Euphylong i.v. 200 Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Theophyllin
Verfügbar ab:
Takeda GmbH
ATC-Code:
R03DA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Theophylline
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Theophyllin 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
21810.00.01

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Euphylong

®

i.v. 200, 200 mg, Injektionslösung

Theophyllin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die vermeintlich gleichen Beschwerden haben

wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Euphylong i.v. 200 und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Euphylong i.v. 200 beachten?

3. Wie ist Euphylong i.v. 200 anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Euphylong i.v. 200 aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Euphylong i.v. 200 und wofür wird es angewendet?

Euphylong i.v. 200 ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma (Bronchospasmolytikum).

Euphylong i.v. 200 wird angewendet zur Akutbehandlung von Atemnotzuständen aufgrund von Einengung

der Atemwege (Bronchokonstriktion) bei Asthma bronchiale und chronisch einengenden (obstruktiven)

Atemwegserkrankungen (z. B. chronische Bronchitis und Lungenemphysem).

Euphylong i.v. 200 sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern

angewendet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Euphylong i.v. 200 beachten?

Euphylong i.v. 200 darf nicht angewendet werden

Wenn Sie allergisch gegen Theophyllin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

Wenn Sie einen frischen Herzinfarkt haben.

Wenn Sie an akuten Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge (tachykarde Arrhythmien)

leiden.

Von Kindern unter 6 Monaten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Euphylong i.v. 200 ist erforderlich,

Wenn Sie an einer instabilen Angina pectoris (Erkrankung der Herzkranzgefäße) leiden.

Wenn Sie eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge (tachykarde

Arrhythmien) haben.

Wenn Sie an sehr hohem Blutdruck leiden.

Wenn Sie an einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (chronische Herzmuskelerkrankung)

leiden.

Wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) haben.

Wenn Sie ein epileptisches Anfallsleiden haben.

Wenn Sie ein Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür haben.

Wenn Sie an Porphyrie (bestimmte Stoffwechselstörung) leiden.

Wenn Sie eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung haben (siehe Abschnitt 3.).

Wenn bei Ihnen eine Elektrokrampftherapie durchgeführt wird, da Theophyllin die Krampfanfälle

verlängern kann.

Wenn die Dosierung von Euphylong i.v. 200 keine ausreichende Wirkung zeigt und falls Nebenwirkungen

auftreten, sollte die Serumkonzentration von Theophyllin von Ihrem Arzt überwacht werden.

Wenn bei Ihnen Fieber auftritt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird die Dosis von Euphylong i.v. 200

gegebenenfalls verringern.

Falls diese Angaben bei Ihnen zutreffen oder früher einmal zutrafen, befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Kinder

Euphylong i.v. 200 darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden.

Ausschließlich in Ausnahmefällen sollten Kinder unter 1 Jahr Theophyllin i.v. erhalten.

Theophyllin wird im Körper von Kindern je nach Lebensalter unterschiedlich schnell abgebaut (siehe

Abschnitt 3.).

Ältere Menschen

Die Anwendung von Euphylong i.v. 200 bei älteren und/oder schwerkranken Patienten ist mit einer

erhöhten Gefahr der Überdosierung verbunden und soll daher durch Blutspiegelkontrollen überwacht

werden (siehe Abschnitt 3.).

Anwendung von Euphylong i.v. 200 zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen, auch wenn es

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Verstärkte Wirkung von Euphylong i.v. 200 bei gleichzeitiger Behandlung mit bzw. Einnahme von:

Anderen xanthinhaltigen Arzneimitteln.

ß-Sympathomimetika (Arzneimittel zur Stimulation des autonomen Nervensystems).

Coffein-haltigen Getränken wie z. B. Kaffee, Tee, Coca-Cola, Mate, Guaraná, Energy-Drinks.

Oralen Kontrazeptiva (“Pille”).

Bestimmten Makrolidantibiotika wie Erythromycin oder Troleandomycin, Clarithromycin, Josamycin,

Spiramycin).

Chinolonen und Fluorochinolonen (Antibiotika des Typs Gyrasehemmer: besonders Ciprofloxacin,

Enoxacin, Pefloxacin; siehe Hinweis unten*).

Imipenem (Antibiotikum; besonders Nebenwirkungen wie Krämpfe sind zu erwarten).

Isonicotinsäurehydrazid (Antibiotikum).

Thiabendazol (Fungizid und Wurmmittel).

Calcium-Antagonisten (Herz-Kreislaufmedikamente wie z. B. Verapamil, Diltiazem).

Propranolol, Propafenon, Mexiletin, Ticlopidin (Herz-Kreislaufmedikamente).

Cimetidin, Ranitidin (Mittel zur Dämpfung der Magensaftproduktion).

Allopurinol, Febuxostat (Arzneistoffe zur Behandlung von Gicht).

Fluvoxamin, Viloxazin (unter anderem Antidepressiva).

-Interferon, Peginterferon

(Immunsystem-stimulierende Mittel).

Rofecoxib (Antirheumatikum).

Pentoxifyllin (Arzneimittel gegen Durchblutungsstörungen).

Disulfiram (Arzneistoff zur Entwöhnung bei Alkoholabhängigkeit).

Phenylpropanolamin (Appetitzügler).

Zafirlukast, Zileuton (Arzneistoffe zur Behandlung von Asthma).

Grippe- und Tuberkuloseimpfung (Influenza- und BCG-Impfung).

Idrocilamid (Mittel zur Behandlung schmerzhafter Muskelkontrakturen).

Aciclovir (Mittel zur Behandlung von bestimmten Infektionskrankheiten).

Etintidin.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem dieser Arzneimittel sollte der Theophyllin-Spiegel kontrolliert und

gegebenenfalls eine Dosisanpassung von Ihrem Arzt durchgeführt werden. Dies gilt auch nach Absetzen

eines dieser Medikamente.

* Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf maximal 60 %, bei Anwendung

von Enoxacin auf maximal 30 % und bei Anwendung von Grepafloxacin oder Clinafloxacin auf 50 % der

empfohlenen Dosis zu reduzieren.

Auch andere Chinolone (z. B. Pefloxacin, Pipemidsäure) können die Wirkung von Theophyllin-Arzneimitteln

verstärken. Es wird daher dringend empfohlen, bei gleichzeitiger Behandlung mit Chinolonen

therapiebegleitende engmaschige Theophyllin-Konzentrationsbestimmungen durchzuführen.

