Estring Vaginalring

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
estradiolum hemihydricum, barii sulfas
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
G03CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
estradiolum hemihydricum, barii sulfas
Darreichungsform:
Vaginalring
Zusammensetzung:
estradiolum hemihydricum 2 mg Endwerte. 7.5 µg/24 h, excipiens für die Vorbereitung.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Lokale Oestrogensubstitutionstherapie nach der Menopause
Zulassungsnummer:
52275
Berechtigungsdatum:
1994-06-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Estring®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Estring und wann wird es angewendet?

Estring ist ein Vaginalring (Scheidenring) aus weichem Silikon, aus dem über längere Zeit (3

Monate) eine sehr geringe und konstante Menge des natürlich vorkommenden Hormons Estradiol

freigegeben wird. Durch die lokale Behandlung mit Estradiol werden die durch Östrogenmangel

hervorgerufenen Beschwerden nach den Wechseljahren, wie trockene empfindliche Schleimhäute in

der Scheide und/oder Harnröhre, Juckreiz, Beschwerden beim Wasserlassen und Harndrang

gemildert bis beseitigt.

Östrogene haben eine wachstumsanregende Wirkung auf die Harnröhren- und Scheidenschleimhaut.

In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Produktion von weiblichen Hormonen (Östrogenen)

ein. Dadurch werden die Schleimhäute empfindlich. Eine niedrige Dosis von Östrogenen ist

ausreichend für die Reifung der Schleimhäute in der Scheide und Harnröhre. Eine solche niedrige

Dosis wird von dem Silikonring konstant ins umliegende Gewebe abgegeben und gelangt somit

direkt an die Schleimhäute. Der Ring wird während 3 Monaten kontinuierlich in der Scheide

getragen und dann durch einen neuen Ring ersetzt.

Innerhalb von ca. 2 Wochen werden Ihre Beschwerden nachlassen.

Estring darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Estring nicht angewendet werden?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet, ob Sie Estring anwenden können. In folgenden Fällen darf

Estring nicht angewendet werden:

·Vorausgegangener, bestehender oder vermuteter Krebs (Brustkrebs, Gebärmutterkrebs,

Lebertumore).

·Grössenzunahme der Gebärmutter (Endometriumhyperplasie).

·Nicht abgeklärte Blutungen im Genitalbereich.

·Frühere oder bestehende Erkrankungen der Blutgefässe, welche mit Gerinnselbildung einhergehen

(z.B. Thrombose, Embolie, Herzinfarkt, Schlaganfall).

·Bekannte Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln (Thrombophilien wie z.B. Mangel an Protein-C,

Protein-S oder Antithrombin).

·Schwere Lebererkrankungen und –Funktionsstörungen, akute intermittierende Porphyrie (eine

seltene Stoffwechselstörung).

·Vermutete oder bestehende Schwangerschaft.

·Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff von Estring.

Sollte einer dieser Zustände während der Anwendung von Estring erstmalig auftreten, setzen Sie

Estring sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Wann ist bei der Anwendung von Estring Vorsicht geboten?

Medizinische Untersuchungen

Vor Behandlungsbeginn und auch während der Therapie ist in regelmässigen Abständen (mindestens

jährlich) eine ärztliche und gynäkologische Untersuchung notwendig. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

dabei mit Ihnen über den Nutzen und die Risiken einer Hormonersatztherapie sprechen, um zu

beurteilen, ob die Behandlung fortgesetzt oder beendet werden soll.

Reizung oder Infektion der Scheide

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie während der Anwendung von Estring

ungewöhnlichen Scheidenausfluss, Blutungen oder anhaltende, respektive starke Beschwerden

feststellen. Leichte Anzeichen einer Irritation sind oft vorübergehend.

Während der lokalen Behandlung einer Infektion der Scheide sollte Estring vorübergehend entfernt

werden.

Verklebungen/Verwachsungen mit der Scheidenwand

Es sind Fälle bekannt, in denen es zu Verklebungen/Verwachsungen des Vaginalrings mit der

Scheidenwand gekommen ist, was die Entfernung des Rings erschweren kann.

Die nachfolgenden Beschreibungen wurden aus Studien mit oralen Östrogentherapien gewonnen. Bei

der Anwendung von Estring, einer lokalen Östrogentherapie, wird nur ein sehr niedriger

Estradiolspiegel im Blut aufrechterhalten. Aufgrund fehlender Vergleiche von Daten mit lokalen

Therapieformen (wie Estring) sollten diese Erkenntnisse jedoch beachtet werden.

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

·Symptome einer Gerinnselbildung z.B.:

·Symptome einer tiefen Venenthrombose: Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im

Bein, oder bei Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder

Laufen spürbar sind; Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.

·Symptome einer Lungenembolie: plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder

Atemnot; plötzliches Auftreten von Husten eventuell mit blutigem Auswurf; plötzlicher starker

Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann; Angstgefühl; starke

Benommenheit; Schwindel; schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

·Symptome eines Schlaganfalls: plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes

oder Beines, vor allem einer Körperhälfte; plötzliche Verwirrtheit; undeutliche Aussprache oder

Verständnisprobleme; plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen; plötzliche

Hörstörungen; plötzliche Gehstörungen; Schwindel; Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;

plötzliche schwere, migräneartige oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;

Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.

·Symptome eines Blutgerinnsels, welche arterielle Blutgefässe verstopfen: plötzlicher Schmerz,

Schwellung oder Blaufärbung einer Gliedmasse; akute schwere Bauchschmerzen.

·Symptome eines Herzinfarkts: Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder

Spannungsgefühl in der Brust, im Arm oder hinter dem Brustbein; Beschwerden, welche in den

Rücken, in den Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen; Völlegefühl, Magenbeschwerden oder

Würgegefühl; Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel; extremes Schwäche- oder

Angstgefühl oder Kurzatmigkeit; schneller oder unregelmässiger Herzschlag.

·Deutliche Erhöhung des Blutdrucks.

·Gelbsucht.

·Wachstum von gutartigen Geschwülsten der Gebärmutter.

·Zunahme von epileptischen Anfällen.

