reduziert werden (siehe

Fachinformation).

Es sind keine ausreichenden Daten verfügbar, um eine Empfehlung für eine Dosisanpassung bei Patienten

mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung geben zu können. Patienten mit schwerwiegender

Leberfunktionsstörung dürfen nicht mit Eurotaxel

behandelt werden (siehe Fachinformation).

Eurotaxel

wird zur Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren aufgrund fehlender Daten zur Sicherheit

und Wirksamkeit nicht empfohlen.

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FACHINFORMATION/ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES

ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Eurotaxel

6 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche mit 5 ml enthält 30 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche mit 16,7 ml enthält 100 mg Paclitaxel.

Eine Durchstechflasche mit 50 ml enthält 300 mg Paclitaxel.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.), Ethanol (396 mg/ml)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose bis leicht gelbe Lösung mit einem pH-Wert zwischen 3,0-7,0 und einer Osmolarität von

> 4000 mOsm/l.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ovarialkarzinom: In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel angezeigt zur

Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom oder mit einem Resttumor (>1 cm)

nach vorausgegangener Laparotomie in Kombination mit Cisplatin.

In der Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel angezeigt zur Behandlung des

metastasierenden Ovarialkarzinoms nach Versagen einer platinhaltigen Standardtherapie.

Mammakarzinom:

Im Rahmen einer adjuvanten Therapie ist Eurotaxel angezeigt zur Behandlung von

Patientinnen mit Lymphknoten-positivem Mammakarzinom nach Behandlung mit Anthrazyklin und

Cyclophosphamid (AC). Die adjuvante Therapie mit Eurotaxel sollte als Alternative zur verlängerten AC-

Therapie gesehen werden.

Eurotaxel ist angezeigt zur First-line-Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden

Mammakarzinoms entweder in Kombination mit Anthrazyklin bei Patientinnen, für die eine

Anthrazyklin-Therapie geeignet ist oder in Kombination mit Trastuzumab bei Patientinnen mit

Überexpression des HER-2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) (3+ mittels

immunhistochemischer Untersuchung) und für die eine Therapie mit Anthrazyklin nicht geeignet ist

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Als Monotherapie ist Eurotaxel angezeigt zur Behandlung des metastasierenden Mammakarzinoms bei

Patientinnen,

die nicht auf eine anthrazyklinhaltige Standardtherapie angesprochen haben oder nicht dafür

in Frage kommen.

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Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom: Eurotaxel ist in Kombination mit Cisplatin

angezeigt zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten, für die

eine potentiell kurative chirurgische Maßnahme und/oder Strahlentherapie nicht in Frage kommt.

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom: Eurotaxel ist angezeigt zur Behandlung von Patienten mit

fortgeschrittenem AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom (KS), bei denen eine vorausgegangene liposomale

Anthrazyklin-Therapie erfolglos blieb.

Die Daten zur Wirksamkeit in dieser Indikation sind begrenzt. Eine Zusammenfassung der relevanten

Studien findet sich in Abschnitt 5.1.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Eurotaxel sollte nur in spezialisierten Einrichtungen für die Anwendung zytotoxischer Arzneimittel unter

Aufsicht eines qualifizierten Onkologen angewendet werden (siehe Abschnitt 6.6).

Vor der Anwendung von Paclitaxel müssen alle Patienten mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und H

Rezeptorantagonisten z.B. entsprechend dem nachstehenden Schema vorbehandelt werden.

Arzneimittel

Dosis

Anwendung vor Paclitaxel

Dexamethason

20 mg oral* oder i.v.

Bei oraler Gabe: ca. 6 und 12 Stunden oder

bei intravenöser Gabe: 30 bis 60 Minuten

Diphenhydramin**

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

Cimetidin oder

Ranitidin

300 mg i.v.

50 mg i.v.

30 bis 60 Minuten

* 8–20 mg für Patienten mit Kaposi-Sarkom

** oder ein entsprechendes Antihistaminikum wie z. B. Chlorpheniramin

Eurotaxel muss vor der Anwendung verdünnt (siehe Abschnitt 6.6) und darf nur intravenös gegeben

werden.

Eurotaxel sollte über ein In-Line-Filter mit einer mikroporösen Membran, deren Porengröße maximal

0,22 µm betragen sollte, gegeben werden (siehe Abschnitt 6.6).

First-line-Chemotherapie des Ovarialkarzinoms: Obwohl derzeit andere Dosierungsschemata

untersucht werden, wird eine Kombinationsbehandlung mit Paclitaxel und Cisplatin empfohlen.

Abhängig von der Infusionsdauer werden für Paclitaxel zwei Dosierungsschemata empfohlen: Paclitaxel

175 mg/m

als eine 3-stündige intravenöse Infusion, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

in dreiwöchigem

Abstand oder Paclitaxel 135 mg/m

als eine 24-stündige Infusion, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m

dreiwöchigem Abstand (siehe Abschnitt 5.1).

Second-line-Chemotherapie des Ovarialkarzinoms: Die empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt

175 mg/m

, verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion in dreiwöchigem Abstand.

Adjuvante Chemotherapie bei Mammakarzinom: Die empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt

175 mg/m

, verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion in dreiwöchigem Abstand

über vier

Behandlungszyklen im Anschluss an eine AC-Therapie.

First-line-Chemotherapie des Mammakarzinoms: Bei der Kombination mit Doxorubicin (50 mg/m

sollte Paclitaxel 24 Stunden nach Doxorubicin verabreicht werden. Die empfohlene Paclitaxel-Dosis

beträgt 220 mg/m

, verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion in dreiwöchigem Abstand (siehe

Abschnitte 4.5 und 5.1).

Bei der Kombination mit Trastuzumab beträgt die empfohlene Paclitaxel-Dosis 175 mg/m

, verabreicht

als 3-stündige intravenöse Infusion in dreiwöchigem Abstand (siehe Abschnitt 5.1). Die Infusion von

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Paclitaxel kann am Tag nach der ersten Trastuzumab-Dosis begonnen werden oder unmittelbar nach den

darauffolgenden Dosen von Trastuzumab, wenn die erste Dosis gut vertragen wurde (Einzelheiten zur

Dosierung von Trastuzumab entnehmen Sie bitte der Fachinformation für Herceptin

Second-line-Chemotherapie des Mammakarzinoms: Die empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt

175 mg/m

verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion in dreiwöchigem Abstand.

Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC): Die

empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt 175 mg/m

verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion gefolgt

von Cisplatin 80 mg/m

in dreiwöchigem Abstand.

Behandlung des AIDS-assoziierten Kaposi-Sarkoms: Die empfohlene Paclitaxel-Dosis beträgt

100 mg/m

, verabreicht als 3-stündige intravenöse Infusion in zweiwöchigem Abstand.

Nachfolgende Infusionen von Paclitaxel richten sich nach der Verträglichkeit beim einzelnen Patienten.

Behandlungszyklen mit Paclitaxel dürfen so lange nicht wiederholt werden, bis die Anzahl der

neutrophilen Granulozyten ≥ 1.500/mm

(mindestens ≥1.000/mm

für AIDS-KS-Patienten) und die

Blutplättchenzahl ≥ 100.000/mm

(≥ 75.000/mm

für AIDS-KS-Patienten) beträgt. Bei Patienten mit

schwerer Neutropenie (neutrophile Granulozyten < 500/mm

über einen Zeitraum von einer Woche oder

länger) oder schweren peripheren Neuropathien während der Paclitaxel-Therapie sollte für die folgenden

Behandlungszyklen eine Dosisreduktion um 20 % (25 % für AIDS-KS-Patienten) erfolgen (siehe

Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörung:

Es gibt keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Dosisanpassung bei Patienten mit leichter

bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Patienten mit schweren

Leberfunktionsstörungen sollten nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

Kinder und Jugendliche

Bezüglich der Unbedenklichkeit und Wirksamkeit

bei Kindern (unter 18 Jahren) liegen keine

Untersuchungen vor. Daher wird Paclitaxel nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen.

Art der Anwendung

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile, insbesondere gegen Macrogolglycerolricinoleat (polyoxyethyliertes Rizinusöl) (siehe

Abschnitt 4.4).

Paclitaxel ist kontraindiziert während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Paclitaxel sollte bei Patienten mit Neutrophilen-Ausgangswerten von < 1.500/mm

(< 1.000/mm

AIDS-KS-Patienten) nicht angewendet werden.

Paclitaxel ist auch kontraindiziert bei AIDS-KS-Patienten mit bestehenden, schwerwiegenden und nicht

behandelten Infektionen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Paclitaxel sollte unter der Aufsicht eines mit der Anwendung von Zytostatika erfahrenen Onkologen

verabreicht werden. Da schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können, sollte eine geeignete

Ausrüstung für die Notfallbehandlung verfügbar sein. Es wird empfohlen, aufgrund der Möglichkeit einer

Extravasation, die Infusionsstelle während der Verabreichung sorgfältig auf eine mögliche Infiltration zu

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überwachen. Patienten müssen vor der Behandlung mit Paclitaxel mit Kortikosteroiden, Antihistaminika

und H

-Rezeptorantagonisten vorbehandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Paclitaxel sollte vor Cisplatin verabreicht werden, wenn diese in Kombination verwendet werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gekennzeichnet durch behandlungsbedürftige Dyspnoe und

Hypotonie, Angioödem und generalisierte Urtikaria traten bei < 1 % der Patienten auf, die nach

entsprechender Prämedikation mit Paclitaxel behandelt wurden.

