Estrifam Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Estradiol-Hemihydrat
Verfügbar ab:
Novo Nordisk Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Estradiol hemihydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Estradiol-Hemihydrat 2.07mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6529781.00.00

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

GEBRAUCHSINFORMATION

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitder

AnwendungdiesesArzneimittelsbeginnen

-HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmals

lesen.

-WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbitteanIhrenArztoderApotheker.

-DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschriebenunddarfnichtanDritte

weitergegebenwerden.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiese

dasselbeKrankheitsbildhabenwieSie.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1. WasistEstrifam®undwofürwirdesangewendet?

2. WasmüssenSievorderEinnahmevonEstrifam®beachten?

3. WieistEstrifam®einzunehmen?

4. WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5. WieistEstrifam®aufzubewahren?

BezeichnungdesArzneimittels:

Estrifam®

DerarzneilichwirksameBestandteilistEstradiol-Hemihydrat.

EineEstrifamFilmtabletteenthält:Estradiol2mgalsEstradiol-Hemihydrat.

DiesonstigenBestandteilesind:

DerTablettenkernenthält:Lactose-Monohydrat,Maisstärke,Gelatine,Talkumund

Magnesiumstearat.

DerFilmüberzugenthält:Hypromellose,Indigocarmin(E132),Titandioxid(E171),Macrogol

400undTalkum.

PharmazeutischerUnternehmer:

NovoNordiskPharmaGmbH

Brucknerstraße1

55127Mainz

Tel.:06131/903-0

Fax:06131/903-250

Hersteller:

NovoNordiskA/S

NovoAllé

DK-2880Bagsvaerd

Dänemark

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

1.WASISTESTRIFAM®UNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

Estrifam®enthältdasweiblicheGeschlechtshormonEstradiol.Diesistmitdeminden

EierstöckenderFraugebildetenEstradiolidentischundwirdalsnatürlichesEstrogen

klassifiziert.

Estrifamwirdangewendet:

- ZurHormonersatzbehandlungbeiBeschwerdendurcheinenMangelandem

weiblichenGeschlechtshormonEstrogenbeiFrauennachderletzten

Periodenblutung(Menopause).

- ZurVorbeugungeinerOsteoporose(Knochenschwund)beiFrauennachderletzten

Periodenblutung,beideneneinhohesRisikofürzukünftigeKnochenbrüchebesteht

unddieanderezudiesemZweckangewendeteArzneimittelnichtvertragenhaben

odernichtanwendendürfen.IhrArztsollteverfügbareBehandlungsmöglichkeiten

mitIhnenbesprechen.

ErfahrungeninderBehandlungvonFrauen,dieälterals65Jahresind,liegennurbegrenzt

vor.

Estrifamwirdals1oder3PackungenmitDrehscheibenzujeweils28Filmtabletten

angeboten.EstrifamistblauundträgtdieGravurNOVO280.

2.WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONESTRIFAM®BEACHTEN?

Estrifamdarfnichteingenommenwerdenbei

-bekanntembestehendenoderfrüheraufgetretenemBrustkrebsbzw.einem

entsprechendenVerdacht

-bekanntenanderenTumoren,derenWachstumdurchZufuhrbestimmterweiblicher

Geschlechtshormone(Estrogene)angeregtwird(v.a.Krebsder

Gebärmutterschleimhaut)odereinementsprechendenVerdacht

-BlutungenausderScheide,derenUrsachevomArztnichtgeklärtist

-unbehandelterübermäßigerVerdickungderGebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie)

-bestehendenoderfrüheraufgetretenenvenösenthromboembolischenErkrankungen

(BlutgerinnselbildungindentiefenVenen,Lungenembolie)

-bestehendenodererstkurzeZeitzurückliegendenarteriellenthromboembolischen

Erkrankungen(BlutgerinnselbildungindenArterien),v.a.anfallsartigauftretende

BrustschmerzenmitBrustenge(Anginapectoris),Herzinfarkt

-akuterLebererkrankungoderzurückliegendenLebererkrankungen,solangesich

wichtigeLeberwertenichtnormalisierthaben

-bekannterÜberempfindlichkeitgegenüberdemWirkstoffodereinemHilfsstoff

-Porphyrie(StoffwechselerkrankungmitStörungderBildungdesrotenBlutfarbstoffes)

WennIhreGebärmutternichtentferntwurde,besprechenSiemitIhremArztdie

NotwendigkeiteinerergänzendenBehandlungmiteinemGestagen(Gelbkörperhormon,ein

weiteresSexualhormonderFrau).

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonEstrifamisterforderlich:

DieEinnahmevonEstrifamsolltenurzurBehandlungsolcherBeschwerdenbegonnen

werden,welchedieLebensqualitätbeeinträchtigen.InjedemFallsollteIhrArzteinmal

jährlicheinesorgfältigeAbschätzungvonNutzenundRisikenderBehandlungvornehmen.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

DieBehandlungsolltenursolangefortgeführtwerden,wiederNutzendieRisiken

überwiegt.

MedizinischeUntersuchung/Kontrolluntersuchungen

VorBeginnbzw.WiederaufnahmeeinerHormonersatztherapiesollteeinevollständige

ErfassungallerwichtigenKrankheiteninIhrerVorgeschichtesowiebeinahenVerwandten

durchgeführtwerden.DieärztlicheUntersuchung(einschließlichUnterleibundBrust)sollte

sichandieserErfassungderKrankengeschichtensowiedenGegenanzeigenund

WarnhinweisenfürdiesesArzneimittelorientieren.WährendderBehandlungsollten

regelmäßigeKontrolluntersuchungendurchgeführtwerden,diesichinHäufigkeitundArt

nachIhrerpersönlichenGesundheitssituationrichten.IhrArztsollteIhnenerläutern,welche

VeränderungenIhrerBrüsteSieihmmitteilenmüssen.DieUntersuchungen,u.a.

RöntgenaufnahmenderBrüste(Mammographie),solltenentsprechenddergegenwärtig

üblichenVorsorgepraxisundvordemHintergrundIhrerpersönlichenGesundheitssituation

durchgeführtwerden.

Situationen,dieeinebesondereärztlicheÜberwachungerfordern

EineengmaschigeÜberwachungIhresGesundheitszustandesisterforderlich,wennbei

IhneneinederfolgendenSituationenoderErkrankungenvorliegtoderfrühervorlagbzw.

sichwährendeinerSchwangerschaftodereinerzurückliegendenHormonbehandlung

verschlechterthat.DiesgiltauchfürdenFall,dasseinedernachfolgendgenannten

ErkrankungenimLaufederaktuellenHormonersatztherapiemitEstrifamauftrittbzw.sich

verschlechtert.

FolgendeErkrankungenbzw.Risikofaktorensindzubeachten:

-gutartigeGeschwulstinderMuskelschichtderGebärmutter(Uterusmyom)oder

AnsiedlungvonGebärmutterschleimhautaußerhalbderGebärmutter(Endometriose)

-inderVergangenheitaufgetreteneBlutgerinnselindenGefäßen(Thromboembolien)

oderentsprechendeRisikofaktorenhierfür(sieheunten)

-RisikofaktorenfürestrogenabhängigeKrebserkrankungen,z.B.Auftretenvon

BrustkrebsbeinahenBlutsverwandten(z.B.Mutter,Großmutter,Schwestern)

-Bluthochdruck

-Lebererkrankungen(z.B.gutartigeLebergeschwulst-Leberadenom)

-Zuckerkrankheit(Diabetesmellitus)mitoderohneBeteiligungderGefäße

-Gallensteinerkrankungen

-Migräneoder(schwere)Kopfschmerzen

-Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte

Autoimmunerkrankung)

-übermäßigeVerdickungderGebärmutterschleimhaut(Endometriumhyperplasie)inder

Vorgeschichte

-Krampfanfälle(Epilepsie)

-Asthma

-VersteifungderVerbindungenzwischendenGehörknöchelchen(Otosklerose)

GründefüreinensofortigenTherapieabbruch

DieTherapiemussbeiAuftretenvonGegenanzeigensowieindenfolgendenSituationen

abgebrochenwerden:

-GelbsuchtoderVerschlechterungderLeberfunktion

-deutlicheErhöhungdesBlutdrucks

-neuesAuftretenmigräneartigerKopfschmerzen

-Schwangerschaft

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

ÜbermäßigeVerdickungderGebärmutterschleimhaut(Endometriumhyperplasie)

BeiFrauenmitGebärmutterwurdefestgestellt,dassdasRisikoeiner

Endometriumhyperplasie(übermäßigeVerdickungderGebärmutterschleimhaut)undeines

Endometriumkarzinoms(KrebsderGebärmutterschleimhaut)erhöhtist,wennEstrogene

alleine(Estrogen-Monotherapie),d.h.ohnezusätzlicheGabeeinesGelbkörperhormons

(Gestagen),angewendetwerden.MitzunehmenderDauereinersolchen

Estrogen-MonotherapieerhöhtsichdiesesRisiko.