Wenn Sie an folgenden Symptomen gelitten haben oder leiden, ist eine besonders engmaschige

Überwachung Ihres Gesundheitszustandes erforderlich

Verdickungen im Bereich der Brüste, Erkrankungen der Gebärmutter (z.B. Endometriumhyperplasie,

Endometriose), Risikofaktoren für Sexualhormonabhängige Krebserkrankungen (z.B. Brustkrebs bei

Verwandten ersten Grades), Bluthochdruck, Migräne, Zuckerkrankheit, Lebererkrankungen,

Erkrankungen der Gallenblase, Fettstoffwechselstörungen, Porphyrie (eine Stoffwechselerkrankung),

Asthma, Epilepsie, Lupus erythematodes (eine Autoimmunerkrankung), Innenohrschwerhörigkeit

(Otosklerose).

Krebserkrankungen

Aus mehreren wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die über

mehrere Jahre lang eine Hormonersatztherapie erhalten, leicht erhöht ist. Dieses Risiko ist unter einer

kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie höher als unter einer Östrogen-Monotherapie und das

leicht erhöhte Risiko geht nach Absetzen der Behandlung langsam zurück und kehrt wieder auf das

Niveau bei Frauen zurück, die nie eine Hormonsubstitution erhalten haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

nimmt eine regelmässige Untersuchung ihrer Brüste vor, insbesondere wenn es in Ihrer Familie

Brustkrebsfälle gibt oder wenn Sie Zysten oder Knötchen in der Brust aufweisen. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird Ihnen eventuell auch eine Mammographie verordnen. Teilen Sie es Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin mit, wenn Sie während der Behandlung Veränderungen in Ihren Brüsten bemerken.

Bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Risiko eines Endometriumkarzinoms (Krebs der

Gebärmutterschleimhaut) unter einer Östrogen-Monotherapie im Vergleich zu unbehandelten Frauen

erhöht, wobei dieses Risiko von der Behandlungsdauer und der Östrogendosis abhängig zu sein

scheint. Das höchste Risiko scheint mit einer langfristigen Anwendung verbunden zu sein. Falls Sie

während der Therapie unter Durchbruch- oder Schmierblutungen leiden, kontaktieren Sie sofort

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin für weitere Abklärungen.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass eine Hormonersatztherapie (sowohl für eine Östrogen-

Monotherapie als auch für eine kombinierte Hormonersatztherapie) mit einem gering erhöhten

Risiko für die Entwicklung von Eierstockkrebs verbunden sein könnte.

Nach der Anwendung von hormonellen Wirkstoffen, wie sie in Estring enthalten sind, wurden in

seltenen Fällen gutartige und noch seltener bösartige Veränderungen im Bereich der Leber

beobachtet. Diese Veränderungen führten in Einzelfällen zu potentiell tödlichen Blutungen im

Bauchraum. Informieren Sie daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an starken

Oberbauchschmerzen oder Anzeichen für eine Blutung im Bauchraum leiden.

Beeinflussung der Blutgerinnung, Risiko für Gefässerkrankungen

Im Gegensatz zu einer Kombinations-Hormonersatztherapie wurde bei einer Östrogen-

Monotherapie kein Einfluss auf die Häufigkeit von Erkrankungen der Herzkranzgefässe beobachtet.

Sowohl unter einer Kombinations-Hormonersatztherapie als auch unter einer Östrogen-

Monotherapie wurde jedoch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko beobachtet.

Eine Östrogentherapie bzw. eine Substitutionstherapie mit einer Östrogen/Gestagen- Kombination ist

mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln verbunden. Dieses erhöhte Risiko

wurde nur bei Frauen während einer Hormonersatztherapie beobachtet, nicht jedoch bei Frauen, die

in der Vergangenheit eine solche Behandlung erhielten. Das Risiko scheint in den ersten

Behandlungsjahren grösser zu sein.

Beim Auftreten entsprechender Symptome (wie z.B. Anschwellen eines Beins, Schmerzen im

Brustkorb oder Atemnot) oder bei Verdacht auf ein thromboembolisches Geschehen müssen Sie mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen, und die Behandlung ist sofort abzubrechen.

Patientinnen mit Risikofaktoren für venöse Thromboembolien (bestehende oder früher aufgetretene

venöse thromboembolische Ereignisse bei Geschwistern oder Eltern, Rauchen, Übergewicht,

bösartige Erkrankungen Lupus erythematodes) sowie Patientinnen mit Spontanaborten in der

Vergangenheit und längerer Immobilisierung aufgrund von Operationen bedürfen einer besonders

sorgfältigen Überwachung.

Informieren Sie daher rechtzeitig Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen ein Spitalaufenthalt

oder ein chirurgischer Eingriff geplant ist. Sollten Sie unerwartet in ein Spital müssen, informieren

Sie bitte den behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin, dass Sie Estring anwenden. Das

Risiko einer Blutgerinnselbildung kann nach Operationen, bei schweren Verletzungen oder bei

längerer Bettlägerigkeit vorübergehend erhöht sein. Sie dürfen die Behandlung mit Estring erst

wieder aufnehmen, wenn Sie vollständig mobil sind.

Demenz

In seltenen Fällen wurde bei alten Patientinnen, die über einen langen Zeitraum hinweg Präparate für

eine Kombinations-Hormonersatztherapie (Östrogen/Gestagen) erhielten, eine Beeinträchtigung des

Gedächtnisses oder der geistigen Leistungsfähigkeit beobachtet.

Andere Vorsichtsmassnahmen

Östrogene können Flüssigkeit im Körpergewebe zurückhalten. Patientinnen mit Herz- oder

Nierenfunktionsstörungen werden deshalb während der Therapie besonders überwacht.

Frauen mit einer Hypertriglyzeridämie (einer Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Triglyceride

im Blut) werden während der Therapie besonders überwacht, da in seltenen Fällen unter einer

Östogentherapie über einen starken Anstieg der Triglyzeride, teilweise mit nachfolgender

Bauchspeicheldrüsenentzündung berichtet wurde.

Die Einnahme von Östrogenen kann Symptome eines Angioödems (Schwellung von Haut und

Schleimhäute, z.B. Gesicht oder Atemwege) hervorrufen oder verschlimmern, insbesondere bei

Frauen mit einem erblich bedingten Angioödem.

Estring sollte nicht in Kombination mit einer anderen östrogenhaltigen Hormonersatztherapie (z.B. in

Form von Tabletten, Pflaster, Lösung, etc.) angewendet werden.