Die Reaktionen sind wahrscheinlich

durch Histamin vermittelt. Im Fall einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion ist die Paclitaxel-

Infusion sofort zu beenden und eine symptomatische Behandlung einzuleiten. Der Patient darf nicht

erneut mit Paclitaxel behandelt werden.

Knochenmarksuppression (insbesondere Neutropenie) ist die dosislimitierende Nebenwirkung. Das

Blutbild sollte häufig kontrolliert werden.

Patienten dürfen so lange keine erneute Paclitaxel-Behandlung

erhalten, bis die Anzahl der neutrophilen Granulozyten wieder auf einen Wert von ≥1.500/ mm

(≥1.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) und die der Blutplättchen auf einen Wert von mindestens

≥100.000/mm

(≥75.000/mm

bei AIDS-KS-Patienten) angestiegen ist. In der klinischen AIDS-KS-Studie

erhielt die Mehrzahl der Patienten Granulozyten-Koloniestimulierenden-Faktor (G- CSF).

Schwere kardiale Erregungsüberleitungsstörungen wurden nur selten unter Monotherapie mit

Paclitaxel beobachtet. Patienten, die während der Behandlung mit Paclitaxel schwere

Überleitungsstörungen entwickeln, müssen eine entsprechende Behandlung erhalten und die Herzfunktion

muss während der folgenden Therapiezyklen kontinuierlich überwacht werden. Hypotonie, Hypertonie

und Bradykardie wurden während der Anwendung von Paclitaxel beobachtet; die Patienten sind jedoch

gewöhnlich symptomfrei und benötigen in der Regel keine Behandlung. Es wird eine engmaschige

Überwachung der Vitalzeichen, insbesondere in der ersten Stunde der Paclitaxel-Infusion empfohlen.

Schwere kardiovaskuläre Ereignisse wurden häufiger bei Patienten mit NSCLC als bei Patientinnen mit

Mamma- oder Ovarialkarzinom beobachtet. Ein einziger Fall einer Herzinsuffizienz, die der Behandlung

mit Paclitaxel zuzuschreiben ist, wurde in der klinischen AIDS- KS-Studie beobachtet.

Wenn Paclitaxel in Kombination mit Doxorubicin oder Trastuzumab zur initialen Behandlung eines

metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wird, sollte die Herzfunktion sorgfältig überwacht

werden. Bei Patienten, die für die Behandlung mit Paclitaxel in diesen Kombinationen in Frage kommen,

sollte vor der Behandlung eine Untersuchung der Herzfunktion durchgeführt werden, einschließlich

Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, EKG, Echokardiogramm und/oder Multiple Gated

Acquisition (MUGA-Scan) . Die Herzfunktion sollte auch während der Behandlung weiter überwacht

werden (z. B. alle 3 Monate). Durch die Überwachung

der Herzfunktion können Patienten, die eine

Störung der Herzfunktion entwickeln, identifiziert werden. Die behandelnden Ärzte sollten bei der

Entscheidung, wie häufig die Herzfunktion untersucht werden soll, die kumulative Dosis (mg/m

) des

verabreichten Anthrazyklins sorgfältig bestimmen. Wenn die Tests auf eine Verschlechterung der

Herzfunktion hinweisen, auch eine asymptomatische, sollten die behandelnden Ärzte den klinischen

Nutzen der Weiterbehandlung sorgfältig gegen eine mögliche Entwicklung eines Herzschadens,

einschließlich potentiell irreversiblen Schäden, abwägen. Wird die Behandlung fortgesetzt, sollte die

Herzfunktion häufiger kontrolliert werden (z. B. alle 1 – 2 Behandlungszyklen). Einzelheiten entnehmen

Sie bitte der Fachinformation für Herceptin

und Doxorubicin.

Periphere Neuropathie tritt häufig auf, aber es kommt nur selten zu schweren Symptomen. In schweren

Fällen wird eine Senkung der Dosis von Paclitaxel für alle folgenden Behandlungszyklen um 20 % (25 %

für AIDS-KS-Patienten) empfohlen. Bei der Behandlung des NSCLC und bei der First-line-Behandlung

des Ovarialkarzinoms führte die Infusion von Paclitaxel über 3 Stunden in Kombination mit Cisplatin zu

einer höheren Inzidenz von Fällen mit schwerer Neurotoxizität als eine Monotherapie mit Paclitaxel und

als eine Therapie mit Cyclophosphamid, gefolgt von Cisplatin.

Es sollte besonders darauf geachtet werden, eine intraarterielle Anwendung von Paclitaxel zu vermeiden,

da in Tierversuchen zur lokalen Verträglichkeit nach intraarterieller Anwendung schwere

Gewebereaktionen auftraten.

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Paclitaxel in Kombination mit einer Bestrahlung der Lunge kann unabhängig von der zeitlichen

Reihenfolge zur Entwicklung einer interstitiellen Pneumonitis beitragen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann ein erhöhtes Toxizitätsrisiko bestehen,

insbesondere für Myelosuppression von Grad 3 – 4. Es gibt keine Hinweise, dass

die Toxizität von

Paclitaxel erhöht wird, wenn das Medikament Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Leberfunktion

in Form einer 3-stündigen Infusion verabreicht wird.

Bei Verabreichung mit einer längeren Infusionszeit

kann die Myelosuppression bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung erhöht sein.

Die Patienten sollten engmaschig auf die Entstehung einer starken Myelosuppression überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.2). Die verfügbaren Daten sind nicht ausreichend für die Empfehlung einer

Dosisanpassung bei Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion (siehe

Abschnitt 5.2).

Für Patienten mit

schwerer Gallenstauung bei der Ausgangswerterhebung liegen keine Daten vor.

Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

In seltenen Fällen wurde über eine pseudomembranöse Colitis berichtet, u.a. bei Patienten, die nicht

gleichzeitig mit Antibiotika behandelt wurden. Diese Reaktion sollte bei der Differentialdiagnose von

Fällen schwerer oder persistierender Diarrhöe berücksichtigt werden, die während oder kurz nach der

Behandlung mit Paclitaxel auftreten.

In vielen experimentellen Systemen hat sich Paclitaxel als teratogen, embryotoxisch und mutagen

erwiesen.

Daher sollten Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter und/oder deren Partner/Partnerinnen

während der Behandlung und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel weiter

Verhütungsmittel anwenden (siehe Abschnitt 4.6). Eine hormonelle Kontrazeption ist bei

Hormonrezeptor-positiven Malignitäten kontraindiziert.

Bei AIDS-KS-Patienten ist eine schwere Mukositis selten. Wenn schwere Reaktionen auftreten, sollte

die Paclitaxel-Dosis um 25 % gesenkt werden.

Da Eurotaxel Ethanol (396 mg/ml) enthält, sollte auf eine mögliche Beeinflussung des zentralen

Nervensystems oder andere Effekte geachtet werden.

Eurotaxel enthält Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.), das schwerwiegende allergische Reaktionen

hervorrufen kann.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wenn Paclitaxel zur First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms gegeben wird, wird empfohlen,

Paclitaxel vor der Cisplatingabe zu verabreichen. Wenn Paclitaxel vor der Cisplatingabe verabreicht wird,

entspricht die Verträglichkeit der, die über Paclitaxel als Monotherapie berichtet wurde. Wenn Paclitaxel

nach der Cisplatingabe verabreicht wurde, zeigten die Patienten eine stärker ausgeprägte

Myelosuppression und eine Abnahme der Paclitaxel-Clearance um ca. 20 %. Bei Patienten, die mit

Paclitaxel und Cisplatin behandelten werden, kann das Risiko eines Nierenversagens im Vergleich zur

Monotherapie mit Cisplatin bei gynäkologischen Tumoren erhöht sein.

Da die Elimination von Doxorubicin und seinen aktiven Metaboliten bei einer zeitlich näheren Gabe von

Paclitaxel und Doxorubicin vermindert sein kann, sollte Paclitaxel zur First-line-Behandlung des

metastasierenden Mammakarzinoms 24 Stunden nach Doxorubicin verabreicht werden (siehe Abschnitt

5.2).