Verminderte Wirksamkeit von Euphylong i.v. 200 mit eventuell erforderlicher Anhebung der Theophyllin-

Dosis durch Ihren Arzt bei gleichzeitiger Einnahme von:

Barbituraten wie z. B. Phenobarbital, Pentobarbital und Primidon.

Carbamazepin (Mittel gegen z. B. Epilepsie).

Phenytoin und Phosphenytoin.

Rifampicin und Rifapentin (antibakterielle Antibiotika).

Sulfinpyrazon (entzündungshemmendes und blutverdünnendes Arzneimittel).

Ritonavir (Arzneimittel unter anderem zur Behandlung von HIV-Infektionen).

Aminoglutethimid.

Hypericin-haltigen Arzneimitteln (Johanniskraut).

Bei Rauchern.

Abschwächung der Wirkung folgender Medikamente durch gleichzeitige Einnahme von Euphylong i.v. 200:

Lithiumcarbonat.

-Rezeptorenblocker.

Adenosin.

Benzodiazepine.

Theophyllin verstärkt die harntreibende Wirkung von Diuretika wie z. B. Furosemid (Mittel zur

Ausschwemmung von Wasser aus dem menschlichen Körper).

Die Anwendung des Wirkstoffs Halothan kann bei Patienten, die Euphylong i.v. 200 erhalten, zu schweren

Herzrhythmusstörungen führen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen von Theophyllin sind Serumspiegelkontrollen durch Ihren Arzt

bei längerfristiger Einnahme von Euphylong i.v. 200 mit anderen Medikamenten allgemein ratsam.

Anwendung von Euphylong i.v. 200 zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Kaffee wirkt verstärkend auf die Wirkung von Theophyllin. Rauchen steigert den Theophyllin-Abbau und

schwächt somit die Wirkung ab. Die Einnahme zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen

zusätzlich beeinträchtigen (siehe Abschnitt 2.).

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Theophyllin während der ersten drei Schwangerschaftsmonate liegen bislang

keine ausreichenden Erfahrungen vor, daher sollte eine Anwendung von Euphylong i.v. 200 während

dieser Zeit vermieden werden.

Während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels sollte Theophyllin nur nach strenger Nutzen-

Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden, da es in den Blutkreislauf des

Ungeborenen übergeht und dort Arzneimittelwirkungen zeigen kann.

Wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es zur

Wehenhemmung kommen.

Neugeborene, deren Mütter vor der Geburt mit Theophyllin behandelt wurden, müssen sorgfältig auf

Arzneimittelwirkungen überwacht werden.

Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über. Aus diesem Grund ist die therapeutische Theophyllin-Dosis bei

einer stillenden Frau so niedrig wie möglich zu halten. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe

des Arzneimittels erfolgen. Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-

Wirkungen (Anstieg der Herzfrequenz, Erbrechen, Erregbarkeit) hin überwacht werden. Sollten höhere

therapeutische Dosen notwendig sein, muss abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Euphylong i.v. 200 kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von

Maschinen sowie zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen

können.

Euphylong i.v. 200 enthält Natrium

Eine Ampulle zu 10 ml enthält 1,71 mmol (39,42 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten

müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Euphylong i.v. 200 anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Bitte fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Euphylong i.v. 200 ist individuell nach Wirkung zu dosieren.

Dabei ist zu berücksichtigen:

Die Dosierung sollte möglichst nach Bestimmung des Theophyllin-Plasmaspiegels (Theophyllin-

Untersuchung im Blut) ermittelt werden (anzustrebender Bereich: 5 bis 20 µg/ml). Kontrollen des

Theophyllin-Serumspiegels (Theophyllin-Untersuchung im Blut) sind insbesondere auch bei reduzierter

Wirksamkeit oder dem Auftreten unerwünschter Wirkungen angezeigt.

Zur Bestimmung der Anfangsdosis ist eine eventuelle Vorbehandlung mit Theophyllin oder seinen

Verbindungen hinsichtlich einer Dosisminderung zu berücksichtigen. Um das Risiko unerwünschter

Wirkungen bei der intravenösen Gabe von Euphylong i.v. 200 zu vermindern, sollte eine Dosis von

16,5 mg pro Minute nicht überschritten werden (siehe Abschnitt Hinweise zur „Art und Dauer der

Anwendung“).

Für die Ermittlung der Dosis ist als Körpergewicht das Normalgewicht einzusetzen, da Theophyllin nicht

vom Fettgewebe aufgenommen wird. Dies ist insbesondere zu beachten, wenn Sie stark übergewichtig

sind.

Euphylong i.v. 200 darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt

2.).

Kinder ab 6 Monate sowie Raucher benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere

körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis infolge eines vermehrten Abbaus. Im Gegensatz hierzu ist bei

älteren Patienten (ab dem 60. Lebensjahr) die Theophyllin-Ausscheidung verlangsamt.

Bei Rauchern, die das Rauchen einstellen, sollte wegen des Anstiegs des Theophyllin-Blutspiegels

vorsichtig dosiert werden.

Bei Patienten mit Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz), schwerem Sauerstoffmangel, eingeschränkter

Leberfunktion, Lungenentzündung, Virusinfektion (insbesondere Influenza), im höheren Lebensalter sowie

bei der Behandlung mit bestimmten anderen Medikamenten (siehe Abschnitt 2. „Anwendung von

Euphylong i.v. 200 zusammen mit anderen Arzneimitteln“) ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig

verlangsamt. Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Anhäufung (Kumulation) von

Theophyllin-Stoffwechselprodukten kommen. Solche Patienten benötigen daher geringere Dosen und

Steigerungen müssen mit besonderer Vorsicht erfolgen. Weiterhin ist über eine reduzierte Theophyllin-

Ausscheidung nach Tuberkulose- und Grippe-Impfung berichtet worden, so dass bei gleichzeitiger

Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein könnte.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Empfohlenes Dosierungsschema:

Je nach Lebensalter und Begleiterkrankungen ist folgendes Dosierungsschema für die intravenöse Gabe

von Euphylong i.v. 200 zu empfehlen:

Initialdosis

Dosis/kg Körpergewicht* i.v.

ohne Vorbehandlung mit Theophyllin

4,0 bis 5,0 mg innerhalb von 20 bis 30 Minuten i.v.

wenn eine Vorbehandlung mit Theophyllin bekannt

bzw. nicht sicher auszuschließen ist

2,0 bis 2,5 mg innerhalb von 20 bis 30 Minuten i.v.