Aufgrund der geringen, nur lokal aufgenommenen Wirkstoffmenge sind Arzneimittelinteraktionen

bei der Anwendung von Estring unwahrscheinlich. Bitte sprechen Sie dennoch mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin, bevor Sie andere Medikamente gleichzeitig mit Estring verwenden. Einige

Medikamente verringern die Wirksamkeit von Estring. Dies gilt sowohl für ärztlich verschriebene als

auch für rezeptfreie Medikamente. Insbesondere gilt dies für Antiepileptika wie Phenytoin oder

Carbamazepin, Barbiturate, Antibiotika wie z.B. Rifampicin oder Rifabutin, Medikamente zur

Behandlung von AIDS wie z.B. Nevirapin, Ritonavir, Nelfinavir und Efavirenz, sowie für

pflanzliche Präparate auf Basis von Johanniskraut (Hypericum).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Estring während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Estring darf während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden. Estring

wird nur für die Behandlung nach den Wechseljahren eingesetzt.

Wie verwenden Sie Estring?

Einführen des Ringes

Stellen Sie einen Fuss auf einen Stuhl oder setzen Sie sich auf die Toilette. Drücken Sie den Ring

leicht zu einem Oval zusammen und führen Sie ihn so weit wie möglich in die Scheide ein. Der Ring

passt sich in den oberen Teil der Scheide ein.

Tragen des Ringes

Der Vaginalring wird während 3 Monaten kontinuierlich getragen und anschliessend durch einen

neuen Ring ersetzt. Am Ende dieser Patienteninformation befindet sich eine Karte, die Ihnen als

Erinnerungshilfe für den rechtzeitigen Ersatz von Estring dienen soll. Erfahrungsgemäss werden Sie

normalerweise nicht bemerken oder spüren, dass Sie in der Scheide einen Ring tragen. Sie können

den Ring ohne Probleme für Sie oder Ihren Partner auch beim Geschlechtsverkehr tragen. Starkes

Pressen bei erschwertem Stuhlgang kann zu einem Hinuntergleiten des Ringes in den unteren Teil

der Scheide führen. Stellen Sie ein Herausrutschen des Ringes fest, stossen Sie ihn mit dem Finger

einfach wieder nach oben. Falls der Vaginalring ganz aus der Scheide herausgleiten sollte, spülen Sie

ihn mit lauwarmem Wasser (nicht heiss!) ab und führen Sie ihn wieder ein - oder wenden Sie sich an

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Entfernen des Ringes

Stellen Sie einen Fuss auf einen Stuhl oder setzen Sie sich auf die Toilette und führen Sie Ihren

Zeigefinger tief in die Scheide ein. Legen Sie Ihren Finger um den Ring und ziehen Sie ihn heraus.

Falls Sie Schwierigkeiten haben sollten, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Estring haben?

Estring wirkt vorwiegend lokal auf die Scheide, der Wirkstoff tritt nur in kleinsten Mengen ins Blut

über.

Im Allgemeinen wird der Scheidenring gut vertragen. Gelegentlich können lokale Reizungen,

Juckreiz oder vermehrter Scheidenausfluss auftreten. Meist sind dies nur vorübergehende

Erscheinungen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Estring auftreten:

Sehr häufig

Vermehrte Sekretion der Scheidenschleimhaut als Ausdruck des Wiederaufbaus der Schleimhaut.

Dies kann eine normale Begleiterscheinung der Behandlung mit Estring sein.

Häufig

Scheidenpilz oder Scheidenentzündung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Infektionen der

Harnwege, Grippe-ähnliche Symptome, Scheidenblutungen, Scheidenirritationen, Brustschmerzen,

Brustvergrösserung, Juckreiz, Hitzewallungen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Entzündungen der

Nasennebenhöhlen oder der oberen Atemorgane, Gelenkschmerzen.

Gelegentlich

Überempfindlichkeit.

Selten

Defekt des Scheidengewebes, Vaginalgeschwüre.

Häufigkeit nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der

Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden)

Verklebungen/Verwachstungen des Rings mit der Scheidenwand.

Nicht für alle gemeldeten unerwünschten Wirkungen ist ein direkter Zusammenhang mit Estring

bewiesen.

Im Zusammenhang mit einer oralen Östrogenbehandlung wurde darüber hinaus über folgende

unerwünschte Wirkungen berichtet (siehe auch «Wann ist bei der Anwendung von Estring Vorsicht

geboten?»):

Appetit- und Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Veränderungen des

Sexualtriebes, Migräne, Schwindel, Krampfanfälle, plötzliche Durchblutungsstörungen eines Organs

(Apoplex), Herzinfarkt, venöse Thromboembolien (Bildung von Blutgerinnseln in den Venen),

Blutdruckanstieg, Erkrankungen der Gallenblase, Gelbsucht durch Gallenstau (cholestatischer

Ikterus), Hautausschlag, braune Flecken auf der Haut, Akne, übermässige Behaarung, Haarausfall,

akute entzündliche Erkrankung der Haut oder Schleimhaut (Erythema multiforme), entzündliche

Hautveränderung mit Knötchenbildung (Erythema nodosum), kleinfleckige Kapillarblutungen in der

Haut (vaskuläre Purpura), Unterleibsschmerzen, Grössenzunahme von Gebärmuttermyomen,

periphere Flüssigkeitsansammlung.

Da es sich bei Estring um ein niedrig-dosiertes, lokal angewendetes Präparat handelt, ist es eher

unwahrscheinlich, dass derartige Symptome auch unter Behandlung mit Estring auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie hier

beschriebene Nebenwirkungen beobachten, welche von schwerwiegender oder dauerhafter Art sind.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nicht über 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Estring wird mit dem Haushaltsabfall entsorgt (nicht in die Toilette werfen).

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Estring enthalten?

Ein Vaginalring enthält:

Wirkstoff: 2 mg Estradiolhemihydrat

Hilfsstoffe: Silikonelastomer, Silikonflüssigkeit, Bariumsulfat.

Zulassungsnummer

52275 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Estring? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Eine Packung enthält 1 Vaginalring (enthält total 2 mg Estradiol; 7.5 µg/24 h).