Der Metabolismus von Paclitaxel wird teilweise von den Cytochrom-P450-Isoenzymen CYP2C8 und

CYP3A4 katalysiert. Deshalb ist bei Fehlen einer PK-Studie zur Medikamentenwechselwirkung Vorsicht

geboten, wenn Paclitaxel gleichzeitig mit Medikamenten verabreicht wird, die bekanntermaßen entweder

CYP2C8 oder CYP3A4 inhibieren (z. B. Ketoconazol und andere Imidazol-Antipilzmittel, Erythromycin,

Seite 6 von 18

Fluoxetin, Gemfibrozil, Clopidogrel, Cimetidin, Ritonavir, Saquinavir, Indinavir und Nelfinavir), da die

Toxizität von Paclitaxel aufgrund der stärkeren Paclitaxel-Exposition erhöht sein kann. Die gleichzeitige

Verabreichung von Paclitaxel mit Medikamenten, die bekanntermaßen CYP2C8 oder CYP3A4

induzieren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Efavirenz und Nevirapin), wird nicht empfohlen,

da die Wirksamkeit wegen der schwächeren Paclitaxel-Exposition gestört sein kann.

Die Clearance von Paclitaxel wird durch eine Prämedikation mit Cimetidin nicht beeinflusst.

Studien mit AIDS-KS-Patienten, die Paclitaxel und zahlreiche Begleitmedikamente erhielten, lassen

annehmen, dass die systemische Clearance von Paclitaxel in Gegenwart von Nelfinavir und Ritonavir

signifikant verringert war, nicht aber in Gegenwart von Indinavir. Zu Wechselwirkungen mit anderen

Proteasehemmern liegen keine ausreichenden Informationen vor. Folglich ist bei der Verabreichung von

Paclitaxel an Patienten, die Proteasehemmer als Begleitmedikation erhalten, Vorsicht geboten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Paclitaxel bei schwangeren Frauen.

Paclitaxel verursacht vermutlich schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen, wenn es während der

Schwangerschaft angewendet wird. Paclitaxel zeigte sowohl embryotoxische als auch fetotoxische

Eigenschaften bei Kaninchen und reduzierte die Fertilität bei Ratten. Wie andere zytotoxische

Arzneimittel kann Paclitaxel zu Schäden des Fötus führen, wenn es bei schwangeren Frauen angewendet

wird. Daher darf Paclitaxel nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist

eindeutig erforderlich. Paclitaxel sollte auch nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame

Empfängnisverhütung praktizieren, angewendet werden, außer die Behandlung der Mutter mit Paclitaxel

ist unumgänglich.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Paclitaxel

eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Männliche Patienten, die mit Paclitaxel behandelt werden, sind angewiesen, während der Behandlung und

bis zu 6 Monate nach der Behandlung kein Kind zu zeugen.

Stillzeit

Paclitaxel ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es ist nicht bekannt, ob Paclitaxel

in die Muttermilch ausgeschieden wird. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Paclitaxel in die

Milch übertritt (siehe Abschnitt 5.3). Für die Dauer der Behandlung sollte das Stillen unterbrochen

werden.

Fertilität

Bei männlichen Ratten verursachte Paclitaxel Unfruchtbarkeit (siehe Abschnitt 5.3). Die Relevanz für den

Menschen ist nicht bekannt. Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlung über eine

Spermakonservierung beraten lassen, da durch die Therapie mit Paclitaxel die Möglichkeit einer

irreversiblen Unfruchtbarkeit besteht.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurde nicht gezeigt, dass Paclitaxel diese Fähigkeiten beeinträchtigt. Allerdings ist zu beachten, dass

Paclitaxel Alkohol enthält (siehe Abschnitte 4.4 und 6.1).

Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann aufgrund des Alkoholgehalts dieses

Arzneimittels das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Seite 7 von 18

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Angaben auf die Sicherheitsdaten von

812 Patienten mit soliden Tumoren, die in klinischen Studien mit Paclitaxel als Monotherapie behandelt

wurden. Da die KS Population sehr spezifisch ist, werden die auf einer klinischen Studie mit

107 Patienten basierenden Angaben in einem gesonderten Unterabschnitt am Ende dieses Abschnittes

dargestellt.

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen sind, wenn nicht anders angegeben, bei Patienten, die

Paclitaxel zur Behandlung von Ovarialkarzinom, Mammakarzinom oder NSCLC erhalten, im

Allgemeinen ähnlich. Keine der beobachteten Nebenwirkungen war eindeutig vom Alter der Patienten

abhängig.

Eine schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion mit potenziell letalem Ausgang (definiert als

behandlungsbedürftige Hypotonie, Angioödem, Atemnot, die eine bronchodilatierende Behandlung

erforderlich macht oder generalisierte Urtikaria) trat bei zwei (< 1%) Patienten auf. Bei 34 % der

Patienten (17 % aller Therapiezyklen) traten leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese leichten

Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Flush und Hautausschlag, waren nicht

behandlungsbedürftig und erforderten kein Absetzen von Paclitaxel.

Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Knochenmarksuppression. Schwere Neutropenie

(< 500 Zellen/mm

) ohne fiebrige Episoden trat bei 28 % der Patienten auf. Nur 1 % der Patienten hatten

für ≥ 7 Tage eine schwere Neutropenie.

Eine Thrombozytopenie wurde bei 11 % der Patienten berichtet. Drei Prozent der Patienten hatten

mindestens einmal während der Studie einen Thrombozytennadir < 50.000/ mm

. Anämie wurde bei

64 % der Patienten beobachtet, war aber nur bei 6 % schwer (Hb < 5 mmol/l). Die Inzidenz und die

Schwere der Anämie sind abhängig vom Hämoglobin-Ausgangswert.

Neurotoxizität, hauptsächlich periphere Neuropathie, schien häufiger und in schwererer Form

aufzutreten, wenn 175 mg/m

in 3 Stunden (85 % Neurotoxizität, 15 % schwer) an Stelle von 135 mg/m

in 24 Stunden (25 % periphere Neuropathie, 3 % schwer) jeweils in Kombination mit Cisplatin

angewendet wurden. Bei NSCLC- Patienten und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel

über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin erhielten, war die Inzidenz von schwerer Neurotoxizität

offensichtlich höher. Periphere Neuropathie kann schon während des ersten Behandlungszyklus auftreten

und sich mit der Häufigkeit der Paclitaxel-Anwendung verstärken. Periphere Neuropathie war bei einigen

Patienten die Ursache für ein Absetzen von Paclitaxel. Empfindungsstörungen besserten sich bzw.

verschwanden im Allgemeinen innerhalb einiger Monate nach Absetzen von Paclitaxel. Eine bereits

vorbestehende Neuropathie, als Folge früherer Therapien, stellt keine Kontraindikation für Paclitaxel dar.

Arthralgie oder Myalgie traten bei 60 % der Patienten auf und waren bei 13 % der Patienten schwer.

Reaktionen an der Injektionsstelle während der intravenösen Anwendung können zu lokalisiertem

Ödem, Schmerz, Erythem und Verhärtung führen. Gelegentlich kann Extravasation zu einer Cellulitis

führen. Eine Hautabschuppung und/oder Hautablösung wurde berichtet, manchmal im Zusammenhang

mit einer Extravasation. Es kann auch zu einer Depigmentierung der Haut kommen. Ein Wiederauftreten

von Hautreaktionen an der Stelle einer vorhergegangenen Extravasation, wenn Paclitaxel an einer anderen

Stelle injiziert wird (ein so genannter „Recall“), wurde selten berichtet. Eine spezifische Behandlung

solcher Reaktionen, die durch Extravasation auftreten, ist zurzeit nicht bekannt.

In einigen Fällen setzte eine Reaktion an der Injektionsstelle entweder während einer länger dauernden

Infusion ein oder war um eine Woche bis zehn Tage verzögert.

Disseminierte intravasale Gerinnung (DIG), oft in Assoziation mit Sepsis oder Multiorganversagen,

wurde berichtet.

Alopezie wurde bei 87 % der Patienten beobachtet und trat rasch ein. Für die Mehrheit der Patienten, bei

denen Alopezie auftritt, ist ein ausgeprägter Haarausfall von ≥ 50 % zu erwarten.

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In der folgenden Übersicht sind Nebenwirkungen gelistet, die im Zusammenhang mit einer Paclitaxel-

Monotherapie - angewendet als Infusion über 3 Stunden, in metastasiertem Stadium (812 Patienten in

klinischen Studien) - beobachtet wurden oder die seit Markteinführung* berichtet wurden.