*Bei stark übergewichtigen (adipösen) Patienten ist hier das Normalgewicht einzusetzen.

Gewöhnlich wird der Inhalt einer Ampulle Euphylong i.v. 200 ein- bis dreimal täglich intravenös injiziert.

Euphylong i.v. 200 kann in geeigneten Fällen auch in Form einer intravenösen Infusion oder im Sonderfall

durch Einnahme der Ampullenlösung oral angewendet werden. Bei akuter Atemnot wird der Inhalt von 1 bis

2 Ampullen Euphylong i.v. 200 gegeben. Ein Mindestabstand von 8 Stunden zwischen 2 Einzeldosen ist

einzuhalten.

Im Notfall

Bei unbekannter Vormedikation und nicht verfügbarem Theophyllin-Plasmaspiegel kann eine Initialdosis

von 2,0 bis 2,5 mg Theophyllin pro kg Körpergewicht innerhalb von 20 bis 30 Minuten i.v. gegeben werden.

Hierbei ist die Gefahr von Überdosierungserscheinungen relativ gering.

Langsam über mindestens 5 Minuten in eine ausreichend große Vene injizieren. Diese Anwendung ist

Notfällen vorbehalten und muss unbedingt langsam (siehe oben) erfolgen, da sonst schwerwiegende

Nebenwirkungen auftreten können. Todesfälle nach zu rascher Injektion sind beschrieben.

Erhaltungsdosis

stündliche Dosis Theophyllin i.v. in

mg/kg Körpergewicht

tägliche Erhaltungsdosis

Theophyllin i.v. in mg/kg

Körpergewicht

erste bis zwölfte

Stunde

ab dreizehnter

Stunde

Kinder:

6 Monate bis 9 Jahre

1,00

0,80

9 Jahre bis 16 Jahre

0,80

0,65

Erwachsene:

Raucher

0,80

0,65

Nichtraucher

0,55

0,40

Alter über 60 Jahre oder/und

Cor pulmonale

0,50

0,25

bei obstruktiver

Kardiomyopathie oder

schwerer

Leberfunktionsstörung

0,40

0,10 bis 0,15

2,0 bis 4,0

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion und Infusion.

Es dürfen nur klare Lösungen verwendet werden.

Die intravenöse Injektion wird am liegenden Patienten bewusst langsam (ca. 5 Minuten) durchgeführt.

Der Patient sollte nach erfolgter Injektion bzw. Infusion kurze Zeit ruhen und überwacht werden.

Bei bekannter oder zu vermutender vorheriger Gabe von methylxanthinhaltigen Arzneimitteln muss die

Injektion bzw. Infusion besonders überwacht und bei Anzeichen von Unverträglichkeit abgebrochen

werden.

Bei der Infusionstherapie können die angegebenen Mengen an Ampullen zu einer kompatiblen

Infusionslösung (vorzugsweise physiologische Kochsalzlösung) zugemischt und die der

Dosierungsempfehlung entsprechende Menge innerhalb von 20 bis 30 Minuten i.v. infundiert werden.

Um das Risiko unerwünschter Wirkungen bei der intravenösen Gabe von Euphylong i.v. 200 zu

vermindern, sollte eine Dosis von 16,5 mg/min, entsprechend 8,9 ml/min (bei einer Verdünnung mit 250 ml

kompatibler Infusionslösung) bzw. 17,2 ml/min (bei einer Verdünnung mit 500 ml kompatibler

Infusionslösung) nicht überschritten werden.

Die Infusionsdauer kann nach oben genanntem Dosierungsschema ermittelt werden. Sie ist jedoch nach

den individuellen Erfordernissen zu modifizieren.

Im Falle einer Infusionstherapie von Säuglingen und Kleinkindern ist eine Begrenzung der zu

infundierenden Flüssigkeitsmenge zu beachten.

Euphylong i.v. 200 ist zur intravenösen Anwendung bestimmt und kann im Sonderfall oral verabreicht

werden (siehe empfohlenes Dosierungsschema).

Im Notfall kann der Patient den Inhalt von 1 bis 2 Ampullen verdünnt in Flüssigkeit oral einnehmen. Ein

Mindestabstand von 8 Stunden zwischen zwei Einzeldosen ist einzuhalten.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Euphylong i.v. 200

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Euphylong i.v. 200 angewendet haben, als Sie sollten

Bei einer Überdosierung mit Euphylong i.v. 200 treten bei Theophyllin-Blutspiegeln bis zu 20 µg/ml in der

Regel die bekannten Theophyllin-Nebenwirkungen (u. a. Magen-Darm-Beschwerden, zentralnervöse

Erregbarkeit, Herzrhythmusstörungen) mit gesteigerter Intensität auf.

Übersteigt der Theophyllin-Blutspiegel 25

µg/ml, können zentralnervöse und kardiale Reaktionen bis hin zu

Krampfanfällen bzw. schweren Herzrhythmusstörungen sowie Herz-Kreislauf-Versagen auftreten. Solche

Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten.

Bei erhöhter individueller Theophyllin-Empfindlichkeit sind schwerere Überdosierungserscheinungen auch

schon unterhalb der genannten Blutspiegel-Konzentration möglich.

Es wurde im Zusammenhang mit schweren Theophyllin-Vergiftungen von Todesfällen berichtet.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Euphylong i.v. 200 benachrichtigen Sie sofort einen Arzt. Dieser

sollte, je nachdem wie lange die Anwendung zurückliegt, Maßnahmen ergreifen, die am Ende dieser

Packungsbeilage aufgeführt sind.

Wenn Sie die Anwendung von Euphylong i.v. 200 vergessen haben

Die doppelte Dosis sollte nicht verabreicht werden, wenn die vorherige Anwendung vergessen wurde.

Halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt und führen Sie die Anwendung, wie in der Dosierungsanleitung

beschrieben, fort.

Wenn Sie die Anwendung von Euphylong i.v. 200 abbrechen

Bei einer Unterbrechung oder plötzlicher Beendigung der Therapie (Absetzen) besteht die Gefahr einer

akuten Verschlechterung der Beschwerden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

Behandelten auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Veränderungen der Blutsalze (Serumelektrolyte), insbesondere verminderter Kalium-Gehalt des Blutes

(Hypokaliämie), Anstieg von Calcium, Harnsäure (Hyperurikämie) sowie des Blutzuckers

(Hyperglykämie).

Kopfschmerzen, Erregungszustände, Gliederzittern, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwindel.