DatenausStudienbesagen,dassbeietwa5von1.000Frauen,diekeine

Hormonersatztherapieanwenden,zwischenihrem50.und65.Lebensjahrein

Endometriumkarzinomfestgestelltwird.BeiAnwenderinneneinerEstrogen-Monotherapie

erhöhtsichdiesesRisikoinAbhängigkeitvonderDauerderBehandlungundder

Estrogendosisumdas2-bis12-fachegegenüberNichtanwenderinnen.BeiFrauenmit

GebärmutterwirddiesesRisikodurchdiezusätzlicheEinnahmeeinesGestagenszudem

Estrogen(proZyklusmindestens12Tagelang)weitgehendvermindert.

IndenerstenMonateneinerHormonersatztherapiekönnenDurchbruchs-und

Schmierblutungenauftreten.WennsolcheBlutungenüberdieerstenBehandlungsmonate

hinausgehen,erstnacheinerlängerenBehandlungszeiteinsetzenoderdiesenach

BeendigungderHormonersatztherapieanhalten,solltenSiesoschnellwiemöglichIhren

Arztaufsuchen,umdieUrsachederBlutungenfeststellenzulassen.Ggf.mussdurch

BeurteilungeinerGewebeprobederGebärmutterschleimhauteinebösartigeGeschwulst

ausgeschlossenwerden.

UngehinderteEstrogenstimulationkannzueinerbösartigenUmwandlungvonnoch

bestehendenEndometrioseherden(AnsiedlungvonGebärmutterschleimhautaußerhalbder

Gebärmutter)führen.DahersollteinFällen,indenenaufgrundeinerEndometrioseeine

Gebärmutterentfernungvorgenommenwurde,dieGabeeinesGelbkörperhormons

zusätzlichzurEstrogenersatzbehandlunginErwägunggezogenwerden,wennnochHerde

vonGebärmutterschleimhautvorhandensind.

Brustkrebs

In verschiedenen Studien wurde bei Frauen, die im Rahmen einer

Hormonersatzbehandlung über mehrere Jahre Estrogene oder

Estrogen-Gestagen-KombinationenoderTibolonangewendethatten,einerhöhtes

Brustkrebsrisikofestgestellt.DieseserhöhteRisikozeigtesichfüralleFormeneiner

HormonersatztherapienacheinigenAnwendungsjahren.Essteigtmitzunehmender

Behandlungsdaueran,kehrtjedocheinige(spätestensfünf)JahrenachBeendigungder

BehandlungaufdasaltersentsprechendeGrundrisikozurück.

DasRisikoeinerBrustkrebserkrankungistgrößer,wennFraueneinKombinationspräparat,

bestehendauseinemEstrogenundeinemGestagen,zurHormonersatztherapie

anwenden,undzwarunabhängigvonderArtdesGestagensundderWeise,wieesmit

demEstrogenkombiniertwird(kontinuierlichodersequenziell).EsgibtkeinenUnterschied

imRisikohinsichtlichderverschiedenenAnwendungsarten(z.B.alsTabletteoderPflaster).

EsgibtHinweise,dassdieBrusttumorebeiFrauen,dieeinebestimmteKombinationaus

einemEstrogenundeinemGestagen(konjugierteequineEstrogene,fortlaufendkombiniert

mitMedroxyprogesteronacetat)anwenden,etwasgrößersindundhäufiger

TochtergeschwülsteindenbenachbartenLymphknotenausgebildethaben,alsdie

BrusttumoreunbehandelterFrauen.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

Ineiner“MillionWomenStudy”genanntenStudiewurdederEinflussverschiedener

PräparatezurHormonersatztherapieaufdasBrustkrebsrisikountersucht.Berechnetauf

1.000FrauenbesagendieErgebnisseFolgendes:

Betrachtetman1.000Frauen,diekeineHormoneangewendethaben,sowirdim

Durchschnittbei32Frauenzwischenihrem50.und64.LebensjahreinBrustkrebs

festgestelltwerden.

Bei1.000Frauen,dienurmiteinemEstrogen(d.h.ohneGestagen)behandeltwurden,

wurdenimentsprechendenAltersabschnittimDurchschnitt

·nach5-jährigerTherapie1,5zusätzlicheBrustkrebsfälle

·undnach10-jährigerTherapie5zusätzlicheBrustkrebsfällefestgestellt.

Bei1.000Frauen,diemiteinerKombinationstherapie(d.h.EstrogenundGestagen)

behandeltwurden,wurdenimentsprechendenAltersabschnittimDurchschnitt

·nach5-jährigerTherapie6zusätzlicheBrustkrebsfälle

·undnach10-jährigerTherapie19zusätzlicheBrustkrebsfällefestgestellt.

LautSchätzungdersogenannten“WHI-Studie”(mit

Estrogen-Gestagen-Kombinationsarzneimitteln)ergebensichfolgendeBerechnungendes

Brustkrebsrisikos:

Von1.000FrauenderAltersgruppe50-79Jahre,diekeineHormonersatztherapieerhalten

hatten,wurdeinnerhalbvon5Jahrenbei16FrauenBrustkrebsfestgestellt.

Von1.000Frauen,diemiteinerKombinationausEstrogenundGestagenbehandelt

wurden,trateninnerhalbvon5Jahren4zusätzlicheFällevonBrustkrebsauf.

DieHormonersatztherapie,insbesonderedieKombinationausEstrogenenund

Gestagenen,verringertdieDurchlässigkeitdesBrustdrüsengewebesfürRöntgenstrahlen.

DadurchkannderNachweiseinesBrustkrebsesbeiUntersuchungderBrustmit

Röntgenstrahlen(Mammographie)erschwertwerden.

BeiFrauenmiteinerEstrogen-Gestagen-HormonersatzbehandlungwardasRisikohöher

alsbeiFrauen,dienurEstrogeneanwandten.DieAnzahlderzusätzlichenBrustkrebsfälle

istimAltersbereichzwischen45und65JahrenweitgehendunabhängigvomAlterder

FrauenbeiBeginneinerHormonersatztherapie.

VenöseThromboembolien

DieAnwendungvonArzneimittelnzumHormonersatzistimVergleichzurNichtanwendung

miteinemzwei-bisdreifacherhöhtenRisikofürVerschlüssedertiefenVenendurch

Blutgerinnsel(Thrombosen)verbunden,diesichunterUmständenlösenundindieLunge

gelangenkönnen(Lungenembolie).ThrombosenundLungenemboliewerdenalsvenöse

thromboembolischeErkrankungenbezeichnet.DasRisikofürdasAuftretenvenöser

thromboembolischer Erkrankungen ist insbesondere im ersten Jahr der

Hormonersatzbehandlungerhöht.