Die im Folgenden aufgeführte Häufigkeit der Nebenwirkungen ist unter Berücksichtigung der folgenden

Kriterien definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000,

< 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Infektionen und

Infestationen

Sehr häufig: Infektionen (hauptsächlich der Harnwege und der oberen

Atemwege), mit Mitteilungen über letale Fälle

Gelegentlich: septischer Schock

Selten*: Sepsis, Peritonitis, Pneumonie

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig: Myelosuppression, Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie,

Leukopenie, Blutungen

Selten*: febrile Neutropenie

Sehr selten*: akute myeloische Leukämie, myelodysplastisches Syndrom

Nicht bekannt: disseminierte intravasale Koagulation

Erkrankungen des

Immunsystems

Sehr häufig: leichte Überempfindlichkeitsreaktionen (zumeist Flush und

Hautausschlag)

Gelegentlich: erhebliche und behandlungsbedürftige

Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Hypotonie, Angioödem, Atemnot,

generalisierte Urtikaria, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Brustschmerzen,

Tachykardie, Unterleibsschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten,

Diaphorese und Hypertonie)

Selten*: anaphylaktische Reaktionen

Sehr selten*: anaphylaktischer Schock

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten*: Anorexie

Nicht bekannt*: Tumor Lyse Syndrom

Psychiatrische

Erkrankungen

Sehr selten*: Verwirrtheitszustände

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig: Neurotoxizität (hauptsächlich: periphere Neuropathie)

Selten*: motorische Neuropathie (mit resultierender geringfügiger distaler

Schwäche)

Sehr selten*: Grand-mal-Anfälle, autonome Neuropathie (in paralytischen

Ileus und orthostatischer Hypotonie resultierend), Enzephalopathie,

Konvulsionen, Schwindel, Ataxie, Kopfschmerz

Augenerkrankungen

Sehr selten*: Störungen am Sehnerv und/ oder Sehstörungen

(Flimmerskotom), vor allem bei Patienten, die höhere als die empfohlenen

Dosierungen erhielten

Nicht bekannt*:

Makulaödem, Photopsie, Glaskörpertrübung

Erkrankungen des Ohrs

und des Labyrinths

Sehr selten*: Verlust des Hörvermögens, Ototoxizität, Tinnitus, Vertigo

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie

Gelegentlich: Myokardinfarkt, AV-Block und Synkope, Kardiomyopathie,

asymptomatische ventrikuläre Tachykardie, Tachykardie mit Bigeminie

Selten: Herzversagen

Sehr selten*: Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie

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Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Hypotonie

Gelegentlich: Thrombose, Hypertonie, Thrombophlebitis

Sehr selten*: Schock

Nicht bekannt*: Phlebitis

Respirationstrakt, Brust-

und Bauchraum:

Selten*: Ateminsuffizienz, Lungenembolie, Lungenfibrose, interstitielle

Pneumonie, Dyspnoe, Pleuraerguss

Sehr selten*: Husten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts:

Sehr häufig: Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Mukositis

Selten*:Obstruktion im Dickdarmbereich, Dickdarm-Perforation,

ischämische Kolitis, Pankreatitis

Sehr selten*: mesenteriale Thrombose, pseudomembranöse Kolitis,

neutropene Kolitis, Aszites, Ösophagitis, Obstipation

Störungen der Leber und

Gallenblase:

Sehr selten*: hepatische Nekrose, hepatische Enzephalopathie (beide mit

Fällen mit letalem Ausgang)

Erkrankungen von Haut

und Unterhautgewebe

Sehr häufig: Haarausfall

Häufig: vorübergehende und leichte Veränderungen an Nägeln und Haut

Selten*: Pruritus, Hautausschlag, Erythem

Sehr selten*: Stevens-Johnson-Syndrom, epidermale Nekrolyse, Erythema

multiforme, exfoliative Dermatitis, Urtikaria, Onycholyse (unter der

Behandlung sollten Patienten Hände und Füße vor Sonnenlicht schützen)

Nicht bekannt*: Sklerodermie

Muskel-/Skelettsystem

und Bindegewebe:

Sehr häufig: Arthralgie, Myalgie

Nicht bekannt*: systemischer Lupus erythematodes

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (einschließlich lokalisiertem

Ödem, Schmerzen, Erythem, Induration, gelegentlich kann Extravasation zu

einer Cellulitis, Hautfibrose und -nekrose führen)

Selten*: Pyrexie, Dehydratation, Asthenie, Ödem, Unwohlsein

Laboruntersuchungen

Häufig: starke Erhöhung der AST (SGOT), starke Erhöhung der alkalischen

Phosphatase

Gelegentlich: starke Erhöhung des Bilirubins

Selten*: Anstieg des Kreatinin-Spiegels im Blut

Mammakarzinom-Patientinnen, die Paclitaxel zur adjuvanten Chemotherapie im Anschluss an eine AC-

Therapie erhielten, zeigten häufiger neurosensorische Toxizität, Überempfindlichkeitsreaktionen,

Arthralgie/Myalgie, Anämie, Infektionen, Fieber, Übelkeit/Erbrechen und Durchfall als Patientinnen, die

nur eine AC-Therapie erhielten. Die Häufigkeit dieser Ereignisse war jedoch in Übereinstimmung mit der

oben berichteten Anwendung von Paclitaxel als Monotherapie.

Kombinationsbehandlung

Die folgenden Angaben beziehen sich

auf zwei große klinische Studien zur first-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms (Paclitaxel +

Cisplatin: mehr als 1050 Patientinnen),

auf zwei Phase III-Studien zur first-line Therapie des metastasierten Mammakarzinoms: in der

einen wurde die Kombination mit Doxorubicin (Paclitaxel + Doxorubicin: 267 Patienten), in der

anderen die Kombination mit Trastuzumab (eine geplante Subgruppenanalyse Paclitaxel +

Trastuzumab: 188 Patientinnen) untersucht und

auf zwei Phase III-Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC (Paclitaxel + Cisplatin:

mehr als 360 Patienten) (siehe Abschnitt 5.1).

In der first-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die mit Paclitaxel als

Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden, Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie und

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Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die mit

Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei Anwendung von

Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger schwerwiegend zu sein als

bei Anwendung von Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

In der first-line Chemotherapie des metastasierten Mammakarzinoms traten Neutropenie, Anämie,

periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie, Asthenie, Fieber und Diarrhöe nach Paclitaxel-Therapie

(220 mg/m

als 3-stündige Infusion 24 Stunden nach Doxorubicin 50 mg/m

) häufiger und

schwerwiegender auf als nach Standard FAC-Therapie (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

Cyclophosphamid 500 mg/m

). Übelkeit und Erbrechen schienen mit dem Paclitaxel (220 mg/m

Doxorubicin (50 mg/m

)-Dosierungsschema weniger häufig und mit geringerem Schweregrad als mit

dem Standard FAC-Schema aufzutreten. Der Einsatz von Kortikosteroiden kann zur geringeren

Häufigkeit und Schwere von Übelkeit und Erbrechen in der Paclitaxel/Doxorubicin-Gruppe beigetragen

haben.

Wenn Paclitaxel als 3-stündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur first-line Therapie des

metastasierten Mammakarzinoms angewendet wurde, wurden die folgenden Ereignisse häufiger berichtet

als unter Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem Zusammenhang mit Paclitaxel oder

Trastuzumab): Herzinsuffizienz (8 % vs. 1 %), Infektion (46 % vs. 27 %), Schüttelfrost (42% vs. 4%),

Fieber (47 % vs. 23 %), Husten (42 % vs. 22 %), Hautausschlag (39 % vs. 18 %), Arthralgie (37 % vs.

21 %), Tachykardie (12 % vs. 4 %), Diarrhöe (45 % vs. 30 %), Hypertonie (11 % vs. 3 %), Nasenbluten

(18 % vs. 4 %), Akne (11 % vs. 3 %), Herpes simplex (12 % vs. 3 %), unbeabsichtigte Verletzungen

(13 % vs. 3 %), Schlaflosigkeit (25 % vs. 13 %), Rhinitis (22 % vs. 5 %), Sinusitis (21 % vs. 7 %) und

Reaktionen an der Injektionsstelle (7 % vs. 1 %).

Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und längere Dauer von Therapiezyklen mit

der Paclitaxel/ Trastuzumab-Kombination gegenüber der Paclitaxel-Monotherapie zurückzuführen sein.

Schwere Nebenwirkungen wurden für Paclitaxel/Trastuzumab und Paclitaxel-Monotherapie ähnlich

häufig berichtet.

Bei Anwendung von Doxorubicin in Kombination mit Paclitaxel bei metastasiertem Mammakarzinom

wurde eine Anomalie der Herzkontraktion (≥ 20 % Verringerung der links-ventrikulären Ejektions-

Fraktion) bei 15 % der Patienten gegenüber 10 % beim Standard FAC-Dosierungsschema beobachtet.

Herzinsuffizienz wurde bei <1 % sowohl im Paclitaxel/Doxorubicin- als auch im Standard FAC-Arm

beobachtet. Wenn Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die zuvor mit

Anthracyclinen behandelt wurden, angewandt wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer

Herzfunktionsstörung im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie (NYHA-Klasse I/II 10 % vs. 0 %;

NYHA-Klasse III/IV 2 % vs. 1 %) und wurde selten mit Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe

Fachinformation für Trastuzumab). Außer in diesen seltenen Fällen sprachen alle Patienten auf eine

geeignete medizinische Behandlung an.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde über Strahlen-Pneumonitis

berichtet.