Beschleunigter bzw. unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie bzw. Arrhythmie), Herzklopfen

(Palpitationen), Blutdruckabfall.

Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Verstärkte Harnausscheidung (Diurese), Anstieg von Kreatinin.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Theophyllin (u. a. Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht,

Bronchospasmen) einschließlich schwerer allergischer (anaphylaktischer) Reaktionen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Krampfanfälle.

Anregung der Magensäuresekretion*).

Infolge einer verringerten Spannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels (Tonusminderung im

unteren Ösophagussphinkter) kann ein bestehender Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre

(gastroösophagealer Reflux, Sodbrennen) in der Nacht verstärkt werden.

Verstärkte Nebenwirkungen können bei Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung (Theophyllin-

Blutspiegel über 20 µg/ml) auftreten.

Vor allem bei erhöhten Theophyllin-Blutspiegeln von mehr als 25 µg/ml können toxische Wirkungen wie

Krampfanfälle, plötzlicher Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Arrhythmien), Herz-

Kreislaufversagen, Zerfall der Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse) und schwere Magen-

Darmerscheinungen (unter anderem gastrointestinale Blutungen) auftreten.

Besondere Hinweise

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Euphylong i.v. 200 nicht nochmals

angewendet werden. Ihr Arzt wird über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere

Maßnahmen entscheiden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Euphylong i.v. 200 aufzubewahren?

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach „Verwendbar bis:“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nach Öffnen des Behältnisses sofort verwenden.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

Haltbarkeit nach Anbruch der Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung (nach Mischung mit

Infusionslösungen) wurde für 24 Stunden bei 15 bis 25 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht

sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet werden.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Euphylong i.v. 200 enthält

Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Theophyllin.

10 ml Injektionslösung enthalten 200 mg Theophyllin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumacetat, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Euphylong i.v. 200 aussieht und Inhalt der Packung

Euphylong i.v. 200 ist in Packungen mit 5 Ampullen zu 10 ml Injektionslösung und in Klinikpackungen

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Takeda GmbH

Byk-Gulden-Straße 2

78467 Konstanz

Tel.: 0800 8253325

Fax: 0800 8253329

E-Mail: medinfo@takeda.de

Mitvertreiber

AstraZeneca GmbH

22876 Wedel

Telefon: 04103 7080

Produktanfragen: 0800 2288660

Telefax: 04103 7083293

E-Mail: azinfo@astrazeneca.com

www.astrazeneca.de

Hersteller

Takeda GmbH

Betriebsstätte Singen

Robert-Bosch-Straße 8

78224 Singen

oder alternativ:

Takeda Austria GmbH

St. Peter Straße 25

4020 Linz

Austria

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2016.

Die folgenden Passagen enthalten Hinweise an den behandelnden Arzt

Bei leichten Überdosierungserscheinungen:

Euphylong i.v. 200 sollte abgesetzt und der Theophyllin-Serumspiegel bestimmt werden. Bei

Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis entsprechend vermindert werden.

Bei zentralnervösen Reaktionen (z. B. Unruhe und Krämpfen):

Diazepam i.v., 0,1 - 0,3 mg/kg KG, bis zu 15 mg.

Bei vitaler Bedrohung:

Überwachung lebenswichtiger Funktionen.

Freihalten der Atemwege (Intubation).

Zufuhr von Sauerstoff.

Bei Bedarf i.v. Volumensubstitution mit Plasmaexpandern.

Kontrolle und evtl. Korrektur des Wasser- und Elektrolythaushalts.

Hämoperfusion (siehe unten).

Bei bedrohlichen Herzrhythmusstörungen:

i.v. Gabe eines ß-Blockers titrierend nach Herstellerangaben bei Nicht-Asthmatikern

(1 mg bei Erwachsenen, 0,02 mg/kg KG bei Kindern), diese Dosis kann alle 5 bis 10 Minuten bis zur

Rhythmus-Normalisierung oder bis zur Höchstdosis von 0,1 mg/kg wiederholt werden.

Vorsicht:

ß-Blocker (z. B. Propranolol) können bei Asthmatikern schwere Bronchospasmen auslösen. Bei Asthma-

Patienten sollte Verapamil gegeben werden.

Bei besonders schweren Vergiftungen, die auf die genannten Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen,

sowie bei sehr hohem Theophyllin-Serumspiegel kann durch Hämoperfusion/Hämodialyse (Blutwäsche)

eine schnelle und vollständige Entgiftung erreicht werden.

Die weiteren Möglichkeiten zur Behandlung einer Vergiftung mit Euphylong i.v. 200 richten sich nach dem

Ausmaß und Verlauf sowie den Symptomen des Patienten.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Euphylong

®

i.v. 200, 200 mg, Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Theophyllin.

10 ml Injektionslösung enthalten 200 mg Theophyllin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 39,42 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Akutbehandlung von Atemnotzuständen aufgrund von Einengung der Atemwege (Bronchokonstriktion)

bei Asthma bronchiale und chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen.

Theophyllin sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern angewendet

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Es dürfen nur klare Lösungen verwendet werden.

Euphylong i.v. 200 ist individuell nach Wirkung zu dosieren. Die Dosierung sollte möglichst nach

Bestimmung der Theophyllin-Plasmakonzentration ermittelt werden (anzustrebender Bereich: 5 - 20 µg/ml).

Kontrollen des Theophyllin-Serumspiegels sind insbesondere auch bei reduzierter Wirksamkeit oder dem

Auftreten unerwünschter Wirkungen angezeigt.

Zur Bestimmung der Initialdosis ist eine eventuelle Vormedikation mit Theophyllin oder seinen Verbindungen

hinsichtlich einer Dosisverminderung zu berücksichtigen. Um das Risiko unerwünschter Wirkungen bei der

intravenösen Gabe von Euphylong i.v. 200 zu vermindern, sollte eine Dosis von 16,5 mg pro Minute nicht

überschritten werden (siehe Dosierung und Art der Anwendung“).

Für die Ermittlung der Dosis ist das Normalgewicht als Körpergewicht einzusetzen, da Theophyllin nicht vom

Fettgewebe aufgenommen wird; dies ist insbesondere bei adipösen Patienten zu beachten.