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V012

Diese Karte ist eine Erinnerungshilfe, damit Sie wissen, wann Sie Estring ersetzen müssen.

Notieren Sie hier das Datum, an welchem Sie den Ring eingesetzt haben, sowie den Termin nach

Ablauf von drei Monaten, an welchem Estring durch einen neuen Ring ersetzt werden muss.

Estring eingesetzt am: .......................................

Estring zu ersetzen am: .....................................

Fachinformation

Estring®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff

Estradiolum hemihydricum, Ph. Eur.

Hilfsstoffe

Silikonelastomer, Silikonflüssigkeit, Barii sulfas, Excipiens pro praeparatione.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Vaginalring enthält: Estradiolum hemihydricum, Ph. Eur. 2 mg (7.5 µg/24 h).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Lokale Behandlung von postmenopausalen urogenitalen Atrophiesymptomen, welche durch

Östrogenmangel hervorgerufen werden, wie z.B. Trockenheit der Vagina (atrophische Vaginitis) mit

oder ohne Pruritus vulvae, Dyspareunie, Dysurie und Harndrang (atrophische Schleimhaut in

Harnröhre und Trigonum).

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Bei der Behandlung postmenopausaler Symptome mit Östrogenen oder einer Östrogen/Gestagen-

Kombination soll grundsätzlich die niedrigste wirksame Dosierung angewendet und so kurz als

möglich behandelt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die maximal

empfohlene Therapiedauer ohne Unterbruch beträgt 2 Jahre.

Estring kann sowohl bei hysterektomierten als auch bei nicht-hysterektomierten Frauen angewendet

werden. Die zusätzliche Gabe eines Gestagens ist nicht erforderlich.

Anwendung

Ein Vaginalring wird leicht zusammengedrückt und ins obere Drittel des Scheidengewölbes

eingeführt. Der Ring wird während 3 Monaten kontinuierlich getragen und anschliessend durch einen

neuen ersetzt.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche: Die Anwendung von Estring ist in dieser Altersgruppe nicht indiziert.

Ältere Patientinnen: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Niereninsuffizienz: Zur Anwendung von Estring bei Patientinnen mit eingeschränkter

Nierenfunktion liegen keine Daten vor. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht

werden.

Leberinsuffizienz: Zur Anwendung von Estring bei Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion

liegen keine Daten vor. Wie alle Sexualhormone ist Estring bei Patientinnen mit aktiven

Lebererkrankungen kontraindiziert.

Kontraindikationen

·Vorausgegangenes, bestehendes oder vermutetes Mammakarzinom.

·Bekannte oder vermutete östrogenabhängige Neoplasien (v.a. Endometriumkarzinom).

·Unbehandelte Endometriumhyperplasie.

·Diagnostisch nicht abgeklärte Vaginalblutungen.

·Bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren.

·Lebererkrankung.

·Frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (z.B. tiefe Venenthrombose,

Lungenembolie).

·Frühere oder bestehende arterielle thromboembolische Erkrankungen (z.B. Schlaganfall,

Myokardinfarkt).

·Vorliegen von Risikofaktoren für die Entstehung venöser oder arterieller thromboembolischer

Erkrankungen wie bekannte Thrombophilien (z.B. Mangel an Protein-C, Protein-S oder

Antithrombin).

·Akute intermittierende Porphyrie.

·Bekannte oder vermutete Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

·Bekannte oder vermutete Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (Estradiol) oder einem der

Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anamnese und medizinische Untersuchungen

Jeder Therapie mit Östrogenen sollten eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustandes und

eine gründliche gynäkologische Untersuchung vorangehen, die mindestens jährlich zu wiederholen

sind. Die Eigen- und Familienanamnese sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Das Nutzen-Risiko-

Verhältnis muss vor jeder Therapie und für jede Patientin individuell sorgfältig abgewogen werden.

Es sollte immer die niedrigste wirksame Dosis und die kürzest mögliche Behandlungsdauer gewählt

werden.

Vaginale Reizung

Estring ist möglicherweise für Frauen mit schmaler, kurzer oder verengter Vagina nicht geeignet.

Schmale oder verengte Vagina, Vaginalprolaps oder vaginale Infektionen erhöhen das Risiko einer

durch den Estradiol-Vaginalring verursachten Irritation oder Ulzeration. Bei schwerer

Vaginalatrophie wurde auch über eine Adhäsion des Ringes an die Vaginalwand berichtet.

Frauen mit Anzeichen einer vaginalen Reizung sollten ihren Arzt konsultieren. Leichte Anzeichen

einer Irritation sind oft vorübergehend.

Eine eingehende Untersuchung jeder Frau mit ungewöhnlichem Fluor vaginalis, vaginalen

Beschwerden oder Blutungen ist angezeigt, um Ulzerationen, Infektionen oder eine refraktäre

atrophische Vaginitis auszuschliessen.

Bei Frauen mit anhaltenden oder starken Beschwerden aufgrund der Präsenz oder übermässiger

Bewegung des Ringes sollte die Behandlung abgebrochen werden. Auch bei Anzeichen einer

Ulzeration oder starken Entzündung infolge refraktärer atrophischer Vaginitis sollte die Behandlung

abgebrochen werden.

Vaginale Infektion

Eine vorbestehende vaginale Infektion sollte vor Beginn der Therapie mit Estring behandelt werden.

Tritt während der Therapie mit Estring eine vaginale Infektion auf und erfolgt deren Behandlung

systemisch, so kann die Therapie mit Estring fortgeführt werden. Während einer lokalen Behandlung

mit anderen vaginal anzuwendenden Präparaten sollte Estring vorübergehend entfernt werden.

Erschwerte Entfernung des Vaginalringes

Es wurde über Fälle berichtet, in denen der Ring mit der Vaginalwand verwachsen war, was die

Entfernung des Rings erschwerte. In einigen dieser Fälle war eine operative Entfernung des Rings

erforderlich.

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Falls während einer Östrogenbehandlung eine der oben genannten Kontraindikationen auftritt sowie

bei Eintreten einer der folgenden Situationen, muss die Behandlung mit Estring sofort abgebrochen

werden, bis ein Zusammenhang mit der Therapie definitiv ausgeschlossen werden kann:

·Symptome eines venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignisses bzw. bei Verdacht

darauf; hierzu gehören auch:

·Erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen.