DieAuswertungneuererStudien,diedasRisikofürsolchevenösethromboembolische

Erkrankungenuntersuchten,führtezufolgendenErgebnissen:

AlleFrauenhabeneinaltersabhängigesGrundrisiko,einevenösethromboembolische

Erkrankungzuerleiden.Innerhalbvon5Jahrenerkrankendaranetwa3von1.000Frauen

imAltervon50bis59Jahren,diekeineHormoneanwenden.BeiFrauendieser

Altersgruppe,dieHormoneanwenden,sindesetwa7von1.000Frauen,d.h.esistmit4

zusätzlichenFällenzurechnen.

UnterFrauenimAltervon60bis69Jahren,diekeineHormoneanwenden,erleiden

innerhalbvon5Jahren8von1.000FraueneinevenösethromboembolischeErkrankung.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

Bei1.000FrauendergleichenAltersgruppe,dieHormoneanwenden,istmitetwa17Fällen

zurechnen,d.h.estretenetwa9zusätzlicheFälleauf.

AllgemeinanerkannteRisikofaktorenfürdieEntwicklungvenöserthromboembolischer

Erkrankungensind:

-venösethromboembolischeErkrankungenindereigenenKrankengeschichtebzw.eine

entsprechendefamiliäreBelastung;

-erheblichesÜbergewicht(sogenannter“BodyMassIndex”(BMI)über30kg/m2);

-Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte

Autoimmunerkrankung).

ÜberdieBedeutungvonKrampfadern(Varizen)fürdasAuftreteneinervenösen

thromboembolischenErkrankungbestehtkeineeinheitlicheMeinung.

PatientinnenmitvenösenthromboembolischenErkrankungeninderVorgeschichteoder

bekannterNeigungzurBildungvoninnerenBlutgerinnseln(Thrombosen)habenein

erhöhtesRisiko,einesolcheErkrankungerneutzuerleiden.EineHormonersatzbehandlung

kanndiesesRisikoerhöhen.

WennbeiIhnenoderIhrennahenBlutsverwandtenBlutgerinnselbzw.deren

VerschleppungimBlutstrom(venösethromboembolischeErkrankungen)oderwiederholte

spontaneFehlgeburtenaufgetretensind,solltegeklärtwerden,obeineNeigungzu

venösenthromboembolischenErkrankungenvorliegt.Bisdahinbzw.biszumBeginneiner

BehandlungmitMittelnzurHemmungderBlutgerinnungdürfenSiekeine

Hormonersatzpräparateanwenden.SolltenSiebereitsmitGerinnungshemmernbehandelt

werden,sollteIhrArztNutzenundRisikoeinerHormonersatztherapiesorgfältig

gegeneinanderabwägen.

DasRisikofürvenösethromboembolischeErkrankungenkannbeilängererRuhigstellung

(z.B.Bettlägerigkeit,BeinimGipsverband)sowieschwererenVerletzungenodergrößeren

Operationenvorübergehenderhöhtsein.BeiPatientinnen,dieeineHormonersatztherapie

durchführen,sollten,wiebeiallenPatientennacherfolgtenOperationen,die

VorsorgemaßnahmenzurVerhinderungeinervenösenthromboembolischenErkrankung

äußerstgenaueingehaltenwerden.

WennbeiIhneneineOperationgeplantist,informierenSieIhrenArzt.Wennnacheiner

vorgesehenenOperation,vorallembeiEingriffeninderBauchregionoderorthopädischen

OperationenandenBeinen,miteinerlängerenRuhigstellungzurechnenist,sollteerwogen

werden,obeineUnterbrechungderHormonersatzbehandlung4bis6Wochenvordem

Eingriffmöglichist.DieseBehandlungsollteggf.erstwiederaufgenommenwerden,wenn

IhreBewegungsfähigkeitvollständigwiederhergestelltist.

FallsbeiIhnennachBeginnderHormonersatztherapieAnzeicheneinervenösen

thromboembolischenErkrankungauftretenbzw.einVerdachtdaraufbesteht,mussdie

BehandlungmitEstrifamsofortabgebrochenwerden.WennSiebeisichmögliche

AnzeichenfüreinevenösethromboembolischeErkrankungbemerken(schmerzhafte

SchwellungeinesBeins,plötzlicherSchmerzimBrustkorb,Atemnot),müssenSie

umgehendKontaktmiteinemArztaufnehmen.

ErkrankungderHerzkranzgefäße

AusgroßenklinischenStudiengibteskeineHinweiseaufeinenNutzeninBezugauf

ErkrankungenderHerzkranzgefäßedurchAnwendungvonArzneimittelnzur

HormonersatztherapiemiteinerbestimmtenWirkstoffkombination(konjugierteEstrogene,

fortlaufendkombiniertmitMedroxyprogesteronacetat).ZweigroßeklinischeStudienzeigten

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

einmöglicherweiseerhöhtesRisikofürErkrankungenderHerzkranzgefäßeimerstenJahr

derAnwendungundinsgesamtkeinenNutzen.FürandereArzneimittelzur

HormonersatztherapiemitanderenWirkstoffen(wieEstrifam)gibtesderzeitkeinegroßen

klinischenStudien,indenendieWirkungenaufErkrankungenderHerzkranzgefäße

untersuchtwurden.

Schlaganfall

IneinergroßenklinischenStudie(WHI-Kombi-Studie)wurdeeinerhöhtesRisikofür

SchlaganfallbeigesundenFrauenwährendeinerBehandlungmiteinerbestimmten

Wirkstoffkombination (konjugierte Estrogene, fortlaufend kombiniert mit

Medroxyprogesteronacetat)gefunden.

Demnacherleidenetwa3von1.000FrauenimAltervon50bis59Jahren,diekeine

Hormoneanwenden,einenSchlaganfallinnerhalbeinerZeitspannevon5Jahrenbzw.

etwa11von1.000FrauenimAltervon60bis69Jahren.BeiFrauenimAltervon50bis59

Jahren,diedieseArzneimittelanwenden,trittetwa1zusätzlicherSchlaganfallpro1.000

Frauenauf.BeiFrauenimAltervon60bis69Jahren,diedieseArzneimittelanwenden,

sindesetwa4zusätzlicheFällepro1.000Frauen.

Eierstockkrebs

EsliegenHinweiseauseinigenepidemiologischenStudienvor,dasseine

Langzeitbehandlungübermindestens5bis10JahremitEstrogenallein(d.h.ohne

ZusatzvonGestagen)beiFrauenmitentfernterGebärmuttermiteinemerhöhtenRisiko

füreinenEierstockkrebsverbundenist.ObdiesesRisikoauchbesteht,wennzusätzlich

zudemEstrogeneinGestagenangewendetwird,istnichtgeklärt.

SonstigeErkrankungszustände

-PatientinnenmiteingeschränkterFunktionderNiereoderdesHerzens

EstrogenekönneneineFlüssigkeitsansammlungimKörperbewirken;dahersolltenSie,

wennbeiIhnenHerz-oderNierenfunktionsstörungenvorliegen,sorgfältigbeobachtet

werden.WennSieaneinerschwerenNierenfunktionsstörungleiden,solltenSie

engmaschigüberwachtwerden,weileinAnstiegderimBlutzirkulierendenEstrogenezu

erwartenist.

-PatientinnenmiteinerbestimmtenFettstoffwechselstörung(Hypertriglyceridämie)

WennbeiIhnenbestimmteBlutfettwerte(Triglyceride)erhöhtsind,solltenIhre

BlutfettwertewährendderBehandlungmitEstrifamengmaschigüberwachtwerden,weil

imZusammenhangmiteinerEstrogentherapieinseltenenFällenvoneinemstarken

TriglyceridanstiegimBlutmiteinernachfolgendenEntzündungderBauchspeicheldrüse

berichtetwurde.

-EinflussvonEstrifamaufdieLaborparameterderSchilddrüse,derGeschlechtshormone

undvonKortikosteroiden

EstrogenekönnendieErgebnissebestimmterLabortestsbeeinflussen(z.B.