Raucher benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere körpergewichtsbezogene

Theophyllin-Dosis infolge einer erhöhten Eliminationsrate. Bei Rauchern, die das Rauchen einstellen, sollte

wegen des Anstiegs des Theophyllin-Spiegels vorsichtig dosiert werden.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerem Sauerstoffmangel, Lungenentzündung, Virusinfektion

(insbesondere Influenza), sowie bei der Behandlung mit bestimmten anderen Medikamenten (siehe

Abschnitt 4.5) ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig verlangsamt. Weiterhin ist über eine reduzierte

Theophyllin-Ausscheidung nach Influenza- und BCG-Impfung berichtet worden, so dass bei gleichzeitiger

Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein könnte.

Patienten mit Leber und/oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig verlangsamt.

Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Kumulation von Theophyllin-

Stoffwechselprodukten kommen.

Solche Patienten benötigen daher geringere Dosen und Steigerungen müssen mit besonderer Vorsicht

erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Ausschließlich in Ausnahmefällen sollten Kinder unter 1 Jahr Theophyllin i.v. erhalten.

Kinder ab 6 Monaten benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere

körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis infolge einer erhöhten Eliminationsrate.

Euphylong i.v. 200 darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (ab dem 60. Lebensjahr) ist die Theophyllin-Ausscheidung verlangsamt.

Die Anwendung von Euphylong i.v. 200 bei alten, polymorbiden, schwerkranken und/oder

intensivtherapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll daher durch

therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Empfohlenes Dosierungsschema

In Abhängigkeit von Lebensalter und Begleiterkrankungen ist folgendes Dosierungsschema für die

intravenöse Gabe von Euphylong i.v. 200 zu empfehlen:

Initialdosis:

Dosis/kg Körpergewicht* i.v.

Ohne Vorbehandlung mit Theophyllin

4,0 - 5,0 mg, innerhalb von 20 - 30 Minuten i.v.

Wenn eine Vorbehandlung mit Theophyllin

bekannt bzw. nicht sicher auszuschließen ist

2,0 - 2,5 mg

innerhalb von 20 - 30 Minuten i.v.

*Bei adipösen Patienten ist hier das Normalgewicht einzusetzen.

Gewöhnlich wird der Inhalt einer Ampulle Euphylong i.v. 200 ein- bis dreimal täglich intravenös injiziert.

Euphylong i.v. 200 kann in geeigneten Fällen auch in Form einer intravenösen Infusion oder im Sonderfall

durch Einnahme der Ampullenlösung oral angewendet werden.

Bei akuter Atemnot wird der Inhalt von 1 - 2 Ampullen Euphylong i.v. 200 gegeben.

Ein Mindestabstand von 8 Stunden zwischen 2 Einzeldosen ist einzuhalten.

Im Notfall

Bei unbekannter Vormedikation und nicht verfügbarem Theophyllin-Plasmaspiegel kann eine Initialdosis von

2,0 - 2,5 mg Theophyllin pro kg Körpergewicht innerhalb von 20 - 30 Minuten i.v. gegeben werden. Hierbei

ist die Gefahr von Überdosierungserscheinungen relativ gering.

Langsam über mindestens 5 Minuten in eine ausreichend große Vene injizieren. Diese Anwendung ist

Notfällen vorbehalten und muss unbedingt langsam (s. o.) erfolgen, da sonst schwerwiegende

Nebenwirkungen auftreten können. Todesfälle nach zu rascher Injektion sind beschrieben.

Erhaltungsdosis:

stündliche Dosis

in mg/kg

Körpergewicht

Theophyllin i.v.

tägliche

Erhaltungsdosis

in mg/kg

Körpergewicht

Theophyllin i.v.

1. - 12. Std.

ab 13. Std.

Kinder:

6 Monate - 9 Jahre

9 Jahre - 16 Jahre

Erwachsene:

Raucher

Nichtraucher

Alter über 60 Jahre o./u.

Cor pulmonale

1,00

0,80

0,80

0,55

0,50

0,80

0,65

0,65

0,40

0,25

Bei obstruktiver Kardiomyopathie oder

schwerer Leberfunktionsstörung

0,40

0,10 - 0,15

2 - 4

Art und Dauer der Anwendung

Die intravenöse Injektion wird am liegenden Patienten bewusst langsam (ca. 5 Minuten) durchgeführt.

Der Patient sollte nach erfolgter Injektion bzw. Infusion kurze Zeit ruhen und überwacht werden. Bei

bekannter oder zu vermutender vorheriger Gabe von Methylxanthin-haltigen Arzneimitteln muss die Injektion

bzw. Infusion besonders überwacht und bei Anzeichen von Unverträglichkeit abgebrochen werden.

Bei der Infusionstherapie können die angegebenen Mengen an Ampullen zu einer kompatiblen

Infusionslösung (vorzugsweise physiologische Kochsalzlösung, Elektrolytlösung oder Glucose-Lösung)

zugemischt und die der Dosierungsempfehlung entsprechende Menge innerhalb von 20 - 30 Minuten i.v.

infundiert werden. Der pH-Wert einer Mischlösung sollte notiert werden.

Um das Risiko unerwünschter Wirkungen bei der intravenösen Gabe von Euphylong i.v. 200 zu vermindern,

sollte eine Dosis von 16,5 mg pro Minute, entsprechend 8,9 ml pro Minute (bei einer Verdünnung mit 250 ml

kompatibler Infusionslösung) bzw. 17,2 ml pro Minute (bei einer Verdünnung mit 500 ml kompatibler

Infusionslösung) nicht überschritten werden.

Die Infusionsdauer kann nach o. g. Dosierungsschema ermittelt werden. Sie ist jedoch nach den

individuellen Erfordernissen zu modifizieren.

Im Falle einer Infusionstherapie bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine Begrenzung der infundierten

Flüssigkeitsmenge zu beachten.

Euphylong i.v. 200 ist zur intravenösen Anwendung bestimmt und kann im Sonderfall oral verabreicht

werden (siehe Dosierungsanleitung).

Im Notfall kann der Patient den Inhalt von 1 - 2 Ampullen verdünnt in Flüssigkeit oral einnehmen. Ein

Mindestabstand von 8 Stunden zwischen zwei Einzeldosen ist einzuhalten.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

4.3

Gegenanzeigen

Euphylong i.v. 200 darf nicht angewendet werden bei:

Bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Frischem Herzinfarkt.

Akuten tachykarden Arrhythmien.

Kindern unter 6 Monaten (siehe auch Abschnitt 4.2).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Theophyllin darf nur bei strengster Indikation und mit Vorsicht angewendet werden bei:

Instabiler Angina pectoris.

Neigung zu tachykarden Arrhythmien.