·Plötzlicher partieller oder vollständiger Visusverlust.

·Plötzliche Hörstörungen.

·Klinisch relevanter Blutdruckanstieg.

·Verschlechterung der Leberfunktion oder Auftreten von Hepatitis oder Ikterus.

·Erkennbares Wachstum von Myomen.

·Zunahme epileptischer Anfälle.

Umstände, die eine besondere Überwachung erfordern

Wenn folgende Beschwerden bestehen, vor kurzem aufgetreten sind und/oder sich während einer

Schwangerschaft oder während einer früheren Hormonbehandlung verschlechtert haben, sollte die

Patientin sorgfältig überwacht werden. Es sollte in Betracht gezogen werden, dass diese

Beschwerden während der Behandlung mit Estring wieder auftreten bzw. sich verschlechtern

können:

·Risikofaktoren für östrogenabhängige Tumoren (z.B. Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades)

·Endometriumshyperplasie (auch in der Anamnese)

·Leiomyome des Uterus oder Endometriose

·Benigne Brustveränderungen

·Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen

·Migräne

·Hypertonie

·Fettstoffwechselstörungen

·Diabetes mellitus mit oder ohne Gefässbeteiligung

·Erkrankungen der Leber oder der Gallenblase

·Porphyrie

·Asthma

·Epilepsie

·Systemischer Lupus erythematodes

·Otosklerose

Nachfolgend findet sich eine Beschreibung der Risiken, welche unter einer systemischen

Hormonersatztherapie (HRT) beobachtet wurden. Aufgrund der nahe der Nachweisgrenze liegenden

Estradiolkonzentrationen ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Risiken auch für Estring gelten. Da

jedoch vergleichende Daten mit anderen Darreichungsformen fehlen, sollten die nachfolgend

beschriebenen Erkenntnisse aus Studien mit systemischer Östrogentherapie beachtet werden,

insbesondere bei längerfristiger oder wiederholter Behandlung mit Estring.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

Randomisierte, kontrollierte Studien und epidemiologische Studien ergaben bei Frauen, die eine

Hormonsubstitutionstherapie über mehrere Jahre anwandten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Meist

war das relative Risiko unter einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie höher als unter einer

Östrogen-Monotherapie. Dies galt sowohl für eine kontinuierliche als auch für eine sequentielle

Therapie.

Eine Metaanalyse von 51 epidemiologischen Studien zeigte, dass das Risiko, an Brustkrebs zu

erkranken, mit der Dauer der HRT zunimmt und nach Absetzen der HRT abnimmt. Das relative

Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, war 1.35 (95% CI 1.21–1.49) für Frauen, die eine HRT während

5 Jahren oder länger anwandten.

Die Women's Health Initiative (WHI) Studie, eine grosse, prospektive, Placebo-kontrollierte,

randomisierte Studie, zeigte im Vergleich zu Placebo unter kombinierter HRT mit konjugierten

Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat nach einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 5.6

Jahren eine Zunahme invasiver Mammakarzinome in der Östrogen-Gestagen-Gruppe (relatives

Risiko 1.24 [95% CI 1.02-1.50]). Für die Monotherapie war das Risiko hingegen nicht erhöht

(relatives Risiko 0.77 [95% CI 0.59-1.01]).

In der Million Women Study, einer nicht-randomisierten Kohortenstudie, fand sich ebenfalls das

höchste Risiko unter einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie (relatives Risiko 2.00 [95% CI

1.88-2.12]), während es für eine Östrogen-Monotherapie nur 1.30 betrug (95% CI 1.21-1.40).

Bei allen Arten der HRT stieg das Risiko mit zunehmender Dauer der Anwendung. Nach Absetzen

der Therapie ist das Risiko regredient.

Endometriumkarzinom

Eine länger dauernde Monotherapie mit einem Östrogen erhöht das Risiko für die Entwicklung einer

Endometriumshyperplasie oder eines Endometriumkarzinoms. Der Risikoanstieg ist sowohl von der

Östrogendosis als auch von der Dauer der Behandlung abhängig. Nach Therapieende bleibt das

Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht.

Während der Behandlung mit Estring ist eine minimale systemische Resorption möglich, dies

insbesondere zu Beginn der Therapie bei atrophischem Vaginalepithel (siehe «Pharmakokinetik»).

Da der Estradiolspiegel im Plasma normalerweise aber unter Anwendung von Estring die

physiologischen postmenopausalen Werte nicht übersteigt, wird die zusätzliche Gabe eines

Gestagens nicht empfohlen.

Die Patientinnen sollten aufgefordert werden, ihren Arzt zu kontaktieren, falls unter der Behandlung

mit Estring Durchbruch- oder Schmierblutungen auftreten. Falls zu irgendeinem Zeitpunkt der

Therapie Durchbruch- oder Schmierblutungen auftreten, muss eine Abklärung erfolgen, um eine

maligne Entartung des Endometriums auszuschliessen, ggf. einschliesslich einer

Endometriumsbiopsie.

Ovarialkarzinom

Mehrere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine menopausale Hormontherapie mit

einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines epithelialen Ovarialkarzinomes verbunden sein

könnte. Eine Risikoerhöhung wurde sowohl für eine Östrogen-Monotherapie als auch für eine

kombinierte Hormonersatztherapie gefunden. Während die meisten Studien eine Risikoerhöhung erst

bei einer Langzeitanwendung (d.h. mindestens 5 Jahre) zeigten, fand sich in einer 2015 publizierten

Metaanalyse (unter Berücksichtigung von insgesamt 17 prospektiven und 35 retrospektiven Studien)

kein solcher Zusammenhang mit der Anwendungsdauer.

In der prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrollierten WHI-Studie fand sich eine statistisch

nicht signifikante Risikoerhöhung (HR 1.41; 95%-KI 0.75-2.66).

Da Ovarialkarzinome sehr viel seltener sind als Brustkrebs, ist die absolute Risikoerhöhung bei

Frauen, welche eine menopausale Hormontherapie anwenden oder bis vor kurzem angewendet

haben, gering.

In wie weit diese Ergebnisse auch auf eine Gestagen-Monotherapie übertragbar sind, ist nicht

bekannt.