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom

Mit Ausnahme von hämatologischen und hepatischen Nebenwirkungen (siehe unten) waren die

Häufigkeit und der Schweregrad der Nebenwirkungen im Allgemeinen bei KS-Patienten und Patienten,

die eine Paclitaxel-Monotherapie gegen andere solide Tumore erhielten, ähnlich (basierend auf einer

klinischen Studie mit 107 Patienten).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Knochenmarksuppression war die häufigste

dosislimitierende Toxizität. Neutropenie ist die wichtigste hämatologische Toxizität. Während des ersten

Behandlungszyklus kam es bei 20 % der Patienten zu einer schweren Neutropenie (< 500 Zellen/mm

Über den gesamten Behandlungszeitraum wurde bei 39 % der Patienten eine schwere Neutropenie

beobachtet. Bei 41% der Patienten dauerte die Neutropenie > 7 Tage und bei 8 % der Patienten zwischen

30 – 35 Tagen an. Bei allen nachbeobachteten Patienten klang die Neutropenie innerhalb von 35 Tagen

ab. Die Inzidenz einer mindestens 7 Tage dauernden Grad 4-Neutropenie betrug 22 %.

Seite 11 von 18

Neutropenisches Fieber in Zusammenhang mit Paclitaxel trat bei 14 % der Patienten und 1,3 % der

Behandlungszyklen auf. Während der Paclitaxel-Anwendung kam es in Zusammenhang mit dem

Arzneimittel zu 3 septischen Zwischenfällen (2,8 %) mit tödlichem Ausgang.

Thrombozytopenie wurde bei 50 % der Patienten beobachtet, bei 9% in schwerer Form (< 50.000

Zellen/mm

). Nur bei 14 % der Patienten kam es im Verlauf der Behandlung mindestens einmal zu einem

Abfall der Blutplättchenzahl unter 75.000 Zellen/mm

. Von Blutungen im Zusammenhang mit Paclitaxel

wurde bei < 3% der Patienten berichtet, hämorrhagische Zwischenfälle traten jedoch lokalisiert auf.

Anämie (Hb < 11 g/dl) wurde bei 61 % der Patienten beobachtet, bei 10 % in schwerer Form

(Hb < 8 g/dl). Bei 21 % der Patienten war eine Erythrozyten-Transfusion erforderlich.

Leber- und Gallenerkrankungen: Unter den Patienten (> 50 % der Patienten erhielten

Proteaseinhibitoren) mit normalen Ausgangswerten der Leberfunktion wurden bei 28 % eine Erhöhung

der Bilirubinwerte, bei 43 % eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase und bei 44 % eine Erhöhung der

AST (SGOT)-Werte beobachtet. Bei jedem dieser Parameter waren die Werte in 1 % der Fälle stark

erhöht.

Macrogolglycerolricinoleat kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gibt kein bekanntes Antidot gegen eine Paclitaxel-Überdosierung. Im Fall einer Überdosierung sollte

der Patient engmaschig überwacht werden. Die Behandlung soll sich gegen die primär erwarteten

Toxizitäten richten. Die primär erwarteten Komplikationen bei einer Überdosierung sind

Knochenmarksuppression, periphere Neurotoxizität und Mukositis.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Überdosierung mit einer akuten Ethanol-Vergiftung

einhergehen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel (Pflanzenalkaloide und andere natürliche

Mittel), Taxane,

ATC-Code: L01CD01

Paclitaxel ist ein antimikrotubulärer Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus den

Tubulindimeren fördert und diese durch Hemmung der Depolymerisation stabilisiert. Die Stabilisierung

führt zu einer Hemmung der normalen dynamischen Reorganisation des mikrotubulären Netzwerkes, das

für die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionen wesentlich ist. Zudem induziert Paclitaxel die

Bildung von abnormalen Mikrotubulianordnungen oder Mikrotubulibündeln während des Zellzyklus und

erzeugt multiple Aster in der Mitose.

Ovarialkarzinom

Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit von Paclitaxel zur First-line Behandlung des

Ovarialkarzinoms wurden in zwei großen, randomisierten , kontrollierten Studien (verglichen mit

Cyclophosphamid 750 mg/m

/ Cisplatin 75 mg/m

) evaluiert. In der Intergroup-Studie (BMS CA139-

Seite 12 von 18

209) erhielten über 650 Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom des Stadiums II

, III oder IV

entweder ein Maximum von 9 Behandlungszyklen mit Paclitaxel (175 mg/m

über 3 Stunden) gefolgt von

Cisplatin (75 mg/m

) oder die Vergleichsmedikation. Die zweite große Studie (GOG-111/BMS CA139-

022) evaluierte ein Maximum von 6 Behandlungszyklen entweder mit Paclitaxel (135 mg/m

über 24

Stunden) gefolgt von Cisplatin (75 mg/m

) oder mit einer Vergleichsmedikation bei über 400

Patientinnen mit primärem Ovarialkarzinom des Stadiums III/IV und einem Resttumor >1 cm nach

vorausgegangener Laparotomie oder mit Fernmetastasen. Obgleich die zwei verschiedenen Paclitaxel-

Dosierungen nicht direkt miteinander verglichen wurden, hatten in beiden Studien Patientinnen, die mit

Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin behandelt wurden, eine signifikant höhere Ansprechrate, längere

Zeit bis zur Progression und eine längere Überlebenszeit im Vergleich zur Standardtherapie. Bei

Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, denen eine 3-stündige Infusion von Paclitaxel

/Cisplatin verabreicht wurde, wurde im Vergleich zu Patientinnen, die Cyclophosphamid/Cisplatin

erhielten, eine erhöhte Inzidenz von Neurotoxizität , Arthralgie/Myalgie, aber eine verringerte Inzidenz

von Myelosuppression beobachtet.

Mammakarzinom

Zur adjuvanten Behandlung des Mammakarzinoms wurden 3121 Patientinnen mit Lymphknoten-

positivem Mammakarzinom nach vier Behandlungszyklen mit Doxorubicin und Cyclophosphamid

zusätzlich mit Paclitaxel behandelt oder erhielten keine Chemotherapie (CALGB 9344, BMS CA139-

223). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 69 Monate. Insgesamt zeigte sich bei den Patientinnen

unter Behandlung mit Paclitaxel im Vergleich zu Patientinnen, die nur AC erhielten, eine signifikante

Reduktion des Rezidivrisikos um 18 % (p = 0,0014) und eine signifikante Reduktion des Todesrisikos um

19 % (p = 0,0044). Retrospektive Analysen zeigen einen Nutzen in allen Untergruppen. Bei Patientinnen

mit hormonrezeptornegativen/unbekannten Tumoren betrug die Reduktion des Rezidivrisikos 28 % (95 %

KI: 0,59 – 0,86). In der Untergruppe der Patientinnen mit hormonrezeptorpositiven Tumoren betrug die

Reduktion des Rezidivrisikos 9 % (95 % KI: 0,78 – 1,07).

Der Effekt einer verlängerten AC-Therapie über 4 Behandlungszyklen hinaus wurde in der Studie jedoch

nicht untersucht. Gestützt auf diese Studie allein kann nicht ausgeschlossen werden, dass die

beobachteten Effekte zum Teil auf Unterschiede hinsichtlich der Behandlungsdauer zwischen den beiden

Behandlungsarmen (AC: 4 Zyklen; AC + Paclitaxel 8 Zyklen) zurückzuführen sind. Die adjuvante

Behandlung mit Paclitaxel sollte deshalb als Alternative zur verlängerten AC-Therapie betrachtet werden.

In einer zweiten groß angelegten klinischen Studie zur adjuvanten Behandlung des Lymphknoten-

positiven Mammakarzinoms mit einem ähnlichen Design wurden 3060 Patientinnen randomisiert und

erhielten 4 Behandlungszyklen Paclitaxel-unter der höheren Dosis von 225 mg/m

nach 4

Behandlungszyklen mit AC oder kein Paclitaxel (NSABP B-28, BMS CA139-270). Nach einer

medianen Nachbeobachtungszeit von 64 Monaten zeigte sich bei den Patientinnen, die Paclitaxel erhalten

hatten, im Vergleich zu den Patientinnen, die nur AC erhalten hatten, eine signifikante Reduktion des

Rezidivrisikos um 17 % (p = 0,006); die Behandlung mit Paclitaxel war mit einer Reduktion des

Todesrisikos von 7 % verbunden (95 % KI: 0,78-1,12).

Alle Analysen der Untergruppen fielen zugunsten

von Paclitaxel aus. In dieser Studie kam es bei den Patientinnen mit hormonrezeptorpositiven Tumoren zu

einer Reduktion des Rezidivrisikos von 23 % (95 % KI: 0,6- 0,92); in der Untergruppe der Patientinnen

mit hormonrezeptornegativen Tumoren betrug die Reduktion des Rezidivrisikos 10 % (95 % KI: 0,7 –

1,11).

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel in der First-line Behandlung des metastasierenden

Mammakarzinoms wurde in zwei randomisierten, kontrollierten, offenen Pivotalstudien der Phase III

evaluiert.

In der ersten Studie (BMS CA139-278) wurde die Kombination aus Doxorubicin-Bolus (50 mg/m

gefolgt von Paclitaxel nach 24 Stunden (220 mg/m

als 3-stündige Infusion) (AT-Schema) mit dem FAC-

Standardregime (5-FU 500 mg/m

, Doxorubicin 50 mg/m

, Cyclophosphamid 500 mg/ m

) verglichen.