Schwerem Bluthochdruck.

Hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie.

Hyperthyreose.

Epileptischem Anfallsleiden.

Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür.

Porphyrie.

Theophyllin darf auch nur mit Vorsicht (Dosisanpassung siehe Abschnitt 4.2) angewendet werden bei:

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Die Anwendung von Theophyllin bei älteren Menschen, polymorbiden, schwerkranken und/oder

intensivtherapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll daher durch

therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten, die eine Elektrokrampftherapie erhalten, ist besondere Vorsicht geboten, da Theophyllin die

Anfälle verlängern kann. Das Auftreten eines Status epilepticus ist möglich.

Sollte die empfohlene Dosierung keine ausreichende Wirkung zeigen und falls Nebenwirkungen auftreten,

sollte die Serumkonzentration von Theophyllin überwacht werden.

Akute fiebrige Erkrankungen:

Fieber vermindert die Clearance von Theophyllin. Um Intoxikationen zu vermeiden, kann eine Reduzierung

der Dosis notwendig sein.

Eine Injektionsampulle (10 ml) enthält 1,71 mmol (39,42 mg) Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei

Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Theophyllin wird in der Leber u. a. über das Enzym CYP1A2 metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von

Arzneimitteln, die dieses Enzym beeinflussen, kann zu Änderungen des Theophyllin-Abbaus führen.

Theophyllin wirkt synergistisch mit:

Anderen xanthinhaltigen Arzneimitteln.

ß-Sympathikomimetika.

Coffein und ähnlichen Stoffen.

Ein beschleunigter Theophyllin-Abbau und/oder eine verminderte Bioverfügbarkeit sowie eine verminderte

Wirksamkeit können bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln auftreten:

Barbituraten wie z. B. Phenobarbital, Pentobarbital und Primidon.

Carbamazepin.

Phenytoin und Phosphenytoin.

Rifampicin und Rifapentin.

Sulfinpyrazon.

Ritonavir.

Aminoglutethimid.

Hypericin-haltigen Arzneimitteln (Johanniskraut [Hypericum perforatum]).

Beschleunigter Abbau und/oder verminderte Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit von Theophyllin kann auch

bei Rauchern auftreten.

Eine Erhöhung der Theophyllin-Dosis ist eventuell erforderlich.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem dieser Arzneimittel sollte der Theophyllin-Spiegel kontrolliert und

gegebenenfalls eine Dosisanpassung durchgeführt werden. Dies gilt auch nach dem Absetzen eines dieser

Medikamente.

Ein verzögerter Abbau und/oder eine Erhöhung des Theophyllin-Blutspiegels mit einer erhöhten

Überdosierungsgefahr und vermehrtem Nebenwirkungsrisiko können bei gleichzeitiger Behandlung mit

folgenden Arzneimitteln auftreten:

Oralen Kontrazeptiva.

Makrolid-Antibiotika (besonders Erythromycin und Troleandomycin; Clarithromycin, Josamycin,

Spiramycin).

Chinolonen und Fluorochinolonen (Gyrase-Hemmstoffe, besonders Ciprofloxacin, Enoxacin, Pefloxacin,

siehe unten*).

Imipenem (besonders Nebenwirkungen des Zentralen Nervensystems wie Krämpfe sind zu erwarten:

Senkung der Krampfschwelle des Gehirns).

Isonicotinsäurehydrazid.

Tiabendazol.

Calcium-Antagonisten (z. B. Verapamil, Diltiazem).

Propranolol.

Mexiletin.

Propafenon.

Ticlopidin.

Cimetidin, Ranitidin.

Allopurinol, Febuxostat.

Fluvoxamin.

-Interferon, Peginterferon

Rofecoxib.

Pentoxifyllin.

Viloxazin.

Disulfiram.

Phenylpropanolamin.

Zafirlukast.

Influenza- und BCG-Vakzinen.

Etintidin.

Idrocilamid.

Zileuton.

Aciclovir.

Hierbei kann eine Dosisverminderung von Theophyllin angezeigt sein.

*Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf maximal 60 %, bei Anwendung

von Enoxacin auf maximal 30 % und bei Anwendung von Grepafloxacin oder Clinafloxacin auf 50 % der

empfohlenen Dosis zu reduzieren.

Auch andere Chinolone (z. B. Pefloxacin, Pipemidsäure) können die Wirkung von Theophyllin-Arzneimitteln

verstärken. Es wird daher dringend empfohlen, bei gleichzeitiger Behandlung mit Chinolonen

therapiebegleitend engmaschige Theophyllin-Konzentrationsbestimmungen durchzuführen.

Die Wirkung folgender Arzneimittel kann durch die gleichzeitige Gabe von Theophyllin abgeschwächt

werden:

Lithiumcarbonat.

-Rezeptorenblocker.

Adenosin.

Benzodiazepin.

Die Wirkung und das Nebenwirkungsrisiko kann bei der gleichzeitigen Einnahme folgender Arzneimittel mit

Theophyllin erhöht werden:

Diuretika (z. B. Furosemid, die senkende Wirkung von Theophyllin und Furosemid auf Kaliumspiegel wird

gegenseitig verstärkt).

Halothan (kann bei Patienten, die Theophyllin erhalten, zu schweren Herzrhythmusstörungen führen).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Theophyllin während des ersten Schwangerschaftstrimenons liegen bislang keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Daher sollte eine Anwendung von Theophyllin in dieser Zeit vermieden

werden.

Während des zweiten und dritten Trimenons sollte Theophyllin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung

angewendet werden, da es die Plazenta passiert und im Feten sympathomimetisch wirken kann.

Mit zunehmender Dauer einer Schwangerschaft können die Plasmaproteinbindung sowie die Clearance von

Theophyllin abnehmen, so dass eine Dosisreduktion zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen notwendig

werden kann.

Wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es zur Wehenhemmung

kommen. Pränatal exponierte Neugeborene müssen sorgfältig auf Theophyllin-Wirkungen überwacht

werden.

Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über, es können therapeutische Serumkonzentrationen beim Kind

erreicht werden. Aus diesem Grund ist die therapeutische Theophyllin-Dosis bei einer stillenden Patientin so

niedrig wie möglich zu halten. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels

erfolgen.

Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-Wirkungen hin überwacht

werden. Sollten höhere therapeutische Dosen notwendig sein, muss abgestillt werden (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit, und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen

sowie zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen

können.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

(≥ 1/10)

Häufig:

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten:

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000)

Nicht bekannt:

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorganklasse

Sehr häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

gegenüber Theophyllin (u. a.