Schilddrüsentests;SpiegelvonGeschlechtshormon-bindendemProteinund

Kortikoid-bindendemProtein).WennbeiIhneneinsolcherTestdurchgeführtwerden

soll,informierenSiedenverantwortlichenArztdarüber,dassSieeine

Hormonersatztherapieanwenden.DieKonzentrationenderHormone,dieindeno.g.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

TestsuntersuchtwerdenunddiefürdieHormonwirkungverantwortlichsind,bleiben

dabeiunverändert.D.h.,SiemüssennichtmitSymptomenwiez.B.beieiner

Schilddrüsenunterfunktionrechnen.

DieKonzentrationbestimmterEiweißstoffeimBlut(Angiotensinogen/Renin-Substrat,

1-AntitrypsinundCoeruloplasmin)kannverändertsein.

Hirnleistungsstörung(Demenz)

Esistnichtschlüssignachgewiesen,dasssichdurcheineHormonersatztherapiedie

geistigenFähigkeiten(Gedächtnis,Wahrnehmung,Denken,Lernen,Urteilsvermögen,

Erinnerungetc.)verbessern.AuseinergroßenStudiegibtesHinweiseaufeinerhöhtes

RisikofürHirnleistungsstörung("wahrscheinlicheDemenz")beiFrauen,dienachdem65.

LebensjahreineHormonersatztherapiemiteinerbestimmtenWirkstoffkombination

(konjugierteequineEstrogene,fortlaufendkombiniertmitMedroxyprogesteronacetat)

begonnenhaben.Esistnichtbekannt,obdieseErkenntnisseauchfürjüngereFrauennach

derletztenRegelblutungbzw.andereHormonersatztherapie-Präparategelten.

WasmüssenSieinderSchwangerschaftundderStillzeitbeachten?

Schwangerschaft

SiedürfenEstrifaminderSchwangerschaftnichtanwenden.WennSiewährendder

BehandlungmitEstrifamschwangerwerden,solltedieBehandlungsofortabgebrochen

werden.

DiemeistenBeobachtungsstudien,diehinsichtlicheinerunbeabsichtigtenAussetzungdes

FötusgegenüberEstrogenenvonBedeutungsind,zeigtenbeimFötuskeineMissbildungen

oderGiftwirkungen.

Stillzeit

SiedürfenEstrifaminderStillzeitnichteinnehmen.

WechselwirkungenmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen

bzw.vorkurzemeingenommenhaben,auchwennessichumnicht

verschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

DieWirkungenvonEstrifamkönnenbeigleichzeitigerAnwendungandererArzneimittel

abgeschwächtwerden.Dazuzählenz.B.Arzneimittel,dieeingesetztwerdenbei

-Krampfanfällen(Epilepsie;z.B.Phenobarbital,Phenytoin,Carbamazepin)

-Infektionskrankheiten(z.B.dieTuberkulosemittelRifampicinundRifabutin)

-HIV-Infektionen(z.B.Nevirapin,Efavirenz,RitonavirundNelfinavir).

AuchpflanzlicheZubereitungen,dieJohanniskrautenthalten,könnendieWirkungenvon

Estrifamabschwächen.

EineabgeschwächteWirkungvonEstrogenenkannzuBlutungsstörungenführen.

3.WIEISTESTRIFAM®EINZUNEHMEN?

NehmenSieEstrifamimmergenaunachAnweisungdesArztes.BittefragenSiebeiIhrem

ArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

ZuBeginnundbeiderFortführungderBehandlungvonEstrogenmangelbeschwerdenwird

IhrArztIhnendieniedrigstewirksameDosisverordnenunddieBehandlungsdauersokurz

wiemöglichhalten.

WennsichIhreSymptomedurchdieBehandlungnachdreimonatigerTabletteneinnahme

nichtgebesserthabenoderwennSiedieBehandlungschlechtvertragen,solltenSieIhren

Arztaufsuchen.

BeiFrauen,derenGebärmutterentferntwurde,wirdderZusatzeinesGestagensnicht

empfohlen,außerindenFällen,indenenAnsiedlungenvonGebärmutterschleimhaut

außerhalbderGebärmutter(Endometriose)diagnostiziertwurden.

WennIhreGebärmutterentferntwurdeoderwennSieIhrePeriodenichtmehrhaben,

könnenSiedieBehandlunganjedembeliebigenTagbeginnen.WennIhreGebärmutter

nichtentferntwurde,fragenSieIhrenArztnachderzusätzlichenGabeeinesGestagens.

NehmenSiejedenTagohneUnterbrechungeineFilmtabletteetwazurselbenTageszeit

ein.NachdemSiealle28FilmtabletteneinerPackungeingenommenhaben,wirddie

BehandlungmitdernächstenPackungfortgesetzt.

NehmenSiedieFilmtablettemitausreichendFlüssigkeitein(z.B.einemGlas

Trinkwasser).

BittesprechenSiemitIhremArztoderApotheker,wennSiedenEindruckhaben,dassdie

WirkungvonEstrifamzustarkoderzuschwachist.

AnweisungenfürdieHandhabungderPackung

1.EinstellendesKalendariums

DrehenSiedieinnereScheibederPackung,umdenWochentaggegenüberder

Plastikversiegelungeinzustellen.

2.WiedieersteFilmtabletteentnommenwerdensollte:

BrechenSiediePlastikversiegelungabundentnehmenSiedieersteFilmtablette.

3.AndenweiterenTagen

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

DrehenSieeinfachdiedurchsichtigeScheibeimUhrzeigersinnumeineEinheitweiter,

wiediesdurchdenPfeilangezeigtwird.EntnehmenSiedienächsteFilmtablette.

DiedurchsichtigeScheibekannnurgedrehtwerden,nachdemdieFilmtabletteausder

Öffnung(Entnahmefenster)entferntwordenist.

WennSieausirgendwelchenGründendieBehandlungmitEstrifamabbrechenmöchten,

besprechenSiedieseEntscheidungmitIhremArzt,damitdieserIhnendieAuswirkungen

desAbbruchsderTherapieerklärtundmitIhnenandereBehandlungsmöglichkeiten

bespricht.

WennSieeinegrößereMengevonEstrifameingenommenhaben,alsSiesollten:

WennSiemehrEstrifameingenommenhabenalsSiesollten,wendenSiesichanIhren

ArztoderApotheker.

EineÜberdosisvonEstrifamkannzuKrankheitsgefühlundErbrechenführen.

WennSiedieEinnahmeeinerEstrifamFilmtablettevergessenhaben:

NehmenSienichtdiedoppelteDosisein,wennSiedievorherigeEinnahmevergessen

haben.WennSieaneinemTagvergessenhaben,eineFilmtabletteeinzunehmen,

vernichtenSiedieFilmtabletteundsetzenSiedieBehandlungwiegewohntfort.Das

VergesseneinerFilmtabletteerhöhtdieWahrscheinlichkeitvonDurchbruchs-oder

Schmierblutungen,fallsIhreGebärmutternichtentferntwurde.

4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannEstrifamNebenwirkungenhaben.

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufigkeitsangabenzugrunde

gelegt:

Sehrhäufig: mehrals1von10Behandelten

Häufig: wenigerals1von10,abermehrals1von100Behandelten

Gelegentlich: wenigerals1von100,abermehrals1von1.000Behandelten

Selten: wenigerals1von1.000,abermehrals1von10.000Behandelten

Sehrselten: wenigerals1von10.000Behandelten,einschließlichEinzelfälle

FolgendeNebenwirkungenkönnenwährendderBehandlungmitEstrifamauftreten:

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

HäufigkönnenDepressionen,Kopfschmerzen,BauchschmerzenoderÜbelkeit,Krämpfein

denBeinen,EmpfindlichkeitderBrust,BrustvergrößerungundSchmerzeninderBrust,

FlüssigkeitsansammlungenimGewebeundGewichtszunahmeauftreten.

GelegentlichkanneszuSehstörungen,venösenEmbolien,Verdauungsstörungen,

Erbrechen,BlähungenoderVöllegefühl,GallensteinenundHautausschlagoder

Nesselsuchtkommen.