Lebertumoren

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie auch Estring enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu

lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden,

eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein

Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und eine geeignete Therapie

eingeleitet werden.

Thromboembolische Erkrankungen

Koronare Herzerkrankung und Schlaganfall

Eine HRT sollte nicht eingesetzt werden zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Grosse

klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt in der Primärprophylaxe (WHI-Studie) oder

Sekundärprophylaxe (HERS-Studie) kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die WHI Studie zeigte bei mehr als 8000 älteren, postmenopausalen Frauen (Alter bei Studienbeginn

50–79 Jahre, mittleres Alter 63 Jahre), welche eine orale HRT mit konjugierten Östrogenen und

Medroxyprogesteronacetat (MPA) während durchschnittlich 5.2 Jahren erhielten, ein gegenüber

Placebo erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (relatives Risiko [RR] 1.24 [95% CI 1.00–

1.54], absolute Risikoerhöhung 6 Fälle pro 10000 Personenjahre). Das Risiko war am höchsten im

ersten Jahr nach Beginn der HRT (RR 1.81 [95% CI 1.09–3.01]). Mit zunehmendem Abstand zur

Menopause nahm das Risiko zu (Menopause <10 Jahre: RR 0.89; Menopause 10–19 Jahre: RR 1.22;

Menopause ≥20 Jahre: RR 1.71). Im Östrogen-Monotherapie-Arm war kein signifikanter Einfluss

auf das kardiovaskuläre Risiko erkennbar (RR 0.91 [95% CI 0.75–1.12]).

Das zerebrovaskuläre Risiko war in der WHI-Studie sowohl unter kombinierter Östrogen-Gestagen-

Therapie (RR 1.31 [95% CI 1.02–1.68]) als auch unter Östrogen-Monotherapie (RR 1.39 [95% CI

1.10–1.77]) erhöht.

Die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS und HERS II), eine prospektive,

Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 1300 postmenopausalen Frauen mit

vorbestehender koronarer Herzkrankheit (mittleres Alter bei Studieneinschluss 67 Jahre), welche

eine orale HRT mit konjugierten Östrogenen und MPA während durchschnittlich 4.1 Jahren (HERS)

bzw. 2.7 Jahren (HERS II) erhielten, keine Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Das relative

Risiko war 0.99 (95% CI 0.84–1.17). Das Risiko war am höchsten im ersten Jahr nach Beginn der

HRT (RR 1.52 [95% CI 1.01–2.29]).

Venöse Thromboembolien

Eine systemische HRT ist mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

verbunden, v.a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Zwei kontrollierte randomisierte

Studien (WHI und HERS) und mehrere epidemiologische Studien ergaben ein 2 bis 3-fach erhöhtes

Risiko bei Frauen, die eine HRT anwandten, verglichen mit Frauen, die nie eine solche Behandlung

angewendet hatten. Das Risiko scheint im ersten Jahr der Anwendung höher zu sein.

In der WHI-Studie war das VTE-Risiko bei Frauen, die täglich konjugierte equine Östrogene

erhielten, gegenüber dem Placebo-Arm erhöht. Dies galt tendenziell auch für jene

Behandlungsgruppe, welche eine Östrogen-Monotherapie erhielt. Hier lag das relative Risiko für

eine tiefe Venenthrombose bei 1.47 (95% CI 0.87-2.47), für eine Lungenembolie bei 1.34 (95% CI

0.70-2.55). Bei den Frauen, welche eine Östrogen-Monotherapie erhielten, traten 30 VTE's pro

10000 Frauenjahre auf gegenüber 22 Fällen bei den unbehandelten Frauen.

Für Nicht-Anwenderinnen wird die Anzahl der VTE-Fälle während eines Zeitraumes von 5 Jahren

auf 3 von 1000 Frauen für die Altersgruppe 50–59 Jahre und auf 8 von 1000 Frauen für die

Altersgruppe 60–69 Jahre geschätzt. Bei gesunden Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie

über 5 Jahre durchführten, traten zwischen 2 und 6 zusätzliche Fälle von VTE in der Altersgruppe

50–59 Jahre und zwischen 5 und 15 zusätzliche Fälle in der Altersgruppe 60–69 Jahre pro 1000

Frauen auf.

Bei Auftreten entsprechender Symptome oder Verdacht eines thromboembolischen Ereignisses muss

das Präparat sofort abgesetzt werden. Die Patientinnen müssen angehalten werden, sofort Kontakt

mit einem Arzt / einer Ärztin aufzunehmen, wenn sie mögliche Symptome einer VTE bemerken

(insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beines, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Dyspnoe).

Patientinnen mit Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse sollen sorgfältig überwacht

werden. Womöglich sollten andere Therapien in Betracht gezogen werden.

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören eine entsprechende Eigen- oder

Familienanamnese für thromboembolische Erkrankungen (insbesondere VTE's in jungen

Lebensjahren bei Eltern oder Geschwistern), Rauchen, erhebliches Übergewicht (BMI >30 kg/m2),

maligne Erkrankungen sowie ein systemischer Lupus erythematodes. Das Risiko für venöse

Thromboembolien erhöht sich auch mit zunehmendem Alter.

Das VTE-Risiko kann vorübergehend erhöht sein bei längerer Immobilisierung sowie nach

schwerem Trauma oder grösseren operativen Eingriffen. Bei Frauen unter Hormonsubstitution ist

grösste Beachtung auf prophylaktische Massnahmen zu legen, um venöse Thromboembolien nach

einem chirurgischen Eingriff zu vermeiden. Insbesondere bei Operationen an den unteren

Extremitäten oder im abdominellen Bereich sollte eine Unterbrechung der HRT erwogen werden, bei

geplanten Operationen möglichst 4-6 Wochen vor dem Eingriff. Die Behandlung sollte erst dann

wieder aufgenommen werden, wenn die Frau vollständig mobilisiert ist.

Eine Anamnese mit wiederholten Spontanaborten sollte abgeklärt werden, um eine Thrombophilie-

Prädisposition auszuschliessen. Bei Frauen mit dieser Diagnose ist die Anwendung einer

Hormonersatztherapie kontraindiziert.