Beide Behandlungen erfolgten über 8 Zyklen im Abstand von jeweils 3 Wochen. In diese randomisierte

Studie aufgenommen wurden 267 Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom, die entweder

zuvor keine Chemotherapie oder nur eine nicht- anthrazyklinhaltige Chemotherapie im Rahmen einer

adjuvanten Behandlung erhalten hatten. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied bezogen

auf die Zeit bis zur Progression bei Patientinnen unter AT-Behandlung im Vergleich zu denen, die FAC

Seite 13 von 18

erhielten (8,2 vs. 6,2 Monate; p = 0,029). Die mediane Überlebenszeit war unter Paclitaxel/Doxorubicin

günstiger als unter FAC (23 vs. 18,3 Monate; p = 0,004). In den AT- und FAC-Behandlungsarmen

erhielten 44 % bzw.48 % der Patientinnen anschließend eine Chemotherapie, darunter bei 7 % bzw. 50 %

der Patientinnen auch Taxane. Auch die Gesamtansprechrate war im AT-Behandlungsarm signifikant

höher als im FAC-Behandlungsarm (68 % vs. 55 %). Ein vollständiges Ansprechen wurde bei 19 % der

Patientinnen unter Behandlung mit Paclitaxel/Doxorubicin und bei 8 % der Patientinnen unter FAC-

Therapie beobachtet. Alle Ergebnisse zur Wirksamkeit wurden anschließend in einer verblindeten,

unabhängigen Prüfung bestätigt.

In der zweiten Pivotalstudie wurde die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Kombination aus

Paclitaxel und Herceptin

in einer geplanten Subgruppenanalyse (Patientinnen mit metastasierendem

Mammakarzinom, die mit Anthrazyklinen adjuvant vorbehandelt waren)

der HO648g-Studie evaluiert.

Die Wirksamkeit von Herceptin

in Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die zuvor keine

adjuvante Behandlung mit Anthrazyklinen erhalten hatten, wurde nicht nachgewiesen. Die Kombination

von Trastuzumab (4 mg/kg Ladedosis und anschließend 2 mg/kg wöchentlich) und Paclitaxel (175

mg/m

) als 3-stündige Infusion alle 3 Wochen wurde mit der Monotherapie mit Paclitaxel (175 mg/m

als 3-stündige Infusion alle 3 Wochen bei 188 Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom und

HER2-Überexpression (2+ oder 3+ mittels immunhistochemischer Untersuchung)verglichen,

die zuvor

Anthrazykline erhalten hatten. Paclitaxel wurde alle 3 Wochen über mindestens 6 Zyklen verabreicht,

während Trastuzumab wöchentlich bis zur Progression der Erkrankung gegeben wurde. Die Studie zeigte

einen signifikanten Vorteil der Kombination aus Paclitaxel/Trastuzumab bezogen auf die Zeit bis zur

Progression (6,9 vs. 3 Monate), Ansprechrate (41 % vs. 17 %) und Dauer des Ansprechens (10,5 vs. 4,5

Monate) gegenüber der Monotherapie mit Paclitaxel. Die schwerste Nebenwirkung, die unter der

Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination beobachtet wurde, waren Störungen der Herzfunktion (siehe

Abschnitt 4.8).

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC wurde Paclitaxel 175 mg/m

gefolgt von Cisplatin 80

mg/m

in 2 Phase III-Studien untersucht (367 Patienten erhielten Behandlungsregime mit Paclitaxel).

Beide Studien waren randomisiert. In der einen Studie wurde die Behandlung mit Cisplatin 100 mg/m

, in

der anderen mit Teniposid 100 mg/m

gefolgt von Cisplatin 80 mg/m

als Vergleichsmedikation

verglichen (367 Patienten erhielten die Vergleichsmedikation). Die Ergebnisse der beiden Studien waren

ähnlich. Bezüglich der Mortalität bestand kein signifikanter Unterschied zwischen dem

Behandlungsregime mit Paclitaxel und der Vergleichsmedikation (mediane Überlebenszeiten 8,1 und

9,5 Monate bzw. 8,6 und 9,9 Monate). Auch hinsichtlich der progressionsfreien Überlebenszeit zeigte

sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungen. Es zeigte sich ein bedeutender Vorteil

hinsichtlich der klinischen Ansprechrate. Die Ergebnisse bezüglich der Lebensqualität weisen auf einen

Nutzen der Behandlungsregime mit Paclitaxel bezogen auf Appetitlosigkeit hin und geben eindeutige

Hinweise auf die Inferiorität der Behandlungsregime mit Paclitaxel hinsichtlich peripherer Neuropathien

(p < 0,008).

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom

Bei der Behandlung des AIDS-assoziierten Kaposi-Sarkoms wurden die Wirksamkeit und die

Unbedenklichkeit von Paclitaxel in einer nicht-vergleichenden Studie mit Patienten mit fortgeschrittenem

KS untersucht, die zuvor eine systemische Chemotherapie erhalten hatten. Der primäre Endpunkt war ein

optimales Ansprechen des Tumors auf die Behandlung. Bei 63 der 107 Patienten wurde eine Resistenz

gegenüber liposomalen Anthrazyklinen festgestellt. Diese Untergruppe galt als die Kerngruppe bezüglich

der Wirksamkeit der Therapie. Insgesamt lag die Erfolgsrate (vollständiges/partielles Ansprechen) bei

den Patienten mit Resistenzen gegenüber liposomalen Anthrazyklinen(vollständiges oder teilweises

Ansprechen) nach 15 Behandlungszyklen bei 57 % (KI 44 –70 %). In mehr als der Hälfte der Fälle

wurde ein Erfolg nach den ersten drei Behandlungszyklen beobachtet. Bei den Patienten mit Resistenzen

gegenüber liposomalen Anthrazyklinen wurde bei denen, die nie einen Proteasehemmer erhalten hatten

(55,6 %) und denen, die mindestens 2 Monate vor der Behandlung mit Paclitaxel einen Proteasehemmer

erhalten hatten (60,9 %), ein vergleichbares Ansprechen auf die Behandlung beobachtet. Die mediane

Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit betrug in der Kerngruppe 468 Tage (95 %, KI 257-NE). Die

mittlere Überlebenszeit konnte nicht berechnet werden, jedoch lag die untere 95 %-Grenze in der

Kerngruppe bei 617 Tagen.

Seite 14 von 18

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung nimmt die Plasmakonzentration von Paclitaxel nach einem zweiphasigen

Schema ab.

Die Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde nach 3- und 24-stündigen Infusionen von 135 mg/ m

175 mg/m

bestimmt. Die terminale Eliminationshalbwertszeit betrug im Mittel 3 bis 52,7 Stunden. und

die mittleren, nicht kompartimentbezogenen Werte für die Gesamtkörper-Clearance lagen zwischen 11,6

und 24 l/h/m

die Gesamtkörper-Clearance schien mit höheren Plasmakonzentrationen von Paclitaxel

abzunehmen. Das Steady-State-Verteilungsvolumen betrug im Mittel 198 bis 688 l/m

und weist auf eine

umfangreiche extravaskuläre Verteilung und/oder Gewebebindung hin. Bei 3- stündigen Infusionen

führen höhere Dosen zu einer nicht-linearen Kinetik. Bei einer Erhöhung der Dosis um 30 % von

135 mg/m

auf 175 mg/m

stiegen die Werte für die C

und AUC

0-∞

um 75% bzw. 81%.

Nach intravenöser Gabe von 100 mg/m

als 3-stündige Infusion an 19 AIDS-KS-Patienten betrug die

mittlere C

1.530 ng/ml (Range: 761 - 2.860 ng/ ml) und die mittlere AUC 5.619 ng × h/ml (Range:

2.609 - 9.428 ng × h/ml). Die Clearance lag bei 20,6 l/h/m

(Range: 11 bis 38 l/h/m

) und das

Verteilungsvolumen bei 291 l/m

(Range: 121 bis 638 l/m

). Die terminale Eliminationshalbwertszeit lag

im Mittel bei 23,7 Stunden (Range: 12 bis 33 Stunden).

Die intraindividuelle Variabilität der systemischen Verfügbarkeit von Paclitaxel war minimal. Es gab

keinen Hinweis auf eine Akkumulation von Paclitaxel nach wiederholten Behandlungszyklen.

In-Vitro-Studien zur Proteinbindung beim Menschen zeigen, dass 89 – 98 % der Substanz an Proteine

bindet. Cimetidin, Ranitidin, Dexamethason und Diphenhydramin haben keinen Einfluss auf die

Proteinbindung von Paclitaxel.