SehrseltenwurdenunregelmäßigeVaginalblutungen(beiFrauen,derenGebärmutternicht

entferntwurde),VerschlimmerungvonMigräne,Schlaganfall,Schwindel,Durchfall,

HaarausfallunderhöhterBlutdruckbeobachtet.

FolgendeNebenwirkungenkönnenebenfallsauftreten:

VergrößerungvongutartigenGeschwülstenderGebärmutterschleimhaut,Verschlimmerung

vonMigräne,Epilepsie,HerzschwächeundAsthma,Brustspannungen,Natrium-und

WasserretentionundsehrseltenLebertumoren.

Brustkrebs(sieheAbschnitt"BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonEstrifamist

erforderlich").

KrebsderGebärmutterschleimhaut(Endometriumkarzinom)(sieheAbschnitt"Besondere

VorsichtbeiderEinnahmevonEstrifamisterforderlich").

WeitereunerwünschteArzneimittelwirkungenwurdenimZusammenhangmitder

Estrogen/Gestagen-Behandlunggenannt:

·EstrogenabhängigegutartigeGeschwülstesowiebösartigeTumoren,insbesondere

KrebsderGebärmutterschleimhaut

·VenösethromboembolischeEreignisse,d.h.VerschlüssedertiefenBein-bzw.

BeckenvenendurchBlutgerinnsel(Thrombosen)sowieLungenembolien.Diese

tretenbeiAnwenderinnenvonArzneimittelnzumHormonersatzhäufigeraufalsbei

Nichtanwenderinnen.FürweitereInformationensieheAbschnitt“WasmüssenSie

vorderEinnahmevonEstrifambeachten?”

·HerzinfarktundSchlaganfall

·ErkrankungenderGallenblase

·BräunlicheHautpigmentierungen(Chloasma),verschiedeneHautkrankheitenmit

Blasen-undKnötchenbildungoderEinblutungenindieHaut(Erythemamultiforme,

Erythemanodosum,vaskulärePurpura)

·Hirnleistungsstörung(sieheAbschnitt"BesondereVorsichtbeiderEinnahmevon

Estrifamisterforderlich")

InformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieNebenwirkungenbemerken,dienicht

indieserPackungsbeilageaufgeführtsind.

5.WIEistESTRIFAM®AUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

BewahrenSieEstrifamnichtüber25ºCauf!NichtimKühlschrankaufbewahren.Das

BehältnisimUmkartonaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

SiedürfenEstrifamnachdemaufderFaltschachtelunddemDispenserangegebenen

Verfallsdatumnichtmehrverwenden.

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

StandderInformation:

März2006

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 1

Fachinformation

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Estrifam ®  

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE  ZUSAMMENSETZUNG 

2 mg Estradiol als Estradiol­Hemihydrat

Hilfsstoffe siehe 6.1

DARREICHUNGSFORM

Blaue, bikonvexe Filmtabletten mit der Gravur NOVO 280

Durchmesser: 6 mm

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen nach der Menopause.

Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, die eine 

Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber anderen zur Osteoporoseprävention 

zugelassenen Arzneimitteln aufweisen. 

Bei nicht hysterektomierten Frauen muss eine zusätzliche Verabreichung von Gestagenen 

erfolgen.

Erfahrungen in der Behandlung von Frauen, die älter als 65 Jahre sind, liegen nur begrenzt 

vor.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Estrifam ist ein reines Estrogenpräparat zur Hormonsubstitutionstherapie (HRT). Estrifam 

wird täglich ohne Unterbrechung eingenommen.

Die Behandlung von hysterektomierten und postmenopausalen Frauen kann an jedem 

beliebigen Tag begonnen werden. 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 2

Sowohl für den Beginn als auch für die Fortführung einer Behandlung postmenopausaler 

Symptome ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest mögliche Therapiedauer 

anzuwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Ein Wechsel zu einer höheren oder niedrigeren Dosis von Estrifam kann angezeigt sein, wenn 

nach dreimonatiger Behandlung keine ausreichende Besserung der Symptome erzielt werden 

kann oder wenn die Verträglichkeit unbefriedigend ist. 

Bei nicht hysterektomierten Frauen muss die Kombination mit einem Gestagen erfolgen. Der 

Gestagen­Typ, die Dosis sowie die Dauer der Gestagengabe sollten eine ausreichende 

Inhibition der estrogeninduzierten Endometriumproliferation gewährleisten (siehe auch 

Abschnitt 4.4 "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung"). Im 

Allgemeinen sollte ein Gestagen an mindestens 12 – 14 Tagen pro Monat/28 Tage Zyklus 

ergänzt werden. Für orale Dosen > 2 mg mit zusätzlicher Gestagengabe liegen aus klinischen 

Studien keine Daten zur Sicherheit des Endometriums vor.

Bei hysterektomierten Frauen wird die Zugabe eines Gestagens nicht empfohlen, es sei denn, 

es wurde zuvor eine Endometriose diagnostiziert.

Wurde von der Patientin die Einnahme einer Filmtablette vergessen, so wird diese nicht 

zusätzlich zur nächsten eingenommen. Das Vergessen einer Filmtablette erhöht bei nicht 

hysterektomierten Frauen die Wahrscheinlichkeit von Durchbruchs­ oder Schmierblutungen.

Gegenanzeigen

­ bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht 

­ estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (v. a. 

Endometriumkarzinom)

­ nicht abgeklärte Blutung im Genitalbereich

­ unbehandelte Endometriumhyperplasie

­ frühere idiopathische oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (v. a. tiefe 

Venenthrombose, Lungenembolie)

­ bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische 

Erkrankungen (v. a. Angina pectoris, Myokardinfarkt)

­ akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die 

relevanten Leberenzym­Werte nicht normalisiert haben

­ Porphyrie

­ bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen 

werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem 

Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine HRT sollte 

nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt. 

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 3

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie ist eine vollständige 

Eigen­ und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die körperliche Untersuchung 

(einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an dieser Anamnese sowie den 

Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren. Während der Behandlung werden 

regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der 

individuellen Risikosituation der Frau richten. Die Frauen sollten darüber aufgeklärt werden, 

welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt mitteilen müssen (siehe "Brustkrebs" weiter 

unten). Die Untersuchungen, einschließlich Mammographie, sind entsprechend der 

gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau 

durchzuführen.

Situationen, die eine Überwachung erfordern

Die Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen 

bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder 

einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch für den Fall, dass 

eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der aktuellen 

Hormonsubstitutionstherapie mit Estrifam auftritt bzw. sich verschlechtert:

­ Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose

­ Thromboembolien in der Anamnese oder entsprechende Risikofaktoren (siehe unten)

­ Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z. B. Auftreten von Mammakarzinom bei 

Verwandten 1. Grades

­ Hypertonie

­ Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)

­ Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße

­Cholelithiasis

­ Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen

­ systemischer Lupus erythematodes (SLE)

­ Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)

­ Epilepsie

­ Asthma

­ Otosklerose

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Auftreten einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen 

abzubrechen: 

Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion

signifikante Erhöhung des Blutdrucks

Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen

Schwangerschaft

Endometriumhyperplasie

Nicht hysterektomierte Frauen mit abnormen Blutungen unbekannter Ursache oder nicht 

hysterektomierte Frauen, die zuvor allein mit Estrogenen behandelt wurden, sollten vor dem 

Beginn der Behandlung mit Estrifam besonders sorgfältig untersucht werden, um eine 

eventuelle Hyperstimulation/maligne Erkrankung des Endometriums zu erkennen.

Das Risiko für Endometriumhyperplasie und ­karzinom ist bei längerfristiger 

Estrogenmonotherapie erhöht (siehe Abschnitt 4.8 "Nebenwirkungen"). Bei nicht 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 4

hysterektomierten Frauen wird dieses Risiko durch die zusätzliche Gabe eines Gestagens für 

mindestens 12 Tage pro Zyklus weitgehend reduziert. 