Hautauschlag, Juckreiz,

Urticaria, Bronchospasmen)

einschließlich anaphylaktischer

Reaktionen.

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Veränderungen der

Serumelektrolyte,

insbesondere

Hypokaliämie,

Anstieg von Serum-

Calcium sowie

Hyperglykämie und

Hyperurikämie.

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen,

Agitation, Tremor,

Unruhe,

Schlaflosigkeit,

Schwindel.

Krampfanfälle.

Herzerkrankungen

Tachykardie,

Arrhythmie,

Palpitationen,

Hypotonie.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Magen-Darm-

Beschwerden,

Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall.

Stimulation der

Magensäuresekretion*).

Nieren und Harnwege

Verstärkte Diurese,

Anstieg von Serum-

Kreatinin.

Infolge der Tonusminderung im unteren Ösophagussphinkter kann ein bestehender gastroösophagealer

Reflux in der Nacht verstärkt werden.

Verstärkte Nebenwirkungen können bei individueller Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung

(Theophyllin-Blutspiegel über 20 µg/ml) auftreten (siehe Abschnitt 4.9).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Bei Theophyllin-Serumspiegeln bis zu 20 µg/ml treten in der Regel die bekannten Theophyllin-

Nebenwirkungen (u. a. Magen-Darm-Beschwerden, zentralnervöse Erregbarkeit, Herzrhythmusstörungen)

(siehe Abschnitt 4.8) mit gesteigerter Intensität auf.

Vor allem bei Theophyllin-Blutspiegeln von mehr als 25 µg/ml können toxische Wirkungen wie

Krampfanfälle, plötzlicher Blutdruckabfall, ventrikuläre Arrhythmien, Herz-Kreislaufversagen, Rhabdomyolyse

und schwere Magen-Darmerscheinungen (u. a. gastrointestinale Blutungen) auftreten.

Solche Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten.

Insbesondere Kinder reagieren empfindlich auf Theophyllin-Überdosierungen.

Bei erhöhter individueller Theophyllin-Empfindlichkeit sind schwerere Überdosierungserscheinungen auch

schon unterhalb der genannten Serumkonzentrationen möglich.

Todesfälle im Zusammenhang mit schweren Theophyllin-Intoxikationen wurden berichtet.

Therapie bei Intoxikationen

Bei leichten Überdosierungserscheinungen

Das entsprechende Präparat sollte abgesetzt und der Theophyllin-Serumspiegel bestimmt werden. Bei

Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis entsprechend vermindert werden.

Bei zentralnervösen Reaktionen (z. B. Unruhe und Krämpfen)

Diazepam i.v., 0,1 - 0,3 mg/kg KG, bis zu 15 mg.

Bei vitaler Bedrohung:

Überwachung lebenswichtiger Funktionen.

Freihalten der Atemwege (Intubation).

Zufuhr von Sauerstoff.

Bei Bedarf i.v. Volumensubstitution mit Plasmaexpandern.

Kontrolle und evtl. Korrektur des Wasser- und Elektrolythaushalts.

Hämoperfusion (siehe unten).

Bei bedrohlichen Herzrhythmusstörungen:

i.v.-Gabe eines ß-Blockers titrierend nach Herstellerangaben bei Nicht-Asthmatikern (1 mg bei

Erwachsenen, 0,02 mg/kg KG bei Kindern). Diese Dosis kann alle 5 - 10 Minuten bis zur Rhythmus-

Normalisierung oder bis zur Höchstdosis von 0,1 mg/kg wiederholt werden.

Vorsicht

ß-Blocker wie Propranolol können bei Asthmatikern schwere Bronchospasmen auslösen. Bei Asthma-

Patienten sollte deshalb Verapamil verabreicht werden.

Bei besonders schweren Intoxikationen, die auf die genannten Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen,

sowie bei sehr hohem Theophyllin-Serumspiegel kann durch Hämoperfusion oder Hämodialyse eine

schnelle und vollständige Entgiftung erreicht werden. Im Allgemeinen kann hiervon jedoch abgesehen

werden, da Theophyllin ausreichend rasch metabolisiert wird.

Die weiteren Möglichkeiten zur Behandlung einer Vergiftung mit Theophyllin richten sich nach dem Ausmaß

und Verlauf sowie den Krankheitszeichen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Theophyllin gehört zur Gruppe der Methylxanthine (Purin-Derivate).

ATC-Code: R03DA04.

Wirkmechanismus

Das breite pharmakologische Wirkungsspektrum umfasst:

Wirkungen auf das respiratorische System

Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur und der Pulmonalgefäße.

Besserung der mukoziliären Clearance.

Hemmung der Freisetzung von Mediatoren aus Mastzellen und anderen Entzündungszellen.

Abschwächung der provozierten Bronchokonstriktion.

Abschwächung der asthmatischen Sofort- und Spätreaktion.

Verstärkung der Zwerchfellkontraktion.

Extrapulmonale Wirkungen

Minderung des Dyspnoeempfindens.

Gefäßdilatation.

Relaxation der glatten Muskulatur (z. B. Gallenblase, Gastrointestinaltrakt).

Inhibierung der Kontraktilität des Uterus.

Positive Ino- und Chronotropie am Herzen.

Stimulation der Skelettmuskulatur.

Steigerung der Diurese.

Stimulation von Sekretions- und Inkretionsorganen (z. B. vermehrte Salzsäure-Sekretion im Magen,

verstärkte Freisetzung von Katecholaminen aus der Nebenniere).

Die Wirkungsmechanismen von Theophyllin sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Eine Hemmung der

Phosphodiesterase mit einem intrazellulären cAMP-Anstieg spielt möglicherweise nur bei Konzentrationen

eine Rolle, die am oberen Ende des therapeutisch genutzten Bereichs liegen. Andere diskutierte

Mechanismen umfassen einen Antagonismus zu Adenosin-Rezeptoren, (Prostaglandin-Antagonismus)

Hemmung der Synthese von Entzündungsmediatoren, Induktion von Apoptose sowie eine Translokation von

intrazellulärem Kalzium.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Die bronchodilatatorische Wirkung von Theophyllin korreliert mit der Serumkonzentration. Ein optimaler

therapeutischer Effekt bei niedrigem Nebenwirkungsrisiko wird mit Serumspiegeln von 5 - 20 µg/ml erzielt.