Demenz

Es gibt keine Hinweise auf eine Verbesserung kognitiver Funktionen durch eine HRT. Aus der WHI-

Studie gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die

nach dem 65. Lebensjahr mit einer kombinierten systemischen HRT (konjugierte equine Östrogene

plus Medroxyprogesteronacetat) behandelt wurden. Es ist nicht bekannt, in wie weit diese Ergebnisse

auch auf jüngere postmenopausale Frauen oder auf HRT-Präparate mit anderen Wirkstoffen und/oder

Verabreichungswegen übertragbar sind.

Andere Vorsichtsmassnahmen

Östrogene können eine Flüssigkeitsretention verursachen. Patientinnen mit Herz- oder

Nierenfunktionsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.

Bei Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie (insbesondere bei familiären Formen) wurde

unter einer Östrogentherapie in seltenen Fällen über einen starken Anstieg der Plasma-Triglyzeride,

teilweise mit nachfolgender Pankreatitis, berichtet. Solche Patientinnen sollten daher unter einer

HRT sorgfältig überwacht werden.

Sollte unter einer HRT eine Endometriose wieder reaktiviert werden, wird empfohlen, die Therapie

abzubrechen.

Exogene Östrogene können Symptome eines Angioödems induzieren oder verschlimmern,

insbesondere bei Frauen mit hereditärem Angioödem.

Die oben angegebenen Risiken einer systemischen HRT wurden überwiegend bei der Behandlung

von Frauen im Alter ≥50 Jahren beschrieben. Über die Übertragbarkeit dieser Daten auf Patientinnen

mit vorzeitiger Menopause (d.h. Ausfall der Ovarialfunktion vor Vollendung des 40. Lebensjahres

infolge endokriner/genetischer Erkrankungen, Ovarektomie, Malignomtherapie etc.) bis zum

Erreichen des normalen Menopausenalters liegen keine Daten vor. In dieser Altersgruppe sollte eine

spezielle Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden, wobei auch die Ätiologie der vorzeitigen

Menopause (chirurgisch versus andere Ursachen) berücksichtigt werden sollte. Diagnostik und

Einleitung der Therapie sollten bei Patientinnen mit vorzeitiger Menopause möglichst in einem

entsprechenden Zentrum erfolgen, welches Erfahrung mit der Behandlung dieses Krankheitsbildes

besitzt.

Estring soll nicht zusammen mit einer Östrogen-haltigen systemischen Hormonersatztherapie

angewendet werden, da keine Daten über die systemische Exposition bei einer solchen Kombination

vorliegen.

Interaktionen

Aufgrund der geringen, nur topisch applizierten Wirkstoffmenge sowie wegen der Umgehung des

enterohepatischen Kreislaufs sind Arzneimittelinteraktionen bei der Anwendung von Estring

unwahrscheinlich.

Enzyminduktoren

Die Metabolisierung von Östrogenen kann jedoch durch die gleichzeitige Gabe von Substanzen,

welche eine induzierende Wirkung auf Arzneimittel-metabolisierende Enzyme, insbesondere auf

Cytochrom P450 (CYP450) besitzen, beschleunigt werden. Hierzu gehören insbesondere

Antikonvulsiva (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin) und Antiinfektiva (z.B. Rifabutin,

Rifampicin, Efavirenz, Nevirapin) sowie Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum).

Obwohl Ritonavir und Nelfinavir als starke CYP450-Inhibitoren bekannt sind, zeigen sie bei

gleichzeitiger Gabe mit Steroidhormonen induzierende Eigenschaften.

Enzyminhibitoren

Umgekehrt kann der Metabolismus von Estradiol durch die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-

Inhibitoren gehemmt werden, sodass die systemische Exposition erhöht werden kann. Dies gilt z.B.

für Azol-Antimykotika, Cobicistat und Makrolid-Antibiotika.

Schwangerschaft/Stillzeit

Estring hat keine Indikation in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit.

Schwangerschaft

Die Anwendung von Estring ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Tritt unter der

Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, muss das Arzneimittel sofort

entfernt und der Arzt / die Ärztin konsultiert werden.

Eine Östrogentherapie während der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko einer fetalen

kongenitalen Störung der Sexualorgane und möglicherweise auch mit anderen embryotoxischen

Effekten verbunden. Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf tierexperimentellen

Untersuchungen. Die meisten bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben jedoch

keine eindeutigen Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn

Östrogene versehentlich während der Schwangerschaft verabreicht wurden.

Stillzeit

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein kann. Geringe Wirkstoffmengen können in die Milch übertreten,

der Effekt auf den Säugling wurde nicht untersucht.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt. Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und

auf das Bedienen von Maschinen durch Estring sind unwahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Die biologische Sicherheit des Silikonelasomers wurde in verschiedenen in vitro und in vivo

Versuchsmodellen untersucht. Im Allgemeinen wurde der Estradiol-Vaginalring gut toleriert. In

klinischen Studien führten unerwünschte Wirkungen bei 5.4% (14/261) der Patientinnen unter

Behandlung mit Estradiol-Vaginalring und bei 3.8% (5/132) der Patientinnen unter Behandlung mit

einer östrogenhaltigen Vaginalcrème zum Abbruch der Behandlung. Die häufigsten Gründe für einen

Behandlungsabbruch waren vaginale Beschwerden und gastrointestinale Störungen.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit beschrieben,

welche in den klinischen Studien und nach der Markteinführung beobachtet wurden.

Häufigkeitsangaben

«Sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100); «selten»

(≥1/10'000, <1/1000); «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (basierend überwiegend auf

Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: vaginale Candidiasis, Harnwegsinfekte.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hitzewallungen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Pruritus.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthropathien (Arthralgien, Arthritis, Arthrose), Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Brustdrüse

Sehr häufig: Leukorrhöe (Dieses Symptom zeigt die Östrogenisierung der Vaginalschleimhaut an

und kann daher als normale Begleiterscheinung der Therapie mit Estring gewertet werden).

Häufig: urogenitaler Pruritus, Vaginitis, vaginale Blutungen, Brustschmerzen, Anschwellen oder

Vergrösserung der Brust.

Nicht bekannt: erschwerte Entfernung des Vaginalrings.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Grippe-ähnliche Symptome, vaginale Irritation/Beschwerden.

Selten: Erosion des Vaginalepithels, Vaginalulcus.