Für Dosierungen von oralem Estradiol >2 mg ist nicht untersucht worden, ob die endometriale 

Sicherheit durch Zugabe eines Gestagens gewährleistet ist.

Durchbruch­ und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung 

auftreten. Wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten bzw. 

nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des 

Endometriums durchgeführt werden, um eine bösartige Entartung des Endometriums 

auszuschließen.

Ungehinderte Estrogenstimulation kann zu einer prämalignen oder malignen Transformation 

residualer Endometrioseherde führen. Daher sollte in Betracht gezogen werden, in den Fällen 

ein Gestagen zusätzlich zur Estrogensubstitutionstherapie zu geben, in denen aufgrund einer 

Endometriose eine Hysterektomie vorgenommen wurde, und bei denen eine residuale 

Endometriose vorliegt.

Brustkrebs

In einer randomisierten, Placebo­kontrollierten klinischen Studie, der Women’s Health 

Initiative (WHI)­Studie (im Folgenden WHI­Kombi­Studie), und in epidemiologischen 

Studien, einschließlich der Million Women Study (MWS), wurde bei Frauen, die im Rahmen 

einer HRT über mehrere Jahre Estrogene, Estrogen­Gestagen­Kombinationen oder Tibolon 

eingenommen hatten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko  festgestellt (siehe Abschnitt 4.8 

"Nebenwirkungen").

Für alle HRT­Varianten zeigt sich ein erhöhtes Risiko nach einigen Anwendungsjahren, das 

mit zunehmender Behandlungsdauer ansteigt, aber einige (spätestens fünf) Jahre nach  

Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende Grundrisiko zurückkehrt.

In der MWS war das relative Brustkrebsrisiko bei einer HRT mit konjugierten equinen 

Estrogenen (CEE) oder Estradiol (E2) größer, wenn ein Gestagen hinzugefügt wurde, und 

zwar unabhängig von der Art des Gestagens und des HRT­Regimes (kontinuierliche oder 

sequenzielle Gabe des Gestagens). Es gab keinen Hinweis auf Unterschiede im Risiko 

hinsichtlich der verschiedenen Applikationsarten. 

In der WHI­Kombi­Studie kam es unter dem verwendeten Produkt aus  konjugierten equinen 

Estrogenen (CEE), kontinuierlich kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat (MPA), zu 

Brusttumoren, die leicht größer waren und häufiger lokale Lymphknotenmetastasen 

ausgebildet hatten als unter Placebo. 

Eine HRT, insbesondere  eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, führt 

zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische 

Brustkrebs­Diagnostik auswirken kann.

Venöse Thromboembolie

Eine Hormonsubstitutionstherapie ist mit einem erhöhten relativen Risiko für venöse 

Thromboembolien (VTE) verbunden, v. a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. 

In einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie und in epidemiologischen 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 5

Untersuchungen zeigte sich ein zwei­ bis dreifach erhöhtes Risiko bei Anwenderinnen dieser 

Therapie gegenüber Nicht­Anwenderinnen. Es wird geschätzt, dass bei 1.000 Nicht­

Anwenderinnen in einem Zeitraum von 5 Jahren etwa 3 Fälle von VTE in der Altersgruppe 

von 50 ­ 59 Jahren auftreten und 8 Fälle in der Altersgruppe von 60 ­ 69 Jahren. Unter 1.000 

gesunden Frauen, die Arzneimittel zur Hormonsubstitutionstherapie für einen Zeitraum von 5 

Jahren anwenden, treten nach dieser Schätzung zusätzlich 2 bis 6 (bester Schätzer = 4) Fälle 

von VTE in der Altersgruppe von 50 ­ 59 Jahren auf und 5 bis 15 Fälle (bester Schätzer = 9) 

in der Altersgruppe von 60 ­ 69 Jahren. Im ersten Jahr einer Hormonsubstitutionstherapie ist 

das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später.

Zu den allgemein anerkannten VTE­Risikofaktoren gehören eine entsprechende persönliche 

oder familiäre Belastung, ein erhebliches Übergewicht (BMI > 30 kg/m²) sowie ein 

systemischer Lupus erythematodes (SLE). Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle 

von Varizen bei VTE.

Patientinnen mit VTE in der Anamnese oder bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes 

VTE­Risiko. Eine Hormonsubstitutionstherapie kann dieses Risiko erhöhen. Eine persönliche 

oder starke familiäre Belastung in Bezug auf VTE oder wiederholte Spontanaborte in der 

Anamnese sollten zum Ausschluss einer thrombophilen Prädisposition abgeklärt werden. Bis 

dahin bzw. bis zum Beginn einer Behandlung mit Antikoagulantien ist eine 

Hormonsubstitutionstherapie kontraindiziert. Bei Frauen, die bereits mit Antikoagulantien 

behandelt werden, müssen Nutzen und Risiko einer Hormonsubstitutionstherapie sorgfältig 

gegeneinander abgewogen werden.

Das VTE­Risiko kann bei längerer Immobilisierung, einem schwereren Trauma oder einer 

größeren Operation zeitweilig erhöht sein. Bei Patientinnen unter 

Hormonsubstitutionstherapie müssen, wie bei allen postoperativen Patienten, die 

prophylaktischen Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach einer Operation äußerst 

genau eingehalten werden. Wenn nach einer vorgesehenen Operation vor allem im 

abdominellen oder orthopädischen Bereich an den unteren Extremitäten mit einer längeren 

Immobilisierung zu rechnen ist, sollte erwogen werden, ob eine zeitweilige Unterbrechung der 

Hormonsubstitutionstherapie 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff möglich ist. Diese Behandlung 

sollte ggf. erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollständig 

mobilisiert ist.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der Hormonsubstitutionstherapie entwickeln, muss das 

Arzneimittel abgesetzt werden. Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass sie 

sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer 

Thromboembolie bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher 

Schmerz im Brustkorb, Atemnot).

Koronare Herzkrankheit

Aus randomisierten, kontrollierten klinischen Studien gibt es keine Hinweise auf einen 

kardiovaskulären Nutzen einer kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionstherapie mit 

konjugierten Estrogenen und MPA. Zwei große klinische Studien (WHI­Kombi­Studie und 

HERS [= Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study]) zeigten ein möglicherweise 

erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Morbidität im ersten Jahr der Anwendung und insgesamt 

keinen Nutzen. Für andere Arzneimittel zur Hormonsubstitutionstherapie gibt es bis jetzt nur 

wenige Daten aus randomisierten, kontrollierten Studien, in denen die Wirkung auf die 

kardiovaskuläre Morbidität oder Mortalität untersucht wurde. 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 6

Schlaganfall

In einer großen, randomisierten, klinischen Studie (WHI­Kombi­Studie) wurde ein erhöhtes 

Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (als sekundärer Endpunkt) bei gesunden Frauen 

während einer kontinuierlich kombinierten Hormonsubstitutionstherapie mit konjugierten 

Estrogenen und Medroxyprogesteronacetat gefunden. Nach einer Analyse dieser und anderer 

Studien wird geschätzt, dass bei 1.000 Frauen, die keine Arzneimittel zur 

Hormonsubstitutionstherapie anwenden, in einem Zeitraum von 5 Jahren etwa 3 Fälle von 

Schlaganfall in der Altersgruppe von 50 ­ 59 Jahren auftreten und 11 Fälle in der Altersgruppe 

von 60 ­ 69 Jahren. Bei 1.000 Frauen, die konjugierte Estrogene und 

Medroxyprogesteronacetat 5 Jahre lang anwenden, beträgt demnach die Anzahl der 

zusätzlichen Fälle von Schlaganfall im Alter von 50 ­ 59 Jahren 0 bis 3 (bester Schätzer = 1) 

und im Alter zwischen 60 und 69 Jahren 1 bis 9 (bester Schätzer = 4). 