Die Wirkung tritt innerhalb von Minuten ein, sobald ein Theophyllin-Serumspiegel von ca. 5 µg/ml erreicht ist.

Die Plasmaproteinbindung von Theophyllin beträgt im therapeutischen Konzentrationsbereich etwa 60 %

(bei Neugeborenen und Erwachsenen mit Leberzirrhose ca. 40 %). Aus der Blutbahn verteilt sich die

Substanz in alle Kompartimente des Körpers mit Ausnahme des Fettgewebes.

Wirksame Serumkonzentrationen: 5 - 12 Mikrogramm/ml (20 Mikrogramm/ml sollen nicht überschritten

werden).

Metabolismus

Die Hauptmetaboliten sind 1,3-Dimethyl-Harnsäure (ca. 40 %), 3-Methyl-Xanthin (ca. 36 %) und 1-Methyl-

Harnsäure (ca. 17 %). Davon ist noch das 3-Methyl-Xanthin pharmakologisch aktiv, jedoch schwächer als

Theophyllin.

Elimination

Theophyllin wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.

Beim Erwachsenen werden etwa 7 - 13 % der Substanz unverändert im Harn ausgeschieden. Beim

Neugeborenen werden hingegen ca. 50 % unverändert und erhebliche Teile in Form von Coffein eliminiert.

Die hepatische Theophyllin-Metabolisierung schwankt beträchtlich interindividuell, so dass Clearance,

Serumkonzentrationen und Eliminationshalbwertszeiten erheblich variieren.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Theophyllin-Clearance sind (siehe Abschnitt 4.2):

Lebensalter.

Körpergewicht.

Ernährung.

Rauchgewohnheiten (bei Rauchern wird Theophyllin bedeutend schneller metabolisiert.

Einnahme von bestimmten Medikamenten (siehe Abschnitt 4.5).

Erkrankungen und/oder Funktionsstörungen von Herz, Lunge, Leber.

Virusinfektionen.

Bei Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Kumulation von z. T. pharmakologisch aktiven Theophyllin-

Metaboliten kommen. Die Clearance ist außerdem bei körperlicher Belastung und ausgeprägter

Hypothyreose vermindert und bei schwerer Psoriasis erhöht.

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist zunächst konzentrationsabhängig, jedoch tritt bei Serumkonzentrationen

am oberen Ende des therapeutischen Bereichs ein Sättigungseffekt der Clearance auf, so dass schon

geringe Dosiserhöhungen einen überproportionalen Anstieg des Theophyllin-Serumspiegels verursachen.

Pharmakokinetische Eigenschaften in besonderen Patientengruppen

Auch die Plasma-Halbwertszeit von Theophyllin zeigt große Unterschiede. Sie beträgt bei nichtrauchenden,

erwachsenen Asthmatikern ohne sonstige Begleiterkrankungen 7 - 9 Stunden, bei Rauchern 4 - 5 Stunden,

bei Kindern 3 - 5 Stunden, und sie kann bei Frühgeborenen und Patienten mit Lungenerkrankungen,

Herzinsuffizienz oder Lebererkrankungen mehr als 24 Stunden betragen.

Mit zunehmender Dauer einer Schwangerschaft kann das Verteilungsvolumen von Theophyllin ansteigen,

die Plasmaproteinbindung und die Clearance abnehmen, was eine Dosisreduzierung zur Vermeidung

unerwünschter Wirkungen notwendig machen kann.

Theophyllin wird diaplazentar übertragen und geht in die Muttermilch über. Untersuchungen zeigten einen

Milch/Plasma-Quotienten von 0,6 - 0,89. Es kann also je nach kindlicher Clearance-Rate und mütterlichem

Serumspiegel zu einer Akkumulation beim gestillten Säugling kommen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Siehe Abschnitt 4.9.

Chronische Toxizität

Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Hunden und Ratten erbrachten keine Hinweise auf

substanzbedingte toxische Effekte.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Theophyllin wirkt am Säuger in vivo und bei in vitro-Versuchen mit Einbeziehung des Säugermetabolismus

nicht mutagen. Positive in vitro-Befunde wurden in Versuchen ohne Einbeziehung des Säugermetabolismus

beschrieben. Da bekannt ist, dass Theophyllin unter in vivo-Bedingungen schnell demethyliert wird, sind

diese in vitro-Ergebnisse für den Menschen von geringer Relevanz.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Theophyllin wurden bisher nicht

durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Theophyllin erreicht im Nabelschnurblut ungefähr die gleiche Konzentration wie im maternalen Serum.

Untersuchungen zeigen einen Milch/Plasma-Quotienten von 0,6 - 0,89. Es kann also je nach mütterlichem

Plasmaspiegel und kindlicher Clearance-Rate zu einer Akkumulation beim gestillten Säugling kommen.

An der Ratte zeigte Theophyllin keine teratogene Wirkung. Bei der Maus induzierte es nach i.p.-Gabe

sowohl Gaumenspalten als auch Missbildungen der Zehen.

Es gibt weiterhin Hinweise, dass Theophyllin möglicherweise bei Individuen mit erhöhter Suszeptibilität

kardiovaskuläre Missbildungen erzeugt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumacetat, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Um mögliche Inkompatibilitäten zu vermeiden, sollten Euphylong i.v. 200-Infusionen vorzugsweise mit

isotonischer Natriumchloridlösung (physiologische Kochsalzlösung, Elektrolytlösung oder Glucose-Lösung)

und ohne Zusatz weiterer Substanzen vorgenommen werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung (nach Mischung mit

Infusionslösungen) wurde für 24 Stunden bei 15 - 25 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte

die gebrauchsfertige Lösung jedoch sofort verwendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Ampulle aus farblosem Röhrenglas, Glasart 1, gemäß Ph.Eur.

Packungen mit 5 Ampullen zu 10 ml Injektionslösung.

Klinikpackung 50 Ampullen zu 10 ml Injektionslösung.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Takeda GmbH

Byk-Gulden-Straße 2

78467 Konstanz

Tel.: 0800 8253325

Fax: 0800 8253329

E-Mail: medinfo@takeda.de

Mitvertreiber:

AstraZeneca GmbH

22876 Wedel

Telefon: 04103 7080

Produktanfragen: 0800 2288660

Telefax: 04103 7083293

E-Mail: azinfo@astrazeneca.com

www.astrazeneca.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

21810.00.01

9.

DATUM DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Januar 1993

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. November 2004

10.

STAND DER INFORMATION

April 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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