Die Elimination von Paclitaxel beim Menschen ist nicht vollständig geklärt. Die mittleren Werte für die

kumulierte renale Elimination der unveränderten Substanz liegen bei 1,3 bis 12,6 % der Dosis

und weisen

auf eine umfangreiche, nicht renale Elimination hin. Hepatische Metabolisierung und biliäre Exkretion

könnten der Haupteliminationsweg sein. Paclitaxel scheint primär über Cytochrom-P450-Isoenzyme

metabolisiert zu werden. Nach Gabe von radioaktiv markiertem Paclitaxel wurden durchschnittlich 26 %,

2 % bzw. 6 % der Radioaktivität mit dem Stuhl in Form von 6α-Hydroxypaclitaxel, 3

-para-

Hydroxypaclitaxel und 6α-3

-para-Dihydroxypaclitaxel ausgeschieden. Die Bildung dieser hydroxylierten

Metabolite wird über CYP2C8, CYP3A4 bzw. CYP2C8 und CYP3A4 katalysiert. Der Einfluss einer

Nieren- oder Leberfunktionsstörung auf die Elimination von Paclitaxel nach 3-stündiger Infusion wurde

nicht formell untersucht. Die pharmakokinetischen Parameter, die bei einem Hämodialysepatienten

erhoben wurden, dem eine 3-stündige Paclitaxel-Infusion mit 135 mg/m

gegeben wurde, waren

innerhalb

der Spannbreite derer, die bei Nichtdialysepatienten beobachtet wurden.

In klinischen Studien, in denen Paclitaxel in Kombination mit Doxorubicin gegeben wurde, waren

Verteilung und Elimination von Doxorubicin und seinen Metaboliten verlängert. Die

Gesamtverfügbarkeit im Plasma von Doxorubicin war um 30 % höher, wenn Paclitaxel unmittelbar nach

Doxorubicin verabreicht wurde als nach einem Abstand von 24 Stunden zwischen den Behandlungen.

Für die Kombination von Paclitaxel mit anderen Behandlungen entnehmen Sie bitte entsprechende

Hinweise zur Anwendung von Cisplatin, Doxorubicin und Trastuzumab den Fachinformationen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zum kanzerogenen Potential von Paclitaxel liegen nicht vor. Ausgehend von der

veröffentlichten Literatur ist Paclitaxel jedoch aufgrund seines pharmakodynamischen

Wirkmechanismus eine potentiell kanzerogene und gentoxische Substanz. Paclitaxel erwies sich

sowohl in In-Vitro- als auch in In-Vivo-Säugetier-Testsystemen als mutagen.

Seite 15 von 18

Paclitaxel erwies sich bei Kaninchen auch als embryotoxisch und fetotoxisch und minderte bei Ratten

die Fertilität.

Bei niedrigen Dosierungen wurde eine nachteilige Wirkung auf die männlichen Reproduktionsorgane

beobachtet, eine Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität ergab sich bei toxischen

Dosen. Bei Verabreichung toxischer Dosen an weibliche Ratten und Kaninchen verwiesen intrauterine

Mortalität, verstärkte intrauterine Absorption und vermehrtes Absterben der Feten auf Embryo- und

Fetotoxizität. Bei Dosierungen unter einer maternalen Toxizität wurden beim Kaninchen teratogene

Effekte festgestellt. Bei laktierenden Ratten trat Paclitaxel in begrenztem Umfang in die Muttermilch

über. Paclitaxel zeigte sich nicht als mutagen, führte jedoch in vitro und in vivo zu

Chromosomenaberrationen. Das kanzerogene Potential von Paclitaxel ist nicht untersucht worden. Nach

wiederholter Dosisapplikation manifestierten sich verzögerte neurotoxische Effekte bei

histopathologischen Untersuchungen ohne oder mit nur geringen Hinweisen auf Erholung.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Ethanol

Macrogolglycerolricinoleat (Ph. Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Polyoxyethyliertes Rizinusöl (Macrogolglycerolricinoleat) kann zu einer Herauslösung von DEHP [Di-(2-

ethylhexyl)phthalat] aus Behältnissen führen, die Polyvinylchlorid (Weich-PVC) enthalten. Dies

geschieht in Mengen, die mit der Zeit und mit der Konzentration ansteigen. Daher werden für die

Zubereitung, Aufbewahrung und Gabe von verdünntem Paclitaxel nur PVC-freie Behältnisse und

Verabreichungssets empfohlen.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln

gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Durchstechflasche vor dem Öffnen:

2 Jahre

Nach dem Öffnen und vor der Verdünnung:

Die chemische und physikalische Stabilität nach mehrfachem Durchstechen und mehrfacher

Produktentnahme wurde über einen Zeitraum von 28 Tagen bei 25°C nachgewiesen. Aus

mikrobiologischer Sicht kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen maximal 28 Tage bei 25°C

aufbewahrt werden. Für andere Aufbewahrungszeiten und -bedingungen ist der Anwender verantwortlich.

Nach der Verdünnung:

Unter Lichteinfluss dürfen gebrauchsfertige Paclitaxel-Lösungen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-

Lösung oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung maximal 12 h bei 25°C gelagert werden.

Unter Lichtausschluss wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösungen

bei 5°C und bei 25°C für einen Zeitraum von 7 Tagen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-Lösung

und für einen Zeitraum von 14 Tagen nach Verdünnung mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht ist das verdünnte Arzneimittel sofort anzuwenden. Wenn es nicht sofort

angewendet wird, obliegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen bis zur Verwendung der

Seite 16 von 18

Verantwortung des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 – 8°C nicht überschreiten, es sei denn, die

Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen vorgenommen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

Die Durchstechflasche in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Einfrieren beeinträchtigt die ungeöffneten Durchstechflaschen nicht.

Aufbewahrungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Typ I (Ph. Eur.)-Glas-Durchstechflaschen (mit einem Butylgummistopfen) mit 30 mg

(1 Durchstechflasche, 10 Durchstechflaschen), 100 mg (1 Durchstechflasche) oder 300 mg

(1 Durchstechflasche) Paclitaxel in jeweils 5 ml, 16,7 ml, oder 50 ml.

Die Durchstechflaschen sind einzeln in Faltschachteln verpackt

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Handhabung

Wie bei allen zytotoxischen Substanzen ist bei der Handhabung von Paclitaxel Vorsicht geboten. Die

Verdünnung sollte unter aseptischen Bedingungen

durch geschultes Personal in einem dafür

vorgesehenen Bereich erfolgen. Es sind entsprechende Schutzhandschuhe zu tragen und entsprechende

Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um einen Kontakt mit der Haut und den Schleimhäuten zu vermeiden.

Kommt es zu einem Kontakt mit der Haut , ist der betroffene Bereich mit Seife und Wasser zu waschen.

Nach topischer Exposition wurden Kribbeln, Brennen und Rötung beobachtet. Kommt es zu einem

Kontakt mit den Schleimhäuten, sollten diese sorgfältig mit Wasser gespült werden. Nach Inhalation

wurde über Atemnot, Schmerzen in der Brust, Gefühl von Brennen im Rachen und Übelkeit berichtet.

Bei Aufbewahrung der ungeöffneten Durchstechflaschen im Kühlschrank kann sich ein Niederschlag

bilden, der sich bei Erreichen der Raumtemperatur durch leichtes Bewegen oder von selbst wieder

auflöst. Die Qualität des Arzneimittels wird nicht beeinträchtigt. Bleibt die Lösung trüb oder löst sich der

Niederschlag nicht auf, ist die Durchstechflasche zu verwerfen.

Nach mehrfachen Nadeleinstichen und Produktentnahme behalten die Durchstechflaschen die

mikrobielle, chemische und physikalische Stabilität für bis zu 28 Tage bei 25 °C. Andere

Aufbewahrungszeiten und -bedingungen liegen in der Verantwortung des Anwenders.

Ein Chemo-Dispensing Pin oder ähnliche Instrumente mit Spitze sollten nicht verwendet werden, da sie

durch Eindrücken des Stopfens der Durchstechflasche einen Sterilitätsverlust verursachen können.

Zubereitung für die intravenöse Anwendung

Paclitaxel muss vor der Infusion unter aseptischen Bedingungen mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung

oder 5 %iger Glucose-Lösung oder 5 %iger Glucose-Lösung mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung oder

5 %iger Glucose-Lösung in Ringerlösung auf eine Endkonzentration von 0,3 – 1,2 mg Paclitaxel/ml

verdünnt werden.

Unter Lichteinfluss dürfen gebrauchsfertige Paclitaxel-Lösungen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-

Lösung oder 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung maximal 12 h bei 25°C gelagert werden.

Seite 17 von 18

Unter Lichtausschluss wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösungen

bei 5°C und bei 25°C für einen Zeitraum von 7 Tagen nach Verdünnung mit 5 %iger Glucose-Lösung

und für einen Zeitraum von 14 Tagen nach Verdünnung mit 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht ist das verdünnte Arzneimittel sofort anzuwenden. Wenn es nicht sofort

angewendet wird, obliegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen bis zur Verwendung der

Verantwortung des Anwenders und sollten 24 Stunden bei 2 – 8°C nicht überschreiten, es sei denn, die

Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen vorgenommen.

Die gebrauchsfertige Lösung ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Nach der Zubereitung kann die Lösung eine Trübung aufweisen, die auf die Trägerlösung zurückzuführen

ist und sich nicht durch Filtration entfernen lässt. Paclitaxel sollte über einen In-Line-Filter mit einer

mikroporösen Membran, deren Porengröße maximal 0,22 µm beträgt, verabreicht werden. Unter

Versuchsbedingungen mit Abgabe der Lösung über einen IV-Schlauch mit In-Line-Filter kam es nicht zu

einem bedeutenden Wirkverlust.