Ovarialkarzinom

Langzeitanwendung (mindestens 5 ­ 10 Jahre) von Estrogen­Monoarzneimitteln zur 

Hormonsubstitutionstherapie bei hysterektomierten Frauen ist nach Ergebnissen einiger 

epidemiologischer Studien mit einem erhöhten Ovarialkarzinom­Risiko verbunden. Derzeit 

kann nicht sicher beurteilt werden, ob die Langzeitanwendung von Estrogen­Gestagen­­

Kombinationsarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie demgegenüber ein anderes 

Risiko mit sich bringt.

Sonstige Erkrankungszustände

Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken; daher müssen Patientinnen  mit 

kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden. Patientinnen mit 

terminaler Niereninsuffizienz müssen engmaschig überwacht werden, weil davon auszugehen 

ist, dass der Plasmaspiegel des zirkulierenden Wirkstoffs in Estrifam erhöht ist.

Frauen mit einer vorbestehenden Hypertriglyceridämie sollten während einer Estrogen­ oder 

kombinierten Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im 

Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen 

eines starken Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulin (TBG), wodurch es zu 

einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des 

Protein­gebundenen Jods (PBI), des T4­Spiegels (Säulen­ oder Radioimmunassay) oder T3­

Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird. Die T3­Harzaufnahme ist herabgesetzt, was 

einen TBG–Anstieg widerspiegelt. Die freien T4­ und T3­Konzentrationen verändern sich 

nicht. Andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein,  wie das Kortikoid­bindende 

Globulin (CBG) und Geschlechtshormonbindende Globulin (sex­hormone­binding 

globulin/SHBG), was zu einem  Anstieg der zirkulierenden Kortikosteroide bzw. 

Sexualhormone führt. Freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben 

unverändert. Andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen/Renin­Substrat, 

Alpha

­Antitrypsin, Coeruloplasmin).

Es gibt keinen schlüssigen Hinweis auf eine Verbesserung kognitiver Fähigkeiten durch eine 

Hormonsubstitutionstherapie. Aus der WHI­Kombi­Studie gibt es Hinweise über ein erhöhtes 

Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die mit einer kontinuierlich  

kombinierten HRT bestehend aus CEE und MPA nach dem 65. Lebensjahr beginnen. Es ist 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 7

nicht bekannt, ob diese Erkenntnisse auch für jüngere postmenopausale Frauen oder andere 

HRT­Produkte gelten.

Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose­Intoleranz, Lactase­Mangel oder 

Glucose­Galactose­Malabsorption sollten Estrifam nicht einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Metabolismus der Estrogene kann durch die gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen 

verstärkt werden, die Arzneimittel­metabolisierende Enzyme, vor allem die Cytochrom P450 

Enzyme induzieren: Zu diesen Wirkstoffen gehören u. a. Antikonvulsiva (z.  B. Phenobarbital, 

Phenytoin, Carbamazepin) und Antiinfektiva (z.  B. Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, 

Efavirenz). 

Ritonavir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Steroidhormonen angewendet werden, 

enzymstimulierende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke Enzymhemmer bekannt 

sind. Pflanzenpräparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können den 

Estrogenmetabolismus induzieren.

Klinisch kann ein erhöhter Estrogenmetabolismus zu einer verminderten Wirkung dieses 

Hormons und zu Veränderungen des uterinen Blutungsmusters führen.

Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Estrifam ist während der Schwangerschaft nicht indiziert. Falls eine Schwangerschaft während 

der Einnahme eintritt, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Die meisten epidemiologischen Studien, die zur Zeit hinsichtlich einer unbeabsichtigten 

Estrogenexposition des Fötus relevant sind, zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen 

Wirkungen.

Estrifam ist während der Stillzeit nicht indiziert.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Keine Auswirkungen bekannt.

Nebenwirkungen

In klinischen Studien kam es bei weniger als 10 % der Patientinnen zu Nebenwirkungen. Die 

am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Empfindlichkeit der Brust/ Schmerzen in 

der Brust, Bauchschmerzen, Ödeme und Kopfschmerzen.

Die unten genannten Nebenwirkungen können während einer Behandlung mit Estrifam 

auftreten.

Organsystem sehr häufig

>1/10 häufig

>1/100; <1/10 gelegentlich

>1/1.000; 

<1/100 selten

>1/10.000; 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 8

<1/1.000

Psychiatrie Depressionen

Allgemeine Untersu­

Gewichts­

zunahme

Die folgenden Nebenwirkungen können ebenfalls auftreten:

Zum Risiko des Entstehens einer Endometriumhyperplasie und eines Endometriumkarzinoms 

siehe Abschnitt 4.4.

Vergrößerung von Uterusfibromen und Verschlimmerung von Migräne, Epilepsie, 

dekompensierte Herzinsuffizienz, Asthma, Brustspannungen, Natrium­ und Wasserretention 

und sehr selten Lebertumoren.

Brustkrebs

Laut zahlreicher epidemiologischer Studien und einer randomisierten, Placebo­kontrollierten 

Studie, der WHI­Kombi­Studie, steigt  bei Frauen, die eine HRT anwenden oder vor kurzem 

angewendet haben, das Brustkrebsrisiko insgesamt mit zunehmender Dauer der HRT an.

Für eine HRT mit Estrogen­Monopräparaten sind die Schätzungen für das relative Risiko 

(RR) aus einer Re­Analyse von Originaldaten aus 51 epidemiologischen Studien (bei denen in 

> 80% die HRT  mit  Estrogen­Monopräparaten durchgeführt wurde) und aus der 

epidemiologischen Million Women Study (MWS) mit 1,35 (95% KI: 1,21 – 1,49) bzw. 1,30 

(95% KI: 1,21 – 1,40) ähnlich.

Für eine kombinierte HRT aus Estrogen plus Gestagen wurde in zahlreichen 

epidemiologischen Studien ein höheres Gesamtrisiko für Brustkrebs als mit Estrogen allein 

ermittelt.

In der MWS wurde berichtet, dass, verglichen mit Frauen, die nie eine HRT erhalten hatten, 

die Verwendung verschiedener Arten von Estrogen­Gestagen­Kombinationen zur HRT mit 

einem höheren Brustkrebsrisiko  verbunden war (RR = 2,00, 95% KI: 1,88 – 2,12) als die 

Verwendung von Estrogen allein (RR = 1,30, 95% KI: 1,21 – 1,40) oder die Verwendung von 

Tibolon (RR = 1,45, 95% KI: 1,25 ­ 1,68).

In der WHI­Kombi­Studie wurde eine Risikoschätzung von 1,24 (95% KI: 1,01 – 1,54) nach 

5,6­jähriger Anwendung einer kombinierten Estrogen­Gestagen­HRT (CEE + MPA) für alle 

Anwenderinnen gegenüber Placebo angegeben.

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 9

Die absoluten Risiken, berechnet auf der Grundlage der MWS und WHI­Kombi­Studie, sind 

nachfolgend dargestellt:

In der MWS wurde, basierend auf der bekannten durchschnittlichen Inzidenz von Brustkrebs 

in Industrieländern, geschätzt, dass:

bei ca. 32 von 1.000 Frauen, die keine HRT erhalten, zwischen ihrem 50. und 64. 

Lebensjahr ein Brustkrebs diagnostiziert wird. 

unter 1.000 Frauen, die aktuell oder in jüngster Vergangenheit eine HRT erhalten haben, 

sich folgende Anzahl  zusätzlicher Fälle im entsprechenden Zeitraum ergibt:

Für Anwenderinnen einer Estrogen­Monotherapie:

zwischen 0 und 3 (bester Schätzer = 1,5) bei 5­jähriger Anwendung

zwischen 3 und 7 (bester Schätzer = 5) bei 10­jähriger Anwendung.

Für Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen­Gestagen­HRT: 

zwischen 5 und 7 (bester Schätzer = 6) bei 5­jähriger Anwendung

zwischen 18 und 20 (bester Schätzer = 19) bei 10­jähriger Anwendung.