Im Zusammenhang mit einer systemischen Östrogenbehandlung wurde darüber hinaus über folgende

unerwünschten Wirkungen berichtet (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»):

Appetit- und Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen,

Libidoveränderungen, Migräne, Schwindel, Krampfanfälle, Apoplex, Myokardinfarkt, venöse

Thromboembolien, Blutdruckanstieg, abnormale Leberfunktionstests, Erkrankungen der Gallenblase,

cholestatischer Ikterus, Hautausschlag, Chloasma, Akne, Hirsutismus, Alopezie, Erythema

multiforme, Erythema nodosum, vaskuläre Purpura, Unterleibsschmerzen, Grössenzunahme von

Uterusmyomen, periphere Ödeme.

Da es sich bei Estring um ein niedrig-dosiertes, topisch angewendetes Präparat mit geringer

systemischer Exposition handelt, ist es eher unwahrscheinlich, dass derartige Symptome auch unter

Behandlung mit Estring auftreten.

Überdosierung

Aufgrund der Applikationsart ist die Gefahr einer Überdosierung nicht gegeben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03CA03

Estring ist ein Vaginalring aus Silkonelastomer, der ein Wirkstoffdepot von 2 mg des natürlichen

Hormons Estradiol enthält. Estring gibt während 90 Tagen gleichmässig sehr geringe und konstante

Mengen Estradiol (7.5 µg/24 h) ab. Diese kontrollierte Wirkstoffabgabe führt zu einer lokal

therapeutischen Estradiolkonzentration in Vagina und Harnröhre. Das sexualhormonbindende

Globulin und Alpha 2 -PAG (Pregnancy Zone Protein) bleiben unbeeinflusst.

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Estradiol, welches bei fertilen Frauen vorwiegend vom Ovarfollikel produziert wird, ist auf

Rezeptorebene das wirksamste Östrogen. Das zirkulierende Estradiol wird in die Zellen transportiert

und an die Östrogenrezeptoren im Nukleus gebunden, wo es eine Proteinsynthese initiiert und damit

das Zellwachstum stimuliert. Wichtige Zielorgane für Östrogene sind Uterus, Vagina und Urethra.

Sowohl die Schleimhaut als auch die Muskulatur dieser Organe werden in unterschiedlichem Mass

beeinflusst.

Von Estradiol und anderen Östrogenen ist bekannt, dass sie die Zahl der Adrenorezeptoren sowie die

Noradrenalin-induzierte Kontraktionsfähigkeit der Harnröhre erhöhen. Selbst geringe Östrogendosen

können die Durchblutung der Urogenitalorgane erheblich steigern.

Das Estradiol aus dem Vaginalring ersetzt die fehlende oder verminderte körpereigene

Östrogenproduktion nach der Menopause und wirkt den Beschwerden, die bei Östrogenmangel im

Urogenitalsystem auftreten, entgegen. Es stimuliert den Wiederaufbau des atrophischen Vulva- und

Vaginalepithels und normalisiert das gestörte Scheidenmilieu. Der vaginale pH entspricht wieder

dem physiologischen Wert vor der Menopause. Durch Atrophie bedingte Entzündungen sowie

Juckreiz bilden sich zurück, und Kohabitationsbeschwerden verschwinden.

Klinische Wirksamkeit

Die unter der Anwendung von Estring gemessenen Estradiolspiegel sind vergleichbar mit den

Serumwerten unbehandelter Frauen in der Postmenopause und niedriger als jene

Östrogenkonzentrationen, die üblicherweise bei Frauen vor der Menopause während der frühen

Follikelphase gemessen werden.

Klinische Sicherheit

Das Endometrium wird nicht zur Proliferation angeregt. Estring kann daher kontinuierlich ohne

Zusatz eines Gestagens verabreicht werden. Die Behandlung ruft somit keine Blutungen hervor.

Pharmakokinetik

Absorption

Das Estradiol diffundiert aus dem Vaginalring. Nach einem kurzen anfänglichen Peak bleibt die

Estradiolabgabe aus dem Estring bei 7.5 µg/24 h konstant während mindestens 90 Tagen. Nach dem

Einführen von Estring erhöht sich der Plasmaspiegel innerhalb von 3 h auf ca. 200 pmol/l. Nach

dieser ersten Anstiegsphase verringert sich die Östrogenkonzentration im Plasma rasch. Das Steady

State wird innerhalb von 2-3 Tagen erreicht. Während der weiteren Behandlungsdauer liegt der

mittlere Östrogenplasmaspiegel nahe der Quantitätsbestimmungsgrenze von 20-30 pmol/l.

Distribution

Östrogene werden zu einem hohen Anteil an Plasmaproteine (Albumin und SHBG) gebunden. Nur

<2% liegen als freie Substanz vor und sind biologisch aktiv.

Metabolismus

Estradiol wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Die Hauptmetaboliten sind Estriol, Estron

und deren Konjugate. Die metabolische Plasmaclearance variiert zwischen 450 und 625 ml/min/m².

Elimination

Der grösste Teil der Metaboliten wird renal in Form von Glucuroniden und Sulfaten ausgeschieden.

Die Plasmahalbwertszeit beträgt 1-2 h.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es liegen keine Daten zu Patientinnen mit Leber- oder Niereninsuffizienz vor.

Präklinische Daten

Estradiol zeigte ein genotoxisches Risiko in nicht-klinischen Studien. In epidemiologischen Studien

und in Tierstudien konnte ein erhöhtes Karzinogenitäts-Risiko mit Estradiol nachgewiesen werden.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol einen embryoletalen Effekt sowie eine dosisabhängige Reduktion

der Fertilität. Reproduktionstoxikologische Studien in Ratten, Mäusen und Kaninchen erbrachten

einen Hinweis auf teratogene Wirkung. Für Erfahrungen beim Menschen siehe Rubrik

«Schwangerschaft/Stillzeit».

In Untersuchungen an Cynomolgusaffen ergaben sich keine Hinweise auf

Unverträglichkeitsreaktionen bei der Anwendung des Kunststoffringes (ohne Estradiol).

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Sind keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

52275 (Swissmedic).

Packungen

Packung mit 1 Vaginalring (enthält total 2 mg Estradiol; 7.5 µg/24 h). [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

April 2018.

LLD V013

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