In seltenen Fällen wurde über Ausfällungen während der Infusion von Paclitaxel berichtet, in der Regel

gegen Ende einer 24-stündigen Infusion. Obwohl die Ursache für diese Ausfällungen nicht geklärt ist,

sind diese wahrscheinlich auf eine Übersättigung der verdünnten Infusionslösung zurückzuführen.

Paclitaxel sollte nach der Verdünnung so bald wie möglich verwendet werden, um das Risiko für die

Bildung von Ausfällungen zu reduzieren. Übermäßiges Bewegen, Vibrationen oder Schütteln sollten

vermieden werden. Die Infusionssets sollten vor der Verwendung gründlich gespült werden. Während der

Infusion sollte das Aussehen der Lösung regelmäßig kontrolliert und die Infusion beendet werden, wenn

es zu Ausfällungen kommt.

Um die Patienten in möglichst geringem Ausmaß dem Weichmacher DEHP auszusetzen, der sich aus

PVC-haltigen Infusionsbeuteln, Infusionssets oder anderen medizinischen Instrumenten herauslösen

kann, sollten verdünnte Paclitaxel-Lösungen in Flaschen, die nicht aus PVC sind (Glas, Polypropylen)

oder in Plastikbeuteln (Polypropylen, Polyolefin) aufbewahrt und über Infusionssets gegeben werden, die

mit Polyethylen ausgekleidet sind. Die Verwendung von Filtervorrichtungen (z. B. IVEX-2

) mit

integrierten, kurzen PVC-beschichteten Zu- und Abflussschläuchen führte zu keiner bedeutenden

Herauslösung von DEHP (siehe Abschnitt 6.2).

Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterialienmüssen gemäß den nationalen Richtlinien entsorgt

werden.

Anleitungen für Schutzmaßnahmen beim Ansetzen von Paclitaxel Infusionslösungen

Arbeiten sind an einer Sicherheitswerkbank für Zytostatika durchzuführen und es sind

Schutzhandschuhe ebenso wie ein Schutzkittel zu tragen. Falls keine Sicherheitswerkbank zur

Verfügung steht, sind Mundschutz und Schutzbrille anzulegen.

Dieses Arzneimittel darf von schwangeren oder gebärfähigen Frauen nicht gehandhabt werden.

Geöffnete Behältnisse wie Durchstechflaschen und Infusionsflaschen sowie verwendete Kanülen,

Spritzen, Katheter, Infusionsschläuche und Zytostatikareste sind als gefährliche Abfälle einzustufen

und müssen in Übereinstimmung mit den nationalen Richtlinien für die Handhabung von

SONDERABFALL entsorgt werden.

Bei einer unbeabsichtigten Freisetzung ist den unten stehenden Anleitungen zu folgen: Es muss

Schutzkleidung getragen werden. Glasscherben sind einzusammeln und in den Behälter für

SONDERABFALL zu geben. Verunreinigte Oberflächen sind sorgfältig und gründlich mit reichlich

kaltem Wasser abzuspülen. Die so gereinigten Flächen sollten daraufhin gründlich abgewischt werden

und die genutzten Wischmaterialien sind als SONDERABFALL zu entsorgen.

Seite 18 von 18

Falls Eurotaxel mit der Haut in Berührung kommt, muss der betroffene Bereich mit reichlich Wasser

abgespült und anschließend mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Bei einem

Schleimhautkontakt ist eine gründliche Reinigung mit Wasser erforderlich. Bei Beschwerden ist

ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Sollte Eurotaxel in die Augen gelangen, muss mit reichlich kaltem Wasser gespült und sofort ein

Augenarzt aufgesucht werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Lapharm GmbH - Pharmazeutische Produkte

Müller-zu-Bruck-Straße 12

83052 Bruckmühl

Deutschland

Tel.: 08062 / 728088-0

Fax: 08062 / 728088-9

E-Mail: info@lapharm.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

91796.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. November 2014

10.

STAND DER INFORMATION

09.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Zusammenfassung des öffentlichen

Bewertungsberichts

Eurotaxel 6 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Paclitaxel

Anmelder: Lapharm GmbH Pharmazeutische Produkte

Dieses Dokument enthält die Zusammenfassung des öffentlichen Bewertungsberichtes. Sie erklärt wie

das BfArM die zugrundeliegenden Studien bewertet hat und zu seiner Empfehlung für die Anwendung

des Arzneimittels gekommen ist.

Was ist Eurotaxel 6 mg/ml und wofür wird es eingesetzt?

Eurotaxel 6 mg/ml ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Paclitaxel, das als Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung in der Stärke 6. mg erhältlich ist.

Bei Eurotaxel 6 mg/ml handelt es sich um ein so genanntes generisches Arzneimittel. Das bedeutet,

dass Eurotaxel 6 mg/ml gleichwertig mit einem Arzneimittel ist, das in der Europäischen Union (EU)

bereits seit mindestens 10 Jahren zugelassen ist und dadurch als Bezugs- oder Referenzarzneimittel

dienen kann. Solche Arzneimittel werden auch als „Innovator“ bezeichnet.

Paclitaxel ist in folgenden Anwendungsgebieten zugelassen:

Ovarialkarzinom: Zur First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel indiziert für die

Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom oder einem Resttumor (> 1 cm)

nach vorausgegangener Laparotomie in Kombination mit Cisplatin.

Zur Second-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms ist Paclitaxel indiziert für die Behandlung des

metastasierten Ovarialkarzinoms nach Versagen einer Standardtherapie mit platinhaltigen

Arzneimitteln.

Mammakarzinom: Paclitaxel ist indiziert zur adjuvanten Therapie von Patientinnen mit nodal-

positivem Mammakarzinom im Anschluss an eine Anthrazyklin/Cyclophosphamid-Therapie (AC). Die

adjuvante Therapie mit Paclitaxel sollte als Alternative zu einer verlängerten AC-Therapie angesehen

werden.

Paclitaxel ist zur Erstbehandlung bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem

Mammakarzinom entweder in Kombination mit einen Anthrazyklin bei Patientinnen, für die eine

Anthrazyklin-Therapie angezeigt ist, oder in Kombination mit Trastuzumab wenn HER2 gemäß

immunhistochemischer Bestimmung als 3+ eingestuft und wenn eine anthrazyklinhaltige Therapie

nicht angezeigt ist (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Als Monotherapie ist Paclitaxel indiziert für die Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms bei

Patientinnen, bei denen eine Standardtherapie mit Anthrazyklinen erfolglos war oder für die eine

Therapie mit einem Anthracyclin nicht angezeigt ist.

Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom: Paclitaxel in Kombination mit Cisplatin ist

für die Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) bei Patienten, für die

potenziell kurative chirurgische Maßnahmen und/oder Strahlentherapie nicht angezeigt sind.

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom: Paclitaxel ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit AIDS

assoziiertem Kaposi-Sarkom (KS), bei denen eine vorausgegangene liposomale Anthrazyklin-Therapie

erfolglos blieb.

Die Daten zur Wirksamkeit in dieser Indikation sind begrenzt, eine Zusammenfassung der relevanten

Studien ist im Abschnitt 5.1 enthalten.

(Stand: 18.11.2014)

Eurotaxel 6 mg/ml ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel nach § 48(1),(2)2 AMG.

Wie ist Eurotaxel 6 mg/ml anzuwenden?

Bitte lesen Sie Abschnitt 3 der Packungsbeilage „Wie ist Eurotaxel 6 mg/ml

einzunehmen/anzuwenden?“

Wie wurde Eurotaxel 6 mg/ml zugelassen?

Eurotaxel 6 mg/ml ist ein generisches Arzneimittel, daher wurden lediglich Studien durchgeführt, die

belegen, dass es gleichwertig mit dem Innovator ist. Dies ist der Fall, wenn der Wirkstoff im gleichen

Umfang in den Körper aufgenommen wird, wie aus dem Referenzarzneimittel. In solchen Fällen ist es

wissenschaftlich nicht gerechtfertigt, Studien an Tieren und Menschen für Nachfolgearzneimittel zu

wiederholen, da bereits zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit des Referenzarzneimittels solche

Studien durchgeführt wurden.

Was sind die Nutzen und Risiken von Eurotaxel 6 mg/ml?

Da Eurotaxel 6 mg/ml ein generisches Arzneimittel ist, für das die Gleichwertigkeit mit dem

Referenzarzneimittel nachgewiesen wurde, wird davon ausgegangen, dass Nutzen und Risiken

ebenfalls identisch mit dem Referenzarzneimittel sind.

Warum wurde Eurotaxel 6 mg/ml zugelassen?

Das BfArM ist gemäß der Zulassungsanforderungen der EU auf der Grundlage der eingereichten

Unterlagen zu dem Schluss gekommen, dass Eurotaxel 6 mg/ml eine vergleichbare Qualität,

Wirksamkeit und Sicherheit hat wie das Referenzarzneimittel.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden, sind den

publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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