Nach Schätzung der WHI­Studie treten aufgrund einer kombinierten Estrogen­Gestagen­HRT 

(CEE + MPA) nach 5,6­jähriger Beobachtungszeit  von Frauen im Alter zwischen 50 und 79 

Jahren 8 zusätzliche Fälle von invasivem Brustkrebs pro 10.000 Frauenjahre auf.

Basierend auf Berechnungen mit den Studiendaten wird geschätzt, dass:

unter 1.000 Frauen in der Placebogruppe

ungefähr 16 Fälle von invasivem Brustkrebs in 5 Jahren diagnostiziert werden. 

unter 1.000 Frauen, die eine kombinierte Estrogen­Gestagen­HRT  (CEE + MPA) erhalten 

hatten, die Zahl der zusätzlichen Fälle

zwischen 0 und 9 (bester Schätzer = 4) bei 5­jähriger Anwendung liegt. 

Die Anzahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle bei Frauen, die eine HRT erhalten, ist im 

Wesentlichen ähnlich bei allen Frauen, die eine HRT beginnen,  unabhängig vom Alter bei 

Beginn der HRT (zwischen 45 und 65 Jahren) (siehe Abschnitt 4.4 "Warnhinweise und 

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung").

Endometriumkarzinom

Bei Frauen mit intaktem Uterus steigt das Risiko einer Endometriumhyperplasie und eines 

Endometriumkarzinoms mit zunehmender Dauer  einer Estrogen­Monotherapie an. Nach den 

Daten aus epidemiologischen Studien besagt die beste Risikoschätzung, dass bei 5 von 1.000 

Frauen, die keine HRT erhalten,  zwischen ihrem 50. und 65. Lebensjahr ein 

Endometriumkarzinom diagnostiziert wird. In Abhängigkeit von der Behandlungsdauer und 

Estrogendosis erhöht sich dieser Anstieg des Endometriumkarzinomrisikos bei 

Anwenderinnen einer Estrogen­Monotherapie um den Faktor  2 bis 12  gegenüber 

Nichtanwenderinnen. Durch die Zugabe eines Gestagens zur Estrogen­Monotherapie reduziert 

sich dieses Risiko deutlich.

Erfahrung nach Markteinführung:

Zusätzlich zu den oben erwähnten Nebenwirkungen wurden die folgenden spontan gemeldet 

und stehen in der Fallbeurteilung möglicherweise in Kausalzusammenhang mit der Gabe von 

Estrifam. Die Melderate dieser spontanen Nebenwirkungen ist sehr niedrig: (< 1/10.000 

Patientinnenjahre). Die Erfahrung nach Markteinführung zeigt, dass nicht alle 

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 10

Nebenwirkungen gemeldet werden, insbesondere bei trivialen und gut bekannten 

Nebenwirkungen. Bei den angegebenen Häufigkeiten ist dies zu berücksichtigen:

­Organsystem Fortpflanzungsorgane und Brust: Unregelmäßige Vaginalblutungen bei nicht 

hysterektomierten Frauen

­Nervensystem: Verschlimmerung von Migräne, Schlaganfall, Schwindel, Depressionen

­Gastrointestinaltrakt: Durchfall

­Haut und subkutanes Gewebe: Alopezie

­Allgemeine Untersuchungen: Erhöhter Blutdruck

Über folgende Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Estrogen­ Behandlung 

berichtet:

­estrogenabhängige gutartige sowie bösartige Neoplasien, z.B. Endometriumkarzinom

­venöse Thromboembolie, d. h. Thrombose der tiefen Bein­ bzw. Beckenvenen sowie 

Lungenembolie, tritt bei Anwenderinnen einer Hormonsubstitutionstherapie häufiger auf 

als bei Nicht­Anwenderinnen. Weiterführende Informationen im Abschnitt 4.3 

“Gegenanzeigen” und 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung”.

­Myokardinfarkt und Schlaganfall

­Erkrankungen der Gallenblase

­Haut und Unterhauterkrankungen: Chloasma, Erythema multiforme, Erythema nodosum, 

hämorrhagisches Exanthem, vaskuläre Purpura

­wahrscheinliche Demenz (siehe Abschnitt 4.4 ”Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen 

für die Anwendung”)

Überdosierung

Bei Überdosierung kann Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Behandlung sollte 

symptomatisch durchgeführt werden.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC­Code G 03 CA 03

Natürliches Estrogen zur kontinuierlichen Hormonsubstitutionstherapie (HRT).

Estradiol: Der Wirkstoff, synthetisches 17­Estradiol, ist chemisch und biologisch mit dem 

körpereigenen humanen Estradiol identisch, substituiert den Verlust der Estrogenproduktion bei 

menopausalen Frauen und mindert die damit verbundenen Beschwerden.

Eine Linderung der Wechseljahresbeschwerden wurde in den ersten Wochen der Behandlung 

erreicht.

Pharmakokinetische Eigenschaften

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 11

Das in Estrifam enthaltene mikronisierte 17ß­Estradiol wird nach oraler Verabreichung schnell 

aus dem Gastrointestinalbereich resorbiert und unterliegt einem ausgeprägten first­pass 

Metabolismus in der Leber und anderen Intestinalorganen. Innerhalb von 6 Stunden werden 

nach Einahme von 1 mg maximale Plasmakonzentrationen von ca. 27 pg/ml (im Bereich 13 ­ 

40 pg/ml) erreicht. 17ß­Estradiol hat eine Plasmahalbwertszeit von ca. 18 Stunden. 17ß­

Estradiol ist an SHBG (37 %) und Albumin (61 %) gebunden, und nur ungefähr 1 ­ 2 % 

zirkulieren frei. Die Metabolisierung von 17ß­Estradiol findet vorwiegend in der Leber und im 

Darm statt, aber auch in den Zielorganen. Es werden inaktive und weniger aktive Metaboliten, 

einschließlich Estron, Katecholestrogene und verschiedene Estrogensulfate und Glukuronide 

gebildet. Estrogene werden z. T. mit der Galle ausgeschieden, hydrolysiert und reabsorbiert 

(enterohepatischer Kreislauf). Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend mit dem Urin in 

biologisch inaktiver Form.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die toxikologischen Eigenschaften von Estradiol sind bekannt. Tierstudien mit Estradiol 

ergaben die erwarteten estrogenen Wirkungen. Es liegen keine präklinischen Daten vor, die auf 

spezielle Risiken für den Menschen hinweisen, die über diejenigen hinausgehen, die bereits in 

anderen Abschnitten dieser Fachinformation genannt sind und denjenigen, die im Allgemeinen 

auf eine Hormonsubstitutionstherapie zutreffen.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Hilfsstoffe

Tablettenkern 

Lactose­Monohydrat

Maisstärke

Gelatine

Talkum

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Hypromellose, Indigocarmin (E 132), Talkum, Titandioxid (E 171) und Macrogol 400

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Besondere Lagerungshinweise

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Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben Seite 12

Nicht über 25 °C lagern.

Behältnis im Umkarton lagern.

Nicht im Kühlschrank lagern.

Art und Inhalt des Behältnisses

1 x 28 Filmtabletten oder 3 x 28 Filmtabletten in Kalenderpackungen.

Die Kalenderpackung mit 28 Filmtabletten besteht aus den folgenden drei Teilen:

Unterteil aus farbigem nicht­transparenten Polypropylen

ringförmigem Tablettenhalter aus transparentem Polystyrol

Drehscheibe aus farbigem nicht­transparenten Polystyrol. 

Hinweise für die Handhabung

Keine .

NAME ODER FIRMA UND ANSCHRIFT DES PHARMAZEUTISCHEN 

UNTERNEHMERS

Novo Nordisk Pharma GmbH

Brucknerstraße 1

55127 Mainz

ZULASSUNGSNUMMER

6529781.00.00

DATUM DER ZULASSUNG

02.12.2005

STAND DER INFORMATION

März 2006 

VERSCHREIBUNGSSTATUS/APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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